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04 – 05 | 2012

illustre gesellschaft

DESIGN | HANDWERK | GESTALTUNG


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TITELBILD Ausschnitt aus: Farbe Form Orangensaft. Verrücktes Design aus aller Welt | Ewa Solarz & Alexandra und Daniel Mizielinscy | S. 41 | mit freundlicher Genehmigung von Moritz Verlag, Frankfurt

Die Sprache bedarf als mit der Zeit verholzter, in Abstraktion erstarrter Bilderhaufen ab und an der Illustration, der Veranschaulichung und Verbildlichung dessen, was rein durch Buchstaben nicht in Kopf und Herz will. Abbildungen der mysteriösen Spülmaschine oder Explosionszeichnungen von Fahrradschaltungen sagen mehr als tausend Worte. Für dieses Verständnis der mechanischen Eigenschaften von Dingen, aber auch für deren subtilere Verknüpfung mit Wünschen und Sehnsüchten, Prestige und Traum sind die erleuchtenden Illustrationen der Grafikdesigner da. Schon in seinen Anfängen lockte das traditionelle Grafikdesign mit illusionistischen 3D-Schriften und abfotografierten Modellen zum Hingucken. Nach den Photoshop-Orgien der Jahrtausendwende hat es nun seit ein paar Jahren eine erneute Hinwendung zum Do-it-yourself, zum Modellbau, zum wilden Sampeln realer Gebrauchsdinge oder natürlicher Wesen für typografische Zwecke. Das Abfotografieren dieser dreidimensionalen Arrangements generiert ganz andere ästhetische Effekte als das rein am Computer produzierte Bild. Dass dabei nicht alles glatt und perfekt dasteht, muss nicht zwingend verschleiert werden; roher Kulissencharme tut wieder wohl. Dinge und Lebewesen werden zu Buchstaben, zu Mustern, formieren sich, überkreuzen einander, Überblendungen und Vermischungen von Größenverhältnissen fangen den Blick. Alles treibt's mit allem. Die ambitionierte Illustration war nie nur erläuternd, sie generiert eine Fülle an Bedeutungen. Sie (ist) animiert. Wir fragten uns, ob die Animation der Dinge im grafischen Bereich das Design der wirklichen dreidimensionalen Gegenstände des Produkt- und Möbeldesigns, die uns umgeben, beeinflusst hat. Die Grafik hatte die Dreidimensionalität zu sich in die Zweidimensionalität geholt. Wie hält es das Design von Möbeln, Mobilem und Mixern mit der Illustration? Wie illustriert eine Grafik auf der Oberfläche des Dings eben dieses, sei es als Belebung durch die Applikation von Gesichtszügen, sei es als Kommentar durch Schrift und Bild? Und nehmen Gebrauchsgegenstände in Form und Umriss selbst illustrative Eigenschaften an? Welchen Text illuminieren sie? Was wollen sie uns sagen? Ist es nicht manchmal auch genug, dann, wenn der intelligente Kommentar endet und die Dinge allmählich nerven? Diese Dinge auf Drogen, die lallenden Möbel, die Produkte, die da alle durcheinander quasseln?

editorial fragen Regina Claus und Björn Barg

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Inhalt

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ESSAY Nike Breyer Illustratives Design – illustre Strategie

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PERSONA Im Gespräch mit Sarah Illenberger Reale Dimensionalitäten im digitalen Zeitalter

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ARTEFAKT Gut gefunden

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TEXT Neu erschienene Bücher

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SPEZIAL Lust am Illustrativen Illustrative Verspieltheit in Produkt-, Textil- und Grafikdesign

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EXPO Tilman Hoffer Ästhetik der Reduktion

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PERSONA Im Gespräch mit Marianne Goebl Objekte, die auf irgendeine Art rar sind

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TOPOS Designmonat Graz 2012

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DESIGNREPORT Laden21 Donna Wilson – Die Königin der kuriosen Designfantasie

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SCHMUCKTENDENZEN ZÜRICH Katrin Lucas Der Berg ruft

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DIE GUTE ADRESSE Shoppingguide

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TIPPS Empfehlenswerte Ausstellungen und Events

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AGENDA Termine von April bis Juni

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CONCOURS

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IMPRESSUM

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essay

Nike Breyer

Illustratives Design – illustre Strategie „Why? … Why is it like this and not like that?“ lautet nach Jonathan Ive die Urfrage des Designers, die er sich ununterbrochen stelle, während er die Welt wahrnimmt. Seit wir die Antworten von Ive auf diese Urfrage kennen, mit denen der britische Designer seit über zehn Jahren die Produkte des Apple-Konzerns unverwechselbar gestaltet und zu Kultprodukten gemacht hat, fällt es schwer, sich der Suggestionskraft seines approach zu entziehen, der, auf einen kurzen Nenner gebracht, lautet: formaler Minimalismus, der technische Innovation mit intuitiver Bedienung verschmilzt. Nie war Minimalismus so zeitgemäß wie heute, ist man geneigt zu glauben. Aber stimmt das wirklich – für alles? Ive erklärte wiederholt, dass die Apple-Produkte das Ergebnis der Bemühung seien, ein Produkt besser zu machen – als vorher und als die Produkte der Mitbewerber. Wenn sie das nicht leisteten, so Ive, würde Apple sie auch nicht auf den Markt bringen. Dinge nur „anders“ zu machen oder „neu aussehen“ zu lassen, wie das weit verbreitet sei, halte er für eine grundsätzlich falsche Zielsetzung. Zwar gehört Ive ohne Frage zu den einflussreichsten Designern der Gegenwart, aber zugleich werden hier die Grenzen von allgemeinen Aussagen über Design deutlich. Was heißt bei einem Tisch oder Stuhl schon „besser“?! Auf Stühlen gesessen haben vor viertausend Jahren auch die Pharaonen der alten Ägypter. Auch das Rad kann man nicht neu erfinden – nur anders verwenden. Welche Kriterien taugen also?

Nähe zu Kitsch und Kommerz Gängigerweise werden Möbelentwürfe entweder als funktional oder als dekorativ charakterisiert. Beides benennt zugleich die

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polaren Endpunkte auf einer Skala, auf der unendliche Mischformen möglich sind. Entwürfe aus dem Geist der klassischen Moderne gelten als Paradebeispiele für funktionales Design (Ulmer Hocker), weil man nichts oder kaum etwas weglassen kann, ohne die Funktion zu beschädigen. Dieses Konzept entwickelte bis weit über die Mitte des letzten Jahrhunderts hinweg fast autoritäre Strahlkraft. Zwar umspielten das kommerziell erfolgreiche Streamline-Design der 1930er-Jahre und das dekorativ aufgerüstete Art Déco schon relativ früh die nackte Funktion der Möbel. Aber erst sogenannte postmoderne Designs der 1980er-Jahre rebellierten durch provokative Funktionsverweigerung und den Einsatz funktions-irrelevanter Momente wie Struktur oder Muster gegen die Alleinherrschaft von Funktion als Ausdruck moderner Rationalität. Mit einer Synthese aus Funktion plus Farbe, Struktur und Sinnlichkeit experimentiert seit den 1990er-Jahren im Möbeldesign nun eine sogenannte „zweite Moderne“, die bereits eine Generation neuer Klassiker (Jasper Morrison, Konstantin Grcic) hervorgebracht hat. Auch Ornament ist hier nicht mehr Verbrechen. In den letzten Jahren erfährt nun auch das „Dekorative“ und „Illustrative“, das wegen seiner Nähe zu Kitsch und Kommerz, zu billigen Applikationen, Blümchentapeten und Spitzendeckchen lange als „bad taste“ diskreditiert war, eine überraschende Rehabilitierung. Liegt es an der wachsenden Konfrontation mit fremden, musterfreudigeren Kulturen? Oder am Verblassen des Distinktionsgewinns habitueller Modernität? Oder schlicht an den neuen technischen Möglichkeiten – von Lasercut und Rapid Prototyping? Das Illustrative zeigt sich auf verschiedene Weise.


Kunst am Automobil: Andy Warhol Art Car, 1979; BMW M1 Gruppe Rennversion; Š BMW AG

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Kunst oder Kitsch? Fendi Design Performances mit Elisa Strozky & Sebastian Neeb; Design Miami 2011

Muster – aufgebracht Muster oder Figuratives auf Oberflächen von Gegenständen aufzubringen, sei es durch Malen, Zeichnen, Drucken oder Prägen, ist die vermutlich naheliegendste und daher wohl noch immer – oder auch wieder – am weitesten verbreitete illustrative Praxis.

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Diverse Futterale, von der Kuriertasche bis zum Präservativ fürs Mobiltelefon oder Notebook, lassen sich auf diese Weise unaufwendig „verschönern“. (Ob diese Hüllen darum ein Produkt gleich auch individualisieren, wie Marketingprosa gerne schwärmt, mag dahingestellt sein.) Beliebte weitere Trägermaterialien sind Kleidungsstücke wie T-Shirts oder Schuhe – im Prinzip alles, was


(Angriffs-)Fläche bietet. Tatsächlich kann als komplexes Trägermaterial sogar ein Automobil dienen. BMW hatte 1975 erstmals die Idee, „ein Automobil von Künstlerhand gestalten zu lassen“. Für die daraus entstandene BMW Art Car Collection konnte man seither zahlreiche international renommierte Künstler, darunter Olafur Eliasson (2007), David Hockney (1995) oder Jeff

Koons (2010) gewinnen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, spektakulär sind sie allemal. Dennoch bleibt ein gewisser Beigeschmack, da eine tiefergehende konstruktive Verbindung zwischen der Maschine und der nachträglichen „Veredelung“ fehlt, und die Operation eher an die unter Architekten berüchtigten „10 Prozent Kunst am Bau“ erinnert.

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Kinderzimmerkompatibel. Ironischer Dekostoff Laivakoira Cotton, aus der Spring Interior Decoration 2012 von Marimekko; Foto: Š Marimekko Corporation, Finnland

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Möbel wie Sahnetörtchen, von Karim Rashid, Kloud Chair und Baby Bite Chair; Design: Karim Rashid; © Karim Rashid Inc.

Bis heute ist das Applizieren von Mustern und Illustration auf „fertige“ Objekte aber eine süße Versuchung, eben weil es so einfach und für die Konzeption des Produktes selbst letztlich belanglos ist. Auch kleine Kinder übermalen in einem bestimmten Alter mit Leidenschaft vorgefundene Bilder und Gesichter in Illustrierten. Eine Art magischer Weltaneignung, die sie in der Regel jedoch spätestens nach der Pubertät durch erwachsenere Praktiken ersetzen – sollten.

„Lots of Spots“ Wenn das Illustrative in das Produktkonzept integriert ist, können solche designerischen Musterspiele dagegen erhebliche Überzeugungskraft entfalten. So harmoniert beim Schweizerischen Uhrenhersteller Swatch das Konzept einer preiswert kalkulierten Qualitätsuhr (Quarzwerk, Kunststoff) schlüssig mit dem ästhetischen Konzept der Popkultur, das die grafische Ausstattung der Uhren seit rund dreißig Jahren inspiriert. Das wirkt hier nicht

Front Design beim Zeichnen der Sketch Furniture. Kameras nehmen die Bewegungen auf, eine 3d-Datei wird generiert, die dann mittels Rapid Prototyping als reales Möbelstück ausgedruckt werden kann. Foto: Front Design

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aufgesetzt, sondern konzeptionell ins Produkt eingebaut – von den Bonbonfarben und plakativen Mustern bis hin zu figürlichen Zitaten. Fast könnte man meinen, dass sich Damien Hirst für seine derzeit für Aufregung sorgenden Spot Paintings bei der Lots Of Dots-Edition inspiriert habe (Swatch-Kooperation mit Alessandro Mendini von 1983) – in origineller Verkehrung der künstlerischen Rangordnung. Auch der 1964 in Tokio geborene und in den USA ausgebildete Michael Ming Hong Lin könnte seine von Candyrosa und Babyblau dominierten Blumen-Allovers, die er von traditionellen asiatischen Seidenstoffen aufgegriffen hat, vermutlich problemlos an Swatch verkaufen. Doch Lin gibt größeren Formaten den Vorzug und tapeziert mit seinen surreal vergrößerten Blüten die Wände und Böden von Museums-Cafés und Galerieräume. Dabei handelt es sich um Installationen, die mit einem künstlerisch manipulierten Raumgefühl arbeiten und Assoziationen etwa zum traditionellen japanischen Kirschblütenfest mit einer Disneyland-Künstlichkeit verschmelzen, in der die Anwesenden zu Gulliverformat geschrumpft sind. Zuletzt hat seine Fußbodengestaltung im Atrium des Stadthuis Den Haag größere Aufmerksamkeit gefunden. An der Schnittstelle von Design und Kunst schließen seine Arbeiten an ein neu erwachtes Interesse am Illustrativen an.

Mustergültig dekorativ Sowohl im Textildesign als auch bei Tapeten, wo das Illustrative quasi in seinem Element ist, lässt sich derzeit eine verstärkte Hinwendung zu komplexen Mustern und figurativen Elementen beobachten. Das schottische Textildesignkollektiv Timorous Beasties bedient diesen neuen Trend besonders virtuos und arbeitet stilistisch auf mehreren Ebenen: zeitlos moderne Blattmotive für Lampenschirme von „Leaf“ gehören ebenso ins künstlerische Repertoire wie unkonventionell interpretierte GenreSzenen in der Tradition der Toile de Jouy-Motivik des Rokoko („Glasgow Toile“) oder surreale Arrangements, die von allerhand Getier („Napoleon Bee“) oder einem gothic-affinen Behemoth („Devil Damask“) bevölkert werden. Auch die verspielten Shoppingbag-Dessins von Anisa Suthayalai für Vitra, die cross-cultural sowohl bei Manga-Ästhetik wie klassischem englischem Leinen borgen, interpretieren diesen Trend „mustergültig“. Während das Magazin Schöner Wohnen mit formal reduzierten Dekomustern einer neuen Home-Kollektion (Bodenbeläge, Tapeten, Textilien) bereits den breiten Markt anpeilt. Ein Unternehmen, das das Illustrative bereits seit vielen Jahrzehnten erfolgreich zum Geschäftskonzept gemacht hat, ist der finnische Textilhersteller Marimekko. Seine klaren, grafischen Muster und eleganten abstrakten Blumenmotive haben über Jahrzehnte einen typisch skandinavischen Look geprägt, der inzwischen von vielen Herstellern beerbt wird. Der bekannteste dürfte das Möbelhaus Ikea sein, das aus einfachen Holzmöbeln und Marimekko-lookalike-Textilien ein überaus erfolgreiches Markenzeichen gemacht hat.

Zeichnung im Raum Vielleicht am spannendsten sind aber die Produkte, deren illustrative Wirkung integraler Bestandteil der Gesamtgestaltung ist – weil die Formen pittoresk aus dem Geometrischen ausbrechen oder weil neue Techniken eine neue Ästhetik prägen. Zwar kann man einem lebensgroßen Polyester-Schwein, das

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Möbelentwürfe von Maarten Baas, die auf schnellen Skizzen basieren und dann monumental vergrößert werden. Sculpt office desk und Sculpt cupboard, 2007; Design: Studio Maarten Baas; Foto: Maarten van Houten. www.maartenbaas.com

eine Tischplatte auf seinem Rücken trägt oder der schwarzen „Rabbit-Lamp“ für den Nachttisch illustratives Potential nicht absprechen. Doch den größten Coup in dieser Richtung landete das schwedische Designerinnenkollektiv Front Design mit ihrer Möbelserie „Sketch Furniture“. Sie basiert auf der experimentellen Kombination zweier Techniken: Mit Motion Capture, einem in der Filmindustrie gebräuchlichen Programm für Trickanimation und Computerspiele, wird der mit großen Gesten in den Raum gezeichnete Tisch samt Stühlen durch einen Scanner aufgezeichnet und die „Zeichnung“ anschließend durch einen Printer materialisiert. Die entstandenen Formen wirken zwar seltsam unfertig und wie einem Skizzenbuch entsprungen – illustratives Design im ureigensten Sinne – und dürften auch materiell noch verbesserungsfähig sein. Doch sie markieren ohne Frage einen Schlüsselpunkt, von dem aus spannende weitere Entwicklungen möglich werden.

Spitzendeckchen 2.0 Rapid Protoyping oder Lasercutting können illustrative Wirkung auch durch raffiniert durchbrochene Optiken und netzartige Strukturen erzeugen, die derzeit von vielen Designern ausprobiert und variiert werden. Der „Monarch Stuhl“ des Designerkollektivs Freedom of Creation, ein schlanker weißer Schemel „aus einem Guss“, erinnert dabei an das Mobiliar alter Eiscafés der 1950er-Jahre. Während der „Crocket Chair“ von Marcel Wanders für Moooi-Design, ein skulpturaler Möbelkörper, der allover mit weißem Klöppel-

spitzenmuster überzogen ist, vage an Omas Wäschetruhe erinnert, in dieser Kombination aber eine konkrete kulturelle Zuordnung verweigert. Das holländische Designlabel Moooi, das Wanders mit Casper Vissers vor zehn Jahren gegründet hat, steht für ein stark konzeptionell orientiertes Design und führt neben Entwürfen von Front („Rabbit Lamp“) auch den „Smoke Chair“ von Maarten Baas, der illustratives Design eigenwillig konzeptionell interpretiert: sein durch Feuerbehandlung geschwärzter Sessel im Louis-XV-Stil entfaltet bei aller Strenge im Profil eine filigran schmückende Scherenschnitt-Ästhetik. Eine Strategie, die im weiteren Sinne auch die englische Designerin Susan Bradley verfolgt, wenn sie mittels Lasercutting ihre originelle Idee der „Outdoor Wallpaper“ und „Creep Shelf“Objekte aus dünnem lackierten Metallblech realisiert. Cutouts im Blech und die am Rand angefügten Positivformen der Ausschnitte wirken als dekoratives Muster und erzeugen mit minimalen Mitteln die Illusion von lebendig rankenden Rosen, Clematis und anderen Pflanzen. „Illustration sollte keine nachträgliche Idee sein (an afterthought), die man wie einen Sticker dem Design am Ende ansteckt. Illustration steckt in all meinen Designs“, erklärt der aus Ägypten stammende Designer Karim Rashid programmatisch seine eigene Produktgestaltung, die Farbe und organische Linienführung in den Mittelpunkt stellt. Doch er gibt damit zugleich eine überzeugende Allgemeindefinition des Illustrativen – als integriertes Gestaltungskonzept, jenseits von Kitsch und Kommerz, aber auch von Pinsel, Edding und Skizzenbuch.

