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3 18. Januar 2012

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt

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Politik mit klarem Kompass

Nationalrat Jakob Büchler über die parlamentarische Gruppe „Christ und Politik“ und christliche Grundwerte 7 Religionsfreiheit: Hilfswerke

reagieren auf Christenverfolgung

13 «Sexbox»: Eltern sollen Briefe an

Seminare mit René Meier

katholische Bischöfe schreiben

27. 3. Rhetorik 29. 5. Schwierige Gespräche 26. 6. Small Talk

9 Nationalbank: Was Jacob Thiessen 26 Nachfolge: Abraham erzählt, wie er mit 75 von Gott gerufen wurde

12 Kernenergie: Arbeitsgemeinschaft 28 Mitt Romney: Wird ein Mormone der warnt vor Illusionen und Träumen

kommende Präsident der USA sein?

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24 Gottes Schweigen: Dankbar für

9 Seelsorge: Heilsarmee-Offizier

28 Perspektiven: Rolf Scheffbuch

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G RÜ e z i

Die Pizza und der Glaube Es gibt reizvollere Treffpunkte als den Bahnhof von Ziegelbrücke. Ich warte bei ungemütlichen Temperaturen auf den Bus, der mich nach Rufi bringen soll. Dort erwartet mich Nationalrat Jakob Büchler, der neue Präsident der parlamentarischen Gruppe «Christ und Politik». Frisch und munter setzt sich im Wartehäuschen eine kleine Frau neben mich, etwa 77, Typ Landfraueli. Bald gesellt sich ein junger Mann dazu, vielleicht 18, robuste Statur. Er legt eine nicht ganz vollständige Pizza auf die Bank und zündet sich eine Zigarette an. Das Mütterchen zeigt auf die Pizza und meint: «Die sieht aber fein aus! Da möchte man am liebsten dreinbeissen.» Der Jüngling strahlt: «Ja, die ist wirklich fein! Ich habe sie von der Pizzeria, in der ich arbeite, gleich beim Sportzentrum in Näfels.» Und er erklärt der aufmerksamen Seniorin freundlich und geduldig, wie man zu dieser Pizzeria gelangt, und dass es sich lohnt, dort eine Pizza zu essen. Unweigerlich dachte ich an ein Wort des Apostels Paulus: «Es ist offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid, durch unsern Dienst zubereitet …» (2. Korinther 3,3) Einen besseren «Brief» als den jungen Mann hätte sich die Pizzeria in Näfels nicht wünschen können. Es roch unverkennbar nach Pizza. Nach appetitlicher Herrlichkeit. Wenig später traf ich auf einen andern «Brief»: Nationalrat Jakob Büchler, reife Persönlichkeit, überzeugter Christ, ein «Brief Christi». Als neuer Präsident der parlamentarischen Gruppe «Christ und

Politik» möchte er mithelfen, Christen aller Parteien zu vernetzen und das christliche Gedankengut zu verbreiten. Die «Briefe Christi» im Bundeshaus sollen sichtbar und vernehmbar werden. (Seite 4) «Ich mache mir schon Gedanken, warum wir uns in der Schweiz so schwer tun mit dem Glauben», grübelt Büchler. Er hält die Abkehr von der Religion und vom christlichen Gedankengut als zentrales Problem. «Im Prinzip geht es darum, den eigenen Glauben nicht einfach preiszugeben, sondern aktiv zu leben.» Büchler sagt dies im Blick auf die Islamisierung, aber auch angesichts der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme. Die Zeiten sind nicht einfach. Umso wichtiger sind Persönlichkeiten, die Hoffnung verbreiten. Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, schreibt es im aktuellen «Podium»: «In Jesus Christus haben wir Grund zur Hoffnung und zur Zuversicht, auch in einem ungewissen Umfeld.» Christen hätten sich auf dieser Grundlage aber mit der Frage zu beschäftigen, wie sie biblische Wertvorstellungen in den Alltag umsetzen können. (Seite 5) Zweierlei stimmte mich hoffnungsvoll im St. Galler Gasterland. Da ist ein Politiker, der überzeugt für seinen Glauben einsteht und ein Brief Christi ist. Aber auch der junge Pizzamann, der auf seine Art vorlebt, was ein «guter Brief» ist. Die nächste Pizza wird mich an beides erinnern.

BiBlisch Ein Lieblingsbibelwort von Dorothée Reize, Bolligen BE, Schauspielerin und Musicalsängerin, Auftritte mit eigenen literarisch-musikalischen Programmen, Preisträgerin 2011 des «Prix Plus»:

«Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.» (Offenbarung 21,4) «Gott selber wird unsere Tränen abwischen - eine unvorstellbare Zärtlichkeit! Nachdem in der Offenbarung Gott mächtig und von furchterregender Grösse dargestellt wird, plötzlich diese Zartheit. Ich kann mir fast keine liebevollere Tröstung vorstellen, als die Tränen abgewischt zu bekommen. Und das tut er, der der Höchste genannt wird. Niemand ist dafür zu unwichtig. Und es sind die Trauernden, die diese Zuwendung bekommen. In einer von aussen gesehen oft trostlosen Welt gibt mir dieses Bild von Gottes ganz persönlicher Zuwendung und Zärtlichkeit ein Gefühl von Geborgenheit und einen anderen Blick auf das viele Unrecht, das geschieht, im Kleinen wie im Grossen.»

WörTlich «sicher ist alles komplex, und der Glaube erst recht, aber das kann ja wohl nicht als Entschuldigung dienen, die theologischen Dinge nicht bei einem verständlichen Namen zu nennen. Wir haben ein Evangelium zu verkündigen! Dazu müssen wir nicht nur geistlicher, sondern auch sprachfähiger werden. hier beginnt die kirchliche Erneuerung, strukturfragen folgen.» Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), in der Wochenzeitung «reformierte presse».

Praktisch

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ANDREA VONLANTHEN

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BR E N N P U N K T

«Ich frage mich, wo unser Glaube geblieben ist» CHRIST UND POLITIK Christliche Politiker sollten den Mut haben, zu ihrem Glauben an Gott zu stehen. Und sie sollten

ihren Glauben aktiv leben. Das betont Nationalrat Jakob Büchler. Der St. Galler CVP-Politiker ist neuer Präsident der parlamentarischen Gruppe «Vision für die Schweiz» in Bern. Die Gruppe nennt sich nun «Christ und Politik». «Der Weg zur Quelle führt gegen den Strom» heisst Ihr Leitsatz. Welche Quelle suchen Sie denn? Jakob Büchler: Ich möchte damit

Wappens. Es ist gut, wenn wir das Kreuz nicht verstecken.

Was hilft Ihnen der christliche Glaube als Politiker?

aussagen, dass man sich nicht einfach vom heutigen Geschehen und von modernen Entwicklungen treiben lassen soll. Man soll immer wieder den Weg zur persönlichen Quelle suchen. Ich sage nicht einfach, das Leben sei ein Kampf. Doch es ist mit Aufgaben verbunden. Dabei soll man bewusst einen eigenen Weg gehen.

Der Glaube ist meine persönliche Richtschnur und mein Kompass. Wenn ich ins Bundeshaus komme und gleich Niklaus von Flüe sehe, wird mir bewusst, dass wir nicht alles selber machen können. Es gibt in der Politik immer wieder Momente, in denen ich denke: «Zum Glück hilft das Gebet weiter!» Unsere menschlichen Möglichkeiten sind beschränkt.

Welches ist der wesentliche Kompass auf Ihrem Weg als Politiker?

Wesentlich ist mir das christliche Gedankengut und von daher auch die Liebe zum Mitmenschen. Ich will mich bemühen, den andern zu verstehen und auf ihn einzugehen. Eine konstruktive Politik ist nur im Miteinander und nicht im Gegeneinander möglich. Impulse dazu hole ich mir auch in den Besinnungen, die während den Sessionen am Mittwoch im Bundeshaus stattfinden. Für einen Politiker tut es gut, sich auch einmal zu sammeln und darüber nachzudenken, welches eigentlich unser Auftrag ist im Bundeshaus.

Was bedeutet es für Sie, ein «christlicher Politiker» zu sein?

Wie beeinflusst Sie diese Richtschnur in sozialen Fragen oder in Lebensrechtsfragen? «In Gottes Hand»: Nationalrat Jakob Büchler in seinem Heim.

haben, zu unserm Glauben zu stehen. Wenn ich sehe, wie andere Kulturkreise ihre Religion ausleben, mache ich mir schon Gedanken, warum wir uns in der Schweiz so schwer tun mit unserm Glauben.

Es gibt einflussreiche Kräfte in Ihrer Partei, die das «C» aus dem Parteinamen streichen möchten.

wenn sie auf dieses Bekenntnis verzichten würde. Wir müssen nicht frömmer sein als der Papst, aber wir dürfen das christliche Gedankengut nicht über Bord werfen.

Welches sind für Sie zentrale Kennzeichen einer christlichen Politik?

Sicher die christlichen Werte wie die Liebe zum Mitmenschen. «Was ihr einem der Geringsten getan habt, habt ihr mir getan», sagt Christus. Christliche Politik stützt sich auf das Symbol des Kreuzes. Nicht umsonst steht das Kreuz in der Mitte unseres

Das «C» ist ein wichtiger Teil meiner Politik. Es ist wichtig, dass wir weiterhin das christliche Gedankengut in die Politik einbringen. Leider ist es zum Teil verloren gegangen. Wir müssen den Mut

Die CVP ist neben der EVP und der EDU die einzige Partei, die das christliche Gedankengut offiziell mitträgt. Ich wehre mich dagegen, dass das «C» gestrichen wird. In ihren Stammlanden würde die CVP weitere Einbussen erleiden,

Jakob Büchler

Die Landeshymne als ein klares Bekenntnis

Jahrgang 1952, verheiratet, fünf erwachsene Kinder, wohnhaft in RufiMaseltrangen bei Schänis SG. Meisterlandwirt, Teilzeitarbeit beim ältesten Sohn als Landwirt. Diverse politische Ämter: 1970 –1980 Pfarreirat in Schänis, 1988 –2003 Kantonsrat (2001/02 Kantonsratspräsident), seit 2003 Nationalrat der CVP. Seit letzten Dezember Präsident der parlamentarischen Gruppe «Christ und Politik» (bis anhin «Vision für die Schweiz»). Bild: idea/av

Sie singen in einem Trachtenchor mit. Mit welcher Vision? Jakob Büchler: Das hat mit meiner ländlichen Herkunft zu tun. Mir ist es wohl an einem Heimatabend mit Volksmusik und Jodelgesang. «Wo man singt, da lass dich nieder!» heisst doch der alte Spruch. Meine Vision ist die Kameradschaft, die Volksmusik, die Freude. Der Trachtenchor führt mich in eine ganz andere Welt. Welches Lied bewegt Ihr Herz?

Lieder wie «Ewigi Liebi» sprechen mich immer wieder an. Welches christliche Lied bedeutet Ihnen viel? Wir begleiten auch Gottesdienste und singen immer wieder Kirchenlieder, auch Jodelmessen. Wunderschön ist «So nimm denn meine Hände», gerade wenn wir es bei guter Akustik singen können. Ein solches Lied ist für mich manchmal wie ein intensives Gebet.

Mir ist wichtig, dass der Schwache und Bedürftige nicht vergessen geht. Doch muss unsere Sozialpolitik auch finanzierbar bleiben. Und wir müssen die nötigen Kontrollen gegen Missbrauch haben. Nicht in Frage kommt für mich eine Abtreibung. Das ist absolut verwerflich. Darum gehöre ich auch zum Initiativkomitee, das Abtreibungen nicht mehr über die Grundversicherung finanzieren will. Die CVP hat einige Sympathien verloren, weil sie hier nicht immer konsequent war. Sterbehilfe auf Bestellung sollte verboten werden. Der Mensch darf nicht über Tod und Leben entscheiden, sonst greift er in die Pläne des Schöpfers ein.

Was gefährdet die Familie in Was bedeutet Ihnen die Landeshymne? Sehr viel! Es ist ein tiefgreifendes Lied mit einem klaren Bekenntnis zum Schöpfer. Es gab ja Bemühungen im Parlament, eine neue Hymne einzuführen, weil die jetzige zu fromm sei. Ich habe mich intensiv dagegen gewehrt. Unsere Landeshymne ist auch eine schöne Visitenkarte für unser Land. Wenn an einer Weltmeisterschaft unsere Hymne gespielt wird, läuft es doch vielen Menschen kalt den Rücken hinunter. idea Spektrum 03.2012


BR E N N P U N K T

unserer Zeit am meisten?

Das hat mit den Ansprüchen der Gesellschaft und der Rolle der Frau zu tun. Viele Frauen sind gut ausgebildet und wollen darum auch berufstätig sein. Das führt zu riesigen Herausforderungen und auch zu kleineren Familien. Doch ich stelle fest, dass es gerade auf dem Land wieder mehr junge Familien mit drei, vier Kindern gibt.

Welche Probleme unseres Landes liegen Ihnen gerade als Christ besonders auf dem Magen?

Zu denken geben mir in erster Linie die Abkehr von der Religion und vom christlichen Gedankengut und die vielen Kirchenaustritte. Wenn ich in Ägypten sehe, wie ein Verkäufer plötzlich alles liegen lässt, auf die Knie sinkt und Gebete spricht, frage ich mich schon, wo unser Glaube geblieben ist. Wo stehen wir in der Schweiz wohl in zwanzig Jahren mit dem christlichen Glauben?

Macht Ihnen die Islamisierung Sorgen?

Auf jeden Fall. Je stärker der Islam wird, umso mehr kommt es zur Machtpolitik. Der Islam breitet sich nur schon wegen der grossen Familien vieler Moslems aus. Und viele von ihnen haben einfach ein ganz anderes gesellschaftliches Denken. Da kommt schon die Frage auf: Wo führt das hin?

Was sollen Christen dagegen tun?

Im Prinzip geht es darum, den eigenen Glauben nicht einfach preiszugeben, sondern aktiv zu leben. Dann gilt es auch, mit andern Kulturkreisen ins Gespräch zu kommen und ein friedliches Miteinander anzustreben. Doch das ist nicht einfach.

Was hat Sie bewogen, die Nachfolge von CVP-Nationalrat Pius Segmüller als Präsident der parlamentarischen Gruppe «Vision für die Schweiz» anzutreten?

Ich habe mich schon länger in diesem Kreis bewegt und auch die regelmässigen Besinnungen besucht. Als Pius Segmüller überraschend nicht mehr gewählt wurde, kam von Beat Christen, dem Beter im Bundeshaus, die Anfrage an mich. Ich habe gerne zugesagt, denn ich möchte mithelfen, das christliche Gedankengut im Bundeshaus und in der politischen Arbeit zu fördern. idea Spektrum 03.2012

«Christ und Politik» Die parlamentarische Gruppe «Vision für die Schweiz» wurde 1998 aus Anlass des Jubiläums «150 Jahre Bundesstaat» von Nationalrat Otto Zwygart (EVP), Ständerat Bernhard Seiler (SVP) und Bundeshaus-Beter Beat Christen gegründet. Sie setzt sich zum Ziel, engagierte Christen aus den verschiedensten Parteien zu vernetzen und das christliche Gedankengut in der Bundespolitik zu fördern. Wichtigster Programmpunkt ist eine «Eidgenössische Besinnung» im Spätsommer für Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Militär und Kirche, an der

Ihre Gruppe hat offensichtlich eine besondere Vision für die Schweiz.

Ich will gleich sagen, dass wir uns nach meinem Amtsantritt zuerst Gedanken über unsern Namen gemacht haben. Wir nennen uns in Zukunft nicht mehr «Vision für die Schweiz», sondern «Christ und Politik». Natürlich haben wir eine Vision für unser Land, doch in erster Linie geht es uns darum, als Christ in der Politik zu wirken und auch Christen zu vernetzen.

Fehlt denn der Politik eine klare Vision für die Schweiz?

Vieles ist in der Politik auf kurze Zeiträume ausgerichtet. Oft denkt der Politiker nur vier Jahre weit bis zu den nächsten Wahlen. Doch wir brauchen sowohl als Politiker wie auch als Christen eine Vision für das Land. Ich denke an unsere direkte Demokratie, an die Neutralität, die Sicherheit oder die Landesversorgung. Ich denke aber auch an die Präambel in der Bundesverfassung: «Im Namen Gottes des Allmächtigen». Unsere Politik und unser Volk sollen sich bewusst sein, dass es einen Gott gibt, der uns führt und beschützt. Das ist eine wichtige Vision.

Als persönliche Mitarbeiter im Bundeshaus haben Sie Pfarrer Thomas Ruckstuhl und Beter Beat Christen gewählt. Warum gerade sie?

Jedes Parlamentsmitglied kann ja zwei Lobbyisten bestimmen, die einen erleichterten Zugang zum Bundeshaus haben. Beide sind an mich gelangt, und ich habe sie gerne als meine Begleiter gemeldet. Beat Christen ist seit langem Beter im Bundeshaus und wird als Lob-

in der Regel auch der amtierende Bundespräsident teilnimmt. Den Vorstand bilden der neue Präsident Jakob Büchler (CVP), Peter Bieri (CVP), Hannes Germann (SVP), Brigitte Häberli (CVP), Hans Hess (FDP), Otto Ineichen (FDP), Maja Ingold (EVP), Jacques-André Maire (SP), Eric Nussbaumer (SP), Erich von Siebenthal (SVP), Marianne Streiff (EVP), der reformierte Pfarrer Alfred Aeppli, die katholische Theologin Martine Schneider und Beat Christen, der die Gruppe als Generalsekretär begleitet. Die Gruppe nennt sich neu «Christ und Politik».

byist des lieben Gottes bezeichnet, und Thomas Ruckstuhl gehört zu den Leitern der Besinnungen im Bundeshaus. Sie haben beide einen wichtigen Auftrag.

Braucht denn auch Gott Lobbyisten unter der Bundeskuppel?

Zu Hunderten sind die Lobbyisten im Bundeshaus unterwegs. Wenn ich das sehe, denke ich, dass es auch für den Herrgott mindestens zwei leiden mag!

Wie könnten engagierte Christen im Land mithelfen, christliche Politik und christliche Werte zu fördern?

Indem sie immer wieder auf ihre Werte und ihren Glauben zu sprechen kommen. Ich bin auch Präsident des christlichen Bauernbundes im Kanton St. Gallen. Da führen wir gerade eine Veranstaltung zum Thema «Stress» durch. So können wir zeigen, wie der Glaube im Alltag helfen kann. Christen in diesem Land sind aufgefordert, ihr Gedankengut weiterzutragen, ihren Glauben zu leben und Vorbild zu sein.

Wofür sind Sie Gott als Politiker besonders dankbar?

