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Berater-Team unterwegs So funktioniert das Potsdamer Modell

Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Ausgabe April | 2018

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Das Potsdamer Modell Magazin Weniger arbeiten? Was eine Psychologin dazu sagt Seite 3

Hart, aber fair Gemeinsam 90 Minuten mehr Zeit erkämpft Seite 6

Die drei Säulen des Potsdamer Modells Wann gilt die Auffangregel? Seite 7

Drei tolle Uhren zu gewinnen Seite 11

1956

2018: Flexible Arbeitszeiten

Hallo Chef, so teile ich Papi gerne mit Dir!


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kommentare

Keine Zeit zu verschenken Wie auf der Titelseite zu sehen, stand 1956 der große Erfolg der Gewerkschaft unter dem Motto: „Samstag gehört Papi mir.“ 2018 stellt der Erfolg der Gewerkschaft ebenso einen Meilenstein dar. Das „Potsdamer Modell (PM)“ gibt einen Rahmen für mehr Arbeitszeitvielfalt. Bald heißt es in Familien: „Hallo Chef, so teile ich Papi gern mit Dir!“ Egal, ob Mama, Papa, Alleinerziehende, Singles, Ü60. Egal ob Chefs, Abteilungsleiter, Schichtarbeiter – alle partizipieren an flexiblen Arbeitszeiten. Denn keiner hat Zeit zu verschenken.

Ralf Sikorski Mitglied im geschäfts­ führenden Hauptvorstand der IG BCE

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ach dem Spiel ist vor dem Spiel. Als neuer Verhandlungsführer Chemie übernehme ich von Peter Hausmann stolz auch das Feld „Potsdamer Modell“, mit dem ein wegweisender Abschluss hin zur Angleichung des Tarifs Chemie Ost an die Tarife Chemie West gelungen ist. Jetzt geht es weiter. So

startet die erste Tarifrunde auf Bundesebene am 5. Sep­ tember. In den Betrieben aber beginnen schon jetzt die Dis­kussionen der Vertrauensleute, bevor die regionalen Tarifkommissionen ihre Forderungen beschließen. Im Juni folgen dann nach dem Forderungsbeschluss der Bundestarifkommission die regionalen Tarifverhand­ lungen. Auf die Frage, was ich persönlich mit 90 Minuten mehr Zeit anstellen würde, kann ich klar antworten: „Ich würde mir ein Fußballspiel meines Lieblingsvereines Schalke 04 anschauen. Also 90 Minuten mehr Fan sein.“

Oliver Heinrich Landesbezirksleiter Nordost

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o ein Wille ist, ist auch ein Weg: Das von der IG BCE Nordost und dem AGV Nord­ostchemie gemeinsam auf die Beine gestellte Berater-Team ist ein Signal dafür, wie Sozial­partnerschaft funk­tionieren kann. Keiner von uns schickt einen Berater einzeln los. Es wäre übertrieben zu sagen, dass wir ab nun Hand in Hand gehen. Aber durch­aus Seite an Seite.

Das ist wichtiger denn je, denn die Umsetzung des Potsdamer Modells wirft viele Fragen auf. Deshalb wird es von diesem Service-Magazin mehrere Ausgaben geben, das zugleich begleitend eine Unterstützung für unser Berater-Team darstellt. Ich bin sicher: In spätestens zwei Jahren gehört das Potsdamer Modell zum betrieb­ lichen Alltag. Dann sind auf Grund der gesammelten Erfahrungen die Betriebsvereinbarungen überarbeitet und das, was unser Ziel des PM war, ist lebendig: Flexibilität und Arbeitszeit­ souveränität für die Beschäftigten, mehr Freizeit. Und alles hat mit den berühmten „90 Minuten mehr …“ begonnen.

Gastkommentar

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Nora Schmidt-Kesseler Hauptgeschäftsführerin Arbeitgeberverband (AGV) Nordostchemie

ie Zukunft der Arbeit ist flexibel. Deshalb sind wir stolz auf unser „Potsdamer Modell“, den bundesweit ersten Manteltarifvertrag mit Wahlarbeitszeit. Zu Recht ist er auch in anderen Branchen auf großes Interesse gestoßen. Für unsere Unternehmen war und ist es wichtig, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, die Leistungsfähigkeit zu steigern und flexibel reagieren zu können, also zum Beispiel die Arbeitszeiten besser der Auftragslage anpassen zu können. Unser Modell bringt viele Vorteile mit sich. In unserem Verbandsgebiet finden wir viele produktionsorientierte Betriebe, die wir nicht mit starren Arbeitszeitmodellen

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ein­engen dürfen. Eine flexible Tarifpolitik hilft uns beim Werben um Investitionen, bei der Suche nach qualifiziertem Nachwuchs und beim Werben um Fachkräfte. Die einen wollen sich mehr Zeit für Familie und Kinder nehmen, die anderen wollen ein Haus abbezahlen oder sich einen persönlichen Traum erfüllen und dafür mehr arbeiten. Beides geht mit dem Potsdamer Modell. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es in den nächsten Monaten, die Umsetzung in den Betrieben voranzubringen. Dafür setzen wir mit Birgit Grunow und Daniel Hupka ein schlagkräftiges Team ein, das als Ansprechpartner für Unternehmen und Mitarbeiter bereitsteht.


