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Das grosse Fest der Einheit und des Gebets

5000 Christen bezeugten beim Nationalen Gebetstag am 1. August die christlichen Werte der Schweiz 7 Führungskräfte: Kirche wünscht sich eine aktive, dienende Elite

11 Zeltwelt: Der Bibellesebund geht mit neuem Event auf die Teens zu

8 Chrischona: 220 Personen erleben 23 Kontroverse: Im Gottesdienst auch 9 Jakobsweg: Beim Pilgerwandern neu zu sich und zu Gott gefunden

ausführlich über Sexualität reden?

28 Bibel-Quiz: Wie gut kennen Sie

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nach Heimat nsuentcht Sehatspräsid Hansjörg Walter zu den Gefühlen Nationalr Schweiz und patriotischen wesentlichen Werten der

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Infos: roland.roesti@jordibelp.ch Download Mediadaten direkt: 7 Sommertipp: Zum Badeplausch

gehört eine biblische Geschichte

beten 8 Gebetsinitiative: 30 TageSchweiz auch für Muslime in der

9 Bruder Tilbert: Auch mit

80 ein

weites Herz hinter Klostermauern

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13 Eigen-Konferenz: 1500 erleben Gottes Gegenwart wollten

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G RÜ e z i

Was wünschst Du Dir? Diese Frage erscheint derzeit gut sichtbar auf unzähligen Werbeplakaten im ganzen Land. Auch auf den letzten Metern zum Nationalen Gebetstag in Aarau kamen die Teilnehmer an einem solchen Plakat vorbei. «Sag der ganzen Schweiz, was Du Dir wünschst. Und wer weiss, vielleicht geht Dein Wunsch in Erfüllung.», lautet der weitere Text. Über das Natel kann man seinen Wunsch dann loswerden. Wer sich hinter der rätselhaften Aktion verbirgt, ist nicht ersichtlich. «Was wünschst Du Dir?» Für mich schien das die ideale Einstiegsfrage in dieses Gebetstreffen am 1. August zu sein. Denn in Gebeten formuliert man schliesslich seine Wünsche an Gott. Wir nennen das dann Gebetsanliegen. An diesem Tag auf dem Aarauer Schachen wurde mir aber etwas neu ins Bewusstsein gerufen. Gebet ist noch viel mehr, als Anliegen abzuarbeiten und damit Gott zum reinen «Wunsch-Erfüller» zu reduzieren. Es war deutlich zu spüren, dass die gut 5000 Besucher nicht einfach gekommen waren, um ein weiteres christliches Event zu erleben. Sie waren gekommen, um zu beten. Der Nationale Gebetstag ist nämlich keine Veranstaltung, an der viel geboten wird. Der Flyer verspricht weder unterhaltsame Programme noch prominente Prediger. Es dreht sich - wie der Name sagt tatsächlich alles um das Gebet. Und davon liessen sich die Anwesenden auch nicht von der Sonne abhalten, die ab dem Mittag recht unbarmherzig herunterbrannte. (Siehe «Brennpunkt» auf Seite 4) Gespräche mit den Teilnehmern bestätig-

ten den Eindruck, dass hier echte «Beter» beisammen waren. Was bedeutet ihnen Gebet? Antworten dazu: Gespräch mit Gott, Kommunikation, Hören auf Gottes Stimme, die Möglichkeit, bei ihm abzuladen, Fürbitte, innere Heilung, Gemeinschaft, Beziehung, Dankbarkeit ausdrücken, Lobpreis und vieles mehr. Es war ermutigend, so viele Menschen zu erleben, die das auf dem Herzen haben. Nicht zuletzt auch sehr viele junge Leute. Eindrücklich etwa das Bild von 15 Personen, die einmütig Arm in Arm einen Kreis bildeten, um im Gebet für ihr Land einzustehen. Diese gemeinsame Hinwendung zu Gott erzeugte vor allem eines: Einheit. Und Einheit war ein grosses Anliegen dieses Gebetstages und der Verantwortlichen, die dahinter stehen. Wo weniger über Gott diskutiert wird, sondern vielmehr mit Gott geredet wird, da wird der Leib Christi real. Oft habe ich den Eindruck, in vielen Gemeinden herrsche die Vorstellung, Einheit sei dann, wenn alle die gleiche Meinung haben. Das bewirkt aber oft das Gegenteil, nämlich Spaltung wegen irgendeiner Detailfrage. Es zeigt sich immer wieder, dass geistliche Einheit in der gemeinsamen Ausrichtung auf das Wesentliche entsteht: im Gebet und im gemeinsamen Bekenntnis zu Jesus Christus, wie das am 1. August in Aarau eindrücklich geschehen ist. Das hat mit Sicherheit auch einen hohen Zeugniswert für Menschen, die eigentlich von der Kirche nicht sehr beeindruckt sind. Das zumindest wünsche ich mir noch mehr für die Schweiz.

BiBlisch Ein Lieblingsbibelwort von Cherelle Oestringer, mehrfache Elite-Schweizermeisterin und Schweizerrekordhalterin im Schwimmen, Aegerten BE:

«Denkt daran, dass alle wie in einem Wettrennen laufen, aber nur einer den siegespreis bekommt. lauft so, dass ihr ihn gewinnt! Jeder Athlet übt strenge selbstdisziplin. Er tut das allerdings, um einen Preis zu erringen, dessen Wert verblassen wird – wir aber tun es für einen ewigen Preis.» (1. Korinther 9, 24+25) «Ich lese diesen Bibelvers immer als Vorbereitung für einen Wettkampf. Er ist mir sehr wichtig, weil es mir Halt gibt, zu wissen, dass Gott mir beisteht, egal wie das Resultat ausfällt. So kann ich ruhiger an den Start gehen und wissen, dass ich ihm voll und ganz vertrauen kann. Er zeigt mir auch, wofür ich jeden Tag so viel und hart trainiere und auch, was wirklich wichtig ist im Leben. Nämlich nicht nur der Erfolg, sondern ein glückliches, erfülltes Leben zu haben, gemeinsam mit Gott.»

WöRTlich «Gehen sie in Berlin in die Kirche, egal ob katholisch oder protestantisch, dann predigt ihnen ein sozialhelfer, dass sie zu allen Türken lieb sein müssen. Eine Religion, die nicht mehr den Mut aufbringt, für sich die Wahrheit in Anspruch zu nehmen, gibt sich selbst auf. Diese Gefahr besteht. Die leeren Kirchen sind eine Katastrophe.» Thomas Hürlimann, in Berlin lebender Schweizer Schriftsteller, Sohn von Bundesrat Hans Hürlimann (CVP, 1974 – 82 im Amt), in der «Weltwoche».

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BR E N N P U N K T

Fahnen, Menschen und Schweizer Kreuze wohin das Auge reicht. Der Aarauer Schachen war am 1. August Schauplatz eines buntes Festes.

Gemeinsam im Gebet für die Stärken der Schweiz NATIONALER GEBETSTAG Am 1. August feierten 5000 Christen im Aarauer «Schachen» ein fröhliches Fest der Einheit

und des Gebets. Der Verein «Gebet für die Schweiz» und die «Agentur C» hatten geladen und Teilnehmer aus allen Kantonen und Denominationen folgten dem Ruf. Es war aber auch ein Tag, an dem Busse getan wurde. Ein Erdbeben wie 2005 nach dem Treffen der Aargauer Fahnenträ­ ger hat es nicht gegeben. In Anbe­ tracht des nur sechs Kilometer ent­ fernten Atomkraftwerks Gösgen konnte man darüber allerdings auch ganz froh sein. Aber zumin­ dest ein «geistliches Erdbeben» hatte sich Hans­Peter Lang, Präsi­ dent des Netzwerks «Gebet für die Schweiz», im Vorfeld gewünscht. Besonders in zwei Bereichen sollte etwas bewegt werden: Zum einen stand die Einheit der Christen im Vordergrund. «Die Einheit unter­ einander und die Einheit mit Gott sind ganz wichtig. Heute sollte

Warum in Aarau? Die Stadt Aarau wurde laut den Veranstaltern ausgewählt, weil sie in verschiedener Hinsicht eine wesentliche Bedeutung für die Schweiz innehabe. «Aarau war 1798 für eine kurze Zeit die erste Hauptstadt der helvetischen Republik. Ausserdem fliessen die Gewässer aus den meisten Kantonen der Schweiz durch den Kanton Aargau. Dort, wo sich das lebendige Wasser vereint, soll das Leben in der Fülle von Jesus Christus erlebbar und sein Segen für den Kanton Aargau und die ganze Schweiz ausgesprochen werden», so eine Pressemitteilung. www.gebet.ch

Bild: idea/chb

alles Trennende aufgedeckt wer­ den», erklärte Lang im Anschluss an das Treffen. In seiner Anspra­ che hielt er fest: «Selten haben wir in einer Zeit gelebt, in der uns das Zusammenleben von Menschen und Völkern, wirtschaftliche Un­ ruhen und politische Herausfor­ derungen so sehr gefordert haben, wie heute.»

Rückzug aus der Welt

Den anderen Schwerpunkt brachte Hans­Peter Lang be­ reits am Morgen in der Begrüs­ sungsrede zum Ausdruck: «Der Nationale Gebetstag soll ein Be­ kenntnis sein zu unseren abend­ ländischen christlichen Werten, für die Erhaltung des biblischen Menschenbildes und zugleich eine Schuldanerkennung unse­ res Rückzugs aus der Welt hinter die Kirchenmauern.» Er forderte die Anwesenden heraus: «Sind wir die Gemeinde, die Salz und Licht ist? Die eine Stimme Got­ tes in der Welt ist, Kraft für die Kraftlosen, Freude für die Freud­ losen? Das Brot Gottes gehört in die Welt!» Christen sollten nicht mehr länger «Endverbraucher der Liebe Gottes» sein. In den ausgeprägten Gebetszeiten am Nachmittag wurde dann auch in kleinen Gruppen bewusst Busse für eigene Verfehlungen und Fehler der Kirche getan.

Geistliche Geschichtsbücher

Begonnen hatte das Treffen be­ reits am Vormittag, um elf Uhr. Unter strahlend blauem Him­ mel trugen etwa 1000 Fahnenträ­ ger ihre Kantons­ und Gemein­ defahnen vom Aarauer Bahnhof in den Schachen. Eine Prozes­ sion, die auch bei den Aarauer Bürgern nicht unbemerkt blieb. Verschiedene Grussworte in den vier Landessprachen eröff­ neten den Tag. Joel Blunier als Vertreter der Evangelischen Al­ lianz Aarau betonte, der Fokus solle auf das «Vereinende und nicht auf das Trennende» ge­ legt werden. Christen könnten konstruktiv in die «geistlichen Geschichtsbücher des Landes» eingreifen. Anschliessend wurde der Schweizerpsalm in den Lan­ dessprachen gemeinsam gelesen, gefolgt von einer authentisch beschwingten Lobpreiszeit und verschiedenen Gebeten und Pro­ klamationen.

Stärken der Schweiz

Vor dem eigentlichen Gebets­ teil am Nachmittag richtete Urs Hoffmann, Regierungsrat des Kantons Aargau, einige Worte an die Anwesenden. Er beleuch­ tete das Thema Einheit von der politischen Warte aus. Der «Wil­ le zur Einheit» gehöre nämlich zu den klassischen Stärken der

Schweiz. Schon die alten Eid­ genossen hätten die Einheit ge­ sucht, um sich gegen Gefahren von aussen zu wappnen. Letzt­ lich sässen alle im gleichen Boot. «Gott hat uns den Auftrag gege­ ben, die Welt zum Wohle aller zu gestalten», betonte Hoffmann. Auch die «traditionellen christli­ chen Werte wie soziales Engage­ ment, Rücksicht auf Andersden­ kende, Achtung der Schöpfung und Solidarität» zählte er zu den Stärken der Schweiz. Er rief dazu auf, für den Aargau und die Politiker zu beten. Diesem Anliegen kam Hans­Peter Lang nur allzu gern nach und betete gleich an Ort und Stelle für den SP­Regierungsrat. Dann ging es weiter mit einer Gebets­ und Bussezeit, persönlich sowie auch stellvertretend für das Land. Den Schlusspunkt um 16 Uhr setzte ein Segen von Vertretern ver­ schiedener Denominationen. Ob es tatsächlich ein «geistliches Erdbeben» geworden ist, wird sich erst in der Zukunft zeigen. Auf jeden Fall wurden die An­ wesenden neu erfrischt und zur Einheit ermutigt. Und nicht zu­ letzt war es ein Schritt in Rich­ tung einer Kirche, die, wie Lang es ausdrückte, «den Menschen in Liebe dient und für sie im Gebet einsteht». Christof Bauernfeind idea Spektrum 31/32.2012


BR E N N P U N K T | G E BE T s TaG

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«Jüngerschaft fängt schon bei mir zuhause an» Haben Sie als messianischer Jude in der Schweiz ein spezielles Gebetsanliegen? Frank Weibel: Ich habe viele Ge­

betsanliegen. Dass wir als messi­ anische Juden ernst genommen werden. Bei christlichen Gemein­ den fehlt mir oft die richtige Her­ zenshaltung gegenüber Israel und den biblischen Festtagen, sowie die Achtung und Ehrfurcht vor Gott. Gott ist oft nur noch ein guter Kumpel. Das finde ich aus meiner jüdischen Sicht respekt­ los.

Was bedeutet Ihnen Gebet?

Was nehmen Sie mit in den Alltag?

Es ist Teil meines Alltags. Vor allem die Fürbitte für Israel und Frieden. Bei mir persönlich geht es um innere Heilung. Das wird wohl noch Jahre dauern.

Was ist Ihnen am Gebetstag wichtig geworden?

Ich fand gut, dass deutliche Wor­ te gesprochen wurden. Etwa, dass unsere Gesellschaft sexualisiert ist. Wichtig war, dass für Israel gebetet wurde, denn das ist Teil der Verheis­ sung, und die jungen Leute geseg­

Frank Benjamin Weibel, 38, Eschenz TG, Sprengingenieur.

net wurden. Wir haben den Auf­ trag, näher zu Gott zu kommen.

Sich mehr mit dem Wort Got­ tes auseinanderzusetzen und die Gemeinschaft mit Gläubigen zu pflegen. Und Jüngerschaft! Die fängt schon bei mir zuhause an. Da muss ich nicht erst in ein fremdes Land fahren. Ich kann den Nachbarn nach seinen Pro­ blemen fragen und für ihn beten. Schauen, was vor meiner eigenen Haustür los ist. Die Essenz von allem ist die Liebe und Gnade Gottes.

«Gebet geht doch nicht nur in eine Richtung» Was bedeutet Euch Gebet? Deby: Gebet ist Kommunikation mit Gott. Ich liebe es, dass Gott mir eine Stimme gegeben hat, da­ mit ich mit ihm sprechen kann. Marius: Gebet hilft mir, mich auf Gott auszurichten. Ich kann mei­ ne Dankbarkeit ausdrücken. Wir haben erlebt, dass vieles, was wir im Gebet bewegen, sich wirklich verändert.

Welchen Stellenwert hat Gebet unter jungen Leuten heute? Deby: Ich erlebe, dass Christen das

Gebet wieder mehr entdecken. Gebet geht doch nicht nur in eine Richtung, sondern in zwei: Gott redet auch zu uns im Gebet. Wer in einer Beziehung mit Gott lebt, betet automatisch.

rer und Konsumenten, sondern hatten Raum, selbst die Zeit im Gebet zu nutzen. Es war eine Ausrüstung für die Schweiz und jede einzelne Gemeinde. Das war wertvoll und hat mich ermutigt.

Was bleibt für den Alltag? Deby: Mir ist erneut bewusst ge­ Deby und Marius Mohr, 24 und 28, Kreuzlingen, Marius arbeitet im Marketing und Deby hilft im christlichen Café «Out of Bounds» mit.

Was ist Euch am Gebetstag wichtig geworden? Deby: Es war schön zu sehen, wie

unkompliziert es war. Der Fokus war klar: Wir wollen gemeinsam vor Gott stehen. Die Freude am Herrn war spürbar, trotz der Hitze.

Marius: Vor allem die Einheit. In

der Einheit vor Gott ist es egal, aus welcher Konfession man kommt. Mich beeindruckte das Gebet füreinander und dass Gott im Zentrum stand. Deby: Wir waren nicht nur Zuhö­

worden, dass Gott uns zur Ein­ heit berufen hat. Jesus Christus hat sein Leben aus Liebe für alle Menschen geopfert, um uns wie­ der mit dem Schöpfer zu verei­ nen. Marius: Es kann passieren, dass wir beginnen, unser eigenes Süppchen zu kochen. Umso mehr hat es mich berührt, wie wir in Einheit im Gebet vor Gott zu­ sammenstanden.

«Ich möchte Verheissungen ins Leben rufen» Sie leiten eine überregionale Gebetsgruppe. Warum setzen Sie sich für Gebet ein? Brigitta Steiner: Mein inneres

Drängen fing bereits vor 20 Jah­ ren an. In unserer Gemeinde gab es zwei Leiter, die um unsere Mit­ arbeit kämpften. Ich dachte, dass kann es doch nicht sein. Wir sind doch ein Leib Christi. So bekam ich das Gebet für Einheit auf mein Herz. Zusammen mit ande­ ren startete ich eine w��chentliche Gebetsgruppe. Seit sechs Jahren bin ich auch im Leitungsteam ei­ ner überregionalen Gebetsgrup­ pe. Wir treffen uns einmal im Monat. Gottes Geist besucht uns

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Was erwarteten Sie vom Nationalen Gebetstag?

Brigitta Steiner, 58, Burgdorf, Leiterin einer überregionalen Gebetsgruppe.

jedes Mal, wir erleben mehr und mehr Einheit und sehen, wie Got­ tes Liebe Menschen verändert.

Ich wollte vor allem die vielen anderen Leute, die alle zum Leib Christi gehören, hier in Aarau treffen. Das berührt mich und macht mich glücklich, Gottes Volk zu sehen. Es liegt eine grosse Verheissung darauf, wenn sich so viele Menschen eins machen im Gebet.

Was ist Ihnen an dem Tag wichtig geworden?

Vor allem, dass Gott uns ganz will und wir nichts tun, ohne mit ihm darüber gesprochen zu haben. Das fordert mich heraus. Gott tut

immer etwas, wenn Leute zusam­ menkommen und beten. Mich berührte auch das Bild, dass En­ gel um den Platz herumstehen, an dem wir beten.

