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Wasserkraftwerke in Rottenburg Die Nutzung der Wasserkraft hat in Rottenburg eine lange Tradition. 1903/1904 wurde das erste Wasserkraftwerk zur Erzeugung von elektrischem Strom in Betrieb genommen. 1936 folgte das nächste, jedoch kleinere Wasserkraftwerk. 1966 – 1968 wurde der Neckar im Stadtgebiet hochwassersicher ausgebaut. Die beiden Wasserkraftwerke stillgelegt bzw. abgerissen. 1969 ging das Flusskraftwerk an der Tübinger Straße in Betrieb. Das nun zunächst einzige Wasserkraftwerk Rottenburgs erhielt das größte selbsttragende Dachwehr Europas. In erster Linie wurde das Wehr jedoch gebaut, um der Erosion durch den Neckar entgegen zu wirken. Wenn das Wasser des Neckars sozusagen ungebremst durch das Stadtgebiet fließen würde, würde er sich ein immer tieferes Bett graben. Das hätte zur Folge, dass der Grundwasserspiegel in der Stadt absinken würde. Die Häuser würden Setzungsrisse bekommen. Darüber hinaus konnte man durch Wasserkraft auch elektrische Energie zur teilweisen Versorgung des Stadtgebietes gewinnen.

Wasserkraftwerk an der Tübinger Straße

1991 wurde das zweite Rottenburger Wasserkraftwerk “Beim Preußischen“ in Betrieb genommen. Es versorgt bis heute etwa 1700 Haushalte der Kernstadt mit Strom. Großen Wert legte man dabei auch auf umweltfreundliche Bedingungen,


denn im Wehrbereich wurden Fischpässe und Aalwege installiert. Zwischen Rottenburg und Bad Niedernau wurde eine Talauenlandschaft geschaffen. 2001 fanden grundlegende Erneuerungen und Sanierungen des Flusskraftwerks an der Tübinger Straße statt. Dabei wurden unter anderem die bisherigen Turbinen durch zwei, jeweils 22 Tonnen schwere Kaplan-Rohrturbinen ersetzt und das Krafthaus erneuert. Heute versorgt das Kraftwerk etwa 2000 Haushalte mit Strom.

Eine der beiden Kaplan-Rohrturbinen im Flusskraftwerk an der Tübinger Straße

Im Sommer 2009 musste nun nach ca. 40 Jahren das Dachwehr saniert werden. Dieses Projekt kostete 2 Mio Euro und wurde Ende Oktober abgeschlossen.

Das Dachwehr beim Umbau 2009

Beide Wasserkraftwerke zusammen ermöglichen eine Stromversorgung von ca. 3700 Haushalten im Rottenburger Stadtgebiet.


Heute werden über 25 % des Stromverbrauchs der Kernstadt aus regenerativen Energiequellen erzeugt. Die beiden Flusskraftwerke „Tübinger Straße“ und „Beim Preußischen“ haben daran den größten Anteil. Florian Hermes


Wasserkraftwerke in Rottenburg