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WALDBÜHNE

Maurice & die Familie Summen

Fil Bo Riva

Roosevelt

Ty Segall & The Freedom Band

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Die Nerven

Drangsal

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Spex Magazin & What Difference Does It Make

ZELTBÜHNE

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BIRKENHAIN

Anja Rützel

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Bayonne

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11 Freunde Lesung & WM-Gespräch

Ilgen-Nur

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Kero Kero Bonito

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Festival ist Gemeinschaftssport


3 Herzlichen Glückwunsch

AL SO AUF DIE PL ÄTZ E , F E R TIG – SPIE L , SATZ , L IE D . Euer Majore, im Namen des immergutrocken e.V.

Vorwort

Ihr habt die mehrmonatige Aufwärmphase überstanden und auch der Anfahrtsmarathon liegt hinter Euch. Damit beginnt nun der spannende Teil des Wettbewerbs. Ein Wochenende geprägt von Hochleistungsmusik, Teamgeist und Ausdauertanz im schönsten Freiluftstadion seit dem Immergut des vergangenen Jahres. Wir haben alles vorbereitet. Der Rasen ist gewässert, Sandwege wurden durch Rattanbahnen ersetzt. Ihr dürft die Zelte direkt auf dem Spielfeld aufschlagen. Tobt Euch aus, werft alles in die Waagschale bis zum Faserriss im Mittelfinger. Nur wer schwitzt, hat den Festivalsport gelebt. Nur wem bei der Heimfahrt die Stimme versagt, hat die Fangesänge mitgemacht. Regeneration ist natürlich ebenso wichtig. In einer der über 500 natürlichen (chlorfreien!) Frischwasserbecken der Region könnt ihr gemütlich Eure Bahnen ziehen. Erholsamen Schatten findet Ihr unter dem üppigen Blätterdach unseres Olympiadorfes. Auch Radsport bietet sich an. Wusstet Ihr übrigens, dass Bier isotonisch ist? Gilt zwar nur für alkoholfreies, aber wir nehmen das nicht so genau. Überhaupt entsteht der schlimmste Kater weder im Kopf noch in den Beinen, sondern im Herzen, wenn Ihr am Sonntag nach Hause fahrt. Aber so weit ist es ja zum Glück noch nicht. Das hier ist erst der Startschuss.


VÖ: 27.04.2018 25.05. München, StroM 29.05. WieSbaden, KeSSelhauS 30.05. KÖln, Gebäude 9


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Festival ist mit klassischen Disziplinen wie Bierkastenweittragen und Bis-in-den-Sonnenaufgang tanzen Gemeinschaftssport. Doch in diesem Jahr geht es auf dem Zeltplatz und Festivalgelände besonders sportlich zu. Deswegen ziert Euer Handgelenk nicht nur ein einfaches, Bräunungsabdruck hinterlassendes Bändchen, sondern auch ein Titel. Der SG Faserriss fordert den SV Meniskus heraus. TSV Tennisarm hat da aber auch noch ein Wörtchen mitzureden und am Ende entscheiden die Punkte. Bei einer Vielzahl von Spielen könnt Ihr gemeinsam mit Eurer Immergut Equipe antreten und Euch beweisen. Wer hat damals das Glücksrad verinnerlicht? Wer kennt die goldenen Siegesregeln für Schere-Stein-Papier? Und wessen Stimmbänder sind am trainiertesten? Bei drei großen Begegnungen könnt Ihr für Euer Team 3, 2 oder 1 Punkte holen. Regeln und Spielpläne findet Ihr auf den Seiten 18, 56 und 106. Doch auch Kleinvieh macht Mist. Sollte Euch unsere mobile Spiel–Satz–Lied–Einsatztruppe über den Weg laufen - ergreift die Chance! Für jeden kleinen Sieg gibt es 1 Punkt. Am Ende wird abgerechnet, dem siegreichen Team winkt ein Platz in der immerguten Ruhmeshalle. Rottet Euch zusammen, findet Eure Teammitglieder und seid dabei, wenn es heißt: Spiel, Satz, Lied! von Tilara

Punktewettkampf

Immergute Olympiade


Mit Konzerten in der Elbphilharmonie von: Ibeyi, David August, Her, Lewis Capaldi.

19.-22. Sept. 2018 600 Konzerte · Bear‘s Den · WhoMadeWho · Heisskalt · David August · Darwin Deez · Lewis Capaldi · KID SIMIUS · Pom Poko · Das Paradies · Her · Ibeyi · Alexis Taylor · Brett · Anna Burch · Neufundland · Baby Galaxy · Black Foxxes · Theo Lawrence & The Hearts · Rikas · SIND · Stereo Honey · S. Carey · Gewalt · Liniker e os Caramelows · Chris Garneau · JAGUWAR · Jamie Lenman · Karies · DeWolff · Der Täubling · Kunst · Film · Lesungen · Education · Konferenz Tickets inkl. Konzert in der Elbphilharmonie ab 45,00 € inkl. Gebühren (solange der Vorrat reicht).

reeperbahnfestival.com Organiser: Reeperbahn Festival GbR & Inferno Events GmbH & Co. KG


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Inhaltsverzeichnis Was?

3 Vorwort 5  Immergute Olympiade 7 Inhalt 8 Lageplan 11 Pendelzug 13 Theaterabend 14 Torpus & The Art Directors 15 Sue The Night 16 Tim Neuhaus 18 Spiel 22 Anja Rützel 26 Ilgen-Nur 28 11 Freunde Lesung 30 Maurice & Die Familie Summen 32 Lambert 34 Mourn 38 Fil Bo Riva 42 Drangsal 44 Roosevelt 46 Die Nerven 48 Ty Segall & The Freedom Band 50 Bayonne 52 Kero Kero Bonito 56 Satz 60 Badeseen 62 Zocken 66 Labelzelt 69 Kunz

S

Was?

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Christiane Rösinger Das Paradies Andreas Dorau & Gereon Klug Sam Vance Law Suff Daddy & The Lunch Birds Granada Kat Frankie Pom Poko Olli Schulz Gurr Kettcar Makeness Ada Sampler Disko Lied Müllpfand Hausordnung Impressum Danke Urkunde

78 80 82 86 88 90 92 96 98 100 104 105 106 109 111 113 114 115

Inhalt

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Lagep lan WB

waldb端hne

kiosk

supermarkt

ZB

zeltb端hne

zeltplatz

immergutzocken

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birkenhain

info

toiletten

duschen

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parkplatz

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barrierefreie toilette

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17 . -- 19 . A UG US T ST OR KO W (M AR K)

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VOM BAHNHOF ZUM FESTIVAL Freitag 10:05 11:05 12:05 13:05 14:05 (14:30) 15:05 (15:30) 16:05 (16:30) 17:05 18:05 19:05 20:05 Samstag

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08:15 09:15 10:38 11:02 11:26 11:48 12:38 13:26 13:48 14:38 15:02 15:26 15:48  16:45 (19:48) (xx:xx) = Bedarfshalt

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VOM FESTIVAL ZUM BAHNHOF

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Freitag   10:45 11:51 12:45 13:51 (14:18) 14:45 (15:18) 15:51 (16:18)       16:45 17:51 18:17  19:51 20:15 Samstag 08:30 11:14 13:58 15:58

09:58 10:26 11:58 12:26 14:26 14:50 16:26 17:58 19:28    (19:58)

10:50 13:14 15:14 18:18

Pendelzug

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Sonntag

SAZUMNETTO-MARKT NETTO-MARKT HIN ZURÜCK

07:40 10:15 12:17

08:30 10:40 12:40

09:20 11:20 13:20

09:50 11:50 14:40

09:35 11:35 13:35 10:02 12:02 14:02 15:35 16:55* 16:02 17:20* *nur bis/ab Schlossgarten, 5 Minuten Gehweg bis/vom Netto-Markt

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BADESEE SA ZUM NETTO-MARKT HIN ZURÜCK 09:58 11:58 13:58 15:58 17:58 18:18

11:26 13:26 15:26 18:15 19:00 19:26


Ein F re u n d s ch a f t s s p iel m it

Grand Hotel Van Cleef DA S P R OGR AM M

Friedrich-Ludwig-Jahn-StraĂ&#x;e 14, 17235 Neustrelitz

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Torpus & The Art Directors

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Moin! Mein lieber Scholli, wer hätte das nur gedacht? Als ich in meiner Schulzeit in Nordfriesland eine Ehrenrunde drehen durfte, warf man mich in den Jahrgang, in dem auch Teile dieser famosen Kapelle präsent waren. Damals hingen wir noch zusammen im eigens gebauten Proberaum – dem legendären PogoPuff – ab und trällerten uns die Seele aus dem Leib. Viele Jahre später folgt meine persönliche Krönung der Geschichte: Sie stehen auf dem Immergut-Programm. Meinem Lieblingsfestival. Dem Festival, dem ich elf wundervolle Wochenenden mit unzähligen Erinnerungen samt Heiratsantrag eines Freundes auf dem Zeltplatz zu verdanken habe. Entsprechend euphorisch könnt ihr euch meine Reaktion darauf vorstellen, dass Torpus & The Art Directors die Gelegenheit haben werden, beim Immergut im Großen Haus zu spielen. Dir, liebe*r Leser*in, verspreche ich einen Auftritt mit rattenscharfen Songs, warm-kratzigen Sound und himmlisch-mehrstimmigem Gesang, der dich bezirzt und mit einem Grinsen im Gesicht in die Nacht hinaus kutschieren wird. Um hier aber nicht in Musikjournalismus-Plattitüden zu verfallen, möchte ich nur sagen: Leude, ich freue mich tierisch für euch. Lasst es krachen! In Liebe, euer Bücki DONNERSTAG 20:00 - 20:45 Theaterbühne

von Marc


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Augen zu, Ohren auf und schon spielt sich beim Klang von Sue The Nights Musik der Trailer eines Coming-OffAge-Films vor meinem inneren Auge ab. Die Filmqualität ist ein bisschen körnig, darum aber nur umso authentischer. Die Handlung sieht in etwa so aus: Es stolpern jugendliche Protagonist*innen durch das Leben und begegnen großen Fragen nach dem Selbst, nach Freundschaft und der eigenen Zugehörigkeit. Es wird mit der von den Eltern geborgten Familienkutsche gen Sonnenuntergang gefahren, die Haare wehen im Wind und tatsächlich zählt in diesem Augenblick nur das Jetzt. An die Zukunft können später Gedanken verschwendet werden. Angekommen an einem See inmitten des Nirgendwo wird im Dunkeln getanzt, vor Freude schreiend ins Wasser gesprungen und... Moment. Sieht das nicht nach Neustrelitz aus? Kann das denn sein? Scheinbar verschwimmen hier Erinnerung und Fantasie. Ein bisschen Dawsons Creek trifft auf eigene Jugend in den späten 2000ern und Sue The Night bietet den perfekten Soundtrack dazu. Beim Augenaufschlag finde ich mich bei Immergut im Großen Haus wieder. In den samtenen Sesseln neben mir sitzen Menschen mit ebenso zufriedenen Gesichtern wie meinem. Ich frage mich, ob sie wohl an das Gleiche denken mussten? von Klara

Immergut im Grossen Haus

Sue The Night

DONNERSTAG 21:15 - 22:00 Theaterbühne


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Tim Neuhaus

Ein bisschen Moneybrother, ein bisschen William Fitzsimmons, immer ehrlich, intim, irgendwie auch immer optimistisch. Tim Neuhaus macht seine Sache so gut, dass er eigentlich kaum dazu kommen dürfte, seine eigenen Alben einzuspielen. So gefragt ist der Schlagzeuger, der in den vergangenen Jahren unter anderem mit Nils Frahm, Glen Hansard, Udo Lindenberg und Joan Baez kollaboriert hat. Alle drei bis vier Jahre gelingt es ihm allerdings, sich zurückzuziehen und das Schlagzeug gegen die Gitarre zu tauschen, zuletzt spielte er sein Album „Pose I +II“ auf dem Tapedeck ein. Es geht um die Leidenschaft für die Musik und darum, sie für immer zu bewahren. Kaum ein deutscher Indie Musiker strahlt das so aus wie Tim Neuhaus, der sich seine eigene kleine Insel geschaffen hat und dessen Publikum langsam, aber stetig in kleinen, selbstgebauten Booten zu ihm stößt. Danke Tim, für all die Unaufgeregtheit, die Geduld und all die Musik, für die du eine nie versiegende Quelle zu sein scheinst. DONNERSTAG 22:30 - 23:30 Theaterbühne

von Alex (Frère)


Foto: stockbyte

NDR – Kulturförderung in Mecklenburg-Vorpommern Als Partner der Kultur unterstützt der NDR jedes Jahr zahlreiche Kulturprojekte in ganz Mecklenburg- Vorpommern über die NDR Kulturförderung. Wir berichten über Kultur täglich im NDR 1 Radio MV Kulturjournal um 19.00 Uhr, im NDR Fernsehen in „Nordmagazin Land und Leute“ um 18.00 Uhr und im „Nordmagazin“ von 19.30 – 20.00 Uhr.