Was nehmen Sie mit in den Alltag?

Den Himmel herunter auf die Erde zu holen. Mir wurde be­ wusst, dass das Gebet «wie im Himmel, so auf Erden» auch heute bereits gilt. Ich möchte Ver­ heissungen aussprechen und ins Leben rufen. Ich will sehen, wie die Verheissungen alltäglich wer­ den. Dafür bete ich. Umfrage: Christof Bauernfeind


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Kirche wünscht sich eine aktive, dienende Elite DISTANZ Viele Führungskräfte fühlen sich von der Kirche nicht mehr verstanden und verabschieden sich von ihr.

Sie fordern darum «einen ehrlichen Dialog der Kirche mit der Elite» (siehe Ausgabe Nr. 28). Nach den Führungskräften melden sich nun Vertreter der Kirche zu Wort. Und sie äussern ihre Erwartungen an die gesellschaftliche Elite. Jürg Buchegger, Pfarrer der Evangelischen Kirchgemeinde Frauenfeld

«Waren die Eliten je einmal mehr bei der Kirche als heute?», fragt sich Jürg Buchegger. «Es gab früher Zeiten, in denen gewisse Eliten nur bei der Kirche waren, solange die Kirche in ihrem System mitspielte. Nebenbei sei erwähnt, dass die Kirchen auch die klassische Arbeiterschicht verloren hat, weil sie oft nur das sagte, was die Eliten verlangten.» Für Pfarrer Buchegger, auch Vizepräsident des evangelikalen Landeskirchenforums, zeigen die Reaktionen der Führungskräfte (siehe Nr. 28), wie unterschiedlich die Erwartungen an die Kirche sind: «Die einen mögens ruhig und intellektuell anspruchsvoll, die anderen zeitgeistig, modern, peppig.» Wenn sich Verantwortungsträger zunehmend nicht mehr am christlichen Menschenbild orientieren, ist das laut Buchegger ein Verlust für die Gesellschaft. Auch Führungskräfte könnten am besten über persönliche Beziehungen zum Glauben an Jesus Christus und in die Kirche eingeladen werden. Dazu gehörten echte Anteilnahme und die Fähigkeit, das Evangelium zu kommunizieren. «Ich erwarte von Verantwortungsträgern aber auch, dass sie sagen, was sie von der Kirche und von mir als Pfarrer erwarten», betont Buchegger. «Ich erwarte, dass sie sich nicht besser vorkommen als die ‹gewöhnlichen› Christen und dass sie die Gaben, die sie haben, verbindlich einbringen.»

Appell an die gesellschaftliche Elite: Kirchenvertreter Jürg Buchegger, René Christen, Peter Gloor und Max Schläpfer (von links).

René Christen, Pastor der Kirche im Prisma (FEG), Rapperswil-Jona

René Christen führt die Distanz der Elite nicht zuletzt darauf zurück, dass die Kirche immer wieder auf den Unterschied zwischen Kopf und Herz aufmerksam mache: «Der ‹Kopf› wird verachtet, das ‹Herz› wird süss-fromm hochgehalten. Die Bibel lässt aber beides ganzheitlich zusammen und lehrt, dass ‹Kopf› (Denken, Reflektieren) auch Teil des ‹Herzens› ist.» Zudem verausgabten sich viele Eliteleute beruflich so, dass sie kaum Zeit für ein aktives Kirchenleben fänden. Dann seien sie verwundert, dass sie und ihre Ansprüche an die Kirche bezüglich Inhalt und Stil kaum vorkommen. Der «Prisma»-Leiter erinnert an Eliteleute der Bibel: «Abraham, David, Salomon, Paulus, Lukas – sie alle forderten nicht nur, sondern dienten fördernd dem Anliegen Gottes, seine Gemeinde zu bauen.» Christen wünscht sich, dass die Kirche «viel mehr betend mit mehr ‹Kopf› arbeitet»: «Das führt zu einem reflektierteren, begründeteren und relevanteren Inhalt und Auftreten.» Christens Er-

wartung an Führungskräfte: «Dass sie nicht bloss kritisierend auf die Kirchenleute herunterschauen, sondern sich demütig, aktiv und mit viel betendem Reflektieren dienend in das Gemeindeleben investieren.»

Peter Gloor, Leiter der Schweizer Chrischona-Gemeinden

«Infolge der Herausforderungen der heutigen Zeit muss man irgendwo reduzieren», erklärt Chrischona-Gemeindeleiter Peter Gloor. «Und wenn das Angebot dem Kunden zu wenig entspricht, sucht er sich eine Alternative. Geistliche Nahrung kann man sich ja auch an anderen Orten holen.» Ein weiterer Grund für die Probleme der Elite mit der Kirche sieht Gloor in Idealvorstellungen. Dietrich Bonhoeffer habe gesagt: «Alle Idealbilder von Gemeinschaft müssen zerstört werden, sonst zerstören sie die Gemeinschaft.» Wenn man schon von Elite rede, dann sei ohnehin die Kirche als «ekklesia» die eigentliche Elite im Sinne des Wortes Elite (lat. electus – ausgewählt).

Zu welchem Ihrer Angebote würden Sie eine Führungskraft einladen? Jürg Buchegger, evangelische Landeskirche: «Ich würde sie in den Theologiekurs einladen und in die meisten Gottesdienste am Sonntag. Dann auch in die Liturgische Abendfeier: gute klassische Musik und Meditation, also Innehalten, zur Ruhe kommen, Kraft schöpfen für die Herausforderungen der Woche.» René Christen, Kirche im Prisma: «Zu fast allen unserer Gottesdienste, besonders zu Talkgottesdiensten, idea Spektrum 31/32.2012

ins Männerfrühgebet und zu Treffen christlicher Geschäftsleute.» Peter Gloor, Leiter ChrischonaGemeinden: «Zuerst in unseren Hauskreis. Es geht nur über die Beziehung und die persönliche Wertschätzung. Hier können auch persönliche Fragen miteinander diskutiert werden. Später in einen Glaubensgrundkurs.» Max Schläpfer, Präsident Schweizerische Pfingstmission: «Zu je-

dem Gottesdienst in einer unserer Gemeinden mit mehr als 200 Besuchern, weil in einem solchen Umfeld einige wichtige Voraussetzungen stimmen für Menschen, die sich zur Elite zählen. Da ist einmal eine gewisse Anonymität, in der nicht jeder Erstbesucher auffällt. Dann haben solche Gemeinden in der Regel eine akzeptable Qualität in der Moderation, der Musik und der Verkündigung.» 

«Ich bin durch Beziehungen zum Glauben gekommen», bemerkt Gloor, als Akademiker selbst der «Elite» angehörend. «Ich wurde ernst genommen und nicht als ‹Bekehrungsobjekt› angesehen. Wo Wertschätzung und Liebe eine Gemeinde prägen, wo ich mit meinen Erfahrungen ernst genommen werde, da werden auch Führungskräfte kommen.» Gloor erwartet auch von Vertretern der Elite, «dass sie sich mit ihren Gaben und Fähigkeiten in die Gemeinde einbringen wie jeder andere».

Max Schläpfer, Präsident Schweizerische Pfingstmission (SPM)

Die Elite verabschiedet sich von der Kirche? «Ich muss sagen, dass ich diesen Trend für unsere Gemeinden nicht bestätigen kann», wendet SPM-Präsident Max Schläpfer ein. «Dann sagt die Bibel ja auch, dass sich nicht viele Weise nach der Welt in der Gemeinde vorfinden (1. Korinther 1,26-27) und es offensichtlich schon zur Zeit des Paulus nicht leicht war, die Elite in der Gemeinde zu haben.» Sollte sich die Entfremdung tatsächlich verstärken, würde der Kirche laut Schläpfer ein wichtiges Segment fehlen. Max Schläpfer, gleichzeitig Präsident des Freikirchen-Verbandes, ist überzeugt, dass sich die Gemeinde nicht auf spezifische Gruppen konzentrieren soll: «Sie hat einen Auftrag an der ganzen Gesellschaft. Wenn sie in der Abhängigkeit vom Heiligen Geist erwartet, dass Gott seine Kraft in ihrer Mitte manifestiert und dass Jesus die Menschen zum Vater zieht, dann werden Personen aus allen Bereichen angesprochen.» Auch die Elite müsse verstehen, dass die Kirche nicht nur aus Menschen besteht, die genau ihre Wellenlänge haben. «Führungskräfte sollen wie alle andern auch bereit sein, ihre Gaben und Fähigkeiten einzubringen und damit zu dienen», betont Schläpfer. ANDREA VONLANTHEN


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TAG E SSC H AU

JOURNAL Chrischona: Energiewende

Die Pilgermission St. Chrischona in Bettingen BS erstellt zwei Photovoltaik-Anlagen: auf dem Dach des Konferenzzentrums und auf den Dächern der landwirtschaftlichen Gebäude. Jährlich sollen rund 200 000 Kilowattstunden ins Stromnetz eingespiesen werden. Zudem können rund 120 Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart werden. «Ich finde es angesagt, dass wir mit Hilfe der Solarenergie ökologisch nachhaltig und verantwortungsbewusst mit den uns von Gott geschenkten Ressourcen umgehen», betonte Direktor René Winkler. (idea)

Pro Aero ehrt Ernst Tanner

Ernst Tanner (85) wurde Ende Juli mit dem Anerkennungspreis der Stiftung Pro Aero ausgezeichnet. Er gründete 1971 die Helimission nach verschiedenen Missionsreisen auf dem afrikanischen Kontinent. Tanner hat sich als Pilot und Steward, aber auch als Pastor, Kunstmaler und Entwicklungshelfer betätigt. Die Helimission verfügt heute über neun Helikopter und mehr als 50 Mitarbeitende. Sie stand bei humanitären Katastrophen, aber auch in Kriegsgebieten im Einsatz. (idea)

Neue Missionsleitung

Die «Mission am Nil» mit Sitz in Knonau ZH hat drei neue Mitglieder in ihr Leitungsgremium gewählt: Markus Fischer, Olaf Köhn und Michael Böttiger wurden Mitte Juli in einem feierlichen Gottesdienst in der voll besetzten reformierten Kirche Mettmenstetten ZH ins Amt eingeführt. Die «Mission am Nil» engagiert sich seit 112 Jahren und beschäftigt 300 afrikanische und 20 europäische Mitarbeitende. (idea)

Hymne: Wettbewerb

Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft wünscht sich einen neuen Text für die Nationalhymne und schreibt einen Wettbewerb aus. Der aktuelle «Schweizerpsalm» sei «sprachlich sperrig» und «inhaltlich nicht mehr zeitgemäss». Die Hymne mit neuem Text soll erstmals am 1. August 2015 gesungen werden. (idea) – www.sgg-ssup.ch Bild: zvg

Wie Gott beinahe gescheitert wäre GEISTLICHE ERNEUERUNG «Scheitern erlaubt»: 220 Teilnehmer erlebten auf St. Chrischona eine ermutigende und erfrischende Konferenz für geistliche Erneuerung (KGE).

Auch wenn in den Medien allgegenwärtig, ist Scheitern ein Tabuthema. «Die Darstellung von Scheitern in den Medien hilft uns nicht, mit unserem Scheitern gut umzugehen», sagte Andreas Loos. Der Dozent für systematische Theologie brachte den Teilnehmern Gott als einen Gott näher, der mit-scheitert: «Gott scheitert mit, er kann Scheitern überwinden.»

Erstaunliche Entdeckungen

Andreas Loos liest in der Bibel auch die Geschichte eines «gescheiterten Gottes». Gott scheiterte manches Mal an seinen Geschöpfen. Einmal sah er sogar das Projekt Mensch für gescheitert an; die Sintflut und ein Neuanfang schienen ihm der einzige Ausweg. Jesus erlebte, wie es sich anfühlt, alleine und «von Gott verlassen» zu sein. «Wer scheitert, fällt in die Gnade des Nullpunkts», hielt Loos fest. Die zweite Hälfte der Woche gestaltete Christina Brudereck. Die Theologin und Schriftstellerin aus Essen im Ruhrgebiet hat in

ewig ist. Dass uns Gott eine zweite Chance gibt und mit uns ist, wenn wir uns verlassen und allein fühlen. «Scheitern ist erlaubt», so Andreas Loos, «weil Gott unser Scheitern dramatisch mit uns teilt und ohne Wenn und Aber an unserer Seite ist».

«Liebt, was das Zeug hält» Christina Brudereck überzeugte mit Worten und auch mit Musik.

Krisenzeiten erlebt, dass sie einfach «still ist». Schwer vorstellbar bei der Referentin, deren Sprachkunst die Teilnehmer beeindruckte. Wenn die Worte fehlten, halfen ihr Auswendiggelerntes und Worte anderer Menschen. «Legen wir uns ein paar Zeilen zu, die uns durch die Flut tragen», ermutigte sie. Und für jene, die «noch nicht gescheitert sind», hatte sie einen Tipp parat: «Werdet älter!» In den Referaten wurde deutlich: Es ist eine grosse Entlastung zu wissen, dass es eine Liebe gibt, die

Für viele war es befreiend, beim Porzellanwerfen bewusst die Wut rauszulassen. Die beiden Referenten boten auch sinnliche Höhepunkte: Andreas Loos mit einem «Schoggi-Abend», Christina Brudereck und der Pianist Benjamin Seipel begeisterten als «2Flügel». René Winkler, Direktor der Pilgermission St. Chrischona, betonte am Ende einer erfrischenden Woche, dass es nicht darum gehe, dass wir fehlerlos und scherbenlos ins Ziel kommen. «Seid barmherzig und liebt, was das Zeug hält», ermutigte er. Die nächste Konferenz findet vom 27. Juli bis 3. August 2013 statt. MICHAEL GROSS www.chrischona.ch

Verbot wäre ein «neues Pogrom» RELIGIONSDEBATTE Nach dem Kölner Urteil zur Knabenbeschneidung sind sich Juden,

Moslems und Christen einig: Ein Verbot ist ein massiver Eingriff in die Religionsfreiheit.

Ein Kölner Landgericht hatte im Mai eine Kinderbeschneidung als leichte Körperverletzung gewertet. Bald darauf entbrannte auch hierzulande eine hitzige öffentliche Diskussion. Die Zürcher Religionswissenschaftlerin Farida Stickel spricht im Interview mit dem «Beobachter» von drei Lagern: «Erstens die Religionskritiker, zweitens die Kindeswohlvertreter, die drittens auf zahlreiche Befürworter von Beschneidungen treffen». Religionskritische und medizinische Argumente würden dabei miteinander vermischt. Sie ist sicher: «Die Beschneidung existiert. Es hat sie immer gegeben, sie wird auch in

Zukunft durchgeführt werden. Daran ändert ein Verbot nichts.» Solange aus medizinischer Sicht keine Richtlinien nötig seien, sieht sie keinen Grund, «warum der Staat sich einmischen sollte».

Sehr hohe Bedeutung

Der Pastor Gerhard Pfeil, Romanshorn, regelmässiger Reisebegleiter des christlichen IsraelHilfswerks «Rea Israel», äussert sich noch deutlicher: «Es wäre ein sehr schmerzhafter Eingriff in die Religionsfreiheit. Ich würde es sogar ein neues Pogrom nennen.» Ein Verzicht auf die Beschneidung sei undenkbar. «Für einen Juden, der den Messias Je-

sus Christus nicht kennt, ist die alttestamentliche Tradition der Beschneidung von sehr hoher Bedeutung. Ich kenne sogar messianische Juden, die aus Tradition in freiwilliger Form an der Beschneidung festhalten.» Der frühzeitige Eingriff sei auch aus medizinischer Sicht unbedenklich. «Mit der Beschneidung am achten Tag ist kein gesundheitliches Risiko verbunden.» Geht es wirklich nur um das Kindeswohl oder vielleicht gar um eine Beschneidung der Religionsfreiheit? Diese Frage wird uns wohl noch längere Zeit beschäftigen. CHRISTOF BAUERNFEIND idea Spektrum 31/32.2012


tag e ssc h au

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Von Schmerzen und Gotteserfahrungen ÄXGÜSI SOMMEREINSATZ Unter dem Motto «Evangelisieren auf dem Jakobsweg» machten sich

im Juli neun Schweizer auf nach Spanien. Nebst vielen Gesprächen über den Glauben wurden sie aber auch selbst zu Pilgern, und sie erlebten neu das Reden Gottes.

«Wie Schoggi essen», so einfach sei Evangelisieren auf dem Jakobs­ weg. Im letzten Jahr kam nach den Sommerferien ein Mann auf Oliver Lutz zu, den Leiter der Evangelisationsplattform «Netz­ werk Züri Oberland». Er gab die Anregung, einen Sommereinsatz auf dem berühmten Pilgerweg zu organisieren. «Das müssen wir machen!»: Oliver Lutz war sofort begeistert von der Idee. Zusam­ men mit acht Teilnehmern mach­ te er sich vom 14. bis 25. Juli auf nach Spanien. Man teilte sich in drei Gruppen auf unterschied­ liche Wegabschnitte auf. Es galt immerhin, täglich bis zu 25 Kilo­ meter hinter sich zu bringen. Das hatte einige Blasen an den Füssen zur Folge. Was aber war das Ziel? Wollte man fromme Katholiken bekehren?

Viele Gesprächsmöglichkeiten

«Ziel war es, mit den Pilgern das Evangelium zu teilen», erklärt Oliver Lutz. Die Zeiten, in denen hauptsächlich Gläubige unter­ wegs nach Santiago des Compo­ stela waren, seien lange vorbei. «Der durchschnittliche Pilger ist der Normalbürger», so Lutz. Viele junge Leute, die gerade die Schule oder das Studium abge­ schlossen hätten, oder Menschen in der Umorientierung, etwa nach einem Berufswechsel, seien anzutreffen. Die meisten seien spirituell auf der Suche. Darum sei es tatsächlich sehr ein­

Auf dem Jakobsweg Der Jakobsweg hat das (angebliche) Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien zum Ziel. Wer mindestens die letzten 100 Kilometer der Strecke zu Fuss oder die letzten 200 Kilometer zu Pferd oder per Fahrrad zurückgelegt hat, erhält in Santiago eine Urkunde: die Compostela. Seit den 1970er-Jahren erfuhr der Weg einen ungeheuren Aufschwung. Über 250 000 Pilger waren im Jahr 2011 auf dem Jakobsweg unterwegs. idea Spektrum 31/32.2012

Zwei Teilnehmer auf dem Jakobsweg: «Frust einfach ausgerufen.»

fach, über den Glauben ins Ge­ spräch zu kommen. «Viele sind allein pilgernd und suchen Be­ gegnung und Gespräch», erklärt Lutz. Auch beim gemeinsamen Kochen in den Pilgerherbergen oder morgens im Café gebe es zahlreiche Gelegenheiten, mit­ einander ins Gespräch zu kom­ men. Dennoch blieb es oft an der Oberfläche. Der Teilnehmer Samuel Noll aus Uster beschreibt die vorherrschende Einstellung der Pilger so: «Ich finde gut, dass du das glaubst, aber jeder muss seinen eigenen Weg gehen und herausfinden, was für ihn das Bes­ te ist.» Damit sei ein tieferer Mei­ nungsaustausch über Glaubens­ inhalte für gewöhnlich beendet.

