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5. Juni 2013 | 23

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt

Die Lebensbalance finden

Im Gespräch mit Medienfrau Verena Birchler Seite 4 7 Fachtagung Gesund trotz Leiden? | 10 SEA Toleranz erweist sich als eine nicht leicht umsetzbare Tugend | 11 Christliche Schulen Eine Rekordteilnahme am Sporttag in Bern 28 Glaubensbekenntnis Was die HÜllenfahrt von Jesus Christus bedeutet www.ideaschweiz.ch


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16. Januar 2013 | 3

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt

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Ausgabe auch Was bringt die Zukunft? Markus Müller über kommende Veränderungen Seite 4 und die Chance der Christen 7 Gründung Neue Allianz-Sektion im Seeland | 10 Ausbildung Die Jugendverbände Cevi und Besj und der Seilbahnbau | 13 Gassenarbeit Das Zürcher «Chrischtehüsli» braucht mehr Platz | 24 Parkinson Wie Jürgen Mette mit seiner Krankheit umgeht www.ideaschweiz.ch

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e di t or i a l

Berieselung

BIBLISch

Für einmal sorgten nicht Regentropfen für Diskussionen, sondern die Berieselung mit Tönen. Keiner geht gern in «die Röhre». So nennt der Volksmund ein MRI, ein magnetic resonance imaging. Das ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Gewebestrukturen im Inneren des Körpers. Wer in die Röhre muss, ist oft in grosser Spannung, ja in Angst vor dem Ergebnis. In einem MagnetresonanzTomographen werden starke Magnetfelder und magnetische Wechselfelder im Radiofrequenzbereich erzeugt. Dies regt bestimmte Atomkerne im Körper an. Sie entsenden elektrische Signale, die aufgefangen werden. Das alles geschieht nicht lautlos. Motoren summen. Mit jeder neuen Einstellung surren sie wieder unangenehm anders. Ein MRI dauert lange. Um diese halbe Stunde oder mehr erträglicher zu machen, werden während der Untersuchung noch andere Radiofrequenzen zugeschaltet. Am Unispital Zürich erhalten alle Patientinnen und Patienten in der Röhre einen Kopfhörer, durch den Musik rieselt. Wird kein bestimmter Musikstil gewünscht, dann wählt die Röntgenassistentin einen Sender aus. Also stellte Assistentin XY auf Radio Life Channel. Im von ERF Medien produzierten Programm ist Musik mit christlichen Texten topp. Dieser Sender vermittle christliche Werte, hinter denen sie absolut stehe, meinte Frau XY, nachdem ihr Handeln im Massenblatt «20 Minuten» öffentlich gemacht und als problematisch hingestellt worden war. Leider wird nicht offengelegt, wer sich darüber ereifert hat. Den Spitalverantwortlichen jedenfalls war nichts gemeldet worden. In der Zeitung wird eine Vertreterin der Freidenker-Vereinigung zitiert. Die Atheistin ist empört: «Wenn eine Person gezielt einem religiösen Programm ausgesetzt wird, ist dies eine klare Missachtung der Religionsfreiheit.» Die Patienten müssten darauf aufmerksam gemacht werden, was sie zu hören bekämen. Die Spitalleitung knickte ein. Die Mitarbeitenden dürfen künftig nur noch Kanäle einschalten, «die keine weltanschauliche Haltung vertreten». – Weltanschaulich neutral? Ich darf gar nicht dran denken, was mir alles über die Ohren ins Gehirn donnert, sobald ich einen Staatssender aufdrehe! Da bleibt zu hoffen, dass der Bericht im Gratis-Blatt unzählige Neugierige dazu führte, Radio Life Channel kennenzulernen. Rolf Höneisen

Impressum Idea Schweiz Herausgeber: Idea Information AG, 4410 Liestal Verwaltungsrat: Heiner Henny, Präsident, Sam Moser (Stellvertreter), Paul Beyeler, Hans Lendi, Helmut Matthies, Matthias Spiess Ideelle Trägerschaft: Schweizerische Evangelische Allianz (SEA), Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG), Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM) Redaktion: Aemmenmattstrasse 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 44, Fax 031 819 71 60 E-Mail: redaktion@ideaschweiz.ch Internet: www.ideaschweiz.ch Chefredaktor: Rolf Höneisen Büro: Steinackerstrasse 4, 9214 Kradolf Tel./Fax 071 642 44 21 E-Mail: rolf.hoeneisen@ideaschweiz.ch Redaktion: Thomas Feuz, Christof Bauernfeind Erweitertes Team: Christian Bachmann, Mirjam Fisch-Köhler

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Verlagsmanager: Roland Rösti, 031 818 01 25, verlag@ideaschweiz.ch Kundenberatung Anzeigen: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstrasse 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 42; Fax 031 819 38 54 E-Mail: inserate@ideaschweiz.ch Aboservice: Jordi AG – das Medienhaus, Franziska Schüller, Aemmenmattstrasse 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 20, Fax 031 819 38 54 E-Mail: abo@ideaschweiz.ch Abopreise: Jahresabo Fr. 145.–, Seniorenabo Fr. 117.–, Halbjahresabo Fr. 77.–. Das Abo ist unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist jeweils zum Bezugsende kündbar. Konto: PC-Konto 40-788586-4 Idea Information AG, 4410 Liestal Layout/Druck/Versand: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstrasse 22, 3123 Belp www.jordibelp.ch Einzelverkaufspreis: CHF 4.–

Bilder: Fotolia/Maksym Gorpenyuk, ERF Medien (Titelseite); zvg (Seite 3)

Ein Lieblingswort von Christoph Bärtschi, Leiter der Swiss Evangelical Brotherhood Mission in Papua-Neuguinea (Mission der Gemeinde für Christus).

«Mein Angesicht wird mitgehen, und ich werde dir Ruhe geben.» 2. Mose 33,14

«Mose wusste, dass er ohne Gottes Gegenwart in seinem Leben den Auftrag Gottes nicht ausführen konnte. Gott der Allmächtige, der Allwissende, der immer war und immer sein wird, versicherte ihm: ‹Ich gehe mit dir!› Diese Zusage Gottes beflügelt mich. Dieses Wissen um die fortwährende Gegenwart Gottes in meinem Leben führt mich immer wieder zur Ruhe. Diese Gewissheit gibt mir Mut und Kraft, Dinge anzupacken. Mit Schwierigkeiten und eigenen Begrenzungen kann ich gelassener umgehen. Gott ist mit uns unterwegs. Er leitet, er befähigt. Ich will Lernender bleiben, mich von ihm leiten lassen und in seiner Abhängigkeit leben.»

WöRtLIch «In der Schule habe ich viel gelernt. Aber das wirklich Relevante entdeckte ich in einer Jugendgruppe. Dort kam ich zur Überzeugung, dass das Wichtigste im Leben die persönliche Beantwortung der Fragen ‹Woher?› und ‹Wohin?› ist.» So äusserte sich Roland Frauchiger (53) in einem Interview in der Wochenbeilage «NZZ executive». Er ist teilzeitlicher CEO der Stiftung BPN (Business Professionals Network) in Bern. BPN fördert Unternehmer in Entwicklungsländern mithilfe von Coaching und Schulung. Daneben führt er zusammen mit seiner Frau das Gasthaus Thalner Bär in Thalheim AG.

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BR E N N P U N K T

Die Balance im Alltag finden WORK-LIFE-BALANCE Sie war ständig auf Achse, arbeitete bis zu 20 Stunden täglich. Eines Tages machte der

Körper nicht mehr mit. Burnout. Verena Birchler musste umdenken, ihr Leben ins Gleichgewicht bringen. Heute arbeitet sie immer noch viel, aber ausgewogener und überlegt. Darüber schrieb sie ein Buch. Verena Birchler, was hat Sie letzte Woche gestresst? Eine E-Mail. Darin war ein Vorwurf enthalten, der auf einer blossen Interpretation basierte. Diese war falsch. Ein Gespräch hätte den Konflikt in fünf Minuten erledigt. Ich beobachte häufig, dass Interpretationen leichtfertig als Wahrheit betrachtet werden. Daraus können ernsthafte Konflikte entstehen. Umgang mit Stress kann gelernt werden. Würden Sie diese Aussage unterstützen? Unbedingt. Wer lernt, zum Stressauslöser auf Distanz zu gehen, spart unglaublich viel Energie. Oft hilft nur schon die Frage: Was hat dieser Stress, dieses Problem, in zwei Monaten noch mit mir zu tun? Sie sprechen in Ihrem Buch «Lebensbalance, dir selbst zuliebe» davon, dass Sie auf Pump gelebt hätten… Ich lebte täglich intensive 20 von 24 Stunden. Das mag eine Weile gut gehen, vielleicht sogar über eine längere Zeit. Aber ich kann nicht jahrelang über 100 Prozent meiner Lebens- und Leistungsfähigkeit gehen. Das funktioniert einfach nicht. Und irgendwann kommt die Quittung für diesen Lebensstil. …ein Burnout. Es fällt schwer zu glauben, dass «es» die energiegeladene, selbstbewusste Verena Birchler voll erwischt hat. Doch. Leistungsträger sind besonders gefährdet. Menschen mit hohem Verantwortungsbewusstsein oder auch Perfektionisten wollen immer noch mehr – und das noch besser, noch schneller. Später, während meiner Ausbildung zur Erwachsenenbildnerin, sagte mir eine Kursleiterin: «Es muss nicht alles sehr gut sein, gut reicht auch.» Diesen Satz habe ich nie mehr vergessen. Der Weg zurück war lang… Es ist unglaublich, wie lange die Auswirkungen eines Burnouts anhalten. Ich hatte aber das Glück, diese Krankheit mit etwa 30 Jahren erlebt zu haben. In diesem Alter sind Verhaltensänderungen noch etwas einfacher. Ich habe gemerkt, dass für mich ein sehr ausgewogenes Leben wichtig ist. Viele, die mich kennen, können das jeweils kaum glauben. Trotzdem haben mir Rhythmus, Bewegung, Ruhe und ein entschlacktes Beziehungsnetz geholfen, mich wieder in eine gesunde Balance zu bringen. Gesellschaftskrankheiten wie Rückenleiden, Erschöpfungsdepressionen oder Burnouts nehmen zu. Wo sehen Sie die Gründe dafür? Wir wollen zu viel und tun zu wenig. Zu viel für Erfolg, für Karriere und zu wenig für die physische, psychische und geistliche Gesundheit. Übrigens wird bei einem Burnout meistens als erstes dem Arbeitgeber die Schuld zugewiesen. Wenn ich aber sehe, wie hoch die Lebensintensität in der Freizeit ist, auch in christlichen Gemeinden, sind die Gründe für ein Burnout vielfältiger.

Zur Person Verena Birchler (57), Leiterin Kommunikation und stellvertretende Geschäftsführerin von ERF Medien in Pfäffikon ZH. Medienfreak, Kommunikations-Designerin, Referentin, Autorin und Cornwall-Fan. Hobbys: Kunst, Fotografieren, Malen und viel Bewegung.

Bild: erf/zvg

Was könnte zu einem Umdenken führen, ausser vielleicht die Lektüre Ihres Buches? Ich muss wissen, was mir im Leben wirklich wichtig ist. Dann muss ich mich auch nicht dauernd neu orientieren. Einem Freund von mir wurde kürzlich ein Karriereschritt angeboten, dem viele bedingungslos zugesagt hätten. Er aber lehnte ab mit der Bemerkung: «Ich verdiene genug, mir gefällt meine Arbeit und ich habe Zeit für die Familie.» Er hätte wesentlich mehr verdient, hätte aber mehr Stress und weniger Zeit für die Familie gehabt. Also: Drei wichtige Bereiche in seinem Leben stimmen für ihn. Punkt. Wir aber meinen dauernd, alles – aber auch wirklich alles – müsste doch noch besser werden. Wie heisst es so schön: «Das Bessere ist der Feind des Guten.» «Lebensbalance» tönt nach Idealzustand. Die Balance muss immer neu herbeigeführt werden, oder? Die Balance im Leben kann man nicht konservieren. Lebensumstände verändern sich, die Gesundheit zwingt zu neuen Verhaltensmustern und Schicksalsschläge können uns aus der Bahn werfen. Je mehr klar definierte Werte mein Leben prägen, desto besser finde ich wieder zurück in die Balance. Deshalb sind mir die Eckdaten meines Lebens so wichtig: Was will ich, weshalb, und zu welchem Preis? Wenn Erfolg das höchste meiner Ziele ist, wird es schwierig werden, mein Leben ausbalanciert zu gestalten.

Ich lebte intensive 20 von 24 Stunden. Das mag eine Weile gut gehen. Aber irgendwann kommt die Quittung für diesen Lebensstil. Was beeinflusst die Lebenswende positiv? Ehrlichkeit, kurzfristiger Rückzug, Menschen und die Medizin. Für viele ist es ein totaler Schock, wenn sie einfach nicht mehr können. Aber Kraftlosigkeit, Depressionen, Rückenschmerzen und Migräne kann man nicht wegleugnen. Also muss man zuerst zur Ruhe kommen. Ich musste damals sechs Wochen raus aus der Tretmühle. Sechs Wochen Therapie, Ruhe. Wichtig war für mich auch, dass man von mir nicht das Verhalten einer geistlichen «Superwoman» erwartet hatte. Ich konnte einfach «sein». Mit allem Auf und Ab meiner Gefühle und Kräfte. Ich wurde von tollen Menschen begleitet und dank guter Schlafmittel – von denen ich nicht abhängig wurde – erlernte ich einen einigermassen guten Schlafrhythmus. Dieser blieb aber bis heute eine Schwachstelle. Inwiefern spielt der christliche Glaube eine Rolle? Eine grosse. Und zwar positiv wie negativ. Einerseits kann mir der christliche Glaube mit seinen Werten zu verlässlichen Rahmenbedingungen für mein Leben verhelfen. In meinen regelmässigen Gesprächen mit Gott komme ich oft auf Gedanken, die sich ausserhalb meiner Denkspirale befinden. Zum Beispiel: Ich hatte jahrelang unter der Gewalt meiner Mutter gelitten. Auch später noch habe ich mich oft gefragt, weshalb sie mich so gehasst hat. Und während einer dieser Zeiten mit Gott kam ein Satz in mein Denken: «Deine Mutter war vom Leben überfordert.» Dieser Satz war für mich eine totale Befreiung. Alle Wut, der ganze Hass und die Enttäuschung über meine kaputte Kindheit waren auf einmal weg. Für mich war dies ein Satz, den Gott idea Spektrum 23.2013


BR E N N P U N K T mir schenkte. Ohne diese regelmässigen Zeiten mit ihm hätte ich nie die Kapazität gehabt, diesen so wichtigen Satz überhaupt zu hören. Gott will uns helfen. Er will uns durch unser Leben begleiten. Aber er macht dies auf seine Art und die können wir ihm nicht vorschreiben. Unser Anteil ist es, viel Zeit mit ihm zu verbringen. Und das kann man nicht, wenn man von Event zu Event rast und meint, sich dauernd – auch in den Kirchen – einbringen zu müssen. Wann wird der Glaube negativ? Der Glaube kann sich aber auch negativ auswirken. Vor allem, wenn Menschen diesen als gesetzlich erleben. Mir wird zu viel über «du sollst» und «du sollst nicht» gesprochen. Oder über Nachfolge und Jüngerschaft. Diese Themen sind meistens mit Leistungsforderungen gekoppelt. Wieso werden wir Christen als Moralapostel, als freudlos und langweilig empfunden? Weil wir uns zu wenig auseinandersetzen mit der grenzenlosen Liebe Gottes. Damit meine ich jetzt auch nicht diese endlosen und gleichtönenden Worship-Anlässe. Nein, ich meine das radikale «Ja» Gottes zu uns. Egal, ob unser Leben sich ausbalanciert gestaltet oder völlig auf der Kippe ist: Mit Gott unterwegs zu sein ist grenzenlos bereichernd. Denn irgendwie will er uns ja immer näher zu sich, näher zu seinem Herzen bringen. Es gibt so viele Geschichten in der Bibel, in denen Jesus uns zeigt, wie viel Liebe er für uns hat. Wir reden so viel vom Kreuz. Das ist auch wichtig. Aber ich finde, wir dürfen dieses Ereignis nie ohne die Auferstehung erzählen. Doch wir bleiben meistens bei Busse, Reue und Vergebung stehen. Jesus ging weiter. Er ist auferstanden. Um mit uns unterwegs zu sein. Um uns zu begleiten – in guten wie in schlechten Tagen. Wir sollten mindestens so viel davon reden, statt immer im evangelistischen Sinn von Umkehr. Denn oft vermisse ich das Wohin. Ich muss umkehren vom falschen und von Gott getrennten Leben… Aber wohin? In die Arme der Leistungsgesellschaft Kirche? In die Arme von durchstrukturierten Kirchenprogrammen? Oder in die Arme von Richtig und Falsch?

