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44 31. Oktober 2012

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt

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Die Zehn Gebote für Manager Warum der Weg in die Zukunft über die Entdeckung alter Werte führt. Seite 4

7 Mission: SMG-Leiter Roman Jösler über Veränderungen und Chancen

12 Wohnen: In Riehen und Holziken

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leben Alt und Jung unter einem Dach

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8 150 Jahre: Die Stadtmission Zürich 18 Kirche: Welche Reformen auf dem 9 Osthilfe: «Licht im Osten» bringt viel Wärme, Essen und Bibeln

Weg in die Zukunft heute nötig sind

24 Glaubensserie: Was ist aus der

Gottesebenbildlichkeit geworden?

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G A S T KOM M E N TA R

Erleben, was Gnade ist! Am kommenden Sonntag feiern wir in der Schweiz den Reformations­ tag. Kann ein Ereignis vor 500 Jahren relevant sein für Menschen des 21. Jahrhunderts? Ja! Die Reformatoren stellten eine zentrale neutestamentliche Lehre wieder auf den Leuchter: die Gnade Gottes. Sola gratia – allein aus Gnade wird der Mensch gerettet. Das war die Erfahrung von Martin Luther und wurde zu einer der grossen Säulen der reformatorischen Theologie. Doch wie sieht das heute aus? Haben wir wirklich begriffen, was die Gnade Gottes bedeutet? Der amerikanische Seelsorger David Seamands schrieb in einem seiner Bücher: «Vor vielen Jahren kam ich zu der Erkenntnis, dass es zwei Hauptgründe für die meisten emotionalen Probleme bei Christen gibt: Einmal das Versagen, Gottes unbedingte Gnade und Vergebung zu verstehen, zu empfangen und auszuleben; und zum Zweiten das Versagen, diese bedingungslose Lie­ be, Vergebung und Gnade auch weiterzugeben. Wir lesen, wir hören, wir glauben an eine gute Theologie der Gnade. Aber wir leben nicht danach. Die gute Nachricht des Evangeliums der Gnade hat unsere Gefühlsebene nicht erreicht.» Das ist auch meine Erfahrung. Die meisten Christen können Gottes Gnade zwar theoretisch erklären, doch in ihrem Leben scheint sie kaum Auswirkungen zu haben. Die Botschaft von der Gnade hat unser Herz nicht erreicht. Gott agiert weiterhin wie ein kleinlicher Buchhalter, der genau Buch führt über unsere Fehler und Erfolge. Warum tun wir Christen uns oft so schwer darin, Gott und unseren Nächsten zu lieben? Weil wir uns selbst nicht geliebt fühlen! Weil wir Gottes unverdiente Gnade und vergebende Liebe noch nicht wirklich erfahren haben! Der Schalksknecht im Gleichnis ging deshalb mit sei­ nem Mitknecht so erbarmungslos um, weil sein Herz von der unglaub­ lichen Grösse der Gnade und Vergebung, die sein Herr ihm gewährte, unberührt geblieben war. Und wir? Gehen wir manchmal nicht auch hart, kleinlich und unversöhnlich mit dem Nächsten um? Doch Gott schenkt uns seine Gnade, egal, was wir getan haben. Wir kommen zu ihm – schmutzig, zerschlagen und verwundet. Er vergibt, nimmt uns so an, wie wir sind und zeigt uns, dass er uns unendlich lieb hat. Diese Gnade hat mich wieder in die Nähe Gottes getrieben und ich be­ gann ihn zu lieben. Das Leben mit und für Gott war so keine fromme Pflichterfüllung mehr, sondern etwas Beglückendes. Wenn ich heute die Bibel lese, fühle ich mich nicht mehr von Gott verurteilt. Wenn ich heu­ te bete, wird es mir warm ums Herz und ich weiss mich als Kind Gottes geliebt. Auch mein Umgang mit anderen Menschen wird zunehmend von Güte und Barmherzigkeit bestimmt. Und weil Gott mich trotz all meiner Fehler und Charakterschwächen bedingungslos liebt, kann ich mich selbst annehmen. So gebrauche ich meine Energie nicht mehr da­ für, Gott und den Menschen zu beweisen, dass ich wertvoll, wichtig und liebenswert bin. Gott liebt mich. Nicht, weil er etwas von mir haben will. Nicht, weil ich etwas Besonderes geleistet hätte. Gnade ist gratis, umsonst, ist Geschenk. Genau wie die Liebe.

BiBlisch Ein Lieblingsbibelwort von Raphael Lanz, Stadtpräsident von Thun

«Du, herr, weisest mir den Pfad des lebens.» (Psalm 16,11) «Wir alle sind immer wieder vor schwierige Entscheidungen gestellt, sei es im Beruf oder auch im privaten Umfeld. Manchmal ist die ‹richtige› Entscheidung offensichtlich und leicht zu treffen. Manchmal ist das aber auch gar nicht der Fall und wir tun uns schwer damit. Der obige Vers ist mein Taufspruch. Der Gedanke, dass Gott den Weg weist, ist mir eine Hilfe, wenn ich vor schwierigen Entscheidungen stehe. Während dem sorgfältigen Abwägen von Für und Wider bewirkt er, dass ich Zuversicht habe, Optimismus, Lebensmut und den Glauben daran, dass es ‹schon gut kommt› – kurz gesagt: Gottvertrauen eben.»

Wörtlich

«ich habe schon an verschiedenen Veranstaltungen mit vermeintlichen Jenseitskontakten teilgenommen. Wenn ich dabei bin, machen die Geister offenbar Pause. (…) Wir hören in unserer Beratungsarbeit leider nicht selten von Menschen, die Zehntausende von Franken für Jenseitskontakte ausgegeben haben.» Das sagte der Sektenforscher Georg Otto Schmid in der «Sonntagszeitung» – und auch, dass immer mehr Menschen durch Spiritismus zum Jenseits Kontakt suchten.

JÜRGEN NEIDHART Der Autor ist Pfarrer der Evangelischen Kirchgemeinde Sitterdorf-Zihlschlacht TG

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Bilder: fotolia.com/Val Thoermer (Titelseite); zvg (Seite 3)

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BR E N N P U N K T

«Die Zehn Gebote, langfristig eine Erfolgsgarantie» GESCHÄFT UND GEBOTE In seinem Buch «Die Zehn Gebote für Unternehmer» zeigt der Unternehmensberater

Mario Brühlmann, dass biblische Werte durchaus mit dem modernen Geschäftsleben vereinbar sind. Und nicht nur das: Gelebte Werte wirken sich entscheidend auf das Firmenklima und den Erfolg eines Unternehmers aus.

«idea Spektrum»: Herr Brühlmann, es gibt viele Wertvorstellungen. Warum orientieren Sie sich in Ihrem Buch gerade an den Zehn Geboten? Mario Brühlmann: Die Zehn Gebo­

te zeichnen sich durch eine un­ glaubliche Einfachheit aus. Nur schon die Kürze und die Kon­ zentration auf das Wesentliche sind einmalig. Dabei enthalten sie einen wichtigen Mix zwischen Verhaltensregeln und Beziehung. In den ersten drei Geboten geht es ja um Beziehung. Es ist zentral, alles aus der richtigen Beziehung heraus zu tun. Wenn das nicht stimmt, kann man den Rest auch vergessen.

Lässt sich das Geschäftsleben überhaupt mit den biblischen Geboten vereinbaren?

Ein Unternehmen muss natürlich Profit machen. Wir leben aber in einer Zeit, in der viele Menschen Sklaven des Geldes geworden sind. Die Frage ist: Können wir mit Erfolg umgehen, oder sind wir versklavt? Vor 20 Jahren kam das Shareholder­Value­Denken aus den USA. Es bedeutet: wir unterwerfen alles dem Profit. Das führt in die Irre.

Gibt es nach den wirtschaftlichen Problemen der letzten Jahre eine Tendenz zu mehr Werten in der Wirtschaft?

Topthema. Die theoretische Dis­ kussion über Werte ist immer modern. Das praktische Leben von Werten ist aber etwas sehr Individuelles. Es kommt immer auf die verantwortlichen Perso­ nen an. In der Praxis geht es meist bis zu dem Punkt, wo es weh tut. Für viele liegt hier die Grenze. Dabei fängt die Frage nach den Werten gerade dann an, wenn es schmerzt. Das «Shareholder­Value» ist ein falscher Umgang mit Werten. In

chenschaft ablegen? Wer ist der andere oder wer ist Gott, dass ich vor ihm Rechenschaft ablegen müsste? Stolz und Gier hindern oft die Umsetzung von Werten.

Kann man mit biblischen Werten erfolgreich sein?

Kurzfristig kann man ohne jeg­ liche Werte und Gebote sehr er­ folgreich sein. Langfristig ist das jedoch nicht möglich. Viele Ma­ nager leiden an einem Burnout. Erfolg ist etwas Ganzheitliches.

«Gottvertrauen kommt nicht am Schluss, sondern am Anfang. Dort, wo Strategien entwickelt werden, ist das Gottvertrauen ganz besonders wichtig.» grossen Firmen ist das ausgepräg­ ter, als in kleinen und mittelstän­ dischen Unternehmen. In Gross­ konzernen bestimmen sehr viele Faktoren mit, die es schwierig ma­ chen, Werte umzusetzen. Aber auch ein Konzernleiter sollte und kann sich an den Zehn Geboten orientieren.

Wo liegen die grössten Hindernisse in der Umsetzung von Werten?

Dazu gehört nicht nur Geld, son­ dern auch Lebensqualität und Freude. Menschen, die sich nur über den Gewinn definieren, geht die Freude am Einfachen verlo­ ren. Wenn wir uns an die Zehn Gebote halten, ist das langfristig eine Garantie für Erfolg. Dabei ist aber noch nicht definiert, wie der Erfolg aussieht.

Wenn es nicht der Profit ist, was kann einen Unternehmer sonst noch motivieren?

In der Theorie sind Werte ein

Sich mit Werten auseinander zu setzen, bedeutet Verantwortung zu übernehmen und Rechen­ schaft abzulegen. Hier setzt oft der Stolz ein. Warum soll ich Re­

Zur Person

Das Buch: «Die Zehn Gebote für Unternehmer»

Mario Brühlmann, geb. 1951, verheiratet, zwei Kinder, ist ein international tätiger Unternehmensberater und Trainer von Führungskräften. 2009 gründete er «Swiss Create», den Non-Profitbereich der Swiss Consulting Group. Brühlmann ist spezialisiert auf den Aufbau von Förderungskonzepten für kleine und mittlere Unternehmen, insbesondere in Schwellenund Entwicklungsländern. Er war an über 1000 Firmengründungen und -erweiterungen in der Schweiz, in Osteuropa und Asien beteiligt. Bilder: zvg

Die Idee zu dem Buch kam Mario Brühlmann während einer Predigt im Gottesdienst. «Wenn es möglich ist, mit zehn Geboten ein ganzes Volk zu führen, dann sollte das auch für eine Firma möglich sein», war der Gedanke. Er ist überzeugt: «Viele Themen aus der Wirtschaft kann man sehr einfach mit den Geboten verbinden.» Dementsprechend verwebt das Buch systematisch die Gedanken der Zehn Gebote mit allgemeinverständlichen, betriebswirtschaftlichen Ausführungen. Mario

Der Gewinn ist wichtig, das ist ganz klar. Wir müssen Gewinn machen. Die Frage ist, was ma­

Brühlmann zum Buch: «Der Untertitel ‹für Unternehmer› kann etwas irreführend sein. Es geht allgemein um unternehmerisch denkende Leute, die Verantwortung tragen. Das Buch ist auch für Gemeindeleiter geeignet und hilft unternehmerisches Denken besser verstehen zu lernen.»

chen wir mit dem Gewinn? Ste­ cke ich ihn ein einfach ein, oder brauche ich ihn, um etwas Ge­ scheites zu bewirken? Man kann Armut bekämpfen, Arbeitsplätze schaffen, ein gutes Produkt ent­ wickeln, Lösungen suchen für vorhandene Probleme, etwa öko­ logische. Probleme lösen schenkt Befriedigung.

Kann Gottvertrauen im Geschäfts­ leben einen Platz haben?

Wenn das Gebet nur am Schluss noch kommt, ist das schlecht. Wir müssen aus dem Vertrauen leben. Wer aus dem Vertrauen und dem Gebet zu Gott lebt, hat Zugang zu Ressourcen, die andere nicht haben. Gottver­ trauen kann zu neuen Ideen und neuen Gedanken führen. Es gibt Inspiration. Die Hand Gottes greift ganz praktisch in das Ge­ schäftsleben ein. Gott bringt die richtigen Leute zur richtigen Zeit zusammen oder gibt Weisheit bei Entscheidungen. Gottvertrauen kommt nicht am Schluss, son­ dern am Anfang. Dort, wo Stra­ tegien entwickelt werden, ist das Gottvertrauen besonders wichtig.

Stichwort: «Weisheit». Den Begriff brauchen sie auch in Ihrem Buch. Ein Wort, das man wohl an den wenigsten Managerseminaren hört.

Die Bibel gibt der Weisheit grös­ seren Stellenwert als dem Wissen. Weisheit hat mit der Wirkung meiner Entscheidungen zu tun. Wir hatten noch nie so viel Wis­ sen wie heute. Das ist eine Über­ forderung. Meist geht es nur um die Anwendung von Wissen. Kopieren heisst Wissen multipli­ zieren. Neues Schaffen bedingt Weisheit. Wissen ist linear. Weis­ heit vernetzt die Erkenntnisse der Wissenschaft mit geistlichen und emotionalen Erfahrungen.

Wie sozial kann oder sollte ein Unternehmer denken?

Also mit dem Helfersyndrom kann man nicht sozial sein. Es bewirkt, dass man jedem helfen will, aber am Schluss nieman­ dem wirklich weiterhilft. Wenn idea Spektrum 44.2012


BR E N N P U N K T Noch gravierender: Das Fehlen von Werten hat einen negativen Einfluss. Ganz schlimm sind Werte, die zwar auf dem Papier stehen, aber nicht gelebt werden. Das ist tödlich.

In Ihrem Buch schreiben Sie, dass ein Unternehmer überdurch­ schnittlichen Einsatz zeigen muss. Wir verträgt sich das mit den Werten von Ehe und Familie?

Echtes Unternehmertum ver­ langt 120 Prozent Engagement. Das muss aber nicht zwangsläu­ fig zu Lasten der Familie gehen. Die Familie leidet in erster Linie dann, wenn ein Unternehmer vor allem am Geld hängt. Man kann sehr hohes Engagement im Geschäft durchaus mit dem Familienleben verbinden. Natür­

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tige Zusammenarbeit. Diese basiert auf Vertrauen. Das kann man nicht kaufen, man muss es erarbeiten. Der Kunde fällt Entscheidungen aufgrund des gewachsenen Vertrauens. Wenn wir uns Gott anvertrauen, dann fällt es uns leichter, für andere vertrauenswürdig zu wirken. Vertrauen bewirkt eine positive Ausstrahlung, die angenehm und gewinnend ist. Vertrauen wächst durch die Anwendung der Zehn Gebote.

Welche drei Eigenschaften sollte ein Unternehmer mitbringen?

Ein Unternehmer muss Potenzi­ ale sehen. Und zwar in Märkten, in Produkten und in Menschen. Zweitens braucht er den Drang zur Exzellenz. Er muss aus dem

«Ganz schlimm sind Werte, die zwar auf dem Papier stehen, aber nicht gelebt werden. Das ist tödlich.»

wir sozial sein wollen, müssen wir Menschen helfen, sich selbst zu entwickeln. Im Unternehmen braucht es ein Bewusstsein für soziale Verantwortung. Das so­ ziale Wohl im Fokus zu haben, heisst nicht, jeden Arbeitsplatz zu garantieren. Sozial kann heis­ sen, den Menschen etwas zuzu­ muten. Es heisst nicht, alle ihre Probleme zu lösen. Betriebswirt­ schaftlich führt ein Unterneh­ mertum aus rein sozialen Grün­ den zum Fiasko. Wir arbeiten gewinnorientiert, aber so, dass wir es uns erlauben können, ein paar Prozent der Arbeitsplätze für soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen. Das idea Spektrum 44.2012

hat gute Einflüsse in der Firma: Die Mitarbeiter sehen, dass ein menschlicher Geist herrscht.

Wie beeinflussen Werte das Firmenklima?

Mitarbeitermotivation ist ein Dauerthema. Ich bin der Mei­ nung, Mitarbeiter müssen nicht erst gross motiviert werden, sie können selbst denken. Man darf sie nur nicht demotivieren. Wenn Werte zerstört werden, dann wird auch das Wohlbefinden von vie­ len Mitarbeitern beeinträchtigt. Mitarbeiter sind sehr heikel, wenn es um Werte geht. Nur vorgelebte Werte haben positiven Einfluss auf die Mitarbeitermotivation.

lich kann es sein, dass einmal für drei Monate der Job Vorrang hat. Beruf und Familie müssen nicht zu jeder Zeit in einer Balance stehen. Eine gute Ehe hält auch Stresssituationen aus. Die An­ forderungen verteilen sich nicht so schön, dass hier immer eine Ausgeglichenheit herrscht. Der Vorrang im Beruf darf aber kein Dauerzustand sein.

Durchschnitt herausragen wol­ len. Sonst ist es in einer Markt­ wirtschaft nicht möglich, zu überleben. Und das Dritte ist eine bodenständige Professionalität. Er muss Ideen, die verrückt sein können, auf den Boden bringen. Es gibt viele visionäre Typen, die aber nicht erfolgreich sind.

In der Werbung nimmt man es mit der Wahrheit häufig nicht so genau. Wie halten Sie es mit den Werten im Marketing?

Zuerst gratuliere ich ihnen zum Entscheid, Unternehmer zu sein. Das ist eine faszinierende Aufga­ be. Ich empfehle, die Welt der kleinen Kinder zu erforschen. Sie probieren alles. Sie fallen und stehen wieder auf. Hier sind viele unternehmerische Grund­ lagen verpackt: Mit Erfolg und Misserfolg umgehen lernen. Den Durchhaltewillen aufbauen. Es gilt, im richtigen Moment bei den richtigen Leuten Rat zu suchen. Es ist leider nicht so einfach, einen guten Ratgeber zu finden. Die einen sagen nur, was man hören will, andere sehen überall immer nur Grenzen. Ein guter Berater ist jemand, der selber etwas aufgebaut hat. «… An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen». Die Berater müssen selbst diesen Prozess durchgemacht haben und unabhängig sein.

Hier bin ich sehr strikt. Lügen ist nicht erlaubt. Es gibt natürlich Lügen, mit denen man schnell Geld verdienen kann. Wir müs­ sen unser Marketing daran mes­ sen, ob es auch wahr ist. Das braucht mehr Fantasie und An­ strengung, führt aber auch dazu, die Qualität der eigenen Produk­ te zu hinterfragen und sie nicht mit Werbung schönzureden. Professionelle Kommunikation muss nicht unwahr sein.

Welche Rolle spielen Werte wie Treue und Vertrauen?

Vertrauen kann ein exzellentes Marketinginstrument sein. Wir leben in einer Zeit, in der das Misstrauen wächst. Meist lohnt sich letztlich nur eine langzei­

Welche Tipps geben Sie Jung­ unternehmern?

Interview: CHRISTOF BAUERNFEIND


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Tag e ssc h au

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Die Missionsarbeit öffentlich machen

PODIUM

MISSION HEUTE In den Reihen der SMG-Mitarbeitenden zeichnet sich ein Generationen-

Christliche Familie

wechsel ab. Roman Jösler, der Leiter der Schweizerischen Missionsgemeinschaft, stellt sich den Herausforderungen der globalisierten Welt. Es war im Jahr 1949. Die Rufe aus Übersee, die um Schweizer Missionare baten, fanden Gehör. Die Schweizerische MissionsGemeinschaft (SMG) wurde gegründet. Die ersten Missionare waren berufene, willensstarke Pioniere. Sie nahmen oft wochenlange Reisen in abgelegene Weltgegenden auf sich und wussten, dass sie ihre Angehörigen über Jahre hinaus nicht mehr sehen würden. Wenn es gut ging, funktionierte die Briefpost. So konnte alle paar Monate ein Lebenszeichen verschickt werden. 63 Jahre später. Transport- und Kommunikationsmittel machen die Welt zum «Dorf». Die Zeiten der gefährlichen Reisen und langen Vorbereitungen sind mehrheitlich vorbei. Internet, E-Mail und Skype haben die Briefpost abgelöst. Alles ist schneller und kurzfristiger geworden, auch die Entscheidungen für einen Einsatz mit der SMG im Ausland.

