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29/30 18. Juli 2012

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt

www.ideaschweiz.ch

Einzelverkaufspreis: CHF 4.–

Sehnsucht nach Heimat Nationalratspräsident Hansjörg Walter zu den wesentlichen Werten der Schweiz und patriotischen Gefühlen

13 Eigen-Konferenz: 1500 Personen

gehört eine biblische Geschichte

wollten Gottes Gegenwart erleben

8 Gebetsinitiative: 30 Tage beten

22 Pro und Kontra: Ist ein hirntoter

auch für Muslime in der Schweiz

Mensch denn wirklich schon tot?

9 Bruder Tilbert: Auch mit 80 ein

32 Dänu Wisler: Der moderne Barde

weites Herz hinter Klostermauern

auf „Quergang“ durch die Schweiz

erfrischend. Reklame

7 Sommertipp: Zum Badeplausch

Seite 4

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Dr. med. Arne Elsen Als Mediziner, der betet, erlebt er immer wieder starke, ĂźbernatĂźrliche Wunder. Er wird seinen Erfahrungsschatz mit uns teilen.

Themen des Buches sind unter anderem: t*TUEJF"OHTUWJFMFS4DIXFJ[FSWPSEFN*TMBNCFSFDIUJHU t8PMJFHFOEJF6OUFSTDIJFEF[XJTDIFOEFS4DIXFJ[FS 7FSGBTTVOHVOEEFNJTMBNJTDIFO(FTFU[ t8FMDIFTTJOENĂšHMJDIF3JTJLFO XFOO4DIXFJ[FS'SBVFOFJOFO.VTMJNIFJSBUFO t8FMDIFTUSBUFHJTDIF#FEFVUVOHIBCFO.PTDIFFOVOE .JOBSFUUF

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G RÜ E Z I

Zurück zur Heimat Ein einsamer, malerischer Hof im lieblichen Thurgauer Lauchetal. Ein stämmiger Meisterlandwirt mit Schnauz und in Stiefeln. Eine tüchtige Bäuerin, die ihren besten Kaffee anbietet. Der Besucher fühlt sich auf dem «Greuthof» von Hansjörg und Madeleine Walter gleich wie zu Hause. Ein Stück unverwechselbare Thurgauer Heimat. Eine morgendliche Begegnung mit dem Nationalratspräsidenten, formell für ein Jahr der «höchste Schweizer». Kurz vor dem Nationalfeiertag ein Gespräch über unsere Heimat und die wesentlichen Werte unseres Landes. («Brennpunkt» auf Seite 4) Heimat – wir sollten das gerne gemiedene Thema nicht einfach den politischen Schwärmern überlassen. Und erst recht nicht den vielen kulturkritischen Miesmachern. Schliesslich besingen wir alle in unserer Nationalhymne stehend unser «hehres Vaterland» und den «sich rötenden Alpenfirn» in inbrünstigen Tönen. Soll jemand behaupten, da kämen keine heimatlichen Gefühle auf! Bei manchen schleicht sich gar eine geheimnisvolle Sehnsucht ein. Doch was bedeutet uns die Heimat wirklich? Wie erleben wir sie im Alltag? Wie erklären wir sie unsern Enkeln, unsern deutschen Gästen, dem global orientierten Nachbarn? Bei einem Spitalaufenthalt letzthin habe ich meinen Konfirmationsvers neu entdeckt, nach vielen Jahrzehnten: «Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der

BIBLISCH

Herr, dein Erbarmer.» (Jesaja 54,10) Gnade, Frieden, Erbarmen: das Wesen Gottes. Ich fühlte mich in meiner Schwäche und Ungewissheit gehalten und geborgen wie kaum einmal. Ich spürte, wie ich innerlich ruhig wurde. Wie meine Sehnsucht nach einem starken Halt, nach der wahren Heimat gestillt wurde. Ganz neu wurde es mir bewusst: Wir brauchen eine dreifache Heimat. Wir brauchen eine stabile politische Heimat, mit der wir uns als Bürgerinnen und Bürger identifizieren und in der wir uns entfalten können. Wir brauchen zweitens eine persönliche, familiäre Heimat. «Heimat ist für mich das engste persönliche Umfeld, wo ich mich geborgen, verstanden und getragen fühle», erklärt Hansjörg Walter. Und wir brauchen drittens eine erfahrbare, ewige göttliche Heimat. Unsere tiefste Sehnsucht nach Heimat kann nur gestillt werden, wenn wir zurückfinden zu unseren göttlichen Wurzeln, zu unserem Schöpfer. Wenn wir zurückfinden zum Herz unseres himmlischen Vaters, der seine Kinder liebt und kennt wie niemand sonst. Der Vater der Gnade, des Friedens, des Erbarmens. In ihm allein finden wir die Heimat, die uns geborgen und glücklich leben und einmal getrost sterben lässt. Es lohnt sich, vertieft über unsere Heimat nachzudenken: die politische, die familiäre und die himmlische Heimat. Es lohnt sich, das Heimweh nach der wahren Heimat zuzulassen und sich aufzumachen zum Vaterherz Gottes. Nicht nur am 1. August.

Ein Lieblingsbibelwort von Urs Hofmann, SP-Regierungsrat des Kantons Aargau, Leiter des Departements für Volkswirtschaft und Inneres, Aarau:

«Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.» (Markus 9,23) «Das sagt Jesus zu einem Mann, der ihn bittet, seinen Sohn von einer schrecklichen Krankheit zu heilen – wenn er es denn könne. Jesus antwortet, dass es nicht um das Können gehe, sondern um den festen Glauben daran, dass das Kind gesund wird. Auch in der Politik darf man sich nicht damit zufrieden geben, die Dinge einfach zu akzeptieren, wie sie sind. Natürlich wissen wir: Nicht alles ist möglich. Doch es lohnt sich, für seine Ideale zu kämpfen. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass man Dinge zum Guten verändern kann, wenn man an die Kraft des Guten glaubt. Die Meinungen in der Politik gehen oft diametral auseinander. Und dennoch findet man immer wieder einen Kompromiss, der uns alle weiterbringt.» Regierungsrat Urs Hofmann hält am Nationalen Gebetstag vom 1. August in Aarau ein Grusswort.

WÖRTLICH «Jesus stand Ehebruch und anderen Ereignissen, die den Zehn Geboten widersprachen, keineswegs liberal gegenüber, wie Sie behaupten. Sie ignorieren den wichtigen letzten Satz: ‹Geh hin und sündige nicht mehr!›» Gisela Bauer-Gerspach aus Oberägeri in einem Leserbrief in der «Weltwoche».

«Auf Wiederlesen» am 9. August «idea Spektrum» gönnt sich nun auch eine Erholungspause. Diese und die nächste Ausgabe erscheinen darum als Doppelnummern. Am Donnerstag, 9. August, heisst es «Auf Wiederlesen». Wir wünschen unsern Leserinnen und Lesern rundum erholsame Ferien!

Praktisch

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ANDREA VONLANTHEN

Reklame idea Spektrum 29/30.2012

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BR E N N P U N K T

«Heimat ist, wo ich geborgen und getragen bin» WERTE DER SCHWEIZ «Heimat ist zuerst das Umfeld, wo ich mich geborgen, verstanden und getragen fühle.» Das bekräftigt Nationalratspräsident Hansjörg Walter bei einer Begegnung kurz vor dem Nationalfeiertag. Der «höchste Schweizer» erklärt aber auch, warum die Nationalhymne mit dem eindringlichen Aufruf zum Gebet zeitgemäss ist. Mit welchen Gefühlen singen Sie jeweils die Nationalhymne? Hansjörg Walter: Mit einer gewis-

lehnt, ist sehr realitätsbezogen und lässt sich nicht einfach blenden von schönen Verlockungen.

sen Ehrfurcht. Unsere Nationalhymne basiert ja auf unseren christlichen Grundwerten und erinnert speziell auch an das Gebet. Der Text spricht für wichtige Werte unseres Landes.

Welche Werte sind gefährdet? Spontan denke ich daran, dass sich viele Leute nicht mehr für das Gemeinwohl einsetzen. Man will selber möglichst viel Wohlstand und Genuss und schaut zuerst einmal für sich selber. Freiwilligenarbeit und Ehrenamtlichkeit haben heute einen kleinen Stellenwert.

Sie stossen sich nicht am recht schwülstigen Text, der die Liebe zu Gott, zur Heimat und zum Vaterland so hervorhebt? Der Text aus dem 19. Jahrhundert stammt natürlich aus Zeiten, als es der Schweiz weniger gut ging und als Kirche und Glaube noch eine grössere Bedeutung hatten. Es ist ja symptomatisch, dass ein Volk mehr nach Gott ruft, wenn es ihm weniger gut geht. Das Glaubensbekenntnis wird dann auch mehr nach aussen getragen. In mir löst dieser Text immer wieder eine gewisse Dankbarkeit aus. Ich meine, dass sein Inhalt für unser Volk nicht einfach überholt ist.

Etliche Kritiker aus Politik und Kultur meinen, der Schweizerpsalm gehöre doch in ein ganz anderes Zeitalter. Braucht die Schweiz bald eine neue Hymne?

Welche Rolle spielt unsere christlich-abendländische Kultur noch als Orientierungshilfe für unser Volk? «Patriotische Gefühle auch zulassen und ausleben»: Nationalratspräsident Hansjörg Walter auf seinem Hof im thurgauischen Wängi.

ten verschiedene Bestrebungen für einen modernen Text, auch einmal über einen parlamentarischen Vorstoss. Doch sie sind alle gescheitert. Es ist eine sehr schöne Melodie, die man auch international kennt, und man kann auch nicht einfach einen neuen Text in eine solche Hymne zwängen. Nein, diese würdevolle Hymne passt zu unserm Land, man soll sie so belassen.

Es gab ja in den letzten Jahrzehn-

Hansjörg Walter Jahrgang 1951, verheiratet mit Madeleine, drei erwachsene Kinder, Bürger von Löhningen SH, aufgewachsen und wohnhaft in Wängi TG. Besuch der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof, kaufmännische Weiterbildung, Betätigung als Agro-Buchhalter und Treuhänder, 1983 Meisterprüfung als Landwirt, 1985 Übernahme des heute 30 Hektaren umfassenden elterlichen Betriebs «Greuthof» in Wängi. 1992 –1999 als Mitglied der SVP Thurgauer Kantonsrat, seit 1999 Nationalrat, nun als Nationalratspräsident für ein Jahr formell der höchste Schweizer. Seit 2000 Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes. Bild: idea/av

«Betet, freie Schweizer, betet!» Ist dieser Appell noch zeitgemäss? Ich meine, dass der Glaube an Gott und das Gebet in unserer Bevölkerung nach wie vor stark verankert sind. Doch man spricht nicht mehr gerne öffentlich darüber. Die Erinnerung an die freie Schweiz und den Appell für das Gebet finde ich wichtig, auch wenn er für manche Leute nicht mehr zeitgemäss sein mag. Gerade deshalb ist es zeitgemäss, weil es wieder mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit kommen sollte. Mir fällt auf, dass besonders dieser Appell immer inbrünstig gesungen wird und die Stimmkraft jeweils keineswegs nachlässt.

«Freie Schweizer» – wie steht es mit der Freiheit unseres Volkes?

Wir sind ein freies Volk! Wir haben Meinungsäusserungsfreiheit, Niederlassungsfreiheit, Religionsfreiheit, viele demokratische Rechte. Wir leben aber in einer ziemlich komplizierten Gesellschaft und brauchen darum mehr Regeln, damit das Zusammenleben funktioniert. Freiheit heisst nicht, dass jeder machen kann, was er will. Man muss sich auch anpassen können. Ein typisches Beispiel ist das Rauchen. Lange war es selbstverständlich, dass man möglichst Rücksicht nimmt aufeinander. Einerseits hat aber die Toleranz der Nichtraucher abgenommen, und anderseits haben gewisse Raucher zu wenig Respekt vor Nichtrauchern. Darum braucht es neue Regeln.

Welche Werte der Schweiz schätzen Sie besonders hoch ein? Neben den demokratischen Rechten, um die man uns zum Beispiel in Deutschland sehr beneidet, gibt es eine gesunde konservative Grundhaltung. Hier spielen die Familie als wichtigste Gemeinschaft, die Eigenverantwortung oder auch das Verantwortungsbewusstsein im Arbeitsprozess eine grosse Rolle. Ein Volk, das in einer Abstimmung sechs Wochen Ferien für alle ab-

Im tiefsten Innern sind die christlichen Werte noch bei vielen Schweizern vorhanden. Sie sind wichtig und prägen viele Leute. Aber man macht sie immer weniger zum Thema. Man steht nicht mehr hin für seinen Glauben. Daher geraten die christliche Kultur und auch die Kirche immer mehr unter Druck. Man ist schnell bereit, aus der Kirche auszutreten, nicht nur aus finanziellen Gründen. Ein reformiertes Kirchenmitglied aus unserm Dorf sagte mir zum Beispiel, es trete wegen dem Papst aus der Kirche aus… Wenn dann aber ein schweres Schicksal einschlägt, ist man wieder froh um die Kirche und um seelsorgerlichen Beistand.

Wie sollten diese Werte heute vermittelt werden? Es ist dies nach wie vor eine wichtige Aufgabe der Kirche und auch des biblischen Unterrichts. Auch die Schule sollte unsere christlichen Wurzeln und das Religiöse nicht so vernachlässigen. Dabei kann sie auch auf andere grosse Religionen eingehen. Sicher ist die religiöse Erziehung nicht zuletzt eine Aufgabe der Eltern. Kinder, die zuhause von der christlichen Botschaft hören, bekommen eine wichtige Hilfe fürs Leben.

National- und Ständerat sind sich nicht einig, ob wir einen Verfasidea Spektrum 29/30.2012


BR E N N P U N K T

sungsschutz für die christliche Tradition und christliche Symbole wie das Kreuz haben sollten. Ihre Meinung? Ich teile die Meinung, dass wir als Land mit christlich-abendländischen Wurzeln und Traditionen auch die entsprechenden Symbole würdigen und schützen sollten. Letzten Winter war ich mit meiner Frau in den Arabischen Emiraten. Mich hat sehr beeindruckt, wie die Leute dort zu ihrer Religion stehen und wie viel Zeit sie ihr auch im Alltag widmen.

Wie könnte die Politik mithelfen, das Bewusstsein für die Heimat zu stärken? Wenn gute Politik gemacht wird! Als Politiker müssen wir das Volk ernst nehmen und den Leuten auch immer wieder bewusst machen, wie gut es unserm kleinen Land im Vergleich zu andern Ländern geht.

Wie erklären Sie einem chinesischen Politiker Ihre Heimat? Ich erkläre ihm als Politiker sicher unsere demokratischen Werte wie die Redefreiheit oder die Mitbestimmungsrechte. Ich sage ihm, dass daraus auch ein Wir-Gefühl entsteht, das mithilft, die Schweiz als Heimat zu empfinden.

Was bedeutet Ihnen selber die Heimat? Meine Heimat ist nicht nur ein geografischer Ort, an dem ich mich wohlfühle. Es ist zuerst das engste persönliche Umfeld, wo ich mich geborgen, verstanden und getragen fühle. Hier kann ich mich auch zurückziehen, wenn ich unter Druck bin. Heimat gibt mir ein gutes Gefühl. Heimat hat auch immer einen Bezugspunkt zum Ort, wo man aufgewachsen ist. Als Nationalratspräsident treffe ich manche Wängemer, die längst nicht mehr hier wohnen. Doch Wängi lässt sie nie mehr ganz los.

Kennen Sie auch Heimweh? Ich habe einen engen Bezug zur Familie und zu unserm Hof, aber eigentliches Heimweh kenne ich nicht. Heute ist es ja dank moderner Kommunikationsmittel möglich, überall und jederzeit online mit Informationen und Bildern von zuhause versorgt zu werden.

Rasch wird heute von «HurraPatriotismus» gesprochen. Haben idea Spektrum 29/30.2012

Dialog, Brunch und Dankbarkeit am 1. August Wie verbringen Sie die kommenden Sommerwochen? Hansjörg Walter: Für mich gibt es «Ferien auf dem Bauernhof». Während der Erntezeit ist immer sehr viel los. Wir übernehmen auch Erntearbeit auf Lohnbasis und sind momentan sehr gefragt. Ich bin froh, dass ich in diesen Wochen politisch etwas entlastet bin. Aber wir werden spontan auch mal zwei, drei Tage wegfahren. Was planen Sie für den 1. August? Am Morgen stelle ich mich im Nationalratssaal in Bern dem Dialog mit der Bevölkerung. Das Interesse ist offensichtlich sehr gross. Dann be-

wir Schweizer zu viele patriotische Gefühle? Das haben wir sicher nicht! Man soll patriotische Gefühle auch zulassen und ausleben können. Wir sollten sie nicht verdrängen. Vielfach hilft dabei ja der Sport, seien es Roger Federer, die Skifahrer oder die Fussballer. Das gehört doch dazu! Dank internationaler Erfolge unserer Sportler wird die Schweiz weltweit wahrgenommen, nicht nur dank wirtschaftlicher Erfolge. Das soll man nicht unterschätzen.

Wie könnten wir zu einer unverkrampften Heimatliebe kommen? Das ist schwer zu steuern. Heimatliebe hat mit den persönlichen Emotionen zu tun. Zur Heimat gehört auch das Kollektiv. In vertrauter Gemeinschaft können wir lernen, zu unsern heimatlichen Emotionen zu stehen.

Wo pflegen Sie solche Emotionen? Persönlich auch oft im Sport. Ständeratspräsident Hans Altherr und ich haben Roger Federer nach seinem grossen Triumph in Wimbledon gleich gratuliert.

Wer ist für Sie ein vorbildlicher Patriot? Da denke ich spontan an Henry Guisan. Es war ein grosses Glück, dass ein welscher General, der voll zur Schweiz gestanden ist, unser Land durch die schwere Zeit des Zweiten Weltkriegs geführt hat. Er hat viel für den Zusammenhalt unseres Landes getan.

Zu Beginn Ihres Amtsjahres als

suche ich einen Brunch auf einem Bauernhof, und am Abend halte ich in Sirnach im Hinterthurgau die Ansprache zur Bundesfeier. Wo setzen Sie den Schwerpunkt in Ihrer Rede? Ich stelle einen Vergleich an zwischen dem neuen Bundesstaat von 1848 mit seinem demokratischen Aufbau und dem Geschehen von 1291, das mehr auf Sagen und Mythen beruht. Der neue Bundesstaat wurde in kleinen Schritten kontinuierlich ohne grosse Rückschläge entwickelt. Wir haben keine grosse Staatskrise und keine grossen Kriege erlebt. Dafür sollen wir dankbar sein.

Nationalratspräsident wurden Sie im Rathaus von Frauenfeld an einem Anlass des Netzwerks «Gebet für Schweiz» gesegnet. Was bedeutete Ihnen dieser Segen? Das war ein sehr emotionaler Moment für mich. Eindrücklich war auch, dass verschiedenste politische Richtungen vertreten waren, auch Leute, die politisch ganz anders denken. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass dieses Segensgebet von Herzen kam und ehrlich gemeint war. Es gab mir Kraft und Zuversicht für diese anspruchsvolle Aufgabe.

Womit ist unser Land besonders gesegnet? Uns gehts gut! Wir haben einen hohen Wohlstand, eine solide Gesundheitsversorgung, eine gute Bildung, eine tiefe Arbeitslosigkeit. Wir haben natürlich auch Probleme, aber wir sollten nicht auf einem hohen Niveau klagen. Wir haben politisch und sozial jedenfalls vergleichsweise sehr positive Verhältnisse.