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…auch Angestellte von christlich geführten Betrieben sind burnout-gefährdet. Leider. Denn genau die Werte, die uns in unserem Leben helfen könnten, sind oft auch Ursache für überhöhte Erwartungen aneinander. Wenn ich in christliche Teams schaue, funktionieren die nicht viel anders als Teams, denen ich in normalen Firmen begegne. Da wird interpretiert, gewertet, geurteilt. Oft werden Konflikte auf eine geistliche Ebene verlagert, dabei gehören sie dort gar nicht hin. Wir erwarten von anderen ein perfektes geistliches Verhalten – immer und in jeder Lage. Das kriegen wir aber selber gar nicht hin. Wir alle machen Fehler und kennen Tage, in denen wir uns selber näher stehen als Jesus. Die hohen Erwartungen und der meist sehr hohe Arbeitsdruck führen zu Enttäuschungen. Sie präsentieren konkrete Tipps. Dazu zwei Stichworte: Entschlackung und Vergebung. Viele von uns machen gerade im Frühjahr Entschlackungskuren für den Körper. Das ist gut. Das schwemmt das angesammelte Gift aus und setzt neue Energien frei. Für kirchliche Teams könnte das bedeuten, einmal genau hinzuschauen, ob wir alles machen müssen, was wir tun. Unsere Gemeinden sind ja teilweise zu den reinsten Eventagenturen verkommen. Damit präsentieren sie sich in unserer Gesellschaft als ein Sinnanbieter unter vielen. Allein die Frage: «Was passiert, wenn wir das oder das oder das nicht mehr machen?» könnte aufzeigen, ob alles wichtig ist, was wir machen. Vielleicht müssten wir uns, gerade in Freikirchen, die Frage stellen: «Wie verhelfen wir unseren Mitgliedern zu Zeiten, in denen sie Gott in Ruhe und Stille erleben können?» Letzten Herbst wurde ich positiv überrascht. ERF Medien war mit rund 50 Gästen auf Zypern unterwegs. Irgendwann, während den Vorbereitungen, kam die Idee auf, jeden Abend eine sehr kurze Abendliturgie anzubieten. Ich war mir nicht sicher, da doch viele unserer Gäste aus dem freikirchlichen Raum mit uns reisen. Und Freikirche und Liturgie ist nicht gerade die grosse Liebe. Überraschenderweise nahmen jeden Abend fast alle daran teil. Unaufgeregte zehn Minuten. Keine feurige Predigt, keine wortgewaltige Auslegung. Nur Gottesworte, ruhig, kurz. Einmal mehr hat mir das gezeigt, dass wir unsere Angebote ruhig reduzieren dürfen. Mal ehrlich, was macht das für einen Sinn: Wir haben Angebote für Kleinkinder, für Grössere – und jetzt gehts los mit all den segmentspezifischen Gruppen: 10+, 15+, 20+, 30+, 40+, 50+, 60+, 70+… Ich warte nur noch auf den ersten 100+-Club! Und den ersten christlichen Hundeclub oder so. Für das Kleinauto Smart lief mal eine Werbung, die gefällt mir heute noch: «Reduce to the max» (etwa: Reduktion aufs Maximum). …und das zweite Stichwort? «Vergebung». Da kann ich mich manchmal leidenschaftlich ärgern! Wir verpassen es oft, echt Stress aus unseren Teams zu nehmen, weil wir einander viel zu schnell vergeben. Kaum tritt ein schwierig zu lösender Konflikt auf, kommt jemand daher und sagt: «Wir müssen uns gegenseitig vergeben. Sonst kommen wir nicht weiter.» Nein, warum denn? Ich erlebe oft, dass gerade dadurch die Probleme nicht gelöst werden. Es ist eine Abkürzung, damit man nicht genau hinschauen muss. Und es klingt doch so geistlich… Und dann wundert man sich, wenn einen Monat später das genau gleiche Problem wieder da ist! Mein Tipp: Zuerst genau hinschauen, das Problem ernst nehmen, Lösungen suchen, diese festmachen und dann in den Prozess der Vergebung gehen. Danach kann man sich ehrlich wieder gemeinsam auf den Weg machen. Viele neigen dazu, mit der «Vergebung» den bequemen Weg zu gehen.


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BR E N N P U N K T

Sieben Tipps für ein Pausenmanagement 1. Pausen nutzen Wer im Stau, vor einem Bahnübergang oder vor einem Rotlicht steht, ärgert sich oft. Wer lernt, diese Zeit zu nutzen, um zur Ruhe zu kommen, erlebt viele Situationen, um Kraft zu tanken. 2. regelmässige Erholungspausen Schieben Sie regelmässige «Zeitinseln» ein. Diese können kürzer oder länger sein. Aber gestalten Sie diese ohne weiteren Einfluss. Kein Facebook, keine Musik, kein Buch, kein Gebet, keine Prozesse – als wären Sie auf einer Insel. 3. ausreichend schlafen Schlafen ist keine Zeitverschwendung. Schlaf ist eine physiologische Notwendigkeit. 4. öfters tief durchatmen Die Atmung steht in direktem Zusammenhang mit unserem körperlichen Wohlgefühl, mit unserer Stimmung und dem Denkvermögen. Strecken Sie sich regelmässig, das bringt den Sauerstoff direkt in Ihre ermüdeten Hirnzellen. 5. den Kopf freibekommen Wir können unmöglich immer hochqualifizierte Denkarbeit verrichten. Manchmal hat unser Hirn einfach die Nase voll. Das sind die Zeiten, in denen ich gerne Routinearbeiten verrichte. Aufräumen, meine Terminmäppchen sortieren, entrümpeln. Dann noch ein kurzer Schwatz – und ich bin meistens wieder fit. 6. bewusst regenerieren Die meisten von uns erledigen während Sitzungspausen «noch rasch» ihre E-Mails oder ein paar Telefonate. Pause heisst aber regenerieren – um für die nächste Sitzungsetappe fit zu sein. 7. auch einmal offline bleiben Es macht nichts, wenn wir uns hin und wieder für einen Tag oder für ein Wochenende aus den sozialen Medien zurückziehen. Die Erde dreht sich weiter – auch ohne unsere Tweets und Posts. Das Buch zum Thema In ihrem neuesten Buch «Lebensbalance – dir selbst zuliebe» (224 Seiten, Brunnen Verlag), motiviert Verena Birchler mit Tiefsinn und Witz für eine ausgewogene Lebensweise: «Die einen rasen durchs Leben, als wär jeder Tag der letzte. Die andern leben vorsichtig und langweilig und sterben fast wie neu.» Das Buch leitet an, zwischen Stress und Entschleunigung, Valium und Adrenalin, den Weg zu finden.

Sie schreiben, dass Lachfalten cool sind, und rufen auf, Hoffnung aktiv zu leben. Hier geht es mir darum, «Ja» zu sagen zum Leben. Die Schönheitsindustrie spritzt, saugt und operiert unserem Schönheitswahn zuliebe für viele Milliarden jährlich. Ein Jahr lang keine Schönheitsoperationen und die ganze Menschheit könnte ernährt werden! Wir haben ein krankes Verhältnis zu unserer Vergänglichkeit entwickelt. Natürlich hätte ich auch noch gerne das Aussehen von damals, vor zwanzig Jahren. Aber das geht nicht. Punkt. In unserer Gesellschaft sind Botox-Partys so populär wie früher die Tupperware-Partys. Das ist doch krank! Ich meine, dass dieser Schönheitswahn uns in einen unwahrscheinlichen Stress bringt. Und dieser geht leider auch nicht an Christen vorbei. Dabei sind doch Falten Ausdruck von Leben. Hinter all diesen Botox-Gesichtern fehlen mir Werte, die das Wesentliche im Menschen ausmachen. Und ja: Lachen macht gesund – und gibt auch Falten. Gott sei Dank!

Natürlich hätte ich auch noch gerne das Aussehen von damals, vor zwanzig Jahren. Aber das geht nicht. Punkt. Wie bringen Sie trotz erklärtem Willen zur Balance so viele Aktivitäten unter einen Hut? Ich habe tatsächlich einen hohen Lebens- und Leistungsoutput. Diese stehen aber meistens in einer guten Balance zu Erholungszeiten. Ich kann sehr gut geniessen. Wenn ich arbeite, dann arbeite ich. Sehr konzentriert. Dann bin ich in meinem Büro und rede halt einen ganzen Morgen lang nichts. Gehe auch nicht in die Pause, bin einfach versunken im Arbeiten. Wenn ich dann aber weg bin, bin ich eine Meisterin des Geniessens. Letzten Sommer war ich mit einer Freundin samt Hund unterwegs. Es war heiss und so gingen wir kurzerhand in einem Fluss statt am Ufer. Zuerst gings runter, dann wieder hinauf. Es war anstrengend. Rund um uns war da dieses Wasser. Dauernd in Bewegung, dauernd im Fluss. Irgendwann waren wir müde und setzten uns ans Ufer. Und da sagte ich diesen Satz: «Wir müssen nicht immer mit oder gegen den Strom schwimmen. Manchmal darf man sich einfach hinsetzen und zuschauen.» Erst später habe ich realisiert, wie viel Wahres in diesem Satz steckt. Und ich setze mich oft hin und schaue einfach zu. Diese Zeiten geben so viel Kraft, ermöglichen die Begegnung mit Gedanken Gottes. Ohne diese Zeiten könnte ich nicht leben. Sie geben mir die Balance in meinem Leben. Interview: THOMAS FEUZ

Small Talk – Rhetorik – Konflikte Für Kommunikation: Die Kunst der Kommunikation

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Tag e ssc h au

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Wir alle tragen zwei Pässe in der hosentasche GlAuBe und BehinderunG Wie können wir weiterleben mit unheilbarem Leiden? An einer Fachtagung wurden

Antworten aus sozialer, psychologischer und theologischer Sicht gegeben. Es sei eine Illusion, dass alle Menschen von Krankheiten geheilt würden. Gottes Barmherzigkeit und Gnade seien grösser als die menschliche Ohnmacht.

Das Interesse an der Fachtagung der Organisation «Glaube und Behinderung» (GUB) war gross. Im Campus Sursee durfte Geschäftsführer Andreas Zimmermann 400 Interessierte, vorwiegend aus dem Seelsorge- und Pflegebereich, Angehörige und Bezugspersonen von Menschen mit Begrenzungen, begrüssen. «Wenn alles glatt läuft, ist es einfach, über den Glauben zu reden. Aber was, wenn es anders kommt, als man es sich vorstellte?», fragte Zimmermann, der die Tagung moderierte. Die Grundsatzreferate hielten Samuel Pfeifer, Arzt und Psychiater, Manuela Wälchli, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie und der Theologe Peter Henning. In seinem «Plädoyer für Schwachheit in einer Welt der Starken» warnte Samuel Pfeifer davor, sich von der Illusion von Macht und Schönheit in die Irre führen zu lassen. Auch die Jünger Jesu hätten weitgehend in dieser Illusion gelebt: «Wenn Jesus von ‹Königreich› sprach, dachten sie an Throne, Herrschaft, Gesundheit und Paradies auf Erden.» Schwachheit gelte oft als Signal für Glaubensmangel und

Trotz Leiden geduldig und voller Hoffnung leben, die Referenten (v.l.n.r.): Peter Henning, Manuela Wälchli, Samuel Pfeifer.

Gottverlassenheit. Die Welt der Schwachen sei ein Schattenreich. Darin lebten die Verachteten, die Armen, die Behinderten, die Kranken und auch «die Schwachen im Glauben», die unter Zweifeln und seelischer Dunkelheit litten. Doch wir alle hätten zwei Pässe in der Tasche, einen für das Land der Gesundheit und einen für das Land des Leidens, der Krankheit und Schwäche. Im Blick auf die Aufgabe der christlichen Gemeinde meinte Pfeifer, wir hätten zwar gute Notfall-Teams in der Seelsorge, aber: «Haben wir auch LangzeitSeelsorger?» Behinderung werde oft nur im Zusammenhang mit Heilung gesehen, nicht aber «mit der Realität von Gottes Durchtragen in der Schwachheit».

Die Psychotherapeutin Manuela Wälchli betreut Menschen mit schweren Behinderungen. Die Erfahrung der Ohnmacht konfrontiere Betroffene wie Helfer mit nicht verschiebbaren Grenzen. «Lebenspläne, Wunschträume, Machbarkeits-Illusionen – auch durch Glauben – werden zerschlagen.» Im Gespräch gelte es sensibel zu sein und auf den Unterschied zwischen Erfahrung, Erklärung und Deutung zu achten. Raum geben heisse Menschen mit sich in Berührung bringen. So entstehe «das Mögliche», nicht «das Gewünschte». Pfarrer Peter Henning setzte theologische Streiflichter. Sich angesichts von Krankheit, Behinderung und Not ohnmächtig erleben und mittendrin doch Gott

erfahren, erscheine paradox. Vor 13 Jahren sei seine Frau an Krebs gestorben. Da habe er alle diese Fragen durchbuchstabiert. Henning warnte vor falschen Gottesbildern. «Wir wollen alles im Griff haben, zuerst das Leben und dann Gott.» Daraus entstünden «heillose Gottesbilder und krankmachende Frömmigkeiten». Die Meinung, Heilung und Gesundheit seien Beweis wahren Glaubens, müsste seit Hiob überwunden sein, so Henning. Gott wende sich nicht von denen ab, die er mit sich versöhnt. «Auch nicht, wenn sie deprimiert, krank und schwach, behindert und invalid, leidend und sterbend, arm und verfolgt sind.» Die zehn Workshops wurden von namhaften Fachleuten geleitet. Mit dabei war Marion Koch, die Mutter von Samuel Koch, der seit seinem Unfall in einer TV-Sendung im Rollstuhl sitzt. Ralph Kunz, Professor für praktische Theologie, sprach über die Integration von Menschen mit Behinderungen in die Kirchen. Die Inklusion sei ein herausforderndes Ziel für wachsende, geistlich reife Gemeinden. rolf Höneisen

chriSTliche BAndS rockTen in FrAuenFeld

Top-Auftritte am «Springtime»-Festival Die US-Rockband Skillet gab am Sonntag am «Springtime»-Festival in Frauenfeld ihr erstes Konzert in der Schweiz. Fünf weitere Bands sorgten für eine ausgelassene Stimmung. Knapp 2000 Besucher strömten am Sonntagnachmittag in die Festhalle Rüegerholz in Frauenfeld. An den T-Shirts war unschwer zu erkennen, worauf so mancher Festivalbesucher sehnsüchtig wartete: den Auftritt der Rockband Skillet. Die Menge tobte denn auch, als die vier Musiker kurz vor 21 Uhr die Bühne betraten. Klassiker sowie Songs aus dem neuen Album «Rise» animierten das Publikum idea Spektrum 23.2013

zum Mitsingen und Herumspringen. Dass es Skillet nicht nur um die Musik, sondern auch um die Botschaft dahinter geht, machte der sympathische Frontmann John Cooper (Bild) klar. Er forderte das Publikum unter anderem dazu auf, sich nie für den Glauben an Jesus zu schämen. Vor Skillet hatten fünf weitere Bands die Festivalhalle zum Beben gebracht. Es waren dies unter anderem DJ FreeG und Saymo K, gefolgt von den gut gelaunten Jungs von Good Weather Forecast (DE). Eine besondere Überraschung war der Auftritt von The City Harmonic. Die Leidenschaft

der vier Musiker aus Kanada war vom ersten Moment an spürbar. Hymnen wie «Manifesto» oder «Mountaintop» hörte man zuerst mit offenem Mund zu, um dann irgendwann mit einzustimmen. Danach gab die US-Rockband Fireflight Vollgas. Schliesslich kam das Publikum auch noch in den Genuss der Musik von Martin Smith. Der ehemalige Sänger von Delirious berührte mit seinen tiefgründigen Worshipsongs. OK-Leiter Peter Bruderer von der christlichen Jugendarbeit Godi Frauenfeld zeigte sich mit der siebten Ausgabe des «Springtime»-Festivals Bilder: idea/Rolf Höneisen, Simone Pflüger

äusserst zufrieden. «Wir hatten ein positives und begeistertes Publikum und einen reibungslosen Ablauf.» siMone PflÜGer


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Jeden Dienstagabend fahren Ibrahim, mein Neffe Marcello und ich nach Jaffa, um dort einen Gottesdienst durchzuführen. Wir waren schon ziemlich müde Von Andy Ball, Bibelshop, Tel Aviv von unserer Arbeit, als wir uns gegen Der Bibelladen zieht immer wieder suchende Abend am Bahnhof trafen, um mit dem Menschen an. Eines Morgens, ich hatte geZug nach Jaffa zu fahren. Wir hatten rade aufgeschlossen, betrat sofort ein junger gerade die Fahrkarten gekauft, als der Mann mit einer Bierdose in der Hand und von Mann, bei dem wir uns treffen wollten, einer Alkoholfahne umgeben das Geschäft. anrief. Da er sich nicht gut fühlte, schlug „Ich möchte ein Kreuz und eine günstige Bibel er uns indirekt vor, die Zusammenkunft kaufen“, meinte er. Ich zeigte ausfallen zu lasihm unsere Auswahl an Kreusen. Nach einer amzi-Freundestag mit zen, worauf er meinte: „Jesus kurzen Gebets Dani und LuAnne Sayag, ist da ja gar nicht drauf. Ich zeit waren wir mess. Gemeinde Kerem El, Haifa will ein richtiges Kreuz – mit drei uns einig,  Yousef Dakwar, arabische Jesus!“ Ich antworte ihm: „Tut die „Absage“ als New Covenant-Gemeinde, Haifa mir leid, aber solche führen Angriff des WiSo 30. Juni 2013, 10.00 Uhr, wir nicht.“ „Wie kommt das?“, dersachers einEvang. Chrischona-Gemeinde, fragte er. Dies führte zu ei- D-79110 Freiburg im Breisgau zuordnen und nem längeren Gespräch, in trotzdem nach Windausstraße 15 dem ich ihm erklärte, dass Jaffa zu fahren. Jesus auferstanden ist, woran uns ein „leeres“ Wir sollten nicht enttäuscht werden: Kreuz erinnert. Danach fragte ich den jungen Gott segnete unseren Gottesdienst Mann, weshalb er denn den Tag mit Alkohol und die Begegnung mit den Geschwisbegonnen habe und ein Kreuz und eine Bibel tern. Doch der interessanteste Teil des kaufen wolle. Er konnte es nicht genau erkläAbends stand uns noch bevor. ren: „Mir war einfach danach. Gott hat mich Als sich an einem Bahnhof unser Abteil vergessen. Jetzt will ich die Bibel lesen, füllte, setzte sich ein sichtlich religiövielleicht kann ich mein Leben noch ses jüdisches Paar zu uns. Die beiden ändern.“ Ich hatte den Eindruck, dass es fragten uns nach unserem Woher und ihm ernst war. Deshalb schenkte ich ihm eine Wohin, und schon bald verlagerte sich Bibel, da sein Geld nicht gereicht hätte. Meine unser Gespräch auf geistliche Theeinzige Bedingung war, auch wirklich darin zu men, dieses Mal auf Hebräisch. Da ich lesen. Er versprach es mir und sagte unter von Natur aus eine kräftige Stimme Tränen: „Mir ist schon lange niemand mehr habe, bekamen auch die Mitreisenden mit so viel Liebe begegnet. Sie haben sich in unserer Nähe mit, was ich über die meine Probleme angehört, mich nicht kritisiert Tora, Gott und das Neue Testament und mir sogar noch etwas geschenkt. Gott sagte. Schon bald drehten sich imhat mich nicht vergessen, er hat mich hierher mer mehr Köpfe in unsere Richtung, geschickt, aber ich hatte ihn vergessen.“ Seitwurden hier und dort Laptops zugeher kommt der junge Mann alle zwei oder drei klappt und Bücher weggelegt. Ich stellTage in den Bibelshop und erzählt uns, was er te dem jüdischen Mann verschiedene gerade gelesen hat. Bitte beten Sie, dass sich Fragen über das erste Buch Mose, und sein Leben wirklich verändert und sich der wir diskutierten über die Frau und die Schleier über seinen Augen lüftet. Schlange (1. Mo. 3). Das Ehepaar teilte

Ein „richtiges“ Kreuz

doch sie hielten das jüdische Volk für den „Samen der Frau“, nicht den Messias. Von dort kamen wir auf Jesaja 53 (Der leidende Gottesknecht) und Psalm 22, wo prophetisch steht: „Sie haben meine Hände und Füße durchgraben“ (V. 17). Ich fragte den Mann, von wem hier die Rede sei, und er wusste keine Antwort. Darauf erklärte ich ihm, dass es sich um Jesus handelt, den Messias, auf den die Juden warten und der schon gekommen ist. Der religiöse Jude war erstaunt, wie es denn möglich sei, dass ich als Araber die Tora so gut kenne. Daraufhin erzählte ich ihm, wie ich zum Glauben gekommen war. Beim Verlassen des Zuges erhielten wir von verschiedenen Mitreisenden, die unserer Unterhaltung gelauscht hatten, positive Rückmeldungen. Wir waren uns einig, dass es sehr schade gewesen wäre, wenn wir unsere Fahrt nach Jaffa abgesagt hätten. Wir beten, dass der ausgestreute Same aufgeht.