Alle Infos auch unter 0800/5959100 oder auf der kostenlosen NDR MV App


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PI E L


Am Samstag von 14 bis 15 Uhr… …heißt es Festivalbändchen richten, Handgelenk lockern und dann volle Konzentration. Auf der Wiese vor dem Kunz-Wagen kommt es zum Spiel bzw. zum Äußersten, unzählige Fäuste fliegen durch die Luft, aber blaue Augen gibt es keine. Nennt es, wie ihr wollt: Schnick-Schnack-Schnuck, Schere-Stein-Papier oder Sching-Schang-Schong. Was zählt, sind drei Teams, drei Spieler*innen, drei Möglichkeiten, aber nur eine Faust, die am Ende in Richtung Himmel gereckt wird. Ein Teamname, den alle anderen gegen die Sonne blinzelnd an diesem Handgelenk lesen können. Was euch auf dem Weg dahin hilft? Gespür, Instinkt und Bauchgefühl. Grundlegendes Wissen in Psychologie und Spieltheorie bringen euch dem Sieg näher. Strategien zur nachhaltigen Verunsicherung des Gegenübers schaden im Zweifel auch nicht. Es geht hier ja schließlich um den Gesamtsieg!

Ein paar geheime Tipps zur Vorbereitung: Spiel

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Laut Statistik hat der Eröffnungszug „Schere“ die größten Gewinnchancen.

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Verlierer*innen wechseln beim zweiten Versuch, Gewinner*innen bleiben der Geste treu. von Tanja


Drangsal vs. Pansy, fotografi ert von Stephanie Pfaender

STURM UND DRAG Jetzt in der neuen SPEX mit Drangsal vs. Pansy und Kylie Minogue, DJ Koze, Janelle Monáe, Die Nerven, Terre Thaemlitz, Electric Indigo, Jon Hopkins, Chris & Cosey, Klaus Theweleit u.v. a. Überall im Handel und versandkostenfrei unter shop.pmedia.de


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Anja Rützel

B I R KE NH AIN


23 Anja Rützel ist eine schlaue Beobachterin von Kleinig- und Großartigkeiten, die von manch anderen übersehen oder als vermeintlich trashig abgestempelt werden. Sie widmet sich dem Drama der menschlichen Existenz in einschlägigen TV Formaten, reist herum, belegt Kurse im Umgang mit nörgelnden Alpakas und Jodler*innen und nimmt uns einfach mit, sei es mit ihren Reportagen oder ihren Büchern. Das hat uns beim immergutrocken e.V. neugierig gemacht, sodass wir vorab ein paar Fragen an sie loswerden mussten.

Du versorgst uns regelmäßig mit pointierten Zusammenfassungen vom „Bachelor“ und Co, in denen Du die Absurditäten dieser Trash-TV Formate vor allem humoristisch beleuchtest. Ist beim Schauen Fremdscham ein Thema für Dich? Anja Rützel: Ich gehe an das Trash-Material eher ran wie ein Müllmann – der darf sich ja auch nicht vor dem Müll fürchten. Das hat ein Kulturwissenschaftsprofessor von mir mal gesagt, als er uns ermunterte, keine Scheu vor vermeintlich niederer Kultur zu haben. Das hat mir gut gefallen und das habe ich mir gemerkt (sonst natürlich alles aus dem Studium vergessen). Allerdings schreibe ich nicht mehr über Formate, die für mich offen menschenverachtend sind, weil die Protagonisten offenbar nicht absehen können, was hier mit ihnen geschieht, zum Beispiel „Schwiegertochter gesucht“.

Mir ist eher ein genau gegenteiliger Moment im Kopf geblieben: Ein überraschender Moment, in dem ein Trash-TV-Charakter so viel Würde zeigte, dass mir selbst ganz erhaben zumute wurde. Sarah „Dingens“ Knappik hatten 2017 ihren Mitkandidaten bei „Promi Big Brother“ übel mitgespielt, ganz schäbiges Mobbing lief da ab. In der Finalsendung, als sich alle wiedersahen, fielen sich alle scheinheilig in die Arme, obwohl hintenrum natürlich jeder über jeden hergezogen hatte – nur Knappik, ganz in weiß gekleidet wie die verfolgte Unschuld, die sie war, blieb kerzengerade auf dem Sofa sitzen, mit einem unfassbar würdevollen Gesichtsausdruck. Wie eine griechische Rachegöttin, die sich denkt: „Ach, diese Würmer – es lohnt sich nicht“.

Anja Rützel

Gab es einen besonderen Fremdschäm-Moment, an den Du Dich erinnerst?


24 Du beschreibst Dich selbst als eher menschenscheu. Bestätigen die einschlägigen Formate Dich eher in Deiner Abscheu? Einerseits ja – es ist für mich als einsamkeitsliebender Mensch natürlich die schlimmstmögliche Horrorvorstellung, mit einer Gruppe zweifelhafter Figuren eine bestimmte Zeit irgendwo weggeschlossen zu werden, sei es Dschungelcamp oder Bachelorvilla. Es sind in diesen Formaten ja sehr selten Menschen dabei, die man gerne mal kennenlernen würde – von Ausnahmen wie Larissa Marolt oder Wolfgang Joop in seiner Rolle als GNTM-Jurymitglied einmal abgesehen. Andererseits taugen manche Trashfiguren auch ganz gut zum sozialen Ersatzmaterial: Ich muss ja gar nicht rausgehen, das Fernsehen liefert mir das Drama der menschlichen Existenz ja direkt ins Wohnzimmer. Die Themen, die Du in Deinen Büchern bearbeitest, scheinen auf den ersten Blick weit gestreut zu sein. Vom Trash-TV über Tiere bis hin zum Phänomen der Einsamkeit. Gibt es hier Gemeinsamkeiten? Wie im Weltengefüge hängt auch bei meinen Interessen alles mit allem zusammen: Von den Trashsendungen erhole ich mich bei den Tieren und das am liebsten allein. Hat Dich bei Deinen vielseitigen Recherchen über Fauchschaben, Turnierkaninchen und Co etwas überrascht? Alpakas hassen Menschen! Diese Erkenntnis hat mich schwer geschockt, weil sie ja so superflauschig aussehen und einen damit ja fast schon auffordern, sie anzugrabbeln. Bei einem Kurs, in dem man lernte, wie man Alpakas und Lamas möglichst gewaltfrei und respektvoll einfängt, habe ich aber tatsächlich gelernt, dass sie lieber wirklich in Ruhe gelassen werden wollen. Wenn sie von menschlichen Kontaktversuchen genervt sind, machen sie ein ganz bestimmtes Geräusch, das ist ein ganz langgezogenes, nörgeliges Summen.


25 Deine Reportagen sind gespickt mit intertextuellen Verweisen, so z.B. auf Tocotronic Songtexte. Es kann Dir also eine gewisse Textsicherheit in puncto Indie-Musik unterstellt werden. Können wir Dich beim diesjährigen Immergut Festival bei der einen oder anderen Band beim Mitsingen erwischen? Höchstens in meinem Kopf – ich singe wirklich sehr schlecht. Ich habe neulich einen Jodelkurs gemacht, das war ein Fiasko. Ganz sportlich haben wir unserem Festival dieses Jahr das Motto „Spiel, Satz, Lied“ verliehen. Diese drei Kategorien beschreiben auch das Programm des Immergut Festivals ganz gut. Wofür stehen Spiel, Satz, Lied in Deinem Leben? Mein Lieblings-Handyspiel ist Smashy City trotz wahnsinnig schrottiger Grafik. Aber man spielt dabei einen Riesenshrimp, der auf Rampage geht und Gebäude demoliert, das heitert mich bei Wutanfällen immer auf. Beim liebsten Satz bleibe ich bei Tocotronic: „Alles gehört dir, eine Welt aus Papier“ – damit tröste ich mich, wenn ich mit dem Schreiben hadere. Mein Lieblingslied ist aktuell „Papa was a rodeo“ von den Magnetic Fields – das habe ich gerade bei einer langen Autofahrt bestimmt zehn Mal gesungen, um wach zu bleiben.

Ich liebe Bayern München seit meiner Kindheit, weil mein Lieblingsonkel riesiger Fan war. Als er gestorben ist, bin ich zu seinen Ehren in den Verein eingetreten. Wenn die Bayern gegen Hertha spielen, versuche ich immer, mir das im Stadion anzuschauen.

von Klara

FREITAG 15:25 - 16:05 BIRKENHAIN

Anja Rützel

Du hast in einem vergangenen Interview erwähnt, dass eine Deiner Fauchschaben Schabi Alonso heißt und Du im Herzen für den FC Bayern fieberst. Wie weit reicht deine FußballLiebe? Bist Du auch ab und an im Stadion anzutreffen?


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Ilgen-Nur

B I R KE NH AIN


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Coolcoolcool, das könnten wir jetzt einfach ganz oft aneinanderreihen und der Text würde Ilgen-Nur mehr als gerecht werden. Aber der Sportsgeist ist wach und so graben wir ein wenig im Booking-Logbuch. Die Formation um die junge Musikerin schreibt sich selbst in die Biografie „sad songs about growing up“ – da mag man als Kurz-vor-der-30-Festivalgast müde schmunzeln, aber hier lernt man noch dazu. Vor allem die anfangs erwähnte Coolness. Woher die kommt? Die Besetzung ist ein Garant fürs Immergut. Zum Beispiel Paul von Trümmer, der kennt ja den Weg zu uns hoch nach Neustrelitz. Produziert wurde das Debütalbum von Max Rieger, den wir später bei Die Nerven erleben werden. Eine fröhliche Immergut-Familie auf den Bühnen, wenn man so will. Da wären wir ja auch wieder beim Erwachsenwerden, auch wenn hier definitiv niemand ausbrechen will. Und wonach klingt’s? Scheuen wir die Vergleiche und beschreiben es stattdessen mit einem Gefühl. Ilgen-Nur klingt wie heimliche Menthol-Zigaretten auf dem Feld hinter der Schule. Mit Walkman und ersten ahnenden Verheißungen der Zukunft. Cool. von Steffi

FREITAG 16:15 - 16:55 BIRKENHAIN

Ilgen-Nur

CO OL C OOL C O OL


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11 Freunde Lesung

B I R KE NH AIN


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Man könnte denken, es ist unsinnig, dass die folgenden Zeilen von einer verfasst werden, der Fußball eigentlich völlig egal ist.

Und doch kommt man um das Runde, das ins Eckige muss, nicht herum. Präsent in Kunst und Kultur an jeder Ecke: Fußball, seien wir ehrlich, ich komm‘ nicht an dir vorbei. Und das ist auch gut so! Denn ohne Gegner*innen kein Spiel und das gilt gleichermaßen für glühende (Nicht)Fußballfans. Denn „Fussi ist ein schöner Sport, man spielt den Ball per Fuß“, sangen Wigald Boning und Olli Dittrich schon in den Neunzigerjahren. Und nicht nur die beiden finden schöne Worte für die Fußballwelt, das tun seit vielen Jahren nun auch schon 11 Freunde. Stimmt euch mit ihnen auf die WM ein und lasst euch in die erheiternde Welt des Sportjournalismus mitnehmen. Hörenswert auch für Fußballhasser*innen, denn das treffsichere und unterhaltende Wort, das gewinnt am Ende doch jedes Herz, auch wenn man uns den Zauber erst erklären muss, oder? von Johanna Weidauer

FREITAG 17:05 - 18:05 BIRKENHAIN

11 Freunde

Bundesliga, WM, gelbe Karte – es langweilt mich. Fußballliebe im ganzen Land zur WM lässt mein Herz kalt. Thomas Müller wirbt doch hauptberuflich für Nudeln, oder?