Wie in einem biblischen Psalm

Nicht nur ein «Nebeneffekt» für die Teilnehmer war jedoch das Pilgern selbst. «Das tat einem selber gut. Wir konnten geistlich auftanken», so Lutz. Zeitweise sei man kilometerweit stillschwei­ gend marschiert. Man hatte Zeit für sich selber und für Gott. Da­ zwischen kam es zu gemeinsamen Gebetszeiten und tiefgehenden Gesprächen. Samuel Noll war in Militärstie­ feln auf die Reise gegangen. Eine

Entscheidung, die er hinterher bereute. Leichte Wanderschu­ he seien eher zu empfehlen. «Es kam eine harte Phase. Meine Füs­ se schmerzten, und ich konnte kaum noch weitergehen», berich­ tet er. Schliesslich sei er an einen Punkt gekommen, wo er seinen Frust einfach laut zu Gott ausge­ rufen habe. Wie in einem bibli­ schen Psalm kam es dann zu einer Herzenswende, in der er sich mit Gott wieder versöhnen konnte. Auch Stefanie Larsen aus Mün­ chenstein berichtet von geist­ lichen Erfahrungen: «Ich habe während diesen Wanderungen re­ alisiert, dass ein menschliches Le­ ben mit einer langen Wanderung vergleichbar ist. Auf dieser Wan­ derung können wir uns bewusst entscheiden, was wir mitnehmen und woran wir uns festhalten. Wir können aber nicht planen, was auf uns zukommt, und aus unserer Kraft aus sind wir nie gut genug ausgerüstet. Gott hat uns völlig in seiner Hand und ver­ sorgt seine Kinder mit dem, was sie gerade brauchen. Das einzige, was wir tun müssen, ist vertrau­ en.» Sie durfte erfahren, wie Gott immer wieder im richtigen Mo­ ment zur Stelle war. CHRISTOF BAUERNFEIND Bild: zvg

Der feine Duft Es war an einem Sonntag. Mein Mann gönnte sich ein Bad im Rhein, flanierte dann an der «Beach» von Eglisau. Plötzlich mischte sich eine Windböe in die Ruhe des Nichtstuns, erfasste ein Partyzelt und warf es ins Wasser. Thomas tat, was wohl alle guten Schwimmer in Badehosen tun würden: Er sprang ins Wasser und holte das Zelt zusammen mit einem Unbekannten ins Trockene. Die Veranstalter der Filmtage, denen dieses Zelt gehörte, waren sehr dankbar für den beherzten Einsatz. Grosszügig luden sie meinen Mann an die Bar ein und offerierten ihm für die Vorführung am Abend zwei Tickets. Mein Mann kehrte als Alltagsheld nach Hause zurück und überzeugte mich nebenbei für den spontanen Ausgang ins Freiluft-Kino. Die Freude war gross, dass wir tatsächlich kamen, die Begrüssung fast so herzlich wie unter alten Bekannten. Noch einmal strahlte den Veranstaltern die Dankbarkeit aus allen Knopflöchern heraus. Was wir konsumierten, durften wir – auch bei grösster Anstrengung unsererseits – nicht bezahlen … Die Situation war so berührend, fast beschämend. Wohlgeruch? Ja: Durch Christus sind wir ein Wohlgeruch für Gott, heisst es im Korintherbrief. Sind also Christen mit göttlichem Parfum ausgestattet und alle andern stinken? Oder sind zuweilen die Rollen vertauscht - sogar öfter, als uns lieb ist? Wir erlebten an diesem Sommerabend so viel Wohlwollen, so viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Meine Gedanken rotierten. Was für Spuren und Gerüche hinterlassen wir Christen in dieser Welt? Was kommt Menschen entgegen, wenn sie uns begegnen? Nur ein beherzter Sprung in Gottes Barmherzigkeit und Liebe kann unsere Duftnote verbessern. Sind Sie heute schon eingetaucht? HELENA GYSIN

Die Kolumnistin ist Familienfrau, Sekretärin der Baptistengemeinde Bülach und Autorin.


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I nse r at e | s t e lle n

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F oru m | j ug e n da r be i t

SYNERGIE Wenn Ausrutschen verboten ist «Ausrutschen verboten» – So heisst es in einem Bericht über eine Wanderung auf das Rinderhorn (3448 m). Als ich im Juli an der letzten Steigung zum Gipfel des Rinderhorns angekommen war, wurde mir deutlich, was damit gemeint war. Ein schnee- und teilweise eisbedeckter Hang mit etwa 40 Grad Neigung war zu überwinden. Wer hier ins Rutschen kommt, für den wird es gefährlich, ja lebensgefährlich. «Ausrutschen verboten» gilt auch für die Bewältigung der gegenwärtigen Krise unseres Wirtschaftssystems. Zahlreiche Akteure bewegen sich in steilem Gelände. Der Aufstieg erfordert enorme Kraftanstrengungen. Das Abrutschen in beängstigende Tiefen muss von Tag zu Tag verhindert werden. Regierungen in Lissabon, Madrid, Rom, Athen, Paris, Berlin und anderswo suchen händeringend nach Lösungen. Ne-

ben der Europäischen Zentralbank, der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds sind auch die Finanzmärkte in die Krise involviert. Es ist und bleibt auf absehbare Zeit spannend. Das hat auch Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf in ihrer Ansprache zum 1. August deutlich gemacht. Oft, wenn ich wieder eine Besorgnis erregende Nachricht zu Augen oder zu Ohren bekomme, rege ich mich auf über nicht nachvollziehbare Aussagen oder (Nicht-)Aktionen. Unmittelbar danach setzt sich die bohrende Frage fest: Hast du heute schon für die in die Lösung der Krise involvierten Personen und Institutionen im In- und Ausland gebetet? Gemäss 1. Timotheus 2,2 ist das ein Auftrag und eine Verantwortung eines jedes Christen. Diese Verantwortung ist nicht delegierbar! Mein Gebet geht dahin, dass durch Gottes Gnade und Führung Lösungen gefunden werden, die sich durch Frieden im alttestamentlichen Sinne und durch Gerechtigkeit auszeichnen. Das ist weit mehr als Symptombeseitigung. Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass durch die bestehende Unsicher-

heit und für viele bereits reale Not Menschen bereit werden, sich für Gottes Wirklichkeit zu öffnen. Und dann sind da viele Unternehmer im Land, die die Krise spüren. Etliche sind Christen. Gemäss einer Umfrage unter christlichen Führungskräften Anfang dieses Jahres erhalten nicht alle wirksame Unterstützung in ihrer lokalen Kirche oder Gemeinde für ihre besonderen Herausforderungen. Das ist tragisch! Die gegenwärtige Krise betrifft uns alle, auch wenn wir es nicht immer so deutlich spüren. Wenn sie dazu beiträgt, dass sich Christen und Nichtchristen umfassender als bisher dem Evangelium Jesu Christi öffnen, dann kann viel Segen daraus entstehen. DIETER BÖSSER Der Autor, lic. theol. und lic. phil I, ist Studienleiter der Akademie für christliche Führungskräfte (AcF) Schweiz in Basel und Geschäftsleiter des Fachkreises Psychologie und Glaube bei den Vereinigten Bibelgruppen (VBG).

Mit dem Bibel-Zelt zu den Teens LEBEN MIT DER BIBEL Teenager und Jugendliche sollen Gott regelmässig durch die Bibel und im Gebet begegnen: Dafür hat der Bibellesebund ein vierteiliges Eventzelt angeschafft.

«Die Bibel ist in den Köpfen der heutigen Jugendlichen oft nicht sehr präsent. Viele wissen sehr gut Bescheid, andere haben keine Erfahrung mit der Bibel gemacht und sind auch nicht interessiert, sie kennenzulernen», stellt Céline Hefel fest. «Ende letzten Jahres wurde das Projekt ‹:b live› gestartet.», erklärt die Marketingverantwortliche des Bibellesebunds. Das Ziel: Ein Angebot ausarbeiten, mit dem Jugendliche die Bibel auf kreative Weise erfahren. Entstanden ist «:b live», «Die Bibel: live erlebt». Die mobile «Zeltwelt» mit Zugfahrzeug, Anhänger für Filmvorführungen und vier Zelten kann von Kirchen, Gemeinden, Jugendgruppen und Konfirmandenklassen gemietet werden.

Multimedial, humorvoll, genial

«Dass sich die Bibel auch noch von einer ganz anderen Seite zeigen kann, sollen Jugendliche bei ideaSpektrum 30/31.2012

Blick in die neue Event-Zeltwelt für die Teenager- und Jugendarbeit.

unserem neuen Projekt erleben können», definiert Projektleiter Michael Matter. Ihm liegt daran, die Vorurteile gegenüber der Bibel zu entkräften: «Die Bibel ist zwar Jahrhunderte alt. Sie ist aber auch für den heutigen Jugendalltag relevant und dank neuer Übersetzungen leicht verständlich.» Primäre Zielgruppen der EventZeltwelt sind deshalb die Konfirmandenklassen, im weitesten Sinne die Kinder- und Jugendarbeit von Kirchen und Gemeinden.

Das Programm orientiert sich an aktuellen Trends: «Packende Themen aus dem Jugendalltag werden praktisch, persönlich und humorvoll aufgegriffen. Wir setzen auf multimediale Angebote und auf Nachhaltigkeit», sagt Céline Hefel. Eingesetzt werden Videosequenzen, iPads und weiterführende Angebote. In einer eigens hergestellten Videoproduktion werden auf humorvolle Art Lebenssituationen erzählt. Das Jugendprojekt des Bibellesebunds ist gut angelaufen. «:b live» war bereits beim «crea!» auf St. Chrischona präsent. Weitere Einsätze sind fest geplant. Die Kosten von 100 000 Franken sollen mehrheitlich durch Spenden aufgebracht werden. Für den Spätsommer und Herbst können noch Einsatzdaten gebucht werden.

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PODIUM Jahreslosung live Den zweiten Ferientag dieses Sommers genoss ich im SVS-Naturschutzzentrum La Sauge am Neuenburgersee. Am Naturpfad laden drei Beobachtungshütten (hides) zur Tierbeobachtung ein. Sie wurden so gebaut, dass die Tiere nicht gestört werden. Am «Grand étang» wurde ich Zeugin eines dramatisch spannenden Naturschauspiels. In ihrem Nest auf einem im Teich liegenden dürren Baumast kümmerte sich ein Zwergtaucherpaar um ihr Junges, das am Vortag geschlüpft war, und um zwei noch auszubrütende Eier. Urplötzlich begannen Ente und Enterich wie wild nach Teichpflanzen und Algen zu tauchen. Innert Sekunden deckten sie damit geschickt das ganze Nest samt Inhalt zu. Und schon segelte elegant, begleitet von einem eindrücklichen Schattenwurf, der verhältnismässig riesige Fischreiher daher. Kaum auf dem Ast gelandet, beobachtete er in stoischer Ruhe, jedoch hellwach und in überlegener Gefährlichkeit das Nest, während das Entenpaar scheinbar uninteressiert und entspannt in einiger Distanz kleine, langsame Runden drehte. Stockender Atem und rasender Puls liessen mich schier erstarren. Eine kleine Bewegung des Neugeschlüpften unter der Tarnung, und es wäre im Schlund des Riesenvogels verschwunden. Doch nach zwanzig bangvollen Minuten hob der Fischreiher ab und erlöste die Entenfamilie aus der Todesangst. Und uns dankbare Betrachter aus der fast unerträglichen Spannung. Dieses besondere Erlebnis in Gottes Schöpfung wurde mir zur eindrucksvollen Kurzpredigt über die Jahreslosung 2012 aus 2. Korinther 12,9. Gott hat einen souveränen Plan, den auch grosse und starke Gegner nicht durchkreuzen können. Gott ist in den Schwachen mächtig. Ihm sei Lob und Preis! MARIANNE STREIFF

THOMAS FEUZ www.b-live.org, www.bibellesebund.ch Bild: zvg

Die Autorin ist Nationalrätin der EVP und wohnt in Köniz.


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n e u e H e i m at ( t e i l 6)

Goldenes Handwerk auf der besten Grundlage AUSWANDERERSCHICKSALE Fritz Kaiser gehört bereits zur zweiten Generation einer Einwandererfamilie. Nachdem seine Eltern umgesiedelt waren, kehrte er in die Schweiz zurück und absolvierte eine Lehre als Molkerist. Mit dem weissen «Gold» holte sich der heutige Grosskäser manche Auszeichnung. Sein Team schätzt den fordernden, aber fairen Chef.

Beinahe erscheinen sie mir wie Lichtgestalten: Fritz und Christine Kaiser tragen den obligaten Plastikmantel über weissen Hosen, Hemd und Gummistiefeln. In der grossen Halle wieseln die Angestellten flink hin und her, auch sie im obligaten weissen Berufsoutfit. Die fast «himmlisch» anmutende Atmosphäre wird nur vom leisen Surren der vollelektrischen Produktionsmaschinen gestört. Ab und zu tritt ein Mitarbeiter auf leisen Sohlen zum Chef. Dessen Unternehmen verarbeitet heute 25 000 Liter Milch täglich. Diese wird in zwei Silos von 27 000 und 38 000 Litern gelagert. Der Betrieb liegt «mitten in der Prärie» und weit weg vom Schuss. Für den Verkaufsladen ist die Lage kein Nachteil; die Qualität der KaiserKäse hat sich herumgesprochen. Am Wochenende verbinden viele

Impressum Idea Schweiz Herausgeber: Idea Information AG, 4410 Liestal Verwaltungsrat: Heiner Henny, Präsident; Sam Moser, Stellvertreter; Paul Beyeler, Hans Lendi, Hansjörg Leutwyler, Hanspeter Schmutz Ideelle Trägerschaft: Schweizerische Evange­ lische Allianz (SEA), Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG), Arbeits­ gemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM) Redaktion: Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 44, Fax 031 819 71 60 E­Mail: redaktion@ideaschweiz.ch Internet: www.ideaschweiz.ch Chefredaktor: Andrea Vonlanthen Büro: Bahnhofstr. 65, 9320 Arbon Tel. 071 446 70 02, Fax 071 446 74 88 E­Mail: andrea.vonlanthen@ideaschweiz.ch Redaktor: Thomas Feuz Erweitertes Team: Esther Reutimann, Christian Bachmann, Mirjam Fisch­Köhler Praktikum: Christof Bauernfeind Kundenberatung Anzeigen: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 17, Fax 031 819 38 54 E­Mail: inserate@ideaschweiz.ch Aboservice: Jordi AG – das Medienhaus, Franziska Schüller, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 20, Fax 031 819 38 54 E­Mail: abo@ideaschweiz.ch Abopreise: Jahresabo Fr. 145.–, Seniorenabo Fr. 117.–, Halbjahresabo Fr. 77.–. Das Abo ist unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist jeweils zum Bezugsende kündbar. Konto: PC­Konto 40­788586­4 Idea Information AG, 4410 Liestal Layout/Druck/Versand: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp www.jordibelp.ch

Bilder: idea/tf

Christine und Fritz Kaiser im Käselager, Fritz Kaiser vor dem vollautomatischen «Käsekessi».

Kunden ihren Ausflug mit einem Einkauf «chez Kaiser».

Leben zwischen zwei Welten

Die Geschichte von Fritz und Christine Kaiser reicht weit zurück. Sie beginnt wie alle bisher präsentierten Auswandererporträts: mit Abschiedsschmerz, harten Aufbaujahren, Rückschlägen und neuen Hoffnungen. Fritz Kaisers Vater emigrierte kurz nach dem Krieg von Süddeutschland in den Kanton Zürich, war dann als Karrer auf einem Hof im Emmental tätig und baute sich schliesslich mit seiner Familie eine neue Existenz in Kanada auf (vergleiche «idea Spektrum» 27/12). Nach 14 Tagen Kanada reiste Fritz 1975 in die Schweiz zurück und absolvierte eine vierjährige Ausbildung als Molkerist bei der Firma Toni. In der Westschweiz machte er ein jähriges und in der Weichkäserei Uster ein dreimonatiges Praktikum. Sein Chef Walter Regez lud ihn an eine IVCG-Veranstaltung ein. Die Begegnung mit überzeugten Christen war prägend für den jungen Berufsmann. 1981 zog es auch Fritz nach Kanada. Hier setzte er um, was er seinem Vater als Knirps versprochen hatte: Käser werden – und nicht Koch.