Immer wieder spüre ich bei politischen Entscheidungen, dass ich Hilfe brauche. Dann suche ich das Gespräch mit dem Schöpfer und bete: «Hilf mir, richtig zu entscheiden.» Niklaus von Flüe erinnert mich im Bundeshaus immer wieder daran, den Draht nach oben nicht zu vergessen. Ich bin dankbar für Gottes Hilfe und für manche Eingebung im Alltag. Ich darf wissen, dass ich letztlich in Gottes Hand bin. Interview: ANDREA VONLANTHEN

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PODIUM Zukunft gestalten Der Jahresanfang bringt es mit sich, dass Horoskope, Sternzeichen und Esoterik jeglicher Provenienz Hochkonjunktur feiern und die Klatschspalten und Talkshows der Medien aus meiner Sicht schlicht überbeanspruchen. Trotzdem entspricht es der menschlichen Natur, die Zukunft möglichst genau zu kennen und exakt zu wissen, was auf uns zukommt. Selbstverständlich erhoffen wir uns nur das Positive für uns und unsere Liebsten. Der Apostel Paulus fordert uns in diesem Zusammenhang ganz nüchtern dazu auf, alles zu prüfen und das Gute zu behalten. Interessant ist seine anschliessende Ermutigung, unseren Lebensstil und unseren Glauben ganz auf den Grund unserer Hoffnung auszurichten, nämlich auf Jesus Christus. Die Bibel umschreibt dabei Glauben als eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Das ist nun nicht einfach gleichzusetzen mit Unwissen oder Naivität. Ganz im Gegenteil, es ist Grund für Hoffnung und Zuversicht in unserem Alltag, auch in einem momentan eher ungewissen Umfeld. Es ist aber gleichzeitig auch Ansporn und Herausforderung an uns Christen, uns auf der Grundlage der Heiligen Schrift mit der Frage auseinanderzusetzen, wie wir biblische Wertvorstellungen in den Alltag umsetzen. Eine solche Gelegenheit bietet das Forum Christlicher Führungskräfte, das am 23. und 24. März in Bern diesen Fragestellungen nachgeht. Noch ist unser Land geprägt von christlichen Werten, die es wieder vermehrt zu reflektieren gilt. Dies beinhaltet ebenso die Diskussion darüber, wie daraus unsere Zukunft, das persönliche und das gesellschaftliche Umfeld gestaltet werden können. Ich lade Sie ein, sich durch diesen Anlass herausfordern zu lassen. HANS-ULRICH BIGLER Der Autor ist Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes und Mitglied der FDP. Er wohnt in Affoltern am Albis.


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Wenn Ihnen die Thematik von der «Vertrauenspädagogik»

(www.vertrauenspaedagogik.ch) nicht fremd und sie „Vertrauenspädagogik“ voll und ganz hinter Wenn Ihnen die Thematik von istder (www.vertrauenspaedagogik.ch) nicht ist Ihre und Anfrage. sie voll und ganz hinter diesem diesem Konzept stehen, freuen wirfremd uns auf Konzept stehen, freuen wir uns auf Ihre Anfrage. Das Schulteam freut sich darauf, sie kennen zu lernen und sie zu einem

Das Schulteam freut sich darauf, Schnupperbesuch einzuladen. Schnupperbesuch einzuladen.

sie kennen zu lernen

und sie zu einem

Bewerbungen sind an die Sekretariatsadresse zu richten: Bewerbungen sind an die Sekretariatsadresse zu richten: FARO Schule, Schule,z.Hd. z.Hd.Frau FrauSabina SabinaBissegger, Bissegger, Fischingerstrasse 11, 8370 Sirnach FARO Fischingerstrasse 11, 8370 Sirnach Bei Bei Fragen: Fragen: Frau Sabina Bissegger Bisseggererreichbar erreichbar unter Telefon 07109 960 09 70 Frau Sabina unter Telefon 071 960 70 oder info@faroschule.ch info@faroschule.ch

oder

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Gemeinsam gegen Christenverfolgung JOURNAL RELIGIONSFREIHEIT Die weltweite Christenverfolgung hat im letzten Jahr weiter zugenommen. In der Schweiz engagieren sich sieben Hilfswerke in der «Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit» (AGR), um gemeinsam etwas dagegen zu unternehmen. Christen sind die am stärksten verfolgte Glaubensgruppe. Die Missionsgesellschaft Open Doors schätzt, dass es etwa 100 Millionen Christen gibt, die weltweit unter Diskriminierung und Repressalien leiden. Seit 1993 veröffentlicht Open Doors jährlich den «Weltverfolgungsindex», der die Länder auflistet, in denen die Lage am schlimmsten ist. «Die Verfolgung hat sich im letzten Jahr allgemein verstärkt», analysiert Eric Lecomte, Leiter von Open Doors Schweiz. Besonders im Sudan, in Nigeria und in Ägypten verschlechterte sich die Situation drastisch.

Mobilisierung der Christen

Open Doors gehört unter dem Dach der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) zusammen mit sechs weiteren Hilfsund Missionswerken zur AGR. Ebenfalls dabei sind: Aktion für verfolgte Christen (AVC), Christian Solidarity International (CSI), Christliche Ostmission (COM), Hilfe für Mensch und Kirche (HMK), Licht im Osten (LIO) und die Osteuropamission Schweiz (OEM). Die AGR ist wohl hauptsächlich als Initiantin des «Sonntags der verfolgten Kirche» bekannt, der auch dieses Jahr wieder im November stattfindet. Sie will durch eine starke Öffentlichkeitsarbeit ein breiteres Bewusstsein für die Lage der

«Arabischer Winter» Viele hofften, der «Arabische Frühling» bringe auch den religiösen Minderheiten eine neue Freiheit. Eher das Gegenteil ist der Fall, und man spricht laut Open Doors schon vom «Arabischen Winter». Die ägyptischen Christen erlitten einen äusserst gewaltvollen Jahresbeginn, als vor einer Kirche in Alexandria 21 Menschen nach einem Silvestergottesdienst ums Leben kamen. idea Spektrum 03.2012

Die EDU zum 11. März Die EDU Schweiz sagt Ja zur «Bauspar-Initiative», zur «Regelung der Geldspiele zugunsten gemeinnütziger Zwecke» und zur «Buchpreisbindung». Zu den Vorlagen «Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen» und «6 Wochen Ferien für alle» empfiehlt die Partei ein Nein. (idea)

«zämme für Basel»

Trotz zerstörter Kirche: Christen treffen sich in Jos in Nigeria.

Christen schaffen. Durch die Mobilisierung der Christen in der Schweiz sollen Projekte in den betroffenen Ländern selbst ermöglicht werden. Die Kirchen vor Ort werden ermuntert, in ihrem Land zu bleiben, damit sie durch christliche Werte Einfluss in ihrer Gesellschaft gewinnen.

Petition noch ohne Antwort

Im Jahr 2010 forderte die AGR mit einer Petition volle Religionsfreiheit und Gleichberechtigung für Christen in islamischen Ländern. Die Schweizer Bundesbehörden werden darin aufgefordert, sich entschiedener für dieses Anliegen einzusetzen. 50 152 Personen haben diese Petition insgesamt unterschrieben, die am Tag der Menschenrechte im Dezember 2010 den Bundesbehörden übergeben wurde. Laut Linus Pfister, dem Geschäftsleiter der HMK Medhat Klada, 49, aus Opfikon ZH ist Vorsitzender der «Coptic Organization Union in Europe», dem Dachverband der europäischen Kopten. Er berichtet, die Gewalt gegen die christliche Minderheit nehme seit der Revolution massiv zu. Der Einfluss islamistischer Eiferer aus weiten Teilen der Bevölkerung sei gross. Das bestätigte sich nun auch im Wahlsieg der Muslimbruderschaft und der islamistischen Salafisten, die zusammen 66 Prozent der Stimmen erhielten. Medhat Klada fragt sich, was den Kopten von der Revolution bleibt. Für ihn ist die Situation heute so, als wäre nichts geschehen. «Bis heute

und Leiter der AGR, ist diese Petition im Ständerat hängig. Eine Antwort steht noch aus.

Beratungsstelle für Migranten

Nun möchte die AGR auch etwas für christliche Flüchtlinge in der Schweiz tun. Ab Sommer soll eine Beratungsstelle für Integrationsund Religionsfragen (BIR) eingerichtet werden. Es geht darum, christlichen Asylsuchenden wirkungsvolle Beratung und Hilfe anzubieten. Die BIR setzt besonders auf die christliche Gemeinde «als Ort gelebter Integration». Die Lokalgemeinde soll dabei unterstützt werden, die Migranten zu begleiten und ihnen zu helfen, sich in der Schweizer Gesellschaft zu integrieren. Linus Pfister hofft, dass die Beratungsstelle im Juni starten kann, wenn die Finanzierung vollständig geklärt ist. CHRISTOF BAUERNFEIND

sterben Christen während den gegenwärtigen Demonstrationen, weil sie um Anerkennung und Schutz ihrer Rechte kämpfen und nicht länger als Bürger zweiter Klasse leben wollen. Regelmässig werden Kirchen in Brand gesetzt, Klöster geplündert und Menschen auf offener Strasse erschossen. In den allermeisten Fällen bleiben die Täter straflos.» Im Februar erscheint das Buch «Schicksalstage am Fusse der Pyramiden» im Brunnen-Verlag. Verfasst hat es Daniel Gerber von Open Doors in Zusammenarbeit mit Medhat Klada. www.agr-glr.ch

Bilder: zvg

Die in der Evangelischen Allianz Basel zusammengeschlossenen Kirchen und Gemeinden haben eine neue Website eingerichtet. Hier können gemeinsame Projekte und Aktionen eingetragen werden. Die Verantwortlichen wollen damit die Motivation und Zusammenarbeit weiter stärken. Der Slogan «zämme für Basel» der diesjährigen Allianzgebetswoche bleibt damit Programm. (idea) – www.zfbasel.ch

Kirche abreissen?

Die Evangelischreformierte Kirche Basel-Stadt schliesst den Abriss der 1932 eingeweihten Markuskirche an der Kleinriehenstrasse nicht aus. Das teilt die Agentur kipa mit Bezug auf eine Meldung in der «Basler Zeitung» mit. Die Basler Reformierten hätten zu viele Kirchen, aktuell würden nur noch 16 von 23 reformierten Kirchengebäuden für Gottesdienste genutzt. Das Gotteshaus soll einer anderen Nutzungsform zugeführt werden, wobei auch ein Abriss zur Diskussion steht. (idea)

Ruhe und Begegnung Am 19. Januar startet in Zürich das Projekt «Haltestille Bahnhofstrasse». Jeden Donnerstagmittag bieten drei Stadtzürcher Kirchgemeinden mitten in der Zürcher Innenstadt einen Halt der Stille und Raum der Begegnung an. «Unabhängig von Alter und Konfession oder Religion finden Menschen über Mittag in der Augustinerkirche (Münzplatz/Bahnhofstrasse) einen Ort der Kraft, Stille und Begegnung.» Das Programm: 12.15–12.45 Uhr: Musik, Stille, Wort, ab 12.45 Uhr: Musik, Stille, Gesprächsmöglichkeit. (idea) – www.haltestille.ch


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Wie «Mann» die Einheit mit Jesus entdecken kann MÄNNERTAG «In Sachen Beziehungen sind wir Männer oft verarmt. Das ist eine tiefe Not.» So lautet eine Erkenntnis

vom Männertag der VFMG. 200 Männer suchten gemeinsam mehr von einem «Leben mit Jesus». Hans Peter Royer von «Fackelträger International» hält nicht nur Vorträge über Jesus, sondern kennt ihn und lebt mit ihm. Er machte den Teilnehmern des Männertags der Vereinigung Freier Missionsgemeinden (VFMG) Mut: «Kommt nicht nur zu Jesus, sondern bleibt bei ihm!»

«Gott weiss eh schon alles»

«Jesus ist an allem interessiert, was dich interessiert. Lerne, offen mit Jesus zu reden. Schliess ihn nicht aus den Kleinigkeiten deines Lebens aus!» Zwei Themen sind Royer speziell wichtig: Beziehung und Gebet. Hier sieht er «eine tiefe Not». «Was Beziehungen betrifft, sind Männer oft verarmt. Frauen beschweren sich, dass Männer nicht reden. Es braucht Kommunikation.» Das Gebet sei entscheidend für die Beziehung zu Gott. Was schenkt man einem Freund? Royer drückte es so aus: «Wir sagen oft, dass Jesus unser bester Freund ist. Das grösste, was du einem Freund schenken kannst, ist Zeit!» Mit Gott leben heisse, auch tagsüber mit ihm verbun-

«Von Mann zu Mann»: Joel und Simon Kull am Männertag der VFMG.

den zu sein. Und worüber sollen wir mit Gott reden? Welchen Sinn macht es, Gott Dinge zu sagen, die er eh schon weiss? Für Royer ist klar: «Auch wenn Gott schon alles weiss, will er uns trotzdem hören. Ähnlich wie wir, wenn wir mit unseren Kinder reden: Speziell ist, dass wir zwar oft nichts Neues hören, sondern einfach hören.» Eine solche Gebetspraxis brauche viel Übung und sei nicht über Nacht lernbar. «Keiner hat das Problem, dass er zu viel betet», meinte Royer.

Frucht wirken, die bleibt

Viele Männer beschäftigten sich oft mit Kleinigkeiten. Dabei gehe das Zentrale oft verloren: «Wir leben nicht mit einem Buch, sondern mit einer Person. Jesus sagt nicht, dass wir zur Kirche oder zum Pfarrer kommen sollen, sondern zu ihm.» Wir sollten zu Jesus kommen und in ihm bleiben. «Es gibt viele Dinge, die wir ohne Jesus tun können. Doch Frucht, die bleibt, können wir nicht ohne Jesus bewirken.» Menschen – und auch die Männer! – seien zur Be-

ziehung mit Gott und untereinander geschaffen. Royer: «Unser Gott ist ein beziehungsorientierter Gott.» Wir glaubten nicht einfach «etwas», sondern wir glaubten an eine Person. Hans Peter Royer wirkte ehrlich und authentisch. «Beten war für mich eine frustrierende Sache. Ich habe verschiedene Gebetshaltungen ausprobiert. Doch irgendwie klappte es nicht. Dann hab ich einfach mit Gott geredet und ihm meinen ganzen Frust gesagt», bekannte er. Er habe «aus der Verzweiflung heraus» gelernt zu beten. Dranbleiben lohne sich: «Wenn wir uns üben in der Kommunikation, entdecken wir, wozu wir geschaffen sind: zur Einheit mit Gott.» Es tat gut, jemanden zu hören, der Mut machend und unverkrampft über Jesus redet. In den Pausen wurde lebhaft über das Gehörte ausgetauscht. Der Tag wurde musikalisch umrahmt vom Musiker und Liedermacher Simon Kull. Er trat zusammen mit seinem Bruder Joel auf und begeisterte mit seinen Mundartliedern. JOVAN VONTOBEL

Sie wollen Gedanken Gottes auf den Boden bringen FORUM EVANGELISATION Wie können wir den Kopf im Himmel haben und trotzdem mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben? Das bevorstehende «Forum Evangelisation» ermutigt, nah bei Gott und nah bei den Menschen zu sein.

«Das ‹Forum Evangelisation› ist eine Plattform für alle, die sich für Mission und Evangelisation interessieren. Im Zentrum ist die Frage: Wie können wir die Menschen in der Schweiz mit der befreienden Botschaft von Jesus Christus erreichen?», definiert OK-Präsident Matthias Spiess. Das Forum findet vom 23. bis 25. Januar im Zentrum Ländli in Oberägeri ZG statt.

Raum für Inspiration

«Wir laden Referenten ein, welche die Gabe haben, die Sache auf den Punkt zu bringen. Es sind Leute, die bewusst mit Gott und den Menschen unterwegs sind», sagt Spiess. Der Programm-Mix Bilder: zvg

aus Referaten, Erlebnis- und Projektberichten habe sich bewährt. Bewusst werde Raum für die persönliche Begegnung mit Gott geboten. «Wir ermöglichen aber auch Raum für die persönliche Regeneration. Hier ist die zentrale Lage des Ländli in Oberägeri mit idealen Freizeitmöglichkeiten und dem Wellnessbereich ideal.»

Vielseitige Infoplattform

Werke und Organisationen informieren und inspirieren über Anliegen und Möglichkeiten der Mission. Kurzpräsentationen tragen zur Horizonterweiterung der Teilnehmenden bei. Die Auseinandersetzung im kleineren

Rahmen bezeichnet Spiess als eine «Art persönlicher Weiterbildung». Die Teilnehmenden sind gut durchmischt. Der älteste Teilnehmer ist über 70 Jahre alt, die jüngste knapp über 20. «Ich habe grosse Erwartungen an Gott», bekennt Spiess. «Trotzdem: Nicht nur Höhenflüge sind gefragt. Wir wollen die Gedanken von Gott aufnehmen und auf den Boden bringen.» Dieses Spannungsfeld reizt ihn, gerade auch von der Jahreslosung her. «Wir sind in der Welt, aber nicht von der Welt. Gott will uns für seinen Auftrag einsetzen, obwohl wir nicht fehlerlos und oft schwach sind. Es bleibt spannend!» THOMAS FEUZ

Zur Person

Matthias Spiess, 45, ist verheira­ tet und in Otti­ kon ZH wohn­ haft. Der aus­ gebildete sozi­ aldiakonische Mitarbeiter trägt seit zwei Jahren die Verant­ wortung für das «Forum Evange­ lisation». Dieses wird seit über 40 Jahren von der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) und vom Verband der evangelischen Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz (VFG) organisiert. www.each.ch, www.vfg.ch

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Ein Wunsch an das Ehepaar Hildebrand ÄXGÜSI NATIONALBANK Eine Gesellschaft, deren führende Persönlichkeiten nicht wahrhaftig

sind, wird darunter leiden. Dies erklärt der Rektor der STH Basel, Jacob Thiessen, zur Affäre um den ehemaligen Nationalbank-Präsidenten Philipp Hildebrand. Was hat Sie als Theologe besonders bewegt im «Fall Hildebrand»? Jacob Thiessen: Mich hat unter

anderem beschäftigt, dass das Urteil vieler Personen in den Medien bereits klar kommuniziert wurde, bevor Einzelheiten bekannt waren. Manchmal hat man den Eindruck, dass es bei solchen VorUrteilen darum geht, sich selbst zu profilieren oder von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken.

Waren die Nationalbank und ihr gefallener Präsident auch ein Thema für Ihre Studenten?

Zurzeit haben wir Semesterferien. Trotzdem gibt es ständig Studierende im Haus. Nach Aussagen eines Studenten haben sich die Studierenden auch per E-Mail darüber unterhalten. Ein Diskussionspunkt sei die Feststellung gewesen, dass sich unsere Gesellschaft immer mehr von der Schuldkultur weg zur Schamkultur entwickle. So nach dem Motto: «Man darf alles machen, es muss nur nicht publik werden.»

Welche Frage steht hier für Sie im Vordergrund?

Es stellt sich die Frage, nach welchen Massstäben unsere Gesellschaft handelt und künftig handeln wird, wenn nicht Jesus Christus das verbindliche Vorbild ist.

Frau Hildebrand hat auf dem Konto Ihres Mannes problematische Devisengeschäfte abgewickelt. Inwiefern kann ein Mann für das Handeln seiner Frau verantwortlich gemacht werden?

Die gleiche Frage müsste auch umgekehrt gestellt werden, wenn die Frau für das öffentliche Amt zuständig wäre. Was der Ehepartner oder die Ehepartnerin macht, ist in diesem konkreten Fall, in dem es auf beiden Seiten um das Geld geht, ohne Zweifel kein nebensächliches Thema.

