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NR 05 | FEB 2015

BERICHT


VORWORT

LIEBE GEMEINDE MITGLIEDER

lare Demonstranten, Jüdinnen und Juden, Musliminnen und Muslime traten gemeinsam für ihren Widerstand gegen die Attentate ein, insbesondere gegen die Versuche, die Meinungsfreiheit und die liberale Gesellschaft zu bedrohen. Wie hätten allerdings die Reaktionen der Politiker und der Öffentlichkeit ausgesehen, wären nicht die Redakteure von Charlie Hebdo unter den Opfern gewesen, sondern „nur“ die vier jüdischen Besucher des koscheren Supermarkts in Paris? Bei der Gedenkveranstaltung am Wiener Ballhausplatz nach den Terroranschlägen in Paris wurde sogar vergessen, die vier ermordeten Juden auch nur zu erwähnen. „Alle sind Charlie, keiner ist Jude“, kritisierte Präsident Oskar Deutsch diese peinliche Geistlosigkeit vollkommen zu Recht! Frankreichs Premierminister Manuel Valls rief dagegen aus, dass Frankreich ohne Juden nicht Frankreich wäre. Würde ein österreichischer Politiker je so etwas über uns sagen?

DIE VERGANGENEN WOCHEN WAREN VON DEN TERRORISTISCHEN ANSCHLÄGEN AUF DIE REDAKTION DER ZEITUNG CHARLIE HEBDO UND AUF DEN KOSCHEREN SUPERMARKT IN PARIS GEPRÄGT. Initiative Respekt! gedenkt betroffen aller Opfer, der Journalisten, die furchtlos ihre Meinung äußerten, der jüdischen Opfer, die wegen ihrer Herkunft und Religion ermordet wurden, der Polizisten, die die Orte des Grauens bewachten und Leben retteten. Es ist nicht so, dass die Öffentlichkeit völlig überraschend und unvorbereitet von diesen mörderischen Attakken durch islamistische Terroristen getroffen wurde, doch die Ermordung von 17 Menschen: Journalisten, Polizisten und Supermarktbesuchern, darunter Juden und Muslime, hat weit über Frankreich hinaus eine Schockwelle und grundsätzliche Diskussionen ausgelöst. Eines wurde jedenfalls spätestens jetzt für uns Jüdinnen und Juden klar: ganz entspannt und unbelastet können wir uns hier in Europa nicht unseres Lebens erfreuen. Das ist zwar nichts Neues, denn schon seit einer Weile ist das Klima für Jüdinnen und Juden in Europa und insbesondere in Frankreich und auch Belgien durch Hass, Gewalt und brutale Morde geprägt. Die Anschläge in Paris haben jedoch eine neue Dimension des Terrors geschaffen. Die massiven Reaktionen von Politik und der Öffentlichkeit und in der internationalen Presse zeigen eine weit verbreitete allgemeine Beunruhigung und Betroffenheit. In Paris gingen nach den Attentaten etwa 1,5 Millionen Menschen auf die Straße, inklusive Staatsoberhäuptern aus rund 50 Ländern (unsere waren nicht dabei...). Die Nationalratspräsidentin, zweithöchste Instanz der Republik, nahm teil. Säku-

Die tödlichen Attacken in Paris haben auch Musliminnen und Muslime zu Protesten veranlasst, sie solidarisieren sich mit dem Widerstand gegen die Islamisten, sie weisen deren Argumente zurück, wonach die Morde durch ihre Religion zu rechtfertigen seien. Schließlich sind die meisten Opfer von islamistischen Mördern Muslime. Jedenfalls erkennen die Politik und die islamische Gemeinschaft die dringende Notwendigkeit, sich mit den Ursachen für den zunehmenden gefährlichen Fundamentalismus auseinanderzusetzen und über Strategien nachzudenken, die Radikalisierung in den westlichen Gesellschaften sowohl von islamistischer als auch rechtsradikaler Seite zu stoppen. Es ist äußerst bedenklich, dass es solcher verheerender Vorfälle wie in Paris bedarf, um die Politik wachzurütteln und grundlegende Maßnahmen gegen Terror und Rassismus zu ergreifen. In Österreich hörte man vor allem von Überlegungen, die Polizei aufzurüsten. Wird das ausreichen, um bei uns Radikalismus an den Wurzeln zu bekämpfen? Ein Lichtblick ist da in der gemeinsamen Erklärung des Bundespräsidenten und der Religionsvertreter zu finden, dass „Maßnahmen, die für die Zukunft mehr Sicherheit bewirken sollen, nicht auf die Ausrüstung der Si-

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VORWORT

cherheitsbehörden beschränkt sein können, sondern insbesondere auch Bildungspolitik und Integrationspolitik umfassen müssen.“ Dem können wir uns nur anschließen! Auch die Erklärung von Bundeskanzler Faymann im Parlament gegen jede Art von Terror, Hass, Antisemitismus und Herabwürdigung und seine Sorge über den Anstieg antisemitischer Gewalt sehen wir als wichtiges Signal. Die Terroranschläge riefen international grundsätzliche Diskussionen über die Implikationen für unsere Gesellschaft im Allgemeinen und für die jüdische Bevölkerung im Besonderen hervor. Unserer Gruppe Initiative Respekt! erscheinen insbesondere die folgenden Aspekte wesentlich:

derer Menschen verunglimpfen, man dürfe sich nicht über den Glauben lustig machen; jede Religion habe ihre Würde, und da sehe er die Grenzen der Meinungsfreiheit. Gerade wir Jüdinnen und Juden haben leider genug Erfahrung mit diesem Problem. Geschmacklose Karikaturen über den „typischen“ Juden wurden und werden noch immer gezielt eingesetzt, um antisemitische Vorurteile zu provozieren. Bedingungslos muss jedoch gelten: selbst das Überschreiten von Grenzen rechtfertigt keinesfalls terroristische Gewalt und Mord, und kann sie auch nicht erklären! • Ein weiterer wesentlicher Aspekt im Zusammenhang mit den starken Reaktionen auf die Attentate in Paris ist für uns die sehr unterschiedliche Sichtweise und Berichterstattung über derartige terroristische Attacken und solche, denen Israel regelmäßig ausgesetzt ist. Wenn sich in Israel derartige Vorfälle ereignen, werden sie oft relativierend dargestellt, indem die Angriffe von Attentätern im Kontext des Nahostkonflikts „begründet“ werden und von Israel Zurückhaltung erwartet wird (siehe z.B. Noah Beck in der Jerusalem Post vom 11.01.2015 über die Voreingenommenheit gegenüber Israel: Can Charlie Hebdo’s Spirit Include Israel?).

• Die Menschen müssen sich des Werts der liberalen Gesellschaft, in der sie leben, bewusst sein. Dazu müssen Politik, Bildung und Erziehung, inklusive der religiösen Bildung beitragen. Schließlich will niemand in einem Polizeistaat leben, nur um sich seines Lebens sicher zu sein. Das gilt insbesondere für uns Jüdinnen und Juden, die wir mit wieder steigendem Antisemitismus von rechter, linker und islamistischer Seite konfrontiert sind. Deshalb nach Israel auszuwandern, würde diesen Gruppen recht geben und wie es Claude Lanzmann unlängst in Le Monde formulierte: „Warum sollten wir unser Land, in dem wir geboren wurden und in dem wir leben, verlassen müssen: Geben wir Hitler nicht posthum diesen Sieg!“

Die Diskussionen auf internationaler Ebene, die den Morden in Paris durch islamistische Terroristen folgten, setzen sich intensiv und profund mit den diversen Aspekten dieser Geschehnisse auseinander. In diesem Arbeitsbericht werden Sie einige Artikel finden von denen wir meinen, dass sie die Positionen von Initiative Respekt! im Wesentlichen, wenn auch nicht in jedem Detail, reflektieren.

• Islamistisch motivierter Terror bestätigt die Rechtsradikalen in ihren Forderungen nach Ausgrenzung, nach Spaltung der Gesellschaft, auch nach Todesstrafe. Die Anschläge dürfen nicht als Rechtfertigung für rechtsradikale politische Absichten verwendet werden – dies wäre ein Missbrauch der Terroropfer!

Dass die intensive Auseinandersetzung mit den antidemokratischen, antisemitischen, islamistischen und terroristischen Aktivitäten nicht im Sand verlaufen darf, ist für uns absolut unerlässlich. Das muss insbesondere die jüdische Glaubensgemeinschaft immer wieder einfordern.

