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Workshop Dokumentation

„Die essbare Stadt“ Andernach 30. Mai bis 06. Juni 2011

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Inhalt Vorwort „Die essbare Stadt Andernach“ von Lutz Kosack Einleitung

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Ablauf des Workshops

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1 Urbane Systeme verstehen Stadtportraits

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2 Urbane Systeme neu denken Entwurf

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3 Ideen diskutieren Abschlusspräsentation

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VORWORT „Die essbare Stadt“ Andernach

Lutz Kosack (Foto: Aida Ramon)

In einer immer komplexeren Lebensumgebung ist es insbesondere für Stadtbewohner von großer Bedeutung die grundsätzlichen Lebensgrundlagen wieder unmittelbar zu erfahren. Die Erlebbarkeit von Jahreszeiten und den Abläufen der jährlichen Naturkreisläufe ist jedoch in der Stadt nur eingeschränkt. Warum also nicht die Stadt als „Lebensmittelpunkt“ wieder durch „Lebensmittel“ erlebbar und erfahrbar machen und städtische, aber auch private Grünflächen um neue bzw. alte Funktionen ergänzen? Warum nicht auch wieder den Wechsel der Jahreszeiten bewusster erleben, ebenso wie das Säen, Wachsen und Ernten, welches in der Stadt ja so häufig fehlt und bei pflegeleichten Standard-Beständen von Kirschlorbeer, Mahonie oder Berberitze kaum zu empfinden ist? Die Konzeption einer „essbaren Stadt“ ist vom planerischen Ansatz in hohem Maße mehrdimensional. Neben der attraktiven Gestaltung der Grünflächen der Stadt sollen diese gleichzeitig im Sinne einer Multifunktionalität ökologische, ökonomische und auch ästhetische Funktionen gleichermaßen unterstützen. Urbanes Gärtnern ist derzeit in aller Munde. Planerische Ansätze, dies in die Städteplanung zu integrieren und aus dem Schatten einer „Kleingartenbewirtschaftung“ heraus zunehmen, fehlen hingegen. Insofern ist es von hoher Bedeutung dieses Thema fachübergreifend aus 5

landwirtschaftlicher, als auch aus architektonischer Sicht zu betrachten. Über den Tellerrand zu blicken ist sicherlich auch für die kommunale Verwaltung von großer Notwendigkeit, denn in Deutschland wohnen die meisten Menschen in den Mittelstädten mit Einwohnerzahlen von 20.000-50.000. Gerade hier, wo die Flächenverfügbarkeit nicht die dramatischen Ausmaße einer Großstadtmetropole aufweist, ist das Thema der urbanen Landwirtschaft weitgehend unbearbeitet. Insofern freute sich die Stadt Andernach sehr vom 30.05.2011 bis zum 06.06.2011 Studenten der Universität Stuttgart und der Universität Bonn für den Workshop begrüßen zu können. Viele Ideen wurden entwickelt und sicherlich wird der eine oder andere Ansatz zukünftig in der Planung eingebunden werden. In der Hoffnung diesen Weg gemeinsam weiter zu beschreiten, bedankt sich die Stadt nochmals vielmals bei den Teilnehmer. Lutz Kosack - Amt für Stadtplanung und Bauverwaltung der Stadt Andernach -


Rhein

500 m

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EINLEITUNG Berlin Düsseldorf

Andernach

München

< Luftbild Andernach (Google Earth)

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland lebt in mittelgroßen Städten. Die Pflege, Bewässerung und Düngung aufwändig geschmückter Blumenrabatten und akkurat gemähter Rasenflächen können sich viele Städte jedoch nicht mehr leisten. Gleichzeitig entstehen Kosten für die aufwändige Entsorgung städtischer Reststoffe wie organische Haushaltsabfälle, Abwasser und Abwärme sowie Rückstände aus der Freiraumpflege. Das Leben in den Städten wird durch die Klimawandel bedingte Verlängerung der Hitzenperiode im Sommer zunehmend geprägt. Wie sehen diese Städte in der Zukunft aus? Wie kann man ihre Freiräume attraktiv und erlebbar gestalten? Am Beispiel der Stadt Andernach (30.000 Einwohner) sollen gemeinsam mit den Studierenden der Landwirtschaft der Universität Bonn innovative Konzepte einer urbanen Landwirtschaft entwickelt und dargestellt werden, die einerseits die Lebensqualität in Städten erhöhen und dabei gleichzeitig von den vorhandenen Ressourcen wie Energie, Abwasser und sekundären Rohstoffen profitieren. In den Entwürfen wurde den folgenden Fragen nachgegangen: Wie können unsere Städte und Freiräume aussehen, wenn die städtische Reststoffe nicht als Abfälle sonder als Ressourcen gesehen werden, wenn die Wasser- und Nährstoffkreisläufe den Ausgangspunkt für die Planung und Design darstellen? Welchen Raum können wir 7