Von der Pike auf

Mit viel Einsatz und der richtigen Frau an seiner Seite baute Fritz

Kaiser einen blühenden Betrieb auf, der weit über die Bezirksgrenzen hinaus einen sehr guten Ruf geniesst. Auch heute noch legt der Chef über 20 Angestellte immer wieder selber Hand an. Erst kürzlich hat er in eine zukunftsgerichtete Wärmerückgewinnungsanlage investiert. Der Betriebsstart in Kanada erfolgte mit bescheidenen Mitteln: «Am Anfang produzierten wir in einem 180-Kilo-Käsekessi», erinnert er sich. «Als Heizquelle diente Propangas.» In den Pionierjahren fuhr er jeweils mit zwei Käselaiben ins rund 60 Kilometer entfernte Montreal. Heute nehmen die Kunden teils eine lange Anreise auf sich, um bei Fritz Kaiser Produkte aus Kuh- und Ziegenmilch einzukaufen. «Menschen mit einer Kuhmilchallergie fahren heute weit für guten Ziegenkäse», erklärt er. Bereits werden fünf verschiedene Käse aus Ziegenmilch angeboten. «Die meisten Rezepturen sind ‹home made›», erklärt der Patron. Kaisers Käseköstlichkeiten haben einige Medaillen errungen. Trotz dem Erfolg sind Stolz und Überheblichkeit nicht Kaisers Ding. Die Belegschaft weiss, dass ihr Patron Christ ist. «Das verpflichtet», ist Fritz Kaiser überzeugt. «Ich will bewusst einen Unterschied machen. Nie käme ein Fluch über meine Lippen.» Diese

Gradlinigkeit schätzt das Team, wie auch den gesunden Humor und die sprichwörtliche Ruhe des Chefs. Christine Kaiser hat seinerzeit eine Handelsschule besucht. Die 4-fache Mutter ist jeden Tag im Betrieb anzutreffen. Sie und ihr Mann bilden ein gutes Team. Neben ihrem Beruf ist ihnen die christliche Gemeinde wichtig: «Gottes Wort muss Hände und Füsse bekommen. Wir wollen unseren Glauben im Alltag leben.» Auch ihre Geschichte zeigt, dass auf dieser Grundlage manch gutes Handwerk gedeihen kann. THOMAS FEUZ www.fkaiser.com

Neue Heimat Kanada Die Schweiz – ein Einwanderungs­ land? In der zweiten Hälfte des letz­ ten Jahrhunderts war das Gegen­ teil der Fall: Schweizer wanderten zuhauf in alle Welt aus. Die Ausland­ schweizerorganisation ASO regis­ triert eine halbe Million Schweizer auf allen Kontinenten. Auf Einla­ dung eines ausgewanderten kana­ dischen Leserpaars von «idea Spek­ trum» besuchte Redaktor Thomas Feuz Mitte März einige Auswander­ erfamilien in der Provinz Québec. In einer Fortsetzungsserie stellen wir sie und ihre Schicksale vor. idea Spektrum 30/31.2012


F ORU M

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Dienende Leitung

Zweierlei Flüchtlinge

«idea Spektrum» Nr. 27 – «Je lauter, desto besser!» Interview mit ICF-Leiter Leo Bigger

«idea Spektrum» Nr. 29/30 – «Flüchtlings-Familie in Not»

Vor vielen Jahren besuchten wir als Jugendliche den ICF in Zürich. Damals war er frisch und vermutlich noch nicht ganz so laut wie heute. In einem speziellen Gottesdienst setzten wir gewisse Aspekte davon in unserer reformierten-evangelischen Kirche um. Heute leitet Leo Bigger den ICF. Mit seinem streng hierarchischen Leitungsstil will er Streitigkeiten vermeiden. Er muss aber zugeben, dass trotzdem nicht alle Streitigkeiten zu vermeiden sind. Johannes Calvin beschreibt die gleiche Haltung, als man in der alten Kirche – entgegen der biblischen Gleichstellung aller Leiter – ranghöhere Bischöfe einsetzte. Zu Anfang wusste man aber noch, dass der Vorsteher wie ein Konsul dem Rat (Senatus) vorstand. Dies bedeutete, dass der Vorsteher mit gutem Vorbild voranging und: «… über die Geschäfte berichten, die Meinung der anderen erfragen, ihnen mit Rat, Ermahnung und Ermunterung vorangehen, mit seiner Autorität die ganze Verhandlung leiten und schliesslich ausführen, was im gemeinen Rat beschossen ist.» Leider entartete dies, und noch heute müsste man einen römisch-katholischen Bischof als Exzellenz, also wie einen Fürsten ansprechen. Bereits in der Reformationszeit versuchte man dies zu korrigieren. Darum betonten die Reformatoren, dass Diener Gottes auch Diener sein sollten. Auch Heinrich Bullinger drückt dies im zweiten helvetischen Glaubensbekenntnis sehr deutlich aus: «Der den Seinen zu herrschen verboten, ihnen vielmehr Demut anbefohlen hat.» (Lukas 22,24 ff.; Matthäus 18,3 f.; 20,25 ff.) Moderner drückt es Floyd McClung in seinem Buch «Das Vaterherz Gottes» aus. Er beschreibt seinen Hochmut

Und Ihre Meinung? Auf der Forum-Seite von „idea Spektrum“ sind Lesermeinungen ausdrücklich erwünscht. Bevorzugt werden Reaktionen zu aktuellen Beiträgen aus unserm Magazin. Halten Sie deshalb bitte konkret fest, worauf sich Ihre Meinung bezieht. Bei längeren Zuschriften behält sich die Redaktion je nach Platzangebot Kürzungen vor. Forum-Beiträge können gerne direkt an den Chefredaktor gemailt werden: andrea.vonlanthen@ideaschweiz.ch ideaSpektrum 31/32.2012

Leo Bigger führt den ICF erfolgreich mit streng hierarchischem Leitungsstil. Leser André Gujer setzt dazu jedoch einige Fragezeichen. als Leiter und wie blind er dafür war. Als dieser versteckte Stolz schlussendlich wie eine Traumwelt zerbarst, stand er vor einem Scherbenhaufen. Für diese seine schlimmste Zeit ist er Gott heute dankbar. Denn die Barmherzigkeit und Liebe Gottes wurde ihm dadurch viel bewusster, und er wurde vom Leistungsdenken befreit. Er ist aus unverdienter Gnade von Gott geliebt und errettet. Und aus dieser Haltung kann er erst uneigennützig dienen. Dieses Dienen hat Freude, wenn andere wachsen und mit ihrem Glauben Verantwortung übernehmen. Ich glaube, wer dies erlebt hat, wird das Abendmahl nicht an den Rand des Gottesdienstes verbannen. Denn es symbolisiert das Wichtigste unseres Glaubens. Es macht unseren Glauben spürbar: Schmeckt, wie lieblich der Herr ist! Warum also nicht einen eigenen Abendmahlsgottesdienst organisieren, wenn es im «ordentlichen» ICF «stört»? Vielleicht könnte der ICF dadurch für die Menschen noch viel mehr ein Segen werden. Denn in Gott ruhen gehört auch zu unserem Leben als Christen. ANDRE GUJER, Binningen BL

Der falsche Schluss «idea Spektrum» Nr. 24 – «Armutsreduktion», «Podium» von EVP-Nationalrätin Maja Ingold In ihrer Kolumne machte sich Maja Ingold für die Erhöhung des Bundesbeitrags an die Entwicklungshilfe stark. Das Anliegen, die Lebenssituation der Armen zu verbessern, ist lobenswert. Als praxiserfahrener Kenner der Entwicklungszusammenarbeit weiss ich aber, dass ein namhafter Teil des Geldes, das dafür bereitgestellt wird, nicht ans Ziel kommt, weil die Korruption grassiert. In Wirklichkeit ist nicht die Geldsum-

me massgebend, sondern,  ob das verfügbare Geld tatsächlich vollumfänglich zielkonform eingesetzt wird. Eine mir nahestehende Person hatte in Afrika während mehreren Jahren einen wichtigen Missionsauftrag zu erfüllen. Sie hat mir meine Sicht über die herrschende Korruption bestätigt. Ohne die korrumpierten Funktionäre  geschehe nichts. Am wirksamsten sind die privaten Projekte durch Missions- und Hilfswerke. Sie können die verfügbaren Mittel viel effizienter einsetzen, kontrollieren und die Projekte direkt begleiten.  Was in der Schweiz an Spenden für solche Zwecke zusammenkommt und eingesetzt wird, übersteigt nach Ansicht von Sachverständigen die offiziellen Zahlen der Entwicklungshilfe.  Mit dem von der Wirtschaft geforderten Freihandelsabkommen wird das Armutsproblem auch nicht gelöst. Vielmehr führen in den armen Ländern die in diesem Rahmen möglichen freien Einfuhren von billigen, in Europa oder Amerika weniger begehrten  Produkte aus der Landwirtschaft zur Vernichtung von kleinen Betrieben, deren Erzeugnisse nicht mehr kostendeckend verkauft werden können. Deshalb ist es wichtig, dass nicht versucht wird, das Problem Armut primär über staatliche Beiträge zu lösen, sondern durch eine andere Wirtschaftspolitik, die nicht nur auf Profit ausgerichtet ist, sondern auch die moralische Verantwortung einschliesst. HANS MAURER, Mattstetten BE     

Worauf es ankommt

«idea Spektrum» Nr. 27 und 28 – Beiträge zum Thema «Kirche und Elite» Leider sind viele Führungskräfte aus den in diesen Beiträgen genannten Gründen von der Kirche enttäuscht.

Ich bin ehrlich gesagt sehr verwirrt. Da lese ich von der Flüchtlingsfamilie Darwish, die von den Behörden misshandelt und möglicherweise in den Tod geschickt wird. In anderen Zeitungen lese ich immer wieder von Wirtschaftsflüchtlingen, die mit allerlei Rekurs-Tricks jahrelang in der Schweiz bleiben, die Familie nachziehen, dann nach x Jahren wegen Unzumutbarkeit gar nicht mehr ausgeschafft werden können, und falls die Ausschaffung dennoch droht, einfach untertauchen. Die wahren Flüchtlinge werden misshandelt, die unechten vergoldet. Ich frage mich, wer da unehrlich berichtet. THOMAS GLAUSER, Otelfingen ZH Deshalb schreibt Christoph Wyss mit Recht, dass wir den Menschen nicht in erster Linie die Kirche, sondern Jesus vorstellen müssen. In der IVCG laden wir Geschäftsfreunde zu Vortragstreffen in ein Hotel ein. So fühlen sie sich, wie Elisabeth Schirmer schreibt, wohl unter ihresgleichen. Dann laden wir suchende Menschen zu einem Impulstag ein, um ihnen im Kreis von fünf bis 15 Personen das Zentrum des Evangeliums nahezubringen. Billy Graham hat einmal gesagt, dass man auch Intellektuellen das Evangelium so einfach wie einem Zwölfjährigen erklären müsse, denn von geistlichen Wahrheiten wüssten diese Leute oft sehr wenig. Wenn Menschen, auch in höherer Verantwortung, eine Bekehrung und Wiedergeburt erlebt haben, sind sie weniger anspruchsvoll auf hoch intellektuelle Predigten. Wichtig ist ihnen dann, dass sie durch die Gottesdienste neue Erkenntnisse bekommen, im Glauben wachsen und Begegnungen mit Jesus haben. Da sind aber auch unsere Verkündiger gefordert, die Gottesdienste mit Niveau und Tiefgang so zu gestalten, dass auch Verantwortungsträger gerne daran teilnehmen und im Herzen tief berührt werden. Doch die Erweckung beginnt bei uns. Wenn noch mehr gläubige Geschäftsleute bereit wären, mit viel Liebe und Durchhaltevermögen ihre Freunde zu solchen Treffen einzuladen und für sie zu beten, so würden noch wesentlich mehr Verantwortungsträger, auf die das Volk sieht, zum Glauben finden. Sie würden neu eine christliche Gemeinde besuchen, in der das Wort Gottes in Vollmacht verkündigt wird. ROBERT RAHM, Hallau


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diese Fahrräder verleihen alt und Jung «Flügel» FaHrradFacHgeScHäFt Vreni und Thomas Schneiter sind privat und im Geschäft ein gutes Team. Nach der Kinder-

phase hat Vreni mit 40 Jahren eine ungewohnte Zweitausbildung abgeschlossen. Seit 20 Jahren betreibt das Paar ein Velogeschäft. Die «Flyer» haben den Geschäftsgang beflügelt. Erfolgsfaktor ist auch die Grundhaltung der Inhaber.

Das Velofachgeschäft mitten im Thuner Neufeld-Quartier gehört fest zum Ortsbild. In drei Wohnungen eines Wohnblocks entstanden eine Service- und Reparaturwerkstatt, Präsentationsraum, Lagerräume und «Flyer»-Stützpunkt. Die Kundschaft stammt aus dem Quartier, aber auch aus der weiteren Region. Alltagsvelo, Mountainbike, Renn-, Cross- oder Elektrovelo? Das tägliche Engagement in Beratung und Service wird weitherum geschätzt.

stolz auf ihr Handwerk. Die Firma verfügt über ein Zertifikat als Bezüger von Oeko-Strom. «Keine grosse Sache», meint Thomas Schneiter. «Aber wir wollen auch damit ein kleines Zeichen setzen.» Christen müssten keine «Supertypen» sein, ist Thomas Schneiter überzeugt. «Wir tun unser Möglichstes – und das mit Freundlichkeit und Wertschätzung», sagt Vreni Schneiter. Die meisten Kunden wüssten sowieso, wo sie glaubensmässig stehen. «Wir wollen unser Christsein ausleben. Wenn wir auf unseren Glauben angesprochen werden, gehen wir gerne darauf ein.»

Qualität aus zarter Hand

Thomas und Vreni Schneiter haben das bestehende Geschäft 1992 übernommen und ausgebaut. «Mitten in der Kinderphase», erinnert sich Inhaber Thomas Schneiter. «Meine Schwiegereltern übernahmen am Samstag den Hütedienst, sodass ich von Anfang an mitarbeiten konnte», ergänzt Vreni Schneiter. Mit der Zeit steigerte sie das Pensum, mit 40 Jahren erwarb sie auf dem zweiten Bildungsweg den Fähigkeitsausweis als «Fahrradmechaniker». Die Berufsfrau: «Ich wollte auch über Einzelteile und Komponenten Bescheid wissen.» Von Anfang an legte die Firma Wert auf Frauen im Team. Alternierend werden ein weiblicher und ein männlicher Lehrling ausgebildet. Insgesamt beschäftigt das KMU vier Personen. Die «Zweiradmechanikerin Fachrichtung Fahrrad» Debora Bolliger arbeitet nach der Lehre bereits im dritten Jahr in der Firma. «Ich kann ihr den Laden problemlos überlassen», meint der Chef. Debora hatte die Prüfung mit der Note 5,4 abgeschlossen – als Beste im Kanton Bern. Soeben hat Jennifer Kupferschmied ihre Lehre beendet, mit einer sehr guten 5,1. «Die Lehre hat mir genau das gebracht, was ich wollte», ist sie überzeugt. Jennifer trainiert im Junioren-Nationalkader und wechselt demnächst in ein grösseres Geschäft auf dem Platz Bern, das ihr mehr Freiraum fürs Cross- und Mountainbiken bieten kann. Yannick Schüpbach hat idea Spektrum 31/32.2012

«elektrische» bringen Schub

Ein erfolgreiches Team: Vreni und Thomas Schneiter, Jennifer Kupferschmied und der neue Lernende Yannick Schüpbach (kleines Bild).

soeben seine 3-jährige Lehre als Fahrradmechaniker begonnen.

Service durchorganisiert

Die Grösse eines Fachgeschäfts steckt oft im Detail. Das ist auch bei Velo Schneiter so. Die vielfältigen «Sörgeli» der Kundschaft werden so aufmerksam wahrgenommen wie der Wunsch nach einem vollgefederten Bike der neusten Generation. «Ein Velo soll längstens einen Tag in der Werkstatt sein», meint Schneiter. Dabei setzt die Firma auf die EDV wie auch auf das bewährte «Zettelsystem»: Die Aufträge werden am «Häkli» des betreffenden Wochentags befestigt und wandern zusammen mit dem Velo in die Werkstatt. «Wir wissen von allem den Preis, aber kennen den Wert nicht mehr», meint Schneiter mit Blick auf Discounterangebote. «Nicht nur das Velo, auch die Serviceleistung hat ihren Wert.» Bei

Velo Schneiter kann der Sattel während der ersten zwei Wochen ausgewechselt werden, nach drei Monaten wird ein kostenloser Garantieservice durchgeführt und das Rad kann während zwei Jahren gratis bei der Velostation am Hauptbahnhof parkiert werden.

Mit Können und Leidenschaft

Vreni und Thomas Schneiter sind erfahrene Berufsleute und

Ein wichtiges Standbein nebst dem Service ist der Verkauf: Durchschnittlich wird pro Tag ein Fahrrad, pro Woche ein «Flyer» verkauft. Betrug der Anteil der Elektro-Räder lange Zeit knappe zwei Prozent, liegt er heute bei ungefähr 15 Prozent. «Ein ‹Flyer› ist definitiv kein Velo für alte Menschen. Aber ältere Menschen schätzen die Vorzüge besonders», beobachtet Schneiter. Er stellt fest, dass sich vermehrt auch junge Menschen für einen «Flyer» entscheiden und stattdessen auf ein Auto verzichten. Der typische «Flyer»-Fahrer ist Umsteiger: «Kunden, die schon früher Velo fuhren oder das Velofahren wieder neu entdecken.» Was schätzen Schneiters selber am Velofahren? «Man kommt vorwärts und kann die Landschaft auf umweltfreundliche Art geniessen. Zudem ist dieser Sport schonend für den Rücken», meint Thomas Schneiter. Mindestens einmal pro Woche schwingt sich das sportliche Paar aufs Rad – Vreni auf einen «Flyer», Thomas auf ein leichtes Strassenvelo. So kann er sich «abrackern»; die Abfahrt von den Hügeln rund um den Thunersee geniessen sie dann gemeinsam. THOMAS FEUZ www.veloschneiter.ch Bilder: idea/tf


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Der Deutschland-Achter mit Lukas Müller (Vierter von rechts) dreht nach der Siegerehrung eine Ehrenrunde.

Olympiasieger bekehrte sich bei ProChrist LONDON Egal, ob Spitzensportler, Funktionär oder Missionar – bei den Olympischen Spielen in der britischen Metropole spielt der christliche Glaube bei nicht wenigen Akteuren eine wichtige Rolle.

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ukas Müller strahlt mit seiner Goldmedaille um die Wette. Am 1. August wurde der Ruderer vom RC Germania Düsseldorf Olympiasieger mit dem Deutschland-Achter. „Wir waren uns eigentlich sicher, aber es kann immer was passieren. Es war ein hartes Rennen, und vielleicht habe ich zwei, drei Mal gedacht, dass die Briten uns knacken“, so Müller. Der aus dem mittelhessischen Solms-Albshausen (bei Wetzlar) stammende 25-Jährige hatte sich bei einer ProChrist-Veranstaltung mit Pfarrer Ulrich Parzany bekehrt. Sein Vater, der Allgemeinmediziner Georg Müller, ist Mitglied der Wetzlarer Brüdergemeinde im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und Gründer des christlichen humedica-Ärzteteams. Bei der weltweit tätigen Organisation leisten Mediziner seit dem Jahr 2000 ehrenamtlich und kostenlos Hilfe in Katastrophengebieten. Müller erklärte gegenüber idea, sein Sohn habe zwar durch den Leistungssport nicht mehr so viel Zeit für die Gemeindearbeit, stehe aber fest im Glauben.

