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14. August 2013 | 33

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt

Muslimen begegnen Wie Andreas Maurer vom Maschinenbau-Ingenieur zum Islam-Experten wurde.

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7 Kritik Aufklärungs-Comic unter Beschuss | 9 Wirtschaft Das Hotel Alpina in Adelboden feiert Jubiläum | 10 Bettag Ein Impulsanlass will dem Bettag wieder mehr Gehör verschaffen 20 Lebenswende Vom Leben und Sterben des Paul Bessler www.ideaschweiz.ch


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e di t or i a l

Das ist das Ende Die Streetparade erschütterte Zürich. Das Motto hiess «Dance for Freedom». «Freedom» heisst zwar Freiheit, aber auch Freizügigkeit, was die Sache wohl besser trifft. Aber etwas anderes hat mich ins Grübeln versetzt. In Deutschlands Kinos läuft ein Film, der es hoffentlich nicht über die Grenze schafft. Sein Titel: «Das ist das Ende». Der Inhalt: Junge US-Pop- und Filmstars feiern eine frivole Party, dann kommt das Ende. Mit blauen Lichtkegeln werden einige wenige in den Himmel entrückt, während sich die Erde öffnet und gierige Lava-Massen Menschen verschlucken. Der Film gilt als Horrorkomödie und somit als nicht ernst zu nehmen. Doch ein solch apokalyptisches Szenario ist in der Bibel vorausgesagt. Zum Beispiel von Petrus: «Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit grossem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden» (2. Petrus 3,10 LU). Jesus bestätigt, dass Himmel und Erde vergehen werden (Matthäus 24,35). Aber für viele gilt die Bibel als Märchenbuch und somit als nicht ernst zu nehmen. Der blaue Lichtstrahl der Erlösung streicht an den Hollywood-Stars vorbei. Sie sterben der Reihe nach. Rihanna wird als erste vom Loch im Vorgarten verschluckt. Die Stars sind derart mit sich selbst beschäftigt, dass sie gar keine Zeit für andere Gedanken haben. Schliesslich verschanzen sich sechs von ihnen in Francos Haus. Solange sie gemeinsam kiffen und gamen geht alles gut. Der Ernst der Lage wird ausgeblendet. Sie meinen, der Hölle draussen vor der Tür schon irgendwie entrinnen zu können. Statt Rettung zu suchen, blödeln sie weiter. Was ist, wenn eintrifft, was Johannes (Offb. 6) beschreibt und «der Himmel wie eine Schriftrolle zusammengerollt und die Berge und Inseln wegbewegt werden»? Jesus verglich die Zeit vor dem Ende mit der Zeit vor der Sintflut: «(…) sie assen, sie tranken, sie heirateten und liessen sich heiraten (…) und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam (…)». So unsäglich dieser Film auch ist – mit etwas Abstand betrachtet, hält er uns den Spiegel vors Gesicht. Worauf bauen wir? Was ist wichtig? Wofür setzen wir uns ein? Rolf Höneisen

Impressum Idea Schweiz Herausgeber: Idea Information AG, 4410 Liestal Verwaltungsrat: Heiner Henny, Präsident, Sam Moser (Stellvertreter), Paul Beyeler, Hans Lendi, Helmut Matthies, Matthias Spiess Ideelle Trägerschaft: Schweizerische Evangelische Allianz (SEA), Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG), Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM) Redaktion: Aemmenmattstrasse 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 44, Fax 031 819 71 60 E-Mail: redaktion@ideaschweiz.ch Internet: www.ideaschweiz.ch Chefredaktor: Rolf Höneisen Büro: Steinackerstrasse 4, 9214 Kradolf Tel./Fax 071 642 44 21 E-Mail: rolf.hoeneisen@ideaschweiz.ch Redaktion: Thomas Feuz, Christof Bauernfeind Erweitertes Team: Christian Bachmann, Mirjam Fisch-Köhler

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Verlagsmanager: Roland Rösti, 031 818 01 25, verlag@ideaschweiz.ch Kundenberatung Anzeigen: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstrasse 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 42; Fax 031 819 38 54 E-Mail: inserate@ideaschweiz.ch Aboservice: Jordi AG – das Medienhaus, Franziska Schüller, Aemmenmattstrasse 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 20, Fax 031 819 38 54 E-Mail: abo@ideaschweiz.ch Abopreise: Jahresabo Fr. 145.–, Seniorenabo Fr. 117.–, Halbjahresabo Fr. 77.–. Das Abo ist unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist jeweils zum Bezugsende kündbar. Konto: PC-Konto 40-788586-4 Idea Information AG, 4410 Liestal Layout/Druck/Versand: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstrasse 22, 3123 Belp www.jordibelp.ch Einzelverkaufspreis: CHF 4.–

Bilder: AVC/zvg (Titelseite); zvg (Seite 3)

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BiBLiSCh Ein Lieblingsbibelwort von Stefan «Sent» Fischer, Gemeindepastor und Rap-Musiker, Nussbaumen AG.

«Der Menschensohn feiert und trinkt, und von ihm sagt ihr: ‹Er ist ein Schlemmer und Säufer, und die schlimmsten Leute sind seine Freunde!›» Lukas 7,34 «Die schlimmsten Leute sind seine Freunde» – die schönste Beleidigung, die Jesus erhalten konnte, und doch muss es ihn massiv geschmerzt haben, missverstanden zu werden. Was die Kritiker an Jesus beobachtet haben, war, dass er mit den übelsten Sündern und zwielichtigsten Gestalten der Gesellschaft ganz natürlich Zeit verbracht hat und ihr Vertrauen gewinnen konnte. Er wurde ihr Freund und einige folgten ihm nach. Das ist gewaltig! Nur schon diese Tatsache lässt mich auf mein eigenes Leben schauen und mich fragen: Welchen ‹schlimmen Leuten› kann ich – im Bewusstsein, dass Jesus in mir lebt – meine Freundschaft anbieten und sie so mit Jesus in Kontakt bringen?»

WörtLiCh «Wir wollen Gottes Wort überall verbreiten und es für Christen einfacher machen, ihren Glauben und Gottes Liebe zu teilen. Das ist es, was die Welt zu diesem Zeitpunkt braucht.» Das einstige Model für Dessous, Kylie Bisutti, machte im «Blick» Schlagzeilen. In ihrer Autobiografie rechnet sie mit der Mode-Industrie ab. Sie selbst sei ausgebeutet und sexualisiert worden. Seit ihrer Hinwendung zu Jesus geht sie einen neuen Weg und führt eine Kleiderlinie namens «God inspired fashion» («Von Gott inspirierte Mode»). Auf Hosen und T-Shirts sind Bibeltexte aufgestickt.

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«Den Mut haben, Fragen zu stellen» muslimen begegnen Andreas Maurer ist regelmässiger Moschee-Besucher und überzeugt, dass Gott

Muslime nach Europa geschickt hat, damit auch sie das Evangelium hören. Christen ruft er dazu auf, Brücken zu bauen und Zeugnis zu geben. Im Auftrag der AVC bietet er praktische Schulungen an. Andreas Maurer, Sie sind gelernter Maschinenbau-Ingenieur. Wie kam es, dass Sie heute als Islam-Experte tätig sind? Ich habe meinen gelernten Beruf eigentlich sehr gerne gemacht. Von meinem Arbeitgeber bekam ich eines Tages ein Angebot, in den USA zu arbeiten. Das war eine attraktive Gelegenheit. Ich hätte mich allerdings für einige Jahre verpflichten müssen. Die Entscheidung habe ich mir gut überlegt und darüber gebetet. Ich fühlte mich dann aber für die Missionsarbeit berufen. Also kündigte ich und ging mit meiner Familie nach England an eine Bibelschule. Dort sind Sie dann mit dem Thema Islam in Berührung gekommen? Ja, es wurde ein freiwilliger Kurs über den Islam angeboten. Ich war neugierig, so schrieb ich mich ein. Dabei kam ich zum ersten Mal mit dem Thema in Berührung. Vorher wusste ich überhaupt nichts über den Islam. Das war 1982. Es gab noch relativ wenige Muslime in der Schweiz. Die muslemische Theologie hatte mich aber zunächst abgeschreckt, denn die einzelnen Richtungen im Islam sind sehr kompliziert. Am Schluss betete ich: «Herr, schick mich irgendwo hin in die Mission, nur nicht zu den Muslimen.» Dann wurde mir aber bewusst, dass ja nicht ich Muslime bekehren kann. Gott will einfach, dass wir uns ihm zur Verfügung stellen und ein Zeugnis sind. Mir ist wichtig, dass ich nicht von sichtbaren Früchten abhängig bin, sonst hätte ich wohl schon lange aufgegeben. Sie gingen dann nach Südafrika. Warum gerade dorthin? Die meisten Leute wissen nicht, dass in Südafrika viele Muslime leben. Sie kamen im 17. Jahrhundert als Sklavenarbeiter ins Land. Durch die Apartheid gibt es ganze Quartiere in den Städten, in denen nur Muslime wohnen. Es gibt viele unterschiedliche Gruppierungen: Pakistani, Inder, Malaysier und so weiter. Sie hatten von der Bibelschule wahrscheinlich viel theoretisches Wissen über den Islam. Was überraschte Sie in den realen Begegnungen mit Muslimen? Ja, mein Wissen war rein theoretisch. Ich hatte keine Ahnung, wie man in der Praxis mit Muslimen umgeht – das war Neuland. Natürlich hilft kulturelles Hintergrundwissen. Je mehr man weiss, desto besser kann man kommunizieren. Ich merkte aber schnell, dass die Muslime sehr verschieden sind. Der Volksislam ist überall unterschiedlich. Jeder

Zur Person

Andreas Maurer (61), Dr. theol., ist verheiratet mit Ruth und hat drei erwachsene Söhne. Der gelernte Maschineningenieur studierte ab 1982 Theologie an Universitäten in England und Südafrika. Er promovierte zum Thema: «Christentum und Islam, Bekehrungsmotive von Christen und Muslimen». Von 1984 bis 1999 war er im südlichen Afrika für die SMG (Schweizerische Missions-Gemeinschaft) unter Muslimen tätig. Darauf folgte eine Tätigkeit als TrainingsKoordinator bei AWM (Arab World Ministries) und als wissenschaftlicher Leiter bei Ifl (Institut für Islamfragen, Schweiz). Seit März 2011 ist Andreas Maurer als Islam-Experte bei der AVC (Aktion für verfolgte Christen und Notleidende) tätig. Er ist Autor des Buches «Basiswissen Islam – Wie Christen mit Muslimen ins Gespräch kommen». Bild: idea/Christof Bauernfeind

Muslim lebt seinen Glauben wieder etwas anders. Man muss zunächst einfach bereit sein zuzuhören und darüber zu beten, wie Gottes Wort ansetzen kann. Man muss flexibel sein. Das musste ich dann auch erst lernen.

Wenn ich keine grenzen setze, dann ist das ein Zeichen für einen schwachen glauben. Das sind sich viele Christen nicht bewusst. Was mussten Sie zum Beispiel lernen? Die Muslime wissen teilweise gar nicht so viel über ihre eigene Religion. Zum Beispiel bringen sie die fünf Pfeiler des Islam mit den sechs Glaubensartikeln durcheinander. Ich merkte, dass ich nicht alles voraussetzen kann. Wie gehen Sie vor? Welche Fehler haben Sie gemacht? Mein Ansatz ist, dass ich in erster Linie einfach Fragen stelle und zuhöre. Ich machte anfangs den Fehler, oft alleine Muslime zu besuchen, anstatt zu zweit. Teilweise kam ich dann in die Bedrängnis und wurde von fanatischen Muslimen bedroht. Man muss wissen, wie man mit den Menschen umgeht, damit Freundschaften entstehen können. Oftmals gehe ich in die Moscheen, um dort mit Muslimen zu reden. Ich mache immer zuerst einen Termin mit dem obersten Moscheeleiter und stelle mich vor. Ich sage zu Anfang klar: «Ich bin daran interessiert, was sie unter der Wahrheit verstehen und möchte bessere Beziehungen herstellen. Aber ich bin auch gerne bereit, zu erklären, was ich unter der Wahrheit verstehe.» Das ist sehr wichtig. Ich frage: «Was haben sie für Veranstaltungen, bei denen ich als Christ auch dabei sein kann?» Jede Moschee ist wieder anders. Und wenn man nicht fragt, dann weiss man es nicht. Das ist ein zentraler Punkt: Wer nicht fragt, der nimmt Dinge an, die richtig sein können, die aber auch falsch sein können. Man muss aber auch wissen, wo die Grenzen sind. Was mache ich mit und was nicht? Ich ziehe zum Beispiel die Schuhe aus, mache aber die rituelle Waschung und das Gebet nicht mit. Ich sitze hinten und unterhalte mich mit den Leuten. Mit allem, was man als Christ macht, sendet man gewisse Signale an einen Muslim. Wenn ich keine Grenzen setze, dann ist das ein Zeichen für einen schwachen Glauben. Mein Glaube ist dann für sie nicht begehrenswert. Das sind sich viele Christen nicht bewusst. Oft scheut man sich davor, solche Grenzen zu setzen. Gehen dann die Türen nicht zu? Meine Erfahrung ist: Wenn ich mich richtig vorstelle, dann habe ich in den meisten Fällen offene Türen. Es gibt viel mehr Moscheen, die offener sind, als man denkt. Zum Beispiel gibt es hier in Zürich eine arabische Moschee mit einer öffentlichen Bibliothek. Zu den Öffnungszeiten kann ich dort jederzeit hingehen und Bücher lesen. Aber es ist wichtig, dass ich die Erlaubnis vom höchsten Moscheeleiter habe. Andere Muslime führen einen Laden oder ein Restaurant. Ich habe viele wunderbare Erlebnisse gemacht. In Südafrika ging ich regelmässig in eine Moschee, die eine Koran-Lesegruppe hatte. Dort konnte ich auch selbst viel lernen und habe viel zugehört. Bald wurde ich gefragt: «Was sagt eigentlich die Bibel zu unseren Fragen und Meinungsverschiedenheiten?» idea Spektrum 33.2013


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Wer mit Muslimen ins Gespräch kommen will, der braucht also ein fundiertes Bibel- und Koranwissen... Viele Christen kommen zu mir und sagen: «Ich kenne mich nicht gut aus, ich schweige besser.» Aber wir haben keine Ahnung, was wir eventuell in Bewegung setzen, wenn wir einfach den Mut haben, Fragen zu stellen. In meinem Buch habe ich einige Beispielfragen aufgelistet. Um gute Fragen zu stellen, hilft es, wenn man Bescheid weiss, aber man muss kein Experte sein. Als Grundlage kann mein Buch dienen und als Weiterbildung die monatlichen AVC-Islamseminartage in Aarau. Können Sie ein Beispiel für so eine Begegnung nennen? Ich war vor einiger Zeit in Zürich und habe einen islamischen Laden besucht. Der Inhaber war aus dem Jemen, er verkaufte Kleidung, Bücher und andere islamische Artikel. Ich fragte ihn einiges über die Dinge, die er verkaufte. Dann fragte ich ihn, warum er fünfmal am Tag bete. Durch einfache Fragen kommen Muslime oft ins Nachdenken und merken, dass der Koran vieles ja gar nicht sagt. Etwa, dass sie fünfmal am Tag beten müssen. Über 70 Prozent von dem, was viele Muslime denken, steht gar nicht im Koran. Das ist oft ein «Augenöffner». Der Mann im Laden sagte mir am Schluss: «Es freut mich, dass sie als Schweizer zu mir in den Laden kommen.» Er war schon über zwei Jahre in Zürich, weil er wissen wollte, was das Christentum ist. In Gesprächen auf der Strasse bekam er das Gefühl, dass die Schweizer ein Problem mit ihrem Glauben haben, es also ein schwacher Glaube ist. Beobachten Sie die Entwicklung des Islam in Europa mit Sorge? Ich sehe den Islam eher als eine Herausforderung. Meine Meinung ist, dass Jesus die Wahrheit ist und die Wahrheit bleibt bestehen. Ich sehe für den Islam weltweit eine ähnliche Entwicklung, wie die des Kommunismus: er fällt zusammen. Das Problem sind nicht die vielen Muslime, sondern eher die christlichen Gemeinden. Wenn Christen den Mut haben, Fragen zu stellen und ihren Glauben klar darzustellen, dann wird sich der Islam nicht ausbreiten. Ich glaube, dass Gott die Muslime nach Europa geschickt hat, weil er will, dass auch sie das Evangelium hören. Frage ist: Sind wir Christen bereit, den Muslimen ein Zeugnis zu sein? Sind wir bereit, sie aufzunehmen und ihnen eine neue Heimat zu geben? Leider wird oft befürchtet, dass die konvertierten Muslime zusätzliche Probleme erzeugen könnten. Die Gemeinden haben meist genug eigene Probleme. Es gibt nur wenige Gemeinden, die eine Arbeit unter Muslimen etabliert haben. Natürlich muss nicht jeder Christ dazu berufen sein, Muslime zu erreichen. Aber die Gemeinden sollten mit Information und Gebet hinter der Arbeit von denen stehen, die eine Liebe für Muslime haben.

