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Kochen in Indien eine Recherche von Julika Welge und Ina-Marie v. Mohl


INHALT

Jährlich werden in Indien durchschnittlich 100kg LPG oder 250 Liter Kerosin pro Haushalt zum Kochen verbraucht. Dadurch werden 300 - 600kg CO2 freigesetzt. In ländlichen Gegenden sind es drei Tonnen Holz, die bei Verbrennung fünf Tonnen CO2 freisetzen. Hier kommt das Problem der Indoor Air Pollution hinzu, wodurch mehr Menschen sterben als an Malaria. Jedoch sind in Indien bereits zahlreiche Kocher erhältlich, die diese Probleme angehen. Dabei gibt es solche, die den Brennstoff Holz durch Biogas oder Sonnenenergie ersetzen (S. 1-13) und solche, die ihn lediglich besser nutzen (S. 14-18).

Biogasanlagen

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Compact Biogas System

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Solar Kochbox

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Parabolförmiger Solarkocher

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SK-14

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Solarkocher mit nach Außen verlagertem Brennpunkt

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Spotlight Solarkocher

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Solarschüssel (Regenschirm)

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Karton Solarkocher

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Cookit

Bambus Solarkocher

Community Solarkocher

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Solardampfkochanlage

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Vivek Sawdust Stove

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Sarai Cooking System

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Sampada Gasifier Stove

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Improved Laxmi Stove

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Philips Chula

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BIOGASANLAGEN Hersteller Treibstoff Material Kochart

diverse Dung Lehm, Zement, Metall oder Kunst- stoff Kochen, Braten (Gaskocher)

Eine Biogasanlage dient der Erzeugung von Biogas durch Vergärung von Biomasse. Als Substrat wird in Indien vornehmlich Kuhdung - aber auch zunehmend Küchenabfall - eingesetzt. Nebenprodukt ist ein als Gärrest bezeichneter Dünger. In einer Biogasanlage vergärt (anaerober mikrobieller Abbau) das eingesetzte Substrat, wobei sich gasförmiges Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2) vom gärenden Substrat trennen. Sie bilden das sogenannte Biogas. An einen Gasherd angeschlossen, ermöglicht das Biogas ein rauchfreies Kochen. Gleichzeitig kann der Dung auf diese Weise effektiver genutzt werden, als bei der sofortigen Verbrennung zum Kochen, da die Reststoffe zusätzlich als Dünger dienen.

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rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe preiswert in der Unterhaltung effektive Nutzung von Biomasse: Gas zum Kochen, Rückstand als Dünger

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Geruch benötigt Raum


COMPACT BIOGAS SYSTEM Hersteller ARTI (Appropriate Rural Techno logy Institute) Preis 175,226 Euro, (Anlage, Herd, Montage in Pune) 0,035 Euro tägl. mit Abfall Mehl 0 Euro tägl. mit Küchenabfällen Treibstoff Küchenabfälle Material 2 Kunststoff Wasserbehälter Kochart Kochen, Braten (Gaskocher) Effizienz 400-mal effizienter als Biogasan- lage mit Dung Besonderheit Küchenabfälle als Substrat

Diese Biogasanlage von ARTI nutzt Küchenabfälle statt kalorienarmen Dung um Biogas fürs Kochen zu generieren. Dabei ist sie 400-mal effizienter als solche mit Dung. Die Anlagen bestehen aus zwei ineinander gesteckten großen Wasserbehältern. Das 1000 Liter Modell kann innerhalb von 24 Stunden 700 Liter Methangas aus nur einem Kilo Essensresten, verdorbenem Obst oder Pflanzenabfällen produzieren. Diese Menge reicht aus, um in 1,5 Stunden eine Mahlzeit für 4-5 Personen zu kochen. Als Restprodukt bleibt eine nährstoffhaltige Flüssigkeit übrig, die als Düngemittel genutzt werden kann.

