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Sarah Mock, inside out (2009) Stadtgalerie Mannheim

JAN FEB MĂ„RZ

2013


Klassische Moderne und Gegenwartskunst 7. - 10. M채rz 2013 Messe Karlsruhe www.art-karlsruhe.de


kunstraum DAS KUNSTMAGAZIN DER METROPOLREGION RHEIN-NECKAR

kunstraumMANNHEIM 4 Und wenn der letzte Käfer Sarah Mock – Heinrich-Vetter Kunstpreis 2012 13

Felix Hartlaub Gezeichnete Welten. Ein getriebenes Genie?

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Miroslav Tichý Stadt der Frauen

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Echte Kunst ist einzigartig Galerie Grandel ist zurück in Mannheim und zeigt in ihrer ersten Ausstellung Jürgen Liefmann

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Die Medici Menschen, Macht und Leidenschaft. Eine Dynastie im Fokus

kunstraumHEIDELBERG 6 ungesehen und unerhört II: Rotations Filmische Begegnung zweier Skulpturen in der Sammlung Prinzhorn 20

Cholud Kassem Dem Himmel sei Dank

imGESPRÄCH 8 Mit Leidenschaft für die Kunst Ewald Karl Schrade, Kurator der art KARLSRUHE

kunstraumART KARLSRUHE 10 10 11 12

editorial

märz galerie mannheim - cube 4x4x4 Galerie kunst2, Galerie p13 Galerie Peter Zimmermann Galerie Linde Hollinger

kunstraumKAISERSLAUTERN 15

Liebe Leserinnen, lieber Leser,

Linda Karshan Lines and Movements – Bewegung und Linie

kunstraumMETROPOL stellt vor: die entscheidenden Personen und Organisationen. Wir sehen und hören genau hin bei den Austeller(inne)n, wir beurteilen Künstler(innen) und ihre Werke , wir unterhalten uns mit denen, die uns Kunst näher bringen wollen. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen und dabei angenehme Wahrnehmungen.

kunstraumLANDAU

Wir danken allen, die unsere Arbeit in diesem Jahr als Förderer oder Anzeigenkunde unterstützt und damit überhaupt erst möglich gemacht haben.

kunstraumWEINHEIM 20

Salon der Künste Wiedereröffnung der Galerie von Wussow

Björn Barg Herausgeber

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AUSSTELLUNGEN

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Impressum und Bildnachweis

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KULTUREN - KONTAKTE Pfälzer Klassiker in Begegnung mit aktueller asiatischer Kunst

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petit.chaperon.rouge Rotkäppchen und der böse Wolf – dieses Mal eine künstlerische Interpretation

kunstraumMETROPOL 3


kunstraumMANNHEIM

Still der Videoarbeit „Und wenn der letzte Käfer“ (2010)

Und wenn der letzte Käfer SARAH MOCK – HEINRICH-VETTER KUNSTPREIS 2012 Die Stadtgalerie Mannheim zeigt bis zum 31. Januar 2013 in ihren Räumen in S 4, 17 im Rahmen des Mannheimer Kunstpreises 2012 der Heinrich-Vetter-Stiftung eine Ausstellung der Preisträgerin Sarah Mock. Der Heinrich-Vetter-Preis für Bildende Kunst wird alle zwei Jahre ausgelobt und beinhaltet neben einem gut dotierten Preisgeld auch die Mittel für eine Ausstellung und einen Katalog. Der Kunstpreis richtete sich an Künstlerinnen und Künstler bis 40 Jahre, die ihren Lebensmittelpunkt in der Metropolregion Rhein-Neckar haben. Dieses Mal wurde er für die Sparten Fotografie, Videokunst und Neue Medien ausgeschrieben. Sarah Mock überzeugte die fünfköpfige Jury mit ihrer Videoinstallation „Und wenn der letzte Käfer“, die 2010 entstanden ist. Mitberücksichtigt wird von der Jury bei ihrer durchaus nicht einfachen Entscheidung bei der Preisvergabe jeweils auch, inwieweit 4 kunstraumMETROPOL

das bisherige Schaffen eine künstlerisch qualitative Stringenz aufweist und die eingereichte Arbeit deshalb kein Einzelphänomen ist und bleibt. Die Einzelausstellung gibt mit wichtigen Arbeiten aus den Bereichen Video, Installation und Fotografie einen Überblick über das Schaffen Sarah Mocks. Die Künstlerin, die 1984 in Worms geboren wurde, studierte bis 2012 in Mainz und Kassel. Heute lebt sie in Neustadt an der Weinstraße. In den letzten Jahren ihres Kunststudiums hat Sarah Mock mit bildstarken Videoinstallationen zu Themen wie Tod, Entfremdung und Einsamkeit auf sich aufmerksam gemacht. Neben den typischen Instruktionen für eine Filmproduktion wie Drehbuch, Regie, Kamera tauchen in ihren Werkangaben auch klassisch bildnerische Elemente wie Zeichnung, Skulptur, Performance und Installation auf. Videokunst ist bei Sarah Mock ein Indikator für psychische Prozesse, der


kunstraumMANNHEIM sich nicht auf einen kunstimmanenten Diskurs von Stilmitteln und Ästhetiken reduzieren lässt. Der zur Ausstellung erschienene Katalog mit dem Titel „Vom geschärften Möglichkeitssinn“ stellt verschiedene Werke aus der Studienzeit vor, bietet einen Überblick über das bisherige Kunstschaffen der Künstlerin und macht neugierig darauf, wie sich ihre künstlerische Arbeit in Zukunft entwickeln wird. Dass sie über einen Reichtum an Ideen und Konzepten verfügt, wird durch die Einzelausstellung und die begleitende Publikation deutlich. Bei der preisgekrönten Videoarbeit „Und wenn der letzte Käfer“ wählte Sarah Mock die Installation als Präsentationsform. Sie zeigt ihre Videos nicht in der Blackbox, sondern die Künstlerin baute aus Wellpappe eine Skulptur, eine Höhle, die der Besucher betreten muss, um sich ihren Videofilm anschauen zu können. Dort wird der Zuschauer virtuell mit nach Mainz genommen. Die nachgebaute Stadtkulisse mit Dom und Bürgerhäusern erzittert unter einem heftigen Gewitter. Ein hell erleuchtetes Erkerfenster eines barocken Stadtpalais taucht im Bild auf. Schatten sind zu sehen. Ein Salon wird gezeigt, der mit einer Plastikfolie ausgeschlagen ist. Eine Frau im Rokokokostüm, ebenfalls aus Plastikfolie, bewegt sich unschlüssig und verwirrt im Raum. Schließlich schläft sie eingezwängt in einem Kinderbett mit Gitterstäben ein. Im Traum befindet sich die Protagonistin in einem dunklen Wald aus totem Gehölz. Sie folgt entblößt einem Vogel in den Wald hinein und ahmt dessen Flug nach. Sie isst Käfer und Schmetterlinge, die sich auf dem Geäst befinden. Es folgt eine Rückblende in den Salon. Dort wickelt sich die Frau aus dem Gewand und setzt zu einem Freudensprung an, der als Schlussszene von außen im Erkerfenster zu beobachten ist. Sarah Mock beabsichtigt mit dieser Videoinstallation „eine philosophische Betrachtung über den Menschen als von der Natur entfremdeten Kulturwesen ebenso wie eine psychologische. Die tierischen Anteile, tote Bruchstücke des Selbst werden tief im Unbewussten ‚verspeist‘, wobei sie dann doch nur Teil des eigenen Selbst bleiben. Bei all dem kommt die Arbeit ohne Worte aus und lebt von ihren Bildern und Tönen, die keine Antworten liefern, aber viele Fragen aufwerfen.“ Sarah Mocks Videos sind ein komplexes Gefüge aus Fragmenten der äußeren Wirklichkeit und persönlichen symbolischen Handlungen, die eine individuelle Realität erzeugen. Mit einfachen und improvisierten Mitteln gelingt es ihr, fiktive Geschichten schlüssig zu erzählen. Sarah Mock klinkt sich in ihren Bildwelten aus den Konventionen eines kollektiven Wirklichkeitsverständnisses aus und liefert eine Schöpfung an Bildern, die sie in erster Linie aus persönlichen Erfahrungen und eigenen Bildentwürfen gewinnt. Sie beabsichtigt keineswegs eine konventionelle Filmdramaturgie, sondern entwickelt Handlungen, die die Surrealisten als „Realität der Imagination“ bezeichneten. Sarah Mock gelingt es, den Zuschauer durch ihre skurrilen und phantastischen Bildwelten zu fesseln. Ihre Videofilme können ganz unmittelbar auf den Betrachter eine Faszination ausüben, oder auch ein schauriges Vergnügen oder ein Traumgespinst sein. Auf einer objektiveren Ebene sind ihre Arbeiten auch als eine Subversion der Realität wahrnehmbar und auf psychologischer Ebene als eine Schwelle zur Welt des Unbewussten. Sarah Mock - als Tochter eines Psychotherapeuten - ist vertraut mit den Theorien der klassischen Psychologie. In der Konzeption und Ausführung ihrer Arbeit bezieht sie sich offensichtlich auf den psychologischen Terminus

Still der Videoarbeit „Und wenn der letzte Käfer“ (2010)

Bildunterschrift Still der Videoarbeit „Und wenn der letzte Käfer“ (2010)

der Synchronizität, der von C.G. Jung geprägt wurde und besagt, dass relativ zeitnah aufeinander folgende Ereignisse, die nicht über eine kausale Beziehung verknüpft sind, vom Beobachter dennoch als sinnhaft verbunden erlebt werden. Im Kabinett sind Arbeiten von den drei weiteren Finalisten vorgestellt. Von Philip Emde, der in Mannheim geboren ist und in Neustadt an der Weinstraße und Köln lebt, ist die Videoinstallation „Oma Emde“ von 2011 zu sehen. Thema der ausgestellten Arbeit ist die Befragung und das Erleben von Heimat unter den Aspekten von Ort, Person und Gefühl. Der in Heidelberg geborene Künstler Falk Kästle ist mit seinen dokumentarischen Fotografien aus der Serie „KUBA“ von 2012 vertreten. Sie zeigen Orte, die teils menschenleer, aber immer farbenfroh sind. Die Mannheimerin Silvia Szabó präsentiert ihr Video „Insomnia“ von 2012. Wie der Titel schon andeutet, wird eine unter Schlaflosigkeit leidende Frau zur Protagonistin eines Alptraumes. Dirk Martin

• Sarah Mock und Finalisten Heinrich-Vetter-Kunstpreis 2012 bis 31. Januar 2013 Stadtgalerie Mannheim www.stadtgalerie-mannheim.de kunstraumMETROPOL 5


kunstraumHEIDELBERG

Doppelfilmprojektion: Prometheus (1934), Arno Breker und Weib und Mann oder Adam und Eva (1920), Karl Genzel

UNGESEHEN UND UNERHÖRT II: ROTATIONS FILMISCHE BEGEGNUNG ZWEIER SKULPTUREN IN DER SAMMLUNG PRINZHORN

Heidelberg ist immer eine Reise wert. Nicht nur das Schloss und die Altstadt sind historisch bedeutsam und schön anzusehen, sondern auch die Prinzhornsammlung lohnt sich immer wieder für einen Besuch, da sie stets zu neuen Entdeckungen verführt und inspirierende Begegnungen mit Kunstwerken der besonderen Art ermöglicht.

Im Zentrum seiner Heidelberger Ausstellung begegnen sich zwei Skulpturen in zwei nebeneinander projizierten 35 mm Filmen. Die eine ist von Arno Breker. Sie hat eine männliche Gestalt und heißt „Prometheus“, die andere ist von Karl Genzel und trägt den Titel „Weib und Mann oder Adam und Eva“. Es sind Skulpturen, die eine nackte menschliche Figur darstellen.

Der Name der Kunstsammlung ist untrennbar mit dem Kunsthistoriker und Mediziner Hans Prinzhorn verbunden, der von 1919-21 als Assistenzarzt in der Klinik für allgemeine Psychiatrie in Heidelberg arbeitete. Seine Aufgabe war es, die dort seit 1895 angelegte Sammlung von bildkünstlerischen Werken der Patienten zu erweitern und wissenschaftlich aufzuarbeiten. Besonders erfolgreich war sein Aufruf an zahlreiche andere psychiatrische Kliniken und Heilanstalten, die den Grundstock der Sammlung rasch anwachsen ließ. Inzwischen sind heute mehr als 18.000 Gemälde, Zeichnungen, Plastiken und Textilarbeiten im Bestand vorhanden. Die Werke folgen keinen Stilrichtungen oder Trends, sondern sind Ausdruck von tiefen individuellen Prozessen und visuellen Vorstellungswelten. Das macht ein jedes Werk so einzigartig und damit die ganze Sammlung, die heute zu den bedeutendsten ihrer Art zählt. Als „Outsider Art“ findet sie inzwischen auch im Kunstmarkt reges Interesse.

Die Kamera fährt die jeweilige Skulptur ab, zeigt sie im Detail, das dem der anderen gegenübergestellt wird. Der Kopf und Gesichtsausdruck der einen trifft so mit dem Kopf der anderen im Nebeneinander zusammen. Gleiches gilt für Gesäß, Füße, Rumpf, Armhaltung. Eine andere Einstellung zeigt die Skulpturen in toto. Und während sie im Ganzen oder im Ausschnitt gezeigt werden, drehen sie sich um ihre eigene Achse. Musik oder ein Sprecher fehlen gänzlich. Die beiden Filmprojektionen laufen stumm ab jeweils sieben Minuten im Loop. Nur die Geräusche der großen, alten Projektoren sind zu hören. Es ist, als ob der Betrachter dazu aufgefordert wird, die Figuren zu vergleichen und genauer zu studieren, sich in Ruhe intensiv darauf einzulassen, was er sieht.