Wenn Christen den mut haben, Fragen zu stellen und ihren glauben klar darlegen, dann wird sich der islam nicht ausbreiten. Wie kann eine Schweizer Gemeinde Muslime erreichen? Zuerst muss die Gemeindeleitung ein «Ja» dazu haben. Ich führe spezielle Kurse für Gemeinden durch und zeige ihnen verschiedene Möglichkeiten, wie sie die Sache angehen können. Dann wird eine Initiativgruppe gegründet, die ein Herz für Muslime hat. Diese Leute werden speziell geschult. Nachher wird eine Strategie entwickelt werden. Die Gemeinde muss regelmässig dafür beten und informiert werden. Was kann zum Beispiel praktisch unternommen werden? Man kann Kalender verkaufen oder Begegnungsgespräche zwischen Christen und Muslimen organisieren. Man kann einen Ausländerabend mit Essen veranstalten oder man entwickelt einen Fragebogen und besucht Muslime zu Hause. Eine Gruppe, die ich kenne, macht Geburtstagsbesuche bei Frauen. Deutschkurse oder Computerkurse können angeboten werden. Es gibt sehr viele Möglichkeiten. idea Spektrum 33.2013


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Wichtig ist, überhaupt etwas zu machen. Es muss aber nachhaltig sein. Die Begegnungen sollten nicht einmalig bleiben. Es gibt aber auch die gewalttätige Seite des Islam, den Islamismus. Wie stark muss man diese Gefahr im Hinterkopf haben? Wenn ich in eine Moschee gehe, dann bin ich mir bewusst, dass dort zum Teil radikale Muslime sind. Aber es ist manchmal einfacher mit ihnen zu reden, als mit den Liberalen. Bei einem radikalen Muslimen weiss man, woran man ist. Ich habe keine Berührungsängste und auch keine Angst. Vor allem, wenn man einfache Fragen stellt. Fragen stellen kann man sogar in Saudi-Arabien. Wenn ich am Anfang klar sage, was ich glaube, dann haben sie vor mir mehr Respekt, als wenn ich um den heissen Brei herumrede. Sonst denken sie, ich hätte ein Problem mit meinem Glauben. In Südafrika ging ich vier Jahre lang regelmässig in eine Moschee. Ich habe einfach mit den Menschen gesprochen und für sie gebetet. Dann kam ein muslimischer Freund zu mir: «Andreas, jetzt kommst du schon vier Jahre in die Moschee und bist noch nicht Moslem. Du musst etwas haben, was stärker als der Islam ist. Was ist das? Sag es mir.» Wir Christen lassen uns zu sehr vom äusserlich starken Glauben vieler Muslime beeindrucken. Aber das ist oft eine Scheinsicherheit. In einer Gruppe zeigt ein Muslim nicht das wahre Gesicht. Aber zu Hause unter vier Augen merke ich, dass sie viel Angst haben. Der Islam ist eine Religion der Angst. Es gibt keine Verheissungen. Man weiss nie, ob Allah jemanden annimmt oder nicht. Allah hat es nicht nötig, Verheissungen zu geben. Sie arbeiten jetzt seit 2011 bei der Aktion für verfolgte Christen, AVC. Wie kam es dazu? Der AVC arbeitet in vielen Ländern und vermehrt in islamischen Ländern. Die meisten Länder, in denen Christen verfolgt werden, sind islamisch. Man wollte jemanden haben, der sich hier besser auskennt. Darum wurde ich angefragt. Ich lege grossen Wert darauf, nicht nur theoretische Erfahrung zu haben. Mein Ziel ist es, mindestens eine Begegnung pro Woche mit einem Muslim zu haben. Das erreiche ich nicht immer. Aber ich habe regelmässige Besuche. Das ist wichtig. Die Aktualitäten verändern sich, wie jetzt durch den arabischen Frühling. Was ist Ihre Aufgabe bei AVC? Ich veranstalte Vorträge und Seminare im In- und Ausland. Ich betreue Konvertiten und organisiere Begegnungen zwischen Christen und Muslimen. Ich stelle Schulungsmaterial für Christen her. Durch meine Mitarbeit bietet der AVC jetzt in der Schweiz Seminare zu diesen Themen an. Im Weiteren macht AVC in den Sprachgruppen Nachforschungen, ob mein Buch eine Hilfe für die örtlichen Christen wäre. Wenn ja, dann wird das Buch in deren Sprache übersetzt. Die Begleitung der Übersetzungen des Buches nimmt viel Zeit in Anspruch.

Jubiläumsfeier: 25 Jahre AVC schweiz

Noch nie sind so viele Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt worden wie heute. Das Christentum ist dabei die mit Abstand am stärksten verfolgte Religion. Nicht zuletzt die jüngsten Ereignisse in Syrien zeigen, dass das Anliegen der AVC (Aktion für verfolgte Christen und Notleidende) nichts von seiner Aktualität und Brisanz verloren hat. Anlass für die Gründung der Organisation in Deutschland waren ursprünglich die Christenverfolgungen in den ehemaligen Ostblockstaaten. 1970 stellten einige Pastoren einen Hilfstransport aufgrund einer Flutkatastrophe in Rumänien auf die Beine. Im Land trafen sie auf Christen und erhielten so Informationen aus erster Hand über die Verfolgung hinter dem Eisernen Vorhang und den grossen Mangel an Bibeln. Weitere Transporte hatten allerdings unerwünschte Folgen: Fünf rumänische Pastoren wurden verhaftet. Im Jahr 1972 wurde deshalb in Deutschland ein Schweigemarsch organisiert, um für ihre Freilassung einzutreten. Name des Veranstalters: «Aktionskomitee für verfolgte Christen». Die Gefangenen kamen frei – die AVC war geboren. Schon seit 1972 hatten auch Schweizer regelmässige Kurierfahrten mit Hilfsgütern und verbotenen Bibeln in verschiedene kommunistische Länder unternommen. Am 1. Mai 1987 wurde zunächst eine AVCZweigstelle und 1988 ein eigenständiger Verein AVC in der Schweiz mit Sitz in Safnern bei Biel gegründet. Ihr Leiter ist Daniel Hofer. Das AVCZentrum beinhaltet einen Bürokomplex und Lagerräume. Hier können auch Hilfsgüter abgegeben werden. Parallel zur Unterstützung von bedrängten Christen war die AVC von Beginn an auch karitativ tätig und engagierte sich für die Weitergabe des Evangeliums. Heute hilft AVC weltweit in rund 60 Ländern auf vier Kontinenten. Ein neues Angebot in der Schweiz besteht aus den Seminaren «Muslimen begegnen» mit Andreas Maurer am Theologisch-Diakonischen Seminar Aarau (TDS). Es richtet sich an Christen, die Brücken zu Muslimen bauen wollen. Die Themen reichen von der Geschichte des Islam über Gesprächsführung bis zur Begleitung von Konvertiten. Der Auftrag AVC teilt seinen Auftrag in drei Schwerpunkte auf: 1. Verfolgten Christen beistehen 2. Notleidenden helfen 3. Jesus bekannt machen Grosses Jubiläumsfest Das grosse AVC-Fest zum Jubiläum findet am 24. August in Safnern bei Biel statt. Auf dem Programm stehen vor allem Lebensgeschichten von ehemals verfolgten Frauen und Männern, aber auch Rück- und Ausblick auf die Arbeit der AVC. www.avc-ch.org, www.britomu.org

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Pille, Präser, Pipapo: kritik am Comic «Hotnights» SexuALAufkLärung Der als Lehrmittel eingesetzte Comic «Hotnights» ist unter Beschuss. Der Inhalt sei zu einseitig.

Das Bündnis Christliche Schweiz (BCS) kritisiert das Bundesamt für Gesundheit und die Migros für die Unterstützung dieser Aufklärungs-Broschüre für Teenager und fordert ihren Rückzug. Doch BAG und Migros bleiben gelassen. In England geben zwei Drittel der 11- bis 13-Jährigen an, sich im Internet pornografische Inhalte anzusehen. Am Filmfestival Locarno wird der Skandal-Film «Feuchtgebiete» gezeigt. Open Airs sind rechtsfreie Räume, was Altersgrenzen und Verhalten anbelangt. Vor diesem Hintergrund steht der im Herbst 2012 im Schulverlag Plus vertriebene und von der Fachstelle Sexuelle Gesundheit Schweiz (SGS) herausgegebene Comic «Hotnights».

Übungsfeld Open Air

Die Geschichte begleitet sechs Jugendliche an ein Open Air, wo sich die Ereignisse dramatisch zuspitzen. Malou will Tobi, Tobi kriegt Probleme, Samet liebt Nina, Fabienne gibt Ratschläge per SMS, Johnny ist gut drauf, und mit wem hat Marc etwas? Die Verfasser widmen das als Lehrmittel gedachte Werk «allen Jugendlichen, auf dass sie eine selbstbestimmte und erfüllte Sexualität entwickeln können». Ohne Mahnfinger, nur «mit dem allernötigsten Minimum an Safer-Sex-Botschaften», geeignet für die schulische Sexualaufklärung in der Oberstufe (ab 14 bis 15 Jahren). Auf welchen Werten basiert «Hotnights»? Die heraus-

keine Verantwortung? Gemäss Daniel Koch vom BAG ist die Subvention an die SGS konform mit dem NPHS (Nationales Programm HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen), «ohne dass damit der Bund für den Inhalt der von SGS erarbeiteten Produkte verantwortlich ist». Dass das BAG bis zu 90 Prozent der laufenden Ausgaben der SGS bezahlt und dennoch erklärt, für den Inhalt einer subventionierten Broschüre nicht verantwortlich zu sein, ist für Christoph Keel vom BCS hingegen unhaltbar: «Ist das der ‹neue Stil› des BAG: Andere subventionieren, damit man seine Hände in Unschuld waschen kann?» www.buendnis-c.ch

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gebende Fachstelle Sexuelle Gesundheit Schweiz schreibt: «Die Themen wie Beziehung, sexuelle Orientierung und Sexualität werden auf der Basis der sexuellen Rechte behandelt.» Das heisse zum Beispiel, Jugendliche hätten ein Recht auf eine eigene Meinung, auf Privatsphäre und auf Freiheit bei der Wahl ihrer Partner und würden nicht aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert. Die SGS fördere die Qualität in der Sexualerziehung, sagt Stellenleiterin Anita Cotting: «Durch Ausbildung, Präsentation und Verbreitung international anerkannter Qualitätskriterien.» Sexualität sei ein grundsätzlich positiver Lebensaspekt, sexuelles Handeln solle verantwortungsvoll geschehen.

SGS-Leiterin Anita Cotting: «Aufklärung verbessern.»

Elterncoach Regula Lehmann: «Pervertiertes Umfeld.»

Die daraus abgeleiteten Appelle sind altbekannt: «Tu, was dir und dem anderen Spass macht», «Alles okay, solange du den anderen liebst», «Gut ist, was für beide stimmt», «Hauptsache, du schützt Dich» und sonst gibt es die «Pille danach». Unterschiedliche sexuelle Orientierungen werden ausdrücklich als gleichwertig dargestellt. Viele dieser Slogans stammen aus den Anti-Aidskampagnen. Die Fachstelle SGS führt denn auch einen Internetshop, wo neben Kondomen und Gleitgel auch die roten «Aids-Schleifen» (Red Ribbon) verkauft werden.

Sexualisiert und einseitig

Regula Lehmann, vierfache Mutter, Autorin des Buches «Sexualerziehung? Familiensache!» (Brunnen Verlag), Referentin und Mitglied in der «Interessengemeinschaft Sexualerziehung Schweiz», hat sich «Hotnights»

Sexualität sei zu kostbar, um erste Erfahrungen «in einem derart ungeschützten und pervertierten Umfeld zu machen».

geld von Staat und Migros

Erntet Kritik wegen «einseitiger Darstellung»: Dieser Comic dient als Lehrmittel im Aufklärungsunterricht.

angeschaut. Ihr Fazit: «Meinen eigenen Teenagern und Jugendlichen werde ich ‹Hotnights› nicht als Aufklärungs-Lektüre empfehlen.» Die Broschüre spreche nur Jugendliche an, die bereits stark sexualisiert seien. «Ist es angebracht, Teenager auf diese Weise zu freizügiger und weitgehend unverbindlicher sexueller Aktivität zu ermutigen?»

Warum als Lehrmittel?

Der Comic ist gespickt mit vulgären Ausdrücken und sexuellen Anspielungen. So wird die Zeltstadt als «Bumsfeld» bezeichnet. In einem Kommentar in «Livenet» stellt Regula Lehmann viele Fragen: «Wie kommt es dazu, dass dieses Heft als Unterrichtsmaterial angeboten wird? Ist es sinnvoll und verantwortbar, junge Menschen auf diese Art ins Thema ‹sexuelle Aktivität› einzuführen? Wie ‹safe› ist Safer Sex wirklich? Weshalb wird im Comic nicht deutlicher auf die psychischen und seelischen Konsequenzen von zu frühen oder häufig wechselnden sexuellen Beziehungen hingewiesen?» Regula Lehmann: «Es wird zu wenig auf die seelische Komponente und die möglichen Folgen von wechselnden sexuellen Beziehungen, Beziehungsabbrüchen, Abtreibungen etc. eingegangen.»

Im Jahr 2011 finanzierte das BAG über 90 Prozent des Aufwands der Fachstelle SGS. Der Comic «Hotnights» wurde somit fast ausschliesslich aus Steuergeldern finanziert, wobei ein Zustupf der Migros den Verkaufspreis zusätzlich um 20 Prozent vergünstigte. Nun fordert das Bündnis Christliche Schweiz (BCS) Bundesrat Berset und das BAG auf, den Comic zurückzuziehen. Berset solle garantieren, dass künftig keine Subventionen mehr an die «durch das BAG vorgeschobene» Stiftung Sexuelle Gesundheit Schweiz ausgeschüttet werden. Auch die Migros solle sich distanzieren, meint man beim BCS. «Hotnights» zeige eine «nur von einer Minderheit von Jugendlichen so gelebte Sexualität». Bei der Migros reagiert man gelassen. Projektleiter Robert Sempach ist der Meinung, das Sexualkunde-Lehrmittel tangiere keine christlichen Grundwerte. Auch aus der Sicht des BAG spricht nichts gegen «Hotnights» als Lehrmittel, «auch wenn dieses aus moralischen oder weltanschaulichen Gründen nicht von allen in der Schweiz lebenden Personen gutgeheissen wird». Die Wahl des Lehrmittels stehe schliesslich jeder Lehrperson frei.

Alternativen gefordert

Die Empfehlungen zum Umgang mit Sexualität den gesellschaftlichen Tendenzen anzupassen, führe in eine Sackgasse, mahnt Erziehungsexpertin Regula Lehmann. Die Folge sei ein «fataler Mangel an der Fähigkeit zu tiefer sexueller Intimität und Bindung». Es müsse Literatur geben, die einen ganzheitlicheren Zugang zur Thematik Sexualität ermöglicht. «Und wo nicht, wird es Zeit, diese auf den Markt zu bringen», fordert Elterncoach Lehmann. rolf Höneisen Bilder: Schulbuchverlag Plus, LIvenet/zvg, SGS


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hotel Alpina: liebe geht bis ins Detail JoUrNAl christliche hotels Am Wochenende feierte das Hotel Alpina in Adelboden BE das

50-Jahr-Jubiläum. Aus dem früheren Jugendhaus entstand ein Drei-Generationen-Hotel. Das Credo des Teams: Kleine Aufmerksamkeiten machen den grossen Unterschied. «Manchmal sind es Kleinigkeiten, die das Besondere ausmachen», sagt René Müller-Oester. Seit bald 15 Jahren ist er im «Alpina» Direktor und Gastgeber aus Leidenschaft, und noch immer ist ihm das Detail wichtig. «Bei uns sollen sich Einzelgäste, Familien und Gruppen wohlfühlen. Das gilt auch fürs Mitarbeiterteam.»

50 Jahre hotel Alpina Die Geschichte des Hotels Alpina begann mit einem Jugendwerk. Die Trägerschaft wechselte von der Evangelischen Gemeinschaft zur EMK und zu einer Genossenschaft. Die nächsten Anlässe: 24.-31. August: Bibel- und Ferienwoche (AVC), 7.-14. September: Ferienwoche 55plus, 28. September-5. Oktober: Herbst-Bibelwoche www.alpina-adelboden.ch

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Die CVP spricht sich für ein Kopftuchverbot an Schulen aus. Die Parteiführung hat einen Entwurf für ein Gesetz zu Kleidervorschriften erarbeitet. Bestrebungen sowohl für ein Kopftuch- als auch für ein Burka-Verbot gibt es auch bei der SVP. Im Kanton Tessin wird am 1. September über eine Anti-BurkaInitiative abgestimmt. (idea)

confession: erste Diplomfeier

Vom Gärtner zum Gastgeber

René Müller ist im Hotel Alpina aufgewachsen. «Meine Eltern und Mitarbeitende prägten mich positiv», sagt der 45-Jährige. Nach der Ausbildung zum Gärtner brachte ihn die Zweitausbildung als Koch zurück zu den Wurzeln. «Nach meinen Wanderjahren habe ich die Nachfolge mit grosser Freude angetreten», schaut Müller zurück. Seine Begeisterung wirkt ansteckend. Einige Mitarbeitende gehören seit über zwanzig Jahren zum Team. Nachdem seine Eltern den Betrieb 33 Jahre lang geführt hatten, schauen René Müller und seine Frau Heidi auf 13 Jahre als Direktionsehepaar zurück. Die vierfache Mutter und frühere Lehrerin engagiert sich an der Réception und ist für die Dekoration zuständig. Wohnhaus und Betrieb liegen nah beieinander. «So kön-

cVP für Kleidervorschriften

Grosses Augenmerk fürs Detail, v.l.: Heidi und René Müller-Oester mit Janis und Sarina sowie Daniel Joss und Noëmi Müller von der Réception.

nen wir zwischendurch am Leben des andern teilhaben.» Widmete sich René Müller früher den Blumen, lässt er heute Menschen aufblühen. Der EVP-Mann setzt sich im Gemeinderat für den Berner Oberländer Kurort ein. Ihm sind christliche Werte wichtig, auch gegenüber den beiden anderen christlichen Hotels. «Wir betrachten uns als Ergänzung, nicht als Konkurrenz. Der Erfolg von drei christlich geführten Betrieben hat Auswirkungen auf die Gesamtdestination.» Der von Müller initiierte «HotelierStammtisch» trifft sich monatlich zum Gedankenaustausch. Daneben engagiert sich der Gastronom im Bezirksvorstand der Evangelisch-methodistischen Kirche. Adelboden gilt als das frömmste Dorf der Schweiz.