Wofür sollten wir Schweizer an diesem 1. August besonders beten? Es gibt viele ganz persönliche Sorgen und Nöte, die durch das Gebet zum Guten gewendet werden können. Am 1. August sollten wir dafür beten, dass sich unsere Gesellschaft positiv weiterentwickelt. Und dass dies in möglichst grosser Freiheit geschehen kann. Doch dieser Tag soll uns vor allem auch dankbar stimmen. Interview: ANDREA VONLANTHEN

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PODIUM Arbeit und Ruhe Millionen von Arbeitslosen möchten erwerbstätig sein und können es nicht. Unzählige Personen beeinträchtigen ihre Gesundheit mit anhaltenden Spannungen, denen sie am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Der Sommer nährt unsere legitime Sehnsucht nach Ferien. Das führt zu einigen Überlegungen über Arbeit und Erholung. In dieser Welt untersteht die Arbeit einer absoluten Notwendigkeit. Kollektiv gesehen ist es in der Tat unmöglich, zu konsumieren, ohne zu produzieren, also ohne zu arbeiten. Die Arbeit, zu welcher der Mensch aufgrund der Erbsünde gezwungen ist, gehört zu den grossen Merkmalen des Menschseins. Der bekannte Vers «Mit Schweiss wirst du dein Brot verdienen» (1. Mose 3,19) ist nicht veraltet! Die Arbeit ist gleichzeitig Segen und Fluch. Segen, da sie viele Übel verhindert und Befriedigung durch die Entfaltung einer Berufung hervorbringt. Fluch wegen ihrer Beschwerlichkeit. Die christliche Lehre ermahnt den Menschen klar zur Arbeit. Paulus sagt mit Strenge: «Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.» (2. Thessalonicher 3,10) Er spricht jedoch auch diese ermutigenden Worte aus: «Jeder wird von Gott den gerechten Lohn für seine Arbeit bekommen.» (1. Korinther 3,8) Aber es gibt keine Arbeit ohne Erholung. Sogar Gott, obwohl er allmächtig ist, hat sich der Regel des Wechsels zwischen Arbeit und Ruhe unterworfen! «Gott vollendete das Werk, das er geschaffen hatte, und ruhte am siebten Tag.» (Genesis 2,2) Diese grosse Wahrheit findet sich am Ursprung des Sabbats und des christlichen Sonntags. Heute wird der Ruhetag viel zu oft missachtet. Mögen Ihnen die Ferien Ruhe, Abwechslung und den nötigen Antrieb bringen, um neue – und für die Allgemeinheit nützliche! – Aufgaben und Herausforderungen mit Freude anzugehen. JEAN-PIERRE GRABER

Der Autor, Dr. rer. pol., war Nationalrat der SVP. Er wohnt in La Neuveville BE.


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I NSE R AT E | ST E LLE N

Wir sind eine lebendige, wachsende Freie Evangelische Gemeinde (FEG) in RapperswilJona und leben den evangelistischen Auftrag, Beziehungen und gabenorientierte Mitarbeit mit Begeisterung. Für die technische Betreuung unserer ICT-Anlagen mit mehreren Standorten suchen wir einen sozial und technisch kompetenten Teamplayer als

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TAG E SSC H AU

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Badeplausch mit biblischer Geschichte JOURNAL SOMMEREINSÄTZE Seit 60 Jahren bieten KEB-Teams im Schwimmbad, auf Spiel- und

Flüchtlings-Familie in Not

auf Campingplätzen ein interessantes Programm. Die Kids sind begeistert, Eltern manchmal kritisch. Gesamthaft bekommen die Programme aber viel Goodwill. «Einsätze auf Campingplätzen und in Schwimmbädern sind ein wichtiger Arbeitsbereich. Die Kinder haben Zeit und freuen sich über eine Abwechslung», sagt Daniel von Reitzenstein. Der 31-Jährige ist seit vier Jahren operativer Leiter der KEB (Kinder-Evangelisations-Bewegung). Die Eltern ihrerseits schätzen die «Kinderhüte». Der zweifache Familienvater hörte auch schon: «Wir sind froh, dass unsere Kinder biblische Geschichten hören. Wir könnten sie ihnen nämlich nicht erzählen.»

Lange Tradition «Unser Werk will die einmalige Gelegenheit wahrnehmen, Kindern Gottes Wort nahezubringen», definiert von Reitzenstein. Auf dem Campingplatz in Avenches VD ist die KEB seit mehr als 30 Jahren im Sommer mit einem spannenden Programm präsent. «Die Möglichkeit für Einsätze hängt stark von der jeweiligen Verwaltung der Schwimmbäder und Campingplätze ab. Wir sind froh für jede Möglichkeit, die wir nutzen können.» Denn auch das Gegenteil ist der Fall: Seit 2010 sind Einsätze auf dem Camping Flaach ZH nicht mehr möglich, letztes Jahr erteilte eine weitere Lokalität eine Absage. «Die Angst vor dem ‹Religiösen› war grösser», konstatiert von Reitzenstein. Das brachte kürzlich auch ein Vater auf den Punkt: «Es ist lustig, was ihr mit den Kindern macht. Aber das mit dem Glauben geht mir gegen den Strich.»

Inuits am Murtensee In Avenches oder Steffisburg BE führt die KEB ihr Programm in Zusammenarbeit mit lokalen Kirchen und Gemeinden durch. Überall stellen die Mitarbeitenden überrascht fest, dass die Begeisterung der Kinder ungebrochen ist. Stefan Jossen engagiert sich mit seiner Frau Ursula seit 2001 bei der KEB, seit 2009 als Vollzeitmitarbeiter in der Nordwestschweiz. Schon zum fünften Mal verbrinidea Spektrum 29/30.2012

Ein Iglu in Murten: Da waren KEB-«Inuits» am Werk!

gen sie im Sommer sechs Wochen auf dem Campingplatz Avenches. «Aktuell behandeln wir das Thema ‹Expedition Nordpol›», erklärt Jossen in schönstem Walliserdeutsch. «Jedes Kind kann jeweils eine leere ‹Milchgugge› zur Kinderstunde mitbringen. Damit bauen wir nach und nach ein Iglu. Dann gehen wir fürs weitere Programm ins Zelt.» Der frühere SBB-Kondukteur steigert die Spannung. «Heute Morgen kamen zwei Inuits zu Besuch», erzählt er. «Sie fischten an einem Eisloch. Ein vorbeikommender ‹Forscher› in kurzer Hose erhielt Bettsocken und eine Wolldecke. Die Inuits erklärten ihm, dass dem Wetter angepasste Kleidung wichtig ist.» Jeden Tag hören die Kinder eine biblische Geschichte. Dazu werden Quiz-Fragen beantwortet, und zum Schluss darf gebastelt werden, passend zum Nordpol aus Styropor-Platten eine «Eisscholle» als Pinnwand. In der ersten Juliwoche waren 20 Kinder anwesend, mittlerweile stieg die Teilnehmerzahl auf 90 Kinder an.

Captain Cook in Interlaken Der ehemalige Schwyzer Jürg Langhart ist seit zwölf Jahren für die KEB im Bernbiet tätig. Während der Sommermonate macht er punktuelle Einsätze auf Spiel- und Campingplätzen sowie in Schwimmbädern. Für die vie-

len Touristen bietet er auch eine Übersetzung an. Mit den Campingwarten pflegt er langjährige Beziehungen. «Aktuell behandeln wir das Thema ‹Schatzinsel›. Nach dem Besuch von Captain Cook und seinem Ersten Offizier hören die Kinder eine spannende Geschichte aus der Bibel, lernen ein Wochenlied und täglich einen Bibelvers. Zum Abschluss machen wir jeweils eine Stafette oder einen Malwettbewerb.» Ab und zu dürfen die Kinder auch einen Bastelbogen mitnehmen. Je nach Ferienwoche und Ort variieren die Teilnehmerzahlen zwischen 20 und 60. «In Wohnquartieren macht sich die demographische Entwicklung bemerkbar», sagt der 44-Jährige. Es beeindruckt ihn immer wieder, dass Eltern nach dem nächstjährigen Programm fragen und ihre Ferien nach der KEBEinsatzwoche ausrichten. Es braucht Mut, «Kinderstunden» in der Öffentlichkeit durchzuführen. Doch es scheint, dass das KEB-Modell Schule macht: «Ich stelle bei jungen Menschen eine Aufbruchstimmung fest. Sie verlegen ihre Jungscharprogramme nach draussen, statt in den gewohnten Räumen zu verharren», beobachtet Langhart. Da bleibt nur noch zu hoffen, dass die «Sommerfrische» anhält. THOMAS FEUZ www.keb.ch

Die kurdisch-christliche Familie Darwish aus Zürich-Altstätten soll ausgeschafft werden, obwohl das problematisch ist. Laut Daniel Zingg, dem administrativen Begleiter der Familie, hätte eine Ausschaffung in ihre islamische Heimat schlimme Folgen: «Die Familie wäre Drangsal, Folter oder gar dem Tod ausgesetzt.» Vorletzten Montag verhaftete die Polizei Mutter Fatima und ihren neugeborenen Sohn Mose. Inzwischen sind beide zwar wieder zurück in der temporären Wohnsiedlung, doch die Bedrohung bleibt. Vater Mohammed: «Sechs Wochen ist mein Sohn alt, und er hat bereits Gefängniserfahrung. Seit vier Jahren machen wir als Familie einen Sterbeprozess durch.» Zingg: «Wir sind entsetzt über das brutale und unmenschliche Vorgehen der Behörden. Wir haben Kenntnis darüber, dass viele Bittschriften betreffend der Familie Darwish an Bundesrätin Simonetta Sommaruga gelangt sind.» «Wir beten weiter», meint Mutter Fatima. Die Angst bleibt, dass die Polizei plötzlich wieder vor der Türe steht. Videobotschaft: www.aseba.ch/ cms/index.php?id=180. (idea)

Peter Friedli für Vogler Die auf christlicher Basis tätige Stiftung Diaconis, früher Diakonissenhaus Bern, erhält einen neuen Stiftungsdirektor: Der reformierte Pfarrer und Betriebswirtschaftler Peter Friedli wurde zum Nachfolger von Martin Vogler gewählt. Vogler lässt sich auf Anfang Januar 2013 frühzeitig pensionieren. Die Stiftung zählt 275 Vollzeitstellen und 105 Freiwillige. Sie erzielt einen Jahresumsatz von 31 Millionen Franken. (idea)

Mindestgrösse für Kirchen? Eine Kirchgemeinde soll mindestens 5000 Mitglieder haben oder fusionieren: Die Idee der Exekutive der Reformierten Landeskirche Zürich sorgt derzeit für Unruhe. Die Reformierte Landeskirche St. Gallen hat eine Mindestgrösse von 1500 Mitgliedern angedacht. (idea) Bild: zvg


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TAGE SSC H AU

Gebet für Muslime, gerade auch in der Schweiz GEBETSKALENDER Die internationale Gebetsinitiative «30 Tage Gebet für die islamische Welt» lädt in diesem Jahr wieder dazu ein, für Muslime zu beten. Speziell soll auch an die Muslime in der Schweiz gedacht werden. Für 1,2 Milliarden Muslime weltweit beginnt am 20. Juli wieder der Fastenmonat Ramadan. Die inzwischen 21. Ausgabe des internationalen Verteilheftes «30 Tage Gebet für die islamische Welt» möchte Christen einmal mehr dazu anregen, während die-

ser Zeit für die Muslime zu beten. In den deutschsprachigen Ländern hat der Gebetskalender eine Auflage von 70 000 Exemplaren, davon immerhin 20 000 in der Schweiz. Gut 19 000 seien bereits im Umlauf, so Christine Anliker von der Schweizerischen Evan-

Gebetsanliegen für Flüchtlinge in der Schweiz Tofik Dilshad kämpfte als Kurde im Iran für die Freiheit seines Volkes. Seit 1997 lebt er in der Schweiz und trat hier zum christlichen Glauben über. Heute ist er Pastor einer kleinen kurdischen Gemeinde in Olten, mit weiteren Hauszellen in St. Gallen und Basel. Er ruft dazu auf, für die etwa 7500 kurdischen Flüchtlinge in der Schweiz zu beten. Seine Vision ist es, in jeder grösseren Stadt einen

kurdischen Hauskreis zu etablieren. Kurt Beutler von der Meos, die unter Fremdsprachigen in der Schweiz arbeitet, wünscht sich Gebet für die Albaner, unter denen es in der Schweiz noch gar keine christlichen Gemeinden gebe. Das Gleiche gelte für die Somalier, deren Zahl stark ansteigt. www.each.ch

gelischen Allianz (SEA). Zum ersten Mal haben die Schweizerische, die Deutsche und die Österreichische Evangelische Allianz das Heft gemeinsam erstellt. Einzelne Beiträge seien extra für die deutschsprachige Ausgabe verfasst worden.

33 000 arabische Feriengäste So soll auch am 1. August für die arabischen Feriengäste in der Schweiz gebetet werden. Deren Zahl habe in den letzten Jahren stark zugenommen. Wurden im Jahr 2003 noch 3300 Gäste aus dem arabischen Raum gezählt, hatte sich diese Zahl im Jahr 2010 bereits verzehnfacht. Die Gäste nähmen gerne die DVD «More than Chocolate and Cheese» entgegen, in der die christlichen Werte der Schweiz vorgestellt werden.

Aufruf zu Gebet für die islamische Welt während des Ramadans.

Christen sollen während der 30 Tage auch zu Kontakten mit Muslimen ermutigt werden. Dabei helfen grundlegende Informationen zu einigen islamischen Ländern und Volksgruppen und zum Islam allgemein, die im Heft enthalten sind. CHRISTOF BAUERNFEIND

Hier soll die Apostelgeschichte lebendig werden NEPAL-FORUM Wie können heute Gemeinden in einem Gebiet gegründet werden, das als «Grabstätte für Missionare» bekannt ist? Der Bericht eines Nepalesen in Zürich erinnerte an die Geschehnisse am Anfang des Christentums. Rakesh Y. hat ein Anliegen: Das Volk der Maithili mit dem freimachenden Evangelium erreichen. Diese Menschen sind geprägt vom orthodoxen Hinduismus. Im Hauptort steht der zweitgrösste Hindu-Tempel der Welt. Rakesh und seine Mitarbeiter erleben immer wieder, wie Gott Menschen heilt und befreit.

unerreichten Volksgruppen Nepals mindestens eine Gemeinde zu gründen. Gleichzeitig wird der Bevölkerung geholfen durch Einsätze für die medizinische Grundversorgung oder mit Saatgut für den Gemüseanbau. Inzwischen stehen in acht Regionen Nepals Gemeindegründer im Einsatz. Sie berichten, wie sie beim Gebet für Menschen immer wieder Gottes heilendes Eingreifen erleben.

Wachstum – trotz Widerstand Rakeshs Lebensgeschichte selbst ist zunächst äusserst turbulent: Immer wieder unterbrochene Ausbildungswege, aktiv im politischen Widerstand in den Wirren der nepalesischen Demokratieentwicklung, Geldnöte, Drogenprobleme und Gedanken an Selbstmord. Erst als ihm 1995 jemand Gottes Vergebung und Liebe zuspricht, erkennt er sich in neuem Licht und entscheidet, sich vollzeitlich zu engagieren. Heute sind er und sein Team bekannt für ihre Liebenswürdigkeit gegenüber den Menschen in den Bilder: zvg

TOM SOMMER

Rakesh Y., übersetzt von Projektleiter Yves Bron, am Zürcher Forum.

Dörfern. Diesen Menschen bieten sie medizinische und soziale Hilfe an und pflegen gute Beziehungen zu den Dorfverantwortlichen. Die Leute würden realisieren, so erzählt Rakesh engagiert, dass ihr Leben keine Doppelmoral aufweise. «Das macht uns glaubwürdig.» Doch gebe es auch «Feinde». Immer wieder müssten sie Angriffe auf Haus, Leib und Leben befürchten. Trotz-

dem: Bis heute sind unter den Maithilis rund 20 Hausgemeinden gegründet worden. Die schweizerischen Projektleiter Andreas Kaderli und Yves Bron starteten ihre Zusammenarbeit mit einer nepalesischen Partnerorganisation im Jahr 2003 mit der Gemeindegründungsarbeit unter den Sherpas. Ziel dieser Zusammenarbeit ist, bis 2020 in gut 40

Nepal-Forum 2012 An den Forums-Treffen von Campus für Christus werden konkrete Anliegen von Auslandprojekten in direkter Begegnung mit Freunden und Förderern dokumentiert. Nächster Anlass: 8. September, «Auf den Punkt gebracht», mit umfassenden Erlebnisberichten aus aller Welt. www.nepalforum.ch, www.agapeforum.ch

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BE G E G N U NG

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Ein weites Herz hinter Klostermauern

ÄXGÜSI

ORDENSBRUDER An seinem 80. Geburtstag besuchte «idea Spektrum» Bruder Tilbert

Unsere Trümpfe

Moser in Olten. Der Kapuzinermönch ist einer unserer eifrigsten und ungewöhnlichsten Leser. Er verriet, warum er idea liest und erläuterte auch sein grösstes Anliegen.

Vom 27. Juli bis 12. August werden wieder Helden geboren – oder Versager. Tatort: London. Anlass: Olympische Sommerspiele. Von mir aus können die Spiele beginnen. Ich bin gut in Form, habe alle relevanten Apps runtergeladen. In einem digitalen Testwettkampf bin ich in einigen Wettkampfarten vor Deutschland, Grossbritannien und Indien klassiert. Überhaupt sind diese Spiele sehr auf das digitale Publikum ausgerichtet. Auf Facebook haben bei der offiziellen Olympia-Seite schon rund 3 Millionen Fans «gefällt mir» angeklickt.

Auch Mönche bekommen nervige Werbe-Anrufe. Bruder Tilbert Moser sitzt entspannt im Garten des Kapuzinerklosters Olten, als sein mobiles Haustelefon klingelt. Am Apparat ist die Mitarbeiterin eines Call-Centers und will ihm etwas verkaufen. Doch Bruder Tilbert dreht den Spiess einfach um: «Ich mache auch eine Umfrage: Was ist für Sie der Sinn vom Leben?», fragt er ungeniert. Es folgt ein kurzes Gespräch über den Glauben. Nicht nur in dieser Begebenheit wird deutlich: Bruder Tilbert ist kein Mann von Lippenbekenntnissen, sondern lebt und strahlt aus, was er glaubt. «Die Grundbotschaft des christlichen Glaubens ist, dass Jesus uns liebt und heimführt», betont der betagte Ordensbruder mit angenehmer Stimme.

Der «Stachel im Fleisch» Am letzten Mittwoch feierte Bruder Tilbert seinen 80. Geburtstag. Schon früh fühlte er sich dazu berufen, einen «geistlichen Lebensweg» einzuschlagen. Er wurde 1932 in Zürich geboren und litt von Kind auf an einer schwachen körperlichen Konstitution. «Ich war immer kränklich und nicht so stark wie meine Altersgenossen», erinnert er sich. Trotzdem hatte er den starken Drang, mit seinem Leben etwas Gutes zu tun. Er suchte die Nähe zu Jesus. «Ich merkte, dass ich mich auf der geistlichen Ebene am besten entfalten kann.»

Der Kapuzinerorden Die Kapuziner sind ein ReformOrden, der aus den Franziskanern hervorgegangen ist. Heute gehört er mit letzteren und den Minoriten zu den drei «Zweigen des ersten Ordens des Heiligen Franziskus». In der Deutschschweiz gibt es heute noch 140 Kapuzinerbrüder. Sie wohnen in zwölf Niederlassungen. Ihre Zahl geht aber seit Jahren zurück – im Gegensatz zu Regionen in Südamerika und Afrika, wo der Orden wächst. www.tilbert.info, www.kapuziner.ch

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Warme Ausstrahlung: Bruder Tilbert Moser im Kloster in Olten.