Doch immer noch muss das Leitungsteam dieses kleinen Museums einen Wermutstropfen trinken. Denn die Räumlichkeiten bieten nicht die Möglichkeit, die Werke dauerhaft zu präsentieren. Die meisten Schätze lagern im Depot und nur einige werden in den temporären Präsentationen sichtbar, wie in der derzeitigen Ausstellung „Rotations“ von Javier Téllez. Der Künstler, der aus Venezuela stammt und nun in Berlin und New York lebt, nahm auch an der diesjährigen documenta teil.

Doch was haben die beiden gemeinsam oder: was unterscheidet sie? Warum werden sie nebeneinander gezeigt? Welcher Zweck wird hier verfolgt? Geht der Betrachter auf diese Aufforderung ein, die ihm mit den filmischen Mitteln nahegelegt wird, fallen ihm sehr wohl gleich mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten auf. Prometheus ist in der Gestalt eines Mannes gezeigt, sehr muskulös, stämmig, stark und selbstbewusst. Obwohl augenscheinlich realistisch dargestellt, wirkt das Muskuläre, betont Männliche überhöht und idealisierend. In seiner rechten Hand trägt er die Fackel, mit der er – dem Mythos nach – das Feuer von den Göttern stiehlt und zu den Menschen bringt. Sein linker Arm ist angewinkelt und der kunstraumMETROPOL 6

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kunstraumHEIDELBERG Unterarm schwebt vor dem Bauch, fast schützend oder abwehrend vor möglichen Gefahren wie ein Schild. Der Gesichtsausdruck ist ernst und bestimmt, gezeichnet von seinem starken Willen und Vorhaben. Mit dem rechten Bein tritt er einen Schritt vor und bekräftigt seinen Willen zur Tat, die zugleich Fortschritt meint. Denn mit dem Feuer kam auch das Licht zu den Menschen. Die göttliche Gestalt aus der griechischen Sage wird bei Platon und Ovid zugleich auch als Schöpfer der Menschen und Tiere bezeichnet, die er aus Erdklumpen formte – wie ein Bildhauer die Skulptur aus Ton erschafft. Die andere Skulptur von Karl Genzel wirkt hingegen eher unförmig und plump. Ihre Menschengestalt aus Holz ist weniger nach genauen Proportionen geformt, als vielmehr seiner Phantasie und Vorstellungskraft entsprungen. Sie stellt ein Zwitterwesen dar, das Mann und Frau vereint. Ein für die Figur selbst überragend großer erigierender Penis zeigt sich wie eine ausgestreckte Waffe oder wie ein zweites, in die Höhe und zum Lauf angehobenes Bein. Infolge eines Arbeitsunfalls musste der Künstler sich ein Bein amputieren lassen. Der große Penis kann daher möglicherweise auch als Ersatzbein gedeutet werden. Auf der anderen Seite der Figur ist die Vagina zu sehen. Auch hat die Figur zwei Gesichter. Ähnlich wie Prometheus streckt sie ihren rechten Arm hoch und hält eine Scheibe in der Hand, die auf der einen Seite eine Uhr darstellt, auf der anderen Seite eine Sonne. Der rechte Arm ist gebeugt, die Hand in der Hüfte. Der Betrachter könnte nun Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten. Doch im Kontext der anderen Ausstellungsexponate und mit dem ausgestatteten Hintergrundwissen wird er die beiden Skulpturen nicht mehr nur für sich allein betrachten, sondern in einem anderen Licht sehen. Arno Breker war Hitlers Lieblingskünstler und ist bis heute sehr umstritten. Seine muskulären, athletischen Monumentalskulpturen entsprachen dem „gesunden, arischen Menschenbild“ und der „Prometheus“ war das erste Werk, welches das nationalsozialistische Menschenbild aufnahm. Eine Ausstellung im Jahr 2006 im Schweriner Schleswig-Holstein-Haus ließ erneut die Wellen um den Künstler hochschlagen. Entsetzen darüber wurde von Wissenschaftlern und Medien gleichermaßen laut, dass man den Künstler aufgrund seiner Nazivergangenheit gar nicht mehr zeigen könne. Über 35.000 Besucher hingegen wollten das Werk sehen und sich mit ihm auseinandersetzen. Für seine Filmarbeit hat sich der Künstler Javier Téllez die Prometheus-Skulptur von der in Düsseldorf lebenden Witwe Brekers ausgeliehen und in ein Kölner Filmstudio transportieren lassen. Sie ist überlebensgroß und misst etwa drei Meter. Die Figur von Genzel hingegen ist dreißig Zentimeter hoch. Der Größenunterschied wird in der Filmprojektion nicht thematisiert, denn bewusst werden beide gleich groß dargestellt und somit ebenbürtig nebeneinander gestellt. Es ist gewissermaßen eine nachträgliche Genugtuung oder auch eine Art Wiedergutmachung, die Téllez hier vollzieht. Denn Karl Genzel (1881-1925) war ein psychisch kranker Häftling in Eickelborn. Seine Skulptur ist im Bestand der Prinzhornsammlung und sie steht mit etwa 80 weiteren Arbeiten anderer Künstler auf der „Liste der Werke der Irrenkunst“. Javier Téllez hat für seine Ausstellung etwa 70 der 80 gelisteten Werke ausgewählt, die sich noch im Bestand befinden. Einige sind verschollen.

Weib und Mann oder Adam und Eva, Karl Genzel

Die Liste ist am 6.6.1938 datiert und wurde von Professor Schneider, dem damaligen Kurator der Prinzhornsammlung, zusammengestellt. In einem Brief von der Reichspropagandaleitung wird Schneider aufgefordert, diese Liste zu schicken. Einige der dort aufgeführten Werke, darunter Genzels Skulptur, wurden 1938 in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in Berlin und Leipzig gezeigt zur Diffamierung der Kunst der Moderne. Ein Schild in der damaligen Ausstellung unterstreicht die Sicht der Nazis: „Der Schluss: dieser Maler malt wie jener Geisteskranker, also ist er geisteskrank…“. Im gleichen Jahr wurde auch Brekers Prometheus in der ersten Fassung von 1934 ausgestellt – nicht dort, sondern in der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München, die nazikonforme Werke präsentierte. Eine mehrteilige Karikatur in der Zeitschrift „Kladderadatsch“ von 1933, die ebenfalls in Heidelberg ausgestellt ist, zeigt Hitler, wie er im Atelier eines Künstlers dessen skulpturale Menschengruppe aus Ton mit den Fäusten zertrümmert und eine neue Skulptur nach seinem Menschenbild im Stil Brekers erschafft. Hier wird der Diktator als Künstler und Prometheus gleichermaßen dargestellt. Somit erhält die Karikatur in der Ausstellung eine Schlüsselfunktion. Mit wissenschaftlicher Akribie und künstlerischem Interesse recherchierte Javier Téllez – der im Übrigen ein Sohn zweier Psychiater ist – diese Zusammenhänge und schließt hier einen Kreis um zwei verschiedene Menschenbilder, die auf verheerende Weise von den Nationalsozialisten unterschiedlich gewertet wurden. In seiner eindrucksvollen Ausstellung gibt es keinen Sieger oder Verlierer, wohl aber eine Neuordnung und Sichtbarmachung des Geschehens. Es bleibt zu hoffen, dass die Prinzhornsammlung bald eine räumliche Erweiterung erfährt und ihrerseits die Bestände neu ordnen und angemessen präsentieren kann. Konkrete Schritte in diese Richtung wurden bereits unternommen und Architekturmodelle, wie das einmal aussehen könnte, sind ebenfalls derzeit ausgestellt. Ulrike Lehmann • ungesehen und unerhört II: Rotations bis 10. Februar 2013 Sammlung Prinzhorn, Heidelberg www.prinzhorn.uni-heidelberg.de kunstraumMETROPOL 7


MIT LEIDENSCHAFT FÜR DIE KUNST IM GESPRÄCH EWALD KARL SCHRADE, KURATOR DER ART KARLSRUHE

2013 feiert die art KARLSRUHE ihr erstes Jubiläum, denn bereits zum zehnten Mal öffnet dieser besondere Kunstmarkt seine Pforten für die Kunstbegeisterten. Das gewählte Motto “Mit Leidenschaft für die Kunst“ trifft sehr gut die besondere Atmosphäre der Messe, die sich inzwischen einen festen Platz in den internationalen Messekalendern erobert hat und regelmäßig eine hervorragende Plattform für Künstler, Galeristen und Kunstliebhaber bietet. Auch im kommenden Jahr spannt sie erneut den Bogen von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst: auf 35.000 qm Ausstellungsfläche werden dann wieder Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien, Skulpturen, Multiples und Videoinstallationen in einer einmaligen Kunstlandschaft zu sehen sein. Ewald Karl Schrade ist seit Beginn als Kurator verantwortlich für Architektur, Struktur und thematische Zusammenstellung der Kunst in den lichtdurchfluteten Hallen der art KARLSRUHE. Mit Leidenschaft für die Kunst ist daher auch sein ganz persönliches Motto – eine Leidenschaft, die überall auf der Messe zu spüren ist.

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Herr Schrade, zehn Jahre art KARLSRUHE beweist eindeutig, dass sich die Messe innerhalb relativ kurzer Zeit und trotz anfänglich großer Bedenken etabliert hat und sowohl von Künstlern, Galeristen als auch von Kunstfreunden angenommen wird.

Was ist das Erfolgsrezept, das Besondere? Ja, was ist das Besondere an der Messe? – Es sind viele Sachen besonders. Allen voran die Einrichtung der Skulpturenplätze. Sie sind einfach sensationell. Man hat Platz und Luft, sodass Exponate richtig wirken können und sie geben der Messe ein völlig anderes Erscheinungsbild. Das kennt man von anderen Messen mit der üblichen, eher langweiligen Kojeneinteilung nicht. Und eine zweite Besonderheit ist mir wichtig. Ich favorisiere sie bis heute – die oneartist-shows. Hier können die Galerien

innerhalb ihres Standes einen Fokus auf einen bestimmten Künstler legen, sich zu ihm intensiv bekennen. Nicht an jedem Nagel hängt ein Bild eines anderen Künstlers, sondern rund 180 one-artist-shows bieten den Genuss eines ruhigen Erscheinungsbildes.

Schließlich machen Architektur, Struktur, die klare thematische Gliederung in den herrlichen Hallen und natürlich die Qualität, die selbstverständlich ist, nach dem Motto „Qualität ist Programm“, die art KARLSRUHE zu etwas Besonderem: zwei Hallen widmen sich der klassischen Moderne bis hin zur Gegenwartskunst mit Malerei und Skulptur, eine der Fotografie, Druckgrafik und Editionen und eine Extrahalle der Avantgarde und neuen Positionen. Seit wann verfolgen Sie dieses Konzept? Von Anbeginn – das Konzept war lange überlegt, wohl durchdacht und gut ausgelegt. Ich habe es noch nie ändern müssen. Obwohl es natürlich regelmäßig verfeinert und verbessert wird. Auch in Zeiten als niemand so recht


imGESPRÄCH

an die Messe glauben wollte, habe ich nie an deren Erfolg gezweifelt, sonst hätte ich damit nicht angefangen. Zehn Jahre art KARLSRUHE, da fragt man sich sicher auch wie soll es weitergehen? Auf keinen Fall in den Himmel wachsen. Ich habe nicht die Absicht über den Berg zu kommen, denn dann geht es ja bekanntlich bergab. Aber die kontinuierliche Qualitätsverbesserung und die Steigerung des Niveaus sind das Ziel. Und daran sind alle beteiligt. Man muss immer bemüht sein. Jeder macht sich Gedanken um die Qualität. Nicht nur ich selbst und der Beirat, der mich unterstützt – nein auch die Aussteller und das Messeteam. Dieses gemeinsame Engagement für die Sache ist beeindrukkend. So gelingt es Interessen zu bündeln und trotzdem jedem große Freiheiten zu lassen, damit er sich mit der Messe identifiziert. Das ist für mich eine besondere Stärke und jedes Mal ein Geschenk – eine Messe die von Kollegialität getragen wird und nicht von Rivalität. Besonders freut mich auch, dass 90 Prozent der Galeristen des letzten Jahres auch dieses Mal wieder dabei sind. Viele waren sogar im Gründungsjahr schon vertreten, darunter auch viele regionale Galerien und so manch eine, die anfangs skeptisch war. Für die wenig frei

werdenden Plätze wähle ich gemeinsam mit dem Beirat aus den zahlreichen Bewerbungen die attraktivsten aus, immer mit dem Ziel das Qualitätsniveau weiter anzuheben. Sie haben in den zehn Jahren viel aufgebaut und zu Recht bezeichnet man Sie als Gründungsvater der art KARLSRUHE. Ja das stimmt, aber ich bin nie zufrieden. Ich habe nicht die Absicht mich zurückzulehnen! Denn je höher die Akzeptanz, je höher das Renommé, desto mehr muss getan werden, denn die Erwartungshaltung steigt ebenfalls. Etwas über diesen Zeitraum attraktiv zu halten, das ist Arbeit. Es erfordert Leidenschaft, ohne die geht es einfach nicht. Wie beurteilen Sie die Entwicklung und das Potential zeitgenössischer Kunst in der angrenzenden Metropolregion Rhein-Neckar? Sehr gut, die Metropolregion mit ihrem Ballungsgebiet hat eine richtig engagierte und attraktive Galerienszene – elf davon sind auch auf der art KARLSRUHE vertreten. Die Ambitionen zur Bewerbung als Kulturhauptstadt sind positiv zu sehen, denn es wäre ein Segen für die kulturellen Einrichtungen. Schließlich profitieren am Ende die Bürger, wenn eine Stadt, eine Region sich das Ziel gesetzt hat, mehr für Kunst und Kultur zu tun.