• Wie findet die Gesellschaft das Gleichgewicht zwischen dem Respekt vor Religion und Meinungsfreiheit, bzw. im konkreten Fall von Charlie Hebdo: Wie weit dürfen Satire und Karikaturen gehen? Wo beginnt Blasphemie? Wo sind die Grenzen? Papst Franziskus, der ja auch eine durchaus irdische Sichtweise hat, meinte, man dürfe nicht den Glauben an-

Ihr IR-Team

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KURZER ZWISCHENBERICHT ÜBER UNSERE MITARBEIT IN DER IKG Unsere Gruppe hat bald nach der IKG-Wahl im Herbst 2012 beschlossen, zunächst keine lauthalse, aggressive Oppositionspolitik zu betreiben, sondern uns konstruktiv zu verhalten und zu versuchen, die notwendigen Reformen in Zusammenarbeit mit Atid zu erarbeiten und zu realisieren. In einigen Bereichen funktioniert das bisher gut – z.B. soziale Angelegenheiten, Immobilien, Kultur (hier wird ein beträchtlicher Teil der Arbeit von unseren Vertreter/innen geleistet). In anderen Bereichen gestalten sich Kommunikation und Zusammenarbeit weniger reibungslos und eher fruchtlos, da die bestehenden Strukturen und Abläufe für uns nicht transparent genug sind und daher nicht ausreichen, um eine zeitgerechte und gründliche Vorbereitung und Durchführung der Aufgaben sicher zu stellen; dies betrifft insbesondere das IKG-Budget, fallweise auch das Maimonides Zentrum. Manche der gemeinsam mit Atid festgelegten Themen werden leider eher schleppend bis gar nicht in Angriff genommen. Unsere vereinbarte Zusammenarbeit bringt auch mit sich, dass wir zu manchen Themen in der Öffentlichkeit nicht klar Stellung nehmen, um die Vertrauensbasis nicht einseitig aufs Spiel zu setzen. Wir würden hier von unseren IKG-Partner/ innen gerne etwas mehr Humor und Verständnis für eigene Positionen sehen, wir sind jedoch eine kleine Gemeinde mit vielen manchmal etwas altbackenen Ansichten und Befindlichkeiten Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt - schließlich geht es uns um die zukunftssichere Ausrichtung der IKG, mit stabilen finanziellen und organisatorischen Strukturen und einem attraktiven Angebot für die gesamte jüdische Gemeinschaft.

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B ER I C H TE A U S D E N K O M M IS S IO N E N

Manche Aussteller waren vielleicht vom Verkaufserfolg etwas enttäuscht, andere wiederum hatten viel Freude am Dabeisein. Seit Herbst 2014 laufen die Vorbereitungen für das Festival der Jüdischen Kultur 2015 auf Hochtouren. In den kommenden Wochen werden die Verträge abgeschlossen. Jetzt sei nur mal so viel verraten: am 21. Juni findet im Rathaus die Eröffnungsveranstaltung „Let’s celebrate“ statt! © Aron Erdöhati

von IR: KV Sonia Feiger, Francois Schall, Peter Weinberger

KULTURKOMMISSION Das Jahr 2014 war ereignisreich. Abgesehen von dem von Initiative Respekt! initiierten, fast monatlich stattfindenden Literaturcafé gab es ein außerordentlich gut besuchtes Festival der Jüdischen Kultur, die Nacht der erhellten Synagogen und als Abschluss „Let’s celebrate Chanukkah“ am Judenplatz. Alle diese Veranstaltungen erforderten viel logistische Arbeit und vor allem Flexibilität und spontanes Umdenken. Die Nacht der erhellten Synagogen z.B. war bis 2 Tage vor der Veranstaltungen im Ungewissen, da erst dann die vorgeschriebene Verhandlung mit den Magistratsämtern stattfinden konnte.

© Aron Erdöhati

Zahlreiche Auflagen mussten erfüllt und Bedenken mancher Magistratsbeamter entkräftet werden. Dank der gut vorbereiteten Unterlagen der Mitarbeiter/innen der Kulturabteilung und vereinter Überzeugungskraft mussten wir dann keinerlei Abstriche machen. Obwohl es mindestens 5-7 weitere Feiern gab, brachte der Chanukkah-Markt am 18.12. den erwünschten Erfolg: Fröhliche Kinder im Kinderzelt, Menschenschlangen vor dem Latkes-Stand, redselige Runden bei Schnaps und Punsch. © Aron Erdöhati

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FINANZKOMMISSION Im Frühjahr 2014 wurde ich ordnungsgemäß vom Kultusrats-Plenum der IKG als Nachfolger von Amos Davidovits in die Finanzkommission gewählt. Zu Sitzungen erhielt ich in der Folge allerdings nie Einladungen. Sobald dieser Fehler im Herbst 2014 erkannt und mit ehrlicher Entschuldigung korrigiert worden war, erfolgte für Ruth Bachmayer und mich eine Einführung in die Grundsätze der Budgetplanung bei der IKG durch Mag. Herzog, Generalsekretär für kaufmännische Angelegenheiten. Kommissionssitzungen fanden in der Zeit danach jedoch keine statt. Erst am 1. Dezember 2014 traf ich den Vorsitzenden der Finanzkommission Elie Rosen, um mit ihm einen vorläufigen Entwurf des Budgets 2015 zu erarbeiten. Wenige Tage später sollte die Sitzung der Finanzkommission stattfinden. Zu diesem Zeitpunkt - wie zum Zeitpunkt der Abstimmung wenige Tage später - lagen aktuelle Zahlen nur bis Oktober 2014 vor; das machte es schwierig zu beurteilen, ob die Planung realistisch war. Immerhin bewegt sich das jährliche einnahmenseitige Budget in einer Größenordnung von über EUR 13 Mio., wobei die größte Position beinahe 60% des Gesamtbudgets ausmacht. Bei diesem Gespräch habe ich Elie Rosen informiert, dass ich mich aus Gründen der Seriosität bei der Abstimmung der Stimme enthalten werde. Schließlich bedeutet Zustimmung auch, die volle inhaltliche Verantwortung mitzutragen. Am 3. Dezember 2014 tagte die Finanzkommission um über das Budget abzustimmen; dieses wurde nach überschaubaren Veränderungen zur Erreichung eines ausgeglichenen CashFlows wenige Tage später dem Plenum des Kultusrats zur Genehmigung vorgelegt.

© Carl Barks / Walt Disney Prod.

FUNDRAISING Nein, berichten kann ich aus der Kommission nichts. Gar nichts. Das letzte Protokoll, das ich als Kommissionsmitglied erhalten habe, ist mit 19.3.2014 datiert. Es folgten noch Einladungen für den 29.4., 28.5., 24.6. und 1.9. An zwei Sitzungen (29.4. und 1.9.) konnte ich nicht teilnehmen; der Juni-Termin wurde abgesagt. Meine Nachfrage nach den ausstehenden Protokollen blieb unbeantwortet. Möglicherweise gab es auch nichts zu protokollieren... Als IR-Vertretung mit Knowhow in Sachen Fundraising und Sponsoring (langjährige Erfahrung während meiner PR-Tätigkeiten) ist es mir ein Anliegen, dass die Kommission 2015 endlich aus diesem traumwandlerischen Zustand erwacht. In den vergangenen zwei Jahren gab es kaum Informationen aus der Abteilung, keine Jahresübersichten oder Evaluierungen über Erfolge oder Misserfolge von Fundraising Aktivitäten - und auch die protokollierten Beschlussfassungen der Kommission wurden großteils nicht umgesetzt.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Budgetplanung wesentlich früher, nämlich bereits im August/ September begonnen und spätestens im Oktober eines laufenden Jahres für das Folgejahr abgeschlossen sein sollte. Dieser Zeithorizont ist nämlich erforderlich, um geeignete Maßnahmen zur Erreichung der Budgetziele einleiten zu können.

Sollte meine negative Wahrnehmung allerdings nur darauf beruhen, dass von den Zuständigen keine Informationen an die Kommissionsmitglieder ergangen sind – so bedauere ich meine Kritik. von IR: KV Sonia Feiger

von IR: Miki Kalwil Ruth Bachmayer 05


B ER I C H TE A U S D E N K O M M IS S IO N E N

Der Beirat wird sich in den kommenden Monaten mit der Ausarbeitung eines neuen Gesellschaftsvertrags beschäftigen. Dieser Prozess zieht sich nun schon seit bald drei Jahren hin und es ist dringend notwendig, ihn zu Ende zu führen.

MAIMONIDES ZENTRUM Kontinuität und Neubeginn Zu Jahresbeginn hat Herr Micha Kaufmann, viele Jahre Leiter des jüdischen Heims Sikna in Zürich, die Geschäftsführung im Maimonides Zentrum übernommen. Die allgemeinen Voraussetzungen scheinen für ihn auf den ersten Blick sicher besser als für seine Vorgängerin, da sie das Maimonides Zentrum ja für das Jahr 2014 endlich auf ein ausgeglichenes Ergebnis gebracht hat. Wir wünschen dem Maimonides Zentrum viel Erfolg unter der neuen Führung.

Einige gesetzliche Vorgaben haben sich seit 1990 geändert. Danach wird sich der Beirat auch eine Geschäftsordnung geben, die Rechte, Pflichten, Verantwortlichkeiten und erforderliche Kompetenzen regelt. Wir erleben hier gerade, dass unsere Hartnäckigkeit schließlich doch Früchte tragen wird: Gut Ding braucht Weile, doch auch Geduld und viele Stunden freiwillige Arbeit von unserer Gruppe.

Das Budget für 2015 konnte in der letzten Beiratssitzung des vergangenen Jahres leider nicht beschlossen werden, da die vorgelegten Unterlagen für uns nicht ausreichend waren, um zu einer richtigen Entscheidung zu gelangen. Im vergangenen Jahr wurde auf mehrfaches Mahnen des Fonds Soziales Wien ein externer Qualitätssicherungsprozess eingeleitet, der von vielen Mitarbeiter/innen des Hauses sehr positiv aufgenommen und mitgetragen wird.

Wir sind zuversichtlich, dass Qualitätssicherung, aktualisierte Verträge und Festschreibung von Zuständigkeiten im Maimonides Zentrum zur Transparenz beitragen werden und mit den von den Mitarbeiter/ innen mitgestalteten reformierten Prozessen eine gute Sicherung für die Zukunft des Hauses gegeben sein kann. von IR: Patricia Kahane Michael Kalwil Arlette Leupold-Löwenthal

Bis zum Jahresende sollen in mehreren Schritten wichtige Prozesse standardisiert werden. Es wird unter anderem an einem Krisenhandbuch und – endlich – auch an dem von uns seit Jahren geforderten Leitbild gearbeitet.