Fotos: dpa, imago

„Ich bin Gott begegnet“ Damit ist Müller nicht allein im deutschen Olympia-Team. Auch der Pistolenschütze Ralf Schumann ist bekennender evangelikaler Christ. Im Interview mit dem „Tagesspiegel“ (Berlin) sagte er: „Gewinnen ist Gnade. Klar muss man sich gut vorbereiten, das ist harte Arbeit. Aber das

Gewinnergefühl kann man nicht produzieren, das geht einfach nur über ein gesundes Maß an Training, ein vernünftiges Leben – und eine gesunde Beziehung zu Gott.“ Er glaube, dass Gott ihm helfe. Dass es ihn gibt, habe er selbst erlebt. „2004 in Athen ist es gewesen. Es war nicht diese Art von Kontakt, dass er leibhaftig vor mir

50-Jährige. Es sei ein Geschenk gewesen. Seitdem habe sich sein Leben radikal zum Guten hin verändert.

Autogrammkarte mit Bibelvers Schumann ist Gemeindemitglied der Tübinger Offensiven Stadtmission (TOS), einer evangelikal-charismatischen Freikirche mit eigenem Missionswerk. Auf seinen Autogrammkarten steht der Bibelvers aus dem Brief des Paulus an die Philipper (3,13): „Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist.“ Schumann war bereits dreimal Olympiasieger (1992, 1996 und 2004) und zweimal Einzel-Weltmeister (1990 und 1998). Dieses Jahr hatte er weniger Glück: Zum ersten Mal qualifizierte Schumann sich nicht für das olympische Finale. Aber mit nun 7 Olympiateilnahmen ist er Rekordhalter des deutschen Sports: Niemand nahm so oft teil wie er.

Geistliche Unterstützung Charismatiker: Sportschütze Schumann

stand. Aber ich habe ihn gespürt“, bezeugt Schumann. Er sei damals in einer absoluten Lebenskrise gewesen. „Ich hatte meine Ehe zerstört, meine Familie – bis Gott eingriff.“ Er habe ihm vorher angesagt, dass er Olympiasieger werde. „Und mein Gold war der Beweis, dass es ihn gibt“, erklärt der

Als geistliche Unterstützung stehen den Athleten drei deutsche Sportpfarrer als Seelsorger zur Verfügung. Die EKD entsandte die Pastoren Thomas Weber und (für die Paralympics) Christian Bode, die (katholische) Deutsche Bischofskonferenz Pfarrer Hans-Gerd Schütt. Alle drei verfügten über langjährige Erfahrungen im Sport. Die Pfarrer bieten Gottesdienste im Deutschen Haus an. Jeder Athlet hat von


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NOTIERT USA: Hochzeit eines schwarzen Paares abgelehnt

ihnen die Broschüre „Mittendrin“ erhalten. Hier finden sich nicht nur Gebete und besinnliche Texte, sondern auch die Kontaktmöglichkeiten zu den Olympiapfarrern.

Wenn der 4. als Katastrophe gilt „Wertvoll sind die Gespräche, die sich manchmal nebenbei wie von selbst ergeben. Aber wenn man die Athleten beim Wettkampf beobachten konnte, kann man sie auch ganz persönlich ansprechen“, erzählt Pfarrer Weber. Der Leistungsdruck sei enorm groß. Oft werde schon ein 4. Platz als „Katastrophe“ gewertet. Er wünsche sich, dass die Sportler als Menschen wahrgenommen würden, sagte er gegenüber idea. Gott messe seine Geschöpfe nicht an ihrer Leistung, sondern – wie der Apostel Paulus schreibe: „Aus Gottes Gnade sind wir, was wir sind.“

EKD-Chef hielt Gottesdienst Auch der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), hat die Olympischen Spiele in London besucht. Er freue sich, wie er sagte, die olympische Atmosphäre einmal „live“ zu erleben und drückte dabei auch seine Wertschätzung für die Arbeit der Olympia- und Paralympicspfarrer aus. Sie nähmen die Sportler jenseits der Schlagzeilen wahr, so Schneider. Am 5. August feierte der Präses einen ökumenischen Gottesdienst mit 70 Teilnehmern im Deutschen Haus.

50 Bibeln für 392 Sportler Die (evangelische) Deutsche Bibelgesellschaft (Stuttgart) versorgte die 392 deutschen Olympiateilnehmer im religiösen Zentrum mit 50 „Gute Nachricht Bibeln“ in modernem Deutsch.

Missionarischer Großeinsatz Auch sonst tut sich missionarisch einiges in London. Tausende beteiligen sich an der evangelistischen Initiative „More than Gold“ (Mehr als Gold). Ihr Ziel ist es, mit Menschen über den christlichen Glauben ins Gespräch zu kommen. Überall im Stadtgebiet verteilen sie Wasserflaschen an Besucher, aber auch an Taxi- und Busfahrer. „Die meisten sind so dankbar, wenn sie als Menschen in der Menge wahrgenommen werden. Oft werden wir gefragt: Warum tut ihr das? Und dann ist man schon mitten im Gespräch und kann die Liebe Gottes bezeugen,“ erzählt Sarah-Jane Alley, die die Verteilaktion leitet.

Viel Christliches zu Beginn Im Olympischen Dorf gibt es ein multi-religiöses Zentrum, das sogenannte „MultiFaith-Centre“. Jede Weltreligion hat einen eigenen schlichten Raum zur Besinnung. Andacht, Gebet und Gottesdienste sind hier möglich. Und auch die offizielle Eröffnungsfeier am 27. Juli trug christliche Züge: Am Anfang stand – gesungen von einem Kinderchor (Foto) – das Lied „Jerusalem“ von William Blake, das inspiriert ist von der Legende, Jesus habe England besucht. Und bevor die Sportler einzogen, erklangen alle 5 Strophen des bekannten christlichen Abendchorals „Abide with me“ (Bleib bei mir, Herr) des schottischen Theologen Henry Francis Lyte. Zudem gab es kurze Einblendungen des preisgekrönten Kinofilms „Chariots of fire“ (Die Stunde des Siegers), in dem es unter anderem um einen christlichen Läufer geht, der sonntags nicht starten will. Die Titelmelodie des Films wird vor allen Siegerehrungen eingespielt. P

Philippinen: Granaten auf Kirche Unbekannte Täter haben eine katholische Kathedrale in der philippinischen Provinzhauptstadt Jolo mit Granaten angegriffen. Wie die Zeitung „Mindanao Examiner“ (Mindanao) berichtete, explodierte ein Sprengsatz auf dem Dach der Kirche. Die Wucht der Detonation brachte das Dach des Gotteshauses teilweise zum Einsturz. Umliegende Gebäude wurde zum Teil zerstört. Verletzt wurde niemand. Nach Angaben der örtlichen Sicherheitskräfte laufe eine Fahndung nach den Tätern und deren Motiv. Die Kirche in der mehrheitlich von Muslimen dominierten Provinz Sulu war bereits früher Ziel von Attentaten. Im Juli 2009 brachten Rebellen der islamistischen Terrororganisation „Abu Sayyaf“ eine Bombe vor der Kathedrale zur Explosion. Damals kamen zwei Menschen ums Leben. Auf den Südphilippinen kämpfen drei Rebellengruppen für einen islamischen Staat, eine davon ist die Terrororganisation „Abu Sayyaf“.

Foto: Reuters

Ein Kinderchor singt während der Eröffnungsfeier der Olympiade christliche Lieder.

Mitglieder der Ersten Baptistenkirche in Crystal Springs (US-Bundesstaat Mississippi) haben die Hochzeit eines schwarzen Paares in ihrer Gemeinde verhindert. Die Gruppe drohte dem Pastor Stan Weatherford mit Rausschmiss, wenn er das Paar in ihrer Kirche traue. Weatherford bot daraufhin Te‘Andrea und Charles Wilson an, sie in einer überwiegend von Schwarzen besuchten Kirche im selben Ort zu trauen. Wie der US-Fernsehsender ABC berichtet, wurde seit der Gründung der Kirche 1883 noch kein schwarzes Paar in dieser Gemeinde verheiratet. Die Wilsons besuchten die Kirche regelmäßig, gehörten ihr aber nicht an. Die für den 20. Juli geplante Heirat hat dann in einer anderen Gemeinde stattgefunden. Einwohner von Crystal Springs äußerten sich schockiert über den Vorfall. Auch von Baptisten selbst kam Kritik. Gemeindemitglied Casey Kitchens sagte: „Ich schäme mich, dass meine Kirche das getan hat. Ich kann nicht begreifen, warum. Es ist einfach falsch.“


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Syrien: Kommt eine Christenverfolgung wie im Irak? BÜRGERKRIEG Während in vielen westlichen Medien die Aufständischen gegen Assad positiv beurteilt werden, fürchten Christen, dass ihre Lage schlimmer wird, wenn die radikalen Muslime an die Macht kommen. er Bürgerkrieg in Syrien wird immer blutiger. Seit Beginn des bewaffneten Aufstands gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad im März 2011 sind mehr als 20.000 Menschen ums Leben gekommen. Allein im Juli starben etwa 4.300. Bis zu 500.000 Syrer sind auf der Flucht. Nahost-Experten zufolge entwickelt sich der Konflikt zunehmend zu einem Stellvertreter-Krieg zwischen zwei islamischen Richtungen: den sunnitischen Führungsmächten wie Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran, Assads Verbündetem. Religiöse Minderheiten wie die Christen sind bedroht, zwischen den Fronten zerrieben zu werden. In der westlichen Welt wird die Hauptschuld der Regierung und nicht den muslimischen Aufständischen gegeben. Doch aus Sicht der einheimischen christlichen Minderheit ist die Lage weitaus komplizierter: Katholiken, Orthodoxen und Evangelikalen zufolge vertreiben die aufständischen islamischen Extremisten Christen gezielt aus ihren Wohnvierteln. Ganze Familien würden als „menschliche Schutzschilde“ missbraucht. In Syrien kämpfen vornehmlich sunnitische Rebellen gegen das Assad-Regime. Assad gehört zur alawitischen Religionsgemeinschaft, die sich von den Schiiten abgespalten hat. Alawiten und Christen fürchten Verfolgung, wenn Assad gestürzt werden sollte.

Foto: Reuters

Zuflucht im Libanon Angesichts der Eskalation der Gewalt fliehen immer mehr Christen aus dem Land. Die meisten von ihnen finden im benachbarten Libanon Zuflucht. Dort sei ihre Zahl auf mindestens 7.000 angestiegen, berichtet die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen). Die Flüchtlinge würden in den christlichen libanesischen Gemeinden an der Mittelmeerküste im Norden des Landes untergebracht. „Da der libanesische Staat befürchtet, in den blutigen syrischen Bürgerkrieg hineingezogen zu werden, erhalten die syrischen Flüchtlinge oft nicht die notwendige Hilfe“, erklärte der Nahostre-

ferent der Gesellschaft für bedrohte Völker, Kamal Sido. Die christlichen Gemeinden im Libanon rechnen mit weiteren Flüchtlingen – vor allem aus der nordsyrischen Stadt Aleppo. Dort kämpfen die AssadTruppen gegen die Rebellen. Überwiegend von Christen bewohnte Stadtviertel seien bisher von Kämpfen verschont geblieben, so Sido. Wenn dorthin jedoch die Rebellen vorstießen, würden die Regierungstruppen „gnadenlos zuschlagen“, und die Christen müssten die Stadt verlassen. Wie Sido auf idea-Anfrage sagte, flöhen Christen nicht nur vor den Kämpfen, sondern auch vor Übergriffen durch radikal-islamische Kämpfer. Er widersprach aber der Darstellung in Medien, dass alle Christen auf der Seite des Assad-Regimes stünden. Zur syrischen Opposition im Ausland gehörten auch Christen.

Christen brutal hingerichtet Der Repräsentant der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Simon Jacob (Warburg), befürchtet, dass sich die Lage für die Christen weiter verschlechtern werde, wenn es zu einem Sturz von Präsident Assad komme und ein Machtvakuum entstehe. Schon jetzt würden Christen in Syrien verfolgt und vertrieben: „Es hat sogar brutale Hinrichtungen gegeben.“ Die Lage

TÜRKEI Aleppo

Mittelmeer

D

SYRIEN

IRAK

LIBANON ISRAEL

Syrien

DAMASKUS HAUPTSTADT JORDANIEN

22,5 Mio Einwohner, davon Muslime Drusen Orthodoxe Christen Katholiken Protestanten

90 % 2% 3% 3% 0,1 %

Diese Kirche in Im-al-Zinar wurde bereits durch den Bürgerkrieg in Syrien beschädigt.

erinnere an die anhaltende Christenverfolgung im Irak. Christliche Flüchtlinge aus der syrischen Stadt Kusair berichteten einer Korrespondentin von „Spiegel Online“, dass mehrere ihrer Angehörigen von radikalen Islamisten ermordet worden seien. „Ständig wurden wir beschuldigt, für das Regime zu arbeiten“, berichtete eine in den Libanon geflohene Christin dem Magazin.

EKD teilt Sorge syrischer Kirchen Betroffen vom Leiden der Menschen in Syrien äußerte sich der Nahostbeauftragte des Rates der EKD, der frühere bayerische Landesbischof Johannes Friedrich (Windsbach/Mittelfranken). Man teile die Besorgnis in den Kirchen Syriens, dass ihre Freiheiten für Religionsausübung nun gefährdet werden könnten, schrieb er in einem Kommentar für das Evangelische Sonntagsblatt für Bayern (München). Friedrich: „Und ich sehe kritisch, dass entscheidende Teile der Opposition eine militärische Lösung des Konflikts zu suchen scheinen. Und auch auf ihrer Seite kommen offensichtlich – wie bei den staatlichen Sicherheitskräften – massive Menschenrechtsverletzungen vor.“ Einen Fortbestand des diktatorischen Regimes Assads könne man auf der anderen Seite auch kaum wünschen. „Eine eindeutige Positionierung ist deshalb für uns sehr schwierig“, so Friedrich. P


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Evangelikale sind fröhliche Evangelische ALLIANZKONFERENZ Zum 2. Mal besuchte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, das Jahrestreffen der Deutschen Evangelischen Allianz in deren Zentrum im thüringischen Bad Blankenburg.

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auder wandte sich dabei gegen eine Verunglimpfung von Familien, die ihre kleinen Kinder zu Hause erziehen. Es sei falsch, wenn die Betreuung in Kindertagesstätten und -krippen als das einzig richtige Modell dargestellt werde. Das geplante Betreuungsgeld für Frauen, die um ihrer Kinder willen auf die Ausübung eines Berufs verzichten, dürfe nicht als Herdprämie verspottet werden. „Dagegen müssen wir uns wehren“, sagte Kauder. Seiner Ansicht nach sollte von den Kirchen mehr Widerspruch gegen eine einseitige Förderung von außerfamiliärer Erziehung kommen.

Allianz-Generalsekretär Steeb, Fraktionschef Kauder, ERF-Chef Werth (v. l.)

Kauder kritisiert Niedriglöhne Kritik übte der Politiker an Niedriglöhnen, die nicht zur Finanzierung des Lebensunterhalts ausreichten, an unbefristeter Leiharbeit und an Unternehmern, die Berufsanfängern nur befristete Arbeitsverträge anbieten. Diese Gepflogenheiten verstießen gegen das christliche Menschenbild, für das die von Gott gegebene Würde des Menschen maßgeblich sei. Allerdings ließen sich christliche Überzeugungen in der Politik nur durchsetzen, wenn sich auch Christen dazu in der Öffentlichkeit bekennten.

Grüße von der Kanzlerin

Ein Blick in die Allianzkonferenzhalle in Bad Blankenburg

Kauder überbrachte auch Grüße von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Nach seinem letztjährigen Besuch habe er der Kanzlerin empfohlen, sich selbst ein Bild von der evangelikalen Bewegung zu machen. In diesem Jahr habe es nicht geklappt, da sich Frau Merkel im Urlaub befinde. Auch Journalisten, die über Evangelikale schreiben wollten, rate er zu einem Besuch der Allianzkonferenz. In Bad Blankenburg könnten sie erleben, dass Evangelikale fröhliche evangelische Christen seien und sich mit aktuellen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzten. P

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Allianzkonferenz: „Weise Sprüche statt leerer Worte“ BIBEL „Weise Sprüche statt leerer Worte“ standen im Mittelpunkt der Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz, zu der vom 1. bis 5. August rund 2.500 Besucher nach Bad Blankenburg kamen.

E

rstmals in der 126-jährigen Geschichte der Allianzkonferenzen hatten die Veranstalter das „Buch der Sprüche“ als Grundlage für 14 Bibelarbeiten und Evangelisationsvorträge ausgewählt. Offensichtlich seien sie als „nicht so wichtig“ für den Glauben angesehen worden, sagte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), bei der Eröffnung. Auch in der Kirche spiele die jüdische Weisheitsliteratur keine große Rolle, obwohl sie zu einem gelingenden Leben beitragen solle, ergänzte der Allianzvorsitzende und Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Michael Diener (Kassel). Dabei seien zahlreiche Verse des SprücheBuches auch in nicht-kirchlichen Kreisen bekannt, etwa die Erkenntnis „Hochmut kommt vor dem Fall“ oder die Mahnung „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind“.

Die zwei Gefahren Im Blick auf den Umgang mit den Sprüchen warnte Diener vor 2 Gefahren: Manche Christen schwärmten so sehr von Jesus Christus als Helfer in allen Lebenslagen, dass sie die biblischen Weisheiten übersähen, die als Hilfen zur Bewältigung des Alltags gedacht seien. Die andere Gefahr sei, Lebenserfahrungen und Naturgesetze losgelöst von Gott zu betrachten. Diener zufolge gibt es jedoch „keine letzte Weisheit ohne Rückbezug zum Schöpfer und Erlöser“. Deshalb heiße es auch im „Buch der Sprüche“, dass die Furcht des Herrn am Anfang der Weisheit stehe.