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persona

Im Gespräch mit Sarah Illenberger, Illustratorin

Reale Dimensionalitäten im digitalen Zeitalter

Sarah Illenberger

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INFORM: Liebe Frau Illenberger, Ihre Arbeiten zieren internationale Magazin-Cover, Sie gestalteten Schaufenster für Hermès, machen Kampagnen für Audi und andere namhafte Kunden – ein unglaublicher Werdegang! Wie hat das alles angefangen? Sarah Illenberger: Ich habe am Londoner St. Martins College Graphic Design studiert und relativ schnell gemerkt, dass mein Interesse am stärksten im Bereich der Illustration lag. Typographie und Layouten sind nicht meine Stärke, dafür das Erschaffen von Bildern in Form und Farbe. Nach vier Jahren bin ich zurück in die Heimat, um mit meinem damaligen Freund, dem Schmuckdesigner Patrik Muff, ein kleines Label zu gründen, welches unter dem Namen Sarah & Patrik Designprodukte wie z. B. Armbänder, T-Shirts und andere Accessoires entwickelte. Ich habe mich in dieser Konstellation stark um die Ideenentwicklung, Verpackung, Grafik und den Vertrieb gekümmert, was auch eine Zeitlang viel Spaß gemacht hat. Als ich jedoch merkte, wie sehr mir die erzählerische Komponente fehlte, bin ich bei dem gerade frisch gegründeten NEON Magazin eingestiegen und habe fünf Jahre lang Bildideen konzipiert und diese entweder selber umgesetzt oder an andere Kreative weitergegeben. Das schnelle Tempo eines Magazins hat mich trainiert, viele Ideen in relativ kurzer Zeit zu entwickeln und umzusetzen. Im Jahr 2005 bin ich dann nach Berlin gezogen, um mich mit einem eigenen kleinen Studio selbstständig zu machen. Seitdem beliefere ich Magazine und Werbekunden mit meinen Bildern oder setze eigene Projekte um.


Meloncholie; Š Sarah Illenberger

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Wie nennen Sie Ihre Tätigkeit? Sind Sie Illustratorin, Dekorateurin, Bühnenbildnerin, Bildende Künstlerin? Ich nenne meine Tätigkeit: Illustratorin, da die Definition von Illustration am weitgreifendsten ist. Was ist Illustration Ihrer Meinung nach? Im Wörterbuch findet man unter dem Begriff Illustration die Definition: etwas zu beleuchten. Wenn man einen Inhalt bildlich darstellt, ist dies Illustration für mich. Dafür muss man aber nicht unbedingt zu Tusche und Bleistift greifen, wie viele Menschen jedoch denken. Stefan Sagmeister sagt: „Auch Zwiebelringe können referentielle Bedeutung erlangen.“ Inwiefern stehen bei Ihren Arbeiten Form und Inhalt in Zusammenhang? Indem Sie mit McForest einen Burger aus Holz kreierten, thematisieren Sie durch diese Materialwahl die Abholzung des Regenwaldes für intensive Viehhaltung und Fleischproduktion. Ist Ihr Blick auf die Welt materialbasiert, vom Material ausgehend? Ich versuche in meiner Arbeit die Auswahl des Materials immer von dem Inhalt der Idee abhängig zu machen. Wenn es darum geht, das perfekte Chili con Carne Rezept zu kochen, dann ist es logisch, die Zutaten aus einem Material nachzubauen, welches am perfektesten und präzisesten zu verarbeiten ist. In diesem Fall: Papier. Wenn es aber zum Beispiel um den wirtschaftlichen Fortschritt in Kalifornien geht, sind Einzelteile von Computern am naheliegendsten.

oben: Soft Brain | unten: Soft Heart, aus der Strickorgane-Serie „Völlig Weichgekocht“ für das SZ-Magazin; Entwurf: Sarah Illenberger; Foto: Andreas Achmann

Ihre Arbeiten erwecken den Eindruck, als seien Sie handwerklich omnipotent – stricken, nähen, buchbinden, modellieren – woher können Sie das alles? Ich kann nicht alles und gebe daher sehr viel an Profis weiter. Leider sind die Abgaben oft zu knapp, um in neue, aufwendige Handwerkstechniken einzusteigen. Beispielsweise würde ich gerne mit einem Korbmacher zusammenarbeiten. Es gibt nicht mehr viele Menschen, die dieses alte Handwerk beherrschen, was dazu führt, dass man bereits Wochen im Voraus eine Arbeit in Auftrag geben muss. Ich selber beherrsche von allem ein bisschen und das reicht meistens aus, um ein schönes Foto zu erzeugen. Sophia Muckle schreibt: „Betrachtet man vor dem Hintergrund der Digitalisierung nun die handgestrickten Organe von Sarah Illenberger, so dürfte klar sein, dass deren Sinnlichkeit und reale Dimensionalität außerhalb digitaler Möglichkeiten liegen“. Gestalter stoßen mit Photoshop an ihre Grenzen, der Charme handgefertigter Collagen ist am Computer nicht zu erzeugen. Wie erklären Sie sich Ihren Erfolg? Warum ist 3d-Illustration zur Zeit so angesagt? Liegt es tatsächlich an Charme und Sinnlichkeit des Handmade-und Doityourself-Designs? Wie sehen das Ihre Auftraggeber? Ich stimme dem zu und sehe definitiv, dass Einzelanfertigungen, Handarbeiten und reale Dimensionalitäten in diesem doch sehr digitalen Zeitalter an Wert gewinnen. Ich verlasse mein Studio in einer besseren Verfassung, wenn ich den ganzen Tag mit echtem Material gearbeitet habe, anstatt nur vor dem Computer gesessen zu haben. Dementsprechend sehen aber auch meine Hände und Kleider aus. Wo sind die realen Schnittstellen für Arbeiten wir Ihre – wo werden 3d-Collagen überall eingesetzt? Überall dort, wo etwas Wärme und Charme benötigt wird. Sie haben eine Gastprofessur an der UdK Berlin inne. Was vermitteln Sie Ihren Studierenden? Ich versuche den Studierenden zu vermitteln, dass eine starke

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Artyschoke; © Sarah Illenberger

Fallen Lips; © Sarah Illenberger

Idee das tragende Element eines Projektes ist. Wenn diese nicht sicher und ausgereift steht, fällt alles irgendwann wie ein Kartenhaus zusammen. Eine gute technische Umsetzung ist wichtig, aber sollte nicht vor der Idee stehen. Am Ende erinnert man sich doch eher an Ideen, die einen bewegt haben, zum lachen oder nachdenken angeregt haben, als an eine perfekte Exekution.

Was beeinflusst Ihre Arbeiten, haben Sie Vorbilder? Was inspiriert Sie zur Zeit? Der Einfluss kommt aus verschiedensten Quellen. Oft ist es mein Alltag und die Dinge, die auf der Straße passieren. Gerne schaue ich mir Ausstellungen und Kunstmessen an, um mich eher von Formen, Techniken und Umsetzungsideen inspirieren zu lassen. Am offensten und inspiriertesten bin ich aber auf Reisen. Wenn das Auge noch nicht an das Umfeld gewöhnt ist.

Wie gehen Sie an ein Projekt heran? Haben Sie ein Team? Was machen Sie selbst, was geben Sie ab? Ich habe eine feste Assistentin und manchmal noch einen weiteren Praktikanten. Für größere Produktionen, z. B. Werbejobs, nutze ich zusätzliche freie Assistenten. Am liebsten starke Männer mit handwerklichem Geschick! Wenn es spezielle Umsetzungstechniken gibt, gebe ich diese an Profis raus. In Berlin gibt es ja glücklicherweise viele davon. Die Ideenentwicklung macht mir oft am meisten Spaß, daher gebe ich diesen Teil nur ungern ab, was aber nicht bedeutet, dass ich nicht gerne mit meinen Assistenten brainstorme Wie verläuft die Arbeit mit Ihren Auftraggebern? Werden Vorgaben gemacht? Die Auftraggeber erwarten ein sehr präzises Vorlayout und Mood Bilder. Dazu dienen mir das Internet und Photoshop. In der Umsetzung ist oft nur wenig Spielraum. Generell gilt folgende Regel: je besser die Bezahlung, desto kleiner der Spielraum.

Was reizt Sie, was oder für wen würden Sie gern einmal gestalten? Ich würde eigentlich am liebsten noch mehr eigene Projekte umsetzen! Bücher, konzeptionelle Webseiten, Ausstellungen und vor allem 3d-Installationen, die eine Zeitlang bestehen bleiben. Dafür wünschen wir Ihnen ausreichend Gelegenheiten und sind gespannt auf die nächsten Arbeiten!

Das Gespräch führte Regina Claus

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MÖBEL BADEN KOCHEN RESTAURIERUNG

MÖBEL DIE PASSEN Wir entwerfen und bauen Möbel, die perfekt in Ihr Zuhause integriert werden. Ob es sich dabei um ein markantes Einzelstück oder ein schlichtes Möbel handelt, das sich unauffällig, aber maßgenau in Ihre vorhandene Wohnlandschaft einfügt, bestimmen Sie. Auch in Bezug auf Materialien und Oberflächenstrukturen können Sie auf unsere über 25-jährige Erfahrung zurückgreifen. Erfahrung haben wir auch bei der Planung und Realisierung von Bad- und Küchenbereichen, die immer eine individuelle Lösung erfordern. Verschaffen Sie sich einen ersten Eindruck von unserer Arbeit unter www.meister-hs.de. Besuchen Sie uns auf der MUBA 2012 in der Messe Basel vom 13. bis 22. April in Halle 1.1, Stand L42

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NIEDERMATTENSTR. 1A D-EHRENKIRCHEN T +49.7633.801020 MEISTER-HS.DE


artefakt Kopflos ohne Kerze Zunächst kopflos vervollständigt bei „Topgir“ erst die Kerze das Bild. Den Kerzenständer für Liebhaber afrikanischer Tableware gibt es in limitierter Auflage. Adam, Ardu, Amanda und 96 weitere frische Porzellangiraffen aus dem A-Wurf (jeden Namen gibt es nur ein einziges Mal) sorgen für Savannenromantik im Wohnzimmer. Topgir wird von Aborigines aus Franken, der Kober Steinwiesen GmbH, handgefertigt. Entworfen wurde er vom angesagten Coburger Designbüro njustudio. Der Gestaltungsansatz von njustudio ist professionell, mitunter experimentell und – charmant. [RC] www.njustudio.com

Sublimes Schattenspiel Kartell hat mit Designerin Patricia Urquiola eine Serie von Beistelltischen entwickelt, die zwar verspielt aussehen, in denen jedoch High-Tech steckt. Materialstudien gingen diesem Entwurf voraus: Das erklärte Ziel war, innovative Oberflächen zu schaffen, um neue visuelle und taktile Effekte zu erzeugen. Die Oberfläche der Tischplatte aus ausgesparten und ausgefüllten Flächen bildet ein elegantes und kostbar erscheinendes Dekor mit der Anmutung von Stickereien. Die Aussparungen in der Tischplatte des dreibeinigen Tisches erzeugen außerdem sublime Schatteneffekte. Ein poetisches Objekt, dessen organisches Dekor intelligent in seiner Formgebung integriert ist. Der T-Table ist aus transparentem oder durchgefärbtem, wetterbeständigem Acrylglas (PMMA) und in den Farben glasklar, hellblau, gelb, bernsteinfarben, rot und schwarz erhältlich. [RC]

Alle Fotos: Hersteller

www.kartell.it

Gezeichnetes Tag- und Nachtuniversum Kvadrat arbeitet mit dem argentinisch-schweizerischen Designer Alfredo Häberli, seitdem er 2007 den Kvadrat-Showroom in Mailand gestaltete. Für Häberli, der seit seinen Anfängen eine große Bewunderung für die hochwertigen Kvadrat-Produkte empfand, war dies die Premiere als Textildesigner. Als er zu Beginn seiner Karriere zum ersten Mal ein Zürcher Restaurant ausstattete, suchte er einen Stoff aus der Kvadrat-Kollektion aus. Sein Kinderzimmervorhang „Animals“ zeigt auf den ersten Blick ein Durcheinander verschiedener Tiere. Tagsüber sind Tiere wie Rehe, Vögel, Affen und Elefanten zu sehen. Im Dunkeln werden mittels fluoreszierender Effekte nachtaktive Tiere wie Wölfe, Eulen und Fledermäuse sichtbar. Dass die Tierzeichnungen auch nachts zu sehen sind, ist für Häberli eine Verneigung an die kindliche Faszination für Tiere. [RC] www.Kvadrat.dk

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ANIMATION.CH – Vielfalt und Visionen im Schweizer Animationsfilm / Vision and Versatility in Swiss Animated Film Christian Gasser | 320 S. | Hrsg. Hochschule Luzern | Benteli Verlag | dt./engl. | durchgehend farbige Abbildungen | EUR 38,– | SFr 48,–

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens ihres Studiengangs Animation bat die Hochschule Luzern – Design & Kunst den Comicexperten Christian Gasser, ein Buch über den immer erfolgreicher auftretenden Schweizer Animationsfilm zu schreiben. Gasser lässt die Filmemacher selbst in ausführlichen und verdichteten Interviews zu Wort kommen; schon an den bekanntesten Vertretern, Georges Schwizgebel und Yves Netzhammer, wird deutlich, wie heterogen die Techniken des Metiers und wie individuell die Ergebnisse sind. Autodidakten und Absolventen, Einzelkämpfer und Teamworker stehen am Tricktisch, zeichnen, kneten oder arbeiten am Computer. Viel Bildmaterial, ein Portrait der Hochschule Luzern und drei Essays komplettieren das Gesamtbild. Der Band bietet sowohl Laien als auch Profis Hintergrundinformationen, die mehr als lediglich das Interesse an den nationalen Trickprodukten der Schweiz befriedigen dürften. [GZ]

text ABSTRACT CITY – MEIN LEBEN UNTERM STRICH Christoph Niemann | Knesebeck | 256 S. | EUR 19,95 | SFr ca. 28,50

Die Söhne von Christoph Niemann, gerade einmal drei und fünf Jahre alt, sind besessen vom U-Bahnfahren. Sie verbringen Stunden damit, das Streckennetz der New Yorker Subway zu studieren. Das hat Auswirkungen aufs Familienleben. Doch ihr Vater weiß Rat. Überhaupt sprudelt der Designer und Illustrator, der von 1997 bis 2008 in New York gelebt hat, nur so vor Ideen. Den Tücken des Alltags begegnet er mit hintersinnigem Humor. Er erschafft kleine Kunstwerke aus Kaffeeflecken und Herbstlaub, kreiert vollkommen unsinnige Straßenkarten und baut mit nur wenigen Legosteinen die Sehenswürdigkeiten New Yorks und vieles mehr nach. Niemann zeigt neue Verwendungsmöglichkeiten für VoodooPuppen und backt Kekse in unmöglichen Formen. „Abstract City“ steckt voller spielerischer Ideen, die in witzige Geschichten verpackt werden. Die verrückten Ein- und Ausfälle des Autors zeigen vor allem eines: Kreativität kennt keine Grenzen. [WEI]

FRESH BOX – CUTTING EDGE ILLUSTRATIONS – OBJECT, PUBLIC, PRINT Slanted (Hg.) | 3 Bände im Schuber 1.008 Seiten | DAAB | engl. | EUR 125,– | ca. SFr 150,–

Schon die pixelige Typo des Titelblatts macht klar: „Cutting Edge Illustrations“ ist von Grafikdesignern herausgegeben – Mitarbeitern des 2004 in Karlsruhe gegründeten Webmagazins mit Weblog „Slanted“. Das Corporate Design stammt von Meiré und Meiré. Vorgestellt wird in drei dicken Paperbackbänden das derzeit hochaktuelle Thema Illustration, unterteilt nach den Bereichen Objekte, öffentlicher Raum und Druckgrafikdesign. Dabei bieten die Herausgeber keinen repräsentativen Querschnitt, sondern fokussieren auf extravagante „up-front“ Arbeiten von Nachwuchstalenten mit Arthouse-Aroma. Das angehängte Namensregister mit Netzadressen erlaubt praktischerweise ein schnelles Nachrecherchieren. In größerer Dosierung genossen, verursacht die Lektüre jedoch Schwindelgefühle, da auf eine ordnende Struktur und inhaltliche Navigation verzichtet wurde. Ein knappes Vorwort und je drei Kurzinterviews führen stimmungshaft in die Bilderflut ein. Fazit: Kein Buch für Einsteiger, sondern Augenfutter für Kenner und Kollegen, die sich auf die Schnelle orientieren und inspirieren lassen wollen. [NB]

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spezial Es wimmelt allerorten. Die Dingwelt ist voller Referenzen. Mal ganz direkt, mal subtil und hintersinnig. Eine Tasche verkleidet sich als Kommode, eine Garderobe als Leuchte, Kabelsalat wird mit dekorativer Knotenkunst gebändigt. Und Tapeten, Porzellan und Textil bekennen sich zu illustrativer Verspieltheit.

