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Einzelverkaufspreis: Fr. 4.00

Spektrum l idea

Nr. 40

6. Oktober 2010

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Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt

Welche Schweiz hat Zukunft?

Seite 7

Seite 4: Interaction

Seite 8: FEG Murten

So will Marc Jost nun die Armut bekämpfen

Ein KĂźnstler macht die Zehn Gebote sichtbar

Seite 12: „Sunnebad“

Seite 20: Theologie

Vom „Haus der Stille“ zum modernen Hotel

Kann man der Bibel wirklich vertrauen?

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INSERATE

Inserat HfS.pdf

05.02.2010

17:21:34 ideaSchweiz l 40/2010

„Verschiedene Gemeinden setzen bereits um.“

Fachlich l Christlich l Persönlich l Praxisnah

Sozialpädagogik HF

Leben in Freiheit

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Visionstreffen für Pastoren und Leiter mit Mike Riches (USA)

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Mike Riches erzählt, wie Leben in Freiheit seine Gemeinde revolutioniert, gestärkt und für neue Dienste freigesetzt hat. Es geht nicht einfach um einen neuen Kurs, sondern um die Stärkung eines Lifestyles als ganze Gemeinde.

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Aus dem Inhalt:

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Was ist „Leben in Freiheit“ und welchen Beitrag hat LIF für die geistliche Erneuerung in der Gemeinde? Wie eignet sich LIF als Folgekurs von Alphalive?

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Freitag 29. Oktober 2010, 15.00 – 19.00 Ort: Campus für Christus, Josefstr. 206, 8005 Zürich Anmeldung: lebeninfreiheit@cfc.ch oder www.lebeninfreiheit.ch

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grÜezi

Welche Schweiz wollen wir? Meine Tochter zog letzte Woche in die Altstadt von Aarau. Die Wohnung hat zwei Fenster – mal abgesehen von den zwei weiteren in Küche und WC. Nach hinten reicht der Blick über die darunter liegenden Dächer der Stadt, den Jura und den blauen Himmel. Die Sicht ist prächtig, majestätisch. Nach vorne bietet sich ein trüber, grauer Anblick: eine mit «Bsetzi-Steinen» gepflasterte, enge Gasse. Das Fenster ist ebenerdig und der Fenstersims gleichzeitig Randstein. Sollen die Stubenhocker nun Sicht auf die Landschaft oder auf die Gasse haben? Auf den Himmel oder auf die Erde? Die Antwort drängte. Die Couch musste platziert, das Bett gestellt werden. Weg nun von der lokalen Sicht zur nationalen, nach Bern. Da befasste sich letzte Woche die parlamentarische Gruppe «Vision für die Schweiz – Eidgenössische Besinnung» mit visionären Zukunftsgedanken. Christliche Führungskräfte trafen sich mit Parlamentariern. Den Bericht zu den Reden unserer Bundespräsidentin Doris Leuthard oder Georgina Dufoix, ehemalige Ministerin und Präsidentin des Roten Kreuzes in Frankreich, sowie der EVP-Nationalrätin Maja Ingold lesen Sie auf Seite 7. Aufhorchen liess mich an diesem Anlass die Bemerkung der Bundespräsidentin, dass unsere Verfassung wieder vermehrt gelesen werden sollte. Mein Inneres übersetzte diese Worte mit: «Im Namen Gottes» handeln und den Massstab setzen, welcher «die Stärke des Volkes am Wohle der Schwachen misst». Himmel Frontbild: Fotolia

auf Erden? Utopie oder Vision? Dass unsere Gesellschaft im Namen Gottes handelt, davon will ich nicht träumen. Zu oft wurde in der Vergangenheit im Namen des Allmächtigen Schindluder getrieben. Ein Gottesstaat ist keine Option für unsere Nation. Aber ich träume davon, dass die offizielle Schweiz gläubigen Menschen unverkrampft und mit Toleranz begegnet. Dass ein Aufbruch geschieht und Gott eine Erweckung schenkt. Dass der christliche Glaube als eine mitprägende Stimme in unserer Gesellschaft gefragt ist und ihren Platz behält. Und dass der Leistungsausweis sozial engagierter Menschen wie Ernst Sieber, Carl Spitteler oder Henri Dunant weiterhin mehr zählt, als die den christlichen Glauben marginalisierenden Unkenrufe von Leuten wie Cédric Wermuth oder Hugo Stamm. Ich träume davon, dass die kirchlichen Schlafkappen und die politischen Stubenhocker aus ihren gewohnten vier Wänden auf die Strasse gehen. Wer es tut, der sieht, dass sowohl der blaue Himmel wie auch die trüben Gassen zu unserer Gesellschaft gehören. Dann kann Weltbewegendes passieren – lokal, national und global. Der «Brennpunkt» auf Seite 4 mit Marc Jost zum Wirken des Hilfswerkverbandes «Interaction» ist ein Beispiel dafür und will dazu Mut machen. Dies ist die Schweiz, die ich mir wünsche: Weltgewandt, engagiert für die Schwachen, nach oben offen.

3 biblisch Ein Lieblingsbibelwor t von brigitte gerber, Er wachsenenbildnerin, Kinder- und Familienanimatorin («Brigä & Adonette»), Studen BE:

«Trachtet aber zuerst nach dem gottes reich und nach seiner gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.» (Matthäus 6,33) «Ich wollte diesen Vers in meinem Leben konkret umsetzen, und um das zu planen, ging ich zuerst zu einer Budgetberatung. Schliesslich wollte ich nicht leichtsinnig sein. Allerdings war das ein Frusterlebnis: Ich könne es mir nicht leisten. Gottes Auftrag zu er füllen, ist zu teuer. Kann das sein? Warum habe ich dann diese Gaben und den Wunsch, sie vollzeitlich einzusetzen? Ist das nur auf meinem ‹Mist› gewachsen? Ich schloss mit Gott einen Ver trag: Ich werde, trotz Widerständen, den ersten Teil des Bibelverses einhalten und setze darauf, dass Gott den zweiten Teil, seinen Teil, dazu gibt. Es war ein folgenschwerer Entschluss, denn er funktionier t! Ich staune, wie kreativ Gott ist und mir Türen öffnet, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt, und mich und meine Familie versorgt.»

WÖrTlich «in einem knappen satz gesagt: es herrscht im bundeshaus ein Klima des Misstrauens. Wieder einmal. Denn Politik ist nun mal keine sonntagsschule. Und schon gar keine moralische Anstalt. eher ein ewiges Übel, aber ein notwendiges Übel.» helmut hubacher, von 1975 bis 1990 Präsident der SP Schweiz, im «Tages-Anzeiger». Reklame

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BRENNPUNKT

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Marc Jost zu seinem Engagement bei «Interaction» und zur wirkungsvollen Entwicklungshilfe

«Die weltweite Armut hat mich zornig gemacht» Weltweit hungern eine Milliarde Menschen. Als neuer Geschäftsführer des Hilfswerkverbandes «Interaction» möchte der Thuner Pfarrer und Grossrat Marc Jost gerade Politikern den Ernst der Lage bewusst machen. Aber auch den vielen Mitchristen. Und er möchte aufzeigen, welche Hilfe effektiv Wirkung erzielt.

«Spektrum»: Als was sind Sie eigentlich geboren, als Pfarrer, als Politiker oder als Entwicklungshelfer? Marc Jost: Die drei Ämter haben sehr vieles gemeinsam. Es geht immer um den Menschen und seine Bedürfnisse. Mir ist es ein Anliegen, dem Einzelnen ganzheitlich zu helfen. Das kann ich in der Politik kombiniert mit «Interaction» nun sehr gut tun. Wovon hatten Sie einst mit sieben Jahren geträumt? Ich wollte Zimmermann werden. Mit Holz gestalten, das hat mich fasziniert. Und mit zwanzig? Damals hat mich ein Jugendleiter ermutigt, vermehrt Führungsverantwortung zu übernehmen. Er hatte den Eindruck, Gott möchte mich für eine grössere Verantwortung vorbereiten. Darauf habe ich mich entschieden, Gott verfügbar zu sein, was mich Schritt für Schritt in neue Leitungsverantwortung geführt hat. Mein Traum

250 000 Christen im Umfeld der Evangelischen Allianz bekannt machen und für die Milleniumsziele sensibilisieren. Gegen aussen wollen wir als christliche Hilfswerke im Rahmen der SEA mit einer Stimme bei Entscheidungsträgern lobbyieren und die Qualität unserer Arbeit bei öffentlichen Stellen transparent machen.

Gott verfügbar sein: Marc Jost, neuer Geschäftsführer von «Interaction».

ist, dort Verantwortung zu tragen, wo Gott dies möchte.

Am 1. Oktober haben Sie Ihre Stelle als Geschäftsführer bei «Interaction» angetreten. Das Evangelische Gemeinschaftswerk verliert in Thun einen begabten Prediger… Der Abschied schmerzt schon auch. Meine Frau und ich, wir haben uns für den Wechsel entschieden, weil die Anfrage des Verbandes genau in dem Zeitpunkt kam, als wir uns fragten, ob ich noch am richtigen Ort wirke. Bill Hybels schreibt in einem Buch, dass Gott uns oft dort einsetzen möchte, wo uns eine Not am meisten drückt. Er spricht sogar davon, dass uns etwas zornig machen kann. Das ist bei mir mit der weltweiten Armut passiert. Gab es ein Schlüsselerlebnis,

das Ihnen die Augen für die Armut öffnete? Ein Schlüssel war unsere Zeit 2001 und 2002 als Ehepaar in Südamerika. In Peru war es die Armut der Menschen, die uns bewegte, und in Kolumbien war es das Chaos in einem total korrupten und gewaltbeherrschten Staat. Dort gingen uns die Augen auf, was für ein Privileg es ist, in der Schweiz geboren worden zu sein. Diese Erfahrung der Gnade, in einer funktionierenden Demokratie, einem Rechtsstaat und in Wohlstand leben zu dürfen, hat mich letztlich auch für die Schweiz politisiert. Was wollen Sie nun erreichen mit «Interaction»? Der Verband will gegen innen mit der Kampagne «StopArmut 2015» das Anliegen der Entwicklungszusammenarbeit unter den