Welche moralischen Ansprüche müssen für eine Führungskraft in dieser Position gelten?

Nach der Bibel ist Gott absolut wahrhaftig, und diese Wahrhafidea Spektrum 03.2012

«Situation aufarbeiten»: Jacob Thiessen, Rektor der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule Basel (STH) und Dozent für Neues Testament.

tigkeit ist auch der Massstab für die Menschen als «Ebenbild» Gottes. Jesus fordert sie in der Bergpredigt speziell von seinen Nachfolgern (Matthäus 5,37). Da leitende Personen mit ihrem Verhalten eine starke Vorbildfunktion haben (sollten), tragen sie diesbezüglich auch eine besondere Verantwortung. Wir können ja dankbar sein, dass unsere Gesellschaft doch immer noch ein gewisses Empfinden dafür hat.

Was bedeutet es für die Gesellschaft, wenn diesen Ansprüchen nicht Rechnung getragen wird?

In den alttestamentlichen Sprüchen lesen wir: «Gerechtigkeit erhöht eine Nation, aber Sünde ist die Schande der Völker.» (Sprüche 14,34) Und in Sprüche 25,5 wird ergänzt: «Man entferne den Gottlosen vom König, so steht sein Thron fest durch Gerechtigkeit.» Eine Gesellschaft, deren führende Persönlichkeiten nicht wahrhaftig sind, wird natürlich moralisch, aber auch gesellschaftlich und wirtschaftlich darunter leiden.

«Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein», sagt Jesus. Hätte auch Herr Hildebrand Gnade verdient?

Verdient hat wohl niemand von uns die Gnade, sonst wäre sie nicht Gnade. Wenn überhaupt jemand in unserer Gesellschaft die Gnade verdient hätte, dann sicher auch Herr Hildebrand. Er hat viel für unser Land geleistet, was jetzt nicht einfach weggewischt werden sollte. Doch er selbst hat gesagt, er habe zwar nicht als Mensch ein Problem, weil er mit sich im Reinen sei, aber er habe potenziell als Präsident des SNB-Direktoriums ein Problem. Man muss zwischen Amt und Person unterscheiden. Andererseits fragt man sich, ob Herr Hildebrand, wenn man ihn beim Wort nimmt, in diesem Fall überhaupt auf Gnade angewiesen ist. Gnade von Gott empfängt nach meinem Verständnis jemand, der sich bewusst ist, auf diese Gnade angewiesen zu sein (vergleiche Lukas 18,13f.). Ich denke auf jeden Fall, dass wir respektvoller miteinander umgehen sollten, auch dann, wenn Menschen Fehler machen.

Wie kann es nach einer derartigen Affäre gelingen, wieder Vertrauen in die Nationalbank und auch in die Politik zu gewinnen?

Indem die Situation glaubwürdig aufgearbeitet wird und indem man auf allen Seiten Fehler nicht nur soweit zugibt, wie man dazu gezwungen wird, wenn überhaupt. Als Christen haben wir einen grossen Vorteil, weil wir wissen, dass wir durch Jesus Christus gerechtfertigt werden und uns nicht selbst rechtfertigen müssen.

Was wünschen Sie Herrn Hildebrand und seiner Frau?

Ich wünsche ihnen persönlich und als Ehepaar, dass sie gestärkt aus dieser Situation herauskommen und den Mut haben, sich weiterhin für die Gesellschaft einzusetzen. Als Christen kennen wir die Vergebung. Und wer Vergebung erfahren hat, kann mit Gottes Hilfe auch unter schwierigen Erfahrungen einen Schlussstrich ziehen. Und er kann erfahrenes Unrecht vergeben. Interview: ANDREA VONLANTHEN

Umgang mit Gott Kennen Sie das Phänomen der Kippbilder? Zum Beispiel das mit der alten, respektive jungen Frau? Mir passierte kürzlich an einem Sonntag etwas Ähnliches. Ich stand in unserer Gemeinde und versuchte, ein mir unbekanntes Lobpreislied mitzusingen. Um mich her waren Menschen, die inbrünstig sangen, und andere, die wie ich den Faden nicht fanden, in ihren Stühlen sassen und Gott still in ihrem Herzen anbeteten. Dann, als hätte jemand den Schalter umgelegt, wechselte meine Blickrichtung: Anstatt vor Gottes Thron zu stehen und Ihn anzuschauen, schweifte mein Blick aus seiner Perspektive über die Menschen hier auf Erden. Sie sangen Worte wie: «Deine Taten, Herr, wollen wir heute bei uns sehen!» … «Gib! Gib mehr!» … «Tu! Wirke! Ich will!» Mich schauderte plötzlich. Bilder von trotzigen Kindern stiegen in mir auf. Kinder, die stampfend und schreiend neben der Kasse vor ihrem Vater stehen und um Gummibärchen betteln. Pubertierende, die ihr «Recht» einfordern. Nicht den Wunsch, mehr von Gott zu sehen, grössere Wunder zu erfahren, stelle ich in Frage. Es ist die trotzig fordernde Haltung, die mich beschäftigt. Steht es uns wirklich zu, so vor Gott zu treten? Ist es der richtige Ton, den wir da anschlagen? Knigges bekannte Anstandsfibel trägt den Titel «Über den Umgang mit Menschen». Vielleicht wäre die Zeit reif für den Buchtitel «Über den Umgang mit Gott». Gott will, dass wir ihn bitten, dass wir mit seiner Macht rechnen. Ja, er tut auch heute noch Wunder! Aber drei Dinge sollten wir bedenken: Bitten ist nicht das gleiche wie (ein-) fordern; sein Wille ist nicht unbedingt deckungsgleich mit unserem Willen; und etwas mehr Ehrfurcht und Anstand würde uns manchmal nicht schlecht anstehen. HELENA GYSIN Die Kolumnistin ist Familienfrau, Sekretärin der Baptistengemeinde Bülach und Autorin.


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PUBLIREPORTAGE

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Schweizer Leiter glauben an die Zukunft der Kirche

95 neue Thesen zu einer Kirchenreform Wie stellen sich engagierte Leiter und Mitarbeiter in Schweizer Landes- und Freikirchen einen Aufbruch in ihren Kirchen vor? Wir haben über 100 Teilnehmende des Kongresses „Kirche im Aufbruch“ gefragt. Im Rahmen eines Grossgruppenprozesses haben sie 95 Thesen zu einer Kirchenreform verfasst. Die 31 wichtigsten Thesen in Bildform – live auf der Bühne entstanden (am 16. September 2011)

Wer mehr wissen möchte: Die vollständigen Texte der Thesen lassen sich kostenlos unter www.igw.edu/downloads herunterladen, ebenso wie die Präsentation der 31 Thesen. Weiter empfehlen wir die beiden Impulshefte „Mit Jesus leben“ (Heft 1) und „Als Kirche aufbrechen“ (Heft 2), die portofrei bei IGW bestellt werden können.

www.igw.edu idea Spektrum 03.2012


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SYNERGIE Gottesdienst am Arbeitsplatz Der Start eines Jahres ist immer wieder eine günstige Gelegenheit, um zurückzuschauen und sich Ziele für das neue Jahr zu setzen. Das kann ganz unterschiedliche Bereiche umfassen: Was will ich erreichen? Wo will ich mich verändern? Welche Ferien planen wir? Haben Sie sich diese Fragen auch einmal aus dem Gesichtspunkt Gottes gestellt? Wozu sind wir aus seiner Sicht da? Was ist sein Anliegen? Gott will, dass sein Reich auf der Erde ankommt. Und zwar nicht einfach als Idee oder als Glaube, sondern real. Deshalb hat er nicht nur eine Idee gesandt, sondern seinen realen Sohn. Und ebenso sendet er nicht seine Engel, sondern uns, mit der Aufgabe, dass sein Reich auf der Erde Hände und Füsse erhält, dass es sichtbar und spürbar wird. Und zwar in jedem Lebensbereich, auch in der

Arbeits- und Geschäftswelt. Wir sind die Verwalter von Gottes Ordnungen auf dieser Erde. Arbeit ist nicht eine Bestrafung Gottes, sondern eine göttliche Berufung. Dies soll auch unsere Haltung bestimmen. In Kolosser 3,23 steht: «Worin auch immer eure Arbeit besteht – tut sie mit ganzer Hingabe, denn letztlich dient ihr nicht Menschen, sondern dem Herrn.» Paulus fordert uns hier deutlich auf: Auch der Arbeitsplatz soll ein Ort sein, an dem ich Gott diene. Die besten Mitarbeiter und Firmen sind die, welche sich nicht auf ihre Rechte und ihre Interessen konzentrieren, sondern auf die Verantwortung, Gott zu dienen und ihn zu verherrlichen. Das beginnt bei mir und meiner Haltung der Arbeit gegenüber. Wie sieht die aus? Ist es mein Ziel, hier mein Bestes zu geben und so Gott zu verherrlichen? Will ich mich nach seinem Wort und seinen Prinzipien richten oder nach dem, was ich gerade will? Sehe ich mich in meinem Geschäft als Verwalter und Beauftragter Gottes oder

ist mein Arbeitsplatz oder mein Geschäft nur der Ort, wo ich wohl oder übel hin muss, um mein Geld zu verdienen? Meine konkrete Frage an Sie: Könnte es ein Jahresziel sein, dass Sie sich entscheiden, Ihren Arbeitsplatz als einen Ort zu sehen, an dem Sie Gott dienen? Dies wird Auswirkungen haben! Übrigens: Im vergangenen November hatten wir ein Schulungswochenende mit Dennis Peacocke, bei dem wir dies und weitere Aspekte zum Thema «Christsein in der Arbeitsund Geschäftswelt» behandelt haben. Auf der Homepage www.sbgnet. ch können zwei dieser Vorträge auf Video angehört werden. STEFAN JAKOB Der Autor ist Unternehmensberater und Geschäftsführer vita perspektiv ag in Heimberg und Schulleiter SBG (Schule für biblische Geschäftsprinzipien). www.vitaperspektiv.ch, www.sbgnet.ch, sjakob@vitaperspektiv.ch

Die Schule braucht christliche Werte POLIT-LUNCH Wissen kann erst vermittelt werden, wenn die gemeinsame Wertebasis gelegt ist. Dabei sind christliche Werte unverzichtbar. Das zeigte sich erneut am fünften Thuner Polit-Lunch, der gemeinsam von EVP und EDU durchgeführt wurde. Mehr als 40 regionale Verantwortungsträger waren gekommen, so die Thuner Vorsteherin der Direktion Bildung, Nationalrätin Ursula Haller, Schulleitungen, Lehrpersonen und zahlreiche weitere Politiker. Erwin Sommer, Leiter Schulaufsicht, führte mit dem Referat «Christliche Werte in der Schule – gestern – heute – und in Zukunft?» in das Thema ein. Er zeigte auf, warum eine gute, ganzheitliches Wissen und Werte vermittelnde Bildung wichtig ist. Zur Erreichung des Bildungsziels, der Mündigkeit unserer Jugend, gehörten sowohl Wissen wie Werte. Wissen könne erst vermittelt werden, wenn die gemeinsame Wertebasis gelegt ist. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die Schule auf die christlichen Werte gar nicht verzichten kann.

Die Verantwortung der Eltern

Mit Blick auf die Zukunft nahm der Referent auch die Eltern in ideaSpektrum 03.2012

mehr realisiert, dass für die Erziehungsaufgabe verlässliche Werte notwendig sind. An praktischen Beispielen zu den Werten Ehrlichkeit, Dankbarkeit, Empathie, Unterstützung und Vergebungsbereitschaft zeigte Sommer auf, wie sich Eltern und Schule bei der Erziehungs- und Bildungsarbeit gegenseitig unterstützen können.

Werte bewusst leben

Schulfachmann Erwin Sommer trat als Referent für eine ganzheitliche Bildung ein.

die Verantwortung. Eltern sollen mithelfen, dass die Kinder bildungs- und leistungsfähig zur Schule kommen. Es werde immer

In der Diskussion waren sich alle Teilnehmenden einig: Christliche Werte müssen im Alltag bewusst gelebt werden. Nur so entfalten sie ihre Wirkung in Familie und Schule. Die Basis für gelebte Werte soll auch im Lehrplan 21 erhalten werden – dafür wollen sich die anwesenden Grossräte im Kanton Bern einsetzen. Die positiven Rückmeldungen quer über die Parteigrenzen hinaus bestätigen den Veranstaltern von EVP und EDU, diesen wertvollen Anlass weiterzuführen. HANS KIPFER

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Jörg Gutzwiller: Oasen der Besinnung «Christus ist wunderbar anders!» So endet das feine Buch von Jörg Gutzwiller. Während 20 Jahren war er verantwortlich für die ökumenischen Besinnungen im Bundeshaus der Eidgenossenschaft. «Oasen der Besinnung» habe er mit diesen Kurzandachten geschaffen, so wurde sein Wirken bei seiner Verabschiedung gewürdigt. Pfarrer Jörg Gutzwiller legt mit seinem Buch ein «spirituelles Angebot» vor: Besinnungen für Denkende. Er berichtet von persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen. Er zitiert Erkenntnisse bedeutender Menschen und ermutigt zum Trachten nach einem erfüllten Leben. Ohne belehrend oder moralisierend wirken zu wollen. Das Buch richtet sich an Menschen jeden Alters. Besonders berührt haben mich die beiden letzten Kapitel: «Abenteuer Älterwerden» und «Grenzen». Gutzwiller umschreibt das Fazit der Gnade wie folgt: «Dankbar für die Erinnerungen des Glücks. Versöhnt mit den Erfahrungen des Schweren.» Das Buch vermittelt tief besinnliches Lesevergnügen und ist gleichzeitig eine Fundgrube wertvoller Geschichten und Zitate. SAM MOSER Jörg Gutzwiller: Oasen der Besinnung – Ein spirituelles Angebot, Jordanverlag AG, 8052 Zürich, CHF 28.80.

Sonderheft: Für die vitale Ehe In enger Zusammenarbeit mit der Aktion «Marriage Week – die Woche für Ehepaare» hat die Zeitschrift «family» das 36-seitige family-Sonderheft «So bleibt Ihre Ehe vital!» produziert, das dieser Ausgabe beiliegt. Das Heft steht (Kirch-) Gemeinden und Veranstaltern zur kostenlosen Verteilung vor dem Valentinstag zur Verfügung. Es kann so lange Vorrat bestellt werden bei: bvMedia Christliche Medien, Telefon 0848 222 777 (ganze Schweiz zum Normaltarif), per E-Mail an info@bvmedia.ch oder im Internet unter http://bundes-verlag.net/ch/ bestellen/family-sonderheft-zurmarriage-week. (pd)


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W I R T SC H A F T

ACE: Wende gegen die Kernenergie kam zu schnell ENERGIEDEBATTE «Kernsätze» heisst das Mitteilungsorgan der «Arbeitsgruppe Christen und Energie» (ACE). Der Titel

«2000-Watt-Gesellschaft: Drohbotschaft oder Frohbotschaft?» der aktuellen Ausgabe birgt Zündstoff. Die Arbeitsgruppe warnt vor einer «Traumwelt» und fordert in der Diskussion mehr Pragmatismus statt Ideologie. «Wir von der ACE sind engagierte Christen aus verschiedensten Berufen. Speziell beschäftigen wir uns mit der Energiepolitik der Schweiz», erklärt Stefan Burkhard. Der 49-jährige Theologe ist Präsident der Arbeitsgruppe.

«Mehr Pragmatismus»

Die «Arbeitsgruppe Christen und Energie» besteht seit bald 30 Jahren (siehe Kasten). Im Gegensatz zur «Arbeitsgemeinschaft Klima, Energie, Umwelt» (AKU) der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) positioniere sich die ACE politisch eher MitteRechts, sagt Stefan Burkhard. Er ist landeskirchlicher Pfarrer im Aargau. Wie kommt ein Theologe zu einem solchen Engagement? Burkhard: «Ich war schon immer an Technik interessiert. Als Christ

und Bürger ist es mir ein Anliegen, die Entscheidungsfindung sachlich zu gestalten.» Die ACE beobachtete die Entwicklung der letzten Monate mit gemischten Gefühlen. Das Umschwenken in der Energiedebatte kann Burkhard nachvollziehen. Trotzdem kam für ihn die «Wende» zu schnell. Der dreifache Vater sagt: «Wir müssen auch für eine Generationennachhaltigkeit in Bezug auf den Lebensstandard sorgen. Ein Energie-Engpass muss vermieden werden. Und wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht mit schönen Visionen eine unrealisierbare Traumwelt ausdenken.» Grösser als das nukleare Risiko schätzt Burkhard das Problem der Klimaerwärmung ein. Er stört sich daran, dass dieser Fakt wegen der Fukushima-Debatte aus dem öffentlichen Blickfeld geraten ist.

Entwicklung verschärft sich Impressum Idea Schweiz Herausgeber: Idea Information AG, 4410 Liestal Verwaltungsrat: Heiner Henny, Präsident; Sam Moser, Stellvertreter; Paul Beyeler, Hans Lendi, Hansjörg Leutwyler, Hanspeter Schmutz Ideelle Trägerschaft: Schweizerische Evangelische Allianz (SEA), Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG), Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM) Redaktion: Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 44, Fax 031 819 71 60 E-Mail: redaktion@ideaschweiz.ch Internet: www.ideaschweiz.ch Chefredaktor: Andrea Vonlanthen Büro: Bahnhofstr. 65, 9320 Arbon Tel. 071 446 70 02, Fax 071 446 74 88 E-Mail: andrea.vonlanthen@ideaschweiz.ch Redaktor: Thomas Feuz Erweitertes Team: Esther Reutimann, Christian Bachmann, Mirjam Fisch-Köhler Praktikum: Christof Bauernfeind Inserateservice: Jordi AG – das Medienhaus, Roland Rösti, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 25, Fax 031 819 38 54 E-Mail: inserate@ideaschweiz.ch Aboservice: Jordi AG – das Medienhaus, Ursula Seifried Jordi, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 20, Fax 031 819 38 54 E-Mail: abo@ideaschweiz.ch Abopreise: Jahresabo Fr. 145.–, Seniorenabo Fr. 117.–, Halbjahresabo Fr. 77.–. Das Abo ist unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist jeweils zum Bezugsende kündbar. Konto: PC-Konto 40-788586-4 Idea Information AG, 4410 Liestal Layout/Druck/Versand: Jordi AG – das Medienhaus, Aemmenmattstr. 22, 3123 Belp www.jordibelp.ch

Bilder: idea/tf, zvg

In der oft hitzigen Debatte möchte die ACE auf dem Boden bleiben. Das hat ihr schon den Vorwurf eingebracht, sie sei reaktionär. Burkhard kontert: «Der Stromverbrauch steigt stetig an, die Klimaproblematik verschärft sich. Was nützen da schönfärberi-

Wer ist die ACE? Die «Arbeitsgemeinschaft Christen und Energie» (ACE) wurde 1984 gegründet. Sie versteht sich als eine Bewegung für eine sachliche Diskussion von Energiefragen, namentlich in der Schweiz. Die periodisch veröffentlichten «Kernsätze» dienen als Beitrag zur Meinungsbildung. Präsident der ACE ist Stefan Burkhard, Pfarrer der Aargauer Landeskirche (BIld). Der Sohn eines EMK-Pfarrers studierte an der Uni Basel. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und bezeichnet sich als liberaler Theologe. www.christenenergie.ch

Wird die Stromversorgung bald von düsteren Wolken überschattet?

sche Szenarien, wie es in 40 Jahren aussehen wird? Das tut heute noch niemandem weh! Deshalb begrüssen jetzt viele etwas, von dem sie gar nicht wissen, was es bedeutet.» Jede Energieform habe Vor- und Nachteile: «Die ACE wehrt sich gegen das einseitige Schönreden gewisser Energiequellen. Es gibt da zu viele Widersprüche.» Ebenso kann Burkhard nicht verstehen, wie man für erneuerbare Energien einstehen will, aber gleichzeitig gegen den Ausbau von Stauseen ist. Auch zu überspannten Erwartungen, die mit dem Energiesparen verbunden sind, äussert sich die ACE kritisch. Die Vision der 2000-Watt-Gesellschaft trage die Gefahr einer «Öko-Diktatur» in sich. «Wird diese Vision dazu führen, dass der Energieverbrauch dereinst beinahe wie in einer Kriegswirtschaft kontingentiert werden wird?», fragt die letzte Ausgabe der «Kernsätze». Eine so wichtige Frage möchte die ACE breit diskutiert haben, am liebsten mit einer Volksbefragung.