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praxis

Freizeit? Familie? Stress?

Die individuelle Balance zwischen Arbeit und Freizeit

Macht weniger arbeiten wirklich glücklicher? Das Gespräch führten wir mit einer Mitarbeiterin der ias-Gruppe. Diese begleitet seit mehr als 40 Jahren alle Veränderungen der Arbeitswelt, zum Beispiel von der Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit, Arbeitspsychologie bis hin zur betrieblichen Gesundheitsförderung und zum Leistungsfähigkeitsmanagement.

Susann Helfrich, Diplom-Psychologin

Eine Frage, auf die es kein einfaches Ja oder Nein gibt. Glück, Zufriedenheit, Gesundheit etc. sind keine allgemein gültigen Zustände, die messbar und für jeden identisch sind. Vielmehr sind sie individuell sehr verschieden und hängen von unterschiedlichen Faktoren ab.

stressbedingten Erkrankungen psychischer und physischer Art ist, so stellt sie zumindest häufig einen wichtigen Faktor dar. Dabei spielt neben der Arbeitsatmosphäre, der Wertschätzung, den Gestaltungsmöglichkeiten, der angemessenen Bezahlung und der Sicherheit des Arbeitsplatzes insbesondere auch die Arbeitszeit eine zentrale Rolle.

zwischen Arbeit und Freizeit und um Flexibilität in der Arbeitsorganisation, aber immer unter Berücksichtigung einer individuellen Lösung für den Einzelnen. Folgerichtig trifft an Stelle der The­se „weniger arbeiten macht glücklicher“ die Erkenntnis „die passende Arbeit macht glücklich“ den eigentlichen Kern.

Individuelle Lösung für den Einzelnen

Susann Helfrich Leiterin Kompetenzfeld Arbeits­ps­ychologie Diplom-Psychologin www.ias-gruppe.de

Freizeit und Familie nehmen einen bedeu­tenden Platz im Leben ein und tragen häufig zum (Stress-) Ausgleich bei. Deshalb geht es letztlich um eine Balance

Irina Gärtner, Dow Schkopau

Arbeit hat einen positiven Einfluss Eines wissen wir genau: Arbeit hat einen positiven Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden. Sie stiftet Sinn, strukturiert den Tag, definiert den Platz in der Gesellschaft, stärkt das Selbstwertgefühl und trägt zur sozialen Integration bei. Allerdings begeben sich jedes Jahr immer mehr Menschen mit stress­ bedingten Erkrankungen in ärztliche Behandlung. Wie passt das zusammen? Auch wenn die Arbeit nicht der einzige Grund für die zunehmenden,

90 Minuten mehr Zeit für: Wir jungen Leute wollen nicht mehr nur arbeiten gehen, wir wollen unsere Freizeit auch nutzen.

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Das Berater-Team antwortet: Ich hätte da mal eine Frage …

Wem nutzt das Potsdamer Modell? Birgit Grunow (IG BCE Nordost) und Daniel Hupka (AGV Nordostchemie) sind die Gesichter der Aufklärungsarbeit zum Potsdamer Modell (PM). Gemeinsam sind sie jetzt in den Unternehmen des Tarifgebiets der ostdeutschen Chemieindustrie unterwegs, um als Sozialpartner Geschäftsführungen und Betriebsräte zusammen zu Inhalt und Umsetzungsmöglichkeiten des Potsdamer Modells zu beraten. Sie sind seit Jahres­beginn am Ball. Zeit, die beiden vorzustellen und sie zu ihren ersten Erfahrungen zu befragen.

Birgit Grunow Projektbegleitung der IG BCE Nordost Tel. 030 2787 1358 birgit.grunow@igbce.de

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Wer braucht das PM überhaupt? Ist das PM ein Vorbild? Birgit Grunow (BG): Ich höre immer öfter von den Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben, dass ihnen mehr freie Zeit sehr wichtig ist, denn die Arbeitsverdichtung nimmt weiter zu. Das erfordert auch immer mehr Konzentration und auch Flexibilität. Das ist sicher sehr persönlich und lebensphasenabhängig unterschiedlich. Und genau das ist mit dem PM jetzt gestaltbar, denn neben der zu vereinbarenden betrieblichen Arbeitszeit gibt die individuelle Wahlarbeitszeit die Möglichkeit, die Bedürfnisse der einzelnen Beschäftigten ganz individuell zu berücksichtigen. Daniel Hupka (DH): Das PM erlaubt die Berücksichtigung sowohl wirtschaft­ licher, als auch persönlicher Interessen, insbesondere, da die Verantwortung auf betrieblicher Ebene liegt. Das PM kann ein Vorbild für eine moderne Arbeitszeitkultur sein – auch für andere Branchen. Ist das Potsdamer Modell nicht wie eine Operation am offenen Herzen? DH: Das Potsdamer Modell ermöglicht innovative und flexible Arbeitszeitregelungen, die jedoch zum Glück weder mit der Komplexität noch dem Risiko einer Herz-OP vergleichbar sind. Tarifliche