Lust am Illustrativen

Erinnert an eine Zeit ohne Handys, Internet und Photoshop | Design: Isabelle Norman Sällström | Druck erhältlich in rot und gelb bei www.baerwaldson.de Die fröhlichen Vogelfiguren aus handlackiertem Buchenholz sind erhältlich bei www.desiary.de.

Wie ein Faltenrock zu einer dehnbaren Lampe inspirierte und andere Illustrationen enthält dieses absolut empfehlenswerte Designbuch für Kinder und Erwachsene: Kabelsalat ist endlich Vergangenheit.

Farbe Form Orangensaft. Verrücktes De-

Die geknoteten Kabelagenmäntel

sign aus aller Welt | Ewa Solarz & Alexandra

werden von Hand und individuell auf

und Daniel Mizielinscy | Moritz Verlag | EUR

Maß gefertigt | www.knot-knot.de

18.–

Rosettengitter-Bemalungen, aber auch VichyKaros und barocke Ornamente sind Markenzeichen der Keramik-Kreationen von Ines Boesch | www.inesboesch.ch

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Die schönsten Abenteuer beginnen im Kopf. Extratapete hilft Tagträumern beim Navigieren. www.extratapete.de

Flirrende Effekte beim kleinsten Hauch, an eine Libelle erinnernd: Leuchte Vertigo | Design: Constance Guisset | Foto: Véronique Huygues

Seit 1951 in konsequenter Mission gegen Designerschwarz: die fröhlichen Prints des finnischen Labels Marimekko | Dessin Karita | Foto: © Marimekko Corporation | www. marimekko.fi Dies ist keine Leuchte | Garderobe Lampsend | Design: njstudio | www.njstudio.com

Mobiles Stauraummöbel für Decken und Kissen oder Krimskrams: Louis von maigrau | Design: Anne Lorenz | www.maigrau.de

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expo

Tilman Hoffer

Ästhetik der Reduktion 100 Jahre Schweizer Grafik im Museum für Gestaltung Zürich Ein besonderer Grafik-Stil gehört – neben Schokolade, Uhren und Nummernkonten – zweifellos zu den leicht wiedererkennbaren Identifikationsmerkmalen der Schweiz. Allerdings lässt sich die Auswahl an Plakaten, Videos, Fotografien, Flyern und Büchern, die für die Ausstellung 100 Jahre Schweizer Grafik im Museum für Gestaltung getroffen wurde, nicht oder jedenfalls nicht nur unter jenem „Swiss Style“ subsumieren, der in der 50er und 60er Jahren zum stehenden Begriff wurde. Dennoch gibt es da etwas intuitiv Zugängliches, das fast sämtliche Exponate vereint. Doch es handelt sich weniger um Gemeinsamkeiten des Stils, sondern eher, wenn man so sagen darf, um Spuren einer Haltung; es sind nicht in erster Linie formale oder technische Richtlinien, die die Schweizer Grafik ausmachen, sondern eher charakteristische Tugenden wie Zurückhaltung, Präzision, Schlichtheit und Eleganz.

Ästhetik der Reduktion Man könnte Bücher schreiben über die Einflüsse des avantgardistischen 20. Jahrhunderts auf die Schweizer Grafik, aber wenn man den Bogen etwas weiter spannt, erweist sich eher die formale Schlichtheit und Nüchternheit als prägend, die in der Schweiz seit jeher fest verankert ist – oder zumindest seit Zwingli und Calvin. Dies ist auch die Ansicht des altverdienten, inzwischen über 90jährigen Schweizer Kunstveteranen Gottfried Honegger, der in einem der gelungenen Filmportraits zu Wort kommt, die gewissermaßen als Reflexionsebene in die Ausstellung eingefügt wurden. Er sagt es nicht ganz in dieser Deutlichkeit, aber tatsächlich weist er auf nicht weniger hin als auf die

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Verknüpfung von Mentalität und Form. Die Geburt der Präzision aus dem Geist der Entsagung. Es überrascht daher nicht, dass Schweizer Grafik oftmals gleichbedeutend mit Schweizer Typografie ist, die neue Maßstäbe in sparsamer und schnörkelloser Schriftgestaltung setzte. Nicht nur die inzwischen weltbekannte, 1956 von dem Typografen Max Miedinger entwickelte Helvetica führt eindrucksvoll vor Augen, dass weniger oft mehr ist, solange eindeutige Akzente und ein klarer Wille zum ästhetischen Gesamteindruck gewahrt bleiben. Gleiches gilt etwa auch für das legendäre Plakat zur Negerkunst-Ausstellung des nicht minder legendären Grafikers Max Bill aus den 30er Jahren. Ein großes O nimmt fast den gesamten Raum ein, das sich jedoch ebenso als Anlehnung an die primitive Kunst oder gar die konkrete Poesie deuten lässt – wenn nicht gar als stark reduzierte Darstellung eines staunend geöffneten Mundes.

Dezidiert historisch Freilich ist zu bedenken, dass es sich um eine dezidiert historische Ausstellung handelt: Die Kuratorinnen standen somit vor der Aufgabe, aus einem riesigen Materialberg eine repräsentative Auswahl zu treffen und dennoch eine Art roten Faden erkennbar zu machen, der die Exponate zusammenhält – in diesem Fall den roten Fries, an dem einhundert Plakate von 1912 bis 2012 angebracht wurden, um eine durchgehende Entwicklung anhand dieses einen Mediums zu illustrieren. Anhand von jeweils einem Thema gewidmeten Nischen wird versucht, die zahllosen Auftrittsformen grafischer Kommunikation in Alltag, Wirtschaft und Kunst in den Blick zu rücken. Es


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Anonym, Let’s groove to the Früehligsputz!, Party-Flyer, 1997; © Museum für Gestaltung Zürich, Grafiksammlung, © ZHdK


… die besondere Adresse für Ausgefallenens, Schönes, Nützliches und manchmal Kurioses zur Gestaltung Ihrer persönlichen Umgebung. Eine charmante Mischung aus Alt und Neu ... entdecken Sie uns in der oberen Altstadt im Herzen von Freiburg.

HILDAS ZIMMER Herrenstr. 45 | 79098 Freiburg | 07 61 28 54 81 00 birgitdehaen@yahoo.de | www.hildaszimmer.de Mo – Fr 10 – 18.30 Uhr | Sa 10 – 18 Uhr 26


ist wohl unvermeidbar, dass diese Zusammenstellung etwas eklektisch wirkt und die Auswahlkriterien dabei nicht immer klar sind: Es werden so unterschiedliche Schlaglichter wie das Corporate Design des Centre Georges Pompidou, die Wechselwirkungen von Grafik und Fotografie oder die Allgegenwart von Logos und Werbefiguren gesetzt. Ebenfalls unvermeidbar, dass die Ausstellung unter der Hand auch zur Gratiswerbung für stilsichere und stilbildende Unternehmen wie PKZ, ABM und, natürlich, Swissair gerät. Unweit dieser braven Aushängeschilder stößt der Besucher jedoch auch auf eher politisch motivierte Grafik-Verwendungen, wie sie etwa ab den 1970er Jahren im Umfeld der Roten Fabrik zum Einsatz kamen. Züri brännt – aber selbst der anti-bürgerliche Protest und die libertäre Subversionsrhetorik der Roten Fabrik können auf der rein visuellen Ebene keineswegs ihre swissness verleugnen. Ihre Eingliederung in die Traditionslinie der Schweizer Grafik wirkt ungezwungen und kohärent; hier, aus der geschichtlichen Distanz des Museums, offenbart sich auch, wie oft der kreative Kapitalismus der Werbeagenturen und die kreative Kapitalismuskritik der Gegenkultur im Grunde die gleiche Sprache sprechen.

Handwerk – Kunst – Ästhetik Natürlich hat gerade im Bereich des Designs Walter Gropius’ Maxime, der Künstler sei eine Steigerung des Handwerkers, Spuren hinterlassen. Die Ausstellung deutet jedoch auch die Grundspannung an, die der Ausgangspunkt jeder Gebrauchsgrafik, wenn nicht jeden Designobjekts ist. Auf der einen Seite die Beschränkung der gestalterischen Freiheit – auf der anderen Seite die Befreiung vom Zwang der Moderne, einem Kunstwerk immer auch eine Selbstlegitimation, eine Aussage zur Frage „Was ist Kunst“ einzuschreiben.

Ruedi Wyss, Taktlos 96 – Bern – Basel – Zürich, Plakat, 1996, Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung; © ZHdK

Migros-Leuchtschrift, Designverantwortung Markenentwicklung: Wirz Cor-

Ein Kurzfilm der zeitgenössischen Künstlergruppe collectif_fact greift diese Thematik implizit auf und ist eindeutig ein geheimes Highlight der Ausstellung. Eine nächtliche Fahrt durch die Innenstadt Genfs wird derartig stilisiert, dass Straßen, Passanten und Architektur nur noch als schwarze Umrisse zu erkennen sind; sehr gut, geradezu aufdringlich sind jedoch die zahllosen Zeichen, Symbole und Werbeflächen zu erkennen. Alles, was nicht bewusste Gestaltung und Symbolisierung ist, verschwindet; die Stadt wird zum aseptischen, transparenten Text. Die Haltung, die hierbei zum Ausdruck kommt, bleibt letztlich ambivalent zwischen ästhetischer Faszination und abgeklärter, distanzierter Coolness – als würde die gesichtslose Figur des Films dieses bunte, aber letztlich gleichförmige Treiben nur noch durch die immunisierenden Gläser einer Ray-Ban-Sonnenbrille betrachten wollen.

porate, Typedesign: Bruno Maag, Dalton Maag, London, 3D-Ausführung: Formpol, Zürich, ab 2005; Foto: © Litex AG

Die Ausstellubng 100 Jahre Schweizer Grafik läuft bis. 3.6.2012. Museum für Gestaltung Zürich | Ausstellungsstr. 60 | CH-8005 Zürich Di – So 10 – 17 h, Mi 10 – 20 h

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persona

Die gebürtige Wienerin Marianne Goebl studierte in Wien Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Noch während des Studiums besuchte sie die Möbelmesse in Mailand – ein Schlüsselerlebnis, das ihr blitzartig klar machte, was sie wollte: mit Design arbeiten! Nach dem Studium ging sie zunächst einige Zeit nach Paris, bevor sie 2001 bei Vitra anfing. Neben ihrer Tätigkeit als Pressechefin war sie zuletzt zuständig für Vitra Campus und das VitraHaus. 2007 übernahm sie die Projektleitung von Vitra Edition, einer Zusammenarbeit mit 15 internationalen Designern und gewann dabei profunde Einblicke in die Produktentwicklung. Seit 2011 ist Marianne Goebl Chefin der Messe Design Miami / Basel.

Im Gespräch mit Marianne Goebl

Objekte, die auf irgendeine Art rar sind Ob Investmentbanker, Rechtsanwälte oder große Firmen: „alle wollen Kunst“, wie Philipp von Württemberg, Vize-Europa-Chef von Sotheby's kürzlich im Handelsblatt verlauten ließ. Doch angesichts rapide wachsender Nachfrage (von Württemberg: „Kunst ist nicht mehr elitär“) wird es zunehmend schwierig, gute Kunst zu finden. Ist Design die Alternative? Für INFORM traf Nike Breyer Marianne Goebl, Direktorin der Messe Design Miami / Basel in Basel zu einem Gespräch über Licht- und Schattenseiten des neuen Interesses an Designermöbeln und ein innovatives Messekonzept zwischen ästhetischer Erziehung und Kaufkraftabschöpfung.

INFORM: Frau Goebl, seit 2011 leiten Sie die Messe Design Miami / Basel, die im letzten Jahr 20.500 Besucher anzog. Gibt es Analysen, wie die Besucher sich strukturieren? Marianne Goebl: Das wäre natürlich interessant zu wissen. Aber dadurch, dass wir eine Plattform für kleine Einzelunternehmer sind, haben wir keine solche Auswertung. Die Galerie kennt jeden einzelnen ihrer Kunden, auch ohne Marktforschung.

Marianne Goebl, Direktorin Design Miami & Design Miami/Basel; Foto: Patterson

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Die zunehmend kunstmarktähnlichen Preise legen nahe, dass hier professionelle Sammler und Investoren auf die Jagd gehen, die Design als Wertanlage, wahrscheinlich auch als Spekulationsmöglichkeit entdeckt haben. Kommt Design als kreative Lösung für den Gebrauch dabei nicht zu kurz? Also ich sehe das so: Die Galeristen, die bei uns ausstellen,


Asif Khan, W Hotels Designers of the Future; Š Design Miami / Basel 2011

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decken ja die gesamte Designgeschichte ab. Das fängt mit spätem 19. Jahrhundert an, geht über frühes 20. und dann durch die Dekaden bis zur Gegenwart. Für einen interessierten Laien ist das eine wunderbare Gelegenheit zur direkten persönlichen Begegnung. Wie auch im Museum. Mit dem Unterschied, dass man die Sachen anfassen kann. Wenn man das möchte, hat man außerdem Zugang zu einer persönlichen Vermittlung, die man im Museum nicht immer hat. Ich glaube, wir haben damit auch eine … nun, erzieherische Rolle. Gerade neben der wichtigsten Kunstmesse der Welt. Das hier ist eine Designmesse. Es geht um funktionale Objekte. Aber man kann nicht davon ausgehen, dass das Publikum, das kommt, die großen Design-Namen kennt. Wir sprechen also zu Leuten, die ein kulturelles Interesse haben an Gestaltung im Allgemeinen … ... das in den Neunzigerjahren anmoderiert wurde, etwa durch Magazine wie Wallpaper. Das relevante Bildungsbürgerpublikum ist also thematisch präpariert. Daran knüpfen Sie an? Ich denke, man kann die Leute an unterschiedlichen Punkten abholen. Da kann zum Beispiel jemand sein, der sich sehr für Kunst interessiert, sich aber noch nie überlegt hat, worauf er eigentlich sitzt. Dann kann auf einem unserer begleitenden Design Talks ein Gespräch stattfinden, an dem Vertreter unterschiedlicher Disziplinen teilnehmen. Vor zwei Jahren hat etwa Zaha Hadid hier einen Vortrag gehalten. Aber im Normalfall schauen wir, dass ein Dialog stattfindet und das Publikum einsteigen kann. In einer Art Studium generale? Ja, vielleicht. Aber es muss seriös sein und fundiert. Das wird darum kein zweistündiger Vortrag sein, sondern eine Viertelstunde, mehr zur Orientierung. Ich spreche jetzt nicht von den Designspezialisten. Ein Designspezialist geht auf diese Messe und er findet, was er hier finden möchte: Das, was ihm liegt oder das Neue. Ich finde es auch interessant, auch „Design-Jungfrauen“ an die Messe zu ziehen und dafür zu sensibilisieren, dass es nicht egal ist, womit wir uns umgeben, dass diese Dinge alle Botschaften aussenden. Dass das Umfeld, das uns umgibt, starken Einfluss darauf hat, wie wir uns fühlen, was wir leisten. Und dass sich die Leute sehr viel dabei gedacht haben, warum die Dinge so ausschauen, wie sie ausschauen.

Wenn ich auf die Messe ginge: Finde ich mit einem Budget von, sagen wir, tausend Euro einen Tisch? Einen Tisch finden Sie vermutlich nicht. Aber Sie finden etwas für tausend Euro. Danke! Dann klingt es nicht ganz so zynisch. Man gewann ja den Eindruck, dass mit diesem Messeprojekt vor allem ein neuer Markt für Superreiche institutionalisiert werden sollte, wo flapsig gesprochen noch „Musik drin“ ist, wo also den anlagebereiten immensen Geldvermögen Angebote für attraktive Investments gemacht werden. Dieses Primat des Ökonomischen vor dem Kreativen finde ich etwas schwierig. Da möchte ich Sie wirklich einladen, sich einmal mit einem unserer Galeristen zu unterhalten. Also das ist ganz klar: die Möbel werden genutzt! Das Magazin Der Spiegel titelte 2007 zur Messe-Premiere knallig „Möbel, Models und Millionen“. Das war eine andere Ansage. Ich glaube, es ist vielschichtig. Das kann ein Investment sein. Dabei kann es auch eine Bedarfsdeckung sein, natürlich auf einem sehr hohen Niveau, da sind wir uns einig. Aber das ist so nichts Neues, das hat es immer gegeben: Leute, die sich ihre Häuser individuell einrichten lassen und nicht unbedingt mit den schlechtesten Architekten, nicht wahr? Wenn Sie sagen zynisch … also: Diese Messe ist ein Forum. Aber vor allem ist sie ein Marktplatz für Collectible Design, also für Sammelobjekte. Und was macht etwas zum Sammelobjekt? Per definitionem heißt das … na ja, man kann auch Briefmarken oder Bierdeckel sammeln. Aber es ist schon klar: Auf dieser Messe werden Objekte gezeigt, die auf irgendeine Art rar sind. Entweder historisch rar, es gibt nur noch wenige oder es gab überhaupt nur eins oder es ist von interessanter Provenienz, war für einen besonderen Anlass entworfen. An der letzten Messe in Miami hatten wir etwa ein fünf Meter langes Sofa von Pierre Paulin, das er eigens für die Expo in Osaka 1972 entworfen hatte. Ein spannendes Objekt, an dem man viel erzählen kann …

Warum stellen dann nur Galeristen aus? Die Messe wäre doch ein gutes Podium auch für die Designer. Der Galerist hat naturgemäß den Umsatz und eine effektive Vermarktungsstrategie im Auge. Designer und Produzent legen den Fokus eher auf die kreative Leistung, also auf das Produkt und den Gebrauch. Der Galerist agiert ebenfalls als Produzent und „Editeur“ von Kleinserien. Und Galeristen verkaufen die Objekte auch für den Gebrauch. Die Möbel, die hier den Besitzer wechseln, werden zu einem großen Teil integriert in einen Wohn- und Gebrauchszusammenhang.