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Maurice & Die Familie Summen

WAL DB ĂœH NE


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LOL Maurice & Die Familie Summen nennen ihr Album Bmerica und lachen jetzt bestimmt, oder? War doch witzig, nicht? Wer A sagt, muss auch B sagen. Maurice macht das mit betonter Funkyness und Familie. Das sind Kollegen von Kante, Bonaparte, Seeed und Frittenbude. Eine Supergroup quasi. Maurice als wohl cleverster Texter unserer Zeit reizt den Witz bis zum Ende aus, selten sieht man so eine durchdachte kreative Arbeit. Der Staatsakt-Labelchef setzt Zeichen des Widerstands und setzt die Unerreichbarkeit auf die Agenda. Der Tausendsassa spielt so schon mal Tanzflächen leer oder lässt verwirrte Gesichter zurück, aber wir nehmen es sportlich: Tanzbar ist es allemal. Also kalauert euch zurecht, das Grinsen kommt auf jeden Fall.

von Steffi

Maurice & die Familie Summen

Es war einmal eine Runde von verzweifelten Digital Natives. Alle Produkte, die vor ihnen ausgebreitet waren, harmonierten nicht miteinander und keiner fand den passenden Adapter. Eine Tastatur funktionierte nicht, dafür klebte sie, weil einmal Honig reingelaufen war, klar. Nun wurde noch eine verstaubte Tastatur im Nebenraum gefunden, die man ja anschließen könnte, doch diese hatte keinen USB-Stecker, sondern... ja, was eigentlich? Was war denn vor USB? USA! Lol.

FREITAG 18:05 - 18:55 WALDBÜHNE


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Lambert

B I R KE NH AIN


Die Songs von Lambert sind ja meine ganz persönliche Höre-ich-zum-Lesen-weil-gesungener-Text-mich-verwirrt-Musik. Jedes Mal also, wenn ich ein Buch in der Hand habe und meine Imagination das Schriftliche in Bewegtbild verwandelt, liefert der Pianist mit der Maske den entsprechenden Soundtrack. Und dieser Soundtrack passt einfach immer. Langweilige Einleitung ohne viel Handlung, aber die Finger scheinen immer schneller über die Klaviertasten zu fliegen? Spannungsaufbau. Aufregendes Kapitel, aber das Tempo ist eher so adagio? Kontrapunktierung. Kein Wunder also, dass ich, wenn ich den Stücken von Lambert mal einfach so lausche, ähnlich wie bei einer Synästhesie ständig zusammenhangslose Bildsequenzen vor meinem inneren Auge sehe. Nun sehe ich mich schon durch die Klänge des Flügels gedankenverloren vorm Birkenhain im Gras liegen, Blick abwechselnd zur Bühne und in den Himmel, aber eigentlich ins Leere. Den Leuten links und rechts von mir geht es ähnlich. Alle da, aber irgendwie nicht anwesend, weil jeder Ton stimmt, jede Melodie passt. Könnte es auch nur irgendeine erdenklich bessere musikalische Untermalung für diesen Moment geben? Ich hoffe nicht.

von Tina

FREITAG 18:55 - 19:45 BIRKENHAIN

Lambert

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Mourn

ZE LTB ÜH NE


Bum-Tschak-Klesch! Na, bist du… Da geht‘s gleich ordentlich zur Sache. Ich muss gestehen, ich hatte Mourn bis dato nicht auf dem Schirm. Weder davon gelesen, noch davon gehört. Also mal Google-Nachhilfe: Aha! Band aus Katalonien. Barcelona. 3 Mädels, ein Bub. Auf Play und schon höre ich sie zum ersten Mal. Hui! – Freude. Ob da wohl nicht „erfahren“ das bessere Wort für „hören“ wäre, denn es ist schon ein bisschen ein Erlebnis. Da wird nicht lange herumgetan, die Musik kommt elegant brachial daher und gleich alles wunderbar auf den Punkt. Permissiv, manchmal lethargisch. Bisschen Punk-Gaze, bisschen Friedhofstanz. Immer ein wenig daneben, aber im Grunde eh richtig. Dass die Geister von PJ Harvey, Patti Smith und Sonic Youth in den Songs wandeln, ist nicht zu überhören. Stört aber nicht, hat eher was Erfrischendes. Unverblümte junge Wilde mit Energie zum High-School niederbrennen. Ob‘s für das System reicht, ist schwer zu sagen. Is‘ mir in diesem Fall aber egal, denn ich bin seit dem Hören Fan und war das von der Schule ohnehin nie. von Thomas Petritsch (Granada)

FREITAG 19:45 - 20:25 ZELTBÜHNE

Mourn

B U M TSCHAK KLESCH!

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Our 35 th Edition 9 . – 11 . A u g u st 2 018 Re e s - Ha ld e r n Adam French (GB) Alabaster dePlume (GB) Aquilo (GB) Ariel Pink (US) Astronautalis (US) Big Thief (US) Broen (NOR) Bruno Major (GB) Cantus Domus (DE) Chad Lawson (US) Curtis Harding (US) Das Paradies (DE) Deerhoof (US) Dirty Projectors (US) Fabrizio Cammarata (IT) Fink (GB) Gisbert zu Knyphausen (DE) Hannah Williams & The Affirmations (GB) Hatis Noit ( JP) Hope (DE) Housewives (GB) Infidelix (US) Jade Bird (GB) Jake Bugg acoustic (GB) Jenny Lewis (US) John Maus (US) Jordan Mackkampa (GB) Julian Sartorius (CH) Kettcar (DE) Kevin Morby (US)

a m Nie d e r rhein

G e r ma ny

King Gizzard & The Lizard Wizard (AUS) Lewsberg (NL) Lisa Hannigan (IRL) & stargaze (DE) Love A (DE) Mario Batkovic and friends (CH) Marius Bear (CH) Marlon Williams (NZ) Money for Rope (AUS) Nilüfer Yanya (GB) Nils Frahm (DE) Philipp Poisel (DE) Phoebe Bridgers (US) Protomartyr (US) Public Service Broadcasting (GB) Reverend Beat-Man and the New Wave (CH) Rolling Blackouts C. F. (AUS) Sampa the Great (AUS) Schnellertollermeier (CH) Seamus Fogarty (IRL) Seun Kuti & Egypt 80 (NG) Sleaford Mods (GB) The Barr Brothers s p e c i a l a p p e a r a n c e (CAN) The Inspector Cluzo (FR) The Lemon Twigs (US) Tristan Brusch (DE) Villagers (IRL) W hite Wine (DE/US)

MEHRSAM

#hpf18

W W W . H A L D E R N P O P. C O M

kalde

grafik: martina liebig

ein phantastisches D

Man glaubt an die K und die Vielfalt der Ku und Natu Aus den grünen W goldenen Gi zwei Orte der Z


AMKEIT

ldern.

ches Dorf in Europa.

n die Kraft der Musik der Kunst von Mensch nd Natur. ünen Weiten zu den nen Gipfeln, e der Zuversicht.

25. – 27. Oktober 2018 Kaltern am See in Südtirol

La Brass Banda

(DE)

All The Luck In The World

/ Heisskalt (IRL)

(SE)

/ Kat Frankie

(AUS)

Alabaster DePlume (GB) / Charles Watson (GB) Lisa Morgenstern (DE) / And The Golden Choir (DE) Marius Bear (CH) / The Lytics (CAN) Me + Marie (IT/CH) / Ferbeg y? (IT) Nele Needs A Holiday (BE) / Postcards (LBN) stargaze

(EU) / Cantus Domus DJ St. Paul (NL)

and some more ... w w w.k a lternpop.com

(DE)


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Fil Bo Riva

WAL DB ÜH NE


39 Mit Fil Bo Riva haben wir uns gleichzeitig Rom, Dublin, Berlin und anscheinend auch Tom Waits auf die immergute Bühne geholt.

Trotz stressigem Tourleben hat sich Fil die Zeit genommen, uns kurz und knackig ein paar Fragen zu beantworten über das vermeintliche „Reingeguckt“-Artwork des „If you‘re right, it‘s alright“-Covers, die begrenzten sportlichen Alternativen auf Tour sowie seine Motivation, ein Mönchskloster zu besuchen. Und vielleicht, ja ganz vielleicht, hat er nach unserem Gespräch ja eine Idee für seinen nächsten Albumtitel gefunden. Aber lest selbst:

Kennst Du das Immergut Festival schon? Falls ja: Worauf freust Du Dich besonders?

Fil Bo Riva besteht ja in dieser Konstellation noch nicht allzu lange und dennoch wirkt Ihr wie ein sehr eingespieltes Team. Was schätzt Ihr am jeweils anderen besonders und inwiefern beeinflusst Ihr euch? Wir sind alle sehr gute Freunde und dennoch lassen wir uns die Möglichkeit offen, mit anderen Musikern zu spielen. Ich glaube, diese halb-erste Herangehensweise macht es alles sehr entspannt. Die meisten von uns haben parallel andere Projekte am Laufen, ob Musik oder anderes, das beeinflusst uns schon automatisch.

Fil Bo Riva

Fil Bo Riva: Ja, kennen wir natürlich. Eigentlich ganz einfach auf unser Konzert und auf die vielen Menschen!


40 Wir haben uns ja dieses Jahr ein sportliches Motto ausgesucht. Treibt ihr denn regelmäßig Sport und lässt sich das mit dem Tourleben vereinbaren? Leider nicht wirklich. Wir sind sehr geübt im Gitarrensaiten aufziehen und unseren Tour Bus ausladen, ansonsten sind wir eher unsportlich. In einem anderen Interview hast du erwähnt, dass du unbedingt in das Mönchskloster in Dublin wolltest. Wie kam das? Ich wollte hauptsächlich in irgendein Internat. Wie und wo war mir nicht sehr wichtig. Ich wollte einfach nur gut Englisch lernen und ich dachte, das wäre eine gute Möglichkeit. Findest Du es schade, häufig mit AnnenMayKantereit verglichen zu werden bzw. hast Du manchmal das Gefühl, an ihnen gemessen zu werden? Nein, das kommt auch nur wegen meiner Stimme. Hätten wir ein Jahr vor AMK angefangen, Musik zu machen und früher Erfolg gehabt, dann wäre es vielleicht andersherum, oder? In Italien fragen sie mich z.B. immer, woher die Ähnlichkeit mit Tom Waits käme… Menschen versuchen immer Sachen zu vergleichen, das gehört zum Leben dazu, so sind wir halt. Wo wir gerade beim Vergleichen sind: Du bist ja derzeit Wahlberliner. Was fehlt dir am meisten vom Dolce Vita in Rom? Alles. Wenn ich zurückfahre, bin ich immer wieder verblüfft, wie schön es dort ist. Es gibt keine andere Stadt wie Rom.


41 Das Cover von „If you’re right it’s alright“ ziert ein Artwork, das zum einen aussieht, wie das gestische Pendant zu „alright“, zum anderen aber wie das „Reingeguckt“-Spiel. War letzteres gewollt? Das Artwork habe ich parallel zu den EP Songs kreiert. Es war eigentlich nur ein Zeichen, was ich in der Vergangenheit schon ein paar Mal bei Fotoshootings benutzt hatte, da steckte nicht wirklich viel dahinter. Ich habe dann den EP Titel eher an das Logo angepasst und irgendwie machte es auf einmal Sinn und die Bedeutungen können viele sein. Die Platte ist ja ganz gezielt an eine Person gerichtet, oder? Du hast sogar schon die Wunschvorstellung geäußert, dass diese Person den Titel liest und an dich denkt. Gab es hierzu eine Reaktion? Ja, ist es. Die Songs habe ich über eine Person geschrieben, aber an sich gab es keine wirkliche Vorstellung, was passieren sollte… Eher, dass diese Person irgendwann sieht, welch schöne Sachen ich dennoch aus dieser Erfahrung gezogen habe.

Könnte für mich ein Album Titel einer Deutschen Indie Pop Band sein. Vielleicht ja nicht nur irgendeiner Band, wer weiß.

von Tina

Fil Bo Riva

Eine letzte Frage zum Schluss: Was fällt Dir als erstes zu „Spiel, Satz, Lied“ ein?