© maimonides.at

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verschiedener, oft gesundheitlicher Umstände nicht viele Chancen auf positive Veränderung bestehen. Etliche Klient/innen sind arbeitsunfähig, oder krank, leben in problematischen familiären Verhältnissen (hier ist auch Gewalt ein verbreitetes Thema), haben Probleme mit Aufenthalts-und Arbeitsbewilligungen und vieles mehr.

SOZIALKOMMISSION Die Aufgaben der Kommission Die Kommission für Soziale Angelegenheiten tagt etwa 10 Mal im Jahr. Ihre Aufgaben sind klar umrissen. Sie erarbeitet mit den Sozialarbeiter/innen der IKG-Sozialabteilung die Kriterien für die Unterstützungen an Gemeindemitglieder. So z.B. die Zusammensetzung der Zuschüsse im Zusammenhang mit den Familieneinkommen, Preislisten für Einrichtungsgegenstände und Hausrat.

Die Arbeit in der Kommission ist ein verantwortungsvoller und erfüllender Beitrag zum Leben in unserer IKG. Gelegentlich werden wir auch hier mit dem Thema Partikular-Interessen konfrontiert, es gibt lauthalse längere Diskussionen über das Thema; manche Kommissionsmitglieder schätzen es nicht, dass alle Anträge und auch die Auskünfte der Ärzte den österreichischen Gesetzen folgend streng anonymisiert sind. Andererseits darf und will die Kommission vertrauliche Auskünfte seitens einzelner Mitglieder über Klient/innen nicht hören, damit Objektivität und Fairness gewahrt werden können.

Die Sozialabteilung berät die Klient/innen zu vielen Themen: familiär, aufenthaltsrechtlich, finanziell, usw. In Fällen von körperlichen oder psychischen Erkrankungen werden Kontakte zu entsprechend spezialisierten Ärzt/innen bei ESRA und außerhalb hergestellt. Wenn finanzielle Unterstützungen benötigt werden, stellen die Sozialarbeiter/innen einen anonymisierten Akt zusammen. Dieser enthält Angaben zu Arbeits- und Wohnsituation, Anzahl von Kindern, einen Kurzbericht über die konkrete Problematik, eine Aufstellung über die Finanzen (Einnahmen/ Ausgaben/Differenz). Dann werden die Anträge der Klient/innen selbst einerseits und der Sozialabteilung andererseits angeführt.

In den Kommissionssitzungen haben wir nun schon mehrmals über dieses Thema gesprochen und wir sind guter Hoffnung, dass sich der Grundsatz „offen und fair gegenüber allen Mitgliedern unserer Gemeinde“ doch durchsetzen wird.

Die Kommissions-Sitzungen von IR: KV Sonia Feiger, Vorsitzende Patricia Kahane

Bei den Kommissions-Sitzungen werden die Anträge, meist zwischen 20 und 35, manchmal auch mehr, den Mitgliedern vorgelegt. Wir lesen sie, können allfällige Fragen an die Leitung der Sozialarbeit und an den/die anwesende/n Arzt/Ärztin von ESRA stellen. Im Anschluss daran sprechen wir – oft auch sehr ausführlich – über den vorliegenden Fall und schließlich wird über die Anträge abgestimmt. Die laufende Arbeit in der Kommission Eine solche Kommissions-Sitzung abends nach meist gut gefüllten Arbeitstagen ist vor allem emotional sehr aufwühlend. Oft liegen uns Familiengeschichten vor, die wir schon viele Jahre kennen und wo auf Grund

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A U S D EM B ER EI C H : PA R T IK U L A R IN T E R E S S E N

PARTIKULAR INTERESSEN von IR-Team WIR HABEN DIESES „BÖSE WORT“ SCHON EINMAL IN EINER UNSERER AUSSENDUNGEN AUSGESPROCHEN. ES WAR NICHT ALS ANGRIFF AUF PERSONEN GEDACHT SONDERN ALS BEITRAG ZU FAIRNESS IN UNSERER GEMEINDE.

Ein Beispiel Im Rahmen der Arbeit in der Sozialkommission werden alle Anträge der Klient/innen so weit wie irgend möglich anonymisiert. Das dient zum Schutz der Einzelnen und soll sicher stellen dass alle Anträge sachlich, fair und unabhängig von Gruppenzugehörigkeit behandelt werden können. Und doch ist in einigen Fällen erkennbar, um wen es geht.

Es gibt Situationen, in denen einzelne religiös und/ oder ethnisch geprägte Fraktionen primär die Interessen ihrer Wähler/innen fördern möchten. Das ist zwar menschlich verständlich, doch unsere Initiative Respekt! sieht das ein wenig differenzierter:

Der Impuls, Mitglieder der „eigenen“ Gruppe vorzuziehen, ist menschlich verständlich aber weder gerecht noch förderlich für das Prinzip Einheitsgemeinde. Wenn es um die Unterstützung von Menschen in Not geht, müssen Fairness und Augenmaß im Vordergrund stehen – das ist nicht nur ein Gebot sondern auch die Basis für das Miteinander in unserer doch recht kleinen Gemeinde.

Funktionär/in einer „Einheitsgemeinde“ zu sein, bedeutet, dass allen Gemeindemitgliedern, völlig unabhängig von Herkunft, Religiosität, aktueller Nationalität mit der gleichen Offenheit und Fairness begegnet werden muss. Nur so werden Konflikte vermieden und der Zusammenhalt unserer relativ kleinen Gemeinde kann gesichert werden.

MITTEILUNG Der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus sowie der Allgemeine Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus haben uns aus Anlass des Artikels „Der fatale Fall Templ“ (veröffentlicht in der letzten Ausgabe) freundlicherweise aufmerksam gemacht, dass ∙ Frau Mag. Claire Fritsch als zuständige Mitarbeiterin des Allgemeinen Entschädigungsfonds für die Opfer des Nationalsozialismus den Antrag von Stephan Templ im Auftrag der Schiedsinstanz am 13.1.2006 an die zuständige Behörde (Finanzprokuratur) übermittelt hat und ∙ dass Mag. Claire Fritsch bei ihrer Einvernahme im Strafverfahren 150 Hv 2/13f des LG für Strafsachen Wien wahrheitsgemäß ausgesagt hat. Wir bedanken uns beim Nationalfonds für den Hinweis und halten fest, dass wir Frau Mag. Fritsch keinesfalls schaden wollten.

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A U S D EM B ER EI C H : R E S T IT U T IO N S A B T E IL U N G

Die Ausgaben der Restitutionsabteilung der IKG sind laut Quelle der IKG („Insider“ Januar 2015) für dieses Jahr mit 360.000 € geplant. Die Arbeit der Abteilung bringt der IKG auch hohe Einkünfte. Wie und von wem entschieden wird, wofür das viele Geld ausgegeben wird, ist nicht transparent. Es gibt nach wie vor keine Kommission, die für die Abteilung zuständig ist, die Arbeitsrichtung vorgibt und die Ergebnisse kontrolliert. Wir haben schon mehrfach darauf aufmerksam gemacht, bisher leider vergeblich. Die ehemalige Anlaufstelle für Jüdische NS-Verfolgte in und aus Österreich und deren Nachkommen wurde 2009 in die bestehende Abteilung für Restitutionsangelegenheiten umgewandelt.

IKG RESTITUTIONS ABTEILUNG ARBEITEN „UNTER DEM RADAR“

„Mit der damit verbundenen Schwerpunktverlagerung auf Kunst- und Liegenschaftsrestitution führt die IKG Wien ihre aktive Mitgestaltung in Restitutions- und Entschädigungsfragen, sowie die Vertretung der Interessen der österreichischen Shoah-Überlebenden und deren Nachkommen, weiter.“ „Die Abteilung für Restitutionsangelegenheiten der IKG Wien begleitet zahlreiche Anträge, die aufgrund der umfangreichen Überprüfung von entzogenen Liegenschaften durch Historiker/innen der IKG Wien fristgerecht eingebracht werden konnten“.

von IR-Team

Quelle www.restitution.or.at

Wie sie diesen Aufgaben nachkommt, wie viel Geld für Gehälter, Fixkosten, Reisekosten sowie historische und rechtliche Gutachten, Anwälte, laufende Gerichtsverfahren ausgegeben wird, ist nicht nachvollziehbar. Denn im Gegensatz zu ausnahmslos allen anderen Abteilungen der IKG gibt es keine Kommission des Kultusvorstands, die der Abteilung für Restitutionsangelegenheiten vorsteht, das Budget verwaltet, die Arbeitsziele vorgibt und deren Verwirklichung sowie die gesamte Gebarung der Abteilung überprüft. Es wird also immer noch „unter dem Radar“ gearbeitet. Was wir damit meinen? In Anbetracht des hohen Budgets der Abteilung und des sensiblen Themas muss hier dringend Transparenz hergestellt werden.

© Wikimedia Commons

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A U S D EM B ER EI C H : IK G - WA H L R E C H T S R E F O R M

Unseren jungen Mitgliedern verlangen wir mit zwölf/ dreizehn Jahren die Reife eines Erwachsenen ab, im Gegenzug müssen wir ihnen aber auch angemessene Mitbestimmung zugestehen. Eine Gemeinde wie unsere, die ihren Fortbestand zwischen Assimilation, Auswanderung und Überalterung umsichtig planen muss, kann sich veraltete Barrieren nicht leisten.