So machte er die Matura in einem Benediktinerkollegium und trat 1952 dem Kapuzinerorden bei. Den grossen Wunsch, AfrikaMissionar zu werden, musste Bruder Tilbert aus gesundheitlichen Gründen verwerfen. Das stellte seinen Glauben auf eine harte Probe. Im Rückblick ist er aber sicher: «Gott macht keine Fehler.»

Überkonfessionelles Interesse Nach einigen klösterlichen Stationen lebt er nun seit 22 Jahren zusammen mit zehn Ordensbrüdern in Olten. Im Miteinander des mönchischen Lebens fühlt er sich gut aufgehoben. «Ich war immer mitgetragen durch die Liebe der Mitbrüder.» Es herrsche viel Wohlwollen in der Klostergemeinschaft, auch wenn nicht immer alle seine Anliegen verstünden; man lasse ihn machen. Der Obere wundert sich: «Es ist erstaunlich, was Bruder Tilbert alles so treibt.» Denn dessen Horizont geht nicht nur über die Klostermauern, sondern auch über die Grenzen der katholischen Kirche hinaus. So pflegt Tilbert Moser zahlreiche Kontakte zu den verschiedensten Kirchen und geistlichen Bewegungen in der Schweiz, Deutschland und auch in Israel. Darum ist er auch seit Jahren ein interessierter ideaLeser. Hier werde er eben über das evangelisch-freikirchliche Spektrum informiert, meint er. Immer wieder beteiligt sich Bruder Tilbert aktiv und schickt der Redak-

tion Leserbriefe, wenn er meint, dass «noch das eine oder andere ergänzt» werden müsse.

Hochzeit zur Einheit Die Einheit unter den Christen liegen dem Kapuziner besonders am Herzen. Die Herausforderung in der heutigen Gesellschaft sei nicht «die Verschiedenheit der Konfessionen, sondern der Unterschied zwischen Glaube und Unglaube». Er ist überzeugt: «Wir leben in einer Zeit, in der der Geist Gottes die Christen zusammenführt.» Denn Einheit entstehe durch den Heiligen Geist. Dieser bewirke, dass die «Grundpfeiler des Glaubens in Fleisch und Blut übergehen». Voraussetzung sei die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und sich gegenseitig besser kennenzulernen, ohne alles gleichsetzen zu müssen: «Jede Konfession soll ihre Schätze so bezeugen, dass es die Einheit fördert.» Anfang Juni war Bruder Tilbert in Bedford bei Köln eingeladen, um ein besonderes Hochzeitspaar zu trauen. Es war in seinen Worten «eine Hochzeit als Beitrag zur Einheit der Christen». Der Bräutigam war nämlich ein gläubiger lutherischer Freiherr und die Braut eine überzeugte katholische Gräfin. «Auch wenn man machtvoll die eigene Lehre vertritt: Gott ist weiter als das eigene Herz», ist er überzeugt. Bruder Tilberts Herz ist weit. CHRISTOF BAUERNFEIND Bild: idea/chb

Uns erwarten Tränen beim Einmarsch der Nationen oder wenn Sportlerinnen und Sportler vor Enttäuschung oder Erfolg zusammenbrechen. Erfolge und Niederlagen werden getwittert, bevor auch nur ein einziger Online-Redaktor eine einzige Zeile verfasst hat. Die News rasen um die Welt, die Medienschaffenden hinterher. Trotzdem - auch bei den digitalsten aller Olympischen Spiele bleibt letztendlich der Mensch im Mittelpunkt. Der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Ängsten, Freuden. Werden unsere Trümpfe Federer, Cancellara, Schurter und Co. stechen? Oder werden sie versagen? Was, wenn Fabian Cancellara genau beim Zeitfahren seinen schlechten Tag einzieht? Oder wenn das Pferd von Pius Schweizer vor dem letzten Sprung stolpert? Oder wenn Roger Federer bereits in der Vorrunde an einem Aussenseiter scheitert? Dann wird in den Social Media über die Leute hergezogen, der Stab gebrochen, verurteilt. Schneller als die Redaktionen dieser Welt dies können. Ich wünsche mir, dass gerade in diesen Wochen Christen die Social Media erobern, den Akteuren mit Wertschätzung begegnen und dies mit Tweets und Posts zum Ausdruck bringen. VERENA BIRCHLER

Die Autorin ist Leiterin Kommunikation bei ERF Medien in Pfäffikon ZH.


10 I NSE R AT E

Das Evangelische Gemeinschaftswerk fßhrt in Brienz das Alters- und Pflegeheim Brienz EGW und bietet 40 wohnliche Pflegeplätze an. Das Angebot umfasst Einer- und Ehepaarzimmer sowie eine aufmerksam eingerichtete Wohngruppe mit kleinem Gartenpark fßr die Betreuung von Menschen mit Demenz. Auf den 1. November 2012 oder nach Vereinbarung suchen wir eine / einen

Pflegedienstleiter/-in 100 % Pflegefachfrau / Pflegefachmann HF Ihre Aufgaben • Fßhrung und Koordination des Bereiches Pflege und Betreuung • Sicherstellung einer professionellen, zeitgemässen Pflege • Umsetzung und Weiterentwicklung der Pflegeprozesse • Sicherstellung der Pflegedokumentation • Koordination der Arztvisiten. Umsetzung des Aus- und Weiterbildungsauftrages • Aktive Mithilfe in gesamtbetrieblichen Projekten Wir erwarten • Fachausbildung in Gesundheits- und Krankenpflege mit Fßhrungserfahrung im Langzeitbereich • Wertschätzende Grundhaltung sowie hohe Sozialkompetenz und Flexibilität im Arbeitseinsatz • Unterstßtzung und FÜrderung unserer christlichen Grundwerte Wir bieten • Eine Tätigkeit mit hoher Eigenverantwortung und Entwicklungspotenzial • Arbeit in familiärer Atmosphäre • Anstellungsbedingungen in Anlehnung an die kantonale Besoldungsordnung Interessiert? Fßr weitere Auskßnfte steht Ihnen Herr Stefan Bohren, Heimleiter, Telefon 033 952 82 82 gerne zur Verfßgung. Bewerbungen sind bis 25. Juli 2012 zu senden an: Alters- und Pflegeheim Brienz EGW, Herr Stefan Bohren, Heimleiter, Hauptstrasse 256, 3855 Brienz. Alters- und Pflegeheim Brienz EGW Hauptstrasse 256 3855 Brienz

$IE:UFRIEDENHEIT UNSERER+UNDENISTDAS-ASSALLER$INGE "EKANNTE3CHWEIZER5NTERNEHMENSETZENAUFDIE1UALITÂźT UNSERERPROFESSIONELLEN´BERSETZUNGEN$&) T% N3 P UND,EKTORATE 5NSERE3TÂźRKEN +OMPETENZ 3CHNELLIGKEITUND:UVERLÂźSSIGKEITp BEIVERNĂ”NFTIGEN0REISEN &Ă”R3IMULTANĂ”BERSETZUNGENHATUNSERE0ARTNERAGENTUR !6,$/,-%43#(%2DIERICHTIGEN,ĂŽSUNGENFĂ”R3IE (OLEN3IEBEIDERNÂźCHSTEN'ELEGENHEITEINE/FFERTEEIN 3ANDRA,O#URTO 4

Haus Frieden Hägelberg ž  geistliche Impulse ž  ruhig gelegen, sonnige Lage ž  entspannen und auftanken ž  eignet sich auch fßr Gruppen- u. Gemeindefreizeiten ž  gßnstige Preise: ab. 30.– Euro VP im Doppelzimmer

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idea Spektrum 29/30.2012


F ORU M

Letzten Samstag ist unser Sohn mit seiner Familie in unser ehemaliges Haus eingezogen, und wir haben es uns im gleichen Haus in der «Seniorenresidenz» im Dachgeschoss gemütlich gemacht. Nun sind wir gespannt, ob es uns gelingt, nicht nur im Geschäft, sondern auch zu Hause Generationen übergreifend Reich Gottes zu bauen. In unserem neuen Zuhause darf ich eine Art Hausaltar mit herrlicher Weitsicht auf die Region, Voralpen, Alpen, Schloss Thun und Kirche einrichten. Hier fällt es mir leicht, unseren Schöpfer anzubeten, mir ein vertieftes Verständnis

Einladung an die Elite «idea Spektrum» Nr. 27 und 28 – «Kein Platz für die Elite in der Kirche?» Die Elite fühlt sich in unseren Gottesdiensten nicht verstanden, weil unsere Gottesdienste denkfeindlich gestaltet sind. Unternehmer fühlen sich unverstanden, weil wir Gemeindeleiter grundsätzlich nicht mit ihnen umzugehen wissen. Männer fühlen sich in unseren Gottesdiensten nicht zu Hause, weil die Dekos und das Liedgut zu feminin sind. Die Hausfrau und Mutter fühlt sich in unseren Gottesdiensten nicht verstanden, weil ihr Alltag um Windeln, Wäscheberge und Kindergeschrei in unseren Predigten nicht vorkommt. Für den Jugendlichen sprechen wir zu abgehoben und intellektuell. Jede Gemeinde fährt ihren Stil und pflegt ihre Kultur, die irgendwie gewachsen sind. Und diese gilt es auch kritisch zu hinterfragen. Doch was hilft solche Pauschal-Kirchenschelte? Sollen Gemeindefrustrierte in ihrem Frust bestätigt und bestärkt werden? Hilft das? Wollen Sie stark herausgeforderte Gemeindeleiter entmutigen? Was will «idea Spektrum» mit solchen Artikeln? Ich schätze die Arbeit der VBG sehr. Und ich bin überzeugt, dass es solche Gefässe und Thinktanks braucht in Ergänzung zu den Kirchen und Gemeinden. Doch Aussagen wie «Freikirchen sind denkfeindlich» scheinen weder reflektiert noch differenziert und wenig intelligent. Wer, wenn nicht die intellektuelle Elite kann sich einbringen, damit unidea Spektrum 29/30.2012

allein behält. Es muss ihm zur Verfügung gestellt werden, dann kann er es nutzbringend für andere einsetzen.

tagsarbeit ist. Übrigens, Arbeit ist auch eine Form der Anbetung, aber kein Ersatz für das Anbetungszelt.

Anbetung, Andacht und Arbeit sind keine Gegensätze, sondern ergänzen, ja bedingen sich gegenseitig. Wer diese Synthese täglich lebt, könnte gut und gerne mit dem «etwas anderen (geistlichen) Triple A» ausgezeichnet werden. Anbetung heisst ja, Gott das Beste geben, das er uns gegeben hat. Ich will sorgfältig mit dem Besten umgehen, das ich habe. Immer, wenn ich etwas Gutes von Gott bekomme, will ich es ihm als Zeichen seiner Liebe wieder zur Verfügung stellen. Ich will mir Zeit nehmen, mich auf Gott zu konzentrieren, ihm das Verfügungsrecht über seine Geschenke als ein bewusster Akt der Anbetung geben. Gott will nie, dass man ein Geschenk, das er gibt, ganz für sich

Abraham richtete zwischen Bethel (als Symbol für die Gemeinschaft mit Gott) und Ai (als Symbol für die Welt) sein Zelt als Ort der Anbetung auf (1. Mose 12,8) und gab uns damit den Hinweis, dass Sammlung und Sendung zusammengehören. Wie viel bleibenden Wert die Arbeit hat, die wir öffentlich für Gott tun, entscheidet sich daran, wie eng unsere Einheit mit ihm in den Zeiten der persönlichen Begegnung und Gemeinschaft ist. Anbetung zwischen Tür und Angel ist immer falsch – es ist immer reichlich Zeit da, um Gott anzubeten. Darum müssen wir an einem Ort «unser Zelt aufschlagen», wo wir ihn immer in Ruhe aufsuchen können, egal wie hektisch unsere All-

Anbetung, Andacht und Arbeit sollen eine Einheit bilden. Im Leben Jesu waren sie immer zusammen und störten sich nicht. Das passiert nicht plötzlich ohne eigenes Zutun. Man muss es täglich trainieren. Das will ich in unserm neuen Zuhause tun. Die Anwendung des «geistlichen Triple A» verheisst unter anderem überfliessenden Segen!

sere Verkündigung nicht zu simplifiziert daherkommt? Wer, wenn nicht die intellektuelle Elite kann uns dabei helfen, den vermeintlichen Widerspruch zwischen Glaube und Denken aufzulösen? Wer, wenn nicht die intellektuelle Elite hat mit dem Evangelium den Zugang zur intellektuellen Elite ? Ich lade die intellektuelle Elite herzlich ein, sich einzubringen! Ich persönlich würde mir den Austausch und die Reflektion und auch Feedback von intelligenten Denkern nur wünschen. Doch ich glaube nicht, dass diese Art von PauschalKirchenschelte kirchliches Leben fördert. Diesbezüglich bitte ich die Redaktion, ihre Arbeit nicht nur nach journalistischen Betrachtungsweisen vorzunehmen, sondern auch den Impact auf den Gemeindebau zu betrachten. Überhaupt frage ich mich: Sind Sie da nicht einem überholten Kirchenverständnis aufgesessen? Ist Gemeinde eine Bedürfnisanstalt? JIM BÜHLER, Pastor ChrischonaGemeinde Steckborn

Und nach dem Tod?

Paulus als Vorbild

«idea Spektrum» Nr. 26 – «Auch der sterbende Mensch hat seine Würde» An der Diskussion über Suizidhilfe stört mich, dass das Leben nach dem Tod immer ausgeblendet wird. Niemand macht sich darüber Gedanken, welche Auswirkungen Selbsttötung auf das Leben nach dem physischen Tod hat. Wir argumentieren immer nur diesseitsbezogen. Dabei ist unser Leben eine wichtige Vorbereitung auf das, was danach kommt. Gott, der uns das Leben geschenkt hat, liebt jeden Menschen und hat mit jedem einen guten Plan. Manches, was uns begegnet, können wir zwar nicht verstehen. Einmal aber werden wir verstehen, dass alles seinen tiefen Sinn hatte. Es ist wie bei einer Stickerei. Auf der Rückseite laufen die Fäden wild durcheinander. Kehrt man die Stickerei um, wird ein wunderbares Bild sichtbar. Das heisst: Setze ich meinem Leben selber ein Ende, bleibt das Bild unvollendet. Es gibt ein Ausreifen des Lebens, das nicht durch Selbsttötung abgekürzt werden sollte. 26

Zur Diskussion über «Kirche und Elite»: Christen sollen nie elitär sein, sonst wird ihr Zeugnis unglaubwürdig. Als Teammitglied 60+ und im Hauskreis habe ich  immer wieder festgestellt, dass  Kontakte unabhängig  von Bildung und Stellung entstehen und nur so echte Gemeinschaft möglich wird. Paulus ist auch hier Vorbild und Lehrmeister. ROLF BLATTER, ehemaliger  Gymnasiallehrer und Grossrat, Bolligen BE

27. Juni

2012

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Das etwas andere Triple A

von Gottes Wort anzueignen, auf ihn zu hören (Andacht) und am Bürotisch zu arbeiten.

Rekla

SYNERGIE

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Zur Würde des Menschen gehört die Vorbereitung auf die Ewigkeit, meint Leserin Evi Hunziker.

WERNER JAKOB Der Autor ist VR-Präsident vita perspektiv ag in Heimberg BE. www.vitaperspektiv.ch wjakob@vitaperspektiv.ch

Und wenn das Leben zu schwer wird? Die Bibel nennt uns den Heimathafen, wo wir vor Anker gehen können. Es ist nicht ein Ort, es ist eine Person, der lebendige Gott selber. Der Weg dahin geht über das Gebet. Ich darf Gott mein Leben anvertrauen und erleben, dass er in allem Schweren, in aller Mutlosigkeit und in allen Ängsten und Zweifeln immer wieder Frieden, Geborgenheit und Durchhaltevermögen schenkt. EVI HUNZIKER, Stäfa ZH

Weg zum Leben «idea Spektrum» Nr. 25 – «Leben statt sterben helfen» Wenn ich von Leuten höre, die keinen Lebensmut mehr haben, die sich fürchten davor, nicht mehr alles im Griff zu haben, wenn ihr Gedächtnis nachlassen sollte, oder die eben ganz allein sind, wie eine Frau von Exit sagte: Dann ist doch nicht Gift, sondern Gottes Liebe die Antwort! Und dann sollte auch von unserer christlichen Seite ein Angebot da sein: Anteil nehmen, vorbeikommen, beten, Hoffnung ansprechen, wo es möglich ist. «Treten Sie unserer Vereinigung bei, sie heisst ‹Weg zum Leben›. Wir begleiten Sie bis zu einem von Gott gewollten Tod.» So zum Beispiel könnte man Leute ansprechen. Leute, die Sterbende begleiten wollen, gibt es viele. Ich sah es an einem Informationsanlass für Interessierte im TriemliSpital. Ist da nicht jemand berufen, so etwas «auf die Beine zu stellen»? URSULA LÖRCHER, Zürich


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N E U E H E I M AT ( T E I L 5)

«Warum eigentlich habt ihr uns nicht gefragt…?» AUSWANDERERSCHICKSALE Auch die Kinder von Siedlerfamilien sind auf der Suche nach Identität und Sinn. Für sie kommt erschwerend hinzu: Sie leben in zwei Welten, die Verbundenheit zum Land ihrer Vorfahren ist immer noch stark, sie fühlen sich oft «zwischen Stuhl und Bank». Das ist auch für Eltern und Grosseltern eine Herausforderung. «Wir wurden ja gar nicht gefragt, ob wir auswandern wollen», sagte Marlyse vor vielen Jahren einmal vorwurfsvoll zu ihrer Mutter Irène Aeschlimann. Im Gespräch mit der dritten Generation schmunzle ich über den wunderbar originellen Schweizer Dialekt. Ich kann die Irritation vieler Auswandererkinder nachvollziehen: Sie wachsen in einem andern Land und einer völlig neuen Umgebung auf, fühlen aber oft als Schweizerinnen und Schweizer. Und sie realisieren, dass der Begriff «Heimat» gefüllt werden muss. Wo gehören sie also hin? «Am Ende meiner Schulzeit besuche ich den Unterweisungskurs in der Schweiz. Dann sehe ich endlich meine Verwandten wieder einmal!», freut sich Yasmine, die älteste Tochter von Esther und Philippe Aeschlimann-

der Viehwirtschaft abgewandt. «Wir haben wenig Ferien», bestätigt Marlyse. «Dafür einen Pool für die Familie und Gäste. Und ein Sprudelbad für uns beide», ergänzt Kobi. Fast ein Jahr standen sie in einer missionarischen Tätigkeit in Afrika. Sie haben ein weites Herz für Immigranten aus Moldawien, Russland, Haiti, Afrika und Südamerika. Ihre fünf Kinder sind bereits «ausgeflogen». Die verschiedenen Familien von Aus- beziehungsweise Einwanderern pflegen untereinander einen recht engen Kontakt.