FREITAG 20:30 - 21:20 WALDBÜHNE


42

Drangsal

ZE LTB ĂœH NE


43

„Ist es eine Schilddrüsenüberfunktion oder woher stammt die Energie, die dieser junge Herxheim-Spross per Stimme von der Bühne in die Menge schießt?“, fragte ich mich und nippte vom Bier. Ich stand an der Bühnenseite. Drangsals Auftritt auf dem Immergut vor zwei Jahren lief gerade. Es roch nach Lederjacken und 80er Jahre, vorne ging der Mosh-Pit und Sänger Max sah aus, als würde er in den Hinterhöfen von Kiew Autotüren aufbrechen. Das war roh und gewaltig geil. Aber weil die Welt sich weiter dreht, die 80er lange verflogen sind und auch die Erinnerungen an die schöne Zeit mit der Drangsal langsam verblassen, kommt Max dieses Jahr mit der neuen Platte „Zores“ zu uns in die Zeltbühne und jetzt festhalten: Drangsal hat zur deutschen Sprache gefunden und das steht ihm ausgezeichnet, wie ihr schon an der ersten Single „Turmbau zu Babel“ in unserer Spotify-Playlist hören konntet. Und wie heißt es da: „Auf heißer Glut werde ich unvorsichtig mit Zucker jonglieren, bis ich und alles um mich explodiert“. Ja, Energie verdammt! Explodieren soll es! Überzieh die Zeltbühne mit Zuckerguss! Und dieses Jahr stehe ich nicht am Bühnenrand. Dieses Mal geht’s mitten rein.

von Majore

FREITAG 21:25 - 22:15 ZELTBÜHNE

Drangsal

Zuckerguss in der Zeltbühne


44

Roosevelt

WAL DB ÜH NE


Der als Marius Lauber geborene Roosevelt – von der Rheinischen Post auch liebevoll „rheinischer Roosevelt“ genannt – kommt aus einem netten kleinen Örtchen namens Viersen. Bei Wikipedia steht zur Erläuterung „nahe Köln“, denn Viersen gehört zu den Orten, die niemand kennt. Außerdem gehört Viersen für mich persönlich seit einer kurzen Episode in Düsseldorf in die Kategorie „Nordrhein-Westfälische Städtenamen, von denen ich einen wahnsinnig nervigen Wort-Ohrwurm bekomme“. Ähnlich wie bei Wanne-Eickel oder Castrop-Rauxel. Zum Glück gibt es da aber noch die weitaus angenehmeren Ohrwürmer, von denen Roosevelt so einige zu bieten hat. Dank meines unsagbar schlechten Orientierungssinns, der dazu führte, dass ich bei einem Festival mit viel zu vielen Locations in der falschen landete, fand ich mich in Unkenntnis über den Künstler auf der Bühne in der zweiten Reihe wild tanzend wieder, denn die Synthie-Pop Songs von Roosevelt lassen kein Bein ohne Zucken, keine Hüfte ohne Schwung, kein Gesicht ohne Lächeln. Manchmal sind Irrungen also doch zu was gut – zum Beispiel dafür, dem schrecklichen Viersen-Wort-Ohrwurm eine gänzlich wunderbare Konnotation zu verpassen.

von Tina

Roosevelt

45

FREITAG 22:20 - 23:20 WALDBÜHNE


46

Die Nerven

ZE LTB ĂœH NE


Die Jagd ist besser als der Fang Es ist schön, wichtig zu sein Wenn der Dunst die Blicke anders lenkt Aber es ist wichtiger, freundlich zu sein Respekt für den Mann im Eiswagen Das Spiel ist aus, doch die Automaten surren weiter ihre seltsame Skibadee Skibadanger I am the Rearranger

47

Komm in meine Umlaufbahn! Ich bring’ Skandinavisches Design und Depressionen bis vor dein Haus Du bist das Ding für mich und die Chöre singen für dich Wir Genießen den Kontakt! Bring mich aus dem Takt! Musik, Mode, Meinung für Millionen Und Style wurde mir auf Amazon empfohlen Zwischen den Extremen schwingt ein Puls der Nacht Doch mein Atem möcht’ dich finden Egal wie man es dreht, wie man es wendet Der Tag ist längst nicht aufgewacht Nicht das En-, nicht das Ende

von Mathias

Die Nerven

Ich roll’ den roten Teppich aus Und ich komm’ zurück in einer anderen Stimmung Während die Keks alle stottern Hebe jetzt ab - Helikopter Und ich komm’ zurück in einer anderen Stimmung Vielleicht verrückt Ich trink’ lieber Gin, keinen Vodka Im falschen Leben erfüllt Kein Ende, kein Anfang Gestern nur Geld für ein’n Whopper Heute bestell’ ich mir Lobster * FREITAG 23:25 - 0:25 ZELTBÜHNE

* Dieser Text wurde teilweise ermöglicht durch deutsche Charts und Schere. Hören Sie das neue Nerven-Album.


48

Ty Segall & the Freedom Band

WAL DB ĂœH NE


49

Vermutlich bin ich damit nicht allein auf der Welt und gebe freimütig zu, gar nicht mehr so richtig mitzukommen in Sachen Ty und dem ganzen Output, den der Mann so produziert.

Das macht aber in diesem Fall fast gar nichts aus, auch mit einem defizitären Nerdtum fühlt man sich schnell wohl und eingebunden als Teil der Happenings, zu welchen Ty Segalls Konzerte bisweilen mutieren. Diese permanent changierende Ambivalenz zwischen Rotzigkeit und Präzision, punkiger Kürze und Jamsession, scheinbarer Zufälligkeit und absoluter Virtuosität am Instrument katapultiert einen so vollkommen und unnachgiebig ins Jetzt, dass es am Ende wirklich völlig egal ist, ob man die Soli der letzten VÖ nun auf der Tischkante mitklopfen kann oder nicht. Hauptsache hören, Hauptsache sehen und Hauptsache fühlen, wie dieser unübersichtliche und hibbelige Haufen Musiker*innen um und mit Ty Segall trotz aller Experimentierfreude auf der Bühne so dermaßen eng beieinander ist und spielt.

von Tanja

Ty Segall & The Freedom Band

So viele Namen. So viele Bands. So viele Platten. So viele Kollaborationen.

FREITAG 0:30 - 2:00 WALDBÜHNE


50

Bayonne

B I R KE NH AIN


51 Tanzbare

Was für ein schnurrbärtiger Tausendsassa, dieser Roger Sellers! Man muss ihn nur einmal, umringt von seinem Equipment an allen Gerätschaften gleichzeitig herumfuhrwerkend, gesehen haben und weiß: Dieser Mann ist nicht nur seiner kindlichen Phil Collins-Obsession entwachsen, sondern auch auf der Bühne sich selbst völlig genug. Bayonne-Performances sind eine schweißtreibende One-Man-Show, die Live-Looping aussehen lassen wie Ausdauersport. Diese Fitnessstudio ersetzende Multitaskingfähigkeit ließe eher auf hektische Beats als entspannende Klangkonstrukte schließen. Genau solche aber wabern uns entgegen, lullen wohlig warm ein und lassen uns über dem Festivalstaub schweben, ohne uns die Lust aufs Zappeln zu nehmen. Wenn Loop auf Loop und Drum auf texanische Engelsstimme trifft, baut sich ein perfektes Ganzes, ein Wimmelbild des Wohlklangs auf, befriedigender noch als Malen nach Zahlen. von Yana

FREITAG 2:00 - 3:30 BIRKENHAIN

Bayonne

Hypnose


52

Kero Kero Bonito

B I R KE NH AIN


53

What does the Frosch say?

Dass Quero Quero auf Portugiesisch auch noch ein Vogel ist bzw. ich will, ich will bedeutet und es eine japanische Fischart mit dem Namen Bonito gibt, was im Spanischen für schön steht, lässt uns komplett verwirrt zurück, wenn wir uns fragen, wie Bands auf ihre Namen kommen. In diesem Fall aber 132% passend, denn Sängerin Sarah wuchs zwischen England und Japan auf und wechselt die Sprache innerhalb der Songs so selbstverständlich wie der Frosch die Zunge nach Insekten auswirft. Die Londoner*innen um KKB stehen zudem für einen so glücklich machenden, bunten K-Pop + irgendwas Genre-Mix, dass niemand, der je ein KKB Konzert besucht hat, auch nur kurz daran dachte, den Blick von der Bühne abzuwenden. Definitiv das bunteste Unkenkonzert im Neustrelitzer Froschteich.

von Majore

FREITAG 3:30 - 5:00 BIRKENHAIN

Kero Kero Bonito

Der Hund macht wau, die Katze miau und der Frosch macht quack. Das haben wir schon als lütte Hosenscheißer*innen gelernt. Oder macht Letzterer vielleicht doch cra cra (italienisch)? Oder ribbit (englisch)? Oder brekeke (ungarisch)? In Japan macht der Frosch jedenfalls kero kero und daher haben sich Kero Kero Bonito auch ihren Namen stibitzt.


FLUG KF18

Stausee Rabenstein, Chemnitz

#KOSMONAUT18

www.kosmonaut-festival.de

#KOSMONAUT18

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29.— 30.06. 2018

TICKETS www.krasserstoff.com & an allen VVK-Stellen

Geheimer Headliner Kraftklub Geheime Headl Feine Sahne Fischfilet

Milky Chance•RAF Camora•Olli Schulz•Ufo361•Faber•Yung Hurn

TRETTMANN•SOFI TUKKER•Käptn Peng & die Tentakel von Delphi•Meute Her•Milliarden • IDLES • Drangsal • Noga Erez • Goldroger • Yungblud Mavi Phoenix • Juse Ju •Juicy Gay•Decibelles•Rikas•Sam Vance-Law

BLVTH•Yukno•Ilgen-Nur•SIND•JACE. DJs Tereza•Meggy•Salwa Benz•WOS•hoe_mies … und viele mehr.


S T Z A 56


57 Nun soll es also um die Sprache gehen – schön und gut, ohne geht nicht. Ob wir lauschen und verstehen, unterhalten oder festhalten, es geht nicht ohne Sprache. Flott ein Spielchen draus gemacht, blieb uns gar keine andere Wahl, als zum SATZ(Glücks-)RAD aufzurufen. Der beliebte Klassiker unserer Neunziger Jahre Eckcouchstunden wird im Retrogewand Prime-Time-Stimmung zum Immergut bringen.

Am Freitag gegen 5 vor 12 (11:55 Uhr)

Teams, kommt zusammen und schickt eure Besten ans Rad. Seid dabei, wenn es heißt: “Ich möchte lösen …” Knifflige Worträtsel erknobeln wir nämlich lieber, bevor das Festival wirklich startet. Ans Rad lassen wir euch auch lieber bei Tageslicht und ERNSTL wird ausgeladen.

Inklusive Glücksfee, Jingles und Aussicht auf den Gesamtsieg.

KO NSO NANTE N AH OI! von Steffi

Satz

versammeln wir uns auf dem Areal vor dem Übergang zum Festivalgelände und spielen eine Runde. Und von Runden werdet ihr hier nicht genug bekommen, alles dreht sich in Turbo, Tempo und Bonus, wenn es die immerguten Sätze zu erraten gilt.


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60

Badeseen Glambecker See Von allen ganz gepflegt auch „Glammi“ genannt, befindet sich der See mitten im Herzen von Neustrelitz. Von Challenge zu Challenge fragt man sich hier doch nun wirklich, wer den schönsten Sprung vom Brett in 3 Metern Höhe wagt. Falls es doch zum gefährlichen Bauchklatscher wird, steht ein Team von Bademeister*innen mit Pille zur Stelle.

Route

Richtung Stadtmitte

Große Lanz Da wir nun keine pubertierenden 18-jährigen mehr sind, können wir uns tatsächlich auch ohne Scham an die kleinen FKK Strände der Lanz wagen. Weniger eine Mutprobe, mehr ein Abenteuer in wäldlicher Umgebung.

Route

Richtung Fürstensee, 500m nach Ortsausgang Neustrelitz links in den Wald abbiegen

Langer See Sport ist eben manchmal doch Mord. Warum dann nicht einmal einen Gang zurückschalten und träumen? Träumen von weiten Wiesen, breitem Strand und der Sehnsucht nach dem Sprung ins Unbekannte.

Route

Richtung Neubrandenburg, kurz hinter Ortsausgang Neustrelitz rechts rein, parken und den kurzen Fußweg nehmen.

von Amelie


Großer Fürstenseer See

61

Hier findet man die pure Vielfalt der Mecklenburgischen Seenplatte. An der ersten Badestelle kann man mit der Dorfjugend chillen und wetteifern. Am hinteren Ende des Sees können, nach Erlebnisparcour durch den Wald, entspannt die Sonne, das klare Wasser und der Duft des nahenden Sommers genossen werden.

Route

Nach Fürstensee per Rad oder Auto, 1. Badestelle mit Steg am Dorfende, 2. Badestelle mit Strand 1,5 km hinter dem Ortsausgang, links auf den Parkplatz und Fußmarsch durch den Wald

Großer Prälanksee Ein kleiner Abstecher vom Rad-Wanderweg führt euch zu diesem schlichten Gewässer. In mitten seiner verborgenen Schönheit findet man hier seine Ruhe. Perfekt für ein Päuschen nach dem Radeln oder vom Festivalieren. Manchmal ist weniger doch mehr.