WAHLREFORM GEHT IN DIE ERSTE RUNDE

Der nächste Schritt Demnächst wird also in der Statutenreformkommission über diesen und andere Vorschläge beraten. Wird dort eine Wahlreform beschlossen, muss diese anschließend zuerst vom Kultusrat und dann vom zuständigen Bundesminister abgesegnet werden. Um diese Reform zu realisieren wäre eine engagierte Mitwirkung vieler Gemeindemitglieder sicher von Nutzen.

von IR-Team

IN UNSERER VERGANGENEN AUSSENDUNG HABEN WIR AUF EINE SCHIEFLAGE IN UNSEREM WAHLRECHT HINGEWIESEN; WILL MAN ALS FREMDER STAATSBÜRGER MIT WOHNSITZ IN WIEN WÄHLEN, MUSS MAN ZUERST WARTEN.

Wie denken Sie darüber? Teilen Sie uns bitte Ihre Meinung mit unter office@initiative-respekt.org

Als EU-Bürger muss man zwei, als Drittstaatsangehöriger gar vier Jahre eingetragenes Mitglied der IKG sein. Zu EU,- Nationalrats,- und Gemeinderatswahlen ist man mit 16 Jahren zugelassen, zur Kultuswahl erst mit 18. Die anderen in Österreich anerkannten Glaubensgemeinschaften haben diese antiquierten Barrieren bereits abgeschafft. Intuitiv handelt es sich dabei um einen Formalakt. Wir von Initiative Respekt! machen es uns zur Aufgabe dies nachzuholen. Wir werden bei der nächsten Sitzung der Statutenreformkommission diesbezüglich unseren Vorschlag einbringen. Laut der Bevölkerungsstatistik nach Nationalitäten der IKG sind ein Viertel der Juden in Österreich Nichtstaatsbürger, nicht wenige davon Israelis. Von Universitätsdozenten und Diplomaten bis zu Künstlern und Studenten; viele neu- bzw. vorübergehend hinzugezogene Juden könnten unsere Gemeinde bedeutend bereichern. Statt sie ungleich zu behandeln, sollten wir gegenüber unseren z.B. in Frankreich bzw. Ungarn lebenden Glaubensgenossen Aufnahmebereitschaft und Gleichstellung signalisieren.

© 123rf / Imagestock

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INTERVIEW

Wie sehen Sie als jüdischer Europäer ein Szenario vom Exodus der Juden aus Frankreich – oder aus ganz Europa? Ich bin vielleicht kein Maßstab, denn ich will nicht nach Israel. Ich bin ein Jude der Diaspora. Ich weiß, dass die Alija aus Frankreich nach Israel wächst, das kann ich nur feststellen. Aber das Szenario eines Europas ohne Juden fände ich traurig. Die Mehrheitsgesellschaften sollten sich vor Augen führen, was da gerade passiert. Übrigens steigt auch die Anzahl der kleineren Angriffe auf muslimische Institutionen in Frankreich. Wir leben auf einem Pulverfass. Plötzlich werden in Europa wieder Religionskriege oder ethnische Kriege geführt. Das Gespenst von Jugoslawien flackert im Hintergrund.

ERMORDET WEIL SIE JUDEN WAREN DANIEL COHN-BENDIT ÜBER ANTISEMITISCHEN TERROR IN PARIS, DIE ROLLE DER MEDIEN UND DIE ZUKUNFT DER JUDEN IN EUROPA von Ayala Goldmann

Am Freitag erscheint in Deutschland »Unterwerfung« von Michel Houellebecq. In dem Roman wird ein französischer Muslim zum Präsidenten gewählt, um den Sieg der Front National zu verhindern. Realistisch? Nein. Houellebecq sieht die Identität der Franzosen so geschwächt, dass sie mehrheitlich zum Islam übertreten. Das ist aber eine Wahnvision und bedient nur Ängste.

Herr Cohn-Bendit, Sie haben die französischen Medien kritisiert, weil nach dem Anschlag auf den HyperCacher-Supermarkt in Paris zunächst nur von vier getöteten Geiseln die Rede war. Wollte man nicht deutlich sagen, dass die Opfer Juden waren? Das war in der ersten Berichterstattung nach dem Anschlag am vergangenen Freitag der Fall. Aber man muss auch ehrlich zugeben, dass die Wortwahl korrigiert wurde, nachdem einige Juden, darunter auch ich, interveniert hatten. Ich würde sagen, es war Unachtsamkeit. Das Massaker in der Redaktion der Zeitschrift »Charlie Hebdo« zwei Tage zuvor war schon purer Horror, und dann kam die Geiselnahme im Supermarkt am Freitag. Außer ein paar Juden haben die meisten die Dimension dieses zusätzlichen Horrors nicht gleich erkannt. Die Journalisten sind für ihre Ideen gestorben, die Polizisten wurden im Dienst getötet. Aber die Juden wurden umgebracht, nur weil sie Juden waren. Und es hat eine Zeitlang gedauert, bis diese einfache Wahrheit sich in den Köpfen durchsetzte.

Glauben Sie, dass die Rechtsextremen vom Terror in Paris profitieren werden? Im Gegenteil. Millionen Franzosen haben auf den Straßen von Paris gezeigt, dass sie zusammenstehen. Marine Le Pen wird bei 20 Prozent bleiben. Die Republik steht aufrecht.

Sie haben die Woche des Terrors in Paris miterlebt. Wie ist die Stimmung unter den Juden, die Sie kennen? Die französischen Juden haben Angst. Viele fragen sich: Sollen wir nicht weggehen? Das heißt nicht, dass sie alle gehen werden. Aber es ist Ausdruck einer bedrohlichen Stimmung. Und die gab es schon, nachdem Mohammed Merah im März 2012 drei Kinder an einer jüdischen Schule in Toulouse umgebracht hatte. In Frankreich werden Juden ermordet. Und das ist eine Angst, die bei jüdischen Familien immer wieder hochkommt.

DANIEL COHN-BENDIT Mit dem Grünen-Politiker und Publizisten sprach Ayala Goldmann. Mit freundlicher Genehmigung von Jüdische Allgemeine, Berlin – Copyright 2015 Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R

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wird verbrannt“ heißt es schon bei Lessing. Egal, an welchem Ort er sich aufhält – und zu welchem Zeitpunkt. Einen „richtigen“ Zeitpunkt und einen „richtigen“ Ort gibt es gemäß dieser Logik nicht.

GASTKOMMENTAR

TOTGESCHWIEGEN von Charles E. Ritterband

Oder gibt es doch den „richtigen Ort“? Immer mehr französische Juden wandern nach Israel aus, weil sie sich dort sicherer fühlen. 7000 waren es allein letztes Jahr – dieses Jahr werden es deutlich mehr sein. Die vier Opfer des Pariser Anschlags wurden in Jerusalem begraben – weil sich die Trauernden an einem in Frankreich abgehaltenen Begräbnis nicht sicher gefühlt hätten. Menschenrechtsorganisationen registrieren eine dramatische Zunahme von Drohungen und Gewaltakten gegen französische Juden.

Diese Republik findet immer die richtigen Töne – doch nicht immer die richtigen Worte. Radetzkymarsch und Donauwalzer zum Neujahr im Musikverein und dann, kurz darauf, am Ballhausplatz der Chor der gefangenen Hebräer aus „Nabucco“ – zum Gedenken an die Mordopfer fanatischer Muslime in Paris. Unfreiwillige Pointe? Nur noch peinlich war allerdings die Verlautbarung der österreichischen Bundesregierung, welche den Tod von „Bürgerinnen und Bürgern unterschiedlichster Konfessionen“ bedauerte, „die offenbar nur zum falschen Zeitpunkt an den Orten des Terrors waren“. Wie bitte? Ich habe mich zweifellos verhört. „Bürgerinnen und Bürger unterschiedlichster Konfessionen“ ? So ein Unsinn. Gemeint waren da doch wohl die vier jüdischen Terror-Opfer. Das Wort „Jude“ scheint hierzulande immer noch so viel Unbehagen zu verursachen, dass es nicht über die Lippen kommen will. Und: „Falscher Zeitpunkt“ am falschen Ort? Wo wäre denn für Juden der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt, um nicht Opfer eines Mordanschlages zu werden? Waren die österreichischen Juden 1938 dummerweise auch zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort? Diese Regierungsverlautbarung war denkbar insensibel. Manche empfanden sie auch geradewegs als zynisch. Dazu Vizekanzler und ÖVP-Chef Mitterlehner: “Ich glaube, es war die richtige Vorgangsweise und die richtige Tonalität und das richtige Wording“. Na dann. Die pietätvolle Schweigeminute im Parlament konnte jedenfalls das Gesagte nicht ungesagt machen.

© Maxppp/Olivier Corsan

Als jüdische Schüler gefragt wurden, welche unter ihnen wegen ihrer jüdischen Identität gemobbt wurde, hielten sie alle die Hand hoch. Rund die Hälfte aller rassistischen Übergriffe in Frankreich richten sich gegen Juden – die nicht einmal ein Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Muslimischer Terror bewirkt die panikartige Flucht französischer Juden nach Israel – das wiederum unter anderem in den besetzten Gebieten hastig neue Wohnblöcke errichtet, um die Emigranten aufzunehmen – was wiederum arabischen Fanatikern neue Munition liefert, um weitere Juden umzubringen, deren Glaubensgenossen dann die Flucht nach Israel ergreifen: Ein absurder Teufelskreis der Gewalt.