Regelungen haben ja auch immer den Anspruch, verständlich und in der Praxis gut handhabbar zu sein. Hier haben wir es sicher einfacher als der Chirurg;-) Dennoch führt das PM – wenn seine Möglichkeiten ausgeschöpft werden – zu einem umfangreichen Anpassungsbedarf. Um dies nicht im laufenden Ge­schäftsbetrieb umsetzen zu müssen und allen Beteiligten genug Zeit zur Neuorientierung zu geben, ist eine gute Vorausplanung unabdingbar – wie bei einer OP am offenen Herzen … Warum kann man das PM nicht in einer Stufe durchziehen? BG: Eine neue betriebliche Arbeitszeit kann auch in einer Stufe festgelegt werden, allerdings hat das Auswirkungen auf das Entgelt, denn die Vergütung ist an die jeweils geltende Referenzarbeitszeit geknüpft, also ab 1. Januar 2019 39,5 Stunden, ab 1. Januar 2021 39 Stun­den und ab 1. Januar 2023 38,5 Stunden/Woche. Also wenn die Arbeitszeit heute bereits auf 38,5 Stunden/Woche reduziert würde, wäre das mit Entgelteinbußen verbunden. Das muss man wissen. DH: Die demografische Entwicklung und der Facharbeitermangel lassen keine grundsätzliche Veränderung der Arbeits-

Das Berater-Team wird durch das Potsdamer Modell Magazin unterstützt. Außerdem gibt es öffentlich zugängliche Informationsangebote seitens der IG BCE und des AGV Nordostchemie zum Potsdamer Modell (PM). Auf den jeweiligen Internetseiten ist unter anderem ein interessant gestaltetes Video, welches die Möglichkeiten des PM anschaulich erklärt, zu sehen.

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zeit zu. Deshalb soll jedes Unternehmen den eigenen Arbeitszeitbedarf ermitteln und darauf reagieren können. Die stufen­ weise Absenkung der Arbeitszeit ab 1. Januar 2019 im Rahmen der Auffangregelung war Teil des Tarifabschlusses. Damit sind erhebliche Konsequenzen für die Produktionsplanung und die Personalwirtschaft verbunden. Die Unternehmen brauchen Zeit, um darauf reagieren zu können. Diese haben wir als Tarifvertragsparteien den Unternehmen durch die Stufenlösung verschafft. Nicht zu vergessen sind die damit verbundenen finanziellen Belastungen. Wann beginnt Mehrarbeit und wie gilt die Altersfreizeit? BG: Mehrarbeit beginnt ab der Überschreitung der betrieblich vereinbarten wöchentlichen Arbeitszeit, immer aber ab der 40. Stunde. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass es für die Arbeitszeit weiterhin einen Verteilzeitraum von 12 Monaten gibt. Die Grundsätze zum Anspruch auf Altersfreizeiten gelten weiterhin, Bemessungsgrundlage ist jetzt die jeweils geltende tarifliche Arbeitszeit, also bis zu den 38,5 Stunden/Woche ab 1. Januar 2023 die jeweilige Stufe der Arbeits­ zei­t­reduzie­rung. Ich arbeite Schicht. Wie soll denn das funktionieren? BG: An der Länge einer Schicht wird wohl in den allermeisten Fällen nicht

Daniel Hupka Projektbegleitung des AGV Nordostchemie Tel. 0351 803 6478 hupka@nordostchemie.de

gerüttelt werden, denn der Tag hat nun mal 24 Stunden und bei drei Schichten ergibt sich dann die Schichtlänge. Da ergibt sich aus einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit dann eine Reduzierung der Anzahl der Bringeschichten bzw. eine Erhöhung der Anzahl der Freischichten, je nach Schichtmodell. DH: Schichtarbeit ist nicht zwingend ein Flexibilisierungshindernis. Durch die Festlegung einer betrieblichen Wochenarbeitszeit im Korridor von 32 bis 40 Stunden können sich Schichtsysteme verändern, müssen es aber nicht. Entscheidend ist es, die vorhandenen Kapazitäten möglichst bedarfsgerecht einzusetzen. Warum sind manche Chefs dagegen? BG: Vielleicht gibt es noch die Unsicherheit, wie sich das PM auf die Anzahl der Beschäftigten auswirken wird. Der Fachkräftemangel wird da oft genannt. Doch was uns die demografische Entwicklung bringen wird, ist ja nicht erst seit gestern bekannt. Unternehmen, die selbst bedarfsgerecht ausbilden und ihren Auszubildenden auch eine Übernahme garantieren, sind da ganz sicher besser aufgestellt als andere. DH: Selbstverständlich kann anfangs ein gewisser Aufwand notwendig sein, bestimmte Arbeitszeitsysteme, Betriebsvereinbarungen o.ä. anzupassen. Damit sind aber immer auch Chancen verbunden. Warum haben die Verhandlungen so lange gedauert? BG: Das PM ist ein Tarifergebnis mit völlig neuen Möglichkeiten, tarifpolitisch wurde ganz neu gedacht. Gab es vorher Öffnungsklauseln für Unternehmen, die aus wirtschaftlichen Gründen den Zeitpunkt einer Entgelterhöhung hinaus­ zögern konnten, hat man jetzt inner­halb eines vorgegebenen Rahmens den Betriebsparteien Gestaltungsmöglichkeiten gegeben. Denn diese sind doch die Experten für die speziellen Bedingungen und Notwendigkeiten des eigenen Unternehmens. Das ist mutig, deshalb gab es sicher den einen oder anderen Widerstand aus dem Weg zu räumen. DH: Dass der Weg, diese Idee und ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, Zeit brauchte, ist nachvollziehbar. Kratzt das PM nicht an der Arbeitsmoral? BG: Nein, überhaupt nicht. Wieso das denn?