Unter den Kunstinteressierten finden sich zunehmend Sammler – was empfehlen Sie Einsteigern? Niveau und Wertigkeit der ausgestellten Künstler sind hoch. Das bringt das System der Messe mit sich. Die Galerien selektieren aus ihren Künstlern und müssen dann noch die Qualitätshürde über den Beirat nehmen. Das Risiko etwas Unwertiges zu kaufen ist somit nicht vorhanden. Sammler können nach Herzenslust auswählen. Natürlich kauft jemand, der viel Geld investiert sicherer, vor allem dann, wenn die Werke museal gesichert sind. Aber auch die jungen Künstler bieten große Chancen für den Einsteiger. Sie sind günstiger und werden an Wert gewinnen. Wenn ich viele Menschen an die Kunst heranführen kann und zum Leben mit der Kunst verführen kann, freue ich mich sehr. Es ist eine Freude mit der Kunst zu leben. Abschließend eine persönliche Frage: was ist Ihr Highlight auf der kommenden art KARLSRUHE? Ich weiß ja schon, was alles kommen wird, aber riesig freue ich mich auf die Sonderausstellung um Gisèle Freund – das ist ein Traum. Das Interview führte Ingrun Salzmann

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märz galerie mannheim cube 4x4x4

GALERIE KUNST2 GALERIE P13

Meike Lohmann, paradise lost, Mischtechnik auf Baumwolle (2012)

Farbräume Susanne Lyner (links), Bernhard Licini Die Programmgalerie für konstruktiv konkrete Kunst zeigt in überwiegend thematischen Ausstellungen Malerei, Grafik, Objekte und raumbezogene Installationen im cube4x4x4, z.B. von Serena Amrein, Gerhard Doehler, Doris Erbacher, Hans Jörg Glattfelder, Edda Jachens, Kumiko Kurachi, Bernhard Licini, Susanne Lyner, Adalberto Mecarelli, Vera Molnar, Vera Röhm, Rita Rholfing, Sigurd Rompza, Elisabeth Sonneck, Gido Wiederkehr, Stephan Wolter, G.Y.Wu, Shizuko Yoshikawa Kommende Ausstellungen

Bernhard Licini, Vera Molnar, Bernhard Striebel verschoben, gekippt, aus der Mitte gerückt in der märz galerie mannheim 17. Februar – 23. März 2013 im cube 4x4x4 zum Thema eine Installation von Bernhard Licini

art Karlsruhe 7. - 10. März 2013

Stand-Nr. H2/ D05 und Skulpturenplatz mit Vera Röhm H2 E05

Evelyn Weinzierl, Holz (2012), Normann Seibold, Öl auf Leinwand, o.J.

Bereits zum 3. Mal präsentieren die beiden Heidelberger Galeristinnen Stefanie Boos und Kristina Hoge eine facettenreiche Auswahl ihres jeweiligen Programms mit einem großen Gemeinschaftsstand in der Halle 4 auf der art Karlsruhe. Gezeigt werden neben 2 one-artist-shows mit den vitalen, kraftvollen Bildern der Kölner Malerin Sabine Tress und den beinahe ins plastische reichenden Ölbildern mit zentimerterdicken Farbschichten von Normann Seibold. Zudem vertreten sind Skulpturen von Stefan Rohrer und Evelyn Weinzierl, Malerei von Stephanie Abben, Arvid Boecker, Tamara Giesberts, Maria Kropfitsch, Kryszstof Marciniak, Meike Lohmann, Eberhard Ross und Tessa Wolkersdorfer sowie Wandobjekte von Marten Georg Schmid, Reiner Seliger und Christian Rudolph.

art Karlsruhe 7. - 10. März 2013

Stand-Nr. H4/M11 märz galerie mannheim Blanka Heinecke, Beethovenstraße 18, 68165 Mannheim Tel. +49 - (0)621 - 412237 Mobil. +49 - (0)179 - 6922711 Öffnungszeiten: Mi. - Fr.: 14 - 19 Uhr, Sa.: 11- 16 Uhr cube4x4x4 Augartenstrasse 68, 68165 Mannheim Öffnungszeiten: Do. - Fr.:16 -19 Uhr, Sa.: 12 - 16 Uhr Mehr Informationen unter www.maerz-galerie-mannheim.de E-Mail: b.heinecke@maerz-galerie-mannheim.de 10 kunstraumMETROPOL

Galerie p13 Pfaffengasse 13 69117 Heideberg www.galerie-p13.de info@galerie-p13.de Galerie Kunst2 Lutherstrasse 37 69120 Heidelberg www.kunst2.de stefanie.boos@kunst2.de


GALERIE PETER ZIMMERMANN Die Galerie Peter Zimmermann wurde 1993 gegründet. Die Schwerpunkte des Programms liegen auf der Malerei des Informel, farbanalytisch-konkreten Tendenzen nach 1945 sowie ausgewählten Einzelpositionen der internationalen zeitgenössischen Kunst. Die ausgleichende Gewichtung arrivierter und junger Positionen ist dabei maßgeblich. Auf der art KARLSRUHE 2013 präsentiert die Galerie Peter Zimmermann Gemälde von Kuno Gonschior, Mark Fairnington und Sean Dawson. Kuno Gonschior (1935-2010) gilt als wichtiger Vertreter der in den 1970er Jahren aufkommenden farbanalytischen Malerei. Seine Ölgemälde entstehen durch dicht aneinandergesetzte, pastos getupfte Farbflecken, die in Verbindung mit einem breiten Farbspektrum immer neue visuelle Effekte hervorrufen. Ebenfalls der abstrakten Malerei zuzuordnen sind die futuristisch anmutenden Werke Sean Dawsons (*1964), dessen dynamische Bildwelten Raum, Zeit und Geschwindigkeit verbildlichen. In der flächigen Malweise und glatten Oberflächenstruktur seiner Arbeiten zeigt sich das Interesse des Künstlers für die Visualität neuer digitaler Medien mit ihrem flachen, illusionistischen Charakter. Das Pendant zu den abstrakten Positionen bilden die figurativen Motive – zumeist Insekten, Tiere und Pflanzen – der detailreichen, illusionistischen Gemälde von Mark Fairnington (*1957). Es geht dem Künstler jedoch nicht um realistische Wiedergabe, sondern darum, zu zeigen, was der Betrachter als Natur sieht und wie sich dieses Sehen durch menschliches Eingreifen in deren natürlichen Kreislauf im Laufe der Zeit verändert hat. Ständig vertreten Birgit Brandis, Sean Dawson, Mark Fairnington, Johannes Geccelli, Frank Gerritz, Kuno Gonschior, Ewerdt Hilgemann, Gerhard Hoehme, Raimer Jochims, Camill Leberer, Georges Noël, Frank Piasta, Katie Pratt, Simon Raab, Winston Roeth, Yoshihisa Sankawa, Robert Schad, Peter Schlör, Klaus Staudt, Alastair Thain, Markus Vater, Roxy Walsh, Ben Willikens, Bernd Zimmer Kommende Ausstellungen

Roxy Walsh – Body Language 12. Januar - 9. Februar 2013

Sean Dawson 16. Februar - 16. März 2013

Markus Vater 23. März - 27. April 2013

art Karlsruhe 7. - 10. März 2013

Stand-Nr. H2/C07 Galerie Peter Zimmermann Leibnizstraße 20 68165 Mannheim Tel. +49 - (0)621 - 419031 Fax +49 - (0)621 - 419030

Mark Fairnington, Person, 2012, Öl auf Holz, 135 x 45 cm, (Detail) Internet: www.galerie-zimmermann.de E-Mail: info@galerie-zimmermann.de kunstraumMETROPOL 11


GALERIE LINDE HOLLINGER

Selçuk Dizlek, mirror mobilé Galeriekonzept Gruppen- und Einzelausstellungen konstruktiver, konkreter und konzeptioneller Kunst international bekannter Künstler/innen. Standort In der historischen Altstadt von Ladenburg, im Herzen der Metropolregion Rhein-Neckar zwischen Heidelberg und Mannheim. Leistungsspektrum Beratung und Betreuung beim Aufbau von Sammlungen. Professionelle Beratung bei der künstlerischen Ausstattung von Empfangs-, Geschäfts- und Büroräumen. Ausgestellte Künstler Renate Balda, Dieter Balzer, Werner Bauer, Nicholas Bodde, Hellmut Bruch, Inge Dick, Madeleine Dietz, Selçuk Dizlek, Gerhard Frömel, Rita Ernst, André Evard, Heidi Gerullis, István Haász, Rosa M Hessling, Sebastian Hempel, Axel Malik, Dora Maurer, Manfred Mohr, Vera Molnar, Jan van Munster, Lazslo Otto, Jürgen Paas, Michael Reiter, Gert Riel, Vera Röhm, Stefan Rohrer, Barbara Rosengarth, Bernhard Sandfort, Annette Sauermann, Reiner Seliger, Diet Sayler, Turi Simeti, Erwin Steller, Peter Weber, Joszef Zalavari Kommende Ausstellungen

Madeleine Dietz - Selçuk Dizlek 23. Februar - 6. April 2013 Vernissage: Samstag 23. Februar 16 Uhr Finissage: Samstag 6. April 16 Uhr

art Karlsruhe 7. - 10. März 2013 in dieser Zeit ist die Galerie geschlossen

Stand-Nr. H2/D20 Galerie Linde Hollinger Rheingaustr. 34 68526 Ladenburg Tel. +49 -(0)6203-40 25 10 Fax +49 -(0)6203-40 25 13 12 kunstraumMETROPOL

Telefon am Stand/Handy: 0171 58 00 932 Internet: www.galerielindehollinger.de E-Mail: Lh@galerielindehollinger.de

ART KARLSRUHE 2013

Internationale Messe für Klassische Moderne u. Gegenwartskunst Vier Messehallen und 21 Skulpturenplätze Halle 1: Editionen, Fotografie und Objekte Hallen 2 u. 3: Malerei und Skulptur Halle 4: Neue Positionen Rahmenprogramm ARTIMA art meeting 2013 Moderiert vom Kunstjournalist Hans-Joachim Müller bietet das ARTIMA art meeting regelmäßig ein Forum zur Diskussion aktueller Themen. 7. März 2013, 14 Uhr Zehn Jahre art KARLSRUHE – die Messe im Rückblick 8. März 2013, 14 Uhr Märkte und Messen – Pro und Contra Podiumsgäste: Marita Ruiter (Sammlerin), HA Schult (Künstler), Stefan Koldehoff (Marktexperte), Dorothea van der Koelen (Galeristin), Britta Wirtz (Geschäftsführerin Messe Karlsruhe) und Ewald Karl Schrade (Kurator art KARLSRUHE). Die Fragen aus dem Publikum stellt Kritiker Carl Friedrich Schröer. art KARLSRUHE Preis Seit 2008 wird der art KARLSRUHE-Preis des Landes Baden-Württemberg und der Stadt vergeben. Eine Fachjury begutachtet alle One-Artist-Shows und somit zugleich den Künstler und den Galeristen, die gemeinsam geehrt werden. Preisverleihung, 8. März 2013, 17 Uhr Hans Platschek-Preis Alljährlich wird auf der art KARLSRUHE der Hans Platschek-Preis für Kunst und Schrift vergeben, der an den im Jahr 2000 verstorbenen Maler und Schriftsteller Hans Platschek erinnert. Preisverleihung, 7. März 2013, 17 Uhr Öffnungszeiten: 7. bis 9. März, 12 - 20 Uhr, 10. März, 11 - 19 Uhr Aussteller: 220 Galeristen aus 13 Ländern Messe Karlsruhe Belegte Hallenfläche: ca. 35.000 qm Messeallee 1 Besucher: ca. 45.000 (erwartet) 76287 Rheinstetten