Sparen – aber wie?

Verzichten will kaum jemand, zumindest nicht, wo es eigene Rechten und Freiheiten betrifft. Potenzial zu einer Veränderung sieht die ACE im Ersatz von Ölheizungen

und in Massnahmen zur besseren Isolation von Häusern. Denn: «Jede eingesparte Kilowattstunde ist eine gute.» Drastisches Sparen könnte jedoch dazu führen, dass Wirtschaft und Gesellschaft «abgeschnürt» werden, ihnen letztlich der «Pfuus» ausgeht. Die Haltung «Jetzt steigen wir aus der Kernenergie aus, jetzt wird alles gut» hält Burkhard für fatal. «Womöglich kommt unser Strom dann dereinst aus Osteuropa, wo derselbe in Kohlekraft- oder Atomkraftwerken unter minderwertigeren Umweltbestimmungen produziert wird, als dies bei uns möglich wäre. Das ist einfach nicht zu Ende gedacht!» Aber das Reden von erneuerbaren Energien sei zurzeit halt sehr «sexy», resümiert der Pfarrer. Er versteht sich als eine Art «Anwalt für den real existierenden Menschen». Und ist überzeugt, dass die «Stunde der Wahrheit» noch kommen wird: «Vielen geht vermutlich erst ein Licht auf, wenn die Lichter ausgehen.» THOMAS FEUZ

Das meint die AKU Wie beurteilt die «Arbeitsgemeinschaft Klima, Energie, Umwelt» (AKU) der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) die ACE? AKUPräsident Werner Hässig sagt: «Die ACE wurde vor allem als Befürworterin der Atomkraftwerke wahrgenommen. Es freut uns, dass sie von Energieeffizienz und erneuerbaren Energie spricht. Wir sind uns einig, dass die Abhängigkeit von fossiler Energie und vom Ausland reduziert werden soll. Die AKU hat eine Perspektive, wie Energiesparen vernünftigerweise aussehen soll: Die Energie soll zur Generierung von Steuererträgen genutzt werden, bei gleichzeitiger Reduktion von Einkommens-, Gewinn oder Mehrwertsteuer – also staatsquotenneutral. Die Energie wird so effizient genutzt statt verschwendet, sozial schwächere Bevölkerungsteile mit kleinem (Energie-)Budget werden steuerlich entlastet.» www.sea-aku.ch

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«Shine» mit Beauty, Wellness, Pistolenschiessen FRAUENKONFERENZ Was macht wahre Freundschaft aus, was muss ich selbst dazu beitragen? Über 500 Frauen

suchten bei «Shine» in Winterthur Antworten. Vorträge und Workshops boten auch Raum für neue Beziehungen.

Nicht nur das Wetter spiegelte den Titel der Frauenkonferenz «Shine» wieder. Das Strahlen der vielen Frauenaugen beim Anblick der Kreativ-Tauschbörse mit Beauty, Wellness, Schmuck und Schminken überstrahlte erwartungsgemäss alles. Die Frauen wurden von der GvC (Gemeinschaft von Christen) Chile Hegi eingeladen, sich selbst zu «verzaubern», ihre einzigartige Schönheit zu zeigen und anzunehmen. Dies unterstrich auch der Input zum Thema «Freundschaft mit mir selbst und mit Gott», welcher die Grundlage für gelungene Freundschaft beschrieb. Kulinarische Highlights und peppige Worships umrahmten den Anlass.

Workshops fördern Beziehungen

«Die Sehnsucht nach echten Beziehungen treibt unser Leben an. Unsere Freundinnen sind fester Bestandteil unseres Lebens und bereichern es täglich», so die Tagungsbeschreibung. Es war des-

Einfach Sein statt Schein: Frauen geniessen eine kreative Pause am Kongress «Shine» in der «Parkarena» in Winterthur offensichtlich.

halb nicht verwunderlich, dass sich die meisten Frauen gleich mit ihrer besten Freundin zur Konferenz angemeldet hatten. Was macht wahre Freundschaft aus, was muss ich selbst dazu beitragen? Diesen Fragen widmete sich der zweite Konferenztag. Nebst persönlichen Erfahrungsberichten von Frauen wurde auch aufgezeigt, was uns die Bibel dazu sagt.

Dieses Jahr legten die Veranstalter bewusst den Schwerpunkt nicht auf die Vorträge, sondern auf die Workshops, da erfahrungsgemäss hier unter Gleichgesinnten neue Beziehungen entstehen. Das Angebot war ausserordentlich vielfältig. Neben Workshops zu klassischen Frauenthemen wie Basteln, Beauty und Tanzen gab es auch Pistolenschiessen und Kart-

Rennen im Tempodrom. «Wir wollen Frauen bewusst etwas total Verrücktes anbieten», so Susanne Gysin. «Wir wollen dazu anregen, im geschützten Rahmen mit anderen Frauen Neuland zu betreten. Letztes Mal gab es zum Beispiel einen Autoreparaturkurs.» Susanne Gysin hat alle sechs Frauenkonferenzen bei der Chile Hegi miterlebt. Als Initiantin gab sie damals den Impuls für einen Frauenanlass. Mit 60 Frauen habe sie angefangen, so die Initiantin. Dieses Jahr waren es über 500 Teilnehmerinnen. «Wir hatten für 350 Frauen geplant, wurden völlig überrannt und mussten kurzfristig zusätzliche Workshops anbieten, damit alle Platz hatten.» Dank der 70 ehrenamtlichen Helferinnen und der 30 Männer im Hintergrund meisterte das Konferenzteam diese Aufgabe bravourös. PETRA GREYKOWSKI-OBERLE www.gvc-winterthur.ch

Aufruf an Schweizer Bischöfe wegen der Sexbox EltERN-INItIAtIvE Der Widerstand vieler Eltern in Basel gegen die Sexbox geht weiter. Nun wurden katholische Bischöfe mit Briefen angeschrieben. Sie werden dazu aufgefordert, öffentlich Stellung zu beziehen.

Das Basler «Elternkomitee zum Stopp der Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» hat sich nicht erst seit der Einführung der Sexbox im Schuljahr 2011/12 auf verschiedenen Ebenen gewehrt. Man will verhindern, dass bereits im Kindergarten und in der Primarschule ein aktiver Sexualkundeunterricht durchgeführt wird.

Gesuche wurden abgelehnt

Im Oktober 2011 wurde eine entsprechende Petition mit schweizweit 91 816 Unterschriften eingereicht. Eine Antwort darauf wird in Kürze erwartet. Viele Eltern in Basel wollten ihre Kinder ausserdem vom Unterricht dispensieren lassen. Die entsprechenden Gesuche wurden jedoch durchwegs abgelehnt. Gegenwärtig befasst sich idea Spektrum 03.2012

«Kinder sollten Kinder sein dürfen und ihre Kindheit unbeschwert erleben», meint das Elternkomitee.

der Gesamtregierungsrat BaselStadt mit den Rekursen der Eltern zu diesem Entscheid.

Krasse interne Widersprüche

Schliesslich erreichte die Diskussion auch die katholischen Bi-

schöfe. Bischof Vitus Huonder aus Chur kritisierte die Sexualerziehung scharf. Er forderte die Möglichkeit, Kinder vom Unterricht freistellen zu lassen. Sein Basler Amtskollege Felix Gmür sieht das jedoch anders. «Der Unterricht über die menschliche Sexualerziehung gehört zu den Aufgaben der Schule. Sie soll darauf nicht verzichten», sagte er in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Das Elternkomitee sieht hier «krasse interne Widersprüche, die ausgelotet werden sollten». Es rief in einem Schreiben an ausgewählte Adressen dazu auf, Briefe an Gmür und die anderen Bischöfe zu senden. Man hoffe so, Gmür umstimmen zu können. Laut Benjamin Spühler, dem Gründer des Elternkomitees, hätten alle Bischöfe inzwischen

«Dutzende von Briefen und Solidaritätsbekundungen von Eltern» erhalten. Bischof Huonder sprach von mehr als hundert Schreiben. Im Bistum Basel werden es wohl noch mehr sein. Die Konfrontation geht damit in die nächste Runde. CHRISTOF BAUERNFEIND

Die Sexbox Die umstrittene «Sexbox» für Kindergarten und Primarschule enthält unter anderem diverse Bücher, ein dreischichtiges Körperpuzzle aus Holz und zwei Puppen mit erkennbaren Geschlechtsteilen. Sie wurde als Anschauungsmaterial für den neuen Sexualkundeunterricht gemäss Lehrplan 21 verteilt. www.elternkomitee.ch

Bilder: Andreas Gysin, zvg


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P U BL I R E P OR TAG E

Friedenskirchliche Theologie Theologie Friedenskirchliche In einem einem inspirierenden inspirierenden Umfeld Umfeld In sich vorbereiten vorbereiten und und weiterbilweiterbilsich den für für einen einen Dienst Dienst in in GemeinGemeinden de und und Mission Mission de „Unsere Welt braucht le„Unsere Welt le„Unsere Welt braucht braucht lebendige christliche Gemeinbendige christliche Gemeinbendige den, die christliche durch ihre GemeinPräsenz den, die durch ihre Präsenz den, die durch ihre Präsenz – in Taten und Worten – – in und –– –Christus in Taten Tatenglaubwürdig und Worten WortenbeChristus glaubwürdig beChristus glaubwürdig bezeugen. Und dafür engagieren zeugen. Und dafür engagieren zeugen. Und bilden dafür engagieren wir uns und Menschen wir uns und Menschen wir uns sagt und bilden bilden Menschen aus.“, Frieder Boller, aus.“, sagt Frieder Boller, aus.“, Boller, Leiter sagt des Frieder Theologischen Leiter des Theologischen Leiter Theologischen Seminarsdes Bienenberg. Seminars Seminars Bienenberg. Bienenberg. Gemäss seiner mennonitisch Gemäss seiner mennonitisch Gemäss seinerWurzeln mennonitisch –täuferischen setzt –täuferischen Wurzeln setzt –täuferischen Wurzeln setzt das TSBienenberg dabei das TSBienenberg dabei das TSBienenberg dabei theologische und praktische theologische und praktische theologische und gehört praktische Akzente. Dazu es, Akzente. Dazu gehört es, Akzente. Dazu gehört es, friedenskirchliche Theologie friedenskirchliche Theologie friedenskirchliche Theologie und Tradition im Dialog mit und Tradition im Dialog mit und Tradition imKirchen Dialog und mit Christen anderer Christen anderer Kirchen Christen anderer Kirchen und und Bekenntnisse zu reflektierten. Bekenntnisse zu reflektierten. Bekenntnisse zu reflektierten.

Studierende und SeminarteilStudierende und Studierende und SeminarteilSeminarteilnehmende kommen aus vernehmende kommen aus nehmende kommen aus ververschiedensten Gemeindehinschiedensten Gemeindehinschiedensten tergründen und Gemeindehinbringen ihre tergründen und bringen ihre tergründen und bringen ihre unterschiedlichen Erfahrununterschiedlichen Erfahrununterschiedlichen Erfahrungen und Prägungen ein in ein gen und ein gen und Prägungen Prägungen ein in in ein ein inspirierendes Lernumfeld. inspirierendes Lernumfeld. inspirierendes Lernumfeld.

Dabei bestimmt der Dreiklang Dabei bestimmt der Dabei der Dreiklang Dreiklang von bestimmt Sehen-Beurteilen-Hanvon Sehen-Beurteilen-Hanvon Sehen-Beurteilen-Handeln den gesamten Lehrplan. deln deln den den gesamten gesamten Lehrplan. Lehrplan.

Sehen Sehen Sehen Unsere Welt

Unsere wahrnehmen Unsere Welt Weltund wahrnehmen verstehenund wahrnehmen und verstehen verstehen

Handeln Handeln Handeln Glaubwürdig

Glaubwürdig reden und Glaubwürdig reden und handeln reden und handeln handeln

Beurteilen Beurteilen Beurteilen Die Gegenwart Die Gegenwart im Licht der Die Gegenwart im Licht christlichen im Licht der der christlichen Botschaft christlichen Botschaft interpretieren Botschaft interpretieren interpretieren

Jetzt Schnuppertag Jetzt Schnuppertag Jetzt Schnuppertag vereinbaren vereinbaren vereinbaren Kontakt: Kontakt: Kontakt: lukas.amstutz@bienenberg.ch lukas.amstutz@bienenberg.ch lukas.amstutz@bienenberg.ch Studienleiter Grundstudium Studienleiter Studienleiter Grundstudium Grundstudium Zweistufiges Grundstudium Zweistufiges Zweistufiges Grundstudium Grundstudium Das Grundstudium ist eine Das Grundstudium eine Das Grundstudium ist ist eine berufsqualifizierende Ausbilberufsqualifizierende Ausbilberufsqualifizierende Ausbildung für eine Tätigkeit in dung für eine Tätigkeit in dung für und eine Mission. Tätigkeit Im in Gemeinde Gemeinde und Mission. Im Gemeinde und Mission. Im

Das sagen ehemalige Studierende: Das sagen Das sagen ehemalige ehemalige Studierende: Studierende: „Die Beziehung zwischen den „In den 3 Jahren Grundstudium

„Die Beziehung zwischen den „Die Beziehung und zwischen den Studierenden Dozenten Studierenden und Dozenten Studierenden und Dozenten empfanden wir als sehr herzlich empfanden wir herzlich empfanden wir als als sehr sehr herzlich und partnerschaftlich. Man hatte und partnerschaftlich. Man hatte und partnerschaftlich. Man hatte das Gefühl, sich auf Augenhöhe das Augenhöhe das Gefühl, Gefühl, sich sich auf auf Augenhöhe zu begegnen.“ zu zu begegnen.“ begegnen.“ „Lernen und geistliches Denken „Lernen Denken „Lernen und geistliches Denken hat und nichtgeistliches nur im Unterricht hat nicht nur im Unterricht hat nicht nur imsondern Unterricht stattgefunden, im stattgefunden, sondern stattgefunden, sondern im im täglichen Miteinander." täglichen täglichen Miteinander." Miteinander."

„In 33 Jahren Grundstudium „In den Jahren Grundstudium bin den ich mit den grossen Zusammenbin ich mit den grossen Zusammenbin ich mit den grossen Zusammenhängen der Bibel vertraut geworden. hängen der geworden. hängen der Bibel Bibel vertraut geworden. Gleichzeitig habe vertraut ich gelernt, verGleichzeitig habe gelernt, verGleichzeitig habe ich ich gelernt, vernetzter zu denken und gewisse netzter denken netzter zu denken und und gewisse Themenzu sorgfältiger undgewisse differenThemen sorgfältiger und Themen sorgfältiger und differenzierter zu betrachten." differenzierter zierter zu zu betrachten." betrachten." „Ich habe Gott grösser, unermessli„Ich Gott unermessli„Ich habe Gott grösser, grösser, unermesslicherhabe und liebender kennengelernt, cher und liebender kennengelernt, cher kennengelernt, als ichund mirliebender das je vorstellen konnte." als als ich ich mir mir das das je je vorstellen vorstellen konnte." konnte."

ersten Studienjahr, als Basisersten Studienjahr, als Basisersten Studienjahr, Basisjahr konzipiert, liegtalsder Akjahr konzipiert, liegt der Akjahr konzipiert, liegt der Akzent neben grundlegenden zent neben neben grundlegenden grundlegenden zent biblisch-theologischen Einbiblisch-theologischen Einbiblisch-theologischen Einführungen auf Spiritualität führungen auf führungen auf Spiritualität Spiritualität und Persönlichkeitsentwickund Persönlichkeitsentwickund Persönlichkeitsentwicklung. Diese enge Verknüplung. Diese enge lung. Diese enge VerknüpVerknüpfung von Theologie und perfung von Theologie und perfung von Theologie und sönlicher Frömmigkeit perist sönlicher Frömmigkeit ist sönlicher ist elementare Frömmigkeit Vorbereitung für elementare Vorbereitung für elementare Vorbereitung für einen (neben-) beruflichen einen (neben-) beruflichen einen (neben-) beruflichen

Dienst. Zwei weiterführende Dienst. Zwei Dienst. Zwei weiterführende weiterführende biblisch-theologischen Stubiblisch-theologischen Stubiblisch-theologischen dienjahre schliessen sichStuan, dienjahre schliessen sich an, dienjahre schliessen sich an, die Praxiserfahrungen beindie Praxiserfahrungen beindie Praxiserfahrungen halten. Abgeschlossen beinwird halten. Abgeschlossen wird halten. Abgeschlossen das dreijährige Studium wird mit das dreijährige Studium mit das dreijährige Studium mit einem Vocational Bachelor in einem Vocational Bachelor in einem Vocational Bachelor Christian Ministries (EEAA).in Christian Christian Ministries Ministries (EEAA). (EEAA). Theologische Aus- und Theologische Aus- und Theologische WeiterbildungAusdenund eigenen Weiterbildung den Weiterbildung den eigenen eigenen Bedürfnissen anpassen Bedürfnissen Bedürfnissen anpassen anpassen Das Modul und Blocksystem Das Modul Das Modul und und Blocksystem Blocksystem des Studienganges erlaubt ein des Studienganges erlaubt ein des Studienganges ein Teilzeitstudium wieerlaubt auch eine Teilzeitstudium wie auch eine Teilzeitstudium wie auch eine gezielte punktuelle Weiterbilgezielte punktuelle Weiterbilgezielte punktuelle Weiterbildung. Wer sich beispielsweise dung. Wer sich beispielsweise dung. Wer bestimmten sich beispielsweise zu einem Thema zu einem bestimmten Thema zu einem bestimmten Thema qualifiziert fortbilden möchqualifiziert fortbilden möchqualifiziert möchten und nurfortbilden wenig Zeit hat, ten und nur wenig Zeit ten wenig Zeit hat, hat, kann und ausnurdem Studienprokann aus dem Studienprokann Studienprogrammauseindem einzelnes Modul gramm ein einzelnes Modul gramm ein einzelnes Modul auswählen und belegen, z. B. auswählen und und belegen, belegen, z. z. B. B. auswählen „Nachfolge“, „Einführung in „Nachfolge“, „Einführung in „Nachfolge“, „Einführung in Ethik“, „Glaube vertiefen“, Ethik“, „Glaube vertiefen“, Ethik“, „Glaube vertiefen“, „Berufung“, „Einleitung in „Berufung“, „Einleitung in „Berufung“, „Einleitung in die Evangelien“ oder .... die die Evangelien“ Evangelien“ oder oder .... .... Zeit für eine Auszeit Zeit Zeit für für eine eine Auszeit Auszeit Das Basisjahr kann auch im Das Basisjahr kann auch Das auch im im SinneBasisjahr einer kann persönlichen Sinne einer persönlichen Sinne einer persönlichen Auszeit und WeiterentwickAuszeit und WeiterentwickAuszeit und Weiterentwicklung belegt werden. lung belegt werden. lung belegt werden.