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W i r t sc h a f t/ Kolu m n e

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afrika braucht Know-how und Kapital ÄXGÜsI In aFrIKa InvestIeren Afrika hat ein grosses Entwicklungspotenzial, das noch viel zu

wenig genutzt wird. Dayo Ogunsola und Peter Weidmann wollen Geschäftspartner in Afrika und der Schweiz vernetzen und suchen Investoren für nachhaltige Projekte. Dayo Ogunsola, Betriebsökonom und Gründer von Dayo Consulting, stellte an einem Informationsanlass in Zürich eine nachhaltige Investitionsmöglichkeit in Afrika vor. Sie soll eine Alternative bieten zum milliardenschweren Engagement von Hilfswerken und westlichen Regierungen, das dem Schwarzen Kontinent bis heute nicht zum wirtschaftlichen Aufschwung verholfen hat. Der Nigerianer, der seit 1996 in der Schweiz lebt, kämpft für fairen Handel mit Afrika und sieht dort ein riesiges Wirtschaftspotenzial. Seit vier Monaten steht ihm Peter Weidmann aus Gossau ZH zur Seite. Der Fair-Trade-Unternehmer hatte in «idea Spektrum» das Porträt über Ogunsola und dessen Vision gelesen und sich mit ihm in Verbindung gesetzt. Seither engagieren sich die beiden gemeinsam dafür, dass Menschen in Afrika eine Chance erhalten.

Kreative Ideen unterstützen

«Was sehen Sie, wenn Sie an Afrika denken?», fragte Ogunsola. «Probleme oder Chancen?» Er glaube an die Chancen, denn in Afrika schlummere ein enormes kreatives Potenzial. Ein Kurzfilm über den 15-jährigen Kevin Doe

Grosses Potenzial In vielen Ländern Afrikas herrscht bittere Armut. Der Kontinent ist noch weit von der Lebensqualität der westlichen Industrienationen entfernt. Dennoch bietet Afrika ein enormes Wachstumspoten­ zial. Einige Fakten zum Kontinent: • 853 Mio. Einwohner, davon 355 Mio. Mittelständische • 14 % der Weltbevölkerung und eine der am schnellsten wach­ senden Volkswirtschaften • jährliche Wachstumsrate von 6 bis 10 % • 36 Mia. US­Dollar ausländische Investitionen im Jahr 2012 • schätzungsweise 1 Billion US­ Dollar Konsumausgaben im Jahr 2020 www.dayoconsulting.com

idea Spektrum 23.2013

Kevin aus Sierra Leone (Bild unten) sucht im Müll nach Ersatzteilen und baut daraus Batterien und Generatoren. Dayo Ogunsola (links): Einsatz für Afrika.

aus Sierra Leone in Westafrika bestätigte das eindrücklich. Kevin hat ein Flair für die Elektronik und stellt langlebige Batterien und Generatoren her, die den oftmals fehlenden Strom liefern. Die Teile, die er dazu braucht, findet er in Mülltonnen. Sein neuestes Projekt sind Windmühlen, doch dafür fehlen dem Jugendlichen die Ressourcen. «In Afrika gibt es viele Kevins, die Probleme aus erster Hand erkennen und lösen können», stellt Ogunsola fest. Um ihre Ideen umsetzen zu können, seien sie allerdings auf unser Wissen und auf Investitionen angewiesen.

Geschäftspartner vernetzen

Drehscheibe

Ogunsola und Weidmann wollen mögliche Geschäftspartner für eine langfristige Partnerschaft vernetzen. Bevor eine Firma gegründet werden kann, die sich dem fairen Handel widmet, braucht es Multiplikatoren mit einem guten Netzwerk, Investoren für das Startkapital und Supporter, die als Berater wirken. Die beiden Unternehmer suchen deshalb Christen, die bereit sind, Finanzen, praktische Hilfe oder Know-how zu investieren. Dayo Ogunsolas Herz brennt dafür, dass sich endlich etwas bewegt in Afrika.

Dayo Consulting baut ein internationales Informationszentrum auf mit dem Ziel, Geschäftsbeziehungen zwischen Afrika und Europa, vor allem der Schweiz, zu vermitteln und zu koordinieren. Im Fokus stehen nachhaltig wirkende Geschäftsmodelle. Ogunsola: «Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe und fördern soziale Gerechtigkeit in Afrika. Mit neu geschaffenen Arbeitsplätzen vermitteln wir Selbstwert und verringern die Armut stetig.» Auch für Investoren werde ein Mehrwert und ein «Return on Investment» geschaffen.

Der Schlüssel zum wirtschaftlichen Wachstum Afrikas liegt in der Verbesserung der Infrastruktur des Kontinents. Projekte für Firmen, die auf internationale Beziehungen und Investitionen angewiesen sind, gibt es viele: Kies für die Eisenbahn in Nigeria und Ghana, die Verarbeitung von Cashew-Nüssen in Tansania, Dienstleistungen im Bereich Telekommunikation und Internet in Nigeria. «Gartenmöbel beispielsweise könnten durchaus auch in Afrika statt in China produziert werden», meinte Weidmann.

Finanzen und Know-how

christian Bachmann Bilder: idea/em; the-alternative.co.uk

Haben sie angst? Jesus sagte, dass wir in der Welt Angst hätten (Johannes 16,33). Sie ist uns nur zu gut vertraut: Platzangst, Prüfungsangst, Existenzangst, Angst vor der Zukunft… Jesus hat sie alle überwunden! Wirklich? Ich habe oft ein beklemmendes Gefühl. Etwa nach «Tanz dich frei» in Bern oder wenn Christen vor Gericht streiten. Wenn Atheistinnen bekennenden Christen per staatlicher Aufsicht ihre Ansichten aufzwingen wollen. Oder wenn zugereiste Arbeitnehmende Sozialhilfe erhalten – weil sie zu wenig lang Beiträge einbezahlt und keinen Anspruch auf ALV-Gelder haben. Die Wirtschaft beeindruckt das nicht, fürchte ich. Es trifft die anderen. Was, wenn die schweigende Mehrheit die Faust aus dem Sack nimmt und ebenfalls lautstark wird? Da fürchte ich schon um den sozialen Frieden, auf den wir doch so stolz sind. Fürchten wir uns aber nicht, jene Furcht zu behalten, die heute fast schon eine Tugend ist: die Gottesfurcht! Im Gespräch mit einer moslemischen Touristenfamilie meinte ein Pastor, dass das Werteverständnis einer Gesellschaft mit steigender Gottlosigkeit abnehme. «That's right, that's right!», hatte der Gast bestätigt. Dem Gespräch folgte eine Einladung ins Haus des Pastors. Da dürfte der Himmel die Erde berührt haben. Ich habe Ehrfurcht vor der Allmacht Gottes. Sein Arm reicht bis ans Weltenende, sein Wort erreicht auch mein furchtsames Herz. Ich muss nicht befürchten, dass das demnächst ändern wird. Zuweilen wünschte ich mir zwar etwas tolerantere Politiker(innen). Und auch weniger Versicherungsofferten. Das ändert wohl kaum, fürchte ich. Der Zuspruch «fürchtet euch nicht!» von Jesus aber bleibt bestehen. Diesbezüglich brauchen wir nun wirklich keine Angst zu haben. thOmas FEUZ

Der Autor ist Redaktor von «idea Spek­ trum» und Texter im Jordi Medienhaus in Belp.


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TAG E SSC H AU

Toleranz erweist sich als eine Gratwanderung SEA Toleranz war eines der Themen an der Delegiertenversammlung der Schweizerischen Evangelischen Allianz. Immer öfter wird ein öffentlicher Raum ohne Religion gefordert. Doch auch unter Christen mangelt es an Toleranz.

Toleranz ist eine der «wertvollsten Errungenschaften Europas». Dies betonte Peter Henning am 31. Mai an der SEA-Delegiertenversammlung in der Zürcher Friedenskirche. Der kostbare Konsens darüber, dass Freiheit auf Toleranz gründet, verhindere aber ihr Bröckeln nicht. Wie der Aarauer Theologe ausführte, erwarten Christen aufgrund der Religionsfreiheit von ihrer Umgebung Toleranz für ihre Glaubensäusserungen. Ihrerseits haben sie ebenso gegen Anders- und Ungläubige Toleranz zu üben – und konfessionelle Unterschiede untereinander zu ertragen. Für den Gedanken der Toleranz, der sich in der Aufklärung durchsetzte, lassen sich in mittelalterlichen Dialogen zwischen den drei monotheistischen Religionen Ansätze ausmachen. Heute unterminierten Angriffe auf Juden, Christen und Muslime die Toleranz, meinte Peter Henning. «Wir sitzen im selben

Peter Henning: «Der Gottesbezug verdunstet zunehmend …»

Boot.» In Europa verdunste der Gottesbezug bei «zunehmender antireligiöser Aggressivität, Kritik, Distanz und Intoleranz». Für multikulturelle Gesellschaften werde inzwischen ein religionsfreier öffentlicher Raum gefor-

dert. «Es geht nicht mehr um die Freiheit für Religion, sondern um Freiheit von Religion.» So aber mutiere Toleranz zu einer Ideologie. Werde Toleranz für eine «prinzipienlose, schranken- und grenzenlose Freiheit» gefordert, dann werde Toleranz zum Feind echter Toleranz. Dem müsste mit kritischer Intoleranz begegnet werden, konstatierte Henning. Er gab sich überzeugt, dass Christen «mutig und kreativ tolerant bleiben können, aber erst wenn wir Gottes rettende Liebe in ihrer Tiefe erkannt haben». Das auf Hennings Vortrag folgende Podium erörterte, wie das Evangelium in der pluralistischen Gesellschaft weitergegeben werden kann. «Religion ist nie unverbindlich – sonst ist sie nicht Religion», sagte Rita Famos von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK). Doch Mission werde manchmal mit Arroganz statt mit Demut betrieben.

den bettag beleben

Die Delegierten der Deutschschweizer SEA-Sektionen billigten nach den Erläuterungen von Generalsekretär Matthias Spiess ein revidiertes Budget 2013 und den Voranschlag 2014. Sie wählten den VFG-Präsidenten Max Schläpfer in den Zentralvorstand. Co-Generalsekretär Marc Jost informierte über die Bestrebungen, den Bettag zu beleben. Die Schweizer Landeskirchen und Freikirchen führen miteinander am Bettag-Samstag in wBern eine eidgenössische Impuls-Veranstaltung durch. Die SEA bringt auf diesen Tag eine Verteilzeitung heraus. Martin Schnyder vom Forum Ehe + Familie der SEA berichtete von der Auseinandersetzung um christliche Erziehungsratgeber. Der neue SEA-Jugendbeauftragte Andi Bachmann-Roth zeigte sich begeistert davon, «was Gott an der Basis tut». peter schmid

Klimawandel: Mehr Mitgefühl und Nähe zeigen GEMEiNdEbAu «Lead 13» ermutigte Leiter und Pastoren, ihre Identität in Jesus neu zu entdecken. Nur so könnten

Gemeinden Menschen mit dem Evangelium erreichen und sie weiterführen. Statt Belehrung sei Mitgefühl gefragt.

Wie können wir als Gemeinde den Auftrag von Jesus Christus in einem veränderten Klima umsetzen? Mit dieser Frage beschäftigten sich 270 Pastoren, Leiter und Gemeindemitarbeitende am «Lead 13» vom 1. Juni in Rapperswil-Jona. «36 Prozent der Schweizer leben heute in Einzelhaushalten», sagte Dietrich Schindler, Leiter der Inland-Mission des deutschen Bundes der FEG. Der virtuell vernetzte Mensch sei einsam, wage sich nicht mehr in reale Beziehungen und sei innerlich zutiefst verunsichert. Bei den Gemeinden zeige sich der gesellschaftliche Klimawandel darin, dass sie nicht mehr genügend in der Lage seien, Menschen in der Jüngerschaft zu prägen. Als Leitende sollten wir die Menschen Bilder: Peter Schmid; Christian Bachmann

lehren, das umzusetzen, was Jesus befohlen hat. Roger Rohner, Leiter der reformierten Gellertkirche in Basel mit 500 freiwilligen Mitarbeitenden, gab drei Lektionen aus seinem Scheitern. Vor einigen Jahren habe er einen zweiten, moderneren Gottesdienst einführen wollen, musste aber schliesslich neun Jahre warten, bis Gottes Zeitpunkt dafür gekommen war. «Was würdest du tun, wenn du keine Angst vor dem Scheitern hättest?», fragte Rohner. Pfarrer stünden heute unter einem enormen Erfolgsdruck. Ein Klimawandel vom christlichen Programm zur Liebe Christi sei dringend nötig. «Die Gemeinde muss weniger belehren, dafür mehr Mitgefühl und Nähe zeigen.»

Die drei Ebenen des Gemeindebaus erklärte Reto Pelli am Beispiel einer Pralinato-Glace. Der Pastor der Rapperswiler Kirche im Prisma leitet das evangelistische Projekt «swiss-e-motion». Die Verpackung stehe für das Programm, die Art und Weise des Gemeindebaus. Sie müsse ansprechend gestaltet sein. Die Glace selber stehe für unseren Auftrag, zu suchen und zu retten, was verloren ist. Gemeinden müssten den Auftrag von Jesus wieder neu entdecken und ihn auch konsequent leben, statt sich nur mit Fragen über Form und Stil zu beschäftigen. Das Innerste des Pralinatos, der Schokoladestängel, sei dessen Identität. «Worüber definieren wir uns als Leitende?», fragte Pelli. «Meine Identität liegt

Dietrich Schindler: Menschen in der Jüngerschaft prägen.

in dem, was Jesus tut, und nicht in dem, was ich bringen kann.» Jesus allein genüge. christiAN BAchmANN www.swiss-e-motion.ch www.prisma.tv (Download der Referate) idea Spektrum 23.2013


tag e ssc h au

im Wankdorf purzelten die rekorde

JOurnAl

ChristliChe sChulen 600 Kinder aus christlichen Schulen im Wankdorfstadion in

Vor dem Bettag beten

Bern: neuer Rekord! Mit Teamgeist und Einsatz wurde der Anlass zum Familienfest. Machten letztes Jahr 380 Kinder mit, waren es dieses Jahr über die Hälfte mehr. Mit der fünften Durchführung stand ebenfalls ein Jubiläum an. «Verglichen mit dem Grossevent von heute waren die Anfänge ein Kinderspiel», meint OK-Präsident Markus Zuberbühler. Für die Betreuung der jungen Sportler standen 60 Freiwillige im Einsatz – Eltern, Lehrkräfte, Betreuer und Freunde.

Für schönes Wetter gebetet

Auch punkto Wetter war der Anlass rekordverdächtig: Die Sonne schien so lange wie selten in diesem Frühjahr. «Wir hatten unsere Schulen ermutigt, für schönes Wetter zu beten», verrät Zuberbühler. Er berichtet von einem weiteren Rekord: «Dieses Jahr machten 15 Schulen mit: von Genf übers Mittelland bis in die Kantone Appenzell und Schaffhausen. Die SalZH (Schulalternative Zürich, Winterthur) war gleich mit 200 Schülerinnen und Schülern vertreten.»

Für einmal froher Wett«kampf» statt Noten: Teilnehmer des Sporttags im Berner Leichtathletik-Stadium Wankdorf.

Massen sich die Sportler am Vormittag im Rahmen einer UBS Kids-Cup-Vorausscheidung im 60-Meter-Sprint, Wettlauf und Ballweitwurf, zählte am Nachmittag die Gruppenleistung: eine Staffel auf der Rundbahn im Stadion. Die Besten der Vorausscheidungen qualifizierten sich für die Regionalfinals oder gar das grosse Finale im Vorfeld von «Weltklasse Zürich» im August.

Am Vortag spielte YB gegen den FC Basel – unter Polizeischutz. Eine Woche früher wüteten Vandalen bei «Tanz dich frei». «Viele anerkannten die friedliche Atmosphäre bei unserem Grossanlass», schaut Markus Zuberbühler zurück. Für ihn und das OK ein schönes Kompliment. THOMAS FEUZ www.icbs.ch, www.csbern.ch

BAPtisten An der 90. Jahreskonferenz des Bundes Schweizer Baptisten vom Samstag in Basel stand das Gebet im Vordergrund. Eine neue Jugendreferentin wurde angestellt.

idea Spektrum 23.2013

Am 14. September, dem Samstag vor dem Bettag, treffen sich Christen aller Konfessionen zu einem Gebetsanlass in Bern. Unter dem Patronat der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) wird dieser Anlass in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kirchenbund (SEK), der Bischofskonferenz (SBK), der Evangelischen Allianz (SEA-RES), den Freikirchen Schweiz (VFG) und der Organisation «Gebet für die Schweiz» durchgeführt. (idea)

thurgauer in Gottes hand

Baptistenbewegung ist im umbruch Nach einleitenden Worten von Präsident Franz Brander stellten sich die Delegierten der Partnergemeinden vor: Baden-Wettingen, Basel, Bern, Bülach, Lugano, Schaffhausen, St. Gallen, Thalwil, International Baptist Church Rüschlikon. Gastreferent Uwe Swarat vom Theologischen Seminar Elstal wies gemäss Kolosser 4 auf einen wunden Punkt beim Beten hin: «Wer meint alles zu haben, hört auf zu bitten; wir haben alle unsere Mängel!» Es gebe aber auch viel Grund zum Danken. Und wer Fürbitte tue, werde Mitarbeiter der weltweiten Evangelisation! Bernd Gellert vom Bundes-Leitungsteam empfahl, am Arbeitsplatz Gebetskollegen zu suchen. Er erlebe positive Auswirkungen.

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Vicente Medeiros und die Übersetzerin Seraina Raymann.