Das sehr grosse Potenzial der Christen in der Stadt Thun «Spektrum»: Sie haben sich als Pfarrer stark für den Gemeindebau eingesetzt. Auch in Thun mit nicht weniger als zwölf freikirchlichen Gemeinden wachsen einzelne stark, während andere schrumpfen. Warum wachsen einzelne Gemeinden mehr? Marc Jost: Das ist wahrscheinlich genauso komplex wie Entwicklungszusammenarbeit… Einmal abgesehen von den bekannten Qualitätsmerkmalen fällt mir in Thun auf, dass die grossen Gemeinden mit 200 und mehr Besuchern eher wachsen, während die kleineren stagnieren oder schrumpfen. Für mich hat dies weBild: idea/av

niger mit der Qualität zu tun als mit dem Bedürfnis der Menschen von heute nach einem umfassenden, vielseitigen Angebot, das grosse Gemeinden bieten können. Zudem kann man da anonymer und unverbindlicher bleiben…

Sie haben mitgeholfen, eine Thuner Allianz mit rund 30 Gemeinden und Werken aufzubauen. Warum funktioniert die Zusammenarbeit in Ihrer Stadt so gut? Es wurde und wird viel in die Beziehungen der Pastoren und Leiter investiert. Ich denke, das ist einer der grossen Schlüssel. Zudem sind die Gräben zwischen konser-

vativ-evangelikal und charismatisch oder was-auch-immer viel kleiner als früher. Theologisch und kulturell sind wir uns heute alle viel näher. Wie wirkt sich das Miteinander der Christen auf Ihre Stadt aus? Der Wirtschaftsaufschwung lässt noch auf sich warten (schmunzelt)… Es ist schwierig, da mehr zu sagen als persönliche Eindrücke und Erfahrungen. Grundsätzlich bin ich ermutigt, dass Christen in Thun auf allen Ebenen und in vielen Branchen anzutreffen sind. Das Potenzial, Salz und Licht in der Stadt zu sein, ist jedenfalls sehr gross.

Wird «Interaction» zur frommen Konkurrenz von «Brot für alle» und «Fastenopfer»? Ein Verband, der sich echt und von Herzen für die Ärmsten einsetzt, wird sich über mehr Engagement durch andere freuen und mit ihnen zusammenarbeiten! Wir werden im Westen immer reicher – warum bekommt die Welt das Problem mit der Armut nicht in Griff? Als Pfarrer sage ich: Das hat mit dem Herzen des Menschen zu tun. Wir haben Angst, zu kurz zu kommen und müssen uns zum Teilen überwinden, geschweige denn zum Verzichten. Als Politiker sage ich: Das Problem ist die Verbindung von Geld und politischer Macht. Reiche Interessengruppen haben mehr Mittel für Wahlkampf und entsprechend mehr politischen Einfluss, sei es national oder international. Als CEO von «Interaction» sage ich: Die Politik hat den Ernst der Lage von einer Milliarde Hungernder noch nicht erkannt. Migration und die Schwierigkeiten daraus in den Industrieländern sind nur eine direkte Konsequenz der ungerechten Verteilung der Güter. In der Politik wird zunehmend vor fragwürdiger Entwicklungshilfe gewarnt. Viel Geld lande nur im Sumpf der Korruption… Das ist ein ernsthaftes Problem. Gleichzeitig hat man diese Herausforderung erkannt und gepackt. Viele Hilfswerke arbeiten nicht direkt mit Regierungen zusammen, sondern mit NGOs vor Ort. Aber letztlich bleibt die Frage: Soll man Menschen keine Nothilfe leisten, bloss weil sie von einem Tyrannen regiert werden? Woran erkennt der Spender das seriöse, unterstützungs-


BRENNPUNKT

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Zur Person

Interaction

Marc Jost, 36, verheiratet mit Denise, drei Kinder, wohnhaft in Thun. Ursprünglich Lehrer, dann Studium am Theologischen Seminar St. Chrischona. Sieben Jahre Pfarrer im EGW Thun. 2005 bis 2009 Präsident der Evangelischen Allianz Region Thun. Seit 2006 Berner Grossrat der EVP. Seit 1. Oktober Geschäftsführer von «Interaction» mit Teilpensum (30 Prozent). Kandidiert am 28. November für die Thuner Exekutive.

Bei «Interaction» handelt es sich um einen Verband von christlichen Hilfswerken, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit und der Entwicklungspolitik engagieren. «Interaction» ist Träger der nationalen Kampagne «StopArmut 2015» zusammen mit der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA). «Interaction» wurde 2008 gegründet und wird von Hansjörg Leutwyler präsidiert. Es umfasst heute zwölf Mitgliedwerke.

würdige Hilfswerk? Vorab: Kleiner und bekannter heisst nicht immer besser! Das Verhältnis von Verwaltung und konkreter Hilfeleistung nimmt zum Beispiel ab, je grösser ein Werk ist. Aber grosse Werke brauchen dafür mehr Controlling. Für den Spender sind Labels wie der Ehrenkodex der SEA oder das Gütesiegel von Zewo so oder so eine Hilfe und Gewähr für seriöse Arbeit.

als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, ist gewiss die HIV/ Aids-Problematik in Afrika eine der ganz grossen Nöte, die auch viele Kinder betrifft. 2010 wird es 20 Millionen neue Aids-Waisen geben, davon 18 Millionen in Afrika!

Welche Hilfe erzielt Wirkung? Ich denke an Projekte, die einen partizipativen Ansatz haben, lokal verwurzelt und ganzheitlich sind, sprich: auch Spiritualität einbeziehen. Das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe sowie das partnerschaftliche Miteinander sind zentral. Mikrokredite beispielsweise verkörpern vieles davon. Wie lässt sich diese Wirkung kompetent prüfen? Die Wirkung der Nothilfe ist ziemlich offensichtlich. Jeder Überlebende ist ein lebendiger Beweis der Wirkung! Aber gerade weil es um Leben und Tod geht, ist eine gute Evaluation von grosser Bedeutung. Bei der Entwicklungszusammenarbeit ist es sehr anspruchsvoll. Eine Hilfe ist gewiss die Orientierung an den Milleniums-Entwicklungszielen der UNO in Bildung, Landwirtschaft oder Gesundheit. Dann gibt es natürlich Wirkungsberichte, die den Input, den Output und die sogenannten Outcomes (mittelfristige Wirkungen) oder den Impakt (langfristige Wirkungen) messen. Die unzähligen externen Faktoren, die teilweise nicht im Einflussbereich eines Projekts liegen, machen aber eine exakte Wirkungsmessung schwierig. Welche Hilfe tut besonders Not? Neben der Tatsache, dass über eine Milliarde Menschen mit weniger

Was bezahlt heute der Staat und was bezahlen Private an Schweizer Entwicklungshilfe? Der Bund setzt heute rund 0,4 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) ein. Die privaten Spenden machen etwa 0,1 Prozent des BNE aus. Damit sind wir immer noch deutlich unter den der UNO zugesagten 0,7 Prozent, welche die öffentliche Hilfe ausmachen sollte. Immerhin hat das Parlament nun Signale in Richtung 0,5 Prozent gegeben. Das würde momentan 350 Franken pro Schweizer ausmachen. Welches müsste das Ziel staatlicher und privater Hilfe sein? Es muss eindeutig darum gehen, den von der Menschheit selber gemachten Missstand, dass zwar genügend Nahrung da wäre, die aber ungerecht verteilt ist, zu korrigieren. «StopArmut» und die UNO sagen: Bis 2015 soll die Armut halbiert werden. Ein sehr hohes Ziel! Sie stehen seit vier Jahren als Grossrat mit einem Bein in der Politik. Wie haben sich die Kanzel und der politische Alltag miteinander vertragen? Besser als ich zuvor angenommen hatte. Für mich war allerdings Parteipolitik von der Kanzel ein Tabu. Vielleicht war bei uns die ganze politische Frage fast besser geklärt als anderswo, wo sich die Pastoren zwar kein politisches Etikett angeheftet haben, aber ihre Meinung umso mehr unterschwellig einbringen. Auch Seelsorge am politischen Gegner wurde für mich nicht zum Problem. Wichtig

dabei ist Transparenz, Sachlichkeit und Vertrauen.

Nun suchen Sie neben Ihrem Grossratsmandat ein neues politisches Engagement in Ihrer Stadt, indem Sie für den Gemeinderat kandidieren. Warum streben Sie gerade das Sozialressort an? Ich habe als Pfarrer in diesem Bereich reiche Erfahrungen sammeln können. Andererseits könnte ich als Sozialvorsteher Behörden, Kirchen und private Institutionen in ihrer Zusammenarbeit fördern. Ich könnte mir aber als ehemaliger Lehrer auch das Ressort Bildung vorstellen. Wie stehen Ihre Wahlchancen? Sie sind intakt. Die Listenverbindung von EVP, EDU und CVP könnte bei den Proporzwahlen in die Exekutive tatsächlich ein Mandat holen. Allerdings haben neben mir drei weitere Kandidaten der christlichen Parteien Ambitionen. Grossrat, Gemeinderat, Entwicklungshelfer, Familienvater: Keine Angst vor grösseren Zielkonflikten? Sollte ich tatsächlich Gemeinderat werden, würde ich im Grossen Rat den Sitz in der Justizkommission aufgeben. Aber man darf nicht vergessen, dass sich Politik und Lobbyarbeit für die Ärmsten auch ein Stück weit ergänzen. Ihre Vision für Ihr Leben? «Keep doing your best and pray that it’s blessed. And the Lord takes care of the rest.» Was Gott in mich gelegt hat, soll möglichst wirkungsvoll anderen Menschen zu gut kommen. Ihre Vision für die Schweiz? Zurück zu den Wurzeln! Henry Dunants Vision mit dem Roten Kreuz sollte die Schweiz wieder ähnlich ganzheitlich erfassen wie in den Anfängen. Nicht nur unser Staatssystem darf man ruhig kopieren, auch unser Wohlstand darf anderen Ländern zu gut kommen. Und schliesslich wurde auch das Kreuz nicht zufällig als Symbol der barmherzigen Hilfe gewählt. Worüber haben Sie jetzt bei Ihrem Abschiedsgottesdienst gepredigt? «Das Leben ist nicht fair. Ist Gerechtigkeit bloss ein Traum?» Inter view: ANDREA VONLANTHEN