Route

Richtung Userin auf halbem Weg.

Weißer See

Route

am Samstag in den Pendelzug steigen oder mit dem Auto B198 nach Wesenberg, hinter Wesenberg rechts abbiegen

Zierker See Kinder auf dem Spielplatz parken, mit dem Team ein Eis essen gehen oder Kaffee trinken im Kornspeicher. Was für ein Leben! Jedoch bietet der See noch einen angenehmen Rad-Wanderweg, der sich in kurzer Zeit bestreiten lässt. Getreu dem Motto: Wer bremst, verliert.

Route

20 Minuten zu Fuß vom Festival Richtung Stadt.

Badeseen

Noch so ein Hotspot für die jungen Erwachsenen und alle diejenigen, die es im Herzen noch sind. Hier könnt ihr bei einer Runde Fußi oder Volleyball euch messen und euer Talent unter Beweis stellen. Zur Abkühlung einen beeindruckenden Köpper von der Brücke. Die zuschauende Menge tobt vor Begeisterung. Und was wäre ein gelungener Badeausflug ohne ein paar Fritten am Kiosk?


62

Zocken

Einmal pro Jahr lernen wir im Dschungel die wahre Seele eines*er Fußballers*in kennen. Ist doch immer mindestens eine*r dabei, der*die vor 20-30 Jahren mal bestimmt in der zweiten Liga war. Wir lernen: Hier zählt das Wort. Wir sagen: Alles auf den Platz. Noch nie hat das Festivalmotto besser gepasst, denn auch in diesem Jahr soll wieder immergut gezockt werden. Hä, wie, was? Echt jetzt? Liebe Leute, nu aber zack die Socken hochgezogen und ab aufs Grün. Am Festivalsamstag geht‘s ums lederne Rund, wenn es Anpfiff heißt gegen den immergutrocken e.V., Medienpartner*innen und Bands der Stunde. Zugucken verbrennt Pfeffi-Kalorien und Mitmachen sowieso die Zweifel an der eigenen Fitness im Nu.


63 Fak t en

Bolzplatz

Samstag, 26. Mai Rudolf-Harbig-Stadion, Pappelallee 17, eine kurze Aufw채rmrunde entfernt

Spielbeginn

11 Uhr

Spielende

16 Uhr

Spielregeln

Qualifikation

Keine Nickligkeiten

Wer mit Zielsicherheit gl채nzt, qualifiziert sich am Festivalfreitag gegen 15:30 Uhr an der Torwand auf dem Festivalgel채nde f체r die beiden Fangruppen. Wer mit dabei ist, erfahrt ihr um ca. 18 Uhr. von Steffi

Zocken

Spieltag


Sam Vance-Law

aLbin Lee meLdau

OUT NOW CD / LP / DigitaL

01.06.18 CD / LP / DigitaL

dRanGSaL

Get weLL Soon

OUT NOW CD / LP / DigitaL / LDt. SPeCiaL eDition LP

08.06.18 CD / LP / DigitaL / LP DeLuxe Box

» Homotopia «

» ZoRES «

» about You «

» tHE HoRRoR «


66

Labelzelt

Joggen gehen, einem Fußball hinterherrennen, Yoga im Park, mit dem Fahrrad durch die Stadt, schwitzen in der Muckibude oder Formationstanz. Pah! Bewegung ist, wenn sich der Plattenteller dreht und nichts anderes. Da sich das, zugegeben, auf dem Festivalgelände schwer durchziehen lässt, empfiehlt sich das Labelzelt als temporärer Rückzugsort für alle Freund*innen der physischen Bewegungslosigkeit und der heißen Scheiben. Nach unfreiwillig zurückgelegten Kilometern auf der Suche nach dem eigenen Zelt, dem Gehüpfe und Getanze vor der Bühne, dem Bierkästen aus dem Supermarkt schleppen und den vielleicht ersten in natürlicher Umgebung ausgeführten Schwimmzügen der Saison hat man sich nach dem ganzen Auf und Ab redlich eine Pause verdient. Was bietet sich da besser an als ein lauschiges Zelt, in dem vor lauter schönen Dingen nicht mal genug Platz für ausladende Schritte ist? Also nichts wie hinein, natürlich ganz langsam und dann bei Ruhepuls in wenigen, klitzekleinen Schritten von Auslage zu Auslage schlendern. Stehen, schauen, befühlen, fachsimpeln mit den Händler*innen. Hier will man schwarzes Gold statt Medaillenspiegel.

Man wählt Plattensammeln als Lieblingssport! von Tanja


Tapete Records zählt zu den größten Indie-Labels Deutschlands. Die Hamburger Plattenfirma wurde 2002 gegründet und veröffentlicht seither „quality pop“ aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Skandinavien und vielen weiteren Ländern.  Sowohl nationale und internationale Newcomer*innen als auch etablierte Acts veröffentlichen hier oft und gerne: Zu den bekanntesten Künstler*innen des Rosters gehören u.a. Die Höchste Eisenbahn, Robert Forster, Lloyd Cole, Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen, Fehlfarben, Desiree Klaeukens, Tele und Schrottgrenze. 

Sätze über uns haben wir nicht so wirklich, wir reden nicht so gerne über uns selbst - lieber über unsere Künstler*innen

Never compromise. Not even in the face of Armageddon. That‘s always been the difference between us ... (Rorschach) Vielleicht ist genau das, was Rorschach gegenüber Daniel äußert das, was viele ältere Independentlabels umtreibt. Aus diesem Gedanken wurde 1998 Sounds of Subterrania gegründet und aus diesem Gedanken wurde vor 7 Jahren Sounds of Subterrania um einen kleinen Vertrieb erweitert. Anderen Labels helfen ihre Platten unter die Leute zu bringen, Netzwerke schaffen, sich gegenseitig unterstützen ist der Antrieb. Infos über das Label könnt ihr googlen, aber lieber wäre es uns, wenn ihr zum Stand kommt und wir dort Eure Fragen beantworten können.

67

Labelzet

Neben dem Neustrelitzer Kunsthaus, schönen Textilien von Tante Eden & unseren Sportsfreund*innen vom Bergfunk Festival findet ihr auch diese tollen Labels im Zelt, die wir euch wärmstens ans Herz legen wollen:


Stylish in die Kiste

Eine Flut von Möglichkeiten: Live-Musik, Bouldern, Pub-Quiz, Strand & Meer

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19 € p.P.

Zum Zollamt 4 · 18119 Warnemünde bei Ros tock · 0381 670 700 · w w w.dock-inn.de


KUNZ

kann auch Sport. Wetten?

69

Das Körperfunkkollektiv aus Berlin wählt euch alle ins Team, da bleibt niemand alleine auf der Bank sitzen. Versprochen!

Für eine Runde körperlicher Betätigung müsst ihr 20-30 Minuten eurer Zeit mitbringen.

Ok, ok. Hat vielleicht auf den ersten Anblick nix mit dem Motto zu tun, aber wir haben da einfach große Lust drauf. Sabine Alex wird sehr gute Fotos von euch machen in ihrer mobilen Dunkelkammer. Mit einer analogen 4x5-Inch-Großformat-Kamera porträtiert sie Menschen auf Festivals und entwickelt die Fotos mit euch gleich danach im Bus. Sozusagen wie eine Art Foto-Automat, nur, dass man den Duka-Prozess selbst miterleben kann. Stillsitzen ist ja auch schwierig beziehungsweise wird bestimmt bald olympische Disziplin. Motto wieder mit eingebunden, check!

von Tim

KUNZ

Aber nun Butter bei die Fische: Es handelt sich dabei um eine performative Intervention, die das Kollektiv festivaltauglich macht. Bei dem „Radioballett“ könnt ihr für eine kurze Zeit in eine andere Welt eintauchen und über euren eigenen Schatten springen. Ohne zu viel verraten zu wollen, es wird eine Performance entstehen, die für euch unerwartet, einbindend, neu, herausfordernd und intim sein kann. Wann und wo erfahrt ihr auf der Festivalfläche.


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Christiane Rรถsinger

B I R KE NH AIN


Immer wenn ich an sie denke, kommt mir ein „sie kann einfach alles“ in den Sinn. Denn vermutlich gibt es nichts, was sie nicht kann, die Christiane Rösinger. Sie war Gründerin und Sängerin der phantastischen Bands Lassie Singers und Britta, ist Autorin, Journalistin und Veranstalterin der Reihe Flittchenbar in Berlin. Aber das wisst ihr sicher alle. Und natürlich wisst ihr auch, dass sie nicht nur alles kann, sondern dass sie auch alles weiß. Sie beobachtet genau und beschreibt mit so klugen Worten all die Widrigkeiten und Schönheiten der Gesellschaft, des Lebens, eben überhaupt alles. Was anderen das Klagen ist, ist ihr das Aussprechen, das Dagegen sein, das Festhalten, das in treffsichere und pointierte Zeilen gießen, das Spiel mit den Worten. Das Zuhören lohnt sich, denn wir alle können von ihr lernen. Über Feminismus, Liebe, Flüchtende, Wohnungen, über den formvollendeten und amüsierenden Umgang mit Worten, um all dies zu beschreiben, eben einfach alles. von Johanna Weidauer

SAMSTAG 15:25 - 16:05 BIRKENHAIN

Christiane Rösinger

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Das Paradies

B I R KE NH AIN


75 Auf einer Autofahrt von Berlin nach Hamburg zückt der Fahrer plötzlich auf Höhe der Ausfahrt Herzsprung einen USB-Stick und steckt ihn in eine dafür vorgesehene Öffnung der Karre.

Eine neue deutsche Stimme ertönt. Das ist ja Flo. Keine Akustikgitarre? Cool. Geht ja tatsächlich auch gut ohne. Warum ist das so lässig? Ich nicke und höre weiter zu. Giraffe? Ich raffe gar nix. Das mag ich. Aus den Boxen tönt: „Mir ist schwindelig, ich mag es“. Alles klar. Trifft mich. Aus dem Boden gestampft und auf einmal da. Das El Dorado aus Leipzig/Berlin. Ein blühender Apfelbaum im Garten des Indiepop mit Früchten für jeden Adam, jede Eva, für jeden Jens und jede Karin. Für dich, die anderen und mich. Entspannte Synthiewellen von Simon Frontzek mit abgehangenem Schlagzeug von Rudi Maier und eine warme Sommerwind- E-Gitarre von Sänger und Songschreiber Florian Sievers wehen und rieseln da von der Bühne runter, laden mich zum Wohlfühlen ein - sssupergut fürs Immergut! Diesi, schüchtern lachst du im Gegenlicht und siehst eine goldene Zukunft. Das glaub ich dir allzu gern! von Ove (Torpus & the Art Directors)

SAMSTAG 16:15 - 16:55 BIRKENHAIN

Das Paradies

Bing! Das Paradies.


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Andreas Dorau & Gereon Klug

B I R KE NH AIN


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Nun aber die Charts. Keine Ahnung? Wir auch nicht. Bei Entstehung dieses Textes sind Marshmello & Anne-Marie mit „Friends“ auf Platz 1 der deutschen Charts, gefolgt von Olexesh feat. Edin mit „Magisch“, auf Platz 3 irgendwas von Macklemore – den kennt man. Immerhin.

Ob uns nun zwei alte Männer mehr dazu erzählen können? Sicher ist: Sie werden mit Schmackes und beneidenswerter Wortgewandtheit den*die Germanistik-Studierende*n in uns wachrütteln und sagen: So geht das! Die scharfsinnigen Zeitgeist-Beobachter, deren oben in den Ring geworfene Spitznamen nach 80er Jahre Panini-Sticker mit Dauerwelle klingen, schließen mit ihrem Plädoyer für die Musik die Reihe der Lesungen des diesjährigen Festivals. Also, letzte Chance fürs Reden über den Mainstream. von Steffi

SAMSTAG 17:05 - 18:05 BIRKENHAIN

Andreas Dorau & Gereon Klug über die Charts

‘Ne sichere Bank haben wir uns da eingeladen. Nicht nur sind Andi & Gerry vertraut mit dem Birkenhain, sondern auch in kumpeliger Zweisamkeit ein Traum. Und so will ich mir auch vorstellen, dass sie gegenseitig einen Emoji zum Namen im Telefonbuch des Handys ergänzt haben. Ein Herz wäre zu simpel, eher die Aubergine oder den Zombie. Und wenn Dorau Gereons Handy klingeln lässt, dann erklingt unter Garantie „Fred vom Jupiter“. Aber in polyphon!