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Niederlande: Alzheimerkranke ohne Einwilligung getötet STERBEHILFE In den Niederlanden wird das Leben von Patienten auch ohne Einwilligung beendet. Nun sollen auch in Großbritannien die entsprechenden Sterbehilfe-Gesetze gelockert werden.

D

ie Barrieren zur Tötung schwerstkranker Menschen mit oder auch ohne ihr Verlangen bröckeln in Europa immer mehr. Wie die Aktion „Lebensrecht für Alle“ (Augsburg) im Magazin „Lebensforum“ berichtet, ist im vergangenen Jahr in den Niederlanden erstmals eine Alzheimer-Patientin ohne Einwilligung getötet worden. Zwar habe die 64-Jährige früher mehrfach den Wunsch geäußert, dass ihrem Leben ein Ende gemacht werden solle, doch sei sie vor ihrem Tod nicht mehr in der Lage gewesen, dies bewusst zu wiederholen. Im Jahr 2002 hatten die Niederlande als erstes Land die Euthanasie legalisiert. Der Fall zeige, so Autor Matthias Lochner, dass die von Befürwortern beschworene „Autonomie am Lebensende“ zu einer „Farce“ geworden sei: „Es geht offenbar nicht mehr darum, was ein Patient aktuell wirklich will, sondern darum, was Dritte annehmen, dass er zu einem Zeitpunkt, an dem er seinen Willen nicht mehr äußern kann,

aufgrund früherer Äußerungen wollen würde.“ Drei von der niederländischen Regierung in Auftrag gegebene Studien kämen zum Ergebnis, dass der Anteil der „Tötungen ohne Verlangen“ etwa ein Viertel aller Patiententötungen ausmache. Eigentlich dürfte es sie nicht geben, denn das entsprechende Gesetz verlangt, dass der Patient zuvor seiner Tötung zugestimmt haben muss. Als Motive gäben die Ärzte an, dass etwa die Nächsten das Schicksal ihres Angehörigen nicht mehr ertragen konnten oder dass die Lebensqualität des Patienten nur noch gering gewesen sei. Die Zahl der Tötungen von Demenzkranken in den Niederlanden sei von 12 (2009) auf 25 (2010) gestiegen.

Wer weniger als ein Jahr hat … In Großbritannien hat unterdessen eine „Kommission für Sterbehilfe“ gesetzliche Lockerungen für die Euthanasie vorgeschlagen. Ebenso wie in Deutschland ist auch in

Umfrage von Allensbach: Deutsche mehrheitlich für aktive Sterbehilfe Zurzeit wird ja viel über aktive Sterbehilfe diskutiert. Das bedeutet, dass man das Leben schwerkranker Menschen, die keine Chance mehr zum Überleben haben und große Schmerzen erdulden müssen, auf deren eignen Wunsch hin beendet. Sind Sie für oder gegen die aktive Sterbehilfe? Dagegen 19% Unentschieden 23 % Dafür 58%

England und Wales bisher noch aktive Sterbehilfe verboten. Die Kommission rät, es Ärzten – unter strengen Auflagen – zu erlauben, dass sie Patienten, die voraussichtlich weniger als ein Jahr zu leben hätten, helfen, ihrem Leben ein Ende zu setzen. P

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Deutschland: Schüler dürfen den Besuch okkulter Filme ablehnen GERICHTSURTEIL Eltern bekamen recht: Ihr Sohn musste sich keinen Film über schwarze Magie ansehen.

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as geht aus einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster hervor (Aktenzeichen: 19 A 610/10). Der Schulleiter eines Gymnasiums in Bocholt hatte den Antrag der Eltern eines 12-Jährigen abgelehnt, ihren Sohn vom Besuch des Kinofilms „Krabat“ zu befreien. Das Kind nahm trotzdem nicht an der Vorführung teil. Der Film des Regisseurs Marco Kreuzpaintner spielt während des 30-jährigen Krieges (1618-1648) und handelt von dem Waisenjungen Krabat, der von einem Müller in die Kunst der schwarzen Magie eingeführt wird. Die Eltern des Gymnasiasten, die den „Zeugen Jehovas“ angehören, klagten gegen die Entscheidung des Schulleiters. Ihre Religion verbiete alle Berührungspunkte mit Okkultismus (zu der die schwarzer Magie

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KreativMit großem wettbewerb und Schreib uss: Einsendeschl 2008 ber 15. Dezem

Das Plakat für den umstrittenen Film

gehört, die sich mit der Beschwörung böser Geister befasst), so die Begründung. Die Eltern unterlagen zunächst vor dem Verwaltungsgericht Münster, legten aber Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster ein. Es urteilte im Dezember, dass die Entscheidung des Schulleiters rechtswidrig war. Die Eltern hätten nachvollziehbar und überzeugend ihren Glauben vertreten, nach dem sie das im Film dargestellte Praktizieren schwarzer Magie ablehnen müssten. Das Grundrecht der Eltern und ihres Kindes sei in diesem Falle gewichtiger als die Durchsetzung des staatlichen Erziehungsauftrags. Die Schulleitung hatte vor Gericht argumentiert, dass der Film durch das nordrheinwestfälische Schulministerium empfohlen worden sei. P


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Wenn Gott der Chef im Unternehmen ist USA Von vielen US-amerikanischen Unternehmern kann man lernen, wie sich modernes Management und Evangelium ergänzen.

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ieser Ansicht ist der evangelikale Unternehmer Prof. Jörg K noblauch (Giengen bei Ulm). Er bietet jährlich Studienreisen zu US-Betrieben an, Jörg Knoblauch deren Chefs nach dem Motto arbeiten „Jede Firma sollte eine Plattform für das Evangelium sein, jeder Geschäftsführer ein Verkündiger des Evangeliums“. Diese Unternehmer hätten eine Experimentierfreude, die viele neue evangelistische Programme am Arbeitsplatz entstehen lasse, sagte Knoblauch in einem Interview mit der Zeitschrift „Charisma“ (Düsseldorf). Besonders beeindruckten ihn die rund 12.000 Betriebsseelsorger in den USA, die „Chaplains“. Sie kümmerten sich um das Wohl der Mitarbeiter und deren Familien. In den Firmen habe sich herumgesprochen, „dass derart betreute Mitarbeiter motivierter, zufriedener und sinnerfüllter ihre Arbeit tun“. Dass dabei auch Men-

schen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus fänden, mache die Sache noch spannender, so Knoblauch.

Charakter zuerst Er lobte auch das Programm „Character first“ (Charakter zuerst) in US-Firmen. Dabei lade der Chef die Belegschaft einmal pro Woche ein. In einem 45-minütigen Programm werde jeweils ein Wert des Unternehmens thematisiert. Zu Werten wie Höflichkeit, Ehrlichkeit und Vertrauen gebe es hervorragend ausgearbeitete Materialien, die dann gemeinsam durchgearbeitet würden. In solchen Unternehmen habe der Chef das Selbstverständnis, „dass er nur der Verwalter des Betriebs, Gott aber der eigentliche Inhaber ist“. Knoblauch ist stellvertretender Vorsitzender des Kongresses christlicher Führungskräfte. Nach seinen Angaben wird es beim nächsten Kongress vom 17. bis 19. Januar 2013 in Leipzig Vorträge, Seminare und Foren geben, bei denen das Thema „Christsein am Arbeitsplatz“ aufgegriffen wird. P

Warum Selbstmorde bei Protestanten häufiger waren als bei Katholiken SUIZID Zwei Ökonomen untersuchten den Einfluss der Religion

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rotestanten begehen öfter Selbstmord als Katholiken. Zu diesem Ergebnis sind – wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet – die Ökonomen Sascha Becker und Ludger Wößmann gekommen, als sie Statistiken aus dem 19. Jahrhundert auswerteten. Sie konnten auf Angaben aus 452 Kreisen im damaligen Preußen zurückgreifen. Danach verübten 18 von 100.000 evangelischen Christen Selbstmord, bei den Katholiken waren es nur 6,5. Die Forscher vermuten auch hinter den unterschiedlichen Selbstmordraten religiöse Gründe: Protestanten und Katholiken seien bei Nützlichkeitserwägungen

zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Während Protestanten lernten, dass Gott sie allein aus Gnaden annehme, fürchteten Katholiken eine ewige Verdammnis. Ihnen sei beigebracht worden, dass Selbstmord eine schwere Sünde sei, die nicht vergeben werden könne. Dazu komme, dass Protestanten gewohnt seinen, ihrem eigenen Gewissen zu folgen, anstatt sich an die Lehren der Kirche zu halten. Für Protestanten, die auf der Erde keinen Ausweg aus einer hoffnungslos erscheinenden Situation wüssten, könne es im Himmel nur besser werden, während Katholiken in der Hölle landeten. P

NOTIERT Somalia: Muslimische Extremisten peitschen Christin aus In Somalia ist eine junge Christin wegen ihres Glaubens öffentlich ausgepeitscht worden. Die 28-jährige Sofia Osman ist in der Stadt Janale mit 40 Hieben vor einer jubelnden Menschenmenge blutig und bewusstlos geschlagen worden. Im November war sie von der radikal-islamischen Shabab-Miliz gefangen genommen worden. Die Auspeitschung war der „Preis“ für ihre Freilassung. Die militante Gruppe will Somalia von Christen „säu-

ÄTHIOPIEN Indischer

S O MA LIA Ozean Janale

MOGADISCHU HAUPTSTADT

bern“. Im Jahr 2011 haben diese Muslime bereits drei Christen umgebracht, im Vorjahr waren es mindestens 15. Weniger als 1 % der 8,7 Millionen Einwohner des Landes am Horn von Afrika sind Christen, die übrigen meist Muslime.

Spanien: Ein Wegbereiter der Evangelikalen gestorben Er war einer der Wegbereiter der Evangelikalen in Spanien: der Missionar Juan Camafort (Caspe bei Saragossa). Der langjährige Mitarbeiter der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG) ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Er erlag – wie erst jetzt bekanntwurde – am 23. Dezember einem Herzversagen. Camafort war maßgeblich am Aufbau des spanischen Bundes Freier evangelischer Gemeinden beteiligt. 30 Jahre wirkte er als Direktor der theologischen Ausbildungsstätte der Freikirche, die heute rund 5.000 Mitglieder zählt. In Caspe gründeten Camafort und seine 1998 verstorbene deutsche Ehefrau Helga eine Gemeinde. Am 21. Januar findet dort ein Gedenk- und Dankgottesdienst für den Missionar statt, der seit 1965 für die DMG tätig war.

Fotos: PR

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Friedrich, der große Zweifler KÖNIG Einer der bekanntesten Monarchen in Europa wurde vor 300 Jahren am 24. Januar 1712 geboren: Friedrich II. (1712–1786) von Preußen, bekannter als Friedrich der Große. Aus diesem Anlass gibt es zahlreiche Gedenkveranstaltungen, Filme und Ausstellungen. Ein Porträt von Karsten Huhn.

E

r schaffte die Folter ab, führte drei Kriege und die Kartoffel als Nahrungsmittel ein. Hugenotten (reformierte Christen aus Frankreich) und Katholiken lud er ein, sich in Preußen anzusiedeln. Er machte es zu einem der modernsten Staaten Europas. Toleranz und Weltoffenheit verband er dabei mit wirtschaftlichen Interessen. Auf die Frage, ob die katholischen Schulen im Lande abgeschafft werden sollen, antwortete er mit dem berühmt gewordenen Ausspruch: „Die Religionen müssen alle toleriert werden, und der Fiskus muss nur das Auge darauf haben, dass keine der anderen Abbruch tue, denn hier muss ein jeder nach seiner Façon selig werden.“

„Alle Religionen sind gleich und gut“ Konfessionelle Streitigkeiten waren ihm zuwider: „Man braucht weder Luther noch Calvin, um Gott zu lieben.“ Was jemand glaubte, war Friedrich II. letztlich gleichgültig: „Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sie ausüben, ehrliche Leute sind; und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land bevölkern, so wollen wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen.“ Seinen eigenen Glauben beschrieb Friedrich II. so: „Die erste Tugend jedes ehrenwerten Menschen und, wie ich glaube, auch jedes Christen muss die Humanität sein. Die Stimme der Natur, die die Grundlage der Humanität ist, will, dass wir uns alle lieben und wechselseitig unser Wohlergehen fördern. Das ist meine Religion.“ Der König bezweifelte, „dass das allmächtige Wesen sich im mindesten um die menschlichen Angelegenheiten kümmert“. Zum Eingreifen Gottes hatte er eine ganz eigene Ansicht: „Gott hilft gerne den stärksten Bataillonen.“ Friedrich II. schloss sich den Freimaurern an. Von der Kirche war er enttäuscht, in ihrer Geschichte entdeckte er vor

Das einzige Porträt Friedrichs des Großen, zu dem er persönlich Modell gesessen hat. Von Johann Georg Ziesenis (1763)

allem Versagen: „Statt etwas Göttliches darin zu finden, trifft man nur auf lästerlichen Missbrauch mit dem höchsten Wesen. Ehrwürdige Betrüger benutzen Gott als Schleier zur Verhüllung ihrer verbrecherischen Leidenschaften.“

Von Hunden und Menschen Mit Aufklärern wie dem französischen Philosophen Voltaire stand Friedrich II. im Briefwechsel. Ihm schrieb er: „Der menschliche Geist ist schwach. Mehr als drei Viertel der Menschen sind für die Sklaverei des absurdesten Fanatismus geboren. Die Furcht vor dem Teufel und vor der Hölle macht sie blind, und sie verwünschen den Weisen, der sie aufklären will. Der große Haufe unseres Geschlechts ist dumm und boshaft.“ Zahlreich sind die Aphorismen von Friedrich II.: „Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen.“

Der König und das Jüngste Gericht Die Lebensphilosophie von Friedrich II. speiste sich aus Pessimismus und Ironie – und machte dabei weder vor Gott noch sich selbst halt: „Es heißt, dass wir Könige Gottes Ebenbilder auf Erden sind. Ich habe mich daraufhin im Spiegel betrachtet. Sehr schmeichelhaft für den lieben Gott ist das nicht.“ Den eigenen Tod vor Augen setzte Friedrich II. seine Hoffnung auf die Philosophie: „Ich liebe die Philosophie, weil sie meine Leidenschaften mäßigt und mir Gleichgültigkeit gegen meine Auflösung und gegen die Vernichtung meines Geistes gibt.“ Und einer Gemeinde, die ihren Pfarrer versetzt wissen wollte, weil er nicht an die Auferstehung glaube, antwortete Friedrich II.: „Der Pfarrer bleibt. Wenn er am Jüngsten Gericht nicht mit auferstehen will, kann er ruhig liegen bleiben.“ P Anzeigen

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N AC H R IC H T E N

Welche Kirchen verloren wie viel Mitgliederverluste der EKD-Mitgliedskirchen 2010 in Prozent im Vergleich zum Vorjahr

EKD-STATISTIK Die Zahl der Mitglieder in den 22 EKD-Mitgliedskirchen ist 2010 um 300.000 gegenüber 2009 gesunken: auf 23,9 Millionen.

D

amit liegt nach der neusten Statistik der EKD der Anteil der landeskirchlichen Protestanten an der Gesamtbevölkerung bei 29,2 %. Ein Prozent mehr Bürger – 30,2 % – sind römisch-katholisch und 33,1 % konfessionslos. Daneben gibt es 4,9 % Muslime und 1,6 % orthodoxe Christen. Der Anteil der Mitglieder von Freikirchen ist mit 0,4 % angegeben. Aufgeführt sind ferner Buddhisten (0,3 %), Juden (0,2 %) und Hindus (0,1 %).

145.250 Aus- und 56.905 Eintritte Die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche ist 2010 gesunken. 145.250 Personen kehrten der Kirche den Rücken, 2,2 % weniger als 2009. Bei den Eintritten (einschließlich Erwachsenentaufen) wurde im Vergleichszeitraum

ein Plus von 1 % auf 56.905 verzeichnet. Die Zahl der Aufnahmen ehemaliger Katholiken betrug 12.530 und lag damit um fast 3.000 höher als 2009. Bei den Amtshandlungen war die Tendenz uneinheitlich.

Zuwachs bei den Trauungen Bei den Taufen kam es zu einem Minus von 2,9 % auf 193.121. Einen Zuwachs gab es dagegen bei den Trauungen um 2,9 % auf 51.882. Die Zahl der Bestattungen sank um 2,1 % auf 292.602.

Pommern

-2,3

Mitteldeutschland

-2,2

Bremen

-2,1

Berlin-Brandenburgschlesische Oberlausitz

-1,8

Braunschweig

-1,6

Nordelbien

-1,5

Schaumburg-Lippe

-1,5

Lippe

-1,5

Kurhessen-Waldeck

-1,5

Westfalen

-1,4

Sachsen

-1,4

Hannover

-1,3

Pfalz

-1,3

Württenberg

-1,1

Oldenburg

-1,0

Rheinland

-1,0

Zahl der Ehrenamtlichen konstant

Bayern

-0,8

Wie aus der Statistik weiter hervorgeht, ist die Zahl der ehrenamtlich Engagierten mit rund 1,1 Millionen nahezu konstant. 69,9 % von ihnen sind Frauen. P

Hessen und Nassau

-0,7

Baden

-0,7

Reformierte Kirche

© lideaGrafik; Quelle: EKD

EKD verlor 300.000 Mitglieder

-7,0

Anhalt

-0,5

Wann ist Bundespräsident Wulff ein Vorbild? KIRCHENLEITER Immer mehr evangelische Bischöfe äußern sich zur Affäre um das Staatsoberhaupt.