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FELIX HARTLAUB GEZEICHNETE WELTEN. EIN GETRIEBENES GENIE? Ohne Zweifel die aktuelle Ausstellung in der Mannheimer Kunsthalle Felix Hartlaub – Gezeichnete Welten berührt, bewegt, wühlt auf, wirft Fragen auf. In krassem Gegensatz treffen bunte Kinderbilder, illustrierte Schulhefte, Reisetagebücher und Briefe, phantasievolle filigrane Zeichnungen von Figuren aus Märchen sowie der klassischen Literatur und Naturszenen auf in tief schwarz gehaltene, durchweg düstere Tuschewerke von Weltuntergangsstimmungen, Kriegsbildern und apokalyptischen Szenerien, festgehalten bis ins kleinste Detail, grausam, schonungslos. Dazwischen literarische Werke, ergänzt und in chronologischer Abfolge angeordnet von Texten und Hintergrundinformationen, die neben dem künstlerischen Zugang zur Ausstellung auch den Blick in die Zeit zwischen zwei Weltkriegen öffnen. Die von Inge Herold kuratierte Ausstellung verknüpft geschickt die außergewöhnliche Künstlerbiografie Felix Hartlaubs mit einer bedeutenden Phase der Institutionsgeschichte der Mannheimer Kunsthalle, denn Felix Hartlaub (1913-1945) ist der Sohn des zweiten Kunsthallendirektors Gustav Friedrich Hartlaub (1884-1963), der mit seinem avantgardistischen Programm unbestritten Kunstgeschichte geschrieben hat. Die Ausstellung will die spannende Wechselbeziehung zwischen Vater und Sohn aufzeigen und hat damit unwillkürlich das sich daraus ergebende Spannungsfeld zwischen Begabung, Talent und künstlerischer Sozialisation, zwischen Fördern und Fordern im Fokus. Felix ist ein begabtes Kind mit einem ausgeprägtem Talent. Inspiriert durch Kinder- und Jugendbücher, Klassiker der Weltliteratur und natürlich auch durch die Ausstellungen in der Kunsthalle wie „Fasnacht in der Kunst“ und Einzelschauen zu James Ensor, Alfred Kubin und Edvard Munch sowie Kontakte zu Künstlern zeichnet er phantastische, detailreiche Welten, bevölkert von Monstern und Ungeheuern, mit beeindruckender Kraft und unglaublicher Reife - geprägt von Sehnsüchten, Ängsten und Weltuntergangsvisionen. Seine Eltern förderten ihn - forderten ihn, er selbst ist stets bestrebt, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Der Vater hingegen, vom Talent seines Sohnes begeistert, setzt sich intensiv mit der künstlerischen Begabung von Kindern auseinander, publiziert und kuratiert schließlich die Ausstellung „Der Genius im Kinde“, eine der, mit 20.000 Besuchern, erfolgreichsten Ausstellung der zwanziger Jahre. Seine letzten Schuljahre auf dem Weg zum Abitur (1928-1932) verbringt der junge Hartlaub in der Odenwaldschule. Räumlich distanziert vom Elternhaus gewinnt das Schreiben, seine zweite große Begabung, für ihn an Bedeutung. 1934 begann er in Berlin ein Studium der Geschichte und Romanistik. Während des Studiums und des anschließenden Arbeitsdienstes und Kriegseinsatzes schreibt er unermüdlich – zunächst über historische Themen, Phantasiegeschichten später über das alltägliche Leben in Berlin (Berliner Tagebuchblätter). Allerdings wurde sein literarisches Werk bestehend aus skizzenhaften, fragmentarischen Prosawerken seiner Jugendzeit und den

Ungeheuer, Felix Hartlaub (Detail) Aufzeichnungen aus dem Krieg erst nach seinem Tod bekannt. Wie Monika Marose, die sich intensiv mit dem Leben Felix Hartlaubs befasst hat im ausstellungsbegleitenden Katalog beschreibt, „bescheinigen namhafte Kritiker und Schriftsteller wie Walter Jens, Ilse Aichinger und Wolfgang Koeppen, Hartlaub nach Erscheinen der posthumanen Erstausgabe seiner Werke großes Talent. Man würdigte insbesondere seine privaten Aufzeichnungen aus dem sogenannten Sperrbezirk des Hauptquartiers der Deutschen Wehrmacht, wo Hartlaub während der letzten Kriegsjahre das offizielle Kriegstagebuch der Nationalsozialisten mitverfasst hat, als eines der aufschlussreichsten zeithistorischen Dokumente”. Literaturkritiker und Historiker Gustav Seibt geht noch einen Schritt weiter und bezeichnet ihn ein halbes Jahrhundert später als „vielleicht begabtesten Schriftsteller seiner Generation“. Gezeichnete Welten ist eine bemerkenswerte Ausstellung mit zahlreichen verschiedenen Perspektiven und Anknüpfungspunkten. Sie zeigt in den Bildern eine Welt voller Dramatik, Phantasie und Visionen, durchsetzt mit Satire und Humor, sie beleuchtet nicht nur die Biografie Felix Hartlaubs, sein faszinierendes Schaffen und seine seltene Doppelbegabung, sondern hat auch seinen Vater Gustav Hartlaub, dessen Frau und das gesellschaftliche Leben jener Zeit im Fokus. Schließlich ist ein pädagogischer Kontext präsent, der sich um die Thematik Fördern durch Fordern dreht. Letztendlich bleibt aber die Frage offen, ob Felix Hartlaub jemals richtig zu sich selbst gefunden hat? Ob er sich vom Einfluss des Elternhauses jemals richtig befreien konnte oder auch wollte? Denn selbst sah er sich kritisch und schreibt vom „Unglück des begabten Kindes, das von nicht zu Ende gediehenen Erwachsenen zu einer ungesunden Produktion angestachelt wird“. Felix Hartlaub gilt seit Mai 1945 als vermisst. Ingrun Salzmann • Felix Hartlaub Gezeichnete Welten bis 27. Januar 2013 Kunsthalle Mannheim www.kunsthalle-mannheim.de kunstraumMETROPOL 13


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MIROSLAV TICHÝ STADT DER FRAUEN Er galt als seltsam, verrückt, verwirrt – ein Eigenbrödler, Grenzgänger, Außenseiter, zurückgezogen in seine eigene Welt. Dabei lag vor Miroslav Tichý, den 1926 in Mähren geborenen Tschechen, nach seinem Studium an der Prager Kunstakademie eine vielversprechende Karriere als Maler und Zeichner. Er war talentiert. Doch das Leben sah einen anderen Weg für ihn vor. Als Gegner des Regimes lebte er im Konflikt mit den Kommunisten, entfremdet von der damaligen Kunstszene verbrachte er viele Jahre im Gefängnis und in der Psychiatrie, verlor sein Atelier, geriet an der Rand der Gesellschaft, wurde zum Außenseiter. ohne Titel, Miroslav Tichý Schließlich wendete er sich ausgestattet mit den einfachsten Mitteln und selbstgebauten Kameras der Fotografie zu. 2011 starb Tichý. Erst wenige Jahre zuvor wurde er entdeckt. 2004 erschien er wie ein Komet mit seinen Arbeiten am Kunsthimmel. Trotz dieses plötzlichen Ruhms gab er sein zurückgezogenes Leben aber nicht auf, sondern versuchte sich, der Inbesitznahme seitens der Kunstwelt zu verweigern. Miroslav Tichý: Stadt der Frauen zeigt nicht nur das außergewöhnliche künstlerische Werk, sondern stellt auch das weitgehend unbekannte Leben des tschechischen Künstlers Miroslav Tichý in den Mittelpunkt. Überwiegend heimlich hatte Tichý seit den 1950er Jahren in einer tschechischen Kleinstadt Frauen jeden Alters und jeder Statur fotografiert. Er hielt sie in alltäglichen Situationen fest: beim Einkauf, im Park, im Schwimmbad. Oftmals konzentrierte er sich auch auf einzelne Körperpartien, was die Frage aufwirft, ob es sich um eine Art Voyeurismus oder eher um eine Hommage an die Frau handelt? Seine Bilder sind Unikate. 14 kunstraumMETROPOL

Er entwickelt und vergrößert sie selbst, teilweise retuschiert er sie, zeichnet Details nach oder setzt sie in einen gemalten Rahmen. Die Ausstellung recherchiert erstmals Tichýs Leben und Kunst anhand gesicherter Quellen und Berichten unabhängiger Zeitzeugen. Sie untersucht anhand ca. 140 überwiegend ungezeigter Werke aus Deutschland, der Schweiz und Tschechien die kunsthistorische Rezeption und ästhetische Strahlkraft des Phänomens Miroslav Tichý. Nach der erfolgreichen Ausstellung „Die Geburtsstunde der Fotografie. Meilensteine der Gernsheim-Collection“, die noch bis zum 6. Januar 2013 zu sehen ist, dürfen sich Fotoliebhaber auf diesen spannenden Einblick in das Werk eines mehr als außergewöhnlichen zeitgenössischen Künstler freuen. (red) • Miroslav Tichý Stadt der Frauen 24. Februar bis 26. Mai 2013 Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim www.rem-mannheim.de


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Ohne Titel (2011), Linda Karshan

Linda Karshan beim Zeichnen

LINDA KARSHAN LINES AND MOVEMENTS – BEWEGUNG UND LINIE Linda Karshan ist Zeichnerin durch und durch: Sie zeichnet instinktiv nach ihrer inneren Choreographie, nach dem Rhythmus ihrer Existenz. Ihr beherrschendes Thema ist die Einbeziehung des spontanen Elements eigener Körpererfahrung in eine geometrisch organisierte Struktur. Sie verbindet in ihrer Arbeit Kunst und Psychologie. „Mein Sein zeichnen“, nennt die Künstlerin den intensiven, geradezu ritualisierten Entstehungsprozess ihrer Werke, die in der Suche nach Absolutheit der Linie und elementarer Form eine eindrucksvolle Position zeitgenössischer Zeichenkunst markieren. In ihrer konzentrierten, im Laufe des Schaffens immer weiter reduzierten Bildsprache hat Karshan zu einer grundlegenden, in ihrer Radikalität äußerst anspruchsvollen Ausdrucksform gefunden. Die Entwicklung ihrer Zeichnung zur Gitterform setzt im zeichnerischen Schaffen Karshans um 1995 ein, begleitet während der zweiten Hälfte der 90er Jahre von ständigem Ringen um die Qualität der Linie, um die Ausprägung des Gitters, das sich unter durchaus noch gestisch anmutender Findung langsam manifestiert. Der Durchbruch zur klaren Flächenorganisation im Sinne einer organischen Konkretion gelingt zu Beginn des neuen Jahrhunderts: Zunehmend

verfestigen sich die Rasterformen, sie können eng oder weit gefasst sein, sich sogar zum Einzelmotiv wandeln, zur Rahmenform, mit Mut zu undefiniertem Raum. Das Gitter oder Raster als formales Ordnungssystem hat in der Kunst des 20. Jahrhunderts eine lange Tradition, insbesondere in der konstruktiv-konkreten Kunst, die sich der Sprache der Geometrie bedient – beispielsweise im Schaffen von Piet Mondrian, Josef Albers oder Sol LeWitt. Bei der mathematisch-logischen Umsetzung ist für die Künstler entscheidend die visuelle Nachvollziehbarkeit. Das Raster ist hier Garant für eine rationale Erfassung der Welt. Karshans Gitterformen stehen nur auf den ersten Blick in dieser Tradition der Formstrenge, die eine individuelle Erkennbarkeit des Handschriftlichen negiert. Ihre Intentionen sind bei aller formalen Ähnlichkeit grundsätzlich andere: sie betont im Gegensatz zum rein Rationalen eben gerade den individuellen Ausdruck der Linie als Seismograph des Innenlebens. Als jüngste zeichnerische Entwicklung Linda Karshans müssen die Light Points gelten, die mit der realen Inexistenz des Ausgangspunkts von Linien experimentieren. Das Auge indes erweist sich als Komplize der Linie, fixiert die imaginären linearen Schnittpunkte und erlebt in Folge die Fata Morga-

na inexistenter heller Punkte, der Light Points. Visuell sind diese optischen Täuschungen äußerst eindrücklich, und auch in ihrer theoretischen Dimension handelt es sich um eine der qualitätvollsten Werkgruppen im Œuvre der Künstlerin. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern bietet mit der ersten Einzelausstellung in einem deutschen Museum einen konzentrierten Einblick in das zeichnerische Schaffen von Linda Karshan (geb. 1947). Anhand einer Auswahl von rund sechzig Zeichnungen aus dem Zeitraum 1984 bis 2012 wird die künstlerische Entwicklung Linda Karshans aufgezeigt, die zu Beginn ihres künstlerischen Werdegangs in New York, Paris und London Kunstgeschichte und Psychologie studierte. Besondere Betonung erfährt die Herausbildung der horizontal/vertikalen Linienführung und der linearen Flächenorganisation ihrer Werke. Heute lebt und arbeitet Karshan in London, im Sommer in USA. Dr. Heinz Höfchen • Linda Karshan Lines and Movements – Bewegung und Linie 16. Januar bis 7. April 2013 Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern www.mpk.de kunstraumMETROPOL 15


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KULTUREN - KONTAKTE PFÄLZER KLASSIKER IN BEGEGNUNG MIT AKTUELLER ASIATISCHER KUNST

Das Kontakte nicht immer persönlicher Natur sein müssen, stellt die bemerkenswerte Ausstellung KULTUREN-KONTAKTE in der Villa Streccius in Landau sehr anschaulich unter Beweis. In der aktuellen Ausstellung treffen hier vier Künstler aufeinander, die eigentlich nicht unterschiedlicher sein könnten - mit ganz unterschiedlichen Lebensläufen, aus völlig verschiedenen sozialen Milieus, mit sehr differenzierten Techniken und Ausdrucksformen. Doch was so gegensätzlich scheint, eröffnet bei genauerem Hinsehen Gemeinsamkeiten, ein verbindendes Element, eine unsichtbare Klammer – Asien. Es gibt vielfältige Berührungen zwischen den Kulturen. Waren es zu Zeiten von Hermann Clemens und Rolf MüllerLandau eher zufällige Begegnungen sind es in unserer medial vernetzten, globalisierten Gegenwart selbstverständliche. Die zeitgenössische asiatische Kunst wird in Deutschland immer stärker wahrgenommen, Künstler aus Asien kommen nach Europa und studieren an hiesigen Akademien. Die Ausstellung KULTUREN-KONTAKTE spiegelt diesen Wandel und präsentiert gemeinsam mit den beiden Klassikern aus Rheinland-Pfalz die junge koreanische Künstlerin SEO und den chinesischen Bildhauer Feng Lu.