Die Karikaturisten von „Charlie Hebdo“ wurden ermordet, weil sie Karikaturen veröffentlichten. Die Polizisten, weil sie auf die Terroristen schossen. Die Juden wurden ermordet, weil sie Juden waren. Punkt. Das ist der Unterschied. Keine weitere Begründung, Motivation oder Rechtfertigung notwendig. „Tut nichts! Der Jude

Dieser Kommentar ist in den Vorarlberger Nachrichten erschienen © Charles E. Ritterband

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peitschen, weil er den Islam beleidigt habe. Insgesamt ist er in den nächsten 20 Wochen zu 1000 Peitschenschlägen verurteilt – was einem Todesurteil auf Raten gleichkommt. In Wien, wo ich lebe und schreibe, betreibt indes die Regierung ein interreligiöses Dialogzentrum, das ausgerechnet mit saudischen Geldern finanziert und nach dem herrschenden König Abdullah benannt ist. Wir sind Zeugen einer Praxis, die mit islamistischen Ländern Geschäfte macht, um bei anderer Gelegenheit pauschal die Vorurteile gegen heimische Muslime zu schüren.

© Susanne Schleyer

Was vergangenen Freitag in einem koscheren Supermarkt in Paris geschah, beweist, wie sinnlos es ist, sich in kulturalistische Debatten zu verrennen. Die Juden, die hier einkauften, starben nicht, weil sie Karikaturisten waren. Auch nicht, weil sie blasphemisch waren oder politisch korrekt. Sie waren vier jüdische Männer, die vor dem Schabbat für ihre Familien einkauften. Einen davon traf eine Bekannte von mir noch am Mittwoch letzter Woche auf einem Flug von Tel Aviv nach Paris. Alle vier wurden allein ihrer Herkunft wegen getötet, aus dem einzigen Grund, weil Amedy Coulibaly, ihr in Frankreich geborener Mörder, ein Antisemit war. Bei derselben Geiselnahme konnten mehrere Kunden ihr Leben retten, weil sie von Lassana Bathily, einem muslimischen Angestellten, der einst illegal aus Mali nach Frankreich gekommen war, im Kühlraum des Supermarkts versteckt wurden. Auch der Leiter der letzten polizeilichen Befreiungsaktion war Muslim.

1000 PEITSCHEN SCHLÄGE WEGEN BELEIDIGUNG von Doron Rabinovici

Bisher lachte ich lieber über den Gott meiner eigenen Religionsgemeinschaft als über den anderer. Umso wichtiger, jetzt die Meinungsfreiheit zu verteidigen angesichts der dschihadistischen Mordbanden. Über Gott und seine Propheten zu lachen, ist die Grundlage der Aufklärung. Das hat mit antimuslimischem Ressentiment nichts zu tun. Im Gegenteil: Wer jetzt nicht Flagge gegen den Dschihadismus zeigt, lässt all jene Muslime im Stich, die seine allerersten Opfer sind.

Der islamistische Terrorismus führt Krieg gegen die freie Gesellschaft. Weder das Ressentiment noch die Leugnung des Konflikts helfen uns weiter. Es gilt, den Dschihadismus zu bekämpfen. Polizeilich, politisch, künstlerisch – wo nötig militärisch. Es gilt, die Freiheit zu verteidigen, indem sie eben nicht preisgegeben wird. Das ist kein »Kampf der Kulturen«, der das Abendland von allen Moslems trennt, und er darf es auch nicht werden, denn würden wir uns ihm hingeben, hätten wir schon verloren – und zwar alles, worum es uns geht und was wir sind.

Die Mörder in Paris gingen gezielt und eiskalt vor. Gerade deshalb muss in der hitzigen Debatte und im Kampf gegen den Terrorismus zwischen Islamophobie und Anti-Islamismus unterschieden werden. Den Islam schlechthin mit dem Dschihadismus gleichzusetzen, ist genauso fatal, wie zu behaupten, die Mordanschläge in Europa und im Rest der Welt hätten mit Islam rein gar nichts zu tun.

Erstveröffentlichung im Suhrkamp-Logbuch © Doron Rabinovici 2015

Saudi-Arabien, das den Anschlag von Paris verurteilte, da er »gegen den wahren Islam« verstoße, ließ diesen Freitag den Blogger Raif Badawi öffentlich aus-

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KOMMENTAR von Doron Rabinovici und von “Bürgerinnen und Bürger unterschiedlichster Konfessionen, die offenbar nur zum falschen Zeitpunkt an den Orten des Terrors waren”.

Wie viele Tausende andere war ich gestern vor der Französischen Botschaft und am Ballhausplatz um aller Opfer des dschihadistischen Terrors in Paris zu gedenken. Das gute Motto der Kundgebung lautete “Gemeinsam gegen den Terror”. Vorgebracht wurden durch wunderbare Schauspieler und Schauspielerinnen literarische Texte von großartigen Autoren, die indes nicht von den Attentaten, nicht vom Islamismus oder von der Meinungsfreiheit handelten.

Diese dritte Kategorie meint: Juden, Kunden eines koscheren Supermarktes. Sie zu benennen, war wohl zu viel für die Regierung dieses Landes. Diese Menschen waren nicht zum falschen Zeitpunkt an einem Ort des Terrors. Sie waren vier jüdische Männer, die vor dem Schabbat für ihre Familien einkauften. Einen davon sah eine Bekannte von mir noch am Mittwoch letzter Woche auf einem Flug von Tel Aviv nach Paris. Seine Frau schickte ihn schnell hinunter, um Challa zu kaufen. Er wurde getötet, weil sein Mörder antisemitisch war.

Ich hörte der Erklärung der Bundesregierung zu. Die Worte, die darin nicht vorkamen: Islamismus, Dschihadismus, Antisemitismus, Jesiden, Kurden, Massenvergewaltigungen, Vertreibungen. Nicht einmal die Worte: Charlie Hebdo, Karikaturen, Mohamed.

Das Motto der Erklärung der Bundesregierung war offenkundig nicht, “Je suis Charlie”, sondern, wie auf Facebook auch schon Davies Guttmann feststellte: “Je suis Herr Karl”.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich war dort und ich bin froh, wenn in der Erklärung von Meinungsfreiheit, von Menschenrechten, von Furchtlosigkeit die Rede war. Ich hätte mir nur mehr von dieser Freiheit und dieser Furchtlosigkeit in den Sätzen der Regierung gewünscht.

Erschienen auf Facebook, veröffentlicht im Standard am 13. Jänner 2015

Ein Teil der Rede spricht von den Opfern: von Journalistinnen und Journalisten, von Polizistinnen und Polizisten,

© Herr Kofler

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© Herr Kofler

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EIN VORWORT von Ruth Bachmayer

Ende 2014 entflammte eine heftige Debatte über den Vorschlag der israelischen Regierung zum „Jüdischen Nationalstaatsgesetz“. Dieser Vorschlag verschärfte die politische Lage Israels zwischen den rechten Parteien und den Ultraorthodoxen auf der einen, und den Mitte-Links Parteien auf der anderen Seite. Aber auch jüdische Institutionen und Persönlichkeiten außerhalb Israels meldeten sich zum Teil kritisch zu Wort. Die Idee eines „Jüdischen Nationalstaatsgesetzes“ verträgt sich nicht unbedingt mit dem Charakter Israels als demokratischer, weltlicher, moderner Staat, als Heimat für alle seine Staatsbürger, egal welcher Religion oder Identität sie sind. Was genau der „Jüdische Staat Israel“ bedeutet, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Wie dem auch sei: Die Grundlage des Staates Israel ist in der Unabhängigkeitserklärung des Jahres 1948 festgelegt. Letztendlich geht es für Israel darum, eine friedliche Zukunft zu sichern, und dafür ist die Anerkennung des Staates Israel durch die Palästinenser Voraussetzung. Ob der aktuelle Vorschlag eines „Jüdischen Nationalstaatsgesetzes“ dafür hilfreich ist, muss bezweifelt werden. Wir als Initiative Respekt wollen zu diesem Thema einen Artikel des deutschen Publizisten Micha Brumlik präsentieren, der sich umfassend und gleichzeitig kritisch mit dem Thema Staat Israel auseinandersetzt.

© 123rf / Imagestock

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WAS IST DER STAAT ISRAEL? von Micha Brumlik

Festtage und häusliche Rituale halten. Zweitens das Judentum als ethnische Nation im Sinne des Volksbegriffs des späten achtzehnten Jahrhunderts, als Sprach- und Herkunftsgemeinschaft. Drittens als eine “Kultur”, die - wie erst kürzlich die israelischen Autoren Amos Oz und Fania Oz-Salzberger in ihrem Buch “Juden und Worte” nachweisen wollten - eine einzigartige, Jahrtausende alte Buch- und Schrifttradition aufweist. Viertens wird das Judentum als “Schicksalsgemeinschaft” verstanden: als eine Großgruppe von Menschen, die ohne scharfe Trennlinien durch teils geteilte Traditionen, Anfeindungen der Umwelt sowie ein vages Gemeinschaftsbewusstsein zusammengehalten wird.