Vielleicht liegt das Problem auf der sprachlichen Ebene. Im Deutschen wird Design mehr oder weniger synonym mit Industriedesign gebraucht, das hierzulande mit Werkbund und Bauhaus diese spezifisch demokratische Prägung hat. Es ging und geht um „die gute Form“ für viele. Das reibt sich natürlich an diesem Konzept eines Raritäten-Design. Schon Arts-and-Crafts-Entwerfer William Morris hat sich im 19. Jahrhundert beklagt, dass seine Entwürfe den, so wörtlich „schweinischen Luxus“ der Reichen bedienen, während er gediegenes Handwerk für jedermann herstellen wollte. Vielleicht wäre für die Design Miami / Basel der Begriff der Gestaltung unmissverständlicher? Ich muss sagen, das ist eine Diskussion, die ich auch mit meinem amerikanischen Team stark führe. Dabei sage ich immer: gerade in der Schweiz und in Deutschland gibt es eine starke industrielle Designtradition. Wobei die Leute auch wissen, dass die Stahlrohrmöbel ursprünglich nicht Sammler-Design waren ...

Das wissen Sie? Darüber habe ich Informationen von den Galeristen. Es gibt natürlich hochspezialisierte Sammler, die ihre ganz konkrete Strategie verfolgen. Die sagen, ich spezialisiere mich auf Bauhaus oder ich sammle Carlo Mollino. Denen geht es um die Komplettierung ihrer Sammlung, die vielleicht in einem Lager steht oder in ein Schaulager integriert ist. Aber sehr viele andere Kunden haben ein neues Haus oder haben das alte Haus und suchen nun einen neuen Tisch oder eine passende Leuchte.

... sondern Möbel für den Alltag. Aber man muss auch sagen, dass das eine Utopie war, die damals nicht eingelöst wurde. Mittlerweile wird sie eingelöst, nachdem neue Techniken wirklich demokratische Preise möglich gemacht haben. Dennoch, auch historisch gesehen: Es gab immer das Bedürfnis nach individuellen Lösungen, das Bedürfnis derer, die den Horizont oder die Mittel hatten, idealerweise beides, und die sagen: Ich möchte mit diesem Architekten oder Designer arbeiten und ich gebe ihm carte blanche.

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Sushi Buffet; Design: Humberto and Fernando Campana, Carpenters Workshop Gallery

Problematisch wird es aber, wenn solches Premium-Design heute künstlich generiert wird, indem man eine willkürliche Limitierung oder Individualisierung einführt, also dem Spritzguss noch ein bisschen Blau oder Rot beimischt. Man könnte daher fragen, wie kann man auf der Ebene des Kategorialen hier überzeugender unterscheiden? Ich glaube, das ist ein Prozess, der übliche Prozess. Dinge werden ausprobiert. Menschen springen auf den Zug auf, wittern das schnelle Geschäft. Es gibt immer eine natürliche Auslese. Manchmal erkennt man den Rang vielleicht nicht sofort. Ich glaube, man muss schon hinschauen, abwarten, wie sich etwas entwickelt, ob das dann wirklich relevant ist und Bestand hat. Oder ob es eine Eintagsfliege war. Weil Sie das Thema der künstlichen Verknappung ansprechen: Also ich persönlich meine, Limitierung darf nur sein, wenn es einen Grund dafür gibt. Entweder es werden Materialien verarbeitet, die in Serie so nicht verarbeitbar wären, oder es werden

neue Technologien getestet, oder vielleicht auch mal Typologien ausprobiert, von denen man noch nicht weiß, ob sie … … funktionieren. ...ob sie gebraucht werden. Man stellt mir oft die Frage: Ist das jetzt Kunst? Oder: was ist der Unterschied zu Kunst? Also: Design ist nicht Kunst. Aber Design kann durchaus künstlerische Qualitäten haben. Im Unterschied zur Kunst – der Künstler arbeitet stets autonom – reicht im Design das Spektrum der Möglichkeiten von der Kaffeetasse, die millionenfach produziert wird bis zum Einzelstück. Letztes Jahr in Basel hatten wir einen Design Talk zum Thema Der Zugang zum funktionalen Objekt, vertreten durch einen Künstler, einen Architekten und einen Designer, auf der Messe. Es gibt auch Künstler, die bewusst funktionale Objekte machen, man denke etwas an Donald Judd. Wir hatten den britischen Künstler Jonathan Monk eingeladen. In der Diskussion

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Made in Switzerland

www.helene-clement.ch

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wurde erläutert, wie unterschiedlich die Vertreter dieser drei Disziplinen an einen Möbelentwurf herangehen. Das ist interessant! Im Moment geht der Trend ja dahin zu sagen, die Grenzen erodieren, zwischen Einzelstück und Serie, zwischen Kunst und Design. Und jetzt sagen Sie, wir möchten doch trennen! Also ich glaube… an Grau. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Es gibt Grau und Grau ist wichtig. Wenn man es auf den Punkt bringen will: Was ist die Design Miami / Basel? Die Messe widmet sich dem funktionalen Objekt. Es geht nicht um rein autonomes Arbeiten wie in der Kunst. Der Designer ist ein Problemlöser. Danke für dieses klare Bekenntnis! Ganz eindeutig. Aber das heißt nicht, dass in diese Problemlösung nicht künstlerische Strategien einfließen. Der Designer kann sich auch eine gewisse Autonomie nehmen in der Beantwortung dieser Frage. Und genau da setzt das Galeriesystem an. Eine Galerie kann einem Designer eine Art Experimentierplattform bieten, die ein industrieller Hersteller nicht bieten kann. Sie sprechen jetzt von Design der Gegenwart. Ja, und das ist kein Argument gegen industrielle Produktion. Deren Regeln sind wichtig. Der Hersteller kommt mit seinen Bedürfnissen, der Designer kommt mit seinen Ideen, und der Dialog macht es dann zu einem guten Produkt. Aber oft werden Ideen sehr früh ad acta gelegt. Weil sie nicht in großen Serien realisiert werden könnten, sie nicht identisch multiplizierbar sind, die gewünschte Form sich nicht durch ein Werkzeug abbilden lässt. Oder es wird zu teuer … Hier springt der Galerist ein. Der Designer entwickelt mit ihm Möbel oder Objekte, die dann von dieser Galerie vertreten werden. Und als Unikate verkauft … Oder als limitierte Editionen, je nachdem. Das wäre dann eine zeitgenössische Variante. Ein anderer Galerist spezialisiert sich vielleicht auf gewisse historische Strömungen, von denen es nicht viele Objekte gibt, weil das damals noch nicht in großen Mengen produziert wurden.

Franck Laigneau, Anthroposophical Style Desk, 1930

Floor Light 1057, 1948; Design: Gino Sarfatti, Galerie Kreo.

Manche historische Entwürfe, die gesammelt und gehandelt werden – ich denke an die unbequemen Möbel von De Stijl oder dreibeinige postmoderne Teekannen – sind aber sehr nahe am Kitsch und weder „schön“ noch brauchbar. Aber selten und teuer. Vielleicht waren sie ihrer Zeit voraus. Wissen Sie, manche Dinge konnte man damals noch nicht produzieren, weil es technisch noch nicht möglich war. Was sammelt ein Museum? Ein Museum sammelt … Schlüsselpunkte der Designgeschichte. Das war vielleicht eine neue Richtung, das war vielleicht ein Statement. Das war etwas, was gescheitert ist, die Diskussion aber in eine neue Richtung geleitet hat. Reichen nicht die Schlüsselpunkte? Muss man auch die gescheiterten Schlüsselpunkte sammeln? Sammelt man in den Ingenieurswissenschaften fehlgeschlagene Brückenkonstruktionsentwürfe? Das ist ein sehr intellektueller Zugang zu Design. Ich persönlich bin davon überzeugt design matters! Über die letzte Dekade habe ich sehr direkt erlebt, mit wieviel Ernsthaftigkeit und Engagement Designer, Hersteller und Galeristen an diesen Projekten arbeiten. Ich glaube nicht, dass es eine oberflächliche Dekorationsangelegenheit ist. Nochmal: Das Sammelobjekt ist nicht per definitionem das perfekte Sofa, sondern das interessante Sofa. Warum es interessant ist, dafür gibt es viele Gründe. Das Gespräch führte Nike Breyer

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topos

Sustainable Design und seine Chancen für die Entwicklung zukünftiger Produkte, eine Ausstellung zur Designstadt Buenos Aires und Österreichs größtes Festival für elektronische Musik – das sind nur einige der Programmschwerpunkte des Designmonats Graz, der dieses Jahr vom 27. April bis zum 27. Mai 2012 stattfindet. Als „Bühne“ des Designmonats fungiert die ganze Stadt: Akteurinnen und Akteure dieser gewichtigen Veranstaltung sind Designschaffende unterschiedlichster Richtungen, die vielfältige Positionen und Formate in der UNESCO City of Design zeigen.

Designmonat Graz 2012 Graz, seit 2011 neben Städten wie Shanghai, Montreal, Buenos Aires oder Berlin Träger des Titels „UNESCO City of Design“, richtet dieses Jahr zum vierten Mal den Designmonat aus. Der Designmonat vereint als Plattform viele unterschiedliche Veranstaltungen mit Designbezug unter einem gemeinsamen Schirm. Organisator dieses Events ist die Creative Industries Styria, die einen inhaltlichen wie programmatischen Bogen von einer Vielzahl an Einzelinitiativen von Designern, über die lokalen Designausbildungsstätten bis zu den Institutionen mit internationaler Ausrichtung spannt. Der Designmonat bietet vier Wochen lang einen Querschnitt durch alle Bereiche zeitgenössischen Designs und lädt die Besucher zur aktiven Teilnahme ein.

Internationales Programm Buenos Aires, wie Graz eine UNESCO City of Design, bereichert das Programm gleich mit mehreren Veranstaltungen. Im Rahmen des Designfestivals assembly präsentieren argentinische Modedesigner in Lagerhallen eine Werkschau. Zudem wird gezeigt, wie die Stadt am Rio de la Plata mit ihrer 2005 verliehenen UNESCO-Auszeichnung umgeht und sie in die Stadtentwicklung integriert. Auch das Nachbarland Schweiz ist mit zahlreichen Veranstaltungen in Graz zu Gast. Mit „Grüezi Graz“ präsentiert sich die Schweiz in der Ausstellung „Design Preis Schweiz“ im designforum Steiermark (9. Mai bis 17. Juni). Im Haus der Architektur HDA werden an vier Abenden Schweizer Architekturfilme gezeigt und im Literaturhaus Graz lesen am 15. und 22. Mai namhafte Schweizer Autoren aus ihren Werken.

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Nachhaltigkeit als Schwerpunktthema Sustainable Design ist eines der wichtigen Hauptthemen des diesjährigen Designmonats. Die Projektgruppe SKIN – Future Materials zeigt in ihrer Ausstellung, wie aus innovativen und nachhaltigen Materialien und Verfahren reale und marktfähige Produkte entwickelt werden können. Einer der Höhepunkte ist der Material Day am 7. Mai, der Designern, Architekten und Handwerkern sowie Interessierten Know-how und Erfahrungen vom Material bis hin zum fertigen Produkt vermittelt. Mit dabei sind Materialhersteller, deren Interessenvertretungen wie der HolzCluster Steiermark sowie Universitäten und Fachhochschulen. Die Ausstellung selbst wird im diesjährigen Festivalzentrum des Designmonats – einer Industriehalle, die zum Grazer Einkaufszentrum Citypark gehört – stattfinden. Die fünftägige Veranstaltungsreihe selected: sustainable design mit Ausstellung, Workshops und Interviews beleuchtet das Thema nachhaltiges Design aus verschiedenen Positionen. Insgesamt 12 regionale und internationale Designer zeigen exemplarisch, wie die Produktion der Zukunft aussieht: Der Nutzen von Produkten wird ihren Einflüssen auf die Umwelt gegenübergestellt. Damit übernimmt Design Verantwortung, ist fair und sozial. Das Panoramaspektrum bei selected ist bunt und handverlesen. White Elephant Design Lab und Perludi vertreten die regionale Szene. Ihre Arbeiten werden im Zuge der selected-Reihe teilweise erst entwickelt. Das holländische Label Vij5 zeigt in der Ausstellung Paperwood, wie recycelte Papierabfälle gestaltet werden können. Mit dabei ist auch der deutsche High-End-Teppichproduzent Jan Kath, der mit der Serie TAGGED zum innovativsten Designer 2012 gekürt wurde. Pepe Heykoop aus Holland sind


Murinsel; Foto: © Paul Ott

mit SKINS mit einer Leistungsschau zum Thema Lederrecycling vertreten. Mit Karton und Holz beschäftigen sich das italienische Label A4A Designer und Amy Hunting, 2011 mit dem Green Design Award ausgezeichnet. Das Studio Ett La Benn zeigt mit der KAMI-Serie Entwürfe mit Zellulose. Traditionelles Handwerk bringt das Designstudio Mischler und Traxler ins Spiel. Den Schwerpunkt auf regionale Werkstoffe setzt Robert Rüf mit seiner Ausstellung Hello Biedermeier. Weitere Highlights des Designmonats sind das renommierte Designfestival assembly, das seit über 10 Jahren aktuelle internationale Positionen zeitgenössischen Designs nach Graz holt. International sind auch Line-up und Ausrichtung des springfestivals für elektronische Musik und den dazugehörigen Springsessions, (Conference for electronic art, technology & design), die in Kooperation mit dem kanadischen FITC (Future. Innovation. Technology. Creativity) in Graz stattfinden. Auf dem Programm dieser größten Konferenz ihrer Art in Mitteleuropa stehen Expertengespräche, Diskussionsrunden und Präsentationen zu aktuellen Themen in den Bereichen der Medienkunst, des Mediendesigns, Produkt- und Informationsdesigns. Mittlerweile fixer Programmpunkt des Designmonats ist die Veranstaltungsreihe Foodline. Sie widmet sich dem Thema Food Design und zeigt, dass Design auch durch den Magen geht und

beleuchtet Einflüsse auf urbane Räume. Ein Food-Design-Projekt wird von jungen Produktdesignern der Grazer Ortweinschule in Kooperation mit dem Grazer Kinder- und Jugendtheater Next Liberty, der Schokoladenmanufaktur Zotter und der Konditorei Regner umgesetzt. Die Aufgabe: die Gestaltung eines Produkts aus dem „Werkstoff“ Schokolade, das im Anschluss auch tatsächlich in Kleinserie produziert werden soll. Eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen und Events steht noch auf dem Programm. Das BarCamp Graz lädt zu unkonventionellem Wissensaustausch ein, der Studiengang Architektur der FH Joanneum zeigt sowohl eine Ausstellung als auch eine Vortragsreihe zur Wechselwirkung zwischen Architekturentwurf und Innenraumgestaltung und die Ausstellung „Auf, neben und zwischen den Stühlen“ zeigt Werke der Grazer Designlegende Herms Fritz. [ED]

Zum Designmonat erscheinen ein rund 100 Seiten starkes Magazin sowie ein übersichtlicher Pocketguide mit allen Veranstaltungen. Der Designmonat Graz findet vom 27. April bis 27. Mai 2012 an verschiedenen Orten statt. Alle Termine und Infos sind zu finden unter: www.designmonat.at

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DESIGNREPORT

Laden21 Donna Wilson – Die Königin der kuriosen Designfantasie, oder: Wie wird aus einem Kuschelmonster ein Sofa? Taucht man in die Welt von Donna Wilson ein, kann es schon mal passieren, dass man sich umgeben von handgestrickten Monstern, fantastisch bunten Decken und riesigen Sitzkissen in einem außergewöhnlichen und verrückten Szenario wiederfindet. Die britische Textildesignerin spielt mit surrealen Formen und verblüfft die Designwelt mit immer neuen, weichen und warmen Kuriositäten. Ihren kreativen Mut und den Ideenreichtum schöpft sie aus ihrer Kindheit auf dem schottischen Land. Ihre Großmutter, die ihr das Stricken beibringt und die Gebrauchsgegenstände, die sie umgeben, prägen ihre Arbeit. Sie scheut sich nicht, die Mysterien und Deformationen des Alltags zu thematisieren, versucht dabei aber ihrem eigenen Stil treu zu bleiben und wird so zu einer der spannendsten Designerinnen der letzen Jahre. Sie gilt als Vorbild für unabhängige Jungdesignerinnen, da es ihr gelingt, mit ihren verspielten, oft naiven Kritzeleien und Entwürfen internationales Aufsehen zu erregen. Nach ihrem Abschluss am Royal College of Art im Jahre 2003 beginnt Donna Wilson ihr eigenes Designstudio in London zu etablieren und verkauft in kleinen Shops gestrickte Puppen mit deformierten langen Beinen und mehreren Köpfen, die sich heute noch in ihrem Sortiment finden. Donna Wilsons Wertschätzung für die haptische Ästhetik und handgearbeitete Textilien prägen ihre Kollektionen und finden sehr bald Liebhaber in der ganzen Welt. Ihre Arbeiten werden derzeit in über 25 Staaten verkauft. Neben ihren vielen Auszeichnungen bekommt Donna Wilson im Jahr 2004 die Gelegenheit mit dem britischen Label SCP zusammenzuarbeiten. Sie verkauft Entwürfe, die bereits während ihrer Studienzeit entstanden und entwickelt neben ihren beliebten Textilkreationen ihre ersten Möbelkollektionen. Vom Polsterhocker namens Motley, bis zum Sofa Hue wagt sich die Designerin auf das neue Terrain des Möbeldesigns und erntet viel Erfolg für ihre neuen Arbeiten. 2009 erweitert sie ihr buntes Sortiment bei SCP durch eine Porzellanserie namens Sprig. Ein Jahr später arbeitet sie an einer eigenen Teppichkollektion. Dabei legt Donna Wilson stets großen Wert auf die regionale Produktion ihrer Produktlinien. Das Sofa Mabel ist ein gelungenes Beispiel aus verspieltem Entwurf und perfekter Fertigung. Donna Wilson spielt mit der Thematik, lässt überflüssige Details weg und widmet sich dem Grundthema des Sofas: Gemütlichkeit und Schlichtheit, gepaart mit wunderschönen Texturen. In Kombination mit Hartholz, Jute und natürlichen Fasern ein gelungenes Beispiel für britisches Design und ein Anwärter für einen zukünftigen „Klassiker“! Alexa Holzer Laden21 | Kaiserfeldgasse 21 | A-8010 Graz | www.Laden21.at Di – Fr 11 – 18 h, Sa 10 – 13 h