Die Alpina gedeiht prächtig

Nach der Eröffnung 1963 wurde das Haus in Etappen erweitert. Heute verfügt der Hotelkomplex über 108 Betten in 55 Zimmern. Die Gäste schätzen das Haus und auch die vielfältigen Möglichkei-

ten der Destination Adelboden. Eine Künstlerin aus Köln malte ein Bild der Engstligen-Wasserfälle, das im Empfangsbereich viele Gäste erfreut. Nachdem das Schulhotel von Hotelleriesuisse anderweitig genutzt wird, sprang René Müller ein. «Die Kurse helfen uns, Zwischenzeiten zu überbrücken», sagt der umsichtige Hotelier. Während längerer Zeit bot nur sein Haus genug Platz für Beerdigungsessen. Nebst dem Partyservice wurden Bankette zu einem wichtigen Standbein. Müller: «Unser Haus steht allen offen. Wir leben ein niederschwelliges Glaubensverständnis.» Die Morgen- oder Abendandacht ist ein freiwilliges Angebot. Nicht selten werden Nachteile zu Vorteilen. Dazu René Müller: «Unser Haus liegt auf der Schattseite. Dafür scheint abends die Sonne viel länger.» Das wird gerade in der Wintersaison zum Plus. Und ist eine weitere Besonderheit des Hotels Alpina, wenn auch für einmal keine kleine. thomas feuz Bilder: idea/Thomas Feuz, zvg

24 Studierende erhielten im Rahmen der Abschlussfeier der Confession Jahresschule für Evangelisation ihr Diplom. Das Restaurant Hiltl stellte seine «Pflanzbar», eines der schönsten Event-Lokale der Stadt Zürich, dafür zur Verfügung. Während eines Jahres waren die Studierenden in Fächern geschult worden, wie: die Spiritualität eines Evangelisten, Apologetik, Evangelisations- und Erweckungsgeschichte in der Schweiz, Jüngerschaft und Seelsorge und Gemeindebau. Zusätzlich unternahmen sie evangelistische Einsätze. Das nächste Schuljahr beginnt am 9. September. (idea) – www.theconfession.ch

Global Focus neu teil von oM

Global Focus ist eine prozessorientierte Dienstleistung zur Förderung des missionalen Gemeindebaus in der Schweiz. OM und Global Focus teilen im Blick auf die Rolle der lokalen Gemeinde im globalen Plan Gottes dasselbe Anliegen. Durch die Integration in die OM Schweiz werden Synergien besser genutzt, ohne dass die übergemeindliche Tätigkeit von Global Focus eingeschränkt wird. Für die Gemeinden, die Begleitung und Seminare von Global Focus in Anspruch nehmen, ändert sich nichts. Martin Voegelin bleibt Global-Focus-Leiter und auch die Adresse bleibt gleich. (idea) – www.globalfocus.ch.

Neue Nationalhymne gesucht

Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft startet vom 1. Januar bis 30. Juni 2014 einen Hymnenwettbewerb. 2015 werde das Siegerprojekt dem Bundesrat mit der Bitte übergeben, den neuen Text und die neue Melodie zur künftigen Nationalhymne zu ernennen. Textgrundlage der neuen Hymne solle die Präambel der Bundesverfassung sein. (idea)


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TAG E SSC H AU

MenSChen

Dem Bettag wieder Gehör verschaffen

André Cox

iMPulSAnlASS Politische, kirchliche und freikirchliche Kreise haben sich zusammen-

getan, um am 14. September einen Impuls zum Gebet zu geben. Unter dem Motto «Ein Gebet Voraus» will man gemeinsam eine Lanze für den Bettag brechen.

Seit dem 3. August ist André Cox (59) neuer internationaler Leiter der Heilsarmee. Der in Zimbabwe geborene Cox ist sowohl britischer als auch schweizerischer Staatsbürger und war Korpsoffizier (Gemeindeleiter) in Morges VD und in Les Pontsde-Martel VD, zusammen mit seiner Frau Silvia Cox-Volet. Danach führte er verschiedene administrative Funktionen in Zimbabwe aus, bevor er in die Schweiz zurückkehrte und erst Abteilungsleiter Kommunikation, später Abteilungsleiter Finanzen wurde. Danach war er Territorialleiter der Heilsarmee in Finnland, in Südafrika und in Grossbritannien. André Cox hat drei Töchter und ist Grossvater von vier Enkelkindern. In seiner Antrittsrede sagte er, seine von Gott empfangene Berufung sei die Verkündigung des Evangeliums und dass dies seine Priorität bleiben werde. Er rief die 1,7 Millionen Mitglieder auf, ihre geistigen Werte voll und ganz zu leben. (idea)

Peter Schulthess

In der Sendung «Persönlich» von Radio SRF1 am 4. August begrüsste Christian Zeugin neben der Opernsängerin Noemi Nadelmann den Pfarrer Peter Schulthess (60) auf der Aida-Seebühne in Pfäffikon ZH. Schulthess ist auch Notfallseelsorger. Seinen beruflichen Weg begann er als Speditionskaufmann, bevor er auf dem zweiten Bildungsweg die Matura und das Theologiestudium abschloss. Es war eine humorvollherzliche Runde. Unter anderem sagte Peter Schulthess, bei der Oper fasziniere ihn der Körpereinsatz beim Singen. Er bedauere, dass die Pfäffiker in den Kirchenbänken eingeklemmt seien. Bewegung beim Singen sei biblisch und gesund. Die Sendung «Persönlich» ist unter www. srf.ch abrufbar. (idea)

Es war ein immer lauter werdender Ruf von politischer Seite, der letztlich den Anstoss zu der Impulsveranstaltung gegeben hat: Bereits im Jahr 2011 unterzeichneten 89 National- und Ständeräte ein Schreiben an die Schweizer Bevölkerung, dem Bettag wieder mehr Gehör zu verschaffen. Sie erinnerten damit an die – sowohl in den Kirchen als auch in der Politik – verankerte Tradition, den dritten Sonntag im September als einen besonderen Ruhe- und Gedenktag zu begehen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen zu danken, Busse zu tun und für das Land, die Verantwortungsträger und die menschliche Anteilnahme zu beten. Im September 2012 erhöhte sich die Zahl der Unterzeichner in einem erneuten Appell sogar auf 119.

Christen aller konfessionen

Nun hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) nach eigenen Worten auf diese Steilvorlage reagiert: Am 14. September, am Vorabend des Bettags, sind Christen aus allen Landesteilen und verschiedenen Konfessionen eingeladen, sich zu einem gemeinsamen Gebetsanlass in Bern einzufinden. Die Veranstaltung, die auch von der Evangelischen Allianz, dem Freikirchenverband und «Gebet für die Schweiz» mitgetragen wird, will einen «Impuls» geben, der die kantonalen

Beter am Nationalen Gebetstag 2012 in Aarau. Die Impulsveranstaltung in Bern will ein öffentliches Zeichen für das Gebet setzen.

Bettags-Feiern nicht konkurrieren, sondern unterstützen soll.

ein starkes Zeichen

«Der Bettag ist der Tag, an dem sich ein Land darauf besinnt, dass seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in der Hand einer höheren Macht, in der Hand Gottes liegt», sagt Pfarrerin und Präsidentin der AGCK, Rita Famos, die auch das Vorbereitungskomitee präsidiert. Marc Jost, Generalsekretär der Allianz: «Für mich ist es ein spezieller Aspekt, dass zum ersten Mal seit langer Zeit alle christlichen Konfessionen miteinander im Gebet zusammenkommen. Das wird für alle Teilnehmenden sicher zu einem ganz besonderen Moment. Es wird in der öffentlichen Wahrnehmung ein starkes Zeichen sein, wenn Christen miteinander und öffentlich für dieses Land

einstehen.» Verantwortliche der verschiedenen Kirchenverbände sowie aus der Politik werden an der Veranstaltung das Wort ergreifen. In der gemeinsamen Liturgie die verschiedenen Glaubenstraditionen berücksichtigt.

Gemeinsam beten

«In vielen Themen sind wir miteinander am diskutieren, aber gemeinsam zu beten, das geht», ist Rita Famos überzeugt. Zudem wird eine Selbstverpflichtung verlesen, in der Christen erklären, Gott zu lieben, «für das Wohlergehen der Menschen unseres Landes einzustehen», Versöhnung zu suchen und den religiösen Frieden zu fördern. «Ein Gebet Voraus» findet am 14. September von 10.15 bis 12.15 Uhr auf der Grossen Schanze in Bern statt. Christof Bauernfeind www.bettag-jeunefederal.ch

Die neue AuSGABe Der «ViertelStunDe» iSt teil Der BettAGSAktion Der kirChen

eine Gratiszeitung für das Beten «Viertelstunde fürs Beten» wird der Titel der Gratiszeitung lauten, die in deutscher Sprache im Vorfeld des nationalen Gebetstags erscheinen wird. Diese, einmal mehr von der Schweizerischen Evangelischen Allianz produzierte Spezialausgabe, ist damit Teil der gesamtschweizerischen Bettagsaktion der Schweizer Kirchen. Sie wird unter anderem Bild: idea/Christof Bauernfeind

den kirchlichen Zeitschriften «reformiert.», «Sonntag» und «doppelpunkt» beigelegt werden und damit eine potentielle Leserschaft von etwa 900 000 Menschen erreichen. Wie bereits die vergangenen Ausgaben, kann die Zeitung auch für persönliche Verteilaktionen bei der SEA bestellt werden. Inhaltlich geht die «Viertelstund fürs

Beten» unter anderem den Spuren des Gebets in der Schweiz nach. Es kommen Menschen zu Wort, die das Beten auf ganz besondere Weise erfahren haben. Das Editorial hat Bundespräsident Ueli Maurer geschrieben. Christof Bauernfeind www.viertelstunde.ch idea Spektrum 33.2013


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Hilfe aus der Luft, damit Leben gelingt ÄXgÜsI MAF-begegNuNgstAg Zu einem virtuellen Flug in den Busch lud die MAF am Samstag in Belp BE ein. Die Arbeit der «Missionsflieger» wurde mit diversen Referaten, Bildern und Kurzfilmen vorgestellt. In neun Ländern sind 14 Schweizer Familien im Einsatz.

Draussen auf den Pisten des Flughafens Belp werden Maschinen betankt, dröhnen Motoren, starten Flugzeuge. Im Hangar 4 sitzen rund 200 Menschen. Auch hier schmeckts nach Kerosin, Freiheit und Abenteuer. «Wir verbinden Bern mit Europa», verkündet ein Plakat an der Wand. Noch weiter geht (fliegt) die MAF, die «Mission Aviation Fellowship». Sie ist weltweit in 30 Ländern tätig. Während der Referate starten mögliche künftige junge Missionsflieger am Flugsimulator zu ihrem ersten Flug.

Afrika leidet vielfache Not

«Daddy, wenn ich heute gestorben wäre, dann wüsstest du, dass ich im Himmel bin.» Diesen Satz sagte die Tochter von Andy Kradolfer, nachdem ihre Mutter am Vortag aus dem 2. Stock gefallen war. «Es ist ein Wunder, dass sich meine Frau nur den Fuss gebrochen hat.» Trotz des Zwischenfalls hielt Kradolfer wie gewohnt den vereinbarten Terminplan ein und berichtete aus seinem Leben. Vor zwei Jahren reiste Familie Kradolfer nach Sambia aus, das 18 Mal grösser ist als die Schweiz und dessen Bewohner zur Hälfte unter 17-jährig sind. «Im Durchschnitt hat eine sambische Frau 6,8 Kinder. Es gibt nur einen Arzt auf 16 000 Menschen (CH: 1 auf 4000) und 13,5 Prozent der Menschen haben Aids.»

Das ist die MAF

Aus der Broschüre «Fliegen Sie mit…»: «Alle 3 Minuten startet ein Flugzeug der MAF. Die MAF steht in 30 Ländern im Einsatz, vor allem im Süden. Im Einsatz für Notleidende fliegt die MAF jedes Jahr 300 Mal um die Welt – über 12 Mio. Kilometer. Die meisten der 3000 Orte, welche die MAF anfliegt, befinden sich in schwer zugänglichen Gebieten.» Aus der Schweiz stehen 14 Familien in 9 Ländern im Einsatz. www.maf-swiss.org

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«Ready for take-off», v.l.: Samuel Jakob, Déborah und Martin Zimmermann (in Weiss), Andy Kradolfer, Beat Moser, Ruben Meder, André Bucher, Hansjörg Leutwyler. Gäste im Hangar (r.).

Dass nur rund ein Viertel der 91 000 Kilometer Strassen geteert sind, macht die Anreise in abgelegene Dörfer beschwerlich. Kradolfer: «Per Flugzeug sparen sich Ärzte die oft tagelange Anfahrt. In dieser Zeit können sie 60 Operationen machen. Zudem erreichen sie ihren Einsatzort ausgeruht. So ist auch die Fehlerquelle deutlich geringer.» Die Familie startete eine Arbeit unter den Kindern im Quartier. «Auf 15 Minuten Singen und Tanzen folgt eine biblische Geschichte. Dann dürfen die Kinder mit alten Spielsachen spielen.» Andy Kradolfer hat Freude an seiner «Mission»: «In Tansania kam das Evangelium schon vor langer Zeit an. Aber es schläft und ist wertlos. Wir wollen das schlafende Bewusstsein aufwecken und Menschen ermutigen, mit Jesus aktiv zu werden.» Martin Zimmermann ist in Tansania stationiert. Er ist überzeugt, dass Afrika Hilfe braucht. Doch er spricht nicht nur von Hilfsgütern, Waren des täglichen Bedarfs oder Krankentransporten. «Der einzige Zugang zu den Dörfern besteht oft nur auf dem Wasser. Geht der Fluss hoch, sind die Leute abgeschnitten.» Das Flugzeug der MAF landet einmal pro

Monat und wird oft sehnlichst erwartet. Zimmermann: «Nebst medizinischer Hilfe bringen wir auch das Wort Gottes. Es nützt nichts, wenn Menschen sauberes Wasser bekommen, aber keine Hoffnung haben», ist er überzeugt. So werden etwa mit «Jugend mit einer Mission» Einsätze durchgeführt.

«Was hat das mit mir zu tun?»

Hansjörg Leutwyler, früherer Zentralsekretär der SEA und seit einem Jahr MAF-Geschäftsleiter, erinnert an den Auftrag der Missionsflieger: «Die MAF hilft, damit Leben gelingen kann.» Der Moderator Walter Bachmann zeigte deren zweifachen Dienst auf: «Wir wollen das eine tun und das andere nicht lassen.» Soziale Hilfe und geistliches Engagement sollen Hand in Hand gehen. «Dieser Auftrag hat auch mit uns zu tun. Wir alle können beten und geben.» THOMAS FEUZ Bilder: idea/Thomas Feuz

Mein Abfall Open Air St. Gallen und Open Air Frauenfeld, zwei Riesen-Sommerevents in unserer Nähe. Medienberichte und Bilder über die beiden mehrtägigen Grossanlässe lassen meine Empörung aufs Höchste ansteigen. Schlammschlacht bei Dauerregen in St. Gallen mit Dreckspuren durch die ganze Stadt, durch Geschäfte, Busse, Trams und Züge. Hitzefest mit viel schamloser nackter Haut und Alkoholkonsum bis zum Exzess in Frauenfeld. Bilanz: Chaotisch hinterlassene Gelände, Tonnen von Abfall, tagelange Aufräum- und Entsorgungsarbeiten, kostspielige Instandstellung der verwüsteten Areale. Ein Spiegel unserer Wohlstands-, Wegwerf- und Egogesellschaft, ganz nach dem Motto «Nach mir die Sintflut – was kümmerts mich?» Kopflos Liegengelassenes, achtlos Weggeworfenes, gratis Entsorgtes: Luftmatratzen, Campingstühle, Schlafsäcke, Zelte, Kleider, Schuhe, massenhaft Bierdosen, rohe Würste, noch in der Packung, ganze Brote. Drei Tonnen Abfall sammelten die rund hundert Helfer in Frauenfeld ein. Nach der Empörung der Blick auf meinen ganz persönlichen Abfallberg: lieblos hingeworfene Worte, achtloses Wegschauen, gedankenloses Verhalten, egoistisches Handeln, verletzende Äusserungen, rücksichtsloses Benehmen, leere Versprechungen, verpasste Gelegenheiten, ungenaues Hinhören, oberflächliche Gespräche, abschätzige Bemerkungen, negative Gedanken … Der Berg wächst und wächst! Ich bin angewiesen auf einen Aufräumer, einen Zurechtbringer, einen Wiedergutmacher, einen Saubermacher … auf meinen Erlöser, Jesus Christus. «Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht, dass Er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.» (1. Johannes 1,9) Äxgüsi, ich brauche ihn nicht nur einmal im Jahr, sondern tagtäglich. MAriAnnE vOnlAnTHEn Die Autorin war Lehrerin und Katechetin und schreibt gelegentlich Kolumnen.


