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Gute Arbeit – Begrenzte Arbeit

Ich will . . .

h auch ic r e d h c a n , Arbeit n kann! e lt a h c s b a l a m

Wir machen die Entgrenzung der Arbeit zum Thema. Wir machen Gute Arbeit


Gute Arbeit – Begrenzte Arbeit

Gute Arbeit Entgrenzung der Arbeit – Alltag für viele Beschäftigte! Nehmen Sie Ihre Arbeit oft ungewollt mit nach Hause? Sei es im Kopf oder durch Papierstapel nicht erledigter Aufgaben, die man während der Arbeitszeit nicht geschafft hat. Sind Selbstverantwortung ebenso wie Flexibilität Fluch und Segen zugleich? In flexiblen Arbeitszeitsystemen wird die Praxis unbezahlter Mehrarbeit mehr und mehr zur Normalität. Ausstempeln und die Arbeit fortsetzen zählen auch dazu. Stress ist die Folge. Stress ist die Reaktion des Körpers auf plötzliche Gefahren. Der Körper ist in höchster Alarmbereitschaft und mobilisiert alle Kräfte. Kurzfristiger Stress steigert die Leistungsfähigkeit und fördert soziale sowie fachliche Kompetenzen. Dauerhafter Stress führt zu psychischer Überforderung und bringt uns aus dem Gleichgewicht. Sie fühlen sich unwohl und sind verspannt? Sie sind schnell gereizt, permanent müde und kommen nachts nicht in den Schlaf? Das sind erste Warnsignale in der Folge von Dauerstress, die Ihnen Ihr Körper sendet. Überlastung droht. Dauerhafter Stress macht krank. Das Immunsystem wird geschwächt. Häufige Krankheitsfolgen sind: Verdauungsprobleme, Herz-, Kreislaufbeschwerden, Rücken-, Nacken-, Kopfschmerzen, Nervosität und Erschöpfung, Hörsturz oder Burn-out.

(Stress)Vorsorge im Betrieb Belastungen wirken auf jeden Menschen aufgrund der individuellen Voraussetzungen unterschiedlich. Um Dauerstress gar nicht erst entstehen zu lassen, sind berechenbare Arbeitsbedingungen die beste Vorsorge vor Überlastung. Dazu gehören: • • • •

Kollektives, vertrauensvolles und respektvolles Arbeitsklima Kooperative Führungskultur mit klaren Verantwortlichkeiten Verlässliche Arbeitszeiten Realistische Ergebnisvorgaben

Unternehmen sind verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung für psychische und physische Belastungen durchzuführen, die der Betriebsrat prüft. Stressquellen gehören auch dazu. Sollte


eine Gefährdungsbeurteilung bei Ihnen nicht stattgefunden haben, informieren Sie bitte Ihren Betriebsrat.

Was macht Gute Arbeit aus? Die IG BCE hat mit dem Index Gute Arbeit ein hervorragendes Instrument zur Bewertung von Arbeit geschaffen. Beschäftigte sagen, was Gute Arbeit für sie ist. Ich kann meine Arbeit einteilen und habe genug Zeit, um die gestellten Aufgaben sorgfältig zu erledigen. Es gibt konkrete und realistische Arbeitsziele. Für Personalengpässe bei unvorhergesehenen Arbeitsaufkommen bestehen betriebliche Lösungen. Meine Arbeitsbedingungen ermöglichen mir Arbeit sowie Privatleben im Gleichgewicht zu halten. Ich habe Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Job und erhalte Feedback wie auch Anerkennung für meine Leistungen. Schnelltest: »Kann ich meine Arbeit noch selbst bestimmen oder bestimmt sie mich?« Frage

Ja

Nein

Müssen Sie aufgrund von Zeitdruck oft Abstriche in der Qualität Ihrer Arbeitsergebnisse machen?

Sind Ihre Arbeitszeiten für Sie oft nicht planbar?

Stehen Sie bei der Einhaltung von Ergebnisvorgaben oft unter Zeitdruck?

Läuft Ihr Arbeitszeitkonto aus dem Ruder oder verfallen gar Arbeitsstunden?

Halten Sie regelmäßige Pausenzeiten oft nicht mehr ein?

Müssen Sie Ihre Arbeit vor Ihrem Urlaub vorarbeiten und danach nacharbeiten? Haben Sie häufig wechselnde Einsatzorte?

◯ ◯

◯ ◯

Gibt es bei Ihnen keine Zeitpuffer für Unvorhergesehenes?

Fehlt Ihnen Hilfe und Unterstützung bei der Arbeit, wenn Sie sie benötigen?

Sind Sie auch nach Feierabend häufig im Arbeitszusammenhang erreichbar?

Haben Sie 3 oder mehr Felder mit »Ja« angekreuzt? Dann fällt es Ihnen schwerer als nötig, über Ihre Arbeit zu bestimmen, und es besteht Handlungsbedarf.