Geistliche Heimat gefunden

Impressum Idea Schweiz Herausgeber: Idea Information AG, 4410 Liestal Verwaltungsrat: Heiner Henny, Präsident; Sam Moser, Stellvertreter; Paul Beyeler, Hans Lendi, Hansjörg Leutwyler, Hanspeter Schmutz Ideelle Trägerschaft: Schweizerische Evangelische Allianz (SEA), Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG), Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM) Redaktion: Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 44, Fax 031 819 71 60 E-Mail: redaktion@ideaschweiz.ch Internet: www.ideaschweiz.ch Chefredaktor: Andrea Vonlanthen Büro: Bahnhofstr. 65, 9320 Arbon Tel. 071 446 70 02, Fax 071 446 74 88 E-Mail: andrea.vonlanthen@ideaschweiz.ch Redaktor: Thomas Feuz Erweitertes Team: Esther Reutimann, Christian Bachmann, Mirjam Fisch-Köhler Praktikum: Christof Bauernfeind Kundenberatung Anzeigen: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 17, Fax 031 819 38 54 E-Mail: inserate@ideaschweiz.ch Aboservice: Jordi AG – das Medienhaus, Franziska Schüller, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 20, Fax 031 819 38 54 E-Mail: abo@ideaschweiz.ch Abopreise: Jahresabo Fr. 145.–, Seniorenabo Fr. 117.–, Halbjahresabo Fr. 77.–. Das Abo ist unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist jeweils zum Bezugsende kündbar. Konto: PC-Konto 40-788586-4 Idea Information AG, 4410 Liestal Layout/Druck/Versand: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp www.jordibelp.ch

Bilder: idea/tf

Familie als «engere Heimat»: Philippe und Esther Aeschlimann-Stucki mit Melissa, Yasmine und Daniel (oben), Gerhard und Claudia Aeschlimann-Moser mit Kindern und Gästen (Mitte), Marlyse FankhauserAeschlimann mit Mutter Irène (unten) und Kobi Fankhauser (unten).

Stucki. Ihre jüngeren Geschwister empfinden schon eher als Kanadier denn als Schweizer.

Ein intaktes Beziehungsnetz Die beiden Söhne und die Tochter des Auswandererpaars Irène und Otto Aeschlimann (siehe späteres Porträt in «idea Spektrum») sind wie die Eltern in der Landwirtschaft tätig. Zusammen haben die Familien eine Kooperative gegründet. Zum ursprünglichen Kerngeschäft, der Viehhaltung und dem Ackerbau, kam eine Geflügelzucht hinzu. Philippe, 42, leitet die Milchwirtschaft. Er kennt jede der rund 120 Kühe und 150 Jungtiere auch aus Entfernung mit Namen. Gerhard, 50, ist zuständig für die rund 32 000 Hühner («poulets») und

14 000 Truthähne. Beide Betriebe sind imposant in ihren Ausmassen, beeindrucken aber auch im Detail: Sauberkeit und Ordnung allerorten. «Wir verstehen nicht, dass Einheimische ihre Maschinen das ganze Jahr über draussen stehen lassen», sagt Otto Aeschlimann. Er und seine Frau Irène haben 1975 den Grundstein für die Farmgemeinschaft gelegt. Marlyse, die Schwester von Gerhard und Philippe, betreibt zusammen mit ihrem Mann Jakob «Kobi» Fankhauser die Farm «Fanka». Der Betrieb umfasst rund 300 Kühe und 150 Jungtiere. Der Arbeitsalltag ist intensiv. Er beginnt kurz nach vier Uhr und endet während der Erntezeit erst spät in der Nacht. Viele Einwanderer haben sich deshalb von

Alle drei Aeschlimann-Kinder sind in christlichen Kirchen engagiert. Interessanterweise fand jede Familie Anschluss an eine andere Gemeinde. Gerhard ist Vorsitzender der «église évangélique», die aus einer Gebets- und Bibelstundenarbeit seiner Eltern Irène und Otto hervorgegangen ist. Die Suche nach Identität ist keine einfache Sache. Auf die Bemerkung von Marlyse fand Irène Ae-schlimann damals eine relativ einfache Antwort: «Liebes, da wart ihr ja noch gar nicht auf der Welt!» Sie nahm ihre Tochter in den Arm und gab ihr, was letztlich nur eine Mutter in dieser Form geben kann: Geborgenheit – und damit das Gefühl von Heimat. THOMAS FEUZ

Neue Heimat Kanada Die Schweiz – ein Einwanderungsland? In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts war das Gegenteil der Fall: Schweizer wanderten zuhauf in alle Welt aus. Die Auslandschweizerorganisation ASO registriert eine halbe Million Schweizer auf allen Kontinenten. Auf Einladung eines ausgewanderten kanadischen Leserpaars von «idea Spektrum» besuchte Redaktor Thomas Feuz Mitte März einige Auswandererfamilien in der Provinz Québec. In einer Fortsetzungsserie stellen wir sie und ihre Schicksale vor.

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Freude an Gott war den vielen Teilnehmern eigen EIGEN-KONFERENZ «Gott ist gegenwärtig! Herzhaft glauben, mutig leben»: Über 1500 EGW-Mitglieder und weitere Christen erlebten vom 11. bis 15. Juli eine herausfordernde Konferenz auf dem Eigen, einem Hof im Emmental. %BT&WBOHFMJTDIF(FNFJOTDIBGUT XFSL &(8  FOUTUBOE  BVT EFN ;VTBNNFOTDIMVTT EFS &WBOHFMJTDIFO (FTFMMTDIBGU EFT ,BOUPOT#FSOVOEEFT7FSCBOEFT -BOEFTLJSDIMJDIFS (FNFJOTDIBG UFOEFT,BOUPOT#FSO EJFBMT FJO8FSLHFHSÔOEFUXVSEFO%JF 5SFOOVOHXBSEFS"VTMÎTFS GÔSEJF(SÔOEVOHEFS&JHFO,PO GFSFO[%JF8JFEFSWFSFJOJHUFOGFJ FSOEJF&JHFO,POGFSFO[BMTHSÎTT UFO "OMBTT JN +BISFTQSPHSBNN VOEBMT"MMJBO[BOMBTTƒ8JSTJOE $ISJTUFO EJFJISFOKFWFSTDIJFEF OFOQFSTÎOMJDIFO#FJUSBHMFJTUFO XPMMFO VN8PSUVOE-FCFO+FTV EFO.FOTDIFOVOTFSFS;FJUOBIF [VCSJOHFO“ JTUBVGEFS8FCTFJUF [VMFTFO+FU[UUSBUFOOJDIUXFOJ HFSBMT[XÎMG3FGFSFOUJOOFOVOE 3FGFSFOUFOBVGEFN&JHFOBVG

Starker Start mit starkem Thema.

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Leben in allen Farben %BT1SPHSBNNLPOOUFTJDIBVDI CFUSFGGFOENVTJLBMJTDIFS6NSBI NVOHTFIFOMBTTFO%BT(PUUIFMG DIÎSMJ -ÔU[FMGMÔI  &(8$IÎSF VOE#SBTT#BOE'PSNBUJPOFOVO UFSTUSJDIFOEJF.VUNBDIFOEFO #PUTDIBGUFOVOEFSGSFVUFO+VOH VOE "MU *N ,JOEFSQSPHSBNN ƒ6OHFSX¼HTNJUES;ZUNBTDIJOF“ VOECFJN+VHFOEBCFOEƒPOGJSF“ LBN BVDI EJF +VHFOE BVG JISF 3FDIOVOH THOMAS FEUZ www.egw.ch, www.eigenkonferenz.ch

Aus Frutigen erschallte ein Ruf in alle Welt 50-JAHR-JUBILÄUM Das Missionswerk Medien, Schriften, Dienste (msd) in Frutigen BE feiert mit einem Dutzend Anlässen. Die Arbeit begann mit Schallplatten und Einsätzen. Heute nutzt das Werk auch die Neuen Medien. ƒHSÔOEFUFOGÔOGKVOHF-FV UF EJF NTE .JTTJPO 4VJTTF QBS EJTRVFT IFVUF.FEJFO 4DISJGUFO  %JFOTUF "MT'FJFSBCFOENJTTJPO XPMMUFOTJFNJUEFSEBNBMTNPEFS OFO4DIBMMQMBUUFEBT&WBOHFMJVN XFJUFSHFCFO/FCTUGÔOG7FSFJOFO JO&VSPQBFOUTUBOEFO#ÔSPTJO "GSJLB )FVUF BCTPMWJFSFO SVOE  .FOTDIFO EFO #JCFM LVST1BSBMMFMEB[VIBMGFO+VHFOE MJDIF ,BMFOEFS[VWFSUFJMFO%JF &OUXJDLMVOHEFSOFVFO.FEJFO JTU EJF O¼DITUF HSPTTF )FSBVT GPSEFSVOH“4PTUFIUFTJOFJOFN .FEJFOCFSJDIUGÔSEJF-PLBMQSFT TF7FSGBTTFSJTUEFSK¼ISJHF(F TDI¼GUTMFJUFS5IPNBT(FSNBOO

«on air»: Die MSD unterstützt lokale Partner in der Radioarbeit.

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Anlässe zum Jubiläum

Ganz spezielles Jubiläum

22. Juli, 9.30 Uhr: SPM Frutigen; anschliessend Tag der offenen Tür in der msd 29. Juli, 9.30 Uhr: EMK Frutigen; anschliessend Tag der offenen Tür in der msd 26. August bis 25. November: Vortragstournee in diversen Gemeinden

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www.msd-online.ch Bilder: Gertrud Trittibach, msd


TOP-INTERNET

2012

Ferien | Mission

AUGUST 2012 Traktate fĂźr alle Jahreszeiten www.christliche-schriften.ch

VerstĂśrt von der Bibel?

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17. bis 19. August, Heilungs-Wochenende mit Dr. med. Arne Elsen Schule fĂźr Heilung, Thun Expo. Anmeldung unter: www.sfhg.ch

SEPTEMBER 2012 1. September, Bauchreden Adonia-Grundlagenseminar Kontakt: 062 746 86 48 www.adonia.ch/kurse

Arbeitsplätze schaffen

 

 

   



  

    



     

Dienstleistungen

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1. August, Nationaler Gebetstag in Aarau, Schachen Gebet fĂźr die Schweiz Info: www.gebetstag.ch

8. September, Aarau, Konferenz ÂŤWie erziehen wir ‚richtig‘?Âť www.forumehefamilie.ch

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14. und 15. September, Die drei Farben der Leiterschaft und drei Farben der Gemeinschaft. Seminar mit Christian Schwarz in Zßrich. Info und Anmeldung: www.nge-schweiz.ch 22. – 23. September, Commission – Evangelisationskonferenz

Christliches Webportal

tĹ?ĆŒÄ¨ĆŒÄžĆľÄžĹśƾŜĆ?ĂƾĨ^Ĺ?Äž Ç Ç Ç Í˜Ĺ?Ä‚ĆŒÄ‚Ĺ?ĞͲĆ?Ĺ?Ĺ?ĆŒĹ?Ć?ĆšÍ˜Ä?Ĺš

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OKTOBER 2012 29. – 31. Oktober, Warum lässt der gute Gott uns leiden? Kurs in zwei Teilen in Montmirail mit Pfr. Heiner Schubert, Pfr. Niklaus Schubert, MS Patient und Gerdi Schirl, Ärztin fßr Psychiatrie. Info: www.doncamillo.ch

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idea Spektrum 29/30.2012


Vater Peter S. bleibt zurück

Die Absturzstelle der fünf Christen

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Die Route von der Weissmieshütte (2.726 m) bis zur Absturzstelle

Der Mensch ist der Natur nicht überlegen ALPEN Angehörige nahmen Abschied von den 5 abgestürzten Christen. Die Unfallursache gibt weiter Rätsel auf. Der Bergsteiger Messner kritisiert die Alpenvereine. (Zu einem weiteren Unglück siehe Rückseite)

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n bewegenden Trauerfeiern wurde Abschied von den fünf tödlich verunglückten Bergsteigern genommen. Die evangelikalen Christen waren gemeinsam am 3. Juli am Lagginhorn (4.010 Meter) in den Schweizer Alpen 400 Meter tief in den Tod gestürzt (idea berichtete). Die Gruppe bestand aus 6 befreundeten bzw. verwandten Alpinisten. Alle gehörten evangelikalen Brüdergemeinden („Alte Versammlungen“) an. Einem Vater in der Gruppe, Peter S. (43), wurde beim Aufstieg etwa 100 Meter unterhalb des Gipfels übel. Er blieb zurück, was ihm das Leben rettete. Kurz darauf musste er aber mitansehen, wie seine fünf Begleiter – darunter sein Sohn und seine Tochter – in den Tod stürzten.

Foto: Peter Gerber

„Im Herzen Gottes“ Der 20-jährige Silas T. wurde in seinem Heimatort Oerlinghausen bei Bielefeld beigesetzt. Beim Trauergottesdienst mit mehr als 300 Teilnehmern in der Friedhofskapelle der Evangelisch-Reformierten Kirchengemeinde im Ortsteil Helpup machte der Prediger Mut: „Silas ist nun an einem wunderbaren 29/30.2012

Ort.“ Und die Angehörigen des 20-Jährigen seien „im Herzen Gottes“. Abschließend wurde Silas Lieblingslied „Von Gottes Gnaden singe ich“ gesungen. Für Gunther H. (43) und seinen Sohn Simon (16), beide Mitglieder einer Brüdergemeinde im rheinland-pfälzischen Waldlaubersheim, fand die Trauerzeremonie direkt an den Gräbern statt.

auf einen Lawinenabgang oder Felsabbruch. Sie vermutet, dass sich die Bergsteiger gegenseitig mitgerissen haben. Dagegen spricht, dass die 5 nicht an einem gemeinsamen Seil gingen. In der Nacht vor der Gipfelbesteigung war Regen und Schnee niedergegangen. Die Bergsteiger könnten durch Glatteis ins Rutschen geraten sein. Die Polizei ermittelt weiter.

Das Drama für die Mutter Die Familie der zwei verunglückten Jugendlichen aus Berlin, Maximilian (19) und Marie-Claire (14) S., bedankte sich für die öffentliche Anteilnahme: „Ein Dank insbesondere an die Medien, die in den vergangenen Tagen eine pietätvolle Zurückhaltung übten und uns damit eine Zeit der Trauer ermöglicht haben.“ Als die Mutter der Geschwister in Berlin vom Tod ihrer Kinder erfuhr, brach sie laut „Berliner Zeitung“ zusammen. Sie habe in ihrer Wohnung so laut geschrien, dass die Nachbarn besorgt bei ihr klingelten.

Die Ursache ist rätselhaft Die Ursache für das Unglück bleibt weiter rätselhaft. Die Polizei hat keine Hinweise

Messner: Sicher ist man zu Hause Nach dem tödlichen Drama hat einer der erfolgreichsten Bergsteiger – Reinhold Messner (67) – die alpinen Vereine in einem dapd-Interview kritisiert: „Man hat an vielen Bergen Absicherungshaken und Fixseile für Bergsteiger installiert, um die Berge angeblich sicherer zu machen.“ Doch es sei dumm zu denken, der Mensch könne die Natur sicher machen. „Wenn die Vereine so weitermachen wie bisher, werden sie zu den Totengräbern des Alpinismus“, sagte Messner. Die Natur sei keine Attrappe, und der Mensch sei der Natur nicht überlegen. Ein Restrisiko bleibe immer. Sicher sei ein Bergsteiger nur, wenn er zu Hause bleibe. P


N AC H R IC H T E N

Tunesien: Muslime köpfen einen Christen CHRISTENVERFOLGUNG Christen bleiben die am stärksten bedrängte religiöse Gruppe weltweit – besonders in muslimisch dominierten Ländern erleben sie teilweise eine grausame Verfolgung.

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licher Blasphemie bei len Tunesien soll ein KonverTunesien bendigem Leibe verbrannt. tit, der vom islamischen Der Grund: Er soll zuvor zum christlichen Glauben Einwohner: 10 Millionen Muslime: 99,7 % Seiten eines Koran-Exemübergetreten ist, von ra0,2 % plars verbrannt haben. Der dikalen Muslimen geköpft Christen: Vorfall ereignete sich in worden sein. Einem Bericht Bahawalpur in der Punjabdes christlichen Hilfswerks Pakistan Provinz – einer Region, Barnabas Fund (Pewsey) zufolge wurde ein Video, Einwohner: 173 Millionen in der radikale Islamisten 96,0 % zahlreiche religiöse Schudas die blutige Tat zeigt, Muslime: Hindus: 1,8 % len betreiben. Wie der USvom ägyptischen FernsehChristen: 1,6 % Nachrichtendienst Assist sender „Ägypten heute“ Andere: 0,6 % News (Lake Forest) berichausgestrahlt. Es zeigt einen tet, meldeten angebliche jungen Mann, der von mehreren maskierten Männern mit einem Augenzeugen die Koranverbrennung der Messer an der Kehle zu Boden gedrückt Polizei, woraufhin sie den Mann verhaftet wird. Einer der Maskierten zitiert singend habe. Einige religiöse Führer verkündeten islamische Gebete. Währenddessen be- auf den Straßen dann über Lautsprecher, ginnt der Mann mit dem Messer, dem am dass der Mann den Islam beleidigt habe. Boden liegenden Christen langsam den Daraufhin zogen Hunderte wütende Muslime zum Polizeigebäude und stürmten Kopf abzutrennen. es. Dabei wurden Sie riefen: Allah ist groß! 15 Polizisten verDie anderen Maskierten rufen dazu auf letzt und mehrere Arabisch „Allah ist groß“. Ein Sprecher des Fahrzeuge in Brand Hilfswerkes Barnabas Fund bezeichnete das gesetzt. Den Mann Filmmaterial als jüngstes Alarmzeichen da- habe die Meute für, wie sehr die Religionsfreiheit in den Län- mitgenommen, ihn dern des „Arabischen Frühlings“ bedroht sei. in der Nähe des Polizeigebäudes mit Asif Ali Zardari Pakistan: Mann wegen Benzin übergossen „Blasphemie“ lebendig verbrannt und angezündet. Er verbrannte bis zur In Pakistan hat eine aufgebrachte Menge Unkenntlichkeit und konnte bisher nicht Anfang Juli einen Mann wegen angeb- identifiziert werden.

CHINA AFGHANISTAN ISLAMABAD (Hauptstadt)

PAK ISTAN

Provinz Punjab

INDIEN

Pakistans Präsident ordnet eine umfassende Untersuchung an Der katholische Bischof der Diözese Islamabad-Rawalpindi, Anthony Rufin, verurteilte die Tat scharf. Der Staat müsse dafür sorgen, dass es nicht weiterhin zu solchen Fällen von Selbstjustiz komme. Medienberichten zufolge zeigte sich auch Präsident Asif Ali Zardari geschockt über die Verbrennung des Mannes. Er ordnete eine umfassende Untersuchung an. P

NOTIERT Google: Kampagne für Homosexuelle Der Suchmaschinenkonzern Google (Mountain View/US-Bundesstaat Kalifornien) hat eine internationale Kampagne für die Rechte von Homo- und Transsexuellen gestartet. Wie das Unternehmen mitteilte, soll sich die Kampagne unter dem Motto „Liebe legalisieren“ mit Lehrgängen und Konferenzen auf alle 60 Standorte des Unternehmens weltweit erstrecken. Ziel sei es, die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften zu fördern. Google beteiligte sich auch an der Homosexuellen-Parade „World Pride“ der Lesben- und Schwulenbewegung am 7. Juli in London. Auf der Internetseite der Kampagne heißt es weiter, es gäbe bei Google bereits eine langjährige Tradition, homosexuelle Feiern zu unterstützen. In diesem Jahr hätten über 1.500 GoogleMitarbeiter bei Pride-Veranstaltungen in Boston, Chicago oder Sao Paulo teilgenommen. Google ermuntere seine Mitarbeiter, offen die eigene Persönlichkeit und Lebensweise am Arbeitsplatz zu entfalten.

Neu: Mit der Bibel auf Tauchgang Mit der Bibel kann man jetzt auch in die Badewanne oder zum Tauchen gehen. Eine wasserfeste Ausgabe des Neuen Testaments nach Martin Luther macht es möglich. Diese gute Nachricht hat jetzt die Deutsche Bibelgesellschaft (Stuttgart) für alle Freunde des Wassersports. Das „innovative, strapazierfähige und umweltfreundliche DuraBookTM-Material“ mache aus der traditionsreichen Übersetzung einen Reisebegleiter für Segeltörn, Strandurlaub, Kanutour oder Tauchgang, heißt es im Werbetext. Dieses Neue Testament widerstehe Wind und Wetter, nur nicht dem Lesehunger. Eine Bibellektüre in der Badewanne verspreche sogar Erholung für Körper und Seele.