Radierungen. KULTUREN-KONTAKTE zeigt eine exklusive Auswahl seiner seit 1969 entstandenen monochromen, wie auch farbenreichen Radierungen, in denen er intensiv die Atmosphäre und Struktur von Naturgebilden, Bäumen und Wurzelwerk erforscht hat. Der Meisterradierer beherrschte alle Finessen der Tiefdrucktechnik. Mit nahezu endloser Geduld und großem Forscherdrang experimentierte Clemens als künstlerischer Grenzgänger wie ein Alchemist in dieser so schwierigen Sparte der grafischen Künste. Es entstanden Meisterwerke der Schabkunst (Mezzotinto), jener außergewöhnlichen, im Barock entwickelten Radiertechnik, die größten Zeitaufwand erfordert und heute nur noch selten ausgeführt wird. Einen Höhepunkt bilden die rätselhaft-fremdartigen Schabkunstblätter, wobei das gestaltete Licht die Regie übernommen hat. Oft sind Symbole Träger seiner Bildaussage: Schmetterlinge als Sinnbilder der Verletzlichkeit und Lautlosigkeit, das Schneckenhaus ist ihm Symbol der Heimat und Behausung, die zeigerlose Uhr und der Mohn erinnern an Vergänglichkeit und Tod. Die Zeit ist das große Thema gegen Ende seines Lebens geworden. Die Zeit, die in den dunkeltonigen Radierungen still zu stehen scheint und uns im alltäglichen Leben dennoch zwischen den Fingern zerrinnt.

Da ist zunächst der Maler und Grafiker Hermann Clemens (im Januar wäre er 100 Jahre geworden), Träger des 1980 erstmals weltweit ausgeschriebenen internationalen Grafikpreises der Space Group in Seoul, Süd-Korea und damit der erste deutsche Künstler mit einem koreanischen Kunstpreis. Auszeichnung für seine für ihn so typischen

Der Bezug von Rolf Müller-Landau zum fernen Osten hat eine ganz andere Ursache. Der Maler und Grafiker ist 1903 im kaiserlichen China geboren und erlebte dort als Sohn eines Missionars seine frühe Kindheit. Die Ausstellung ist ihm zum 110. Geburtstag gewidmet. Der weltzugewandte Künstler, in den zwanziger Jahren Student von

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kunstraumLANDAU Gustav Würtenberger in Karlsruhe, hat wesentlichen Anteil am Wiederaufbau des Kunstlebens in Rheinland-Pfalz nach 1945. Als Mitbegründer der Pfälzischen Sezession sowie Vorstandsmitglied des Deutschen Künstlerbundes wurde Müller-Landau zum einflussreichen Vertreter moderner Kunst im Südwesten. 1948 war er auf der ersten Nachkriegsbiennale in Venedig vertreten sowie 1955 auf der Biennale in Sao Paulo. Einen Höhepunkt in seinem Schaffen bilden die seit 1951/52 von ihm entwickelten Farbschnittmonotypien, in denen er mit variabel einsetzbaren und farblich immer wieder anders eingefärbten Elementen arbeitete. Die Druckstöcke hat er hierfür silhouettenhaft-flächig aus dem schmiegsamen Linoleum herausgeschnitten. Als Bildgrund diente ihm faserig durchscheinendes Reisfaserpapier, das er aus China importierte und auf dem seine leuchtenden Aquarelle und farbigen Drucke besonders gut zur Geltung kommen. Die Fülle an phantastisch-surrealen Sujets bezeugt seine außerordentliche gestalterische Phantasie, wie er sie in seinen letzten Lebensjahren vor allem im Bereich der Druckgraphik und des Aquarells ausgelebt hat. Der nachdenkliche und zugleich lebensbejahende Künstler gestaltete Figürliches und Abstraktes, Landschaften und Stillleben. Einen wichtigen Anteil am Werk von Müller-Landau erlangten religiöse und mythologische Sujets. Seine intensive Hinwendung zu Antike und Christentum als Grundlage abendländischer Kultur spiegelt das in der Nachkriegszeit erwachende europäische Bewusstsein auf der Suche nach friedlichen, die Völker verbindenden Gemeinsamkeiten. Den beiden Klassikern aus Rheinland-Pfalz wird aktuelle Kunst der Koreanerin SEO und des Chinesen Feng Lu gegenüber gestellt. Die Malerin SEO (*1977) studierte in Gwangju traditionelle Tuschemalerei und seit 2001 in Berlin in der Klasse von Georg Baselitz an der Hochschule der Künste. Im Jahr 2003 wurde sie seine Meisterschülerin. Heute ist sie international sehr gefragt, mehrfache Preisträgerin, darunter des Beijing Art Award sowie des Sonderpreises des Präsidenten der UDK in Berlin. Letzter Höhepunkt war ihr Auftritt auf der Biennale in Venedig von 2011 im Palazzo Bembo. In ihrer ungewöhnlichen Art von „Malerei” nutzt die Wahl-Berlinerin seit 2003 abertausend Papierfragmente, die auf der Leinwand zu farbstarken Bildern collagiert werden. In ihrer sehr persönlichen Kunstwelt verbindet SEO auf diese Weise die hervorragende Beherrschung des Dekorativen mit existentiellen Fragestellungen. Markenzeichen und Grundlage ihrer im Bereich des Figürlichem, Historischen und Landschaftlichen angesiedelten Kunst ist das seit dem 4. Jh. in Korea verwendete Hanji-Papier. Aus der Rinde des Maulbeerbaumes gefertigt, wird es seit alters her auch von koreanischen Volkskünstlern genutzt. SEO fliegt regelmäßig nach Korea und prüft die Herstellung des Hanji-Papiers in dem von ihr ausgesuchten Familienbetrieb. Zurück im Atelier in Berlin entstehen Umrisszeichnungen aus Tusche, die mit den halbdurchsichtigen Papierstreifen in mehreren Lagen überklebt werden. SEO verwandelt in den aufwendig hergestellten Bildcollagen das traditionsreiche Material in überraschend aktuelle, asiatische mit europäischen Strömungen verbindende Kunstwerke. Von ganz anderem Charakter sind die dreidimensionalen Arbeiten von Feng Lu (*1979). Der junge Chinese studierte zuerst in Mainz

Straße der Schmetterlinge, Mezzotinto (1977), Hermann Clemens

bei Christa Biederbick, dann in Berlin bei Karin Sander und Inge Mahn und abschließend als Meisterschüler bei Wolfgang Petrick Malerei und Bildhauerei. Er vertritt gegenwärtig eine junge, international orientierte, chinesische Künstlergeneration. In seinen Skulpturen aus bemaltem Epoxidharz bevorzugt Feng Lu einen übersteigerten Realismus und wird derart zum kritischen Betrachter europäischer sowie asiatischer Lebenswelten. Seine Menschenbilder sind schonungslos radikal, voll Witz und Sarkasmus. Fern von falschem Mitleid, hält er der veräußerlichten Gesellschaft seinen künstlerischen Spiegel entgegen. Die von Kunsthistorikerin Dr. Barbara Clemens in Zusammenarbeit mit der Kulturverwaltung der Stadt Landau kuratierte Ausstellung entsteht mit Unterstützung der Galerie Michael Schultz in Berlin, die SEO und Feng Lu vertritt. Sie ist eine der wesentlichen Galerien Deutschlands im Bereich koreanischen und chinesischen aktueller Kunst. (red) • Kulturen und Kontakte 26. Januar bis 3. März 2013 Städtische Galerie Villa Streccius, Landau www.villa-streccius.de kunstraumMETROPOL 17


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ECHTE KUNST IST EINZIGARTIG Galerie Grandel ist zurück in Mannheim und zeigt in ihrer ersten Ausstellung Jürgen Liefmann Roland Grandel die künstlerische Regie führen. Wie bereits zuvor in ihrer Galerie im Wasserschloss in Bad Rappenau, ist auch in Mannheim ihr gewählter Slogan „echte kunst ist einzigartig“ ihr verfolgtes Ziel. Sie wollen auf das einzigartige Talent und Können ihrer Künstler aufmerksam machen. Dabei liegt ihr Schwerpunkt auf der deutschen Malerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Gezeigt werden Entdeckungen in der jungen Kunst sowie auf dem internationalen Kunstmarkt etablierte Künstler, Positionen von intensiven abstrakten Farberlebnissen über gegenständliche Symbolwelten bis hin zur hyperrealen Malerei.

Ohne Titel (2008), Jürgen Liefmann Genau im Zeitplan ist alles fertig geworden. Am Nachmittag wurde noch eifrig gefegt und die letzten Bilder an den strahlend weiß getünchten Wänden gerade gerückt, bevor am Abend die neuen Räume der Galerie Grandel mit der Vernissage um Jürgen Liefmann in S4 in Mannheim eröffnet wurden. Nach der Komplettrenovierung in den letzten Monaten sind direkt neben der Stadtgalerie offene moderne Galerieräume entstanden, in denen jetzt Reinhold Weinmann und

Den Auftakt der neuen Ära der Galerie Grandel in Mannheim bestreitet der Berliner Künstler Jürgen Liefmann, dessen in warmen Farben gehaltenen Linienzeichnungen zum Eintauchen und Hinterfragen der Werke einladen. Sie sind Ergebnis eines Entwicklungsprozesses seines Schaffens, der insbesondere während eines längeren Aufenthalts in New York einen Umbruch im künstlerischen Ausdruck erfuhr.

So versammelt Liefmann auch in seinen ausgestellten Zeichnungen Linien zu Formen und Mustern, die unwillkürlich an charakteristische Strukturen wie beispielsweise den Straßengrundriss von New York erinnern. Die eingesetzten warmen Farbtöne von orange, ocker bis braun treten vor den kühleren Blautönen in den Vordergrund und erzeugen Tiefe und Räumlichkeit in seinen mal geometrisch mal spielerisch verschlungenen Liniengebilden. Hinzu treten oft großzügig weiße Flächen, die den Ausdruck von Offenheit und Leichtigkeit vermitteln. Malerei ist für Liefmann eine Verdichtung und Überlagerung von Linien und Zeichen, die sich in seinen aktuellen Werken in Form von Gefäßen konzentrieren, die eine gewisse Beständigkeit ausstrahlen. Künstlergespräch im Rahmen der Finissage am 5. Januar 2013 (red)

Noch bis vor zehn Jahren dokumentierte Jürgen Liefmann in seinen Werken im städtischen Raum entdeckte Strukturen und Formen. Seine Bilder erzählten von Begegnungen mit Menschen und Architekturen – Motive, die er in Tusche reduziert auf das

• Jürgen Liefmann bis 5. Januar 2013 • Woo Jin Lee 12. Januar bis 9. Februar 2013 Galerie Grandel, Mannheim www.galeriegrandel.de

Japan zu Gast 2. Dezember 2012 - 6. Januar 2013 Der Kultur-Austausch zwischen Japan und Deutschland wird zur schönen Regelmäßigkeit. Zum mittlerweile schon dritten Mal veranstaltet die Galerie Marianne Heller in Heidelberg in Kooperation mit der Tokioter Yufuku Gallery eine Ausstellung mit vier japanischen Keramik-Künstlern - eine Ausstellung, die wiederum Maßgeblichkeit und bestechende Ästhetik der zeitgenössischen Keramik Japans, ihre Innovationskraft bei gleichzeitiger Traditionsverbundenheit, unter Beweis stellt. 18 kunstraumMETROPOL

Papier brachte. Im Laufe der Zeit entstanden in seinem Berliner Atelier jedoch gemalte Zeichnungen, die sich Schritt für Schritt vom Gegenstand lösten, sich hin zu Liniengebilden entwickelten und mittlerweile feste geschwungene Formen zeigen.

Galerie Marianne Heller Heidelberg Friedrich-Ebert-Anlage 2 Im Stadtgarten D-69117 Heidelberg Tel: +49 (0) 62 21 / 61 90 90 www.galerie-heller.de info@galerie-heller.de

Shunichi Yabe Ken Mihara Masaru Nakada Yasuko Sakurai Eröffnung 2. Dezember 2012, 11:30 - 18 Uhr Öffnungszeiten Di - Fr, 11 - 13 & 14 - 18 Uhr Sa 11 - 18 Uhr Sonntag, 6. Januar 2013,11 - 18 Uhr


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DIE MEDICI Menschen, Macht und Leidenschaft Eine Dynastie im Fokus

Galerie Grewenig | Nissen

Kurfürstin Anna Maria Luisa von der Pfalz, geborene Medici Jan Frans von Douven, vor 1708 Öl auf Leinwand Die Ausstellung „Die Medici – Menschen, Macht und Leidenschaft“ in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen stellt die berühmte Familie nicht nur anhand ihrer bedeutenden Kunstschätze vor, sondern als Menschen mit oft widersprüchlichen Persönlichkeiten, unerwarteten Charakteren, außergewöhnlichen Leidenschaften und folgenschweren Krankheitsgeschichten. Schriftliche Quellen, Kunstwerke aus den weltberühmten Museen in Florenz, prachtvolle Gewänder, ungewöhnliche Alltagsgegenstände und Ergebnisse neuer forensischer und bioarchäologischer Untersuchungen fügen sich in der Ausstellung zu einem vielfältigen und nicht selten überraschenden Bild zusammen. Die Schau zeigt die persönlichen Schicksale der einzelnen Familienmitglieder, die bis heute faszinieren, aber auch ihre wichtige Rolle als Förderer der Wissenschaft und Kunst. Die Ausstellung spannt den Bogen vom Gründungsvater Giovanni di Bicci bis zur letzten Medici, der Kurfürstin Anna Maria Luisa von der Pfalz. (red) • Die Medici Menschen, Macht und Leidenschaft 17. Februar bis 28. Juli 2013 Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim www.medici2013.de kunstraumMETROPOL 19

