Issuu on Google+

12/2006 | 01/2007

DESIGN > ANGEWANDTE KUNST > FORMGESTALTUNG GERÄT | GLAS | KERAMIK | LICHT | MÖBEL | TEXTIL | SCHMUCK | INTERIOR

GRATIS

AUSGABE OST- & WESTSCHWEIZ > ELSASS > OBERRHEIN

LEUCHTEN


Werden Sie möglicherweise fragen, liebe Leserinnen und Leser. Wo alle Welt von Globalisierung redet, von internationalen Märkten, fernöstlichen Produktionsstandorten und Multikultur, widmet sich ein neues Magazin dem Entwerfen, Gestalten, Produzieren und Verkaufen in der Region – einer Region immerhin, in der innerhalb der Koordinaten Zürich, Basel, Strasbourg, Karlsruhe Lebenskultur eine besondere Tradition hat.

INHALT

EDITORIAL

Design und Region – wie geht das zusammen?

Die Antwort ist einfach: Wir von INFORM glauben, dass hier ein Mehrwert entsteht, eine neue Qualität. Indem wir Ihnen zeigen, wo die Dinge herkommen, die Sie interessieren und die Ihnen gefallen könnten und wer sich darum sorgt, dass sie schließlich zu Ihnen und damit zu ihrer Bestimmung finden, bekommen Stühle, Betten, Leuchten, Schmuck und vieles mehr eine vierte Dimension. Sie werden in einer besonderen Weise konkret und persönlich. Das gilt auch für Designstücke, die in größeren Auflagen seriell produziert werden, wie etwa Stühle und Sitzmöbel von Vitra. VitraMuseum und Architekturpark stellt sie in einen Kontext, der sie hinaushebt über eine gewissermaßen unspezifische Attraktivität und über die Dynamik wechselnder Geschmacksdiktate, auch Trend genannt. Im Idealfall sind – oder werden – diese Dinge Klassiker. Das Zeug zum Lieblingsstück haben sie allemal und lohnen so Investitionen, die aus anderer Perspektive hoch erscheinen könnten. Zunächst selbst etwas skeptisch beim Blick auf unseren geographischen Standort, merkten wir bei unseren Recherchen schnell, dass sich Gestalterinnen und Gestalter in „der Region“ offensichtlich wohl fühlen. Hier liegt zwar nicht Berlin, London oder Barcelona. Aber die „Front der Peripherie“ begünstigt jene Konzentration, die Ideen und Entwürfen Qualität verleiht. An Themen und Persönlichkeiten für künftige Ausgaben wird es also nicht mangeln, soviel steht bereits fest. Alle zwei Monate wird INFORM Sie über Design in der Region informieren, über intelligente neue Ideen und ihre wertbewußte Umsetzung. Schwerpunkt dieser Ausgabe ist das Thema „Leuchten“– insofern gehen wir mit der Jahreszeit. Das umstrittene weihnachtliche Beleuchtungskonzept der Zürcher Bahnhostraße stellen wir in der Rubrik „Topos“ zur Diskussion. Außerdem portaitieren wir interessante Betriebe: den Auftakt macht ein uraltes Handwerk – die Messerschmiedekunst – die von dem Basler Messerschmied Kilchenmann fortgeführt wird. Navigationshilfen in den vorweihnachtlichen Städten bieten die Rubriken „Tipps“ und „Artefakt“ und die Agenda offeriert Gelegenheiten, dem zu entkommen. Auf ein gutes Jahr 2007!

03 Editorial 04 THEMA Licht ist Kunst Beleuchtungstendenzen heute nutzen die Farbe im Licht

07 TOPOS „The World's Largest Timepiece“ Züri glimmt

09 TEXT Neu erschienene Bücher „Lichtkunst aus Kunstllicht“ „Design live“ „Leuchtende Bauten“

11 ARTEFAKT Gut gefunden

17 INSTITUTION hgk z Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich

18 PORTRAIT Ein Schmied schichtet Stahl Kilchenmanns Damast-Klingen

22 EXPO Jean Prouvé Die Poetik des technischen Objekts

26 TIPPS Sehenswert

Zunächst aber interessante Entdeckungen und eine angenehme Lektüre!

29 AGENDA Termine im Dezember und Januar

Björn Barg, Regina Claus

03

31 Impressum


Beleuchtungstendenzen heute nutzen die Farbe im Licht Wie schwarz war die Nacht vor dem Zeitalter der Elektrifizierung, wie dunkel die Städte ohne Straßenbeleuchtung,

Licht gebündelt, das aus Scheinwerfern in den Raum abgegeben wird und diesen regelrecht in Farbe taucht. Dabei machte man sich die Ergebnisse von Tests zu Nutze, die eine Verbindung von psychischer Befindlichkeit und Farbwirkung bestätigen. Auch die hippe Firma Catellani & Smith tut mehr für die Seele als für die Lichtausbeute in ihren originellen Entwürfen wie dem einer mit Blattgold behafteten (Sonnen-) Scheibe, die, angestrahlt, warmes Licht reflektiert. In „Sweet light“ liegt ein Ball aus Golddraht, der bei Berührung erstrahlt oder dunkler wird, wie eine Zauberkugel in der Hand. Auch ihre Leuchten-Unikate wie riesige Halbmonde aus bemaltem gelbem Papier sind nicht eigentlich Licht-, sondern Stimmungsbringer.

12/06 | 01/07

THEMA

> Licht ist Kunst

„Neben dem Mond ist Gold das poetischste und wundervollste Material, um Licht zu reflektieren. Gold ist materialisiertes Licht.“, sagt Ingo Maurer, Deutschlands bedeutendster Designer von Leuchtobjekten. Sein Entwurf für die Ikone „Lucellino“, eine geflügelte Glühbirne mit Gänsefedern, regte ihn 1992 dazu an, das stufenlose Dimmen durch Berührung, den Transformator „Touch Tronic“ zu erfinden, der für die Entwicklung einer Modularität für individuelle Lichtgestaltung so folgenreich war. Neben der rotglühenden „Campari-Leuchte“ aus 10 kleinen Campari-Soda-Flaschen, 2002, schaffen auch bei Maurer Blätter aus vergoldetem Papier im Modell „Luxury Pure“, 2004, „Licht, das dem Wohlbefinden dient“. Seine „24 Karat Blau“-Hängeleuchte (2005) beruht ebenfalls auf dem mild und kostbar durchschimmernden Farbton Gold. „Santa Maria della Luce“, ein an der Wand hängender Leuchtkörper aus hitzebeständigem Glasgewebe in Form eines ephemer und geisterhaft wirkenden Handtuchs, erhält seit 2006 drei abnehmbare Farbfilter mitgeliefert!

axelmeiselicht, Wandleuchte Occhio sento color, Foto: Robert Sprang

illuminierte Schaufensterfassaden und Leuchtreklame! Ehe das kühle Gaslicht aufkam, waren die Menschen nur den warmen Farbton von Kerze und offenem Feuer gewohnt. Den rötlichen Feuerschein nahmen sie auch im Lichtspiel des Sonnenuntergangs wahr, der das Gemüt nach wie vor als grandioses Farbspektakel fasziniert und berührt. Diese Attraktion nehmen sich Lichtdesigner heute wieder zum Vorbild für ihre Kreationen mit farbigem Stimmungslicht.

Selbst der französische Stardesigner Philippe Starck taucht seine Designwohnungen in der Hamburger Hafen-City nun in farbiges Licht, so dass das Innere einen besonderen Kick der Inszenierung erhält. Seine Immobilien genießen in Deutschland inzwischen Kult-Status und stehen für Prestige, Individualität, perfekte Gestaltung und Lebensgefühl. Für die italienische Designmarke Kartell entwarf Starck buntfarbige Plexiglas-Lampenschirme, die mit dem Einzug von Kunststoff in den Wohnbereich das Design der 60er Jahre wiederbeleben.

axelmeiselicht, Stehleuchte Occhio sento color soft, Foto: Robert Sprang

Man unterscheidet nämlich sehr deutlich zwei Arten von Beleuchtung: Das notwendige und das atmosphärische Licht. Anders als die sachliche Lichtquelle in Büroräumen, die möglichst in Tageslichtfarbe mit guter Stärke und ohne Schatten das Licht dahin bringt, wo es notwendig ist, gibt es jetzt das atmosphärische Licht, das mit Lichtfarbe Gefühle anspricht. Das haben sich besonders die italienischen Lichtdesigner, die Nummer Eins unter den Lichtgestaltern, seit ein paar Jahren in ihren Entwurfslinien zu eigen gemacht, waren sie doch immer schon mehr an der Schönheit als am Nutzen ihres Designs interessiert. So hat Artemide, die berühmteste italienische LichtdesignFirma, in der Serie „artemide metamorfosi“ (2002) farbiges

04


Ingo Maurer, Eddie’s son, 2005

Auch bei dem System Occhio Senso, einer puristischen Form von Reflektorköpfen, geht es nicht mehr um weißes, durch Linsen gebrochenes Funktionslicht, sondern um farbiges Stimmungslicht. Mit dem Slogan „Light is emotion“ wirbt die Münchner Designerfirma axelmeiselicht für spektakuläre Effekte. Farbfilter erweitern um die Möglichkeit, Lebensbereiche nach Wunsch farbig zu illuminieren: Je nach Einsatz von Linse, Farbfilter, Glas oder Cover können unterschiedliche Lichtwirkungen erzielt werden. Weißes Licht, die Summe aller Spektralfarben, wird mittels dichroitischer Filter so aufgespalten, dass man wieder eine Einzelfarbe erhält. Im Zentrum des Lichtstrahls findet sich dann die reine Farbe, an seinen Rändern entstehen spektrale, fast psychedelische Farbeffekte. Für seine Tischleuchte wählte der niederländische Designer Marcel Wanders eine historische Formensprache. Seine Kerzenhalter-Imitation „On / Off by Blowing“, Modell „B.L.O.“, ist so konstruiert, dass On und Off durch Pusten auf das

05

Leuchtmittel einer „Windstoßkerze“ betätigt werden kann (Hersteller Flos). Atmosphärische Raumgestaltung ist also eine Tendenz, die mit allen Mitteln die Anmutung eines wärmenden Herdfeuers nachahmt oder mit Rückgriffen auf die Historie traditioneller Lichtquellen wie Kerzenlicht aufwartet. Bei dieser Entwicklung fragt Ingo Maurer mit Recht: „Wo bist Du, Edison…?“, Kreation einer Leuchtenserie, die eine Hommage an den Erfinder der Glühbirne ist. 1997 hatte er die Hängelampe konstruiert, in der in einem Acrylglasschirm ein Hologramm eine Glühbirne vorspiegelt. „Eddie’s Son“ (2005), eine kleinere Version, verkauft sich rasant, ebenso wie die Wandleuchte „Holonzki“, auf deren Glas- Hologramm die Glühbirne in gelber Farbigkeit geradezu zum Greifen real erscheint, und doch deutlich gezeigt wird, dass im Zeitalter von Halogen und Sparlampe die alte Glühbirne >> fast schon historisch geworden ist.