Ein globales Netzwerk

Seit zwei Jahren leitet Roman Jösler, 53, die Geschicke der SMG. Zuvor war er im Personalmanagement internationaler Firmen leitend tätig gewesen. Jetzt setzt er seine Fachkompetenz ein, um den Lauf des Evangeliums zu unterstützen. «Das macht Sinn», meint Jösler, «es entspricht meiner innersten Überzeugung.» Ihm gefällt die Arbeit bei der SMG mit ihrer breiten Basis und der grossen Vielfalt an Einsatzorten und Tä-

SMG-Missionsfest

Kommenden Samstag lädt die Schweizerische Missionsgemeinschaft zu ihrem Missionsfest nach Winterthur ein. In Referaten und einer Diskussionsrunde wird das Thema der Mission vielfältig und im heutigen Umfeld dargestellt und betrachtet werden. Themen sind unter anderem: Lokalgemeinde im globalen Umbruch, Aufbrüche in Arabien und in der Mission, Finanzen nach Gottes Plan. www.smgworld.ch idea Spektrum 44.2012

Roman Jösler: «Der Auftrag liegt zunehmend auch vor der Haustüre.»

tigkeiten. Ihr Netzwerk spannt sich über alle Kontinente. Drei Vollzeit- und 9 Teilzeitangestellte halten den Kontakt zu über 90 Partnerorganisationen und begleiten rund 240 Missionare.

Vom Missionar zum Mitarbeiter

Missionare, missionieren? Diese Wörter sind in der Öffentlichkeit negativ besetzt. Glauben soll man dürfen, das Missionieren aber lassen. Wie geht eine Missionsgesellschaft damit um? SMG-Leiter Jösler: «Wir reden heute nicht mehr von ‹Missionaren›, sondern von ‹Mitarbeitenden›, so wie es in einer Firma oder verschiedenen anderen Missionsgesellschaften üblich ist.» Weder Auftrag, noch Motivation hätten sich geändert, wohl aber das Profil des Missionars und das Umfeld. Zurzeit finde eine Art Generationenwechsel unter den Mitarbeitenden statt. Solche, die für Jahrzehnte im Einsatz gestanden haben, kehren jetzt heim oder werden pensioniert. Die entstehenden Lücken gilt es wieder zu füllen. Und zwar mit Menschen, die sich nicht mehr fürs Leben, aber doch für einige Jahre in dieser Aufgabe sehen.

Fachwissen vorausgesetzt

Die Missionstätigkeit bewegt sich heute parallel zum klassischen Gemeindebau vor allem in sozialen, pädagogischen, technischen und berufsbildenden Bereichen. Neben einer theologischen Ausbildung ist deshalb ein solides

berufliches Fachwissen gefragt. Geändert haben sich auch die Einsatzgebiete. Zwar kommen noch immer viele Anfragen aus Südamerika, Afrika und Asien. Aber der Auftrag liegt auch zunehmend «vor der Haustüre». Roman Jösler nennt europäische Länder wie Frankreich, Österreich, Italien und Spanien. Aber auch die Schweiz selbst. Das Interesse an Missionseinsätzen sei nach wie vor vorhanden, allerdings abhängig davon, wie die lokalen Gemeinden und Kirchen damit umgingen. «Dort, wo ältere Mitglieder den missionarischen Gedanken pflegen, geht er auch einfacher auf die jüngere Generation über», so die Beobachtung von Roman Jösler. Es sei Aufgabe der christlichen Gemeinden, «dem Auftrag Jesu zu folgen und das Licht des Evangeliums, sowohl lokal als auch global, weiterzutragen.» Die SMG sehe sich in der Verantwortung, das entsprechende Bewusstsein bei Christen und in Gemeinden zu schärfen.

Geld nachhaltig einsetzen

«Wenn ich sehe, wie Missionare sich manchmal abmühen müssen, um ihr Auskommen zusammenzubringen, hinterfrage ich schon mal gewisse technische, respektive strukturelle Investitionen und Event-Programme in unseren Gemeinden», sinniert der Missionsleiter. Werden die Finanzen am richtigen Ort eingesetzt? Nicht umsonst soll der verantwortliche Umgang mit Geld im Reich Gottes am SMG-Missionsfest thematisiert werden. Roman Jösler hat eine Vision: «Die zahlreichen missionarisch tätigen schweizerischen Organisationen treten in einer grossen Aktion medienwirksam an die Öffentlichkeit.» Viel Gutes könnte über die Arbeit dieser Werke berichtet werden. Säkulare Events wie die Radio-DRSAktion «Jede Rappe zellt» machen es vor, wie sich Menschen bewegen lassen.

Seit ich politisiere, setze ich mich als Christin, Mutter und nun auch als Grossmutter aktiv ein für die Förderung, den Erhalt und die finanzielle Entlastung der Familie als besonders schützenswerte Form des sozialen Zusammenlebens. Die Familie ist eine verbindliche Lebensgemeinschaft mehrerer Generationen. Hier werden zentrale Werte vermittelt und die Gesellschaft der Schweiz geprägt. Regelmässig gelangen Mitchristen an mich mit dem Anliegen, mich politisch besonders für die Anliegen der christlichen Familien zu engagieren. Ja, aber was ist die christliche Familie? Auf der Suche nach Antworten griff ich zur Bibel. Im deutschen Luthertext kommt der Begriff Familie just viermal im Alten Testament vor. Und das Ergebnis einer wissenschaftlichen Umfrage (Wilhelm Faix, Theologisches Seminar Adelshofen) bei evangelikalen Familien in Deutschland, hilft auch nicht weiter: 34 Prozent praktizieren keine gemeinsame Bibellese mit den Kindern. 19 Prozent beten nicht mit ihnen. 45 Prozent der Kinder geben an, dass ihre Eltern ihnen kein Vorbild im Glauben waren. 63 Prozent der Teenager sagen, dass sie durch die Kinder- und Jugendarbeit gelernt haben zu beten und in der Bibel zu lesen. 60 Prozent aller befragten Väter sagen, dass sie «wenig bis gar keine Zeit» für ihre Kinder haben, was durch 26 Prozent der Jugendlichen bestätigt wird. Wissen Sie was? Ich glaube DIE christliche Familie existiert gar nicht. Aber es gibt eine Menge empfehlenswerte biblische Begründungen, Werte und Vorbilder, die uns ein besonderes Verständnis für die Familie liefern. Auch für die Beziehung zu Gott ist die Familie das schönste Bild, weil die Menschen es verstehen können und es die Nähe zu Gott beschreibt. In diesem Sinne bleibe ich gerne aktive Familienpolitikerin. Marianne Streiff

rOLf HÖneiSen Bilder: idea/rh; zvg

Die Autorin ist Nationalrätin der EVP und wohnt in Köniz.


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TAG E SSC H AU

Auf die grosse Frage folgte eine zündende Idee QUARTIERZEITUNG

Wie kommen wir mit den Menschen in unserem Quartier in näheren Kontakt? Diese Frage stellte sich Christine Moll von der EMK Olten. Aufs Quartierfest folgte eine Zeitungs fürs Hagmatt-Quartier. Die Lokalitäten der Evangelischmethodistischen Kirche (EMK) befinden sich ziemlich zentral im Hagmatt-Quartier. «Trotzdem werde ich immer wieder gefragt, warum unsere Gemeinde so versteckt liegt», sagt Christine Moll. «Die Frage ist: Wozu braucht es uns hier und was können wir für das Quartier tun?» Die initiative Pfarrerin äusserte die Idee einer Quartierzeitung «einfach mal so zwischen Tür und Angel» – und war erfreut, dass kurz darauf zwei weitere «Blattmacher» gefunden wurden.

Inspiration von oben

Es ist hell und gemütlich im Büro von Christine Moll im Dachstock des EMK-Gebäudes. Der Blick geht hinunter auf das Grau der Mietwohnungen und älteren Gewerbeliegenschaften. Auf dem Tisch liegt die erste Ausgabe des

Ein weites Herz fürs Quartier (von links): Beat Bachmann, Christine Moll und Dennis Tomiola.

«Jurablick», vierseitig und vierfarbig. Das frische Blau nimmt die Farbe des Kirchenlogos und der Gebäudefassade auf. Nebst dem

obligaten Grusswort finden sich Reportagen über die Stadtentwicklung, eine Gartenwanderung sowie Informationen der Stadt und der EMK Olten. «Redaktion, Layout und Druck geschahen inhouse. Die Verteilung in die 500 Briefkästen des Quartiers übernahmen Gemeindemitglieder», erklärt Beat Bachmann von der EMK-Jugendarbeit. Dennis Tomiola wirkt als Grafiker. «Wir erhielten verschiedene tolle Feedbacks», freut sich der Online-Redaktor. Alle sind überzeugt: Der «Jurablick» gibt der EMK ein Gesicht, kann Schwellenängste abbauen, bringt etwas Farbe ins Quartier. Ab und zu werfen die Drei einen Blick nach draussen, auf «ihr» Quartier. Und immer wieder geht der Blick nach oben. «Wir möchten, dass in unseren Begegnungen mit Menschen etwas von Gottes

Gegenwart sichtbar wird», sagt Christine Moll. Von ihm erwartet das Zeitungstrio Inspiration und Segen.

Auch nächstes Jahr ein Fest

Die zweite Ausgabe des «Jurablick» erscheint Ende November. Das Thema «Gastfreundschaft» möchte auf Advent und Weihnachten einstimmen. Und nächstes Jahr soll wieder ein Quartierfest stattfinden. Auch diese Initiative geht auf Christine Moll zurück. Beim ersten Fest vom September übernahm GianReto Stoffel von der Quartierbeiz «Alpenrösli» spontan das Catering, Joe Ritter vom Messergeschäft half im OK mit. Es scheint, als hätte die EMK dem etwas vernachlässigten Quartier am Rand der Altstadt frisches Leben eingehaucht. THOMAS FEUZ www.emk-olten.ch

Niederschwellige Hilfe auf hohem Niveau STADTMISSION ZÜRICH

«1862 war es das Ziel, Menschen zu bekehren. Heute wollen wir helfen, ohne zu missionieren», definiert die 150-jährige Institution. Am Sonntag wurde gefeiert.

Die Zürcher Stadtmission bietet sozial benachteiligten Menschen professionelle Beratung und Unterstützung an. Ihr «Café Yucca» im Zürcher Niederdorf dient als Treffpunkt für Menschen in schwierigen Lebenssituationen, die «Isla Victoria» im Langstrassenquartier als Anlaufstelle für Sexarbeiterinnen. Gegründet wurde die Zürcher Stadtmission 1862 von der Evangelischen Gesellschaft. Im Bereich Bildung und tätiger Nächstenliebe entstanden einige andere Werke, etwa die Diakonieanstalt NeuCMYK COLOURS

Tätige Nächstenliebe

Im Lauf der Zeit hat der Begriff «Mission» eine Änderung erfahren. Immer wieder treffen Rückfragen betreffend Mission ein – «einerseits skeptisch, andererseits mit grossen Erwartungen», bestätigt Regula Rother. Die 61-jährige Sozialarbeiterin mit einem Masterabschluss im Management von NPOs arbeitet in einem Team mit 20 Sozialarbeitern. Rother definiert den Begriff lieber mit dem englischsprachigen Sinn einer Vision, eines übergeordneten Ziels: «Unser Tun ist unsere Mission.» Das «Café Yucca» verzeichnet jährlich 22 000 Gäste, die «Isla Victoria» 15 000 Kontakte PC 85-541047-1 mit Frauen aus dem www.maf-swiss.org Milieu. «Es sind Men-

C: 100 M: 57 Y: 0 K: 40 C: 5 M: 100 Y: 71 K: 22 C: 0 M: 1 Y: 0 K: 51

C O M PA S S C R E AT I V E S T U D I O I N C 201-3228 so u t h se rv i c e rd

Bilder: idea/tf

münster, das Lehrerseminar Unterstrass oder die Dargebotene Hand.

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d e s i g n e r (s):

M A F L O G O W I TH TA G - CM Y K M is s ion Avia t ion F ellow s hip June 2 0 1 2

Ja s on B ouw m a n

schen in schwierigen Lebenslagen, denen wir mit Respekt und Wertschätzung begegnen», sagt Regula Rother. Seit drei Jahren werden bettelnde Personen von den Zürcher Pfarrteams an die Stadtmission weitergeleitet. Seit Anfang Jahr erhielten 4200 Passanten eine Leistung, meistens Verpflegung oder eine Beratung.

(Nicht) alles beim Alten

Vor der Jubiläumsfeier in der Predigerkirche wurde eine Namensänderung diskutiert. Der bisherige Name bleibt Programm. Für den am Festgottesdienst vorgestellten Jubiläumsfilm stellten Fachkräfte gratis Arbeit und Zeit zur Verfügung. Eine öffentliche Podiumsdiskussion schloss die Feierlichkeiten ab. Was wünscht sich Regula Rother zum Jubiläum? «Dass es die Stadtmission einmal gar nicht mehr braucht», meint sie ohne zu zögern. Vorerst möchte sie versu-

chen, Menschen mit schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt Erwerbsmöglichkeiten zu bieten. Ihr zweites Anliegen ist ein Ausstiegsprojekt für Frauen, die nicht mehr im Sexgewerbe arbeiten wollen. Regula Rothers Herz schlägt für benachteiligte Menschen, wohl über ihre offizielle Pensionierung hinaus. THOMAS FEUZ

«Neue» Stami Baden Einst trafen sich regelmässig 180 Personen in einer Fussgängerunterführung (idea berichtete). Nach der Gründung weiterer Gemeinden in der Region verlor die damalige Stadtmission Baden an «Zugkraft». Hans Gut vom Team für GemeindeErweckung plant eine Wiederaufnahme der Arbeit mit einer starken diakonischen Ausrichtung. Leitsatz ist der Vers «Brich dem Hungrigen dein Brot», Jesaja 58,10. (Kontakt: 056 631 16 39, info@fwpool.ch) idea Spektrum 44.2012


TAG E SSC H AU

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Wo ein Secondhandshop Armut lindert

ÄXGÜSI

MISSIONSFEST Kleinkredite für Unternehmer schaffen Arbeitsplätze. Am Missionsfest

Fatalist oder Christ?

von «Licht im Osten» erhielten die Gäste Einblick in die Arbeit auf dem Missionsfeld und in ein Bibelprojekt. Bewegend war der Bericht über ein Sozialzentrum in der Ukraine. Das Missionsfest vom Samstag in Winterthur begann mit einem Höhepunkt. Pastor Timofej Dymtschenko aus der Ukraine sprach eindrücklich zum Thema des Festes «Alle für einen – einer für alle». Die vier Helfer des gelähmten Mannes im Markusevangelium, Kapitel 2, hätten ein Ziel gehabt: die Heilung ihres Freundes. Hindernisse wie die Menschenmenge, die ihnen den Weg zu Jesus versperrte, hätten sie nicht davon abgebracht. Als sie den Gelähmten auf seiner Matte durchs Dach hinunterliessen, sei das Festhalten jedes Einzelnen wichtig gewesen – alle hätten sich für einen eingesetzt.

Mit der Hilfe von Freunden

«Jesus befreit uns von unseren Vorstellungen, wie etwas gehen muss, und sprengt jeden Rahmen», sagte Dymtschenko. Die Sündenvergebung, die er dem Gelähmten zusprach, sei gar nicht dessen Ziel gewesen, sondern die Heilung. Jesus wisse, was wir am meisten bräuchten. Er sei für unsere Sünden durchbohrt worden – einer für alle. Missionsleiter Matthias Schöni meinte, so, wie der Gelähmte, sei auch «Licht im Osten» auf die Hilfe von Freunden angewiesen, um seinen Auftrag an Menschen in Not wahrzunehmen. Anschliessend

LIO-Eventausflug Das Missions- und Hilfswerk «Licht im Osten» (LIO) will die Liebe Jesu in die Gebiete grösster Armut in Russland, Osteuropa, im Balkan und in Zentralasien bringen. Zu den Aktivitäten gehören Evangelisation und Gemeindebau, Kinder- und Jugendprojekte, Literatur- und Radioarbeit, Not- und Katastrophenhilfe. 2012 wurde neben dem LIO-Fest erstmals ein Eventausflug organisiert, bei dem man die Missionare persönlich kennenlernen konnte. «Die Idee fand Anklang. Es nahmen gegen 40 Interessierte teil», freut sich Kommunikationsleiterin Hanna Maurer. www.lio.ch

idea Spektrum 44.2012

Aktuelle Projekte: LiO-Mitarbeiter aus Osteuropa gaben Einblick. wurden die Gäste aus Moldawien, Mazedonien, Slowenien und der Ukraine vorgestellt.

Kurze Hosen wärmen nicht

Timofej Dymtschenko arbeitet mit seiner Frau Tanja und ihren fünf Kindern als Evangelist und Gemeindepastor in Mukatschevo in der Ukraine, einem mehrheitlich orthodoxen Land. «Bei minus 12 Grad Celsius trafen wir einen 11-jährigen Knaben in kurzer Hose, Gummistiefeln und einer viel zu grossen Jacke. Sie können sich vorstellen, dass er fror», erzählte Dymtschenko. Durch dieses Erlebnis erhielt der Pastor die Vision eines Sozialzentrums, das er heute leitet. Dort werden Kinder aus Not leidenden Familien verpflegt. Die Eltern des erwähnten Knaben sind Alkoholiker und nicht in der Lage, für ihn zu sorgen. Jeden Samstag werden die Kinder im Sozialzentrum jeweils zur Bibelstunde eingeladen. «Fast jedem Kind konnten wir eine Kinderbibel mitgegeben. Auch die Eltern lesen darin, und manche finden so zum Glauben an Jesus Christus.» Die Menschen in der Ukraine würden Hilfe brauchen, nicht nur materiell, sondern auch geistlich. Ein starkes Standbein von «Licht im Osten» sei die Gewerbeförderung, erklärte Matthias Schöni. Dank einem Kleinkredit von maximal 7000 Euro könnten Unternehmer in der Ukraine, Rumänien und in Moldawien,

dem ärmsten Land Europas, ein Gewerbe starten: mit mobilen Bäckereien, einer Näherei, einem Secondhand-Laden oder einem Imbissstand. Schöni: «Dies schafft Arbeitsplätze, lindert die Armut und prägt die Gesellschaft.»

Tatarische Bibel kommt 2015

Die Sprachforscherin Marianne Beerle, Leiterin des Instituts für Bibelübersetzung (IBÜ) in Moskau, erläuterte die Odyssee des tatarischen Bibelprojektes. Die Tataren sind ein Turkvolk in der russischen Republik Tatarstan. Seit dem Jahr 922 ist der Islam Staatsreligion. Der tatarische Schriftsteller Enver Galim übersetzte in den 70er- und 80erJahren die ganze Bibel, allerdings ohne theologische Kenntnisse. 1985 wurden nur gerade die vier Evangelien sowie die Apostelgeschichte gedruckt. 1993 nahm Wycliffe das Projekt an die Hand und veröffentlichte acht Jahre später das Neue Testament. Die Übersetzung des Alten Testaments startete 1999, doch nicht weniger als sechs Übersetzer starben vor dessen Vollendung. Die Veröffentlichung der tatarischen Bibel sei nun für 2015 geplant, erläutert Marianne Beerle. Die Sprachforscherin erklärt: «Für die neue Generation der Tataren ist Russisch eine Fremdsprache. Die Bibel in ihrer eigenen Sprache ist für sie ein grosser Segen und eine grosse Freude.» CHRISTIAN BACHMANN Bild: Christian Bachmann

Die Welt ist nicht so, wie sie sein sollte. Das muss man heute niemandem erklären. Obwohl wahrscheinlich nur eine Minderheit in der Schweiz die Erklärung dafür hat, wie es dazu kommen konnte. Wir haben zwei Möglichkeiten mit dieser Tatsache umzugehen: Ich kann Verantwortung übernehmen und mit den mir gegebenen Möglichkeiten versuchen, etwas zu ändern. Oder ich glaube, dass ich nichts verändern kann und hoffe, dass es mich selber nicht zu hart erwischt im Leben. Der Fatalist nimmt alles hin wie es ist, weil er davon überzeugt ist, dass er die Welt nicht verbessern kann. Er denkt, dass er weder die Gleichgültigkeit gegenüber Gott, noch den Welthunger, die unaufhörliche Gewalt oder all die Ungerechtigkeiten aus der Welt schaffen kann. Er sieht, wie oft bereits versucht wurde Frieden zu stiften, Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen und den liebenden Gott zu verkündigen. Aber immer stellt er ein Scheitern fest. Weshalb die Hoffnung behalten? Der Christ sieht die Welt anders. Weil er Gott, seine Schöpfung und insbesondere auch seinen Nächsten liebt, bewegt ihn die Not so sehr, dass er etwas ändern will. Er hat die Hoffnung dass es gelingt, weil er weiss, dass Gott der allmächtige Schöpfer und Erlöser ist. Und er glaubt, dass Gott selber durch uns Menschen diese Welt mehr und mehr verändern will, weil er sie liebt. Ein Christ, der nichts verändern will, ist eigentlich gar kein Christ, sondern ein Fatalist. Und ein Zitat Gandhis stimmt für Christen mehr als für jeden anderen Menschen: «You must be the change you want to see in the world.» Sei der Wandel, den du in der Welt sehen willst! Lassen wir es zu, dass Gott an uns arbeitet und uns verändert! Vielleicht ist es sein Weg, die Welt zu verbessern? MARC JO ST Der Autor ist Geschäftsführer des Hilfswerkverbandes «Interaction» und Berner Grossrat. Er wohnt in Thun.