schaffen, wenn Wasser nicht mehr unterirdisch, unsichtbar abgeleitet wird, sondern vor Ort zur Bewässerung genutzt wird? Wie sehen die urbanen Freiräume aus, wenn die Nährstoffe aus dem Abwasser nicht eliminiert werden, sondern da wo sie anfallen, einen Ertrag schaffen? Welche Pflege und Vermarktungsstrategien sind wirtschaftlich? Welche Technologie und welche Konstruktion eignen sich für den urbanen Raum? Zusammenfassend werden wir uns mit zwei Schlüsselfragen auseinandersetzten: Welche Synergieeffekte ergeben sich aus der Nähe der Stadt für einen Anbau der Nutzpflanzen? Welchen Mehrwert bietet der Anbau der Nutzpflanzen für die Stadt? In dieser Publikation werden die studentischen Entwürfe der urbanen Landwirtschaft präsentiert, die in dem 7-tätigen Workshop in Andernach vom 30. Mai bis zum 6.Juli 2011 erarbeitet worden sind, betreut von Prof. Antje Stokman und Dipl. -Ing. Eva Nemcova (ILPÖ) und Dr. Ute Arnold (INRES).


ABLAUF DES WORKSHOPS Phase 1: Stuttgart Die Studierenden der Universität Stuttgart haben verschiedenen Themenfelder über die Stadt Andernach erforscht und spezifischen Fragen für die Experten in Andernach vorbereitet. Phase 2: Andernach Tag 1, 2: Die vorbereiteten Fragen wurden an den ersten beiden Tagen in Andernach mit verschiedenen Experten diskutiert. Mit Hilfe der erörterten Informationen haben die Studierenden Stadtportraits zu jeweiligen Themen erstellt.

Nach Gesprächen mit Experten in Andernach haben Studierende Stadtportraits zu verschiedenen Themen ausgearbeitet, die den vier Oberthemen: Wasser, Nutzer, Nährstoffe, Konsum und Pflege und Raum zugeordnet werden können.

Tag 3: Es wurden Input-Vorträge von folgenden Fachleuten gehalten: Dr. Ute Arnold (Universität Bonn), Dipl.Ing. Heike Boomgarden (Ökohumane Grünraumplanung in der Stadt Andernach) und Dipl.-Geoökol. Lutz Kosack (Stadtplanungsamt Andernach). Tag 4,5: Es wurden fünf interdisziplinäre Gruppen gebildet. Jede Gruppe hat sich mit einem bestimmten Gebiet in Andernach auseinandergesetzt und Entwurf der urbanen Landwirtschaft erarbeitet. Tag 6: Abschlusspräsentation in Andernach

Präsentation von Entwürfen für die Essbare Stadt Andernach, 06. Juni 2011 (Foto: Eva Nemcova)

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TEILNEHMER/-INNEN

REFERENTEN/ -INNEN

Universität Stuttgart

Universität Bonn

Patricia Bascones (Diplom, Architektur)

Maria A. Arias Escobar (pHD Studentin INRES)

Elif Derin (Diplom, Architektur)

Nadine Glage (Diplom, Agrarwiss.)

Anja Fischer (Diplom, Architektur)

Zoe Heuschkel (Master, Agrarwiss.)

Jennifer Fischer (Diplom, Architektur)

Caroline M. Schersch (Bachelor, Agrarwiss.)

Aida Ramon (Diplom, Architektur)

Dipl.-Ing. Moritz Bellers ILPÖ, Universität Stuttgart Dipl.-Ing. Heike Boomgaarden Stadt Andernach Dipl.-Ing. Jan Deuster Stadtwerke Andernach Garten- und Landschaftsbauer Jan Hild Permakulturgarten Eich Dipl.-Ing. Eckard Koch Stadtplanungsamt Andernach Dipl.-Geoökol. Lutz Kosack Stadtplanungsamt Andernach

Xin Wang (pHD Studentin Landscape Planning, ILPÖ)

Betriebsfachwirtin „Tourismus“ Kristina Kutscher andernach.net

Leana Weissberg (Master, Umweltschutztechnik) Susanne Wolff (Diplom, Architektur)

Leiter des Baubetriebshofes Uwe Philipps Baubetriebshof Andernach

Li Zhilin (Diplom, Architektur)

Dipl.-Ing. Rainer Schmitz Kläranlage Andernach

Jo Ziligen (Diplom, Architektur)

Prof. Dipl.-Ing Antje Stokman ILPÖ, Universität Stuttgart Dipl. Sozialarbeiter (FH) Karl Werf Perspektive GmbH

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1 Urbane Systeme verstehen

< Kläranlage Andernach (Foto: Aida Ramon)