Eva Schumann-Bacia

12/06 | 01/07

>> Die Sehnsucht nach Gefühlen sucht sich neue Ausdrucksformen. Für gutes Lampendesign braucht es nach Maurer nur: „einen kreativen Geist, einen leidlich hohen Raum … ein gutes Auge, einen Sinn für Rhythmus und gutes Werkzeug.“ Nutznießer sind die Kunden, die heute so viele Möglichkeiten erhalten wie nie: „Ich hoffe, dass es den Leuten gefällt, mit meinen Lampen zu spielen, um sich das Licht zu bereiten, was ihnen passt. Ich hoffe, dass sie da eine persönliche Note mit ihrer eigenen Imagination hineinbringen.“

Alle Leuchten gesehen bei M. Moldovan LUMINA Beleuchtung, Barbarastraße 10, D - 79106 Freiburg, www.lumina-beleuchtung.de

Ingo Maurer, 24 Karat Blau, 2005

06


Züri glimmt Zunächst ein kurzer Rückblick: 1971 wird von der Vereinigung Zürcher Bahnhofstraße (VZB) erstmals eine „großräumliche Weihnachtsbeleuchtung“ installiert. Schon damals sind die Kommentare der Passanten eher kritisch, für manche sieht es aus „wie im Bastelkeller“, vielen ist es „viel zu futuristisch“, andere wiederum sehen „bloß Drähte und Glühbirnen“. Die Presse hingegen ist begeistert und spricht vom „Lichterbaldachin“, „einem großen Wurf für die Stadt Zürich“ und „weltweiter Beachtung“. Im November 2005, zum 50-jährigen Jubiläum der VZB wird die alte, inzwischen zum oft kopierten Klassiker avancierte Beleuchtung nach dem üblichen langwierigen Procedere durch eine neue, durch „der Welt größtes Uhrwerk“ (?) ersetzt. Argumente für diese neue Beleuchtung waren ihre Einzigartigkeit und technologisch-ökologische Innovation gegenüber dem desolaten Zustand, den hohen Wartungskosten und immensem Stromverbrauch der alten Anlage, die Gegner plädierten dagegen für Tradition, besinnliche Stimmung, Gemütlichkeit und „warmes Licht in einer kalten Welt“. Nachdem seit Anfang 2001 eine Studie in Auftrag gegeben, Berichte geschrieben, ein Beurteilungsgremium eingesetzt, ein „internationaler Wettbewerb“ mit größtenteils Schweizer Teilnehmern ausgeschrieben und weitere Experten und Berater hinzugezogen worden waren, brauchte es nur noch einige Evaluationen, Vorprüfungen und Auswahlstufen, bevor schließlich feststand, dass die jungen (Zürcher!) Architekten Gramazio & Kohler das Rennen gemacht hatten. Der einzig verbliebene Konkurrent, die Oos AG (auch Zürich) konnte zu wenig Leuchtkraft vorweisen und hätte das Budget komplett gesprengt. Die neue Weihnachtsbeleuchtung, „The World’s Largest Timepiece“, (ab jetzt kurz WLT genannt) ist ein 1,1 km langes vertikales Lichtband aus je sieben Meter langen Leuchtröhren, die in der Straßenmitte verlaufend, den Bahnhof mit

The World’s Largest Timepiece, Foto: Roman Keller

07

dem See verbinden. Von den Seitenstraßen aus betrachtet ist das WLT eine schlichte Serie eleganter, langgezogener Lichtstäbe, die sich in den Fenstern der Fassaden spiegelt, aber je nach Standpunkt zu einem sich permanent verändernden Lichtvorhang wird. Das WLT besteht aus 275 Lichtröhren, die mehr als 240.000 LEDs enthalten und in Echtzeit zentral angesteuert werden können, um das WLT über die gesamte Länge mit ständig variierenden Lichtstimmungen zu bespielen, die sich aus dem Fortschreiten der Festtage, der Tageszeit, der Dichte der Besucherströme usw. ergeben. Drei Sensoren erfassen die Aktivität in der Bahnhofstraße und dann reagiert das Lichtband entsprechend. Die Bürger und Besucher kommentierten das WLT folgendermaßen: „viel zu kaltes Licht“, „ungemütlich und nicht weihnachtlich“, „neue Landebahn?“, aber auch „coole LED“ oder „spannend und kitschfrei“, manchmal auch sehr direkt „Scheiß Dioden!“ Presse, Stadt und Architekten sehen im WLT „ein gestaltetes urbanes Zeichen“, „das visuelle Rückgrat“ oder gar die „innere Uhr“ Zürichs! Es sei „technologisch innovativ“ und „dynamische, immaterielle Architektur“, auf jeden Fall ein „epochaler Einschnitt“ und ein „bewegter, ruhender Pol“ (?) in der Stadt. Wer das verwirrend findet oder erleuchtet werden will, sollte selbst nach Zürich fahren. Seit 23. November ist die zweite, „überarbeitete Spielzeit“ des WLT eingeschaltet. Denn 2006 gibt es nicht mehr eine kontinuierliche Licht-Entwicklung auf die Festtage hin, sondern einen Tagesverlauf mit allen Spielarten der Weihnachtsbeleuchtung, außerdem mehrere neue kurze Bespielungsvarianten, und die Bewegung geht von mehr Licht-Zentren aus, wobei „glitzernder Schneefall“ (Besinnlichkeit?) die dunkleren Stellen füllt. Fazit: S'Timepiece hängt, Züri glimmt und Jubiläen gibt es immer wieder! Dietmar Zuber

TOPOS

> „The World's Largest Timepiece“


08

12/06 | 01/07


Hrsg. Peter Weibel et al. | 716 S., 980 Abb. | Deutsch / Englisch | Gebunden | Hatje Cantz 2006 | EUR 58,– / SFr. 92,–

Die umfassende Publikation zum Medium Licht präsentiert die volle Bandbreite künstlerischer Auseinandersetzung und Arbeiten unter Einsatz von Kunstlicht zur Schaffung von Lichtkunst. Seien es Glühbirnen, Leuchtstoffund Neonröhren, glimmende LED’s oder leistungsstarke Scheinwerfer, leuchtende Objekte und Räume oder illuminierte Landschaften. In diesem Katalog zur spektakulären Ausstellung im ZKM / Museum für Neue Kunst Karlsruhe – mit über 700 Farbabbildungen zu Werken aller bedeutenden Licht-KünstlerInnen – erläutern profunde Essays die Exponate und analysieren das Phänomen Licht aus naturwissenschaftlicher, philosophischer und kunsthistorischer Perspektive. Texte einiger Licht-Kunst-Schaffender erweitern zusätzlich den Blick auf das Licht als Medium der Kunst. Ein neues Standardwerk zum Thema. [DZ]

Alfredo Häberli DESIGN LIVE Hrsg. Beda Achermann, Alfredo Häberli | 200 S., 120 Abb. | Leinengebunden | Birkhäuser 2006 | EUR 49,90 / SFr. 79,–

„Gebrauchsanweisung“ (Ausstellungstitel) Man nehme 1 innovativen, erfolgreichen und zeitgenössischen Schweizer Designer und seine Objekte (Alfredo Häberli, * 1964 in Buenos Aires), dann lässt man 7 befreundete KünstlerInnen (Shirana Shabazi, David Renggli, Walter Pfeiffer, Roman Signer, John M Armleder, Körner Union, Stefan Burger) diese Objekte auf originelle Weise inszenieren, verfremden oder einfach sprengen! 1 famoser Graphiker und Art Director (Beda Achermann, Studio Achermann Zürich) übernimmt Konzept, Layout und Betreuung, 2 Autoren (Gianni Jetzer und Stefano Casciani) liefern mit aufschlussreichen Essays eine kunsthistorische Unterfütterung und Theorieklammer. Dazu kommen 120 qualitativ hochwertige Aufnahmen fürs Auge, biographische Daten und 1 obligatorisches Werkverzeichnis für den Überblick. Schließlich gibt man noch 1 Prise Humor und Selbstironie dazu, ergänzt das Ganze mit 1 Schuss SUR-REALITÄT und man bekommt 1 erstaunliches Buch und zugleich 1 gelungene Monographie! [DZ]

Marion Ackermann, Dietrich Neumann LEUCHTENDE BAUTEN: ARCHITEKTUR DER NACHT Hrsg. Marion Ackermann, Dietrich Neumann | 151 S., 50 Abb. | Deutsch / Englisch | Hatje Cantz 2006 | EUR 35,– / SFr. 58,–

Der klar konzipierte und informationsreiche Katalog dokumentiert und vertieft die erste wirklich umfangreiche Ausstellung zum Thema Architektur-Illumination im Kunstmuseum Stuttgart. Beginnend mit den großen Weltausstellungen 1889 und 1900 in Paris, über die in den 1920er Jahren entwickelten technischen und ästhetischen Lösungen für Nachtfassaden in Großstädten, bis hin zu den kybernetischen Lichtbauten der 1970er Jahre und aktuellen Computersimulationen, werden sämtliche Erscheinungsformen und Dokumentationsmedien zur Nachtarchitektur abgedeckt. Die fundierten Textbeiträge unterlegen das nicht sehr umfangreiche aber vielseitige Bildmaterial zu diesem hochspannenden Kapitel der Architekturgeschichte. Das Spektrum der Publikation reicht von Feuerwerk, Leuchtreklame und Lichtspielhaus, über Leuchtfontäne und Lichtdom, bis zu kinetischem Licht und Glasbaustein. „Beleuchtet“ werden Lichtkonzepte vom Eiffelturm bis zum Kaufhaus, vom Glasmuseum bis zur Tankstelle. [DZ]

09

TEXT

Peter Weibel LICHTKUNST AUS KUNSTLICHT


10

12/06 | 01/07


Zu lange gearbeitet? Aus dem Sessel wird ein B e t t . Besuch im Büro? Aus dem Zwei- wird ein Sechssitzer. Aus dem Dreisitzer ein großes Bett. Senkrecht, relaxed oder liegend Geschäfte abschließen; blitzschnell verstellen, abklappen und verwandeln. Die neue Sitzmöbelreihe DOWNTOWN von ligne roset, kombinierbar mit einem passenden Regalsystem, macht aus der gewöhnlich peinlichen Wuchterei eine komfortable Angelegenheit. Gesehen bei: Ligne Roset | Kaiser-Joseph-Str. 272 | D - 79098 Freiburg | T + 49 761 8 09 66 00 www.ligne-roset-freiburg@web.de

Formen für die Einbildungskraft Sind es Halme, Seeigel, Muscheln, Pflanzenfächer? Oder Vasen, Schachteln, Schüsseln, was da auf den Vitrinen der neu eröffneten Galerie Bollhorst wächst? Imitation organischer Wesen oder abstrakte Gebilde? Weder noch. Monochrom, meist weiß glasiert, reduziert, und dennoch nicht kalt oder glatt, haben die mehrfach ausgezeichneten Keramiken Frank Schillos ihre eigene künstlerische Nische erobert. In Freiburgs neu eröffneter Galerie für angewandte Kunst: Galerie Frederik Bollhorst | Konviktstr. 11 | D - 79098 Freiburg | T + 49 7 61 7 66 72 78 www.galerie-bollhorst.de

Open End stellt sich in harmonisch geschwungener Eleganz dar. Nichts erscheint natürlicher als der ruhige, runde Ring mit den sich knospengleich nach außen kehrenden Enden. Seine lautlose Kraft verläuft in einem einzigen, steten Fluss. Sie verteilt sich genau im Gleichgewicht und konzentriert sich oben auf den Brillanten – die Krone und ihr kostbarer Kelch. SCHMUCK-FREUDE Konviktstr. 20 | D - 79098 Freiburg | T + 49 7 61 2 92 12 62 | www.schmuck-freude.de