D

as Verhalten von Bundespräsident Christian Wulff in der Kredit- und Medienaffäre beschäftigt zunehmend auch evangelische Kirchenleiter. Sie gestehen dem Staatsoberhaupt Fehler und Schwächen zu – solange sie offen und vollständig eingestanden werden. Nach Ansicht des badischen Landesbischofs Ulrich Fischer braucht Deutschland einen Bundespräsidenten, „der zu seiner Schwachheit steht und bedingungslos darauf vertraut, dass erst das vollständige Offenlegen eigener Fehler einen Neuanfang möglich macht“. Gerade im Umgang mit eigenen Fehlern und Schwächen könne das Staatsoberhaupt „ein Vorbild für unser Land sein“, sagte Fischer am 15. Januar in der Karlsruher Stadtkirche. Er bedauere, dass Wulff „sich selbst und uns alle“ quäle, „weil er zu seiner Schwachheit als Mensch nicht bedingungslos stehen kann“. Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mit-

teldeutschland, Ilse Junkermann, sagte der Zeitung „Thüringer Allgemeine“ (Erfurt): „Wir brauchen keine neuen Vorbilder, sondern ein neues Verständnis von Vorbild, einen Abschied vom Bild der Makellosigkeit. Dass jeder ein ideales Leben hinbekommen kann, das entspricht nicht unserer Lebenserfahrung.“ Nach dem Fernsehinterview, in dem Wulff Fehler eingeräumt und um Entschuldigung gebeten hatte, habe sie das Gefühl gehabt, jetzt sei es gut.

Für eine „neue politische Kultur“ Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gesteht ebenfalls Politikern zu, sich zu irren, Fehler zu machen, sie einzuräumen und daraus zu lernen. In einem Gottesdienst am 15. Januar in Landshut plädierte er für „eine neue politische Kultur, die das öffentliche Zeigen von Schwachheit nicht bestraft, sondern als Teil des Menschseins annimmt“. Vor

einer „gnadenlosen“ Mediengesellschaft warnte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister beim Neujahrsempfang seiner Landeskirche im Kloster Loccum bei Nienburg. Er fürchte sich vor einer „nackten, vollständig entblößten Gesellschaft, die das Gespür für die Gnade Gottes verloren hat“, sagte er am 6. Januar.

Nicht an Demontage beteiligen Auch der Direktor des Diakonissen-Mutterhauses in Elbingerode (Harz), Pastor Reinhard Holmer, nahm zur aktuellen Debatte um den Bundespräsidenten Stellung. Im Abschlussgottesdienst der Gebetswoche der Evangelischen Allianz in Frankfurt am Main sagte er: „Ja, er hat einen Fehler gemacht, und die Justiz soll prüfen, ob er sich strafbar gemacht hat. Aber ich will mich nicht beteiligen an der Demontage von Menschen und Ämtern. Das macht unsere Gesellschaft kaputt.“ P ideaSpektrum 3.2012


N AC H R IC H T E N

21

Ein Evangelikaler wehrt sich erfolgreich LANDGERICHT Der NDR und die Tageszeitungen „Die Welt“ sowie taz dürfen ihre rufschädigenden Behauptungen nicht mehr verbreiten.

E

in Evangelikaler hat sich erfolgreich gegen eine Rufschädigung in den Medien gewehrt. Der Vorsitzende der Konferenz für Gemeindegründung, Wilfried Plock (Hünfeld), erwirkte beim Landgericht Fulda Einstweilige Verfügungen gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR), „Die Welt“ (Berlin) und die „tageszeitung“ (Berlin/ taz). Damit wird ihnen auferlegt, Behauptungen über Plock im Zusammenhang mit der Züchtigung von Kindern zu unterlassen. Der NDR hatte am 21. Dezember in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ einen Beitrag unter dem Titel „Kinder schlagen im Namen Gottes“ ausgestrahlt. Darin wird „radikalen Christen“ vorgeworfen, Bibelstellen „unreflektiert in die heutige Zeit zu übertragen“ und als Rechtfertigung zu nehmen, um Kinder zu schlagen und damit Körperverletzungen zu begehen. In diesem Zusammenhang war auch Plock genannt worden. Nach der Einstweiligen Verfügung darf der Sender nicht mehr behaupten, Plock rufe zur Züchtigung der eigenen Kinder mit der Rute und damit zur gewalttätigen Kinderzüchtigung auf.

Wilfried Plock

hungsbücher geschrieben, in denen zu einer gewalttätigen Kinderzüchtigung geraten oder aufgerufen werde. Plock hat nach eigenen Angaben nie ein Buch über Kindererziehung verfasst. Auch „Welt“ und taz droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro, wenn sie weiter unwahre Behauptungen über Plock aufstellen. Er sieht seinen Ruf durch die Medienberichte massiv geschädigt. Außerdem habe er zahlreiche Schreiben mit Beleidigungen und Drohungen erhalten. Die Konferenz für Gemeindegründung veranstaltet Tagungen und gibt eine Zeitschrift heraus. Die Organisation hat Kontakt zu rund 400 Gemeinden, die sich als bibeltreu, nicht-charismatisch und nicht-ökumenisch verstehen. Sie haben über 10.000 Mitglieder. P

b www.kfg.org • 06652 918187 Die Schlagzeilen der Medien, gegen die Einstweilige Verfügungen erlassen wurden:

Ordnungsgeld angedroht Gemäß der Einstweiligen Verfügung muss der NDR eine Internetseite mit Berichten über ihn entfernen. Im Falle der Zuwiderhandlung wird ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro angedroht. Auch „Welt Online“ und die taz hatten in ähnlicher Weise über Plock berichtet. Sie dürfen ferner nicht länger behaupten, er habe Erzie-

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idea Fernseh- und Hörfunk-Tipps

21. Januar – 27. Januar

FE R NSE H E N Sonnabend, 21. Januar

Sonntag, 22. Januar

16.15–17.00 Wie aktuell sind Judentum, Christentum und Islam?

10.00–11.00 Ev.-reformierter Gottesdienst aus Lausanne mit einer historischen Predigt von Albert Schweitzer

20.15–22.00 Cutback. Jugendfilm über Surfen, Freundschaft und die wichtigste Entscheidung des Lebens

11.00–12.00 ERF 1 Ev. Gottesdienst (s.u.)

Mittwoch, 25. Januar

Freitag, 27. Januar

14.45–15.15 Bibel.TV be el. el ll..T TV V Katrin Reinert, eine der besten Ruderinnen der Nation

20.45–21.15 MDR Im Teufelskreis – wenn Alkohol zur Sucht wird

16.30–17.00 WDR Konfliktfall Organspende – Pro & Kontra

23.15–5.40 HR Die lange „Horizonte“Nacht – mit Kirchenpräsident Volker Jung, Margot Käßmann u.v.a.

ERF 1 13.00–13.30 Als Junge vergewaltigt – Thomas Janovszki erzählt

be elll..T TV V 20.15–21.30 Bibel.TV 50 Jahre christlicher Pop

20.15–21.00 WDR Die Suche nach seinen Vorfahren führte Joey Kelly in die USA zu den „Amish“

HÖRFUNK Sonntag, 22. Januar

Foto: PR

7.05–7.30 Die Faszination der Gemeinschaft von Taizé

Montag, 23. Januar 9.45–10.00 Ev.-ref. Predigt aus Basel

8.30–9.00 Die Kunst über sich selbst hinauszuwachsen

10.00–11.00 ERF Plus Gottesdienst aus der Ev. Gemeinschaft Neukirchen/ Knüll mit Bernd Romeike

9.04–9.30 Sündenböcke: Wer die Last der anderen tragen muss

10.05–11.00 Ev. Gottesdienst aus Karlsruhe mit Reinhold Lampe

ideaSpektrum 3.2012

11.30–12.00 Koptisches Leben im neuen Ägypten

13.00–15.00 ERF Plus Beruf und Berufung – gehört das zusammen?

17.30–18.00 Kinder mit Down-Syndrom treiben Sport – nur anders

20.00–21.00 Verwitwet – und dann? Wie Barbara Duhrmann als Witwe einen Zuwachs an Gottes Nähe und Kraft erfuhr

20.04–20.30 Als Deutscher in Israel. Vom ganz normalen Leben mit Juden

Donnerstag, 26. Januar 20.00–21.00 ERF Plus Bilanz: 3.000 Mal Leben – Pastor Horst Marquardt im Gespräch mit Schwester Erna, die als Missionskrankenschwester in Papua Neuguinea, Niger und Samia rund 3.000 Müttern bei der Geburt zur Seite stand


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P RO & KON T R A

Ist Burn-out in der Kirche eine Modekrankheit? LEBENSSTIL Immer mehr Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter klagen darüber, innerlich ausgebrannt zu sein. Ist dieses Phänomen eine Modeerkrankung? Dazu ein Pro und Kontra.

PRO 

In der Fachwelt wird ein Burn-out meist nicht als Krankheit definiert, sondern als Zustand. Er wird ausgelöst durch ein Geschehen aus vielen Faktoren, entstanden während eines längeren Zeitraums mit innerpsychischen Interaktionen. Solche Zustände wurden schon im Alten Testament beschrieben, etwa bei Mose oder Jethro. Als Gesprächstherapeut beobachte ich, dass der Begriff Burnout oft undifferenziert benutzt wird. Für den Betroffenen ist es schwierig, sich seine berufliche Überforderung und die daraus resultierenden körperlichen Stressanzeigen einzugestehen. Eine solche Modeerscheinung kann immer dann auftreten, wenn ein komplexes Erscheinungsbild oberflächlich behandelt wird. Dieser Trend ist heute in unserer Gesellschaft zu beobachten. Er macht sicher nicht halt vor den Kirchentüren. Wo Kirche, Betriebe und unsere Gesellschaft generell nicht Basisangebote zur Prävention und Behand-

Burn-out ist kein modischer Überlastungstrend, sondern eine konkrete Überlastungs- und Stressanzeige

KONTRA 

Ernstzunehmende Phänomene erledigt man nicht, indem man sie als Modeerscheinungen bezeichnet. Burn-out ist kein modischer Überlastungstrend, sondern eine konkrete Überlastungsund Stressanzeige. Vielfältig haben sich die Herausforderungen im Arbeitsleben verändert. Hohe Flexibilität, extreme Arbeitsverdichtung, geringe Anerkennung, fehlende Fairness; solche Entwicklungen erleben wir in der Wirtschaft und eben auch innerhalb der Kirche. Alle hauptamtlichen Berufsgruppen innerhalb der Kirche müssen seit Jahren mit zusätzlichen Aufgaben und umfangreicheren Arbeitsfeldern umgehen. Als Mitte der 70er Jahre der Begriff des Burn-out auftauchte, beschrieb der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger das Syndrom als eine Folge übermäßigen Stresses in Berufen mit hoher emotionaler Belastung. Ein festes Krankheitsbild gibt es bis heute nicht.

Dr. med. Kurt Blatter ist Begründer der Stiftung für ganzheitliche Medizin, die in Langenthal (Schweiz) eine christliche Fachklinik für Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie betreibt.

lung bereitstellen, wird der Begriff Burn-out dazu missbraucht, langjährige treue Mitarbeiter in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten auszumustern, meist im Sinne der Frühpensionierung. Dies ist leider auch und nicht ganz selten ein „Modetrend“. Ein Burn-out-Symposium stand unter dem Motto: „Die Welt zwischen Wille und Erschöpfung“. Diese Welt scheint mir oft auch die Arbeit und das Familienleben von Theologen zu bestimmen. Auf der einen Seite die sehr hohen Erwartungen an die Diener der Kirche durch Gemeinde und Familie und auf der anderen Seite die Tatsache, dass sich nicht all diese Ansprüche unter einen Hut bringen lassen. Dies führt dann häufig zu einem wachsenden inneren Konflikt (Kontrollverlust, Aggression, Depression, Angst und Panik, sinkendes Selbstwertgefühl, Depersonalisation, Glaubenskrisen etc.). Dem Erkrankten hilft es kaum, wenn er hört, er habe eben ein Burn-out. P

Dr. Ralf Meister (Hannover) ist Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Wir reden aber nicht von Modeeffekten, sondern von starker Erschöpfung und andauernder Überforderung, und das sind nicht zu übersehende Belastungen für Pastoren, Diakone und Kirchenmusiker. In allen Landeskirchen wird dieses Phänomen ernst genommen, weil es eine persönliche Belastung anzeigt, die man mit Ratschlägen über die je eigene Glaubenstreue nicht beantworten kann. Gleichzeitig ist es eine Anfrage an die kirchlichen Strukturen. Mit Auszeiten, geistlicher Begleitung oder Mini-Sabbaticals wird in vielen Landeskirchen mit guten Ergebnissen darauf reagiert. Die hannoversche Landeskirche bemüht sich um den Aufbau einer Einrichtung, in der mit professioneller Begleitung und eingebettet in eine geistliche Gemeinschaft Räume entstehen, um in eine hoffnungsvolle, persönlich erfüllte Arbeits- und Lebensgestaltung zurückzukehren. P

Fotos: Blatter/privat; Meister/Jens Schulze

Als Gesprächstherapeut beobachte ich, dass der Begriff Burn-out oft undifferenziert benutzt wird

ideaSpektrum 3.2012


net F O R U M F Ü R J U N G E C H R I S T EN

„Fußball-Bibel“:

Was Klopp & Co. glauben

FUSSBALL-BEGEISTERTE AUFGEPASST: Jetzt könnt Ihr gleichzeitig Bibel lesen und von Top-Spielern und Trainern der Bundesliga erfahren, was ihnen Gott bedeutet. Die neue „Fußball-Bibel“ liefert spannende Einblicke ins Glaubensleben der Sportler.

Fotos: Hintergrund/istockphoto.com; Übrige/PR

F

ür mich ist der Glaube an Gott wie ein Fixstern, der immer da ist. Ein treuer Begleiter, der dir oft genau dann Kraft schenkt, wenn du gar nicht mehr damit rechnest“, sagt der Trainer von Borussia Dortmund, Jürgen Klopp (siehe Buchtitel), der seine Mannschaft in der Saison 2010/2011 zur Meisterschaft führte. Seine Mutter habe jeden Abend an seinem Bett gesessen und mit ihm gebetet. Heute bete er am Ende eines Tages immer mit seiner Frau Ulla. „Grundsätzlich gibt es in meinem Leben unglaublich viele Gründe, mich im Minutentakt bei Gott zu bedanken. Ich würde einfach jedem wünschen, dass er diese Erkenntnis auch hat.“

ten Menschen verloren, dadurch habe ich noch intensiver zu Gott gefunden. Er hat mir damals Kraft gegeben, das zu überstehen, Das vergesse ich ihm nie. Durch Lügen hab ich mir früher leider einiges kaputt gemacht, aber Gott hat mich wieder in die Spur gebracht. Demut ist für mich seitdem Lewis Holtby ein großer Begriff, ebenso wie Dankbarkeit für Kleinigkeiten“, verrät der Mittelfeldspieler von Schalke 04.

Wie es bei mir anfing

Didier Ya Konan, Stürmer von Hannover 96, antwortet auf die Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis: „Als Allererstes glaube ich an einen liebenden Gott und habe tiefes Vertrauen zu ihm – immer! Zweitens habe ich gelernt, dass man bei Gott auch träumen darf, zum Beispiel eines Tages bei einem ganz großen Club zu spielen, und dafür habe ich Geduld. Und drittens ist mir das Wichtigste in allem, was ich tue, Gott die Ehre zu geben und ihm dankbar zu sein, und dafür arbeite ich wirklich hart!“ Jungen Menschen empfiehlt der Nationalspieler der Elfenbeinküste, „viel mit Gott zu sprechen und seinen Charakter durch die Bibel besser kennenzulernen“. In der Bibel habe er gelernt, „dass ich mit Gott überall reden kann, weil sein heiliger Geist keine Grenzen kennt und jeden Tag bei uns ist, um uns dabei zu helfen, in schwierigen Situationen die richtige Lösung zu finden.“ Die Einblicke der Ballartisten machen Lust, sich selbst ins „Buch der Bücher“ zu vertiefen. David Kadel, dem die Spieler und Trainer Rede und Antwort standen, ist sich sicher: „Es gibt zwar keinen Fußball-Gott, aber ich glaube, dass es einen Gott gibt, der uns Menschen liebt, genau so, wie wir sind, mit all unseren Macken. Und deswegen glaube ich, dass er auch den Fußball liebt!“ P Didier Ya Konan

Der aus Brasilien stammende deutsche Nationalspieler Cacau (bürgerlicher Name Claudemir Jeronimo Baretto) berichtet, wie er Christ wurde: „Bei mir hat es damit angefangen, dass mir eines Tages ein Mitspieler von Jesus und der Liebe Gottes erzählt hat. Cacau Ich verstand nicht, was er meinte, aber ich fand es so interessant, dass ich ihn das ganze Wochenende ausfragte.“ Seitdem beschäftigte ihn die Frage, wie man Gott entdecken könne. Gottes „verändernde Kraft“ erlebte der Mannschaftskapitän des VfB Stuttgart dann durch die Taufe seines Bruders, der bis dahin sein Geld ständig verspielt hatte: „Es war beinahe, als ob Gott einen anderen Menschen aus ihm gemacht hätte. Ich war beeindruckt, als mein Bruder mir erzählte, dass Jesus für unsere Sünden gestorben ist. ,Aber wir sündigen doch weiterhin, wie kann man das denn abstellen?‘, habe ich Gott gefragt. Ich habe nur langsam verstanden, dass Jesus gerade dafür gestorben ist, dass er uns immer wieder von neuem unsere Schuld vergibt, damit wir aus unseren Fehlern lernen können und dann ein besseres Leben führen.“

Ich verlor einen geliebten Menschen Und warum bekennt sich der deutsche Nationalspieler Lewis Holtby zum christlichen Glauben? „Ich habe einmal einen gelieb-

B e su cht uns au ch au f

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Das Erfolgsgeheimnis eines Nationalspielers

David Kadel: „Die Fußball-Bibel“, Gerth Medien, 544 S., 9,99 € /14,90 SFr, ISBN 9783865916679

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A LL I A N ZG E BE T S WO C H E

Wir haben unsere Nöte vor Gott gebracht

Christen segnen öffentlich ihre Stadt, hier vor dem Stadttheater Schaffhausen.

ALLIANZGEBETSWOCHE An der Gebetswoche der Evangelischen Allianz beteiligten sich 340.000 Christen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie kamen auch an ungewöhnlichen Orten zusammen.