Fotos: PR

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Es wird wieder gern im Chor gesungen – auch von Jugendlichen MUSIK Die Lust am Chorsingen wächst wieder. Diese Erfahrung macht der Deutsche Chorverband.

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urch die verstärkte FĂśrderung in Kindergärten und Schulen werde das Singen auch im Jugendalter selbstverständlicher. „Chorsingen ist wieder ‚cool‘“, sagte der GeschäftsfĂźhrer des Verbandes, Moritz Puschke (Berlin), in einem Interview mit dem Magazin „crescendo“ (MĂźnchen). Nach seinen Angaben ist die Mitgliederzahl des Verbandes konstant. Man gleiche den Anteil „wegsterbender“ ChĂśre aus „durch nachwachsende Kinder und Jugendliche, leistungsfähige KammerchĂśre und Vokalensembles sowie Jazz- und PopchĂśre“.

250.000 Sängerinnen und Sänger in fast 10.000 ChĂśren vertritt. Die Bandbreite der ChĂśre ist groĂ&#x;: Sie reicht vom Männergesangverein bis zum jugendlichen Gospelchor, vom Kirchen- bis zum Kammerchor. Besonderer Beliebtheit erfreut sich derzeit die Gospelmusik. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland Ăźber 3.000 GospelchĂśre mit rund 100.000 Sängerinnen und Sängern.

Singen macht glßcklich ‌

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen trägt Gesang wesentlich zum Wohlbefinden bei. Singen sei „mindestens ähnlich Besonders beliebt: Gospels gesund wie Meditation, Laufen oder leichNach Angaben des Deutschen Chorver- ter und regelmäĂ&#x;iger Sport“, so der Privatbands gibt es 2,4 Millionen aktive Sänge- dozent am Institut fĂźr Musikpädagogik an rinnen und Sänger sowie der Universität in Frankfurt Singen in Deutschland 25.000 Chorleiterinnen am Main, Gunter Kreutz und Chorleiter. Die Arbeits- 2,4 Millionen aktive Sänger (Frankfurt am Main). Er hat gemeinschaft Deutscher 25.000 Chorleiter/innen in einer Untersuchung heChorverbände umfasst fĂźnf rausgefunden, dass Singen Mitgliedsorganisationen, Evang. Volkskirche: die Produktion des Stoffes darunter den Chorverband Immuglobin A im Speichel 10.000 ChĂśre mit in der Evangelischen Kirche 250.000 Mitgliedern fĂśrdert. Dieser Stoff schĂźtin Deutschland, der rund ze die oberen Atemwege

Singen gilt wieder als „cool“

vor Infektionen. Singen stärkt also das Immunsystem.

‌ und hilft bei Demenz „crescendo“ zufolge haben vergleichbare Studien nachgewiesen, dass selbst gemachte Musik Bereiche im Gehirn aktiviert, die der AusschĂźttung von GlĂźckshormonen dienen. AuĂ&#x;erdem belege das Wissenschaftsmagazin „GEO“: Selbst Demenzkranke finden durch das Singen zu einigen Erinnerungssträngen zurĂźck. P

b www.deutscher-chorverband.de Mittelmeer

KAIRO HAUPTSTADT

Fotos: istockphoto.com; privat

Ă„GYPTEN Christ wegen „Blasphemie“ verurteilt Als „Gefangenen des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft fĂźr Menschenrechte (IGFM) und idea den 17-jährigen Ă„gypter Gamal Abdu Massoud benannt und zu seiner UnterstĂźtzung aufgerufen. Der koptischorthodoxe SchĂźler wurde am 4. April vom Jugendgericht Assiut wegen „Blasphemie“ zu einer 3-jährigen Haftstrafe verurteilt. Ein Berufungsgericht bestätigte das Urteil am 29. Mai. Massoud soll im Dezember 2011 auf seiner Facebook-Seite Karikaturen verĂśffentlicht haben, die sich Ăźber den Islam und den Propheten Mohammed lustig machen. Der Kopte bestreitet dies. Bei Recherchen 29/30.2012

LIBYEN

17-Jährigen freilassen! Massoud

konnte die Kairoer Zeitung „Watani“ keinen Beleg dafĂźr finden, dass Massoud Ăźberhaupt eine Facebook-Seite betreibt. Nach Bekanntwerden der Blasphemie-VorwĂźrfe hatten radikale Muslime das Wohnhaus der Familie in Brand gesteckt. Die IGFM und idea rufen dazu auf, in Briefen an den neuen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi um die Freilassung des Kopten zu bitten. Dazu biete der Brauch, Gefangene zum Fastenmonat Ramadan aus der Haft zu entlassen, eine gute Gelegenheit. Der Ramadan dauert in diesem Jahr vom 20. Juli bis 18. August. Laut IGFM wäre eine Freilassung des Jugendlichen auch ein Zeichen der von Mur-

Nil

GEFANGENER DES MONATS AUGUST

Assiut

Ă„G YPTEN SUDAN si angekĂźndigten Gleichbehandlung von Christen und Muslimen, zumal eine Schuld von Massoud nicht erwiesen sei. Etwa 90 % der rund 83 Millionen Einwohner Ă„gyptens sind Muslime. Die koptisch-orthodoxe Kirche hat rund 8 Millionen Mitglieder. P Hier kann man um die Freilassung bitten: Staatspräsident Mohammed Mursi via Botschaft der Republik Ă„gypten S. E. Botschafter Magdy Galal Sharawy 7109,@B02 H

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Eine schwere Kopfverletzung oder Hirnblutung kann zum Hirntod führen. Dann wäre eine Organspende möglich. Doch ist der Mensch dann auch tatsächlich tot?

ORGANSPENDE In diesen Wochen erhalten alle Bürger Post von ihren Krankenkassen: Nach einem Beschluss des Bundestages soll jeder entscheiden, ob er – im Falle eines Hirntodes – zu einer Organspende bereit ist. Soll man nun zustimmen? idea bat Experten zum Streitgespräch: den Medizinischen Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation, Günter Kirste, und den Medizinrechtler und Kritiker der Hirntodtheorie, Rainer Beckmann. Das Gespräch moderierte Karsten Huhn.

Der Hirntod ist genauso einfach zu diagnostizieren wie Diabetes? Kirste: Das Verfahren ist aufwendiger, aber das Prinzip ist dasselbe: Ich ermittle die medizinischen Fakten, komme dann zu einem Ergebnis und ziehe die Konsequenzen, die im Übrigen auch die Basis für die juristischen Festlegungen sind. Man kann natürlich darüber diskutieren, ob das von theologischer Seite anders zu beurteilen ist. Dann kommen Begriffe wie „Seele“ und „personales Menschenbild“ in die Argumentation hinein. Diese Begriffe kommen aber aus einem ganz anderen Gedankenkreis und haben mit den medizinischen Fakten nichts zu tun. Sie müssen deswegen nicht falsch sein – sie haben aber mit der Feststellung des Hirntodes nichts zu tun. Beckmann: Ich habe keine Zweifel daran, dass man den Hirntod feststellen kann. Ich bezweifle jedoch, dass der Hirntod das geeignete Kriterium für den Tod des Menschen ist. Ein als „hirntot“ erklärter Mensch auf der Intensivstation ist zu 95 % ein lebender Organismus – sonst könnten von ihm anschließend gar keine Organe entnommen werden. Der Mensch ist nicht tot, wenn lediglich sein Gehirn ausgefallen ist.

Ist der Mensch beim Hirntod noch lebendig? Herr Kirste, ist der Mensch nach dem Hirntod noch zu 95 % lebendig? Kirste: Natürlich nicht. Beim Hirntod ist er tot. Die Körperfunktionen werden lediglich durch Maschinen künstlich aufrechterhalten. Ich wüsste auch nicht, wo man die Seele nach dem Hirntod noch vermuten sollte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Seele in meiner Lunge, meinem Herzen oder meiner Niere sitzt. Sie ist Teil meiner Persönlichkeit – und diese manifestiert sich darin, dass ich zu Denk-

Foto: DSO/Johannes Rey

idea: Herr Beckmann, Herr Kirste: Dem Menschen darf ein Organ entnommen werden, wenn sein Gehirn tot ist. Wann ist der ganze Mensch tot? Rainer Beckmann: Der Mensch ist tot, wenn alle wesentlichen Organe ihre Funktionsfähigkeit unwiederbringlich verloren haben. Der Organtod des Gehirns allein reicht in meinen Augen für die Todesfeststellung nicht aus. Günter Kirste: Ich antworte als Mediziner und spreche von dem, was heute wissenschaftliche Fakten sind: Der Hirntod ist als unumkehrbarer Funktionsausfall des gesamten Gehirnes der Tod des Menschen. Beckmann: Bei der Frage nach dem Tod sollten wir uns vergewissern, welches Menschenbild wir haben. Auf die Frage „Was ist der Mensch?“ gibt es zwei grundlegende Antworten: ein materialistisches Menschenbild, das nur die biologische Substanz des Menschen betrachtet; und ein personales Menschenbild, das die geistige Seite des Menschen – seine Seele – berücksichtigt. Auch in einer Broschüre der Deutschen Stiftung Organtransplantation zum Hirntod heißt es, beim Hirntod sei die Grundlage des Menschen als „körperlich-geistige Einheit“ zerstört. Kirste: Als Mediziner bin ich aufgefordert, medizinische Fakten zu ermitteln. Wenn zum Beispiel ein Patient aus Sorge, zuckerkrank zu sein, zum Arzt kommt, wird der Arzt entsprechende Tests durchführen und danach eine Diagnose stellen. Vom Verfahren her ist das ähnlich bei der Hirntoddiagnostik – mit dem Unterschied, dass die Abläufe hier doppelt abgesichert und genau festgeschrieben sind. Zwei Ärzte führen jeweils unabhängig voneinander in 'zeitlichem Abstand die Untersuchungen nach einem festgelegten Protokoll durch. Die Ergebnisse werden genau dokumentiert. Damit gehört die Hirntoddiagnostik zu einer der sichersten Diagnosen der Medizin überhaupt.

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leistungen in der Lage bin, Eindrücke wahrnehmen und mich mitteilen kann. All das, was wir gemeinhin als Menschsein verstehen, ist nach dem Hirntod unwiederbringlich verloren. Beckmann: Die Seele lässt sich materiell nicht feststellen – auch nicht im Gehirn. Die Seele steht in Beziehung zum Leib, ohne dass man sie an einem Ort festmachen kann. Deshalb kann man aus einzelnen Funktionsausfällen des Körpers auch nicht auf die Abwesenheit der Seele schließen. Kirste: Keiner kann den Begriff „Seele“ präzise definieren. Dazu bin ich als Mediziner auch nicht gefragt. Fakt bleibt aber: Für die Existenz des Menschen ist die Leistungs- und Integrationsfähigkeit des Gehirns entscheidend. Nicht der Herztod ist der Tod des Menschen – denn das Herz ist wiederbelebbar. Das ist der große Unterschied zum Hirntod: Das Hirn ist nicht wiederbelebbar.

und den Herz-Kreislauf und damit etwa auch die Funktion der Gebärmutter aufrechterhalten können. Und dennoch ist der Mensch tot? Kirste: Natürlich! Für die Feststellung des Hirntodes brauchen wir eine präzise Definition. Und dies ist mit der Feststellung des unumkehrbaren Todes des Gesamthirns gegeben. Beckmann: Man kann nicht sagen: Ein Mensch mit einem Kunstherzen lebt, aber ein Mensch, bei dem einzelne Gehirnleistungen technisch ersetzt werden, ist tot. Technische Hilfe einmal im Sinne des Lebens und einmal als Ausdruck des Todes zu werten, wäre widersprüchlich. Kirste: Mit dem Unterschied, dass ein Mensch mit einem Kunstherzen ein funktionierendes Gehirn, also auch ein Bewusstsein hat. Unser spezifisches Dasein entsteht erst durch die Leistung unseres Gehirns – und das kann eben nicht substituiert werden.

Wenn eine Hirntote noch ein Kind gebärt

Wenn Ärzte falsche Diagnosen geben

Beckmann: Ich bezweifle, dass man zum frühestmöglichen Zeitpunkt – dem Hirntod – schon vom Tod des Menschen sprechen kann, wenn der Sterbeprozess noch in vollem Gange ist. Denn auch wenn das Gehirn schon abgestorben ist, sind die anderen Organe noch lebensfähig. Am Anfang des Sterbeprozesses ist die Feststellung des Todes unsicher, erst am Ende ist sie „todsicher“. Und die sicheren Todeszeichen wie Leichenstarre, Leichenflecken und Verwesung sind bei der Feststellung des Hirntodes eben nicht vorhanden! Mit technischer Hilfe können heute Teilleistungen des Gehirns für den Organismus aufrechterhalten werden, vor allem die Steuerung der Atmung. Ein beatmeter Patient bleibt ein als Ganzes integrierter lebendiger Körper. Schwangere Frauen können in diesem Zustand in der Lage sein, ihr Kind auszutragen. Kirste: Eine hirntote Frau – auch wenn sie noch ein Kind gebärt – lebt nicht mehr. Sie ist eine tote Person. Das emotional sehr beladene Beispiel der hirntoten Schwangeren ist nicht sehr hilfreich in unserer Diskussion. Es ist viel vernünftiger, über die Integrationsleistung des Gehirns nachzudenken. Wenn das Gehirn ausfällt, fehlt diese Integration und der Tod eines Menschen ist eingetreten – auch wenn wir mit maschinellen Maßnahmen die Beatmung

Laut der Studie der Bonner Neurochirurgen C. Schaller und M. Kessler „Die Schwierigkeit von Neurochirurgen, Entscheidungen über das Lebensende zu treffen“ trotzten 2 von 113 Patienten, die als tödlich hirnverletzt eingestuft waren, ihrer Todesprognose und erholten sich wieder. Kirste: Bei korrekter Hirntodfeststellung sind bisher keine Fehldiagnosen bekanntgeworden. In Deutschland ist das zu Recht sehr streng geregelt: Es muss der irreversible Gesamtausfall des Gehirns nachgewiesen werden.

74 % wären zur Organspende bereit Herr Beckmann, Herr Kirste, haben Sie eigentlich einen Organspendeausweis? Beckmann: Nein, weil ich den Hirntod nicht als Tod akzeptiere und mir das ganze System der Organspende zu undurchschaubar ist. Mir fehlt es an Aufklärung und Information über die Organspende, wobei nicht nur deren Befürworter zu Wort kommen sollten. Kirste: Ja, ich habe einen Organspendeausweis – und das seit 40 Jahren. Im Übrigen bin ich der gleichen Meinung wie Herr Beckmann: Wir müssen die Menschen über die Organspende sehr gut informieren, damit sie sich entscheiden können. Allerdings erwarte ich von jemandem, der O

Pro und Contra Organspende Grafik: dpa/Quelle: BMG, BZgA

Sind Sie damit einverstanden, dass man Ihnen nach Ihrem Tod Organe und Gewebe entnimmt?

Haben Sie einen Organspendeausweis?

Ja

Ja

74 % Weiß nicht/ k. A.

8

Nein

25 % 75

18

Nein/weiß nicht/k. A.

Quelle: BMG, BZgA


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nicht zu einer Organspende bereit ist, dass er dann auch auf eine Transplantation zu seinen Gunsten verzichtet. Beckmann: Dazu bin ich bereit. Kirste: Das ehrt Sie sehr, nur lehrt die Erfahrung das Gegenteil. Umfragen zufolge erklären sich 74 % der Bevölkerung bereit, ein Organ zu spenden. Dagegen wollen 98 % der Menschen ein Organ erhalten, wenn sie bedürftig sind. Die tatsächlichen Spenderzahlen sind derzeit rückläufig. Kirste: Vorsicht! In der Tat hatten wir im letzten Jahr bei den Spenderorganen einen leichten Rückgang, aber gegenüber 2004 hat die Zahl der gespendeten Organe um rund ein Viertel zugenommen. Beckmann: Aber das Niveau bleibt insgesamt sehr niedrig. Der Bedarf ist wesentlich größer als die zur Verfügung stehenden Organe. Ihn decken zu können, halte ich für eine Illusion. Offensichtlich ist die Mehrheit der Bürger von der Argumentation der Organspende-Befürworter nicht überzeugt. Gegen die These, dass der Mensch tot ist, wenn sein Gehirn nicht mehr funktioniert, argumentiert Rainer Beckmann, Richter am Amtsgericht Würzburg, Lehrbeauftragter für Medizinrecht in Mannheim sowie Vize-Vorsitzender der Juristen-Vereinigung Lebensrecht. Er gehörte als Sachverständiger der Enquete-Kommission des Bundestages „Ethik und Recht der modernen Medizin“ an.

Gesucht: 8.000 Nieren, 1.000 Herzen Der holländischen Stiftung „Eurotransplant“ zufolge werden allein in Deutschland derzeit 8.000 Nieren, 1.000 Herzen, 2.000 Lebern, 500 Lungen und 50 Bauchspeicheldrüsen gesucht. Nur etwa 20 % dieser Nachfrage kann gedeckt werden. Kirste: Ich halte es für deplatziert, die Frage nach dem Hirntod mit der Bedarfsdeckung zu verbinden. Beides hat nichts miteinander zu tun. Richtig ist, dass im Moment eine ganze Reihe von Menschen auf der Warteliste stehen. Auf eine Niere wartet man in Deutschland derzeit etwa sieben Jahre, in Spanien dagegen nur sechs Monate. Unser Ziel ist es deshalb, in Deutschland die Bereitschaft zur Organspende zu erhöhen. Beckmann: Ich sehe zwischen der Frage nach dem Hirntod und der Bereitschaft zur Organspende schon einen Zusammenhang. Denn die Frage, ob ich dazu bereit bin, hängt wesentlich davon ab, ob ich den Hirntod für mich selbst oder für einen Angehörigen akzeptiere.

Der Bundestag hat im Mai die sogenannte Entscheidungslösung beschlossen. Danach sollen die Deutschen alle zwei Jahre per Post danach gefragt werden, ob sie zur Organspende bereit sind. Wird sich die Spenderbereitschaft dadurch deutlich erhöhen? Beckmann: Nein. Das Anschreiben der Krankenkassen wird in den meisten Fällen im Papierkorb landen. Kirste: Die Krankenkassen konkurrieren hier mit vielen anderen Themen um die Aufmerksamkeit der Menschen. Nur wer sich genügend informiert fühlt, wird seine Entscheidung zur Organspende treffen. Es bleibt unser Ziel, die Menschen in allen Details der Organspende aufzuklären. Wie sich das neue Gesetz auf die Spenderbereitschaft auswirken wird, kann ich jedoch noch nicht einschätzen.