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rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe preiswert in der Unterhaltung effektive Nutzung von Biomasse: Gas zum Kochen, Rückstand als Dünger 400-mal effizienter als Biogasanlage mit tierischen Exkrementen auch für städtische Haushalte geeignet vermindert das Wegwerfen von Abfall auf Straßen und öffentlichen Plätzen verminderte Methan-Emission

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Geruch benötigt Raum teuer in der Anschaffung

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SOLAR KOCHBOX Hersteller diverse Treibstoff Sonnenenergie Material Metall, Spiegel, Glas Kochart mittlere bis große Hitze; Kochen + Backen; kein Braten + Chapatti fertigen Effizienz langsam kochend; täglich zwei Mahlzeiten für 4-5 Personen Besonderheit sogar zum Backen geeignet

Weltweit unter den Solar Kochern am meisten verbreitet, gibt es allein in Indien einige Hunderttausend Solar Kochboxen. Eine Solar Kochbox sammelt Hitze, indem sie Sonnenlicht durch eine transparente Glasscheibe in eine gut isolierte Kammer lässt. Sie besteht aus einem kastenförmigen Behälter, der im inneren über eine Blech- oder Aluminiumbekleidung verfügt und mit einem doppelten Fensterglas abgedeckt ist. Auf der Innenseite eines weiteren, geöffnet stehenden Deckels befindet sich ein Spiegel. Dieser reflektiert die einfallenden Sonnenstrahlen durch die Glasplatte auf die ebenfalls reflektierende Metallverkleidung. Die entstehende Hitze kann durch die Glasscheibe nicht entweichen, so dass sich der schwarzfarbene Kochtopf samt Inhalt erhitzt. Eine Solar Kochbox kocht langsam, kann dabei aber auf eine Temperatur von 150° C kommen. Es können mehrere - meist vier - Speisen gleichzeitig gekocht werden. Mit der Kochbox können täglich zwei Mahlzeiten für 4-5 Personen zubereitet werden. Sie ist für kleine Familien für zu Hause geeignet - allerdings nicht zum Braten und zum Chapatti fertigen. Dafür sind alle anderen Speisen, auch das Backen von beispielsweise Brot, Keksen oder Kuchen möglich. Während der Monsunzeit und an bewölkten Tagen ist das Kochen mit einer Solar Kochbox nicht möglich. Mit Modellen mit elektrischer Unterstützung kann jedoch auch über die sonnigen Stunden hinaus gekocht werden. 3

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rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe kein Brennmaterial nötig (Kosten, Beschaffung, Transport) preiswert in der Unterhaltung auch zum Backen geeignet

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es muss draußen gekocht werden Abhängigkeit vom Sonnenlicht: bei be- wölktem Himmel und während Monsun- zeit nicht nutzbar (das gilt grudsätzlich für alle folgenden untersuchten Solarkocher nicht zum Braten und zur Chapatti Her- stellung geeignet für mehr als 4-5 Personen ungeeignet


PARABOLFÖRMIGER SOLARKOCHER Hersteller diverse Treibstoff Sonnenenergie Material Metall, poliertes Aluminiumblech, verspiegelte Folie oder metallübe rzogener Karton Kochart Kochen, Braten, Frittieren Effizienz schnell kochend; für bis zu 15 Personen Besonderheit schnell kochend

Ein Solarkocher (engl. curved concentrator cooker, or parabolic) dient der Erzeugung von Wärme aus der Energie des Sonnenlichtes. Die einfallende Sonnenstrahlung wird im Brennpunkt eines Hohlspiegels gebündelt. Der Parabolspiegel konzentriert Sonnenstrahlen auf einen optimaler Weise mattschwarzen Behälter im Brennpunktbereich. Der Behälter nimmt Sonnenstrahlen auf, so dass sich sein Inhalt stark erhitzt. Mit dem Solarkocher können während sehr kurzer Zeit beispielsweise Wasser abgekocht und somit entkeimt, Speisen erwärmt oder Lebensmittel gebraten, gebacken oder gegrillt werden. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Bauformen von Solarkochern. Üblicherweise bestehen sie aus einem oder mehreren meist gekrümmten Spiegeln. Der Spiegel kann beispielsweise aus poliertem Aluminiumblech, verspiegelter Folie oder aus metallüberzogenem Karton hergestellt werden. Im Brennpunkt befindet sich vornehmlich eine Halterung für einen Topf. Um die Schüssel optimal dem Sonnenstand nach ausrichten und anpassen zu können, sind Spiegel und Halterung in der Regel in zwei Achsen schwenkbar gelagert.

