Page 20

EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

© R_R/Fotolia.com

Gründer des Monats In unserer Serie „Gründer des Monats“ stellen wir Existenzgründer aus dem IHK-Bezirk Süd­ thüringen vor, die sich durch eine besondere Geschäftsidee auszeichnen. Für diese Ausgabe haben wir ein Interview mit Robert Fuhrmann geführt.

Maschinenbauer mit Lösungsansätzen für innovative Produkte und Arbeitsmethoden Herr Fuhrmann, Sie waren schon in verschiedenen Führungspositionen tätig, zuletzt als Geschäftsführer. Warum nun mit Mitte 40 der Schritt in die Selbstständigkeit? Robert Fuhrmann: Nach meiner Ausbildung zum Werkzeugmacher und dem Studium an der TU Ilmenau bin ich ziemlich rasch in Projekt- und Führungspositionen in verschiedenen Unternehmen bis hin zum Geschäftsführer gekommen. Seit langem trieb mich der Gedanke an ein eigenes Unternehmen um; hier und jetzt sehe ich die Chance, Lösungsorientierung, Beratung und Fertigung zu verbinden. Am Ende brauche ich auch immer noch den Metallgeruch in meiner Nase. Bei meiner letzten Anstellung habe ich meinen heutigen Geschäftspartner, Tobias Müller, kennen und schätzen gelernt. Tobias ist klassischer Metallbauer und staatlich geprüfter Maschinentechniker, seine Kompetenzen liegen in der Konstruktion und Anwendungsberatung. Das ist eine sehr gute Ausgangssituation für den Start. Der Firmenname „kingago“ ist im ersten und auch im zweiten Moment nicht selbsterklärend? Robert Fuhrmann: Das ist so gewollt. Wir wollten uns abheben und auffallen, ohne jedoch abgehoben zu wirken – nicht „nur“ ein Metall- oder

Anzeige

© kingago

Gemeinsam Lösungen in Metall entwickeln und realisieren

Robert Fuhrmann, Geschäftsführer der kingago GmbH & Co. KG mit Sitz in Arnstadt

Maschinenbauer sein, sondern bereits im Namen unsere Firmenphilosophie dokumentieren. „Kingago“ ist gebildet aus „kinzoku“, dem japanischen Wort für Metall, und „kakushin“ für Innovation. Mit dem Untertitel „new metal works“ stehen wir für Internationalisierung und eine neue Arbeitswelt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass bereits der Firmenname neugierig macht, so, wie wir das auf der diesjährigen Gründermesse Ignition der Wirtschaftsjunioren erleben konnten. Wie sieht Ihre Planung für die nächsten Jahre aus? Robert Fuhrmann: Derzeit agieren wir zu zweit, geplant ist die Erweiterung möglichst noch in diesem Jahr. Aktuell im Fokus stehen die Abarbeitung erster Aufträge und die Platzierung am Markt – sprich, potenzielle Kunden von unseren Ideen und Kompetenzen zu überzeugen. Denn wir verstehen uns nicht als bloßer Hersteller von Maschinen

und Geräten aus verschiedenen Metallen, sondern als Problemlöser: der Kunde kommt mit einem Problem zu uns, wir entwickeln gemeinsam eine Lösung, die wir dann produzieren. Parallel wollen wir eigene Produkte entwickeln und vertreiben und insgesamt setzten wir sehr stark auf regionale Kooperationen und Vernetzung. Unser Ziel ist es, in fünf Jahren über eine Mannschaft um die 10 bis 15 Mitarbeiter zu verfügen. Arbeit muss Spaß machen, ist einer Ihrer Prinzipien! Robert Fuhrmann: Innovative Produkte machen sich nicht von allein. Die „Neue Arbeitswelt“ erfordert auch einen innovativen Umgang mit den Mitarbeitern. Das fängt bei den Organisationsstrukturen an und reicht bis zu einem Denken und Handeln, dass sich viel mehr als in der Vergangenheit an Achtung, Wertschätzung und Teilhabe orientiert. Anders gesagt, anstatt Anweisungen von oben, die Mitarbeiter zum Entwickeln eigener Ideen und zum selbstständigen Umsetzen zu gewinnen. Das geht nur durch gelebte Transparenz, mit Vertrauen und gegebenenfalls auch mit dem „Recht“ auf Fehleinscheidungen, die man mit dieser Haltung gemeinsam korrigieren kann. Robert Bosch sagte einst: „Immer habe ich nach dem Grundsatz gehandelt, lieber Geld verlieren als Vertrauen.“ Das gilt für die Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen ebenso wie für den Umgang mit den künftigen Mitarbeitern. www.kingago.de

18 Südthüringische Wirtschaft 6/2018

Südthüringische Wirtschaft - Ausgabe 6/2018  
Südthüringische Wirtschaft - Ausgabe 6/2018