DH: Ich denke, das wird die Arbeitsmoral eher steigern. Das PM schafft mehr Identifikation mit der eigenen Arbeit und den Zielen des Unternehmens und lässt Freiräume für private Interessen. Muss jeder von uns mitmachen? BG: Zunächst kommt es ja darauf an, welche Art der Umsetzung in meinem Unternehmen vereinbart wird. Wenn eine neue betriebliche wöchentliche Arbeitszeit für alle Beschäftigten oder für bestimmte Bereiche festgelegt wird, dann gilt diese für mich. Wenn es eine freiwillige Betriebsvereinbarung zur individuellen Wahlarbeitszeit gibt, dann könnte ich sehen, ob ich darüber eine abweichende, eventuell sogar meine alte, Arbeitszeit wieder vereinbaren kann. Das hängt dann von den dort konkret vereinbarten Regelungen ab. DH: Ein Kernpunkt des PM ist die Freiwilligkeit. Die Festlegung einer bestimmten Wochenarbeitszeit durch die Betriebs­ parteien betrifft natürlich alle Mitarbeiter. Daneben bleibt die Entscheidung, über eine Wahlarbeitszeit, Altersfreizeiten und andere Instrumente die Arbeitszeit zu gestalten, in den Händen jedes Einzelnen. Macht mehr Freizeit wirklich glück­ licher? BG: Das ist wohl individuell verschieden. Aber ich kenne niemanden, der nicht gerne ein bisschen mehr Zeit für sich hat, egal, wofür sie dann genutzt wird. Ich habe Angst, dass ich durch die flex­ib­le Arbeitszeit an manchen Tagen alleine arbeite, da der eine Kollege später kommt und der andere früher geht. BG: Das ist nicht anders als heute auch, ohne Absprachen und Regeln funktioniert eine Zusammenarbeit im Team nicht gut. Welchen Rat würdet Ihr geben, wenn einer beim PM absolut nicht durchblickt? BG: Na dafür sind wir ja da. Daniel Hupka und ich kommen gerne in jedes Unternehmen und beraten die Betriebspar­ teien und stehen für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. DH: Dafür sind auch die Betriebsräte da, dass sie als Ansprechpartner der Arbeitnehmer zur Verfügung stehen. Diese sollten daher die Informationsmöglichkeiten durch unsere Umsetzungsbegleitung nutzen, um intern qualifiziert beraten zu können.

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hintergrund

Runde

Runde

Runde

Runde

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21. November 2016

2. Februar 2017

7. März 2017

4. April 2017

9. Mai 2017

Absolut keine Bewegung bei den Arbeitgebern in Sicht! Verhandlung muss vertagt werden.

Sachliche Diskussionen! Die Richtung stimmt. Aber zu viele Punkte im Detail, die eine Herausforderung darstellen.

Eisige Stimmung! Keine Bewegung erkennbar. Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben notwendig.

Heiße Wortgefechte. Viele Pausen. Es zieht sich bis zum Abend. Abschluss möglich. Trotzdem vertagt.

Die Einigung! Arbeitszeit­ verkürzung um 90 Minuten erreicht. Jetzt stimmt die Chemie. Im September 2017 startete ein Diskussionsprozess im Rahmen einer Sozialpartnerveranstaltung.

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Sozialpartnerveranstaltungen: In fünf harten Runden zum Potsdamer Modell

IG BCE: 90 Minuten gefordert. 90 Minuten erreicht. Die IG BCE und der Arbeitgeberverband Nordostchemie haben sich im Mai 2017 in der fünften Verhandlungsrunde zum Manteltarifvertrag für die 30.500 Beschäftigten der ostdeutschen ChemieIndustrie in Potsdam auf ein bundesweit einmaliges modernes Arbeitszeitmodell geeinigt. Die Arbeitszeit wird langfristig um 90 Minuten verkürzt. Das Potsdamer Modell sieht einem neuen Vollzeitkorridor zwischen 32 bis 40 Wochenstunden vor. Innerhalb tariflich abgesicherter Leitplanken erhalten die Beschäftigten zudem mehr Souveränität über ihre Arbeitszeit.