5 PODIUM

Was ist richtig? Als Neumitglied im Nationalrat wurde ich mehrmals gefragt, was meine Politik ausmache, inwieweit mir die Bibel Richtschnur sei. Sie ist mir Leitplanke und Grundlage, aber selten kann man Antworten direkt ableiten. Die Bibel ist kein Rezeptbuch. In der realen politischen Arbeit ergeben sich immer wieder schwerste Dilemmas und tiefgreifende Zielkonflikte. Heute lese ich zum Beispiel in der Zeitung: «Swisstransplant möchte bei Transplantationen von Organen stärker auf Nutzen schauen als auf Dringlichkeit.» Da gehen bei mir natürlich die ethischen Warnlampen an. Die Idee rüttelt am Grundsatz, dass jedes Leben gleich viel wert ist. Das führt doch unweigerlich zur Debatte, wessen Leben wie viel wert sei. Würden da nicht sofort Alte diskriminiert, weil sie mit einem neuen Organ weniger Jahre «gerettetes Leben» zu erwarten haben als ein junger Patient? Als Christ könnte man schnell entscheiden: Kommt nicht in Frage. Alle Menschen sind gleichberechtigt. Ein Nutzendenken ist ethisch nicht verantwortbar. Aber: Ist es richtig, dass ein dringendst darauf angewiesener Hochbetagter ein Organ bekommt, für den Jungen aber jede Hilfe zu spät kommt, weil es ja viel zu wenig gespendete Organe hat? Letztes Jahr waren es 67 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 45 Jahren, die auf der Warteliste waren und starben. Ist es christlich, sein Leben um jeden Preis verlängern zu wollen und mit einer neuen Leber oder Niere seinem alten Organismus noch einmal ein paar wenige zusätzliche Jahre abzuverlangen? Ist das unser Verständnis von Bewahrung der Schöpfung? Könnte es nicht die Aufgabe von Christen in der Politik sein, darüber nachzudenken, wie wir mit den lebensverlängernden medizinischen Errungenschaften schöpfungsgerecht umgehen? MAJA INGOLD Die Autorin ist Nationalrätin der EVP und wohnt in Winterthur.


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EidgEnössischE BEsinnung

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Begegnung «Vision für die Schweiz – Eidgenössische Besinnung» mit viel Prominenz in Bern

Starke Werte und neue Herzen braucht das Land nur eine tragfähige Wertebasis und eine Kultur des Zusammenlebens bringen die schweiz weiter. so war es an der jährlichen Besinnung «Vision für die schweiz» in Bern zu hören. die französische Ex-Ministerin georgina dufoix wünschte sich aber auch veränderte herzen. Von Marianne Streiff (EVP) bis Eric Nussbaumer (SP), von Jean-Pierre Graber (SVP) bis Daniel Vischer (Grüne), von Elvira Bader (CVP) bis Otto Ineichen (FDP) – 20 Parlamentsmitglieder waren da neben 50 weiteren Führungskräften aus Wirtschaft, Militär und Kirchen. Die parlamentarische Gruppe «Vision für die Schweiz – Eidgenössische Besinnung» unter der Leitung von Pius Segmüller (CVP) hatte sie ins Hotel Äusserer Stand eingeladen, um über «Grundlegende Werte für ein Europa von morgen» nachzudenken. Nationalrat Erich von Siebenthal (SVP) las zu Beginn ein Wort aus Psalm 103: «Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat…»

Politische Kultur pflegen

Seit 1998, dem 150. Geburtstag unseres Bundesstaates, werden diese Besinnungen jährlich durchgeführt. Erneut war es gelungen, die Bundespräsidentin für ein Grusswort zu gewinnen. Doris Leuthard betonte die Bedeutung einer stabilen Wertebasis für Staat und Gesellschaft. Wesentliche Werte wie Menschenwürde, Frei-

Welche Aussage hat sie besonders angesprochen? Es ist die Aussage von Frau Dufoix, Bild: idea/av.

Die Ministerin und der Glaube

Wie das Matterhorn

Kultur des Zusammenlebens: Bundespräsidentin Doris Leuthard und die frühere französische Ministerin Georgina Dufoix.

heit und Verantwortung, aber auch die Idee der Gerechtigkeit seien eine stete Herausforderung für den Alltag. Schon Kinder sollten durch eine humanistische Ausbildung früh lernen, Fragen nach verlässlichen Werten zu stellen. Ein wichtiger Leitfaden könne unsere Bundesverfassung sein. «Sie wird viel zu wenig gelesen», stellte die Bundespräsidentin fest. Dem Geist der Verfassung entspreche es auch, wenn nicht zuerst auf die lautesten Politiker gehört werde, sondern auf die glaubwürdigsten. Eine Lanze brach Leuthard für die politische Kultur im Land: «Man darf immer streiten miteinander, doch soll dies stets so geschehen, dass man einander zuhört, andere Meinungen respektiert und den Volkswillen akzeptiert.» Auch im Bundesrat gehöre es zur politischen Kultur, andere Meinungen anzuhören, demokratisch zu entscheiden und einen Umgang des

Gute Politik, Glaube und Konsenspolitik nationalrat Pius segmüller leitet die parlamentarische gruppe «Vision für die schweiz – Eidgenössische Besinnung». Wurden seine Erwartungen erfüllt? Pius segmüller: Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Frau Dufoix hat in ihrem Referat einen interessanten Bogen gespannt zwischen dem Glauben und der schweizerischen Konsenspolitik. Sie hat sehr glaubwürdig und überzeugend gewirkt.

Respekts zu pflegen. Dies auch ein Wink auf die scharfe Kritik an der Departementsverteilung in der Regierung.

der Eidgenossenschaft». Auf politischer Ebene führe dies zur Konsenskultur. «Das ist ein Segen für das ganze Volk», betonte die Referentin. Bewundernswert nannte sie auch den Umstand, dass in unserm Land über ein Minarettverbot diskutiert und abgestimmt werden konnte. Sie betrachtet den Islam in Europa als «ein wahrhaftiges Problem». Die Dimension der islamischen Gesetze sei nicht vereinbar mit unserer Kultur. Doch die Welt könne nicht in erster Linie mit Gesetzen verändert werden. Nötig seien veränderte Herzen. Darum spreche Gott nicht nur die Vernunft an, sondern speziell auch das Herz. Das oberste Gebot des Christentums aber bleibe: «Liebt einander!»

dass die Schweiz mit ihrer Politik privilegiert sei und mit ihrem System für Frankreich und die EU Beispiel sein soll. Was nehmen sie mit für ihren politischen Alltag? Für mich kam bei den Aussagen aller Referenten zum Ausdruck, dass gute Politik nur wirken kann, wenn sie genährt ist durch den Glauben. Welche Werte bringen die schweiz letztlich weiter? Glauben, Selbstverantwortung, Solidarität und Konsens.

Als ehemalige Ministerin in verschiedenen französischen Regierungen äusserte sich Georgina Dufoix als Hauptreferentin zu grundlegenden Werten für die europäische Gesellschaft. Sie zeigte sich nicht nur beeindruckt von der markanten Architektur des Bundeshauses, sondern auch von den kollegialen Beziehungen unter Schweizer Politikern verschiedener Parteien. Das wäre in Frankreich nicht denkbar. Offen sprach die einstige Spitzenpolitikerin von ihrer Bekehrung zu Jesus Christus in einem Pariser Büro vor vielen Jahren. Aus einer Hugenotten-Familie stammend, verstand sie sich vorher als Atheistin und Humanistin. Ihre baldige Erfahrung: Die Bekehrung ist das eine, die Veränderung des inneren Menschen das andere und braucht viel mehr Zeit. Der Glaube habe ihr dann wesentlich über eine schwierige Zeit hinweggeholfen. Das war Ende der 80er-Jahre bei einem Aids-Skandal um verseuchte Bluttransfusionen, als sie wegen «kollektiver Vergiftung» angeklagt war. Dass sie schliesslich nach siebenjähriger Untersuchungszeit freigesprochen wurde, hätten die Medien kaum gewürdigt. In Jesus Christus habe sie trotz allem Frieden und Freude erlebt.

«Kultur des Zusammenlebens»

Georgina Dufoix bezeichnete die «Kultur des Zusammenlebens als schönste und beste Eigenschaft

Als neue EVP-Nationalrätin äusserte sich Maja Ingold zu ihren Visionen für das Land. Sie wählte das Matterhorn als starkes Symbol für die Schweiz. Unser Land sollte so eindeutig christlich verankert und das Kreuz so unverkennbar für die christliche Schweiz stehen wie das bekannte Walliser Horn. Doch die Schweiz sei nicht einfach Zermatt. Eine Haltung der permanenten Retrospektion wäre auch nicht vereinbar mit dem Evangelium. Durch Jesus Christus sei das Reich Gottes mitten unter uns. Evangelium heisse auch, aus der Gottesbeziehung heraus die Zukunft zu gestalten. In einer Zeit der grossen Verunsicherung müsse sich die Gesellschaft der Diskussion um die christlichen Werte neu stellen. Und sie müsse das Evangelium neu entdecken: «Das Evangelium kann wie das Matterhorn ein Kraftort sein, der beflügelt. Es kann ein starkes Fundament für alle unsere Aufgaben sein.»

Umarmung zum Abschied

Bewegend zum Schluss das gemeinsame «Unser Vater» und ein Segenswort des Sutzer Pfarrers Beat Kunz. Herzlich die Umarmung der Bundespräsidentin mit der ehemaligen französischen Ministerin. Und beglückend die Klänge, mit denen Pianistin Silvia Harnisch die zum Bundeshaus eilenden Politiker verabschiedete. AndREA VOnLAnThEn


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JOURNAL

Sascha Dörger zeigt in der FEG Mur ten ungewöhnliche Illustrationen

VD: Mit Religion

Die Zehn Gebote auf dem roten Teppich

Das Waadtländer Kantonsparlament hat sich für die Einführung eines obligatorischen Religionsunterrichts an der Volksschule entschieden. Der Vorstoss von Claude Schwab (SP) wurde mit 83 zu 16 Stimmen bei 17 Enthaltungen gutgeheissen. Die Linke argumentierte vergeblich, die Schule müsse laizistisch bleiben. Da eine Gesetzesänderung nötig ist, wird Anfang 2011 das Stimmvolk entscheiden. (kipa)

ZH: Darwin bleibt allein Der Zürcher Kantonsrat hat ein Postulat der EDU am 27. September deutlich abgelehnt. Die Partei verlangte, dass die Volksschule neben der Evolutionslehre auch die Schöpfungsgeschichte abhandelt. Diese gebe klare Antworten auf die Entstehung des Lebens. «Wir finden es deshalb nur fair, wenn man den Schülern beide Theorien näherbringt und sie selber entscheiden lässt», sagte Kantonsrat Stefan Dollenmeier. Für die Überweisung stimmten nur 13 der 180 Parlamentsmitglieder. (idea)

CH: Keine Kommission

Grossformatige Illustrationen des jungen deutschen Künstlers Sascha Dörger zu den Zehn Geboten wurden letzten Sonntag an einer Vernissage in Murten vorgestellt. Die eindrücklichen Bilder sind bis zum 8. Oktober in der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG) ausgestellt. Ein Erlebnisbericht. Er kam «durch den Studienverlauf» und «eher zufällig» auf die Idee, die Zehn Gebote zu illustrieren. Mit seiner Diplomarbeit als Grafiker wollte Sascha Dörger ein Thema, «das jeder kennt», modern umsetzen. Pastor Harry Pepelnar holte den Künstler und seine Bilder in die Schweiz. Die zehn Bilder sind auf zwei roten Teppichen ausgestellt.