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catherine henggeler textile accessoires

www.catherinehenggeler.ch 38


SCHMUCKTENDENZEN ZÜRICH Katrin Lucas Der Berg ruft Den Tödi bis zum Oberalpstock als Panorama um das Handgelenk, das 4.478 Meter hohe Matterhorn am Finger oder den Glärnisch an einer langen Kette um den Hals; die Kette in perfekter Länge, um die Bergsilhouette gegen das feurige Abendrot zu halten. Das sind nur ein paar Beispiele von Bergrücken, die sich seit neuestem auch als Schmuckstücke erheben. Um die neue Arbeit von Katrin Lucas zu verstehen, muss man etwas mehr über ihre Person wissen. An der Elbe in Hamburg aufgewachsen, seit einigen Jahren mit einem Zürcher verheiratet, ist sie heute am Fuße des Zürichberges ebenso zuhause wie in Hamburg. Dort hat sie den Hamburger Hafen in Schmuck transferiert, in der Schweiz sind es die Berge, die sie faszinieren und zu schmucken Höhenflügen inspirieren. Hier wie dort schlagen die Arbeiten Brücken zu ihren beiden Heimaten. Zuhause sein bedeutet für Katrin Lucas, auch auf Entdeckungsreise zu sein und sich immer wieder aufs Neue mit ihrem jeweiligen Standort auseinanderzusetzen. Die Berge in der Schweiz hat sie in langen Wanderungen erobert und ist ihrer Faszination vollkommen und in Leidenschaft erlegen. Um mehr zu verstehen, hat sie im Alpinen Museum in Bern

Katrin Lucas wurde 1964 in Hamburg geboren. Nach ihrem Abitur absolvierte sie von 1983 bis 1985 eine Goldschmiedelehre an der Goldschmiedeschule in Pforzheim mit einer Anschlusslehre in Hamburg. Von 1987 bis 1990 studierte sie an der (damaligen) Höheren Schule für Gestaltung, Zürich.

Kartographien und Alpentopographien gesichtet, sich durch alte Panoramazeichnungen und Reliefdarstellungen, Landkarten und Lithographien gearbeitet und schließlich auf ihren ausgedehnten Streifzügen selbst wieder angefangen zu zeichnen. Das abgebildete Foto des Panorama-Reifs zeigt den Tödi bis Oberalpstock von den Silberen (Muotathal) aus gesehen. Von dort hat man – laut Katrin Lucas – eine sensationelle 360° Aussicht. Sie hat mit dem Armreif dem Highlight ihrer Herbstwanderung ein unvergessliches Denkmal gesetzt. Mich begeistert an ihrer Arbeit auch, dass Katrin Lucas in der Darstellung der Berge im zweidimensionalen Panorama geblieben ist und sich auf die einzigartigen und teilweise unverkennbaren Formen und Silhouetten konzentriert hat. Die eigenwilligen Spitzen und schroffen Kanten treten durch das Sägen und Feilen noch deutlicher zu Tage. Die in Schmuck verewigten Berge von Katrin Lucas erweitern unseren Horizont, indem sie uns ganz nahe rücken. Ein großer Teil der Schmuckstücke ist zurzeit bei Friends of Carlotta ausgestellt. Bruna Hauert

Seit 1990 arbeitet Katrin Lucas als freischaffende Diplomschmuckdesignerin in ihrer eigenen Werkstatt in Hamburg. friends of carlotta | Galerie für Schmuck und Objekte | Bruna Hauert Neumarkt 22 | CH-8001 Zürich | T + 41 44 2618707 | www.foc.ch Di – Fr 12 – 14 h, 15 – 18.30 h, Sa 11 – 16 h

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Das Studio Georg Bechter entwirft Lichtlösungen in den Bereichen Architektur, Installation und Design. Nach der Bürogründung 2007 in Stuttgart ist der Architekt, Designer und gelernte Tischler in seine Heimat, die Berge des Bregenzerwaldes, zurückgekehrt. Dem Wunsch eines jeden Gestalters zu entsprechen, ist die Maxime Georg Bechters. Bei ihm steht das Licht und nicht die Leuchte im Vordergrund. Die Einbauleuchte Verve beispielsweise hat keinen sichtbaren Leuchtkörper, das Licht fließt einfach aus der Wand. Die Module aus Gipsformteilen werden in gängige Trockenbausysteme eingesetzt, verspachtelt und verschmelzen so zurückhaltend mit ihrer Umgebung. Georg Bechter Licht | A-6952 Hittisau | www.georgbechterlicht.at

Hamburg (D) fiofi HAMBURG | Puristische Mode made in Germany Die Designerin Doris Fink, die hinter dem Label fiofi HAMBURG steht, entwirft leichte, unkomplizierte Mode und überzeugt durch ihren zeitlos-modernen Stil. Ihre Interpretationen aktueller Trends zeigen sich in den aus hochwertigen Materialien in Deutschland produzierten Kleinkollektionen und individuellen Einzelstücken. Für die Trägerinnen garantieren sie langjährige Freude und werden nicht selten zu vielseitig kombinierbaren Lieblingsstücken. In ihrem Atelier und Ladengeschäft berät die Designerin Ihre Kundinnen persönlich bei Modell-, Stoff- und Farbauswahl. Doris Fink | Kremper Str. 2 / Ecke Eppendorfer Weg 251 | D-20251 Hamburg

die gute adresse

Hittisau (A) Studio Georg Bechter | Studio für dezente Lichtlösungen

München (D) STIL-FIT | Strampeln, surfen, Strom erzeugen Tablet Computer und Smartphones sind für viele von uns zum ständigen Begleiter geworden. Warum also sollten Sie Ihr Mobilgerät nicht auch als Trainingscomputer nutzen können? STILFIT macht dies mit dem neuen Ergometer SFE-012 möglich. Alle Funktionen Ihres Tablet Computers können Sie auch während des Trainings nutzen: Lesen, TV oder Videos ansehen, EMails bearbeiten oder spielen. Die Trainingsdaten werden automatisch gespeichert und für Sie ausgewertet. Das Ganze funktioniert kabellos, den notwendigen Strom erzeugen Sie über einen eingebauten Generator selbst. Ab Mai unter www.stil-fit.com

Blaufelden (D) maigrau | Nachhaltiges Produktdesign Das Label maigrau betreiben zwei Absolventen der ABK Stuttgart, deren erklärtes Ziel es ist, hochwertige Produkte mit reduzierter Formensprache in den Bereichen Möbel, Leuchten und Wohnaccessoires zu entwerfen. Die maigrau-Kollektion umfasst sieben Produkte in nachhaltig-ökologischer Ausführung und aus deutscher Herstellung. 2011 wurde maigrau von der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung zum „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ prämiert. Sechs Kollektionen des Unternehmens sind im gehobenen Einrichtungsund Designhandel in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie im Onlineshop von maigrau erhältlich. Bezugsquellen und Onlineshop unter www.maigrau.com

Oberdorf (CH) Rudin Solution Design | Maßanfertigungen aus Metall Rudin Solution Design ist auf innovative Metallmöbel spezialisiert – Hocker, Tische, Regale und vieles mehr entstehen im Oberdorfer Atelier. Je nach Verwendungszweck und Einsatzort kombiniert Oliver Rudin die Metallelemente mit Holz und anderen Materialien. Das Ergebnis sind robuste, langlebige und schnörkellose Objekte, deren Form die Funktion optimal unterstützt. Auf Kundenwunsch können auch individuelle Entwürfe entwickelt und maßgefertigt werden. Rudin Solution Design | Hauptstr. 2 | CH-4436 Oberdorf | www.solution-design.ch

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BERLIN | D

DMY International Design Festival Berlin 6. bis 10. Juni

„Wohnwerkzeuge“ des DMY Award-Preisträgers 2011 Yi-Cong Lu

Runder Geburtstag für das größte deutsche Festival für zeitgenössisches Produktdesign! Das DMY International Design Festival ist aus der Hauptstadt, die 2006 von der UNESCO als „City of Design“ ausgezeichnet wurde, nicht mehr wegzudenken. Auch in diesem Jahr, dem zehnten Mal, findet das Designspektakel vor der beeindruckenden Kulisse des Flughafens Berlin Tempelhof statt und bietet vom 6. bis 10. Juni unkonventionellen Arbeiten und ihren Schöpfern eine Plattform. Der Fokus des Festivals, das sich aus einem umfangreichen Programm zusammensetzt, liegt auf innovativen, zukunftsorientierten Arbeiten. Dabei sind renommierte Designer und etablierte Marken genauso vertreten wie aufstrebende Nachwuchskünstler. Präsentiert wird auf ganzen 14.000 Quadratmetern alles, was die Aufmerksamkeit des breiten Publikums verdient. Rund 500 Teilnehmer aus aller Welt zeigen bei der zentralen Ausstellung ihre experimentellen Konzepte, Prototypen oder sogar serienreifen Produkte.

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tipps

Wie gewohnt besteht das DMY International Design Festival nicht nur aus der zentralen Ausstellung – über 50 Galerien, Museen und Designinstitutionen laden zu Satelliten-Ausstellungen in ganz Berlin ein. Außerdem reflektieren Workshops, Symposium und Designer Talks die zeitgenössischen Entwicklungen im Design und geben viele Möglichkeiten zum Austausch. Höhepunkt des Festivals ist die feierliche Vergabe der DMY-Awards, mit denen das Festival in Kooperation mit dem Bauhaus Archiv/Museum für Gestaltung seit 2009 jährlich herausragendes Design auszeichnet. Die international besetzte Jury besteht aus den renommierten Designern Jerszy Seymour, Jurgen Bey und Werner Aisslinger, sowie zwei jährlich wechselnden Gastjuroren. Aus den zehn nominierten Arbeiten, die im Herbst erneut in einer Sonderausstellung des Bauhaus Archivs/Museum für Gestaltung zu sehen sein werden, kürt die Jury drei Gewinner. Im vergangenen Jahr errangen ganz unterschiedliche Projekte verschiedenster

Herangehensweisen die begehrten Preise – kollagenartige Objekte aus künstlich hergestellten Steinen der Designerin Clemence Seilles mit dem Titel „Monumenta“, Stühle, die der Künstler Dirk Vander Kooij mit Hilfe eines Roboters aus geschmolzenen Kühlschränken fertigte und „Endless“ taufte, und multifunktionale Wohnobjekte, die der Künstler Yi-Cong Lu unter dem Namen „Wohnwerkzeuge“ ausstellte. Man darf also gespannt sein, welche Arbeiten in diesem Jahr zu bestaunen sein werden. [ML]

Flughafen Berlin Tempelhof Platz der Luftbrücke 5 | D-12101 Berlin | www.dmy-berlin.com

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BERLIN | D

Ingenious Creation Wettbewerb der Zeughausmesse Einreichungsfrist bis 15. September

Zeughausmesse im Schlüterhof; Foto: Wendelin Kammermeier

Die Zeughausmesse sucht ein neu und verlockend gestaltetes Gebrauchsobjekt. Dazu organisieren die Veranstalter der Zeughausmesse den Wettbewerb Ingenious Creation für alle Künstler, die im Bereich der Angewandten Kunst tätig sind. Es gilt einen Gegenstand zu kreieren oder neu, bzw. sinnvoller und ästhetischer zu gestalten, der für unser tägliches Leben unerlässlich ist. Dabei sollte auch die Umweltverträglichkeit bei der Herstellung und beim Gebrauch des Stückes eine wichtige Rolle spielen. Die überzeugendsten Produkte bekommen während der Zeughausmesse 2012 eine exponierte, kostenlose Ausstellungsfläche. Die 16. Zeughausmesse

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findet vom 13. -16. Dezember 2012 im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums in Berlin statt. Eine Jury aus Kunsthistorikern und Designern wird Ende September die Teilnehmer auswählen. Bei der Jurierung des Preises für Angewandte Kunst der Berliner Volksbank werden sie ebenfalls berücksichtigt.

als Film) zum Herstellungsprozess und zur Nützlichkeit und Umweltverträglichkeit des Produktes.

Bewerbungen sind an folgende Adresse zu richten: Sigrid Kohn | Frank-L.-Howley-Weg 20 | D-14167 Berlin. Einsendeschluss ist der 15. September 2012

Teilnahmeberechtigt sind berufstätige und in Ausbildung befindliche Personen oder Gruppen aus dem Bereich der Angewandten Künste. Eingereicht werden muss ein Foto (analog oder digital) und eine Erklärung (schriftlich oder auch

Kontakt : Berufsverband Angewandte Kunst | Berlin-Brandenburg e.V. | Anderl Kammermeier, Projektleiter Zeughausmesse | T +49 30 3949979 und Sigrid Kohn, Organisationsleiterin Zeughausmesse, T +49 30 84724917 | www.zeughausmesse.de

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GRAZ | A

Das Jakominiviertel Ein kleines Quartier voller Überraschungen

Das Jakominiviertel entsteht als Pilotprojekt auf Initiative der Stadt Graz, in Zusammenarbeit mit der Creative Industries Styria und dem Citymanagement Graz. Ziel ist die Ansiedlung der Kreativwirtschaft zwischen Jakoministraße und Klosterwiesgasse. Das Viertel - 2010 als „Revitalisierungsprojekt“ geplant – sollte zudem ein neues, prägnantes Erscheinungsbild bekommen und optisch unverwechselbar sofort als Kreativort erkennbar sein. Der Entwurf „Ready, Steady, Go“ von Sandra Janser und Elisabeth Koller von Arge Jako machte das Rennen und so ziert seit Herbst 2010 ein knallroter Bodenbelag Bahnen-, Start- und Zielmarkierungen der Straßen um den Jakominiplatz.

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Kennzeichen des Jakominiviertels: der Bodenbelag „Ready, Steady, Go“ von Sandra Janser und Elisabeth Koller; Foto: © OchoReSotto 2010

Doch dieser sorgt seit seiner Entstehung auch für Kontroversen, denn nicht jeder kann sich mit dem knallroten Bodenbelag anfreunden.

hier angesiedelt ist das Atelier Stadtrad – das neben Recycling-Rädern auch Designerfahrräder verkauft.