78

Sam Vance-Law

WAL DB ÜH NE


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Wenn etwas im Jahre 2018 immer noch nicht easy peasy ist, dann ist es, sich zu outen.

Der in Kanada geborene und in England aufgewachsene Sam Vance-Law ist eigentlich in der Klassik zu Hause. Er hat für „Homotopia“ nicht nur das Genre gewechselt, sondern auch alle Texte geschrieben und die Arrangements seiner Songs in Eigenregie konzipiert. Ist ja eher unüblich für Pop-Musik. „Homotopia“ ist das Werk eines kompromisslosen Musikers, der zu Recht von allen Seiten gefeiert wird. Machen wir alle mit. Wir teilen uns die erste Reihe und klatschen länger als im Theater. von Tim & Wiebke

Sam Vance-Law

Sam Vance-Law beschreibt Erfahrungen und Geschichten eines jungen schwulen Mannes vom ersten Tanz bis zur blutenden Nase in seinem Debut Album „Homotopia“. All dies beschreibt sich natürlich auch sehr gut mit Humor, dieser bleibt schließlich weiterhin die stärkste Waffe gegen all die homophoben, kaputten Leute da draußen.

SAMSTAG 18:05 - 18:55 WALDBÜHNE


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Suff Daddy & The Lunch Birds

B I R KE NH AIN


Nein, nicht Puff Daddy. SUFF! Bei Albumtiteln wie The Gin Diaries und Suff Sells ist das kein Tippfehler, sondern ein Bekenntnis zum Schnaps. Der Name entstand aus einer Bierlaune heraus und ist mittlerweile aus der deutschen Hip-Hop Szene nicht mehr wegzudenken. Hier ordnet sich der Wahlberliner auch selbst ein, wird aber von den Profis auch gerne mal in Schubladen von Neo Soul und Lounge gesteckt. Suff Daddy entführt uns in ein ausgetüfteltes Klanguniversum. Er kombiniert clevere Samples, verwendet ein Knistern hier und da, bastelt Glocken, fernöstliche Klänge und Synthies zwischen die Beats und lässt daraus einen unaufgeregten, aber keineswegs langweiligen 90er Jahre Old School Sound auf hohem Niveau entstehen. Häufig verzichtet er bei diesem durchdachten Mix auf Lyrics. Der gebürtige Düsseldorfer ist Teil der Betty Ford Boys und bewegt sich unter anderem in einem Dunstkreis um Morlokk Dilemma, Dexter, Audio 88 und Yassin. Eingefleischte Hip-Hop Fans wissen, dass er zu den Großen gehört, trotzdem soll ihn vor jedem Auftritt noch die Nervosität packen. Sympathisch! Suff Daddy macht Spaß, man hört entspannten Hedonismus. Ich denke an warme, durchtanzte, lange Sommernächte. Prost! von Nina

SAMSTAG 18:55-19:45 BIRKENHAIN

Suff Daddy & The Lunch Birds

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Granada

ZE LTB ÜH NE


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Natürlich wäre es höchst kreativ und witzig, wenn man diesen kleinen Text hier in einem hübschen und adretten Grazer Dialekt verfassen würde.

Den ersten Kontakt mit deren Austropop-Songs hatte ich beim Frühstück mit einem Freund. „Sagst heiratst einen Hawaiianer mit einem Hemd und gutem Karma“. Sofort hatte ich Lust auf einen Pina Colada und viel mehr noch darauf, zu erfahren, wie die Band heißt. Seitdem lausche ich den fröhlichen Akkordeon Klängen beim Kochen, beim Spülen oder beim Träumen vom nächsten Urlaub – kurzum: Wem es bei der Musik der Grazer nicht in den Sinn kommt, den nächsten Flug gen Südsee zu buchen oder aber wenigstens auf dem Immergut Dancefloor wild dazu zu tanzen, hat für mich „ka Feia“.

Jetzt hab ich’s doch kurz gemacht… von Mareike

SAMSTAG 19:45 - 20:25 ZELTBÜHNE

Granada

Aber die fünfköpfige Band nur auf ihre österreichische Herkunft zu reduzieren, wird ihnen so einfach dann auch nicht gerecht.


Selective Artists präsentiert:

17.08.18 Leipzig Parkbühne GeyserHaus Einlass: 18.30 Uhr · Beginn: 20.00 Uhr

firstaidkitband.com ticketmaster.de @firstaidkitband


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Kat Frankie

WAL DB ÜH NE


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Als ich 2004 nach Berlin zog, hörte ich zum ersten Mal ihren Song „The Tops” auf MySpace und war schwer beeindruckt.

Jahrelang war sie ein musikalischer Geheimtipp, immer wieder fiel ihr Name in der Stadt.

Egal, ob man stundenlang in einem Pullover ein Musikvideo dreht, in eine Ausstellung im Gropius Bau geht, ein Eis isst oder im Studio Zeit mit ihr verbringt... Es sind die aufrichtigsten Stunden und Gespräche, die man haben kann. Ihre Gedanken zielen wie Scharfschütz*innen, genau wie ihre Musik. Bitte zieh nicht weg. Dein Tim von Tim Neuhaus

Kat Frankie

Von ihren Konzerten hörte ich allerdings immer nur, wenn sie vorbei waren. Es war schwer, sie zu finden. Dann aber spielten wir auf demselben Festival – sie spielte allein und performte, wie mein Lieblingsmaler zeichnet, der eine Bleistift-Skizze macht, fein und abstrakt, und im perfekten Moment aufhört, sodass das Werk sich selbst in dir beenden kann – und nichts fehlt.

SAMSTAG 20:30 - 21:20 WALDBÜHNE


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Pom Poko

ZE LTB ÜH NE


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„Don‘t return my calls. It‘s never interesting what I have to say. Please ignore me if you ever see me“. Quasi richtig Glück gehabt, dass Pom Poko auf unsere Anrufe, WhatsApp Nachrichten und Tinder Matches reagiert haben. Weil ist halt mega interessant, was Pom Poko uns mitzuteilen haben (live), können wir halt nicht ignorieren. Großes kudos an euch!

Also geht mal in die Zeltbühne und lasst die Band auf euch wirken, Nachbesprechung dann nach dem Konzert. Ok? Vielleicht könnt ihr die Band mit euren pseudointellektuellen Beschreibungen ihrer Musik auch ein bisschen zum Lachen bringen.

von Tim & Wiebke

SAMSTAG 21:25 - 22:15 ZELTBÜHNE

Pom Poko

Pom Poko sind noch ziemlich neu (2016) und auch noch ziemlich jung (twenty-something). Das Quartett aus Oslo und Trondheim ist die nächste vielversprechende Gruppierung von talentierten Menschen, daher wollen wir sie in keine schwer aufgehende Genre-Schublade stecken. Dafür ist das alles viel zu komplex (für uns), um euch das jetzt richtig zu beschreiben. Im Gegensatz zu Pom Poko haben wir keine Jazzausbildung. Sie würden uns für den Versuch einer Einordnung höchstwahrscheinlich auslachen. Sich selbst als „groove core“ zu beschreiben finden sie witzig, würden sich da jetzt aber auch nicht festlegen.


90

Olli Schulz

WAL DB ÜH NE


91

Wir waren Indie und wussten, lange würden wir die Chucks und alten Trainingsjacken nicht mehr tragen. Ich erinnere mich an die Riesenkrake, die durch das Publikum hüpfte und die Gitarre, die du so lässig um deinen Körper geworfen hast. Ich weiß noch, wie mich „Brichst du mir das Herz, dann brech‘ ich dir die Beine“ begleitete. Man las noch Print, CDs waren geiler Scheiß und wenn ich ins Internet wollte, dann war das Telefon besetzt. Im Deutschkurs machte ich aus „Dann schlägt dein Herz“ einen Aufsatz und klaute deine Worte. Merkte ja niemand, gegoogelt wurde noch nicht viel und dass ein*e Lehrer*in dich kannte, war ausgeschlossen. Auf Pro7 liefen doch nur die Simpsons. Viel Zeit ist ins Land gezogen, du hast dich neu gefunden. Erzählt hast du, dass du noch immer einen halben 5 Euro-Schein in deinem Portmonee trägst, den du damals mit einem Mädchen beim Immergut geteilt hast. Unsere Herzen schlugen hoch. Nun ist viel passiert und du bist uns als Ass aus dem Ärmel gerutscht, aber gut. Die Sahne-MuhMuhs liegen bereit, mach dein Ding und am Ende, wenn’s richtig gut ist, dann würde ich sogar ‘nen 10 Euro-Schein mit dir teilen. von Steffi

Olli Schulz

Vor 9 Jahren warst du das letzte Mal bei uns. Deine Hose ist gerissen.

SAMSTAG 22:20 - 23:20 WALDBÜHNE


92

Gurr

ZE LTB ÜH NE


Neulich bei Facebook 93 Preller Ich erinnere mich, ich habe euch das erste Mal 2014 im Black Label in Leipzig gesehen. In welcher Bandphase wart ihr damals? Andreya

A

In der „Potato“-Phase. Clearly. Laura

L

A

Das war wahrscheinlich die „furry dream“-Phase. Die EP mit der wir (gefühlt) 3 Jahre getourt sind, um endlich unser Album zu finanzieren. Da haben wir auch die Konzerte noch alle selber gebucht. Und alle Promoter Deutschlands genervt (sorry!). Wir haben uns damals auf jeden Fall noch ausprobiert und ich weiß noch, ich hatte zwei Mikros. Eins für Delay-Sound und ein normales. Und ich hatte ein Distortion-Pedal, was für mich ganz groß war. Und Laura am Schlagzeug!!!

L

Coachella Headline Spot. Haben vorgestern die Queen B Performance gesehen. Seitdem sind wir schon am brainstormen.

L

Ne, aber das war schon cool, auf so riesen Bühnen zu spielen bei Wanda und Kraftklub. Aber musikalisch fühlen wir uns auch auf dieser Shame-Tour super wohl.

A

Die Kraftclub Tour war saugeil, weil die Crew und die Leute und Fans richtig nett waren. Ich fand unsere Deutschlandtour im Dezember ziemlich cool, weil die Clubs so die Clubs meiner Jugend waren.

L

Da gibt’s dafür halt aber auch nur grüne Bananen im Backstage.

Gurr

Jetzt hat sich das ja schon gewandelt und ihr seid so bisschen in beiden Welten zuhause. Einerseits still DIY mit auch richtig schön dreckigen Undergroundgigs, andererseits große Hallen, mit Wanda und Kraftklub. Wie fühlt sich das für euch an, ist das etwas, womit ihr euch wohl fühlt?


A

Also so die Clubs, wo man normalerweise Bands sieht, die man mag. Also ja, eigentlich wenn unsere Fans so cool bleiben, wie sie jetzt sind, macht es keinen Unterschied wo. Ich kann mir halt vorstellen, dass sich jetzt so ein Druck aufbaut, irgendwelche Erwartungen (z.B. vom Feuilleton) zu erfüllen. Wie einfach mehr Leute zuhören/zusehen. Was mich zum Thema zweites Album führt.

L

Der Feuilleton ignoriert uns doch total. Haha

A

LOL Der deutsche Feuilleton ist, glaub‘ ich, sowieso nicht beeindruckt. Vielleicht macht es das uns auch ein bisschen einfacher, weil wir keine Jungs sind, die wütende Musik machen.

L

Und nicht so viel auf Deutsch singen.

A

Sondern einfach kewl. Also No-Pressure beim zweiten Album?

A L

Wir finden die Platte richtig cool und können es kaum erwarten, die Songs live zu spielen und rauszubringen. Jetzt ist es eh zu spät – haben ja schon alles eingespielt und sitzen gerade an den finalen Mixen. Auch schon auf dem Immergut neue Songs?

L

Klar. Immer. Album soll wann kommen.

L

Ende des Jahres.

A

Dieses Jahr!!!! OMG Wir droppen auch vor dem Immergut noch ‘nen Sommersong. Stay tuned Juhu. Noch zwei kurze Fragen. Ostberlin oder Westküste?

A

Ups, da muss ich sagen Westküste.

L

Westküste!!! Sorry Berlin.


A

95 Aber Berlin ist auch zu Hause, manchmal unterschätze ich das haha.. Immer so „wünschte ich würde in LA wohnen!“ aber wenn wir dann nach Berlin zurückkommen, immer ein bisschen Pipi in den Augen. Ihr seid außerdem – zumindest war das mein Eindruck immer gewesen – gut mit Berlin verwurzelt/vernetzt, siehe 8MM Bar. Habt da auch dicke eigene Headlineshows gespielt.