Vom doppelten Bobby

Das Bild «Gefaltete Hände» von Albrecht Dürer ist weltbekannt. Umfassen diese Hände aber plötzlich Banknoten, ist das eher ungewohnt. Doch greifen Hände

rechts gerichteten Steuerteil versehen. Da tanzt jemand gleichzeitig auf zwei Hochzeiten – das sechste Gebot. Nagelneue Turnschuhe illustrieren das zehnte Gebot. Das Detail machts aus: Das Nike-Markenzeichen ist doppelt gesetzt.

Die grösste Priorität

Im Gespräch: Pastor Harry Pepelnar (rechts) mit Sascha Dörger und Begleiterin.

nicht oft gierig nach Geld und damit nach Macht? Kennen Sie das vierte Gebot? Ich schaue mir die Kombination von Kinderwagen und Rollstuhl an. Richtig, da gehts darum, die Eltern, die Älteren, zu ehren! Sascha Dörger hat den Dauerläufer Bobby Car mit je einem nach links und

Der Nationalrat hält eine eidgenössische Kommission für Religionsfragen für überflüssig. Er hat sich mit 108 zu 61 Stimmen gegen den Vorstoss von Josef Zisyadis (PdA, VD) ausgesprochen. Gegner wiesen darauf hin, es gebe genügend Institutionen, die sich um diese Fragen kümmern würden. (idea)

«teensmag» wird 25 Was 1985 als kleine Jugend-Zeitschrift in Zürich begann, erreicht heute rund 20 000 Abonnenten im deutschsprachigen Europa. «teensmag» will Teenager «positiv prägen, Selbstwert und Begabungen fördern und zur Eigenverantwortung herausfordern.» (idea) Bild: idea/tf

THOMAS FEUZ

Mediale Kunst Sascha Dörgers Illustrationen waren auch Thema im Evangeliumsrundfunk (ERF) und im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). Nun werden sie mit diversen Shop-Artikeln erstmals in der Schweiz ausgestellt, und zwar noch am 7. und 8. Oktober in der FEG Murten (Meylandstrasse 8, Telefon 026 670 21 38, feg-murten@bluewin.ch).

Neues IGW-Center Das Institut für Gemeindebau und Weltmission (IGW) hat letzten Freitag in den Räumlichkeiten der FCG Wil (SG) sein 7. Lehrcenter eröffnet. IGW-Studierende aus der Ostschweiz bekommen damit während 10 Monaten pro Jahr donnerstags und freitags regionale Studienplätze. Weitere Center befinden sich in Aarau, Basel, Burgdorf, RapperswilJona, Thun und Zürich. (pd)

Die Bilderausstellung dauert bis zum 8. Oktober. Die Zehn Gebote bilden auch die Themenreihe der folgenden Sonntagspredigten in der FEG Murten. «Die wichtigste Priorität im Leben», umschrieb Pastor Harry Pepelnar seine Gedanken zum ersten Gebot. «Der Mammon hat Gott abgelöst. Früher hat man Kirchen gebaut, heute werden Konsumtempel wie das Westside errichtet, wo sich auch Leute trauen lassen. Unsere Ausstellung will Mut machen, sich wieder mit Gottes Anweisungen zu beschäftigen.» Wer danach die Hände zum Gebet faltete, umklammerte keine Banknoten mehr. Zu eindrücklich waren Bilder und Worte.

www.sascha-doerger.de www.feg-murten.ch

ERF Medien: Life Channel ist seit fünf Jahren auf Sendung

Die Gute Nachricht auf allen Kanälen Am 1. Oktober 2005 lief Radio Life Channel erstmals über Kabel und Internet. Inzwischen ist das Kabel- und Internetradio auch auf DAB+ zu hören. Es gehört damit zu den innovativsten Radios der Schweizer Medienlandschaft.

lichen Musikschaffen und interviewt jährlich über 2 000 Gäste in den Studios im zürcherischen Pfäffikon. Die Sendestruktur wurde verschiedentlich optimiert und den Hörerbedürfnissen angepasst.

Radio Life Channel verfügt über 40 000 Musiktitel aus dem christ-

Mit einem neuen Sounddesign ist die Identität kürzlich verstärkt

Eine App für alles

worden. Für die Nutzung der neuen Medien gibt es seit Anfang Oktober die ERF Medien-App für iPhones und iPads. Mit nur einer App (ERF Medien) kann das umfassende Angebot von Radio Life Channel, Fenster zum Sonntag, antenne und TWR kostenlos heruntergeladen werden. THOMAS FEUZ www.erf.ch


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«StopArmut»-Sonntag macht auf Millenniumsziele aufmerksam

ÄXGÜSI

10 000 Hände für eine gerechtere Welt

Reduzieren

Das kommende Wochenende steht ganz im Zeichen der Armutsbekämpfung. Mit einer Konferenz und einem internationalen Armutssonntag ruft «StopArmut» in Erinnerung: In fünf Jahren sollte die weltweite Armut halbiert sein. Ist das noch zu schaffen? Die weltweite Armut geht jeden etwas an – jeder kann dazu beitragen, sie zu lindern. Davon ist «StopArmut» überzeugt. Der Schweizer Zweig der internationalen Kampagne Micah Challenge setzt sich für die Umsetzung der MillenniumsEntwicklungsziele ein.

In weiter Ferne

Im Jahr 2000 beschloss die UNO acht Massnahmen, um die weltweite Armut zu halbieren. Zeit gab sie sich dafür bis 2015. Nun verbleiben noch fünf Jahre. Alljährlich zieht die Uno Bilanz über das, was von den Zielen erreicht wurde. Im letzten Bericht von 2009 schreibt der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon: «Wir haben bedeutende Fortschritte erzielt und viele Erfolge zu verzeichnen. Doch kommen wir zu schleppend voran. Überdies stehen wir heute vor einer weltweiten Wirtschaftskrise, deren volle Auswirkungen noch gar nicht abzusehen sind.» Der Bericht macht deutlich: Die Zielerreichung ist in weiter Ferne. Doch: «Die Zeit ist gekommen, nicht etwa den Rückzug anzutreten, sondern vielmehr die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele beschleunigt voranzutreiben und die weltweite Entwicklungspartnerschaft zu stärken. Wenn die Weltgemeinschaft mit konstruktiven Massnahmen auf die Krise reagiert, sind die Ziele noch zu erreichen.»

10 000 Handabdrücke sollen ans «StopArmut»-Komitee gesandt werden.

Armut ansprechen...

Nicht abwarten und hoffen, sondern aktiv werden und «Hand anlegen» lautet also die Devise, um die Ziele zu erreichen. Genau das tut «StopArmut»: «Wir wollen Christen auf die Millenniumsziele sensibilisieren und sie aktivieren, sich für die Armutsbekämpfung und mehr Gerechtigkeit einzusetzen», so Matthias Stürmer, Leiter von «StopArmut» Deutschschweiz. Anregungen dazu bietet die «StopArmut»-Konferenz am kommenden Samstag in Bern. Martin Dahinden, Direktor der DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit), wird den Teilnehmern aufzeigen, wie die Ziele in der verbleibenden Zeit erreicht werden können. Zusammen mit anderen Referenten wie Thomas Schirrmacher diskutiert er über Möglichkeiten und Grenzen bei der Zusammenarbeit von Kirche und Staat.

...und bekämpfen

Tags darauf, am 10.10.10, ist internationaler «StopArmut»-Sonntag. «Macht Armut zum Thema!», fordert Stürmer auf. Schwerpunkt des Tages ist eine HandabdruckAktion, die in jeder Kirche und Gemeinde durchgeführt werden

Das sind die Millenniums-Entwicklungsziele Anhand folgender acht Ziele soll die weltweite Armut bis 2015 halbiert werden: 1. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger 2. Primarschulbildung für alle 3. Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Frauen 4. Reduzierung der Kindersterblichkeit

5. Verbesserung der Gesundheitsversorgung für Mütter 6. Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und weiteren Krankheiten 7. Ökologische Nachhaltigkeit 8. Aufbau einer globalen Partnerschaft für die Entwicklung www.stoparmut.ch

kann. «Wir wollen schweizweit möglichst viele Handabdrücke sammeln und diese an Politiker und Parlamentarier übergeben», erklärt der Leiter von «StopArmut». Die Idee ist einfach, aber wirkungsvoll: Nach dem Gottesdienst stempeln Christen Handabdrücke auf eine Papierrolle. Diese sendet die Gemeinde an das «StopArmut»Komitee. «Wir kleben die Bänder zu einer langen Petitionsrolle zusammen. Am Welternährungstag am 16. Oktober wird sie auf dem Bundesplatz ausgerollt.» Die fünf Finger einer Hand stehen für die verbleibenden fünf Jahre. Die Organisatoren hoffen auf mindestens 10 000 Handabdrücke. So entstünde ein Band von etwa zwei Kilometern Länge. «Damit wollen

«StopArmut»-Preis Im Rahmen der «StopArmut»Konferenz wird erneut auch der «StopArmut»-Preis vergeben. Er prämiert Aktivitäten und Werke von Menschen, die sich für die Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung bezüglich der Millenniumsziele oder für die aktive Erreichung dieser Ziele eingesetzt haben. Mit der jährlichen Vergabe des Preises sollen Schweizer Christen motiviert werden, sich noch stärker für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit in armen Ländern zu engagieren. Nominiert sind in den Kategorien Predigt, Kreativ, Projekt und Persönlichkeit insgesamt 24 Personen oder Projekte.