Danach stellten die Kirchen in drei Arbeitsgruppen ihre aktuelle Situation vor. «Läbeplus», einer Sozialfirma in St. Gallen, wurde von den 64 Delegierten 20 000 Franken für den Kauf einer neuen Software zuge-

sprochen. Das «ProjektResgate» stellte seine Arbeit unter sexuell Ausgebeuteten in Zürich und anderswo vor. Etlichen Frauen konnte bereits geholfen werden. Seraina Raymann (26), Gemeindepädagogin, wird ab August in der Baptistenkirche in St. Gallen (Kirche Bild) zu 80 Prozent als Jugendpastorin angestellt. Mit 20 Prozent wird sie für den Bund in der Vernetzung der lokalen Jugendarbeiten tätig sein. Dieses geringe Pensum gab zu reden. Auch beim Festlegen des Mitgliederbeitrags und den Überlegungen zur Anstellung eines vollzeitlichen Bundessekretärs kamen unterschiedliche Meinungen zum Ausdruck. Die Arbeitsgruppe «Zukunft Bund» ist gefordert. rOlF FrEy Bilder: Reto Häni; Rolf Frey

«Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet.» Zu diesem Wort aus Jesaja 49 sprach Bischofsvikar Ruedi Heim vor den Mitgliedern des Thurgauer Grossen Rates und der Regierung. Zum vierten Mal versammelten sie sich zu Beginn eines neuen Amtsjahres in der katholischen Frauenfelder Stadtkirche zur Besinnung. Politiker sollten mit allem, was ihnen in die Hände kommt, verantwortungsbewusst umgehen, mahnte der Bischofsvikar. Doch sie sollten auch wissen, dass sie in Gottes Hand geborgen sind. «Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr», sangen die Politiker kraftvoll. Finanzdirektor Bernhard Koch hatte im Blick auf seinen düsteren Finanzplan besonderen Grund dazu. (av)

Über 2000 am tG-Kirchentag

Die evangelischen Kirchbürger erlebten den 2. Thurgauer Kirchensonntag in Alterswilen als familienfreundlichen Grossanlass. Im Zentrum stand ein Gottesdienst mit 2200 Teilnehmenden. Kirchenratspräsident Wilfried Bührer sagte: «Wir sind keine sterbende Kirche, sondern eine grosse Gemeinschaft, die sich engagiert.» Zum Abschluss des Kirchensonntags stiegen Tauben in den Himmel. (idea)

«sterbehilfe» einmal anders

Die Sterbehilfeorganisation Exit leistete 2012 an 356 Menschen Beihilfe zum Suizid, 50 mehr als 2011. Exit hat neu 70 000 Mitglieder (2010: 53 000). In St. Gallen planen Fachleute aus der Palliativmedizin ein Sterbehospiz. Eine Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchgemeinde komme nicht zustande, meldet das St. Galler Tagblatt. (idea)


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P u bl i r e P or tag e

r e i se n

idea Spektrum 23.2013


f oru m

SYNERGIE Ausgegossen! Kürzlich nahm ich an zwei Beerdigungen von Kollegen teil: ein Suizid und ein Herzinfarkt beim Joggen. Beide waren Männer im aktiven Arbeitsalltag gewesen. An der Abdankung fehlten die tröstenden Worte der Hoffnung nicht. Und doch… Eine Gedankenreise entsteht: Hoffnung soll bereits unser aktives Leben erfüllen; sie ist kein Trostpflaster, wenn uns die Worte fehlen. Hoffnung, Liebe, Freude, Trost, all das wird uns versprochen in der Kraft des Heiligen Geistes, ausgegossen an Pfingsten, spürbar im Alltag. Spürbar im Alltag? Auch dort wo wir unter Druck stehen, Leistung erbringen, das Gefühl haben, nicht zu genügen? Ein stummer Schrei nach Anerkennung und Wertschätzung hallt durch Büros und Produktionsstätten, aber auch durch Schulen, Fitnessstudios und Modehäuser.

Positive Ansätze «idea Spektrum» Nr. 22 – «Das Elend der kritischen Theologie» Das Beklagen ist das eine, die Erarbeitung positiver Ansätze zur Überwindung der Misere das andere. Bergers eigene Beiträge helfen wohl vielen, einen vertrauensvollen und fruchtbaren Umgang mit dem Neuen Testament wiederzugewinnen – vielen, aber vielleicht nicht allen. Eine weitere international beachtete Stimme, die versucht, die neutestamentliche Wissenschaft aus dem Tal der Fruchtlosigkeit und Irrelevanz herauszuholen, ist der britische Neutestamentler N. T. Wright. Er erarbeitet gegenwärtig ein umfassendes, sechsbändiges Werk zur Literatur, Geschichte und Theologie des Neuen Testaments. Die ersten beiden Bände liegen auf Deutsch bereits vor «Das Neue Testament und das Volk Gottes», «Jesus und der Sieg Gottes» und werden ebenfalls von vielen als positive Impulsgeber auf dem Weg zu einem vertrauensvollen, aber auch erkenntnistheoretisch verantwortlichen Umgang mit der Bibel empfunden. Es geht eben um viel mehr als um Echtheitsfragen in Bezug auf Wunder, Verfasserfragen etc. Ab Herbst erscheint schrittweiideaSpektrum 23.2013

Welches Privileg ist es zu wissen, dass wir teuer erkauft sind, gerecht gesprochen, begnadigt. Unser Wert wird nicht einfach durch Leistung bestimmt, selbst wenn wir diese erbringen und noch Freude daran haben. Doch die Leistung bestimmt nicht mehr unsere letzte Identität. Entmutigung kommt nicht von Gott, sie ist nie seine Handschrift. Mag es noch so schwierig sein: Gottes Arm ist nicht zu kurz. Er kennt unsere Situation vollständig und verspricht, dass er uns nahe sein will, wenn wir ihn anrufen. Nähe ist Hilfe. Nicht nur göttliche Kraft wurde ausgegossen, sondern der Schöpfer hat selbst seine Liebe in unsere Herzen ausgegossen (Römer 5,5). Da stelle ich mir einen trockenen Schwamm vor, der benetzt wird. Es braucht schon sehr viel Flüssigkeit, bis der Schwamm das Wasser nicht mehr halten kann. Wie viel von Gottes Liebe, von seiner Kraft können wir aufnehmen … bis hin zum Triefen des Schwammes? Wer oder was hindert uns dabei, dass wir unsern Schwamm nicht volllaufen lassen?

Vielleicht nehmen wir uns schlicht die Zeit nicht? Kübelweise Liebe und Kraft stehen bereit. Dankbarkeit ist für mich eine Art Trichter, welcher hilft, dass diese göttliche Liebe in mein Leben fliessen kann. Folgendes Gedicht eines unbekannten Dichters kommt mir dabei in den Sinn: «Dankbarkeit ist das Geheimnis eines zufriedenen Lebens. Die glücklichsten Menschen sind nicht immer die, die am meisten haben. Häufig sind es die, die nicht vergessen, Gott zu danken. Wer dankt, dessen Freude vertieft sich und sein Leben wird gesegnet. Wer Gott dankt, wird bewahrt: in guten Zeiten vor Gleichgültigkeit und in schlechten Zeiten vor Verzweiflung.» elisabeth schirmer

Die Autorin ist Verwaltungsrätin und Familienfrau. Sie wohnt in Lausen. schirmer@bluewin.ch

se Wrights allgemein verständlicher Kommentar zum gesamten NT, der hoffentlich helfen wird, auch die Bibellesekompetenz an der Basis zu erhöhen. Zwar ist auch Wrights Ansatz nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber es gab und gibt eben schon etwas mehr Bewegung weg vom Klagen und hin zur positiven Arbeit, als es Bergers Aussagen im Interview vermuten lassen.

kommt jedoch kein Mensch herum: «Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft» (1. Kor. 1,18). Da geht es nicht darum, eine verständlichere Religion zu finden. Da geht es um das ewige Leben. – Danke für Ihr Magazin, das viele gute Anstösse bringt.

rainer behrens, Kreuzlingen TG

Burgdorf BE

Eines ist gravierend «idea Spektrum» Nr. 20 – «Warum Einzelne aus Freikirchen aussteigen» Wir arbeiteten viele Jahre als Missionare in einem afrikanischen Land mit muslimischer Minderheit und besuchen nun eine Freikirche. Man kann in eine Freikirche eintreten und wieder austreten. Aber zum Islam übertreten, wie Herr Herzog das machte, das hat eine andere Dimension. Niemand kann die Trinität Gottes wirklich erklären. Es ist nicht so gravierend, wenn der Verstand da nicht mitmacht. Aber den Opfertod von Jesus am Kreuz zu verneinen, der für meine Sünden starb, das ist erschreckend gravierend. Ich habe viel Respekt für die Gottesfurcht der Muslime. Um eine Stelle in der Bibel

marlis und heinz ramseier,

Engel anrufen?

«idea Spektrum» Nr. 21 – «Kraftvolles Leben aus der Gegenwart Gottes» Im Bericht über die Pfingstkonferenz in Bern mit Pastor Bill Johnson steht unter anderem: «Eine junge Frau habe in Wales den Engel der Erweckung von 1904 geschaut, erzählt Beni Johnson, Bills Frau. Nach ihrer Anleitung riefen die Anwesenden Engel zur Mitwirkung in der Schweiz auf.» Ich frage mich: Wo steht in der Bibel, dass man Engel anrufen bzw. zu ihnen beten soll? beat abry, Adetswil ZH Leserbriefe entsprechen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion. Wir beachten alle Zuschriften, können aber nicht jede veröffentlichen. Kürzungen behalten wir uns vor. Die Redaktion

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PodIum Wirtschaftsasyl Das wollen wir in der Schweiz nicht. Gemäss unserer humanitären Tradition sind unsere Türen offen für Flüchtlinge, die an Leib und Leben bedroht sind in ihrer Heimat. Alle anderen sind nicht erwünscht. Nur, wie lässt sich gerecht abgrenzen? Ab welcher Bedrohung ist jemand ein Flüchtling? Das ist schwierig und politisch umstritten. Auf den Schweizer Botschaften, in denen bis anhin ein Asylantrag gestellt werden konnte, sind nach allen Abklärungen nicht einmal 5 Prozent anerkannte Flüchtlinge. Kommen alle anderen in falscher, womöglich krimineller Absicht, ohne Gründe, um in unserem Land zu bleiben? Da sind zum Beispiel all die Nigerianer und Tunesier, die einfach an unserem Reichtum partizipieren wollen. Sie sind unerwünscht. So weit, so klar. Seit ich vor Ostern eine Woche am Weltsozialforum in Tunesien war und mich vertieft mit der politischen und wirtschaftlichen Situation befasste, ist auch das nicht mehr so klar, jedenfalls im Gewissen nicht. Aus dem Arabischen Frühling, dessen Botschaft grosse Hoffnungen weckte, ist etwas ganz anderes geworden. Seit dem Beginn des Jahres 2011 steht ganz Nordafrika vor riesigen Umwälzungen. Soziale Ungerechtigkeit, Arbeitslosigkeit und der Kampf um religiöse Vormachtstellung überdecken die freiheitlichen und von universellen Werten ausgehenden Konzepte. Für die Tunesier, für ihre Familien bedeuten solche Umwälzungen den wirtschaftlichen und moralischen Ruin. Armut und Perspektivlosigkeit, Angst vor Repression und Gewalt bedrohen ihr Lebensumfeld. Sie haben nichts zu verlieren, wenn sie ausbrechen und Ausschau halten nach der Insel der Glückseligkeit und des Reichtums, der Schweiz. Was antworten wir, wenn uns einer fragt: Was ist daran falsch? maja ingold

Die Autorin ist Nationalrätin der EVP und wohnt in Winterthur.


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neue Kräfte für europas Jungscharen

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leiterWechsel Mitte Mai wählte «Juropa» einen Nachfolger für den Präsidenten und

Altes Brot und lebensbrot

Netzwerker Walter Gut. Damit erfolgte auch ein Startschuss in eine neue Ära.

Das Netzwerkprojekt «Juropa» existiert seit dreizehn Jahren. Sein Ziel ist die Vernetzung und Förderung der Jungscharorganisationen in Europa. Kurt Mühlematter, SMG-Missionar und vollzeitlicher Geschäftsleiter, ist für die Arbeit an der Front verantwortlich, der ehemalige ERFRedaktor Walter Gut engagierte sich beim Aufbau eines Trägerkreises. Aus diesem Trägerkreis wurde 2004 der Verein «Juropa» und Walter Gut dessen Präsident. Das Führungsduo hat sich ideal ergänzt. In verschiedenen Ländern Europas fanden Kurse und Einsätze statt. «Juropa» wurde bekannt und entwickelte sich: neue Jungschar-Organisationen entstanden. 2012 ging «Juropa» eine Partnerschaft mit dem internationalen christlichen Hilfs- und Missionswerk OM (Operation Mobilisation) ein.

Vom strategen zum supporter

Mit dem Rücktritt von Walter Gut fällt gleichzeitig der Startschuss in eine neue Ära. Es besteht die Absicht, den Jung-scharverband «Youngstars International» zu gründen. Mitglieder dieses Verbands sollen in erster Linie die

Sie haben ein Herz für Europas Jungschararbeit: Die nationalen Leiter von «Juropa», im gestreiften Hemd in der Mitte Walter Gut.

verschiedenen Jung-schar-Organisationen werden. Das jährliche Treffen der Schlüsselpersonen dieser Länder ist zur Tradition geworden: das sogenannte National Coordinators Meeting (NCM). Die Gründung des neuen Verbands soll bereits am NCM 2014 erfolgen. Bis dann wird sich auch der neue Geschäftsleiter Kurt Mühlematter aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen haben. Die Verantwortlichkeiten werden zwischen den beiden Organisationen aufgegliedert, wobei «Juropa» die strategische Verant-

wortung abgibt und dafür eine Rolle als Supporter-Organisation erhalten soll. Der neue Vorstand ist zuversichtlich, die Hürden auf dem Weg ins neue Zeitalter zu meistern. Er setzt sich wie folgt zusammen: Tobias Gafafer (Präsident), Martin Sommerhalder (Vizepräsident), Mirjam Wüthrich (Aktuarin), Daniel Gwerder (Kassier), Debora Grünenwald (Vertretung OM) und Peter Nussbaum. maRTIN sommeRhaLDeR www.juropa.net

AWM eröffnet institut für integrAtion

Praxisrelevante Beratung Die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM) ist Partner der Akademie für Weltmission (AWM) in Korntal bei Stuttgart (D). Die AWM ist eine Bildungseinrichtung für die Mitarbeiter von über 150 christlichen Missionswerken aus der Schweiz und Deutschland, die weltweit tätig sind. Sie bietet anerkannte akademische Ausbildungen sowie Weiterbildungen an. Die diversen Angebote werden auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Schweiz genutzt.

«Mehr miteinander als übereinander reden»

Die AWM hat letzte Woche das Institut für Migration und Integration gegründet. Sie will damit «einen neuen Impuls für das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen geben», schreibt die Akademie. Institutsleiter wird Yassir Eric (41, Bild), evangelischer Theologe aus dem Nordsudan und Pastor einer Stuttgarter Migrantengemeinde. «Er hat sich gründliche Kenntnisse über den Umgang der idea Spektrum 23.2013

Kulturen und insbesondere über den Islam angeeignet», teilt die AWM mit. Das neue Institut bietet eine Weiterbildung zum Integrationsbegleiter sowie praxisrelevante Vorträge und Beratung an. «Damit wird auf den Wunsch von christlichen Gemeinden reagiert, die nach Wegen suchten, Fremden eine Heimat bieten zu können», heisst es in der Medienmitteilung. Nach Ansicht des AWM-Rektors, Traugott Hopp, «wird zu viel über Migranten geredet und zu wenig mit ihnen. Berührungsängste müssen abgebaut werden.» Das Institut für Migration und Integration will Kirchen, Gemeinden und Werken dabei eine Hilfestellung bieten. Thomas Feuz www.awm-korntal.de, www.aem.ch Bilder: zvg

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«Steig ein. Du bist doch die, die im Haus des Arztes wohnt. Wohin willst du? Ich fahr dich hin, auch wenn ich in ein anderes Dorf muss. Ich bin wie ein Bruder für dich.» So sprach mich ein Nachbar an, nachdem ich vergebens auf den Bus gewartet hatte. Wie gut, überall solche «Brüder» zu haben! Auch wenn ich sie meistens nicht kenne. Als «anständiges Mädchen» habe ich ja auch nur mit den Frauen zu tun. Die Männer kennen mich vom Sehen. Weil es nur wenige Ausländer im Dorf hat, falle ich auf und bin bekannt. Ob ich das will oder nicht. ...und plötzlich Gesprächsthema «Hallo Amira! Du hast zugenommen», grüsst eine Frau. «Danke!», denke ich, den «Bruder» neben mir. Ich erlebe hier direkte, peinliche Bemerkungen. Wie eines Tages im ausnahmsweise leeren Bus. Ich erklärte dem Fahrer, wo ich aussteigen möchte. Ein zweiter Passagier stieg zu und sprach mit dem Chauffeur über mich: «Sie ist keine Araberin, oder?» Der Fahrer antwortete: «Aber sie spricht gut Arabisch.» Na ja, solange sie nur das über mich sagen …! Respekt vor den Brosamen Die Menschen hier haben einen grossen Respekt vor Brot. Auch wenn sie oft Essensreste wegwerfen, also Nahrung vergeuden, ehren sie das Brot. Brosamen werden sorgfältig vom Boden aufgesammelt. Ein halb gegessenes Sandwich wird auf einen Stein gelegt, damit niemand drauf tritt. Altes Brot wird in Plastiksäcken an Abfalleimer gehängt, damit es die Hirten für ihre Tiere mitnehmen können. Wenn die Menschen nur auch das «Brot des Lebens» – den Erlöser und sein Werk – nicht mit Füssen treten, sondern in seiner wirklichen Rolle respektieren und annehmen würden! Mit freundlichen Grüssen, amIRa

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Christenfeindlicher Vandalismus in Jerusalem ISRAEL EKD-Repräsentant drückt katholischen Mönchen Mitgefühl aus.

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n Jerusalem haben mutmaßlich extremistische israelische Siedler die BenediktinerAbtei Dormitio mit christenfeindlichen Graffiti beschmiert. Sie sprühten Sprüche auf Hebräisch wie „Christen sind Affen“, „Jesus ist ein Affe“ und „Die Affen durchlöchern“ auf Wände des Klosters auf dem Zionsberg. Außerdem wurden sieben parkende Autos mit Ölfarbe bespritzt und an zwei Wagen Reifen zerstochen. Die Täter hinterließen die Unterschrift „Chavat Maon“. Das ist die Bezeichnung eines zum Abriss vorgesehenen illegalen Siedlervorpostens im palästinensischen Westjordanland. Die Tat ereignete sich in der Nacht zum 31. Mai.

Was macht die Polizei? Der höchste Repräsentant der EKD im Heiligen Land, Propst Wolfgang Schmidt (Jerusalem), drückte der befreundeten Benediktiner-Abtei das Mitgefühl der deutschen Protestanten aus. Er schrieb an Abt Gregory Collins: „Mit großer Betroffenheit und mit Ärger habe ich die Nachricht von

den Schmierereien an Eurer Kirche und den Zerstörungen an den Autos gehört.“ Man teile das Entsetzen über diese Taten.