Die erste Aufgabe war ein Stadtportrait anzufertigen mit dem Ziel, die Potenziale der Stadt für eine landwirtschaftliche Nutzung zu untersuchen und darzustellen. Die Bedürfnisse der Pflanze wurden in einen städtischen Kontext gesetzt. Was bietet die Stadt und in welcher Form? Welche Rolle spielen die Menschen dabei und welche Ansprüche haben sie an den städtischen Raum? Die Pflanze braucht WASSER, NÄHRSTOFFE, RAUM und NUTZER, KONSUMENTEN UND PFLEGE. Diese Kategorien wurden aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und so Portraits der Stadt erarbeitet, in den die Infrastruktursysteme, Stoffkreisläufe und räumlichen Zusammenhänge dargestellt wu rden. Diese Portraits bildeten eine Basis für den Entwurf der urbanen Landwirtschaft für die Stadt Andernach. Als Einstieg in den Workshop wurden Experten besucht und die Studenten hatten die Gelegenheit, vorher vorbereitete Fragen zu den Themenfeldern Wasser, Nutzer, 11

Nährstoffe und Raum zu stellen. Die in den Gesprächen gewonnen Erkenntnissen flossen die Stadtportraits ein. Die Potenziale und Hindernisse technischer und planerischer Art für den Anbau der Nutzpflanzen in der Stadt wurden in Form von Statements oder Fragen formuliert und in der ganzen Gruppe präsentiert und diskutiert.


< Eckard Koch (Foto: Jo Ziligen) > Portrait: Stadtentwicklung Andernach (Jennifer Fischer)

PORTRAIT: STADTENTWICKLUNG Experte: Eckard Koch, Stadtplanungsamt Andernach Bearbeiterin: Jennifer Fischer Weiterführende Forschungsfragen:

Ist es notwendig, alle leeren Bauplätze zu bebauen oder wünscht sich die Bevölkerung mehr Freiflächen? Können auch der Containerhafen und das Gewerbegebiet grüner/ essbar werden?

Wie können Grundstücksbesitzer ihre leerstehenden Grundstücke nutzen, wenn sie nicht verkaufen wollen? 12


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< Lutz Kosack (Foto: Aida Ramon) > Portrait: Freiraumplanung (Anja Fischer)

PORTRAIT: FREIRAUMPLANUNG

bäume pflanzen?

Experte: Lutz Kosack, Stadtplanungsamt Andernach Bearbeiterin: Anja Fischer

Können die freien Wiesenflächen am Rheinufer nützlicher bepflanzt werden?

Weiterführende Forschungsfragen: Können Flächen in Schulhöfen als Obst-/Gemüsebeete genutzt werden? Kann man Obstbäume statt Zier14


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< Eckard Koch (Foto: Eva Nemcova) > Portrait: Bevölkerungsentwicklung (Jo Ziligen)

PORTRAIT: BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG Experte: Eckard Koch, Stadtplanungsamt Andernach Bearbeiter: Jo Ziliglen

Kann urbane Landwirtschaft einen Beitrag dazu leisten, den demographischen Wandel abzumildern? Welche Flächen können für urbane Landwirtschaft nutzbar gemacht werden?

Weiterführende Forschungsfragen: Wie kann die breite Bevölkerung besser in das Projekt „Die essbare Stadt“ mit einbezogen werden? 16


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< Karl Werf (Foto: Xin Wang)

> Portrait: Lebensmittelversorgung (Xin Wang)

PORTRAIT: LEBENSMITTELVERSORGUNG Experte: Karl Werf, Perspektive GmbH Bearbeiterin: Xin Wang

Bestehen Möglichkeiten der finanziellen Förderung durch Stadt/Land/ Staat?

Weiterführende Forschungsfragen: Welche Obst-/Gemüsesorten könnten noch verkauft werden? 18


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< Kristina Kutscher (Foto: Susanne Wolff) > Portrait: Tourismus Andernach (Susanne Wolff)

PORTRAIT: TOURISMUS

ker inszeniert werden?

Expertin: Kristina Kutscher, andernach.net Bearbeiterin: Susanne Wolff Weiterführende Forschungsfragen: Welche neuen Attraktionen könnte die Stadt ganzjährig anbieten? Wie können die vorhandenen, positiven Eigenschaften der Stadt stär20


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< Uwe Philipps (Foto: Aida Ramon) > Portrait: Freiraumpflege Andernach (Aida Ramon)

PORTRAIT: FREIRAUMPFLEGE

sivflächen senken?

Experte: Uwe Philipps, Baubetriebshof Andernach Bearbeiterin: Aida Ramon

Kann man den Grünschnitt weiter verwenden?

Weiterführende Forschungsfragen: Könnten die unbebauten privaten Grundstücke temporär als öffentliche Räume genutzt werden? Wie kann man die Kosten der Inten22


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< Jan Deuster ( Foto: Leana Weissberg) > Portrait: Wasserversorgung Andernach (Leana Weissberg)

PORTRAIT: WASSERVERSORGUNG Experte: Jan Deuster, Stadtwerke Andernach Bearbeiterin: Leana Weissberg

Könnte man Regenwasser sammeln und verwenden? Können Abwässer getrennt werden um Klärschlamm nutzbarer zu machen?

Weiterführende Forschungsfragen: Kann man Methoden wie Uferfiltration, künstliche Grundwasseranreicherung/-versickerung benutzen? 24


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< Rainer Schmitz (Foto: Li Zhilin) > Portrait: Abwasserentsorgung (Li Zhilin)

PORTRAIT: ABWASSERENTSORGUNG

Wie kann man die Wasserkl채rung verbessern?