Alle Fotos: Hersteller

Edelmetall Stefani Kithier entwirft und fertigt ausgefallene Schmu-

11

ckunikate, die Edelsteine, handgewickelte Glasperlen, Muscheln, Filz und andere Materialien kombinieren. Die abgebildete Kette ist nach alter böhmischer Handwerkstechnik gefertigt. Die geschickt inszenierte Farbigkeit der Kompositionen unterstreicht die klare Formgebung der Schmuckstücke. Neben Ketten findet man bei Stefani Kithier auch Trauringe und Manschettenknöpfe. Stefani Kithier | Hildastr. 7 | D - 79102 Freiburg | T + 49 761 7 07 75 90 www.goldschmiede-sk.com

ARTEFAKT

GUT GEFUNDEN

Downtown


12

12/06 | 01/07


GUT GEFUNDEN

Leuchtender Teppich Nächtliche Streifzüge zu Kühlschrank oder WC aktivieren per frei positionierbarem Bewegungsmelder den Teppich „Streiflicht“. Die eigenwilligen Rohmaterialien PVC-Schläuche und Bauplastik werden für diesen ungewöhnlichen Leuchtteppich in aufwändiger Handarbeit miteinander verwoben. Die Elektronik mit Leuchtschnur und Gehäuse wird von der Firma Swisslamp produziert. Alle anderen Teppiche der ansonsten gängigere Teppichmaterialien aufgreifenden Kollektion von TEPPICHartTEAM werden in einer Schweizer Strafvollzugsanstalt mit großer Sorgfalt hergestellt. Zu beziehen über: TEPPICHartTEAM | Zumbühl und Birsfelder Untere Gasse 1 | CH - 7012 Felsberg | T + 41 81 252 86 89 info@teppich-art-team.ch | www.teppich-art-team.ch

Freistehende Feuerstelle aus Beton und StahlD i e se aus einem Guss gefertigte Betonfeuerstelle ist so stringent gestaltet, dass sie in der Kombination mit Edelstahl-Feuerglocke und -Abzugsrohr und dem in die Feuerstelle flächenbündig eingelassenem Feuerrost regelrecht skulpturalen Charakter entfaltet. Und dies ist nur ein Beispiel dafür, was stammhaus© mit Glas, Beton und Stahl ermöglicht. stammhaus© passt alle Entwürfe den örtlichen Gegebenheiten oder nach individuellem Wunsch an. Die Inspiration kommt im neu eröffneten Showroom von ganz allein: stammhaus | Heinrich-von-Stephan Str. 10 – 12 | D - 79100 Freiburg

Alle Fotos: Hersteller

T + 49 761 7 07 74 77 | post@stammhaus.info | www.stammhaus.info

13

Kaminbesteck Die Grillmaster haben längst die Gärten und Balkone geräumt, jetzt gilt es, das heimische Feuer zu schüren und zu hüten. Auch wenn hierzulande der Weihnachtsmann nicht durch den Kamin rutscht, sollte der stolze Kaminbesitzer nicht mit dem Besen in der Asche wühlen. Ein elegantes Ofenbesteck aus der Werkstatt Theo Schipps, aus geschliffenem Edelstahl nach dessen eigenem Entwurf angefertigt, wird sowohl dem modernen, als auch dem rustikalen Kamin gerecht. Mit Zange und Schaufel gepflegt überwintern. Theo Schipp | Keramische Werkstatt August-Jeanmarie-Str. 24 | D - 79183 Waldkirch-Kollnau | T + 49 76 81 40 93 20 www.theoschipp.de


12/06 | 01/07 Grünwälderstr. 21 • D-79098 Freiburg Tel. 0761-2927959 • Fax 0761-2927950

14


GUT GEFUNDEN

Analog Durch Drehen des kleinen Griffes erklingt die an der Innenseite der Tür angebrachte Glocke, ähnlich einer mechanischen Fahrradklingel. Und erstaunlich: Sie ist gut hörbar, je nach baulicher Situation im ganzen Haus! Ein Schmuckstück der Verlangsamung, entdeckt bei: Replicata | Mülhauser Str. 8 | D - 79110 Freiburg | T + 49 761 1 51 88 33 www.replicata.de

Stoff aus dem die Bäume sind

Nachwachsender Rohstoff aus Uganda: Baumrinde mit Seide kaschiert, auf 30° in der Waschmaschine waschbar – Also Stoffe ganz aus Naturmaterialien und dazu Schnitte „losgelöst“ von aktuellen Modetrends. Aber das Designerpaar „LOSGELÖST“ verlangt auch Wagemut von der Kundin. Optik und Haptik sind durch Bearbeitung der Materialien so verändert, dass für das Auge etwas Ungewohntes, eine Irritation entsteht. Ist das Papier? Nein, Merinowolle und Seide sind miteinander zu einer strukturierten Oberfläche wie bei einem Gemälde verwoben. Die Lust am Experiment zeichnet die neue Modegalerie aus, die es wagt gegen den Strom des Modediktats zu schwimmen ohne altbacken zu sein. Susana Duarte Pinto, die zarte Portugiesin schneidert die Unikate, die an Haken an der Wand hängen wie Häute – androgyne Kleidung, die aus dem Bauch heraus entsteht. Man sollte die Schwellenangst überwinden und sich in lustvolles Anprobieren stürzen, ermuntert und fachmännisch begutachtet von Duartes italienischem Partner Antonio de Lellis. LOSGELÖST | Susana Duarte Pinto | Hildastr. 7 | D - 79102 Freiburg

Alle Fotos: Hersteller

T + 49 7665 9 39 06 75 | www.losgeloest.com

15

Paul, Paula und Paulchen Gratleisten halten die eigenwillig zweigeteilte Massivholztischplatte des Tischs „Paul“ in Form und dienen seinen Edelstahlbeinen als Befestigung. Durch die charakteristische Fuge in der Mitte der Platte kann das Vollholz arbeiten. Ergonomisch abgerundete Kanten an den Längsseiten der Platte unterstützen den Sitzkomfort. Zusammen mit der Bank „Paula“ und dem Hocker „Paulchen“ bildet der Tisch Paul eine zeitlose und funktionale Gruppe für den Wohnbereich. raum40 fertigt „Paul“, „Paula“ und „Paulchen“ auf Wunsch in allen gängigen Hölzern. Erhältlich bei: raum40 | Wilhelmstr. 40 | D - 79098 Freiburg | T + 49 761 38 84 59 90 info@raum40.de | www.raum40.de


16

12/06 | 01/07


Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich Die Ecken konsequent ausdefiniert oder lieber einen Touch abgerundeter: Nach einigen Tagen Arbeit wirkte das Skizzenbuch von Dani Scherrer wie ein Daumenkino. Selbst Brillenträger, erforschte der Student der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (hgk z) in zahlreichen Skizzen, was kleinste formale Änderungen am Gestell bewirken können. Im Rahmen des Projekts „Vor Augen“ befassten sich Studierende der oberen Semester des Industrial-Designs mit Brillendesign und lernten, dass diese auf den ersten Blick einfachen Objekte ihre gestalterischen Fähigkeiten mehr herausfordern als viele technisch weitaus komplexere Aufgaben. Beeindruckt von den Ergebnissen lobte ein Zürcher Fachgeschäft einen Preis aus und zeigte die Gestelle in seinen Auslagen an der eleganten Zürcher Bahnhofstraße. Nur ein Beispiel für Praxisbezug, Anschaulichkeit und Qualität der Lehre an der hgk z. Die Anschaulichkeit ist auch institutionell verankert, verfügt doch die Hochschule zugleich über ein eigenes Museum. So ist bis zum 23. Februar noch die Ausstellung Zürich HB - Milano Centrale zu sehen. Sie zeigt den Einfluss des Schweizer Designs auf die internationale Formensprache. Auch Italiens Weg nach dem Krieg zu einer viel beachteten visuellen Kommunikation war geprägt von einem engen transalpinen Dialog. Arbeiten aus der Plakatsammlung und der Grafiksammlung zeigen die Vielfalt in inhaltlicher als auch formaler Hinsicht auf.

17

Die Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich bietet Studienmöglichkeiten in den Bereichen Design, Kunst, Medien, Film und Vermittlung von Gestaltung und Kunst. Die Studierenden erhalten eine berufsfeldorientierte, transdisziplinäre Ausbildung. Für 2007 ist der Zusammenschluss mit der Hochschule Musik und Theater zur Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) vorgesehen, womit sich das Spektrum und die Gelegenheiten für übergreifende Projekte nochmals erweitern werden. Infotage für die Studiengänge zum Bachelor of Arts (Studiengänge) finden statt am: Dienstag, 16. Januar 2007 (Studiengang Vermittlung von Gestaltung und Kunst), am Mittwoch, 17. Januar 2007 für die Studiengänge Film und Medien & Kunst und am Donnerstag, 18. Januar 2007 (Studiengang Design). Die Studiengänge und Studienvertiefungen werden im Vortragssaal um 9 Uhr kurz vorgestellt. Danach sind die Türen der Ateliers geöffnet. Es stehen Studierende und Dozierende sowie die Studienleitung für Fragen vor Ort zur Verfügung. Am zentralen Info-Desk können Anmeldeunterlagen abgeholt, sowie allgemeine Fragen beantwortet werden. Anmeldeschluss für Studienbeginn im September 2007 ist der 16. März 2007. Susanne Oertelt

Weitere Infos unter: www.hgkz.ch | Ausstellung Zürich HB - Milano Centrale im Plakatraum, Limmatstr. 55, CH - 8005 Zürich. Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag 13 bis 17 Uhr.

INSTITUTION

> hgk z


- Kilchenmanns Damast-Klingen Hart, scharf und schön. So sind sie. Betritt man Hansjörg Kilchenmanns Hinterhofwerkstatt in Basel und betrachtet die ausgestellten Damaszener-Messer, liegen einem nicht nur sorgfältig verarbeitete Werkzeuge in Händen, sondern Unikate mit „lebendigen“ Klingen. Muster, die einer Holzmaserung ähneln, wie fließendes Wasser schimmern, oder wie ein persischer Dichter meinte, die Spuren einer wellenartig vorrückenden Armee von Ameisen imaginieren. Diese Strukturen befinden sich nicht bloß auf der Oberfläche des gehärteten Stahls, sondern ziehen sich durch das ganze Messer, sind nicht nur Ausdruck seiner Herstellung, sondern auch einer langen Geschichte der Schmiedekunst. Sieht man von den tonnenschweren Eisen-Meteoren ab, die irgendwann auf Grönland, Java und Afrika geplumpst sind, lag Eisen keineswegs auf der Straße. Es musste mühevoll dem Erz entrungen werden, und um es schmelzen und gießen zu können, erreichte man nicht die notwendigen Temperaturen. Die Verhüttung lieferte bloß mehr oder weniger große unreine Klumpen, die kräftig durchgeschmiedet werden mussten, um sie von der Schlacke zu befreien. Eisen wird erst härtbar, wenn es einen bestimmten Anteil Kohlenstoff enthält. Dann heißt es Stahl, dessen Eigenschaften durch Zugabe von anderen Elementen und der Schmiedetechnik beeinflussbar ist. Enthielt der Stahl viel Kohlenstoff, war er zwar hart, aber leider auch brüchig. Enthielt er wenig, war er zu weich für ein Messer. Mit der Königsdisziplin, dem Schmieden eines Schwertes, sollten die Schmiede dieses grundlegende Problem lösen: Das Schwert durfte nach dem Hieb weder brechen, noch blieb Zeit, es über dem Knie wieder gerade zu biegen. Es sollte hart und dennoch elastisch sein. Eine metallurgische Neuerung brachte den Durchbruch: sie stapelten abwechselnd weiche und harte Stähle übereinander, verschweißten sie im Feuer, streckten und falteten sie, und

Eingang Seiler Technik

schmiedeten erneut. Mit jeder Faltung verdoppelten sich die Schichten, wie bei einem Blätterteig. Nach dem Härten und Schleifen war die Klinge nicht nur außerordentlich hart und biegsam; äzte man ihre Oberfläche mit Säure, enthüllte sie ihre innere Schichtstruktur. „Damas“, arabisch für „fließend“, „wässrig“, und Damaskus als wichtigster Waffenumschlagsplatz des alten Orients gaben der zu außerordentlicher Perfektion gelangten Technologie ihren Namen. Sie wurde von den Kelten, Normannen, Alemannen, Römern, den Indonesiern, Arabern und Japanern beherrscht, zog sich durch alle Epochen und Kulturen, wobei noch die indisch-persische Version des „Wootz“ oder Tiegelschmelzdamasts zu nennen ist.