Täter: radikale jüdische Siedler Schmidt: „Hoffentlich ist die Polizei dieses Mal in der Aufklärung erfolgreicher als bei vorangegangenen Vorfällen dieser Art.“ Gegenüber idea sagte der Propst, er wundere sich, dass die Ermittlungen der Polizei bisher nicht zu „klaren Ergebnissen“ geführt hätten. Offenbar werde die Brisanz der „einschneidenden Übergriffe“ nicht gesehen. Er sei auch erschrocken über die Radikalität, mit der die jüdische Siedlerbewegung Rache an anderen dafür nehme, dass sie ihren Außenposten räumen solle. In den vergangenen Monaten hatte der Vandalismus zugenommen. Betroffen waren mehrmals Fassaden von Kirchen in Jerusalem und Latrun. Die Polizei hat bereits vor Monaten eine Sonderkommission eingerichtet. Bisher kam es aber nur zu einzelnen Festnahmen.

„Jesus ist ein Vieh“ wurde auf den vor der Dormitio-Kirche geparkten Wagen geschmiert.

Patriarch wurde bespuckt Der stellvertretende katholische Patriarch in Jerusalem, David Neuhaus, sagte zu den Vorfällen: „Wir haben das Gefühl, dass an manchen Schulen nicht Toleranz gelehrt wird.“ Er beklagte sich ferner darüber, dass er wiederholt bespuckt wurde, als er mit Kutte und Kreuz auf der Straße ging. Neuhaus vermutet die Täter in „extrem nationalistischen Kreisen“. P

Deutschland ist eine Drehscheibe moderner Sklaverei PROSTITUTION Der Menschenhandel in Europa nimmt zu. Ein Verein steuert dagegen.

Fotos: Dormitio Abtei, Renate Blanke

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eutschland ist eine Drehscheibe des Menschenhandels. Das ist das Ergebnis einer von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Studie. Demnach stieg diese moderne Sklaverei zwischen 2008 und 2010 um 18 %. Fast zwei Drittel der Frauen (61 %) stammen den Erkenntnissen zufolge aus Ländern der EU, die meisten aus Rumänien oder Bulgarien. In Deutschland arbeiten nach Angaben der Berliner Beratungsstelle „Hydra“ rund 400.000 Prostituierte. Der Leiter der Abteilung „Organisierte Kriminalität“ im Landeskriminalamt Niedersachsen, Christian Zahel, geht davon aus, dass 9 von 10 Huren zur Prostitution gezwungen werden. Dennoch seien 2011 nur 482 Ermittlungsverfahren gegen Menschenhändler abgeschlossen worden. Hauptgrund dafür ist 23.2013

die 2002 von der rot-grünen Bundesregierung beschlossene Legalisierung von Prostitution in Deutschland. Das Gesetz war ursprünglich verabschiedet worden, um die Prostituierten zu stärken. Neben der Tätigkeit als selbstständige Prostituierte wurde auch das Betreiben von Bordellen erlaubt. Prostituierte sollten Arbeitsverträge bekommen und sich sozial- und krankenversichern können. Dadurch sollte die Kriminalität verringert werden. Doch bei einer Untersuchung hat die Bundesregierung bereits 2007 festgestellt, dass das Gesetz seine Ziele nicht erreicht hat. Nicht einmal 1 % aller Huren hat danach einen Arbeitsvertrag. Um etwas gegen den zunehmenden Menschenhandel zu tun, hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich (Chemnitz) gemeinsam

mit mehreren Hilfsorganisationen den Verein „Gemeinsam gegen Menschen- Frank Heinrich handel“ ins Leben gerufen. Der Verein hat das Ziel, die sexuelle Ausbeutung von Frauen in Deutschland zu bekämpfen. Wie Heinrich – Vorsitzender des Vereins – sagte, soll zunächst die nötige Aufmerksamkeit geschaffen werden. Laut Dienstleistungsgewerkschaft ver.di nehmen täglich 1,2 Millionen Kunden die Dienstleistungen von Prostituierten in Anspruch. „Wenn diesen Freiern bewusst wäre, dass viele Frauen zur Prostitution gezwungen werden, könnte die Nachfrage – und dadurch das Angebot – sinken“, so Heinrich. P b gemeinsam-gegen-menschenhandel.de


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Mali: Islamisten wüteten in Missionsstationen AFRIKA Eine Station und eine Bibelschule in Timbuktu waren vermint.

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slamisten haben im Norden des westafrikanischen Landes Mali schwere Verwüstungen in christlichen Missionsstationen hinterlassen. Das berichtet das Missionswerk „Neues Leben Ghana“ (Fürth/Odenwald), das dort 13 Stationen und eine Bibelschule unterhält. Radikal-islamische Rebellen hatten im vergangenen Jahr große Teile des Nordteils von Mali erobert und dort das islamische Religionsgesetz, die Scharia, eingeführt. Seit dem Eingreifen französischer Truppen im Januar konnten jedoch die islamistischen Kämpfer aus dem Nordteil des Landes weitgehend vertrieben werden. Aber nach wie vor kommt es zu Kämpfen mit den Rebellen und zu Selbstmordanschlägen. Wie das Missionswerk „Neues Leben Ghana“ idea mitteilte, hätten Al-Kaida-Kämpfer die Missionssta-

große Chance, „den Menschen mit Wort und Tat zu helfen“.

Allianz-Mission: Ab Sommer wieder deutsche Mitarbeiter in Mali Die Allianz-Mission des (deutschen) Bundes Freier evangelischer Gemeinden hat ihre acht deutschen Mitarbeiter im Frühjahr vergangenen Jahres aus Sicherheitsgründen aus Mali abgezogen. Drei Familien mussten vor den vorrückenden Rebellen fliehen. Wie Missionsleiter Erhard Michel (Dietzhölztal/Mittelhessen) auf idea-Anfrage mitteilte, will eine Missionarsfamilie im Sommer nach Mali zurückkehren; eine weitere überlegt sich noch diesen Schritt. Der Einsatz sei in der

NOTIERT Wegen Familientragödie: US-Pastor Rick Warren nimmt Auszeit Zum ersten Mal seit der Selbsttötung ihres Sohns vor sieben Wochen sind der US-Pastor und Bestsellerautor („Leben mit Vision“) Rick Warren und seine Frau Kay öffentlich in ihrer SaddlebackGemeinde in Lake Forest (Kalifornien) aufgetreten. Sie seien tief bestürzt, aber nicht am Boden zerstört, sagte der 59-jährige Geistliche. Gleichzeitig gab Warren bekannt, dass er eine Auszeit von mehreren Monaten nimmt; mindestens bis August werde er keine Auftritte in den Medien und in seiner Mega-Gemeinde wahrnehmen. Die Warrens dankten den bis zu 20.000 Gottesdienstbesuchern sowie Christen weltweit für ihre Anteilnahme. Nach eigenen Schätzungen hat die Familie mit zwei weiteren erwachsenen Kindern etwa 30.000 Kondolenzbotschaften erhalten. Der 27 Jahre alte Matthew Warren hatte sich am 5. April mit einer Waffe erschossen, die er illegal über das Internet erworben hatte. Zeit seines Leben habe er unter einer psychischen Erkrankung gelitten, so Rick Warren.

Innenhof der Bibelschule in Timbuktu

tion und die Bibelschule in Timbuktu vor ihrer Flucht vor den französischen Truppen vermint. Soldaten der Fremdenlegion hätten drei „heimtückische Sprengfallen“ entdeckt und entschärft. Dem Missionswerk zufolge haben die islamistischen Kämpfer die Inneneinrichtung zerstört. Sie hätten sogar Betten und Bänke verbrannt. Im Dach der Kirche klaffe ein großes Loch. Auch zwei weitere Stationen seien verwüstet worden. Einheimische Mitarbeiter seien jetzt dabei, sie instandzusetzen. Die Lage im Norden sei aber nach wie vor unübersichtlich und unsicher. Nach Angaben des Werkes haben nach der vorübergehenden Herrschaft der Islamisten viele Einheimische „die Nase voll vom Islam und hören ganz neu auf die Botschaft des Evangeliums“. Christen hätten jetzt die

Hauptstadt Bamako oder der Umgebung geplant. Das Missionswerk unterstützt Projekte für Aufforstung, Landwirtschaft und Gesundheit, engagiert sich aber auch in der Evangelisation und dem Gemeindeaufbau. Zu der mit der Allianz-Mission verbundenen Kirche gehören 27 Gemeinden mit etwa 1.000 Mitgliedern.

440.000 Bürgerkriegsflüchtlinge Die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) forderte inzwischen, dass Europa seine humanitäre Hilfe für die mehr als 440.000 Bürgerkriegsflüchtlinge verstärken soll. Von den rund 14 Millionen Einwohnern Malis sind 87 % Muslime, 10 % Anhänger von Naturreligionen und 2,6 % Christen. P b www.nl-ghana.de • www.gfbv.de www.allianz-mission.de

Nur wenn wirtschaftliche Freiheit mit sozialer Verantwortung in Europa verbunden ist, werden die Bürger wieder zunehmend hinter dem europäischen Projekt stehen. Diese Ansicht vertrat der EKD-Ratsvorsitzende, Nikolaus Schneider (Berlin), auf dem 9. Treffen europäischer Religionsführer in Brüssel. Er rief die Regierungschefs der EU dazu auf, die soziale Dimension Europas durch konkrete Maßnahmen zu untermauern. Um des inneren Friedens und des Zusammenhalts in den Gesellschaften willen brauchten die Bürger jetzt das Signal: „Europa tut etwas für euch, wenn ihr unter der Wirtschaftskrise leidet!“ Ganz besonders wichtig sei den Kirchen dabei die Jugend. Nicht nur in Südeuropa sei ein großer Teil junger Menschen ohne Arbeit. Schneider begrüßte die Idee einer „Jobgarantie“ der Europäischen Kommission. An der Begegnung nahmen rund 20 führende Vertreter der Kirchen, des Judentums, des Islam und des Hinduismus teil. Sie diskutierten auf Einladung der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments.

Fotos: Caplio R6 User

Europa: Das Soziale stärken

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Türkei: Seit dem Merkel-Besuch geht es Christen etwas besser MINDERHEIT Baptistenpastor: Die idea-Berichterstattung hatte positive Folgen für Christen in der Türkei.

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as wurde am Rande der Bundesratstagung des Stiftung zu einem Symposium über Fragen der MenBundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in schenrechte in der Türkei nach Berlin ein. In der Folge Kassel bekannt. Wie der dort als Gast teilnehmende wurden auch das Kanzleramt, das Außenministerium Baptistenpastor Ertan Cevik aus Izmir sagte, habe die und die Deutsche Botschaft in der Türkei auf Cevik aufidea-Berichterstattung über ihn dazu geführt, dass die merksam. winzige protestantische Minderheit deutlich aufgewerWas sich hinter den Kulissen abspielte tet worden sei. Dies habe sich beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende Februar in der Türkei Ertan Cevik Als nun die Bundeskanzlerin in die Türkei reiste, wollte gezeigt. Zu den Hintergründen: Der aus Deutschland sie auch mit Vertretern der christlichen Minderheit sprestammende Türke hat 1999 in der Metropole Izmir eine Gemein- chen. Das Büro von Ministerpräsident Erdogan hatte daraufhin Verde gegründet. Über die großen Probleme, die es dabei gab, hat treter der orthodoxen Kirchen und der Katholiken eingeladen. Erst idea mehrfach berichtet. Daraufhin lud ihn die Konrad-Adenauer- zwei Tage vor der Begegnung war dann den Gastgebern aufgefallen, dass Merkel Protestantin ist. Die Deutsche Botschaft habe daraufhin auf Bitten der türkischen Regierung bei Cevik nachgefragt, welchen Protestanten man zu der Begegnung mit Merkel einladen könne. Er habe den Generalsekretär der Türkischen Evangelischen Allianz, Umut Sahin (Izmir), vorgeschlagen, der auch eingeladen wurde. Die Allianz vertritt etwa die Hälfte der 4.000 Protestanten in der Türkei. Wie Cevik idea sagte, sei es das erste Mal überhaupt in der jüngeren Geschichte der Türkei gewesen, dass Protestanten offiziell zu einer politischen Begegnung eingeladen worden seien. Wie Cevik weiter äußerte, habe sich das Klima für die christliche Minderheit (0,2 %) in Treffen der Kirchenvertreter: In der Mitte Kanzlerin Merkel und letzter Zeit deutlich verbessert. P Ministerpräsident Erdogan, ganz rechts der Protestant Umut Sahin b www.baptistkilisesi.net

Wo Evangelische ein „Tropfen im Meer“ sind POLEN Auch im fast ausschließlich katholischen Polen nimmt die Säkularisierung nach Ansicht des Bischofs der dortigen Evangelisch-Augsburgischen Kirche, Jerzy Samiec, zu.

Fotos: PR, PR, PR

I

m Informationsblatt des Martin-LutherBundes (Erlangen) äußert er: „Immer mehr Menschen gehen davon aus, dass man Gott nicht mehr braucht oder dass der Glaube die Entwicklungsmöglichkeiten beschränkt.“ Es sei sogar eine politische Partei entstanden, deren Ziel es sei, „die Kirchen aus etlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens auszuschließen“. Samiec bezieht sich damit auf die antiklerikale Palikot-Bewegung, die seit 2011 mit 40 Abgeordneten im polnischen Parlament vertreten ist. Nach seinen Worten ist die lutherische Kirche in Polen mit rund 70.000 Mitgliedern ein „Tropfen im Meer“ in einem Land, in dem über 90 % der 38 Millionen Bürger der römisch-katholischen Kirche angehören. Das Verhältnis zu ihr bezeichnete Samiec derzeit als „sehr gut“. 23.2013

Es gebe eine Gruppe katholischer Bischöfe – meistens aus der mittleren Generation –, die der lutherischen Kirche gegenüber „sehr offen und freundlich“ eingestellt sei. Andere seien überzeugt, „ein Monopol auf Wahrheit zu haben“. In solchen Fällen sei eine ökumenische Beziehung schwer zu verwirklichen.

Wir kommen nicht in Medien vor Dem Bischof zufolge hat die lutherische Kirche ein Problem damit, in den Medien vorzukommen: „Die meisten sind in erster Linie an Skandalen interessiert. Wenn es daran fehlt, kann man nur schlecht ihre Aufmerksamkeit wecken.“ Allerdings gebe es prominente evangelische Christen, die gerne über ihre Konfessionszugehörigkeit Auskunft gäben. Samiec nannte

unter anderen den früheren Präsidenten des Europäischen Parlaments, Jerzy Samiec Jerzy Buzek, und den viermaligen Weltmeister im Skispringen, Adam Malysz. Laut Samiec besteht in den lutherischen Gemeinden kein Mangel an Kindern und Jugendlichen. Jährlich träten etwa 250 neue Mitglieder in die Kirche ein. Dabei handele es sich meist um junge und gut ausgebildete Personen. Der Martin-Luther-Bund unterstützt lutherische Gemeinden und Kirchen in Minderheitssituationen geistlich und finanziell. Präsident ist Regionalbischof Hans-Martin Weiss (Regensburg). P www.martin-luther-bund.de b 09131 7870-0


20

N AC H R IC H T E N

Kirchensteuern erreichen Höchststand FINANZEN Aufkommen 2012 für beide Großkirchen zehn Milliarden Euro

D

ie beiden großen Kirchen haben 2012 einen Höchststand bei den Kirchensteuereinnahmen erzielt. Das Brutto-Aufkommen lag bei zusammen rund 10 Milliarden Euro. Die römisch-katholische Kirche übertraf nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz (Bonn) mit 5,19 Milliarden Euro zum zweiten Mal die Fünf-Milliarden-Grenze. Das sind 5,5 % mehr als 2011. Das Aufkommen der 20 evangelischen Landeskirchen stieg von 4,5 auf

Das Kirchensteueraufkommen in Deutschland 5,22

5,19

Katholische Kirche

4,8

4,68

4,31

4,8

4,79 4,6

4,2

4,99 (erwartet)

4,92

4,9

2013 noch mal 4 % mehr erwartet?

4,51 4,27

4,22

4,1

4,19

3,87 3,65

Evangelische Kirche 1992

1997

2000

2005

2007

2008

2010

2011

2012

2013

© l ideaGrafik; Quelle: Kirchenamt der EKD; Statistisches Bundesamt

l

Man müsse „sehr verantwortlich“ damit umgehen, denn die Einnahmen von 4,8 Milliarden Euro hätten heute eine Kaufkraft, die um 20 % niedriger sei als die des Aufkommens von 1994. Für 2013 ist Begrich angesichts der positiven Tarifabschlüsse „gebremst optimistisch“. Er erwartet ein Kirchensteuerplus von rund 4 % gegenüber 2012. Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer sind Lohn- und Einkommenssteuer. In Baden-Württemberg und Bayern zahlen Kirchenmitglieder 8 % ihrer Lohn- bzw. Einkommenssteuer an die Kirchen, in den übrigen Bundesländern 9 %. P

idea Fernseh- und Hörfunk-Tipps

8. bis 14. Juni

FERNSEHEN Samstag, 8. Juni

Sonntag, 9. Juni

Dienstag, 11. Juni

Donnerstag, 13. Juni

Freitag, 14. Juni

16.30–17.00 Verkauft und versklavt: Vom Kampf gegen den Menschenhandel

10.00–11.00 Damaskus, voller Erinnerungen – Doku über das multireligiöse Syrien

20.15–21.20 Kloster Loccum, Doku einer 850-jährigen Geschichte

18.00–18.30 Mission Malle: Seelsorge im Urlaubsparadies – der evangelische Pfarrer Klaus Peter Weinhold auf Mallorca

20.15–21.45 In Würde sterben – die Debatte über aktive Sterbehilfe, begleiteten Suizid und die Förderung der Palliativmedizin

17.30–18.00 Der Zauberkünstler: Darf ein Christ Zauberkunst nutzen, 22.15–22.45 um das Wort Gottes zu Vergewaltigt – Frauen vermitteln? brechen das Schweigen

20.15–22.15 Die sieben Zeichen der Apokalypse. Die Bibel prophezeit Plagen, Hungersnöte und Erdbeben.

21.45–22.15 ERF 1 Wer erhört mein Gebet? Ali lebt als Moslem. Als er Christen kennenlernt, beginnt er, sich und seinen Glauben zu hinterfragen.

22.00–23.30 Nachtcafé: Was wären die Jungen ohne die Alten? Gesprächsrunde

HÖRFUNK Sonntag, 9. Juni

Donnerstag, 13. Juni

7.05–7.30 Die Angst vor dem Fremden. Ein Gefängnisseelsorger im Abschiebungsgefängnis

9.45–10.00 Evangelisch-freikirchliche Predigt von Pastor Lukas Amstutz aus Läufelfingen

12.05–12.30 Mehr als fromme Spielerei – Kirche und Gottesdienste für und mit Kindern

8.30–9.00 Protestanten und die Parteien: Werte-Lobbyisten? Wie Protestanten in der Politik wirken

10.00–11.00 Gottesdienst aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche Königswartha

13.00–14.00 ERF Plus Beten bringt's! – Wie wir durch die Kraft unserer Worte und Gedanken Positives bewirken könen

17.05–17.30 20.00–21.00 ERF Plus Gemeinde hinter hohen Bilanz: Wichtiger als die Mauern: Gefängsnisseelsorge Kunst – Schwester Christa Otto erzählt, wie sie von Dienstag, 11. Juni einer Kunststudentin zur 20.00–21.00 Diakonisse wurde. Später Sandro Ardu: Vom wurde sie Oberin des Drogenabhängigen zum Diakonissen-Mutterhauses Sozialarbeiter. Ein Porträt Neuvandsburg in Elbingerode.

