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Das Neue soll das Alte nicht unterbuttern heurlich war es dennoch, was Mitte des 17. Jahrhunderts nahe Arnis geschah: Da nämlich verweigerten 63 Familien des Nachbarortes Kappeln dem Gutsherrn, einem grausigen Despoten, die Gefolgschaft. Auf dessen Eid wollten sie nicht schwören, es hätte die freien Bürger zu Leibeigenen gemacht. Sie fanden ihre Zuflucht auf der Insel Arnis, wo sie im Mai 1667 vor dem geliebten Landesherrn Herzog Christian Albrecht den „Huldigungseid“ ablegten. Gerettet. Der Landesherr übertrug ihnen die Rechte, als Schiffer oder Fischer tätig zu sein, wovon die Arnisser seither auch reichlich Gebrauch machten. Mitte des 19. Jahrhunderts zählte man 88 Handelschiffe, dessen Heimathafen Arnis war. Das Wappen von Arnis trägt ein goldenes Segelschiff, eine Netznadel der Fischer darüber. Die wunderbare Schifferkirche ist Zeugnis dieser Tage: Ein Altarrelief zeigt das Motiv „Sturmstillung“. In die Kanzel, angeblich während einer Sturmflut angeschwemmt, ist Petrus eingeschnitzt, Petrus der Fischer. Votivschiffe fliegen knapp unterhalb der barocken Saaldecke durch den Himmel. Die Grabsteine des Friedhofes bewahren die Namen von Kapitänen und Kauffahrern. Der Berg, auf dem der Friedhof liegt, soll einst eine Burg getragen haben. Sie war Teil einer Kette von Festungen, welche die Schlei bis zur Mündung vor Seeräubern verschloss. Gefahr indes drohte aus ganz anderer Richtung: Die Dampfer machten der nährenden Segelschifffahrt von Arnis den Garaus! Von den seinerzeit 1000 Arnissern blieb nur das knappe Drittel Einwohnerschaft übrig. Sie sorgen für Ruhe, im

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Heimathafen – das im-jaich Magazin  

Ankommen, anlegen und die Seele baumeln lassen: An den schönsten Plätzen entlang der Küsten Norddeutschlands und an der Müritz sind wir für...

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