12/06 | 01/07

PORTRAIT

> Ein Schmied schichtet Stahl

Die Erfahrungswerte des Damast-Schmiedens wurden von Werkstatt zu Werkstatt, von Generation zu Generation weitergegeben, und da Schwerter über Leben und Tod entschieden, Insignien der Könige und sagenhaften Helden waren, wurden sie geradezu kultisch verehrt. Das Geheimnisvolle übertrug sich auf ihre Erzeuger. Wer aus Steinen derartig kunstvolle Waffen zu fertigen verstand, musste über Magie und Zauber verfügen. Die Bilder, die man sich vom Schmied machte, reichten vom mächtigen Vulcano, dem einzigen olympischen Gott, der ein Handwerk ausübte und Zeus die Blitze lieferte, bis zu unheimlichen bärtigen Zwergen, die in ihren dunklen Höhlen kauerten und beim Hämmern Zaubersprüche murmelten. Dass die Sprüche nicht die faszinierenden Muster auf den Klingen erzeugten, sondern Hilfsmittel waren, um zum Beispiel den Zeitraum des Ablöschens abzuzählen, wussten nur die Schmiede. Sie arbeiteten nicht in Dunkelheit, um besser mit den Elementargeistern zu kommunizieren, sondern lasen die Temperatur des glühenden Metalls an der Farbe ab: helles Kirschrot – über 720 Grad – Zeit zum Abschrecken. Hansjörg Kilchenmann gleicht keinem dunklen Zwerg und nur ein wenig dem Vulcano, und wenn er bei Langenthal Damast herstellt, stehen ihm ein moderner Gasofen mit Temperaturregelung und ein Lufthammer zur Verfügung, unter dem er ausschließlich harte Stähle verschweißt. Die Muster der Schichtung erscheinen nach dem Ätzen aufgrund des Nickelanteils im Eisen, der zusätzlich härtet. Dort in der Pflugschmiede produziert er nicht nur „wilden Damast“, auch Messer mit „kleinem Rosendamast“ zum Zwiebelschneiden oder „großem Rosendamast“ für große Zwiebeln. Verdreht Kilchenmann die glühenden Stäbe nach dem Schweißen wie ein Seil, erhält er „Torsionsdamast“, dessen Musterung sich je nach Tiefe des Abschliffs beeinflussen lässt. Kerbt er das Metall vor dem Schleifen, erscheint die „Mohammeds-Leiter“. Ein Messer sollte gut in der Hand liegen. Der Messerschmied widmet sich dem Griff mit gleicher Sorgfalt wie den Klingen. In den Schubläden der Basler Werkstatt lagert Kilchenmann die Materialien für die Backen. Er verwendet heimische Harthölzer wie den dichten Buchsbaum (der in Deutschland nur noch bei Lörrach wächst), schweres Pfeifen- oder Olivenholz, auf Wunsch auch weniger heimische Tropenhölzer. Neben Kunststoffen stapelt sich Exotisches: Myrtlewood von der Westküste Nordamerikas, Rentierhorn oder Mammut-Elfenbein, das tonnenweise aus dem sibirischen Permafrost gebuddelt wird. Wer es poppig mag, ent-

18


Kochmesser

scheidet sich für Messer, die im griffigen Gartenschlauch auslaufen. Die Kundschaft ist breit gefächert und keineswegs männlich dominiert, obwohl Kilchenmann maskuline Kumulationen im Bereich der martialischeren Jagd- und Klappmesser beobachtet hat. Über den geheimnisvollen Kästen voller Hölzer und Materialien ist Mokume Gane ausgestellt: Ringe,

Rüstmesser INOX

19

quadratische oder runde Plättchen, in denen verschiedenfarbige Buntmetalle und Legierungen zu „damastenen“, kontrastreichen Verwirbelungen, parallelen oder augenförmigen Mustern kombiniert sind. Nicht umsonst kommt diese Schweißtechnik, Mokume bedeutet „Holzmaserung“, aus Japan, wo die unangefochtenen Schmiede-Meister immer noch ohne jeden Tribut an die Moderne so traditionell >> wie nur möglich schmieden, schleifen und polieren.


20

12/06 | 01/07


Gemüsemesser DAMAST

>> Jedes Stück ist einzigartig oder kann, genau wie die Messer, auf Wunsch des Kunden nach dessen Vorstellungen gefertigt werden. Ein befreundeter Goldschmied verarbeitet Mokume zu Schmuckstücken weiter. Kunstfertigkeit und Sorgfalt bei der Herstellung von Messer, Mokume und Griff bündeln sich im Tantoo, einer kurzen Version des Samurai-Schwertes, dessen Damast-Klinge aus 900 Schichten in ein Habaki übergeht, ein aus Mokume gefertigtes Zwischenstück. Die glatte Buchsbaumscheide gleitet nahtlos bis zum Griff, den ein Ebenholzstift am Erl des Tantoo hält. Solch ein Werkstück, in dem 50-60 Arbeitsstunden stecken, hat natürlich seinen Preis.

Aber Kundschaft ist willkommen auch ohne dicke Brieftaschen; Hansjörg Kilchenmann hat auch einfache Messer und Werkzeuge im Sortiment, repariert lockere Backen oder abgebrochene Klingen. Er schleift Ihnen wieder ein Messer aus dem Ding, mit dem Sie das Gemüse zerdrücken oder mit dem Braten kämpfen.

Bei der Gelegenheit sollte man nicht versäumen einen Blick auf die „lebendigen“ Damast-Klingen werfen. Geraldine Zschocke

Nicol Kaemmerer Objekte · Lampen · Schmuck

Klarastr. 50 · 79106 Freiburg · Fon + Fax 07 61 / 70 79 193 · www.nicol-kaemmerer.de · Di · Do · Fr 15 - 18 Uhr, Mi · Sa 10 - 14 Uhr und nach Vereinbarung

21


Die Poetik des technischen Objekts Vitra Design Museum | geöffnet bis 28. Januar 2007

„In der Geschichte des modernen Möbels gibt es eine ganze Reihe großartiger Stühle, aber nur wenige großartige Tische. Zu den großartigsten gehören die Tische von Prouvé“, urteilte Rolf Fehlbaum anlässlich der Einführung der Vitra Prouvé Collection 2002. Er hatte sich für eine Neuauflage einiger Prototypen des Konstrukteurs, eine der großen Gestalten des 20. Jahrhunderts, stark gemacht, und seine Firma Vitra besitzt seitdem die Exklusivrechte an Prouvés Entwürfen. Prototypen der neuen Edition sind die Stühle „Standard“, „Antony“, „Cité“, die Wandleuchte „Potence“ und mehrere Tische.

pelt ist. Vier als Stahlblechhohlkörper ausgebildete Beine, zwischen denen wieder ein Stahlbügel die Verbindung herstellt, illustrieren den Kräfteverlauf und die statischen Zusammenhänge auf eine Weise, wie man sie sonst nur von Ingenieurbauten kennt. Jean Prouvé (1901-1984) hat als „l’homme d’usine“, wie er sich selbst bezeichnete, als ein an industrieller Fertigung interessierter Gestalter an den Schnittstellen von Industrie und Handwerk, Architektur und Design gewirkt. Mit der Ausstellung: „Jean Prouvé. Die Poetik des technischen Objekts“ zeigt das Vitra Design Museum die bislang umfassendste Retrospektive zum Werk des französischen Kunstschmieds, Konstrukteurs und Industriellen.

12/06 | 01/07

EXPO

> Jean Prouvé

Jean Prouvé am CNAM, Paris, 1964, Foto: E. Remondino

Guéridon, ca.1945

Eine Platte und ein Untergestell, aus diesen Elementen besteht gewöhnlich ein Tisch. Stets leiten ein oder mehrere Beine das Gewicht der Platte sowie die Belastung, der sie beim Gebrauch ausgesetzt ist, zu Boden. Der Komfort des Tisches zeigt sich an der Beinfreiheit der Nutzer. Bei „Guéridon“ (ca.1945) scheint die Konstruktion die Formgebung des Tisches bis ins Detail hinein bestimmt zu haben – der Entwurf folgt einer Ästhetik der Notwendigkeit. Eine massive runde Tischplatte wird von drei Beinen getragen, die unterhalb der Platte durch einen dreiarmigen Stahlbügel miteinander verbunden sind. Die Auswahl und Kombination des Materials folgt einer konstruktiven Logik: Holz nimmt den Druck auf, Stahl die Zug- und Torsionskräfte. Die leicht gespreizte Stellung der Beine wirkt der Kippneigung des Tischs entgegen. Durch den sich nach oben und unten verjüngenden Querschnitt der Beine werden die Kräfte gebündelt und in ihrem Verlauf sichtbar gemacht. Ästhetisch entsteht eine dynamische Form: Die Kreisbewegung der Platte wird in den nach außen strebenden Beinen fortgesetzt. Der Tisch bekommt die Qualität einer raumgreifenden Skulptur. Auch Prouvés rechteckiger Tisch „Table EM“ (1950) folgt einer Ästhetik der Notwendigkeit, die mit Eleganz gekop-

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen über 50 Möbel, außerdem zahlreiche Architekturmodelle, originale Architekturelemente und einige Originalzeichnungen, die, ergänzt um Filme und Computerterminals, eine gründliche Einführung und in einen eindrucksvollen Überblick über sein Gesamtwerk bieten. Prouvé begann 1916 seine berufliche Laufbahn als Kunstschmied in Nancy, der Hochburg der Art Nouveau. Ob zunächst in einfacheren Werkstätten, später im eigenen Werk, den Ateliers Jean Prouvé der riesigen Fabrikanlage von Maxéville: Immer blieb das Material Metall Ausgangspunkt seiner kreativen Erfindungen. Bis kurz nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich sein gestalterisches Denken entlang rein funktionaler Fragestellungen zu Konstruktionen, die durch Modernisierung alltägliche Abläufe des Lebens erleichtern halfen. Schmiedeeiserne Treppengeländer, Aufzugskabinen und -gehäuse aus Stahlblech, Schiebefenster, falt- und versetzbare Trennwände, Metalltüren, Ausstattung für Operationssäle, Kioske, Schiffskabinen, Schulmöbel. Prouvé fielen mechanische Lösungen aller Art ein, für die er erste Patente anmeldete: bewegliche Paneele, verschiebbare Fensterläden, schwenkbare Sonnenschutzlamellen, vertikale Schiebefenster. Das kreative Potential Prouvés war vom Mobilitätsprinzip inspiriert. Er wollte den Bezug zur Mobilität der Fahrzeuge in den Entwurfprozess mit einfließen lassen, d.h. ohne einfache Analogien von den Techniken der Automobile profitieren.