Wer reagieren möchte, kann dies unter folgenden Rufnummern tun: ARD: 089/5900-3344 | Bibel.TV: 040/4450660 | Das Vierte: 0180/5843783 Deutschlandfunk und Deutschlandradio: 0221/345-1831 | DRS 2: (0)848/808080 | ERF: 06441/957-0 | HR (TV): 069/1555111 | Kabel 1: 0180/5011150 KiKa: 0180/2151514 | Luth. Stunde: 04264/2436 | MDR: 0341/300-5401 | NDR: 0511/988-2393 | Phoenix: 0180/28213 | RBB: 030/97993-2171 SF 2: (0)62/2059050 | SR 2: (0)681/6022222 | SWR: 07221/929-0 | WDR (Radio): 0221/5678-333 | WDR (TV): 0221/5678888 | ZDF: 06131/7012164

Foto: Martin Begrich

Angaben in Milliarden Euro

4,8 Milliarden Euro, was einem Plus von etwas über 6 % entspricht. Das teilte der Finanzdezernent der EKD, Oberkirchenrat Thomas Begrich (Hannover), auf idea-Anfra- Thomas Begrich ge mit. Er begründete den Zuwachs mit der höchsten Erwerbstätigenquote seit der deutschen Wiedervereinigung und den hohen Tarifabschlüssen. Dies könne man so auf den Punkt bringen: „Die Menschen zahlen nicht mehr Kirchensteuer, sondern mehr Menschen zahlen Kirchensteuer.“ Begrich zufolge freut sich die Kirche über den Zuwachs. Allerdings könnten die Mehreinnahmen nicht wie ein Füllhorn ausgeschüttet werden.


Die Karte der Woche

DIE RELIGIÖSE SITUATION IN DEUTSCHLAND (aufgrund des Zensus 2011, siehe Seite 6)

SCHLESWIGHOLSTEIN Röm.-katholisch: 6,4 % EKD: 55,8 % Andere Christen: 5,3 % Keine Angabe: 20,4 % Atheisten: 8,8 %

HAMBURG Röm.-katholisch: EKD: Andere Christen: Keine Angabe: Atheisten:

10,9 % 34,0 % 7,1 % 27,5 % 12,4 %

Röm.-katholisch: 3,4 % EKD: 17,7 % Andere Christen: 2,6 % Keine Angabe: 42,9 % Atheisten: 32,3 %

BERLIN Röm.-katholisch: 9,6 % EKD: 21,6 % Andere Christen: 6,3 % Keine Angabe: 30,2 % Atheisten: 23,4 %

NIEDERSACHSEN

BREMEN Röm.-katholisch: EKD: Andere Christen: Keine Angabe: Atheisten:

MECKLENBURGVORPOMMERN

Röm.-katholisch: 18,3 % EKD: 51,5 % Andere Christen: 5,2 % Keine Angabe: 14,2 % Atheisten: 6,6 %

11,8 % 43,5 % 6,1 % 20,0 % 10,7 %

SACHSENANHALT Röm.-katholisch: 3,6 % EKD: 15,2 % Andere Christen: 2,4 % Keine Angabe: 45,0 % Atheisten: 32,7 %

NORDRHEINWESTFALEN Röm.-katholisch: 42,6 % EKD: 28,5 % Andere Christen: 5,2 % Keine Angabe: 11,3 % Atheisten: 4,9 %

RHEINLANDPFALZ Röm.-katholisch: 45,7 % EKD: 31,8 % Andere Christen: 4,1 % Keine Angabe: 9,4 % Atheisten: 4,4 %

Röm.-katholisch: 25,6 % EKD: 40,9 % Andere Christen: 6,0 % Keine Angabe: 13,9 % Atheisten: 6,3 %

Röm.-katholisch: 3,5 % EKD: 18,4 % Andere Christen: 3,2 % Keine Angabe: 40,7 % Atheisten: 32,7 %

SACHSEN

THÜRINGEN

HESSEN

BRANDENBURG

Röm.-katholisch: 8,0 % EKD: 24,3 % Andere Christen: 2,8 % Keine Angabe: 33,2 % Atheisten: 30,6 %

Röm.-katholisch: 3,8 % EKD: 21,4 % Andere Christen: 3,2 % Keine Angabe: 36,4 % Atheisten: 33,6 %

BAYERN

Röm.-katholisch: 63,4 % EKD: 20,0 % Andere Christen: 2,3 % Keine Angabe: 7,1 % Atheisten: 3,2 %

BADENWÜRTTEMBERG Röm.-katholisch: 37,6 % EKD: 34,2 % Andere Christen: 5,4 % Keine Angabe: 12,0 % Atheisten: 4,5 %

© l ideaGrafik; Quelle: Zensus 2011

SAARLAND

Röm.-katholisch: 55,7 % EKD: 21,1 % Andere Christen: 4,0 % Keine Angabe: 10,2 % Atheisten: 4,7 %

DER ANTEIL DER CHRISTEN INSGESAMT unter 30 %

23.2013

unter 50 %

unter 70 %

unter 80 %

über 80 %


22

N AC H R IC H T E N

Das Christentum bleibt die stärkste Religion VOLKSZÄHLUNG Fast jeder 5. gab beim sogenannten Zensus aber nicht an, wozu er gehört.

E

twa zwei Drittel der 80,2 Millionen Einwohner Deutschlands gehören dem Christentum an. Das geht aus der ersten Volkszählung nach der Wiedervereinigung hervor. Für den sogenannten Zensus wurden am Stichtag 9. Mai 2011 alle Melderegister ausgewertet sowie zusätzlich rund zehn Millionen Deutsche befragt. Die Angaben zur Religionszugehörigkeit waren für Bürger, die keiner öffentlichrechtlichen Religionsgesellschaft angehören, freiwillig. Deshalb liegen von 17,4 % der Bevölkerung keine Zahlen vor.

1,9 %. Nach Schätzungen leben aber etwa 4,5 Millionen Muslime in Deutschland; das wären rund 5,6 %.

Große Unterschiede zwischen Ost und West in Sachen Religion Dem Zensus zufolge gehören 24,7 Millionen Deutsche der römisch-katholischen Kirche und 24,3 Millionen den evangelischen Kirchen an. 53,2 Millionen fühlen sich dem Christentum zugehörig. 10,5 % gaben an, keiner Religion oder Weltanschauung anzugehören. Im Gebiet der früheren DDR ist rund jeder Dritte konfessionslos, in der alten Bundesrepublik sind es nur 6 %. Dies ist eine der Folgen der sozialistischen Zwangsherrschaft. Denn noch 1947 gaben auf dem Gebiet der späteren DDR rund 94 % an, einer Kirche anzugehören.

18,2 Millionen Ehen und 34.000 Homo-Partnerschaften Die Volkszählung fragte auch nach den Formen des Zusammenlebens. Danach gibt es in Deutschland rund 18,2 Millionen Ehen und knapp 34.000 eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Davon sind rund 40 % Partnerschaften von Frauen. Rund 5.700 Kinder leben in solchen Partnerschaften, davon 86 % in lesbischen.

Fast jeder 5. ist eingewandert

Der Zensus ermittelte beispielsweise einen muslimischen Bevölkerungsanteil von

Sachsen ist das Bundesland mit den meisten Konfessionslosen: 1,3 Millionen. Dies entspricht 33,6 % der Bevölkerung des Freistaates. Zum Vergleich: 1,1 Millionen bekennen sich dort zum Christentum, die meisten sind Lutheraner.

Insgesamt ergab die Volkszählung, dass Deutschland 80,2 Millionen Einwohner hat; das sind etwa 1,5 Millionen weniger als bisher angenommen. Etwa 92,3 % haben die deutsche Staatsangehörigkeit. 15 Millionen Personen – knapp 19 % – haben einen Migrationshintergrund. Dazu zählen alle Ausländer und Deutschen, die nach 1955 auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik zugewandert sind oder zumindest einen nach 1955 zugewanderten Elternteil haben. Es handelt sich bei den Deutschen vor allem um Bürger aus der Sowjetunion und dem heutigen Polen. P b www.destatis.de

Der Anteil der Protestanten:

Der Anteil der Katholiken:

Der Anteil der Atheisten:

Es dürfte mehr Anhänger nichtchristlicher Religionen geben Wie der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler (Wiesbaden), bekanntgab, wurde die Frage nach der Religionszugehörigkeit am häufigsten von Muslimen, Juden, Buddhisten und Hinduisten nicht beantwortet. Deshalb dürften die Angaben über die Zugehörigkeit zu nichtchristlichen Religionen zu niedrig angesetzt sein.

Muslime: 5,6 statt 1,9 %?

Die meisten Atheisten in Sachsen

Schleswig-Holstein

55,8 %

Saarland

63,4 %

Sachsen

33,6 %

Niedersachsen

51,5 %

Bayern

55,7 %

Brandenburg

32,7 %

Bremen

43,5 %

Rheinland-Pfalz

45,7 %

Sachsen-Anhalt

32,7 %

Hessen

40,9 %

Nordrhein-Westfalen

42,6 %

Mecklenburg-Vorpommern

32,3 %

Baden-Württemberg

34,2 %

Baden-Württemberg

37,6 %

Thüringen

30,6 %

Hamburg

34,0 %

Hessen

25,6 %

Berlin

23,4 %

Rheinland-Pfalz

31,8 %

Niedersachsen

18,3 %

Hamburg

12,4 %

Nordrhein-Westfalen

28,5 %

Bremen

11,8 %

Bremen

10,7 %

Thüringen

24,3 %

Hamburg

10,9 %

Schleswig-Holstein

8,8 %

Berlin

21,6 %

Berlin

9,6 %

Niedersachsen

6,6 %

Sachsen

21,4 %

Thüringen

8,0 %

Hessen

6,3 %

21,1 %

Schleswig-Holstein

6,4 %

Nordrhein-Westfalen

4,9 %

Saarland

20,0 %

Sachsen

3,8 %

Bayern

4,7 %

Brandenburg

18,4 %

Sachsen-Anhalt

3,6 %

Baden-Württemberg

4,5 %

Mecklenburg-Vorpommern

17,7 %

Brandenburg

3,5 %

Rheinland-Pfalz

4,4 %

Sachsen-Anhalt

15,2 %

Mecklenburg-Vorpommern

3,4 %

Saarland

3,2 %

Bayern

© l ideaGrafik; Quelle: Zensus 2011 23.2013


N AC H R IC H T E N

23

Einer der wichtigsten EKD-Repräsentanten verlor sein Amt EKD Der wegen seiner Lebensführung in die Kritik geratene Chef-Lobbyist der EKD bei der Politik in Berlin und Brüssel – Prälat Bernhard Felmberg (47) – hat sein Amt verloren. Dies beschloss der Rat der EKD.

W

ie es nach der Sitzung der Leitung der EKD am 1. Juni hieß, wird der Bevollmächtigte bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union „in gegenseitigem Einvernehmen“ in den Wartestand versetzt. Dabei bezieht er sein Gehalt vorerst weiter. Das Disziplinarverfahren werde eingestellt. Die kommissarische Leitung der Dienststellen des Bevollmächtigten in Berlin und Brüssel liege bei Oberkirchenrat Stephan Iro (44), der erst im Herbst letzten Jahres sein Vize wurde. Das Verfahren zur Neubesetzung der Position Felmbergs sei eingeleitet. Ende März hatte der Rat der EKD ein Ermittlungsverfahren zu Fragen der Lebensführung des Bevollmächtigten eröffnet. Dabei soll es um „amouröse“ Beziehungen gegangen sein, die Prälat Felmberg zu Mitarbeiterinnen in der Dienststelle der EKD in Berlin unterhalten haben soll. Der hannoversche Landeskirchenamtspräsident Burkhard Guntau soll die Befragungen der betroffenen Mitarbeiterinnen und Felmbergs geleitet haben. Von seiner Ehefrau lebte Felmberg schon bei seiner Einführung im Februar 2009 getrennt. Mitte April hatte der Rat der EKD der Bitte von Prälat Felmberg entsprochen, sein Amt zeitlich befristet ruhen zu lassen. Nun soll er nach Worten des EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider „ihm angemessene neue Aufgaben im Raum der evangelischen Kirche übernehmen“. Schneider: „Die EKD bleibt Bernhard Felmberg mit Dank für seine großen Verdienste in Berlin und Brüssel verbunden.“

Versiert in Theologie, Politik und Sport Felmberg ist in Theologie, Politik und Sport bewandert. Nach Vikariat und Promotion war Felmberg von 1998 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Humboldt-Universität Berlin. Anschließend war er bis 2002 als Bundesgeschäftsführer des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/ CSU tätig. Danach wurde er zum Ausbildungsdezernenten der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ernannt. Seine CDU-Mitgliedschaft ließ er fortan ruhen. Felmberg wurde von vielen geschätzt, galt aber auch als „abgehoben“. P

Felmberg hatte meistens mit den Spitzen in Politik und Kirche zu tun. V. l.: EKD-Chef Schneider, Merkel, Göring-Eckardt und Felmberg

Freikirche: Kein Abendmahl in der Volkskirche nehmen ÖKUMENE Die rund 40.000 Mitglieder des Bundes Freier evangelischer Gemeinden sollten – falls sie einmal Gottesdienste in Landeskirchen besuchen– nicht am dortigen Abendmahl teilnehmen.

Foto: Konrad-Adenauer-Tagung/PR

D

as empfiehlt der Theologe und Buchautor Hartmut Weyel (Brühl bei Köln) in der Zeitschrift der über 460 Gemeinden zählenden evangelikalen Freikirche „Christsein Heute“ (Witten). Diese Position sei nicht antiökumenisch, sondern gehöre zum Profil im ökumenischen Gespräch. Wie Weyel schreibt, gebe es einen engen Zusammenhang zwischen dem Abendmahlsverständnis und der Gründung der Freikirche 1854. Dem Begründer, dem Wuppertaler Kaufmann Hermann Heinrich Grafe (1818-1869), sei durch die Lektüre der Bibel deutlich geworden, dass eine Kirche eine Gemeinschaft von Gläubigen sei, bei der nur zu Jesus Christus Bekehrte

zur Gemeinde gehören und am Mahl des Herrn teilnehmen dürfen. In der Volkskirche sei dies leider nicht der Fall.

meist nur Saft in den Gemeinden gereicht. Fehler geht auch auf einen möglichen Ausschluss vom Abendmahl ein.

Einzel- und Gemeinschaftskelche

Vom Abendmahl ausschließen?

Wie man das Abendmahl feiern kann, dazu gibt Pastor Andreas Fehler (Bonn), Tipps. Man könne Gemeinschafts- wie auch Einzelkelche benutzen. Da die Feier nur ein Zeichen der geistlichen Einheit untereinander sei, sie aber nicht bewirke, sei gegen die Verwendung von Einzelkelchen theologisch nichts einzuwenden. Man könne dann sogar parallel Saft oder Wein beim Abendmahl verwenden. Aus Rücksicht auf alkoholkranke Christen wird

Weil es immer auch ein Gemeinschaftsmahl sei, machten gestörte Beziehungen untereinander eine würdige Feier unmöglich. Wenn die Gefahr bestehe, dass die Einheit der Gemeinde durch das unwürdige Verhalten Einzelner beschädigt werde aufgrund einer gestörten Beziehung zu Gott oder anderen Menschen, könne der Ältestenrat (Leitung) einer Gemeinde einzelnen Personen die Teilnahme am Abendmahl verwehren. P


24

N AC H R IC H T E N

Wie kann die Kirche im Dorf bleiben? TAGUNGEN Wie kann die Kirche in ländlichen Regionen trotz schrumpfender Bevölkerung überleben?

Mit dem Dorf vernetzen In der Regel kümmere sich jedoch ein Kern ehrenamtlicher Mitarbeiter um das Gemeindeleben. Das erwarteten selbst jene, die nicht regelmäßig die Kirche besuchen. Doch führe eine Ausrichtung der Gemeindeaktivitäten allein auf Kirchenmitglieder mittelfristig zum Absterben. Gemeinden sollten sich deshalb mit anderen Institutionen und Vereinen des Dorfes vernetzen.

Gottesdienste auch ohne Pastor Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), sagte voraus, dass sich die Präsenz von Pastoren auf dem Land weiter ausdünnen werde. Gottesdienste könnten je-

doch auch auf einfache Weise ohne Pastor durchgeführt werden. Gemeinde sei nicht da, wo der Pastor ist, sondern wo sich Menschen im Namen Jesu Christi versammeln. Dazu könnten neben Gottesdiensten auch „kleine Geselligkeitsformen im Namen Jesu“ zählen, etwa Chöre, Bibelkreise oder Nachbarschaftstreffen.

Wie viele Kirchen stehen leer? Mit einem ähnlichen Thema beschäftigte sich die 2. Land-Kirchen-Konferenz der EKD in Northeim bei Göttingen ebenfalls Ende Mai. Danach wurden zwischen 1990 und 2010 in Deutschland 277 Kirchen verkauft oder abgerissen. Weitere 234 stehen leer, wurden vermietet oder anderen Zwecken zugeführt. Diese Zahl entspreche etwas mehr als 1 % der insgesamt über 20.000 evangelischen Kirchen und Kapellen, teilte die stellvertretende Pressesprecherin der EKD, Silke Römhild (Hannover), idea auf Anfrage mit. Laut Römhild entwickelt sich häufig „rings um eine von

Die EKD und ihre Kirchengebäude zwischen 1990 und 2010 Verkauft oder abgerissen:

277 Kirchen

Leerstehend oder nicht kirchlich genutzt:

234 Kirchen

der Entwidmung bedrohte Kirche beachtliches Engagement, das dann letztendlich doch zum Erhalt beiträgt“.

EKD: Was ist zu tun? Die Kirche müsse sich vielfach von ihrem hergebrachten Konzept „1 Pastor, 1 Kirche, 1 Gemeinde“ verabschieden, sagte der Vizepräsident des EKD-Kirchenamts, Thies Gundlach (Hannover), bei der Land-Kirchen-Konferenz. Statt dessen sollen etwa Gottesdienste für Jugendliche an einem zentralen Ort der Region stattfinden oder Ehrenamtliche stärker in die Gemeindearbeit eingebunden werden. Dafür spricht sich der Vizepräses der EKD-Synode, der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, aus.