Experte: Rainer Schmitz, Kl채ranlage Andernach Bearbeiterin: Li Zhilin Weiterf체hrende Forschungsfragen: W체rde es Sinn machen, Grau-, Braun- und Gelbwasser zu trennen?

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< Jan Hild (Foto: Susanne Wolff) > Portrait: Pflanzenbau (Patricia Bascones)

PORTRAIT: PFLANZENBAU

bringen?

Experte: Jan Hild, Permakulturgarten Eich Bearbeiterin: Patricia Bascones Weiterf체hrende Forschungsfragen: Wie kann man das Permakultursystem in die Stadt bringen? Wie kann man die Philosophie der Permakultur den Einwohnern n채her 28


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< Jan Hild ( Foto: Susanne Wolff) > Portrait: Pflanzenbau - Vermarktung (Elif Derin)

PORTRAIT: PFLANZENBAU - VERMARKTUNG

Welche Konsumgruppen sind die größten Abnehmer?

Experte: Jan Hild, Permakulturgarten Eich Bearbeiterin: Elif Derin

Was geschieht mit den Erlösen aus dem Verkauf?

Weiterführende Forschungsfragen: Sind weitere Absatz-Standorte vorgesehen?

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ANDER(S)NACH VORNE

R(H)EINFISCH

DIE ESSBARE STADTMAUER

NEU(AN)BAUGEBIET

VOM ORT ZUM ORT

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2 Urbane Systeme neu denken In multidisziplinären Teams von zwei bis drei Studierenden wurden Entwürfe für verschiedenen Raumtypen der Stadt entwickelt. Jedes Team wählte einen der vorgeschlagenen Räume aus, wie die Rheinpromenade, das Stadtzentrum, den Park an der Stadtmauer, die Kaltluftschneise, die Neubausiedlung oder den Hafen. Die Studierenden untersuchten das Gebiet und stellten die räumlichen Zusammenhänge sowie die vorhandenen Infrastruktursysteme dar, die auch in der vorherigen Übung – dem Stadtportrait - untersucht waren. Die Aufgabe lautete für jedes Gebiet eine Axonometrie zu erarbeiten, in der die oberirdischen sowie die unterirdischen Systeme dargestellt werden. Im nächsten Schritt sollte eine neue Axonometrie entwickelt werden, die die Entwurfsidee darstellt und die folgenden Fragen verdeutlicht: Wie verändern sich die Infrastruktursysteme? Wo werden neue Akzente im Raum gesetzt? Daraufhin wurde die Entwurfsidee für den Raumtyp vertieft und in 33

Grundrissen, Schnitten, Perspektiven oder Collagen dargestellt. Es wurden Pflege- und Vermarktungskonzepte erarbeitet sowie Diagramme und Detailschnitte entwickelt, die die Wasserströme und Nährstoffkreisläufe verdeutlichen. Jede Gruppe hat eine neue Typologie der urbanen Landwirtschaft erarbeitet, die dann zusammengestellt bei der Abschlusspräsentation ein Gesamtbild für die Essbare Stadt ergaben. Die fünf studentischen Entwürfe werden in diesem Kapitel vorgestellt.


Masterplan Gewerbegebiet Andernach Leerstehende Geb채ude Gewerbe-Abw채rme-Nutzung Flachdach zur Pflanzung Vertikale Fassadennutzung Potentielle nutzbare Bodenfl채chen Umnutzung Schienenfl채che Bestehende und neue Durchwegung

ANDER(S)NACH VORNE Bearbeiter/-innen: Maria A. Arias Escobar (pHD-Studentin INRES) Susanne Wolff (Architektur) Jo Zhiligen (Architektur)

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Initialisierung und Verbreitung der urbanen Landwirtschaft


Rheinufer im Gewerbegebiet (Foto: Susanne Wolff)

Leerstehendes Industriegeb채ude (Foto: Susanne Wolff)

Stillgelegte Schienen (Foto: Susanne Wolff)

Ungenutzte Anlagen (Foto: Susanne Wolff)

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AKADEMIE FÜR URBANE, ÖKOLOGISCHE LANDSCHAFTSARCHITEKTUR Potenzial Die Stadt Andernach kann als deutschlandweit erster Standort für experimentelle urbane Landwirtschaft/Architektur junge, kreative Menschen in die Stadt bringen. Neues Gewerbe kann gewonnen werden. Prozess Das am Rhein gelegene ehemalige Kornspeicher-Gebäude wird zur Akademie umfunktioniert und zum Prototyp für urbane, essbare und ökologische Landwirtschaftsarchitektur umgestaltet.

ungenutzte Brachfläche

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VERSIEGELTE UND GESCHOTTERTE FLÄCHEN Potenzial Die Brachen werden umfunktioniert zu bepflanzten Feldern, Hochgärten, Fischzuchtteichen etc. Prozess Die Bewohner Andernachs, Langzeitarbeitslose auf 1-Euro-Basis, Studierende der Akademie und Touristen arbeiten geleitet von der Akadamie zusammen an den einzelnen Flächen, bewirtschaften diese und haben Anteile an den Erträgen. Der Permakulturhof wird auf das Gewerbegebiet ausgeweitet. Die einzelnen Flächen sind fest angelegt oder temporärer Übergangsnutzung.

