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22 I Interview mit Bruno Schallberger, OK-Präsident Curling-WM 2012 in Basel

«Basel liegt im Zentrum von Europa und führt Weltklasse-Events durch»

B

runo Schallberger ist OKPräsident der Curling-WM 2012 in Basel. Zusammen mit seinem Team hat er sich mit viel Herzblut und Einsatz engagiert, damit dieser Grossanlass in der Rheinstadt durchgeführt werden kann. Hat die Curling-Welt den Baslern überhaupt zugetraut, solch hoch­ karätige internationale Wettkämpfe durchzuführen? Am Anfang wurden wir schon als Exoten belächelt, die wahnwitzige Ideen hatten. Aber spätestens nachdem wir die EM 2006 nach Basel holten, wurden wir ernst genommen. Der Erfolg dieses Events mit einem Zuschauerrekord öffnete uns dann die Tür im Welt-Curling-­ Verband für die Vergabe der WM 2102. Wie haben Sie es geschafft, auch noch die WM nach Basel zu ­holen? Wir mussten im Vorfeld der Vergabe weltweit auf verschiedenen Hochzeiten tanzen. Dazu gehört, dass man auf jedem Parkett den richtigen Tanz auswählt und mit Botschaften glänzt, die auf das Zielpublikum ausgerichtet sind. Das ist harte Lobby- und Knochenarbeit. Aber wir haben da im OK gleich drei Profis, die etwas davon verstehen. Basel hat verschiedene Trümpfe ausgespielt und wir kannten auch die Achillesfersen unseres Gegenkandiaten Karlsbad aus Schweden. Am Ende ist es auch weitgehend ein Bauch-Entscheid der Delegierten im Welt-Curling-Verband. Auf der Zielgeraden geht es darum, wer sympathischer wirkt und im richtigen Moment noch den Joker ausspielt. Den haben wir bis zuletzt aufgespart und mit ihm dann zugeschlagen. Was reizt Sie persönlich an dieser WM? Ich blicke ja auf eine reiche Erfahrung als Spieler an Schweizer Meisterschaften zurück und habe mich dann als Spitzenfunktionär für den Leistungssport in der Schweiz en­gagiert. Auch im Weltverband habe ich die Schweiz vertreten und mich ins­besondere auch für den Aufbau des

Bruno Schallberger, der Mann an der Spitze des WM-OK.

­ollstuhl-Curlings eingesetzt und dafür R gesorgt, dass die Schweiz internationale Wettkämpfe durchführen und einen guten Ruf in der World of Curling aufbauen und halten konnte. Die Durchführung der Herren-WM 2012 in Basel ist sozusagen die Krönung dieses na­tionalen und internationalen Einsatzes. Ich persönlich und unser OK haben viele gute und einige eher schlechte Europaund Weltmeisterschaften mitverfolgt. Wir wollen mit der WM in Basel neue Standards setzen und der Welt zeigen, dass wir einen hervorragenden Event auf die Beine stellen und durchziehen können. Was ist in Basel anders als an vergangenen WMs in Europa? Wir haben WMs erlebt, die in schönen Kurorten durchgeführt wurden, aber mit

wenig Zuschauern und wenig Ambiance. Basel liegt im Zentrum von Europa und führt Weltklasse-Events durch wie die Uhren- und Schmuckmesse BASELWORLD oder die international ausgerichtete Art Basel und den ­legendären EliteTennis-Event Swiss Indoors Basel mit Lokal-Matador Roger ­Federer in der gleichen St. Jakobs-Halle, in der auch die Curling-WM durchgeführt wird. Zudem sind die Basler sport-begeistert und feuern mit viel Herzblut die eigenen lokalen oder nationalen Mannschaften an. Für die Curling-WM bedeutet das: Vor allem wenn die Schweiz vorne mitspielt, erwarten wir einen für europäische Verhältnisse grossen Zuschaueraufmarsch und eine entsprechend gute Stimmung.

Foto: Max Füri

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