Priestertum aller Getauften Immer noch richteten sich zu viele Erwartungen an den Pfarrer oder die Pfarrerin. Beckstein plädierte dafür, die Idee eines „Priestertums aller Getauften“ zu aktualisieren. Im Blick auf Zusammenlegungen von Gemeinden plädierte er dafür, die Gemeindemitgliederzahl nicht als alleinige Bezugsgröße für Personalstellen und Finanzzuweisung heranzuziehen: „Wir brauchen stärker eine Orientierung an inhaltlichen Gesichtspunkten.“ P

b www.ekd.wir-e.de

Zwei Möglichkeiten, mit Kirchen umzugehen: links die St. Michaeliskirche in Brachstedt bei Halle. Sie wurde von dem Kirchbauverein liebevoll restauriert. Rechts die ehemalige Martini-Kirche in Bielefeld. Sie wurde verkauft und zum Restaurant „Glückundseligkeit“ umgebaut.

Fotos: idea / kairospress, GLÜCKUNDSELIGKEIT Bielefeld

M

it dieser Frage beschäftigte sich eine internationale Fachtagung des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung im pommerschen Greifswald. Wie der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, sagte, sei in vielen Dörfern die Grundhaltung zu finden: „Ich geh zwar nicht hin, aber es ist gut, dass die Kirche da ist.“ In manchen Gegenden seien die Pastorin oder der Pastor die einzigen Menschen, denen noch eine milieuübergreifende Kommunikation möglich sei.

23.2013


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WillowCreek-Jugendkongresse Bochum 1999

Düsseldorf 2001

1.600 Besucher

2.300 5.200

Karlsruhe 2004

Erfurt 2006

3.300 4.100

Nürnberg 2009 Düsseldorf 2011 Es herrschte eine ausgelassene Stimmung in der Rittal-Arena.

Wetzlar 2013

3.400 2.900

Viele Jugendliche wenden sich vom Glauben ab WILLOW CREEK Viele Teenager bekennen sich zwar zu Jesus, sagen sich aber später wieder von ihm los, so der Leiter des Bereichs „Geistliches Wachstum“ einer der größten evangelikalen Gemeinden in den USA – Willow Creek –, Shane Farmer. Er sprach beim Jugendkongress von Willow Creek Deutschland in Wetzlar.

F

armer (South Barrington bei Chicago) zufolge sieht die geistliche Situation für die nächste Generation nicht gut aus. In den USA sei sie schlecht bestellt, aber in Deutschland sehe die Lage noch viel dramatischer aus. So hätten im Osten Deutschlands 7 von 10 Jugendlichen noch nie von Christus gehört. Farmer forderte dazu auf, gemeinsam die junge Generation für Jesus Christus zu gewinnen. Man müsse den Jugendlichen nachjagen und „die Pforten der Hölle bestürmen“, sie freizugeben. Nach Ansicht Farmers können US-Missionare in Deutschland nicht so viel bewirken wie deutsche: „Es kommt auf deutsche Leiter an, um das Blatt zu wenden.“ Um im christlichen Glauben fest verwurzelt zu sein, empfahl Farmer ein intensives Meditieren biblischer Texte. Es komme darauf an, die gewonnenen Erkenntnisse auf das eigene Leben anzuwenden. Dies helfe, auch schwere Zeiten zu überstehen. Farmer: „Das Wort Gottes ist die mächtigste Waffe in unserem Arsenal.“

Foto: Thorsten Indra/ Willowcreek

Großeltern sollten geistliche Enkel adoptieren Die Leiterin des christlichen Fuller Jugend-Instituts, Kara Powell (Los Angeles), rief Senioren dazu auf, Jugendliche als geistliche Enkel zu adoptieren. Viele Teenager wohnten weit von ihren Großeltern entfernt, sehnten sich aber nach Beziehungen zu älteren Christen. Großmütter und Großväter könnten für ihre „geistlichen Enkel“ beten und sich um sie kümmern. In der Jugendarbeit gelte die Faustregel, dass ein Erwachsener für fünf Jugendliche zuständig ist. Powell zufolge sollte dieses Verhältnis umgekehrt werden: Fünf Erwachsene sollten ihre Zeit und ihre Erfahrung in einen Jugendlichen investieren. Anstatt neue Programme einzuführen, sollten Gemeinden sich stärker der Einzelbetreuung von Jugendlichen zuwenden. Generationenübergreifende Gemeindearbeit sei eines der besten Dinge, um einen stabilen Glauben zu erreichen, so Powell. 23.2013

Mangelnder Selbstwert ist Thema Nummer 1 Nach Worten des Evangelisten und Kabarettisten Torsten Hebel (Berlin) ist mangelnder Selbstwert das Thema Nummer 1 bei Jugendlichen. Christliche Gemeinden sollten daher Wertschätzung leben und offen für Kinder und Jugendliche sein. Der US-Vermögensmanager und Multimillionär Rob Mitchell (Greensboro) stiftete während des Jugendkongresses 10.000 Euro für den „OPEN active!“-Förder-Wettbewerb. Dieser unterstützt fünf christliche Projekte mit je 2.000 Euro. Ziel ist es, jungen Christen Mut zu machen, sich stärker für Menschen in ihrer Umgebung zu öffnen und christlich-soziale Projekte anzupacken.

US-Multimillionär gibt 10.000 Euro Bis zum 30. Juni können Bewerber ihre Ideen auf der Internetseite www.jugendplus-kongress.de einreichen. Mitchell ist Autor des Buches „Allein weinst du wütender“ (SCM Hänssler). Darin schildert er seine Lebensgeschichte: Als Mitchell drei Jahre alt war, beging sein Vater Suizid. Mitchell wurde von seiner Mutter in ein Waisenheim gegeben, wo er bis zu seinem 17. Lebensjahr blieb. In einem christlichen Sommerlager lernte er die Bibel kennen und wurde Christ. Mitchell zufolge kommt es darauf an zu vergeben. Dies befreie von Ärger, Zorn und Hoffnungslosigkeit. Die Veranstalter des Kongresses zogen ein positives Fazit. Das Ziel, Jugendliche und Jugendleiter zu motivieren, sei erreicht worden, sagte der Geschäftsführer von Willow Creek Deutschland/Schweiz, Karl-Heinz Zimmer (Gießen). 60 % der Kongressteilnehmer gehören der evangelischen Landeskirche an, 38 % einer Freikirche und 2 % der römisch-katholischen Kirche. Seit 1994 fanden 29 WillowCreek-Kongresse in Deutschland statt, davon sieben für Jugendliche und junge Erwachsene. P


net F O R U M F Ü R J U N G E C H R I S T EN

Mit Saalaktionen wurden die Teilnehmer auf Programmpunkte des Kongresses eingestimmt.

„Macht euch mal locker, seid cremig!“ JUGENDKONGRESS 2.900 Teilnehmer feierten beim Willow-Creek-Jugendkongress in Wetzlar Party. Das Motto des Kongresses: „Yes we are open“ (Ja, wir sind offen). Die Teilnehmer waren begeistert, idea-Reporter Karsten Huhn (Berlin) nicht ganz (siehe auch die Meldung auf Seite 8). er erste Eindruck: Es ist megalaut. Die Bässe der Lobpreisband wummern, und ich fühle mich mit meinen 36 Jahren auf dieser Veranstaltung wie ein Großvater, der um sein Hörgerät fürchtet. „Ohne Ohrschutz ist das nicht auszuhalten“, bestätigt mir später ein Jugendleiter. Er besorgte sich beim Kongressbüro Ohropax. Der zweite Eindruck: Der Kongress will extrem hip und cool, trendy und stylisch sein. Die Redner heißen deshalb Speaker, der Gastgeber ist ein Host, die Lobpreismusik nennt sich Worship und die Botschaft ist die Message. „Wahnsinn, Wahnsinn!“, sagt Moderator Torsten Hebel zur Begrüßung. Er trägt graues Haar, das schwarze Hemd hängt locker über der Hose. Hebel fordert dazu auf, dass jeder seinem Nachbarn „Bleib offen“ zurufen soll. Hebel geht durch die Reihen. „Mal sehen, wo mich der Geist so hinführt“, witzelt er und talkt ein bisschen mit dem Publikum. „Was erwartest du von dem Kongress?“, fragt er Philipp aus Ulm.

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„Nicht so viel“, sagt Philipp. Hebel ist schlagfertig: „Haben sich deine Erwartungen bisher erfüllt?“

„Fehler sind gut in deinem Leben“ Hebel macht ein paar Witze, dann nimmt er die fromme Kurve: „Schauen wir mal in die Bibel rein. Ist eigentlich auch bei einem christlichen Kongress eine ganz gute Sache.“ Hebels Botschaft: Die ganze Bibel ist voll von Veränderungen, also sollen wir auch offen für Veränderungen sein, offen für Fehler: „Fehler sind gut in deinem Leben – wenn wir daraus lernen.“ Reite auf der Welle, sei glücklich, fordert Hebel. „Macht euch mal locker, seid cremig!“ Es ist ein salopper, launiger Vortrag gegen Dogmen, für Freiheit. Mit der Bibel hat der Vortrag nur am Rande zu tun. Hebel berichtet von drei Veränderungen, die er erlebt hat: 1. Das Projekt blu:boks

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Foto: thorstenindra.com

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I DE A L I S T E N. N E T

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in Berlin-Lichtenberg, das Kindern aus einem sozialen Brennpunkt mit kreativen Projekten Selbstwert vermitteln will. 2. „Ich glaube nicht mehr das, was ich vor zehn Jahren geglaubt habe.“ Früher hatte er christliche Phrasen im Gepäck, aber dieses Glaubensgebäude sei zerfallen. 3. Vor zwei Jahren befand sich Hebel in einer Ehekrise, seine Frau und er gingen zum Therapeuten. Hebel wollte sich trennen. Die Tochter, damals vier Jahre alt, fragte: „Papa, gehst du jetzt?“ – „Nein, der Papa bleibt.“ Sie blieben zusammen. „Gott kennt Wege aus der Ausweglosigkeit“, sagt Hebel.

Der Kongress war ermutigend Bereits 29 Willow-Creek-Kongresse gab es seit 1994 in Deutschland. Sie sind eine Marke geworden, der Besuch gehört für viele zum Pflichtprogramm. Die Kongresse sollen vor allem der Motivation und Ermutigung dienen, und fragt man die teilnehmenden Jugendlichen, sagen sie genau das: Der Kongress war ermutigend. Viele Teilnehmer reisen mit der Jugendgruppe an. Für sie ist es ein Bad in der schwitzenden Menge: Luftballons gehen durch die Halle, es wird gerappt und Gangnam-Style getanzt, die Zuhörer machen die Welle. Sie hören professionelle, witzige Geschichtenerzähler, dazu gibt es flotte Musik und Videoclips. Es sind drei ausgefüllte Tage, von denen man später im nicht ganz so aufregenden Gemeindealltag zehren kann. Wer sich allerdings konkrete Tipps für die Jugendarbeit erhoffte, wurde enttäuscht: Wie kann man Mitschüler in die Kirche einladen? Wie schafft man es, dass sie bleiben? Wie finde ich heraus, was ich mal werden soll? Was ist heute zu Sex, Alkohol und Drogen zu sagen? Wie komme ich mit meinen Eltern klar? Und worauf kommt es bei der Partnersuche an? Antworten dazu? Leider Fehlanzeige!

Viele lustige Geschichten, aber wenig Substanz

Foto: thorstenindra.com

Stattdessen reiht sich Geschichte an Geschichte, immer sehr lustig, meistens übertrieben („Ich habe so sehr geweint, dass ich meine Kontaktlinsen verlor“). Stil geht vor Substanz, Unterhaltung vor Information. Gelegentlich kommt auch mal ein Bibelvers vor, aber ich hatte fast immer das Gefühl, dass die Redner lieber ihre Anekdoten zelebrieren als ebenso begeistert und unterhaltsam die Bibel auszulegen. Die Lust an der Pointe war allzu oft stärker als das Interesse an geistlichen Wahrheiten. So sprach ein Redner minutenlang über seine lange Anreise, seine Familie und seine zwei Hunde. Zwar hatte er auch einen Bibelvers im Gepäck: „Ich habe euch dazu bestimmt, hinzugehen und Frucht zu tragen“ (Johannes 15,16). Doch mit der Auslegung hielt er sich nicht lange auf: Um Frucht zu bringen, seien tiefe Wurzeln nötig, etwa das Bibellesen, erklärte er. Dass Bibellesen wichtig ist, dürfte fast jeder christliche Jugendliche wissen. Aber was hilft, wenn man – wie so viele – gerade keinen Bock drauf hat?

„Gott ist verknallt in dich“ Mitunter gab es auch irritierende Vulgärtheologie: „Gott ist verknallt in dich“, behauptete eine Rednerin. Das klingt spritzig, aber ist es angemessen? Ein anderer Redner sprach von einer „großen Erweckung“, die in Europa bevorstehe. Oder auch: „Gott will dich

ideaSpektrum 23.2013

Der Evangelist Torsten Hebel aus Berlin in Aktion

gebrauchen, um die Welt zu verändern.“ Muss es denn immer gleich die Welt sein? Geht es nicht auch etwas kleiner? Vielleicht reicht es ja für den Anfang, in der eigenen Familie oder Schulklasse mit Veränderungen zu beginnen.

Der Student, der mit seiner Freundin schlief Natürlich gab es auch richtig gute Stories: Mitten in der Nacht erhält ein Jugendleiter einen Anruf. Ein Student beichtet, er habe mit seiner Freundin geschlafen. Der Jugendleiter verabredet sich mit ihm zum Frühstück und hält ihm eine Bußrede. Da sagt der Student: „Ich habe gar nicht mit meiner Freundin geschlafen. Ich wollte nur mal sehen, wie du reagieren würdest.“ Schöne Geschichte und ein Thema, das alle interessiert! Leider war es mit dieser Anekdote auch schon wieder beendet. Was Willow Creek Jugendleitern in dieser Situation rät, war leider nicht zu erfahren.

Ein Wortakrobat erobert das Internet Gewünscht hätte ich mir weniger Klamauk und mehr Tiefgang. Aber kann man Jugendlichen heiligen Ernst überhaupt zumuten? Es geht! Stark war zum Beispiel die Rollenpredigt des WillowCreek-Leiters für Geistliches Wachstum, Shane Farmer. Er schlüpfte in die Schuhe des Apostels Paulus und erzählte, wie sich sein Leben radikal veränderte, nachdem er Christ wurde. Ebenso stark der Auftritt des US-Evangelisten Jefferson Bethke (Seattle), der das Gleichnis von den verlorenen Söhnen (Lukas 15,11–32) auslegte. Der rebellische und der religiöse Bruder – beide sind auf die Gnade des Vaters angewiesen. Als Wortakrobat bekannt wurde Bethke mit einem YouTube-Clip: Sein Video „Warum ich Religion hasse, aber Jesus liebe“ wurde im Internet 25 Millionen Mal angeklickt. Beim Jugendkongress präsentierte Bethke noch einmal den vier Minuten langen Hochtempo-Vortrag. Er sprach so schnell, dass es schon auf Englisch nur mit Mühe zu verstehen ist. Und die deutschen Untertitel waren so schnell weg, dass Moderator Hebel schon vorab empfahl, auf das Mitlesen zu verzichten und sich stattdessen „auf den Prozess einzulassen“. Ein schöner Satz von Bethke blieb dennoch hängen: „Wenn Gnade Wasser wäre, sollte die Kirche ein Ozean sein.“ P facebook.com/willowcreek.de?fref=ts b


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Was passiert mit den Nichtchristen? GLAUBENSBEKENNTNIS Nach dem Neuen Testament entscheidet sich allein an der Beziehung zu Jesus Christus, ob ich in den Himmel komme oder nicht. Dann aber stellt sich die Frage: Was ist sowohl mit den vielen Menschen, die vor Christus gelebt haben, als auch mit den Milliarden, die seit seiner Himmelfahrt vor 2.000 Jahren nicht die Möglichkeit hatten, sich für ihn zu entscheiden? Dazu nimmt im Rahmen der idea-Serie über das in vielen Gottesdiensten bekannte Apostolische Glaubensbekenntnis Pastor Klaus Jürgen Diehl (Wetter/Ruhr) Stellung. Sonntag für Sonntag bekennen Christen gemeinsam im Gottesdienst ihren Glauben. Dabei ist für viele eine Passage des Credo fremd und unverständlich geblieben: „hinabgestiegen in das Reich des Todes“ – oder in der früheren Version: „niedergefahren zur Hölle“. Da ist es wenig tröstlich, dass sich selbst in den Erklärungen des Kleinen Katechismus Martin Luthers (1483– 1546), der vielen vom Konfirmandenunterricht noch vertraut ist, nicht der kleinste erläuternde Hinweis auf diese Aussage des Apostolischen Glaubensbekenntnisses findet. Erstaunlicherweise gibt es in dem umfangreichen Werk des Wittenberger Reformators nur einen einzigen Text – nämlich eine im Jahr 1533 in Torgau gehaltene Predigt – in dem er näher auf die „Höllenfahrt Christi“ eingeht. In dieser Predigt warnt Luther vor theologisch spitzfindigen Disputen darüber, was sich wohl im Einzelnen nach dem Tode Jesu und seinem Begräbnis in der sogenannten „Höllenfahrt“ ereignet habe. Stattdessen empfiehlt er, sich an die darin enthaltene Kernbotschaft zu halten, nämlich „dass Christus der Höllen Gewalt zerstöret und dem Teufel alle seine Macht genommen habe“. Und er fährt fort: „Wenn ich das habe, so habe ich den rechten Kern und Verstand davon und soll nicht weiter fragen noch klüglen, wie es zugegangen oder möglich sei.“ Auch die Diskussionen unter luthe-

Nachdenkenswerte Zitate „Nicht nur die Lebenden und die, die noch ins Leben treten, werden einbezogen in den Sieg über den Tod, sondern auch diejenigen, die bereits in das Dunkel des Todes eingegangen sind; auch sie erreicht das Licht des neuen Lebens. Der Welt des Todes ist die Macht genommen.“ Wolfgang Huber, evangelischer Altbischof „Es muss niemand an das ‚Niedergefahren zur Hölle‘ (so die frühere Formulierung im Glaubensbekenntnis) glauben, wohl aber dürfen wir uns öffnen für die umfassende Wahrheitsschau, dass wir im Reich des Lebens und im Reich des Todes gleichermaßen mit der Gegenwart Christi rechnen dürfen. Adolf Köberle (1898–1990), evangelischer Theologe „Die Lehre vom Hinabfahren in das Totenreich bedeutet eine Bewahrung der kostbaren Wahrheit, dass keiner, der je gelebt hat, Jesus nicht sehen wird und dass Gott allen die Erlösung anbietet.“ William Barclay (1907–1978), schottischer Theologieprofessor

rischen Theologen nach dem Tode des Reformators brachten keine weitere Klarheit, sondern bestätigten nur die vorhandenen Meinungsverschiedenheiten zu diesem Thema.