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Aufwertung/Umnutzung der Brachfläche


vorher: ungenutzte Freifl채che

nachher: landwirtschaftliche Fl채che

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vorher: verwahrloste Grünfläche

vorher: versiegelte Freifläche

nachher: Pflanzenkläranlage und Gemüseanbau

nachher: Hochbeete mit essbaren Pflanzen

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GENUTZTE GEWERBEFLÄCHEN Potenzial Flachdächer können zum Anbau von Feldfrüchten genutzt werden. Desweiteren kann Kondensationswärme einer Kältemaschine zur Raumbeheizung eines neuen Geewächshauses verwendet werden. Prozess Dachfelder benötigen keinen zusätzlichen Platz und können temporär genutzt werden. Dafür sind schnelle und leichte Installation von Gewächshäusern auf den bestehenden Flachdächern notwendig. Erträge werden in der Akdamie oder im Restaurant weiter verarbeitet, Überschüsse können verkauft werden.

Leerstehende Gebäude

Ge

Potential Umfunktionierung leerstehender Gebäude. Hostel für Touristen/ Workshopteilnehmer der Akademie. Wohnheime für Studierende der Akademie

Po

Prozess Leerstehden Gebäude/ Gewerbehallen werden wieder genutzt. Durch den partizipatorischen Charakter des gesamten Kon zeptes wirken und bauen die Bewohner Andernachs, Akademie und Investoren die Gebäude um zu bewohnbaren Unterkünften.

Pro

en Platz auf den

mie oder

ie.

Nutzung der bestehenden Gewerbeflächen

40

Le

Po


vorher: kahles Gewerbegebäude

nachher: Dach-Gewächshäuser und Markt

vorher: kahle Industriebauten

nachher: begrünte Dächer

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üchten. zur uses

LEERSTEHENDE GEBÄUDE

Potenzial Leerstehende Gebäude können umfunktioniert werden z.B. zu einem Hostel für Tourisen. ten oder Workshopteilnehmer der Akademie chshäusern auf den oder zu einem Wohnheim für Studierende der der Akademie oder Akademie.

äuden keinen Platz

Prozess Die leerstehenden Gebäude/Gewerbehallen werden genutzt. Durch den partizipatorischen Charakter des gesamten Konzepts machen die Bewohner Andernachs die Akademie und Investoren die Gebäude zu bewohnbaren Unterkünften.

Lee

Pote

Proz

der Akademie.

rden wieder genutzt. s gesamten Kon dernachs, zu bewohnbaren

Nutzung leerstehender Gebäude

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vorher: nachher: grüne Fassade

vorher: leerstehendes Gebäude

vorher: ungenutztes Industriegebäude

stillgelegte Schienen

nachher: Akademie für urbane, ökologische Landschaftsarchitektur

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< Wasserbewirtschaftung heute

< Wasserbewirtschaftung in der Zukunft

DIE ESSBARE STADTMAUER Bearbeiterinnen: Xin Wang (Architektur/Landschaftsarchitektur) Li Zhilin (Architektur)

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Urbane Landwirtschaft-Projekt an der Stadtmauer Wang)

(Foto: Xin

Bohnenstangen an der Stadtmauer (Foto: Xin Wang)

Freifl채chen an der Stadtmauer (Foto: Xin Wang)

Ententeich an der Stadtmauer (Foto: Xin Wang)

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Analyse der Wasserl채ufe

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Analyse der Gr체nfl채chen

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Nutzung der Gr체nfl채chen 48


Stadtmauer

Gr체nfl채chen

Regenwassersammlung

Unterirdische Wasserleitungen 49


Nahrungsmittelkreislauf von heute und in der Zukunft 50


Wasserkreislauf heute und in der Zukunft 51


Regenwassersammlung mit Pflanzenkl채ranlage

Regenwassersammlung mit Wassertank

Regenwassersammlung mit Sammelbecken

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Ausblick - Essbare Bepflanzung

Ausblick: Wasserf端hrung

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< Wasserkreislauf von Heute

< Wasserkreislauf in der Zukunft

R(H)EINFISCH Bearbeiterinnen: Patricia Boscones (Architektur) Elif Derin (Architektur) Nadine Glage (Agrarwissenschaften)

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Strand am Rheinufer in Andernach (Foto: Elif Derin)

Rheinpromenade Andernach (Foto: Elif Derin)

Rheinufer Andernach (Foto: Eva Nemcova)

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Bepflanzung an der Rheinpromenade Andernach (Foto: Elif Derin)


DIE PROMENADE HEUTE

DIE PROMENADE VON MORGEN

Die Promenade sieht aus wie an vielen Stellen am Rhein. Der Abschnitt zwischen dem Andernacher Ortseingang und dem Industriegebiet hat viele formal-lineare Strukturen und hat den Flair eines Kurorts. Rund 6000m² Rasenfläche zwischen den beiden Fußgänger- sowie Radwegen werden so gut wie gar nicht genutzt. Dadurch, dass der Rasen und die angrenzende Baumallee sehr pflegeintensiv ist und im Jahr mehrere Male gemäht bzw. geschnitten werden muss, entstehen für die Stadt hohe Kosten für Gärtner und Entsorgung des Grünschnitts. Das Regenwasser der Straße und der umliegenden Gebiete wird direkt in den Rhein geleitet. Das Abwasser nimmt den Weg ins städtische Klärwerk, um nach der Klärung in den Rhein zu fließen.