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rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe kein Brennmaterial nötig (Kosten, Beschaffung, Transport) preiswert in der Unterhaltung schnelles Kochen, hohe Temperatur auch zum Backen geeignet Mahlzeiten für viele Personen können zubereitet werden

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es muss draußen gekocht werden nur ein Gericht zu einer Zeit alle 20 Minuten Ausrichtung nach Sonnen stand Sicherheitsvorkehrungen

Zur Vermeidung von Schädigungen der Augen wird empfohlen beim Kochen meist mitgelieferte dunkle Sonnenbrillen zu tragen. Ebenso wird das Tragen von Handschuhen empfohlen, um Verbrennungen vorzubeugen.

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SK-14 Preis Treibstoff Kochart Effizienz

ca. 4.637 INR (81 Euro) Sonnenenergie Kochen, Grillen, Backen 2-3 Stunden Sonnenlicht täglich, um für 10-15 Personen zu kochen

Der SK-14 - erfunden von Dr. Dieter Seifert - ist ein parabelförmiger Solarkocher. Flach verpackt wird der SK-14 verkauft und kann zu Hause selber aufgestellt werden. Er hat einen Durchmesser von 1,40 Meter, während der schwarze Kochtopf 28 cm im Durchmesser misst und 12 Liter fasst. Direkt unterhalb des mittig befestigten Topfes befindet sich der Brennbereich, in dem Temperaturen von ca. 200 Grad Celsius herrschen. Um für 10-15 Personen zu kochen, benötigt das Gerät nur 2-3 Stunden Sonnenlicht täglich. Die Benutzung eines Schnellkochtopfes verringert die Kochzeit. Reis sowie die meisten anderen Gerichte benötigen 30 Minuten. Drei Mal stündlich muss der Kocher nach dem Sonnenstand ausgerichtet werden. Mit der Solarschüssel können jegliche Speisen zubereitet werden. Gleichermaßen sind Kochen, Grillen, Backen und Frittieren möglich. Bei wolkenfreiem Himmel und optmal ausgerichtet braucht der Solarkocher nur geringfügig mehr Zeit als ein Elektro- oder Gasherd in der Küche.

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rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe kein Brennmaterial nötig (Kosten, Beschaffung, Transport) preiswert in der Unterhaltung schnelles Kochen, hohe Temperatur auch zum Backen geeignet Mahlzeiten für viele Personen können zubereitet werden

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es muss draußen gekocht werden nur ein Gericht zu einer Zeit kann zube- reitet werden alle 20 Minuten Ausrichtung nach Sonnen stand Sicherheitsvorkehrungen


SOLARKOCHER MIT NACH AUSSEN VERLAGERTEM BRENNPUNKT Hersteller Prototyp Wolfgang Scheffler Treibstoff Sonnenenergie Material Metall, Spiegel Kochart Kochen, Braten, Frittieren Besonderheit angenehmes Kochen ohne Beu- gen über die Solarschüssel

Bei dieser Version des Solarkochers ist der Brennpunkt nach außen, neben den Reflektor verlagert. Somit kann die kochende Person eine angenehmere Position einnehmen als bei den meisten anderen Solarkochern. Sie muss sich nicht über die gesammte Apparatur beugen, sondern kann bequem daneben stehen und kochen.