© Wikimedia Commons

Die künftige Krise, die von Benjamin Netanjahu und seinen Koalitionspartnern ausgelöst wurde, resultiert aus Diskussionen um ein derzeit noch nicht verabschiedetes Gesetz, wonach der Staat Israel zum “Staat des jüdischen Volkes” erklärt werden soll. Ziel dieses Gesetzes ist es unter anderem, Israels arabischen Nachbarn, vor allem den Palästinensern, zu verdeutlichen, dass eine friedensstiftende Anerkennung Israels nur dann vorliegt, wenn der Staat als “jüdischer Staat” und nicht als ein in noch zu verhandelnden Grenzen existierender Staat anerkannt wird. Radikalere Varianten des Gesetzesentwurfs, von Netanjahus noch weiter rechts stehenden Koalitionspartnern eingebracht, zielen zudem darauf, Arabisch als bisher zweite Amtssprache aufzuheben und so die nichtjüdischen BürgerInnen zu Bürgern zweiter Klasse zu degradieren.

ERKLÄRT NETANJAHU DAS LAND ZUM “STAAT DES JÜDISCHEN VOLKES”, WIRD ER DIE JÜDISCHE DIASPORA VERLIEREN Die gegenwärtige Regierungskrise des Staates Israel ist weit mehr als Ausdruck eines unpraktikablen parlamentarischen Systems, das kleinsten Parteien den Einzug in das Parlament, die Knesset, erlaubt und durch Zersplitterung stabile Regierungsmehrheiten verhindert. Vielmehr ist anzunehmen, dass sich diese Krise zur größten Krise des jüdischen Volkes seit der Katastrophe des von Deutschen begangenen nationalsozialistischen Massenmordes entwickeln wird. Des jüdischen Volkes? Was sind überhaupt Juden, was das Judentum? Dazu werden heute vier Vorschläge diskutiert. Erstens das Judentum als Religion, als Konfession, als Glaubensgemeinschaft. Diese Definition leidet daran, dass keineswegs der größte Teil der weltweit etwa zwölf Millionen Juden intensiv gläubig sind, Thora lernen, regelmäßig Gottesdienste besuchen und sich strikt an

Die jetzt von Netanjahu entlassenen ehemaligen Finanzminister Jair Lapid und Justizministerin Zipi Livni finden, dass dieses Gesetz im besten Fall zum Ausdruck bringen kann, was ohnehin schon in der als Verfassung 17


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geltenden israelischen Unabhängigkeitserklärung von 1948 steht. Dort heißt es: Der Staat Israel “wird auf den Grundlagen der Freiheit, Gleichheit und des Friedens, im Lichte der Weissagungen der Propheten Israels gegründet sein; er wird volle soziale und politische Gleichberechtigung aller Bürger ohne Unterschied der Religion, der Rasse und des Geschlechts gewähren; er wird die Freiheit des Glaubens, des Gewissens, der Sprache, der Erziehung und Kultur garantieren; er wird die Heiligen Stätten aller Religionen sicherstellen und den Grundsätzen der Verfassung der Vereinten Nationen treu sein.”

Das geplante neue Gesetz - auch in der relativ weichen Fassung Netanjahus - wird damit endgültig festschreiben, was der an der Ben-Gurion-Universität lehrende Geograf Oren Yiftachel schon seit Jahren behauptet: dass nämlich der Staat Israel keine Demokratie, sondern eine “Ethnokratie” ist. In Ethnokratien verbirgt sich - so Yiftachel - hinter einer demokratischen Fassade die systematische Vorherrschaft einer ethnischen Gruppe; weitere Beispiele neben Israel sind Estland, Lettland, Serbien, Kroatien, Malaysia und Sri Lanka. Zu denken wäre heute auch an das sogar vom republikanischen Senator John Cain als “neofaschistisch” bezeichnete Ungarn.

Tatsächlich: Der Staat Israel verstand sich dem Geist dieser Unabhängigkeitserklärung nach als jüdischer und demokratischer Staat; jüdisch vor allem deshalb, weil das 1950 verabschiedete Rückkehrgesetz jeden Juden auf der Welt berechtigt, dorthin einzuwandern; im Unterschied zu den im Kriege von 1948 von israelischen Milizen und Armeen vertriebenen etwa 700.000 Palästinensern, denen ein Rückkehrrecht versagt wird.

Sind “Ethnokratien” somit rassistisch? Gewiss nicht, wenn man unter “Rassismus” den exterminatorischen Biologismus der Nationalsozialisten versteht, wohl aber, wenn man die am 7. März 1966 von den Vereinten Nationen verabschiedete Resolution gegen “racial discrimination” zugrunde legt.

Ein erster Gesetzesentwurf wurde bereits im August 2011 von Avi Dichter, einem Mitglied der “Kadima”Partei vorgelegt. Im November dieses Jahres publizierte Netanjahus Büro dann die von ihm bevorzugte Version des Gesetzes: “The State of Israel ist the national State of The Jewish People. It has equal individual rights for every citizen and we insist on this. But only the Jewish People have national rights: A flag, an anthem, the right of every Jew to immigrate to the country and other national symbols. These are granted only to our people in its one and only state.” © Michael A. Repas

Tatsächlich gab und gibt es eine israelische Staatsangehörigkeit, aber keine israelische Nationalität und damit auch keinen israelischen Souverän, kein israelisches Staatsvolk. So wies das höchste israelische Gericht im August des Jahres 2013 einen Antrag von einundzwanzig israelischen Staatsbürgern, in ihren Personalpapieren unter der Rubrik “Nationalität” anstatt “jüdisch” “israelisch” eintragen zu lassen, mit dem Hinweis auf seine Unzuständigkeit ab. Seither gilt, dass israelische Staatsangehörige entweder eine “jüdische”, eine “arabische” oder “drusische” Nationalität und damit unterschiedliche kollektive Rechte haben.

In dieser Konvention bedeutet der Ausdruck “rassische Diskriminierung” jede sich “auf Rasse, Hautfarbe, Abstammung oder nationale oder ethnische Herkunft gründende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, die Anerkennung, den Genuss oder die Ausübung der Menschenrechte und Grundfreiheiten in gleichberechtigter Weise im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens zu vereiteln oder zu beeinträchtigen.”

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Der Staat Israel hat diese Konvention 1966 unterschrieben und dreizehn Jahre später, im Januar 1979, in der Knesset ratifiziert. Abgesehen davon, dass der Staat Israel mit der möglichen Verabschiedung des neuen Gesetzes seine Unterschrift unter der UN-Konvention zurückziehen müsste, werden aber auch die Beziehungen des selbsternannten jüdischen Staates zur weltweiten jüdischen Diaspora massiv belastet.

terstützenden Organisation “Anti Defamation League” Abraham Foxman distanziert sich. Vor allem aber protestieren rabbinische Vereinigungen sowie jüdischtheologische Hochschulen. Schon am 30. November riefen die Vorsitzenden der Vereinigungen des konservativen Judentums dazu auf, von einem Gesetz Abstand zu nehmen, das Israels sozialen Zusammenhalt sowie seine kostbarsten ethischen Werte schwächen werde. Historisch Interessierte werden an das Römische Reich denken, an den vom Historiker Flavius Josephus geschilderten “Jüdischen Krieg”, der schließlich - der selbstmörderischen Politik der Zeloten wegen - in die Zerstörung des Tempels und das Ende jeder jüdischer Staatlichkeit mündete.

© Yosarin

Schon heute protestieren maßgebliche Teile der israelischen Politik, einschließlich des Staatspräsidenten Ruben Rivlin, gegen die geplante Gesetzgebung, schon heute wenden sich wesentliche Verbände des US-amerikanischen Judentums gegen den Vorschlag. Abzusehen ist daher, dass jene Juden der Diaspora, die die prophetischen, die universalistischen Werte des Judentums über nackten Partikularismus und blinden Selbstbehauptungswillen stellen, sich von Israel und dem Zionismus abwenden werden. Die damit aufziehende Krise, die künftige Spaltung des Judentums, zeigt sich vor allem in den USA. Dabei geht es ausnahmsweise nicht um die “außenpolitische” Frage des israelischen Verhältnisses zu den Palästinensern, sondern um die Beziehungen zwischen Israel und der Diaspora.

Micha Brumlik ist emeritierter Professor für Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main sowie Publizist und Buchautor. Seine Schwerpunkte: Rechtsradikalismus, Geschichte des Judentums und zeitgenössische jüdische Themen.

So bahnt sich in der Frage des geplanten Gesetzes eine Allianz zwischen den ansonsten verfeindeten ultraorthodoxen Antizionisten und dem Reformjudentum an. Die renommierte Holocaust-Forscherin Deborah Lipstadt, eine streitbare Unterstützerin Israels, warnte vor wenigen Tagen im Wall Street Journal davor, dass das geplante Gesetz Israels Feinden ermöglichen werde, respektabel aufzutreten. Auch der Vorsitzende der bisher die Regierung Netanjahu bedingungslos un-

Mit freundlicher Genehmigung der TAZ Verlags u. Vertriebs GmbH, Berlin

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Man kann tatsächlich von einer drohenden Spaltung des Judentums sprechen. Doch diese verläuft nicht einfach zwischen Israel und der Diaspora. Die Bruchlinie scheint komplexer. Eine Gruppe reiht sich um den Signifikanten „Israel“. Diese Gruppe ist aber keineswegs identisch mit den Bewohnern des Landes. Hier findet sich neben einem Teil der Israelis jener Teil der Diaspora, der sich als fünfte Kolonne, als vehementer Statthalter einer jüdischen Nation versteht. Die andere Gruppierung schart sich um den Signifikanten „Diaspora“. Sie ist aber keineswegs identisch mit den Gemeinden weltweit. Sie umfasst Teile von diesen ebenso wie Teile der Israelis. Man kann auch in Israel ein Diaspora-Jude sein.