22


Auch seine Möbel verlangten nach mechanistischen Lösungen: Kippbare Sitze, verstellbare Sessel (1930). „Sitzwerkzeuge“ wie der „Cité armchair“, 1932 für das Studentenwohnheim in Nancy entworfen, erinnern an Flugzeug- oder Autositze: Das liegt an der Dynamik, die das Möbel ausstrahlt. Der Sessel für Wittmann (1929/30) und der „Fauteuil de repos“ (1930) haben gerundete Armlehnen wie Kotflügel! Außer in der Zeit des zweiten Weltkrieges, in der die Ressourcen knapp waren und Prouvé Holz einsetzen musste, ging er auch bei seinen Möbelentwürfen grundsätzlich vom Material Metall aus. Solide biegesteif konstruierte Stahlrahmen tragen Granitplatten und trotz Materialschwere bekommt er ein Design äußerster Eleganz und Leichtigkeit zustande („Granit Table“). Da Prouvé es sich stets zur Aufgabe machte, für jedes Projekt neue Lösungen zu finden, war es jedesmal so, als müsste er das Rad neu erfinden. Um den Prototypen eines so einfachen Gegenstandes wie einen Stuhl zu entwerfen, stellte er sich grundsätzliche Fragen: Nicht nur, wie viele Beine soll der Stuhl haben, sondern vor allem: Wo lastet das größte Gewicht? Bedingt durch die menschliche Anatomie ist die Belastung eines Stuhls dort am größten, wo er das Gewicht des Oberkörpers aufnehmen muss. In der Regel also auf dem hinteren Teil der Sitzfläche. Dies bedeutet, dass bei einem klassischen vierbeinigen Stuhl die hinteren Beine einen Grossteil der Last übernehmen und zum Boden weiterleiten müssen. Nie ist diese Erkenntnis in der Formgebung und Konstruktion eines Sitzmöbels so prägnant zum Ausdruck gebracht worden wie in Prouvés „Standard“ Stuhl (1934/35): Er vermittelt in der Tat den Eindruck vollkommener Stabilität und Vertrauenswürdigkeit. Die unerschütterliche Strenge entsteht durch die vergleichsweise voluminösen Hohlkörper der Hinterbeine: Gefaltetes gekantetes Blech bildet einen stumpfen Winkel hin zum Sitzflächenansatz. (Es gibt noch andere Varianten: Zerlegbar 1941 – 51, ganz aus Holz 1950.) Prouvé behauptet, dass es keinen Unterschied zwischen der Konstruktion eines Möbels und der eines Hauses gibt: „Die Konstruktion eines Möbels ist eine wichtige, sogar sehr wichtige Sache, vor allem, wenn es darum geht, Typen zu schaffen, die in großer Serie hergestellt werden sollen. Ein Möbelstück ist einer starken Beanspruchung ausgesetzt und muss daher eine entsprechende Widerstandskraft aufweisen. Dabei gibt es ebenso komplexe Probleme zu lösen wie bei großen Baukonstruktionen. Für mich sind die Möbel vergleichbar mit stark beanspruchten Maschinenrahmen, und das führte mich dazu, sie mit der gleichen Sorgfalt, also nach den gleichen Statikgesetzen, ja sogar aus den gleichen Materialien zu gestalten (…) Mich inspirierte das Stahlblech, abgekantet, gestanzt, gerippt, dann geschweißt (…) von 1924 bis 1950 entstanden die zahlreichen von mir fabrizierten Möbel stets nach den gleichen Prinzipien.“ Die Ausrüstung der Werkstätte mit Schweißgeräten 1926, die Anschaffung einer Blechbearbeitungspresse 1934 und einer schweren Metallbiegepresse 1936 machten Prouvé zum Spezialisten auf dem Gebiet der Metallblechverarbeitung und ermöglichten schließlich eine Bearbeitung von Blechen auf einer Breite von 4 Metern, was den Einsatz seiner Produkte auch beim Bau nahe legte. Er spezialisierte

23

Sessel für die Cité universitaire, Nancy, 1931 – 1932

sich auf Projekte wie das berühmte Maison du Peuple, Clichy (1935 – 39), das als erstes Gebäude ganz aus vorgestanzten Fertigbauteilen montiert werden konnte. Auch das Bauen betrachtete er nämlich unter dem Blickwinkel der Mobilität und des Ausnahmezustands, der Zeitnot, des Provisorischen, der Leichtigkeit und der Dynamik. Das Erbe der auf Fortschritt und Schnelligkeit bauenden Ideen der frühen Moderne, des Futurismus ist hier unverkennbar. Aufträge wie: Zerlegbare Baracken für Kriegsgeschädigte nach 1945 >> und „Fliegende Schulen“ im Krieg (1940 – 44),

Stuhl aus Holz und Metall, Nr. 305, 1951


24

12/06 | 01/07


>>sowie demontierbare Baracken für Kampfeinheiten (1939) kamen seiner Vorstellung, Architektur nie auf Dauer im Boden zu verankern, sehr nahe. In seinen späteren Vorlesungen an der CNAM (Conservatoire national des arts et métiers), Paris (1958-70) äußerte er deshalb deutlich seine Verachtung des Beton: „Für wie viele Jahre bauen wir heute? Man sollte Häuser für 25 – 30 Jahre erstellen. Was man in Beton herstellt, bleibt für Jahrhunderte. Unsere Kinder haben den Wunsch, etwas ganz Anderes zu machen!“ Seine „Architektur durch die Industrie“ (Publikation von 1971) sah so aus: Konstruktionssysteme seines „Alphabets der Strukturen“ wie das vom Typ „Shed“, „Schale“ oder „Krücke“ (dreiarmige Stützglieder) sind industriell vorgefertigte Architekturglieder und können dazu eingesetzt werden, Fertighäuser sogar in Übersee, in Afrika in nur 7 Stunden aufzubauen („Saharahaus“ 1958, „Tropenhaus“). Die Reduktion auf einen Wohn- und Schlaf-Container unter zeltartigem Sonnenschirm-Dach für die Erdölarbeiter in der Wüste entsprach ganz dem nüchternen Lebensgefühl Prouvés, die „Zelte jederzeit schnell wieder abzubauen“. Das Aluminium kommt als leichtes Metall für Fenster- oder Wandelemente zum Einsatz (seit 1949 Fusion von Prouvés Firma mit „Aluminium Francais“). Der temporäre Ausstellungspavillon zur Hundertjahrfeier des Aluminiums, Paris, 1954 war ebenso wie die zahlreichen Hallen zu Weltausstellungen und Messegebäude ein typisches Arbeitsfeld des Konstrukteurs, der hier eng mit den Architekten zusammenarbeitete. Am eindrücklichsten in der faszinierenden Vielfalt der Materialien und Techniken ist sein eigenes Wohnhaus in Nancy, das er ganz aus Restposten seiner Fabrik zusammensetzte (1954). Immer das Flüchtige im Blick, schlug er sogar im Kirchenbau mit Erfolg „Nomadenkirchen“ vor (1957 – 63, Region Mosel). Le Corbusier war vielleicht der berühmteste „Neuerer“ der Architektur, der die Zusammenarbeit mit Prouvé schätzte,

Tisch für die Triennale di Milano, 1951 (Modell 1949 – 1950)

25

z. B. bei den Musterwohnungen der Unité Marseille oder am Turm von Ronchamps. Die Fugendichtungen und runden Ecken der Vorhangfassade für den Tour Nobel, 1967, Paris, von de Mailly sind da auch zu nennen, oder das Unesco Gebäude, 1969, Paris, von Zehrfuss, die KPF-Zentrale, 1970, Paris, von Otto Niemeyer - Vorhangfassaden aus Aluminium und Glas, Verbindungsmodule, automatische Sonnenblenden, metallene Geschossdecken und vieles mehr sind Prouvés Beitrag zu diesen Architekturikonen des 20. Jahrhunderts. Die Tankstellen für Total, „industrialisierte“ Klassenzimmer, Hörsaalbestuhlung (1951 – 52), Schulen aus Fertigbauteilen sind von der Struktur her auf Serie angelegte Produkte aus seiner Hand. Die ephemere Anmutung der Trinkhalle von Evian mit dem Stützwerk asymmetrischer „Krücken“ (1956/7), beruht auf ebenso einfach wie vielseitig einsetzbaren Versatzstücken. Prouvés Erfolg liegt in der engen Verknüpfung des Entwurfs- mit dem Entwicklungs- und Produktionsprozess. Sein Entwurf entsteht nie aus rein gestalterischen Ideen, sondern immer aus der direkten Erfahrung an der Werkbank. Planen, Zeichnen, Erstellen eines ersten Modells, Korrektur, Prototyp – das war die klassische Vorgehensweise. Dabei suchte er immer nach logischen Lösungen für die gewünschten Funktionen und verfügbaren Mittel. Beim Möbelbau fand er so über das Erforschen neuer Materialien zu innovativen und doch selbstverständlich wirkenden Möbelformen. Eva Schumann-Bacia

* Dieser Text beruht auf den Quellen der umfangreichen Publikation des Vitra Design Museums zur gegenwärtigen Retrospektive des Werks von „Jean Prouvé. Die Poetik des technischen Objekts“ sowie der Vitra Publikation: „Jean Prouvé / Charles & Ray Eames, zwei große Konstrukteure: Möbel als Konstruktion“ aus Anlass der Einführung der Vitra Prouvé Collection 2002.