Diesem Erfolg gingen vier Verhandlungsrunden voraus (siehe Grafik). Fünf Verhandlungen lang haben die Tarifkommission und die Beschäftigten in den Betrieben immer mehr den Druck auf die Arbeitgeber erhöht, bis es endlich Mitte Mai zum Abschluss kam. Und der kann sich sehen lassen. „Wir haben 90 Minuten gefordert, und wir haben 90 Minuten erreicht“, bringt es Peter Hausmann, Verhandlungsführer und Tarifvorstand der IG BCE, auf den Punkt. Gleichzeitig haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeberverband auf ein modernes Arbeitszeitmodell geeinigt.

Mit dem Potsdamer Modell haben wir einen zukunftsweisenden Abschluss. Arbeitszeit betrieblich innerhalb fester Leitplanken bedarfsgerecht festzulegen, ist bundesweit einmalig.

In Einklang bringen Der kollektive Vollzeitkorridor bildet den Rahmen für mehr Arbeitszeitvielfalt. Und die Beschäftigten können ihre Arbeitszeit künftig an individuelle Bedürfnisse und unterschiedliche Lebensphasen anpassen. Wichtig ist, dass wir auch kleinere Betriebe mitnehmen. Wir werden deshalb in den kommenden Monaten eine Qualifizierungsoffensive starten und gemeinsam mit den Arbeitgebern auf Sozialpartnerveranstaltungen die erfolgreiche Einführung der neuen Arbeitszeit­ instrumente unterstützen. Darüber hinaus definieren die Tarifvertragsparteien in einer gemeinsamen Erklärung die Gestaltung der digitalen Arbeitswelt als Handlungsfeld künftiger Arbeitszeitpolitik. Bei Themen wie mobilem Arbeiten und Erreichbarkeit müssen die Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Einklang gebracht werden. Geschafft! Oliver Heinrich (Nordost), Volker Weber (Hessen-Thüringen), IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann, Arbeitgeber-Verhandlungsführer Thomas Naujoks, Karl Heinz Tebel (Nordostchemie) nach der Unterzeichnung in Potsdam.

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auf einen blick

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Die drei Säulen des Potsdamer Modells

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Die Auffangregel

Betriebliche Arbeitszeit

Individuelle Wahlarbeitszeit

Die wöchentliche Arbeitszeit wird in drei Stufen á 30 Minuten um insgesamt 90 Minuten von 40 Stunden auf dann 38,5 Stunden reduziert.

Abhängig vom benötigten Arbeitsvolumen, den jewei­ ligen Arbeitszeitsystemen und Arbeitsbedingungen kann für den Betrieb oder einzelne Betriebseinheiten eine betriebliche wöchentliche Arbeitszeit innerhalb eines Korridors von 32 bis 40 Stunden festgelegt werden.

Mit der individuellen Wahl­ arbeitszeit können darüber hinaus auch persönliche Arbeitszeitwünsche und individuelle Arbeitszeit­ anforderungen ab 32 Stunden/Woche berück­ sichtigt werden.

Die Arbeitszeit beträgt ↓ ab 1.1.2019 39,5 Stunden/Woche (Stufe 1) ↓ ab 1.1.2021 39 Stunden/Woche (Stufe 2) ↓ ab 1.1.2023 38,5 Stunden/Woche (Stufe 3) Die Auffangregel gilt, wenn die Betriebsparteien keine betriebliche wöchentliche Arbeitszeit vereinbaren.

Die Arbeitsverhältnisse gelten dann auch bei abgesenkter betrieblicher wöchentlicher Arbeitszeit als tarifliche Vollzeit mit allen Ansprüchen: ↓ das zusätzliche Urlaubsgeld von 20,45 Euro für jeden tarif­lichen Urlaubstag ↓ Entgeltumwandlungsbetrag von 478,57 Euro kalender­ jährlich zur Altersvorsorge + 134,98 Euro Tarifförderung ↓ Demografiebetrag nach Tarifvertrag Lebensarbeitszeit und Demografie von 750 Euro für den betrieblichen Demo-Fonds ↓ Volle Jahresleistung von 95 % eines monatlichen Tarifentgelts

Die individuelle Wahlarbeitszeit gilt befristet ohne Nachwirkung, danach automatisch Rückkehr zur betrieblichen wöchent­ lichen Arbeitszeit. Vereinbarung individuell zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Eine freiwillige Betriebs­ vereinbarung ist Voraussetzung und regelt die Rahmen­bedingungen.

Eine freiwillige Betriebsver­ einbarung für mindestens 1 Jahr ist dazu nötig und regelt die Rahmenbedingungen.

Warum heißt das Potsdamer Modell der IG BCE so? Unser Potsdamer Modell heißt in der Tat deshalb so, weil alle Verhandlungen der IG BCE und des AGV Nordostchemie in Potsdam geführt wurden und auch der Abschluss dort stattgefunden hat. Übrigens: Der Begriff „Potsdamer Modell“ ist auch in anderen Bereichen vertreten. Zum Beispiel in der Physiotherapie. Da gibt es ein therapeu­tisches Klettern mit System. Die theoretische Grundlage hierfür bildet das Potsdamer Modell, das Sportwissenschaftler der Universität Potsdam entwickelt und erprobt haben. Es gibt auch ein Potsdamer Modell der Lehrerbildung PSI „Professionalisierung, Schulpraktische Studien, Inklusion“. In der Wirtschaftsinformatik gibt es das „Potsdamer Wissensmanagement-Modell“. Ziel ist die Definition und Dokumentation eines ganzheitlichen Verständnisses von Wissensmanagement, wo es u. a. heißt: Wissen erwerben, Wissen bewahren, Wissen verteilen, Wissensanwendung fördern“.