L

Jaaa, Berlin ist echt gut zu uns! Deshalb gehen wir da auch so schnell nicht weg, denke ich…

A

Ja, schon. Hahaha Wir sind keine Happy-Pizza-People.

A

Es geht viel um die Arbeitskultur, in der wir MILENNIALS leben. Kennt man ja in Berlin, start up hub.

L

Wir haben ja zwischen Studium und Band auch ein paar weirde Jobs gemacht in Berlin, die erstmal verarbeitet werden mussten. Haha

A

Und mit „Kunst“ versuchen zu überleben, ist auch manchmal ein Mindfuck.

L

Aber ja, ich glaube auf Konzerten wollen wir so ‘ne Energie rüberbringen... und auf Platte ist es dann etwas „tiefer“. Hoffentlich.

A

Ich hab jetzt mega Bock das Album JETZT zu veröffentlichen. Eure Konzerte sind auf jeden Fall immer happy-hardcore. Von daher freuen wir uns auf das Immergut

A

Ist 1 meiner Highlights dieses Jahr.

von Christoph Schirmer (Preller)

SAMSTAG 23:25 - 0:25 ZELTBÜHNE

Gurr

In einem Interview habt ihr auch gesagt, dass das neue Album noch düsterer wird inhaltlich…


96

Kettcar

WAL DB ÜH NE


97

2018: Die AfD ist mit 92 Sitzen drittstärkste Fraktion im Bundestag, im Mittelmeer ertrinken Flüchtende, die Schere zwischen arm und reich wird weltweit immer größer und viele sind auf diesen Ohren schon taub. Für Kettcar gute Gründe, sich nach fünf Jahren Bandpause, Soloprojekten, Musikunterricht und der Leitung einer Fischräucherei endlich mit neuem Album zurückzumelden. Titel: Ich vs. Wir. Was nach einem unfairen Spiel klingt, noch nicht für einen ganzen Satz reicht und auch kein Lied ist, bildet die Klammer um elf Songs. Hits wie Sommer 89, Wagenburg oder Ankunftshalle sind politischer, deutlicher als je zuvor. Warum? Weil es Zeit war, weil Kettcar es können. Marcus Wiebusch und seine Bandkollegen erzählen Geschichten voller Leben, beschreiben genau, machen betroffen und geben Mut. Alles gipfelt im finalen Track: „An die ganzen guten Geister/Die Romantiker der Welt/An die mitfühlenden Seelen/Und was uns noch zusammenhält“. Ich vs. Wir, ein ergreifender Appell an die Menschlichkeit und ein sehr schöner Grund, Kettcar nach neun Jahren Abstinenz beim Immergut Arm in Arm und Hand in Hand wieder willkommen zu heißen. Denn: „What‘s so funny about love, peace and understanding“? Tja nichts, ne. In diesem Sinne. von Anne Breitsprecher

Kettcar

Love, peace & understanding

SAMSTAG 0:30 - 2:00 WALDBÜHNE


98

Makeness

B I R KE NH AIN


99

Kyle Molleson ist erst seit einem Jahr auf unserem Radar.

Ganz egal eigentlich. Und schön. Da möchte sich jemand nicht entscheiden und lässt alle daran teilhaben. Schön, sich einmal nicht festlegen zu müssen, das Dazwischen zu feiern, die Diversität, das Loslassen. Dieses Hochgefühl vermittelt auch das Video zu „Stepping Out Of Sync“: Eine pflichtentsättigte Nacht, ein Tanz vorm Schnellimbiss. Das Halal-Schild blinkt, die Sicht verschwimmt. Alle, die nicht mehr aufs neue Caribou Album warten wollen, sollten genauso mit uns vorm Birkenhain durch die Nacht tanzen. von Asa

SAMSTAG 2:00 - 3:00 BIRKENHAIN

Makeness

Seine Produktionen wie „Carved“ oder „Micro Boss“ stachen heraus durch ihre Entrücktheit, ihre avantgardistische Verspieltheit. Doch Kyle bewies bald, dass er noch mehr kann: Noch mehr zwischen den Schubladen. Man denkt bei „Day Old Death“: Ist das Dan Snaith, der da singt? Man hört „Who Am I to Follow Love“ und denkt: Ist das Maribou State? Andere Titel erinnern an Roosevelt. „Carved“ hingegen könnte auch von Roman Flügel stammen. „14 Drops“ klingt fast wie eine Kollaboration von Mr. Oizo und Jai Paul. Kann das überhaupt ein und derselbe Künstler sein, der da als Makeness veröffentlicht? Woher kommt diese Grenzüberschreitung?


100

Ada

B I R KE NH AIN


101

Kennt ihr das elektrisierende Gefühl, wenn man spürt, dass irgendetwas gleich passieren wird? Die Haare an den Armen stellen sich auf, es kribbelt im Nacken und den Rücken hinunter. Die Muskeln spannen sich an, bereit zum Sprung.

Irgendwie wirkt alles durcheinander und gleichzeitig doch so stimmig. Die DJane vom Label Pampa Records rund um DJ Koze verflechtet Samples, schraubt sie zu neuen, ungeahnten Höhen und Tiefen und treibt einen immer weiter, bis die Füße von ganz alleine zu tanzen beginnen und der Rest des Körpers willig folgt. Mit Adas zarten Pfoten an den Reglern entsteht eben nicht nur einfach Musik, sondern vielmehr dieses elektrisierende Gefühl von vorfreudiger Nervosität. von Tilara

SAMSTAG 3:10 - 5:00 BIRKENHAIN

Ada

Ganz genauso ist es, wenn man Ada lauscht. Sie fängt dieses Gefühl musikalisch ein und wirft es uns um die Ohren. Ganz liebevoll und einfühlsam natürlich ziehen ihre Melodien uns in den Bann und ganz unumgänglich breiten sich ein dickes Lächeln im Gesicht und ein wohlig warmes Gefühl in der Magengegend aus. Und dann, ganz unverhofft, passiert es. Das, was sich von Beginn an ankündigte und dann doch ganz unerwartet kam. Die Ohren verwirrt, die Stirn am Runzeln.


104

S am p l e r

Ihr kennt das: Die sportlichen Neujahrsvorsätze werden schon nicht mehr ganz so konsequent umgesetzt. (Aber hey – einmal in drei Wochen zählt auch, oder?) Und wenn man sich dann mal aufgerappelt hat, findet man einfach nicht die passende musikalische Untermalung. Die eigenen Playlists hat man sich bei den – zugegebenermaßen überschaubaren – bisherigen Sport-Sessions bereits überhört und alles, was man online findet, gefällt nicht. Sind ja auch ganz falsche Songs drin, klar. Ab sofort soll Euch das nicht mehr passieren! Für Euer Spiel und Satz haben wir das passende Lied. Zum heftigen Fußwippen, bis die Sehne schmerzt. Zum ausufernden Hüftschwung, bis Shakira an die Tür klopft und ihre Moves zurückwill. Für rhythmisch zuckende Muskeln und in Schwingungen gebrachte Stimmbänder. Wir haben den passenden Soundtrack für Euch. Das schwarze Runde im immerguten Eckigen. Bereit, um Euch ins Schwitzen zu bringen. von Tina


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Di sk o

von Mareike

Sampler

Spiel, Satz und Lied. Wer jetzt denkt, dass es am immerguten Wochenende rund um die Uhr nur um Sport geht, liegt da gar nicht so daneben. Denn auch, wenn die letzte Band auf der Zeltbühne langsam verstummt, heißt dies nicht, dass wir schon verstummen müssen. Das diesjährige Immergut-Motto regt zum Hüpfen & Tanzen an. Zum Tanzsport nach den grandiosen Konzerten am Freitag und Samstag wird aufgerufen und dieser sollte am besten zur feinsten Indie-Musik und während des Gegröles der schönsten Evergreens praktiziert werden. Also wringt noch einmal eure Schweißbänder aus und tanzt, bis die Turnschuhe von ganz alleine von den Füßen fallen – und ihr danach müde in den Schlafsack. P.S.: Alle Tanz-Betätigungen sollen übrigens am effektivsten sein, wenn man sie die ganze Nacht ausübt.

Disko

Wir eröffnen die diesjährige DISKO mit einem Sport – FREI!


106

L

IE

Wer kennt es nicht:

D

am Immergut Samstag aufwachen und feststellen, dass der vorherige Abend seine Spuren auf den Stimmbändern hinterlassen hat. Leise, krächzende Laute hört man da auf dem Zeltplatz bis das erste morgendliche Pfefferminzgetränk den Austausch über die Geschehnisse der Nacht ermöglicht. Doch dieses Jahr solltet ihre eure zarten Stimmorgane schonen, wenn nicht sogar pflegen, ölen und kräftig einsingen, denn ihr wollt doch euer Team beim großen, beim finalen, beim letzten offiziellen Immergut Wettbewerb nicht enttäuschen!


Samstag, 4 Uhr in der Zeltbühne Welches Team singt am lautesten? Artikulation, Textsicherheit, Intonation - auf all das kommt es nicht (!) an. Das Stichwort lautet bei diesem Wettbewerb: FORTE FORTISSIMO! Singt so laut, als wäret ihr der*die Capo im Stadion! Wer bringt die Zeltbühne zum Einsturz?

Jedes Team bekommt 30 Sekunden.

Der Punkt geht an das Team, welches die höchste Zahl auf dem Schallpegelmesser erzielt.

Also Reisegruppe SG Faserriss, SV Meniskus und TSV Tennisarm, der Zeitplan für Samstag steht: 03:30 Uhr Schnapsölung der Stimmbänder

03:45 Uhr Kollektives Einsingen

04:00 Uhr Spiel, Satz, Sieg äh LIED! von Rikete

Lied

D

107


Strelitzer Chaussee 286 | Tel. 03981 4553-0 | www.neuwo.de


M üllp f and

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Kurz vor Ende des Begleitheftes geht es auch um das Ende des Immergut Festivals 2018. Also, fast geschafft:

Auf, auf zur letzten sportlichen Disziplin der diesjährigen Immergut Bundesjugendspiele. Nach den zahlreichen Runden, die ihr im See gedreht habt, den vier oder fünf Sprints vom Zelt zur Bühne, weil die Lieblingsband doch schon spielt, der überstandenen Flunkyball-Weltmeisterschaft geht euch hoffentlich jetzt nicht die Puste aus. So anstrengend das Aufsammeln eurer Festivalüberreste unterm Pavillon jetzt auch wirken mag, am Ende wartet eine Medaille in Form eines 5-Euro-Scheins oder einer neuen Sporttasche auf euch. Im Tausch gegen eure Pfandmarke und eine mindestens zu 2/3 gefüllte Mülltüte könnt ihr am Samstag von 11:00 bis 15:00 Uhr und am Sonntag von 09:00 bis 15:00 Uhr zur Sieger*innen-Ehrung vorbeikommen. Die Müllpfandstationen findet ihr an den Auffahrten zu Zelten I (Sa + So) und Zelten II (So) und an der Schleuse zur Festivalfläche (So). Am Ende habt ihr dann nicht nur was für eure Gesundheit getan, sondern auch noch für die Umwelt.

Also ein großes CHAPEAU damit an euch! von Tim


110

H auso r d nung

1. Das Nutzen des Zelt- und Parkplatzes ist ab Freitag, den 25. Mai 2018, 8 Uhr erlaubt. Das Betreten der Zelt-, Park- und Festivalfläche vor diesem Zeitpunkt geschieht auf eigene Gefahr. Eure Sicherheit können wir vor dem genannten Termin, vor allem aus finanziellen Gründen, nicht gewährleisten. 2. Mit der Eintrittskarte für das Festival erhaltet Ihr nicht nur den Zugang zur Festivalfläche, sie ermöglicht Euch auch die kostenfreie Nutzung der Zelt- und Parkmöglichkeiten des Immergut Festivals, sowie des Pendelzugs. Nur für die Bulli-/Caravan-Fläche muss eine gesonderte Karte erworben werden. Als kleines Extra begrüßt Euch zudem freundliches Sicherheitspersonal mit feinem sächsischen Einschlag. 3. Das Sicherheitspersonal tut alles in seiner Macht Stehende, um die Veranstaltung ordnungsgemäß über die Bühne zu bringen. Für einen schnellen und reibungslosen Ablauf leistet bitte den Anweisungen der Sicherheitsfrauen und -männer Folge. 4. Damit der immergute Festivalbesuch ein schönes Erlebnis mit tollen Erinnerung wird, bitten wir alle Festivalbesucher*innen um Toleranz, Rücksichtnahme, Zivilcourage und Hilfe in Notfällen. Daher wird bei uns rassistisches, menschenverachtendes, sexistisches und homophobes Verhalten nicht toleriert, zur Anzeige gebracht und führt zum sofortigen Aufdiestraßesetzen. 5. Die Mitnahme von Glasflaschen, Kanistern und Dosen auf das Festivalgelände ist nicht gestattet. Nicht-alkoholische Getränke in Plastikflaschen oder TetraPaks können bis zu einem Liter pro Person mitgenommen werden. Bei unseren Duschen, aber auch an anderen Orten auf dem Gelände, stehen Euch die Möglichkeit zur Verfügung Trinkwasser kostenfrei und grenzenlos zu bekommen. 6. Schuss-, Hieb- oder Stichwaffen sowie Glasgegenstände sind auf dem Festivalgelände verboten.