Ausstellungen von Real bis Konkret Handzeichnungen von 12 Künstlern vom 18. Januar bis 9. Februar 2013 C. P. Clapeko - Grüne Phase vom 22. Februar bis 16. März 2013 Mitsuko Hoshimo Zeichnungen und Malerei vom 30. März bis 20. April 2013 Künstler der Galerie u.a.: Bernd Berner . Michael Binder . Fabrizio Boffelli . Vera Bonsen John Carter . C.P. Clapeko . H. Dirnaichner . Jo Enzweiler Tom Feritsch . Ruth Gindhart . Leo Grewenig . W. Haas Oskar Holweck . Mitsuko Hoshimo . E. Lindenberg Mohammad Massoudi . Hubert Maier . Dietmar Nissen Heinz Pistol . Dirk Rausch . Sabine Rittner . Hermann Schenkel Lynn Schoene . Jan Soucek . Ferdinand Springer - Walter Stallwitz Friedhelm Tschenscher . Claudia Vogel

Pfarrgasse 1 • 69121 Heidelberg

www.galerie-grewenig.de


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kunstraumWEINHEIM

Aus der Serie „Dem Himmel sei Dank“ (2009) Detail, Cholud Kassem

CHOLUD KASSEM Dem Himmel sei Dank Die 1956 in Bagdad/Irak geborene Künstlerin Cholud Kassem lebt seit vielen Jahren in Heidelberg und gehört sicherlich zu den interessantesten Malerinnen der Metropolregion. Im Jahr 2000 etwa zeigte der renommierte Heidelberger Kunstverein ihre Arbeiten, so wie später 2007 der Kunstverein Worms. Im nächsten November 2013 folgt der Kunstverein Schwetzingen. Aktuell präsentiert sich die Künstlerin im Kunstraum Vincke-Liepmann, einer Galerie in einer Jugendstilvilla in der Heidelberger Weststadt. Gezeigt werden neben einigen älteren Arbeiten Werke aus zwei neuen Serien mit den Titeln "Es sei denn was außen ist" und "Dem Himmel sei Dank". Dabei handelt es sich um eine sehr sensibel in Schichten auf Papier aufgetragene Acrylmalerei, die die Spuren des Malprozesses deutlich sichtbar macht. In diesem aufwändigen Malprozess offenbart sich die kreative Suche nach einer Form, einem Motiv oder einem Symbol. Das Ergebnis ist jeweils eine Art geometrisches Piktogramm, das allein als abstrakte Form schon interessant ist. Darüber hinaus kann es als semiotisches Zeichen viele Gedanken und Deutungen inspirieren. Man erkennt rätsel20 kunstraumMETROPOL

hafte Bilder einer fremden, magischen Welt, die einer versunkenen Kultur anzugehören scheinen - oft hat man die Bilder von Cholud Kassem mit der präkolonialistischen Kunst Afrikas oder Ozeaniens verglichen. Doch Cholud Kassem zitiert keine ethnologischen Vorbilder, ihre Zeichen sind stets eigene, neu erfundene Chiffren einer ganz persönlichen Bildsprache. So wie unsere Vorfahren oder noch heute lebende Anhänger von animistischen Naturreligionen sucht auch sie, eine magische Sprache zu formulieren, die das Böse wie das Gute mit einem Zeichen besetzt. Seit Jahrtausenden versuchen die Menschen, das Böse dieser Welt zu bannen und haben dafür Apotropäen erfunden, die in Form von Masken, rituellen Waffen, Kleidungsstücken, Helmen oder Amuletten einen Abwehrzauber heraufbeschworen. Gleiches unternimmt Cholud Kassem im 21. Jahrhundert, indem sie mit eigenen Apotropäen ihre innere Welt vor den Ängsten und Gefahren einer ganz realen Außenwelt zu schützen sucht, damit am Ende das Gute stärker als das Böse ist. Dr. Dietmar Schuth • Cholud Kassem 23. Februar bis 7. April 2013 Kunstraum Vincke-Liepmann, Heidelberg www.kunstraum-vincke-liepmann.de

Freundinnen, Gudrun Rienhardt

SALON DER KÜNSTE Wiedereröffnung der Galerie von Wussow „Kunst ist für mich alles – immer ein Erlebnis“. Treffendere Worte hätte Sabine von Wussow zur Wiedereröffnung ihrer Galerie Salon der Künste in Weinheim nicht finden können. Ein wahres Kunsterlebnis bietet schon die erste Ausstellung „The very best“ - gleich fünf Künstler mit fünf Positionen von Zeichnungen, Illustrationen und Collagen über Fotografie bis zum Figürlichen. Beispielhaft seien die sympathischen, aus Pappmaché geformtem Freundinnen von Gudrun Rienhardt genannt, die trotz ihrer unförmigen Körper mit stämmigen Beinen und mickrigen Ärmchen in ihrem Tanz eine bemerkenswerte Leichtigkeit und Grazie ausstrahlen. Laut Rienhardt, die diese Figuren seit rund acht Jahren immer wieder aufs Neue erschafft, sollen sie Freude ins Leben bringen, und das tun sie auch. Die Federführung der Galerie hat inzwischen von Wussows Sohn Erik Nowak übernommen, der zukünftig auch Vorträge und Lesungen plant, wie einst in den Räumen am Hutplatz. Ingrun Salzmann • Steffen Bittmann, Werner Hoppe, Victor Koch, Gudrun Rienhardt u. Ulrich Thul „The very Best“, bis 27. Januar 2013 Galerie von Wussow, Weinheim


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Erwachsen werden (2012) Detail, Peter Dorn

PETIT.CHAPERON.ROUGE Rotkäppchen und der böse Wolf – dieses Mal eine künstlerische Interpretation Wer kennt es nicht? – das Märchen um das naive Mädchen mit der roten Kappe, das vom Weg abkommt, vom Wolf samt Großmutter gefressen und schließlich vom Jäger gerettet wird. Rotkäppchen, erstmals 1697 von Charles Perrault unter dem Titel „Le petit chaperon rouge“ schriftlich überliefert, ist eines der bekanntesten Märchen Europas. Die Interpretationen hierzu vielfältig und facettenreich. Doch wie setzen sich Künstler mit dieser Märchenthematik auseinander? Wie ist ihre Sicht der Dinge und wie bringen sie diese zum Ausdruck? Das spannende Ergebnis begleitet von sensiblem emotionalem Gespür, augenzwinkernden Witz und neuen Denkanstößen ist noch bis zum 19. Januar in der Landauer Galerie Katrin Hiestand zu sehen. In der Gruppenausstellung unter dem Motto petit.chaperon. rouge. war es den Künstlerinnen und Künstlern ganz bewusst offen gelassen, ob sie sich direkt auf den Titel und das Motiv Rotkäppchen und der Wolf beziehen oder ob sie nur einem der Worte petit (klein), chaperon (Käppchen) oder rouge (rot) einen Rahmen geben wollen und das Märchen im Hintergrund oder sogar ganz außen vor lassen. Entstanden sind so zum Großteil brandneue Arbeiten aller Künstler. Neben bereits bekannten Namen wie Hans-Peter Stark, Nikola Jaensch, Marie Madeleine Noiseux und Sibylla Bögel kommt es zur Begegnung mit neuen Künstlerinnen und Künstlern darunter Mirjam Nemetschek, Silke Schmidt und Gabriele Schade-Hasenberg, der Konzeptkünstler Peter Dorn und die Österreicherin Anna Stangl. Gezeigt wird ein breites Spektrum von den Gattungen Malerei darunter Arbeiten auf Papier und Leinwand, Collagen und Skulpturen bis hin zur Konzeptkunst. (red) • petit.chaperon.rouge bis 19. Januar 2013 Galerie Katrin Hiestand, Landau www.galerie-hiestand.de 21 kunstraumMETROPOL

lichten


Hans Hofmann, Autumn Chill and Sun, 1962, Detail, テ僕 auf Leinwand, 152 x 130 cm, Privatsammlung, Photo: Tom Powel Imaging, Inc., courtesy Ameringer l McEnery l Yohe, VG Bild-Kunst Bonn, 2013 The project of Hans Hofmann: Magnum Opus is funded by a grant from the Renate, Hans and Maria Hofmann Trust, ツゥ 2013.


AUSSTELLUNGEN

Andrea Neumanns Thema ist das ‚menschliche Tun‘. Das wird durch die Farbtöne und das Besondere der Temperafarben noch unterstrichen. Die so gewählte Farbigkeit hat etwas Metaphysisches. Die Bilder zeigen einen Grad von Entmaterialisierung, da sich die Farben und Formen zu verflüchtigen scheinen.

Johannes Kriesche Glücksdoppler Zwei Dinge die sich gegenseitig bedingen - erst durch den Betrachter werden sie vollendet und das Glück gedoppelt. Häufig gebannt unter einer dicken farbigen Paraffinschicht, verzaubert Johannes Kriesche in seinen Arbeiten eine entzauberte Welt.

Galerie Julia Philippi, Heidelberg bis 17.März 2013

Galerie Hiestand, Landau 2. Februar bis 16. März 2013

EBERBACH

HEIDELBERG

Wie Art Künstlergruppe Rhein Neckar bis 28. März 2013 Galerie ARTgerecht Friedrich-Ebert-Straße 2, Eberbach Di-Fr 15-18h, Sa 11-14h

Lauter Minis Verkaufsaktion mit mehr als 500 Originalpostkarten und Kleinplastiken bis 22. Dez. 2012 Heidelberger Forum für Kunst Heiliggeiststraße 21, Heidelberg Di-So 14-18h

5. Europäische Quilt-Triennale bis 6. Jan. 2013 Textilsammlung Max Berk Brahmsstraße 8, Heidelberg Mi, Sa, So 13-18h

Da sie nur andeutungsweise oder manchmal unvollständig den Bildgegenstand oder die Figur wiedergibt, entfernt sie sich in diesem Abstrahierungsprozess vom ursprünglichen Sujet und es entsteht eine gewisse Distanz, die aber etwas Allgemeinverständliches, Allgemeingültiges, eben Ewiges hat.

EDENKOBEN Armin Müller-Stahl, Max Slevogt, Udo Lindenberg u.a. Musik in Bildern bis 24. Feb. 2013 Galerie Neumühle Klosterstraße 173, Edenkoben Mi-Sa 10-12h, Mi-Fr 15-18h, Sa, So 15-17h

FRANKENTHAL 40 Jahre Kunstverein Die Treidler ausstellen und bewegen bis 13. Jan. 2013 Kunsthaus Frankenthal Hans-Kopp-Straße 22, Frankenthal täglich außer Mo 14-18h, Do 14-20h Robert Arató SEA – girls – FREE 27. Jan. bis 24. Feb. 2013 Kunsthaus Frankenthal Hans-Kopp-Straße 22, Frankenthal täglich außer Mo 14-18h, Do 14-20h Eröffnung 27. Januar 2013, 16h Gerd Lind Malerei, Graphik, Plastik 1. bis 24. März 2013 Kunsthaus Frankenthal Hans-Kopp-Straße 22, Frankenthal täglich außer Mo 14-18h, Do 14-20h

Rolf Altena Malerei, Keramik bis 23. Dez. 2012 Kunstraum Vincke-Liepmann Häusserstraße 25, Heidelberg Sa, So 11-15h Barbara Brink, Susanne Schnaidt Herbst - zeitlos bis 24. Dez. 2012 Galerie Metall & Form Ladenburger Straße 24, Heidelberg Mo-Fr 10-18:30h, Sa 10-16h Verschiedene Künstler Weihnachtsfreude bis 29. Dez. 2012 Füllhorn LebensART Fritz-Frey-Straße 15, Heidelberg Di-Fr 10-20h, Sa 10-16h Ken Mihara, Masahiko Ichino, Yasuka Sakurai, Masaru Nakbada Japan zu Gast bis 6. Jan. 2013 Galerie Marianne Heller in Kooperation mit Yufuku Galerie, Tokio Friedrich-Ebert-Anlage 2, Heidelberg Di-Fr 11-13h/14-18h, Sa 11-18h

Sabine Tress bis 19. Jan. 2013 Galerie Kunst2 Lutherstraße 37, Heidelberg Di-Sa 11-15h, Fr 11-18h Vogelmen Diaries. Das Melton Prior Institut präsentiert “Special Artists” bis 27. Jan. 2013 Heidelberger Kunstverein Hauptstraße 97, Heidelberg Di-Fr 12-19h, Sa 11-19h Andrzej Urbanski Malerei und Collagen bis 31. Jan. 2013 Willibald-Kramm-Preis-Stiftung Stadtbücherei, Poststraße 15, Heidelberg Di-Fr 10-20h, Sa 10-16h Günther Berlejung, Natalie Berschin, Cornelius Fraenkel, Katja Hess, Roswitha Pape, Hildegard Parekh, Elke Wassmann Dynamik der Gruppe bis 31. Jan. 2013 Heidelberger Forum für Kunst auswärts Kanzlei Tiefenbacher Im Breitspiel 9, Heidelberg

Michael Hall und Freunde Farbenfrohe, detailverliebte, ausdrucksstarke Bilder, die auf ganz persönliche Weise Erlebnisse, Träume und Phantasien der Künstler zeigen – das sind die Werke von Michael Hall und seinen Freunden. Sie sind grundverschieden und sehr individuell, doch allen gemeinsam ist die unglaubliche Vitalität und die Lebensfreude, die sie ausstrahlen. Museum Cajeth, Heidelberg bis 2. März 2013

Kirschblütenträume Japans Einfluss auf die Kunst der Moderne bis 10. Feb. 2013 Kurpfälzisches Museum Hauptstraße 97, Heidelberg Di-So 10-18h Real bis Konkret Handzeichnungen von 12 Künstlern 18. Jan. bis 9. Feb. 2013 Galerie Grewenig Nissen Pfarrgasse 1, Heidelberg Mi, Do, Fr 15-18h, Sa 11-13h Javier Téllez Ungesehen und unerhört II: Rotations bis 10. Feb. 2013 Sammlung Prinzhorn Voßstraße 2, Heidelberg Di, Do-So 11-17h, Mi 11-20h Heinz Hoffmann Retrospektive 12. Jan. bis 10. Feb. 2013 Heidelberger Forum für Kunst Heiliggeiststraße 21, Heidelberg Di-So 14-18h Vernissage Fr 11. Jan. 2013, 20h Stephanie Abben Malerei, Collagen 17. Jan. bis 16. Feb. 2013 Galerie p13 Pfaffengasse 13, Heidelberg Di-Sa 11-13h, 14:30-19h Vernissage 17. Jan. 2013, 19h kunstraum kunstraum METROPOL METROPOL 2323 kunstraumMETROPOL 23