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P u bl i r e P or tag e

Hoffnung für Hungernde im Sahel DIE ERNÄRUNGSKRISE IM SAHEL DAUER AN Nach der Dürre im 2011 mit massiven Ernteausfällen haben intensive Regenfälle zwischen Juli und September 2012 einen Teil der diesjährigen Ernte zerstört. Im Projektgebiet des Hoffnungsnetzes, der Region Dosso im Südwesten von Niger, sind rund 93‘000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Die Unterstützung durch das Hoffnungsnetz lindert akuten Hunger und hilft beim Wiederaufbau der Existenzgrundlagen. Nach der Dürre die Überschwemmung Die Menschen im Sahel erlebten in den letzten Jahren viel Leid! Zusätzliche zu enorm hohen Preisen für Grundnahrungsmittel hinterliess die Dürre 2011 ausgetrocknete Böden und leerte die Vorräte. Die heftigen Regenfälle von Juli bis September 2012 überfluteten vielerorts Felder und ein Teil der neuen Ernte – die Hoffnung der Bevölkerung – wurde bereits wieder zerstört. Erfreulich ist, dass 2012 dennoch mit einer besseren Ernte wie 2011 gerechnet werden darf. Zusätzlich sind in gewissen Regionen die von akuter Mangelernährung geschwächten Kleinkinder durch Cholera und Malaria bedroht.

Soforthilfe Durch lokale Partnerorganisationen wurde die kostenlose Lebensmittelverteilung erfolgreich durchgeführt. Für einen Monat erhielten 10‘000 Bedürftige 7.5 kg Hirse pro Person. Wo nötig werden Lebensmittel für weitere Monate abgegeben. Diese Unterstützung hat die Familien gesundheitlich gestärkt und sie vor zusätzlicher Verschuldung bewahrt. Getreidebanken für 16 Dörfer In der nächsten Projektphase wird die Lebenssituation der Bevölkerung sowie ihre Widerstandkraft für Krisensituationen langfristig verbessert, denn der Sahel wird immer wieder von Dürren heimgesucht. In 16 stark gefährdeten Dörfern

Azourfa mit Tochter Rufaida. (Bildquelle: TearFund UK)

AZOURFA BERICHTET «Wir hatten kein Essen im Haus und drei Tage keine einzige Mahlzeit. Dann erhielten wir Hirse von der Hilfsorganisation. Das hat uns gerettet. Vielen Dank! Meine zweijährige Tochter Rufaida war ganz schwach. Ich hatte Angst, dass ich sie verliere. Im Spital hat man ihr geholfen und jetzt geht es ihr schon viel besser. Bitte betet, dass ich uns bald wieder selbst versorgen kann. Gerne würde ich einen Gemüsegarten anlegen und das Gemüse auf dem Markt verkaufen.»

Kostenlose Nahrungsmittelverteilung: Ein Mann aus der Region Dosso erhält seine Ration Hirse. (Bildquelle: TearFund UK)

werden Häuser für die Lagerung von Hirse, Sorghum und weiteren Grundnahrungsmitteln hergerichtet. Jede dieser Getreidebanken erhält einen Grundstock an Getreide, welches die Bevölkerung zu fairen und stabilen Preisen erwerben kann. Die Verwaltung erfolgt durch ein Komitee aus der Dorfgemeinschaft. Fruchtbarer Ackerboden Um die Landflächen wieder fruchtbarer zu machen, werden in der dritten Projektphase Bäume gepflanzt, die die Böden verbessern und vor Erosion schützen. Für diese Arbeiten werden Dorfbewohner nach dem Prinzip «Geld für Arbeit» entschädigt, wodurch sich wiederum die finanzielle Lage der einzelnen Familien verbessert. Herzlichen Dank! Die nachhaltige Verbesserung der Ernährungssituation in Niger wird in den kommenden Monaten intensiv weiterlaufen. Für Ihre grosszügige Spende

möchten wir Ihnen herzlich danken. Damit leisten Sie einen lebensrettenden Beitrag für notleidende Familien in Niger.

FAKTEN ZUM SAHEL (Quelle:n OCHA, UNDP)

19 Millionen Menschen sind vom Hunger bedroht. 60% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze von 1.25 US$. 1 Mio. Kleinkinder unter fünf Jahren sind durch akute Mangelernährung geschwächt. Über 3 Mio. Menschen sind von der Überschwemmung betroffen.

Das HOFFNUNGSNETZ ist eine Kooperation folgender christlicher Hilfswerke: – AVC – Christliche Ostmission – HMK Hilfe für Mensch und Kirche – Inter-Mission – Licht im Osten – TearFund www.hoffnungsnetz.ch Das Hoffnungsnetz sammelt weiterhin Spenden für den Sahel: Spendenkonto: 46-7906-0 Vermerk: Sahel idea Spektrum 44.2012


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Hingehen, wo die Not am grössten ist

JOURNAL

SOZIALPÄDAGOGIK

Gemeinsames Medienzentrum

Roland Mahler vom Institut für Christliche Psychologie, Therapie und Pädagogik (ICP) sieht grosse Chancen. ICP feiert am 10. November das 20-Jahr-Jubiläum. «idea Spektrum»: Welche Bedeutung hat christliche Sozialpädagogik? Roland Mahler: Ich sehe sie als Vor-

reiterin an Orten, wo der Staat ein Bedürfnis nicht wahrnimmt oder zögert. Wie zum Beispiel die Diakonissen oder das Blaue Kreuz. In den 1970er-Jahren entstanden christliche Drogenentzugs- und Therapiestationen. Christen waren Vorreiter, später übernahm der Staat Verantwortung und säkularisierte die christlichen Angebote. Christen wagten sich dorthin, wo die Not am grössten war.

Wofür steht christliche Psychologie?

Für Geschöpflichkeit. Wie kann das Personale, die Einzigartigkeit des Individuums gewahrt und mit dem Sozialen, den Ansprüchen der Gemeinschaft, in Einklang gebracht werden? Individuelle Freiheit einerseits, Liebe und Dienen,

seinen psychischen, emotionalen und kognitiven Fähigkeiten als Person, die Gott geschaffen und zum Leben, zur Entfaltung dieser Fähigkeiten, berufen hat.

Leben im Blick auf den Nächsten anderseits: Für diese Spannung gibt die christliche Psychologie mit dem biblischen Menschenbild Wegweisung, indem sie an der Verantwortung für Mitmenschen und die gesamte Schöpfung festhält.

Und das bei immer mehr technischen, digitalen und virtuellen Optionen… Wenn wir alles täten, wozu wir heute technisch imstande sind, dann hätten wir die Katastrophe! Die christliche Ethik als Bezugsrahmen kann uns davor bewahren. Sie sieht den Menschen mit

Wir wollen uns verbessern – dafür scheint bald jedes Mittel recht.

Heute nimmt man Antidepressiva, um länger zu arbeiten, und putscht sich auf, um mehr zu leisten. Der Massenkonsum von Psychopharmaka bedeutet, dass ein rechter Teil der Menschen mit einem Bewusstsein lebt, das dem chemischen Tuning unterworfen ist – und dies als normal empfindet. Die christliche Psychologie leistet auch hier einen entscheidenden Beitrag, indem sie auf der Personalität des Menschen besteht. Interview: PETER SCHMID www.icptp.ch

Verwöhnen, ermutigen – «Tag der Frau»

LADIES DAY «Born to be me. Gönn dir eine Pause, lass dich verwöhnen», stand im Flyer. 120 Teilnehmerinnen am «Ladies Day» wollten genau das. Sie waren begeistert. Das Leitungsteam des Ladies Day im CLZ Spiez besteht aus sechs Frauen. Ihre Gesichter strahlten und man merkte, dass sie lange auf diesen Tag gewartet hatten. «Eigentlich planten wir, nochmals den Ladies Lunch in Zürich zu besuchen, um die Gemeinschaft mit Frauen zu pflegen», so Susanne Wäfler. Ihr Pastor hätte sie jedoch ermutigt, gleich selber einen solchen Anlass zu planen. Primäres Ziel: Frauen zu verwöhnen und sie zu ermutigen.

Verwöhnt nach Noten

Das Verwöhnprogramm begann mit einem leckeren Kaffee, Gipfeli und vielen lachenden Frauengesichtern. Ein wohltuender Anblick. Die engagierte WorshipBand und das anschliessende, humorvoll vorgetragene Referat der Familientherapeutin Margharita Staudenmann mit dem Thema «Brillant, aber nicht perfekt» weckte auch die letzten Morgenmuffel. Es folgten der Apéro und ein feines idea Spektrum 44.2012

Am 2. November nimmt das Medienzentrum Relimedia in Z ürich den Betrieb auf. Es entstand aus der Fusion der Bücherbibliotheken der reformierten und der katholischen Landeskirche sowie eines audiovisuellen Medienladens. Das Angebot: Print- und audiovisuelle Medien für die Gemeinde-, Sozial- und Jugendarbeit. (idea) – www.relimedia.ch

Im Dienste ihrer Gäste

Gastfreundschaft und Evangelium, internationale Zusammenarbeit und weltweites Marketing: 40 Leiterinnen und Leiter von christlich geführten Hotels befassten sich an ihrer Konferenz von Ende Oktober in Schweden mit diesen Themen. Aus der Schweiz nahm auch Falk Pfleiderer teil, Geschäftsführer des VCH (links im Bild). (idea)

Verfolgte Kirchen

Mit «Religionsfrieden in Indonesien» eröffnete die Hilfsaktion für Mensch und Kirche ihre Vortragstournee zum «Sonntag der verfolgten Kirche» vom 11. November. An den 45 Anlässen wirken HMKMitarbeitende und Gäste aus den vorgestellten Ländern mit. (idea) – www.hmk-aem.ch

Aargauer des Jahres

Fröhlichkeit wirkt ansteckend: Das Team des Ladies Day.

Mittagessen. Nachmittags warten verschiedene Workshops: Wellness, Singen, Backen, Schminken, Entspannen, Dekorieren. Beim Zvieri wurden Kontakte vertieft und Gedanken ausgetauscht. Den Abschluss des Tages bildete das Referat von Cornelia Amstutz, der Leiterin von «Mothers in Prayer» (früher «Mütter in Kontakt»). Ihr

Hauptgedanke: «Frauen als Königstöchter». Die Initiative des OK hat sich gelohnt. Es war ein Genuss, sich verwöhnen zu lassen, zu lachen, neue Ideen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. «Ladies Day»: Bis nächstes Jahr! GABRIELA WEYERMANN www.clzspiez.ch

Hanspeter Lang, Gründer der christlichen Stiftung «Wendepunkt für Menschen in Not» ist nominiert für den Award «Aargauer des Jahres» der Neuen Aargauer Bank. Das Voting läuft bis Mitte November. (idea)

Auch französischsprachig

Die Freie Evangelische Gemeinde Murten startet ab Januar 2013 eine französischsprachige Arbeit. «Wir wollen gemeinsam den Röstigraben der Kulturen und Sprachen überwinden», definiert die Trägerschaft. (idea) Bilder: zvg, Gabriela Weyermann


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G e se ll sc h a f t

Alternatives Wohnen: Gemeinsam statt einsam LEBEN TEILEN Mehrere Generationen leben zusammen unter einem Dach. Was sich altmodisch und überholt anhört,

ist tatsächlich sehr aktuell. Immer mehr gemeinschaftliche Wohnkonzepte werden entwickelt – auch im Hinblick auf die ungewisse Entwicklung der Gesundheitskosten. «idea Spektrum» stellt zwei Modelle vor. «Unser Wohnmodell stösst auf grosses Interesse», erklärt Thomas Widmer, Spitalpfarrer und Präsident des Vereins «Lebensgemeinschaft Moosrain». Während der letzten zwei Jahre wurde ein ehemaliges Pflege- und Asylzentrum in Riehen BS zu einem christlich geprägten, sozial-diakonischen Mehrfamilienhaus umgebaut. Zur Eröffnung am 19. Oktober erschienen bemerkenswerte 600 Besucher. Der Riehener Gemeindepräsident zeigte sich begeistert: «Ich stelle einen Aufbruch des gemeinschaftlichen Lebens fest. Fast wie bei der ersten Christenheit.»

Wichtige Vorreiterrolle

Das Haus mit seinen 13 Wohnungen soll laut Widmer «ein die Generationen verbindender

Ort werden, in dem die Kraft des gemeinschaftlichen Lebens erfahrbar wird.» Singles, Ehepaare und Familien leben mit psychisch beeinträchtigten Menschen unter einem Dach. In familiären Einheiten wird gemeinsam gegessen; hier trifft man sich auch zu Gemeinschaftsabenden. Dazu gibt es Angebote wie einen Hausgottesdienst und Gebetszeiten. Martin Schelker, Vorstandsmitglied der «Arbeitsgemeinschaft Christlicher Lebenshilfen Schweiz», stellte in seiner Rede die Frage, wie lange der Staat es sich noch leisten könne, Menschen mit psychischen Leiden hochprofessionell zu betreuen. Als Ergänzung brauche es neue Modelle. «Ihr habt eine Gegenbewegung losgetreten. Ihr zeigt uns, wie es auch noch anders gehen könnte. Ihr habt eine wichtige Vorreiterrolle!», ermutigte Schelker die Initianten.

Gesinnungswandel gefragt Impressum Idea Schweiz Herausgeber: Idea Information AG, 4410 Liestal Verwaltungsrat: Heiner Henny, Präsident, Sam Moser Stellvertreter, Paul Beyeler, Hans Lendi, Helmut Matthies, Matthias Spiess Ideelle Trägerschaft: Schweizerische Evangelische Allianz (SEA), Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG), Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM) Redaktion: Aemmenmattstrasse 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 44, Fax 031 819 71 60 E-Mail: redaktion@ideaschweiz.ch Internet: www.ideaschweiz.ch Chefredaktor: Rolf Höneisen Büro: Steinackerstrasse 4, 9214 KradolfSchönenberg, Tel./Fax 071 642 44 21 E-Mail: rolf.hoeneisen@ideaschweiz.ch Redaktor: Thomas Feuz Erweitertes Team: Esther Reutimann, Christian Bachmann, Mirjam Fisch-Köhler Praktikum: Christof Bauernfeind Verlagsmanager: Roland Rösti, 031 818 01 25, verlag@ideaschweiz.ch Kundenberatung Anzeigen: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 42; Fax 031 819 38 54 E-Mail: inserate@ideaschweiz.ch Aboservice: Jordi AG – das Medienhaus, Franziska Schüller, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 20, Fax 031 819 38 54 E-Mail: abo@ideaschweiz.ch Abopreise: Jahresabo Fr. 145.–, Seniorenabo Fr. 117.–, Halbjahresabo Fr. 77.–. Das Abo ist unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist jeweils zum Bezugsende kündbar. Konto: PC-Konto 40-788586-4 Idea Information AG, 4410 Liestal Layout/Druck/Versand: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstrasse 22, 3123 Belp www.jordibelp.ch

Bild:zvg

Eine Vorreiterrolle nimmt auch der Verein «Convivenda» (lat. für miteinander leben, Zeit in Gesellschaft verbringen) mit dem Mehrgenerationen-Wohnprojekt «Vivace» in Holziken AG ein. Unter dem Fachausdruck «intergeneratives Wohnen» sollen hier Familien, Senioren, Singles, Paare und Alleinerziehende miteinander Leben teilen. Im Hintergrund steht der Gedanke, dass sich die unterschiedlichen Bewohner mit ihren jeweiligen Ressourcen einbringen und selbst von der Hilfe der anderen profitieren. «Die jungen Leute kennen sich zum Beispiel bei Computern aus, Ältere haben ein grosses Lebens-KnowHow. Sie können Müttern bei der Kinderbetreuung helfen», erklärt die Geschäftsführerin von «Convivenda», Ursina Häfliger. Es gebe ein grosses Bedürfnis nach gemeinschaftlichen Formen des Wohnens. «Pensionierte stehen noch mitten im Leben und wollen nicht in Ghettos abgeschoben werden. Alleinerziehende Mütter sind häufig 24 Stunden alleine mit ihrem Kind. Ihnen fällt oft die Decke auf den Kopf.» Die Mutter

Gemeinschaftshaus Moosrain: Im ehemaligen Pflegeheim der Riehener Diakonissen entsteht neues Gemeinschaftsleben.

von sechs Kindern ist überzeugt, dass vieles einfacher wäre, wenn man wieder bewusst zusammenleben würde. «Viele Dienstleistungen könnten in einem solchen Haus abgedeckt werden. Es muss ein Gesinnungswandel stattfinden.»

Vergebung als Grundlage

Ursina Häfliger ist sich bewusst, dass es sich in Holziken um ein Pilotprojekt handelt. «Das kommunizieren wir auch ganz klar.» Gesucht werden Menschen, die das gemeinschaftliche Leben bewusst wollen. Damit es in der Praxis funktioniert, wird eine Betriebsleiterin angestellt, die das Projekt betreut. «Sie wird gemeinsame Unternehmungen organisieren und sich um kleine gesundheitliche Belange der Bewohner kümmern», so Häfliger. Alle Parteien leben in ihren eigenen vier Wänden, haben aber eine gemeinsame Cafeteria zur Verfügung. Die Details und Regeln des Zusammenlebens werden mit den Bewohnern gemeinsam definiert. Ursina Häfliger würde sich zudem wünschen, dass mindestens die Hälfte der Bewohner einen christlichen Hintergrund haben. «Die Grundlage für so ein Projekt ist,

dass man immer wieder bereit ist, neu anzufangen und einander zu vergeben. Wenn das nicht der Fall ist, wird es nicht funktionieren!» In Zukunft werde es zwangsläufig zu alternativen Möglichkeiten des Zusammenlebens und der Betreuung kommen müssen. «Es gibt immer mehr Leute, die langsam merken, dass der Staat die Gesundheitskosten nicht mehr ewig so weitertragen kann», betont Häfliger. «Noch haben wir keine Not, aber wir wollen etwas tun, bevor es soweit kommt.» CHRISTOF BAUERNFEIND

Wohnprojekt «Vivace» Am 8. Juni eröffnete der Verein Convivenda den Baustart des Mehrgenerationen-Projektes. Auf dem Grund der «Stiftung Wendepunkt» entstehen drei Wohnkomplexe mit 17 Wohnungen, 4 Studios, einer Cafeteria, einem Spielplatz, Hobby- und Verweilräumen. Die Eröffnung ist auf den 1. Oktober 2013 geplant. Bis heute sind sieben Reservationen eingegangen. Zum Infoabend letzten Donnerstag kamen gut 60 Interessierte. www.convivenda.ch

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W I R T SC H A F T | F ORU M

SYNERGIE Hundert Millionen Es tönt wie ein Märchen, ist aber Realität. Mit einer bescheidenen Summe von regelmässigen Spenden konnte die Christliche Ostmission in Rumänien ein Investitionsvolumen von über 100 Millionen Euro ermöglichen. Das bedeutet: Arbeit für tausende von Männern und Frauen, regelmässiges Einkommen für unzählige Familien, Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Das ist wirkungsvolle Entwicklungshilfe! Und wie funktioniert dieses Wunder? Ganz einfach. Da war nach der politischen Wende in Rumänien im Jahr 1991 eine Schar von einem guten Dutzend Männer und Frauen, die alle das gleiche Problem hatten: Armut, Arbeitslosig-

keit und keinen, der sich um ihre Sorgen zu kümmern schien. Als Christen waren sie nie Mitglied der Kommunistischen Partei und hatten kaum Zugang zu höherer Bildung oder zu gut bezahlten Posten. Ein Projektleiter der Christlichen Ostmission dachte über seine Möglichkeiten zum Helfen nach. Er fand nicht mehr als ein paar Fische und Brote – in Form von einigen Betern und Spendern. Damit machte er sich auf den Weg. Und Gott hat diese wenigen Gaben multipliziert und gesegnet. Schritt für Schritt entstand ein wirkungsvolles KMU-Förderungsprogramm. Immer mehr Unternehmer und Unternehmerinnen meldeten sich zur Ausbildung und gründeten Firmen. Schreinereien, Schlossereien, Arztpraxen, Teigwarenproduzenten, Nähereien, Autoreparaturwerkstätten, Landwirtschaftsbetriebe … Alle

Nach dem Wort Die Verantwortlichen der evangelisch-reformierten Kirche im Kanton Zürich reden davon, die Hälfte ihrer Kirchen schliessen zu müssen. Obwohl ich nicht dazu gehöre – das wäre bedauerlich. Seit Kaiser Konstantin gibt es eine Staatsreligion – das Christentum – und eine Staatskirche. So hat das auch Zwingli weitergeführt. Ist er in diesem Punkt von der von ihm geliebten und propagierten Schrift, der Bibel, ausgegangen? Zu der frühen Gemeinde trat hinzu, wer Jesus nachfolgen wollte. Das war keine automatische Zugehörigkeit – meiner Meinung nach sollte man diese stoppen. Der Segen von Gott liegt auf einer Gemeinde oder Kirche, die sich nach seinem Wort richtet. Klar, die Leute, die der Kirche angehören wollen, müssten dann mehr bezahlen. Das bewährt sich bei den Freikirchen, deren Mitglieder den Zehnten geben. Das sollte auch in der Landeskirche diskutiert werden. Eine solche Kirche wäre wohl mit anderen zusammengeschlossen, aber sie hätte bestimmt mehr Autonomie. So schnell könnte man ihr nicht die Schliessung verordnen! URSULA LÖRCHER, Zürich

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt

www.ideaschweiz.ch

Einzelverkaufspreis: CHF 4.–

Der Paukenschlag Die reformierte Kirche im Kanton Zürich wird radikal umgebaut. Warum Pfarrer Willi Honegger darin eine Chance sieht. Seite 4 8 Berufung: SEA-Präsident Gasser

13 Song Contest: Die Heilsarmee

9 Kundgebung: Rund 1500 Christen

22 USA: Mit der Krise verändert sich

12 Umfrage: Wie Führungskräfte über

25 Glaubensserie: Evolution oder

steht im Dienst der Welt-Allianz

riefen zur Unterstützung Israels auf

ihre Kirchen und Gemeinden denken

ist bereit für die Vorausscheidung

die religiöse Situation weiter

Schöpfung – was die Bibel lehrt

Reklame

«idea Spektrum» Nr. 42 – «Verunsicherung ist Segen, spüre frischen Wind»

42 17. Oktober 2012

PC 85-541047-1 www.maf-swiss.org

des christlichen Glaubens» anders gesprochen, respektive die Frage gestellt werden: «Worum geht es eigentlich?» Oder statt von «Glauben» zu reden, könnte man fragen: «Welche Beziehung haben Sie zu Gott? Eine freundschaftliche oder eine distanzierte?» Vielleicht kann so allmählich ein Interesse am Kern des Evangeliums entfacht werden? In derselben Ausgabe steht: «Nachfolge ist ein Aufgebot!» Diesen Weg gehen – geduldig, unbeirrt und froh, in kleinen Schritten, mit Wort und Tat – ist eine bleibende Herausforderung. Christen sollen Anstösse geben – aber solche, die der Sache dienen. VRENI WIRTH, Chur GR

Adieu, liebe Kirche

Wie Anstoss geben?