> ZUNFTHAUS Oberklasse des Handwerks Nur nach telefonischer Voranmeldung

Karlsruhe (D)

> BADISCHES LANDESMUSEUM KARLSRUHE – MUSEUM BEIM MARKT Weihnachtsmesse für Angewandte Kunst 2. bis 10. Dezember 2006

Im Grunde würde man das Zunfthaus in Baden-Baden eher als Luxusmall in einem Wüstenstaat wie Dubai oder Abu Dhabi vermuten. So exklusiv geht es in der ehemaligen Manufaktur in der Bäderstadt zu. Hier, von wo aus der Installateur A. Thiergärtner schon im 19. Jahrhundert Luxusbadewannen an den Zarenhof nach St. Petersburg und Messinghandläufe für die Titanic lieferte, warten heute Luxusschuhe, wertvolle Uhren, Schreibgeräte, Porzellan, Fahrräder und vieles mehr auf Kunden, die wissen, dass es eben schon immer etwas teurer war, einen guten Geschmack zu haben. Initiiert hat das Ganze der Prominentenschuhmacher Axel Himer und nach anfangs desaströsen Umsätzen schreibt die 800 qm große Luxus-Gewerbeinsel mittlerweile auch langsam schwarze Zahlen. Herzstück ist das Kulinarium, in dem exklusive Speisen angeboten werden und nachdem vor kurzem noch das nahegelegene 5 Sterne Hotel Eton zu haben war, griff Himer ohne zu zögern zu. So können die vom Einkauf und dem Genuss kulinarischer Köstlichkeiten erschöpften Kunden an Ort und Stelle in exklusivem Ambiente gleich übernachten. Natürlich mit einem handgefertigten traditionellen Plattenspieler als Musikquelle. [PK] Zunfthaus Baden-Baden | Merkurstr. 7c | D - 76530 Baden-Baden T + 49 72 21 3 96 57 73 www.zunfthaus-baden-baden.de

Basel (CH)

> ARCHITEKTURMUSEUM Novartis Campus Peter Märkli, Sanaa / Sejima & Nishizawa und Walter Niedermayr Ausstellung bis zum 1.Januar 2007

Wer seinen Lieben zum Weihnachtsfest etwas auf den Gabentisch legen will ohne unangenehme Einkäufe in vollen Innenstädten und Kaufhäusern zu absolvieren, hat auch Alternativen. Eine davon ist die Karlsruher Weihnachtsmesse, die vom 2.12 bis 10.12. im Badischen Landesmuseum zum 14. Mal in Zusammenarbeit mit dem Bund der Kunsthandwerker Baden-Württemberg stattfindet. Angeboten A. Kolb, Kreisel | Foto: Yps Knauber wird angewandte Kunst, Kunsthandwerk und Design des 20. Jahrhunderts, sprich ausgefallene Textilien, Keramiken, Schmuckunikate, Hutkreationen, Holzarbeiten, phantasievolle Exponate aus Papier, Glas, Silber und Leder. Eine kreative wie inspirierende Melange, die vielen das sonst eher lästige Weihnachtsgeschäft versüßen kann. Die 40 von einer Fachjury ausgewählten Anbieter kommen aus ganz Deutschland und Osteuropa. Für den ersten Besuch wird ein Eintrittsgeld von 1 Euro erhoben, die restlichen Besuche sind frei. [PK]

12/06 | 01/07

TIPPS

Baden-Baden (D)

Museum beim Markt | Karl-Friedrich-Str. 6 | D - 76133 Karlsruhe | täglich 11 – 18 Uhr

Rixheim (F)

> MUSÉE DU PAPIER PEINT Tapeten des 18. Jahrhunderts Ausstellung vom 2. Dezember 2006 bis 5. November 2007

© Paolo Rosselli

Wie sich derzeit das Novartis-Werkgelände in St.Johann zum Novartis Campus wandelt, ist für die Öffentlichkeit nur von Ferne einsehbar. Um dennoch Volksnähe zu schaffen, begleiten Ausstellungen die Metamorphose: Derzeit dokumentiert das Architekturmuseum die Entstehung zweier Gebäude in der Fabrikstraße. Mittels Wettbewerbsmodell, Entwürfen und Fotografien wird der Öffentlichkeit das vom Zürcher Architekt Peter Märkli realisierte Visitor Center vorgestellt – geprägt von geometrischen Außen- und ornamentreichen Innenstrukturen. Das zweite neue Gebäude, vom Tokioter Team Sanaa / Seijima & Nishizawa entworfen, zeichnet sich durch transparente Glas- und Beton-Einheiten aus. Hier flankieren zwei Foto-Diptychen des Bozener Künstlers Walter Niedermayr die Schau des Modells. [SF]

Ausgehend von Großbritannien hat die Kunst der Tapetenmalerei im 18. Jahrhundert rasch auf ganz Frankreich übergegriffen. 1790 zählte man allein in Paris 40 Manufakturen von Tapeten, die bis in die USA und nach Russland exportierten. Das Rixheimer Museum hat im Laufe der Jahre eine umfassende Kollektion handgefertigter Stücke zusammengetragen, die den französischen Zweig dieser Kunst repräsentativ abbildet. Zu sehen sind sowohl einfachere Tapeten wie auch elaborierte Werke, beispielsweise arabeskenverzierte Bildtafeln. Erstmals wird dem Publikum mit dieser Ausstellung ein umfassender Einblick in die Gesamtkollektion ermöglicht. [SF] D. Giannelli, Musée du Papier Peint, Rixheim La Commanderie

Architekturmuseum Basel | Steinenberg 7 | CH - 4001 Basel | T + 41 61 2 61 14 13

28 rue Zuber | B.P. 41 | F - 68171 Rixheim | T + 33 3 89 64 24 56

am@architekturmuseum.ch | www.architekturmuseum.ch

musee.papier.peint@wanadoo.fr | www.museepapierpeint.org

26


Strasbourg (F)

> MUSÉE D´ART MODERNE ET CONTEMPORAIN Utopie und Revolte – Das deutsche Grafikschaffen von Jugendstil bis Bauhaus

Zürich (CH)

> MUSEUM FÜR GESTALTUNG Juriert - Prämiert. Eidgenössischer Wettbewerb für Design 2006 Ausstellung bis zum 11.Februar 2007

Ausstellung bis zum 31. Dezember 2006 Themen aus der modernen deutschen Kunst zählen zu den Herzensangelegenheiten des MAMCS, immerhin kann man auf Ausstellungen von Werken von Ernst Ludwig Kirchner und E.W.Nay zurückblicken. In Zusammenarbeit mit der Bibliothèque Nationale de France werden nun über 160 deutsche Druckgrafiken, Bücher und Portfolios aus den Jahren 1890 bis 1930 gezeigt. Somit rückt die Periode zwischen Jugendstil und BauhausBewegung in den Mittelpunkt, daneben zählen auch expressionistische und impressionistische Werke sowie Einflüsse der Neuen Sachlichkeit zu den Exponaten. [SF] Museum für Moderne und zeitgenössische Kunst 2 place du Château | 67076 Strasbourg Cedex T + 33 3 88 52 50 00 www.musees-strasbourg.org

Winterthur (CH)

> GEWERBEMUSEUM Kaspar Diener Förderpreis für Innenraumgestaltung 2006 – Farbe im Innenraum Preisverleihung 2. Dezember 2006, 16 Uhr Ausstellung 3. Dezember 2006 bis 2. Januar 2007 Der zum dritten Mal ausgeschriebene Kaspar Diener Nachwuchsförderpreis für Innenraumgestaltung zeichnet Berufsleute und Studierende aus den Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur oder aus verwandten Berufen aus, die im Bereich Innenraumgestaltung neuartige Akzente setzen oder wesentliche planerische Beiträge leisten. Der diesjährige Wettbewerb widmet sich dem Thema Farbe im Innenraum. Gesucht waren fiktive oder bereits realisierte Farbgestaltungen im privaten oder öffentlichen Bereich, welche mittels Farbwirkung, Materialität, Textur und Lichtführung die Funktion des Innenraumes unterstützen und Wesentliches zu seiner Qualität beitragen. Zentrale Kriterien sollten dabei sein: Zusammenspiel von Raumgestaltung, Farbwirkung, Werkstoffen und Licht; die Einbindung in Architektur und Umwelt respektive Kontext und Geschichte sowie die Auswirkungen auf Ästhetik und Emotion. Anlässlich der Vernissage werden die 20 von der Fachjury für die Preisverleihung qualifizierten Projekte der Öffentlichkeit präsentiert. Diese Arbeiten sind danach im Forum des Gewerbemuseums Winterthur während eines Monats zu sehen. Gleichzeitig ist im Gewerbemuseum die Doppelausstellung Farbe materiell – virtuell / Farblabor eingerichtet, so dass die Besucher sich umfassend mit dem Thema Farbe auseinander setzen können. © Gewerbemuseum Winterthur Gewerbemuseum Winterthur | Kirchplatz 14 | CH - 8400 Winterthur | T + 41 52 267 51 36 gewerbemuseum.medien@win.ch | www.gewerbemuseum.ch

27

Jeanmonod & Scott de Martinville, 2006 | © Körner Union | Lausanne, 2006

Dass Design auch immer eine gefühlsbetonte Ebene hat, losgelöst von rein technischen oder formalen Aspekten, ist ein wichtiges Kriterium dieser Werkschau Schweizer Nachwuchskünstler. Zu sehen sind die Arbeiten der 18 Gewinner aus der zweiten Runde des Wettbewerbs, der vom Bundesamt für Kultur zur Förderung des Designschaffens ausgelobt wird. Die vertretenen Disziplinen decken ein breites Spektrum ab: Grafik, Textil- und Modedesign, Fotografie, Industrial Design und Bühnenbild finden sich unter den Beiträgen. Auch der Besucher kann zum Juror avancieren, denn zu vergeben ist noch ein Publikumspreis. Und damit die Ideen der jungen Künstler noch weitere Kreise ziehen, gibt es begleitend eine Buchveröffentlichung im Birkhäuser Verlag. [SF] Museum für Gestaltung Zürich (Halle) | Ausstellungsstr. 60 | CH - 8031 Zürich T + 41 43 4 46 67 67 | www.museum-gestaltung.ch/

> ARchENA + ARCHITEKTURFOYER, ETH Aires Mateus Architekturen Ausstellung vom 16. November bis 15. Dezember 2006 Das Spiel mit Licht, Hohlräumen und Oberflächen – zentral für die BauPhilosophie der jungen portugiesischen Architektenbrüder Francisco und Manuel Aires Mateus. Von ihrem 1988 in Lissabon gegründeten Büro aus haben sie vor allem in Portugal, aber auch international Gebäude realisiert, die schon jetzt eine herausragende Stellung in der zeitgenössischen Architektur einnehmen, darunter das Architekturmuseum Lissabon und das Ägyptische Museum in Kairo. Nicht die Details eines Baues per se stehen im Fokus ihrer Arbeit: Wesentlich ist die Wechselbeziehung >> Aires Mateus & Associados, Haus in Melides, 2003 | Foto: Daniel Malhão


ARchENA + Architekturfoyer | ETH Zürich | CH - 8093 Zürich-Hönggerberg

> VIELFACH Geschäftseröffnung Di – Do 11 – 18 | Fr 10 – 17 | Sa 12 – 17 Die neu eröffnete Galerie Vielfach bietet ausgefallene Einzelstücke in 32 anmietbaren Boxen an. Unabhängig davon, ob es sich um Gestricktes oder Geschnitztes, Gebautes oder Gedrucktes handelt. Auch Bücher im Eigenverlag oder Bilder finden in den 36 oder 48cm großen Würfeln Platz. Das neue Mietmodell ermöglicht Startup-Unternehmen ohne Ladengeschäft oder aufwändigen Vertriebsstrukturen, die eigenen Produkte in einem attraktiven, aber günstigen Verkaufsraum feil zu bieten. Und niemand, der einen der Gegenstände ersteht, muss fürchten, ihn mit jemand anVielfach derem teilen zu müssen. Denn Kleinauflagen werden groß geschrieben! [PK]

TV, DVD

Vielfach | Fröhlichstr. 41 | CH - 8008 Zürich | www.vielfach.ch

> ARTE Designlegenden des 20. Jahrhunderts Samstags, 20.15 Was zeichnet ein Kunstwerk aus? Neben vielen anderen Kategorien sicher

seine Überzeitlichkeit. Seine Fähigkeit, auch mit nachfolgenden Generationen zu kommunizieren. Eine Eigenschaft, die auch die Meisterwerke des Industriedesign für sich beanspruchen können. Wer will bezweifeln, dass der 1955 auf dem Pariser Autosalon vorgestellte Citroen DS nach wie vor fasziniert. Als eine der ersten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst hatte ihn die Triennale in Mailand zwei Jahre später als moderne Skulptur gefeiert und Kunst und Design damit auf eine Stufe gestellt. Ähnliches gilt für Design-Klassiker wie das Bakelittelefon, die Akari-Lampen oder das Bubble Club Sofa. Entwürfe, die nicht nur Design- sondern auch Kunstgeschichte geschrieben haben und unser Verständnis von Form und Funktion nachhaltig beeinflussten. Der deutsch-französische Kulturkanal arte hat bereits 2003 in einer von Arte France produzierten Sendereihe Designlegenden des 20. Jahrhunderts präsentiert und nun noch einmal nachgelegt. Darüberhinaus versammelt eine DVD sechs zeitlose Industriekunstwerke: „La DS 19“, das Bubble Club Sofa, den Bic Cristal Kugelschreiber, die Akari Lampen, den Hoover Staubsauger und den iMac von Apple. Die Reihe geht nicht nur mit viel Sachverstand sondern auch mit viel Liebe der Entstehung dieser Kreationen nach und würdigt ihre Bedeutung für das Design – ja - die Kunst des 20. Jahrhunderts. Zu bestellen bei ARTE Edition, www.arte.tv. [PK]