Fotos: kairospress

Wenn du strahlen willst Der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich (Chemnitz) sagte in seiner Bibelarbeit, dass sich weise Menschen weniger durch ihr Reden als durch ihr Handeln auszeichneten. Dafür brauchten sie ein sicheres Fundament, wie es der Glaube an Gott biete. „Sorge dich um deinen Charakter, wenn du strahlen willst“, lautete Hein31/32.2012

richs Fazit. Prof. Michael Rohde – Dozent am baptistischen Theologischen Seminar Elstal (bei Berlin) – legte Weisungen für Junge und Alte aus. Von Jugendlichen werde erwartet, der älteren Generation Respekt zu erweisen, um sich nicht den Zorn Gottes zuzuziehen. Menschen „mit grauen Haaren“ hätten die Aufgabe, ihrem Nachwuchs „mit Worten lebensdienliche Hinweise zu geben“. Die alttestamentliche Ermächtigung, Kinder körperlich zu züchtigen, nannte der Theologe „kulturell und zeitlich weise, aber zeitgebunden“. Als gültige „biblische Weisheit“ gelte, dass Erziehung Menschen innerlich stark machen solle. Gewaltanwendung sei gesetzlich verboten und auch nicht nötig, wie pädagogische und psychologische Erkenntnisse zeigten.

Wachsende Gemeinde: Monika Deitenbeck-Goseberg

hen. „Gesunder Menschenverstand und kindlicher Glaube“ reichten, um Notlagen wahrzunehmen und darauf zu reagieren, so die Pfarrerin, deren Gemeinde wuchs, als sie Obdachlosen eine Heimat bot.

Obdachlose in Gemeinde einladen Einen Schwerpunkt der Auslegungen bildeten Ratschläge zum Umgang mit Geld und Reichtum. Bereits bei der Zusammenstellung der Spruchsammlung vor 3.000 Jahren sei über die Gier der Gottlosen geklagt worden, sagte der Inspektor des Thüringer Gemeinschaftsbundes, Johannes Ott (Schmalkalden). Wie berechtigt die Klage sei, zeige die heutige Finanz-, Banken- und Eurokrise. Gudrun Siebert (Hemer) – Mitglied im Hauptvorstand der Allianz – mahnte, nicht nur das eigene Wohlergehen im Blick zu haben: „Gott erwartet von seinem Volk, dass sich die Wohlhabenden um Notleidende kümmern.“ Dies könne bedeuten, nicht nur „Tafeln“ einzurichten, in denen Geringverdienende günstig Lebensmittel erwerben können, sondern auch, Arbeitslose, HartzIV-Empfänger, Nichtsesshafte oder Behinderte zu Gemeindeaktivitäten einzuladen.

Warum eine Gemeinde wuchs Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg (Lüdenscheid) riet den Konferenzbesuchern, ihr Leben als Gottesdienst zu gestalten und die Umwelt mit den Augen Gottes zu se-

Für eine gerechte Gesellschaft: Johannes Reimer

Alle richten sich nach Geboten … Nach Ansicht des Missionswissenschaftlers Prof. Johannes Reimer (Ewersbach bei Dillenburg) ist die biblische Überzeugung eindeutig: In der Gesellschaft gehe es gerecht zu, wenn Menschen sich an die Gebote Gottes hielten. Alle Bürger hätten dann genug zu essen, Habgier sei verpönt, niemand versuche, schnell zu Geld zu kommen, und es gebe keinen auf Streit und Zank angelegten Konkurrenzkampf. Deshalb sollten Christen „aktive Unternehmer einer besseren Welt“ sein und sich politisch engagieren, anstatt nur „passive Betrachter eines außer Kontrolle geratenen Finanzkapitalismus“ zu sein.


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„Erotischer Gottesdienst“ sorgt für großes Echo HESSEN-NASSAU Pfarrer: Wir sind vor Gott lustvoll Schreiende.

F

ür ein gewaltiges Medienecho und eine mit rund 200 Besuchern vollbesetzte Kirche hat ein „erotischer Gottesdienst“ am 5. August im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel gesorgt. Zahlreiche Medien berichteten im Internet über den Gottesdienst, darunter die „Frankfurter Rundschau“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die „Süddeutsche Zeitung“, „Die Welt“, „Stern“, „Focus“ und „Der Spiegel“. Auch Radio- und Fernsehsender griffen das Ereignis auf. Im Vorfeld hatte der hessen-nassauische Pfarrer Ralf Schmidt angekündigt: „Ich werde von Ficken und Poppen sprechen.“ Zudem hatte er eine Altersgrenze ab 16 Jahren für die Gottesdienstbesucher verhängt. Nach Einschätzung der zur hessen-nassauischen Kirchenleitung gehörenden zuständigen Pröpstin Gabriele Scherle (Frankfurt am Main) hat der Gottesdienst keinen Skandal ausgelöst. Er sei vielmehr „voll in Ordnung“ gewesen, sagte Scherle idea. Denn Schmidt habe seine Predigt wegen des Medienechos entschärft. Sexualität sei eine Gottesgabe und könne durchaus im Gottesdienst thematisiert werden.

l

Lust und Liebe kommen von Gott In seiner Predigt sagte der nach eigenen Worten mit einem Mann „verpartnerte“ Schmidt, dass Lust und Liebe von Gott und nicht vom Teufel kämen: „Erotik und Lust sind keine vom Glauben abgetrennten Sperrbezirke.“ Als Erfahrungen von Leib und Seele machten sie Lust auf mehr. An einer Stelle wurde er konkret: „Mein Hintern, meine Hände, meine Zunge, mein Penis, meine Ohrläppchen sind Landeplätze der Lust ... Wir sind vor Gott Liebende, Streichelnde und lustvoll Schreiende.“ Schmidt erläuterte später Journalisten, dass er „die vulgären Begriffe“ aus der Predigt gestrichen habe, „weil sich sonst alle nur auf diese Worte gestürzt hätten“. Er räumte ein, dass ihn der Medienrummel überrollt habe. Auf den Gottesdienst würde er heute nicht noch einmal in dieser Weise aufmerksam machen.

Rosenblätter von der Empore Zum Auftakt und Ende des Gottesdienstes wurden die Gottesdienstbesucher von der Empore aus mit Rosenblättern berieselt. Zur Abendmahlsfeier konnten sie sich vom

idea Fernseh- und Hörfunk-Tipps

Sinnliche Erfahrung: Die Besucher des Gottesdienstes „im Weinberg der Liebe” in der Erlöserkirche in Wiesbaden gaben sich die Hände. In der Mitte im Talar: Pfarrer Ralf Schmidt

Pfarrer und anderen Mitarbeitern die Stirn oder Hände salben lassen. Zudem führte die Seniorengruppe einen Tanz um den Altar auf, an dem sich die Gottesdienstbesucher beteiligen konnten.

Evangelikale: Sexualität gehört nicht in den Gottesdienst Kritik kam dagegen von der Suchtexpertin Hertha-Maria Haselmann (Frankfurt am Main), die zum Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz gehört. Fragen der Sexualität gehörten nicht in die Öffentlichkeit eines Gottesdienstes, sondern in einen „geschützten Raum“, in dem Vertrauen herrsche. Frau Haselmann ist Leiterin des Vereins „Lebenswende“. P

11. August – 17. August

FERNSEHEN Sonnabend, 11. August

Sonntag, 12. August

Montag, 13. August

Mittwoch, 15. August

Freitag, 17. August

18.02–18.30 Vertrieben aus dem DDRSperrgebiet: Wie sich die Mauer nach 1961 auf Kirchen & Christen auswirkte – Doku

9.30–10.15 Ev. Gottesdienst aus Lemgo 10.00–11.00 Gibt es Leben nach dem Tod?

18.15–18.45 Reportage: Fußballturnier für Strafgefangene in Celle

17.50–18.00 Was feiern die Katholiken heute an „Mariä Himmelfahrt“ eigentlich? Reportage

17.30–18.00 Reportage: Die Jesus Freaks und ihr alternatives Musikfestival „Freakstock“ (siehe S. 19)

Dienstag, 14. August

14.00–14.30 20.15–21.40 18.45–18.50 Wasserknappheit am Jordan „Gott. Wer bist du?“ (Doku) „Glaubwürdig“: Landwirt Axel 22.55–23.45 17.45–18.15 Heinze engagiert sich für eine „Fenster zum Sonntag“: Mit Doku über Israels geheimes freie christliche Schule Jeanette dem Sinn auf der Spur Atombombenprogramm

Donnerstag, 16. August

23.30–0.00 „Auf der Suche nach dem 22.35–23.05 Glück“ – Reportage über „Feuer, Flamme, ausgeGlück und seine Erforschung brannt“: Wenn Schule Lehrer krank macht (Reportage) (2. Teil: 24. 8., 23.45 Uhr)

HÖRFUNK Sonnabend, 11. August 9.05–9.35 „Fluchtpunkt Frauenkirche“: Feature über die Jahrhundertflut in Sachsen und Brandenburg vor 10 Jahren

Sonntag, 12. August

8.08–9.00 10.00–11.00 Blickpunkt Religion / „Hast Ev. Gottesdienst aus Güstrow Du Töne?!“ Oper in der Kirche (& WDR 5, NWR; RBBkultur) 9.45–10.00 11.30–12.00 Evang.-reformierte Predigt „Camino“: Israels deutschstämmige Juden („Jecken“) 20.05–21.00 10.05–11.00 bekennen sich zu ihrer Heimat „Relax: Leichter durchs Leben“ Gottesdienst: „Vo Gott be12.05–12.30 – Mit Max Lucado Ent-Sorgen geischteret“ – Leben im Ein800 Jahre Abtei Marienstatt und auf Gott vertrauen! fluss des Heiligen Geistes

Montag, 13. August

Mittwoch, 15. August

19.30–20.00 Feature: „Gute Migranten, schlechte Migranten?“

8.05–8.30 BR2 Zwischen Wieskirche & Wellnesstempel: Über das Verhältnis von Religion & Tourismus

20.00–21.00 ERF Plus Geschäft mit der Abtreibung 20.05–21.00 10 Jahre Fristenregelung für Dienstag, 14. August die straffreie Abtreibung – 20.05–21.00 eine Diskussion zur aktuellen Hans Gerber: Einsatz für andere Standortbestimmung

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Im Gottesdienst ausführlich über Sex reden? SEXUALITÄT Zu einem großen Medienecho führte die Ankündigung eines „erotischen Gottesdienstes“ in Wiesbaden. idea nahm dies zum Anlass für die Frage, ob Sexualität im Gottesdienst ausführlich besprochen werden sollte.

Wir sollten die bisherige Sprachlosigkeit beim Thema Sex überwinden.

Siegbert Lehmpfuhl (Rangsdorf bei Berlin) ist Leiter der evangelikal orientierten Ehe- und Familienberatung Team.F.

Sexualität ist eine gute Gabe Gottes. Sie entspricht seinem Schöpfungswillen. Gott hätte sich die Frage der Fortpflanzung bei dem Menschen auch unsexuell denken können, wie sie in der Natur auch vorkommt. Deshalb muss über Sexualität geredet werden – natürlich auch im Gottesdienst. Es muss deutlich werden, welch wunderbare Gabe Gott den Menschen mit der Sexualität gegeben und wie er sich ihren Einsatz vorgestellt hat – innerhalb der Ehe. Dass Gott weder prüde noch ein „Sex-Vermeider“ ist, zeigt schon die Bibel: Das Buch Hohelied im Alten Testament ist voll von Romantik und Sexualität. Aber wohl die markanteste Sex-Aussage steht im Buch der Sprüche (5,18–19): „Freue dich an der Frau, die du jung geheiratet hast. Sie soll dir viele Kinder schenken! Anmutig wie eine Gazelle ist sie. Ihre Brüste sollen dich immer berauschen, in ihren Armen kannst du

dich selbst vergessen!“ Wenn Gott selbst in seinem Wort, der Bibel, derart positiv über die Sexualität spricht, sollten wir davon ebenfalls so positiv weitersagen. Bei der Sexualität geht es nicht nur um Fortpflanzung, sondern sie soll auch Spaß machen – und dabei auf den Partner ausgerichtet sein. Ihm oder ihr durch Sex eine Freude zu machen, ist eine zutiefst christliche Aussage. Für Egoismus gibt es da keinen Platz. Allerdings muss in der Gemeinde auch darüber offen gesprochen werden, wo und wie Sexualität missbraucht werden kann, etwa durch Pornografie, egoistische Selbstbefriedigung und den Tausch von Partnern. Auch wer nicht verheiratet ist, muss lernen, mit seinem sexuellen Verlangen zu leben – und vor allem, seinen sexuellen Trieb zu beherrschen. Über Sex muss natürlich nicht an jedem Sonntag gepredigt werden, aber ein bis zwei Mal im Jahr sollten wir die bisherige Sprachlosigkeit überwinden. P

Es gibt bessere Möglichkeiten, über Sexualität zu sprechen, als im Gottesdienst.

Lothar Velten (Habichtswald bei Kassel) ist Vorsitzender von „dzm die mobile mission“ (früher: Deutsche Zeltmission) und Mitglied des Vertrauensrates der Deutschen Evangelistenkonferenz.

PRO 

Fotos: PR

KONTRA 

Man sollte im Gottesdienst nicht ausführlich über Sex reden, weil die Liturgie und die Predigt diesem sensiblen Thema nicht gerecht werden können. Sexualität ist ein wunderbares Geschenk Gottes. Über dieses Geschenk Gottes kann man auch im Gottesdienst reden – aber in der Weise, dass wir Sexualität die Würde geben, die ihr als Gabe Gottes zusteht. „Ausführlich“ – das würde bedeuten, Sexualität in ihrer Komplexität plakativ darzustellen. Dafür ist der Gottesdienst die verkehrte Stelle. Wir leben in einer übersexualisierten Gesellschaft. Viele Lebensbereiche werden von Erotik beeinflusst und gesteuert. Die Werbung kommt kaum noch ohne Erotik aus. In fast allen Lebensbereichen spielt die Sexualität eine beherrschende Rolle. Wir werden in Magazinen, im Internet, im Fernsehen ständig mit diesem Thema konfrontiert. Diese zur Schau stellende Sexualität und die Beeinflussung vieler 31/32.2012

Lebensbereiche im privaten und im beruflichen Bereich verletzen zahlreiche Menschen zutiefst. Wenn der menschliche Körper nur noch als Lustobjekt wahrgenommen wird, wenn der Wert des Menschen nur noch an seinem erotischen Erscheinungsbild gemessen wird, ist das entwürdigend. Wenn man im Gottesdienst „ausführlich“ über Sexualität redet, begibt man sich in die Gefahr, sich der Überbewertung von Sexualität in unserer Gesellschaft zu unterwerfen. Die Aufgabe des Gottesdienstes ist es nicht, sich irgendwelchen gesellschaftlichen Trends anzupassen, sondern Gott anzubeten, auf sein Wort zu hören und darin Hilfe, Wegweisung, Trost und Korrektur zu erfahren. Es gibt in der Gemeinde viele andere und bessere Möglichkeiten – Seminare, Kurse, Beratungen, Seelsorge –, um sich intensiv, ausführlich und differenziert mit Sexualität zu beschäftigen. P


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Woran wir Christen glauben GLAUBENSBEKENNTNIS Deutschlands führendes Magazin „Der Spiegel“ berichtete Ende Juli, dass immer mehr Bürger an alles Mögliche glaubten: „An die Stelle der Kirchen sind seltsame Formen der Geistesberuhigung getreten.“ Auch unter Kirchenmitgliedern ist immer weniger klar, an was Christen eigentlich glauben. Deshalb startet ideaSpektrum eine Serie anhand des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. Autor ist Pastor Klaus Jürgen Diehl (Wetter/Ruhr), der bis 2008 das Amt für missionarische Dienste der westfälischen Kirche leitete.

Was heißt eigentlich glauben? Mit dem Wort „glauben“ verbindet sich zuallererst eine inhaltliche Unschärfe: Wer nur glaubt, dem fehlt offenbar das präzise Wissen, der ist eher auf Vermutungen angewiesen. Im Alltag verwenden wir das Wort „glauben“ häufig in einem Zusammenhang, in dem es uns an klarer Gewissheit mangelt und wir daher nur zurückhaltend formulieren: „Ich glaube, morgen wird ein schöner Tag!“ Glauben scheint dann eher etwas Vages zu sein, das auf einer bloß subjektiven Einschätzung beruht. Demgegenüber geht die Bibel von einem gänzlich anderen Glaubensverständnis aus. So definiert etwa der Schreiber des Hebräerbriefes den Glauben so: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht“ (11,1). Der Glaube ist also auch in der Bibel etwas höchst Persönliches, aber er ist zugleich etwas Festes und Bestimmtes, dessen man sich unbedingt gewiss ist.

Müssen wir unseren Verstand opfern? Geht es um religiöse Inhalte, verbinden viele Menschen mit dem Wort Glauben das Fürwahrhalten von zentralen Lehraussagen: „Ich glaube, dass Jesus von einer Jungfrau geboren wurde!“ Man muss also, um glauben zu können, ganz bestimmte religiöse Dogmen akzeptieren, selbst wenn diese offensichtlich im Widerspruch zur eigenen Erkenntnis bzw. Vernunft stehen. Für viele Menschen fordert der christliche Glaube daher ein „sacrificium intellectus“, also ein „Verstandesopfer“, das für sie ein zu hoher Preis ist: Weil ein so verstandener Glaube im Gegensatz zur eigenen Vernunft steht, sind sie nicht bereit, ihren Verstand

an der Kirchen- bzw. Gemeindetür abzugeben, um Christ zu werden. Doch auch Glaube im Sinne der Akzeptanz bestimmter Lehrsätze ist eine klassische Fehldeutung dessen, was christlicher Glaube seinem Wesen nach ist. Denn es geht nicht um den Glauben, dass dies und das wahr und

Das älteste Glaubensbekenntnis Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist die älteste und bekannteste Glaubenszusammenfassung. Sie geht in ihrem Kern auf das Bekenntnis bei der Taufe in den ersten Jahrhunderten zurück. Seit Anfang des 5. Jahrhunderts ist sie schriftlich belegt. Seinen Namen verdankt das Apostolische Glaubensbekenntnis der Vermutung, wonach jeder der 12 Apostel eine Aussage beigesteuert haben soll. Die heutige Form wurde 1971 festgelegt:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Fotos: Diehl/kairospress; Matussek/PR; übrige/dpa

„Ich glaube …“: So beginnt das Apostolische Glaubensbekenntnis. Religiösität ist also etwas höchst Persönliches, weshalb unsere westliche Zivilisation sie zur Privatsache erklärt hat – ganz im Gegensatz übrigens zu Gesellschaften in anderen Teilen der Welt. Dort bezeugen selbst in der Öffentlichkeit Prominente wie Politiker oder Schauspieler ohne Scheu und Scham, woran sie glauben. Doch welche Erfahrungen bzw. Erkenntnisse verbinden sich mit diesem Bekenntnis „Ich glaube“ – und wie kommt ein Mensch dazu zu glauben?