wir die Politiker auffordern, sich für die Umsetzung der Millenniumsziele einzusetzen und sich an die gemachten Versprechen zu halten. Gleichzeitig bringt der Handabdruck die Bereitschaft der Christen zum Ausdruck, Politiker im Kampf gegen die weltweite Armut zu unterstützen und dafür selbst ‹Hand anzulegen›.» Wie das gelingt, erklärt ein Flyer der Kampagne. Er gibt 50 praktische Tipps und Ideen, wie jeder Einzelne einen konkreten Beitrag für eine gerechtere Welt leisten kann. Denn: Damit die Millenniumsziele erreicht werden, braucht es Taten, und zwar schnell. STEFANIE NIEDERHÄUSER

Haben Sie auch schon geträumt von weniger Ballast und weniger Besitz? Von einem «einfachen», aufs Notwendige reduzierten Leben? Ich träume immer wieder davon, in den letzten Wochen ganz besonders! Wir sind aus einer 6-Zimmerwohnung in eine 4½ Zimmerwohnung gezogen – zwar nur vorübergehend. Aber im Vorfeld mussten wir uns überlegen: «Was brauchen wir in diesen zehn Wochen wirklich?» Spasshaft warf ich in die Familienrunde: «Was wir in dieser Zeit nicht vermissen, werfen wir weg!» Und wir haben es gemerkt: Ja, wir könnten auch so leben, mit weniger. Unser Lebensgefühl wäre nicht wesentlich schlechter. Ein paar Dinge würde ich zwar gerne noch retten: das Familienalbum, ein paar meiner Lieblingsbücher… Dann das spannende Gespräch mit unserem 13-Jährigen. Die Migros will uns bei einem Einkauf von Lebensmitteln im Wert von 200 Franken 2000 Cumuluspunkte schenken. Unser Sohn konnte sich gar nicht vorstellen, dass ich es schaffen könnte, für einen so hohen Betrag nur «Food» zu kaufen. Wir rechneten anhand unseres Budgets durch, wie viel jede Person im Monat in Franken «verschlingt». Unser Sohn verstand, warum es nicht jeden Tag Dessert gibt, warum auch fleischlose Menus auf unseren Tisch kommen und nahm sich vor, seine Ansprüche zu drosseln… Reduzieren, Gewohnheiten überdenken!? Nun, ich will Ihnen und mir bestimmt nicht die Freude an einem kleinen Luxus, einem Glas Wein oder einem Paar Ohrringe nehmen. Doch den ewigen Tanz um die Fragen «Was sollen wir essen? Was sollen wir anziehen?» könnten wir bewusst ein wenig reduzieren und uns stattdessen etwas mehr um Gottes Reich kümmern. HELENA GYSIN

Die Kolumnistin ist Familienfrau, Sekretärin der Baptistengemeinde Bülach und freie Autorin.


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Inserate

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Wir feiern

20 Jahre Diakoniegeschichte in der Region Winterthur

Wohnen

Arbeiten

Wir beraten und begleiten Menschen mit suchtbedingten und/oder psychischen Problemen.

An den geschützten Arbeitsplätzen finden Menschen mit IV-Rente eine Tagesstruktur, andere ein Arbeitstraining oder eine Lehrstelle.

Wir erarbeiten eine gemeinsame Perspektive, ermutigen zu Entzug, Therapie und Wiedereingliederung und besprechen alle damit verbundenen Ängste und Widerstände. In kleinen Wohneinheiten finden Menschen in der Quellenhof-Stiftung Förderung und Hilfe: • • • •

Fachklinik für Drogenentzug und Krisenintervention Teenager-Wohnhaus Lehrlings-WG Haus für stationäre Therapie und Lebenstraining • Integrationswohngruppen • Aussenwohngruppen

qhs.ch mehr Infos auf www. Spendenkonto: 84-609-8

Unter arbeitsagogischer Anleitung sollen sie in den Beschäftigungsprozess integriert werden. Ziel ist, die Kompetenzen zu erhalten, zu fördern und eine Wiedereingliederung im ersten Arbeitsmarkt zu überprüfen und wenn möglich einzuleiten.

Arbeitsbereiche: Holzwerkstatt, Näh- und Dekoatelier, Kerzenproduktion, Administration, Informatik, Verkauf, Hausunterhalt, Gastronomie, Logistik und Sozialfirmen (Schreinerei, Grafik) • 44 geschützte Arbeitsplätze • 18 Lehrstellen


WirTsCHAFT

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LeserBrieFe

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synergie

Zorn wirkt wie ein Bumerang Das alttestamentliche Buch Kohelet (früher unter dem Namen Prediger bekannt) hat es in sich. Der Autor zitiert unter anderem alte Spruchweisheiten und fragt: Stimmen sie? Bewähren sie sich auch in der Praxis? Nun gehören Sprichwörter ausgerechnet zu jenen Texten, die am schwierigsten von einer Sprache in eine andere zu übersetzen sind. Die verschiedenen Übersetzungen unterscheiden sich deshalb recht stark. Wer zu wörtlich übersetzt, trifft nicht unbedingt den Sinn. Besonders wertvoll ist in meinen Augen die englische Übersetzung von Eugene H. Peterson «The Message» (auch sonst empfehlenswert). Hier findet sich der Satz: «Anger boomerangs. You can spot a fool by the lumps on his head.» – «Zorn kehrt zurück wie ein Bumerang. Du kannst den

Dummkopf an seinen Beulen erkennen.» Man könnte auch übersetzen: «Zorn trifft seinen Absender – man sieht es an seinem Kopf.» Stimmt das? Ja, wenn ich an den Stil verschiedener Politiker denke. Und auch ja, wenn ich an Verhandlungen und Verhandlungsresultate in meinem beruflichen Alltag als Anwalt denke. Wer im Konflikt immer nur die Konfrontation sucht, wer sich an die Devise hält, Angriff sei die beste Verteidigung, erlebt genau das auch von der anderen Seite. Angriff muss nicht immer falsch sein, natürlich nicht. Oft kommt man aber wesentlich weiter, wenn man einen Schritt zurück macht, zuerst den Überblick und dann die Mitte sucht. Das tönt dann zu Beginn einer Verhandlung vielleicht so: «Wir beide

EDU ist unnötig «idea Spektrum» Nr. 39 - «EDU, EVP und die Liebe» sowie Interview mit Daniel und Melanie Beutler Das Neben- und Gegeneinander der EVP und der EDU mag sich zwischen zwei Eheleuten ja ganz neckisch anhören, ist jedoch generell betrachtet angesichts des sich immer radikaler säkularisierenden Zeitgeistes eine bedauerliche Angelegenheit. Gott hat nach Römer 13,4 in der gefallenen Schöpfung die Obrigkeit eingesetzt, damit in einem Gemeinwesen das Gute gefördert und das Schlechte gehindert wird. Christlich motivierte Politik heisst deshalb, einen Beitrag dazu zu leisten, damit in konkreten Fragen des Gemeinwesens nach christlichen Wertmassstäben möglichst bessere oder doch zumindest weniger schlechte Lösungen getroffen werden. Es geht dabei nicht um die Proklamation biblischer Wahrheiten, sondern darum, in einem Gemeinwesen christliche Mehrwerte zu schaffen. So wie es in Jeremia 29,7 heisst: «Seid um das Wohl der Städte besorgt, in die ich euch verbannt habe.» Sicher gibt es absolute Wahrheiten, geistliche Prinzipien und auch biblische Prophetien. Diese sollen kompromisslos verkündigt und geglaubt werden. Dies hat aber nichts mit Politik zu tun. Die EDU ist deshalb mehr eine kirchenähnliche Bekenntnisvereinigung als eine politische Partei. Vor Jahrzehnten ist sie der

Die EDU und ihre Plakate sind für Leser Marcel Zirngast «unnötig und kontraproduktiv». Ob andere Leser diese provokative Aussage teilen? EVP im Streit davongelaufen und hat sich auf dem politischen Parkett zu einem unnötigen und kontraproduktiven Selbstläufer entwickelt. Es wäre eigentlich an der Zeit, dass sie wieder nach Hause kehrt. MArCeL ZirngAsT, Urdor f

Gott beweisen? «idea Spektrum» Nr. 37 – «3268 Prophezeiungen erfüllt» Bei diesem Artikel bin ich auf ein Glaubensverständnis gestossen, welches mich sehr befremdet. Wird doch anhand von erfüllten Prophezeiungen, welche Informatikprofessor Werner Gitt mathematisch berechnete, ein «Gottesbeweis» proklamiert. Wenn Gott bewiesen werden kann, hat meines Erachtens

haben Grund, einander Vorwürfe zu machen. Ich schlage vor, dass wir dies im Moment auf der Seite lassen und gemeinsam überlegen, wie wir aus der unerquicklichen Situation herauskommen. Gibt es einen sinnvollen Lösungsweg? Welche Informationen müssen wir haben, um Entscheidungen herbeizuführen? …» Wem es gelingt, das Gegenüber nicht nur als Gegner, sondern auch als Verhandlungspartner wahrzunehmen, wird selber Achtung und nicht Geringschätzung erleben. Nicht nur Zorn trifft seinen Absender, sondern auch Freundlichkeit, Liebe, Zeichen der Annahme und Wertschätzung kehren zum Absender zurück. Aber es ist zu billig, zornigen Menschen mit Zorn und freundlichen Menschen mit Freundlichkeit zu begegnen. Jesus fordert uns im Gegenteil auf, solche negativen Autoder Glaube ausgedient. Ich kann dieser Argumentation, wie sie hier zelebriert wird, überhaupt nicht folgen und finde sie abscheulich! Da halte ich es mit Dietrich Stollberg, welcher gut lutherisch zum ersten Absatz des Apostolikums anmerkt: «Im Apostolischen Glaubensbekenntnis heisst es: ‹Ich glaube an Gott, den Vater...› Einwand: ‹Aber wenn ich doch gar nicht glaube, dass es ihn gibt?› Ich meine, wir müssen es nicht für richtig und tatsächlich zutreffend halten, dass es Gott ‹gibt›. Wir können aber zu ihm beten, als ob es ihn gäbe. Genau das heisst zu glauben. Ob es Gott gibt, ist nicht so wichtig wie, ob wir an ihn glauben und ihm vertrauen. Das ist vielleicht die schwierigste Lektion der Reformation: ‹Sola fide!› (Allein durch den Glauben!)» Dieser Glaube soll befreien und nicht einengend, dogmatisch, autoritär sein und wirken. Die Freiheit kann sogar so verstanden werden, dass Gott uns von sich selbst befreit. In einer nontheistischen Religion, wie sie Matthias Kroeger nennt: «Gott und sein angebliches ‹Gebot› wären dann nicht länger eine Art moralische Diktatur und eine von aussen uns überwachende, wenngleich auch hilfreiche elterliche Autorität, sondern jener Geist, der uns in alle Freiheit leitet und einen weiten Blick gewährt über Täler lokaler, konfessioneller und familiärer Traditionen hinaus.» HAns renTsCH, Münsingen

matismen zu durchbrechen – bis hin zum Gebot der Feindesliebe. Ein provozierender Gedanke zum Schluss. Wenn uns als Einzelnen, als Gemeinden und Kirchen Unfreundlichkeiten und gar Anfeindungen begegnen: Könnte es sein, dass dies Verletzungen durch Bumerangs sind, die wir selber geworfen haben? Oder lässt Gott uns solche Erfahrungen machen, damit wir Mechanismen durchbrechen und Dinge von Minus ins Plus drehen? CHrisTOPH Wyss Der Autor ist Rechtsanwalt und Präsident der Internationalen Vereinigung Christlicher Geschäftsleute (IVCG). Er wohnt in Bern. christoph.wyss@advobern.ch