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rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe kein Brennmaterial nötig (Kosten, Beschaffung, Transport) preiswert in der Unterhaltung schnelles Kochen, hohe Temperatur auch zum Backen geeignet auch für große Familien geeignet angenehme Kochhaltung (kochende Person muss sich nicht über Solarschüsselbeugen)

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es muss draußen gekocht werden nur ein Gericht zu einer Zeit kann zube- reitet werden alle 20 Minuten Ausrichtung nach Sonnen- stand Sicherheitsvorkehrungen

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SPOTLIGHT SOLARKOCHER Entwickler Treibstoff Material Kochart Effizienz

Professoren der Beijing Academy of Science Sonnenenergie Aluminiumblech, Glasfaser verstärkter Kunststoff Kochen, Braten, Frittieren 1000-1200 W

Der Spotlight Solar Kocher wird in China produziert und hat dort und in Indien viele Abnehmer: Jährlich werden 80000 Geräte verkauft. Der Kocher kann entweder mit manuellem oder automatischem Tracking System erworben werden, das ihn mit einem kleinen Motor fortwährend nach dem Sonnenstand ausrichtet. Es hat eine zwei Quadratmeter große reflektierende Fläche aus einem gewölbten Aluminiumblech. Dieses ist zur Aussteifung mit Glasfaser verstärktem Kunststoff hinterlegt. Er hat - wie elektrische Öfen - eine Leistung von 1000-1200 Watt und kann bis zu 427°C erzeugen. Ein Liter Wasser kann in sechs Minuten zum Kochen gebracht werden. Je größer die zu kochende Wassermenge ist, desto beachtlicher ist die benötigte Geschwindigkeit. Täglich kann der Solarkocher für 5-8 Stunden genutzt werden. Er kann jährlich ca. 60% des ansonsten benötigten Gases oder 1,5 Tonnen Kohle/ Holzbündel einsparen. Seine zu erwartende Lebensdauer beträgt 10-15 Jahre. Der Spotlight Solar Kocher eignet sich besonders in ländlichen Gegenden für Gemeinschaftsküchen, Hotels oder andere Einrichtungen.

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rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe kein Brennmaterial nötig (Kosten, Beschaffung , Transport) preiswert in der Unterhaltung schnelles Kochen, hohe Temperatur auch zum Backen geeignet automatisches Ausrichten nach Sonnen- stand auch für große Familien, Gemeinschaften, Hotels, etc. geeignet leicht

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es muss draußen gekocht werden Abhängigkeit vom Sonnenlicht: bei bewölktem Himmel und während Monsunzeit nicht nutzbar nur ein Gericht zu einer Zeit kann zube- reitet werden Sicherheitsvorkehrungen


SOLARSCHÜSSEL Entwickler Juan Francisco Paredes Treibstoff Sonnenenergie Material Regenschirm, Aluminiumfolie Kochart Kochen, Braten, Frittieren Besonderheit selbst herstellbar, zusammenfaltbar

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preiswert faltbar leicht selbst herstellbar

Für diesen Solar Kocher bedient sich Juan Francisco Paredes eines Regenschirmes als parabolförmige Grundstruktur. Nach Entfernen des Griffes wird die Innenseite des Schirmes mit Aluminiumfolie ausgekleidet. Diese wird mit herkömmlichem weißem Klebeband an dem Rand des Schirms befestigt. Als Halterung für den Kochtopf wird eine Blumentopfaufhängung aus Metalldraht eingesetzt. Der Kocher ist demnach sehr einfach selber herzustellen, preiswert, leicht und wie ein Regenschirm zusammenfaltbar. Während der Monsunzeit kann der Schirm wieder seinen üblichen Zweck erfüllen.

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KARTON SOLARKOCHER Entwickler diverse Modelle Treibstoff Sonnenenergie Material Karton, Aluminiumfolie Kochart Kochen, Braten, Frittieren Besonderheit selbst herstellbar, preiswert

Ein Solarkocher aus Karton ist eine sehr preiswerte, faltbare Variante eines solar betriebenen Kochers. Meist sind es Mischformen aus Elementen von Solarbox und Solarschüssel. Sie sind sehr leicht und können bequem transportiert und überall aufgebaut werden. Verbraucher können sie nach Anleitung selber anfertigen. Allerdings sind sie für Gegenden mit starkem Windaufkommen ungeeignet.