Was hat der Papst tatsächlich zur Organspende gesagt? Die Befürworter der Organspende haben Papst Benedikt XVI. auf ihrer Seite. Die Organspende sei eine „besondere Form der Nächstenliebe“, erklärte er 2008 bei einem Kongress in Rom. Beckmann: Die Frage ist, ob er damit die Lebendspende – also die Entnahme beispielsweise einer Niere bei einem Lebenden, wie dies etwa SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier gemacht hat und gegen die auch ich nichts einzuwenden habe – oder die Spende nach dem Hirntod meinte. Denn in der Rede des Papstes gab es keine positive Würdigung des Hirntodkonzeptes. Stattdessen forderte er, lebenswichtige Organe dürften nur im Falle eines tatsächlichen Todes „ex cadavere“ – aus der Leiche – entnommen werden. Zugleich sagte der Papst, es dürfe nicht den geringsten Verdacht auf Willkür geben: „Wo noch keine Gewissheit erreicht ist, muss das Prinzip der Vorsicht walten.“ Kirste: Ich habe an dem Kongress in Rom teilgenommen und hatte danach ein längeres Gespräch mit dem Papst. Meines Erachtens hat der Papst etwas sehr Kluges getan: Er hat sich auf die theologische Argumentation beschränkt. Und aus theologischer Sicht ist die postmortale Organspende tatsächlich eine der höchsten Formen der Nächstenliebe. Gleichzeitig hat sich der Papst aus der Debatte über die medizinischen Kriterien herausgehalten und die Mediziner dazu aufgefordert, so präzise wie möglich zu sein. Ist es ein Mangel an Barmherzigkeit, wenn jemand, der seine Organe anderen Menschen zur Verfügung stellen könnte, dies nicht tut? Beckmann: Nein, denn niemand hat den Anspruch auf die Organe eines anderen. Gegenwärtig ist immer von einer postmortalen (nach Eintritt des Todes) „Spende“ eines Organs die Rede. Diese Bezeichnung halte ich für irreführend, denn gleichzeitig behaupten die Befürworter der Organspende, der Organspender sei tot. Nach dieser Logik wäre es geradezu unsinnig, die brauchbaren Organe des Toten einfach zu verbuddeln, statt sie zu nutzen. Im Grunde muss man dann doch erwarten, dass jeder selbstverständlich seine Organe zur Verfügung stellt. Unter dieser Prämisse ist „Organspende“ geradezu eine Pflicht!

Fotos: Michael Vaßen

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Für die These – der Mensch ist tot, wenn sein Gehirn tot ist – argumentiert Günter Kirste (Frankfurt a. M.), Professor für Chirurgie und Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Ihr hat der Staat die Koordination aller postmortalen (nach Eintritt des Todes) Organspenden übertragen.

Kirste: Ich halte nichts von einer Pflicht zur Organspende. Menschen haben in dieser Frage unterschiedliche Ansichten. Ich akzeptiere es ohne weiteres, wenn jemand nicht zu einer Organspende bereit ist.

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Wenn Angehörige die Entscheidung treffen In 93 % der Fälle liegt am Bett eines Hirntoten im Krankenhaus keine schriftliche Verfügung für oder gegen eine Organspende vor. Dann müssen dessen Angehörige unter hohem Zeitdruck eine Entscheidung treffen. Ist in einer solchen Situation eine durchdachte Entscheidung überhaupt möglich? Beckmann: Ich fürchte nein. Die Angehörigen sind in aller Regel mit der Entscheidung überfordert, sie reagieren dann oft emotional. Kirste: Die Angehörigen sind in einer sehr schwierigen emotionalen Situation – sie sollen sich in einer Ausnahmesituation der Trauer und des Schmerzes auch noch mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und den mutmaßlichen Willen ihres Verstorbenen eruieren. Unsere Koordinatoren sind dazu ausgebildet, die Angehörigen zu unterstützen und zu einer stabilen Entscheidung zu begleiten – ohne Druck und moralische Wertung. Aber was wäre die Alternative dazu? Dann bräuchten wir die sogenannte Widerspruchslösung, bei der jeder Bundesbürger zur Organspende verpflichtet ist – es sei denn, er widerspricht schriftlich. Gegen diesen Weg hat sich der Deutsche Bundestag bewusst entschieden.

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Ich selbst habe noch keine Entscheidung zur Organspende getroffen. Mit welchen Argumenten wollen Sie mich überzeugen? Beckmann: Bitte prüfen Sie die Voraussetzung der postmortalen Organspende: Nach meiner Einschätzung kann man nicht davon ausgehen, dass ein hirntoter Mensch wirklich tot ist. Zudem ist eine Organspende keine Bringschuld des Bürgers. Derzeit erleben wir statt Information teilweise Propaganda. Das gilt zum Beispiel für das Argument, täglich stürben drei Menschen, weil sie keine Organspende erhielten. Diese Menschen sterben aber nicht am Fehlen eines Spenderorgans, sondern an ihren Erkrankungen. Kirste: 1. Es gibt genügend Argumente, die belegen, dass die Feststellung des Hirntodes eindeutig und klar ist. 2. Wir leben in einer Solidargemeinschaft und hoffen darauf, dass im Falle eines Unglückes andere Menschen für uns eintreten. Ich denke, dies sollte auch für die Frage einer Organspende gelten. Vielen Dank für das Gespräch! P

idea Fernseh- und Hörfunk-Tipps

21. Juli – 10. August

FERNSEHEN Sonnabend, 21. Juli

Sonntag, 22. Juli

Dienstag, 24. Juli

15.30–16.00 10.00–11.00 20.15–21.00 Reportage: Das bewegte Le- Gott bewahre! Die Welt der ul- Doku: Wie das All entstand ben von Scheidungskindern traorthodoxen Juden in Israel Donnerstag, 26. Juli 16.30–17.00 17.30–18.00 22.35–23.05 Das Verhältnis von Kirche & Reportage: Christliche Ministe- Doku: Wenn Eltern sich trennen Staat in der DDR – Doku rin der Palästinenser-Regierung Sonnabend, 28. Juli 18.00–18.30 Montag, 23. Juli 16.30–17.00 Die Altkleider-Lüge: Das Ge- 17.30–18.00 Doku: Ergraute Republik – schäft mit Spenden (Doku) Jung & Alt im Seniorenheim Jugendwahn & Überalterung

Sonntag, 29. Juli

Donnerstag, 2. August

18.15–18.45 9.30–10.15 Ev. Gottesdienst live von der Doku: Pastor Brandi ist Seelsorger auf dem Rummelplatz Aifner-Alm im Oberinntal Sonntag, 5. August 10.00–11.00 Sternstunde Religion: Von 10.00–11.00 Geistern und verirrten Seelen Menschenrechte & Multikulti / Reise durch ein verstörtes Land 17.45–18.15 Fenster zum Sonntag: 17.45–18.15 Körperkult und wahre Stärke Männer in den Wechseljahren

HÖRFUNK Sonnabend, 21. Juli

Dienstag, 24. Juli

18.05–19.00 20.05–21.00 ERF CH Feature: Eginald Schlattner, Au- Kompass: Helfer brauchen tor & Pfarrer in Siebenbürgen Hilfe – mit Silvio Spadin, Leiter „Lebensberatung“ Thayngen Sonntag, 22. Juli Donnerstag, 26. Juli 8.30–9.00 Buddeln im Namen des Herrn: 20.00–21.00 ERF Plus Christliche Archäologie „Bilanz“: Christel Gschwandtner arbeitet bei „Töchter 9.45–10.00 Abrahams“ unter Muslimas Evang.-reformierte Predigt

Donnerstag, 26. Juli

Dienstag, 31. Juli

20.05–21.00 ERF CH Porträt: Philipp Böhlen, Multimedia-Spezialist

19.15–20.00 9.30–12.00 ERF Plus Jerusalems Wohnungsmarkt & Gottesdienst bei der Allianzinternationale Politik (Feature) konferenz mit Jürgen Werth

Sonntag, 29. Juli

Mittwoch, 1. August

Donnerstag, 9. August

8.30–9.00 Ev. Perspektiven: Die Kunst, über sich hinauszuwachsen

19.00–21.00 ERF Plus Bis Sonntag: Berichte von der 117. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg (jeweils 19.00–21.00 Uhr)

20.00–21.00 ERF Plus Bilanz: Ernst Hansel verlor die Hand, aber nicht den Glauben

9.45–10.00 Evang.-reformierte Predigt

Sonntag, 5. August

22.00–22.30 Wieder beliebt: Singen im Chor

Wer reagieren möchte, kann dies unter folgenden Rufnummern tun: ARD: 089/5900-3344 | Bibel.TV: 040/4450660 | Das Vierte: 0180/5843783 Deutschlandfunk und Deutschlandradio: 0221/345-1831 | DRS 2: (0)848/808080 | ERF: 06441/957-0 | HR (TV): 069/1555111 | Kabel 1: 0180/5011150 KiKa: 0180/2151514 | Luth. Stunde: 04264/2436 | MDR: 0341/300-5401 | NDR: 0511/988-2393 | Phoenix: 0180/28213 | RBB: 030/97993-2171 SF 2: (0)62/2059050 | SR 2: (0)681/6022222 | SWR: 07221/929-0 | WDR (Radio): 0221/5678-333 | WDR (TV): 0221/5678888 | ZDF: 06131/7012164

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P RO & KON T R A

Sollte man als Christ Risikosportarten meiden? FREIZEIT Nach den tragischen Unglücken in den Alpen, bei denen Anfang Juli insgesamt sechs Bergsteiger – evangelikale Christen – in den Tod stürzten, fragt sich mancher: Sollte man riskante Sportarten bzw. Urlaubstouren lieber vermeiden? Jedes Jahr sterben laut Magazin „Der Spiegel“ im Alpenraum rund 1.000 Menschen bei Unfällen im Gebirge.

PRO

Wann beginnt ein Sport, riskant zu werden? Eine Grenzlinie ist natürlich sehr schwer zu ziehen. Ein auch im Ausdauerbereich optimal Trainierter, der über gute Bergkenntnisse verfügt und zudem technisch perfekt ausgerüstet ist, kann durchaus einen 4.000 Meter hohen Berggipfel in den Alpen besteigen – ohne allzu großes Risiko. Für Bewegungsmuffel kann diese Herausforderung allerdings zu einer echten Risikosportart werden – bei gleichzeitig hoher Herz-Kreislauf-Belastung.

Prof. Gerd Schnack ist Facharzt für Sportmedizin und Leiter des Präventionszentrums Allensbach (am Bodensee).

werden kann. Hiervon profitiert aber nicht nur die Neugier, sondern eben auch die Lust auf das Risiko. Wo man aber sich selbst und andere ohne Not gefährdet, endet die eigene Freiheit.

Ohne Rücksichtnahme geht es nicht

Jeder Mensch liebt seine persönliche Freiheit, die auch darin besteht, Grenzen zu überschreiten – gemeint ist aber immer eine Freiheit in Verantwortung. Junge Menschen brauchen Mut, der vom Adrenalinschub lebt und der durch das Glückshormon Dopamin zusätzlich gesteigert

Was wäre aber die Menschheit ohne ihre Abenteurer? Christoph Kolumbus (1451–1506) hätte nicht die neue Welt entdeckt, und der Südpol wäre ohne die Grenzüberschreitung eines Roald Amundsen (1872–1928) ein weißer Fleck geblieben. Der Mensch lebt nun einmal in einer Welt voller Gegensätze – eine absolute Sicherheit kann es in dieser Bipolarität nicht geben. Allerdings sollte jeder sein persönliches Risiko so weit kalkulieren, dass die Rücksichtnahme auf andere Menschen und die bedrängte Tierwelt niemals verloren geht! P

Bei Extremsportarten gibt es weniger Unfälle als im Haushalt.

Jan Wendel (Osnabrück) ist Teamleiter für Fun- und Extremsportarten beim Sportmissionswerk SRS (früher: Sportler ruft Sportler) in Altenkirchen (Westerwald). Seine Lieblingssportarten sind Snowboarden und Klettern.

Freiheit kann nur in Verantwortung gelebt werden

KONTRA

Leider passieren immer wieder solch schwere Unfälle in den Extrem- und Risikosportarten. Trotzdem bin ich der Meinung, dass auch Christen gefährliche Sportarten betreiben dürfen – ganz im Sinne des Apostels Paulus, der sagt, dass uns alles erlaubt ist, es uns aber nicht gefangen nehmen darf (1. Korinther 6,12). Wir müssen uns bewusst sein, dass uns diese Sportarten Grenzen aufzeigen, physikalische Größen wie Höhe, Geschwindigkeit, Lichtverhältnisse müssen beachtet und respektiert werden. Und als Christen sollen wir mit unserem Körper in jeder Hinsicht verantwortungsbewusst umgehen. Beachten sollten wir aber auch, dass die Risikosportarten sicherer sind als unser Alltag. So geschehen beispielsweise die meisten Unfälle im Haushalt – und diesem halten wir uns ja auch nicht fern.

Das Training und der Sport selbst können und sollen zur Ehre Gottes geschehen (1. Korinther 10,31). Wir dürfen dem Erreichen unserer sportlichen Ziele und dem Ertasten der dazugehörenden Grenzen in unserem Leben keinen höheren Stellenwert geben als Gott! Hier muss jeder für sich selbst diese Grenzen und deren Überschreitung erkennen und anerkennen. Ergänzend ist mir der missionarische Aspekt wichtig: Wenn ich mich als Christ von den Risikosportarten fernhalte, habe ich keine Möglichkeit, diese Sportler für ein Leben mit Jesus Christus zu begeistern. Ich bin dankbar, dass gerade in den letzten Jahren jugendliche Extremsportler zum Glauben an Christus gefunden haben – mitten in ihrer Sportart. Das motiviert mich, meinen Sport maß- und verantwortungsvoll auszuüben – mit größtmöglicher Sicherheit – und immer wieder neue Wege zu den Menschen zu suchen. P

Fotos: privat

Die Lust auf das Risiko kann lebensgefährlich werden.

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Wie soll ich als Christ mein Geld anlegen? FINANZEN Der Grundsatz ist eindeutig: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ – so klar hat es Jesus gesagt (Matthäus 6,24/Lukas 16,13). Doch was heißt das konkret? Gibt es Kriterien, die Christen bei der alltäglichen Geldanlage helfen können? Darüber schreibt Hans-Joachim Vieweger (München), Journalist beim Bayerischen Rundfunk und Mitglied der bayerischen Landessynode.

Fotos: istockphoto.com; LWF/H. Putsman; übrige/PR

Autor Vieweger

Für Schwester Mirjam von der Communität Christusbruderschaft im oberfränkischen Selbitz ist klar: „Unser Geld soll dem Leben dienen.“ Bei der Geldanlage will die evangelische Ordensgemeinschaft daher keine Bereiche fördern, die den eigenen Werten widersprechen. In- Schwester Mirjam vestments in Unternehmen, in denen ungerechte Arbeitsbedingungen an der Tagesordnung sind, kommen ebenso wenig infrage wie Aktien aus der Rüstungsbranche oder der Sex-Industrie. Ganz bewusst unterstützen will man hingegen kleinere und mittelständische Unternehmen, die Vorreiter in Sachen Umwelt- und Klimaschutz sind. Mit diesen Überlegungen befindet sich die Christusbruderschaft Selbitz in der Tradition des ethischen Investments, wie es vor gut 100 Jahren von konservativen Chris-

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ten in Amerika entwickelt wurde: Was aus ihrer Sicht moralisch verwerflich war – Alkohol, Tabak, Kasinos –, wollten sie auch an der Börse nicht unterstützen. Das gleiche Prinzip wurde später in der Umweltbewegung aufgegriffen: Jetzt waren Atomkraft, Chemie und Rüstung tabu.

Ethische Entscheidung je nach Standpunkt Allgemein gesagt: Von Ausschluss- oder Negativkriterien ist die Rede, wenn Geldanlagen in bestimmten Branchen vermieden werden. Dem stehen sogenannte Positivkriterien gegenüber, bei denen man die eigene Geldanlage auf besonders förderungswürdige Branchen konzentriert. Je nach ethischem Standpunkt können somit recht unterschiedliche Kriterien eine Rolle spielen. So stellte Elke Fischer


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die Theologin Karen Bloomquist vom Lutherischen Weltbund vor einigen Jahren bei einer Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll fest: „Einige Kirchen (...) würden für eine Politik eintreten, die auf persönlicher Moral (vor allem Sexualmoral) gründet, während andere sich ihr widersetzen – unter Berufung auf Gerechtigkeit oder die Trennung von Kirche und Staat.“ Was soweit führen kann, dass manche Kirchenvertreter die Politik von Firmen als sozial gerecht bezeichnen, die etwa Sozialleistungen für homosexuelle Paare anbieten, während andere gerade das als unchristlich ansehen – jeweils mit völlig unterschiedlichen Konsequenzen für das Wertpapierdepot.

Landflucht, zu geringe Investitionen in die Landwirtschaft und dadurch eine sinkende Lebensmittelproduktion – auch das habe später zu Hungertoten geführt. „Ein Anlageverhalten, das zu angemessenen Preisen führt, ist auch im Agrarbereich ethisch gut“, so Badenheuers Fazit – wobei immer schwer ist zu definieren, wann Preise wirklich angemessen sind.

… muss die Geldanlage genau beobachtet werden

Doch: Besteht für Christen überhaupt die Pflicht, sich Gedanken über die Geldanlage zu machen – Gedanken, die über die klassischen Fragen nach Rendite, Sicherheit und Liquidität hinausgehen? Reicht es nicht vielmehr, auch bei Geldanlagen den bekannten Spruch des Erweckungspredigers und Gründers der methodistischen Kirche, John Wesley (1703–1791), zu beherzigen: „Verdiene, so viel du kannst; spare, so viel du kannst; gib, so viel du kannst“? Elke Fischer von der Finanzberatung Plansecur (Kronach) widerspricht: „Es kommt nicht nur darauf an, wie viel ich verdiene, sondern auch wie.“ Schon Wesley habe darauf hingewiesen, dass der Verdienst nicht auf Kosten von Leben, Gesundheit oder seelischem Wohlbefi nden gehen dürfe. Was in der Arbeitswelt gilt – keine Verdienstmaximierung zum Beispiel auf Kosten der Beziehung zum Ehepartner und den eigenen Kindern –, gilt auch für den Umgang mit Geld: „Lieber keine Gewinnmaximierung – und dafür ein gutes GeK. Badenheuer wissen“, unterstreicht Fischer.

Solche Dilemmata sieht auch die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland). Sie hat in ihrem „Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche“ Kriterien beschrieben, an denen sich insbesondere kirchliche und diakonische Rechtsträger orientieren sollen. „Verantwortlicher Umgang mit dem anvertrauten Geld bedeutet, es ökonomisch zielgerichtet unter Berücksichtigung christ- Thomas Begrich licher Werte auch sozialverträglich, ökologisch und generationengerecht einzusetzen“, erläutert Oberkirchenrat Thomas Begrich (Hannover). Von einer „christlichen“ Geldanlage möchte der EKD-Finanzchef aber nicht sprechen – eben weil die genannten Maßstäbe nur Anhaltspunkte bieten können und zudem viele Techniken sowohl Gefahren als auch Chancen bieten. Beispielsweise werden Investitionen in Unternehmen, die an gentechnischen Veränderungen in der Landwirtschaft arbeiten, für den Fall ausgeschlossen, dass diese mit hohen ökonomischen, ökologischen und gesundheitlichen Risiken verbunden sind; dieses Kriterium müsse angesichts der hohen Dynamik in der Branche aber laufend überprüft werden, heißt es weiter. Umgekehrt sei keineswegs sicher, ob sich auf Dauer bestätige, dass etwa die Windkraft so ökologisch und nachhaltig sei, wie sich das viele erhofften, ergänzt Begrich.

Damit der weltweite Brotpreis nicht steigt …

Haben christliche Investitionen überhaupt eine Wirkung?