Was können Sie tun? Nehmen Sie die Warnsignalsignale des Körpers und Reaktionen von Freunden und Familienangehörigen ernst. Um Ihre Arbeit besser zu gestalten, können Sie Folgendes tun: 1. Schritt: Benennen Sie die Ursachen Woran liegt es, dass Sie die Arbeit auch bis ins Private hinein pausenlos beschäftigt? Ist das Arbeitspensum in der zur Verfügung stehenden Zeit zu schaffen? Muss die Erreichbarkeit 24 Stunden am Tag sichergestellt sein? 2. Schritt: Gestalten Sie Ihre Arbeit mit • Überprüfen Sie Ihr Zeitmanagement. • Setzen Sie Prioritäten und sagen Sie auch einmal »Nein«. • Fordern Sie klare Zuständigkeiten und Aufgabenbeschreibungen von Ihrem Vorgesetzten. 3. Schritt: Gemeinsam mit dem Betriebsrat Lösungen lassen sich finden, in dem Sie individuelle Einstellungen und Verhalten verändern. Konzentrieren Sie sich aber ausschließlich darauf und lassen Sie die organisatorischen Bedingungen außer Acht, befinden Sie sich schnell in einem Teufelskreis. Gute Vorsätze werden wieder und wieder gebrochen, weil die Voraussetzungen einfach nicht stimmen. Entwickeln Sie daher Lösungen mit Ihrem Betriebsrat. Es hängt unmittelbar von der Gestaltung der Abläufe, ausreichender Arbeitszeit und maßvollem Arbeitspensum ab, ob Sie Ihre Arbeit bewältigen können. Wichtig ist: Sie sind nicht allein! Ziehen Sie sich nicht zurück und sprechen Sie mit anderen über Ihre Situation. Nutzen Sie die Hilfs- und Beratungsangebote Ihrer Gewerkschaft und des Betriebsrates. Bringen Sie sich ein, wenn es heißt: »Wir machen Gute Arbeit.«


Gute Arbeit – Begrenzte Arbeit

Wir mischen uns ein. Um Sie vor gesundheitlichen Risiken durch die Arbeit zu schützen, reichen individuelle Strategien wie Entspannungstechniken nicht aus. Die Stressauslöser verstecken sich in der Arbeitsorganisation. Die IG BCE und Ihr Betriebsrat setzen sich für die menschengerechte Gestaltung der Arbeit ein. Wir gehen den Ursachen von Entgrenzung gemeinsam mit den Beschäftigten auf den Grund und begleiten Gefährdungsbeurteilungen.

Wir setzen uns ein für: • Verlässliche und planbare Arbeitszeiten • Klare Festlegung der Arbeitsaufgabe und Rolle • Humane Arbeitsabläufe • Kollegiales und solidarisches Betriebsklima • Gute Führung

Gemeinsam mit Interessenvertretung und IG BCE: Veränderte Mobilitäts- und Flexibilitätsanforderungen in den Unternehmen werden durch den Betriebsrat begleitet. Der Maßstab sind die Interessen und Bedürfnisse der Beschäftigten. Wir sorgen dafür, dass Sie nicht »unter die Räder« kommen. Wir achten auf die Einhaltung gesetzlicher Regelungen und entwickeln weiter gehende betriebliche und tarifpolitische Lösungen. Ein Beispiel ist der Abschluss des »DemografieTarifvertrags« in der Chemischen Industrie. In den Betrieben vor Ort schließen Betriebsräte weiter reichende betriebliche Regelungen zum Schutz der Gesundheit und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen ab. So fordern wir beispielsweise, dass auch die Gesundheit der Beschäftigten Eingang in die Leistungsziele von Führungskräften findet. Damit werden wir den betrieblichen Erfordernissen gerecht und entwickeln passgenaue Lösungen. Gute Arbeit schützt die Gesundheit und erhält die Leistungsfähigkeit. Das ist gut für die Zukunft aller. Für die Beschäftigten und für die Unternehmen.


Ohne Sie läuft nichts: Patentrezepte für jede Situation zu entwickeln, ist lebensfremd. Damit die guten Regelungen auch bis an Ihren Arbeitsplatz wirken, ist es wichtig, dass Sie die Probleme benennen und gemeinsam mit dem Betriebsrat und der IG BCE betriebliche Maßnahmen entwickeln. Wir wollen passgenaue Lösungen entwickeln, die Ihren Bedürfnissen nach Verantwortung und Flexibilität Rechnung tragen und gleichzeitig einen Rahmen setzen, der Sie vor Überlastungen schützt. Die Basis dafür ist Ihre Beteiligung als »Experte oder Expertin in eigener Sache«. Sie kennen die Stellschrauben für Gute Arbeit, an denen gedreht werden muss. Um zukünftig für Gute Arbeit stark zu sein, ist Ihr Beitrag wichtig. Unterstützen Sie den Einsatz für Gute Arbeit mit Ihrer Mitgliedschaft in der IG BCE oder sprechen Sie uns an. Online informieren und beitreten unter:

www.gute-arbeit.igbce.de

Herausgeber: IG BCE – VB 1 Gesamtleitung, Projekt Gute Arbeit Königsworther Platz 6, D-30167 Hannover Projektleitung: Yasmin Fahimi Redaktion: Rajko Pientka, Stefan Weis Kontakt: gute.arbeit@igbce.de Internet: www.gute-arbeit.igbce.de Fotos: Michael Neugebauer Druck: BWH GmbH Hannover


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