Warum ist Jesus in die Hölle gefahren? Ist diese Passage des Glaubensbekenntnisses daher für den Glauben verzichtbar – oder doch zumindest zu vernachlässigen? Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, ob und in welchem Maße sich dieser Teil des Credo biblisch begründen lässt. Schließlich ist Schriftgemäßheit das entscheidende Kriterium evangelischen Glaubens. Dabei stoßen wir auf zwei Texte aus dem 1. Petrusbrief, die seltsamerweise in der zitierten Torgauer Predigt Luthers mit keinem Wort erwähnt werden. In 1. Petrus 3,19 lesen wir, dass Christus nach seinem Tode im Geiste hingegangen ist und „den Geistern im Gefängnis gepredigt“ habe. Wenig später heißt es: „Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündet, … dass sie das Leben haben im Geist“ (4,6). Nicht von einer Höllenfahrt ist hier demnach die Rede, sondern davon, dass Christus nach seinem gewaltsamen Tod am Kreuz in das Totenreich hinabgestiegen ist, um den dort eingeschlossenen Verstorbenen das Evangelium zu verkündigen. Natürlich wirft eine solche Aussage jede Menge neuer Fragen auf: Sind also die Toten nicht wirklich tot, wenn sie offensichtlich das Evangelium hören und sich dazu verhalten können? Und wie kann Christus, wenn er selbst doch tot und begraben ist, dann noch unter den Toten wirksam werden? Zugegeben: Auf diese Fragen gibt es wohl keine intellektuell befriedigende Antwort. Hier sind wir auch heute nicht klüger als Martin Luther, der bescheiden rät: „Wenn man dich fragt von diesem Artikel, wie es zugegangen sei, dann sag' nur ganz einfältig: Das weiß ich auch nicht … Aber grob kann ich dir's wohl malen und in ein Bild fassen.“

Das Totenreich Immerhin lassen einige biblische Aussagen erkennen, dass mit dem Totenreich (im hebräischen Alten Testament: Scheol; im griechischen Neuen Testament: Hades) ein unter der Erde lokalisierter Ort gemeint ist, an dem die Toten eine Art Schattenexistenz führen – fernab von Gott und seiner Schöpfung. Darum bereitet den Frommen der Gedanke, ideaSpektrum 23.2013


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durch diesen kleinen Halbsatz „hinabgestiegen in das Reich des Todes“ auch noch einmal die für viele anstößige Wahrheit bekräftigt, dass sich an der Stellung zu Jesus das Schicksal der Menschen aller Zeiten entscheidet. Es gibt keinen weiteren Heilsweg vor, neben oder nach Christus. Wenn Jesus nach seinem Tode selbst den „Geistern im Gefängnis“ predigt, dann unterstreicht das nur, dass auch sie – wie religiös sie auch immer in ihrem Leben gewesen sein mögen – zu ihrem Heil Jesus brauchen und niemand und nichts sonst sie aus dem Kerker des Todes und der Verlorenheit befreien und retten kann.

Gottes Gerechtigkeit

Die Höllenfahrt Christi, wie sie sich der Künstler Max Klinger (1857– 1920) in seiner Radierung vorstellte

nach dem Tode für immer von Gott getrennt zu sein, große Not (vgl. Psalm 88; 115,17). Auf der anderen Seite lassen sich im Alten Testament auch Aussagen finden, dass Gottes Arm bis ins Totenreich hinunterreicht und auch die Scheol darum seinem Machtbereich keineswegs entzogen ist (Amos 9,2; Psalm 139,8). Allerdings deutet sich im Alten Testament die Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben erst zaghaft an, ohne schon zur festen Gewissheit im Glauben Israels zu werden (etwa Jesaja 26,19; Daniel 12,2).

Foto: akg-images

Eine Glaubenschance selbst für die Toten Zurück zu den Aussagen aus dem 1. Petrusbrief. Auch wenn diese Texte unsere Vorstellungskraft übersteigen, so enthalten sie doch tiefe Wahrheiten, durch die unser Vertrauen in Gottes grenzenlose Güte und Gerechtigkeit gestärkt werden kann. So beinhaltet diese knappe Passage „hinabgestiegen in das Reich des Todes“ die Antwort auf eine der brennenden Fragen, die der christliche Glaube aufwirft: Was wird aus den Menschen, die gelebt haben, bevor Jesus Christus in die Welt gekommen ist? Und was wird aus all denen, die trotz vielfältiger missionarischer Anstrengungen der Kirche Jesu Christi zu ihren Lebzeiten nie die Möglichkeit hatten, die frohe Botschaft von der Gnade zu hören? Sind sie für immer verloren und von Gottes Heil ausgeschlossen? Die Antwort heißt nein, denn Gott erreicht auch Menschen jenseits der Todesgrenze noch mit dem Evangelium und gibt ihnen damit die Chance, sich für Jesus zu entscheiden. Damit wird keine Allversöhnung theologisch durch die Hintertür legitimiert, wohl aber Gottes universaler Heilswille für die Menschheit aller Zeiten eindrücklich unterstrichen. Niemand muss für immer verloren gehen, selbst wenn er in seinem irdischen Leben nie die Chance hatte, Jesus als den von Gott gesandten Messias kennenzulernen und ihm zu vertrauen. Zugleich wird

ideaSpektrum 23.2013

Nein, es geht bei der Aussage „hinabgestiegen in das Reich des Todes“ nicht um eine blutleere dogmatische Formel, sondern um die den Glauben stärkende Wahrheit, dass Gott über alles menschliche Verstehen hinaus gütig und gerecht ist. Er gibt den Menschen aller Zeiten auch jenseits ihres Todes noch die Möglichkeit, sich für Jesus zu entscheiden. Er lässt ihnen so Gerechtigkeit widerfahren, wenn ihnen während ihres irdischen Lebens diese Chance versagt blieb. Zugleich empfinde ich dies als einen Trost und eine Entlastung angesichts aller letztlich doch nur unzureichenden missionarischen Bemühungen, den Namen Jesus unter allen Menschen bekanntzumachen. Wie gut, dass Gottes Wirken nicht auf die oft recht kümmerliche Mission seiner Kirche begrenzt ist! Gott hat eben immer noch mehr Mittel und Möglichkeiten, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, auch wenn wir längst an unsere Grenzen stoßen oder versagen. P

Was die Bibel dazu sagt „Wende dich, HERR, und errette mich, hilf mir um deiner Güte willen! Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; wer wird dir bei den Toten danken?“ (Psalm 6,5 und 6). „Wirst du an den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken?“ (Psalm 88,11). „Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir“ (Psalm 139,8 und 5). „In ihm (d. h. im Geist) ist Jesus auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, die einst ungehorsam waren, als Gott harrte und Geduld hatte zur Zeit Noahs, als man die Arche baute“ (1. Petrus 3,19 und 20). „Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben nach dem Geist“ (1. Petrus 4,6). „Der erhöhte Christus zum Seher Johannes: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle“ (Offenbarung des Johannes 1,17 und 18)


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P RO & KON T R A

Muslime in evangelischen Kindergärten? DIAKONIE Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, sorgt

Mitarbeiter aus anderen Religionen können das christliche Profil sogar noch stärken.

Volker Jung (Darmstadt) ist Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Wir leben in einer Welt, die immer mehr zusammenwächst. In ihr kommen sich Kulturen und Religionen deshalb auch immer näher. In unseren Kindertagesstätten erleben wir das jeden Tag hautnah. Von den 40.000 Kindern, die die Kitas der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau besuchen, ist heute weit weniger als die Hälfte evangelisch. Wir müssen sie und ihren Glauben ernst nehmen. Und wir müssen ernsthaft darüber nachdenken, Kirche und Diakonie ganz bewusst für Mitarbeitende aus anderen Religionen zu öffnen. Unsere Einrichtungen können so zu Vorbildern werden: Hier wird Zusammenleben über Glaubensgrenzen hinweg täglich eingeübt. Menschen aus anderen Religionen können dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Natürlich bleibt die Grundprägung der Einrichtung evangelisch, und mitarbeiten kann nur, wer die Grundprägung in ihren Zielen bejaht. Interreligiöse Kompetenz

durch Mitarbeitende aus anderen Religionen schwächen dabei nicht das evangelische Profil, sondern sind Ausdruck dieses Profils. Schon jetzt sind vor allem in vielen diakonischen Einrichtungen Menschen nicht-christlichen Glaubens beschäftigt. Im Sinne eines guten Verständnisses von Toleranz geht es darum, sie nicht nur zu dulden, weil man keine Christen gefunden hat. Es geht darum, sie zu akzeptieren. Aus einer „Kirche für andere“ kann so eine respektvolle „Kirche mit anderen“ werden. In der Ökumene wird dies von vielen Kirchen genau so gelebt. Ich war gerade zu einem Besuch unserer Partnerdiözese in Amritsar in Indien. Dort ist es so, dass an den Schulen der Diözese Muslime beschäftigt sind. Und der Büroleiter des Bischofs ist seit vielen Jahren ein Sikh. Ich wünsche mir eine Kirche, die auch in den eigenen Strukturen etwas von Gottes Einladung an alle Menschen abbildet und erfahrbar macht. P

Wo „evangelisch“ draufsteht, muss auch „evangelisch“ drin sein. Wie soll das mit Muslimen gehen?

Wolfgang Stock (Woltersdorf in Brandenburg) ist Co-Leiter der Verbandsgruppe christlicher Kindertagesstätten im Verband evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS).

PRO

KONTRA

Wo „evangelisch“ draufsteht, muss auch „evangelisch“ drin sein! Denn eine Kindertagesstätte wird entscheidend durch ihre Erzieherinnen geprägt – sie sind die Vorbilder, sie prägen die ihnen anvertrauten Kleinkinder durch ihr Rollenverhalten. Nicht Reden, sondern Vorleben zählt in diesem Lebensalter. Da kommt es auf jede einzelne Beziehungserzieherin für jedes einzelne Kind an und auf die erlebbare christliche Dienstgemeinschaft als Ganzes. Wie soll das mit muslimischen Erzieherinnen gehen? Wer so argumentiert, scheint nicht wirklich zu wissen, wie Krippe und Kindergarten funktionieren. Eltern, die ihr Kind in einer „evangelischen“ Kita anmelden, erwarten Christen als Erzieher. Und sie erwarten die gute Nachricht von Jesus, Beten vor dem Essen und christliche Lieder. Sie erwarten, dass das Kirchenjahr ge-

meinsam und bewusst gelebt wird, auch in gemeinsam gestalteten evangelischen Gottesdiensten. Der Vorstoß aus Hessen-Nassau scheint sehr von der Sorge der Landeskirchen getrieben, dass sie keine christlichen Mitarbeiterinnen fi nden. Aber dieses Problem löst man gerade nicht durch die Aufgabe seines Alleinstellungsmerkmals. Freie evangelische Träger mit einem klaren christlichen Profil haben jedenfalls kaum Personalprobleme! Natürlich gehört es auch zum Christsein, sich für den anderen zu interessieren und Austausch zu pflegen. Für eine weltoffene christliche Kita heißt das, intensiven Austausch mit der kommunalen oder muslimischen Kita in der Nachbarschaft zu betreiben. Aber das von einer fröhlichentschiedenen evangelischen Perspektive aus, die vom ganzen Kita-Team getragen wird. P

Fotos: Rolf Oeser, Kloess

mit seiner Anregung für Aufsehen, in Kindertagesstätten (sowie in der Diakonie) auch Muslime zu beschäftigen. Bisher müssen Beschäftigte in evangelischen Einrichtungen in der Regel einer Kirche angehören. Sollen also evangelische Kindergärten auch Muslime beschäftigen?

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DI E K LE I N E K A NZ E L

» Du sollst nichts Unwahres über deinen Mitmenschen sagen. «

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Pastor René Winkler ist Direktor des größten pietistischen Werkes im deutschsprachigen Europa: der Pilgermission St. Chrischona (Bettingen bei Basel).

Aus dem 2. Buch Mose 20,16

Foto: privat

Mein Rat: Zweifle richtig gut! Wer im richtigen Moment zweifelt, tut andern gut, baut sie auf, sichert ihnen Freiheit, schützt Beziehungen, spart Energie, hält die Umwelt sauber und sein eigenes Herz auch. Es gibt zu wenige Christen, die gut zweifeln! Viele glauben gerne schlechten Neuigkeiten. Einen bösen Verdacht nehmen sie sich liebend gern zu Herzen. Und hören sie jemanden munkeln, ist manche Schwerhörigkeit für Augenblicke nicht so schwer. Uns Menschen liegt das Schlechte gut. Mit dem Guten tun wir uns zuweilen schwerer. Und definitiv schwer haben es alle, über die wir schlechte Neuigkeiten und Verdächtigungen entgegennehmen. Sie laufen immer häufiger gegen eine unsichtbare Wand. Sie sehen nicht, was ihr Leben schwerer macht, aber sie spüren es auf Schritt und Tritt. Uns liegt das Schlechte gut. Aber es tut nicht gut! Das weiß

Gott. Er sagte deshalb nicht deutsch, aber deutlich: Sag nichts Unwahres über deinen Nächsten! Mein Rat: Zweifle richtig gut! Wann immer du etwas Schlechtes über einen andern hörst: Zweifle daran, dass du es richtig verstanden hast. Zweifle, dass du genug weißt. Zweifle an deinem Urteilsvermögen. Und wenn du keinen Grund zum Zweifeln hast, dann such dir einen! Denke an Gott! Er ist dein Herr. Er als Schöpfer aller Menschen wird sie letztlich beurteilen. Du kannst ohne Nachteile die Finger davon lassen. Denke an dich! Gott hat dich mit einer Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Güte ausgestattet. Wann immer du darüber nachdenkst, was du dir von andern Menschen wünschst, weißt du augenblicklich, was für andere ein Segen ist (vgl. das Matthäusevangelium 7,12). P

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«Mein Beruf fordert mich. Da brauche ich auch ‹good news›. Deshalb lese ich ‹ idea Spektrum ›.» 23.2013

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PORTRÄT

Die Krankheit mit den tausend Gesichtern MULTIPLE SKLEROSE Wie Christen mit ihr leben

Gott meint es trotzdem gut Mitgründerin des MS-Netzwerks ist die Pastorin Andrea Schneider (Oldenburg). Die 57-jährige Rundfunkbeauftragte der Vereinigung Evangelischer Freikirchen bekam die Diagnose vor 12 Jahren und ist inzwischen stark gehbehindert. Ihre Gefühlswelt beschreibt sie zwischen „gelassen und genervt, aber zuversichtlich“. Der Glaube an Jesus sei ihr besonders wichtig: „Ich weiß, dass Gott es trotz allem gut mit mir meint.“ Sie sieht auch darin Gottes Handeln, dass es inzwischen wirksame Medikamente gibt. Im Alltag als Pastorin ist sie oft Ansprechpartnerin von MS-Erkrankten. Ihre Erfahrungen hat sie im Buch „Eigentlich kerngesund – mit Hindernissen leben“ zusammengefasst.

Ich habe ein Abkommen mit Gott geschlossen Seit über 30 Jahren leidet Christine Schollmeier – Majorin der Heilsarmee in Hamburg – an MS. Sie hat nach der Diagnose eine Art Abkommen mit Gott getroffen: Wenn er es ermögliche, wolle sie ihr ganzes Arbeitsleben in den Dienst der Heilsarmee stellen. Mit Unterstützung ihrer

Andrea Schneider

Christine Schollmeier

Matthias Bender

Freikirche habe sie das geschafft. In 4 Monaten erreicht sie das Rentenalter. Im Blick auf die unterschiedliche Ausprägung von MS spricht Schollmeier von der „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“: „Wenn jemandem die Kaffeekanne aus den Händen fällt, ist das nicht gleich Schusseligkeit.“ Andere kämpften damit, Sätze zu formulieren, oder mit Müdigkeitsattacken. Die Krankheit verschlimmere sich schubweise. Wie sie fortschreite, wisse niemand. Betroffenen empfiehlt Schollmeier einen offenen Umgang mit der Krankheit. Nur wenn das Umfeld Bescheid wisse, könne es Rücksicht nehmen. Schollmeier ist sich sicher, dass Gott MS heilen kann: „Aber bei mir bin ich überzeugt, dass er nicht heilen wird.“ Nach ihren Worten können Gemeinden Betroffenen und auch allen Gehbehinderten schon mit einfachen Mitteln helfen, indem sie beispielsweise an jeder Treppenstufe ein Geländer anbringen.

Trotz Krankheit im CVJM-Sport aktiv Mit seiner Krankheit arrangiert hat sich auch Matthias Bender aus dem mittelhessischen Ehringshausen. Vor 14 Jahren tauchte der Verdacht auf, er könnte einen Hirntumor oder MS haben oder an den Folgen eines Zeckenbisses leiden. Als Erstes ging er zur Beichte zu einem Freund, um in seinem Leben „klar Schiff“ zu machen. Die Diagnose „MS“ erwies sich als das kleinere Übel, zumal er nur 2 Krankheitsschübe erlebte. Eine Teilzeitarbeit ermöglicht ihm auch ein ehrenamtliches Engagement als stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises für Sport im CVJM-Gesamtverband. Ein selbstverständlicherer Umgang mit behinderten Menschen gelinge im Sport häufig besser als in christlichen Gemeinden. P b Christliches MS-Netzwerk andrea.wiedner@gmx.de • 05221 176262

Fotos: PR, Heilsarmee, idea / Weiß

Allein in Deutschland leiden nach Schätzungen rund 120.000 Menschen unter Multipler Sklerose (MS) – einer als unheilbar geltenden entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems; weltweit sind es etwa 2,5 Millionen. Seit 11 Jahren besteht das Christliche Multiple Sklerose Netzwerk, in dem sich rund 300 erkrankte Christen und ihre Angehörigen zusammenfinden. Vorsitzende ist die selbst an MS leidende Medizinerin Andrea Wiedner (Herford). Wie sie idea mitteilte, ist den Betroffenen der Austausch mit Anfragen, Tipps und Gebetsanliegen wichtig. Nach der ersten Diagnose kämpften Christen wie alle anderen Patienten mit Enttäuschung, Wut, Verzweiflung, Trauer und Ohnmacht. Doch in dieser Situation zeige sich auch die Stärke des Glaubens. Christen dürften Gott ihren Kummer klagen und erleben, „dass er hört, dass er da ist, dass er Halt und neue Kraft gibt“.

DAS WORT DER WOCHE » Das Evangelium ist nicht immer bequem, auch nicht für mich. Ich rede, wo es sein muss, sei es gelegen oder ungelegen. Es geht um die Botschaft, nicht um den Boten. Und da bin ich manchmal ganz verzweifelt. Denn aus meinen Predigten wird in manchen Zeitungen nie die Glaubensbotschaft zitiert. « Joachim Kardinal Meisner (Köln) in einem Interview der „Stuttgarter Zeitung“ 23.2013

Idea Spektrum Schweiz 23/2013  

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt mit Fokus auf die Schweiz und Deutschland.