DIE DIASPORISCHE LEKTION

Chiffren einer geistigen Haltung Und man kann auch in Deutschland, in Österreich oder sonst wo auf der Welt ein Israel-Jude sein. Denn Diaspora und Israel sind heute Chiffren einer geistigen Haltung. Sie sind mentale Bestimmung. Kurzum – sie sind entterritorialisiert.

von Isolde Charim

Was ist ihr Unterschied, wenn er nicht mehr geografisch ist? Brumlik unterscheidet zwischen den universalistischen Werten der Diaspora und einem „nackten Partikularismus“. Was nackter Partikularismus ist, ist klar: Es ist das Hochhalten des einen, einzelnen Prädikats – in dem Fall eben „jüdisch“. Natürlich funktioniert so ein Partikularismus auch mit anderen Prädikaten – etwa mit „deutsch“ bei Pegida-Aufmärschen. Aber was für ein Universalismus liegt der Diaspora zugrunde?

DIE ERFAHRUNG ISRAELS LEHRT: DEMOKRATIEN BRAUCHEN EINEN PLURALISTISCHEN UNIVERSALISMUS. ES GILT, DIE VERSCHIEDENEN IDENTITÄTEN ZU VERBINDEN.

In einem problematischen Text hat der französische Philosoph Alain Badiou vor einiger Zeit geschrieben, aufgrund des Holocaust sei der Name „Jude“ sakralisiert worden. „Jude“ sei in einen heiligen „AusnahmeSignifikanten“ verwandelt worden. Badiou hält dem entgegen, die Lektion aus dem Holocaust sei, „jedes kommunitäre Prädikat“ zurückzuweisen – vor allem aber das jüdische.

Was bedeutet jüdisches Leben in einer globalisierten Moderne? Dieser Frage widmete sich kürzlich das Jüdische Museum Berlin in einer hochkarätig besetzten Tagung. Eine Frage, die natürlich nicht jenseits des Bezugs zu Israel gestellt werden kann. Einer der Tagungsteilnehmer, Micha Brumlik, hat dazu im Vorfeld einen Essay in der taz veröffentlicht. Brumlik schreibt, dass das geplante Gesetz, das Israel zum „Staat des jüdischen Volkes“ erklären soll, zu einer innerjüdischen Spaltung führen würde: Es würde Israel und die jüdische Diaspora auseinanderdividieren.

„Weder Juden noch Griechen“ Deshalb sei, so Badiou, der Anspruch Israels, ein jüdischer Staat zu sein, inakzeptabel. Was Badiou diesem Partikularismus entgegensetzt, ist ein Universalismus, der nach dem Paulus-Wort „weder Juden

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noch Griechen“ kenne. Eine moderne Demokratie sei eine solche, die „alle ohne Ansehung der Prädikate zähle“. Ist das tatsächlich so? Funktionieren moderne Demokratien dergestalt – oder sollten sie es? Geht es wirklich darum, von sämtlichen Identitätsbestimmungen abzusehen? Brauchen wir heute nicht vielmehr einen ganz anderen, einen pluralistischen Universalismus? Eine Demokratie, die die unterschiedlichen Prädikate, die verschiedenen Identitäten verbinden kann? Eine solche Verbindung hat zur Folge dass jede Identität, jedes Prädikat zwar beibehalten wird, sich im pluralen Kontext aber verändert, einschränkt, Teil eines pluralistischen Universums wird. Das wäre vielleicht die diasporische Lektion. Allerdings ist das, was wir seit 20 Jahren in langsamer Kontinuität erleben und was sich derzeit maßlos steigert und beschleunigt, etwas anderes: Es ist die Verlagerung des Diaspora-Juden zum Israel-Juden. Und zwar weltweit. Dies ist gewissermaßen eine weltweite Rückkehr ins Ghetto. Wenn wir dagegen Einspruch erheben wollen – was heißt das dann? Heißt es, das Diaspora-Judentum gegen Israel zu kehren? Heißt es, das, was ein Mangel war – eine Minderheit zu sein – gegen das zu kehren, was die Lösung sein sollte, also Israel? Dan Diner meinte bei der Konferenz: In aussichtslosen Situation könne man nur schweigen.

Isolde Charim ist freie Publizistin in Deutschland und Österreich und schreibt unter anderem für die taz.

© Daniel Novotny

Mit freundlicher Genehmigung der TAZ Verlags u. Vertriebs GmbH, Berlin Erschienen am 26.12.2014

© worldalldetails.com

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Interesse brachten sich Kulturwissenschaftlerin Dr. Jutta Faehndrich, die aus Leipzig eigens dafür angereist war und Historikerin Dr. Evelyn Adunka aus Wien ein.

© Susanne Schaufler

© Katharina Konstacky-Degasperi

AUSSTELLUNG DER GEIST VON JERUSALEM

Im Laufe der zweiwöchigen Ausstellung kamen auch zahlreiche weitere Besucher und zeigten reges Interesse an meiner Arbeit. Etliche Bilder und Fotobücher wurden verkauft und es kamen einige Aufträge zustande. Die größte Freude allerdings bereitete mir die Einladung des Österreichischen Hospizes, meine Jerusalem-Serie in erweiterter Form dort zu präsentieren. Am 7. Februar 2015 eröffnet also meine bisher größte Einzelausstellung mit 40 Bildern. Die Finanzierung übernimmt zum Großteil der Gastgeber mit Beteiligung des Österreichischen Kulturforums in Tel Aviv.

Liebes Team von Initiative Respekt! Ihr habt im Oktober 2014 die Ausstellung „Der Geist von Jerusalem“ in der Wiener Galerie West46 ermöglicht. Der Erfolg hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Zur Vernissage kamen mehr als 200 Besucher. Die Eröffnungsrede von DDDr. Peter Landesmann fand großen Zuspruch, die Stimmung war großartig und es wurde noch lange nachgefeiert – zu guten Weinen vom Weingut Christ, kurdischem Kaffee aus dem Restaurant Zypresse und Aufnahmen der Oud-Musik vom Trio Joubran. Im Zentrum standen natürlich die SchwarzweißFotografien von Jerusalem, vom Fotolabor Cyberlab in Museumsqualität produziert.

Ich danke Euch von Initiative Respekt! erstens für die Einladung, meine Bilder in Wien auszustellen, zweitens für die Finanzierung dieser Ausstellung, und drittens dafür, dass sich dadurch so viele andere gute Dinge ergeben haben. Herzlich, Ronnie Niedermeyer

Einige Tage nach der Eröffnung fand in der Galerie ein Podiumsgespräch mit dem Rektor des Österreichischen Hospizes in Jerusalem statt. Dieses 150 Jahre alte Pilgerhaus auf der Via Dolorosa gilt ja auch als inoffizielle österreichische Botschaft in Jerusalem. Rektor Prof. MMag. Markus Stephan St. Bugnyar und ich sprachen vor 60 interessierten Besuchern nicht nur über das spirituelle Leben Jerusalems, sondern auch über die Rolle dieser Stadt im Nahost-Friedensprozess. Mit großem

© Sabri Dridi

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an zu Hause ausgestattet, von den Eltern oft ganz plötzlich getrennt, und verängstigt in eine völlige Ungewissheit zu fahren. Im gesellschaftspolitischen Diskurs über die Zeit von Nationalsozialismus und Holocaust geht es einerseits um historisches Lernen. Es geht aber auch ganz wesentlich darum, dass junge Menschen erkennen, warum dieses Lernen über Geschichte für ihr Leben im Heute relevant ist und mit ihnen ganz persönlich zu tun hat; dass sie lernen zu begreifen, welche politischen und gesellschaftlichen Strukturen und Handlungsebenen zu Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung von Teilen der Gesellschaft in der Vergangenheit geführt haben und auch in der Gegenwart führen können.

© millisegal.at

MUSEUM ZUR ERINNERUNG FÜR DAS KIND

Mit dem Wiener Museum „Für das Kind“ wurde ein wichtiges Angebot geschaffen, das dieses Lernen unterstützen soll.

DER KINDERTRANSPORT ZUR RETTUNG JÜDISCHER KINDER NACH GROSSBRITANNIEN 1938/39

Es macht uns immer wieder fassungslos zu sehen, wie auch heute verfolgte und gefährdete Kinder auf der ganzen Welt wieder und immer wieder auf der Flucht sind, ohne Eltern, häufig ganz auf sich alleine gestellt und schwer traumatisiert, Orte der Aufnahme suchen, die sie vor Verfolgung und Not schützen und ihnen eine menschenwürdige Zukunft ermöglichen. Dabei ist es besonders beschämend, wie schwer sich Gesellschaften und Systeme offenbar damit tun, hier adäquat zu handeln und sich unbürokratisch mit den Schwächsten zu solidarisieren.

von Martina Maschke

Am Mittwoch, 10. Dezember 2014 eröffnete Bundesminister Dr. Josef Ostermayer das auf Initiative von Projektmanagerin Milli Segal gegründete Museum zur Erinnerung „Für das Kind“ im 3. Wiener Gemeindebezirk (Radetzkystraße 5).

Initiative Respekt! gratuliert Milli Segal zu dieser großartigen Initiative und wünscht dem Museum viele BesucherInnen.

10.000 vor allem jüdische Kinder aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei wurden zwischen Dezember 1938 und August 1939, nach der Reichspogromnacht und vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mit Hilfe der sogenannten „Kindertransporte“ vor der Verfolgung und Vernichtung durch die Nationalsozialisten nach England gerettet.