Um die Rheinuferpromenade attraktiver zu gestalten, werden die Rasenflächen durch verschiedene Wasserbecken ersetzt. Um einen Kreislauf des Wassers herzustellen, wird das Gelb- und Braunwasser der umliegenden Häuser gesammelt und durch eine Pflanzenkläranlage (PKA) geleitet; diese bringt Nährstoffe ins Wasser. Das Wasser wird in die nachgestellten Wasserbecken geleitet, in denen im Rhein heimische Fische aufgezogen und direkt an umliegende Spezialrestaurants verkauft werden. Das Regenwasser aus der Umgebung wird ebenfalls in die Wasserbecken geleitet. Der Überlauf aus den Wasserbecken wird erneut durch eine Pflanzenkläranlage geleitet und geht dann als sauberes Wasser in den Rhein zurück, wo es verdunstet und wieder als Regenwasser auf Häuser und Straße regnet. Die Wasserbecken sind ein Kreislauf für sich.

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Rheinpromenade in Zukunft Ausgewählte Arten von Pflanzen und Tiere (z.B. Krabben und Algen) dienen als Futter für die Fried- und Raubfische in dem nächsten Becken. Anschließend wird das Wasser in den Rhein geleitet. Für Fische die im fliesenden Wasser beheimatet sind befindet sich ein Schwimmnetz im Rhein.

Masterplan

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Wasserkreislauf 58


Nahrungskreislauf 59


WASSERREINGUNG DURCH PFLANZEN

Gewöhnlicher Blutweiderich (Lythrum salicaria)

Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Futterpflanze für Schwebfliegen, Bienen und Schmetterlinge, besonders das Nachtpfauenauge. Blutweiderich ist ein Nektarspender von besonderem Wert.

Wurzel und Triebe: Tee, aromatischer Zusatz zu Bier, Wein, Met, Desserts, Gemüse

Wasserminze (Mentha aquatica)

Sumpf-Schwertlilie, Wasserlilie (Iris pseudacorus)

Kalmus (Acorus calmus)

Angenehmer Geruch, sollten sich Gerüche entwickeln in der PKA, Bereicherung des Ökosystems durch mehr Insekten

Wurzelrhizom Früher: der Wurzelstock als Magenbitter, Schnupftabak u.a

Wurzel (Rhizom) Ätherische Öle gegen Appetitlosigkeit, Zahnfleischentzündung, auch zum Kochen, Ingwerersatz

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Cranberries, Moosbeeren (Vaccinium macrocarpon)

Alle Pflanzenteile bei Schwangerschaftsbeschwerden, in den Wechseljahren

Essbare Früchte

HEILPFLANZEN

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FRIEDFISCHE

FLUSSKREBSE

Brachse, Brachsen, Brasse, (Abramis brama)

Ukelei, , Zwiebelfisch (Alburnus alburnus)

in sehr langsam fliessenden Gewässer, Rheinfisch, essbar, Karpfenfisch, Thema REGIONALES ESSEN

in stehenden und langsam fließenden Gewässer, Spezialitätenrestaurant, es kann „Fischsilber „ aus ihm gewonnen werden für künstliche Perlen

Flusskrebs (Astacus astacus) Futterfisch für den Aal und als Spezialität Rote Liste: gefährdet

RAUBFISCHE

Europäischer Aal (Anguilla anguilla) Spitzkopfaal, der sich vorwiegend von Krebsen ernährt

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Wasserkreislauf heute

Wasserkreislauf in der Zukunft

VOM ORT ZUM ORT Bearbeiterinnen: Zoe Heuschkel (ARTS) Aida Ramon (Architektur) Leana Weissberg (Umweltschutztechnik)

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Gleisfl채chen (Foto: Leana Weissberg)

Hafen (Foto: Leana Weissberg)

Kl채rbecken (Foto: Leana Weissberg)

Rheinufer (Foto: Leana Weissberg)

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Gegenwärtige Situation der Kaltluftschneise:

• • •

Geprägt durch Brachflächen, Freizeiteinrichtungen und intensiven Landwirtschaft (Weizenanbau) In der Kaltluftschneise befindet sich die Kläranlage der Stadt Andernach. Das gereinigte Abwasser fließt direkt in den Rhein, ohne noch mal benutzt zu werden. In der Kaltluftschneise befindet sich der Baubetriebshof, auf dem gestammter Abfall der Landschaftspflege gesammelt und dann von beantragten Firmen gegen Bezahlung zu anderer Stelle gefahren und gelagert wird . Für die Bewässerung von den Grünanlagen des städtischen Friedhofs wird Leitungswasser verwendet.