«idea Spektrum» Nr. 43 – «Dulden oder sachlich argumentieren?»

«idea Spektrum» Nr. 42 – «Äxgüsi»

Ich bin in einer Freikirche aufgewachsen, aber ich brauche keinen

Vielleicht müsste vom «Herzstück ideaSpektrum 44.2012

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haben gelernt, nicht auf Hilfe von der Regierung zu warten, sondern selbst anzupacken. Mit Begeisterung und viel Energie haben sie Geschäftspläne entwickelt und diese in die Praxis umgesetzt. Und so haben sie ihre Existenzprobleme gelöst und sind zu Hoffnungsträgern für ihre Nachbarn geworden. Auch die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA war von diesem Projekt beeindruckt und unterstützte es während 15 Jahren. Während zwei Jahrzehnten konnten jährlich 20 bis 30 Firmen gegründet und aufgebaut werden. Und das ist noch lange nicht alles. Seit einigen Jahren laufen in Rumänien umfangreiche Hilfsprojekte der Europäischen Union. Diese stellt Unternehmern Darlehen zur Verfügung. Viele dieser Gelder bleiben ungenutzt, weil es an guten Projekten fehlt. Die rumänischen

Mitarbeiter der COM haben das erkannt und helfen nun diesen Unternehmern, praktikable Geschäftspläne zu entwickeln. Und sie haben erstaunlichen Erfolg. Ohne jegliche Korruption ermöglichten sie in wenigen Jahren den Zugang zu Darlehen von über 100 Millionen Euro – zu äusserst günstigen Konditionen. Und die Arbeit geht weiter. Das ist mehr als Menschenwerk. Da hat Gott die Treue von Betern und Spendern gesegnet.

Theologen, der mich «umpolt». Adieu, liebe Kirche, ich brauche dich nicht! Was soll ich in einem «Verein», der mich nicht akzeptiert? Meinen Gott und den Glauben an ihn, den verlasse ich nicht. THOMAS BÜRGI, Thalwil ZH

giösen Sondergruppe angehört, indirekt unterstützen, indem man die Mormonen jetzt einfach von der Liste religiöser Kulte streicht? TOM BLASER, Lengnau BE

Gottes Willen suchen

«idea Spektrum»Nr. 43 – «Lebendig für alle, die den Sinn suchen»

«idea Spektrum»Nr. 43 – zum Leserbrief von Martin Schmidt

Jede Volksgruppe hat einen grossen Schatz: Die eigene Sprache, die eigene Kultur. Bibelübersetzung ist eine Inkarnation der Guten Botschaft in diesen Schatz hinein, nämlich in die unverwechselbare und kostbare Eigenart eines Volkes. Was ein Heiliges Buch in der Muttersprache auch Angehörigen anderer Religionen bedeuten kann, kommt im Interview mit Dr. Marianne Beerle gut zum Ausdruck. Es entspricht genau den Erfahrungen, die auch wir bei Wycliffe machen. Ich danke «idea Spektrum» herzlich für den Platz, den es der engagierten und begabten Linguistin und Bibelübersetzerin und ihrer Botschaft eingeräumt hat. Weltweit wird zurzeit von verschiedenen Kirchen und Missionen in gegen 2000 Sprachen übersetzt. In 2700 Sprachen gibt es bereits übersetzte Bibeltexte. Rund 2000 Sprachgruppen brauchen noch eine Übersetzung. Den Christen in der Schweiz stellt sich die Frage, wie sie sich dafür engagieren können? HANNES WIESMANN, Leiter Wycliffe Schweiz, Biel BE

Es fällt mir auf, dass häufig in «Rechtfertigungsartikeln» geschrieben wird, dass etwas nicht Gottes Wille sei. So auch in diesem Leserbrief. Weit wertvoller für uns Leser wäre es aber zu erfahren, was denn Gottes Wille ist, damit wir ihn auch tun können. Es reicht nicht, nur nicht zu tun, was nicht Gottes Wille ist. Es geht darum, dass sein Wille geschieht. Was ist Gottes Wille in Bezug auf die Homosexualität? PETER ALLENBACH, Biel BE

Enttäuscht «idea Spektrum»Nr. 43 – «Billy Graham an die US-Wähler» Ich bin überrascht und auch enttäuscht über die Haltung der BillyGraham-Gesellschaft. Wo führt es hin, wenn man seinen Prinzipien untreu wird? Ich finde es in Ordnung, Menschen nicht zu verurteilen, die einer anderen Glaubensrichtung angehören. Aber darf man einen Präsidentschaftskandidaten, der in unseren Breitengraden einer reli-

MARIO BRÜHLMANN Buchautor, Gründer von Swiss Create, dem KMU-Förderungsbereich der Swiss Consulting Group SCG AG und Präsident Christlichen Ostmission COM. www.swisscreate.com www.ostmission.ch

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I nse r at e

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Erdbestattung: Ein Glaubenszeugnis! In KBS World News konnte man kürzlich lesen, dass es einer Gruppe koreanischer Forscher gelungen sei, 3 Jahre nach dem Tod einer 14-jährigen Kuh, mittels von ihr eingefrorenen Körperzellen, ein schwarzes Rind zu klonen. Wie nah kommen wir hier doch an die Aussage der Bibel: «Und was du säst, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein blosses Korn.» (1. Korinther 15.37) Für das geklonte Rind bedurfte es nur ein paar Körperzellen der alten Kuh. Mit diesen Körperzellen war es den Forschern möglich, von der längst verstorbenen Kuh neues Leben zu schaffen. Wieviel mehr kann nun GOTT durch irgendwelche Zellen längst verstorbener Menschen neues Leben schaffen? Die Bibel sagt im 1. Korinther 15.44: «Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen

ein geistlicher Leib. Ist ein natürlicher Leib, so ist auch ein geistlicher Leib.» Manche Christen sagen, dass in der Auferstehung zum ewigen Leben der menschliche Körper keine Rolle mehr spielt. Ich meine aber, dass diese Aussage sehr gewagt ist. Denn niemand kann mit 100 % Sicherheit sagen, ob der menschliche Körper bei der Auferstehung eine Rolle spielen wird oder nicht. Was wir aber mit Sicherheit sagen können, ist, dass die Bibel mehrere hundert Male von Begräbnis, begraben, Grab, Gruft und Verwesung spricht, von Leichenverbrennung aber immer nur in Verbindung mit Gericht. Auf Grund des Glaubens an die leibliche Auferstehung wurde im Christentum die Feuerbestattung über Jahrhunderte abgelehnt. Mitte des 19. Jahrhunderts propagierten Freidenker, in Ablehnung des

Auferstehungsglaubens, gezielt die Feuerbestattung. Mit den Argumenten, dass die Feuerbestattung hygienischer und umweltfreundlicher sei, konnten sie auch viele Christen dazu bewegen, sich feuerbestatten zu lassen. Heute weiss man, dass die Krematorien nicht nur umweltbelastend, sondern auch enorme Energieverbraucher sind. So könnte man mit der Energie, welche in der Schweiz zur Verbrennung der Toten benötigt wird, eine ganze Kleinstadt mit elektrischer Energie versorgen. Da wir nun wissen, dass die Kremation von verschiedenen Freidenkerorganisationen wiedereingeführt wurde, um sich vom Glauben an die Auferstehung zu distanzieren, wieviel mehr sollten Christen sich vom Unglauben distanzieren und sich erdbestatten lassen? Übrigens ist die Erdbestattung für einen

Christen die letzte Möglichkeit ein Zeugnis von seinem Glauben an die Auferstehung der Gerechten und Ungerechten zu geben. (Apostelgeschichte 24.15) Heute ist es in den meisten Kantonen so, dass die Kremation der Regelfall ist. Das heisst, wenn nichts anderes verfügt ist oder von den Angehörigen ausdrücklich gewünscht wird, wird kremiert. Deshalb empfiehlt der Verein für Erdbestattung und Persönlichkeitsschutz (VE+P), dass, wer erdbestattet sein will, dies auch verfügt. Verfügungsformulare und eine Anleitung dazu können unter www.ve-p.ch heruntergeladen oder beim Sekretariat VE+P, Postfach 16, 8514 Bissegg, gratis bestellt werden. Telefon Nummer 071 977 32 44. Arthur Bosshart Sekretär VE+P

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N AC H R IC H T E N

Sexualität: Muslime sind treuer als Christen STUDIE Bei Sex vor und außerhalb der Ehe gibt es große Unterschiede.

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lle Weltreligionen tadeln Sex vor oder vor oder außerhalb der Ehe (siehe Kasten). außerhalb der Ehe. Doch lassen sich Seitensprünge erlaubten sich 4 % der verheiMuslime und Hindus wesentlich seltener rateten Juden, 3 % der Christen und jeweils darauf ein als Juden und Christen. Das hat weniger als 1 % der Muslime, Hindus und eine Studie der US-Soziologinnen Amy Buddhisten. Adamczyk und Brittany Hayes ergeben, die in der Fachzeitschrift American Sociological Grund: Der Islam verhüllt Frauen Review (Washington) veröffentlicht wurde. Für den katholischen Soziologen Paul SulDie Forscherinnen werteten Bevölkerungs- lins (Washington) sind die Ergebnisse nicht und Gesundheitsdaten aus, die zwischen überraschend. Die meisten Erhebungen den Jahren 2000 und 2008 in stammten aus strikt isla31 Entwicklungsländern ermischen Ländern. Wenn man Vor der Ehe Sex hatten Frauen von Kopf bis Fuß hinhoben wurden. Ihr Fazit: Je höher der Bevölkerungsanteil 94 % der Juden ter Stoff verberge und sie bis 79 % der Christen von Muslimen oder Hindus in zur Hochzeit streng von Mäneinem Land, desto niedriger 65 % der Buddhisten nern trenne, dann werde man auch weniger vorehelichen ist die Wahrscheinlichkeit ge- 43 % der Muslime 19 % der Hindus Sex haben. schlechtlicher Beziehungen P

Abtreibungsgegner auf „schwarzer Liste“ EUROPA Bei den europäischen Institutionen in Brüssel sorgt eine „schwarze Liste“ mit Namen von Abtreibungsgegnern für Aufsehen.

D

as Papier trägt den Titel „Top 27 European Anti-choice Personalities“ (Die bekanntesten 27 Europäer, die das Recht auf Abtreibung ablehnen) und wurde vom Europäischen Parlamentarischen Forum für Bevölkerung und Entwicklung herausgegeben. Unter den Personen aus Deutschland befinden sich die Gründerin der Organisation „Ja zum Leben“ und frühere Bundesvorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), Johanna Gräfin von Westphalen (Meschede). Außerdem wird die Sprecherin des katholischen Jugendnetzwerkes „Generation Benedikt“, Sophia Kuby, genannt – und zwar in der Rubrik „rechtsaußen“. Die 31-Jährige gehört zum Vorstand der CDL und vertritt die Interessen der Lebensrechtler in Brüssel. In dem Papier werden – nach Ländern geordnet – nicht nur Personen, sondern auch alle Organisationen genannt, die sich für den Schutz ungeborener Kinder einsetzen. Für Deutschland liest es sich wie ein Verzeichnis der Lebensrechtsbewegung: Genannt werden u. a. die Aktion Lebensrecht für Alle

(ALfA), die Stiftung Ja zum Leben, das Treffen Christlicher Lebensrechtsgruppen und KALEB (Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren). Für die Schweiz werden unter den Parteien, die sich gegen die Abtreibung einsetzen, die Evangelische Volkspartei (EVP) und die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) genannt. Weiter finden sich u. a. die Organisationen „Ja zum Leben“ und die Initiative „LEA Schweiz“.

Deutsche Lebensrechtler befremdet Der Vorsitzende des Treffens Christlicher Lebensrechtsgruppen, Hartmut Steeb (Stuttgart), zeigte sich auf idea-Anfrage befremdet von dem Papier: „Es ist schon bezeichnend, dass Menschen und Gruppen, die sich vorbehaltlos für die Würde jedes einzelnen Menschen einsetzen – auch des Ungeborenen, des Schwachen, des Behinderten, des Sterbenden –, innerhalb Europas auf eine ‚schwarze Liste‘ gesetzt werden.“ Im Hauptamt ist Steeb Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz. P

ZAHLEN 3 Millionen Pilger in Mekka 1,75 Millionen muslimische Pilger sind in diesem Jahr zur Mekka-Wallfahrt nach Saudi-Arabien gereist, 4 % weniger als im Jahr zuvor. Zeitweilig waren fast 3 Millionen Pilger in der Stadt, teilten die Behörden mit. Die Wallfahrt zu den für Muslime Heiligen Stätten in Mekka gehört zu den fünf grundlegenden Pflichten im Islam. Jeder Muslim sollte diese Reise einmal im Leben vollziehen.

Geschäft mit dem Tod 40.000 Menschen in Deutschland verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Tod. Sie sind in einem der 3.800 Bestattungsunternehmen tätig. In dem Wirtschaftszweig werden jährlich etwa 11 Milliarden Euro umgesetzt. 2011 sind in Deutschland 852.000 Menschen gestorben, die auf 33.000 Friedhöfen beigesetzt wurden. 52 % wurden eingeäschert.

Verweltlichtes Frankreich Der Glaube spielt im einst katholisch geprägten Frankreich eine immer geringere Rolle: 46 % aller Franzosen haben noch nie einen Gottesdienst besucht. Vor 50 Jahren waren es nur 24 %. Das geht aus einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Ifop (Paris) hervor. Damals gingen 33 % der Franzosen jeden Sonntag in die Kirche, heute sind es 6 %. 51 % der 65,5 Millionen Franzosen sind katholisch.

††† Bis zum Ende der 44. Woche dieses Jahres werden in Deutschland nach offizieller Statistik etwa 94.650 Kinder im Mutterleib getötet worden sein. – Das Leben mit Kindern ist oft stressig. Dennoch ergaben Studien: Kinder machen gesund und verlängern das Leben. Nach einer US-Untersuchung wirkt sich das Leben mit Kindern günstig auf den Blutdruck der Mütter aus. Norwegische Forscher fanden gar heraus, dass Kinder das Sterberisiko sinken lassen. Die Wahrscheinlichkeit, im Alter zwischen 45 und 68 Jahren zu sterben, ist bei Frauen ohne Kinder um 50 % und bei Männern ohne Kinder um 35 % höher als mit Kindern. Warum das so ist, lässt die Mediziner rätseln. Vielleicht hilft ein Blick in die Bibel: Kinder sind ein Segen Gottes (1. Mose 26,24).

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DER GEFANGENE DES MONATS NOVEMBER

Haft für Flüchtling

KASACHSTAN Er wurde in Usbekistan verfolgt. Als „Gefangenen des Monats November“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den evangelischen Christen Makset Djabbarbergenov benannt und zu seiner Unterstützung aufgerufen. Der 32-Jährige wurde am 5. September in Almaty (Kasachstan) verhaftet. Der Pastor einer Gemeinde im islamisch dominierten Usbekistan war 2007 dorthin vor einer Verfolgung aus Glaubensgründen geflohen. Die Vertretung der Vereinten Nationen in Kasachstan stufte ihn 2010 als Flüchtling ein. Trotzdem weigert sich die kasachische Regierung, diesen Status anzuerkennen. Nun soll der Oberste Gerichtshof in Kasachstan in letzter Instanz

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über sein Asylersuchen entscheiden. Falls er mit seiner Familie wieder nach Usbekistan abgeschoben wird, erwartet ihn dort wegen angeblich ungesetzlicher religiöser Aktivitäten eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Über einen Freund – der ihn im Gefängnis in Almaty besuchte – bittet Djabbarbergenov Christen in aller Welt um Gebetsunterstützung. Die IGFM und idea rufen darüber hinaus dazu auf, sich in Briefen an den kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew für seine Freilassung und sein Aufenthaltsrecht einzusetzen. Von den 15,5 Millionen Einwohnern Kasachstans sind rund 70 % Muslime und 26 % Christen. In Usbekistan sind von den 27,7 Millionen Einwohnern 84 % Muslime und etwa 1 % Christen. P

idea Fernseh- und Hörfunk-Tipps

Makset Djabbarbergenov mit seiner Frau Aigul und ihren drei Söhnen 2010.

Hier kann man um seine Freilassung bitten: Seine Exzellenz Präsident Nursultan Nasarbajew via Botschaft der Republik Kasachstan Melchenbühlweg 79 • 3006 Bern bern@mfa.kz • Fax: 031 351 79 75

3. bis 9. November

FERNSEHEN Sonnabend, 3. November

Sonntag, 4. November

12.00–12.30 „Israels viertes Meer“ – Eine Reise rund um den See Genezareth

10.00–11.00 Evangelisch-reformierter Gottesdienst aus Champéry mit einem Dialog zu ökumenischen Thesen

19.00–19.45 „Lauf des Lebens“: Henning Röhl im Gespräch mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten Erwin Teufel

11.00–12.15 ERF 1 Gottesdienst aus der Lukas-Gemeinde BerlinSchöneberg mit Pastor Hans-Peter Pache

Mittwoch, 7. November 17.45–18.15 „Fenster zum Sonntag“: 18.000 Kilometer zu Fuss – In 500 Tagen um die Welt 20.15–21.00 „Kann Glaube heilen?“: Menschen berichten von Erfahrungen während ihrer Krankheit

20.15–22.00 Wissen aktuell: Die Energiewende – Wie komplex ist der Umstieg auf erneuerbare Energien?