Richtungslose Kirche

«idea Spektrum» Nr. 38 - «Werte einbringen statt verteidigen» Die Beklommenheit und die Tragödie der Schweizer Landeskirchen kommt im Referat von Kirchenratspräsidentin Pfarrerin Claudia Bandixen, gehalten an der Bettagskonferenz der EVP, in deutlicher und ratloser Weise zum Ausdruck, wenn sie die Inhalte der Landeskirchen als «Modell für eine multikulturelle Schweiz» bezeichnet. Zum einen muss sich der Christusgläubige Mensch bei einer solchen Aussage fragen: Verspürt denn die Landeskirche in unserer fragenden und verunsicherten Welt keinen Auftrag mehr? Zum andern wäre es von Nutzen, wenn der Leser von Frau Bandixen er fahren könnte, was denn die Darlegung dieses Modells überhaupt beinhalten soll. Denn in ihren Worten verspüre ich einen unmissverständlichen Widerspruch zu den Ausführungen des vorangegangenen Referenten, Professor Thomas Schlag, der den Auftrag der Kirche nach wie vor in den Abschlussworten Jesu erkennt: «Gehet hin und machet alle Völker zu Jüngern (von Jesus).» Ist es zu ver wundern, wenn die suchenden Menschen unserer Zeit sich von einer solch richtungslosen Kircheninstitution abwenden und sich in ihrer Hilflosigkeit gelegentlich auch einem Guru anvertrauen? DAnieL rOHner, Moutier


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Schweizer Hotel Sunnebad in Sternenberg öffnete am 1.Oktober seine Türen

Neues Leben im einstigen «Haus der Stille» Nicht ohne den Segen Gottes

Aus dem «Sunnebad – Haus der Stille» wurde das «Schweizer Hotel Sunnebad». Die Gastgeberfamilie Ernst setzt auf ein neues Konzept, aber den gleichen Gott. In Schwung bringen soll das Haus ein breites Angebot mit exklusivem Charakter. «idea Spektrum» traf den Hoteldirektor am Tag vor der Eröffnung. Im «Sunnebad» riecht es nach frischem Holz. Der Duft kommt von den Betten, die der Kunsthandwerker Markus Fuchs extra fürs «Sunnebad» angefertigt hat. Auch in der Gaststube setzt neues, helles Holz kunstvoll einen Kontrapunkt zu den alten, massiven Balken. Emsige Mitarbeiter putzen den Vorplatz, werken in der Küche und rollen in den Zimmern buchstäblich den Teppich aus für die künftigen Gäste. Vor dem Haus hoppeln Zwergkanin-

Impressum Idea Schweiz Herausgeber: Idea Information AG, 4410 Liestal Verwaltungsrat: Heiner Henny, Präsident; Sam Moser, Stellvertreter; Paul Beyeler, Hans Lendi, Hansjörg Leutwyler, Hanspeter Schmutz Ideelle Trägerschaft: Schweizerische Evangelische Allianz (SEA), Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG), Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen (AEM) Redaktion: Josefstr. 32, 8005 Zürich, Tel. 044 444 16 44, Fax 044 444 16 49 E-Mail: redaktion@ideaschweiz.ch Internet: www.ideaschweiz.ch Chefredaktor: Andrea Vonlanthen Büro: Bahnhofstr. 65, 9320 Arbon Tel. 071 446 70 02, Fax 071 446 74 88 E-Mail: andrea.vonlanthen@ideaschweiz.ch Redaktor: Thomas Feuz Er weitertes Team: Esther Reutimann, David Sommerhalder, Thomas Hanimann, Iris Muhl, Sibylle Zambon, Christian Bachmann, Mirjam Fisch-Köhler, Marlies Reutimann Praktikum: Stefanie Niederhäuser Inserateservice: Jordi AG – das Medienhaus, Roland Rösti, Belpbergstr. 15, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 25, Fax. 031 819 38 54 E-Mail: inserate@ideaschweiz.ch Aboservice: Jordi AG – das Medienhaus, Ursula Seifried Jordi, Belpbergstr. 15, 3123 Belp, Tel. 031 818 01 20, Fax. 031 819 38 54 E-Mail: abo@ideaschweiz.ch Abopreise: Jahresabo Fr. 145.–, Seniorenabo Fr. 117.–, Halbjahresabo Fr. 77.–. Das Abo ist unter Einhaltung einer vierwöchigen Frist jeweils zum Bezugsende kündbar. Konto: PC-Konto 40-788586-4 Idea Information AG, 4410 Liestal Layout/Druck/Versand: Jordi AG – das Medienhaus, Belpbergstr. 15, 3123 Belp, www.jordibelp.ch

Bild: zvg.

Leidenschaft und Gottvertrauen: Hoteldirektor Jochim Ernst.

chen um ein paar Ziegen herum. Sie warten auf die ersten Kinder, mit denen sie spielen können.

Auf zu neuen Ufern

Lange brauchen sie nicht mehr zu warten. «Wir befinden uns in den letzten Zügen», sagt Joachim Ernst scherzhaft. In Wirklichkeit steht er am Anfang eines komplett neuen Lebensabschnitts. Nach vielen Jahren im Engadin zieht der gelernte Maler, PRund Tourismusfachmann sowie Hoteldirektor in St. Moritz mit seiner achtköpfigen Familie nach Sternenberg. «Wir haben gemerkt, dass es an der Zeit ist, unseren vertrauten ‹Hafen› zu verlassen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Der Moment, ‹aus dem Hafen auszulaufen›, schmerzt. Aber es lohnt sich, mit Gott den Schritt aufs Wasser zu wagen und sich ganz in seine Abhängigkeit zu stellen», sagt Ernst. Seit Jahren kam das «Sunnebad» nicht mehr aus den roten Zahlen heraus. «Wir haben in einem Gottesdienst bewusst abgeschlossen und ‹vors Kreuz gebracht›, was bisher war. So beginnt nun etwas ganz Frisches im ‹Sunnebad›. Nicht besser, aber anders. Wir wollen unsere Türen weit öffnen – viele Leute sollen sich bei uns wohl fühlen.» Gestützt werde das neue Konzept von vier Säulen, beschreibt Ernst: Seminare und Tagungen, Hochzeiten und Bankette, das Feinschmecker- und Gartenrestaurant sowie der Hotelbetrieb. «Durch diese Kombination sprechen wir ein breites Zielpublikum an.» Für den ehemaligen Skispringer und seine Frau, Schweizer Langlaufmeisterin Cornelia Ernst, bedeu-

tet das, dass im «Sunnebad» künftig nicht nur Christen ein- und ausgehen werden. Tagesausflüge zu beliebten Plätzen der Schweiz und Aktivitäten wie Biken oder Nordic Walking sollen die Gäste anlocken – speziell auch jene aus Deutschland.

Beim VCH dabei

Verstecken will Ernst seinen Glauben aber keinesfalls. Der Hotelier hat sich bereits mit Falk Pfleiderer und weiteren Vertretern des Verbands christlicher Hotels getroffen und wurde vorläufig in den Verband aufgenommen. «Für mich ist es selbstverständlich, dass ich diesem Verband angehören will. Ich bin überzeugter Christ, und dazu stehe ich.» Auch Falk Pfleiderer stellt sich hinter den Hotelier. «Wir sind zuversichtlich. Ernsts klare Haltung, sein Herz für Gott, kombiniert mit seiner Erfahrung und dem Konzept haben uns überzeugt. Er hat erkannt, worin die Not der Zeit zuvor lag. Das neue Konzept schafft eine Offenheit, die das ‹Sunnebad› braucht, um eine breite Stammkundschaft zu gewinnen.»

Obschon nicht alle Mitarbeiter Christen sind, beginnt das frisch zusammengestellte «Sunnebad»-Team den Tag jeweils in der hauseigenen Kapelle. «Das war mein ausdrücklicher Wunsch. Es ist mir wichtig, meine Crew unter den Segen Gottes zu stellen und so ausgerüstet in den Tag zu schicken», erklärt Ernst. Denn: Auf den Segen Gottes seien sie nach wie vor angewiesen. «Den grössten Teil haben wir noch vor uns. Nun müssen wir den Beweis erbringen, dass unser Konzept funktioniert.» Der 50-Jährige fiebert der Eröffnung entgegen. «Eigentlich wissen wir nicht genau, was kommt. Aber wenn ich Gottes Auftrag folge und einen Schritt gehe, dann macht Gott treu den nächsten Schritt.»

Sprudelnde Ideen

Darum ist der Hotelier voller Vorfreude – und Ideen. «Hier will ich eine Bühne machen, auf der junge Worship-Bands Vollgas geben können», erzählt er und zeigt die Scheune, die zum Haus gehört. «Und hier», er schlendert über einen Kiesplatz, umgeben von mächtigen Tannen, «stehen dann die weissen Tische für einen Hochzeitsapero, auf der Treppe spielt eine Band». Seine sprudelnden Ideen, die strahlenden Augen und die Begeisterung für Haus und Umgebung machen schnell klar: Joachim Ernst gibt sich mit Leidenschaft in die neue Aufgabe – und mit einer grossen Portion Gottvertrauen. STEFANIE NIEDERHÄUSER

Ursprünglich ein Bauernhof mit Kurbad Das «Sunnebad» war ursprünglich ein Bauernhof mit Kurbad und Gästehaus. Ab 1967 wurde es der Pilgermission St. Chrischona für Ferienlager und als Schulungszentrum verpachtet. 1980 eröffnete die Stiftung Chrischona Heime das «Sunnebad» neu als Haus der Stille. Das Diakonissen-Mutterhaus übernahm dieses 2006 und führte es als Lebensgemeinschaft mit Gästebereich, jedoch ohne öf-

fentlichen Restaurationsbetrieb. Nach gut vier Betriebsjahren stellte der Stiftungsrat fest, dass Aufwand und Ertrag weder finanziell noch personell ins Gleichgewicht zu bringen waren. Er suchte deshalb eine neue Trägerschaft. Über einen Artikel in «idea Spektrum» wurde Joachim Ernst auf die Liegenschaft aufmerksam und wenige Wochen später als neuer Pächter eingesetzt. www.sunnebad.ch


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BILDUNG

Christliche Helferinnen und Helfer haben sich in Graubünden unkonventionell engagier t

Was nichts kostet, war einmal mehr viel Wert Dort helfen, wo die Hilfe gewünscht ist: Die «Aktion Gratishilfe» in Chur dauerte vom 16. bis 25. September und war erneut ein voller Erfolg. Der Koordinator Andreas Boppart will das Konzept in weitere Regionen transferieren.

