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Vor uns hatte es in unserem Dorf noch nie einen Christen gegeben. Meine Mutter wurde als Leiterin unserer Gemeinde identifiziert und von den Behörden verfolgt. Sie setzten ihr einen großen Hut auf – als Zeichen für ihre Torheit – und führten sie so durch die Straßen. in der Schule vereinfachte Schriftzeichen gelernt hatte. Ich fand ein Lexikon und schaute gewissenhaft ein Zeichen nach dem anderen nach, während ich mich durch die Bibel hindurcharbeitete. Schließlich hatte ich die ganze Bibel durchgelesen, und nun begann ich, jeweils ein Kapitel am Tag auswendig zu lernen. Nach achtundzwanzig Tagen hatte ich das Matthäusevangelium gelernt. Das Vorwort des Buches wurde auch von Pfarrer Zhang Rongliang geschrieben, der mehr als einmal in China wegen Verkündigung des Evangeliums inhaftiert wurde. Rongliang bezeugte die Evangelisierungsarbeit Zhenyings mit folgenden Worten: „Yuns Zeugnis ist mit Blut und Tränen geschrieben. Er hat auf seinem Weg viele bittere Kämpfe ausfechten müssen. Doch statt sich zu beklagen und zu murren, hat er gelernt, alle Hindernisse auf seinem Weg vor Gott im Gebet anzugehen.“ Die Gemeinden in unserer Region wuchsen in der Gnade Gottes und in der Zahl ihrer Mitglieder. Gott rettete viele Menschen und schickte sie aus, um andere zu gewinnen. Bald erhob sich jedoch Widerstand gegen uns. Weil so viele Menschen an Jesus glaubten, wurden die Behörde auf uns aufmerksam. Vor uns hatte es in unserem Dorf noch nie einen Christen gegeben. Meine Mutter wurde als Leiterin unserer Gemeinde identifiziert und von den Behörden verfolgt. Sie setzten ihr einen großen Hut auf – als Zeichen für ihre Torheit – und führten sie so durch die Straßen. Sie wurde gezwungen „Umerziehungsklassen“ zu besuchen, um „ihr zu helfen, ihre falschen Ansichten zu revidieren“. Als ich dann die Leitung unserer Gemeinde übernahm, verlagerte sich der Druck von meiner Mutter auf mich. AUSGEWÄHLTER MANN

In der Geschichte Yuns zeigt sich die Mut des Gläubigen, der in ganz China als „der Mann des Himmels“ bekannt ist. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass dieser Spitzname an dem Tag geboren wurde, an dem er der chinesischen Polizei weder seine Identität noch seine Adresse preisgab, um die Integrität seiner Brüder und Schwestern im Glauben zu schützen. So rief er mit lauter Stimme: „Ich bin ein Mann des Himmels. Ich lebe im Evangeliumsdorf!“. Seine Freunde hörten seine Stimme, wurden somit von der Gefahr gewarnt und flohen. Im Jahr 1983 gab es eine Welle der Kriminalität in China, unzählige Morden, Entführungen, Erpressungen und

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Zeitschrift Impacto Evangelische / Ausgabe Februar 2018 / Sprache Deutsch

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