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rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe kein Brennmaterial nötig (Kosten, Beschaffung, Transport) preiswert in der Unterhaltung preiswert in der Anschaffung/ selbst herstellbar leicht mobil

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in Gegenden mit starkem Wind eher ungeeignet


COOKIT Entwickler Solar Cookers International Treibstoff Sonnenenergie Material Karton (Alluminium und Wachs beschichtet) Besonderheit preiswert; kann vor Ort von Benutzer angefertigt werden

Das CooKit von Solar Cookers International ist der am weitesten verbreitete Karton Solarkocher. Der Karton ist von der einen Seite mit Aluminium und von der anderen mit Wachs beschichtet. Alternativ kann er aus fast jedem anderen steifen Material gefertigt werden. Allerdings muss bei schwereren Materialien eine zusätzliche Befestigung für das vordere Element entwickelt werden, damit es durch sein Eigengewicht nicht nach vorne kippt. Der kompakte CooKit ist außerordentlich preiswert, gut verstaubar, einfach zu tragen und leicht aufzubauen. Das Erlernen des Kochens mit einem Solarkocher ist mit CooKit ebenfalls sehr einfach, wodurch er sich besonders gut für Schulungen eignet.

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rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe kein Brennmaterial nötig (Kosten, Beschaffung, Transport) preiswert in der Unterhaltung preiswert in der Anschaffung/ kann vor Ort von Benutzer angefertigt werden leicht mobil

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in Gegenden mit starkem Wind eher ungeeignet

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BAMBUS SOLARKOCHER Entwickler Krishna – rkrao Preis 46,38 IRU (0,81Euro) Treibstoff Sonnenenergie Material Bambuskorb, Alluminiumteller Besonderheit sehr preiswert

Dieser Kocher - bestehend aus einem Bambuskorb, fünf Aluminiumtellern und einem Kochbehälter - kostet nur ca. einen Euro in der Herstellung. Die einzelnen Komponenten können schnell jederorts besorgt und in kürzester Zeit aufgebaut werden.

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rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe kein Brennmaterial nötig (Kosten, Beschaffung, Transport) preiswert in der Unterhaltung preiswert in der Anschaffung leicht Bauteile überall erhältlich mit wenigen Handgriffen schnell Einsatz bereit

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nicht sehr präzise/ effizient


COMMUNITY SOLAR COOKER Entwickler Wolfgang Scheffler Treibstoff Sonnenenergie Material Metall, Spiegel Kochart Kochen, Braten, Frittieren Besonderheit Kochen im Innenraum mit Sonnenergie

Der Community Solar Cooker, entwickelt von Wolfgang Schaffler, ermöglicht das Kochen mit Sonnenenergie im Innenraum. Eine große parabolförmige Schüssel reflektiert Licht durch ein Loch in der Hauswand direkt in die Küche. Ein weiterer Reflektor konzentriert die Strahlen auf den Boden des schwarzen Kochtopfes. Der Kocher dient einer Gemeinschaft von 35-40 Personen und kann jegliche Gerichte zubereiten. Eine Temperatur von bis zu 400°C soll erreichbar. sein. Die Gerichte können somit schnell zubereitet werden. Der Kocher folgt automatisch der Sonne und spart bis zu 35 LPG Zylinder jährlich ein. + + + + + +

rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe preiswert in der Unterhaltung kein Brennmaterial nötig (Kosten, Beschaffung, Transport) Mahlzeiten für 35-40 Personen werden in kurzer Zeit zubereitet Kochen im Innenraum mit Solarenergie

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während Monsun Monaten nicht nutzbar