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treffpunkt

„Wenn ich das gewusst hätte, wäre Die IG BCE schult ihre Betriebsräte intensiv, denn diese müssen fit sein, um mit ihren Geschäftsführungen für die Kolleginnen und Kollegen gute Betriebsvereinbarungen zu ver­han­deln. Die Resonanz der Betriebsräte nach den zweitägigen Seminaren im schönen Bildungszentrum Kagel-Möllenhorst war großartig. Das zeigten Aussagen wie „Das Potsdamer Modell und LephA machen es möglich, speziell für Schichtarbeiter gesündere und akzeptiertere Arbeitszeitmodelle zu entwickeln. Die Chance ist da.“ (Matthias) oder „Die Nebel von gestern haben sich gelichtet. Wir haben gutes Rüstzeug bekommen und viel Arbeit vor uns. Es hat Spaß gemacht.“ (Roger) oder „Ich möchte endlich von dem Jahrhundertmodell 7/7/7 weg. Vielen Kollegen ist mehr Freizeit wichtiger und bestimmt auch einen Cent wert.“ (Simone). Im Folgenden stellen wir Eindrücke der Schulungen vor, auch der gemeinsamen Inhouse-Schulungen bei DOW/Trinseo in Schkopau und Böhlen. Betriebsräte-Seminare in Kagel-Möllenhorst Ein Ort mit guter Lernatmosphäre – das Bildungszentrum der IG BCE in Kagel-Möllenhorst. Insgesamt sieben von acht zweitägigen Seminaren fanden/finden hier statt, ein weiteres wurde in Erfurt angeboten, schließlich sind auch Unternehmen aus Thüringen vom Potsdamer Modell betroffen.

Was ist das Potsdamer Modell? Welche Chancen bietet es? Welche Herausforderungen sind zu meistern? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – Betriebsräte aus dem gesamten Tarifgebiet der chemischen Industrie Ost – lernen und diskutieren. Das Thema ist komplex, denn es gibt zahlreiche Umsetzungsmöglichkeiten. Jedes Unternehmen muss seine passende Variante finden.

Weitere Termine in Kagel-Möllenhorst Termine 30. bis 31. Mai 2018 12. bis 13. Juni 2018 14. bis 15. Juni 2018 25. bis 26. Juni 2018 28. bis 29. Juni 2018

Seminarnummer BWS-065-830904-18 BWS-065-830905-18 BWS-065-830906-18 BWS-065-830907-18 BWS-065-830908-18

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Information und Anmeldung IG BCE BWS GmbH Königsworther Platz 6 | 30167 Hannover Tel. 0511 7631-336 | Fax 0511 7631-775 bws@igbce.de www.igbce-bws.de


treffpunkt

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ich mit mehr Kollegen gekommen“ Die Betriebsräte der Unternehmen DOW und Trinseo in Schkopau und in Böhlen haben sich für einen anderen Weg entschieden. Sie haben in gemeinsamen Inhouse-Seminaren alle ihre Betriebsratsmitglieder durch die IG BCE schulen lassen. Schließlich muss das gesamte Gremium die Betriebsvereinbarungen beschließen, da ist es gut, wenn alle Bescheid wissen und auch die Fragen der Kolleginnen und Kollegen in der Beratung gut beantworten können.

Betriebsräte-Seminar bei DOW und Trinseo Schkopau

Gunther Bischoff DOW Schkopau, Mitglied im Beirat der IG BCE Wir konnten uns nicht vorstellen, mit einem Tarifvertrag die Unternehmenskultur zu ändern (Gunthers Aussage zum LephA-Tarifvertrag). Ich befürchte einen hohen Aufwand zur Umsetzung und dass das Unternehmen den einfacheren Weg gehen will. Also bei 40 Stunden­/Woche bleiben und das dann lieber zu bezahlen. Ich habe aber die Hoffnung, dass durch die Arbeitszeitmodelle das Unternehmen attraktiver im Wettbewerb um Arbeitskräfte wird.

Petra Börner

Betriebsräte-Seminar bei DOW und Trinseo Böhlen

DOW Böhlen, seit 37 Jahren im Unternehmen in vollkontinuierlicher Wechselschicht: Wir brauchen andere Schichtmodelle, mehr Zeit statt Geld. Es ist höchste Zeit, dass da was in diese Richtung passiert, auch wenn ich selbst nicht mehr so viel davon haben werde.

Frank Heuss DOW Böhlen, stellv. Betriebsratsvorsitzender Wir müssen immer daran denken, dass wir bis 67 arbeiten und durchhalten müssen. Hier gibt es jetzt eine Möglichkeit, das besser zu erreichen. Geld ist nicht alles.