22.45–23.00 Großmacht China – Was will die neue Führung? Freitag, 9. November

22.35–23.05 „Je oller, je doller“ Senioren im Unruhestand

20.15–20.45 ERF 1 „Hof mit Himmel“: Freiheit hinter Gittern. Wie der Häftling Ralf B. zu Jesus findet

11.30–12.05 „Camino“: Wenn die Fantasie auf Reisen geht

18.05–19.05 „Gutenbergs Welt“: Vor der Wahl – Amerika literarisch

12.05–12.30 „Glauben“: Adam, Eva und die Quarks –Das Faraday Institute und der Dialog von Wissenschaft und Religion

Donnerstag, 8. November

Donnerstag, 8. November

HÖRFUNK Fotos: idea/Grasse, Courtesy Djabbarbergenov family

Sonntag, 4. November 7.05–7.30 „Feiertag“: Heitere Vielfalt, heilige Einfalt – Was so alles heilig sein kann 8.30–9.00 „Perspektiven“: Das islamische Zürich – ein Stadtrundgang

8.40–9.00 Luther feiern, aber wie? – Über die Geschichte des Reformationsfestes und das Reformationsjubiläum 2017

9.30–10.30 Evangelisch-reformierter Gottesdienst aus der Lukaskirche in Luzern mit Pfarrerin Verena Sollberger

9.04–9.30 „Seelsorge am Gletscher“ Das evangelische Pfarrhaus in Island

10.05–11.05 Ev. Gottesdienst zum Reformationssonntag mit einer Zeitreise durch 500 Jahre

20.00–21.00 ERF Plus „Bilanz“: Vom Pastor zum Schriftsteller – Albrecht Gralle und Horst Marquardt

Wer reagieren möchte, kann dies unter folgenden Rufnummern tun: ARD: 089/5900-3344 | Bibel.TV: 040/4450660 | Das Vierte: 0180/5843783 Deutschlandfunk und Deutschlandradio: 0221/345-1831 | DRS 2: (0)848/808080 | ERF: 06441/957-0 | HR (TV): 069/1555111 | Kabel 1: 0180/5011150 KiKa: 0180/2151514 | Luth. Stunde: 04264/2436 | MDR: 0341/300-5401 | NDR: 0511/988-2393 | Phoenix: 0180/28213 | RBB: 030/97993-2171 SF 2: (0)62/2059050 | SR 2: (0)681/6022222 | SWR: 07221/929-0 | WDR (Radio): 0221/5678-333 | WDR (TV): 0221/5678888 | ZDF: 06131/7012164

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P RO T E S TA N T I SM US

Verspielen wir unsere Zukunft? REFORMATIONSTAG 2012 Ein Anlass, zu dem sich viele äußern, ob Reformen – und wenn ja, welche – in Landes- und Freikirchen notwendig seien. Einer der jüngeren evangelischen Spitzenjournalisten, der promovierte Historiker und Hauptstadtkorrespondent eines großen Fernsehsenders, Markus Spieker (Berlin), stellt im Folgenden in ideaSpektrum seine Position zur Diskussion. „Als ich mein Land krepieren sah, merkte ich, wie sehr ich es liebe“, schrieb der Autor Gustave Flaubert 1871 nach der französischen Niederlage gegen die Deutschen. Mir geht es genauso, wenn ich in diesen Tagen an Europa denke – diesen Kontinent, der aufgebaut ist auf der christlichen Lehre, der antik-griechischen Weisheit und dem römischen Verwaltungsgeschick. In diesem Sommer habe ich die französischen Kathedralen und die italienischen Renaissance-Städte besucht, und mir ist bewusst geworden: So viel Schönheit wird vermutlich nie wieder geschaffen werden. Es sei denn, irgendwann fangen die Roboter an, von selbst zu bauen. In den letzten tausend Jahren ist Europa über sich hinausgewachsen. Jetzt faltet es sich träge zusammen. Vor allem Deutschland sonnt sich noch im Glanz seiner Wirtschaftsleistung. Aber wenn in ein paar Jahren die Babyboomer anfangen in Rente zu gehen, beginnt ein unaufhaltsamer Prozess des Kraftabbaus und der Selbstzermürbung.

„So was machen wir nicht“ Als ich vor einigen Wochen für die „Tagesschau“ über den „Demografiegipfel“ der deutschen Bundesregierung berichtet habe, war ich erschrocken über den dort verbreiteten Realitätsverlust. Der Tenor: Wir brauchen mehr berufstätige Frauen, mehr Einwanderer, und wir müssen länger arbeiten. Rezepte dafür, wie das Hauptproblem, die niedrige Geburtenrate, gelöst werden kann, habe ich keine gehört. Auf die Frage, warum man nicht dazu übergeht, das Kinderkriegen gezielt zu fördern, hat mir ein Repräsentant der Bundesregierung versichert: „So was machen wir nicht.“ Und warum nicht? „Weil das in Deutschland so ist. Historisch bedingt. Wegen des Nazi-Mutterkreuzes und so.“ Stattdessen überboten sich die Minister in unglaubwürdigen Optimismus-Bekundungen wie: „Wir können es schaffen, den Wohlstand auch bei abnehmender Bevölkerungszahl zu vermehren.“ Die Politiker haben gut schwadronieren. Wenn die Altersarmut und der Pflegenotstand ausbrechen, sind sie längst im gut dotierten Ruhestand.

lohnt wird und alle Anstrengungen, die über eine Wahlperiode oder die Dauer einer befristeten Vorstandstätigkeit hinausreichen, sich nicht lohnen. So verspielt man seine Zukunft: wenn die Beharrungskräfte viel stärker sind als die Veränderungsbereitschaft, wenn mehr Energie im Konsum verbraten als neu investiert wird und wenn die vorhandenen Talente vor allem zur Zementierung des Status Quo benutzt werden.

Reformunfähige Landeskirchenämter Nirgendwo ist die Reformunfähigkeit stärker ausgeprägt als bei den Institutionen, die das Erbe der Reformation verwalten: den Landeskirchenämtern, den Theologischen Fakultäten und Synoden. Hier wird ungefähr so viel Adrenalin freigesetzt wie bei Mutter-Kind-Kuren auf Norderney.

Keine Freude über Bekehrungen Während der Papst die Zeichen der Zeit erkannt hat und versucht, die Katholische Kirche vom Mega-Trend des diesseitsfixierten Hedonismus abzukoppeln, hoppeln die meisten evangelischen Bischöfe hinter allem her, was von den Feuilletons als fortschrittlich und emanzipatorisch gefeiert wird. Aus meinen Gesprächen mit Kirchenfunktionären habe ich die traurige Erkenntnis gezogen: Mehr als über zehntausend Bekehrungen bei „Pro Christ“ freuen sie sich über einen kirchenfreundlichen Artikel in der „ZEIT“, der

Der Grund für die Unfähigkeit Das ist der eigentliche Grund für die Unfähigkeit zu nachhaltigen Reformen: Die Anreizsysteme in allen wichtigen Institutionen sind so justiert, dass kurzfristiger Erfolg be-

Heidnisches in der Berliner Bischofskirche St. Marien: Eine homoerotische Gaga-Truppe, die auch den „Kult der Großen Göttin” praktiziert, war am 22. Juni in einem Gottesdienst für die Fürbittengebete zuständig.


P RO T E S TA N T I SM US

„Süddeutschen Zeitung“ oder der „taz“. Einem Freund von mir, der als Pfarrer arbeitet, wurde während einer kirchlichen Weiterbildung erklärt, es gäbe mit liberalen Juden und Muslimen größere inhaltliche Schnittmengen als mit Evangelikalen. Dabei gehen aus deren Umfeld die einzigen erfolgreichen Missionsprojekte hervor.

Fotos: ARD-Hauptstadtstudio/Steffen Jän, dpa, Werner Tiki Küstenmacher

Neue Gemeinden geben das Tempo vor

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tireligiösen Gebetszentrums. Oder die Durchführung eines Festgottesdienstes zum schrill-schwulen „Christopher Street Day“ – ausgerechnet in der ehrwürdigen St. Marienkirche, in der früher Paul Gerhardt (1607 – 1676) gepredigt hat. Nun traten hier der Superintendent auf sowie der „Orden der Schwestern der perpetuellen Indulgenz“. In deren Satzung ist zu lesen: „Viele Mitglieder praktizieren individuelle spirituelle Disziplinen und Riten: Buddhismus in seinen mannigfaltigen Erscheinungsformen und vielerlei andere fernöstliche Formen der Spiritualität, westliche heidnische alte Kulte und Riten wie den Kult der Großen Göttin und Mutter.“

Nirgendwo wird das deutlicher als in der deutschen Hauptstadt. Die aus der evangelikalen Bewegung kommenden Neu-Gemeinden geben den Takt und das Tempo vor. Das Landeskirchen-Establishment steht abseits, steril, traditionsverhaftet und unfähig, auch nur eine einzige eigene missionarische Initiative zu entwickeln. Hier berauscht man sich an den stabilen Besucherzahlen einiger Honoratiorenkirchen, während bei den meisten Gottesdiensten der Altersdurchschnitt der Besucher weit höher ist als deren Anzahl. Von professioneller PR kann keine Rede sein.

Würde Luther austreten?

Geld ja, Kontakt nein?

Luther-Referenzen sind heuchlerisch

Mein E-Mail-Fach und mein Facebook-Konto quellen über von Einladungen zu hippen Freikirchen-Events. Dagegen habe ich vom Kirchenkreis Berlin-Mitte, an den ich jährlich einen nicht unbeträchtlichen Teil meines Einkommens überweise, noch nicht eine einzige Einladung bekommen, und die Lieferung des gedruckten Gemeindebriefs wurde nach einer einzigen Sendung auch eingestellt.

Ziemlich grotesk mutet da der Aufwand an, der für das Reformationsjubiläum in fünf Jahren getrieben wird. Was gibt es eigentlich zu feiern, wenn das Kerngebiet der Reformation – Mitteldeutschland, speziell Sachsen-Anhalt – fast so atheistisch geworden ist wie Nordkorea? Überhaupt wirken die vielen Luther-Referenzen heuchlerisch. Denn insgeheim graust es die angepassten Kleriker vor dem leidenschaftlichen Vollmenschen aus Eisleben. Viel näher sind sie bei der Gegenfigur zu Luther, dem feinsinnigen Erasmus von Rotterdam, der kluge Traktate verfasste, aber keine Bewegung in Gang setzte.

Die „Große Göttin“ in der Hauptstadtkirche Es gibt offenbar andere Prioritäten als die Mitgliederpflege. Zum Beispiel den groß angekündigten Bau eines mul-

ideaSpektrum 44.2012

Diese homoerotische Gaga-Truppe war zuständig für die Fürbittengebete. Contra scriptura statt sola scriptura. Wenn Luther heute lebte, würde er nicht 95 Thesen an die Kirchentür zimmern, er würde die Tür eintreten – und dann aus der Kirche aus.


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P RO T E S TA N T I SM US

Wo Journalisten nur noch grinsen

Ein Gott, der nicht von den Toten auferstanden ist Das Gekungele mit der intellektuellen Avantgarde befördert außerdem die Austrittswelle. In der Religionssoziologie hat sich längst die Erkenntnis durchgesetzt: Nur der Glaube, der mehr kostet als nur die Kirchensteuer, ist etwas wert. Nur Spiritualität, die mühsam und manchmal aufopferungsvoll eingeübt wird, wächst. Nur eine Doktrin, die nicht nur einseitig „Freiheit“ und „Soziale Gerechtigkeit“ predigt, sondern auch das menschliche Grundbedürf-

Evangelischer Bevölkerungsanteil in den Bundesländern BRANDENBURG

16,8%

NIEDERSACHSEN

420.070 -100.834

48,5%

3.889.768 -429.778

SACHSEN-ANHALT

13,9%

BERLIN

18,3% 641.316

-143.091

321.964 -93.038 THÜRINGEN

23,6%

640.773 -136.649

SACHSEN

20,0%

983.683 -178.309 untere Zahl kursiv: Rückgang gegenüber 2001 Stand: 31.12.2011 © ideaGrafik; Quelle: EKD

Nirgendwo gibt es heute in Deutschland so wenige Kirchenmitglieder wie im Kerngebiet der Reformation – Sachsen-Anhalt – mit der Lutherstadt Wittenberg und dem Geburts- und Sterbeort Luthers: Eisleben

Haben Teile der evangelischen Kirche den Anspruch aufgegeben, dass Jesus allein „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist? Dieser Eindruck stellt sich bei einem einmaligen Projekt in der deutschen Hauptstadt: Nahe dem Petriplatz soll ein multireligiöses Bet- und Lehrhaus entstehen, das Judentum, Islam und Christentum gemeinsam betreiben wollen. Das Foto zeigt den Siegerentwurf der Architekten. Vorsitzender des verantwortlichen Vereins ist der theologische Referent der Evangelischen Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien, Roland Stolte.

nis nach Autorität, Loyalität und moralischer Reinheit bedient, ist marktfähig. Deshalb verschwinden in den USA die liberalen „Mainline“-Denominationen allmählich in der Bedeutungslosigkeit. Weil immer weniger Gläubige ein paar Dollar lockermachen für die Verkündigung eines Gottes, der nicht von den Toten auferstanden ist, der keine Wunder tut und von dem fraglich ist, ob er überhaupt existiert – und wenn, ob er nicht doch vielleicht „Göttin“ oder „Allah“ gerufen werden will.

Nur eine Chance zur Erneuerung Ich sehe nur eine Chance zur Selbsterneuerung der evangelischen Landeskirchen. Der Impuls dazu muss allerdings von außen kommen: Nämlich von den vernünftigen evangelischen Freikirchen und von den engagierten Christen innerhalb der Landeskirchen, die es leid sind, die Stühle zu stellen und die Kinderbetreuung zu erledigen, aber bei allen theologischen Richtungsentscheidungen überstimmt zu werden. Sie müssten die EKD-Mitgliedskirchen endlich in eine Situation zwingen, die real längst existiert, aber ignoriert wird: eine Wettbewerbssituation. Noch kann die Amtskirche sich es nämlich offenbar leisten, ihren Pastorennachwuchs von Theoretikern ausbilden zu lassen, die selbst zuverlässig jede Dorfkirche leerpredigen. Das ist genauso absurd, wie wenn man die Ausbildung von Fußballtrainern in die Hände von Sportphilosophen legen würde.

Die Zeit ist reif Klipp und klar: Eine starke, geeinte und vor allem institutionalisierte Bekenntnisbewegung muss her – die beim trägen Volkskirchen-Apparat endlich den nötigen Veränderungsdruck erzeugt. Freilich mit der Perspektive, dass sich das kirchliche Lager irgendwann auch organisatorisch in

Foto: Kuehn Malvezzi/Visualisierung D. Ab

Ich will an dieser Stelle keine Bischofsschelte betreiben. Die aktuelle Misere ist nämlich nicht personaler, sondern systemischer Natur. Der christliche Glaube an sich ist rebellisch und subversiv. Bürokratien, auch kirchliche, zielen genau in die andere Richtung. Sie sind dazu angelegt, Lebensläufe planbar und Budgets kalkulierbar zu machen. Die evangelischen Spitzenleute erfüllen deshalb emsigartig die Funktion, für die sie gewählt wurden: den Laden am Laufen zu halten und den rot-grünen Zeitgeist mit vorhersehbaren Statements zu bedienen. Damit ernten sie allerdings nicht den Respekt, sondern die Geringschätzung der meisten Journalisten, die ich kenne. Ich bin überzeugt: Unsere Bischöfe würden anders reden, wenn sie wüssten, mit welch spöttischem Grinsen und bissigen Kommentaren ihre Kanzelsprüche zum Weltfrieden von vielen meiner Berufsgenossen quittiert werden.

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Zusammen ist man stärker Die Freikirchen und einige der missionarisch eingestellten Landeskirchen sollten sich ein Beispiel an der Linkspartei nehmen, die auch erst im Zusammenschluss kleinerer Parteien über die Fünf-Prozent-Hürde kam. Und sie müssen sich von dem Mythos verabschieden, dass eine effiziente Infrastruktur durch unzählige sogenannte „missionale“ Projekte ersetzt werden kann. Der Letzte, der einen massiven Kulturwandel ohne institutionellen Hebel in Gang gesetzt hat, war nämlich Jesus Christus.

Eine laute Stimme verschaffen Wenn seit Jahrzehnten auf Glaubenskonferenzen dieselbe Platte („Erweckung“, „Aufbruch“, „Jesus-Revolution“) abgespielt wird, aber die Botschaft nicht über die eigenen Hauskreise hinauskommt, sollte die Konsequenz klar sein: Ein besserer Verstärker und größere Lautsprecherboxen müssen her. Aus meiner eigenen Berufserfahrung ergänze ich: Wer als Kirche oder Kirchenverbund nicht mindestens eine Million verbindliche Mitglieder, eine verständliche Agenda und talkshowkompatibles Spitzenpersonal vorweisen kann, findet in der breiten Öffentlichkeit gar nicht statt.

In der Nische lebt es sich einfacher Aber die vielen Pietisten bzw. Evangelikalen, Konservativen, Bekennenden, Emergenten, Missionalen, Bibeltreuen, Pfingstlerischen, Charismatischen und GemäßigtCharismatischen wissen ja noch nicht einmal, welchen Namen sie sich geben sollen, geschweige denn welche Struktur und welches Credo. An den Rändern, in der Provinz und in den Nischen lebt es sich auch einfacher, zumal die Anzahl der zu verteilenden Pöstchen viel größer ist und der Qualitätsanspruch geringer.

Was Konservative Liberalen voraushaben So aber wird die Chance vertan, sich als die wahren Erben des Ex-Augustinermönchs Luther, des Pastors Dietrich Bonhoeffer und der Kinder einer ehemaligen Diakonisse –

Sophie und Hans Scholl – zu positionieren. Die missionarischen Evangelischen haben den liberalen Protestanten nämlich nicht nur die bessere Lehre, sondern auch die eindrucksvollere Traditionslinie voraus. Sie führt von Spener, Francke und Zinzendorf geradewegs in die größten Erweckungen aller Zeiten, denen heute über eine Milliarde Menschen ihren Glauben verdanken. Der alternative Strang führt vom kastrierten Evangelium eines Schleiermachers und Bultmanns geradewegs in die Selbstauflösung.

Evangelikale in der vierten Reihe Die breite Öffentlichkeit weiß davon nichts. Sie verbucht die Evangelikalen und ihre Artverwandten nach wie vor unter „Fundamentalisten“ – nicht ganz so gefährlich wie die Salafisten und nicht ganz so skurril wie die Pius-Brüder, aber trotzdem irgendwie schmuddelig und unseriös. So gesehen ist es schon ein erheblicher Erfolg, wenn trotzdem einige Pietisten bei den vielen Festgottesdiensten zum Reformationsjubiläum 2017 dabei sein dürfen – irgendwo ab der vierten oder fünften Reihe.

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Es geht uns noch zu gut Sie wollen es vielleicht nicht anders. Vermutlich trifft auf sie zu, was mir ein Teilnehmer des „Demografiegipfels“ hinter vorgehaltener Hand gesagt hat. Im Gegensatz zu den offiziellen Rednern mit ihren Durchhalteparolen gestand er, dass der Bevölkerungsrückgang zu Massenarmut und der Verödung ganzer Landstriche führen wird. Warum dennoch nur an den Symptomen gearbeitet wird, statt die ganze Sozial- und Familienpolitik radikal umzubauen, erklärte er lapidar so: „Uns geht es noch zu gut.“

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Wann wachen wir auf? Vielleicht wachen auch die evangelischen Christen erst auf, wenn Deutschland mehrheitlich religionslos, die Kirchensteuer abgeschafft ist und die meisten Kirchen zu Museen und Diskos umfunktioniert sind. Die Reformation brach ja auch nicht über blühende Landschaften herein – sondern kam nach Missernten, Seuchen, misslungenen Kreuzzügen und Inquisitions-Verfolgungen. Irgendwann wird sich schon ein neuer Luther, Calvin oder Zwingli finden. Hoffentlich dauert es nicht zu lange. P

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C H R I S T E N & S OZ I A LE G E R E C H T IG K E I T

Würde Jesus Auto fahren? GERECHTIGKEIT Was können Christen gegen globale Armut und Ungerechtigkeit tun? Diesen Fragen ging die Konferenz „Teilen ist Leben“ mit rund 200 Teilnehmern in Schwäbisch Gmünd nach. Veranstalter waren das dortige Christliche Gästezentrum „Schönblick“, das Kinderhilfswerk Compassion, die Micha-Initiative der Deutschen Evangelischen Allianz, die Gemeindebewegung Willow Creek, das Marburger Bildungs- und Studienzentrum sowie rund 20 Kooperationspartner, darunter die Evangelische Nachrichtenagentur idea. Ein Bericht von Karsten Huhn. „Gerechtigkeit fängt bei mir selber an“, sagt der Dozent für Praktische Theologie und Soziologie am Marburger Bibelseminar, Tobias Faix. Er warnt davor, sich von den „Glücksversprechungen der Warenwelt täuschen zu lassen“. Die Konsumgesellschaft sei für viele zu einer Ersatzreligion geworden. In der Wirtschaft beobachtet Faix „vier geistige Gesetze“, die sich negativ auswirken: 1. Fortschritt entsteht durch schnelles Wachstum, 2. Besitz und Konsum versprechen Glück und Gelassenheit, 3. Rettung entsteht allein durch Wettbewerb, 4. die Freiheit wird durch unverantwortliche Konzerne missbraucht. Diese vier Prinzipien seien täglich in der Wirtschaft zu beobachten. Faix fordert Christen dazu auf, sich Gerechtigkeit im Wirtschaftsalltag etwas kosten zu lassen: „Eigentlich wissen wir es, dass jemand dafür bezahlen muss, wenn ein T-Shirt nur 7,99 Euro kostet oder ein Pfund Kaffee nur 3,99 Euro.“ So sollten Kirchengemeinden nur noch fair gehandelten Kaffee trinken.