«Spektrum»: Wie fühlen Sie sich? Andreas Boppart: Wir wurden breitflächig wahrgenommen. Ich bin total zufrieden. Über 100 Leute machten mit. Ermüdungserscheinungen? Für einige war es schon eine anstrengende Zeit, da sie gleich mehrfach im Einsatz waren. Die Motivation hoch zu halten, war nicht schwierig.

Steigerung von 30 Prozent. Insgesamt waren wir rund 500 Stunden im Einsatz.

Viel bewegt: Ein Team in Chur.

Gab es eine Sparte, die nicht genutzt wurde? Wir boten bewusst eine breite Palette an. «Beratung und Ämterbegleitung» und «Musikunterricht» waren nicht gefragt. Können Sie Zahlen nennen? Nebst unserem Angebot von Kinderaufsicht und Mittagstisch hatten wir 135 Einsatzanfragen. Im Vergleich zu 2009 ist das eine

Die Aktion ist Geschichte. Was bleibt? Helfer, die prägende Erfahrungen durch die Begegnung mit unterschiedlichsten Menschen gemacht haben. Und Hilfesuchende, die erlebt haben, was es heisst, dass Gott sie liebt. Sie haben das Konzept Allianzgemeinden angeboten. Ist der Funke schon gesprungen? «idea Spektrum» sei Dank, ja! Wir stehen mit einzelnen Regionen in Verbindung. Ich hatte sogar eine längere Skype-Sitzung mit einem Interessierten aus Estland.

So wurde geholfen Der Verein «Vision Chur» setzt nebst evangelistischen Projekten die tätige Liebe zu Gott und Mitmenschen um. Verrichtet wurden folgende Einsätze: Gartenarbeit 41 (vom Rasenmähen bis zum Kartoffeln ernten), Putzen allgemein 44 (vom Igelstall bis zum Rollstuhl), Aufräumen 5, Transport 16 (Personen und Waren), PC-Hilfe 3, Hundesitter 1, Velo flicken 3, Malerarbeiten 9, Bügeln 1, Handwerkliche Arbeiten 6, Zügeln 5, Schweizerdeutsch lernen 1, Auto putzen 2. Kontakt: «Aktion Gratishilfe», Andreas Boppart, Josefstrasse 206, 8005 Zürich, info@gratis-hilfe.ch www.aktiongratishilfe.ch

Inter view: THOMAS FEUZ

Verein Initiative für christliche Bildung (ICB): Erste Mitglieder versammlung in Bern

Bereits neun christliche Schulen mit 550 Schülern Als christliche Alternative zur Volksschule sieht sich der Verein Initiative für christliche Bildung (ICB). An der ersten Mitgliederversammlung sind dem Verein neben den beiden Gründerschulen Schulalternative Zürich (SalZH) und Schulkooperative Biel sieben weitere Schulen beigetreten. Der im November 2009 gegründete Verein traf sich zur Jahresversammlung. Er erreichte damit ein erstes Ziel, christliche Schulen zu vernetzen, um sich gegenseitig zu stärken. In den neun Schulen werden rund 550 Kinder unterrichtet. Die ICB-Schulen sehen sich nicht als pädagogische Rückzugsmodelle für bedrohte Kinder besorgter

Eltern. Hier sollen Konfliktfähigkeit trainiert, die Auseinandersetzung mit anderen Weltanschauungen ohne Angst eingeübt und schlicht guter Unterricht erteilt werden. Einige Schulen haben bereits wohlwollende Stellungnahmen ausgelöst. So meint die für die Schulkooperative Biel zuständige Inspektorin: «Die christlichen Grundwerte der Schulkooperative beruhen auf einem ganzheitlichen Menschenbild, welches die individuelle Entwicklung einbezieht, ohne dogmatisch zu wirken.»

Eltern im Schulzimmer

Auf das Mitwirken der Eltern im Schulbetrieb legen alle Schulen besonderen Wert. So geben Eltern in der SalZH einmal pro Jahr wäh-

rend einer Lehrerweiterbildung Schule, während in der Bieler Schulkooperative Eltern mit der Unterstützung von diplomierten Lehrern ganze Fächer unterrichten. Für die Lehrkräfte finden immer wieder Weiterbildungen statt. Der Verein setzt sich auch zum Ziel, Bücher und Unterrichtshilfen zu publizieren. Im November

Bilder: zvg

ERIC FLURY

Diese Schulen gehören zum IBC Christliche Schule Bern 29 Kinder, 1.-6. Klasse, seit 2006 (www.csbern.ch) EbenEzer, Bärau BE 22 Kinder, Spielgruppe bis Oberstufe, seit 2006 (www.see-em.ch) Freie Christliche Schule Liestal 93 Kinder, Spielgruppe bis Oberstufe und Progymnasium, seit 1997 (www.fcsl.ch) Prismaschule, Riehen 10 Kinder, Spielgruppe bis 2. Klasse, seit 2009 (www.prismaschulen.ch)

Ganzheitliches Menschenbild: Kinder der Schulkooperative Biel.

wird mit einer Reihe Arbeitshefte zur christlichen Erziehung und Bildung gestartet. Seit 2005 sind Bildungssymposien das wesentliche Instrument, mit dem die beteiligten Schulen jeweils im November an ein grösseres Publikum gelangen. Das nächste findet am 19./20. November in Vevey statt.

Schulalternative Aaretal (Saat) Münsingen BE, 18 Kinder, Kindergarten bis 6. Klasse, seit 2009 (www.saat-aaretal.ch)

Schulalternative Aargau/Solothurn (Salta), Gränichen AG 30 Kinder, Kindergarten bis 4. Klasse, seit 2008, (www.salta-privatschule.ch) Schulalternative Zürich (SalZH) Winterthur, 210 Kinder, Kindertagesstätte, Kindergarten, 1.-9. Klasse, seit 2002 (www.salzh.ch) Schulkooperative Biel 98 Kinder, Spielgruppe, Kindergarten, 1.-9. Klasse, seit 1997 (www.schulkooperative.ch) Visionja, Herisau 32 Kinder, Spielgruppe bis 6. Klasse, seit 1996 (www.visionja.ch) www.icbs.ch


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Gehört der Islam zu Deutschland wie das Christentum? UMSTRITTENE REDE Bundespräsident Wulff erntet für seine Rede am Nationalfeiertag in Bremen Lob vom EKDRatsvorsitzenden, Präses Schneider, und Kritik von den theologisch konservativen Bekennenden Gemeinschaften.

B

undespräsident Christian Wulff hat für seine Rede zur Deutschen Einheit von evangelischen Geistlichen Lob und Kritik erhalten. In seiner Ansprache beim Festakt am 3. Oktober in Bremen hatte Wulff vor dem Hintergrund der Integrationsdebatte gemahnt, das Verständnis einer Zugehörigkeit zu Deutschland nicht auf einen Pass, eine Familiengeschichte oder einen Glauben zu verengen. Wulff: „Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutsch-

„Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ Bundespräsident Wulff am Nationalfeiertag

misten. In Deutschland zu Hause zu sein, bedeute auch nach kirchlicher Überzeugung, die Verfassung und die in ihr festgeschriebenen Werte zu achten und zu schützen.

Widerspruch: Nicht der Islam, die Muslime gehören zu Deutschland Dagegen forderte der Präsident der theologisch konservativen Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg), dem Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ zu widersprechen. Mit dieser Aussage würden Befürchtungen einer zunehmenden Islamisierung Deutschlands und Europas bestätigt und befördert. Die hier lebenden Muslime sollten das Christentum, das mit seiner Kultur und Tradition Deutschland geprägt habe, besser kennenlernen und achten. „Nicht der Islam gehört zu Deutschland, sondern die Muslime, die in Deutschland leben, sofern sie die Verfassung bejahen und leben und sich integrieren wollen“, sagte Rüß gegenüber idea. An christliche Politiker appellierte der Theologe, deutlicher zu den eigenen Wurzeln zu stehen. Es sei nicht hinnehmbar, dass Christen in islamischen Ländern benachteiligt, verfolgt, gefoltert und bedroht werden. Für sie müsse dieselbe Toleranz und Achtung gelten, wie sie Muslimen in

land. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlichjüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ Nach Ansicht des EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), hat der Bundespräsident „nüchtern, sachlich und gelassen“ die deutsche Wirklichkeit beschrieben. Gegenüber idea begrüßte es Schneider, dass Wulff die Feiern zur Deutschen Einheit genutzt habe, um das Thema Integration als Zukunftsherausforderung deutlich zu benennen. Die EKD unterstütze Wulffs Ermutigung an alle Bürger, ihre Talente und Fähigkeiten bei der Gestaltung der Gesellschaft einzubringen, ebenso wie die Abwehr von fundamentalistischen und rechten oder linken ExtreWas der Bundespräsident am Nationalfeiertag zum Islam sagte, bestimmte die Schlagzeilen

ideaSpektrum 40.2010

Deutschland entgegengebracht werde.

Gegen Idealisierung des Islam Einer der führenden evangelischen Islamexperten, Pfarrer Eberhard Troeger (Wiehl bei Gummersbach), bedauerte ebenfalls die Gleichsetzung von Christentum, Judentum und Islam. Dies sei ungeschichtlich gedacht, sagte er gegenüber idea. Während Christentum und Judentum seit nahezu 2.000 Jahren in Mitteleuropa präsent seien und die Gesellschaft prägten, gebe es hierzulande erst seit den 60er Jahren größere islamische Gemeinschaften. Sie hätten selbstverständlich ein Recht auf Ausübung ihrer Religion. Allerdings dürfe der Respekt nicht zu einer Idealisierung des Islam führen. „Nicht nur islamische Fundamentalisten und Extremisten befürworten eine Islamisierung Deutschlands“, so Troeger.