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darum blind zu akzeptieren ist, sondern es geht um den Glauben an eine Person und darum, was ich ihr für mein Leben zutraue. Glaube ist nach christlichem Verständnis zuallererst ein Beziehungsgeschehen. Bevor Jesus Kranke heilt, fragt er sie manchmal: „Glaubt ihr, dass ich das tun kann?“ (so im Matthäusevangelium 9,28). Es geht im Glauben also um eine Frage des Vertrauens: Traut ihr es mir zu, dass ich euch gesund machen kann?

Gott wirbt um unser Vertrauen Auch wir sagen ja gelegentlich zu einem uns nahestehenden Menschen: „Ich glaub’ an dich!“ Damit möchten wir ihm versichern, dass wir ihm etwas Entscheidendes zutrauen. Vielleicht steckt der Betreffende angesichts einer schwierigen Aufgabe voller Selbstzweifel – dann möchten wir ihn mit diesem Zuspruch ermuntern. Mit oder ohne solche ermutigenden Worte kann es allerdings passieren, dass er die Herausforderung am Ende doch nicht schafft und sich geschlagen geben muss. Baut also unser Vertrauen einen Menschen erst auf und beflügelt ihn unter Um-

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ständen zu außergewöhnlichen Leistungen, so liegen die Dinge bei dem Bekenntnis „Ich glaube an Gott und an Jesus!“ noch einmal ganz anders. Denn völlig unabhängig davon, ob ich an Gott oder Jesus glaube und ihm vertraue, bleibt er der souveräne, allmächtige Gott. Auch wenn er immer wieder um unser Vertrauen wirbt, ist er doch nicht darauf angewiesen. Kein Mensch wird Gott einen Zacken aus der Krone göttlicher Souveränität brechen, wenn er ihm den Glauben verweigert und sich zum Atheisten erklärt. Das sei all denen gesagt, die meinen, Gott sei wohl aus der Mode gekommen und müsse um seine Zukunft bangen, weil die Zahl der Gläubigen – zumindest in unseren Breiten – immer weiter schrumpfe. Nein, Gott bleibt Gott, wie groß oder klein auch immer die Zahl seiner Gläubigen ist.

Wir sind Gott nicht egal Aber auch das andere stimmt: Gott hat keineswegs die Lust an uns Menschen verloren; er sucht den Kontakt zu uns, lockt uns mit zahlreichen Versprechen und wirbt um unser Vertrauen. Ja, Gott ist ein Gott für uns, der seine ihm ent-

Prominente und ihr Glaube Ich glaube nicht, dass ein Land ohne Glauben an Gott Zukunft hat. In diesem Jahrhundert sind in Europa die totalitären Systeme, die Gottlosigkeit propagierten, allesamt gescheitert. «

Was kommt nach dem Tod?“ „Der Himmel, hoffe ich. Ich habe mir meinen Kinderglauben an den lieben Gott bewahrt. «

Helmut Kohl 1994. Er war CDU-Vorsitzender von 1973 bis 1998 und Bundeskanzler von 1982 bis 1998.

Der 2011 verstorbene Humorist „Loriot“, Vicco von Bülow, in einem Interview

Jesus Christus ist der wichtigste Mensch der Geschichte. Ich bin ein gläubiger Christ. «

Auch mein Glauben ist auf die Probe gestellt worden, auch ich habe Niederlagen durchlebt, und die wenigsten meiner Gebete wurden erhört. Aber ich habe trotzdem bisher keinen Grund gesehen, meinen Glauben aufzugeben. «

Der Trainer des deutschen Fußballmeisters, Borussia Dortmund: Jürgen Klopp. “

Es wäre schön, wenn man jetzt an einen Gott glauben könnte. Aber ich kann es nicht. Ich beneide alle Menschen, die ihren Trost in einem starken Glauben suchen und finden. «

Was tun Sie, wenn Sie manchmal der Zweifel an Ihrem Glauben packt?“ „Warten, bis der Anfall vorübergeht. Und er geht vorüber. Beten hilft. «

Ich glaube, dass Gott alles erschaffen hat, die ganze Welt, Sie und mich. Und er hat mir die Möglichkeit gegeben, vor der ganzen Welt zu singen, so dass viele Menschen heute zu mir aufschauen. Ich möchte für sie ein Vorbild sein. Gott ist wichtig für mich. Ich bete jeden Tag. Für mich ist Gott jemand, auf den man sich verlassen kann. «

Der „Spiegel“-Redakteur und Buchautor Matthias Matussek (Hamburg)

Der derzeit erfolgreichste Popstar, der 18-jährige Kanadier Justin Bieber

Einer der lange beliebtesten Fernsehmoderatoren, Joachim Fuchsberger, über den Tod seines Sohnes, der 2010 ertrunken war.

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Der Fernsehunterhalter und Katholik Thomas Gottschalk


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laufenen Geschöpfe nicht einfach ihrem Schicksal überlässt, sondern sie für sich zurückgewinnen möchte. Es mag ja sein, dass viele Menschen längst kein Verlangen mehr nach Gott verspüren und sich in ihrem Leben ohne ihn bequem eingerichtet haben, doch auf Gottes Seite gilt das ganz gewiss nicht. Jesus, der Mensch gewordene „Suchdienst Gottes“, bringt es auf den Punkt, wenn er in der Begegnung mit Zachäus – einem stadtbekannten Sünder – von sich selbst sagt: „Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist“ (Lukasevangelium 19,10).

Gott ergreift die Initiative Niemandem ist der Glaube in die Wiege gelegt. Zwar sind bis heute viele Menschen dankbar dafür, durch das Beispiel ihrer Eltern oder einer frommen Großmutter wichtige Impulse zum Glauben mitbekommen zu haben – doch kann dies niemals die eigene Entscheidung ersetzen oder überflüssig machen. „Gott hat keine Enkelkinder!“ – damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass es auf die vertrauensvolle persönliche Beziehung jedes Einzelnen zu Gott ankommt. Der Weg dahin kann sehr unterschiedlich sein, doch gewöhnlich geht die Initiative von Gott aus – das bezeugen uns zahlreiche biblische Geschichten, in denen Gott und Menschen zueinander finden. Schon auf den ersten Seiten der Bibel macht sich Gott auf die Suche nach uns Menschen: „Adam, wo bist du?“, und wenig später: „Kain, wo ist dein Bruder Abel?“ (1. Mose 3,9 bzw. 4,9). Es geht weiter mit der Berufung Abrahams, in ein fremdes Land aufzubrechen – verbunden mit einem großartigen Versprechen: „Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen“ (1. Mose 12,2). Als Abraham der Ruf Gottes trifft, hatte er sich mit seinen 75 Jahren eigentlich längst zur Ruhe gesetzt. Aber so geschieht es häufig in der Bibel: Gott begegnet Menschen zu Zeiten und in Situationen, wo sie selbst im Geringsten nicht damit rechnen. Und jedes Mal stellt sich für die Betreffenden die Frage: Bin ich bereit, Gott zu glauben und ihm gehorsam zu sein? Manche bringen offen ihre Bedenken und Einwände ins Spiel. Mose, den Gott beauftragt, sein Volk aus der ägyptischen Sklaverei zu führen, wendet ein: „Aber ich kann doch gar nicht reden!“ Und Jeremia versucht, seine Berufung zum Propheten mit dem Hinweis zu vereiteln: „Herr, ich bin für dieses schwere Amt zu jung!“ Zwar nimmt Gott in keinem Fall seine Berufung zurück – aber er lässt seine Boten auch nicht allein, sondern sichert ihnen seine Begleitung und Unterstützung zu.

Worauf lasse ich mich ein? Im Neuen Testament ruft Jesus immer wieder Menschen in seine Nachfolge und lädt sie ein, ihm zu vertrauen und ihm auf seinem Weg zu folgen. Auch hier ist es so, dass die Initiative von Jesus ausgeht. Wenn Menschen voller Begeisterung von sich aus zu Jesus kommen und sich ihm anschließen wollen, begegnet Jesus ihrer Begeisterung eher mit skeptischer Zurückhaltung: „Weißt du eigentlich, wo-

rauf du dich da einlässt?“ (Lukasevangelium 9, 57–62). Jesus ist nicht auf die kurzfristige Begeisterung von Menschen aus; er wirbt um einen Glauben, der auch vor den Konsequenzen dieser Entscheidung nicht zurückscheut.

Und wie finden Menschen zum Glauben? Um glauben zu können, bedarf es auch heute eines konkreten Anstoßes, einer besonderen Erfahrung oder Begegnung. Niemand ist Christ allein aus Tradition oder Gewohnheit. Es kann sein, dass ein Mensch durch eine Lebenskrise ins Nachdenken kommt und anfängt, nach Gott zu fragen. Oder er betet aus einer Not heraus zum ersten Mal zu Gott und macht die Erfahrung, dass sein Gebet auf erstaunliche Weise erhört wird. Vielleicht weckt das positive Beispiel eines Christen in ihm die Sehnsucht: „So wie der möchte ich auch gerne glauben!“, und er fängt an, sich auf den Kontakt mit Christen einzulassen. Die Wege zum Glauben sind verschieden. Doch immer werden Menschen auf diesen Wegen am Ende die Erfahrung machen, dass Gott schon längst seine Hand nach ihnen ausgestreckt hatte, bevor sie überhaupt ernsthaft nach ihm fragen konnten.

Es ist wie beim Schlittschuhlaufen In meiner Kindheit sind wir im Winter oft auf einem nahe gelegenen Teich Schlittschuh gelaufen. Bevor es losgehen konnte, fragten wir uns, ob das Eis wohl schon dick genug sei, um sich darauf zu wagen. Doch bloße Vermutungen halfen da nicht zur notwendigen Klarheit: Wir mussten es selbst ausprobieren, indem wir einen Fuß aufs Eis setzten, um seine Belastbarkeit zu prüfen. Gab die Eisdecke nicht nach, wurden wir mutiger und trauten uns schließlich, mit dem ganzen Körpergewicht aufs Eis zu treten. Mit dem Glauben ist es ganz ähnlich: Aus vermeintlich sicherer Distanz kann ich keine Klarheit darüber gewinnen, ob der Glaube mein Leben trägt und sich das Vertrauen zu Gott wirklich lohnt – ich muss es ausprobieren! Anfangs lasse ich mich vielleicht erst voller Fragen und Zweifel auf das Abenteuer Glauben ein. Doch je mehr ich zögernd die ersten Schritte des Glaubens auf Gott hin wage, umso mehr wird er mir entgegenkommen und mich darin gewiss machen, dass ich mit meinem Leben bei ihm gut aufgehoben bin.

Was das Neue Testament dazu sagt Jesus zu dem Vater, der seinen kranken Sohn zu ihm bringt: Alle Dinge sind möglich, dem der da glaubt. Darauf der Vater zu Jesus: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! (Markus 9,23–24) • Petrus zu Jesus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes (Johannes 6, 68–69). • Paulus im Brief an seinen jungen Mitarbeiter Timotheus: Ich weiß, an wen ich glaube (2. Timotheus 1,12). • Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben (Johannes 3,36). • Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat (1. Johannes 5,4). P ideaSpektrum 31/32.2012


net F O R U M F Ü R J U N G E C H R I S T EN

Wenn eine Jugendbewegung erwachsen wird JESUS FREAKS Rund 3.000 „Jesus-Begeisterte“ haben sich vom 1. bis 5. August in Borgentreich (bei Kassel) zum 18. Freakstock Festival getroffen. Unter dem Motto „Himmelsstürmer & Bruchpiloten“ nahmen sie sich die Leidenschaft der ersten Luftfahrtpioniere zum Vorbild, um neuen Wind in ihr Glaubensleben zu bringen. Das Motto könnte aber genauso gut als Überschrift für die Geschichte der Jesus Freaks dienen, findet idea-Redakteur Simon Jahn. Er wirft einen Blick auf die Entwicklung dieser evangelikalen Bewegung.

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s gibt wohl kaum eine christliche Veranstaltung in Deutschland, die eine so große Bandbreite unterschiedlicher Lebensstile vereint wie das Freakstock Festival: Hier – auf einem Gelände der deutschen koptisch-orthodoxen Kirche – zelten Punks mit zerfetzten Klamotten und blauem Irokesenschnitt friedlich neben jungen Familien mit kleinen Babys. Sogar Rentner laufen einem immer wieder über den Weg. Während die einen mit brachialen Hardcore-Liedern Gott die Ehre geben und andere beim TechnoLobpreis tanzen, sucht manch einer im Gottesdienst der Kopten eher ruhige liturgische Formen, um vor Gott zu kommen. Doch an ihrer enormen Vielfalt drohte die Jesus-Freaks-Bewegung sogar schon einmal zu zerbrechen.

Ein Neuanfang nach der Krise Das war Mitte des letzten Jahrzehnts. Die 1991 von Martin Dreyer in Hamburg gegründete Jugendbewegung war nach 15 Jahren den Kinderschuhen entwachsen. Innerhalb des fünfköpfigen Leitungsteams gab es zunehmend unterschiedliche Ansichten über die Ausrichtung der Jesus Freaks. Eine nicht unwesentliche Rolle spielte dabei der Einfluss der extrem charismatischen, sektiererischen „Wort und Geist“-Bewegung. Zudem zeigten sich immer mehr JesusFreaks-Gruppen unzufrieden mit der Leitungsstruktur, weil sie manche Entscheidungen nicht nachvollziehen konnten – wie zum Beispiel die Gründung der Aktiengesellschaft „Freakstyle AG“, die der Auslagerung wirtschaftlicher Betätigungen der Jesus Freaks diente. Auch herrschte bei vielen Unmut darüber, dass die Meinung der einzelnen Gruppen kaum Gehör fand. Schließlich schlossen sich zwei Mitglieder des Leitungsteams sowie zahlreiche Jesus Freaks – teils sogar ganze Gruppen – „Wort und Geist“ an. Das stürzte die Jesus Freaks in eine noch tiefere Krise. Um die Bewegung zu retten, besann man sich darauf, alle laufenden Aktivitäten herunterzufahren und sich Zeit für eine Neuausrichtung zu nehmen: 2007 trafen sich in mehreren Regionen Deutschlands Jesus Freaks, um zu überlegen, wie es weitergehen könnte. Danach erarbeiteten 130 Mitglieder der Bewegung eine „Charta“, in der Ziele und Vision der Bewegung sowie die Organisations- und Leitungsstruktur neu formuliert wurden. Seitdem ruht die Leitung der Jesus Freaks auf rund 30 Schultern. B e su cht uns au ch au f

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Entscheidungen werden auf möglichst niedriger Ebene getroffen. Die einzelnen Gruppen sollen wegen ihrer Unterschiedlichkeit die Möglichkeit haben, Dinge auch selbst zu beschließen. In ihren nunmehr 21 Jahren reiften nicht nur die Bewegung, sondern auch die Mitglieder. Von einer „Jugendbewegung“ kann man deshalb gar nicht mehr sprechen. Die Freaks der ersten Jahre haben mittlerweile vielfach selbst schon Kinder im Teenageralter, die quasi mit dem Festival aufgewachsen sind. Überhaupt machen Familien inzwischen vermutlich ein Drittel der Teilnehmer aus. Eine eigene Kinder- und Jugendarbeit trägt dem Rechnung. Allein das festivaleigene „Kinderland“ besuchten in diesem Jahr rund 160 Kinder ab 3 Jahren. Der jüngste Freakstock-Besucher war noch nicht einmal 3 Wochen alt. Und so standen auch ein paar Workshops für den Nachwuchs – wie z. B. „Prophetie für Kinder“ – auf dem Programm. In der Redaktion der täglich handkopierten F.A.Z. (Freakstock Allgemeine Zeitung) überlegt man sogar, eine Kinderseite einzuführen.