Grünflächen

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Wasserwirtschaft

Strategie

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REGENWASSER

Regenwassers wird im Neubaugebieten im bestehendem Trennsystem gestammt; in Gewerbegebieten werden Technologien installiert um das Regenwasser von den Dachflächen zusammeln Das gesammelte Regenwasser wird in Teichen gespeichert. Die Ufer der Teiche sind in Terrassen angelegt, dadurch können die Teiche auch in Zeiten des Niedrigwassers aktiv genutzt werden, zum Beispiel zum Gemüseanbau und Baumbepflanzung für Stickstofffixierung. Die Teiche werden mit Entwässerungskanälen verbunden, die für verschiedene Wasserstände ausgestaltet sind.

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ABWASSER

Das geklärte Abwasser wird in Pfanzenkläranlagen nachgeklärt, gesammelt und für Bewässerung von Streuobstwiesen, Blumenfeldern, Grünanlagen in dem Friedhof und Spielplätzen benutzt.

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Aussicht auf den Rhein

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GRÜNSCHNITT Grünschnitt und Holz von der Landschaftspflege in Andernach wird innerhalb der Fläche gesammelt, gelagert und weiter aufbereitet zum Kompost. Der Pferdmist von der Umgebung wird zur Kompostherstellung verwendet. > Alle Komponenten werden vor Ort in Folientunneln kompostiert und weiterverwendet

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Kompostierung

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FREIRAUMKONZEPT

• • • •

Extensive Landwirtschaft wird eingeführt (Anbau von bedrohten Getreidesorten, Streuobstwiesen) Intensive Landwirtschaft (Blumenfelder und kleine Gärten) Permakulturgärten Fußweg für Verbindung und Freizeitaktivitäten

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Getreideanbau

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LANDWIRTSCHAFT

SCHNELLSTRASSE

rein landwirtschaftliche Nutzung

Verringerung der landwirtschaftlichen Fläche durch Straßenbau

VORGARTEN

PRIVATGARTEN

BAUPLATZ

ÖFFTL. GRÜN

ERSCHLIESSUNG DES WOHNGEBIETS

WOHNBEBAUUNG

Schallschutz, Erschliessung, Bauplatzaufteilung

frei Bauplätze zwischen dichter Wohnbebauung

LANDIWRTSCHAFT

> Entwicklung der Freiflächen Durch die Erschließung neuer Wohngebiete gehen landwirtschaftlich genutzte Flächen immer weiter zurück. Um die komplette Verdrängung der Landwirtschaft zu vermeiden, könnten leerstehende Bauplätze für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Im Folgenden werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die freien Flächen genutzt werden können und wie auch ein Neubaugebiet essbar gestaltet werden kann.

NEU(AN)BAUGEBIET Bearbeiterinnen: Anja Fischer (Architektur) Jennifer Fischer (Architektur) Caroline Schersch (Agrarwissenschaften)

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Typischer Vorgarten (Foto: Anja Fischer)

Anbau von Weihnachtsb채umen (Foto: Jennifer Fischer)

Parksituation (Foto: Jennifer Fischer)

Freie Baufl채chen (Foto: Anja Fischer)

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NEUANBAUGE

Legende zur Bauplatznutzung

BAUMSCHULE Nutzungsdauer: > 2 Jahre

X X X

X X X

X X X

X X

ERNTE

VON

X X

HAND

WASSERANSPRUCH

E S S B A R K E I T

SCHÄDLINGSBEFALL

C O M M U N I T Y

KURZUMTIREBSPLANTAGE

DÜNGERBEDARF

X X

RENTABILITÄT

X

X X

COMMUNITY GARDEN Nutzungsdauer: < 1 Jahr

Nutzungsdauer: < 10 Jahre

X X

X X

X X

X X

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X X


ERDBEERFELD

MISCANTHUS

Nutzungsdauer: 1-3 Jahre

Nutzungsdauer: > 4 Jahre

X X XX X X

X

X

X X XX X X

X

X

X X

SCHNITTBLUMEN

X X

X X BIENENWIESE XX X X

Nutzungsdauer: M채rz - September

X X

Nutzungsdauer: M채rz - September

X X

X X XX X X

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WASSER PFLANZENKLÄRANLAGE

Wasserminze (Foto: Anja Fischer) >

Geeignete Pflanzen: • Gewöhnlicher Blutweiderich (Lythrum salicaria) • Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria) • Flatter-Binse (Juncus effusus) • Sumpf-Schwertlilie (oder auch Wasserlilie) (Iris pseudacorus) • Rohrkolben (Typha latifolia) • Igelkolben (Sparganium erectum) • Kalmus (Acorus calmus) • Gemeines Schilf (Phragmites australis) • Wasserminze (Mentha aquatica): als Tee gegen Krämpfe, Übelkeit, MagenDarm-Beschwerden, Menstruationsbeschwerden, Erkältung (Inhalieren), als Frischblattumschlag gegen Insektenstiche und Nerven