Ähnlich argumentiert Konrad Badenheuer, Vorstand der Gesellschaft für christliche Ethik in Finanzanlagen (Berlin): „Als Christ stelle ich mir bei allem, was ich tue und lasse, die Frage nach meiner Verantwortung vor Gott – also auch bei der Geldanlage!“ Der Publizist und Verleger ist aber skeptisch, ob diese Frage jeweils so einfach zu beantworten ist. Ein Beispiel: die hoch umstrittenen Spekulationen mit Nahrungsmitteln. „In der Tat“, räumt Badenheuer ein, „kann der Kauf von Weizen an den Terminmärkten den Brotpreis verteuern, was dann schlimme Folgen für die Ärmsten hat.“ Der naheliegende Schluss wäre, Christen dürften nur Papiere kaufen, mit denen die Preise für Lebensmittel gesenkt werden (auch solche Finanzinstrumente gibt es!). Doch auch das O sei mit Problemen verbunden: So hätten die sehr niedrigen Preise in den 1990er Jahren arme Agrarstaaten unterm Strich massiv geschädigt. Die Folgen:

Dazu kommt die generelle Frage, ob das Engagement christlich – oder allgemein formuliert: ethisch – motivierter Investoren eine Wirkung hat in einer Welt, in deren Finanzmärkten 26 Mal mehr Geld kursiert als der Wert der globalen Realwirtschaft aus Gütern und Dienstleistungen. „Ganz ehrlich: Diese Frage treibt mich um“, bekennt der Finanzfachmann. Das beste Gefühl bei der Geldanlage habe er bei den kirchlichen Banken: „Da weiß ich, dass ungefähr die Hälfte der Anlagen in kirchliche und diakonische Aktivitäten fließt.“ Nur die Hälfte? Für mehr, so Begrich, könne man sich in der heutigen Bankenwelt nicht verbürgen, in der überschüssige Gelder über das Zentralbanksystem schon mal kurzfristig bei anderen Finanzinstituten geparkt werden. Das gilt letztlich auch für Nischenbanken wie die Nürnberger Umweltbank, bei der zum Beispiel die Christusbruderschaft Selbitz einen Teil ihrer Gelder anlegt.

Es kommt auch auf das Wie an

Foto: idea/kairospress

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FĂźr Finanzanlagen und Menschen beten Anzahl der Kunden von ethischen Banken

Š l ideaGraďŹ k; Quelle: EKK, KD-Bank, Umweltbank, Ethikbank

Folge haben, dass Christen zu unterschiedlichen Entscheidungen kommen Nach Ansicht von Konrad Badenheuer Deutschland: EKK (Kassel), KD-Bank (Dortmund) – eben auch bei der Geldanlage. ist es dennoch nicht egal, bei welcher Umweltbank (NĂźrnberg), Bank man sein Sparbuch, Festgeldkonto Ethikbank (Eisenberg/ThĂźringen) 211.535 Die wichtigste Frage oder Wertpapierdepot hat. Allein um 185.433 den Wettbewerb zu fĂśrdern, wĂźrde er 173.632 Ein zeichenhaftes Handeln kann freilich lieber zu einer kleineren Bank oder selbst dann sinnvoll sein, wenn die AusSparkasse gehen. Die GroĂ&#x;en der Branwirkungen begrenzt sind – wohl wische hätten zudem lange gezeigt, dass ihsend, dass ein zeichenhaftes Handeln nen Privatkunden nicht so wichtig seien. nicht fĂźr jeden Christen gleich sein „Banken sollen Dienstleister fĂźr die Remuss. Die entscheidende Frage bleibt alwirtschaft sein und ihr Geld nicht im sowieso unser Verhältnis zum Geld, Eigenhandel verdienen“, sagt Badenheudas sich – Stichwort: Mammon – so er mit kritischem Blick auf das Investleicht an die Stelle Gottes stellen will. mentgeschäft mancher GroĂ&#x;banken. Er Was Ăźbrigens auch dann passieren empfiehlt darĂźber hinaus das Gebet: kann, wenn wir vor lauter Furcht, dass 2007 2009 2011 Ăźber konkreten Anlageentscheidungen, unser Erspartes in falsche Hände geraaber auch fĂźr die Menschen, die hinter ten kĂśnnte, das Geld unter dem Kopfden angebotenen Produkten und Diensten stehen. kissen verstecken – dann aber ständig nervĂśs nachschauen, Die grĂśĂ&#x;te Wirkung kĂśnnen Anleger mit direkten In- ob es noch da ist. P vestments in Unternehmen erzielen, die sie kennen. Allerdings ist das den meisten Menschen aus finanziellen GrĂźnden nicht mĂśglich und zudem mit vergleichsweise hohen Was ist eine Ethikbank? Risiken verbunden. Die Wirkung mit „ethischen“ oder „Man braucht schon eine „nachhaltigen“ Investmentfonds ist schon deutlich gerinPortion Idealismus und die ger – zumal sich die Kriterien, was denn nun „ethisch“ passende persĂśnliche Lebenseinstellung.“ So beschreibt Sylke oder „nachhaltig“ ist, von Fonds zu Fonds unterscheiden. SchrĂśder – Vorstand der Ethikbank – ihren Antrieb, eine ethi-

Fotos: PR

Es geht auch um den Ruf des Unternehmens Auf jeden Fall sollte man sich mit dem Thema beschäftigen, meint Gottfried Baer, der das Finanzberatungsunternehmen „MehrWert“ in Bamberg gegrĂźndet hat: „Wenn mehr und mehr Anleger danach fragen, wie Unternehmen wirtschaften, dann werden sich die Unternehmen auch mehr fĂźr soziale Belange oder die Umwelt engagieren – allein schon um ihres Ansehens und ihrer Reputation willen.“ DafĂźr, dass in den Unternehmen weitere MaĂ&#x;stäbe neben dem Gewinn Gottfried Baer eine Rolle spielen, sorgen inzwischen auch spezielle Ratingagenturen, die sich auf Nachhaltigkeitsaspekte spezialisiert haben – vom Energieverbrauch bis zum Schutz vor ausbeuterischer Kinderarbeit bei Zulieferbetrieben. Damit ist freilich die Gefahr einer Politisierung der Unternehmen verbunden. Eindeutige Antworten, wie Christen ihr Geld anlegen sollten, gibt es also nicht – was im Ăœbrigen auch mit den Grundsätzen protestantischer Ethik zusammenhängt: So betonte der evangelische Theologieprofessor Helmut Thielicke (1908–1986), die Ethik kĂśnne „nur in die Erwägungen hineinleiten, die bei den eigenen Entscheidungen zu durchschreiten sind; sie kann nur die Kriterien aufweisen, die fĂźr jene Entscheidungen gelten.“ Dies wiederum kann aber zur

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sche Bank zu grĂźnden. 2002 startete sie gemeinsam mit Kollegen das Projekt, als Tochter der Volksbank Eisenberg in ThĂźringen. Die Ethikbank ist eine ethisch-Ăśkologische Direktbank. Das heiĂ&#x;t: Sie hat keine Filiale, sondern wickelt alles Ăźber Internet und Telefon ab. Sie legt das Geld ihrer Kunden nur nach strengen Kriterien an. RĂźstungsindustrie, Atomkraft und Kinderarbeit sind ebenso tabu wie Gentechnik und Tierversuche. Auch Staaten und deren Anleihen werden nach ethischen Kriterien bewertet. Als Orientierung dienen Ranglisten internationaler Organisationen wie der OECD. Auf der Negativliste stehen unter anderem Papiere aus den USA, Griechenland und Portugal wegen sozialer oder Ăśkologischer Bedenken. Gerade diese Länder haben in der Finanzkrise groĂ&#x;e Probleme. „Unsere Anlagestrategie hat uns vor den harten Auswirkungen der Krise bewahrt. Das beweist uns, dass soziale und Ăśkologische Anlagen nicht nur ethisch korrekt, sondern auch erfolgreich sind“, fĂźhlt sich SchrĂśder bestätigt. Das Kreditinstitut versteht sich als eine „gläserne Bank“, die ihren Kunden offenlegt, wo das Geld investiert wird. „Unsere Kunden sind keine Renditejäger. Mehr als Topzinsen erwarten sie, dass wir unserer sozialen Verantwortung gerecht werden“, beschreibt SchrĂśder ihre Klientel. Unter ihren Kunden fänden sich auch Pfarrer. Kirchen seien dagegen nicht darunter, verrät SchrĂśder bei einem Besuch der idea-Zentrale in Wetzlar. bBBB0?346-,96/0H    Sylke SchrĂśder


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Welches ist Ihr liebstes Gemeindelied? UMFRAGE Das Singen gehĂśrt zum christlichen Glauben wie Predigt und Abendmahl. Lieder stärken im Glauben, machen frĂśhlich und tragen auch durch schwere Zeiten. In einer groĂ&#x;en Leserumfrage will ideaSpektrum nun wissen: Welches Lied ist Ihnen besonders ans Herz gewachsen? Sie kĂśnnen bis zu drei Lieder aus unserer Liste wählen â&#x20AC;&#x201C; oder auch einen eigenen Vorschlag machen. Bitte schreiben Sie bis zum 3. August an: Evangelische Nachrichten175>DEB9451Q#5>>G?BD$952<9>7C<954Q(?CD6138    /5DJ<1BQ%19<<952<9>7C<9549451 45Q1H   915118. Bitte geben Sie auch an, welcher Gemeinde / Denomination Sie angehĂśren. Die Rangliste mit den bei ideaLesern beliebtesten Titeln verĂśffentlichen wir im August. Unter allen Einsendungen verlosen wir: 1. Preis: Bach (172 CDs!) â&#x20AC;&#x201C; Sonderausg. von SCM Hänssler 2. Preis: Wuppertaler Studienbibel NT-Gesamtausgabe 3. Preis: 3 CDs â&#x20AC;&#x201C; â&#x20AC;&#x17E;Aus meines Herzens Grunde. Die schĂśnsten alten Kirchenliederâ&#x20AC;&#x153; 4. Preis: idea-Wandkalender â&#x20AC;&#x17E;Auf seinem Weg 2013â&#x20AC;&#x153; 5. Preis: CD Frey, Albert/Adams-Frey, Andrea: â&#x20AC;&#x17E;Im Namen des Vatersâ&#x20AC;&#x153; 6. Preis: Wanduhr mit ideaLogo und Bibelvers 7. Preis: CD Bach-Chor Siegen: â&#x20AC;&#x17E;Davon ich singen und sagen willâ&#x20AC;&#x153; 8. Preis: Gräfin von Arnim â&#x20AC;&#x17E;Himmlische KĂśstlichkeitenâ&#x20AC;&#x153; 9. Preis: CD Paul Gerhardt: â&#x20AC;&#x17E;Liederschätzeâ&#x20AC;&#x153; 10. Preis: Postkartenkalender â&#x20AC;&#x17E;Auf seinem Weg 2013â&#x20AC;&#x153;

Bekannte Gemeindelieder von A bis Z 1. 2. 3. 4. 5. 6.

All Morgen ist ganz frisch und neu (Johannes Zwick) Allein deine Gnade genßgt (Ken Janz/Martin Pepper) Anker in der Zeit (Albert Frey) Befiehl du deine Wege (Paul Gerhardt) Bei dir, Jesu, will ich bleiben (Philipp Spitta) Bleibend ist deine Treu (Thomas O. Chisholm/Wolfgang Zorn) 7. Christ ist erstanden (Verfasser unbekannt) 8. Danke fßr diesen guten Morgen (Martin Gotthard Schneider) 9. Dass du mich einstimmen lässt (Jesus-Bruderschaft) 10. Dem, der uns liebt (Lukas Di Nunzio) 11. Denn er hat seinen Engeln befohlen (Hella Heizmann) 12. Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn (Johann Jakob Rambach/Albert Knapp) 13. Der Mond ist aufgegangen (Matthias Claudius) 14. Die gßldne Sonne voll Freud und Wonne (Paul Gerhardt) 15. Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben (Christoph Zehendner) 16. Du bist unsre Zuversicht (Gerhard Schnitter) 17. Du gibst das Leben, das sich wirklich lohnt (Gerhard Schnitter)

Welches ist Ihr Lieblingslied? Eine idea-Umfrage unter evangelischen Christen Paul Gerhardts â&#x20AC;&#x17E;Befiehl du deine Wegeâ&#x20AC;&#x153;: Weil es ein wunderbares, hoffnungsfrohes, demĂźtiges Gebet ist, das mein Herz tief berĂźhrt; weil ich beim Singen des Liedes in Gottes Gegenwart bin, mir die Tränen beim Singen runterlaufen wie ein endloser Fluss und ich meinem Taufspruch alle Ehre mache: â&#x20AC;&#x17E;Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden StrĂśme lebendigen Wassers flieĂ&#x;enâ&#x20AC;&#x153; (Johannes 7,38); und weil ich mich vollkommen geborgen fĂźhle in Gottes groĂ&#x;er Allmacht der Liebe. Nina Hagen (Berlin), Sängerin

â&#x20AC;&#x17E;GroĂ&#x;er Gott, wir loben dichâ&#x20AC;&#x153; â&#x20AC;&#x17E;GroĂ&#x;er Gott, wir loben dichâ&#x20AC;&#x153; ist das Kirchenlied, das ich am liebsten singe. Es ist eine groĂ&#x;artige Dankeshymne an den Gott, dem wir alles verdanken, der jeden Tag seine Hand Ăźber uns hält. Mit diesem Kirchenlied verbinde ich viele groĂ&#x;e politische Ereignisse wie beispielsweise die Dankgottesdienste zur

Deutschen Einheit, aber auch Familienfeiern im kleinsten Rahmen. Volker Kauder (Tuttlingen), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

â&#x20AC;&#x17E;Geh aus, mein Herz, und suche Freudâ&#x20AC;&#x153; Das gemeinsame Singen in ChĂśren ist bis ins hohe Alter eine gute Erfahrung. Das PaulGerhardt-Lied â&#x20AC;&#x17E;Geh aus, mein Herz, und suche Freudâ&#x20AC;&#x153; ist mein Lieblingslied. Viele alte Menschen haben noch Liedverse im Kopf, die sie in ihrer Jugend lernten, und singen mit, auch wenn sie nicht mehr sprechen kĂśnnen. Gemeinsam zu singen ist eine wunderbare Erfahrung. Singen erreicht die Seele. Henning Scherf (SPD), BĂźrgermeister i. R. der Hansestadt Bremen und Präsident des Deutschen Chorverbandes

â&#x20AC;&#x17E;Von guten Mächten wunderbar geborgenâ&#x20AC;&#x153; Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, aber nicht unbedingt mit den Ăźblichen Kirchenliedern sehr vertraut. Wenn man ganz unten ist, sucht man â&#x20AC;&#x201C; wie ich â&#x20AC;&#x201C; die besondere Nähe Gottes. Was bleibt, wenn man

Fotos: Kauder/PR; Ăźbrige/idea/kairospress

â&#x20AC;&#x17E;Befiehl du deine Wegeâ&#x20AC;&#x153;

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Fotos: Koch/dpa; Kaiser/Jörg Steinmetz; Thielmann/PR

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18. Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte (Carl Boberg/Manfred von Glehn) 19. Du, Herr, heißt uns hoffen (Ottmar Schulz) 20. Ein feste Burg ist unser Gott (Martin Luther) 21. Geh aus, mein Herz, und suche Freud (Paul Gerhardt) 22. Geh unter der Gnade (Manfred Siebald) 23. Gott ist gegenwärtig (Gerhard Tersteegen) 24. Groß ist unser Gott (Lothar Kosse) 25. Großer Gott, wir loben dich (Ignaz Franz) 26. Gut, dass wir einander haben (Manfred Siebald) 27. Herr, bleibe bei uns (Kanon, Albert Thate) 28. Herr, deine Güte reicht so weit (Hartmut Nitsch) 29. Herr, ich komme zu dir (Albert Frey) 30. Herr, lass deine Wahrheit (Lieselotte Corbach) 31. Herr, weil mich festhält (Helga Winkel) 32. Ich bete an die Macht der Liebe (Gerhard Tersteegen) 33. Ich bin getauft auf deinen Namen (Johann Jakob Rambach) 34. Ich lobe meinen Gott (Klaus Heizmann) 35. Ich singe dir mit Herz und Mund (Paul Gerhardt) 36. Ich weiß, woran ich glaube (Ernst Moritz Arndt) 37. In dir ist Freude (Cyriakus Schneegaß) 38. In dir ist mein Leben (Daniel Gardner) 39. Jesu, geh voran (Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf) 40. Jesus Christus herrscht als König (Philipp Friedrich Hiller) 41. Keiner ist wie du (Martin Pepper) 42. Komm, Herr, segne uns (Dieter Trautwein) 43. Komm, jetzt ist die Zeit, wir beten an (Doerksen/Jacobi) 44. Komm, sag es allen weiter (Friedrich Walz) 45. Kommt, atmet auf (Peter Strauch) 46. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren (Joachim Neander)

47. Lobe den Herrn, meine Seele (Norbert Kissel) 48. Lobet den Herren, alle, die ihn ehren (Paul Gerhardt) 49. Meine Hoffnung und meine Freude (Jacques Berthier) 50. Meine Zeit steht in deinen Händen (Peter Strauch) 51. Meinem Gott gehört die Welt (Arno Pötzsch) 52. Mir ist Erbarmung widerfahren (Philipp Friedrich Hiller) 53. Nun danket alle Gott (Martin Rinckart) 54. O Haupt voll Blut und Wunden (Paul Gerhardt) 55. O komm, du Geist der Wahrheit (Philipp Spitta) 56. Ruft zu dem Herrn (Darlene Zschech) 57. Seid fröhlich in der Hoffnung (Diethelm Strauch) 58. So nimm denn meine Hände (Julie von Hausmann) 59. Solang mein Jesus lebt (Anne Steele) 60. Stern, auf den ich schaue (Cornelius Friedrich Adolf Krummacher) 61. Such, wer da will, ein ander Ziel (Georg Weissel) 62. Vater, unser Vater (Christoph Zehendner) 63. Vergiss nicht zu danken (Heino Tangermann) 64. Vom Aufgang der Sonne (Kanon, Paul Ernst Ruppel) 65. Von guten Mächten wunderbar geborgen (Dietrich Bonhoeffer) 66. Wie ein Fest nach langer Trauer (Jürgen Werth) 67. Weiß ich den Weg auch nicht (Hedwig von Redern) 68. Welch ein Freund ist unser Jesus (Joseph Medlicott Scriven/Ernst Heinrich Gebhardt) 69. Wer Gott folgt, riskiert seine Träume (Jörg Swoboda/Theo Lehmann) 70. Zünde an dein Feuer (Berta Schmidt-Eller)

nichts mehr selbst machen kann? Das Wort Gottes! Und noch viel besser: wenn liebe, vertraute Menschen diese Gottesworte zusprechen. Und in eine Melodie gefasste Worte bleiben im Ohr, im Gedächtnis und sind ein Schatz. Besonders wertvoll war für mich das Lied von Bonhoeffer „Von guten Mächten“, gesungen von meinen Kommilitonen an meinem Krankenbett in den ersten Wochen nach meinem Unfall. Trotz dieses Unfalls sich geborgen zu wissen, hilft über vieles hinweg – auch wenn es mir phasenweise lieber gewesen wäre, ich hätte das Zeitliche gesegnet. Wenn man keine Kraft hat, aus eigenen Stücken zu beten, hilft dieses Lied, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – das lenkt zudem ein wenig ab. Samuel Koch (Hannover) ist seit seinem schweren Unfall bei der ZDF-Fernsehsendung „Wetten, dass …“ am 4. Dezember 2010 querschnittsgelähmt.

Eine Zeile blieb hängen und wurde bedeutsam in Momenten des Zweifelns und der Fragen: „Denke daran, was der Allmächtige kann“. Stark. Tröstend. Kraft spendend. Sarah Kaiser (Berlin), Sängerin

Ihr Vorschlag, der nicht auf dieser Liste steht: …

„Großer Gott, wir loben dich“ Das Lied beschreibt die Größe und Schönheit Gottes. Im Alltag fällt es mir oft schwer, das zu erkennen. Das Lied macht mir Gottes Wesen bewusst und weckt meine Liebe zu Jesus immer wieder neu. Sandra Wüthrich-Bärtschi, Lehrerin, Münsingen (Schweiz)

„He can move the mountains“ „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ Neben den tollen Paul-Gerhardt-Liedern ist sicher eines meiner Lieblingslieder „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ von Joachim Neander. Den ersten persönlichen Bezug dazu habe ich in den USA bekommen. Im Uni-Gottesdienst sangen wir das Lied oft, und ich liebte sowohl die Melodie und den Schwung des Liedes als auch den Text.