7. Bitte beachtet die Nähe unseres Veranstaltungsgeländes zu Gleisanlagen, die von Zügen befahren werden. Bahnanlagen dürfen nicht betreten oder durch am Gleis parkende Fahrzeuge blockiert werden. Achtet auf Eure eigene Sicherheit und die Eurer Festival-Mitbesucher*innen. Besondere Vorsicht ist auch beim Ein- und Ausstieg aus dem Zug am Bahnsteig des Festivalgeländes geboten. Bewegt Euch bitte innerhalb der Absperrungen und gekennzeichneten Wege und achtet auf das Signal des Zuges, um Unfälle zu vermeiden. 8. Die Wälder und Seen unserer Heimat sind unser großer Stolz und Kapital. Schon nach mehreren Tagen Trockenheit besteht höchste Waldbrandgefahr. Um Brände zu vermeiden, ist Feuer deshalb auf dem Festivalgelände strengstens verboten. 9. Achtet zu Eurer und unserer Sicherheit bitte darauf, dass Ihr Eure Glimmstengel nicht in brennbare Behältnisse werft und vor allem nicht in den Wald. Ein gern zitierter Slogan an dieser Stelle: „Kippen sind Brandsätze!“ 10. Der Umwelt zuliebe entsorgt Euren Müll bitte in den Müllcontainern und –tüten. Großes Dankeschön! Mülltüten erhaltet Ihr von den freundlichen Helfer*innen am Einlass. 11. Der Sicherheit und Platzökonomie wegen parkt Eure Autos bitte auf den dafür vorgesehenen Parkplätzen und nicht irgendwo am Wegesrand. Zelten ist nur auf den gekennzeichneten Zeltflächen erlaubt. Campieren mit Bulli, Anhänger oder Caravan ist nur auf unserem Bulli-/Caravan-Platz möglich, wofür eine gesonderte Karte erworben werden muss. Außerdem seid Ihr nur dort vor Wildschweinen und der Treffsicherheit der lokalen Förster*innen geschützt. 12. Tiere sind für die Sicherheit der Festivalbesucher*innen und zum Schutz ihrer selbst auf dem Festivalgelände nicht erlaubt. Quält also bitte weder Eure Haustiere noch unser Sicherheitspersonal.


111

13. Mit der Teilnahme am Immergut Festival erklärt Ihr Euch einverstanden, dass Fotos und Videoclips von Euch im Rahmen des Festivals aufgenommen und vom Veranstalter und der Presse im Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Immergut Festival genutzt werden dürfen. 14. Musikanlagen und laute Stromgeneratoren auf Park- oder Zeltplätzen verletzen das Ruhebedürfnis anderer und werden von der Veranstaltungsfläche entfernt. Insbesondere in der Zeit von Samstag 2 bis 8 Uhr und Sonntag 2 bis 8 Uhr bitten wir Euch um Rücksicht auf die Schlafenden neben Euch.

19. Beim Baden in den Seen achtet bittet auf Euch, denn das Baden geschieht auf eigene Gefahr. Ebenso bitten wir Euch das Waschen mit Seife dort zu unter- und die Badestrände sauber zu hinterlassen. Aber das macht Ihr ja sowieso, weil Ihr ganz aufmerksam Punkt 8 hier gelesen habt.

15. Werbebanner unserer Kooperationspartner*innen und Sponsoren*innen sowie Instrumente der Bands sind keine Souvenirs. Jeder Diebstahl wird von uns zur Anzeige gebracht. Wenn Ihr ein Erinnerungsstück vom Festival mitnehmen wollt, empfehlen wir als äußerst legale Souvenirs an dieser Stelle gern unsere Festivalnickis und Tonträger.

20. Wir übernehmen keine Haftung für auf dem Festival- und Zeltgelände verlorengegangene, beschädigte oder gestohlene Gegenstände. Bitte achtet auf Eure Sachen und lasst Wertgegenstände nicht im Zelt liegen. Sollte doch mal etwas abhandenkommen, könnt ihr entweder vor Ort am Kiosk oder im Nachhinein per E-Mail nachfragen, ob etwas gefunden und abgegeben wurde.

16. Wir sind gehalten, darauf hinzuweisen, dass Minderjährige ohne Erziehungsberechtigte*n das Gelände vor 24 Uhr verlassen müssen. 17. Kinder im Alter von 0 bis 11 Jahre erhalten freien Eintritt zum Festivalgelände. Ab einem Alter von 12 Jahren benötigt man eine normale Immergut Festival Karte. Wichtig: Wir sind ein kinderfreundliches Festival. Beachtet jedoch, dass ein Festival kein geeigneter Platz für (Klein-)Kinder ist. Auch müssen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren entweder von einer*m Erziehungsberechtigten begleitet werden oder sich von einer*m Erziehungsberechtigten eine Teilnahmeerlaubnis bestätigen lassen und immer mit sich führen. 18. Fotografieren ist zum privaten Gebrauch bei uns natürlich gerne gesehen und gestattet. Alles, was aber nach „professionellem Equipment“ aussieht, muss leider draußen bleiben.

21. Bei den Punkten 1 bis 20 handelt es sich nicht um Kann- sondern um Mussbestimmungen. Als Veranstalter haben wir für die Sicherheit auf dem Festivalgelände zu sorgen und alle Auflagen der zuständigen Behörden zu erfüllen. Damit das Festival auch in Zukunft stattfinden kann, stehen wir in der Pflicht, die obige Hausordnung durchzusetzen. Wer nach Aufforderung den Weisungen des Sicherheitspersonals nicht Folge leistet, sich der Hausordnung widersetzt bzw. sich, andere oder das Festival gefährdet, wird der Veranstaltungsfläche verwiesen. Wir hoffen, dass dies so selten wie in der Vergangenheit nötig sein wird. Danke für Euer Verständnis und Eure Mitarbeit für die Sicherheit des Festivals! Euer immergutrocken e.V.


113

I mpr e ssum Herausgeber: immergutrocken e.V. Warschauer Straße 59a 10243 Berlin Redaktion: Tina Huynh-Le Marco Lehmbeck Klara Moschütz Gestaltung: Christoph Triepke www.skruvv.com Martin Dziallas www.ghostwork.de Druck: www.drucksatz.com Auflage: 7.500 Autor*innen: Asa, Alex (Frère), Amelie, Marc Bendixen, Anne Breitsprecher, Yana Duckwitz, Tina Huynh-Le, Tanja Linke, Marco ‚Majore‘ Lehmbeck, Mareike, Klara Moschütz, Tim Neuhaus, Ove (Torpus & The Art Directors), Thomas Petritsch (Granada), Stefanie Rogoll, Wiebke Ruess, Nina Sartorius, Christoph ‚Preller‘ Schirmer, Rike Tesch, Johanna Weidauer, Mathias Wolff, Tim Wulff Fotorechte: Ada - Katja Ruge, Andreas Dorau & Gereon Klug - Andreas Dorau & Gereon Klug, Anja Rützel - Anja Rützel, Bayonne – Dustin Cohen, Christiane Rösinger – Dorothea Tuch, Das Paradies – Markus S. Fiedler, Die Nerven – Christian Bendel, Drangsal – Thomas Hauser, Fil Bo Riva – Juliane Spaete, Granada – Katharina Jessner, Gurr – Marco Leitermann, Ilgen Nur – Veronica Besitic, Kat Frankie – Sabrina Theissen, Kero Kero Bonito – Kero Kero Bonito, Kettcar – Andreas Hornoff, Lambert – Andreas Hornoff, Makeness – Dexter Lander, Maurice & Die Familie Summen – dq agency, Mourn – Noemi Elias, Olli Schulz – Jenna Dallwitz, Pom Poko – Kristin Slotterøy, Roosevelt – Roosevelt, Sam Vance Law – Konrad Schmidt, Sue The Night – Sue The Night, Suff Daddy & The Lunch Birds – Robert Winter, Tim Neuhaus – Christoph Koestlin, Torpus & The Art Directors – Jörn Weinbrandt


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Danke Am Ende sitzt niemand auf der Bank. Rechts außen brauchen wir den Verstand, im Sturm den Mut, links flitzt die Neugier und verteidigt wird mit Schweiß und Herz. Geschrieben unter kläglichem Sportler*innenwissen ist doch eins gewiss: Ohne Team geht nix. So ist das auch beim Immergut. Eine Hymne für den Takt, ein Tanz mit Ausfallschritt und B-Note und die optimalen Emotionskurven, um den Bob der Euphorie durch die Bande zu lenken. Manchmal wackelt da schon das Kinn und kräuselt sich zu Rührung zusammen, dieser eine kleine Ton, der manchmal für so vieles steht. Ganz ehrlich? Da stehen wir (dr)auf und fassen uns ein Herz. Immergut, du Sprinter*in und Arschbombe-vom-Zehner-Ding, du. Mailand oder Madrid, Hauptsache Neustrelitz. Nichts ohne dein Team. Ohne 5.000 kein Spiel, ohne e.V., Familie und Freund*innen kein Satz und ohne die Spitzen-LineUp-Aufstellung kein Lied. Danke an Euch! Affilitix AudioEquipment North GmbH

Herr Grund, Bürgermeister von Neustrelitz

Baustoffwerke Topp GmbH & Co. KG

Herr Kärger, Landrat Mecklenburgische Seenplatte

Deutsche Post AG

Herr Töllner und K&P Getränke GmbH Herr Wolff High Gain Industriebedarf Beilke Landestheater Neustrelitz Löwe Transport GmbH Kreisstraßenmeisterei

DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. Eventnet UG Frau Drobek Frau Zahn Freiwillige Feuerwehr Neustrelitz Fürstenhof Neustrelitz Gymnasium Carolinum Hafenbahn Neustrelitz e.V. Handelshaus Groß Trebbow Gmbh Hanseatische Eisenbahn GmbH Herr Chudy & Herr Rautmann, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

von Steffi

Neustrelitzer Wohnungsgesellschaft mbH Opel Autohaus Utpott GmbH & Co. KG. PopKW - LV für populäre Musik & Kreativwirtschaft M-V e.V. REMONDIS Seenplatte Logistik GmbH Stadt Neustrelitz Stadtwerke Neustrelitz Transportdienst Bernhard Rahn


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Teilnahmeurkunde Für die beschwipste Teilnahme an den Immergut Fest(ival)spielen 2018 in den Bereichen

Spiel – Satz – Lied

verleihen wir in hochehrwürdigster Anerkennung diese Urkunde. Dein immergutrocken e.V. Die Veranstalter‘innen immergutrocken e.V. Warschauer Straße 59a 10243 Berlin

www.immergutrocken.de


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0

18 05

20 30

22 20

00 30

S

A

WALDBÜHNE

Sam Vance-Law

Kat Frankie

Olli Schulz

Kettcar

S

21 25

19 45

Gurr

Pom Poko

Granada

M

23 25

Karrera Klub & King Kong Kicks

ZELTBÜHNE

02 00

T

A

G

BIRKENHAIN

Christiane Rösinger

18 55

17 05

Makeness

Suff Daddy & The Lunch Birds

Andreas Dorau & Gereon Klug

Das Paradies

02 00

Ada

15 25 16 15

03 30

Immergut Festival 2018 // Begleitheft  

Das Begleitheft zum 19. Immergut Festival am 24., 25. & 26. Mai 2018 in Neustrelitz. Mit dabei: → 11 FREUNDE Lesung & WM-Vorschau → Ada → An...

Immergut Festival 2018 // Begleitheft  

Das Begleitheft zum 19. Immergut Festival am 24., 25. & 26. Mai 2018 in Neustrelitz. Mit dabei: → 11 FREUNDE Lesung & WM-Vorschau → Ada → An...

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