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SYNERGIE Segen und Fluch Als Unternehmensberater und Managementtrainer begegne ich vielen unterschiedlichen Menschen. Einige sind offensichtlich gesegnet. Sie sind erfüllt, unbeschwert, erledigen ihre Arbeit mit Leichtigkeit und sind häufig Segensspender für ihr Umfeld. Andere tragen schwere Lasten. Sie mühen sich täglich ab, sind oft unzufrieden und stets auf der Suche nach Mehr, als wären sie von einem Fluch belegt. Meine Fragen: Haben Segen und Fluch System? Kann der Mensch zwischen Segen und Fluch wählen? Kann er Segen und Fluch beeinflussen oder gar steuern? Ja, Segen und Fluch haben System. Ich bin vor Kurzem einem jungen dynamischen Manager begegnet. Er will am nächsten New-York-Marathon teilnehmen. Auf meine Frage: «Müssen Sie irgendjemandem etwas beweisen?» wurde er sehr nachdenklich. Er erkannte sich durchschaut. Im darauf folgenden Gespräch ist sein zur Schau gestelltes Erfolgskonzept wie ein Kartenhaus zusammengebro-

Nicht mehr trendy «idea Spektrum» Nr. 31/32 – zum Leserbrief «Opfer des Mainstreams» Rolf Blatter spricht mir mit seiner Kritik am Lehrplan 21 aus der Seele. Es ist leider in der Tat so, dass die humanistische Bildung nicht mehr gleich gefördert wird wie früher. Die geplante Abschaffung des Altgriechischen durch den Berner Regierungsrat ist nur der Anfang. Glücklicherweise hat der Schweizerische Altphilologenverband (www.philologia.ch) eine Petition dagegen lanciert. Noch interessanter ist aber, dass im Lehrplan 21, der ja das ganze Bildungssystem schweizweit harmonisieren soll, gerade einmal für sieben Kantone ein Lehrplan in Latein vorliegt. Die alten Sprachen sollen tatsächlich ausgemerzt werden, dabei fördern diese gemäss der Bildungsstudie EVAMARII die Allgemeinbildung sowie die allgemeine Studierfähigkeit am meisten und bringen die besten und nachhaltigsten Maturresultate hervor. Natürlich passen sie nicht mehr ins Zeitalter der Gleichheit unser aller sowie der bildungsmässigen Nivellierung, also dem Niveauangleich nach unten für höhere MaturaquoideaSpektrum 33.2013

chen. Tatsächlich sucht er in seinen unzähligen privaten, beruflichen und sogar kirchlichen Aktivitäten unaufhörlich nach Erfolg, um sich den Respekt von anderen Menschen und von Gott zu erhaschen. Wie ein Hamster im Laufrad rennt er von einem Ziel zum andern, ohne Ruhe und Zeit für Musse. Er ist abhängig, gefangen von Erfolgszwang. Ich habe nichts gegen Marathon. Ich bewundere Menschen, die so grosse körperliche Leistungen erbringen. Ich bin aber sehr empfindlich, wenn es um die dahinterliegenden Motive geht. Warum mache ich etwas? Falsche Motive führen letztlich immer zu Enttäuschung und Frustration. Mit falschen Motiven wird jede noch so gut gemeinte Aktivität zum Fluch. Gott schaut die Herzen an, nicht die Resultate. Gute Resultate aus falscher Motivation greifen zu kurz. Sie täuschen eine falsche Wirklichkeit vor. Diese ruft nach der nächsten Täuschung. Das Laufrad beginnt zu drehen. Und es dreht unaufhörlich weiter. Mit zunehmender Geschwindigkeit wird das Entrinnen immer schwieriger. Segen ist kein Zufall. Segen hat Wurzeln. Es braucht jemanden, der gesegnet wird, und jemanden, der

ten. Und ganz nebenbei sind es auch die alten Sprachen, die nicht nur Fachidioten schaffen, sondern auch noch über die Ursprünge des Christentums und unserer abendländischen Kultur informieren. Wundert es uns, dass dies nicht mehr trendy ist? artur terekhov, Zürich

Umkehr ist möglich «idea Sepektrum» Nr. 28 – «Wie sollen wir die Bibel verstehen?» Ulrich Parzany hat die Weichen zum Verständnis der Bibel richtig gestellt: Sie sei «die Urkunde der Selbstoffenbarung Gottes», und diesem Grundsatz müsse die Auslegung der Bibel entsprechen. Schön wäre es, wenn das so geschehen würde. Aber diese Urkunde wurde in der Kirche systematisch kurz- und klein geschlagen. Der weitsichtige evangelische Theologe Paul Schütz konstatierte 1963 die «Entmächtigung» der Bibel durch verschiedenste kulturelle Strömungen und die Angst der Kirche, «in den Widerstand zur Zeit zu gehen». Der Kampf um die Bibel sei bereits zu ihren Ungunsten entschieden, befand Schütz schon damals. Jedoch

segnet. Das setzt eine Beziehung voraus. In der Bibel lesen wir immer wieder von diesem unaufhörlichen Segensstrom, der uns zur Verfügung steht. Offensichtlich reicht es aber nicht aus, Christ zu werden, um diesen Segen in seiner ganzen Fülle zu erleben. Die Realität im Leben vieler Christen sieht ganz anders aus. Da ist wenig sichtbar von dieser Leichtigkeit, dieser Unbeschwertheit. Echte Gelassenheit lebt, wer in einer kindlichen Beziehung zum Schöpfer steht. Wir müssen nicht alles wissen oder können, aber vertrauen. Dies nicht zu sehr in uns selbst und in die eigenen Fähigkeiten, sondern auf den Vater. Ihm müssen wir nichts beweisen, aber wissen, dass unser Leben – und alles, was damit zusammenhängt – in seinen Händen ist. Jetzt, und in alle Ewigkeit. Dieses Wissen macht bescheiden, dankbar und frei. mario brühlmann

Der Autor ist Gründer von Swiss Create und Präsident der Christlichen Ostmission. – swisscreate.com, ostmission.ch

könne der einzelne Mensch durch das «Hören auf die leise Stimme in der Bibel» zum Verständnis ihrer Aussagen für das «Jetzt und Hier» und zur Wiedergewinnung des biblischen Massstabes gelangen. roland velten, D-Neuhausen/Fildern

Was meint Kevin? «idea Spektrum» Nr. 29/30 – «Jesus nein, Maria ja» Den Artikel zur Namensgebung fand ich unpassend. Er ist meiner Ansicht nach allzu nationalistisch und in einigen Abschnitten taktlos. Der ureigene und erste Besitz eines Menschen ist sein Name. Vielleicht liebt man ihn oder hat Mühe damit; trotzdem will man zu ihm Sorge tragen. Man stelle sich vor, dass ein Kevin diesen Artikel liest: Wie würde er den Beitrag auffassen? Vielleicht wäre die Abo-Abbestellung vorprogrammiert? Aber bei der aktuellen Altersstruktur der Leserschaft könnte Grossvater dem kleinen Kevin erklären, dass es doch nicht so gemeint sei ... Übrigens: Gott ruft uns beim Namen, er gibt uns einen neuen Namen! niklaus meier, Auw AG

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podIUm Freiheit Die Sommerpause und damit die Ferienzeit dürfte für die meisten vorüber sein. Hinter uns liegen Tage der Erholung, Erinnerungen an gelebte Beziehungen und Erlebnisse. Hinter uns liegt aber auch der Bundesfeiertag. An dieser Stelle war in der letzten Ausgabe eindrücklich von Bruder Klaus die Rede. Ich teile diese Aussagen. Vor uns liegt die Rückkehr in den Alltag. Damit verbunden ist auch die Wiederaufnahme unserer Verantwortungen und Verpflichtungen. Auf dem politischen Parkett steht schon bald ein Abstimmungswochenende mit wichtigen Vorlagen an. Dabei stellen wir uns auch der Frage von Bruder Klaus, ob der Staat weiterhin wehrbar sein soll – geht es doch um die Volksinitiative zur Abschaffung der Wehrpflicht. Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee fordert dabei eine «freiwillige Miliz», im Klartext bedeutet das de facto eine Berufsarmee. Der Blick auf andere Länder zeigt, dass Armeen ohne Wehrpflicht grösste Mühe haben, genügend gutes Personal zu rekrutieren. Auf dem Spiel steht aber weit mehr. Gefährdet wäre das Erfolgsmodell Schweiz mit seinem einzigartigen Milizprinzip. Werden Freiwillige mit viel Geld zum Militärdienst gelockt, folgt bald die Forderung nach staatlicher Entschädigung für jeglichen freiwilligen Dienst an der Gesellschaft, sei es in den Vereinen oder der kirchlichen und sozialen Arbeit etc. Untergraben würde damit das Solidaritätsmodell Schweiz. Als Christ bin ich aufgerufen, «der Stadt Bestes zu suchen» (Jeremia 29.7). Das bedeutet für mich, dass es ohne Sicherheit keinen Wohlstand und keine Freiheit gibt. Sicherheit ist ebensowenig eine Selbstverständlichkeit, sondern eine nationale Aufgabe und hat ihren Preis. Aus diesem Grund werde ich die Initiative ablehnen. hans-ulrich bigler

Der Autor ist Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes.


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N AC H R IC H T E N

Wertestudie: Die deutschen Kirchen spielen keine führende Rolle mehr MEINUNGSFORSCHUNG Bei der Vermittlung von Werten liegen die Kirchen abgeschlagen auf Platz 7.

D

as geht aus der „Wertestudie 2013“ hervor, die vom Meinungsforschungsinstitut YouGov (Köln) und der Wissenschaftsstiftung Change Centre (Meerbusch bei Düsseldorf) veröffentlicht wurde. Dazu wurden im Juni und Juli

mehr als 2.000 deutsche Bürger sowie über 1.000 Abgeordnete aus Bund, Ländern und Kommunen befragt. Für beide Gruppen stehen die Eltern an erster Stelle der Wertevermittlung, nämlich bei 79 % der Bürger und 86 % der Politiker.

Gefolgt werden sie von Erziehern und Lehrern (Bürger: 40 %, Politiker: 46 %). Geistliche oder andere Menschen aus Kirchen und Religionsgemeinschaften erreichen 13 %. Damit belegen sie abgeschlagen den siebten Platz bei den Bürgern und Platz sechs bei den Politikern.

Wer vermittelt aus Sicht der Bürger Werte heute am besten?

Eltern, ihr könnt beruhigt sein!

Wer hat aus Ihrer Sicht die höchste Autorität, wenn es darum geht, Werte und Tugenden vorzuleben bzw. vorzugeben? 0 20 40 60 80 100 %

Noch geringeren Einfluss auf die Wertevermittlung haben nach Ansicht der Bürger Prominente aus Musik und Medien (9) sowie dem Sport (5). Diese Einschätzung unterscheidet sich kaum von der der Volksvertreter (Musik und Medien: 8; Sportler: 5). „Die üblichen Verdächtigen aus den Talkshows, ob es Promis aus Politik oder Entertainment sind, schneiden schlecht ab, so der Politikwissenschaftler Prof. Ulrich von Alemann (Düsseldorf). Werte würden vor allem im gesellschaftlichen Nahbereich vermittelt, erklärt Holger Geißler von YouGov (Köln). „Das sollte alle Eltern beruhigen.“ P www.yougov.de b

Die Eltern

79

Erzieher/innen und Lehrer/innen

40

Führende Politiker/innen

30

Freunde Betreuer/innen in Kinder- und Jugendeinrichtungen und Vereinen

27 16

Führungskräfte eines Betriebes 14 Geistliche od. Menschen aus den Kirchen/Religionsgemeinschaften 13 Experten aus Wissenschaft/Literatur/Geschichte 12 Prominente aus Musik oder Medien 8 Prominente Sportler/innen 5 Sonstige, und zwar 2 Keine der Genannten 6 Anm.: Alle Anteile in Prozent für alle Teilnehmer (n = 1.060); Mehrfachantworten möglich.

© l ideaGrafik; Quelle: YouGov

„Die große Mehrheit deutscher Medien ist grün-rot“

W

arum kritisieren die Medien sexuel- merksamkeit und Zorn ihrer Verbraucher le Übergriffe auf Kinder vor allem in auf politische und gesellschaftliche Milieus, der katholischen Kirche, während Miss- die nicht grün oder rot sind.“ brauchsfälle bei den Grünen, evangelischen und jüdischen Geistlichen einen „Focus“: Auch die „grün-rote“ weit geringeren Aufschrei auslösen? Mit EKD bleibt verschont dieser Frage setzt sich der jüdische Histori- „Verschont oder so weit wie nur irgend ker und Publizist Prof. Michael Wolffsohn möglich verschont bleiben demnach zu(München) in einem Kommentar für „Fo- erst und vor allem die Grünen sowie die cus Online“ auseinander. Hintergrund sind seit den späten 1960er Jahren erst-rotedann-grünrote EvangePädophilie-Vorwürfe gegen lische Kirche.“ So werde „der das Grünen-Gründungsmit- Wie Journalisten glied Daniel Cohn-Bendit politisch orientiert sind zumindest einst zum Kindersex anfeuernde Rote Daund andere Politiker der Partei. Wolffsohns Antwort: neigen zu Grünen 27,0 % ny & Co.“ – gemeint ist Dani15,5 % „Die große Mehrheit deut- zur SPD el Cohn-Bendit – von weiten zur CDU/CSU 9,0 % scher Medien ist grün-rot. Teilen der Presselandschaft zur FDP 7,4 % Folglich lenkt die Mehrheit geradezu mit Samthandzur Linken 4,2 % der Medienmacher Aufschuhen angefasst: „Er be-

kommt Vergebung. Verdammnis dagegen die vergleichbar schuldigen katholischen Geistlichen.“ Wolf fsohn nennt eine Studie, die 2010 im Auftrag des Deut- Michael Wolffsohn schen Fachjournalisten-Verbandes sowie der Gesellschaft für Fachjournalistik über die Parteineigung politischer Journalisten veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse seien eindeutig: 27 % neigten zu den Grünen, 15,5 % zur SPD, 9 % zur CDU/CSU, 7,4 % zur FDP und 4,2 % zur Linken. 36 % stehen danach keiner Partei nahe. Wolffsohn: „Die Medienlandschaft ist nicht nur fühlbar, sondern nachweisbar überwiegend grünrot, vor allem jedoch grün.“ P

Foto: ww.wolffsohn.de

BERICHTERSTATTUNG Jüdischer Historiker: Deshalb werden Grüne in der Debatte um Sex mit Kindern geschont.

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Katholischer Theologe: Der Teufel ist heute aktiver denn je VATIKAN Die Kirche muss ihr weitgehendes Schweigen zur Existenz des Teufels und der Hölle beenden.

D

as fordert der Ehrenpräsident der Internationalen Vereinigung der Exorzisten, Gabriele Amorth. Er ist seit 1986 Exorzist der katholischen Diözese Rom. Vor kurzem erschien im Christiana-Verlag (Kisslegg/Allgäu) ein Interview-Buch über das Leben des 88-Jährigen unter dem Titel „Memoiren eines Exorzisten – Mein Kampf gegen Satan“. Darin vertritt er die Ansicht, dass satanisches Wirken und die Befreiung von dämonischer Besessenheit keine Relikte aus der Vergangenheit seien. Man dürfe sie keineswegs auf die Zeit Jesu beschränken: „Satan ist heute mehr denn je aktiv und versucht, die größtmögliche Zahl von Seelen in den ewigen Tod zu treiben.“ Auch heute gelte der Auftrag Jesu Christi, Menschen von Dämonen zu befreien und zu heilen. Das kirchliche Schweigen über den Teufel habe dazu geführt, dass es in Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz fast keine Exorzisten gebe – also Christen, die wüssten, wie man den Teufel austreibe. In kirchlichen Ausbildungsstätten stehe das Thema nicht auf dem Programm. Das sei der Grund, warum eine große Zahl von Priestern und Bischöfen nicht mehr an Teufel und Exorzismus glaubten.

Okkultismus ist ein Einfallstor für den Satan Der Priester warnt eindringlich davor, sich auf Magie, Okkultismus und Spiritismus einzulassen. Sie seien Einfallstore für Satan. Statistiken sprächen von 14 Millionen Italienern, die Kartenleger und Wahrsager konsultierten. Allein in Italien werde die Zahl satanischer Sekten auf mehr als 800 geschätzt – mit jeweils 15 bis 20 Mitgliedern. Papst Benedikt XVI. habe – als er Präfekt der Glaubenskongregation war – die Vereinigung der Exorzisten empfangen: „Er lobte unser Apostolat und ermutigte uns.“

Der Ehrenpräsident der Vereinigung der Exorzisten: Amorth

Die Voraussetzung einer Befreiung Amorth sind nach eigenen Angaben mehr als 100 Besessene begegnet, die der Teufel völlig in Besitz genommen habe. Daneben gebe es „dämonische Quälereien“. Dabei litten Betroffene etwa unter medizinisch unerklärlichen Schmerzen, einem Zwang zum Fluchen oder der Unfähigkeit, beten oder eine Kirche besuchen zu können. Die Erfahrung des Exorzisten: „Je länger sich der Teufel eingenistet hat, umso tiefere Wurzeln schlägt er und umso schwieriger und länger gestaltet sich die Befreiung.“ Unerlässliche Voraussetzung für die Befreiung von dämonischen Belastungen ist laut Amorth, dass der Betroffene verzeihen kann: „Es ist unmöglich, Personen zu befreien, die einen Groll gegen jemanden hegen und dieses Ressentiment nicht überwinden können.“ P

Griechenland: Eine Bibelverteilaktion stößt auf Widerstand

Foto: picture alliance / abaca

MISSION Beim Verteilen von Bibeln gab es Probleme mit orthodoxen Priestern. 57 Mitglieder eines Teams aus zahlreichen Nationen wurden am 27. Juli von der Polizei im Ort Nea Iraklitsa im Norden Griechenlands vorläufig festgenommen. Zuvor hatten griechisch-orthodoxe Priester gegen die Aktion des evangelikalen Hellenischen Missionswerks protestiert, berichtet dessen Internationaler Direktor Steve Dutton (Wheaton bei Chicago). Einige Geistliche hätten sogar ihre Gemeindemitglieder aufgefordert, die Bibeln zu verbrennen. Die Begründung: Es könne sich nicht um ein heiliges Buch handeln, wenn es von „Ketzern“ – in Teilen der orthodoxen Kirche werden Protestanten so beurteilt – verteilt werde. Insgesamt beteiligen sich nach 33.2013

Duttons Angaben rund 400 Christen verschiedener Konfessionen aus 25 Ländern ehrenamtlich an der Bibelverteilaktion in der Nähe der antiken Stadt Philippi.