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SOLARDAMPFKOCHANLAGE

Treibstoff Sonnenenergie Kochart Kochen/ Garen; teilw. Braten Besonderheit optimal für Großküchen

Eine Solardampfkochanlage ist eine Vorrichtung, um aus der Energie des Sonnenlichtes Wärme zu erzeugen, mit der Wasser oder Öl erhitzt und zum Kochen in die Küche weitergeleitet wird. Meist an eine Großküche angebunden wird mit Hilfe zahlreicher, riesiger Parabolspiegel Sonnenlicht in den jeweiligen Brennpunkte konzentriert und somit Wasser oder Öl in runden Gefäßen, den Receivern, erhitzt. Das heiße Öl oder der entstehende Wasserdampf steigen auf und werden durch große Rohre in die Küche geleitet. Mithilfe des Wasserdampfes ent-steht in den Rohren ein Druck von zwei Bar. Mit einer Temperatur von mindestens 100/120°C erreicht der Wasserdampf die Küche. Dort wird er nach Bedarf durch einen doppelwandigen Boden in riesige Behälte geleitet, in denen Reis und Gemüse gart. 40 Kilo Reis sind in 12 Minuten fertig. Mit der Variante mit dem Öl wird sogar Braten in Doppelwandigen Pfannen möglich. Das Öl wird in ständigem Kreislauf gehalten. Die Position der Parabolspiegel auf dem Dach ist immer nach dem Sonnenstand ausgerichtet - sie ändert sich automatisch alle drei Sekunden und berücksichtigt den unterschiedlichen Sonnenstand von Sommer und Winter. Bis zu zwei Stunden nach Sonnenuntergang kann die Wärme gespeichert und genutzt werden. Dieses Prinzip des Dampfgarens ist besonders schonend für die Lebensmittel. Da diese Anlage für ganzjährig betriebene Großküchen gedacht ist, muss während der Monsunmonate auf einen anderen Brennstoff, wie Kerosin, zurückgegriffen werden.

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rauchfreies Kochen keine Nutzung fossiler Brennstoffe preiswert in der Unterhaltung kein Brennmaterial nötig (Kosten, Beschaffung, Transport) Mahlzeiten für Tausende von Personen werden in kurzer Zeit zubereitet gesundes Kochen ohne Öl

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während Monsun Monaten nicht nutzbar für den Privatbedarf eher ungeeignet bei der Variante mit Wasserdampf kein Braten möglich


VIVEK SAWDUST STOVE Hersteller Preis Treibstoff Material Kochart Effizienz

Arti 10,514 Euro Sägemehl oder andere pulverför mige Biomasse Metall langandauerndes, gleichmäßiges Kochen, niedrige Flamme 2-3 kg Sägemehl für ca. 2 Stunden

Dieser metallene tragbare Ofen wird mit Sägemehl oder jeder anderen pulverförmigen organischen Masse betrieben. Dabei arbeitet er effizient und hat eine rauchfreie Flamme. Er ist insbesondere für langandauerndes gleichmäßiges Kochen auf niedriger Flamme geeignet.

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rauchfreies Kochen mobil/ tragbar preiswert in der Unterhaltung

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nicht sehr effektiv

Vor dem Kochvorgang oder dem Erhitzen von Wasser muss der Brennstoff um einen metallenen Zylinder in den Ofen gegeben werden. Anschließend wird der Zylinder entfernt, so dass er eine L-förmige Aussparung in der Masse hinterlässt. Ein kleiner brennender Zweig wird durch die Öffnung am Boden gegeben. Die Biomasse entzündet sich und die Hitze wird zur Vergasung genutzt. Die thermisch zersetzten Gase steigen auf und entzünden sich genau unterhalb des Kochtopfes. Durch die optimierte Funktionsweise entsteht eine saubere blaue Flamme.