Seitdem haben sich nun im Areal 32 neue, junge und kreative Unternehmen angesiedelt. Eine besonders kreative Stimmung ist hier spürbar. Das Angebot ist vielfältig und spannend zugleich: Zu finden sind Kunstverein, Galerien, Designstudios und Architekturbüros und Geschäfte, die junge, noch erschwingliche Mode verkaufen. Auch gute und dennoch günstige Lokale finden sich in diesem überschaubaren Areal ebenso wie Traditionsfirmen. Noch ganz neu

Und auch sonst passiert einiges - kontinuierliche Präsentationen der Kreativen finden im Showroom statt. Auch Ausstellungen oder Modeschauen können hier regelmäßig besucht werden. Und selbstverständlich gibt es auch zum Designmonat, wie jedes Jahr, einige Aktionen. [ED] www.jakominiviertel.at

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HAMBURG | D

Was da ist. Recycling-Design der KAIROS-Preisträgerin Katell Gélébart Ausstellung bis 6. Mai

Friskies-Mantel; Foto: Susann Rutscher

Was andere als Beschränkung empfinden, wirkt bei Katell Gélébart beflügelnd. Sie erschafft Neues aus Altem, erfindet vorhandene Dinge neu ohne dabei Ressourcen zu verschwenden oder Abfall zu produzieren. Dass bei diesen Schöpfungsprozessen unerwartet Schönes entsteht, ist bis 6. Mai 2012 im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. Hier präsentiert Katell Gélébart, die in diesem Jahr mit dem KAIROS-Preis, einem der höchstdotiertesten Kulturpreise in Europa, ausgezeichnet wurde, ihr Recycling-Design. Die französische Künstlerin gilt als kreative Visionärin und verfolgt das Konzept der Wiederverwertung schon seit vielen Jahren – fast könnte man sagen, von Kindesbeinen an. Denn bereits als Mädchen fertigte sie aus Stoffresten und Pappkartons Kleider für den Teddy und Möbel für die Puppen. Später gerieten zwar die Spielgefährten ihrer Kindheit aus dem Interesse der jungen Katell Gélébart, nicht aber ihre Leidenschaft für die Umwelt. Während ihres Studiums der Kunstgeschichte an der Ecole du Louvre begann sie sich für verschiedene Umweltorganisationen zu engagieren. 1998 verband sie das Verantwortungs-


Segafredo Jacke; Foto: Susan Rutscher

Broceliande-Cape; Foto: Nathalie Garcia Medina

volle mit dem Schönen und eröffnete ihren ersten Shop für Recycling-Mode in Amsterdam. Der Gedanke hinter dem Design, damals wie heute, ist schnell erklärt: Katell Gélébart will Ihr Recycling-Design als Kritik an Konsumwahn, Verschwendung und Oberflächlichkeit verstanden wissen, ohne dabei anzuprangern oder zu missionieren. Für die leidenschaftliche Designerin und Aktivistin geht es vor allem um einen bewussten und schonenden Umgang mit dem Material. „The material is the message“ – um so besser, wenn diese auf der Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg heute in Gestalt ganz besonderer Kleidung, Taschen, Lampen, Möbel und anderer Objekte daherkommt. Die Stücke sind liebevoll gestaltet und mit ihrer Offenheit dem Ursprung und vorangegangenen Nutzen ihres Materials gegenüber ganz besonders hinreißend. Denn egal ob quietschbunter Tierfutter- oder schnöder Leinensack mit Post-Druck – die recycelten Materialien bekommen bei ihrer „Wiedergeburt“ neben einer neuen Form auch eine große Portion Charme geschenkt. Dabei bleibt bei fast jedem Stück auf Anhieb erkennbar, woraus

es gemacht wurde. Katell Gélébart macht es sich bei ihrer Arbeit zur Aufgabe, das ästhetische Potential von Dingen zu erkennen, die andere in den Müll werfen. Sie verwertet Verpackungen aus neuseeländischen Haushalten, Seide aus indischen Produktionsüberschüssen, Filz aus sowjetischen Armeebeständen oder alte Leinensäcke der Deutschen Post und verwandelt sie mit einem unerschöpflichem Ideenreichtum und einer beeindruckenden Konsequenz in etwas Einzigartiges – wie den Regenmantel aus knallbunter Katzenfutterverpackung, die Jacke aus den Kunststofftüten eines bekannten Pasta-Herstellers oder die elegant geschwungene Lampe aus alten Aluminiumjalousien. [ML]

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Steintorplatz | D-20099 Hamburg | www.mkg-hamburg.de Di – So 11 – 18 h, Do 11 – 21 h, Do an oder vor Feiertagen 11 – 18 h

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PA P I E R DESIGN TAMI KOMAI

Im langen Loh 42 CH 4123 Allschwil Tel 0041 61 302 90 89 www.tamikomai.ch

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KARLSRUHE | D

Design Campus auf der Eunique Hochschulen von Design am Oberrhein präsentieren ein Camp der Ideen 4. – 6. Mai

Projekt „Extension“, das im Rahmen des Workshops „Wettbewerb Fly Mobiliar“ auf dem Château Lichtenberg entstand; Design: Perrin Metzger

Wer in diesem Jahr das Foyer der Karlsruher Messehalle betritt, um die EUNIQUE zu besuchen, wird überrascht sein: in der Eingangshalle haben angehende Designer ein Basiscamp errichtet. Es wird entworfen und gezeichnet, gewerkelt und gebastelt, es entstehen Modelle, als 3d-Rendering am Computer oder ganz handwerklich, mit Cutter und Kleber – und die Messebesucher befinden sich mittendrin in diesem Kreativlabor. Bevor die Besucher auf der EUNIQUE fertige Produkte bestaunen können, passieren sie den Design Campus und erleben kreative Entwurfsprozesse hautnah. Im Rahmen von Design am Oberrhein bekommen Studierende der Hochschulen von Karlsruhe, Straßburg, Basel und Offenburg Aufgaben gestellt, die sie unter der Anleitung eines professionellen Designers und vor Ihren Augen gestalterisch umsetzen. Zum Beispiel das Projekt PULSA: das von der Fachöffentlichkeit schon seit einiger Zeit aufmerksam beobachtete Dreispitzareal in Basel ist eines der größten Bauprojekte in der Schweiz. Mitten in der Stadt entsteht ein neues

Quartier, auf dem weltbekannte Architekten wie Herzog & de Meuron bauen. Für den dortigen Freilagerplatz entwerfen die Studierenden im Rahmen eines Wettbewerbs ein flexibles Beleuchtungskonzept. Oder das Projekt mit The Katz Group: der Weltmarktführer für Bierdeckel mit Hauptsitz bei Baden Baden stellt mit dem Basis-Material Holzschliffpappe auch Designobjekte her. Welche vielfältigen Ideen sich damit verwirklichen lassen, kann man sehen, wenn man den jungen Gestaltern über die Schulter schaut. Projektergebnisse des bisherigen Austauschs gibt es ebenfalls zu sehen: im Januar trafen sich 50 Studierende der Partnerhochschulen für eine Woche auf dem Château Lichtenberg in den Vogesen, um ebenfalls von Industriebetrieben gestellte Aufgaben zu bearbeiten – die Ergebnisse dieser Austauschwoche werden auf der Eunique gezeigt.

Eunique Internationale Messe für Angewandte Kunst und Design | Messegelände

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LEIPZIG | D

GRASSI Museum für Angewandte Kunst: 3000 Jahre Designgeschichte in Leipzig Neue Dauerausstellung und Andy Warhols Plattencover

Möbel im Geiste des Bauhauses; Foto: Christoph Sandig, Leipzig

Seit Anfang März ist die Dauerausstellung im Leipziger GRASSI Museum für Angewandte Kunst komplett: Der neue Ausstellungsrundgang „Jugendstil bis Gegenwart“ vereint auf 1200 m² rund 2000 Objekte von der Jahrhundertwende bis zur unmittelbaren Gegenwart. Der Rundgang startet mit Spitzenstücken von der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 und weiteren Kostbarkeiten des Jugendstils, führt über den expressiven Zackenstil des ArtDéco hin zum Bauhaus und seinem Umfeld. Weiter geht es mit internationalem Design und Technikgerät nach 1945. Ostdeutsches Design steht hier neben westdeutschem, Parallelen und Unterschiede der Designentwicklung in beiden Teilen Deutschlands sind deutlich ablesbar. Internationales Möbeldesign, Systemdesign der 1960er und 1970er Jahre und die bunte Formenwelt der PopÄra folgen und stehen neben aktuellen künstlerischen Unikaten aus den Bereichen Studioglas und Studiokeramik. Wer sich Zeit nimmt für den großen Spannungsbogen der neuen Dauerausstellung von der Antike bis ins Heute erlebt eine faszinierende Zeitreise durch mehr als 3000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte.

Barbara und Jürgen Lebek: zu sehen sind hier 69 von Andy Warhol gestaltete Platten-Cover aus seiner frühen Schaffensphase Ende der 1940er Jahre bis hin zu den bekannten Covern für Bands wie The Rolling Stones, The Velvet Underground, The Smith oder Rockbird. Warhol hatte gerade sein Studium der Gebrauchsgrafik beendet, als er 1949 nach New York ging und sein erstes Albumcover für Columbia Records entwarf. Daraus entwickelte sich eine lebenslange Zusammenarbeit. Der junge, noch unbekannte Warhol sah in der Gestaltung von Platten-Covern eine ideale Möglichkeit, seine Kunst und seinen Namen zu etablieren. So ging er auf Plattenfirmen zu und bot seine künstlerischen Dienste an. Das Cover „A Program of Mexican Music“ war eine seiner frühesten professionellen Arbeiten. Die hier präsentierte nahezu komplette Reihe aller von Andy Warhol entworfenen Plattencover bietet die einzigartige Möglichkeit, in komprimierter Form seine gesamte künstlerische Entwicklung von den Anfängen bis zum Star der Pop Art nachzuzeichnen.

GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Ebenfalls neu im Foyer des Museums ist eine Leihgabe aus der Sammlung

Johannisplatz 5 – 11 | D-04103 Leipzig | www.grassimuseum.de | Di – So, Feiertage 10 – 18 h

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Grünwälderstraße 19 D - 79098 Freiburg www.etceterantik.com

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Foto: Britt Schilling

Maureen Winterhager DESIGNER MODESCHMUCK & ACCESSOIRES


OBERRHEIN | D / CH

PFORZHEIM | D

Design am Oberrhein Award 2013

Transit – Zeitgenössischer Schmuck aus Israel

CI-Wettbewerb

Ausstellung bis 3. Juni

Einreichungsfrist bis 15. Dezember

Schmuckmuseum Pforzheim, Vered Kaminski, Sechs Broschen, Silber, Stahl, 2010

„Design am Oberrhein / Design Rhin Supérieur“ ist ein EU-gefördertes Projekt, das Hochschulen, Messeveranstalter, Industrie, Kammern und Verbände im Raum Basel, Karlsruhe und Straßburg grenzübergreifend vernetzt und zu einem gemeinsamen Auftritt zusammenschließt. Inform berichtete mehrfach über das ambitionierte Vernetzungsvorhaben. Ziel ist, die Metropolregion Oberrhein als innovativen Designstandort mit hohem Wirtschaftspotenzial bekannt zu machen und zu visualisieren. Dafür braucht es ein einprägsames Corporate Design, einen griffigen Namen und ein durchgängiges Kommunikationskonzept vom Logo bis zur Werbekampagne. Eine besondere Herausforderung besteht darin, alle Elemente der CI so zu konzipieren, dass sie in Frankreich, Deutschland und der Schweiz gleichermaßen funktionieren und verstanden werden Studierenden oder jungen Absolventen im Bereich Gestaltung steht die Teilnahme offen. Der erste Preis ist ein einwöchiger Workshop des Vitra Design Museums in Domaine de Boisbuchet (F). Die Siegerarbeit wird Design am Oberrhein ab 2013 visuell vertreten. Die Einreichungsfrist endet im Dezember 2012.

Die politische Situation Israels lässt auch die israelischen Künstler nicht kalt. Kurator Jürgen Eickhoff spricht sogar von einer „Politisierung“ der Kunst. Das betrifft auch und gerade den Schmucksektor. Die aktuelle Ausstellung des Schmuckmuseums gibt einen Einblick in die Besonderheiten im israelischen Schmuckschaffen und stellt die Unterschiede zur mitteleuropäischen Schmuckszene heraus. Ausgangspunkt der Schau ist das Schaffen von Vered Kaminski, Esther Knobel und Deganit Stern-Schocken. Ihre Kreationen haben einen entscheidenden Einfluss auf die junge Generation. Deren Auffassung von Schmuck und die Vielfalt der Positionen werden durch Arbeiten von 15 Absolventen deutlich. Insgesamt sind rund 200 Objekte zu sehen. Weitere Stationen der Ausstellung sind das Goldschmiedehaus in Hanau (15. Juni bis 12. August), die Stiftung Villa Bengel in Idar-Oberstein (15. August bis 8. Oktober) und der Bayerische Kunstgewerbeverein in München (14. Februar bis 18. April 2013). [WEI]

Schmuckmuseum Pforzheim im Reuchlinhaus www.design-am-oberrhein.eu

Jahnstr. 42 | D-75173 Pforzheim | www.schmuckmuseum.de | Di – So 10 – 17 h

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WEIL AM RHEIN | D

Gerrit Rietveld – Die Revolution des Raums Ausstellung 17. Mai bis 16. September

Rot-Blauer Stuhl; Entwurf: Gerrit Rietveld, 1918 / 1923; © VG Bild-Kunst, Bonn 2012, Foto:

Smoke Rietveld REDBLUE aus der Serie „Where There’s Smoke“ für Galerie Moss, New York;

Andreas Sütterlin

Entwurf: Maarten Baas, 2004; Foto: Maarten van Houten

Der Niederländer Gerrit Thomas Rietveld (1888 – 1964) ist einer der wichtigsten Designer und Architekten des 20. Jahrhunderts. Der Sohn eines Möbelschreiners war zunächst als Schreinermeister im Familienbetrieb tätig. Sein architektonisches Wissen erarbeitete er sich in Abendkursen. Schon früh schließt er sich der De Stijl-Bewegung rund um Theo van Doesburg und Piet Mondrian an und schafft zwei weltberühmte Ikonen: den Rot-Blauen Stuhl (1918/1923) und das Schröder-Haus (1924). Auch am Bauhaus werden seine Ideen aufgegriffen. Rietvelds unter dem Einfluss von De Stijl entstandene Werke sind charakterisiert durch die strenge Geometrie sowie die Reduktion der Farbgebung auf die Primärfarben Rot, Gelb und Blau. Sein Ziel war es, Bildende Kunst, Design und Architektur zusammenzuführen und neue Ausdrucksformen für Fläche, Linie und Raum zu finden. Bis Ende der 1930er Jahre experimentiert Rietveld mit verschiedensten Materialien wie Schichtholz, Spanplatten oder Aluminium und entwickelt neue,

überraschende Möbelvarianten, darunter etwa den legendären Zig Zag Stuhl (1932) mit 45-Grad-Winkel im Sockelbereich. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Rietveld vor allem als Architekt tätig und entwirft prestigeträchtige Gebäude wie den niederländischen Pavillon auf dem Biennale-Gelände in Venedig. 1963 präsentiert er den Seltman-Stuhl, der die am weitesten fortgeschrittene Reduktion seiner Entwürfe darstellt.

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Die Ausstellung im Vitra Design Museum ist die erste große Retrospektive seit langem im deutschsprachigen Raum. Sie gibt einen umfassenden Überblick über sein Schaffen und zeigt zudem Arbeiten von Zeitgenossen wie Piet Mondrian, Theo van Doesburg, Le Corbusier und Marcel Breuer. [WEI]

Vitra Design Museum Charles-Eames-Str. 1 | D-79576 Weil am Rhein | www.design-museum.de | tägl. 10 – 18 h


WIEN / LINZ | A

MODEPALAST Mode aus Österreich in zwei Städten 13. – 15. April OOE KULTURQUARTIER LINZ / 4. – 6. Mai MAK Wien

maronski; Foto: Mischa Nawrata

Was auf Initiative von Cloed Baumgartner und Jasmin Ladenhaufen 2003 als neues Netzwerk für die damals kleine Wiener Modeszene im MuseumsQuartier startete, ist in Österreich zu einem der wichtigsten Modeevents mit internationaler Ausstrahlung geworden. Der MODEPALAST, oft als größte temporäre Boutique Wiens bezeichnet, bietet neben einer Verkaufsausstellung auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm und lockt damit im Frühling internationale Designer und Modefans in die Hauptstadt Österreichs. Auf einer Ausstellungsfläche von 1500m² im Museum MAK präsentiert der MODEPALAST in diesem Jahr mit 90 Labels neben der gesamten Bandbreite der Mode von Street Couture bis High Fashion auch Schmuck und Accessoires. Der MODEPALAST steht auch für Neuentdeckungen und modische Überraschungen. So gibt es jedes Jahr neben bereits etablierten Labels auch zahlreiche Start-Ups zu entdecken. In diesem Jahr werden 20 junge Labels als MODEPALAST NEWCOMER vorgestellt. Unterstützt werden sie vom CREATIVESPACE der Wirtschaftskammer Wien. Die Modegalerie IVAN ASEN 22 und Petya Kazantseva präsentieren in einer Ausstellung die Modeszene aus Sofia und bringt 20 überaus sehenswerte Kollektionen von bulgarischen Designerinnen nach Wien. Der MODEPALAST GREEN zeigt eine starke Auswahl an visionären und für die Zukunft aufgeschlossenen Marken, die sich durch ihren grünen Ansatz,

Innovation und Stil auszeichnen. Das Thema MODEPALAST GENERATIONS bündelt eine Auswahl an Modellen für vier Generationen. Anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums startet der MODEPALAST in diesem Jahr zusätzlich eine Frühlingstournee. Sie findet vom 13. – 15. April erstmalig im Ursulinenhof im OÖ Kulturquartier, Linz statt. Als Kooperationspartner zeigt die Modeschule Ebensee in der Ausstellung WOOD tragbare Kreationen aus Holz. Gemeinsam mit den Designern des MODEPALAST werden Werkstücke an Mannequins vorgeführt. Ein spannendes, sehr sehenswertes Projekt, zeigt es doch die gelungene Auseinandersetzung der Studentinnen mit einem Material, das üblicherweise so nicht für Kleidungsstücke verwendet wird.