Würde Jesus bei Ikea einkaufen? Allerdings gebe es dagegen oft Widerstand: Auch in seiner Gemeinde in Marburg hätten viele dagegen gestimmt. Faix: „Wir merken gar nicht, wie sehr die unsichtbare Hand der Konsumgesellschaft schon in unsere Gemeinden eingedrungen ist.“ Faix stellt viele Fragen: Würde Jesus bei Ikea ein-

kaufen? Wo würde Jesus sein Geld anlegen? Welche Kleider würde er kaufen? Welche Lebensmittel? Wo in den Urlaub fahren? Würde er Auto fahren? Welchen Computer würde er nutzen? Zugleich gibt Faix zu, dass er bisher nur wenige Antworten hat. Er wolle nicht, dass Christen zu „verbitterten Moralisten“ werden oder ein schlechtes Gewissen bekommen, sondern dass sie ihr Bewusstsein dafür schärfen, dass sie „Teil des Spiels“ der Konsumgesellschaft sind.

Was Christen tun sollten? Vier praktische Ratschläge: 1. Regional einkaufen, um Transportwege zu vermeiden und die Landwirtschaft vor Ort zu fördern. 2. Sozial einkaufen, also nur Produkte, die nicht durch Ausbeutung entstanden sind. So sei 99 % der in Deutschland verkauften Schokolade nicht „fair gehandelt“ und beute Mensch und Natur aus. 3. Saisonal einkaufen, also keine Erdbeeren im Winter. 4. Ökologisch einkaufen, also Bio-Lebensmittel und BioBekleidung. Faix’ Fazit: „Informieren, verzichten und teilen sind die effektivsten Möglichkeiten, einen nachhaltigen Lebensstil einzuüben.“ Die internationale Direktorin des christlich-humanitären Hilfswerkes World Vision, Ruth Padilla DeBorst (Costa Rica), forderte dazu auf, Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, mit offenen Armen zu empfangen. So soll-

Die Symbole der meisten Kooperationspartner der Armutskonferenz:

Deutscher EC-Verband www.ec-sma.de

gesellschaftstransformation Gesellschaft. Gemeinde. Gerechtigkeit

…den Armen eine Chance

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Tobias Faix gibt Ratschläge fßr gerechteres Verhalten.

ten sich Christen in Deutschland fĂźr Roma einsetzen und fĂźr Asylbewerber, die in Kriegsgebiete zurĂźckgeschickt werden. NĂśtig sei es auch, dagegen zu protestieren, dass deutsche RĂźstungskonzerne ihre Waffen in den Mittleren Osten und nach Afrika verkaufen. Zudem sollten Christen sich mit ihrer Unterschrift an einer Aktion der Micha-Initiative beteiligen. Diese fordert Handy-Hersteller dazu auf, dass sie fĂźr ihre Handys auf das Erz Coltan aus dem Kongo verzichten, weil damit der BĂźrgerkrieg finanziert wird.

Wie hilfreich ist Entwicklungshilfe wirklich? Einen kritischen Blick auf den Nutzen von Entwicklungshilfe warf der langjährige World-Vision-Mitarbeiter, Kurt Bangert (Bad Nauheim). Hilfe kĂśnne das SelbstwertgefĂźhl des Empfängers verletzen. Autos, Computer, Satellitentelefone sowie teure HotelĂźbernachtungen von Entwicklungshelfern machten den Hilfsempfängern oft erst ihren Mangel bewusst. Zudem kĂśnne Hilfe von auĂ&#x;en zu bewaffneten Konflikten fĂźhren, wenn nur bestimmte Gruppen von einer Hilfslieferung begĂźnstigt werden. Auch kĂśnnten Nahrungslieferungen aus dem Ausland lokale Märkte kaputt machen, die Verzehrgewohnheiten dramatisch verändern oder zu Erkrankungen fĂźhren, weil die Nahrung unverträglich ist. Oft verändere Entwicklungshilfe das Wertesystem der Hilfsempfänger: PlĂśtzlich seien Schnelligkeit und Effizienz wichtiger als Freundlichkeit und Zeit fĂźreinander zu haben. PlĂśtzlich sei das Wissen der Einheimischen nichts mehr wert. FĂźr Entwicklungshelfer bestehe wiederum die Gefahr, angesichts von Unfähigkeit oder Unwilligkeit von einheimischen Mitarbeitern zynisch zu werden. Der wohl schwerwiegendste Einwand gegen Entwicklungshilfe ist die Gefahr, dass sie endlos fortbesteht, abhängig macht und die Eigeninitiative tĂśtet. Bangert: „Manchmal ist der Schaden von Hilfe grĂśĂ&#x;er als der Nutzen.“ Was sich dagegen tun lässt? Bangert gibt darauf eine allgemein gehaltene Antwort: „Wir mĂźssen die Wirksamkeit der Hilfe immer wieder infrage stellen.“

RU BR I K

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Auch in Zukunft wird es Erdbeben und DĂźrre geben FragwĂźrdig bleibt indes die Kernaussage des Films: Extreme Armut kann beseitigt werden – und wenn, dann nur durch uns Christen. So wichtig der Einsatz von Christen auch ist: Etwas mehr Bescheidenheit wäre schĂśn. Fraglich ist auch, ob allein die im Film gezeigten Aktivitäten (etwa Schulbildung, Bäume pflanzen, Moskitonetze gegen Malaria verwenden) ausreichen, um Armut dauerhaft zu beseitigen. Denn was der Film nicht sagt: Viele GrĂźnde fĂźr Armut liegen weitgehend auĂ&#x;erhalb der Reichweite von Hilfsorganisationen: Auch in Zukunft ist mit Erdbeben, DĂźrreperioden und Ernteausfällen zu rechnen. Zudem machen allzu oft ungerechte Gesetze, korrupte Regime und BĂźrgerkriege die Aufbauarbeit wieder zunichte. Dass der Kampf gegen Armut eine Sisyphysarbeit bleibt, hat Jesus selbst festgestellt: „Arme habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollt, kĂśnnt ihr ihnen Gutes tun“ (Markus 14,7). Zu bezweifeln ist deshalb die Prämisse des Films, dass eine ErhĂśhung des Spendenvolumens ausreicht, um Armut zu beseitigen. Viel hilft viel? Wenn es doch nur so einfach wäre! P

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Foto: Daniel BĂśrnert

„Brich dem Hungrigen dein Brot“ Wie vielfältig sich Christen gegen Armut einsetzen, zeigte der Dokumentarfilm „58“, der vom christlichen Hilfswerk Compassion in Auftrag gegeben wurde. Der Titel des Films spielt an auf das 58. Kapitel des Propheten Jesaja. Dort heiĂ&#x;t es unter anderem: „Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend sind, fĂźhre ins Haus.“ Der Film nimmt den Zuschauer in 75 Minuten mit an zahlreiche Orte der Erde: Gezeigt werden die Folgen der Erdbebenkatastrophe in Haiti, eine alleinerziehende Mutter in Ă„thiopien, ein Slum in Kenias Hauptstadt Nairobi, ein Armenviertel in der brasilianischen KĂźstenstadt Recife, schlieĂ&#x;lich in Schuldsklaverei geratene Steinbrucharbeiter in SĂźdindien und Kinderbordelle in Kalkutta – durchweg bewegende Lebensgeschichten und Bilder dieser Erde. Ab 2013 soll „58“ in hiesigen Kirchengemeinden zum Einsatz kommen und zudem im Internet zum kostenlosen Download zur VerfĂźgung stehen.

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Vom Glanz und Elend des Menschen GLAUBENSBEKENNTNIS (6. Teil) Wie hat Gott sich den Menschen bei seiner Erschaffung gewünscht? Nach welcher Maßgabe hat er ihn geschaffen und, was ist daraus geworden? Dazu nimmt Pfarrer Klaus Jürgen Diehl (Wetter/Ruhr) im sechsten Teil der idea-Serie Stellung. Nirgends wird vom Menschen Größeres ausgesagt als in der Bibel. Dass Gott uns als seine Ebenbilder geschaffen hat, unterstreicht, dass er als Gegenüber keine willenlose Marionetten, sondern Partner haben wollte. Sie sollen aus freier Entscheidung in Harmonie mit ihrem Schöpfer leben. Jeder einzelne Mensch ist das Ergebnis eines schöpferischen Gedankens Gottes, für den er viel Fantasie und Liebe aufgewendet hat. So wird jeder zu einem unverwechselbaren Original. Und selbst wenn manche Menschen darunter leiden, von ihren leiblichen Eltern nicht gewollt worden zu sein, steht über ihrem Leben dennoch das große Ja Gottes, der auch für ihr Leben einen individuellen Plan entworfen hat. Doch zugleich wird uns das Elend des Menschen als Sünder nirgends drastischer vor Augen gestellt als ebenfalls in der Bibel. Sie zerstört die Illusion, dass der Mensch von Natur aus gut sei, und stellt lapidar fest: „Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf“ (1. Mose 8,21). Martin Luther spricht in der Erklärung zum Glaubensbekenntnis vom „verlorenen, verdammten Menschen“, der erst durch das Opfer Christi erlöst wurde. Biblisch angemessen vom Menschen zu reden bedeutet also, von seinem Glanz und von seinem Elend zugleich zu reden. Doch wie hängt beides zusammen? Wie kann der Mensch die verloren gegangene Integrität zurückgewinnen?

Was heißt es eigentlich, Ebenbild Gottes zu sein? Wir Menschen sind von Gott selbst hergekommen – nicht von einem affenähnlichen Wesen. Der Schöpfer hat Maß genommen an sich selbst und dann den Menschen als sein Abbild geschaffen. Er ist so ähnlich wie Gott. Doch wie ist das zu verstehen? In Anlehnung an Alttestamentler wie Ger-

Nachdenkenswerte Zitate zum Thema: „Wir sind geboren, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.“ Nelson Mandela, südafrikanischer Politiker und Friedensnobelpreisträger

„Der Mensch ist Gottes Ebenbild, und darum ist er auch niemals ganz in seiner Herrlichkeit zu verstehen, so wie es Gott nicht ist.“ Bettina von Arnim (1785–1859), deutsche Schriftstellerin

„Ich danke Gott und freue mich wie´s Kind zur Weihnachtsgabe, dass ich bin, bin, und dass ich dich, schön menschlich Antlitz, habe.“ Matthias Claudius (1740–1815), deutscher Dichter

hard von Rad (1901–1971) und andere lässt sich die Gottebenbildlichkeit des Menschen mit einem dreifachen Auftrag verdeutlichen: So ist der Mensch zunächst geschaffen zu einer besonderen Herrschaft. Er ist das Hoheitszeichen Gottes in der Welt und damit herausgehoben vor allen anderen Geschöpfen. Alles ist dem Menschen unter die Füße getan. Er darf die Welt verwalten; ja, er darf sie sogar beherrschen – allerdings so, dass er pfleglich mit ihr umgehen soll.

Wozu wir Menschen geschaffen worden sind Zum anderen ist der Mensch zu einer besonderen Gemeinschaft geschaffen. „Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde … und schuf sie als Mann und Frau“ lesen wir im Schöpfungsbericht (1. Mose 1,27). Mann und Frau sind also das Urbild der Gemeinschaft und Gemeinsamkeit. Kein Mensch ist eine einsame Größe; jeder ist auf das Du des Partners bzw. der Partnerin hin angelegt. Der Schöpfer wollte, dass wir Menschen in der Partnerschaft von Mann und Frau miteinander ein erfülltes und glückliches Leben finden. „Der Mensch – als Mann und Frau – ist für Gott so geschaffen, dass zu seiner Gottesebenbildlichkeit auch dieses Aneinandergebundensein in der tiefsten aller gegenseitigen Bindungen gehört. Der Mensch ist nicht zur Autonomie geschaffen, sondern zu wahrer Verbundenheit in Liebe und Gehorsam“ (der britische Missionstheologe Lesslie Newbigin). Und schließlich sind wir Menschen neben Herrschaft und Gemeinschaft auch noch zu einer besonderen Freundschaft berufen: der Freundschaft mit Gott. Gott wollte sich mit uns Menschen ein Gegenüber schaffen, mit dem er in eine lebendige Kommunikation treten kann. Wir Menschen sind die Lebewesen, die ihrem Schöpfer aus freien Stücken antworten können und mit denen Gott eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen möchte.

Das Drama des Sündenfalls und die Folgen Doch vom ursprünglichen Glanz der Gottebenbildlichkeit ist nicht viel übrig geblieben. Der Apostel Paulus schreibt einmal sinngemäß: „Wir haben die Herrlichkeit verloren, die Gott uns mit der Ebenbildlichkeit zugedacht hatte“ (Römer 3,23). Im Klartext: Der Lack ist ab. Der Glanz ist hin. Das Bild ist vermurkst. Wir Menschen sind längst nicht mehr die glanzvollen Abbilder Gottes. Warum das so ist, erzählt uns die Sündenfallgeschichte (1. Mose 3). Dort werden Adam und Eva von der Schlange dazu verführt, das einzige Gebot, mit dem Gott ihre ansonsten unbeschränkte Freiheit eingegrenzt hatte, zu überideaSpektrum 44.2012


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nimmt der Mensch immer wieder Reißaus vor Gott und gerät auf Abwege oder in Sackgassen.

Die Trennung von Gott Längst sind Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben. Seither fristen wir Menschen ein beschwerliches und für alle Spielarten des Bösen anfälliges Dasein. Unauslöschliches Kennzeichen dieses Lebens jenseits von Eden ist die Sünde. Sie ist ihrem Wesen nach weit mehr als moralische Unzulänglichkeit. Sünde ist in ihrer tiefsten Dimension Abkehr und Trennung von Gott – und damit Trennung vom Ursprung des Lebens. Deshalb ist auch der Tod die Folge der Sünde. Doch damit ist, Gott sei Dank, nicht das letzte Wort über uns Menschen gesagt.

Der Glanz kehrt zurück

Die „Schöpfung” – wie sie der deutsche Maler Sieger Köder 2000 sah.

treten. Bis heute ist diese Geschichte ein eindrückliches Beispiel dafür, wie wir Menschen die vertrauensvolle Beziehung zu Gott ohne Not aufs Spiel setzen. Zunächst sät die Schlange als Inkarnation des Bösen Misstrauen gegenüber Gott. Sie macht aus dem großzügig schenkenden Gott einen kleinlichen Tyrannen, der um seine Vormachtstellung besorgt ist. Statt dass Adam und Eva der Unterstellung der Schlange aus ihrer Erfahrung widersprechen, lassen sie sich dazu anstiften, Gott der Missgunst zu verdächtigen. Und als die Schlange auch noch mit dem Versprechen lockt: „Ihr werdet sein wie Gott!“, da werfen sie ihre letzten Bedenken über Bord. Denn was ist faszinierender, als niemanden mehr über sich zu haben und in völliger Autonomie über sein eigenes Leben verfügen zu können? Auf das Versprechen grenzenloser Freiheit fallen die Menschen bis heute immer wieder herein, um anschließend die Erfahrung einer umso größeren, erniedrigenden Abhängigkeit zu machen.

Bild: Sieger Köder

Der Mensch macht, was er will Die Folgen jenes ersten Sündenfalls sind bekannt: Der Mensch macht mit Gottes guter Schöpfung, was er will. Er beutet sie hemmungslos aus und ist dabei, viele Lebensgrundlagen unwiederbringlich zu zerstören. Und was ist aus der besonderen Gemeinschaft von Mann und Frau geworden? Menschen werden „vernascht“, verbraucht, verachtet, verstoßen, vernichtet. Aus der Partnerschaft ist oft genug ein Geschlechterkampf geworden, in dem jeder seine eigensüchtigen Wünsche und Interessen gegen den anderen durchzusetzen versucht. Schließlich: Was ist aus der Freundschaft zu Gott geworden? Ein dauerndes Versteckspiel vor Gott! Statt sich vertrauensvoll an Gott zu wenden,

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Gott hat sich nicht damit abgefunden, dass wir Menschen als seine verpfuschten und vermurksten Ebenbilder weiterleben müssen. Weil er uns liebt und nicht von uns loskommt, hat er es sich in den Kopf gesetzt, unser ursprüngliches Bild wieder in hellem Glanz erstrahlen zu lassen. Unser Leben soll endlich wieder das widerspiegeln, was er als sein Schöpfer in dieses Leben hineingelegt hat. Sein Ziel mit uns Sündern ist es, uns von Grund auf zu erneuern und in sein Bild umzugestalten. Wie das geschieht, möchte ich an einem Beispiel verdeutlichen.

Wie ein entstelltes Kunstwerk Vor einiger Zeit habe ich die Gemäldegalerie im Schloss Wilhelmshöhe in Kassel besucht. Dort hängt auch ein überaus wertvolles Gemälde von Rembrandt, die „Segnung Jakobs“. Auf dieses Gemälde hatte vor Jahren ein Geistesgestörter ein Säureattentat verübt. Die Folgen waren katastrophal. Durch die Wirkung der Säure liefen die verschiedenen Farben ineinander, und die Leinwand war in Mitleidenschaft gezogen. Das einst so kostbare Gemälde schien für immer irreparabel zerstört zu sein. Doch dann schlug die Stunde der Restaurateure. In mühevoller Kleinarbeit und mit größtmöglicher Sorgfalt gingen sie daran, das Bild originalgetreu wiederherzustellen. Heute fasziniert die Be- O

Was die Bibel dazu sagt

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Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt (Psalm 8,5–6). Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin (Psalm 139,14). Darum wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben (Römer 5,12). Jesus: Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten (Lukas 5,32). Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren (Römer 5,8).


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trachter das Bild in seinem alten Glanz – allerdings geschĂźtzt durch eine dicke Glasscheibe. Die Restaurateure haben ganze Arbeit geleistet: Sie haben das Bild neu geschaffen. Wie der kostbare Rembrandt, so ist unser Leben durch die „Salzsäure“ SĂźnde entstellt. Aber Gott sei Dank gibt es auch hier einen liebevollen, sorgfältigen Restaurator, bei dem unser Bild in seinem ursprĂźnglichen Originalzustand als Ebenbild Gottes verwahrt ist.

Jesus ist ein Meisterrestaurator Jesus ist der groĂ&#x;e Meisterrestaurator unseres Lebens. Er war bereit, sein Bild am Kreuz durch Dornenkrone und Nägelmale, durch Spott und Hohn bis zum Ă„uĂ&#x;ersten entstellen zu lassen, damit unser Bild in seinem alten Glanz wieder neu erstrahlen kann. Dieser Umgestaltungsprozess vollzieht sich freilich nicht von heute auf morgen. Schritt fĂźr Schritt soll unser Leben in das Bild Christi umgestaltet werden, damit wir etwas von seinem Wesen widerspiegeln kĂśnnen. Wie gut, dass Jesus als Erneuerer unseres Lebens dabei unendliche Geduld mit uns hat, wenn wir in sĂźndige Gewohnheiten zurĂźckfallen und meinen, wir mĂźssten unser Leben wieder selbst in die Hand nehmen. In dem MaĂ&#x;e, wie wir uns jedoch Jesus Christus anvertrauen, werden wir erleben, wie er uns mehr und mehr in sein Ebenbild verwandelt und wir seinen Schein immer heller wiedergeben werden (2. Korinther 3,18 nach J. Zink). Doch erst in Gottes neuer Welt werden wir fĂźr immer Anteil haben an Gottes unvergänglichem Herrlichkeitsglanz. Dann wird unser Leben nicht nur runderneuert, sondern totalerneuert sein. P Anzeigen

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Die Frontansicht der Freien Theologischen Hochschule in Gießen

AUS BI LDU NG SS TÄT T E N

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3.077 studieren an evangelikalen Schulen BIBELSCHUL-UMFRAGE Die Studentenzahl an den evangelikal geprägten theologischen Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Europa ist gegenüber dem Vorjahr um 8 % gestiegen. Derzeit studieren dort 3.077 junge Christen; im Vorjahr waren es 2.841. Einen deutlichen Rückgang um 384 gab es hingegen bei den Aufbaustudiengängen. Sie werden derzeit von 966 Studenten besucht (Vorjahr: 1.350). Das ergab eine idea-Umfrage bei 49 Ausbildungsstätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Mehrzahl ist in zwei Dachverbänden organisiert: der Konferenz Missionarischer (KMA) und der Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA). Daneben gibt es vor allem die Schulen der Freikirchen.