AUSSTELLUNGEN Antje Beck Strömungen 11. Jan. bis 17. Feb. 2013 Füllhorn LebensART Fritz-Frey-Straße 15, Heidelberg Di-Fr 10-20h, Sa 10-16h Vernissage 11. Jan. 2013, 20h

Norman Seibold Malerei 21. März bis 20. April 2013 Galerie p13 Pfaffengasse 13, Heidelberg Di-Sa 11-13h, 14:30-19h Vernissage 21. März 2013

Michael Hall und Freunde bis 2. März 2013 Museum Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg Mo-Sa 11-17h

Mitsuko Hoshimo Zeichnungen und Malerei 30. März bis 20. April 2013 Galerie Grewenig|Nissen Pfarrgasse 1, Heidelberg Mi, Do, Fr 15-18h, Sa 11-13h

Gotthard Glitsch, Susanne Hild, Ralph Troendlin, Siegfried Reißing, Ludwig Schmeisser, Andrzej Urbanski, Mario Urlaß Poesie der Abstraktion 16. Feb. bis 10. März 2013 Heidelberger Forum für Kunst Heiliggeiststraße 21, Heidelberg Di-So 14-18h Vernissage 15. Feb. 2013, 20h

Meisterliche Farbwahl, surreale Formen und meditative Motive führen wie ein roter Faden durch die Jahresausstellung „Auf neuen Wegen“ der Künstlerin Gerdi Gutperle in ihrem Kunstraum in Viernheim. Der Ausstellungstitel bezieht sich auf geistige, technische und materielle Errungenschaften, die Gutperle innerhalb eines Jahres gesammelt und künstlerisch umgesetzt hat. Präsentiert wird eine spannende und vielfältige Auswahl an Werkgruppen aus dem Bereich Plastik, Installation und großformatigen Bildern in Mischtechnik auf Metall, Leinwand oder Diamantglas. Die Künstlerin aus Hirschberg besticht seit Anfang ihrer Künstlerkarriere durch unermüdliches, kreatives, aber auch experimentierfreudiges Kunstschaffen. So fasziniert sie ihre Betrachter mit jedem Kunstwerk aufs Neue. Eine besondere Entwicklung im Jahr 2012 fand die Künstlerin in der Auseinandersetzung mit Tintografik und plastischen Objekten aus Paperclay und schamottierter Masse, die durch Strukturvielfalt und Bewegtheit im Spiel von Licht und Schatten überzeugen. Raffinesse und Intuition charakterisieren Gutperles Handschrift beim Umgang mit jeglichen Materialien. Ihre Werke möchten eine persönliche, positive Botschaft der Freude und Verbundenheit zwischen Mensch und Natur vermitteln. Als Philanthropin spendet sie den gesamten Erlös ihrer verkauften Werke an die Gerdi-Gutperle-Stiftung, die sie zusammen mit Ihrem Mann, Werner Gutperle, 2002 zugunsten der kranken Kinder in Indien gegründet hat.

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Friedemann Hahn, Florian Heinke Landschaften, Malerei 21. Febr. bis 16. März 2013 Galerie p13 Pfaffengasse 13, Heidelberg Di-Sa 11-13h, 14:30-19h Vernissage 21. Feb. 2013, 19h C.P. Clapeko Grüne Phase 22. Feb. bis 16. März 2013 Galerie Grewenig|Nissen Pfarrgasse 1, Heidelberg Mi, Do, Fr 15-18h, Sa 11-13h Andrea Neumann „einstweilige Anordnung“ 25. Nov. 2012 bis 17. März 2013 Galerie Julia Philippi Hauptstraße 4, Heidelberg Do, Fr 14-19h, Sa 12-16h Cholud Kassem 23. Februar bis 7. April 2013 Kunstraum Vincke-Liepmann Häusserstraße 25, Heidelberg Do, Fr 15-19h, Sa, So 11-15h Jan Bünnig Wir bleiben bis 1000 Uhr 9. Feb. bis 7. April 2013 Heidelberger Kunstverein Hauptstraße 97, Heidelberg Di-Fr 12-19h, Sa 11-19h Eröffnung 8. Feb. 2013 Sophie Ernst Studio #7: Die Erinnerung ist ein idealer Ort 9. Feb. bis 7. April 2013 Heidelberger Kunstverein Hauptstraße 97, Heidelberg Di-Fr 12-19h, Sa 11-19h Eröffnung 8. Feb. 2013

Helmut Widmaier Neue Bilder für Heidelberg 22. März bis 15. Juni 2013 Museum Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg Mo-Sa 11-17h Claus Bury Bauern-Architekturen bis Feb. 2014 Orthopädische Universitätsklinik Schlierbacher Landstraße 200a, Heidelberg täglich geöffnet

HERXHEIM Künstlerinnen aus Kanada, Großbritannien und Deutschland Textile Objekte 17. Feb. bis 10. März 2013 Villa Wieser Obere Hauptstraße 3, Herxheim Sa 16-18h, So 11-12:30h und 14-18h Eröffnung 15. Jan. 2013

KAISERSLAUTERN Qiu Shihua bis 6. Jan. 2013 Museum Pfalzgalerie Museumsplatz 1, Kaiserslautern Di 11-20h, Mi-So 10-17h „Spunst“ – die interaktive Kinderausstellung bis 27. Jan. 2013 Museum Pfalzgalerie Museumsplatz 1, Kaiserslautern Di 11-20h, Mi-So 10-17h Linda Karshan Lines and Movements – Bewegung und Linie 16. Jan. bis 7. April 2013 Museum Pfalzgalerie Museumsplatz 1, Kaiserslautern Di 11-20h, Mi-So 10-17h Eröffnung 15. Jan. 2013 Hans Hofmann Magnum Opus 9. März bis 16. Juni 2013 Museum Pfalzgalerie Museumsplatz 1, Kaiserslautern Di 11-20h, Mi-So 10-17h Eröffnung 8. März 2013


LADENBURG

LUDWIGSHAFEN

MANNHEIM

Madeleine Dietz, Selcuk Dizlek 23. Feb. bis 6. April 2013 Galerie Linde Hollinger Rheingaustraße 34, Ladenburg Mi-Fr 13-17h, Sa 12-16h Vernissage 23. Feb. 2013, 16h

Anne Neukamp bis 23. Dez. 2012 Rudolf-Scharpf-Galerie Hemshofstraße 54, Ludwigshafen Do, Fr 15-18h, Sa, So 13-18h

Bernhard Sandfort Malerei bis 21. Dez. 2012 Augenladen Heinrich-Lanz-Straße 29, Mannheim Di-Fr 14-18h

LANDAU Janosch bis 13. Jan. 2013 Frank-Loebsches Haus Kaufhausgasse 9, Landau Di-Do 10-12h und 14-17h, Fr-So 11-13h Mitglieder Kunstverein Landau Akut bis 15. Jan. 2013 Kunstverein Villa Streccius e.V. Südring 20, Landau Di-Mi 17-20h, Do-So 14-17h Silke Schmidt, Miriam Nemetschek, Anna Stangl, Hans-Peter Stark, Nikola Jaensch, Sibylla Bögel u.a. petit.chaperon.rouge bis 21. Jan. 2013 Galerie Katrin Hiestand Stadthausgasse 11, Landau Di-Fr 11-18h, Sa 10-15h Hermann Clemens, Rolf MüllerLandau, SEO, Feng Lu Kulturen - Kontakte 26. Jan. bis 3. März 2013 Kulturabteilung der Stadt Landau Städtische Galerie Villa Streccius. Südring 20, Landau Di-Mi 17-20h, Do-So 14-17h Vernissage 25 Jan. 2013, 20h Hans Purrmann, Rolf Müller-Landau, August und Eugen Croissant, Albert Haueisen u.a. Pfälzische Kunst aus einer Privatsammlung 25. Jan. bis 10. März 2013 Strieffler-Haus Löhlstraße 3, Landau Fr-So 14-17h Damaris Odenbach, Gabriele Lutterbeck Radix 20. Jan. bis 3. März 2013 Städtische Galerie im Frank-Loebsches Haus Kaufhausgasse 9, Landau Di-Do 10-12h und 14-17h, Fr-So 11-13h Vernissage So 20. Jan. 2013, 11h mit Tanzperformance Johannes Kriesche Glücksdoppler 2. Feb. bis 16. März 2013 Galerie Katrin Hiestand Stadthausgasse 11, Landau Di-Fr 11-18h, Sa 10-15h

Roswitha von den Driesch, Jens-Uwe Dyffort Versteckte Töne – Verborgene Bilder bis 6. Jan. 2013 Kunstverein Ludwigshafen Bismarckstraße 44-48, Ludwigshafen Di-Fr 12-18h, Sa und So 11-18h Harald Alexander Klimek und Victor Popov DAS KLEINE format bis 11. Jan. 2013 KUNSTHAUS Oggersheim Schillerplatz 2, Ludwigshafen Mi, Fr 17-19h Sebastian Stumpf Brücken bis 6. Feb. 2013 dis>play, Wilhelm-Hack-Museum Berliner Straße 23, Ludwigshafen Di, Mi, Fr 11-18h, Do 11-20h, Sa, So 10-18h Künstlerinnen der russischen Avantgarde Schwestern der Revolution bis 17. Feb. 2013 Wilhelm-Hack-Museum Berliner Straße 23, Ludwigshafen Di, Mi, Fr 11-18h, Do 11-20h, Sa, So 10-18h Klasse Otterbach / Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig Leipzig am Rhein 19. Jan. bis 14. April 2013 Rudolf-Scharpf-Galerie und Wilhem-Hack-Museum Hemshofstraße 54, Ludwigshafen Do, Fr 15-18h, Sa, So 13-18h Vernissage 18. Jan. 2013, 19h L/B Struktur und Zufall 16. März bis 20. Mai 2013 Wilhelm-Hack-Museum Berliner Straße 23, Ludwigshafen Di, Mi, Fr 11-18h, Do 11-20h, Sa, So 10-18h Eröffnung 16. März 2013, 19h hackordnung # 4 hier, dort und anderswo Neupräsentation der Sammlung bis 15. Sept. 2013 Wilhelm-Hack-Museum Berliner Straße 23, Ludwigshafen Di, Mi, Fr 11-18h, Do 11-20h, Sa, So 10-18h

Global Warming thematische Gruppenausstellung bis 23. Dez. 2012 Mannheimer Kunstverein Augustaanlage 58, Mannheim Di-So u. Feiertage 12-17h Simon Raab bis 5. Jan. 2013 Galerie Peter Zimmermann Leibnizstraße 20, Mannheim Di-Fr 12.30-18h, Sa 11-14h Jürgen Liefmann Bilder und Zeichnungen bis 5. Jan. 2013 Galerie Grandel S4, 23, Mannheim Di-Fr 14-19h, Sa 10-16h Die Geburtsstunde der Fotografie Meilensteine der Gernsheim-Collection bis 6. Jan. 2013 REM Reiss-Engelhorn-Museen C4,9, Mannheim Di-So 11-18h Die Preisträger. Bauten und Projekte bis 7. Jan. 2013 Kunsthalle Mannheim Friedrichsplatz 4, Mannheim Di-So u. Feiertage 11-18h, Mi 18-20h Dagmar Roederer bis 12. Jan. 2013 Galerie Kasten Werderstraße 18, Mannheim Di-Fr 14-19h, Sa 12-15h

Robert Mack, Grace Zaccardi nicht zurechnungsfähig bis 13. Jan. 2013 REM Reiss-Engelhorn-Museen C4,9, Mannheim Di-So 11-18h Olivier Hölzl survival of the fittest bis 26. Jan. 2013 Stoffwechsel Galerie Hafenstraße 74, Mannheim Di, Do, Fr, Sa 16-21h Felix Hartlaub bis 27. Jan. 2013 Kunsthalle Mannheim Friedrichsplatz 1, Mannheim Di-So u. Feiertage 11-18h, Mi 18-20h Sarah Mock und Finalisten Heinrich-Vetter-Kunstpreis bis 27. Jan. 2013 Stadtgalerie Mannheim S 4, 17, Mannheim Do-So 12-18h Artur Pfau Fotograf und Zeitzeuge bis 27. Jan. 2013 REM Reiss-Engelhorn-Museum Museum für Weltkulturen D5, Mannheim Di-So 11-18h SammelStücke Mitte Dez. 2012 bis Ende Jan. 2013 Galerie arthea Stresemannstraße 4, Mannheim Di, Do, Fr 14-18:30h, Sa 12-16h Alexander Bergmann Malerei bis 1. Feb. 2013 Laboratorio 17 Jungbuschstraße 17, Mannheim

Christoph Böllinger, Izumi Kobayashi bis 13. Jan. 2013 Galerie Keller Rheindammstraße 50, Mannheim Mi, Do 14-18h, Fr, Sa 11-15h

Adalberto Mecarelli hommage à uli bis 2. Feb. 2013 März Galerie Mannheim / Cube 4x4x4 Augartenstraße 68, Mannheim Do-Fr 16-19h, Sa 12-16h

Frank Göldner Tempelhof oder der Traum vom Fliegen bis 13. Jan. 2013 Kunstverein Mannheim Augustaanlage 58, Mannheim Di-So u. Feiertage 12-17h