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Meine Eltern sind in einem missionarischen Dienst tätig. Darum ist mein Lieblingslied ein Englisches. „Er kann Berge versetzen und ist mächtig zu retten“: Jesus will Menschen aus ihrer Sünde retten und gibt uns ewiges Leben. Niemand sonst kann das tun! Das Lied weckt mein Vertrauen, dass Jesus jeden Berg in meinem Leben wegheben kann.“ Melinda Morgan, Studentin, Münsingen


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„More Than Gold“ –die Londoner Tower Bridge über die Themse mit den Olympischen Ringen

OLY M P I A

London: Christen bereiten sich auf die Olympiade vor SPORT Am 27. Juli beginnen die Olympischen Sommerspiele in London. Bis zum 12. August werden 6 Millionen Besucher aus aller Welt erwartet; rund 10.500 Sportler aus 205 Ländern beteiligen sich an den Wettkämpfen. Aus der britischen Hauptstadt berichtet Claudia Atts. nen Möglichkeiten einzubringen. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wir bilden auch Sportseelsorger aus, die die Athleten während der Spiele betreuen.“ Das eigens erbaute „Glaubenszentrum“ im Olympiapark dient allen Weltreligionen – Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus – als Anlaufpunkt für Stille und seelsorgerliche Hilfe während der Spiele.

Immer die Baustellen! Für den Olympiapark hat sich die Stadt den heruntergekommenen Stadtteil Stratford im Londoner Osten mit seinen verfallenen Industrieanlagen ausgesucht. Über 200 Gebäude wurden für den Park abgerissen. Die Proteste der Mieter waren erheblich, wie überhaupt die Stimmung dort schlecht ist. Viele Bürger sind genervt von den anstehenden Spielen. Seit Jah-

ren müssen sie Baulärm und -dreck, Straßenarbeiten, Umleitungen und Sperrungen ertragen. Auch Kirchen und Gemeinden kamen nicht ungeschoren davon. Besonders getroffen hat es die Großgemeinde Kingsway Internationales Christliches Zentrum mit mehreren Tausend Gottesdienstbesuchern und reichlich Parkplätzen: Ihr Gebäude fiel 2007 dem Abriss zum Opfer. Die Gemeinde nutzt seither ein umgebautes Kino, in dem sie 6 Gottesdienste pro Sonntag anbietet.

Worunter die Gastfreundschaft leidet Dem Aufruf von „Mehr als Gold“, den Familien der Athleten aus Drittweltund Schwellenländern private Unterkünfte anzubieten, sind in diesem Stadtgebiet nur wenige Familien gefolgt. Pfarrer Paul Bowtell, Assistent des Bischofs im Stadtteil Barking, versteht die Zurückhaltung der Anwoh-

Foto: PR

„Mich fasziniert, dass jede Kirche – egal welcher Konfession – die Spiele als Anlass nutzen kann, um Gottes Wort weiterzugeben“, meint Pfarrer Duncan Green von der anglikanischen Kirche als Chefkoordinator der kirchlichen Aktivitäten bei den Olympischen Spielen. „Die Möglichkeiten sind vielfältig: von Jugendfestivals, gemeinsamem Fernsehen auf Großleinwänden, Kinderferienprogrammen mit sportlichen Themen bis zu Nachbarschaftsaktionen. Jede Gemeinde kann ihrem Stadtteil vor Ort dienen.“ Um alle Angebote im Blick zu haben, schlossen sich alle Kirchen unter dem Dach von „More Than Gold“ (Mehr als Gold) zusammen – einer ehrenamtlichen Organisation mit über 200 Mitarbeitern. Ihr Vorsitzender, David Willson, nennt als Ziel: „Wir helfen den Kirchen, sich mit ihren bereits vorhande-

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Buchtipp OLY M P I A Kuno Kallnbach Helmut Matthies (Hrsg.)

ner: „Sie leiden schon so lange unter Olympia! Kein Wunder, dass sie nicht gerade begeistert sind, jetzt auch noch zum Gelingen der Spiele beizutragen.“ Anders sieht es im restlichen London aus. Hier fanden sich nicht nur viele freiwillige Helfer in den Kirchen, sondern auch Unterkünfte: „Hunderte Familien öffnen den Freunden und Angehörigen der Athleten ihre Häuser.“

Diakonie und Verkündigung „Mehr als Gold“ hat Hunderte Freiwillige rekrutiert, die als Dolmetscher und Helfer an den Bahnhöfen zur Verfügung stehen und den anreisenden Gästen aus aller Welt Orientierungshilfen geben. Die Heilsarmee wird an heißen Sommertagen kostenlos Wasserbecher in Warteschlangen und an Verkehrsknotenpunkten verteilen. Für die „Soldaten Gottes“ ist das nicht nur ein diakonischer Dienst, sondern auch eine gute Möglichkeit, mit den Menschen ins Gespräch über den christlichen Glauben zu kommen.

Rund um die Uhr wird gebetet Mitglieder der Kirche The Cornerstone Leyton in der Nähe des Olympiaparks beten schon seit Monaten auf sonntäglichen Gebetsmärschen rund um das Parkgelände für das Gelingen und die Sicherheit der Spiele. Seit dem 14. Juli um 12 Uhr wird in der Kirche sogar rund um die Uhr gebetet – bis zum Ende der Abschlusszeremonie am 12. August.

Zweimal täglich werden Heilungsgebete angeboten Zudem sollen während der Spiele zweimal täglich Gebetsteams aufbrechen und den Menschen auf der Straße Heilungsgebete anbieten. Londons größte Methodistenkirche nutzt ihre zentrale Lage in London und bietet neben einem Café evangelistisches Tanz- und Straßentheater sowie Musik an. Auch auf der Grünfläche neben der Westminster Abbey sowie am Leicester Square und auf dem Trafalgar Square planen internatiideaSpektrum 29/30.2012

onale Teams – darunter eine Kampfsportgruppe aus Südkorea – christliche Vorführungen und Mitmach-Programme.

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Wenn es lebensgefährlich ist, Christ zu sein. Einblicke, Schicksale und Erfahrungen

Bis zu 1.800 Euro Eintritt Mehrere Kirchengemeinden bieten auch Quizabende mit Sportfragen an, um Interessierte für den christlichen Glauben zu begeistern. Garten-, Grill- und Nachbarschaftsfeste werden unter dem olympischen Motto „One Planet Olympics“ die Bevölkerung einladen. Häufig wird angeboten, gemeinsam öffentlich Fernsehen zu schauen, in Jugendcafés genauso wie etwa in Chetham, wo bis zu 20.000 Zuschauer Platz finden. Die Gemeinden verstehen dies als Dienst für alle, die keine Eintrittskarten bekommen haben oder sich den bis 1.800 Euro teuren Eintritt schlicht nicht leisten können.

Ab ins Ausland! Nicht alle Londoner sind freilich von den Olympischen Spielen angetan. So legten viele Firmen beispielsweise ihren Jahresurlaub in die Zeit der Spiele. Insgesamt werden 10 Millionen Briten im Ausland unterwegs sein. Und wer nicht zu Hause bleiben muss, bietet seine Wohnung oder sein Haus gerne Besuchern zur Miete an – und verdient sich so binnen weniger Tage eine „goldene Nase“. Auch die ohnehin teuren Hotelpreise wurden für die Spiele kräftig angehoben – mitunter aufs Dreifache. P

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Musik fĂźr den Sommerurlaub GUTES FĂ&#x153;R DIE OHREN Sommer, Strand & Sonnenschein â&#x20AC;&#x201C; was wäre das alles ohne die passende Musik? Simon Jahn stellt sechs CDs vor, die sich als Urlaubsgepäck lohnen. Geht es auf der Autobahn nicht voran, sinkt die Stimmung schnell in den Keller. Abhilfe schafft da Chris Lass mit seinem neuen Album. Gekonnt schlägt der deutsch-britische Musiker mit seinem Chor â&#x20AC;&#x17E;Excitedâ&#x20AC;&#x153; (Begeistert) eine BrĂźcke zwischen besinnlichem Lobpreis und Gospelmusik mit hohem Gute-Laune-Faktor. Als besondere Zugabe liegt der englischsprachigen CD noch ein Konzert-Mitschnitt auf DVD bei. 3=4>!,>>I:>;07*:=>34;FH !40/0=H "49@?09H&"L9>>70= (%  &=

die am 23. Juli erscheint, noch Platz im Urlaubsgepäck findet, sollte sie am besten vorbestellt werden. 477>:92!4A0I:=90=>?:90FH !40/0=H"49@?09 477>:92"@>4. 0=?3"0/409H (% &= 7,@-09>E09?=@8!4A0I:?? M942FH !40/0=H"49@?09 7,@-09>E09?=@8"@>4. 0=?3"0/409H (% .,

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FĂźr besinnliche Zeiten mit Gott

Auf seiner mittlerweile vierten CD â&#x20AC;&#x17E;Clear The Stageâ&#x20AC;&#x153; (Räume die BĂźhne) zĂźndet Jimmy Needham ein buntes musikalisches Feuerwerk. Hier kommen Fans von Pop, Rock, Folk, Soul und R&B gleichermaĂ&#x;en auf ihre Kosten. Der US-Amerikaner aus Denver (Colorado) Ăźberzeugt mit einer Stimme, die den HĂśrer so schnell nicht mehr loslässt, und Texten, die zum Nachsinnen einladen. 488D#00/3,8I70,='30&?,20FH !40/0=H "49@?09 9;:; 0=?3"0/409H (%

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Lob-, Dank- und Klagelieder gibt es schon in der Bibel: die Psalmen. Die poetischen Texte sind auch heute noch hochaktuell und inspirierend. Im vergangenen Jahr hat der niederländische Komponist und Pianist Eelco Vos einige Psalmen vertont. Inzwischen werden die Lieder des Psalmen-Projektes auch in Japan, Korea, Kanada und den USA gesungen. Nun sind sie auf Deutsch erschienen: Es sind gesungene Gebete, getragen von Piano, Streichern und Gitarren â&#x20AC;&#x201C; bisweilen ergänzt von FlĂśte und Akkordeon. GefĂźhlvoll interpretiert werden die Lieder von den Solisten Anni Barth und Lars Peter. I):9,7709&04?09@824->?/@84.3G4908@>46,74>.30%04>0/@=.3/40 $>,7809FH !40/0=H "49@?09H0=?3"0/409H (% &=

FĂźr intensive Lobpreiszeiten

FĂźr Strandpartys und gesellige Abende

Das mittlerweile 21. Live-Album von Hillsong hält zwar keine groĂ&#x;en Ă&#x153;berraschungen bereit â&#x20AC;&#x201C; Freunde moderner Lobpreismusik machen trotzdem nichts verkehrt, wenn sie â&#x20AC;&#x17E;Cornerstoneâ&#x20AC;&#x153; (Eckstein) mitnehmen. Die CD versammelt neue Lieder von Hillsong-Gemeinden weltweit. Im Mittelpunkt der Texte steht immer, Gott die Ehre zu geben â&#x20AC;&#x201C; so eignet sich der Silberling prima fĂźr Anbetungszeiten im Urlaub. Und fĂźr alle, die die imposante Live-Atmosphäre auch visuell â&#x20AC;&#x17E;miterlebenâ&#x20AC;&#x153; mĂśchten, gibt es â&#x20AC;&#x17E;Cornerstoneâ&#x20AC;&#x153; auch als DVD oder Blu-ray Disc. Zum Nachspielen der Songs ist ein digitales Liederbuch erhältlich. Ein deutsches Pendant zu Hillsong sind die Musiker des Glaubenszentrums Bad Gandersheim â&#x20AC;&#x201C; vielen besser bekannt als Outbreakband. Auch fĂźr ihre neue CD â&#x20AC;&#x17E;Gott & KĂśnigâ&#x20AC;&#x153; haben sie wieder starke deutsche Lobpreislieder mit hingebungsvollen Texten und anspruchsvollem, modernem Sound aufgenommen. Damit die CD,

Wer es etwas krachender mag, packt am besten â&#x20AC;&#x17E;Nimm dir die Weltâ&#x20AC;&#x153; von D:Projekt aus Dresden ein. Auf ihrem dritten Album mixt die vierkĂśpfige Formation â&#x20AC;&#x201C; die schon als Vorband fĂźr Silbermond und Revolverheld spielte â&#x20AC;&#x201C; immer wieder Elektro- und Synthesizer-Klänge unter ihre treibenden Rockrhythmen. Die deutschen Texte setzen sich mit dem Glauben im Alltagsleben auseinander. Da bleibt kein Bein ruhig stehen! $=:506?I#488/4=/40*07?FH !40/0=H "49@?09H%0.:=/50? (% ., &= P

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DI E K LE I N E K A NZ E L

» Ein Verleumder verrät, was er heimlich weiß; aber wer getreuen Herzens ist, verbirgt es. «

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Friedrich Zahn ist Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Nürnberg. Seit Jahren „verdichtet“ er geistliche Botschaften in Versform.

Aus dem Buch der Sprüche 11,13

Das Gerücht – frei nach dem Lyriker Eugen Roth (1895–1976): „Der Bumerang“ Ein Mensch hört irgendwas gerüchtig, schnell schwatzt er’s weiter neu’rungssüchtig, so dass, was unverbürgt er weiß, zieht einen immer größ’ren Kreis.

Und so durchwandert das Gerücht Gemeinderitzen, die nicht dicht, umfasst jetzt schon den großen Kreis, so dass es nun fast jeder weiß.

Wie Sauerteig durchdringt es die Gemeinde und macht aus Freunden ganz schnell Feinde. Was einst vertraulich war – Gebetsanliegen, lässt unser Mensch zu Brüdern fliegen.

Zum Schluss – kommt es zu ihm zurück da strahlt der Mensch vor lauter Glück – vergessend, dass er's selbst getätigt, sieht froh er sein Gerücht bestätigt.

Er sagt, man soll’s nicht weitersagen (man will ja niemand an den Kragen!), doch weiß er es von einem Bruder, der sonst ein zuverlässig Guter.

Die Bibel sagt in Sprüche elf – ich hoffe nur, dass es hier helf –: „Ein Verleumder verrät, was er heimlich weiß; doch treue Herzen sagen’s nicht mal leis.“

Ja, auch ich abonniere idea Spektrum Impuls-Abo 12 Ausgaben für nur Fr. 25.– Jahres-Abo für Fr. 2.96 pro Ausgabe oder Fr. 145.– pro Jahr Halbjahres-Abo für Fr. 3.01 pro Ausgabe oder Fr. 77.– pro Jahr Geschenk-Abo für Fr. 2.96 pro Ausgabe oder Fr. 145.– pro Jahr Abo 66 für Rentner nur Fr. 2.39 pro Ausgabe oder Fr. 117.– pro Jahr Studenten-Abo für nur Fr. 1.48 pro Ausgabe oder Fr. 72.50 pro Jahr (Alle Preise inkl. Portokosten. Das Abonnement ist unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist jeweils zum Bezugsende kündbar.)

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PORTRÄT

Der Barde, der gerne auch «die dritte Meile» geht QUERGANG Daniel «Dänu» Wisler leitet seit zwölf Jahren in Walzenhausen AR die Arts Ministry School. Letztes Jahr spielte der 46-Jährige Alphorn auf dem Eiger. Nun wandert er 400 Kilometer quer durchs Land. Ein Beitrag von Thomas Feuz. Als ich den Wanderer zwischen zwei Welten endlich ans Handy bekomme, ärgert er sich gerade über den Computer und Verbindungsprobleme: «Der ganze Seelenfriede – so schnell dahin!» Wisler marschierte wohl so schnell, dass die moderne Technik nicht mitkam …

Jenseits von Klischees Es war ein grosser Schritt, die frühere «new life»-Bibelschule in eine Kunstschule umzuwandeln. Zuvor hatte Dänu Wisler drei Kontinente bereist, war vier Jahre lang Pastor in Spanien. Warum eine Schule für Musik und Gottesdienstgestaltung? «Die Musik zog sich durch alle meine wechselvollen Lebensphasen hindurch», schaut Wisler zurück. Er spielt Gitarre, Bass, Alphorn und Percussion. Wislers Songs sind mehr als «die üblichen Liebesgeschichten». Er spricht von Lebensfreude, grossen Wundern im Kleinen, Aufbruch und Unterwegssein, den grossen Fragen des Lebens. Während der Zeit mit der «Dave Band» stand das evangelistische Anliegen im Vordergrund. «Bis wir nur noch Christen an den Konzerten hat-

ten», erinnert sich Wisler. «Wer bei mir christliche ‹Code-Wörter› wie Sünde oder Vergebung sucht, wird enttäuscht», erklärt er. Stattdessen malt er wort- und tongewaltige Bilder. Wenn Jesus über Jerusalem weint, heisst das bei Wisler «Der Himmel hat den Blues. Es regnet…». Der moderne Barde hat Freude an der einzelnen Note, am einzelnen Wort. In Gottes freier Schöpfung gelingt es dem Wortkünstler am besten, neue Texte und Tonfolgen zu kreieren. Da hängt er gerne noch «eine dritte Meile» im biblischen Wortsinn an.

Wasser – fast wie ein Engel Wisler ist noch bis 21. Juli unterwegs. Pro Tag legt er rund 30 Kilometer zurück. Abends findet er Zeit zum Schreiben. So am dritten Tag: «Nach acht Stunden erreiche ich das Studio von Radio Zürisee. Konnte nicht mal die Hände waschen, schon stand ich vor einem Mikrophon. Der Kontrast nach der Stille zum trendy RadioSmalltalk in ‹Züritüütsch› ist gross. Ein schnelles Interview, ein Ausschnitt des Songs ‹Summer i dr Schwyz›.» Später schreibt er: «Irgendwie fange

ich an, Franziskus zu verstehen. Sonne, Mond, Wind, Erde, Feuer, Wasser: Nicht nur Lebenselemente, sondern ‹Brüder› und ‹Schwestern›. Das frische Quellwasser erscheint mir heute wie ein Engel, verleiht mir Flügel.»

Freiheit und Ehrfurcht Was schätzt Dänu Wisler auf der Wanderschaft von Walzenhausen über Luzern, Bern, Freiburg nach Basel am meisten? «Ich geniesse es, im eigenen Rhythmus unterwegs zu sein. Da finde ich zu mir selber.» «Zufällige» Begegnungen bereichern den Wander(all)tag. Immer wieder erfreut Wisler Passanten mit einem spontanen «Ständli». Auf zehn Wanderetappen lädt er zum Konzert ein. Sinniger Titel: «Quergang». Den Zugang zum Mitmenschen findet Dänu Wisler nicht mehr als Pfarrer, sondern auf der künstlerischen Ebene: «Vor und nach dem Konzert passiert am meisten.» Und immer aus der Stille heraus. Angesichts der wunderbaren Schöpfung schweigt er oft einfach. P

DAS WORT DER WOCHE » Wer sich über die Reaktion des Vatikans auf das Titelbild der ›Titanic‹ mokiert, verkennt die religiösen Gefühle von Millionen Gläubigen. Sie müssen sich nicht im Namen der Toleranz verhöhnen lassen … Vielen Christen ist es nicht egal, wenn ihre Religion ins Lächerliche gezogen wird. « Die Tageszeitung „Die Welt“ (Berlin) dazu, dass der Vatikan eine Einstweilige Verfügung gegen das Satiremagazin „Titanic“ erreicht hat. Es zeigte den Papst als „undicht“ – mit Urinflecken. Das Titelblatt und die Rückseite dürfen nicht mehr verbreitet werden. 29/30.2012

Idea Spektrum Schweiz 29-30/2012  

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt mit Fokus auf die Schweiz und Deutschland

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