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SARAI COOKING SYSTEM in unterschiedlichen Größen erhältlich Hersteller Preis Treibstoff Material Kochart Effizienz Besonerheit

Arti 12,266 - 43,631 Euro Kohle Edelstahl Kochen, Garen 100 g Kohle 45 - 60 Min drei Gerichte gleichzeitig, Kochen ohne Beobachtung

Der Sarai Kocher ist ein druckloser Edelstahlkocher, der drei verschiedene Lebensmittel gleichzeitig kocht. Er besteht aus einem Kohleofen, einem äußeren Zylinder, einem großen Kochtopf mit Deckel sowie drei inneren Kochtöpfen und deren Tragehalterungen. Zum Tragen und Verschließen des gesamten Kochers dienen zwei Leisten, die am unteren Ende durch den Topf gesteckt werden. Zum Kochen wird der große Kochtopf mit ca. 150 ml Wasser befüllt. In diesen werden anschließend die mit drei verschiedenen Lebensmitteln befüllten und übereinander gestapelten Kochtöpfe gelassen. Mit einem Deckel, der während der gesamten Kochzeit verschlossen bleibt, wird das Ganze abgedeckt. Der Ofen wird mit nur 100g Kohle befüllt. Nach dem Entzünden der Kohle wird der zuvor vorbereitete Dampfkochtopf auf den Ofen gestellt. Der äußere Zylinder umschließt den gesamten Aufbau. Der Abstand zu dem Kochtopf, durch den die Gase entweichen, beträgt nur fünf Millimeter. Dadurch wird das Essen Energie effizient und statt nur von unten gleichmäßig von allen Seiten erwärmt. Während der folgenden Kochzeit muss die Hausfrau nichts weiter tun und kann sich stattdessen anderen Dingen widmen. Mit nur 100g Kohle ist nach ca. 45 - 60 Minuten das Essen für vier bis fünf Personen gekocht.

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rauchfreies Kochen veringerte Arbeitszeit und -aufwand, da keine Beobachtung nötig ist gesunde Nahrung mit Dampf statt Öl Nahrung bleibt bis zu fünf Stunden nach dem Kochen erwärmt tragbarer Kocher: gleichermaßen für zu Hause, für den Arbeitsplats oder Draußen geeignet kann sowohl auf einem Kohleoven als auch auf einem mit Gas oder elektrisch betriebenen Oven genutzt werden kostengünstiger Verbrauch, da wenig Kohle benötigt wird (75%)

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es wird, wenn auch weniger, weiterhin Kohle benötigt


SAMPADA GASIFIER STOVE Hersteller Arti Preis 603,193 IRU (10,514 Euro) Treibstoff trockene Zweige, Holzabfälle Material Edelstahl, Stahl Kochart niedrige Hitze: Teekochen, Snacks zubereiten Effizienz Profit von 0,5-1IRS pro Kilo ver- branntem Holz Besonderheit Kohle als Nebenprodukt

Der Sampada Gasifier Stove ist ein tragbarer mobiler Ofen aus Metall. Als Brennmaterial dienen trokkene Äste, Sägespäne oder andere Holzabfälle. Der Ofen kocht auf niedriger Hitze und eignet sich somit zur Zubereitung kleinerer Snacks oder zum Teekochen. Er besteht aus einem aus Edelstahl gefertigten Außenkörper, der einen Brennmaterialbehälter aus Baustahl umschließt. Das Brennmaterial in der Brennkammer wird von oben entzündet. Besonderheit dieses Models ist, dass nach dem sauberen Kochvorgang Kohle als Nebenprodukt in dem Ofen zurück bleibt.

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raucharmes Kochen mobil/ tragbar Kohle als Nebenprodukt, profitbringend

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niedrige Temperatur: nur für kleinere Aufgaben geeignet

Ein Kilo Laub erzeugt beispielsweise 250-300g Kohe. Ein Kilo Holz kostet in Indien etwas 2 IRS. Der Wert der gewonnenen Kohle (300g) beträgt hingegen 2,5-3 IRS. Der Sampada Gasifier Stove bringt somit pro Kilo genutzen Brennmaterial einen Profit von 0,5 -1 IRS.

