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UNVERWECHSELBAR KUNST UND KULTUR IN DER METROPOLREGION RHEIN-NECKAR

Heidelberg

Schwetzingen

Thomas Kraus, Leiter des Kulturbüros der MRN

Wo sind die Stärken und Potenziale der Metropolregion im Hinblick auf die zeitgenössische Kunst? Wo sind die Besonderheiten? Gemeinsame Ausstellungsprojekte der Museen, Kunstvereine, Galerien und Sammlungen der Metropolregion waren erfolgreich und haben für nationale und internationale Aufmerksamkeit gesorgt. Diese Bereitschaft zur Zusammenarbeit, über Sparten-, Stadtund Ländergrenzen hinweg, ist innerhalb Deutschlands singulär. Ich denke vor allem an das Fotofestival Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg 2011 das mit steigenden Zuschauerzahlen und einem weltweiten Medienecho für eine gelungene Kooperation belohnt wurde. Dieser wunderbar kuratierte Blick auf die Fotografie zu Beginn des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts steht beispielhaft für die Stärken und Potentiale der Region Rhein-Neckar. Wir erhoffen uns für die Zukunft weitere Gemeinschaftsprojekte, die bedeutende Ausstellungen zu realisieren vermögen – hier sind in unserer Region noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Eine weitere Besonderheit ist sicher 16 kunstraumMETROPOL

die im Vergleich zu anderen Regionen überZusammenhang erwähne ich das Stichwort aus große Bereitschaft hier beheimateter priAtelierförderung, die mancherorts bereits vater Mäzene und der Sponsoren aus der eingeführt ist. Die Eröffnung einer StadtgaSpeyer örtlichen Wirtschaft, zeitgenössische Kunst lerie in Zeiten klammer Kommunalhaushalte zu fördern. So sind immer wieder temporäre hat natürlich weithin ein positives Zeichen Projekte möglich, die einen Austausch mit gesetzt, das hoffentlich als Signal für weitere Künstlern auf nationaler und internationaler Anstrengungen der öffentlichen Hand auf Ebene kreieren. dem Feld der Künstlerförderung verstanden wird. Wenn wir also in der gesamten Region Anreize für die Künstler schaffen, sich hier niederzulassen, dann sehe ich der Zukunft Welche Rolle nimmt die zeitgenössische hoffnungsvoll entgegen. Dazu gehört natürKunst im Rahmen der Bewerbung zur lich auch die Projektförderung durch die GeKulturhauptstadt 2020 ein? meinden und Städte. Hier seien stellvertretend die spannenden Projekte EINRAUMSie wird, so hoffe ich, eine Hauptrolle im HAUS und KING KONG Contempary Art Bewerbungsprozess übernehmen. Die GaleProject genannt, die eine entsprechende risten, Ausstellungsmacher, Museumsleiter Unterstützung erhalten haben. Nebenbei und Künstler der gesamten Region sollten bemerkt ist die Außenwirkung unserer die Chance nicht ungenutzt verstreichen lasKunstszene oft größer und positiver als es sen, die diese Bewerbung bietet. Schließlich die Eigenwahrnehmung vor Ort suggeriert. wird es Mannheim und der Metropolregion Wir dürfen also ruhig etwas selbstbewusster nicht gelingen in Brüssel Eindruck zu maauf die Kunstszene der Metropolregion chen, wenn auf dem Gebiet der zeitgenössischauen. schen Kunst ein großes Defizit diagnostiziert werden müsste. Deshalb sollten sich die Akteure der Kunstszene Rhein-Neckar deutlich Welche Ausstellung in der Region haben positionieren und ihre Ideen an die VerantSie für den Sommer in Ihrem persönlichen wortlichen für die Bewerbung zur EuropäiTerminkalender eingeplant? schen Kulturhauptstadt herantragen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Auch in diesem Fall empfehle ich die Kräfte Als überzeugter und hoffentlich überzeuzu bündeln und ein aufeinander abgestimmgender Anhänger der Metropolregion freue tes, gemeinsames Vorgehen. Allerdings ich mich auf das Deltabeben. Regionale sollte der Schwerpunkt nicht auf einmalige 2012. Wer sich über das aktuelle KunstgeFeuerwerke gesetzt werden, sondern auf schehen der Region informieren möchte, langfristig angelegte Projekte mit Tiefenwirsollte diese Schau, die vom 22.07. bis zum kung. 2.09. zu sehen ist, nicht verpassen. Neben zahlreichen weiteren Ausstellungsbesuchen habe ich in meinem Kalender bereits die Ausstellung Heide Hinrichs: Echos rot angeWie schätzen Sie die Entwicklung des strichen, weil ich neugierig darauf bin, welKunstraums Rhein-Neckar ein? chen Weg Susanne Weiß, die neue Leiterin des Heidelberger Kunstvereins, beschreiten Entscheidend für die Entwicklung des hiesiwird. Und um der Zeit ein wenig vorzugreigen Kunstraums wird sein, ob es gelingt, die fen, erwähne ich noch die für den Herbst ohne Zweifel vorhandenen Talente dazu zu im Wilhelm-Hack-Museum geplante Schau bewegen, in der Region zu bleiben. Es wird Schwestern der Revolution. Künstlerinnen viel davon abhängen, welche Arbeitsbedinder russischen Avantgarde. gungen Künstler hier vorfinden. In diesem

kunstraumMETROPOL 3Q 2012  

Das Kunstmagazin der Metropolregion Rhein-Neckar

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Das Kunstmagazin der Metropolregion Rhein-Neckar

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