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NÄHRSTOFFE Momentan ist der Nährstoffkreslauf nicht geschlossen: Die Nahrungsmittel werden im Supermarkt eingekauft. Der Biomüll kommt in die Biotonne, welche von der Stadt abgeholt und von einem externen Unternehmen verwertet wird. Zukünftig wird der Kompost gemeinschaftlich im Wohngebiet auf dem Community-Kompost gesammelt. Nach der Zersetzungszeit steht ein hochwertiger Dünger zum Anbau von Nutzpflanzen, die wiederum von den Bewohnern geerntet werden können, zur Verfügung. So schließt sich der Kreislauf. Abfallsituation heute

Kompost-/Nährstoffkreislauf in der Zukunft

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LÄRMSCHUTZ

Lärmschutzwand • nachträgliche Bepflanzung mit Rankpflanzen wie z.B. Wein, Spalierobst, Blauregen, Efeu

Trockensteine in Terrassenform • Pflanzen, die wenig Wasser benötigen, z.B. Lavendel, Gewürze, Beerenbüsche • Befestigung des Erdwalls

Lärmschutzwall • Bepflanzung des Erdwalls • Bewässerung mit Straßenabwasser, das durch eine Pflanzenkläranlage gereinigt wird

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ÖFFENTLICHE GRÜNFLÄCHEN HEUTE: gemähter Grünstreifen + diverse Sträucher + befestigter Radweg + Zierbäume

ÖFFENTLICHE GRÜNFLÄCHEN IN ZUKUNFT: „Essbarer Spielplatz“: Weidentunnel + Apfelbäume + Himbeersträucher + Weidenhaus + Spielgewässer

STRASSENRAUM HEUTE: gepflasterter Gehweg + Zierbäume + Ziersträucher

STRASSENRAUM IN ZUKUNFT: Bienenwiese + Bienenhotel + Obstbäume + Beerensträucher + Rasensteine

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3 Ideen diskutieren

< Abschlusspräsentationen: „ANDER(S) NACH VORNE (Oben rechts), „VOM ORT ZUM ORT“ (Oben links), „DIE ESSBARE STADTMAUER“ (Unten rechts), „R(H)EINFISCH“ (Unten links) Auf dieser Seite: „NEU(AN)BAUGEBIET“ (Fotos: Eva Nemcova)

Am 6. Juni 2011 fand die End-Präsentation der Ideen für urbanen Landwirtschaft in den verschiedenen Stadtgebieten in Andernach im „Haus der Familie“ statt. Nachdem die Studierenden ihre Entwürfe vorgestellt hatten, wurde mit den Anwesenden noch weiter über die dargestellten Ideen diskutiert.

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Abschlusspr채sentation: Die essbare Stadt Andernach am 6. Juni 2011, (Foto: Eva Nemcova)

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IMPRESUM

Workshop Dokumentation „Die essbare Stadt“ Andernach 30. Mai bis 06. Juni 2011

Universität Stuttgart Institut für Landschaftsplanung und Ökologie (ILPÖ) Prof. Antje Stokman Dipl.-Ing. Eva Nemcova Kontakt: eva.nemcova@ilpoe.uni-stuttgart.de http://www.ilpoe.uni-stuttgart.de/ Universität Bonn Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) Dr. Ute Arnold Kontakt: uarnold@uni-bonn.de http://www.inres.uni-bonn.de/ Editor: Eva Nemcova, Anja Carolin Fischer Umschlag: Übersichtsplan Andernach

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Die Mehrheit der Menschen in Deutschland lebt in mittelgroßen Städten. Die Pflege, Bewässerung und Düngung aufwändig geschmückter Blumenrabatten und akkurat gemähter Rasenflächen können sich viele Städte nicht mehr leisten. Gleichzeitig entstehen Kosten für die aufwändige Entsorgung städtischer Reststoffe wie organische Haushaltsabfälle, Abwasser und Abwärme sowie Rückstände aus der Freiraumpflege. Das Leben in den Städten wird durch die Klimawandel bedingte Verlängerung der Hitzenperiode im Sommer geprägt. Wie würden unsere Städte und Freiräume aussehen, wenn die städtischen Reststoffe nicht als Abfälle sonder als Ressourcen gesehen werden? Welche Synergieeffekte ergeben sich aus der Nähe der Stadt für einen Anbau der Nutzpflanzen? Welchen Mehrwert bietet der Anbau der Nutzpflanzen für die Stadt? In einem 7-tägigen Workshop haben Studierende der Architektur der Universität Stuttgart und der Agrarwissenschaften der Universität Bonn am Beispiel der Stadt Andernach (30.000 Einwohner) innovative Konzepte einer urbanen Landwirtschaft entwickelt, die hier präsentiert werden.

Die Essbare Stadt  

Zukunftsvisionen einer Urbanen Landwirtschaft am Beispiel der Stadt Andernach; Dokumentation der Ergebnisse einen studentischen Workshops

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