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IMPROVED LAXMI STOVE Hersteller Preis Treibstoff Material Kochart Effizienz

Arti Bausatz 1,752 - 5,695 Form für min. 250 Öfen 17,785 Zweige, Äste, andere hölzerne Biomasse Zement, Lehm, Metaldraht Kochen, Braten, Frittieren doppelt so Effizient, wie herköm- mlicher Chula

Der Improved Laxmi Stove ist ein feststehender Ofen mit zwei Kochstellen. Er ist eine verbesserte Version des ersten Laxmi Stoves von Arti. Am Boden der Feuerkammer befindet sich ein metallischer Rost überhalb eines Luftschachtes. Dieser garantiert eine ausreichende Luftzufuhr und somit optimiertes Brennverhalten. Der Ofen besteht aus einem äußeren Zementkörper mit einer isolierenden inneren Schicht, die einen Wärmeverlust in den Körper des Ofens verhindert. Form und Größe der Topföffnungen wurden optimiert, um das Austreten von Luft und Rauch so gering wie möglich zu halten. Der Schornstein besteht aus drei ineinander verriegelbare Teilstücken, die von der Küche aus zusammengebaut und gereinigt werden können - ohne das Dach betreten zu müssen. Der Ofen kann mit Zweigen oder anderer hölzerner Biomasse betrieben werden. Uganda Enviro Tech. Co. Ltd stellt den Ofen Bausatz und die Form bereit. Ein geschulter Arbeiter kann die Form in einer Keramikwerkstatt herstellen. Aus jeder Form können mindestens 250 Öfen geformt werden. Der Ofen kann innerhalb weniger Stunden von einem geschulten Installateur vor Ort in einem Haushalt angebracht werden. Arti/ Uganda Enviro Tech. Co. Ltd bietet hierzu entsprechende Schulungen an.

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reduzierte Rauchentwicklung, 50% Filterung und Ableitung des Rauches durch Schornstein effektivere Nutzung des Brennstoffes Holz, 50% Benutzer kann Ofen selber anfertigen keine Änderung in Verhaltensweise nötig

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es wird weiterhin Holz verbrannt und Rauch generiert


PHILIPS CHULA Hersteller Philips Treibstoff Holz Besonderheit Benutzer kann Ofen selber anfertigen

Der von Philips entwickelte Chula Ofen wird sozialen Unternehmen kostenfrei zur Verfügung gestellt, was zu einer kostengünstigen und weiten Verbreitung beitragen kann. Darüber hinaus kann der Ofen in großen Teilen von dem Benutzer selbst hergestellt werden. Der Ofen besteht aus mehreren zu Kammern zusammengesetzten Lehmformteilen, einem Schornstein aus steckbaren Rohren und einem metallenen Rost, auf dem das Holz in einer unteren Kammer lagert. Dort wird es entzündet. Rauch und Hitze werden auf diese Weise in eine darüber liegende Kammer geleitet, so dass zwei Töpfe über zwei ausgesparten Löchern effizient erhitzt werden und somit weniger Brennstoff verbraucht wird. Rauch und Hitze gelangen durch eine Kammer am Fuße des Schornsteins, in der sich ein Stapel geschlitzter Tontafeln befindet. Diese säubern das Abgas, bevor es den Ofen verlässt, indem sie Partikel aus dem aufsteigenden Rauch heraus filtern.

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Filterung und Ableitung des Rauches durch Schornstein effektivere Nutzung des Brennstoffes Holz Benutzer kann Ofen selber anfertigen

Die Konstruktion des Rauchrohres aus zusammensteckbaren Teilen hat den Vorteil, dass man nicht wie sonst üblich auf ein Hausdach steigen muss, um den Schornstein zu reinigen, sondern diesen von innen reinigen kann.

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alternative Kochstellen  

alternative Kochstellen

alternative Kochstellen  

alternative Kochstellen