Wer versteht die Bibel? Wie er weiter schreibt, besitzen sehr wenige Griechen ein eigenes Neues Testament, obwohl es größtenteils ursprünglich auf Griechisch verfasst worden sei. Auch heute seien die meisten Bibeln, die griechische Familien besitzen, auf Altgriechisch verfasst, das die meisten Griechen nicht verstehen könnten. Die Bibel werde als ein Buch angesehen, dass nur Priester verstehen und deuten könnten. Erst seit 1988 produziert die Griechische Bi-

belgesellschaft (Athen) auch Ausgaben des „Buchs der Bücher“ in modernem Griechisch, die von dem Missionswerk verteilt wurden. Nach Angaben von Dutton lehnen nicht alle orthodoxen Priester die Aktion ab; manche ermunterten ihre Gemeindemitglieder sogar zum Lesen. P

Griechenland religiös 11,3 Millionen Einwohner Kirchenmitglieder davon griechisch-orthodox Moslems Katholiken Protestanten

91,5 % 92,0 % 5,8 % 1,5 % 0,5 %


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Kindererziehung: Es lebe das Bauchgefühl FAMILIE In der Kindererziehung macht sich Verunsicherung breit. Viele junge Eltern haben Angst zu versagen.

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auptursache ist die Vielzahl neuer Lebensformen neben der klassischen Familie. Das geht aus einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts mafo.de (Hamburg) hervor. Dabei wurden mehr als 1.000 Eltern zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Das Ergebnis: Eltern handeln in der Kindererziehung nicht mehr nur aus Intuition. Besonders der jüngeren Generation scheine das „Bauchgefühl“ abhandengekommen zu sein. Fast die Hälfte der Befragten lasse sich durch Verwandte beeinflussen, jeder Dritte durch andere Eltern, das soziale Umfeld oder durch Lehrer und Betreuer. Vor allem Männer suchten vermehrt Rat in Zeitschriften, Fachbüchern oder dem Internet. Der gesellschaftliche Leistungsdruck ruft bei rund 45 % der El-

tern Ängste hervor. Knapp 30 % befürchten, ihr Kind nicht gut genug auf das Leben vorzubereiten. Männer fühlen sich besonders von dem Gefühl unter Druck gesetzt, nicht genug Zeit für ihre Kinder zu haben. Ein Drittel aller Eltern hält die staatliche Familienförderung für zu gering und bedauert, dass es zu wenig familiengerechte Arbeitszeitmodelle gibt.

Worauf es ankommt Laut Experten sind ausschlaggebende Kriterien, um Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, „authentisch zu sein“ und „auf das eigene Bauchgefühl zu achten“. Hingegen müssten gute Eltern nicht perfekt sein. Sie sollten selbst entscheiden, wie sie ihre Familienkultur gestalten wollen. P

Der fitteste Mann der Welt ist Christ WELTMEISTERSCHAFT Der fitteste Mann der Welt schöpft seine Kraft aus dem Glauben an Christus: der US-Amerikaner Rich Froning.

D

er 26-Jährige aus Cookeville/Tennessee hat am 28. Juli in Kalifornien zum dritten Mal die Weltmeisterschaft im CrossFit gewonnen. Diese weltweit verbreitete Sportart besteht aus einer Kombination von Gewichtheben, Sprinten und Gymnastik. Der 1,76 Meter große und 88,5 Kilogramm schwere Profi-Sportler setzt nach eigenen Angaben seinem sportlichen Ehrgeiz Grenzen, indem Jesus Christus für

ihn an die erste Stelle seines Lebens gehört. Seinen Schlüsselvers hat er sich auf den Oberkörper tätowieren lassen: „Von mir aber sei es fern, mich einer anderen Sache zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesu Christi, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt“ (Galater 6,14). Obwohl er christlich erzogen wurde, habe der Glaube nicht immer Priorität gehabt. Bei den Weltmeisterschaften 2010 sei er knapp gescheitert. Da habe er erkannt, dass ihm CrossFit zum Götzen geworden sei, der sein ganzes Leben beanspruche. Von diesem Irrweg habe er sich abgewandt. Er brauche Gottes Kraft, um den Siegerpreis des Lebens zu gewinnen, das ewige Leben. Er suche immer wieder Gott im Gebet, höre christliche Musik während des Trainings und stärke seinen Glauben durch den Kontakt zu anderen Christen. Seine sportlichen Fähigkeiten, die ihm Gott geschenkt habe, wolle er einsetzen, um Jesus die Ehre zu geben. P

NOTIERT Pornostar: neues Leben durch Jesus Eine US-Pornodarstellerin hat durch den Glauben an Christus ein neues Leben begonnen. Mit 18 Jahren war die heute 26-jährige Brittni Brittni Ruiz Ruiz in das Sex-Geschäft eingestiegen. Am Anfang habe sie sich wertvoll gefühlt, doch allmählich sei dieses Gefühl in Selbstverachtung umgeschlagen. Mehrfach habe sie versucht, sich das Leben zu nehmen, berichtete sie in der Fernsehsendung „The View“ (Die Ansicht/New York). Zwar habe sie bis zu 10.000 Euro an einem Tag verdienen können, doch darauf verzichte sie heute gerne. Ruiz: „Ich habe die Liebe Gottes gefunden. Ich kann mich selbst lieben, respektieren und habe zu spüren bekommen, dass Jesus dieses Gefühl der Leere füllen kann.“ US-Pastor Craig Gross, einer der Gründer der Webseite XXXchurch. com (Pasadena), war daran beteiligt, Ruiz aus der Sex-Industrie herauszuholen. Die Internetseite will Menschen helfen, die von Pornografie abhängig sind.

Vietnam: Folter mit Elektroschocks Vor vier Monaten ist der Vietnamese Bao (wie er aus Sicherheitsgründen genannt wird) zum christlichen Glauben übergetreten. Wie die Hilfsaktion Märtyrerkirche mitteilte, erklärten ihm daraufhin die Behörden, dass er deshalb nicht mehr in seinem Dorf bleiben könne. Bao blieb und ließ sich am 16. Juli taufen. Daraufhin wurde er von der Polizei festgenommen. Im 2-tägigen Gewahrsam sei er geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert worden. Schließlich habe man ihm angeboten, ihn gegen eine Geldbuße von umgerechnet 187 Euro freizulassen, doch seine blinde Frau habe das Geld nicht aufbringen können. Die Hilfsaktion Märtyrerkirche habe daraufhin die Buße bezahlt. Das sozialistisch regierte, 89 Millionen Bürger zählende Vietnam hat in letzter Zeit die Diskriminierung von Christen verstärkt. 53 % der Vietnamesen sind Buddhisten, 9 % Christen, meist Katholiken. Die anderen sind Atheisten oder Anhänger von Naturreligionen.

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Der oberste Anglikaner betet auch in „Zungen“ GEBETSLEBEN Das geistliche Oberhaupt der Anglikaner, Erzbischof Justin Welby (London), spricht auch in „Zungen“ – betet also in unverständlichen Sprachen.

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ie Zungenrede wird i m Neuen Testament als eine Gabe des Heiligen Geistes beschrieben. Sie wird heute fast nur in Pfingstkirchen und der ihnen verwandten charismatischen Bewegung praktiziert. Der 57-jährige frühere Ölmanager, der am 21. März als Primas der 77 Millionen Anglikaner inthronisiert wurde, erwähnte das Zungenbeten jetzt in einem Gespräch mit dem Journalisten Charles Moore. Welby spreche darüber mit großer Selbstverständlichkeit, so Moore. Welby: „Das gehört zu meiner geistlichen Routine – man will sprechen und hört sich in einer Sprache reden, die man nicht kennt. Es geschieht einfach so.“

Die Bekehrung war ihm zunächst peinlich Der Erzbischof wird zum evangelikalen Flügel der „Kirche von England“ gezählt. Seine Bekehrung erlebte er nach eigenen Worten am 12. Oktober 1975, als er mit einem Kommilitonen in Cambridge betete. Da habe er deutlich empfunden, dass sich durch die Gegenwart Gottes etwas in seinem Leben ändere. Er habe seinen Freund gebeten, niemandem etwas davon zu erzählen, denn es sei ihm peinlich gewesen – „so, als ob ich Masern hätte“. Er habe auch Zeiten durchlebt, ohne die Gegenwart Gottes zu spüren, aber er habe nie seine damalige Entscheidung, Christus nachzufolgen, infrage gestellt. Das sei nicht sein Verdienst: „Es ist Gnade. Gnade ist Realität; Gefühle sind vergänglich.“ Das anhaltende Gebet sei für Welby von höchster Wichtigkeit, um mit den Höhen und Tiefen des Lebens fertig zu werden, schreibt Moore. Der Erzbischof praktiziere nicht nur das Zungengebet, sondern

erfreue sich auch an katholischen Frömmigkeitsformen. Er bewundere zum Beispiel die Feier der Eucharistie (das katholische Abendmahl). Tief be- Erzbischof Justin Welby eindruckt habe ihn auch eine Begegnung mit Papst Franziskus. Wie weit sich die beiden Kirchen annähern, könne er heute nicht sagen, so Welby. Als größtes Hindernis betrachte er die Frauenordination, die Welby befürwortet. Die anglikanische Kirche entstand im 16. Jahrhundert in England. König Heinrich VIII. brach 1533 mit dem Papst, weil dieser sich weigerte, die Ehe des Königs zu annullieren. Als Oberhaupt einer neuen Staatskirche setzte sich Heinrich VIII. 1534 selbst ein. Die anglikanische Kirche ist theologisch weithin evangelisch, in ihren Ordnungen aber katholisch orientiert.

Gemeindewachstum dank Glaubenskursen Welby war 11 Jahre lang in Paris und London als Finanzmanager der Ölkonzerne Elf Aquitaine und Enterprise Oil tätig. 1989 beendete er seine Karriere und studierte Theologie, um Pfarrer zu werden. Von 1993 bis 2002 war er als Geistlicher in der mittelenglischen Grafschaft Warwickshire tätig. Dort führte er auch AlphaGlaubenskurse sowie modern gestaltete Gottesdienste ein, worauf sich die Zahl der Besucher vervielfachte. Es folgten Kirchenämter in Coventry und Liverpool. 2011 wurde er zum Bischof von Durham und im November 2012 zum Primas der Anglikaner gewählt. P

China: Christen, seid stets auf Verfolgung vorbereitet! VOLKSREPUBLIK Der Pionier der Hauskreisbewegung ist gestorben. Er verbrachte mehr als 20 Jahre in Haft.

Fotos: picture alliance / empics, privat

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ie chinesische Christenheit (1893–1976): Lin wurde 18 Mohat einen Pionier der Hausnate eingesperrt und 1958 erkirchenbewegung verloren. Pasneut verhaftet; erst 1978 kam tor Lin Xingiao – international er frei. Das Regime hatte ihm nannte man ihn Samuel Lamb vorgeworfen, über die Wieder– starb am 3. August in Kanton kunft Jesu gepredigt zu haben, (Guangzhou) im Alter von 88 was damals verboten war. Auch Jahren. Der Sohn eines Baptishatte Lin Kinder und Jugendlitenpastors musste mehr als 20 Lin Xingiao che im christlichen Glauben unJahre im Gefängnis verbringen, terrichtet, was ebenfalls unterweil er sich weigerte, seine Gemeinde in sagt war. Lin ließ sich aber durch die lange die staatlich kontrollierte protestantische Haft nicht entmutigen und gründete 1979 Dachorganisation – die sogenannte Drei- erneut eine (evangelikale) Hausgemeinde Selbst-Bewegung – einzugliedern. 1955 in Kanton, die inzwischen mehr als 4.000 traf ihn erstmals die Verfolgung des kom- Mitglieder zählt. Sie ist immer noch nicht munistischen Regimes unter Mao Tse Tung staatlich anerkannt, wird aber toleriert. 33.2013

Er hatte einen Beutel dabei Lin lehrte, dass Christen den staatlichen Organen gehorsam sein sollten, solange sie dadurch nicht mit Gott in Konflikt gerieten: „Gottes Gesetze sind wichtiger als menschliche Gesetze.“ Außerdem sollten Christen stets darauf vorbereitet sein, verhaftet zu werden. Er selbst habe immer einen Beutel mit den nötigsten Utensilien bereit, falls er festgenommen werden sollte. Genaue Angaben über die Zahl der Christen unter den 1,3 Milliarden Einwohnern der Volksrepublik gibt es nicht. Schätzungen ausländischer Experten gehen von insgesamt bis zu 130 Millionen Christen aus. P


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C H R I ST & LE BE N

Paul Beßler aus Halle an der Saale 2010 in Australien, wo er nach seinem Abitur auf einer Rinder- und Schafsfarm arbeitete.

Vom Leben und Sterben des Paul Beßler

Universitätsklinikum Halle an der Saale am 23. Juli: Draußen sind 28 Grad. Es herrscht eine fröhliche und ausgelassene Stimmung in der mit rund 230.000 Einwohnern größten Stadt im Bundesland SachsenAnhalt. Hier gründete einer der bedeutendsten Pietisten – August Hermann Francke – vor 300 Jahren eine Schulstadt und Waisenhäuser. Er schrieb Kirchen-, Missions- und Bil-

dungsgeschichte. Davon zeugen bis heute die großen Franckeschen Stiftungen mitten in der Stadt. Nach 56 Jahren Diktatur (von 1933 bis 1989) ist freilich vom Pietismus und Kirchlichen wenig übrig geblieben. Nicht mal 12 % gehören überhaupt irgendeiner Kirche an. Und doch schreibt Gott auch in dieser Stadt seine Geschichte weiter und lässt Menschen auf völlig ungewöhnliche Weise Christen werden.

Foto: privat

EINE UNGEWÖHNLICHE BEKEHRUNG Ein Anruf bei idea mitten im Urlaub: Ein todkranker 24-Jähriger ist Christ geworden. Nun möchte er, dass bekannt wird: Man kann als Christ getrost sterben. Eine junge Ärztin aus Halle an der Saale bat im Auftrag des Patienten, darüber zu berichten. Also, auf nach Sachsen-Anhalt! Ein Bericht von Helmut Matthies.

ideaSpektrum 33.2013


C H R I ST & LE BE N

Paul ist himmelswach Am Ende der Krebsstation der Uniklinik liegt im letzten Zimmer Paul Beßler. Er ist 24 Jahre alt und möchte sterben, weil er sterben kann. Denn er freut sich auf den Himmel, wo kein Leid mehr ist, keine Tränen, keine Schmerzen. Das Wort Krebs hat hier seinen Schrecken verloren. Paul Beßler ist nicht lebensmüde, sondern himmelswach. Und das ist ganz ungewöhnlich für einen jungen, hoffnungsvollen Spitzensportler wie ihn, der einmal blendend aussah.

Weltmeister im Drachenbootfahren

Fotos: privat (2)

Wie kam es dazu? Paul und seine ältere Schwester wachsen nahe Halle in einer Familie auf, die lieb, gebildet, strebsam ist, aber bisher nichts mit Gott und Kirche zu tun hatte. Paul schafft das Gymnasium ohne Probleme. Er engagiert sich intensiv im Halleschen Kanu-Club 54 e. V. Bei den Weltmeisterschaften im Drachenbootfahren 2005 in Schwerin erlangt er mit den „Kanu Tigers“ zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille; 2007 kehrt sein Team von den Weltmeisterschaften in Frankreich mit sechs Titeln als erfolgreichste Mannschaft nach Halle zurück. Nach dem Abitur 2010 zieht es Paul hinaus in die Ferne – nach Australien. Er möchte sich mal ganz allein ausprobieren und arbeitet zunächst auf einer Rinder- und später auf einer Schafsfarm. Nach seiner Rückkehr fängt der auch technisch interessierte Paul an, Mechatronik (eine Kombination aus Maschinenbau, Elektronik und Informatik) an

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der thüringischen Universität Ilmenau zu studieren. Ein Kommilitone von ihm – Jonathan – spricht ihn als Einziger in seinem bisherigen Leben auf den christlichen Glauben an. Paul hört interessiert zu, aber es geht nicht in die Tiefe. Er ist jung, erfolgreich und hat eine glückliche Familie im Hintergrund. Welchen Mehrwert sollte da Gott bringen?

Es begann vor einem Jahr Vor einem Jahr – im Juli – wird er an einem Wochenende in Ilmenau plötzlich zweimal hintereinander bewusstlos und erleidet Krampfanfälle. Im Krankenhaus stellt man einen Gehirntumor fest. Schon am Mittwoch wird Paul operiert. Für die Bestrahlungen und die Chemotherapien kommt er in seine Heimatstadt Halle. Bald hat er Wundheilungsstörungen. Er muss erneut am Kopf operiert werden. Wieder wird die Schädelplatte entfernt. Zwischenzeitlich nimmt er an einer Reha in Kreischa südlich von Dresden teil. Danach geht die Behandlung weiter.