12/06 | 01/07

>> der oft abstrakten Flächen mit dem Kontext, der Entwurf ein e s Volumens, das mit Leben erfüllt wird, die intensive Wahrnehmung von Innen und Außen. [SF]

2. Dezember 2006: Design (8): Die Schreibmaschine „Valentine“ DVD „Design“ | arte video 2006 | www.arteboutique.com

> ARTE Chic – Lifestyle par excellence Montags bis freitags 12.35 Uhr bis 13.05 Uhr, samstags 14.15 Uhr Ebenfalls auf arte hat sich seit einigen Jahren schon ein wöchentliches europäisches Lifestylemagazin etabliert, das unter dem Namen Chic über aktuelle Trends und schräge Ideen rund um die Themen Körper, Essen, Wohnen und Umwelt informiert. Dabei werden nicht nur kostbare Interieurs, hippe Designideen, ausgefallene Gerichte oder bizarre Örtlichkeiten vorgestellt, sondern auch Persönlichkeiten aus der internationalen Haute Couture interviewt oder beispielsweise die kleine Geschichte der Zahnpasta oder der Calissons, einer südfranzösischen Köstlichkeit aus Mandeln, Orangen und kandierten Melonen erzählt. Produziert wird das Magazin wie andere arte-Magazine abwechselnd von der deutschen und der französischen Seite. Und wer eine Sendung mal verpasst hat, kann sie sich in einer der vie-

magumi sorashi Design in Japonica

Günterstalstr. 20 D-79100 Freiburg 0761 - 7043494 info@magumisorashi.com

© Doradzillo

28


arte (TV) Designlegenden des 20. Jahrhunderts samstags, 20.15 h arte arte (TV) CHIC Mo-Fr 12.35-13.05h Sa 14.15h arte Baden-Baden (D) Ausstellung «Angewandte Kunst und Design» Kulturtreff 8134 bis 23.11.2006 Bahnhofplatz 5 | CH - 8134 Adliswil Basel (CH) Novartis Campus Peter Märkli und Sanaa / Walter Niedermayr Ausstellung verlängert bis 1.1.2007 Architekturmuseum Basel Steinenberg 7 | CH - 4001 Basel | T + 41 61 261 14 13 am@architekturmuseum.ch | www.architekturmuseum.ch Di, Mi, Fr 11–18 h, Do 11-20.30 h, Sa / So 11–17 h Basler Papiermühle Schweiz. Museum für Papier, Schrift und Druck St. Alban-Tal 35/37 | CH - 4052 Basel | T + 41 61 272 96 52 www.papiermuseum.ch Karikatur & Cartoon Museum St. Alban-Vorstadt 28 | CH - 4052 Basel T + 41 61 271 13 36, - 2 26 | www.cartoonmuseum.ch Swissbau 07 23. – 27.1.2007 MCH Messe Schweiz (Basel) AG Messehallen 1 – 5 CH - 4005 Basel | Täglich: 9-18h Letzter Tag 9 – 17 h Ausstellung Umsicht Regards Sguardi Zukunftsfähige Beiträge zum Bauwerk Schweiz Eine Wettbewerbsausstellung des SIA in Zusammenarbeit mit dem Institut gta 23.1. – 27.1.2007 swissbau 07, Messe Basel Halle 4 Bern (CH) Spielwitz & Klarheit Schweizer Architektur, Grafik und Design 1950 – 2006 18.10.2006 – 7.1.2007 Kornhausforum | Kornhausplatz 18 | CH - 3000 Bern 7 T + 41 31 312 91 10 | www.kornhausforum.ch Burgdorf (CH) Architekturpreis Beton 05 24.11. – 8.12.2006 Berner Fachhochschule HSB, Fachbereich Architektur Pestalozzistr. 20 | CH - 3400 Burgdorf | T + 41 34 426 41 01 Mo – Fr 8 – 20 h, Sa 8 – 12 h Greifensee (CH) Kunsthandwerk-Ausstellung 1.12. – 3.12. 2006 Schloss Greifensee | Im Städtli | CH - 8606 Greifensee

29

Karlsruhe (D) Karlsruher Weihnachtsmesse für Angewandte Kunst 1.12. – 10.12.2006 Badisches Landesmuseum Karlsruhe - Museum beim Markt Karl-Friedrich-Str. 6 | D - 76133 Karlsruhe T + 49 721 926 65 78 info@landesmuseum.de | www.landesmuseum.de täglich 11 – 18 h Kirchberg/Bern (CH) Plattform 06 15.10. – 12.11.2006 fabrik'Art Eystrasse 66 | CH - 3422 Kirchberg / BE T + 41 34 445 37 02 info@fabrikart.ch | www.fabrikart.ch Do 14 – 18 h, Fr 14 – 19 h, Sa / So 14 – 17 h oder nach Vereinbarung La Chaux-de-Fonds (CH) einfach & schön - Heimatstil Musée d'histoire Rue des Musées 31 | CH - 2300 La Chaux-de-Fonds T + 41 32 9 67 60 88 Mo – Fr 14 – 17 h, Sa / So 10 – 17 h 24.12., 25.12., 31.12.2006 und 1.1.2007 geschlossen Lausanne (CH) Bêtes de style 13.10.2006 – 11.2.2007 Mudac Musée de design et d'arts appliquées contemporains Place de la cathédrale 6 | CH - 1005 Lausanne T + 41 21 315 25 30 Di – So 11 – 18 h 24.12. et 31.12.2006: 11 – 16 h, fermée le 25.12.2006, 1.1.2007 Lugano (CH) Metropoly Die urbane Schweiz - Svizzera italiana 4.12. – 11.12.2006 Ex-asilo Ciani Piazza Castello | CH - 6900 Lugano info@metropole-ch.ch | www.metropoly.ch Mo – Fr 8 – 18 h, Sa 8 – 16 h Lyon (F) La Maison de l'architecture Rhône-Alpes 27.10. – 31.12.2006 Centre d'architecture et de la ville contemporaine 21, place des Terreaux | F - 69001 Lyon T + 33 478 30 61 04 architecturerhonealpes@wanadoo.fr www.architecturerhonealpes.com Mi, Do, Fr 14 – 20 h, Sa, Di 12 – 18 h

Mulhouse (F) Des teintures à l’indigo du XVIIIe aux panneaux imprimés du XXIe siècle en passant par Chemnitz Impressions and printings from Germany: From printing with indigo of the 18th to printed fabrics of the 21th century via Chemnitz bis 28.1.2007 Musée de l'Impression sur Etoffes 14, rue Jean-Jacques Henner BP 1468 | F - 68072 Mulhouse cedex T + 33 389 46 83 00 accueil@musee-impression.com www.musee-impression.com täglich 10 – 12 h und 14 – 18 h;

montags geschlossen; 25.12.2006, 1.1.2007 geschlossen Rixheim (F) Papiers peints du XVIIIe siécle / Tapeten des 18. Jh. 2.12.2006 – 1.12.2007 Musée du papier peint / Tapetenmuseum La Commanderie, 28 rue Zuber | B.P. 41 | F - 68171 Rixheim T + 33 389 64 24 56 musee.papier.peint@wanadoo.fr www.museepapierpeint.org täglich 10 – 12 h, 14 – 18 h; dienstags geschlossen; Weihnachten und 1.1.2007 geschlossen Schönenwerd (CH) Schuhmuseum Bally Bally Schuhfabriken AG Gösgerstrasse 15 | CH - 5012 Schönenwerd T + 41 62 849 99 45 Ferien: Mitte Dezember bis Mitte Januar Für Einzelpersonen jeweils am letzten Freitag im Monat zwei Führungen: um 14.30 h und 16 h St. Gallen (CH) Akris bis 7.1.2007 Textilmuseum Vadianstr. 2 | CH - 9000 St.Gallen | T + 41 71 222 17 44 info@textilmuseum.ch | www.textilmuseum.ch Mo – So 10 – 17 h Dresscode bis 7.1.2007 Historisches Museum Museumstr. 50 | CH - 9000 St.Gallen | T + 41 71 242 06 42 info@hmsg.ch | www.hmsg.ch Di – So 10 – 17 h Strasbourg (F) ARCHEOPUB - La survie de l’Antiquité dans les objets publicitaires bis 31.12.2007 Musée Archéologique de Strasbourg Palais Rohan 2, place du Château | F - 67076 Strasbourg Cedex www.musees-strasbourg.org täglich außer dienstags von 10 – 18 h UTOPIE UND REVOLTE Das deutsche Grafikschaffen von Jugendstil bis Bauhaus in öffentlichen französischen Kunstsammlungen bis 31.12.2006 Museum für Moderne und zeitgenössische Kunst 2, place du Château | F - 67076 Strasbourg Cedex T + 33 3 88 52 50 00 www.musees-strasbourg.org Weil am Rhein (D) Jean Prouvé Die Poetik des technischen Objekts bis 28.1.2007 Vitra-Design-Museum Charles-Eames-Str.1 | D - 79576 Weil am Rhein Winterthur (CH) FARBE materiell – virtuell _ FARBLABOR bis 22.4.2007 Gewerbemuseum Winterthur Kirchplatz 14 | CH - 8400 Winterthur T + 41 52 267 51 36 gewerbemuseum.medien@win.ch www.gewerbemuseum.ch Di – So 10 – 17 h Do 10 – 20 h; montags geschlossen 24.12.2006 bis 16h, 25.12.2006 geschlossen;

AGENDA

Aarau (CH) Informationsanlässe Studium Industrial Design / Medienkunst Fachhochschule Nordwestschweiz Hochschule für Gestaltung und Kunst 15.12.2006, 17 h | 9.2.2007, 17 h Seminarraum 3. OG Bahnhofstr. 102 | CH - 5000 Aarau | T + 41 62 832 66 66 info.industrialdesign.hgk@fhnw.ch info.medienkunst.hgk@fhnw.ch www.createyourstudy.ch www.medienkunst.ch | www.fhnw.ch