Stellenmarkt für Leute, die missionarisch arbeiten wollen Der Vorsitzende der KMA und Leiter der Evangelistenschule Johanneum, Burkhard Weber (Wuppertal), sagte gegenüber idea, es gebe in Landeskirchen wie in freien Werken einen „Stellenmarkt für Leute, die profiliert missionarisch arbeiten wollen“. Unter den Studenten beobachte er den Trend, dass sie sich in ihrer theologischen Arbeit verstärkt der Bibel zuwendeten. Sie wollten wieder wissen, was in den Quellen steht. Auf wachsendes Interesse stoße zudem das verbindliche Leben während des Studiums: Gemeinsames Wohnen, Essen und Gottesdienstfeiern komme bei der Mehrzahl der Studenten gut an.

Die evangelikale Bewegung steht „mehr oder weniger still“ Der erste Vorsitzende der Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA), Ulrich Neuenhausen (Bergneustadt), beobachtet unter den Absolventen viel Idealismus und ein starkes missionarisches Anliegen. Allerdings „knirsche“ es in der Gemeindearbeit oft zwischen den Generationen. Vielen Gemeinden fehle der Draht zu Kultur und Gesellschaft. Neuenhausen: „Die junge Generation merkt, dass die evangelikale Bewegung mehr oder weniger stillsteht.“

Foto: idea/Schmitt

Warum Absolventen aus der Gemeindearbeit aussteigen Unterschiedliche Vorstellungen gebe es häufig beim Predigtund Musikstil. Das führe mitunter dazu, dass junge Leiter nach kurzer Zeit aus der Gemeindearbeit ausstiegen. Auf der anderen Seite wolle sich die junge Generation in ethischen Fragen häufig nicht mehr festlegen, etwa bei der Frage nach dem Zusammenleben von Paaren ohne Trauschein oder der Bewertung von Homosexualität. Laut Neuenhausen sollten Gemeinden ihre ethischen Positionen nicht der Kultur anpassen, wohl aber Traditionen und Gewohnheiten ändern, die keine biblische Begründung haben. P

ideaSpektrum 44.2012

Neues aus den Ausbildungsstätten • Das Theologische Seminar Adelshofen hat sich als Vollmitglied neben der KBA auch der KMA angeschlossen. • Das CVJM-Kolleg bietet seit 2011 neben der Doppelqualifikation Erzieher/-in/CVJM-Sekretär/-in auch eine 2-jährige Erzieherausbildung (+ Anerkennungsjahr) an. • Das Bibelseminar Bonn hat in Zusammenarbeit mit dem ERF das Seminar „Bibelkunde Neues Testament“ im Internet im Angebot. Der Kurs dauert 20 Wochen. • Das Marburger Bildungs- und Studienzentrum kooperiert mit der Universität in Leeuwarden (Niederlanden). Studierende können dadurch einen BA-Abschluss in Sozialarbeit erwerben. • Das Marburger Bildungs- und Studienzentrum bietet neben dem Studium Gesellschaftstransformation künftig auch das interkulturell ausgerichtete Studium „Development Studies & Transformation“ an. Kooperationspartner ist die Uni von Südafrika. • Das Martin Bucer Seminar eröffnet am 17. November in München ein neues Studienzentrum. Man reagiere damit auf die steigende Nachfrage für berufsbegleitende theologische Ausbildungsangebote. • Die Evangelische Hochschule Tabor in Marburg richtet ab dem Studienjahr 2013/2014 die Karl-Heim-Professur für Evangelisation und Apologetik ein. • Die Freie Theologische Hochschule Gießen baut die Begleitung ihrer Studierenden aus. Jedem Studenten wird ein Mentor zur Seite gestellt, der ihn in Lebensfragen berät. Die FTH arbeitet dabei mit über 50 Pastoren und Gemeindeverantwortlichen zusammen. Zudem bietet die Hochschule Persönlichkeitsseminare, psychologische Beratung und Seelsorge an.

Es gibt 2 Dachverbände evangelikaler Ausbildungsstätten: 1. Die 1963 gegründete Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA) umfasst 33 theologische Ausbildungsstätten. Sie bekennen die „göttliche Inspiration und die Unfehlbarkeit der ganzen Heiligen Schrift“. www.bibelschulen.de 2. Die Konferenz Missionarischer Ausbildungsstätten (KMA) wurde 1971 gegründet. Zu ihr gehören 15 theologische Ausbildungsstätten. Sie ist verbunden mit der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (Berlin). Voraussetzungen für die Aufnahme in die KMA sind die kirchliche Anerkennung der Ausbildung, ebenso die freie Trägerschaft und finanzielle Unabhängigkeit von den Landeskirchen. Die KMA orientiert sich an biblisch-reformatorischer Theologie, dem Pietismus und dem Erbe der Bekennenden Kirche. b www.ekd.de/studium_bildung/studium/gemeindepaedagogik/ missionarische_ausbildungsstaetten.html


Nummer in der Karte Name

Studentenzahl 2012 Studentenzahl 2011 In Klammern: Studenten in Aufbaustudiengängen

Konferenz Missionarischer Ausbildungsstätten (KMA)

Ausbildungsstätten der Freikirchen

Sie bieten eine 2- bis 5-jährige Ausbildung zum hauptamtlichen Dienst mit kirchlicher Anerkennung, z. T. auch staatlich anerkannt

1

Marburger Bibelseminar, Marburg

30

193

208

140

189

70

88

(46)

(56)

0 64 21 / 91 29 11, www.marburger-bibelseminar.de

2

CVJM Hochschule, Kassel

(57)

(20)

05 61 / 3 08 75 40, www.cvjm-hochschule.de

3

Theologisch-pädagogisches Seminar Malche, Porta Westfalica

4

CVJM-Kolleg, Kassel

38

(26)

(15)

5

Evangelistenschule Johanneum Wuppertal

42

42

6

Evangelische Missionsschule Unterweissach (Bahnauer Bruderschaft)

41

39

02 02 / 3 17 00, www.johanneum.net (10)

(11)

20

16

(5)

(21)

0 71 91 / 3 53 4 0, www.missionsschule.de

7

Gnadauer Theologisches Seminar Falkenberg

31

Fachhochschule für Interkulturelle Theologie, Hermannsburg

15

0 50 52 / 6 94 50, www.missionsseminar.de

32

36

Bibelschule Brake, Lemgo

BERÖA-Theologisches Seminar des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden, Erzhausen Europäisches Theologisches Seminar (Gemeinde Gottes), Freudenstadt Theologische Hochschule (Evangelischmethodistische Kirche), Reutlingen Seminar Schloss Bogenhofen (adventistisch), St. Peter (A) +43 / 77 22 / 63 12 51 70, www.bogenhofen.at Theologische Hochschule Ewersbach (Bund Freier evangelischer Gemeinden) Lutherische Theologische Hochschule (SELK), Oberursel

Institut für Gemeindeaufbau und Weltmission (IGW), Studienzentren Braunschweig, Essen, Karlsruhe, Nürnberg, Bern (CH), Zürich (CH) u.a.

Calvary Chapel Bibelschule Siegen

Freie Theologische Hochschule Gießen

Christliche Bildungsstätte Fritzlar (Gemeinde Gottes)

(23)

40

Lutherisches Theologisches Seminar (Evangelisch-Lutherische Freikirche), Leipzig

154

157

41

Theologisches Seminar Bienenberg, Liestal (CH)

123 (11)

131 (130)

104 (39)

06 41 / 97 97 00, www.fthgiessen.de

13

Biblisch-Theologische Akademie (Forum Wiedenest), Bergneustadt

121 (27)

55

41

46

(6)

38

(2)

38

(19)

(13)

28

28

20

20

20

16

6

5

(5)

111

(8)

0 56 22 / 99 46 10, www.cb-f.de

03 41 / 86 90 70, www.elfk.de/seminar

11

(20)

4

(20)

+41/ 61 / 9 06 78 00, www.bienenberg.ch

42

+41 / 44 / 2 72 48 08, www.igw.edu

12

36

(16)

02 71 / 2 50 85 80, www.ccbc-siegen.de

179

(178)

58

(89)

(10)

170

133

62

(101)

0 61 71 / 9 12 70, www.lthh-oberursel.de

0 52 61 / 80 90, www.bibelschule-brake.de

11

62

0 27 74 / 92 90, www.tse.feg.de

37

0 47 94 / 96 26 10, www.bucer.de

10

64

(1)

0 71 21 / 9 25 90, www.th-reutlingen.de

35

39 (30)

66

0 74 42 / 4 90 50, www.ets-kniebis.de

34

38

Sie bieten eine ein- und mehrjährige Ausbildung für hauptamtlichen und ehrenamtlichen Dienst

Martin Bucer Seminar, Studienzentren Berlin, Bielefeld, Bonn, Chemnitz, Hamburg, München, Pforzheim, Zürich (CH), Innsbruck (A), Linz (A)

Theologisches Seminar Elstal (Bund EvangelischFreikirchlicher Gemeinden), Wustermark

0 61 50 / 9 76 80, www.beroea.de

Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA) 9

84

(75)

03 32 34 / 74 - 308, www.theologisches-seminar-elstal.de

03 34 58 / 64 56 00, www.gtsf.de

8

170

0 39 21 / 9 16 - 0, www.thh-friedensau.de

46

05 61 / 3 08 75 00, www.cvjm-kolleg.de

159 (74)

33

05 71 / 64 53 0, www.malche.de

Theologische Hochschule Friedensau (adventistisch)

Heilsarmee Bildungszentrum, Basel (CH)

3

2

(18)

(20)

(12)

(0)

+41 / 61 / 3 87 91 11, www.heilsarmee-bildungszentrum.ch

43

Anskar-Kolleg, Hamburg 01 71 / 7 86 22 06, www.anskar.de

44

*

European Nazarene College, Büsingen 0 77 34 / 80 90, www.eunc.edu

(22)

*214 Teilzeitstudenten in 17 Ländern Europas und Zentralasiens

0 22 61 / 40 61 26, www.wiedenest.de/biblisch-theologische-akademie.html

14

Akademie für Weltmission, Korntal (105)

98

15

Bibelseminar Bonn, Bornheim

117 (13)

Weitere Ausbildungsstätten 45

07 11 / 83 96 50, www.awm-korntal.de

89

(20)

Theologisches Seminar Rheinland, Wölmersen

81

80

(10)

(15)

46

Seminar für biblische Theologie, Beatenberg (CH)

49

50

41

47

+41 / 33 / 8 41 81 00, www.sbt-beatenberg.ch

18

Bibelseminar Königsfeld, Ostfildern

(87)

(53)

Bibelschule Kirchberg

44

44

20

Theologisch-Diakonisches Seminar Aarau (CH)

45

40

(28)

Akademie für Reformatorische Theologie, Hannover

Freie Theologische Fachschule (Bibel-Center), Breckerfeld

22

Krelinger Studienzentrum, Walsrode

43

31

20

19

49

Evangelikale Akademie, Wien (A)

2

1

(62)

(35)

(83)

(80)

+43 / 1 / 8 12 38 60 , www.evak.at

24

Akademie für christliche Führungskräfte, Gummersbach 0 22 61 / 80 72 27, www.acf.de

Mitglied der Konferenz Missionarischer Ausbildungsstätten (KMA) und der Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA) 25

Internationale Hochschule Liebenzell

26

Theologisches Seminar St. Chrischona, Bettingen (CH)

Stuttgarter Bibel-Lehrzentrum (charismatisch)

Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel (CH)

27

Evangelische Hochschule Tabor, Marburg

52

Klostermühle – Kurzbibelschule (Fackelträger), Obernhof

Theologisches Seminar Adelshofen, Eppingen Theologisches Seminar Bibelschule Aidlingen

3 oder 6 Monate, 0 26 04 / 9 43 40, www.fackeltraeger.de

53

Bibelschule Burgstädt Grundkurs (3 Monate), Jüngerschaftskurs (3-6 Monate) – sowie Einzelseminare, 0 37 24 / 21 96, www.bibelburg.de

54

ICI University Deutschland, Aßlar

55

InstitutPlus, Baar (CH)

6-monatiger Fernkurs, 0 64 43 / 21 83, www.ici-germany.de Versch. Kurse berufsbegleitend 1–4 Jahre, +41 / 4 17 60 / 73 30, www.institutplus.ch

Biblische Ausbildung am Ort, Landau

58

Esra-Training (Wort des Lebens), Heidesee BFU Theologische Fernschule, Worms

0 75 41 / 9 50 90, www.bodenseehof.de 0 63 41 / 9 68 83 10, www.bao-kurse.de 03 37 66 / 21 20, www.esra-training.de

(20)

(27)

59

31

31

60

Kompass – die Gemeinde-Bibelschule, Studienzentren Hamburg und Wetzlar

61

Jüngerschaftstraining (Missions Discipleship Training), Mosbach

0 62 41 / 20 03 31, www.bfu-online.org (35)

(30)

7

12

0 72 62 / 60 80, www.lza.de/theologisches-seminar/

29

6 Monate, +43 / 75 85 / 4 41 52, bibelschule.schlossklaus.at

57

0 64 21 / 96 73, www.eh-tabor.de

28

(7)

Kurz- und Fernbibelschulen Schloss Klaus – Kurzbibelschule (Fackelträger), Klaus a. d. Pyhrnbahn (A)

87 74

51

51

96

65

55

+41 / 61 / 6 46 80 80, www.sthbasel.ch

Bibelschule Bodenseehof (Fackelträger), Friedrichshafen

(36)

(145)

(8)

56

(37)

28

(137)

Weitere private Hochschulen 50

115

+41 / 61 / 6 46 44 26, www.tsc.chrischona.ch

4

Bibel- und Missionsschule Ostfriesland, Großheide

90

0 70 52 / 1 7 2 99, www.ihl.eu

4

07 11 / 4 80 40 22, www.go-sbl.de

0 51 67 / 97 01 73, www.grz-krelingen.de

23

8

0 49 36 / 9 17 08 47, www.b-m-o.org

0 23 38 / 10 71, www.bibel-center.de (20)

83

05 11 / 64 68 98 30, www.reformatio.de

48

+41 / 62 / 8 36 43 43, www.tdsaarau.ch

21

70

(3)

0 79 54 / 5 91, www.bsk.org (57)

Werkstatt für Gemeindeaufbau, Ditzingen 0 71 56 / 35 01 15, www.leiterschaft.de

47

07 11 / 7 19 56 80, www.bibelseminar-koenigsfeld.de

19

142

(7)

0 26 81 / 98 49 30, www.neues-leben.de

17

132

0 53 82 / 9 30-0, www.glaubenszentrum.de

0 22 22 / 7 01 - 2 00, www.bsb-online.de

16

Glaubenszentrum Bad Gandersheim (charismatisch)

0 64 21 / 9 48 41 86, www.kompass-bibelschule.de 0 62 61 / 94 70, www.d.om.org

0 70 34 / 6 48 - 0, www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.de

ideaSpektrum 44.2012


29

AUS BI LDU NG SS TÄT T E N

Bibelschulen und Theologische Seminare im deutschsprachigen Raum

48

Großheide

60 43 9

Walsrode 22 Hannover 9

8

Hamburg

Hermannsburg

47

11 45

Wustermark

Braunschweig 30

Bielefeld Bad Gandersheim 3 Porta Westfalica 10 Lemgo

Essen Breckerfeld 2 Wuppertal 5 21 39 4 Kassel Bergneustadt Fritzlar Gummersbach 24 13 Bornheim Siegen 38 Dietzhölztal-Ewersbach 36 1 27 Marburg Bonn 9 15 Aßlar 16 Wölmersen 5460 12 Gießen Wetzlar 52 Obernhof 37 Oberursel

31

7 Falkenberg Berlin 58 Heidesee

9

Friedensau

11

32 59

40

Leipzig Burgstädt

53

Chemnitz

9

Konferenz Missionarischer Ausbildungsstätten Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten Mitglieder der Konferenz Missionarischer

Erzhausen

Ausbildungsstätten und der Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten

Worms

Mosbach Nürnberg 11 Ditzingen Landau 57 Eppingen 19 Kirchberg 28 Karlsruhe 11 9 46 14 Korntal Pforzheim 6 Stuttgart 4929 18 Weissach im Tal 25 Bad Liebenzell Aidlingen Ostfildern 34 Reutlingen 33 Freudenstadt

Ausbildungsstätten der Freikirchen Weitere Ausbildungsstätten

61

Kurz- und Fernbibelschulen Hochschule (CH)

9

Olten 11 Bern

41 20

Aarau

Baar

Wien

23

Klaus 51

44 Büsingen 56 Friedrichshafen Liestal 11 Zürich

9 55

Linz

München

Bettingen 5042 26

9

9

© lideaGrafik

Basel

St. Peter

35

Innsbruck

11 17

Beatenberg Seminare Bibelschulen und Theologische im deutschsprachigen Raum 48

Großheide

60 43 9

Hannover

Hamburg

Hermannsburg

8

Walsrode 22

47

11

Wustermark

Braunschweig

Essen

11

40

Breckerfeld 2 39 4 Kassel 21 Bergneustadt Fritzlar Gummersbach 24 13 Dietzhölztal-Ewersbach Bornheim Siegen 38 36 1 27 Marburg 15 Aßlar Bonn 9 16 54 Wölmersen 60 12 Gießen Wetzlar 52 Obernhof 37 Oberursel

53

Chemnitz

Burgstädt 9

Bibeltreuer Ausbildungsstätten Ausbildungsstätten der Freikirchen Weitere Ausbildungsstätten Kurz- und Fernbibelschulen Hochschule (CH)

Worms

Nürnberg 11 Mosbach Ditzingen Landau 57 Eppingen 19 Kirchberg 28 Karlsruhe 11 9 46 14 Korntal Pforzheim Stuttgart 4929 618 Weissach im Tal Ostfildern Bad Liebenzell 25 Aidlingen 34 Reutlingen 61

35

Freudenstadt

33

Die Karte „Bibelschulen und Theologische Seminare“ ist auch als Plakat im Format DIN A2 zum Preis von 9,90 EUR erhältlich.