Sie haben noch drei Tage zu leben Im November hat er plötzlich starke Schmerzen im Rücken. Er kann sein linkes Bein nicht mehr richtig bewegen, hat Taubheitsgefühle und bewegt sich nur noch an Krücken fort. Eine Neurologin aus Halle überweist ihn in die Notaufnahme des Universitätsklinikums. Er muss sofort operiert werden. Überall finden sich Metastasen. Er wird operiert und operiert. Es gibt Komplikationen. Im Januar er-

Paul in seinem Element als beliebter Sportler seines Vereins – des Halleschen Kanu-Clubs 54 e. V., mit dem er Weltmeisterschaften und Goldmedaillen gewann. Rechts am 23. Juli in der Uniklinik in Halle mit seiner Ärztin Ivonne Hasche, die ihn zum christlichen Glauben führte.

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Das Universitätsklinikum in Halle an der Saale. Hier wurde Paul nicht nur mehrfach operiert, sondern auch auf der Intensivstation am 18. Juli getauft.

fährt Paul von den Neurochirurgen, dass er noch ungefähr drei Tage zu leben hat. Der Vater (ein leitender Angestellter in der Baubranche) und die Mutter (Leiterin einer Kindertagesstätte) – die sich ständig rührend um ihn kümmern – sind total verzweifelt. Paul klagt: „Ich bin noch zu jung, um schon zu sterben!“

31. Januar: Paul wird auf die onkologische Abteilung des Universitätsklinikums verlegt. Die Krebsexperten sehen aus ihrer langjährigen Erfahrung eine kleine Chance. Sie wollen noch eine Chemotherapie versuchen. Sie erfolgt am selben Tag. Plötzlich ist wieder Hoffnung da. Paul wird von einem Team von Onkologen betreut, zu dem der verantwortliche Oberarzt Thomas Kegel und auch die junge Ärztin Ivonne Hasche gehören. Die 35-jährige Pietistin aus der Nähe von Bautzen strahlt – wie Paul sagt – einen tiefen inneren Frieden aus. Sie erzählt dem Verzweifelten von ihrem christlichen Glauben, der ihr Sinn und Halt im Leben gibt.

Wie geht beten? Was sagt man da? Paul merkt auf. Er fragt und fragt, sie antwortet und antwortet. Dann ist es so weit: „Wollen wir nicht einmal zusammen beten?“ Paul: „Wie soll das denn gehen? Was muss ich denn da sagen?“ Die Ärztin (inzwischen duzen sie sich): „Sag einfach, was du auf dem Herzen hast.“ Sie fährt Paul im Rollstuhl in den „Raum der Stille“ des Uniklinikums. Dort sind sie ungestört. „Was wünschst du dir eigentlich von Gott?“ Paul: „Ich möchte einmal das Gefühl haben, dass ich gehalten werde, dass ich geborgen sein kann.“ Beide beten miteinander. Im „Raum der Stille“ steht ein Korb mit kleinen Karten, auf denen geistliche Worte stehen. Paul zieht eine heraus: „Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand!“ (ein Vers aus einem Lied von Arno Pötzsch). Nach mehreren Chemotherapien kann Paul an seinem Geburtstag am 23. März für einen Tag nach Hause – ein Festtag für ihn und seine Familie.

Paul kämpft jeden Tag weiter Juni: Paul kämpft jeden Tag weiter. Nicht nur Ärzte, auch Schwestern bemühen sich über die Maßen um ihn. Mit seiner ruhigen und liebevollen Art erobert Paul ihre Herzen.

Wenn trotz der Chemotherapie die Tumore wieder gewachsen sind und Paul große Angst hat, betet er mit „seiner“ Ärztin zusammen. Eines Tages fragt sie ihn: „Paul, möchtest du nicht dein Leben Jesus Christus anvertrauen?“ Berührt von der Frage sagt Paul: „Ja, ich will.“ Und er spürt, dass er tatsächlich von Gott gehalten wird.

Der erste Gottesdienst seines Lebens 7. Juli: Paul erlebt den ersten und einzigen Gottesdienst seines Lebens. Die Ärztin nimmt ihn mit zum evangelischen Kloster Petersberg bei Halle, wo die Communität Christusbruderschaft (die Zentrale befindet sich in Selbitz/ Franken) Gottesdienste, Seelsorge und Gemeinschaft anbietet. Es ist auch die geistliche Heimat der Ärztin. In der Predigt geht es um die Taufe. Nun will sich auch Paul taufen lassen. Ein Termin soll später festgelegt werden, wenn es ihm bessergeht.

Taufe auf der Intensivstation 18. Juli: Pauls Zustand verschlechtert sich in der Nacht dramatisch. Der Vater erinnert die Ärztin an den Taufwunsch seines Sohnes. Sie ruft den Prior des Klosters, Bruder Johannes Wohlgemuth, an: „Kannst du bitte schnell auf die Intensivstation kommen? Ein Patient möchte sich taufen lassen!“ Bruder Johannes kommt und tauft inmitten von Apparaturen, dem Ticken und Piepsen der Geräte mit Wasser aus einer Nierenschale. Nur eine kleine Kerze sorgt für eine „heilige“ Atmosphäre. Paul wünscht sich als Taufspruch einen Bibelvers, in dem Erlösung vorkommt – sein neues Sehnsuchtswort. Bruder Johannes hat es ausgewählt: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1). Seine Eltern sind tief berührt. Im ganzen Uniklinikum geht es wie ein Lauffeuer umher: Ein sterbenskranker junger Mann wurde bei uns getauft!

Fotos: Daniel Gandyra, privat

Eine kleine Chance

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Der Höhepunkt seines Lebens Die Taufe ist für Paul der Höhepunkt seines Lebens. Er erfährt nun ein so großes Gefühl von Frieden und Geborgenheit, dass er vielen bekanntmachen möchte: „Gott hilft in schwierigsten Situationen, und man kann im Glauben an Jesus Christus getröstet sterben.“ Und er nutzt jede Gelegenheit, um dies weiterzusagen. Pauls Bekehrung verändert auch das Leben seiner Angehörigen. Sie hatten bisher keine Berührung mit dem christlichen Glauben. Pauls Mutter sagt: „Wir dachten, wir geben Paul Kraft, aber jetzt gibt er sie uns.“ Pauls Wende hat auch ganz konkrete Konsequenzen. Die Mutter: „Jetzt sitzen wir – mein Mann, die Großeltern Pauls und ich – abends auf der Terrasse und lernen das von ihm so geliebte Vaterunser auswendig.“ Pauls Eltern sind jeden Tag in der Klinik. Vater oder Mutter lesen ihm auf seinen Wunsch hin abwechselnd aus der Bibel vor. Zuvor hatten sie das Buch nie in der Hand gehabt.

„Ich feiere oben, ihr feiert unten“ 24. Juli: Ab jetzt ist Paul zum Sterben zu Hause. Er lädt täglich noch Freunde zu sich ein. Er bittet sie, ihm aus der Bibel vorzulesen, auch wenn er schlafe. Viele seiner nichtchristlichen Sportkameraden schauen nun erstmals in das für sie fremde Buch. Und er betet mit ihnen – und (!) für sie! Etwas, was wohl fast alle ebenso zum ersten Mal erleben. Paul möchte, dass sie zu seiner Beerdigung kommen – unter einer Bedingung: „Erscheint nicht in Schwarz, sondern in bunt. Denn ich bin ja dann im Himmel, wo es mir gutgeht.“ Paul weiter: „Ich bin jetzt ein Kind Gottes. Jetzt will ich mit meinem Vater im Himmel zusammen sein. Ich feiere oben, ihr feiert unten.“ Als „seiner“ Ärztin Tränen über das Gesicht laufen, sagt Paul zu ihr: „Warum weinst du, ich gehe doch zu Gott! Dort werde ich dich einmal mit offenen Armen empfangen.“ Als seine Mutter ebenso weinen muss, nimmt Paul ihre Hand: „Sei nicht traurig, ich bin weiter tief in deinem Herzen, auch wenn ich bei Gott bin.“ 30. Juli abends: Gemeinsam feiern Bruder Johannes vom Kloster Petersberg, Paul, seine Eltern und die Ärztin das Abendmahl. Paul geht es zunehmend schlechter.

Foto: privat

Das Kreuz auf der Stirn 31. Juli nachmittags: Paul atmet schwerer, sein Zustand wird immer kritischer. Eine Palliativärztin ist vor Ort, gibt ihm Medikamente zur Linderung der Schmerzen. Am Abend kommt „seine“ Ärztin – Ivonne Hasche – hinzu. Gemeinsam mit den Eltern betet sie aus dem Kirchengesangbuch das Abschiedsgebet für Sterbende: „Herr unser Gott, du hast Leben und Tod in deinen Händen. Um deines Sohnes Jesu Christi willen erbarme dich unseres lieben Pauls. Du kannst Sünde vergeben, Qual verkürzen und aus dem Tod erlösen. Wir bitten dich für unseren lieben Paul, nimm ihn auf in die ewige Freude.“

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Der krebskranke Paul mit einem krebskranken Kind im Arm

Danach spricht Frau Hasche ihm Gottes Segen zu und zeichnet ein Kreuz auf seine Stirn. Nach dem Segen wird Paul plötzlich ganz ruhig. Seine Atmung wird immer langsamer. Seine Eltern halten seine Hände, die Ärztin den Kopf. Nach kurzer Zeit legt er ihn zur Seite. Eine letzte Träne kullert aus dem Auge. Er ist heimgegangen. Ergriffen von der erlebten Situation äußert die anwesende Palliativärztin: „Ich habe schon viele Menschen sterben sehen, aber so einen friedvollen Tod habe ich noch nie erlebt.“ 4. August: Gottesdienst der Communität Christusbruderschaft im evangelischen Kloster auf dem Petersberg. Erstmals in ihrem Leben beten die Eltern, Pauls Schwester und die Großeltern das Apostolische Glaubensbekenntnis – lesend aus dem Gesangbuch – mit. 17. August 2013: Paul soll an diesem Sonnabend um 13 Uhr auf dem Friedhof in Döllnitz südlich von Halle von Bruder Johannes bestattet werden. Viele Trauergäste werden wohl Nichtchristen sein. Aber viele von ihnen haben bereits dank des Bekenntnisses von Paul erfahren, was christlicher Glaube bedeutet: Er trägt sogar in der Stunde, vor der fast alle Menschen Angst haben – der Stunde des Todes. P PS: Die Communität Christusbruderschaft vom evangelischen Kloster auf dem Petersberg wird auf ideaOst, Seite 37 vorgestellt. Anzeige

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Nichts ist besser bezeugt! GLAUBENSBEKENNTNIS Kein Stifter einer Religion kann von sich behaupten, er sei tot gewesen und nun lebendig. Kein Mohammed, kein Buddha – nur Jesus Christus. Dass er den Tod überwunden hat und leiblich auferstanden ist, ist die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens. Sie ist so ungewöhnlich, dass sie immer wieder bestritten wird. Damit befasst sich Pastor Klaus Jürgen Diehl (Wetter/Ruhr) im 18. Teil der idea-Glaubensserie. „Am dritten Tage auferstanden von den Toten …“ Was wir Christen Sonntag für Sonntag im Apostolischen Glaubensbekenntnis im Gottesdienst bekennen, erscheint vielen Menschen geradezu aberwitzig und absurd: Wie soll einer, dessen Leichnam bereits im Grab gelegen hat, wieder lebendig werden? Das ist in der Menschheitsgeschichte beispiellos. So ist es nicht erstaunlich, dass sich bis in die jüngste Gegenwart hinein selbst Theologen an Versuchen beteiligen, das Ostergeschehen kritischen Zeitgenossen gegenüber einsichtig zu machen – oder doch wenigstens plausibel erscheinen zu lassen. Einer dieser Erklärungsversuche läuft darauf hinaus, dass die Anhänger Jesu sich einfach nicht mit seinem überraschenden Tod abfinden konnten und in ihnen schon bald danach die Gewissheit entstand, dass Jesus auferstanden sei. Sie seien persönlich zutiefst davon überzeugt gewesen, dass ihnen Jesus nach seiner Auferstehung erschienen sei und ihnen aufgetragen habe, die Botschaft von seiner Auferstehung ihren Mitmenschen zu bezeugen. Andere argumentieren, dass das Grab Jesu selbstverständlich nicht leer gewesen sei und der Leichnam Jesu wie jeder andere darin verwest sei. Aber Gott habe den Jüngern in einem Traum oder einer Vision Jesus als Auferstandenen gezeigt, um in

Was die Bibel dazu sagt Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt (Johannes 11,25). Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden (Lukas 24,5 und 6). Der Herr ist wahrhaftig auferstanden (Lukas 24,34). Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft (1. Korinther 6,14). Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich (1. Korinther 15,14). Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten (1. Petrus 1,3). Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet (Römer 10,9).

ihnen die Hoffnung zu entzünden, dass der Tod nicht das letzte Wort habe.

Der Schock sitzt tief Was ist zu diesen und ähnlichen Erklärungsversuchen zu sagen? Vor allen Dingen dies: Sie werden nicht im Geringsten den biblischen Berichten von den Begegnungen verschiedener Zeugen mit dem Auferstandenen gerecht, und sie werfen mehr Fragen auf, als sie zu beantworten vorgeben. Als Erstes fällt auf: Keiner der engsten Anhänger Jesu rechnet auch nur im Entferntesten mit der Möglichkeit, dass der gekreuzigte Jesus von den Toten auferstehen könnte. Der Tod ihres Meisters schockt sie alle so sehr, dass sie völlig verzweifelt sind und sich aus Angst vor einem ähnlichen Schicksal verstecken. Wie sollen sie von einem solchen Tiefpunkt der Verzweiflung zu der strahlenden Gewissheit kommen, dass ihr Herr und Meister lebt, und nun mit einem Male siegesgewiss mit dieser Botschaft an die Öffentlichkeit gehen? Tatsächlich ist es so, dass die Apostel es als „Märchen“ (so die alte Lutherübersetzung in Lukas 24,11; wörtlich: „Unsinn, leeres Geschwätz“) abtun, als die Frauen am Ostermorgen aufgeregt zu ihnen gelaufen kommen und berichten, dass Jesus auferstanden sei. An anderer Stelle heißt es sogar, dass Jesus die Jünger wegen ihres Unglaubens schalt, weil sie der Botschaft der anderen von seiner Auferstehung keinen Glauben geschenkt hätten (Markus 16,14).

War das Grab wirklich leer? Auch die Behauptung, dass das Grab Jesu nicht leer gewesen und Jesu Leichnam darin verwest sei, vermag nicht zu überzeugen. Denn wäre es so gewesen, hätten die Juden schon bald mit dem Hinweis auf den vorhandenen Leichnam Jesu die in der Öffentlichkeit vertretene Botschaft seiner Auferstehung als dreiste Lüge entlarven können. Doch die Tatsache des leeren Grabes konnten selbst die jüdischen Kritiker nicht widerlegen. Nur veranlasste sie dies zu der Behauptung, die Jünger hätten den Leichnam Jesu gestohlen, um die Botschaft von seiner Auferstehung aufrecht erhalten zu können (Matthäus 28,13). Hier steht nun Aussage gegen Aussage. Hätten allerdings die jüdischen Kritiker mit ihrer Version des heimlichen Leichendiebstahls recht, dann müsste man das Christentum wohl für das ideaSpektrum 33.2013


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So stellte sich der Tiroler Maler Albin Egger-Lienz (1868–1926) die Auferstehung von Jesus Christus vor.

Foto: privat

größte Schwindelunternehmen der Weltgeschichte halten. Aber hängt denn der Glaube an die Auferstehung Jesu wirklich daran, dass das Grab leer war? Natürlich hätte Gott in seiner Souveränität Jesus auch vom Tode erwecken können, ohne als „Vorlage“ an seinem toten Körper anzuknüpfen. Schließlich glauben wir als Christen auch an unsere Auferstehung, wohl wissend, dass von uns vermutlich nicht einmal ein paar Knochen oder eine Handvoll Asche übrig bleiben werden. Doch mit der Auferweckung des Gekreuzigten aus dem Grab heraus will Gott uns auf eindrückliche Weise vor Augen führen, dass mit der Auferstehung weder unsere einmalige Individualität noch die Identität mit unserm irdischen Leben aufgehoben ist. Der Auferstandene ist und bleibt der Gekreuzigte. Er ist nicht mit einem Male ein gespenstisch fremdes Wesen von einem anderen Stern, sondern bleibt der vertraute Herr, in dessen Nägelmale der zweifelnde Thomas seine Hände legen darf, um nun auch ganz sicher zu sein: Es ist Jesus – und niemand sonst (Johannes 20,27)!

Entweder wahrhaftige Auferstehung oder Illusion Aber muss man unbedingt an die leibhafte Auferstehung Jesu glauben, um über den Tod hinaus hoffen zu können?