Kaspar Diener Förderpreis für Innenraumgestaltung 2006 – Farbe im Innenraum – Preisverleihung und Ausstellung im Gewerbemuseum Winterthur Preisverleihung und Vernissage 2.12.2006, 16 h Ausstellung 3.12.2006 – 2.1.2007 Gewerbemuseum Winterthur Kirchplatz 14 | CH - 8400 Winterthur | T + 41 52 267 51 36 gewerbemuseum.medien@win.ch www.gewerbemuseum.ch Farben zwischen Licht und Dunkelheit Referat von Ulrich Bachmann, Künstler, Dozent HGKZ Do 18.1.2007, 19 h Gewerbemuseum Winterthur Kirchplatz 14 | CH - 8400 Winterthur | T + 41 52 267 51 36 gewerbemuseum.medien@win.ch www.gewerbemuseum.ch Farbgeschichten Referat von Georg Kremer, Kremer Pigmente GmbH & Co. Do 25.1.2007, 19 h Gewerbemuseum Winterthur Kirchplatz 14 | CH - 8400 Winterthur | T + 41 52 267 51 36 gewerbemuseum.medien@win.ch www.gewerbemuseum.ch Farb- und Ornamentraum Rauminstallation von Vreni Spieser / Künstlerin und Leo Frei / Architekt, in Zusammenarbeit mit Studierenden des Haus der Farbe ab 27.1.2007 Gewerbemuseum Winterthur Kirchplatz 14 | CH - 8400 Winterthur | T + 41 52 267 51 36 gewerbemuseum.medien@win.ch www.gewerbemuseum.ch Farbatlas Zürich Forschungsprojekt des Haus der Farbe in Zusammenarbeit mit dem Amt für Städtebau Zürich Vernissage 27.1.2007, 16 h | Ausstellung: 28.1. – 25.2.2007 Gewerbemuseum Winterthur Kirchplatz 14 | CH - 8400 Winterthur | T + 41 52 267 51 36 gewerbemuseum.medien@win.ch www.gewerbemuseum.ch Farbwerkstatt: Putze und Strukturen 14.1.2007, 11 – 15 h A. Technikwerkstatt Leitung: Beat Soller, Farbgestalter und Malermeister, Präsident und Dozent Haus der Farbe 28.1., 11 – 15 h: Lehmputz | 25.2., 11 – 15 h: Lasuren B. Experimentierwerkstatt Leitung: Ulrich Binder, Künstler und Matteo Laffranchi, Restaurator, Dozent Haus der Farbe 11.3., 11 – 15 h: rollen, walzen 25.3., 11 – 15 h: sprayen, spritzen 22.4., 11 – 15 h: streichen, wischen, schaben Alle sechs Kurse können einzeln gebucht werden, Teilnehmerzahl beschränkt; Anmeldung bis eine Woche vor Kursbeginn: T + 41 52 267 51 36, gewerbemuseum@win.ch Gewerbemuseum Winterthur Kirchplatz 14 | CH - 8400 Winterthur | T + 41 52 267 51 36 gewerbemuseum.medien@win.ch www.gewerbemuseum.ch Marsha Jäggi: Collection curieuse 25.1.2007 – 17.2.2007 tuchinform, Gesamtschweizerisches Netzwerk für Textil-Designerinnen / Designer mit Verkaufsstelle und Ausstellungsraum in Winterthur Obere Kirchgasse 8 | CH - 8400 Winterthur T + 41 52 203 18 30

info@tuchinform.ch | www.tuchinform.ch Di – Fr 10 – 12.30 h, 13.30 – 18.30 h, Sa 10 – 16 h Zürich (CH) Architektur Forum Zürich Neumarkt 15 | CH - 8001 Zürich | T + 41 44 252 92 95 mail@architekturforum-zuerich.ch www.architekturforum-zuerich.ch Di – Fr 12.15 – 18.15 h, Sa 11 – 16h, So – Mo geschlossen ORNARIS Zürich '07 Fachmesse der Konsumgüterindustrie 14. – 17.1.2007 Messezentrum Zürich www.ornaris.ch Schweizerisches Landesmuseum Zürich Museumstrasse 2 | CH - 8023 Zürich | T + 41 44 218 65 11 Di – So 10 – 17 h geöffnet: 24. / 25. und 26.12.2006; Silvester 31.12.2006, Neujahr und Berchtoldstag 1.1. und 2.1.2007 Gilbert Bretterbauer Vernetzungen bis 21.1.2007 Museum Bellerive Höschgasse 3 | CH - 8008 Zürich | T + 41 43 446 44 69 www.museum-bellerive.ch Di – So 10 – 17 h; montags geschlossen 074 Autorschaft, kollektiv Vortrag von Marion Strunk, hgkz Ringvorlesung 5.12.2006, 17 – 19 h HGK Z | Vortragssaal Ausstellungsstr. 60 | CH - 8005 Zürich | T + 41 43 446 67 67 Info-Tag 2007, B.A. Studiengänge hgk z – Infotag zum Studiengang Bachelor of Arts in Vermittlung von Gestaltung und Kunst 16.1.2007, 9 h Vortragssaal | Ausstellungsstr. 60 | CH - 8005 Zürich T + 41 43 446 67 67 – Infotag zu den Studiengängen Film & Medien & Kunst Departement Medien & Kunst 17.1.2007, 9 h Vortragssaal | Ausstellungsstr. 60 | CH - 8005 Zürich T + 41 43 446 67 67 – Infotag zum Studiengang Bachelor of Arts in Design Departement Design 18.1.2007, 9 h Vortragssaal | Ausstellungsstr. 60 | CH - 8005 Zürich T + 41 43 446 67 67 Juriert - Prämiert Eidg. Wettbewerb für Design 2006 28.10.2006 – 11.2.2007 Museum für Gestaltung Zürich Halle | Ausstellungsstr. 60 | CH - 8031 Zürich T + 41 43 446 67 67 Di – Do 10 – 20 h, Fr – So 10 – 17 h; montags geschlossen 24.12., 25.12.2006 geschlossen, 26.12.2006 10 – 17 h, 31.12.2006 geschlossen, 1.1.2007 geschlossen, 2.12.2007 10 – 17 h Meet the Jury! Gespräch in der Ausstellung mit François Rappo, Graphiste et typographe, Lausanne; Lorette Coen, Journaliste / Publiciste, Le Temps, Lausanne; Annette Schindler, Kunstwissenschaftlerin, Leiterin, [Plug in] Basel; Emily King, Design Historian; Frieze Magazine, London; Martin Leuthold, Art Director; Jakob Schlaepfer, St. Gallen; Moderation: Christian Brändle, Direktor Museum für Gestaltung Zürich; Patrizia Crivelli, Bundesamt für Kultur, Dienst Design 6.12.2006, 20 h Museum für Gestaltung Zürich Halle | Ausstellungsstr. 60 | CH - 8031 Zürich

T + 41 43 446 67 67 www.museum-gestaltung.ch Designpublizistik: Denken und Schreiben über Design Gespräch in der Ausstellung mit Meret Ernst, Redaktorin Kultur und Design, Hochparterre, Zürich; Alfredo Häberli, Produktdesigner, Design Development, Zürich; Gerrit Terstiege, Chefredaktor, form - The Making of Design, Offenbach am Main; Erik Spiekermann, Fachautor, typografischer Gestalter, Berlin; Moderation: Ralf Michel, Geschäftsführer Swiss Design Network 10.1.2007, 20 h Museum für Gestaltung Zürich Halle | Ausstellungsstr. 60 | CH - 8031 Zürich T + 41 43 446 67 67 www.museum-gestaltung.ch

12/06 | 01/07

26.12.2006 geöffnet; 31.12.2006 bis 16 h, 1.1.2007 geschlossen; 2.1.2007 bis 17 h

Designproduktion: Skizzen, Produktion, Marketing Gespräch in der Ausstellung mit Valentin Spiess, Geschäftsführer, iart interactive ag, Basel; Hanns-Peter Cohn, CEO Vitra, Basel; Markus Freitag, Gestalter, Freitag lab. AG, Zürich; Moderation: Christian Brändle 31.1.2007, 20 h Museum für Gestaltung Zürich Halle | Ausstellungsstr. 60 | CH - 8031 Zürich T + 41 43 446 67 67 www.museum-gestaltung.ch Zürich HB – Milano Centrale – Eine grafische Begegnung 24.10.2006-23.2.2007 Museum für Gestaltung Zürich Plakatraum Halle | Ausstellungsstr. 60 | CH - 8031 Zürich T + 41 43 446 67 67 www.museum-gestaltung.ch Ausstellung Science City Infospot Permanente Ausstellung der Projektleitung Science City, ETH Zürich, in Zusammenarbeit mit dem Institut gta bis 30.12.2010 Mo – Fr 8 – 22 h, Sa 8 – 12 h Sonn- und Feiertage geschlossen HIL | ETH | CH - 8093 Zürich-Hönggerberg Ausstellung Aires Mateus Architekturen 16.11.2006 – 15.12.2006 ARchENA + Architekturfoyer ETH | CH - 8093 Zürich-Hönggerberg Mo – Fr 8 – 22 h, Sa 8 – 12 h | Sonn- und Feiertage geschl. Ausstellung Eternit Architektur Preis 2006 Ausstellung der Eternit AG, in Zusammenarbeit mit dem Institut gta 11.1.2007 – 22.2.2007 Eröffnung: 10.1. 2007, 18 h Auditorium E3 |HIL | ETH | CH - 8093 Zürich-Hönggerberg ARchENA | ETH | CH - 8093 Zürich-Hönggerberg Mo – Fr 8 – 21 h, Sa 8 – 12 h, Sonn- und Feiertage geschlossen Carte Blanche IV: Staufer & Hasler Architekten, Winterthur 13.12.2006 – 17.2.2007 Architektur Forum Zürich | Neumarkt 15 | CH - 8001 Zürich T + 41 44 252 92 95 www.architekturforum-zuerich.ch Di – Fr 12.15 – 18.15 h, Sa 11 – 16 h 24.12.2006 bis 8.1.2007 geschlossen Mode Design Schule Zürich: Informationstage 20.12.2006, 14 – 16 h | 24.1.2007, 14 – 16 h

30


IMPRESSUM

INFORM Designmagazin | Sandstr. 17, D - 79104 Freiburg | inform@inform-magazin.com | T + 49 761 89 75 94 94 | F +49 761 8 81 74 79 art-media-edition Verlag Freiburg | Sandstr. 17 | D - 79104 Freiburg | www.art-media-editionen.com • Herausgeber: Björn Barg | barg@inform-magazin.com • Anzeigenleitung: Jascha Seliger | inform@inform-magazin.com | T + 49 761 89 75 94 94 • Chefredaktion: Regina Claus | claus@inform-magazin.com • Mitarbeitende dieser Ausgabe: Björn Barg barg@inform-magazin.com; Anke Bluth bluth@inform-magazin.com; Nike Breyer breyer@inform-magazin.com; Regina Claus claus@inform-magazin.com; Stefan Franzen, franzen@inform-magazin.com; Paul Klock, klock@inform-magazin.com; Susanne Oertelt, oertelt@inform-magazin.com; Dr. Eva Schumann-Bacia, bacia@inform-magazin.com; Geraldine Zschocke, zschocke@inform-magazin.com; Dietmar Zuber, zuber@inform-magazin.com. • Gestaltung und Grafik: Piotr Iwicki, mail@iwicki.com • Titelbild: © Maj-Britt Hansen, mbh@mbhstudios.com Erscheinungsweise: 6 mal im Jahr • Auflage: 5 000 Stück Titelrechte: Jeder Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Erlaubnis des Verlages und der Redaktion gestattet. • Alle Angaben in der Agenda ohne Gewähr INFORM Designmagazin 02/2007 | 03/2007 erscheint am 15. Februar 2007 u. a. mit Beiträgen von Nike Breyer, Dr. Eva Schumann-Bacia • Anzeigenschluss: 31. Januar 2007 • Terminschluss für die Agenda: 31. Januar 2007



INFORM_01