Schaffhausen: Eine ungewöhnliche Gebetswanderung „Mein Anliegen ist es, unsere Verantwortung in dieser Gesellschaft zu erkennen und wahrzunehmen”, sagt Peter Bösch. Der 62-jährige frühere Sekundarlehrer ist Präsident der Allianzsektion Schaffhausen und Pastor der örtlichen Immanuel-Gemeinde. Die Legitimation nimmt er zum Beispiel aus Sprüche 11,11: „Wir wollen den ‹Segen der Aufrichtigen› und Worte des Lebens in unsere Stadt hineinsprechen.” In Gruppen wurde in den nächtlichen Gassen für Regierung und Parlament, Polizei/Strafvollzug, Medien, Schule und Jugend, Altersheim/Spital, ausländische Wohnbevölkerung, Kirchen und Gemeinden, Wirtschaft (Finanzen, Banken) gebetet. Der Allianzanlass mit Öffentlichkeitscharakter fand bereits zum dritten Mal statt. «Für mich war der Gebetsmarsch erneut ein ermutigendes Erlebnis», lautet Böschs Fazit. Es wird nicht die letzte Aktion gewesen sein: 2011 beschlossen die Mitgliedsgemeinden, ausserhalb der Allianzgebetswoche einen Gebets- und Proklamationsmarsch durchzuführen. Dieser findet jeweils am letzten Donnerstag im Monat statt. www.allianz.sh Thomas Feuz

Im „Ebbelwei-Express“ auf Gebetsfahrt

Frankfurt am Main: Gebete in der Straßenbahn „Halleluja, du begeisterst mich“ – aus vollen Kehlen loben die meist jungen Christen Gott. Sie tun dies in einer Straßenbahn: im „Ebbelwei-Express“ – auf Hochdeutsch Apfelwein-Express. An diesem Abend rattert er zwei Stunden lang durch Frankfurt am Main Die örtliche Evangelische Allianz hat zwei historische Wagen anlässlich der Gebetswoche gemietet. Etwas mehr als 50 Christen aus evangelischen und katholischen Gemeinden steigen am Hauptbahnhof in das knallrote Gefährt ein. Der Ebbelwei-Express kutschiert seit 1977 Fahrgäste durch die Mainmetropole. An diesem Abend dient er als Gebets-Express. Statt Apfelwein werden Apfelschorle und Wasser angeboten. Dazu gibt es gesalzene Brezeln aus der Tüte. Jeder Teilneh-

mer erhält einen Info-Zettel mit der Fahrtroute und Gebetsanliegen. Der Gebetsleiter der örtlichen Allianz, Bernd Oettinghaus, ruft dazu auf, während der Fahrt „mit offenen Augen und offenen Herzen“ für Bürger, Gemeinden und Institutionen zu beten. Manche tun dies für sich – still oder laut – , andere in Gruppen. Viele singen vor allem Anbetungslieder. An der Großdiskothek „A 66“ wird dafür gebetet, dass Jugendliche Christus kennenlernen. Im Bahnhofsviertel tritt man für Menschen am Rande der Gesellschaft ein: Drogenabhängige, Obdachlose, Prostituierte. Ein weiteres Anliegen ist das friedliche Zusammenleben von Deutschen und Migranten, Christen und Muslimen.

Der Macht des Kapitalismus Einhalt gebieten Die Tour führt auch an der Europäischen Zentralbank und dem Zeltlager der Occupy-Bewegung vorbei. Sie will der Macht des Geldes und des Kapitalismus Einhalt gebieten. Oettinghaus bittet darum, dass Gott Ungerechtigkeiten in der Finanzwelt beseitigt. Banken sollten mit dem Geld vor allem den Menschen dienen und nicht dem Profit von wenigen. Es wird gebetet: „Ich bitte dich auch, dass wir den Gott Mammon nicht länger anbeten.“ Am Rathaus, dem Römer, ermuntert Oettinghaus dazu, für die Oberbürgermeisterwahl am 11. März zu beten. Er dankt zugleich für die Amtsinhaberin Petra Roth (CDU), „die viel Gutes für die Stadt bewirkt hat“ und sich wiederholt zum christlichen Glauben bekannt habe. Am Ende beten alle das Vaterunser und stimmen ein Segenslied für ihre Stadt an: „Herr, wir bitten: Komm und segne sie, lege auf sie deinen Frieden.” Christian Starke

Für Frieden im Nahen Osten gebetet

Nürnberg: Arabische und jüdischstämmige Christen In Nürnberg war der Internationale Gebetsabend der bestbesuchte der Gebetswoche. 250 Christen aus afrikanischen, asiatischen und europäischen Ländern beteten für den Nahen Osten. Dabei konnten sie an sechs „Stationen“ ihre Anliegen vor Gott bringen. Da wurde etwa über einer Israel-Landkarte besonders für Verständigung

Foto: Ram Raj Bhalla

Sie brachten den Glauben auf die Strasse

ideaSpektrum 3.2012


A LL I A N ZG E BE T S WO C H E

Frankfurt: der historische Ebbelwei-Express wurde zum Gebets-Express.

und Frieden gebetet. In einem Zelt dachten die Beter an das jüdische Volk; im Gemeinderaum war ihnen wichtig, dass alle Völker Jesus als Messias erkennen. Die ArabischKurdische Gemeinde beteiligte sich mit zwei Liedern. Die Predigt hielt Pastor Nikolaj Krasnikov von der messianisch-jüdischen Gemeinde „Beit Chesed Adonaj“ (Haus der Gnade Gottes). Im Anschluss kam es zu Begegnungen zwischen jüdisch-stämmigen und arabischen Christen. Für viele Besucher wurde so klar: „Was unsere Völker in der Politik nicht schaffen, das ist hier durch Jesus möglich.“ Friedrich Zahn, Pastor der gastgebenden Freien evangelischen Gemeinde und Vorstandsmitglied der Evangelischen Allianz Nürnberg, freute sich über den doppelten Gewinn dieses Abends: Die fremdsprachigen Gemeinden, die oft wenig mit anderen Christen in der Stadt vernetzt seien, hätten ihren Blick weiten können, und die deutschsprachigen Gemeinden hätten ein neues Bewusstsein für die Vielfalt der Gemeinde Jesu Christi in ihrer Stadt erhalten. In Nürnberg gab es allabendlich bis zu drei parallele Gebetstreffen mit je bis zu 40 Teilnehmern. Den Jugendgebetsabend besuchten etwa 120 junge Menschen. Klaus-Peter Grasse

Gebete – organisiert vom „offenen Himmel” Freiburg: 24 Stunden lang wurde gebetet

Einen Tag lang rund um die Uhr wurde in Freiburg gebetet, von Freitag 20 Uhr bis Samstag 20 Uhr. Organisiert wurde das Treffen vom überkonfessionellen Verein „open skies“ (offene Himmel), der alle zwei Monate zu einem solchen 24-Stunden-Gebet einlädt. Jede Stunde war ein anderer Mitarbeiter verantwortlich: ein Offizier der Heilsarmee, ein freikirchlicher Pastor, ein landeskirchlicher Pfarrer oder Jugendliche. In einigen Stunden kamen bis zu 20 Mitbeter, in der Nacht blieben die Gebetsleiter manchmal unter sich. Die Gebetsstunden waren ganz unterschiedlich gestaltet – vom liturgischen Rahmen, über das freie Gebet, bis hin zum ununterbrochenen Gesang von Lobpreislieder. Für den Vorsitzenden der Evangelischen Allianz in Freiburg, Stadtmissionar Norbert Aufrecht, besteht der Charme dieses Treffens darin „zu wissen, dass man beliebig lange und rund um die Uhr zum Gebet kommen kann“. Das sei ein gutes Angebot für ideaSpektrum 3.2012

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In Nürnberg beteten arabische und jüdischstämmige Christen gemeinsam.

Christen, die sich von klassischen Gebetsabenden weniger angesprochen fühlen, sagte Aufrecht idea. www.open-skies.org Klaus-Peter Grasse

Obwohl die „Grünen“ dagegen waren …

Hannover: … gab es ein Gebetstreffen im Landtag „Grüne fordern Absage des Gebets im Landtag“ – so lauteten Schlagzeilen in der hannoverschen Presse zur diesjährigen Allianzgebetswoche. Gleichwohl kamen am 9. Januar im Rathaus, in der Staatskanzlei und im Portikus des Landtags jeweils rund 15 bis 25 Christen aus Landes- und Freikirchen zusammen, um ihre Wertschätzung für die Arbeit der Abgeordneten und Bediensteten auszudrücken – nach dem biblischen Motto „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie“ (Jeremia 29,7). Dazu ein Kommentar von Pastor Jan-Peter Graap, Öffentlichkeitsbeauftragter der Evangelischen Allianz Hannover: „Etwas mulmig wird einem schon, wenn man so kritisch betrachtet wird. Zusätzlich ließ es sich ein Bundesvorstandsmitglied der Humanistischen Union bei unserem Gebet im Niedersächsischen Landtag nicht nehmen, kurzerhand das Wort an uns zu richten: Es sei rechtlich unkorrekt, dass wir als Christen das Neutralitätsgebot des Staates verletzten. Wirklich? Die Zusage kam über das Büro des Landtagspräsidenten Hermann Dinkla (CDU). Sein Stellvertreter, Hans-Werner Schwarz (FDP), zeigte sich in seiner Begrüßung beeindruckt von Menschen, denen es – wie er sagte – eine Herzensangelegenheit sei, für Politiker zu beten. An Öffentlichkeit mangelte es diesmal nicht: Schon unser Betreten des Portals wurde von zwei regionalen Fernsehteams gedreht. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Landtag, Gabriele Heinen-Kljajic, kritisierte vor laufender Kamera das ‚politische Gebet‘. Ganz zu schweigen von dem Vorwurf, die Evangelische Allianz sei eine Organisation, der es an Toleranz fehle und die einem alten Menschenbild aufsitze. Im Internet folgten entsprechende ‚Würdigungen‘ als ‚christliche Taliban‘. Und das alles nur, weil es uns aufgrund unseres christlichen Glaubens ein Anliegen ist, für Menschen in die Fürbitte zu treten, deren politische Arbeit und Herausforderungen wir sehr ernst nehmen. Das Beten für Verantwortliche ist uns nach biblischem Zeugnis aufgetragen.” P


BI BL I SC H E S N E U E R Z Ä H LT

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Der Schöpfer rief mich mit 75 NACHFOLGE Kaum eine alttestamentliche Person ist weltweit und in allen Religionen so bekannt wie Abraham. Seine Familie diente einst vielen Göttern. Wie er trotzdem – im Alter von 75 Jahren – den Ruf des einzig wahren Gottes, des Schöpfers, hörte und sein Leben daraufhin völlig neu ausrichtete, das erzählt der Bestsellerautor Titus Müller (München) exklusiv für die ideaLeser nach (siehe 1. Mose 12,1-5 und Apostelgeschichte 7,2.3). hatte Abram sich durchgesetzt, vielleicht auch deshalb, weil sein Vater den Plan verfolgt hatte, hier in Haran ebenfalls einen großen Tempel des Mondgotts zu errichten. „Ich habe deine Stimme lange nicht mehr gehört, Gott.“ Abram lauschte. Es blieb still. Hatte Gott wirklich zu ihm gesprochen? Oder wurde er alt und zerstreut wie die Hündin und fing an, Dinge zu hören, die es gar nicht gab? „Ich bin fünfundsiebzig, Gott. Willst du mich wirklich in Kanaan haben? Ein junger Mann verspürt Abenteuerlust. Aber in meinem Alter bleibt man gern da, wo man sich heimisch fühlt.“ „Du wirst noch lange leben. Du bist stark. Stärker, als du meinst.“ Eindeutig, die Stimme war da, sie war tief und machtvoll. „Aber was ist mit den Rindern? Die brauchen gute Weiden. Wenn wir von hier fortziehen, verhungern sie mir unterwegs. Und die Türme! Hier haben wir Hürden und gute Türme, um die Herden zu überwachen. Soll ich all das zurücklassen?“ „Du wirst mehr gewinnen als das, Abram.“ „Kann ich wenigstens meine Verwandten mitnehmen? Du weißt, in Kanaan leben Amoriter, unsere Feinde. Ohne die Familie bin ich wehrlos. Gerade werden wir hier bei den Aramäern heimisch. Ich kann nicht ohne Familie ins FeindesHaran Ninive land ziehen!“ Die Stadt, die seine Angehörigen im Gebiet Eup der Aramäer gehra t gründet hatten, war nach Haran beHier bekam Abraham seine Damaskus Berufung, nach Kanaan zu nannt, seinem BruBabylon ziehen, von der die Geschichte der. Haran war in dieser Ausgabe erzählt. schon lange tot, aber (1. Mose 12,1-9)

Abram kraulte den Hals der Hündin. Die Gute war alt geworden, schon lange hütete Ningal keine Schafherden mehr. Sie war inzwischen nahezu taub. Früher war sie angesprungen gekommen, kaum, dass Abram sich dem Haus näherte; jetzt bemerkte sie ihn erst, wenn er vor sie hintrat, und hob dann müde den Kopf. Die Nachmittagssonne glänzte in Ningals Augen. Er strich ihr über das graue, stumpfe Fell. „Abram.“ Er zuckte zusammen. Diese Stimme hatte er zuletzt vernommen, als sein Vater Terach noch lebte und Gott sie aus Ur in die Ferne rief. „Herr, ich höre.“ „Hast du vergessen, was ich dir aufgetragen habe?“ Er ließ Ningal los und stand auf. „Wir konnten nicht weiterziehen. Vaters hohes Alter, wir mussten uns hier niederlassen.“ „Terach ist tot. Geh nach Kanaan, Abram.“ Terach hatte ihm nie so recht glauben wollen, dass der Auftrag von Gott stammte, das prächtige Ur zu verlassen. Er hatte dem Mondgott Sin geopfert im Tempelturm, im „Haus des großen Lichts“. Er bewunderte die Schlangenbeschwörer. Gott, der Schöpfer, war weit weg für ihn, er sprach nicht mit seinen Geschöpfen. Aber letzten Endes

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Abrahams Wanderung von Ur in Chaldäa aus

sein Sohn, Lot, lebte hier. Auch Nahor, Abrams Bruder, der eine Schwester Lots geheiratet hatte, wohnte in der Nähe. Gemeinsam waren sie stark und konnten sich verteidigen. Wenn sie ihre Knechte zusammen nahmen, verfügten sie über Hunderte von Bewaffneten. „Nahor hat gerade eine zweite Stadt gegründet, nicht weit entfernt. Wäre das nicht eine Lösung, Gott? Könnte ich nicht in der Nähe eine Siedlung gründen und aufbauen? Ich kenne die besten Weideplätze und Wasserlöcher. Mit den Aramäern werden wir einig.“ „Nur Lot und seine Familie werden bereit sein, mit dir zu ziehen. Den Rest der Familie musst du zurücklassen. Ich werde ein großes Volk aus dir machen, Abram. Jeder auf der Welt wird deinen Namen kennen. Ich will dir viel Gutes tun. Am Ende sollen mit dir alle Familien dieser Erde gesegnet werden.“ Ein Volk? Er war alt, und er hatte keine Kinder. Sarai war unfruchtbar, da wurde nichts mehr. Darüber hatte er so viele Tränen vergossen, dass er inzwischen den Schmerz kaum noch verspürte. Es war eben so, sein Zweig starb aus. Sein Bruder Nahor führte das Familienerbe weiter. Was hätte er auch tun sollen? Er liebte Sarai, niemals würde er sie wegschicken. „Hab ich das richtig verstanden? Du willst ein Volk aus mir machen? Aber wie soll das gehen? Dafür bräuchte ich doch Kinder!“ Gott schwieg. „Selbst wenn ich die Rinder verkaufe, ich habe immer noch die großen Schafherden, die Ziegen und Esel. Wie soll ich die durch die Wüste bringen, wenn wir nach Osten ziehen?“ Er wartete auf eine Antwort. Gott schwieg erneut. ideaSpektrum 3.2012


BI BL I SC H E S N E U E R Z Ä H LT

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Repro: akg-images

Abram bricht mit Lot und seiner Familie nach Kanaan auf. So idyllisch sah es ein unbekannter Künstler aus dem 19. Jahrhundert.

„Ich habe von diesem Land gehört, in das du mich schicken willst. Es ist hügelig und mit dichtem Wald bewachsen, sagen sie. Es gibt mächtige Städte dort, wie Megiddo und Taanach. Da leben fremde Völker, bewacht und beraten von ägyptischen Gesandten. Die warten nicht gerade darauf, ihre wenigen Weideplätze mit mir zu teilen.“ Gott blieb still. So sehr er auch stritt, Abram wusste, dass er Gottes Auftrag folgen würde. Er hatte es vom ersten Augenblick an gewusst, als die Stimme erneut zu ihm sprach. Lächelte Gott über ihn, den Störrischen, der dann doch folgte? „Komm, Ningal“, sagte er. „Wir gehen zu den Schafen. Du hast sie lange nicht mehr besucht. Ob sie noch auf dich hören?“ Ningal stand auf und wedelte behäbig mit dem Schwanz. Abram verließ den Hof, er ging bewusst langsam, damit Ningal mithalten konnte. Ihre Schritte waren schwer, aber er sah, wie sie ihre Schnauze in den Wind hielt, sie sog die vertrauten Gerüche in sich ein. Sicher genoss sie den Spaziergang. In der Stadt wurde er oft gegrüßt. Freundlich grüßte er jedes Mal zurück.

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Er wusste, welcher Familie die Leute zugehörten oder für wen sie arbeiteten. Mit vielen von ihnen hatte er schon gegessen, mit den meisten hatte er zumindest einmal unter der großen Eiche am Stadtrand gesessen und geplaudert. Bald bin ich in einer Stadt, dachte er, in der mir jedes Gesicht fremd ist. Gott hätte ihn zwingen können. Der Schöpfer war zweifellos dazu in der Lage, ihn zu nehmen und an einen neuen Platz zu setzen. Aber er rief ihn nur. Er nahm ihn nicht wie einen Ochsen ins Joch, sondern freute sich, wenn er freiwillig zu ihm kam – so, wie ein Vater sein Kind rief und es mit offenen Armen empfing. Vorfreude erwachte in ihm. Gott wollte seine Freundschaft! Er wollte ihm Gutes tun und würde mit ihm wandern. Mochte sein, dass er ein alter Mann war. Gott aber traute ihm noch einiges zu. Es würde wieder sein wie damals, als er mit Terach und dem Bruder entlang des Euphrats nach Norden gewandert war, vorbei an Babel mit seinem siebenstufigen Tempelturm, der so hoch in den Himmel ragte, dass einem beim Betrachten das Genick schmerzte. Vorbei an Siedlungen und

Nomadenzelten, durch die Wildnis und über weite Ebenen. Wenn Gott ihm beistand, würde er es auch durch die Wüste schaffen, sie konnten in der Oase von Aleppo rasten und ihre Tiere tränken. Er würde wohlbehalten im Osten ankommen. Was auch immer der Grund dafür war, dass Gott ihn in Kanaan haben wollte – er meinte es gut mit ihm. Sie verließen die Stadt. Sarai sollte die Erste sein, die von der bevorstehenden Reise erfuhr. Sie war draußen bei den Kamelen und kümmerte sich um ein krankes Füllen. Zu Rindern, Schafen und Ziegen hatte sie nie eine besondere Beziehung gehabt, aber die Kamele lagen ihr am Herzen. Die großen Schafherden, an denen sie vorbeiliefen, würden bald über das Land ziehen. Und mit ihnen all die Familien, die von seiner Entscheidung betroffen waren: Viehtreiber, Hirten, Gehilfen. Sicher würde es zu Anfang verständnislose Nachfragen geben, weshalb sie Haran verließen. „Schau dir alles genau an, Ningal“, sagte er. Hier war sie aufgewachsen, hier hatte sie jahrelang die Schafe gehütet. „Bald ziehen wir fort. Der Schöpfer ruft uns in ein fernes Land.“ P


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Wird ein Mormone Präsident der USA? MORMONEN Der Republikaner Mitt Romney hat gute Chancen, US-Präsident Barack Obama herauszufordern. Derzeit führt er bei den Vorwahlen seiner Partei. Das Ungewöhnliche: Romney ist Mormone. Das führt viele Europäer zu der Frage, was das denn für eine Religion sei. Dazu ein Beitrag des Referenten für Christliche Sondergemeinschaften der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin, Michael Utsch. Seit 1976 gab es in den USA keinen Kandidaten, der die beiden ersten Vorwahlen für sich gewonnen hätte. Dieser Coup ist dem 64-jährigen Multi-Millionär Mitt Romney gelungen. Damit ist er seinem Ziel, im November gegen Barack Obama anzutreten, nähergerückt. Romney gilt derzeit als aussichtsreichster Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Er hat große Konzerne geleitet, als Gouverneur einen Bundesstaat finanziell saniert und behauptet, die USA aus der Finanzkrise führen zu können. Romney war als junger Mann zwei Jahre als Mormonen-Missionar in Frankreich und später als ein Ortsbischof seiner Kirche tätig. Nicht nur in den USA wird jetzt intensiv darüber debattiert: Kann ein Mormone Präsident werden? Sind Mormonen als christliche Geschwister oder als Anhänger eines neureligiösen Kults zu bewerten?