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Aus der Sicht des Neutestamentlers Rudolf Bultmann (1884–1976) ist der christliche Glaube an der historischen Frage nach der Auferstehung Jesu nicht interessiert. Für ihn und andere historisch-kritische Theologen unserer Tage ist das Osterereignis kein Geschehen an dem gekreuzigten und im Grab liegenden Jesus. Dieses Osterereignis betrifft ausschließlich die Entstehung des Glaubens der Jünger an den Auferstandenen. Allein in diesem Glauben – wie immer er auch zustande gekommen sein mag – hat die Verkündigung der Kirche ihren Ursprung. Die Sache Jesu geht also nach seiner Kreuzigung weiter – unabhängig davon, was mit seiner Person geschehen ist. Doch gegen diese Deutung hätte kein Geringerer als der Apostel Paulus leidenschaftlich protestiert. Für ihn läuft alles auf die radikale Alternative hinaus: Entweder ist Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden, dann haben wir einen festen Grund für die Hoffnung, dass Gott auch uns einmal nach unserm Tode auferwecken wird. Oder Jesus ist nicht wirklich auferstanden, dann sind Predigt und Glaube vergeblich; ja dann sind Christen wirklich arm dran, weil sie der Illusion eines ewigen Lebens aufgesessen sind, ohne dafür einen verlässlichen Grund zu haben (1. Korinther 15,12–19). Der Versuch Bultmanns, den Glauben an die Auf-


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erstehung festzuhalten bei gleichzeitiger Preisgabe des Wunders der Auferweckung Jesu, ist zum Scheitern verurteilt. Auf einen Jesus, der allein im Glauben seiner Jünger bzw. in die Verkündigung der Gemeinde hinein auferstanden ist, lässt sich kein tragfähiger Glaube gründen. Erst recht nicht angesichts von Krankheit, Leid und dem eigenen Tod.

Für Paulus steht außer Zweifel, dass Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist. Ihm selbst hat sich der Auferstandene auf dramatische Weise offenbart. Das geschah zu einer Zeit, als er selbst die christlichen Gemeinden leidenschaftlich verfolgte, weil er sie für Zerstörer des jüdischen Glaubens hielt. Dass Jesus von den Toten auferstanden sein sollte, hielt er selbst als junger Pharisäer für ausgemachten Blödsinn. Doch dann erschien ihm der lebendige Christus am helllichten Tage vor Damaskus mit einer solchen Wucht, dass er zu Boden stürzte und zunächst für einige Tage erblindete. Jahre später – in seinem 1. Brief an die Gemeinde in Korinth (ca. 55 n. Chr. geschrieben) – reiht er sich bescheiden als Letzten in eine lange Reihe von Zeugen ein, die dem auferstandenen Jesus begegnet sind.

Die bestbezeugte Tatsache der Weltgeschichte Die Passage dieses Briefes (1. Korinther 15,3b–5) ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Paulus zitiert hier das vermutlich älteste christliche Glaubensbekenntnis aus der „aramäisch sprechenden palästinischen Urkirche“ (so der Theologieprofessor Leonhard Goppelt, 1911–1973). Der Apostel ist seinerzeit, d. h. vermutlich kurz nach seiner Bekehrung, mit diesem Bekenntnis vertraut gemacht worden, wie er den Korinthern gegenüber betont. Wenn man bedenkt, dass sich Paulus etwa 5 Jahre nach dem Tod und der Auferstehung Jesu bekehrt hat, dann haben sich offensichtlich schon zu diesem Zeitpunkt Christen dazu bekannt, „dass Christus auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas (also Petrus), danach von den Zwölfen …“ (Verse 4 und 5). Da-

Nachdenkenswerte Zitate „Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln.“ Dietrich Bonhoeffer (1906–1945), evangelischer Theologe „Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht herumlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat.“ Karl Barth (1886–1968), reformierter Theologe „Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh er´s vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria, schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Ruhm behält.“ Paul Gerhardt (1607–1676), lutherischer Pfarrer und Liederdichter

Die Gräber zur Zeit Jesu hatten einen Verschlussstein – im Bild das Jasongrab in Jerusalem mit einem eckigen Stein. So sah vermutlich auch das Grab von Jesus Christus aus.

mit wäre dieses Bekenntnis das älteste literarische Zeugnis von den Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus. Wissenschaftler sprechen hier von dem „historischen Rand“ des Ereignisses, den wir mit diesem Text aus dem 1. Korintherbrief erreichen. Sie wollen damit ausdrücken: Es gibt zwar keine Augenzeugen von dem eigentlichen Geschehen der Auferweckung, aber wir sind zeitlich und sachlich ganz nah dran. Denn schon kurze Zeit nach den Ereignissen sind nachweislich Menschen mit dem Bekenntnis und der Botschaft in die Öffentlichkeit gegangen, dass Jesus lebt. Den bekannten Historiker Theodor Mommsen (1817– 1903) soll dies zu der kühnen Bemerkung veranlasst haben, die Auferstehung Jesu sei „die bestbezeugte Tatsache der Weltgeschichte“.

Über 500 haben den auferstandenen Jesus gesehen Die Zeugenliste für die Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus aus dem von Paulus zitierten Glaubensbekenntnis ist noch aus einem anderen Grund bemerkenswert. Paulus erwähnt darin, dass Jesus nach seiner Auferstehung auch „von mehr als 500 Brüdern auf einmal gesehen worden ist“ (Vers 6). Interessanterweise erfahren wir darüber in den Auferstehungsberichten der Evangelien kein einziges Wort. Offensichtlich hat es noch mehr Begegnungen mit dem Auferstandenen gegeben, als uns die Evangelien überliefert haben. Für Paulus ist die Erwähnung dieser großen Zahl an Auferstehungszeugen wichtig, weil er damit hofft, den Kritikern der Auferstehungshoffnung in der Gemeinde den Wind aus den Segeln nehmen zu können. Ausdrücklich weist er darauf hin, dass ca. 25 Jahre nach der Auferstehung Jesu immer noch eine Reihe dieser Zeugen leben. Also bitte: Man kann sie ja befragen, wenn man der Wahrheit wirklich auf die Spur kommen möchte. Natürlich sind die unterschiedlichen Berichte über die Begegnungen mit dem Auferstandenen Zeugnisse persönlicher Erfahrung, die damit den eigenen Glauben keineswegs überflüssig machen. Wer sie liest, steht vor der Entscheidung, ob er sie für vertrauenswürdig hält. Damit ein Mensch an Jesus als den Auferstandenen glauben und mit der Hoffnung auf das ewige Leben erfüllt werden kann, muss sich ihm Jesus allerdings selbst als der Lebendige zu erkennen geben und alle Zweifel zerstreuen. P

Foto: Alexander Schick

Das Damaskus-Erlebnis

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P RO & KON T R A

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Überfordert uns die Freiheit? GESELLSCHAFT Porno-Sperren im Internet, fleischlose Tage in Kantinen, Rauchverbote usw. – die Politik machte in den vergangenen Tagen vor allem durch Verbotsvorschläge Schlagzeilen. Sind die Bürger in unserer modernen Informationsgesellschaft mit der Freiheit überfordert?

Die Freiheit muss ihre Grenzen haben. Das gilt vor allem beim Jugendschutz!

PRO 

Das Internet nimmt in unserem modernen Alltag eine zentrale Funktion ein. Ob Straßenatlas, Zeitung oder Brief – immer mehr Dinge finden im Internet einen digitalen Ersatz. Die Informationsfreiheit, die durch das Grundgesetz geschützt ist, wurde durch das Internet auf eine neue Ebene gehoben. Der moderne Mensch kann mittels Laptop oder Smartphone jederzeit auf einen gewaltigen Informationsfluss zugreifen. Zweifellos stellt diese Entwicklung einen historischen Fortschritt in der Menschheitsgeschichte dar. Doch dieser Fortschritt schafft auch neue Probleme. Je mehr wir von unserem realen Leben in die digitale Welt verlagern, desto schwieriger wird es, die gesellschaftlichen Regeln, auf die wir uns geeinigt haben, dorthin zu übertragen. Selbstverständlich muss man seinen Personalausweis vorzeigen, um sich in einer Videothek nicht-jugend-

freie Filme auszuleihen. Warum sollte dieser gesellschaftliche Konsens im Internet keine Bedeutung mehr haben? Frei verfügbare Online-Pornografie hat ein gewaltiges Ausmaß erreicht. Schon Fünftklässler tauschen heute über Smartphones pornografische Videos aus, obwohl zahlreiche Studien die negativen Auswirkungen für Kinder belegen: Ihr Verhältnis zur Sexualität kann massiv gestört und brutalisiert werden. In Art. 5 des deutschen Grundgesetzes Abs. 2 heißt es in Bezug auf die Informationsfreiheit: „Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend (…).“ Daraus geht die Verpflichtung des Staates hervor, einen effektiven Jugendschutz zu gewährleisten. Man mag nun über die richtige technische Vorgehensweise streiten. Der Schutz unserer Kinder darf aber niemals den individuellen Freiheitsrechten geopfert werden. P

Wir müssen für das Credo einer aufgeklärten Gesellschaft streiten: ein freier Staat für freie Bürger!

Patrick Meinhardt (FDP, Baden-Baden) ist seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist bildungspolitischer Sprecher der FDPBundestagsfraktion.

KONTRA 

Fotos: PR, photothek.net Fotoagentur

Norbert Geis (CSU) ist seit 1987 Mitglied des Deutschen Bundestages. Er ist direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Aschaffenburg.

Die Freiheit überfordert uns ganz und gar nicht. Nur können es eine ganze Reihe von Politikern einfach nicht lassen, den Bürgerinnen und Bürgern bis ins letzte Detail ihr Leben vorschreiben zu wollen. Die Grünen haben eine derartige Verbotskultur als Grundlage ihrer Politik geradezu perfektioniert. Die grünen Gutmenschen wissen alles besser und wollen die deutsche Gesellschaft nach ihren Ansichten erziehen. Der Vegetarier-Tag ist das beste Beispiel einer vollkommen verkorksten Grundeinstellung zur Eigenverantwortung der Menschen in unserem Land. Ich bin sehr froh, dass die Reaktionen aus der Bevölkerung deutlich zeigen, was die Menschen von solch einem zwangsweise vorgeschriebenen, fleischlosen Tag in Kantinen halten. Die Freiheit, die der Staat für die Bürger sicherstellen muss, scheint eine ganze Reihe von Politikern und Parteien 33.2013

zu überfordern – weniger die Bürgerinnen und Bürger, die in ihrer großen Mehrheit einen sich mehr beschränkenden Staat wollen. Aber wir müssen mit Argusaugen aufpassen, was im Moment passiert. Ich erkenne sehr wohl eine schleichende Sozialdemokratisierung der meisten Parteien, die sich auch in der Gesellschaft niederschlagen wird, wenn wir nicht mit Leidenschaft für das Credo einer aufgeklärten Gesellschaft streiten: ein freier Staat für freie Bürger! Das fängt bei der Bildung und Erziehung an. Hier brauchen wir nicht mehr Einheitsbildung, sondern mehr Bildungsvielfalt, Schulfreiheit und Leistungsgerechtigkeit. Wenn wir eine Gestaltungs- und Verantwortungsgesellschaft von Menschen wollen, die von der Grundüberzeugung geprägt sind, dass sie erst einmal ihr Leben selbst in die Hand nehmen, dann müssen sie dies auch vom ersten Moment in ihrem Leben konkret spüren. P


net F O R U M F Ü R J U N G E C H R I S T EN

Ein ungewöhnliches Geschenk WETTBEWERB Im vergangenen Jahr hat die Evangelische Nachrichtenagentur idea zusammen mit dem Verband Evangelischer Bekenntnisschulen zum 2. Mal einen Schülerschreibwettbewerb veranstaltet. Die Themen waren „Ein ganz besonderes Geschenk“ (Klassen 9–10) und „Die Welt im Jahr 2030“ (Klassen 11–13). Den dritten Platz in der Kategorie der Mittelstufenschüler hat Daniela Tauberschmidt belegt. In ihrer Geschichte schildert sie den tragischen Unfall eines jungen Liebespaares. Das Unglück bestärkt die beiden in ihrem Glauben und ihrer Liebe zueinander. aurie war verzweifelt. Nein, so hatte sie sich ihren 20. Geburtstag nicht vorgestellt. Ihr Freund Dave lag schwer verletzt im Krankenhaus – wegen ihr!

Dave hatte sie gerettet Es hatte gebrannt in ihrem Haus. Sie kam gerade vom Einkaufen, als sie die ersten Rauchschwaden sah. Sie rief die Feuerwehr, rannte ins Haus und versuchte noch zu retten, was zu retten war. Dave war zwei Minuten später gekommen, um ihr zu gratulieren. Schon lange zuvor hatte er von einem ganz besonderen Geschenk gesprochen, das er ihr an diesem Tag geben wollte. Doch dann kam das Feuer. Sie konnte sich nur noch erinnern, wie ihr plötzlich schwindelig wurde und sie wusste: Ich muss hier raus! Dann sah sie einen Balken auf sich zukommen, ihr wurde schwarz vor Augen. Erst jetzt hatte sie erfahren, dass Dave sich über sie geworfen und den Balken abgefangen hatte. Er hatte sie gerettet. Sie selbst war völlig unversehrt geblieben. Doch Dave …

„Die Überlebenschancen sind nicht sehr gut“ Der Arzt betrat das Krankenzimmer. Laurie schreckte auf. Erwartungsvoll sah sie ihn an. Sie hatte immer noch Hoffnung. Nachdem die Feuerwehr sie und Dave aus dem Haus gerettet hatte, stand es schlecht um ihn. Doch er war noch am Leben. Nie könnte sie den Gedanken ertragen, dass er für sie sein Leben gegeben hatte – nein, so etwas dufte sie nicht einmal denken. Sie

B e su cht uns au ch au f

liebte Dave doch so sehr! „Es tut mir leid“, der Arzt räusperte sich, und Laurie merkte, wie schwer es ihm fiel weiterzusprechen. Mit Tränen in den Augen sah sie wie gebannt auf den Mann in Weiß, als wenn er das Todesurteil über ihren Freund sprechen würde. „Die Überlebenschancen von Dave sind nicht sehr gut. Es tut mir wirklich leid. Selbst wenn er die Rauchvergiftung überlebt, so wird er seinen rechten Arm verlieren. Der Balken, der ihn traf, hat den Arm so zerquetscht, dass wir ihn amputieren müssen.“

Wo war Gott gewesen? Laurie sah ihn entgeistert an. Das konnte nicht sein. Sie konnte nicht mehr. Sie drehte sich auf dem Absatz um und rannte hinaus. Nur raus hier! Doch wohin? Überallhin würde sie die Tatsache begleiten, dass ihr Freund schwer verletzt war – wegen ihr! Er hätte sich retten können, hätte nicht in das brennende Haus gehen müssen, wenn sie bloß nicht noch einmal hineingegangen wäre. Plötzlich musste Laurie an Gott denken. Wo war er gewesen? Die nächsten Wochen waren schrecklich. Dave hing zwischen Leben und Tod. Laurie bangte um ihn, besuchte ihn jeden Tag. Das Studium – alles war ihr nun egal, wenn nur Dave wieder gesund wurde. Sie gab die Hoffnung nicht auf.

Er hatte nur noch einen Arm Dann endlich, nachdem der Arm amputiert war, ging es aufwärts. Dave erwachte aus dem Koma. Laurie war erleichtert.

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Doch Dave selbst war am Boden zerstört. Tagelang hatte er im Koma gelegen. Und nun, da er erwachte, hatte er keinen rechten Arm mehr. Auch er begann Gott große Vorwürfe zu machen. Er hatte Laurie sehr geliebt, doch nun? Er hatte nur noch einen Arm. Er konnte nicht mehr arbeiten, er konnte gar nichts mehr. War das gerecht? War das der Dank dafür, dass er seiner Freundin das Leben gerettet hatte?

Durfte er Gott die Schuld geben? Eines Tages bekam er Besuch von seinem besten Freund Andy. Mit Andy hatte er früher manchmal in der Bibel gelesen. Es tat Dave gut, sich bei ihm auszusprechen. Sie redeten lange miteinander. Dave erinnerte sich an Zeiten, in denen er sich für Gott interessiert hatte – doch das war schon lange her. Er begann zu grübeln: War es fair, dass er Gott Vorwürfe machte? War das nicht nur gerecht von Gott? Schließlich hatte er nichts mehr von Gott wissen wollen. Durfte er also Gott die Schuld geben an dem, was geschehen war?

„Ich kann dir kein Mann sein“ Eines Tages saß Laurie wieder an seinem Bett und fragte ihn nach dem besonderen Geschenk. Ihr Geburtstag war schon über drei Monate her. Doch sie erinnerte sich immer noch an die Ankündigung, dass etwas Besonderes auf sie warte. Zuerst sagte Dave nichts, doch Laurie ließ nicht locker. Schließlich brach es aus ihm heraus: „Du wolltest doch eine feste Beziehung. Ich wollte dir einen Heiratsantrag machen,

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Foto: idea/Archiv

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doch jetzt … du siehst doch, ich bin ein Krüppel. Du kannst das Geschenk vergessen! Laurie, wir sollten die Beziehung beenden. Ich kann dir kein Mann sein, ich kann nicht arbeiten und dich beschützen!“

Fotos: A.Singal, privat, TeenStreet/PR

Dave begann in der Bibel zu lesen Laurie war traurig. Was sollte sie tun? Sie wollte Dave nicht aufgeben. Auch Dave war am Ende. Immer wieder sprach er darüber mit Andy. Schließlich begann Dave wieder in der Bibel zu lesen. Wenn ihm noch irgendjemand helfen konnte, dann Gott. Andy meinte, ein Leben mit Gott würde sich immer lohnen, mit oder ohne Arm. Dave hatte mal den Satz gehört: „Besser gelähmt im Himmel als mit beiden Beinen in der Hölle.“ Das konnte man doch auch auf die Arme beziehen, oder? Eines Tages las Dave die Geschichte der Kreuzigung. Als er las, dass Jesus die Nägel durch die Hände gebohrt wurden, begann er zu begreifen: Jesus opferte nicht nur seinen Arm, sondern sein Leben für ihn, so wie er sich für Laurie geopfert hatte. Aus Liebe. Er spürte es! Er konnte Gottes Liebe nicht mehr davonlaufen – er wollte zurückkommen.