Konferenz Missionarischer Ausbildungsstätten Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten Mitglieder der Konferenz Missionarischer Ausbildungsstätten und der Konferenz

Erzhausen

32 59

7 Falkenberg Berlin 58 Heidesee

9

Leipzig

5

Wuppertal

31

Friedensau

30

45

Bad Gandersheim Bielefeld 3 Porta Westfalica 10 Lemgo

9

St. Peter

Wien

Linz

9

23

München

9

Olten 11 Aarau20

Beatenberg

Studentenzahl Studentenzahl 2011

2012

Weitere Ausbildungsstätten

in In Klammern: Studenten Aufbaustudiengängen

Sie bieten eine einehrenamtlichen Dienst hauptamtlichen und

Sie bieten eine 2- bis z. T. auch staatlich anerkannt mit kirchlicher Anerkennung, 193

208

(46)

(56)

140

189

(57)

(20)

70

88

Marburger Bibelseminar,

Marburg

0 64 21 / 91 29 11, www.marburger-bibelseminar.de

CVJM Hochschule, Kassel

2

05 61 / 3 08 75 40, www.cvjm-hochschule.de

Theologisch-pädagogisches Porta Westfalica

3

Seminar Malche,

05 71 / 64 53 0, www.malche.de

CVJM-Kolleg, Kassel

4

ideaSpektrum 44.2012

05 61 / 3 08 75 00, www.cvjm-kolleg.de

5

Evangelistenschule Johanneum,

6

Evangelische Missionsschule (Bahnauer Bruderschaft)

02 02 / 3 17 00, www.johanneum.net Weissach im Tal, 0 71 91 /

Wuppertal

Unterweissach

3 53 4 0, www.missionsschule.de

Seminar Falkenberg

7

Gnadauer Theologisches

8

Fachhochschule für Interkulturelle Hermannsburg

03 34 58 / 64 56 00, www.gtsf.de

Theologie,

26

0 70 52 / 1 7 2 99, www.ihl.eu

16

29

Theologisches Seminar

St. Chrischona,

Evangelische Hochschule Theologisches Seminar

Bettingen (CH)

Tabor, Marburg

Adelshofen, Eppingen

0 72 62 / 60 80, www.lza.de/theologisches-seminar/ Aidlingen

Theologisches Seminar

Biblisch-Theologische

Gießen

Akademie, Bergneustadt

15

Theologisches Seminar

16

Bibelschule

0 70 34 / 6 48 - 0, www.diakonissenmutterhaus-aidlingen.de

96

(37)

65

(20)

31

87

Rheinland, Wölmersen

17

Seminar für biblische Theologie,

18

Bibelseminar Königsfeld,

Ostfildern

07 11 / 7 19 56 80, www.bibelseminar-koenigsfeld.de

19

Bibelschule Kirchberg

20

Theologisch-Diakonisches

0 79 54 / 5 91, www.bsk.org

Seminar Aarau (CH)

+41 / 62 / 8 36 43 43, www.tdsaarau.ch

(36)

21

74

22

Krelinger Studienzentrum,

31

23

12

24

(27)

(30)

7

Beatenberg (CH)

+41 / 33 / 8 41 81 00, www.sbt-beatenberg.ch

Bibel-Center Breckerfeld

(35)

131

(178)

(130)

123

104

(11)

(39)

121

111

(27)

(22)

(105)

98

0 23 38 / 10 71, www.bibel-center.de

Walsrode

0 51 67 / 97 01 73, www.grz-krelingen.de

Evangelikale Akademie,

Wien (A)

+43 / 1 / 8 12 38 60 , www.evak.at

Akademie für christliche 0 22 61 / 80 72 27, www.acf.de

Führungskräfte, Gummersbach

03 32 34 / 74 - 308, www.theologisches-seminar-elstal.de Freikirchlicher

Beröa (Bund Theologisches Seminar Pfingstgemeinden), Erzhausen

32

0 61 50 / 9 76 80, www.beroea.de

Europäisches Theologisches der Gemeinde Gottes Freudenstadt-Kniebis, 0 74

0 71 21 / 9 25 90, www.th-reutlingen.de

Theologische Hochschule

35

Dietzhölztal-Ewersbach,

A-4963 St. Peter, 00 43 - 77

80

(10)

(15)

49

50

Hochschule der SELK,

0 61 71 / 9 12 70, www.lthh-oberursel.de

Calvary Chapel, Bibelschule

38

Siegen

02 71 / 2 50 85 80, www.ccbc-siegen.de

47

39

Fritzlar, Christliche Bildungsstätte Gottes Bibelschule der Gemeinde 0 56 22 / 99 46 10, www.cb-f.de

44

45

(adventistisch)

22 - 6 31 25-170, www.bogenhofen.at

Lutherische Theologische Oberursel

37

(53)

44

Ewersbach

0 27 74 / 92 90, www.tse.feg.de

Seminar Schloss Bogenhofen

36

(20)

81

41

Seminar

42 / 4 90 50, www.bibelseminar.de

der EvangelischTheologische HochschuleReutlingen methodistischen Kirche,

34

89

(13)

(87)

40

40

(57)

(28)

43

31

20

19

41

Seminar der Lutherisches TheologischesFreikirche, Leipzig Evangelisch-Lutherischen 03 41 / 86 90 70, www.elfk.de/seminar Bienenberg, CH-Liestal Theologisches Seminar +41/ 61 / 9 06 78 00, www.bienenberg.ch

42

Heilsarmee Bildungszentrum, Anskar-Kolleg Hamburg

(35)

44

European Nazarene College,

(83)

(80)

45

Glaubenszentrum Bad

1

Basel

+41 / 61 / 3 87 91 11, www.heilsarmee-bildungszentrum.ch

43

(62)

(20)

2

Freikirchen

Friedensau

16 - 0, www.thh-friedensau.de

des Bundes Evangelisch- Elstal Theologisches Seminar (FH), Bildungszentrum Freikirchlicher Gemeinden

31

33

117

Korntal

Bibelseminar Bonn, Bornheim

(adventistisch), 0 39 21 / 9

(23)

157

133

07 11 / 83 96 50, www.awm-korntal.de

Akademie für Weltmission,

15

Theologische Hochschule

30

(30)

154

0 22 61 / 40 61 26, www.wiedenest.de

14

0 22 22 / 7 01 - 2 00, www.bsb-online.de

(21)

(5)

48 08, www.igw.edu

Freie Theologische Hochschule 06 41 / 97 97 00, www.fthgiessen.de

(11)

Liebenzell

0 64 21 / 96 73, www.eh-tabor.de

28

Institut für Gemeindeaufbau Olten, Essen, Karlsruhe, Studienzentren Bern (CH), Chemnitz u.a. CH-Zürich, +41 / 44 / 2 72

39

20

0 26 81 / 98 49 30, www.neues-leben.de

+41 / 61 / 6 46 44 26, www.tsc.chrischona.ch

27

0 52 61 / 80 90, www.bibelschule-brake.de Weltmission (IGW), und

13

41

(KMA) Missionarischer Ausbildungsstätten Mitglied in Konferenz Ausbildungsstätten (KBA) und Konferenz Bibeltreuer 115 90 Internationale Hochschule

Bibelschule Brake, Lemgo

12

42

(10)

179

170

0 47 94 / 96 26 10, www.bucer.de

11

(15)

42

0 50 52 / 6 94 50, www.missionsseminar.de

25

Studienzentren Bonn, Linz (A) Martin Bucer Seminar, (CH), Innsbruck (A), Hamburg, Bielefeld, Zürich

9 10

38

46

(26)

k.A.

Ausbildungsstätten der

(KBA) Ausbildungsstättenfür Konferenz Bibeltreuer und mehrjährige Ausbildung

Ausbildungsstätten (KMA) Dienst Konferenz Missionarischer zum hauptamtlichen 5-jährige Ausbildung 1

Innsbruck

11 17

Nummer in der Karte Name

9

9 55 Baar

© l ideaGrafik

Klaus 51 44 Büsingen Bettingen 56 Friedrichshafen 26 41 Liestal 11 Zürich

Basel 5042

Bern

0 40 / 32 02 41 00, www.anskar.de 0 77 34 / 80 90, www.eunc.edu

(charismatisch), 0 53 82 /

170

159

66

84

47

(1)

58

62

48

Bibel- und Missionsschule

49

Theologische Akademie

55

38

51

41

46

(6)

(2)

28

28

51

Schloss Klaus – Kurzbibelschule

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Klostermühle – Kurzbibelschule

53

Bibelschule Burgstädt

54

ICI University Deutschland,

55

InstitutPlus, Baar

56

Bodenseehof, Bibelschule

57

Biblische Ausbildung am

58

Esra-Training, Heidesee

Staatsunabhängige Theologische

50

Kurz- und Fernbibelschulen

20

20

(5)

20

16

6

5

3

55

Hochschule Basel (CH)

(8)

51

(7)

+41 / 61 / 6 46 80 80, www.sthbasel.ch

(10)

(18)

4 (145)

Weitere private Hochschule

(19)

11

4

8 (3)

28 (137)

Glaubens Gemeinde Stuttgart, Bibelschule der Biblischen 07 11 / 4 80 40 22, www.go-sbl.de

(16)

(20)

(7)

k.A.

Stuttgart

(89)

36

83

70

Ostfriesland, Großheide

0 49 36 / 69 84 04, www.b-m-o.de

(101)

(8)

4 (20)

2 (20)

(12)

(0)

132

142

Büsingen

Gandersheim

9 30-0, www.glaubenszentrum.de

05 11 / 64 68 98 30, www.reformatio.de

62

64

der Werkstatt für Akademie für Leiterschaft Gemeindeaufbau, Ditzingen 0 71 56 / 35 01 15, www.leiterschaft.de Theologie, Hannover Akademie für Reformatorische

46

(75)

(74)

6 Monate, +43 / 75 85 / 441, 3 oder 6 Monate, 0 26 04

der Fackelträger, Klaus

der Fackelträger, Oberndorf

/ 45 45, www.fackeltraeger.de

Grundkurs (3 Monate) Jüngerschaftskurs www.bibelburg.de 6-monatiger Fernkurs, 0 Versch.

(A)

www.schlossklaus.at

(3-6 Monate) – sowie Einzelseminare,

0 37 24 / 21 96,

Aßlar

64 43 / 21 83, www.ici-germany.de

Jahre, +41 / 7 60 / 73 30, Kurse berufsbegleitend 1–4

www.institutplus.ch

der Fackelträger, Friedrichshafen

0 75 41 / 9 50 90, www.bodenseehof.de

Ort, Landau

0 63 41 / 9 68 83 10, www.bao-kurse.de Missionswerk Wort des Lebens,

03 37 66 / 21 20, www.esra-training.de

Fernschule BFU, Worms

59

Theologische

60

Kompass – die Gemeinde-Bibelschule , 0 64 21 / 9 48 41 86, www.kompass-bibelschule.de

61

Missions- und Jüngerschaftsschule

0 62 41 / 20 03 31, www.bfu-online.org Studienzentren Hamburg

und Wetzlar

0 62 61 / 94 71 17, www.d.om.org

Mosbach

b 06441 915141


net F O R U M F Ü R J U N G E C H R I S T EN EN

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe im Gespräch mit Moderatorin Charlotte Kleine

Liebe Politiker, bitte mal offen und ehrlich! AUSTAUSCH Zum 21. Mal haben sich Bundestagsabgeordnete und Jugendliche zu den „Tagen der Begegnung“ in Berlin getroffen. Vom 24. bis 26. Oktober diskutierten sie über Glaube und Werte. Für idealisten.net schildert Martina Schubert, wie sie die Begegnungen mit den Politikern erlebt hat. s ist Donnerstag, 9.45 Uhr. Ich sitze mit rund 180 Jugendlichen im Fraktionssitzungssaal der CDU/CSU im Reichstag. Durch die Glasfensterdecke erhellen die Sonnenstrahlen den Raum. An der Wand hängt ein großes, rustikales, bronzenes Kreuz. Renate Künast, die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, betritt den Saal. Wir begrüßen sie mit Applaus. Dann können wir unsere Fragen an sie loswerden. Ein junger Mann tritt ans Mikrofon und möchte wissen: „Frau Künast, glauben Sie an Gott?“ Die Politikerin, die mir in den Medien oft sehr forsch erscheint, antwortet: „Ich bin evangelisch erzogen, getauft und konfirmiert.“ Allerdings sei sie mit Anfang 20 aus der Kirche ausgetreten. Damals habe sie mit der evangelischen Kirche gehadert und sei in die Humanistische Union eingetreten, die sich für die Trennung von Kirche und Staat einsetzt. Dennoch glaube sie an Gott, sagt Künast. „Nicht im Sinne von einer Person, aber es muss ein höheres Prinzip geben.“ Auch andere persönliche Erfahrungen gibt die Politikerin an uns weiter: Schüchternheit sei kein Hindernis, ein Ziel zu erreichen, wenn man etwas könne. Auch sie habe sich durchgebissen, obwohl sie schüchtern sei. Wow, denke ich. Danke für die offenen Antworten! Dieser kleine Einblick in ihre Persönlichkeit hat mein Bild von Frau Künast positiv verändert.

Der Wahlkampf hat begonnen Am Freitagmorgen frühstücken wir mit den Abgeordneten aller Bundestagsfraktionen. Es ist ein spannendes Erlebnis, mit den Politikern an einem Tisch zu sitzen und ihnen persönlich Fragen zu stellen. Ich frühstücke gemeinsam mit Claudia Bögel von der FDP, ihrer Mitarbeiterin und einem weiteren Teilnehmer. Sie berichtet uns von ihrem durchgeplanten Tag als Abgeordnete und dass ihr Sohn in Berlin studiert – so kann sie ihn öfter sehen. Von ihrem vollen Terminkalender sind wir dann auch persönlich betroffen: Bögel muss das Frühstück vorzeitig verlassen, weil sie eine Sitzung mit einem Arbeitskreis hat. Während des Abgeordnetenfrühstücks und in den Diskussionen kommen die meisten Politiker offen und ehrlich rü-

B e su cht uns au ch au f

fa ce b ook .com/idealis te n

ber. Klar, sie sind Medienprofis und wissen, wie sie sich angebracht inszenieren können. In weniger als einem Jahr ist Bundestagswahl. Und der Wahlkampf hat bereits begonnen – auch beim gemütlichen Frühstück im Regierungsviertel mit jungen Leuten.

Nahles betet „auch mal“ für die Opposition Nach dem Frühstück steht uns der Generalsekretär der CDU, Hermann Gröhe, Rede und Antwort: „Christliche Werte sind nichts für das Bücherregal“, sagt er. „Sie müssen so authentisch geglaubt werden, dass sie auch andere überzeugen und von anderen nachvollzogen werden können.“ Der Protestant bedauert, dass er manchmal nicht genügend Zeit für sein Glaubensleben habe. Dann treffen wir uns zu einem Gespräch mit Andrea Nahles, der Generalsekretärin der SPD. Auf die Frage, woher sie ihre Kraft nehme, sagt sie: „An jedem Ort dieser Welt kann ich beten und lesen. Das sind für mich zwei wichtige Ankerpunkte.“ Sie erzählt weiter, dass sie bei schweren Entscheidungen im Parlament „auch mal“ für die Opposition bete, schließlich „müssen die Entscheidungen für Deutschland gelingen“. Über die überparteilichen Gebete bin ich angenehm überrascht. Viele der gläubigen Politiker betonen in den Gesprächen mit uns vor allem zwei Dinge: 1. Jeder solle sich in der Gesellschaft engagieren, egal ob in Kirche oder Politik. 2. Auch wenn sie als Abgeordnete nicht derselben Partei angehörten, hätten sie durch den christlichen Glauben trotzdem ein gemeinsames Wertegerüst und strebten in den Debatten einen respektvollen Umgang miteinander an. Wie sie das praktisch umsetzen – darauf werde ich in Zukunft vermehrt achten. P

b Wenn Du zwischen 17 und 27 Jahre alt bist, kannst auch Du an den „Tagen der Begegnung“ teilnehmen. Voraussetzung ist eine persönliche Einladung eines Abgeordneten aus dem Einladerkreis. Dafür kannst Du Dich beim Vorbereitungsteam unter team@tage-der-begegnung.eu melden.

Fo l g t uns au f

t w it te r.co m/ id e a lis te n

Foto: Medienmagazin PRO

E


DI E K LE I N E K A NZ E L

31

» Und ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß. « Aus der Offenbarung des Johannes 20,11 Christoph Seydich ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Milow bei Rathenow in Brandenburg

Fotos: privat, PR

Das bestaunte Weltgericht In den Herbstferien haben wir mit unseren beiden Kindern eine Reise nach Italien gemacht. Als Schlusspunkt sind wir mit unseren Rucksäcken mit der Eisenbahn von Neapel nach Rom gereist. Dort gibt es eine so große Fülle von Kultur und Geschichte zu erleben, dass man aus dem Staunen fast nicht mehr herauskommt. Am meisten habe ich jedoch über das Weltgericht gestaunt. Und damit meine ich jetzt nicht das quirlige Verkehrschaos, das es zu überleben galt, sondern das gleichnamige Kunstwerk von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Das hat mich mehr beeindruckt als so manche Predigt, die ich in den letzten Jahren gehört habe. Denn dieses Wandbild redet in seinen Bildern, Figuren und Farben viel intensiver, als wir es in unseren Gottesdiensten meist erleben. Die Bilder waren voller Stille und Ewigkeit. Und zugleich waren sie leben-

Michelangelo: Das Jüngste Gericht (1536–1541)

dig, als ob die Menschen von den Fresken zu den Betrachtern hinabsteigen wollten. Und über allem der auferstandene Christus, der die gemalten Menschen an den Wänden und die unartigen Menschen darunter mit einer Handbewegung wie ein Dirigent in das himmlische Ereignis mit hineinnahm. Wie ein Stück Himmel stand er vor uns. Mich hat dieses Weltgericht zutiefst beeindruckt – die Fülle der Heiligen ebenso wie die Auferstehung der Toten darunter. Die Engel mit ihren Posaunen nicht weniger als die Themen von Tod, Rettung und sogar der Hölle. Und die staunende Menschenmasse davor vervollständigte dieses gemalte Weltgericht. Es wurde zu einem Gesamtkunstwerk. Die Grenze zwischen Bild und Betrachtern verschwand. Und es blieb das von allen bestaunte Weltgericht mit dem Menschensohn in all seiner Herrlichkeit.

Ja, auch ich abonniere idea Spektrum Impuls-Abo 12 Ausgaben für nur Fr. 25.– Jahres-Abo für Fr. 2.96 pro Ausgabe oder Fr. 145.– pro Jahr Halbjahres-Abo für Fr. 3.01 pro Ausgabe oder Fr. 77.– pro Jahr Geschenk-Abo für Fr. 2.96 pro Ausgabe oder Fr. 145.– pro Jahr Abo 66 für Rentner nur Fr. 2.39 pro Ausgabe oder Fr. 117.– pro Jahr Studenten-Abo für nur Fr. 1.48 pro Ausgabe oder Fr. 72.50 pro Jahr (Alle Preise inkl. Portokosten. Das Abonnement ist unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist jeweils zum Bezugsende kündbar.)

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44.2012

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PORTRÄT

Das Dorf: Ein Spiegelbild des Lebens GESELLSCHAFTSSPIELE Bei der weltgrößten Messe für Gesellschaftsspiele – den 30. Internationalen Spieltagen in Essen – räumte eine Familie aus Gummersbach kräftig ab: Als Spieleerfinder erhielt das Ehepaar Inka (35) und Markus (37) Brand gleich zwei Preise – und auch die Kinder Lukas (11) und Emily (9) wurden ausgezeichnet. Klaus Rösler stellt die Familie vor.

Warum der Tod in einem Spiel vorkommt „Der Tod gehört zum Leben“, sagt Inka Brand, und deshalb müsse er auch im Spiel vorkommen. Dass auch die Kirche in dem Spiel eine große Bedeutung habe, ergebe sich aus dem Spielgeschehen: „Gerade im Mittelalter beeinflusste die Kirche das Leben der Menschen entscheidend.“ Dabei nehme das Spiel durchaus den Gedanken auf, dass manche Entscheidungen nicht redlich gefällt wurden. „Das zeigt sich bei uns durch den Spielzug ‚bestechbar’“, erläutert die Spieleerfi nderin und lacht. Sie gehört selber zur evangelischen Kirche, während ihr Ehemann Katholik ist. Sie bekennt: „Die Kirche spielt auch in unserem Leben eine Rolle: Unser Sohn Lukas geht zurzeit in den Konfirmandenunterricht, Emily in den Kindergottesdienst.“

Auszeichnung auch für die Kinder Die beiden Kinder haben die Leidenschaft der Eltern offenbar geerbt. Denn sie haben das Kartenspiel „Mogel Motte“ erfunden. Dafür erhielten sie den Kinderspielpreis. Den haben ihre Eltern übrigens auch schon bekommen – im vergangenen Jahr für „Monsterfalle“. Bereits 40 Spiele haben die beiden erfunden. „Manchmal steht ein Spiel nach zwei Stunden, manchmal dauert es ein Jahr, bis es den letzten Schliff hat“, sagt Inka Brand.

Es gibt auch andere gute Spiele Wer noch nicht gerne spielt, sollte es mit einem Familienspiel versuchen, das als „Spiel des Jahres“ ausgezeichnet wurde, rät Inka Brand. Sie empfiehlt „Zug um Zug“, „Die Siedler von Catan“ und „Carcassonne“. Die werden in ihrer Familie gerne gespielt. Ohne ihre Leidenschaft für Spiele würde es die Familie Brand in ihrer jetzigen Zusammensetzung nicht geben, räumt sie ein: „Wir haben uns bei einer Hochzeit kennengelernt und den ganzen Tag nur über Spiele gesprochen. Dabei haben wir uns verliebt.“ P

Foto: privat

„Village“ (Dorf) heißt das neueste Spiel, das die Brands erfunden haben. Es erhielt den „Deutschen Spielepreis“ und das Prädikat „Kennerspiel 2012“ von der Jury des Preises „Spiel des Jahres“. Das Spiel „Village“ sorgte für Schlagzeilen, weil es auf die Themen Tod und Kirche eingeht. Es geht darum, dass zwei bis vier Spieler das Leben in einem mittelalterlichen Dorf nachspielen – über vier Generationen: Neue Dorfbewohner werden geboren, heiraten, arbeiten und sterben. „Village ist ein Spiegelbild des Lebens“, erklärt Inka Brand. Durch clevere Züge gewinnen die Spieler mehr Einfluss oder sparen Zeit. Immer wieder werden wichtige Entscheidungen gefällt: Soll eine Spielfigur auf dem Bauernhof bleiben, einen Handwerksberuf erlernen, auf Wanderschaft gehen, im Rathaus Politik betreiben oder eine Kirchenkarriere anstreben? Erst am Spielende – nach etwa 90 Minuten – zeigt sich, welche Familie gewonnen hat.

DAS WORT DER WOCHE » Ich würde mir ein Buch wünschen: die Bibel. Da stehen die vielschichtigsten und spannendsten Geschichten drin. « Die Schauspielerin Martina Gedeck auf die Frage, für welches Buch sie sich entscheiden würde, wenn sie – wie in ihrem jetzt in den Kinos laufenden Film „Die Wand“ – eingeschlossen wäre. 44.2012

Idea Spektrum Schweiz 44/2012  

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt mit Fokus auf die Schweiz und Deutschland.

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