Alle waren konzentriert dabei. Die Aufmerksamkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war groß, die Diskussionsfreudigkeit auch. Und auch die gute Laune kam nicht zu kurz, denn schließlich ist es eine gute Nachricht, dass sich mit dem neuen Tarifvertrag in den nächsten Jahren die Arbeitszeit verkürzen wird, wenn die Regelungen entsprechend umgesetzt werden. Schließlich lautete die Botschaft „90 Minuten mehr Zeit für …“.

DOW Olefinverbund GmbH in Mitteldeutschland – das sind die Standorte Schkopau ➊, Leuna, Teutschenthal und Böhlen ➋ mit 1700 Beschäftigten. Zum Produktportfolio gehören hochleistungsfähige Kunststoffe und Spezialchemikalien. Die Standorte der Trinseo Deutschland GmbH Schkopau und Böhlen ➌ mit mehr als 500 Beschäftigten befinden sich ebenfalls in Mitteldeutschland. Hier wird Styrol, Polystyrol und Synthesekautschuk produziert.

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Erstberatung von Arbeitgebern und Betriebsräten in Unternehmen, hier bei Takeda in Oranienburg Während Berlin der Hauptsitz der Vertriebsorganisation ist, stellen mehr als 700 Mitarbeiter im Werk Oranienburg vorwiegend feste Arzneimittelformen, also Kapseln und Tabletten, her. Takeda hatte das Berater-Team Birgit Grunow und Daniel Hupka eingeladen zu einer Erstberatung zur Umsetzung des Potsdamer Modells. Neben allgemeinen Informationen zum Inhalt des Tarifvertrags Chemie Ost konnten auch ganz konkrete Fragen beantwortet werden. Wie in jedem Unternehmen gibt es auch bei Takeda ganz besondere Voraussetzungen, vom Altersdurchschnitt der Belegschaft bis zur bisherigen Verwendung des LephA-Fonds. Auch hierzu gibt das Berater-Team Auskunft. Mit dem neuen Tarifvertrag LephA plus gibt es eine Erweiterung der Verwendungsmöglichkeiten für Qualifikation und Gesundheit und eine Änderung beim Anspruch auf Erziehungszeiten. Es lohnt sich, gut informiert zu sein.

Andreas Schmidt, Bezirksleiter IG BCE Thüringen

Auch wir stehen mit Rat und Tat zur Seite Die Arbeitswelt und ihre Rahmenbedingungen haben sich verändert und werden sich weiter stark verändern. Längere Lebensarbeitszeiten, Schichtarbeit und flexible Arbeitszeit gehören heute in unseren Branchen zur Realität. Die Demografie, der internationale Wettbewerbsdruck und die damit verbun­dene zunehmende Automatisierung und Digitalisierung machen es jedoch für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen nicht einfacher. Eine einfache Arbeitszeitreduzierung wäre daher nur von vorübergehender Bedeutung. Das Potsdamer Modell enthält darum mehr als die klassische Arbeitszeitverkürzung. Die neuen tariflichen Regelungen definieren

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die Vollzeitarbeit neu und geben sowohl den Betriebsparteien als auch jedem Einzelnen die Möglichkeit, seine Vollzeitarbeit selbst zu definieren. Damit können wir in Zukunft auf die verschiedenen Lebens- und Arbeitssituationen besser reagieren und vermeiden Stress und Konflikte im Arbeits- und Familienleben. Die Herausforderung wird natürlich nun darin bestehen, wie unsere neu gewählten Betriebsratsgremien mit diesem neuen tarifvertraglichen Instrument umgehen und welche gemeinsamen betrieblichen Lösungen sie mit unserer Unterstützung finden. Dafür stehen wir ihnen mit unserem Team im IG-BCE-Bezirk Thüringen mit Rat und Tat zur Seite.


treffpunkt

V e r l o su n g Wer hat an der Uhr gedreht? hren Drei tolle U en zu gewinn

Was man in 90 Minuten MEHR alles machen kann … Fußball spielen. Spazieren gehen oder in die Sauna. Angeln. Joggen. Radfahren. Ein Buch lesen. Basteln. Karten spielen. In 90 Minuten zum Nichtraucher werden. „In 90 Minuten um die Welt“ spielen. Und: mehr Zeit für Familie, Freunde, Freundinnen haben. Oder: 90 Minuten aufteilen und ab und zu einfach mal nix tun … 90 Minuten mehr Zeit für: Bezirksfrauenarbeit und die Enkelkinder

Bettina Davids, Hermes Schleifkörper

R ä ts e l f r a g e Nach wie vielen Verhandlungs­runden wurde das Potsdamer Modell unterschrieben? 1. Nach einer Runde? 2. Nach fünf Runden? 3. Nach drei Runden?