Albert Weber bis 5. Feb. 2013 Galerie Böhner Schwetzinger Straße, Mannheim Di-Fr 15-19h, Sa 11-15h

Architecture China – The 100 Contemporary Projects bis 13. Jan. 2013 REM Reiss-Engelhorn-Museen C4,9, Mannheim Di-So 11-18h

Roxy Walsh Body Language 12. Jan. bis 9. Feb. 2013 Galerie Peter Zimmermann Leibnizstraße 20, Mannheim Di-Fr 12.30-18h, Sa 11-14h

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AUSSTELLUNGEN Woo Jin Lee Malerei 12. Jan. bis 9. Feb. 2013 Galerie Grandel S4, 23, Mannheim Di-Fr 14-19h, Sa 10-16h Eröffnung 12. Jan. 2013, 18h

Bernhard Licini Installation 17. Feb. bis 23. März 2013 März Galerie Mannheim / Cube 4x4x4 Augartenstraße 68, Mannheim Do-Fr 16-19h, Sa 12-16h

Simone Ari, Therese Boisclair, Elke Bührig-Blumenröther, Heike Dubis, Erica Fromme, Melnany Groothuis, Harry de Haan, Marleen Hansen, Ank ter Kuile, Christiane Lange, Viktor Majdandzic, Manuella Muerner Marioni, Annemarie Rudolph bis 10. Feb. 2013 Signal Iduna Business Tower Willy-Brandt-Platz 5, Mannheim Mo-Fr 9-17h

75 Jahre Eishockeystadt Mannheim bis 31. März 2013 REM Reiss-Engelhorn-Museen C4, 9, Mannheim Di-So 11-18h

Michelangelo Setola, Andrea Bruno, Judith Mall, Conor Stechschulte, Ward Zwart, Micheal Matthys Talking Territories 12. Jan. bis 24. Feb. 2013 zeitraumexit e.V. Hafenstraße 68, Mannheim Fr 16-20h, Sa, So, Feiertage 14-18h Eröffnung 12. Jan. 2013, 20h Gerda Bier, Immanuel Eiselstein, Menno Fahl, Helga Föhl, Armin Göhringer, Jens Gussek, Matthias Will Hauptsache Skulptur II 19. Jan. bis 2. März 2013 Galerie Keller Rheindammstraße 50, Mannheim Mi, Do 14-19h, Fr, Sa 11-15h Barbara Klosa bis 15. März 2013 Galerie Böhner – Bechtle IT-Systemhaus Besseltstraße 20-22, Mannheim Mo-Fr 9-17h Sean Dawson 16. Feb. bis 16. März 2013 Galerie Peter Zimmermann Leibnizstraße 20, Mannheim Di-Fr 12:30-18h, Sa 11-14h Nicole Daudert Malerei 16. Feb. bis 16. März 2013 Galerie Grandel S4, 23, Mannheim Di-Fr 14-19h, Sa 10-16h Eröffnung 16. Feb. 2013, 18h Bernhard Licini, Vera Molnar, Bernhard Striebel verschoben, gekippt, aus der Mitte gerückt 17. Feb. bis 23. März 2013 März Galerie Mannheim Beethovenstraße 18, Mannheim Do-Fr 16-19h, Sa 12-16h

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Sabine Amelung & Jürgen Hatzenbühler Malerei und Fotografie 23. März bis 20. April 2013 Galerie Grandel S4, 23, Mannheim Di-Fr 14-19h, Sa 10-16h Eröffnung 23. März 2013, 18h Markus Vater 23. März bis 27. April 2013 Galerie Peter Zimmermann Leibnizstraße 20, Mannheim Di-Fr 12.30-18h, Sa 11-14h Clemens Heinl 23. März bis 11. Mai 2013 Galerie Keller Rheindammstraße 50, Mannheim Mi, Do 14-19h, Fr, Sa 11-15h Miroslav Tichý Stadt der Frauen 24. Feb. bis 26. Mai 2013 REM Reiss-Engelhorn-Museen, Zephyr C4, 9, Mannheim, Di-So 11-18h Die Medici. Menschen, Macht und Leidenschaft 17. Feb. bis 28. Juli 2013 REM Reiss-Engelhorn-Museen C4, 9, Mannheim Di-So 11-18h Nur Skulptur! Das Mannheimer Skulpturen-Projekt 15. März bis 24. Nov. 2013 Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 1, Mannheim Di-So u. Feiertage 11-18h Robert Häusser Im Auftrag... Fotografien aus Industrie und Handwerk 24. März 2013 bis 12. Jan. 2014 REM Reiss-Engelhorn-Museen, Zephyr C4, 9, Mannheim Di-So 11-18h

NEUSTADT Lea Lenhart Perlenbilder – Zwischen den Sekunden bis 23. Dez. 2012 UP ART Galerie für zeitgenössische Kunst Im Meisental 51, Neustadt Mi, Do 17-20h, Fr 12-15h, So 12-16h Satomi Edo Familie/家族 27. Jan. bis 3. März 2013 Galerie ASPEKT Maximilianstraße 18, Neustadt Mi, Do 16-19h, Fr 15-20h, So 15-18h Vernissage 27. Jan. 2013, 11h und ArtConvention 15h Finissage 3. März 2013, 15h Gabriele Basch lichten 17. Feb. bis 24. März 2013 UP ART Galerie für zeitgenössische Kunst Im Meisental 51, Neustadt Mi, Do 17-20h, Fr 12-15h, So 12-16h Werner Brand Zugabe - Ausstellung zum 80ten Geburtstag des Malers 24. März bis 21. April 2013 Galerie ASPEKT Maximilianstraße 18, Neustadt Vernissage 24. März 2013, 11h und ArtConvention 15h Finissage 21. April 2013, 15h

ROCKENHAUSEN Artur Bozem und Martin Schöneich Habitat apk-Ausstellung bis 20. Jan. 2013, Museum Pachen Speyererstraße, Rockenhausen Di-So 14:30 -17:30h

SCHWETZINGEN Joan Miró Phantastische Welten bis 7. April 2013, Schloss Schlossstraße , Schwetzingen Mo-So 10-18h, Do 10-21h

SPEYER Thomas Buscher bis 6. Jan. 2013, Städtische Galerie Kulturhof Flachsgasse, Speyer Di-So 11-20h Felix M. Furtwängler bis 13. Jan. 2013 Kunstverein Speyer, Kulturhof Flachsgasse, Speyer Di-So 11-20h

MICHELSTADT Edgar Diehl, Peter Weber Malerei auf gefaltetem Alu, Filzfaltungen 23. Feb. bis 6. April 2013 Galerie Kautsch Mauerstraße 9-11, Michelstadt Mi – Fr 15-18h, Sa 11-16h

Paul in den Eicken Trovas Mallorquinas bis 20. Jan. 2013 Museum Geburtshaus Anselm Feuerbach Allerheiligenstraße 9, Speyer Di-Fr 16-18h, Sa-So 11-13h

Tina Juratzek Malerei bis 26. Jan. 2013 Galerie Josef Nisters Burgstraße 1A, Speyer Di-Fr 14-18h, Sa 11-15h Königreich Pfalz 3. März bis 27.Okt. 2013 Historisches Museum der Pfalz Domplatz 4, Speyer Di-So 10-18h

VIERNHEIM Gerdi Gutperle Auf neuen Wegen – Große Jahresausstellung bis 17. Feb. 2013 Kunstraum Gerdi Gutperle Heidelberger Straße 9, Viernheim Fr-So 14-18h Falk Kästle Tanzdruck bis 18. Jan. 2013 RathausGalerie Kettelerstraße 3, Viernheim Mo-Do 8-17h, Fr 8-13h Christian Schura Fantasy bis 15. Febr. 2013 KulturScheune Satonévri Platz 1, Viernheim Do, Fr 15-18h und Sa 10-13h

WALDORF Young Chinese Art bis 31. März 2013 SAP AG – Int. Schulungszentrum Dietmar-Hopp-Allee 20, Waldorf Mo-Fr 10-20h

WEINHEIM Cameron Ruud bis 15. Jan. 2013 Volksbank Weinheim Bismarckstraße 1, Weinheim Mo-Fr 8:30-16h, Do 8:30-18h Steffen Bittmann, Werner Hoppe, Victor Koch, Gudrun Rienhardt, Ulrich Thul The very best bis 27. Jan. 2013 Galerie von Wussow Weinheimer Straße 22, Weinheim Sa 11-15h Gerd Lind, Motz Tietze ab Mitte Februar Galerie von Wussow Weinheimer Straße 22, Weinheim Sa 11-15h

WORMS Eberhard Linke Mythos Mensch bis 30. Dez. 2012 Museum Kunsthaus Heylshof Stephansgasse 9, Worms Di-Sa 14-17h, So 11-17h Alle Termine ohne Gewähr!


BILDNACHWEISE Cover: Sarah Mock, inside out (2009) S. 4-5 Sarah Mock, Still der Videoarbeit „Und wenn der letzte Käfer“ (2010) S. 6 Foto: Wort.Bild.Kultur. UG (haftungsbeschränkt) S. 7 Foto: Medienzentrum Uniklinikum Heidelberg © Sammlung Prinzhorn S. 9 Foto 1-3: Wort.Bild.Kultur. UG (haftungsbeschränkt) S. 10 Farbräume Susanne Lyner (links), Bernhard Licini, Foto: März Galerie Mannheim S. 10 Galerie kunst2, Evelyn Weinzierl, Holz (2012), Normann Seibold, Öl auf Leinwand, o.J., Galerie p13 S. 11 Mark Fairnington, Person, 2012, Öl auf Holz, 135 x 45 cm, (Detail) Galerie Peter Zimmermann S. 12 Selçuk Dizlek, mirror mobilé, Foto von Selçuk Dizlek, Galerie Linde Hollinger S. 12 art KARLSRUHE, Foto: Jürgen Rösner S. 13 Felix Hartlaub, Ungeheuer, Kunsthalle Mannheim S. 14 Ohne Titel, © The Estate of Miroslav Tichý / Courtesy Galerie Walter Keller, Zürich S. 15 Linda Karshan, Ohne Titel (Light Points), 2011, Bleistift. Courtesy Galerie Biedermann, München. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern S. 15 Linda Karshan beim Zeichnen. Foto: Tom Fecht, London. © VG Bild-Kunst Bonn, 2012 S. 16 Tabubruch II, 2012, Acryl/Papiercollage auf Leinwand, 180 x 200 cm, Kulturabteilung Landau S. 17 Straße der Schmetterlinge, Mezzotinto, (1977), 35,7 x 23,9 cm. Foto Dr. Barbara Clemens S. 18 Jürgen Liefmann, Ohne Titel (2008) Gouache auf Papier Ausschnitt, Foto: Galerie Grandel S.18 YasukoSakurai, Foto: Galerie Marianne Heller S. 19 Kurfürstin Anna Maria Luisa von der Pfalz, geborene Medici, Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, Jan Frans von Douven, vor 1708, Öl auf Leinwand © rem, Foto: Jean Christen S. 20 Cholud Kassem, Aus der Serie „Dem Himmel sei Dank“, 2009, Mischtechnik auf Fotokarton, 70 x70 cm, Foto: Renate Deckers-Matzko S. 20 Gudrun Rienhardt, Freundinnen, Foto: Wort.Bild.Kultur. UG (haftungsbeschränkt) S. 21 Peter Dorn, "Erwachsen werden". 70 x 70 cm, Latex auf Karton, gerahmt, 2012. Foto: Galerie Katrin Hiestand S. 22 Hans Hofmann, Autumn Chill and Sun, 1962, Detail, Öl auf Leinwand, 152 x 130 cm, Privatsammlung, Photo: Tom Powel Imaging, Inc., courtesy Ameringer l McEnery l Yohe, VG Bild-Kunst Bonn, 2013 S. 23 Andrea Neumann, peripherie, 120x130cm, Andrea Neumann, avalon, 150x180_2012, Galerie Philippi S. 23 Johannes Kriesche, Serie Glücksdoppler, "Engramme 2 (Auswahl)". je 35cm, Paraffin auf Leinwand auf Holz, ab 2000. Foto: Galerie Katrin Hiestand S. 23 Michael Hall, Hunde werfen Schneeballe, 2010, Farbstifte IMPRESSUM Herausgeber: art-media-edition-Verlag, Insel 3, D-79098 Freiburg, Tel. +49 (0) 761/ 8 81 74 76 Geschäftsführung: Björn Barg Projektleitung, Redaktion, Anzeigen: Wort.Bild.Kultur. UG (haftungsbeschränkt) redaktion@kunstraum-metropol.de Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe Dr. Heinz Höfchen, Ulrike Lehmann, Dirk Martin, Ingrun Salzmann, Dr. Dietmar Schuth Auflage 7000 kunstraumMETROPOL liegt in ausgewählten Museen und Kunsträumen aus. Nächste Ausgabe: April 2013 - Juni 2013 Anzeigenschluss: Do 28.02.2013 Erscheinungstermin: Fr 15.03.2013

kunstraumMETROPOL 27 kunstraumMETROPOL 27


aufbruch den wahren keil neu entdecken. neuhängung der keil-collection heidelberg mit dem schwerpunkt auf die aktuellen werke von peter robert keil.

17. märz 2013 16.00 uhr führung durch die sammlung ab 19.00 uhr weitere aktionen, atelier-verkauf aktuelle informationen kurzfristig unter www.keil-collection-heidelberg.de keil-collection-heidelberg, goldschmidtstraße 4-6, 69115 heidelberg eine initiative der gim


kunstraumMETROPOL 1Q 2013  

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