In fast 200 Jahren viele Spaltungen und ein Lynchmord Der Mormonismus hat sich im Laufe seiner knapp 200-jährigen Geschichte in zahlreiche Untergruppen gespalten. Der größte und in Europa bekannteste Zweig ist die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“, die sich selbst als eine „christliche Glaubensgemeinschaft“ versteht. Schon in der Anfangsphase dieser neureligiösen Bewegung kam es zu internen Spaltungen sowie zu Konflikten mit der Bevölkerung. Sie gipfelten 1844 im Lynchmord des inhaftierten 39-jährigen Religionsgründers Joseph Smith. Die dann verfolgte Glaubensgemeinschaft wanderte mit einem legendären Treck in den Mittleren Westen der USA aus und ließ sich in der Ebene des Großen Salzsees

nieder. Dort entstand ein großes mormonisches Gemeinwesen, das später als Bundesstaat Utah Teil der Vereinigten Staaten von Amerika wurde. Vorbedingung war allerdings, dass der damalige Kirchenpräsident die umstrittene Vielehe (Polygamie) der Mormonen 1890 abschaffte. Heute lebt diese Praxis nur noch in kleinen mormonischen Splittergruppen fort. In Utah bekennen sich bis heute über 60 % der 2,7 Millionen Bürger zum mormonischen Glauben.

Mormonen glauben: Jesus lebte in Amerika Der Gründer der Mormonen, Joseph Smith (1805-1844), will neue Offenbarungen von Gottes Heilsplan erhalten haben, die er im Buch Mormon niederschrieb. Darin wird das Wirken Jesu Christi auf dem amerikanischen Kontinent geschildert, wo er kurz nach seiner Auferstehung tätig gewesen sein soll. Im Buch Mormon wird Amerika als auserwähltes Land und Ort göttlichen Heilshandelns beschrieben. Nach seiner Auferstehung sei Christus nach Amerika gekommen und habe dort gelehrt und eine Kirche gegründet. In Amerika wird auch das Paradies vermutet, auch die Wiederkunft Christi soll sich dort ereignen. Neben der Bibel gilt das Buch Mormon als gleichberechtigtes Zeugnis für Jesus Christus. Durch intensive Mission verbreitete sich die Gemeinschaft in der Welt. Erste Mormonen gab es in Deutschland schon um 1850. Heute werden die Veröffentlichungen der Religionsgemeinschaft in 150 Sprachen übersetzt. Die Mehrheit der Mormonen lebt inzwischen außerhalb der USA. Nennenswertes Wachstum kann die Kirche allerdings nur in Asien und Afrika verzeichnen – in Deutschland stagniert ihre Mitgliederzahl.

Bisher bei Vorwahlen am erfolgreichsten: der Mormone Romney

Die Mormonen verstehen sich selbst als Neugründung der christlichen Urgemeinde. Zur Wiederherstellung urgemeindlicher Verhältnisse sei Joseph Smith als Prophet berufen worden. 1829 sei Johannes der Täufer Joseph Smith erschienen und habe ihm das „aaronitische Priestertum“ übertragen. Kern des mormonischen Glaubens ist die Vorstellung, dass der Mensch die Möglichkeit zu einer enormen Weiterentwicklung verliehen bekam. Mormonen glauben, dass die Menschen seit jeher in der jenseitigen Welt als Geister existieren. Um sich nach dem „Gesetz des immerwährenden Fortschritts“ zu vervollkommnen, müssen sich die Geistwesen auf der Erde verleiblichen, um durch

Foto: AP

Was die Mormonen lehren

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NEVADA

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SALT LAKE CITY HAUPTSTADT

UTAH

Las Vegas

COLORADO

NEW MEXIKO

Rund 100.000 Mormonen treffen sich alljährlich in der Hauptstadt des US-Bundesstaates Utah: Salt Lake City – dem Zentrum der Mormonen

Prüfungen und Leiden geläutert zu werden. Nachdem die Menschen ihr Erdendasein durchlaufen und sich bewährt haben, sollen sie wie Gott werden können. Auch Gott unterstehe diesem Gesetz des Fortschritts. Gott selber sei früher ein Mensch gewesen und habe sich selber weiterentwickelt. Diesem Weg sollen alle Menschen nachfolgen. Jesus sei von Gott Vater mit einer himmlischen Mutter gezeugt worden und sei neben dem Heiligen Geist ein besonders herausragendes Geistwesen.

Nur Mormonen können in den Tempel Die mormonischen Tempel sind die heiligsten Stätten ihrer Mitglieder und nur für diese zugänglich. In den letzten Jahren sind viele neue Tempelbauten eingeweiht worden. Existierten 1980 weltweit erst 19 Tempel, so sind es heute 135, weitere 31 werden gebaut. 1985 wurde ein Tempel im sächsischen Freiberg eingeweiht, 1987 im hessischen Friedrichsdorf. Die im Tempel angebotenen heiligen Handlungen werden neben der Taufe (ab dem 8. Lebensjahr) als heilsnotwendig angesehen. In ihnen werden Bündnisse („Siegelungen“) für die Ewigkeit geschlossen.

Foto: dpa

Sie spüren überall ihre Vorfahren auf Ein weiteres Ritual ist die Totentaufe. Weil nicht alle Menschen zu Lebzeiten mormonische Segnungen empfangen konnten, können solche nachgeholt werden, wenn die genauen Daten vorliegen. Die Totentaufe mit Untertauchen in einem großen, von 12 Bronze-Ochsen getragenen Taufbecken wird stellvertretend von einem Gemeindeglied vollzogen. Da nach mormonischer Überzeugung die Fa-

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milienbindungen über den Tod hinausgehen, gehört es zu den religiösen Pflichten des Gläubigen, seine Vorfahren aufzuspüren, damit ihnen in Stellvertretung nachträglich die heilsnotwendige Taufe gespendet werden kann. Mit dieser stellvertretenden Taufe und auch mit nachträglichen Siegelungen haben die Toten teil am allein rettenden mormonischen Glauben. Dies ist der Grund für die berühmte Ahnenforschung der Mormonen, die sie mit außerordentlichem Aufwand betreiben. Der Zugang zum Tempel ist Außenstehenden verwehrt, weil sie ihn verunreinigen und entweihen würden. Bevor man den Tempel betreten darf, muss man mindestens ein Jahr würdiges Mitglied der Kirche sein. In einem Gespräch zur Erlangung eines Tempelscheins wird die moralische Integrität abgefragt. Was als seelsorgerliche Ermutigung verstanden werden kann, mag in Einzelfällen durchaus als Druck und Kontrolle empfunden werden.

Könnte ein Mormone Bundeskanzler werden? Der Mormonismus ist vielleicht die typischste amerikanische Religion: das erwählte Land Amerika, der Fortschrittsoptimismus und die starke Familienorientierung sprechen dafür. In Deutschland herrscht eine völlig andere Religionskultur vor. Hier hätte ein Mormone (oder ein Evangelikaler) wohl keine Chance, jemals Bundeskanzler zu werden. Bei uns ist Religion viel stärker eine Privatsache, die strikt von Beruf und Politik getrennt wird. Kann ein Mormone US-Präsident werden? Der Sektenexperte Georg Schmid sieht für Romney gegen Obama nur geringe Chancen: „Falls Barack Obama betet, betet er dafür, dass


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V. l.: Der Mormonen-Tempel in Salt Lake City (USA); der erste Tempel in Deutschland: in Freiberg (Sachsen), und in der Schweiz in Zollikofen (bei Bern)

Sie haben hohe ethische Maßstäbe Allerdings haben die Mormonen hohe ethische Maßstäbe. Anders als bei anderen christlichen Sondergemeinschaften wie etwa den Zeugen Jehovas gibt es kaum Aussteiger-Berichte, die übergriffiges Verhalten, das Schüren von Endzeitängsten oder rigide Sozialkontrolle anprangern. Im Gegenteil: Die Konzentration auf die Familie als Keimzelle der Gesellschaft gilt vielen als vorbildlich. In der Regel ist der Montag exklusiv für den „Familienabend“ aller Mormonen reserviert. Im Kreise der Familie wird durch Spiele, Gesang und Lektüre der heiligen Schriften Gemeinschaft gepflegt. Auch auf Bildung wird in Mormonenkreisen Wert gelegt. Als Arbeitnehmer sind Mormonen aufgrund ihres Fleißes und ihrer Zuverlässigkeit beliebt. Insofern passen sie nicht in das Bild einer konfliktträchtigen „Sekte“.

Wie die evangelische Kirche die Mormonen beurteilt Aus theologischer Perspektive stellt sich die Sachlage jedoch anders dar. Die Mormonen haben ein exklusives Heilsverständnis und keine ökumenische Vision. Seit 1992 wird die mormonische Taufe von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nicht mehr als christliche Taufe anerkannt, was die meisten Kirchen im Lutherischen Weltbund ebenso handhaben. Zuvor war die Taufe anerkannt worden, weil sie trinitarisch und mit Wasser durchgeführt wurde. Erst nach einer intensiveren Beschäftigung mit dem mormonischen Gottes- und Menschenbild wurde deutlich, dass die gravierenden Unterschiede keine Taufanerkennung zulassen. Die fehlende ökumenische Perspektive führt dazu, dass Nicht-Mormonen nicht als Gesprächspartner „auf Augenhöhe“ angesehen werden – an ihnen wurden ja keine heiligen Handlungen vollzogen, weshalb die Segnungen des Priestertums fehlen.

Mit christlicher Theologie nicht vereinbar Die mormonische Lehre ist – trotz vielfältiger Bezugnahmen auf Jesus Christus – mit christlicher Theologie nicht vereinbar. Aus Sicht der ökumenischen Kirchen sind die Mormonen keine christliche Kirche, aber auch keine Sekte, die sich von einer traditionellen Kirche abgespalten hat, sondern eine synkretistische (religionsvermischende) Neureligion. Die Neuoffenbarungen von Smith widersprechen an zentralen Stellen dem christlichen Evangelium. Das spekulative Gottesbild sowie das evolutionäre Heilsverständnis gestatten keine gemeinsame ökumenische Zukunft. Der EZW-Text 215 „Quellentexte zur neuen Religiosität“ beschreibt und bewertet Christliche Sondergemeinschaften wie die Zeugen Jehovas, die Mormonen, die Neuapostolische Kirche sowie esoterische Strömungen. Das 270 Seiten starke Buch kann für eine Spende von 5 Euro bestellt werden. P

b www.ezw-berlin.de, Tel. (030) 28395-211 Die Mormonen auf einen Blick • Die Selbstbezeichnung der Kirche lautet „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“. „Mormonen“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung und geht zurück auf das „Buch Mormon“, das von den Mormonen als „Schwesterband zur Bibel“ verstanden wird. • Der Begründer der Mormonen, Joseph Smith, will das Buch Mormon sowie weitere Schriften ab dem Jahr 1820 als Offenbarung von Gott empfangen haben. • Die Kirche hat weltweit 14 Millionen Mitglieder, davon 37.500 in Deutschland, 8.000 in der Schweiz und 4.100 in Österreich. • Die Kirche betreibt eine intensive Missionsarbeit. Weltweit sind 52.000 Missionare unterwegs. Die Missionare werden in der Regel paarweise ausgesandt. Meist handelt es sich um alleinstehende Männer bzw. Frauen Anfang 20, manche jedoch sind auch Ehepaare im Ruhestand.

Joseph Smith (1805-1844)

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Mitt Romney gegen ihn antreten wird – denn in diesem Fall ist Obama so gut wie wiedergewählt.“ Wer als Republikaner Präsident der USA werden wolle, brauche die Stimme der Evangelikalen. Aber viele Evangelikale seien skeptisch gegenüber einem mormonischen Präsidenten. Die Heilsnotwendigkeit geheimer Tempelrituale und die zentrale Bedeutung des Priestertums dürfte viele Evangelikale abschrecken.

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DI E K LE I N E K A NZ E L

» Sagt Dank allezeit für alles Gott …«

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Kurt Scherer (Braunfels bei Wetzlar) ist Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche

Paulus im Brief an die Gemeinde in Ephesus 5,20

Foto: privat

70 Gründe zum Danken Oft werde ich gefragt: „Wie geht es Ihnen?“ Meine Antwort lautet dann meistens: „Ich bin zufrieden und dankbar; bin ich es nicht, geht es mir wesentlich schlechter!“ Von dem französischen Philosophen und Christen Gabriel Marcel stammt der Satz: „Dankbarkeit ist der Wächter am Tor der Seele gegen die Mächte der Zerstörung.“ Dieses Wissen ist einer meiner Leitsätze. Dabei merke ich, dass Verstand und Gefühl oft miteinander im Clinch liegen. Darum habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, mir nicht den Puls zu fühlen, ob ich mich dankbar fühle, sondern darüber nachzudenken, wofür ich Grund habe, dankbar zu sein. Zu meiner persönlichen „Stillen Zeit“ gehört daher immer wieder einmal eine Woche, in der ich jeden Tag zehn verschiedene Gründe in mein Merkbuch schreibe, die

für mich Anlass zum Danken sind. Am Ende der Woche sind das siebzig Gründe. Diese Bewusstmachung ist für mich sehr hilfreich, denn sie leitet mich an zum Nachdenken, Bedenken, Umdenken, Neudenken und dann eben zum Danken! Mein Tipp: Machen Sie es doch auch einmal! Sie werden staunend erleben, dass Sie ganz anders mit Jesus Christus in und durch den Tag gehen, als wenn Sie alles gedankenlos einfach so hinnehmen. Dankbarkeit lässt unabhängig werden von momentanen Stimmungen und Gefühlen der Unzufriedenheit, die oft aus der Sattheit und der Selbstverständlichkeit kommen. Wer bewusst lebt, lebt intensiver; wer intensiver lebt, lebt dankbarer, zufriedener, ausgeglichener. Das ist, als würden wir eine Vitamin-Kur für unsere Seele machen; unser Körper dankt es uns durch Wohlbefinden. P

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PORTRÄT

„ ... danke, Gott“ KATASTROPHE Erinnerungen an den Untergang der Titanic vor genau 100 Jahren wurden wach, als am Wochenende die Nachricht vom Unglück des Luxus-Liners „Costa Concordia“ vor der Küste Italiens um die Welt ging. Einer der rund 4.200 Passagiere an Bord war Peter Honvehlmann aus NordrheinWestfalen. Mit ihm sprach Matthias Pankau.

Plötzlich ging ein Ruck durchs Schiff Für den Imbissbetreiber Honvehlmann und seine niederländische Freundin war es die erste Kreuzfahrt ihres Lebens – ein Weihnachtsgeschenk ihrer Eltern. Am Unglücksabend – dem siebten und letzten Tag der Kreuzfahrt – saßen sie mit Freunden im Atrium des Schiffes und tranken etwas. Alle hatten sich schick gemacht, denn es war Gala-Abend. „Plötzlich gegen 22:30 Uhr ging ein Ruck durch das Schiff“, erinnert er sich. Was in diesem Moment noch niemand weiß: Der Ozeanriese hat einen Felsen gerammt, der den Luxus-Liner auf 70 Metern Länge regelrecht aufschlitzt. Was genau schiefgelaufen ist, damit wird sich die Justiz in den kommenden Wochen beschäftigen müssen.

Es gab „apokalyptische Szenen“ Jedenfalls nimmt die Katastrophe in diesem Moment ihren Lauf. Zwar heißt es über die Bordlautsprecher zunächst noch, es gebe keinen Grund, in Panik zu geraten. „Doch schon nach einigen Minuten hatte die ‚Costa Concordia’ Schlagseite“, erzählt Honvehlmann. „Spätestens da war uns klar: Hier stimmt etwas nicht. Alles, was nicht ange-

Honvehlmann überlebte das Costa-Concordia-Unglück.

schraubt war, flog umher – Vasen, Tische, Stühle, einfach alles.“ Andere Passagiere berichten später von „apokalyptischen Szenen“. So sei es total dunkel gewesen, nachdem die Schiffsbeleuchtung ausgefallen war. Mütter hätten nach ihren Kindern geschrien. Ehepaare hätten sich voneinander verabschiedet und seien dann Hand in Hand ins eiskalte Mittelmeer gesprungen. Peter Honvehlmann versucht, einen kühlen Kopf zu behalten, geht mit seiner Freundin noch mal zurück in die Kabine, um sich warme Kleidung und zwei Rettungswesten zu holen. Dann kämpfen sie sich bis nach oben aufs 5. Deck durch zu den Rettungsbooten. Die können wegen der Schieflage des Kreuzfahrtschiffes nur noch auf einer Seite zu Wasser gelassen werden. Dadurch sind sie völlig überfüllt. Trotzdem seien die Menschen in den Booten relativ ruhig geblieben – „obwohl es überall knarrte und knallte“.

Er bekam das Leben noch einmal geschenkt Über sein Mobiltelefon informierte er seine Familie: „Gerade legt noch ein volles Boot an, bestimmt 70 Menschen kamen da raus, zittern am ganzen Körper, Angst in den Augen, glücklich, dass sie leben, danke, Gott“, teilt er kurz nach seiner Ankunft auf der Insel mit. Auch ihm ist klar, dass ihm das Leben gerade noch einmal geschenkt wurde. Das sei zwar nichts, „was groß in den Medien läuft“, sagt er. „Aber natürlich habe ich in diesem Moment gebetet und Gott gedankt, dass er uns heil dort herausgebracht hat.“ P

Fotos: AP +PR

Das Telefon von Peter Honvehlmann aus Oer-Erkenschwick (bei Recklinghausen) klingelt seit Sonntagabend, als er auf dem Düsseldorfer Flughafen landete, nahezu im Minutentakt. Es sind vor allem Medienvertreter, die mit ihm sprechen wollen. Doch den 38-Jährigen nervt das nicht. Er ist dankbar. Dankbar, dass er und seine Freundin Teixma Miehling das Unglück der „Costa Concordia“ vor der italienischen Insel Giglio überlebt haben, das mindestens sechs Menschen das Leben kostete; 16 werden noch vermisst.

DAS WORT DER WOCHE » Ohne Jesus wäre diese Welt ein verlorener Ort. Ich bete jeden Tag. Für meine Familie, meine Freunde, meine Fans. « Der kanadische Popsänger Justin Bieber in der „Bild am Sonntag“ (Berlin). Der 17-jährige Katholik schaffte es bereits auf Platz 1 der US-amerikanischen Hitliste. In Deutschland gewann er u. a. 2011 den Medienpreis „Bambi“. ideaSpektrum 3.2012


Idea Spektrum Schweiz 03/2012  

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt mit Fokus auf die Schweiz und Deutschland.

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