MODEPALAST LINZ 2012 13. – 15. April 2012 Ursulinenhof im OÖ Kulturquartier | A-4020 Linz MODEPALAST WIEN 2012 4. – 6. Mai 2012 Im MAK, Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst Weiskirchnerstr. 3 | A-1010 Wien www.modepalast.com

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79098 Freiburg | Oberlinden 13 | Tel. + 49 761 3 59 35

„Tagtraum“ von OLBRISH | reddot design award winner 2007

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Deutsches Leder

Deutsches Design


muba 13. – 22.4. MCH Messe Basel täglich 10 – 18 h NATUR Messe 13. – 16.4. Messe Basel Halle 4.1 und 4.0 Messeplatz | CH-4005 Basel | www.muba.ch | www.natur.ch täglich 10 – 18 h Martial Leiter Totentanz und Weltenlauf / Satirische Zeichnungen bis 17.6. Winsor McCay / Daniel Bosshart 23.6. – 28.10. Karikatur & Cartoon Museum St. Alban-Vorstadt 28 | CH-4052 Basel www.cartoonmuseum.ch Mi – Fr 14 – 18 h, Sa, So 11 – 18 h Basler Papiermühle Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck Workshops, Kurse und Studiengänge Basler Papiermühle St. Alban-Tal 37 | CH-4052 Basel | www.papiermuseum.de Di – So 14 – 17 h Alex Flemming Neue Serie bis 24.5. Stiftung BRASILEA Westquaistr. 39 | CH-4019 Basel | www.brasilea.com Mi – Fr 14 – 18 h, Do 14 – 20 h Design Miami / Basel 12. – 17.6. Hall 5, Messe Basel, Messeplatz | CH-4019 Basel | www.designmiami.com täglich 11 – 19 h WINNIM gewoben & geflochten feinstes Kunsthandwerk aus Laos bis 5.5. Anna Schmid Schmuck Schneidergasse 14 | CH-4001 Basel www.anna-schmid-schmuck.ch Di – Fr 13.30 – 18.30 h, Sa 10 – 17 h Berlin (D) Handmade Supermarket 13.5. Markthalle IX Jeder 2. Sonntag im Monat Eisenbahnstr 42 – 43 + Pücklerstr. 34 D-10997 Berlin-Kreuzberg | www.handmade-supermarket.de 11 – 18 h

TYPO Berlin 2012 sustain 17. – 19.5. im Haus der Kulturen der Welt John-Foster-Dulles-Allee 10 | D-10557 Berlin ISTANBUL ALPHABET von çokçok bis zikzak bis 9.4. Schreiben & Bauen Der Nachlass von Hermann Muthesius im Werkbundarchiv 27.4. – 30.6. Schausammlung / Offenes Depot Werkbundarchiv – Museum der Dinge Oranienstr. 25 | D-10999 Berlin | www.museumderdinge.de Fr – Mo 12 – 19 h Arnold Newman. Masterclass Retrospektive bis 20.5. Bruce Davidson. Subway bis 20.5. C/O Berlin-International Forum For Visual Dialogues im Postfuhramt | Oranienburger Str. 35 – 36 D-10117 Berlin | www.co-berlin.com Mo – So 11 – 20 h Die Bauhäuslerin Benita Koch-Otte Textilgestaltung und Freie Kunst am Bauhaus 20.6. – 27.8. Bauhaus-Archiv Stühle ohne Beine bis 10.6. Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich – zu Gast im Bauhaus-Archiv Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung Klingelhöferstr. 14 | D-10785 Berlin | www.bauhaus.de Mi – Mo 10 – 17 h Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Kommunikation Dauerausstellung Museum für Kommunikation Berlin Leipziger Str. | D-10117 Berlin www.mfk-berlin.de Di 9 – 20 h, Mi – Fr 9 – 17 h Through the Looking Glass 21.4. – 13.5. me Collectors Room Berlin Wunderkammer Olbricht Ständige Ausstellung me Collectors Room Berlin Auguststr. 68 | D-10117 Berlin www.me-berlin.com Di – So 12 – 18 h Anthony McCall. Five Minutes of Pure Sculpture 20.4. – 12.8. Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Die Sammlungen. The Collections. Les Collections Wechselnde Präsentationen Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart Invalidenstr. 50 – 51 | D-10557 Berlin www.smb.museum.de Di – Fr 10 – 18 h, Sa 11 – 20 h, So 11 – 18 h

HolzWerkHolz Kaden Klingbeil Architekten, Berlin bis 13.5. Aedes am Pfefferberg Christinenstr. 18 – 19 | D-10119 Berlin | www.aedes-arc.de

Designpanoptikum Berlin Museum für skurrile Objekte Torstr. 201 | D-10115 Berlin Mo – Sa 11 – 20 h

designtransfer Universität der Künste Berlin Einsteinufer 43 – 53 | D-10587 Berlin www.designtransfer.udk-berlin.de Di – Fr 10 – 18 h

Computerspiele. Evolution eines Mediums Computerspielemuseum Karl-Marx-Allee 93a | D-10243 Berlin www.computerspielemuseum.de Mi – Mo 10 – 20 h

a g enda

Basel (CH) Das erste GOETHEANUM in Fotos und Dokumenten bis 4.5. Schweizerisches Architekturmuseum SAM Steinenberg 7 | CH-4051 Basel | www.sam-basel.org Di, Mi, Fr 11 – 18 h, Do 11 – 20.30 h, Sa, So 11 – 17 h

Valentin Löllmann 6.4. – 20.5. Johanssen Gallery Daniel Emma 6.4. – 20.5. Johanssen Gallery Alexander Pelikan 24.5.–15.6. Johanssen Gallery Direktorenhaus Am Krögel 2 | D-10170 Berlin www.johanssen-gallery.com AllesWirdGut bis 28.4. Architektur Galerie Berlin Gigon / Guyer 11.5. – 23.6. Architektur Galerie Berlin Karl-Marx-Allee 96 | D-10243 Berlin www.architekturgalerieberlin.de Di – Fr 14 – 19 h, Sa 12 – 16 h

DMY International Design Festival Berlin 6. – 10.6. Flughafen Berlin Tempelhof Platz der Luftbrücke 5 | D-12101 Berlin | www.dmy-berlin.com Brazilian Design bis 5.5. stilwerk Mall & Galerie Zeitlos Kantstr. 17 | D-10623 Berlin | www.brazilianfurnituredesign.com Mo – So 10 – 19 h IDZ | Internationales Designzentrum Berlin e.V Flughafen Tempelhof | Bauteil D2 Columbiadamm 10 | D-12101 Berlin | www.idz.de Mo – Fr 10 – 18 h Licht und Schatten bis 14.4. betahaus berlin Prinzessinnenstr. 19 – 20 | D-10969 Berlin | www.betahaus.de Textile Art Berlin 9. – 10.6. CARL-VON-OSSIETZKY-SCHULE Blücherstr. 46, 47 | D-10961 Berlin-Kreuzberg www.textile-art-berlin.de Sa 10 – 18 h, So 10 – 17 h Bern (CH) TOKU PRÄSENTIERT RAMÒTOKU bis 30.5. swiss labels Gerechtigkeitsgasse 53 | CH-3011 Bern | www.toku-store.ch Mo 14 – 18.30 h, Di, Mi, Fr 11 – 18.30 h, Do 11 – 20 h, Sa 11 – 17 h Unheimlich Hexen, Geister und Dämonen bei Paul Klee bis 20.5. Zentrum Paul Klee Bern Monument im Fruchtland 3 | CH-3011 Bern | www.zpk.org täglich 10 – 17 h Bonn (D) Art and Design for All The Victoria and Albert Museum bis 15.4. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH Museumsmeile Bonn Friedrich-Ebert-Allee 4 | D-53113 Bonn www.kah-bonn.de Di , Mi 10 – 21 h, Do – So 10 – 19 h

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Brüssel (B) Le grand Atelier bis 3.6. MAC’s-Musée des Arts Contemporaines SITE DU GRAND-HORNU / Grand-Hornu Images 82, Rue Sainte-Louise | B-7301 Hornu www.grand-hornu-images.de Frankfurt a. M. (D) Light + Building 15. – 20.4. ADC Festival 2012 9. – 13.5. Messe Frankfurt GmbH Ludwig-Erhard-Anlage 1 | D-60327 Frankfurt a.M. www.messefrankfurt.com SCHNEIDER + SCHUMACHER bis 29.4. Deutsches Architekturmuseum WOHA. Architektur amet bis 29.4. Deutsches Architekturmuseum DAM Preis für Architektur in Deutschland 2011 Die 23 besten Bauten in / aus Deutschland bis 29.4. Deutsches Architekturmuseum Schaumainkai 17 | D-60594 Frankfurt a.M. www.dam-online.de Di, Do – Sa 11 – 18 h, So 11 – 19 h, Mi 11 – 20 h Tokyo Adc Award bis 15.4. Museum für Angewandte Kunst Frankfurt Chinesische Dinge bis 27.5. Museum für Angewandte Kunst Frankfurt Schaumainkai 17 | D-60594 Frankfurt a.M. www.museumfuerangewandtekunst.frankfurt.de Di, Do – So 10 – 17 h, Mi 10 – 21 h FASHION TALKS bis 2.9. Museum für Kommunikation Medien erzählen Geschichte(n) „Kommunikation satt“ (Dauerausstellung) Schaumainkai 53 | D-60596 Frankfurt a.M. www.museumsstiftung.de Di – Fr 9 – 18 h, Sa, So 11 – 19 h Freiburg (D) Work simple, work small Arbeiten des Workshops mit Linda Colsh bis 30.4. Quilt Star Wasser – Quell des Lebens mit Quilts von Grietje van der Veen 24.5. – 22.6. Quilt Star Basler Str. 61 (im Viktoriahaus) | D-79100 Freiburg www.quiltstar.de Mo 14.30 – 18.30 h, Di, Fr 9.30 – 12.30 und 14.30 – 18.30 h Galerie & Kunstgewerbehandel Bollhorst Oberlinden 25 I D-79098 Freiburg www.galerie-bollhorst.de Mi – Fr 14 – 18 h Sa 11 – 16 h Graz (A) Designmonat Graz 24.4. – 27.5. mehrere Veranstaltungstätten Graz www.designmonat.at

Hamburg (D) Was da ist Recycling-Design der KAIROS-Preisträgerin Katell Gélébart bis 6.5. Museum für Kunst und Gewerbe Alexander McQueen. Inspirations bis 6.5. Museum für Kunst und Gewerbe Steintorplatz 1 | D-20099 Hamburg | www.mkg-hamburg.de www.kunstundhandwerkmesse.de Di – So 11 – 18 h, Do 11 – 21 h

inside view berlin mit Christoph Niemann Illustrator und Autor

Meine Designtipps in Berlin – das sollte man sich anschauen!

Der Mix macht’s bis 28.4. craft2eu – Agentur und Ladengalerie für europäisches Kunsthandwerk und Design Eppendorfer Weg 231 | D-20251 Hamburg | www.craft2eu.de Mo – Fr 12 – 9 h, Sa 11 – 16 h Hanau (D) Deutsches Goldschmiedehaus Hanau Altstädter Markt 6 | D-63450 Hanau | www.gfg-hanau.de Di – So 11 – 17 h Hannover (D) Die Essenz der Dinge – Design und die Kunst der Reduktion bis 26.6. Sonderausstellungen Museum August Kestner Trammplatz 3 | D-30159 Hannover | www.kestner-museum.de Di – So 11 – 18 h, Mi 11 – 20 h Heidelberg (D) „Von Gebäuden und Gefäßen ...“ Michael Moore, Irland Svein Narum, Norwegen 15.4. – 27.5. Galerie Heller | Friedrich-Ebert-Anlage 2 | D-69117 Heidelberg www.galerie-heller.de Di – Fr 11 – 13 h und 14 – 18 h, Sa 11 – 18 h Textilsammlung Max Berk Kurpfälzisches Museum Brahmsstr. 8 | D-69118 Heidelberg-Ziegelhausen www.museum-heidelberg.de Mi, Sa, So, 13 – 18 h

Restaurant: Toca Rouge | Herrlich innovativ-verrücktes asiatisches Essen in einzigartiger Tokyo-Pop-Goth Atmosphäre. Toca Rouge, Torstr. 195, 10115 Berlin Magazinladen: Do you read me?! Grandiose Auswahl an Magazinen und Zeitschriften aus der ganzen Welt. Als Freund von Magazinen nur mit Vorsicht, Geld und vor allem viel Zeit zu genießen. Auguststr. 28, Berlin-Mitte Möbelgeschäft: Kunst und Antiquitäten Alte Wirtshaustische, Thonetstühle und jede Menge Möbel, bei denen ich auch nach 20 Minuten noch raten muss, wofür die mal gut waren. Super Beratung und angemessene Preise. Bleibtreustr. 3, 10623 Berlin

Herford (D) Asche und Gold Eine Weltenreise bis 22.4., Gehry-Galerien Atelier + Küche = Labore der Sinne 12.5. – 16.9. Roger Ballen Fotografien 1969 bis 2009 22.4. – 17.6. Marta Herford Goebenstr. 2-10 | D-32052 Herford | www.marta-herford.de Di – So 11 – 18 h, Mo geschl.

Bechstein Showroom Ganz egal, ob man nur mal in der Mittagspause mit den Fingern ein bisschen Klavierlack streicheln möchte, oder ob man sich für die Party am Samstag schnell noch einen Konzertflügel besorgen will: Das ist die perfekte Adresse. im Stilwerk Kantstr. 17, 10623 Berlin

Husseren-Wesserling (F) Musée Textil Dauerausstellung Parc de Wesserling | Ecomusée Textile F-68470 Husseren-Wesserling | www.parc-wesserling.fr Mo – So 10 – 18 h

Künstlerbedarf: Modulor Ich werde zwar bei jedem Künstlerbedarfsladen schwach, aber die neue ModulorFiliale im Aufbau Haus ist besonders großzügig und verführerisch. Allein das Regal mit den Linealen lohnt einen Besuch! Aufbau Haus, Prinzenstr. 85, 10969 Berlin

Blumenladen: Brutto Gusto Ich dachte eigentlich, ich hätte einfach keine Meinung zum Thema Schnittblumen. Bis ich diesen Laden und die Blumenkunst entdeckt habe, die hier produziert wird! Torstr. 175, 10115 Berlin

Karlsruhe (D) Aoki – Higuchi – Suzuki: Verwandlungen Künstler zwischen Japan und Deutschland bis 24.6. Badisches Landesmuseum Karlsruhe Museum beim Markt Karl-Friedrich-Str. 6 | D-76131 Karlsruhe Di – Do 11 – 17 h, Fr – So, feiertags 10 – 18 h

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EUNIQUE 2012 Internationale Messe für Angewandte Kunst & Design 4. – 6.5. Messe Karlsruhe Messeallee 1 | D-76287 Rheinstetten www.eunique.eu täglich 11 – 19 h Köln (D) Von Aalto bis Zumthor Architektenmöbel bis 22.4. Museum für Angewandte Kunst Köln Wasa Marjanov – Skulpturen mit Architekturbewusstsein bis 22.4. Museum für Angewandte Kunst Köln Architekturteilchen – Modulares Bauen im digitalen Zeitalter 12.5. – 19.8. Museum für Angewandte Kunst Köln An der Rechtschule | D-50667 Köln www.museenkoeln.de Di – So 11 – 17 h Illu 12 Das Illustratoren Festival in Köln 20. – 22.4. DQE Köln-Ehrenfeld Helliosstr. 35 – 37 | D-50825 Köln www.illustratoren-fesitival.de Fr 17 – 22 h, Sa 11 – 22 h, So 11 – 20 h Home of Design Design Post Deutz-Mülheimer-Str. 22a | D-50679 Köln www.designpostkoeln.de Mi, Do, Fr 10 – 18 h, Sa 10 – 16 h Design Börse Köln 3.6. Mall des Coloneums Am Coloneum 1, | D-50829 Köln www.designboerse.info 11 – 18 h Krefeld (D) „Es putzt ganz ungemein“ Accessoires und Damenkleidung der letzten 200 Jahre aus dem Bestand des Deutschen Textilmuseums bis 15.4. Deutsches Textilmuseum „CraftStoff“ Zeitgenössische Arbeiten der Künstler Barbara Esser und Wolfgang Horn 12.5. – 19.8. Deutsches Textilmuseum Andreasmarkt 8 | D-47809 Krefeld www.krefeld.de/textilmuseum Di – So 11 – 17 h Kronberg (D) Braun HiFi – Ursprung einer DesignKultur! BraunSammlung der Braun GmbH Westerbach Center Westerbachstr. 23c | D-61476 Kronberg www.braunsammlung.info Di – Fr 11 – 17 h, Sa, So 11 – 18 h Langenthal (CH) Weberherzen Creation Baumann Showroom in Langenthal Bern-Zürich-Str. 23 | CH-4900 Langenthal www.creationbaumann.com Mo – Fr 9 – 12 h und 13 – 17 h

Lausanne (CH) Ettore Sottsass et Pierre Charpin : en verre et contre tout bis 31.8. Mudac Musée de design et d'arts appliquées contemporains Place de la cathédrale 6 | CH-1005 Lausanne www.mudac.ch Di – So 11 – 18 h Leipzig (D) Essenz der Dinge 27.4. – 16.9. GRASSI | Museum für Angewandte Kunst Silber bewegt – Silber moves 5.5. – 29.7. GRASSI | Museum für Angewandte Kunst Jugendstil bis Gegenwart Dauerausstellung GRASSI | Museum für Angewandte Kunst Verborgene Schätze Sonderausstellung bis 15.4. GRASSI | Museum für Angewandte Kunst Johannisplatz 5 – 11 | D-04103 Leipzig www.grassimuseum.de Di – So 10 – 13 h, Mi + Do 10 – 20 h Linz (A) Modepalast Linz 13. – 15.4. OOE KULTURQUARTIER LINZ Landstr. 31 | A-4020 Linz www.modepalast.com Luzern (CH) Werkschau 2012 – Design & Kunst 23.6. – 1.7. Messe Luzern, Hallen 3 und 4 und Stadt Zug, verschiedene Orte Zündung Jahresausstellung des Gestalterischen Vorkurses 16.5. – 19.5. Hochschule Luzern Design & Kunst, Sentimatt 1 / Dammstr. | CH-6003 Luzern www.hslu.ch Mailand (I) Salone Internationale del Mobile 17. – 22.4. Cosmit Spa Foro Buonaparte 65 | I-20121 Mailand www.cosmit.it Mulhouse (F) Musée de l'Impression sur Etoffes Rue Jean-Jacques Henner 14 | BP 1468 | F-68072 Mulhouse www.musee-impression.com Di – So 10 – 12 h und 14 – 18 h München (D) Ädellab – The State of Things Konstfack Stockholm. Schmuck bis 29.4. Die Neue Sammlung - The International Design Museum Teppiche aus Marokko – Inspiration der Moderne Die Sammlung Jürgen Adam bis 2. 2013. Die Neue Sammlung - The International Design Museum L‘architecture engagée – Manifeste zur Veränderung der Gesellschaft 14.6. – 2.9. Pinakothek der Moderne Le Corbusier. Le poème de l angle droit 21.6. – 2.9. Pinakothek der Moderne

inside view graz mit Eberhard Schrempf Geschäftsführer der Creative Industries Styria

Meine Designtipps in Graz – das sollte man sich anschauen!