„Wir haben uns unsere Verrücktheit bewahrt“ Trotzdem ist nach wie vor genauso viel Platz für Punks, Metal-Fans und Skater – und vor allem für Kreativität jeglicher Couleur. Die legendäre Dixie-Klo-Disco gibt es zwar nicht mehr, dafür aber selbstgezimmerte Sitzgelegenheiten, bunte Lampenschirme auf den großen Straßenlaternen und eine 80er-Jahre-Disco bis tief in die Morgenstunden, bei der die DJs auf einem Hausdach auflegen. „Wir haben uns unsere Verrücktheit bewahrt, gleichzeitig sind wir uns aber auch unserer Verantwortung als Glaubensgemeinschaft bewusst“, sagt Bettina Kammer (Berlin) vom Leitungskreis. „Die Jesus Freaks sind nicht mehr nur eine ausgefallene christliche Randgruppe, die mit viel Provokation Aufmerksamkeit auf den Glauben lenken will. Heute kann keiner mehr von der Christenheit in Deutschland sprechen – und unsere Bewegung dabei ausklammern.“ Versuchten die Jesus Freaks in ihren Anfangsjahren, sich ganz bewusst von traditionellen kirchlichen Formen abzugrenzen, bekennen sie sich heute klar zur Ökumene und arbeiten vielerorts mit der Evangelischen Allianz wie auch mit Landeskirchen zusammen. P

b www.jesusfreaks.de • www.freakstock.de Fo l g t uns au f

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BIBELQUIZ Wie vertraut sind Sie mit dem Buch der Bücher? Testen Sie Ihr Bibelwissen im großen Bibelquiz! Kleiner Tipp, falls Sie eine Lösung nicht aus dem Kopf wissen: Alle hier gestellten Fragen lassen sich mit Hilfe einer Bibel beantworten. 1. Wem wur urde de ges esag agt: „Durcch dich di ch sol olle len n ge g se s gn g et werden alle al le Ges e ch chle l ch chter auff Erden“? a)) Noa oa h oah b)) Ab b brram a c)) Dav avid id d) Ada d) d m 2. Wel elch ches e Mus u ik ikin nstrument komm ko mmtt in i der Bib ibel el nicht vor? a) Pan a) anfl flöt ötte ö b)) Har arffee cc)) Po osssau a ne au ne d)) Tro d omp mpet peette te 3. Wo wur urde de Jes esus us gef e an ange g n geno ge nomm mmen en?? a)) auf uf dem em Berg erg Go er Golg lgat lg gat atha ha ha b) im Ga b) Garrtten teen n Get eths hsem em a an n nee cc)) am T Teeic ich Bi Bile lea att d)) am F d Flllus usss JJo u ordan ord rdan rd 4. Abr brah aham am hie ielt lt sic ich h in Ägy gypt pten en auf. au f. Der Pha hara rao o wu wurd rde e vo von n Go Gott t best be stra raft ft,, we weil il er … a) Ab a) brra ah ham ms Fr Frrau au gen au enom mme men h ha att tte, e, iin n deerr Meinu eii nu nu ng ng, si s e sei s ei dess se de ssss en de n Schw Sc wes este ter er. r. b) Abrah b) brah br a am am u n nffreeun u dlic dlic dl ich ch be beha ha n nd d del elt el ha h attttee.. cc)) diiee Isr srae aelliiteen v veerf rfol rfol olgt gte. e. d) Faallsche d) sc h sc hee Fra rage! gee! D g Diie Plag Pllag P agen en kamen am men en docch do h erst rst mi rs mit Mo Mose ose! see! 5. In we welc lche hem m Ev Evan ange geli lium um erz rzäh ählt lt Jesu Je suss da dass Gl Glei eich chni niss vo vom m ve verl rloor ne re n n So Sohn hn?? a) Ma a) arrku ku s b)) Ma b attth thäu häu äus c) Joh c) oha an n ne nes es d) Luk d) kas as 6 Wie vie 6. i lee Men ensc sche hen n üb über erle er lebt btten die di e Si Sint ntfl nt flut fl u? ut a) 2 a)

b)) 6 c)) 8 d)) Es wi w rd d kei eine nee Zah ahll ge g na nann n t. t. 7. a a) b) b) c)) d)) d

Wer ist kein Sohn von Saul? Jon nat atan Miccha h l Jiissch chw wii Mal alki kiisc k schu hu ua

8. a)) b) b) cc)) d)) d

Wer war Benaja? ein n Dieen neer Sa Saulls Bef efeh hls lsh ha aber beer in b in Dav avid ids id ds Heeer er der er Spr prec e he herr vo on Kö Kön Köni niig D Daav viid ein i Soh h n Da Davi avi vids ds

9. a a) b)) c)) d) d)

Wer war kein Sohn von Muschi?? Mic i haa Macchl hlii Ed deer er Jer ereem m mot ot ot

1 . War 10 arum mussten Aqu uilaa un und d seine Frau Pr P isszilla Rom m verlasssen? a)) Sie ie wollltteen n Pau aulu us en ndl d icch pe p rs rsö ön nlich li ich ch keen n neenller e n neen. n. b) Kai b) aise ser Kl K au udius diius haatttte d tee allllen leen n Jud uden n beefo b oh hlleen n wegzu eg gzu zugeehe hen. hen. n. c)) Siee mus ussten sten st en zur ur Geerrric iiccht htssv ver erh erha ha and nd-lu ng lu g i n eine ei n ei nee and nder deerre St Stad adt ve ad verrllegt eg gt werrd we werd den n. d) Sie d) ie haab been n Rom om nicht iccht ht ver erla lass lass ssen. en. en 11.. Waru 11 Warum m fü füll lltt ma man n ke kein inen en jun unge gen n Wein We in in al alte te Sch chlä läuc uche he?? a) Diee Tradi a) radi ra d ti tion n veerrbi bieettet et es. s. b) Alte b) lte Ab lt Abla lage gerru u ng ung gen en m iin nd deern ern n die ie Qu Q ua alliittät ät. ät. c) Alltte Sc c) Sc h hllääu uch he ssiind nd Got ott zu zum Op O pOpfer b fe beest stim mm mtt. d) Deerr gäärreen d) n nde de Weeiin de in lä läss sst di die Sc Schl hläu uche plat ch pllaattzen. p zen. ze n. 12.. Wellch 12 cher err F lu luss ss verbi errbi bind ndet nd e den et n See e Gene Ge n za ne zare reth re th mit dem Tot oten e Mee en er?

a)) b) c)) d)

Jab bbo b k Jarrmu uk Jor orda daan Jorrma mak k

13. Timotheuss sollte Paulus einen M ntell mitbringen. Wo ha Ma h tte Paul u us den n Mantel ge g lassen? a in Ep a) E hesu hessu he us be b i Lu Luka k as ka b) in T b) Trroa o s bei bei Ka be Karp arrp p pus us us c)) in K Ko orriint int nth h be bei Aq Aqui uiila u l d) in Mi d) M le l t beei E Errasstu us 14. In welchem e Land wurd r e der Turm von Babel erbau ut? a)) Las a ha h b) Cha b) hald däaa c) Sch c) chin hin inar narr d) Edo d) d m 1 . Von 15 n welcher Person on wirrd in der Bibe b l erwä w hn h t, dass si sie Liinkshäänder war?? a Deb a) ebor oraa or b)) Abr b brah haam m c) Eh c) hu ud d) Baarraak d) k 16.. Wie 16 Wie vi viel el Tie iere re hol olte te Mos osee in die Arc rche he?? a) 2 von a) on jed eder der er Sorte orte or te b)) Kei b ein neess.. c) 7 vo c) on n jeed der er Sor ortee d)) Das d as weeiiß ma ma n n niicch ht sso o gen enau nau au. u. 1 . Wi 17 W e hi hieß e die Pur eß urpu purh r än rh ändl dller erin in auss de au derr St Stad adtt Th ad Thya y ti ya t raa? aa)) Ag gn neetta a b)) Debo b D eb De bo ora ra c) Ma c) Marrttha ha d)) Ly d Lydi d ia 18.. Wa 18 Wass isst ke kein in n bib bliische sccherr Pers Pe rson onen e na en name me?? a) E a) Eb ber er ideaSpektrum 31/32.2012


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Die besten Bibelkenner werden prämiert: 1. Preis: Ein Wochenende für zwei Personen im Allianzhaus in Bad Blankenburg – mitten im schönen Thüringer Wald 2. Preis: Biblica – Der Bibelatlas. Eine Reise durch die Sozial- und Kulturgeschichte der Bibel 3. Preis: Die Wuppertaler Studienbibel (Neues Testament) 4. Preis: Die beiden Bücher von Daisy Gräfin von Arnim „Die Apfelgräfin“ und „Himmlische Köstlichkeiten“ 5. Preis: Eine satellitengestützte Funk-Wetterstation 6. Preis: Der idea-Wandkalender „Auf seinem Weg 2013“ 7. Preis: Shalom – Das biblische Brettspiel 8. Preis: Eine Wanduhr mit dem idea-Logo und einem Bibelvers 9. Preis: Eine DVD „So entstand die Bibel – AT & NT“

Zeichnung © Stefan Verwey

b Alle Fragen stammen aus dem Computerprogramm „Die Bibel – Das Quiz“ des Bibellesebundes (Marienheide). Wenn Sie weitere Fragen beantworten wollen – zum Beispiel mit der Jugendgruppe oder beim Gemeindeabend –, dann ist die Bibelsoftware des Bibellesebundes das Richtige für Sie! Weitere Informationen zu „Die Bibel – Das Quiz“ (ab 3,95 Euro) erhalten Sie unter www.bibellesebund.de oder unter 02264 4043424.

b) Be b) Becch herr c)) R Ra abe be d)) M d Miilk l a 199. Wie lange regiierr te König i Sa alo l mo o übe er Israel? a)) 10 10 Ja ah hree b) 220 b) 0 Ja ah hre re c) 40 c) 40 Jah ahre ahre r d) 55 d) 55 Ja ah hre re 20.. Was 20 Was ge gesc scha hah h mi mitt Kö Köni n g Us Usij ija, a alss er sel al elbs bstt ei ein n Ra Rauc ucho hopf pfer er auf dem de m Al Alta tarr da darb rbri ring ngen en wol ollt lte? e? a) Er wu a) wurd rde m miit A Au uss ssattz ge gesscchl hlag agen agen en. b) E b) Err fi fieel tto ot u um m. c) Di c) Die Fl F la am m me men se men sein neess O p pffer ers ve verr-verzzeehr eh hrrte ten ih ihn n.. d)) D d Deer Rauc Rauc Ra uch um um mfi fin ng g ihn, hn h n, u un nd eerr sa ah h diie G d Grröß öße d öße dees He Heerr rr n rr n..

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10. Preis: Die Biografie August Hermann Franckes von Michael Kotsch

Und so geht's: Ihre Antworten schreiben Sie bitte bis zum 29. August 2012 an: Evangelische Nachrichtenagentur idea Kennwort: Bibelquiz • Postfach 1820 • 35528 Wetzlar. Fax: 06441 915118 • E-Mail: bibelquiz@idea.de

211. Wovon n solllte ten n die Is I ra r el e itten n ch ni ht me mehr hr red eden n, wo w ra ran n nicht mehr me hr den e ke ken n un und d wa wass ni nich ht verm ve r issse s n, wen e n siee si sich ch ausgeb au e re reit i et hatte ten? n? a)) di die Bu Bund ndes esla es ad dee b)) di die Sk Skla av veere erreei c) di c) die Gö G tz tzzen en en d) da d) das M Maann na 22.. Wi 22 Wie he h iß ißt ei eine nerr de derr Söhnee Benj Be njam amin ins? s? a)) Jen a na b) Ge b) Gera ra c)) We Weim eim imar imar ar d) Su d) Suhl hl 23.. We 23 Welc lcche herr Au Auss sspr pruc uch h st stam ammt mt niich c t vo on Je esu sus? s? a) „ a) „L La ass sseet et d dii e K Kii nd n der d er e r z u mi mir ko k om mm men en.““

b) „Ihr b) „II hr h r s ol o ltt n icc ht ht m eeii n nee n n,, d as ass ass icc h g geeko kom mm meen n bin n, Fr Frie r iiee de de n zu zu brringe inge in g n au auf uf di die E Errde rde de.““ de.“ cc)) „Geb „G Geb ebt bt d deem K Ka aiser iser is er, w waas d dees es Ka Kais Kais iser ser ers istt..“ is d) „W d) „Was Was as ich h geessch ch rieb riieben eben eb en haab bee,, hab be ich ic ch ge gesscchr hrieeb been n..“ 24. Welc 24 Welche hess Bu Buch ch der fün ünff Bü Büch cher er Mose s gil iltt al alss „H „Han andb dbuc uch h de derr Prie iest ster e “? a) da a) das 22.. Bucch M Mo ose se b)) daas 3. 3. Bucch Mo Mose se c)) da das 44.. Buc uch ch Mo M ssee d)) da das 55.. Bu ucch Mo M se se 25.. Der 25 Der Pr Prop ophe hett Na Nahu hum m we weis issa sagt gtee diee Ve di Vern rnic icht htun ung g de derr St Stad adtt a) Ba a) Babe b el b)) Ni b Nin niive ve c) S c) So od do om d) JJeeru d) rusa salleem


Das Bild der Woche DER SCHNELLSTE MANN DER WELT Usain Bolt holte sich am 5. August erneut die Goldmedaille über die 100 Meter (9,63 Sekunden). Vor dem Start zum Finale bekreuzigte sich Bolt. Nach seinem Sieg hob er den Finger zum Dank an Gott Richtung Himmel. In seiner Heimat schrieb die Zeitung „Jamaica Gleaner“: „Und er rannte mit dem Herrn, unter der Kraft des Herrn, getrieben von der Kraft des Herrn.“ Der Jamaikaner sicherte sich bei seiner zweiten Olympiateilnahme seine vierte Goldmedaille. Am Donnerstag (9. 8.) hat er die Chance, auch über die 200-Meter-Strecke seinen Olympiatitel zu verteidigen. Sein Vater ist Baptist, seine Mutter Adventistin. Wie es heißt, soll er sich baptistisch orientieren.

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DI E K LE I N E K A NZ E L

» Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. «

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Thomas Käßner (Dessau) ist Inspektor des Gemeinschaftsverbandes Sachsen-Anhalt.

Aus dem Buch der Psalmen 103,2

König David führt Selbstgespräche. Das ist keine Persönlichkeitsstörung, sondern eine gute geistliche Übung – übrigens auch für uns. Warum? Zum einen: Weil wir vergesslich sind! Laut Lexikon stehen uns für das Gedächtnis rund 14 Milliarden Gehirnzellen zur Verfügung. Wollte man zählen, ob wir „noch alle haben“, brauchten wir dazu etwa 40 Jahre. Welch ein genialer Bio-Computer mit ungeahnter Speicherkapazität ist doch unser Kopf – vom besten Hersteller der Welt! Und doch vergessen wir, weil so vieles auf uns einstürmt. Schlimm ist es, wenn uns Wichtiges entfällt, wie etwa der Hochzeitstag – oder auch all das, was in Psalm 103 an geistlichen Erfahrungen aufgezählt wird: Vergebung, Heilung, Erlösung, Gnade, Geduld, Gerechtigkeit, Güte, Barmherzigkeit. Zweitens: Weil wir das Gute selbstverständlich hinnehmen. Wir kommen nach langer Autofahrt ohne Unfall

nach Hause. Wir gehen über die vielbefahrene Straße und werden nicht überrollt. Wer denkt darüber schon lange nach? Das ist doch das Normalste auf der Welt, oder? Eben nicht! Es gibt kein Menschenrecht auf Dauerglück. Wenn Gott seine Hände schützend über uns hält, ist das unverdiente Gnade – und täglich mindestens ein kräftiges „Danke!“ wert. Und zum Dritten: Weil uns das vor Verbitterung bewahrt. Im Leben muss manch harter Brocken verdaut werden. Das gelingt Menschen unterschiedlich gut. Weshalb? Weil manche eine positive Grundstimmung besitzen. Sie hilft ihnen, Erfahrungen zu verarbeiten, an denen andere fast zerbrechen. „Die Fakten setzt das Leben, die Deutungen haben wir in unserem Kopf“, hat mal jemand gesagt. Dankbarkeit als Lebenshaltung hilft, mit den harten Fakten des Lebens besser umzugehen.

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Foto: privat

Haben wir „noch alle“?


PORTRÄT

Wie der Tod das Leben verändert CHRISTENVERFOLGUNG Vor 2 Jahren wurden Daniela Beyer (35) und 9 weitere Christen von Islamisten ermordet, als sie auf dem Rückweg von einem medizinischen Einsatz einer Hilfsorganisation in einer Bergregion Afghanistans waren. Ihr Bruder Matthias (31, Berlin) erinnert sich an den Tag, der sein Leben veränderte. Ein Bericht von Tobias-B. Ottmar. Daniela Beyer und ihr Bruder Matthias

Matthias Beyer las gerade in der Bibel, als er den schockierenden Anruf bekam: „Es gab einen Anschlag – deine Schwester ist höchstwahrscheinlich tot.“ Matthias ist sprachlos, seine aus den USA stammende Ehefrau Kim – für die Schwägerin Daniela wie eine Schwester war – am Boden zerstört. Wie konnte Gott so etwas zulassen? Rückblende: Schon lange interessiert sich die Chemnitzerin für fremde Kulturen. Daher studiert die Übersetzerin für Englisch und Russisch an der Freien Theologischen Hochschule Gießen Theologie. Im Sprachstudium lernt sie die arabische Kultur kennen und begegnet Missionsteams aus Afghanistan. 2007 reist sie in das krisengeschüttelte Land, um dort als Übersetzerin zu helfen. Mit den Gefahren hat sich die Familie befasst – „allerdings war das für uns eher theoretisch“, erzählt Matthias. „Es ist doch viel wahrscheinlicher, dass ein Soldat Opfer eines Anschlags wird als ein Mitarbeiter eines humanitären Einsatzes – zumal die Afghanen die Arbeit dieser Organisation bis heute sehr schätzen.“ Am 5. August 2010 hat die Gruppe gerade einen anstrengenden Fuß-

marsch durchs Gebirge bei Eisregen und Schnee hinter sich, als sie bei ihren von einem Wächter bewachten Autos ankommen. Mit den Geländewagen durchqueren sie einen Fluss, machen kurz Rast – dann stürmen plötzlich 10 bewaffnete Männer vom Berg herunter und erschießen die Gruppe. Nur der Fahrer überlebt: Er gibt sich als Muslim zu erkennen.

Geburt am Todestag In Deutschland ahnt noch niemand etwas von der Tragödie. Am Tag, an dem Daniela ihr Leben lässt, bringt ihre Schwester Christiane einen Sohn zur Welt: Jacob. Erst 2 Tage später erfährt die Familie vom Tod Danielas. Dabei hatten sie erst vor 2 Wochen noch um das Leben von Danielas Vater gebangt, der mit Herzstillstand zusammengebrochen war. „Als Daniela sich einige Tage später telefonisch nach ihm erkundigte, konnte ich ihr sagen, dass er auf dem Weg der Besserung ist“, erinnert sich Matthias. „,Ich hab dich lieb!‘, sagte ich ihr zum Abschluss.“ Danach sprach er Daniela nie wieder. Die Familie weiß sich in dieser schweren Zeit von Gott getragen. Gemeinsam beten sie auch für die Täter.

Den Tätern vergeben „Ich habe ihnen 2 Monate nach der Tat bewusst vergeben“, sagt Matthias. Bis heute bete er regelmäßig für das Land und dessen Bewohner. Auf die Frage nach dem „Warum?“ habe er zwar immer noch keine Antwort – die Frage sei aber auch nicht mehr so drängend. „Nicht Gott ist schuld am Tod meiner Schwester, sondern die Menschen, die sie ermordet haben. Sie müssen ihren Frieden mit Gott finden.“ Der Tod von Daniela habe ihn näher zu Gott gebracht. „Manchmal stelle ich mir beim Lobpreis vor, dass ich neben meiner Schwester stehe und mit ihr gemeinsam Lieder singe.“ Auch beruflich hat sich für Matthias nach dem Tod seiner Schwester einiges verändert: Der Diplom-Ingenieur macht eine Zusatzausbildung zum Coach (Berater). „Ich möchte meine Gaben für Gott einsetzen und den Menschen helfen, ihre Potenziale zu entfalten.“ Und Matthias‘ Frau nutzt die Musik, um das Geschehene zu verarbeiten: Die professionelle Sängerin schrieb ein Lied, in dem sie ihre Erinnerungen an ihre Schwägerin und deren Tod verarbeitet. b Kim Beyers Lied „Alive“ gibt’s zu hören unter www.kim-nixon.de

DAS WORT DER WOCHE » Unser Leben ist in Gottes Händen. Ich finde, man sollte das annehmen, was kommt. Wir geben unser Bestes und dann ist’s gut. « Der (katholische) Trainer des deutschen Männer-Ruderachters, Ralf Holtmeyer, vor dem Beginn der Olympischen Sommerspiele in London auf die Frage, ob sein Team die Goldmedaille gewinne. Das Team holte Gold. 31/32.2012


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