Öffnungszeiten: Mo - Do von 08:30 bis 16:00 Uhr und Fr von 09:00 bis 12:30 Uhr

Diese hervorragende und einmalige Rettungsaktion des Central British Fund ist Gegenstand einer beeindruckenden Fotodokumentation von Rosie Potter und Patricia Ayre. Sie lässt auf eindringliche und berührende Weise erahnen, was es bedeuten mochte, als Kind auf der Flucht vor einem Menschen verachtenden Terrorregime bis dahin ungeahnten Ausmaßes zu sein: mit einem kleinen Koffer und einigen wenigen Erinnerungsstücken

Adresse: Radetzkystraße 5/Eingang Pfefferhofgasse 5, 1030 Wien Weitere Informationen unter: http://www.millisegal.at/Martina Maschke

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Dieser Text stammt von Minna Lachs, die 1938 emigrieren musste. Die Worte sind im Hermann-GmeinerPark am Börseplatz aufgebracht (und der Publikation von Catrin Bolt über das Projekt entnommen).

MAHNMAL ALLTAGS SKULPTUREN

Die Künstlerin Catrin Bolt beschreibt ihr Projekt wie folgt:

von Ruth Bachmayer

„Das Mahnmal Alltagsskulpturen basiert auf persönlichen Beschreibungen von Vorfällen im Stadtraum Wien in der Zeit des Nationalsozialismus. Es werden Passagen aus Berichten mit Straßenmarkierstoff an verschiedenen Orten im Gehbereich aufgetragen so dass man sie im Gehen lesen kann. Sie verlaufen genau entlang jener Orte, an denen sich die beschriebenen Ereignisse zugetragen haben. So kann der Stadtraum und das eigene Umfeld ganz anders wahrgenommen werden: nicht nur in der jetzigen Situation und Funktion, sondern die Orte in ihrer historischen Dimension und den hier stattgefundenen Handlungen. Viele Misshandlungen erfolgten im öffentlichen Raum, mit entsprechender Lautstärke und Sichtbarkeit; ähnlich sichtbar sollen auch die Textlinien sein. Der Stadtraum wurde als politische Bühne verwendet und trägt so einen Teil unserer Geschichte in sich. Die Berichte verdeutlichen den Aspekt der öffentlichen Sichtbarkeit und stellen die Ereignisse aus der Perspektive der Opfer dar.

© Catrin Bolt

Seit einiger Zeit bemerkt man als Fußgänger schwarze Textbänder auf einigen Gehsteigen in Wien, schwarze Buchstaben von 16 cm Größe. Die bedrückenden Texte geben die schrecklichen Erlebnisse von Verfolgten durch die Nazis wieder, die sie an diesen konkreten öffentlichen Orten durchmachten.

Die Texte sind in schwarzer Markierfarbe aufgetragen und verlaufen jeweils entlang der Gehwege. Der schwarze Markierstoff dient üblicherweise zur „De-Markierung“ ungültig gewordener Straßenmarkierungen.

Ein Text etwa lautet: „AN EINEM DER ERSTEN TAGE DER NAZIHERRSCHAFT DURCHQUERE ICH DEN KLEINEN „BESERLPARK“ VOR UNSEREM WOHNHAUS, DEN BÖRSEPARK. ZWEI KNIRPSE, ETWA ACHT JAHRE ALT, KOMMEN MIR ENTGEGEN, SCHAUEN MICH AN, FLÜSTERN MITEINANDER. DANN FRAGT DER EINE: „WARUM TRAGEN S‘ KEIN HAKENKREUZ? SAN SIE VIELLEICHT A JÜDIN?“ ICH GEHE RUHIG WEITER. „WANN S‘ A JÜDIN SAN, DERFEN S‘ DA NET GEHEN, DAS IST FÜR UNS, >FÜR DIE ARIER<!“ – „GEHEN DARF S‘ SCHON, NUR SITZEN DARF S‘ NET“, SAGTE DER ANDERE KNIRPS.“

© Catrin Bolt

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In diesem Fall jedoch wird das unsichtbar gewordene wieder sichtbar gemacht. Das Mahnmal zieht sich an zehn Orten mit einer Gesamtlänge von über 1000 Metern über mehrere Bezirke der Stadt Wien.“ Die Texte stammen von Verfolgten des Naziregimes und sind an folgenden Orten angebracht: Minna Lachs (geb. Schiffmann) Wien 1., Hermann-Gmeiner-Park Emil Kurz Opernring (neben der Staatsoper) und Praterallee Margarete Schütte-Lihotzky Wien 2., Schiffamtsgasse Arno Getreider Im Werd Mano Fischer Kleine Sperlgasse Jenny de Nijs (geb. Eugenie Schulhof) Große Pfarrgasse Gitta Deutsch Franzensbrücke Dr. Fritz Rubin-Bittmann 20. Bezirk., Anton Schmid-Promenade (bei der Friedensbrücke) Otto Tausig 15. Bezirk., Westbahnhof Bahnsteig 5

Die Künstlerin Catrin Bolt wurde 1979 geboren und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Ihr Projekt Mahnmal Alltagsskulpturen wurde von KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien, dem Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und dem Kulturforum Brigittenau gefördert. Diese sehr ungewöhnliche Art von Mahnmal übt eine starke Faszination aus. Die auf dem Gehsteig aufgebrachten Texte ziehen einen in den Bann; man folgt ihnen, ohne aufzublicken, und wird dadurch buchstäblich in die schrecklichen Vorfälle hineingezogen – man fühlt sich mitbetroffen!

© Catrin Bolt

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I N I TI ATI VE : N E V E R / F O R G E T / W H Y ?

© Brigitta Höpler

NEVER/FORGET/ WHY? DAS ERINNERUNGS PROJEKT

Im Mittelpunkt stehen 15000 jüdische Kinder, die zwischen 1942 und 1945 in Theresienstadt interniert waren. Fast alle Kinder wurden von dort nach Auschwitz deportiert und ermordet. Nur etwa 150 dieser Kinder überlebten. Anna Wexberg-Kubesch hat für dieses Projekt 15000 gleich aussehende Karten produziert - wobei jede der Karten symbolisch für eines der ermordeten Kinder steht - um einerseits auf das gemeinsame Leid und andererseits auf die besondere Geschichte jedes Kindes hinzuweisen.

von Anna Wexberg-Kubesch

Erinnern ist ein gegenwärtiger Prozess, eine aktive Handlung, die eine Verbindung zwischen der uns prägenden Vergangenheit, unserer Gegenwart und der Gestaltung unserer Zukunft herstellt.

So individuell und unterschiedlich Erinnerungen sind, so vielfältig sind auch die Karten der Erinnerung, die von vielen Menschen weltweit gestaltet werden. Die Karten werden mit persönlichen oder theoretischen Texten, mit Gedanken, mit Zeichnungen, Fotos oder anderen kreativen Ausdrucksformen gestaltet und wieder an die Organisatorin zurückgegeben. Jeder Mensch kann so viele Karten gestalten, wie er möchte. Wenn alle 15000 Karten fertig gestaltet sein

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I N I TI ATI VE : N E V E R / F O R G E T / W H Y ?

und bildet damit eine der Grundlagen für ein Buchprojekt. Lernen, Solidarität, Empathie und das Miteinander in dieser unmenschlichen Situation an zentraler Stelle. Die wenigen überlebenden Kinder berichten fast einheitlich, dass der Zusammenhalt und das Leben in Gruppen mit anderen Jugendlichen für sie das Allerwichtigste für ihr zukünftiges Leben war.

werden, werden diese im Rahmen verschiedener Veranstaltungen präsentiert. Ein digitaler Datenträger, auf dem das gesamte Projekt dokumentiert ist, soll in Theresienstadt beerdigt werden. Auf der Homepage werden laufend alle Karten, sowie Veranstaltungen und Informationen zu NEVER/FORGET/WHY veröffentlicht.

KONTAKT neverforgetwhy15000@gmail.com FACEBOOK NEVER/FORGET/WHY WEB neverforgetwhy15000.at

Kooperationen mit Schulen und Universitäten sind in Planung, eine universitäre Kooperation in Japan hat bereits begonnen. In Wien findet ein regelmäßiger Jour-fixe statt, zu dem alle Interessierten eingeladen sind, um Karten zu holen, Karten zu bringen, sich zu vernetzen, eigene Ideen einzubringen und umzusetzen. Die Projektentwicklung wird fotografisch dokumentiert

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IMPRESSUM

ZUM ABSCHLUSS EINE BITTE AN SIE

Medieninhaber, Herausgeber: Initiative RESPEKT! Adresse: Billrothstr.1/1, 1190 Wien Redaktion: Patricia Kahane Coverfoto: NEVER/FORGET/WHY? Bildrechte: wie angegeben Graphik: Benjamin Menedetter Druck: Angerer & Göschl, Wien www.initiative-respekt.org www.facebook.com/IKG.Respekt  office@initiative-respekt.org 

Schicken sie uns bitte Ihre GEDANKEN KOMMENTARE ANREGUNGEN KRITISCHE ANMERKUNGEN V

www.initiative-respekt.org office@initiative-respekt.org Billrothstr.1/1, 1190 Wien

DANKE Ihre INITIATIVE RESPEKT !

Namentlich gekennzeichnete Artikel entsprechen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion.

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WWW.INITIATIVE - RESPEKT.ORG

Aussendung Februar 2015  
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