Jesus hat sich selbst verschenkt Am nächsten Tag erzählte Dave Laurie alles. Er sagte ihr, dass er als Christ leben wollte und dass Jesus ihm alles bedeutete. Laurie war sehr nachdenklich. Auch sie hatte in der letzten Zeit viel über Gott nachgedacht und über ihr Leben. Würde sich ein Leben mit Gott nicht lohnen?

„Ich liebe dich“ Am nächsten Tag durfte Dave für zwei Stunden aus dem Krankenhaus. Als die beiden durch die Felder liefen und den blauen Himmel genossen, meinte Laurie nach einer Weile: „Dave, ich habe lange darüber nachgedacht. Dein Geschenk an mich war so groß, dass ich es dir nie zurückzahlen

Er rettete sie aus dem brennenden Haus.

kann. Es war viel größer als ein Heiratsantrag. Es war das Geschenk deiner ganzen Liebe. Du hast mir gezeigt, dass man sich selbst verschenken kann. Und dass es noch jemanden gibt, der das in ganz großem Stil getan hat: Jesus. Er hat sein Leben für uns alle gegeben. Dave, ich bin froh, dass ich dieses Geschenk auspacken durfte – Dave, ich liebe dich und ich werde dich heiraten!“ „Ich liebe dich, aber Jesus noch viel mehr“, antwortete Dave mit einem Augenzwinkern und sie lachten. P

Daniela Tauberschmidt (18) aus Leonberg bei Stuttgart ist im ersten Jahr ihrer Erzieherinnenausbildung. In ihrer Freizeit hilft sie in Ferienlagern und triff t sich gerne mit Freunden. Sie liebt Jesus über alles und will ihn immer besser kennenlernen. Auch wünscht sie sich, dass noch viel mehr Menschen erkennen, dass Jesus der Sinn des Lebens ist. Lesen und Schreiben sind Danielas größte Hobbys. Ihre große Fantasie hilft ihr dabei, Geschichten zu schreiben und über Gott und die Welt nachzudenken.

Daniela Tauberschmidt

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TeenStreet: Ein Jugendkongress mit zwei Rekorden – 4.400 kamen nach Offenburg Daran beteiligten sich vom 27. Juli bis 3. August im badischen Offenburg rund 4.400 Jugendliche aus 45 Nationen. So viele seien es in der 21-jährigen Geschichte noch nie gewesen, teilten die Organisatoren vom internationalen Missionswerk Operation Mobilisation (OM) in Mosbach bei Heidelberg mit. Vor zwei Jahren waren 3.665 Jugendliche aus ganz Europa nach Offenburg gekommen, im vergangenen Jahr fand das Treffen mit 3.600 Teilnehmern im niedersächsischen Oldenburg statt. Auch der traditionelle Sponsorenlauf hatte ein Rekordergebnis. Über 500 Teilnehmer liefen insgesamt mehr als 5.700 Kilometer und erhielten dadurch Spendenzusagen von über 58.000 Euro. Das Geld ist für die Renovierung eines christlichen Freizeitgeländes in Bosnien und Herzegowina bestimmt. Im vergangenen Jahr legten 584 Teilnehmer insgesamt 4.987 Kilometer zurück und sammelten dabei 40.000 Euro ein.

Gott hat „mehr“ Die Rekorde passten zum Thema des Kongresses „MORE“ (MEHR). „Wir hörten, wer Gott ist, und über das unendliche Mehr, mit dem er uns beschenken will“, berichteten die Organisatoren. Das Erlebte solle in den nächsten Wochen bei OM-Einsätzen im In- und Ausland weitergegeben werden. Erste Übungen wurden während des Kongresses in der Offenburger Innenstadt absolviert. Auf einer

ideaSpektrum 33.2013

Bühne auf dem Marktplatz gestalteten Jugendliche ein Programm mit Musik, Tanzeinlagen und scheinbar spontanen Zusammenkünften (Flashmobs). In der Nähe präsentierten und erläuterten einige Teilnehmer eigene Kunstwerke. Kleingruppen zogen durch die Straßen, um Menschen eine Freude zu machen: Sie bemalten die Gesichter von Kindern, verschenkten 250 Bibeln sowie 650 Blumen mit angehefteten Bibelversen und boten frankierte Postkarten an, die Passanten an lange nicht mehr gesehene Personen schicken konnten. Bei einigen Begegnungen wurde auch gebetet. Das evangelikale Missionswerk beschäftigt über 6.100 Mitarbeiter in über 110 Ländern. Die Zentrale des deutschen Zweiges betreut rund 280 Mitarbeiter.


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INTERNET

Vorsicht mit Druckkochtöpfen ALTERNATIVEN Warum die Spähaffäre uns alle angeht Kennen Sie den Stummfilm „Der Student von Prag“ aus dem Jahr 1913? Er handelt von einem Mann, der sein Spiegelbild für viel Geld an eine zwielichtige Person verkauft. Sein Spiegelbild beginnt daraufhin, ein Eigenleben zu führen und sein Leben zu ruinieren. Die Geschichte endet damit, dass der Mann sein anderes Ego erschießt – und damit auch sich selbst trifft.

Unser digitales Spiegelbild Dieser Film illustriert unser Problem: Die Daten, die wir durch die Nutzung von Facebook, Google, Microsoft, Kreditkarten, Navigationsgeräten und Mobiltelefonen erzeugen, sind ein digitales Spiegelbild von uns, das uns in die Quere kommen kann. Der Preis, den wir für diese scheinbar kostenlosen oder günstigen Dienste bezahlen, ist die Tatsache, dass „irgendwo da draußen“ sehr viele Informationen über uns in Umlauf sind. Was früher Geheimdienste mit großem Aufwand sammeln mussten, stellen wir heute selbst zur Verfügung. Die Schwierigkeiten beginnen dort, wo diese Daten nur darauf abgeklopft werden, ob wir vielleicht ein Sicherheitsrisiko sind: Da kann es schon passieren, dass unsere Suchanfrage nach harmlosen Begriffen wie „Druckkochtopf“ und

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„Rucksack“ als Recherche zum Bau einer Bombe gesehen wird, wie es gerade in den USA einer Familie passierte.

Es muss nicht Google, Amazon oder das Handy sein Deswegen ist es nicht unwichtig, wer Zugriff auf unsere Daten hat. Auch Geheimdienste können irren, vor allem in der Interpretation. Es liegt in unserem Ermessen, dafür zu sorgen, dass unser Spiegelbild in unserem Leben nicht zu mächtig wird. Wir müssen nicht Google nutzen, sondern können Suchmaschinen wie Metager. de oder ixquick.com nehmen, die unsere Daten nicht speichern. Wir müssen nicht bei Amazon kaufen, sondern könnten in eine christliche Buchhandlung gehen (damit unterstützen wir auch noch einen wichtigen Treffpunkt von Christen vor Ort). Dazu gibt Tipps die Vereinigung Evangelischer Buchhändler und Verleger: www.veb-medien.de. Es muss auch nicht alles über das Mobiltelefon abgewickelt werden. Einen Brief zu schreiben, gewinnt unter diesen Umständen eine ganz neue persönliche Qualität. Und wir können verstärkt darauf achten, ob Parteien und Abgeordnete für den Schutz unserer Daten eintreten. Unser zweites Ich niederzuschießen ist jedenfalls auch heute keine Lösung. P Sigmar von Blanckenburg

idea Fernseh- und Hörfunk-Tipps

17. bis 23. August

FERNSEHEN Samstag, 17. August

Sonntag, 18. August

Montag, 19. August

Mittwoch, 21. August

15.00–15.45 ERF 1 „Wert(h)e Gäste“: Zu Gast ProChrist-Geschäftsführer Michael Klitzke

10.00–11.00 Damaskus: voller Erinnerungen – eine Reise in das multireligiöses Syrien

21.55–22.25 Deutschlands neue Slums – das Geschäft mit den Armutseinwanderern

16.30–17.00 Wer hat Angst vorm Muselmann? – 51 % der Deutschen empfinden den Islam als Bedrohung

21.15–21.00 John Bunyan: Pilger zur ewigen Glückseligkeit – Porträt des englischen Baptistenpastors

Dienstag, 20. August

22.45–23.30 Kandidaten-Check – Was wollen Angela Merkel und Peer Steinbrück? Und was wollen die Wähler?

22.35–23.05 Wo bitte geht’s zum Himmel? – TV-Moderatorin Katty Salié auf der Suche nach dem Leben nach dem Tod

Donnerstag, 22. August

Freitag, 23. August

23.20–0.20 StadtGebete: Die Neuerfindung der Religion in der Stadt, Dokumentation

21.00–22.00 20.15–21.00 „Ich bin“ – Christlicher Wider- Ramstein – die Katastrophe stand im Nationalsozialismus

HÖRFUNK Sonntag, 18. August

Donnerstag, 22. August

7.05–7.30 Dr. Luther antwortet – Martin Luther als Ratgeber in Alltagsfragen

8.35–8.50 Organspende – eine Christenpflicht? Zwischen Ermutigung und Ablehnung

10.05–11.00 Evangelischer Gottesdienst aus der Christuskirche in Heinsberg (Saarland)

8.30–9.00 Frauenquote für die Kirche? Frauen in der evangelischen Kirche – eine Bestandsaufnahme

9.30–10.30 Ökumenischer Radiogottesdienst von der Rämsen, Bühler AR mit Vikar Ingo Stucke und Pfarrer Lars Syring

11.30–12.00 Himmlische Lust: Christliche Spiritualität der Sinnlichkeit. Glauben als Frage sinnlicher Wahrnehmung

12.05–12.30 Gesichter des Islam: Wissen und Fortschritt Mittwoch, 21. August 20.00–21.00 Die Gefahr ein Embryo zu sein – von Abtreibung, Stammzellenforschung etc.

20.00–21.00 ERF Plus Vom Fahrraddieb zum Pfarrer – Horst Marquardt im Gespräch mit Heinz Bogner. Vom CVJM aufgefangen, wird aus dem jungen Tunichtgut ein verantwortungsbewusster CVJMSekretär

Wer reagieren möchte, kann dies unter folgenden Rufnummern tun: ARD: 089/5900-3344 | Bibel.TV: 040/4450660 | Das Vierte: 0180/5843783 Deutschlandfunk und Deutschlandradio: 0221/345-1831 | DRS 2: (0)848/808080 | ERF: 06441/957-0 | HR (TV): 069/1555111 | Kabel 1: 0180/5011150 KiKa: 0180/2151514 | Luth. Stunde: 04264/2436 | MDR: 0341/300-5401 | NDR: 0511/988-2393 | Phoenix: 0180/28213 | RBB: 030/97993-2171 SF 2: (0)62/2059050 | SR 2: (0)681/6022222 | SWR: 07221/929-0 | WDR (Radio): 0221/5678-333 | WDR (TV): 0221/5678888 | ZDF: 06131/7012164

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DI E K LE I N E K A NZ E L

» Jesus spricht zu ihr: ›Frau, warum weinst du?‹ «

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Volkhard Spitzer ist Pastor der pfingstlichen „City Kirche Berlin International“.

Aus dem Evangelium des Johannes 20,15

Foto: PR

Jesus war ein Frauenversteher Viele Christen kennen die letzten Worte Jesu am Kreuz, nur wenige aber die ersten Worte nach seiner Auferstehung. Sie galten nicht den Aposteln, sondern einer Frau. Das zeigt uns: Jesus ehrte die Frauen, er schützte und verteidigte sie. Unter seinen Nachfolgern hatte er Frauen und ließ zu, dass sie ihn vom Hof des Herodes aus unterstützten. Eine Frau wurde in Samarien seine erste Evangelistin. Viele fanden aufgrund ihres Zeugnisses zum Glauben. Vor kurzem lautete die Schlagzeile einer Tageszeitung: „Was Frauen besser können als Männer“. 100 Argumente führten die Redakteure auf. Zum Beispiel sind 53 % aller Gymnasiasten heute Mädchen. Eine Studie von McKinsey zeigt, dass Firmen mit vielen Frauen in Führungspositionen bis zu 35 % mehr Umsatz machen. Frauen sind die besseren Beifahrer, können zu ihren Feh-

lern stehen, sie können besser sparen, besser loben und trösten als Männer, sie sind in der Regel einfühlsamer, diplomatischer etc. Nur 5 % aller Strafgefangenen sind Frauen. Dabei stellen sie in der deutschen Bevölkerung die Mehrheit: 52,1 % sind weiblich.

Die weltweite Mission ist ohne Frauen undenkbar Und vor allem: Weltweite Mission ohne Frauen ist undenkbar. Yonggi Cho, der Pastor der weltgrößten Kirche in Seoul mit 800.000 Mitgliedern, betont immer, dass es Frauen waren, die mit ihren Hauskreisen zum Bau der missionarischen Kirche beitrugen. Warum haben die Gesellschaft und die christliche Gemeinde das nicht früher – oder immer noch nicht – begriffen? Auf Jesus kann sich dieserhalb niemand berufen. Er war seiner Zeit voraus! P

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evangelische Landschaft im Bild.» 33.2013

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PORTRÄT „Elvis“ lebt – in Hamburg LEBENSSTIL „Elvis“ lebt. Er wohnt in Hamburg, arbeitet als Paketbote und ist entschiedener Christ. Klaus Rösler hat mit dem 52-Jährigen gesprochen. Thomas Pessier ist 15, als er 1976 seine Liebe zum „König des Rock ’n’ Roll“, Elvis Presley (1935– 1977), entdeckt. Pessier ist von dem US-Sänger fasziniert, weil in dessen Musik alles reinpasst: Rock, Pop, Country, Gospel und Blues. Begeistert schmettert er die Elvis-Hits und gleicht sich auch äußerlich seinem Vorbild an. Seitdem trägt er die Haare wie Elvis. Viele Freunde und Kollegen nennen ihn Elvis. Er wird Heizungsmonteur, ist sechs Jahre lang bei der Bundeswehr und findet schließlich eine Anstellung als Paketfahrer bei der Post. Er liebt seinen Beruf, weil er mit vielen Menschen in Kontakt kommt. Und seine Kunden mögen ihn, weil er sich bei seinen Fahrten durch die Hamburger Stadtteile Niendorf und Schnelsen immer wieder Zeit für ein Schwätzchen oder eine Tasse Kaffee nimmt. Und auch zwei- und dreimal vorbeikommt, wenn er den Adressaten nicht zu Hause antrifft.

„Elvis“ gibt keinen Lebenssinn Für Entspannung und Ausgleich sorgt die Musik. Er ist Sänger bei der Band „Behind the Eightball“ – alles Männer in seinem Alter mit einer Leidenschaft für den frühen Rock ’n’ Roll. Und dennoch: Ihm wird schnell klar, dass der Lebenssinn nicht darin liegen kann, als eine Art Doppelgänger eines verstorbenen Musikers durch das Leben zu gehen. Er liest Bücher, diskutiert mit Christen und Atheisten, bleibt aber ein Suchender. Bis 2001 seine Mutter im Sterben liegt. Sie hatte einen Schlaganfall, ist ohne Bewusstsein. Die Ärzte machen ihm wenig Hoffnung. In dieser Situation erinnert er sich: Gott soll doch Gebete erhören. Er kniet sich ans Krankenbett, betet zum ersten Mal bewusst zu Gott und bittet um sein Eingreifen. Tatsächlich kommt die Mutter noch einmal zu Bewusstsein – für eine Woche, so

Links: Thomas Pessier, und rechts sein Idol: Elvis Presley

dass er sich von ihr verabschieden kann. Für Pessier ist klar: Gott hat sein Gebet erhört. Seitdem hält er sich zur Freien evangelischen Gemeinde Niendorf, die in seinem Arbeitsbezirk liegt.

Jetzt konnten sie heiraten Zur gleichen Zeit entscheidet sich auch seine Freundin Julia für den christlichen Glauben, über den sie beide lange gesprochen hatten. Die beiden kennen sich seit über 20 Jahren. Jetzt heiraten sie. Pessier weiß, dass er noch viel über Gott lernen muss. Deshalb nimmt er an einem Bibel-Entdeckerkurs in seiner Gemeinde teil. Manche biblischen Geschichten haben es ihm besonders angetan – etwa die vom „Verlorenen Sohn“, den Gott mit offenen Armen erwartet. Pessier bekennt, dass diese Geschichte auch sein Leben beschreibt: „Der verlorene Sohn, das bin ich selbst.“ In seiner Gemeinde singt er die dort üblichen Lieder gerne mit – als Thomas und nicht als „Elvis“. Aber als „Elvis“ hat er einen Wunsch: Noch gilt seine Band in Hamburg eher als Geheimtipp, die meist vor kleinem Publikum auftritt. Er würde es gerne erleben, wie es sich anfühlt, in einem großen Stadion aufzutreten. Aber das ist nicht einmal ein Gebetsanliegen für ihn. P

» Wenn die Leute sagen, Jesus war ein großer Lehrer, ein Prophet oder ein wirklich guter Mensch, [...] ist das nicht das, was Jesus selbst von sich dachte. Es bleibt die Herausforderung, dass Jesus entweder der war, der er sagte, dass er war, oder ein vollkommener Spinner. [...] Wir haben da die Wahl. Und ich glaube, dass Jesus der Sohn Gottes war. « Der Sänger einer der weltweit bekanntesten Popgruppen, U2, Bono (Irland), in einem Interview mit dem US-Magazin „Christianity today“

Fotos: Thomas Pessier, dpa

DAS WORT DER WOCHE

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Idea Spektrum Schweiz 33/2013