Wer Design und Graz in einem Atemzug nennt, beginnt einen Stadtrundgang durch die UNESCO City of Design am besten mit dem Kunsthaus. Das Gebäude hat ein ganzes Viertel nachhaltig verändert und damit auch den Begriff Design für alle sicht- und wahrnehmbar gemacht. Kunsthaus Graz, Lendkai 1, 8020 Graz, www.museum-joanneum.at Im Kunsthaus befindet sich auch das designforum Steiermark als moderne Präsentationsfläche für Designerinnen und Designer – und das an einer zentralen Location. Das designforum leistet einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für das Thema Design. Es ist Kompetenz- und Vermittlungszentrum und transportiert die Qualität und den Wert von Design an eine breite Öffentlichkeit. Kunsthaus Graz, Lendkai 1, 8020 Graz, www.designforum.at/st Weiter geht es durch die Mariahilferstraße nach Norden – zu kwirl. Der Designshop ist mehr als ein Geschäft und bietet mehr als Geschenke und Souvenirs: kwirl ist ein bunter, pulsierender Show-Room für lokales und internationales Design und setzt einen deutlichen Akzent für Nachhaltigkeit und ökologisch-soziale Verantwortung – auch das sind wichtige Aspekte von Design. Kwirl, Mariahilferstr. 11, 8020 Graz, www.kwirl.at Von kwirl ist es nicht weit bis zum Mursteg und zur Murinsel – beide sind immer wieder einen Abstecher wert. Abends wegen der raffinierten Beleuchtung, aber auch tagsüber, denn das schwimmende Café ist ein wunderbarer Ort zum Chillen – idealerweise mit einer Tasse Cappuccino in der Hand und der Sonne auf der Haut!

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John Pawson bis 20.5. Die Neue Sammlung - The International Design Museum Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne Barer Str. 40 | D-80333 München www.die-neue-sammlung.de www.architekturmuseum.de | www.pinakothek.de Di – So 10 – 18 h, Do 10 – 20 h Michael Becker Schmuck bis 14.4. Bayerischer Kunstgewerbe-Verein e.V. 1000 Gramm Keramikausstellung 20.4. – 26.5. Bayerischer Kunstgewerbe-Verein e.V. Die Favoritinnen Anne Fischer, Juliane Schölß, Ja-Kyung Shin 1.6. – 14.7. Bayerischer Kunstgewerbe-Verein e.V. Pacellistr. 6 – 8 | D-80333 München www.kunsthandwerk-bkv.de Die Renaissance des Emaillierens bis 14.4. Galerie Handwerk Max-Joseph-Str. 4, Eingang Ecke Ottostr. | D-80333 München www.hwk-muenchen.de/galerie Di – Mi, Fr 10 – 18 h, Do 10 – 20 h, Sa 10 – 13 h So und feiertags geschlossen Nürnberg (D) 30 Künstler / 30 Räume bis 17.6. Neues Museum Nürnberg Jeppe Hein. Hexagonal Water Pavilion 16.5. – Herbst 2012 Neues Museum Nürnberg Skulpturen im Design. Stefan Heiliger bis 28.5. Neues Museum für Kunst und Design Nürnberg und Die Neue Sammlung - The International Design Museum Klarissenplatz | D-90402 Nürnberg www.nmn.de | www.die-neue-sammlung.de Di – Fr 10 – 20 h, Sa, So 10 – 18 h Offenbach (D) Meisterwerke der angewandten Kunst in Leder vom Mittelalter bis zum Barock in der neuen Wilhelm-Düncher-Galerie „Nur ein Hauch“ – Fächer und Wedel 21.4. – 1.7. DLM-Deutsches Ledermuseum / Schuhmuseum Offenbach Frankfurter Str. 86 | D-63067 Offenbach www.ledermuseum.de Di – So 10 – 17 h, Mo nur für angemeldete Gruppen Delikat: Lu Jingren. Buchdesign 19.4. – 10.6. Heftig: Hi – Visuelle Gestaltung 19.4. – 10.6. Klingspor Museum Offenbach Hernstr. 80 | D-63065 Offenbach am Main www.klingspor-museum.de Di, Do, Fr 10 – 17 h, Mi 14 – 19 h, Sa, So 11 – 16 h Ortwig (D) Osterausstellung I Kulinarisches I Österliches Christian Masche und Gäste Ausstellung zu den Kunst-Loose-Tagen 6. – 9.4. Christian Masche 11 – 17 h

– Tage der offenen Ateliers – 18. – 20.5. Christian Masche | Ortwiger Hauptstr.19 I D-15324 Ortwig www.Christian-Masche.de | www.Kunst-im-Oderbruch.de 10 – 18 h Paris (F) Un peu de terre sur la peau – Bijoux contemporains en céramique bis 19.8. Les Arts Décoratifs-Nef 107 rue de Rivoli | F-75001 Paris | www.lesartsdecoratifs.fr Di – So 11 – 18 h

inside view straßburg mit Prof. Pierre Litzler, Architekt, lehrt Architekturund Designtheorie an der UdS [Universität Straßburg]

Meine Designtipps in Straßburg – das sollte man sich anschauen!

Pforzheim (D) Zeitgenössischer Schmuck aus Israel bis 3.6. Schmuckmuseum Pforzheim Jahnstr. 42 | D-75173 Pforzheim www.schmuckmuseum-pforzheim.de Di – So, feiertags 10 – 17 h Die Seele der Dinge Der Designer Günter Horntrich bis April Pforzheim Galerie Bleichstr. 81 | 75173 Pforzheim | www.pforzheim.de Mi, Sa 14 – 17 h, So 11 – 17 h Riegel (D) Le Corbusier & André Evard bis 26.8. Kunsthalle Messmer Grossherzog-Leopold-Platz 1 | D-79359 Riegel www.messmerfoundation.com Di – So 11 – 17 h Rixheim (F) Im Reich der kleinen Prinzen Tapeten im Kinderzimmer bis 31.12. Musée du Papier Peint 28, rue Zuber | F-68171 Rixheim Schwäbisch Hall (D) Angewandte Kunst in Schwäbisch Hall Rathaus | Am Markt 6 | D-74523 Schwäbisch Hall Fr, Sa 11 – 19 h, So 11 – 18 h St. Gallen (CH) Werkstoffarchiv Sitterwerk Sittertalstr. 34 | CH-9014 St. Gallen | www.sitterwerk.ch Mo – Fr 9 – 17 h, So 14 – 18 h Herrlichkeiten – Textile Kirchenschätze aus St. Gallen bis 30.12. Textilmuseum Vadianstr. 2 | CH-9000 St.Gallen | www.textilmuseum.ch Mo – So 10 – 17 h Staufen (D) körperhaft und zartfarben bis 6.5. Keramikmuseum Staufen Wettelbrunnerstr. 3 | D-79219 Staufen Mi – Sa 14 – 17 h, So 11 – 13 und 14 – 17 h Stuttgart (D) Hugo Boss Fashion Award 2012 bis 22.4. Haus der Wirtschaft Willi-Bleicher-Str. 19 | D-70174 Stuttgart www.design-center.de täglich 10 – 18 h, So und feiertags geschlossen

Straßenbahnendhaltestelle von Zaha Hadid In Hoenheim, im Norden des Ballungsraums Straßburg gelegen, hat die Architektin Zaha Hadid im Jahr 2000 einen multimodalen Terminus, bestehend aus Straßenbahnendhaltestelle und Umsteigeparkplatz realisiert, der den Übergang von einer Transportart (Zug, Straßenbahn, Auto, Fahrrad ...) zur anderen ermöglicht. Das Werk von Zaha Hadid ist geprägt von den Oberlicht-Linien, die weitere Licht-Linien als Reflexion auf dem Boden erzeugen, den beiden lediglich grafisch unterschiedenen Ebenen – Endhaltestelle und Parkplatz – sowie von einer einzigartigen Dynamik zwischen Raum und Licht. Aubette, Théo van Doesburg Mitten im Zentrum von Straßburg, an der Place Kléber, befindet sich die Aubette, ein Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, dessen Innendekor in den Jahren 1926 – 28 von den 3 Künstlern Théo van Doesburg, Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp neu geschaffen wurde. Im Konzept zur Neugestaltung der Innenräume im Sinne eines Gesamtkunstwerks, auch als „Sixtinische Kapelle des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet, schlugen sich die Vorstellungen der niederländischen Künstlergruppe De Stijl nieder. Nach der im Jahr 2006 erfolgten Restaurierung von Ciné-Bal [Kinosaal], Festsaal und Foyer-Bar mit ihrer plastisch-funktionellen Innenarchitektur, voller farbiger Geometrien, eröffnet sich dem Besucher heute ein Kunstwerk, das ihn fasziniert eintauchen lässt in van Doesburgs malerisch und baulich gestalteten Raum. IHK Parcours du Design Unter der Schirmherrschaft der Industrie- und Handelskammer Straßburg als Biennale organisiert, findet die nächste Ausgabe des „Parcours du Design“ im Juni 2013 statt. Dabei wird das Thema Design in seiner ganzen Vielfalt, von zeitgenössisch bis innovativ, behandelt. Galerie fou du roi, 4 rue du faisan Das Angebot der Galerie umfasst Möbelstücke, Wohnaccessoires und Designermöbel. Die außergewöhnliche Einrichtung lädt zum Wohnen ein und weckt die Lust auf junges Design. Le roi et son fou, 37, rue du vieil hôpital Nur einen Katzensprung vom Münster entfernt liegt das Café „Le roi et son fou“ [Der König und sein Narr] mit seiner Terrasse. Ein beliebter Treffpunkt, um zu speisen und sich zu unterhalten.

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'RAUSCHLABOR' Ausstellung von Studierenden d. Studiengangs Textilgestaltung 25.4 – 8.6. Foyer des EnBW-Gebäudes, Kriegsbergstr. 32 | D-70174 Stuttgart | abk-stuttgart.de Mo – Fr 11 – 18 h Ulm (D) Hochschule für Gestaltung Ulm Hfg – Archiv Ulm Basteistraße. 46 | D-89073 Ulm | www.hfg-archiv.ulm.de Weiden (D) Internationales Keramik-Museum Weiden Luitpoldstraße 25 | Waldsassener Kasten | D-92637 Weiden www.die-neue-sammlung.de Weil am Rhein (D) Rudolf Steiner – Alchemie des Alltags bis 1.5. Vitra Design Museum Ronan & Erwan Bouroullec – Album bis 28.5. Vitra Design Museum Gerrit Rietveld – Die Revolution des Raums 17.5. – 16.9. Vitra Design Museum Charles-Eames-Str. 1 | D-79576 Weil am Rhein www.design-museum.de Mo – So 10 – 18 h, Führungen Sa, So 11 h Wien (A) Angewandte Kunst. Heute Patrick Rampelotto bis 6.5. MAK-Studiensammlung Möbel Angewandte Kunst. Heute STIEFEL KRAMER ARCHITECTURE 23.5. – 16.9. MAK-Studiensammlung Möbel Erschaute Bauten Architektur im Spiegel zeitgenössischer Kunstfotografie bis 22.4. MAK Ausstellungshalle MAK Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst Stubenring 5 | A-1010 Wien | www.mak.at Di 10 – 24 h, Mi – So 10 – 18 h

Summer of Fashion 14.6. – 16.9. Ort: MQ Areal, Kulturinstitutionen in Wien Museumsplatz 1 | A-1070 Wien | www.mqw.at MODEPALAST – brand new expo 4. – 6.5. Ladenhaufen & Baumgartner OG Große Neugasse 1/5 | A 1040 Wien | www.modepalast.com Winterthur (CH) GLASklar? bis 27.5. Gewerbemuseum Winterthur Alltagsobjekt Plastiktüte 3.6. – 7.10. Gewerbemuseum Winterthur Material Archiv Dauerausstellung 1001 one thousand and one cups bis 6.5. Gewerbemuseum Winterthur Kirchplatz 14 | CH-8400 Winterthur | www.gewerbemuseum.ch Di – So 10 – 17 h, Do 10 – 20 h Anne-Martine Perriard 17. – 21.4. tuchinform Obere Kirchgasse 8 | CH-8400 Winterthur www.tuchinform.ch Di – Fr 10 – 12.30 h und 13.30 – 18.30 h, Sa 10 – 16 h Zürich (CH) 2b stratégies urbaines concrètes 9.3. – 19.4. ARchENA | HIL | Hönggerberg | ETH Zürich Über Putz 29.3. – 26.4. Architekturfoyer | HIL | Hönggerberg | ETH Zürich Berg und Tal Eternit Sommerschule 2011 27.4. – 20.7. Architekturfoyer | HIL | Hönggerberg | ETH Zürich God & Co: François Dallegret. Beyond the Bubble 3.5. – 24.5. Architekturfoyer | HIL | Hönggerberg | ETH Zürich

Ausstellung der Master-Arbeiten FS 2012 Departement Architektur, ETH Zürich 11. – 29.5. Foyers Nord und Süd, Zentrum, ETH Zürich Hönggerberg | CH-8093 Zürich www.ausstellungen.gta.ethz.ch Mo – Fr 8 – 22 h, Sa 8 – 17 h, So und Feiertage geschl. Parfum – Verpackte Verführung bis 9.4. Museum Bellerive Entfesselt – Schmuck ohne Grenzen 11.5. – 23.9. Museum Bellerive Höschgasse 3 | CH-8008 Zürich www.museum-bellerive.ch Di – So 10 – 17 h « Swiss Press Photo 12 » 4.5. – 1.7. Schweizerisches Nationalmuseum Landesmuseum Zürich Museumstrasse 2 | 8021 Zürich www.nationalmuseum.ch Di – So 10 – 17 h, Do 10 – 19 h Karfreitag | Ostersonntag | Ostermontag geöffnet 10 – 17 h 100 Jahre Schweizer Grafik bis. 3.6. Museum für Gestaltung Zürich | Halle Museum für Gestaltung Zürich | Galerie Ausstellungsstr. 60 | CH-8005 Zürich www.museum-gestaltung.ch Di – So 10 – 17 h, Mi 10 – 20 h In der Südsee bis 25.6. Friends of Carlotta Galerie für Schmuck und Objekte Neumarkt 22 | CH-8001 Zürich www.foc.ch Mi – Fr 12 – 14 und 15 – 18.30 h, Sa 11 – 16 h

Alle Terminangaben ohne Gewähr

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Hutwerkstatt M端nchen Hans-Sachs-Str. 13 | D-80469 M端nchen T. 089 260 58 60 | www.eisenblaetter-triska.de

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13.04.2012 outstanding artist award 2012 www.designaustria.at 13.04.2012 Joseph Binder Award junior www.designaustria.at 13.04.2012 Mia Seeger Preis 2012 www.mia-seeger.de 19.04.2012 Penguin Design Award 2012 www.penguin.co.uk 20.04.2012 Berliner Type 2012 www.berliner-type.eu 30.04.2012 Bundespreis Ecodesign www.bundespreis-ecodesign.de 30.04.2012 Designpreis der Bundesrepulik Deutschland www.bundesdesignpreis.de 03.05.2012 9. Hamburger Animation Award 2012 www.hamburg-animation-award.de 04.05.2012 BKV-Preis 2012 f端r junges Kunsthandwerk www.kunsthandwerk-bkv.de 25.05.2012 Red dot award www.red-dot.de 22.06.2012 Adobe Design Achievement Awards 2012 www.adobeawards.com 01.07.2012 Wettbewerb adream 2012 www.adream2012.eu 02.08.2012 James Dyson Award 2012 www.jamesdysonaward.org 15.09.2012 INGENIOUS CREATION www.zeughausmesse.de 15.12.2012 Flyeralarm design award 2012 www.flyeralarm-design-award.de 15.12.2012 Design am Oberrhein Award 2013 www.design-am-oberrhein.eu

concours

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INFORM Insel 3 | D-79098 Freiburg inform@inform-magazin.com T +49 761 89759494, F +49 761 8817479 art-media-edition Verlag Freiburg Insel 3 | D-79098 Freiburg www.inform-magazin.com

impressum Herausgeber: Björn Barg, barg@inform-magazin.com Anzeigenreservation: inform@inform-magazin.com T +49 761 89759494 Chefredaktion: Regina Claus, claus@inform-magazin.com Mitarbeitende dieser Ausgabe: Nike Breyer Elke Dreesmann Henny Fleischmann Tanja von Forster Tilman Hoffer Maike Lefeldt Britta Schümichen Florian Weiland Geraldine Zschocke Gastbeiträge von: Bruna Hauert (friends of carlotta, Zürich) Alexa Holzer (Laden21, Wien) Pierre Litzler Christoph Niemann Eberhard Schrempf Gestaltung und Grafik: Piotr Iwicki, mail@iwicki.com Korrektorat: Christine Graf Erscheinungsweise: 5 mal im Jahr Auflage: 10.000 Stück Das Designmagazin INFORM ist gegen eine Schutzgebühr von 1,00 EUR / 1,20 SFr beim Verlag erhältlich. Es gelten die Mediadaten # 5 vom 1.1.2012 Titelrechte: Jeder Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Erlaubnis des Verlages und der Redaktion gestattet. *Alle Angaben ohne Gewähr INFORM Designmagazin 6 – 9 / 12 erscheint am 1.6.2012 Anzeigenschluss: 15.5.2012 Schwerpunktthema: RECYCLE Korrigendum | In der letzten Ausgabe (Schwerpunkt Kompakt) hat sich im Inhaltsverzeichnis leider ein Fehler eingeschlichen: Der Essay „Das Kompakte Leben“ stammte selbstverständlich aus der Feder des von uns geschätzten Journalisten Heinz Kaiser, während der angegebene und nicht weniger geschätzte Heinz Wagner Leiter des Masterstudio Design an der HGK FHNW Basel ist.

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