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In der Kampagne vor dem Tarifabschluss hatte sich Bettina für 90 Minuten mehr Gleichstellung eingesetzt und war auch in einem eigenen Video-Clip zu sehen. Ihre Botschaft: „Ich engagiere mich in der bezirklichen Frauenarbeit, weil ich es wichtig finde, dass sich Frauen gemeinsam für ihre Rechte einsetzen. Aber Zeit für meine Enkel muss auch sein …!“ So freut sie sich auch auf viele Wanderungen mit ihren drei kleinen Rackern durch die Sächsische Schweiz. Als leiden-

schaftliche Großmutter unterstützt sie damit ihre beiden erwachsenen Kinder, damit diese Zeit für ihre Betriebsratsarbeit haben. Denn Bettina – sie ist seit vielen Jahren Betriebsratsvorsitzende bei Hermes Schleifkörper Dresden – ist nicht ohne Grund stolz, dass ihr Sohn und ihre Tochter in ihre Fußstapfen getreten sind und damit ebenfalls Verantwortung in ihren Unternehmen übernehmen und als Betriebsräte gewählt wurden.

90 Minuten weniger Arbeit: Eine besondere Zeit, reserviert für besondere Menschen

Schickt uns die richtige Antwort per E-Mail bis 20.05.2018 an lb.nordost@igbce.de Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss: 20.05.2018, 24 Uhr

Manuela Grieger, InfraLeuna GmbH

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im fokus

Großes Interesse in den Medien Die IG BCE wurde in zahlreichen Medien als Vorreiter beim Thema flexible Arbeitszeiten betitelt (hier ein paar Auszüge). Der Deutschlandfunk wies in seinem Beitrag darauf hin, dass Berater in den Betrieben darüber informieren werden, wie sich das Potsdamer Modell umsetzen lässt.

Die Chemie muss stimmen. Ohne Chemie geht nichts. Deshalb sind die Berufsaussichten in dieser Branche sehr gut. Die Chemie bietet eine Reihe attraktiver, innovativer und interessanter Berufe, die durch Ausbildung, Weiterbildung und Studium erlernt werden können. Neben dem klassischen Chemiestudium und Chemie-Ingenieurstudium gibt es viele Berufsbilder in Chemietechnik und Labor. Infos auch unter www.gdch.de (Gesellschaft Deutscher Chemiker)

www.zeit.de/wirtschaft/2017-11/flexible-arbeitszeitentarifvertrag-chemiebranche-arbeitnehmer

Gut zu wissen Nie wieder verschlafen?

Achtsamkeit macht gelassener

Die App „Alarmy“ auf dem Smartphone macht’s möglich: Im Grunde ist sie ein ganz normaler Wecker auf dem Smartphone. Aber das einfache „Auswischen“ ist nicht möglich. Stattdessen kann der Alarm nur deaktiviert werden, wenn Du z.B. eine Rechenaufgabe löst oder das Handy 50 x schüttelst oder ein zuvor definiertes Bild (z.B. den Kühlschrank in der Küche) abfotografierst. Das Handy ausmachen geht nicht (Funktion gesperrt). Noch einmal umdrehen und weiterschlafen – unmöglich. Auf jeden Fall kannst Du entspannt frühstücken und kommst nicht mehr abgehetzt zur Arbeit.

Weißt Du noch, wie Dein Kaffee heute morgen geschmeckt hat? Vermutlich nicht. So hetzen viele von uns im Alltag ständig von einer Sache zur anderen – und sind dabei nie ganz bei der (einen) Sache. Dem Moment mehr Aufmerksamkeit schenken – das ist das Ziel von der „Achtsamkeit“. Stau? Oder Schlange im Supermarkt? Ärger mit dem Kollegen? Schalte das Gedankenkarrussell ab und zu einmal aus. Widme dem Moment mehr Aufmerksamkeit, konzentriere Dich nur auf das Hier und Jetzt. Du wirst anders mit der Situation umgehen und mehr Gelassenheit gewinnen.

www.sz-online.de/nachrichten/mehr-freizeit-fuerwacker-mitarbeiter-3689146.html

www.rp-online.de/wirtschaft/wir-wollen-diebeschaeftigten-nicht-kaputt-machen-aid-1.7243606

Impressum: Das Potsdamer Modell Magazin April/2018 | Herausgeber: IG BCE, Landesbezirk Nordost, Inselstraße 6, 10179 Berlin | Verantwortlich: Oliver Heinrich, Birgit Grunow | Redaktion: Karin Aigner, Birgit Grunow | Konzept: AignerPartner, Berlin | Gestaltung: Frank Rothe, Büro für Grafische Gestaltung, Berlin | Druck: BWH GmbH – Die Publishing Company, Hannover | Bildnachweis: S. 1 IG BCE, Birgit Grunow, Daniel Hupka, Fotolia.com/auremar, DGB; S. 2 Blitzfang/Dirk Egelkamp, IG BCE, Die Hoffotografen GmbH, Berlin; S. 3 Tina Merkau/ias-Gruppe, IG BCE, Birgit Grunow; S. 4 Daniel Hupka, S. 5 IG BCE, Birgit Grunow; S. 6 IG BCE; S. 7 Fotolia.com/Arcady; S. 8 IG BCE, Birgit Grunow; S. 9 IG BCE, Birgit Grunow, The Dow Chemical Company/Horst Fechner, Trinseo Deutschland GmbH; S. 10 Takeda Pharma Vertriebs GmbH & Co. KG, IG BCE, Birgit Grunow; S. 11 privat; S. 12 Fotolia.com/Industrieblick/kerkezz, Takeda Pharma Vertriebs GmbH & Co. KG

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