Zurückhaltung bei der katholischen Kirche Der katholische Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (Hamburg) äußerte sich gegenüber der Bild-Zeitung zurückhaltend. Er begrüße es, dass der Bundespräsident den Muslimen die Hand reiche. Zugleich forderte er, die christliche Kultur und Tradition in Deutschland nicht preiszugeben. Muslime müssten die gewachsene Mehrheitskultur im Land respektieren. P


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INTERNET

Kämpft Israel mit „Esther“ gegen iranische Atomwaffen? CYBER-KRIEG Ein biblischer Hinweis in einem Computervirus gibt Anlass zu großen Spekulationen Geht Israel mit elektronischen Waffen gegen das iranische Atomprogramm vor, das die Existenz des jüdischen Staates bedroht? Seit Anfang 2009 kursiert weltweit der Computervirus Stuxnet, der Industrieanlagen zur Urananreicherung befallen kann. Wie Experten jetzt herausgefunden haben, enthält Stuxnet möglicherweise einen versteckten Hinweis auf das alttestamentliche Buch Esther. Die Tageszeitung „New York Times“ berichtete am 29. September, Fachleute hätten im Code des Virus das Wort „Myrtus“ (Myrte) entdeckt. Der hebräische Name der Pflanze, „Hadas“, ähnele dem Wort „Hadassah“ für Esther. Das gleichnamige Buch im Alten Testament schildert, wie die Jüdin Esther zur persischen Königin aufsteigt und in dieser Position einen heimtückischen Anschlag zur Ausrottung der Juden vereitelt. Ähnlich könnte es sich mit dem Computerwurm verhalten, wenn er etwa die Steuerung iranischer Urananreicherungsanlagen lähme und damit das Atomprogramm störe. Präsident Ahmadinedschad hat mehrfach mit der Auslöschung Irsraels gedroht. Unter anderem nistet Stuxnet sich der „New York Times“ zufolge auf Siemens-Rechnern ein, die auch zur Steuerung von Atomanlagen genutzt werden können. Siemens wiederum beteuert, niemals solche Computer an iranische Atomeinrichtungen geliefert zu haben. Trotzdem wäre nach Ansicht von Experten eine Einfuhr auf Umwegen über andere Länder denkbar. Die Herkunft von Stuxnet bleibt mysteriös. Laut „New York Times“ gibt es Hinweise auf einen

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Cyberangriff, der den Fortschritt des iranischen Atomprogramms verlangsamt habe. So seien im Mai 4.920 Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb gewesen, im August aber nur noch 3.772. Ferner habe Israel die Einschätzung, wie lange es dauere, bis der Iran eine Atomwaffe habe, auf das Jahr 2014 verlängert. P

idea Fernseh- und Hörfunk-Tipps

9. Oktober – 15. Oktober

FE R NSE H E N Sonntag, 10. Oktober Das Vierte 9.00–9.30 Bibelstunde mit Pastor Bayless Conley 9.30–10.00 „Das Lamm ohne Fehl“ mit Pastor Christian Wegert

9.30–10.15 Evangelischer Gottesdienst aus Frömern bei Unna mit Pfarrerin Anja Josefowitz und Pfarrer Gisbert Biermann, Thema: Auch im Alter kommt Neues zur Welt

11.00–12.00 Gottesdienst aus der Ev.Freik. Gemeinde KasselWest mit Pastor Fornaçon 13.50–14.20 Nina Hagen: Auch Heilige haben Vergangenheit

Montag, 11. Oktober

Donnerstag, 14. Oktober

22.45–23.40 Literaturland Israel. Schriftsteller, Journalisten und Verleger sprechen über ihr Land

15.30–16.25 Johannes Calvin – Reformator und Reizfigur 21.45–22.00 Biblisch-Therapeutische Seelsorge. Sie bildet Menschen zu Beratern aus

HÖRFUNK Sonntag, 10. Oktober

Mittwoch, 13. Oktober

BR 2 8.30–9.00 Die Linkspartei und ihr Verhältnis zur ev. Kirche

rbb Kultur 9.04–9.30 Kirchliche Positionen zur Familienpolitik

NDR Info 10.00–11.00 Ev. Gottesdienst aus Wittmar mit Pastorin Sonnabend

8.30–9.00 Gespräch mit Pater RolandBernhard Trauffer, ehemaliger Generalvikar des Bistums Basel

9.45–10.00 Evangelisch-reformierte Predigt mit Theologin Manuela Liechti-Genge aus Münchenbuchsee

NDR Info 17.05–17.30 Was kirchliche Entwicklungsarbeit in Äthiopien bewirken kann

19.20–20.00 Boxen und Beten – Junge Israelis und Araber kämpfen gegen Vorurteile 19.42–19.58 Dankbar für meine Familie

Donnerstag, 14. Oktober 20.00–21.00 Eine erstaunliche Bilanz. Volker Schnüll, Bibelschullehrer in Haiti, im Gespräch mit Horst Marquardt über die Entwicklungen seit dem schweren Erdbeben

Wer reagieren möchte, kann dies unter folgenden Rufnummern tun: 3sat: 0631/701 | ARD: 089/5900-3344 | arte: 0180/5002488 | Bibel.TV: 040/4450660 BR (Radio): 089/590001 | Das Vierte: 0180/5843783 | Deutschlandfunk und Deutschlandradio: 0221/345-1831 | DRS 2: (0)848/808080 | ERF: 06441/957-0 HR (TV): 069/1555111 | Luth. Stunde: 04264/2436 | MDR: 0341/300-5401 | NDR: 0511/988-2393 | Phoenix: 0180/28213 | RBB: 030/97993-2171 SF 2: (0)62/2059050 | SR 2: (0)681/6022222 | SWR 2: 07221/300222 | WDR (Radio): 0221/5678-333 | WDR (TV): 0221/5678-888 | ZDF: 06131/702164 ideaSpektrum 40.2010


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Sünde ist kaum noch Thema der Seelsorge AKADEMIE FÜR PSYCHOTHERAPIE UND SEELSORGE Der Begriff Sünde ist weitgehend aus der Seelsorge verschwunden. Dieser Ansicht ist der Rektor des Theologiestudenten begleitenden Albrecht-Bengel-Hauses in Tübingen, Rolf Sons.

W

ie Sons bei der Jahrestagung der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg sagte, sei die Seelsorge vom Evangelium her verpflichtet, Schuld und Sünde zum Thema zu machen. Wo sie dies unterlasse, mache sie sich schuldig. Gegenwärtig habe sich das Sündenverständnis jedoch umgeformt: Der Mensch verstehe sich nicht mehr als Sünder gegenüber Gott, sondern gegenüber sich selbst. Er sündige nur noch gegen seine Gesundheit oder gegen sein Aussehen. Schuld werde in der Seelsorge nur noch selten bekannt. Oft werde sie nur noch verschlüsselt benannt, etwa in der Formulierung „Die Sache ist dumm gelaufen“. Damit es zur Erkenntnis von Sünde komme, bedürfe es der Begegnung mit der Bibel, die dann häufig mit einer Erfahrung des Heiligen Geistes zusammenhänge. Laut Sons könne sich Sünde als Selbstverfehlung, als Scheitern oder als Macht zeigen. Eine Selbstverfehlung liege etwa dann vor, wenn ein Mensch meine, seinen Wert durch Leistung steigern zu können. Aus christlicher Sicht sei dagegen ein Mensch unabhängig von seiner Leistung wertvoll, weil er von Gott geschaffen sei. Neben der

Selbstverfehlung gehöre das Scheitern zu den Grunderfahrungen des Menschseins: in der Ehe, der Kindererziehung oder bei der Karriere. Hier könne Seelsorge durch den Zuspruch der Vergebung entlastend wirken. Sünde als Macht könne sich etwa beim Geld, bei der Sexualität oder der Sorge ausdrücken. Um von solchen „fremden Herrschaften“ zu befreien, spielten die Beichte, das Lossagen und das Lossprechen im Namen Jesu eine wichtige Rolle.

Die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge mit Sitz in Frankenberg/ Nordhessen besteht seit zehn Jahren und hat 700 Mitglieder. Sie möchte dazu beitragen, dass sich Experten beider Fachgebiete austauschen, um so Ratsuchenden besser helfen zu können. Vorsitzender ist der Psychotherapeut Martin Grabe, Chefarzt an der Klinik Hohe Mark (Oberursel bei Frankfurt am Main).

b www.akademieps.de, 06451-210904

Sünde nicht zu schnell vergeben Als problematisch sieht es Sons an, wenn eine zu schnelle Absolution von Sünden erteilt wird. Dann bestehe die Gefahr, dass man schnell in alte Verhaltensmuster zurückfalle. Aufgabe des Seelsorgers sei es, Fehlverhalten jedoch gründlicher anzuschauen und nach Ursachen zu suchen. Allerdings habe die Seelsorge kein Interesse daran, Sünder zu brandmarken. Vielmehr seien für sie die Barmherzigkeit Gottes und die Vergebung kennzeichnend. Sons: „Der Ratsuchende braucht Sünde nicht zu verschweigen oder zu verstecken. Als ein von Christus Geliebter kann er sie bekennen.“ P

Sünde wird heute nicht mehr als Trennung von Gott, sondern als etwas gesehen, was z. B. der Gesundheit schaden könnte. Dies nutzt die Werbung oft auf ironische Weise.

USA: Atheisten wissen am besten über Religion Bescheid UMFRAGE Die USA gehören zu den religiösesten Ländern, aber mit dem Wissen um Religion ist es schlecht bestellt.

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theisten kennen sich in religiösen Fragen besser aus als Christen. Das geht aus einer Umfrage des Pew-Forschungsinstituts (Washington) hervor. Vom 19. Mai bis 6. Juni stellten Interviewer 3.412 erwachsenen US-Amerikanern 32 Quizfragen zu religiösen Themen, etwa welchem Glauben Mutter Teresa oder der Dalai Lama angehören. Am besten schnitten Atheisten mit durchschnittlich 20,9 richtigen Antworten ab, dicht gefolgt von Juden (20,5) und Mormonen (20,3). „Weiße Katholiken“ und Protestanten beantworteten jeweils die Hälfte der Fragen richtig.

ideaSpektrum 40.2010

„Weiße Evangelikale“ schnitten mit 17,6 etwas besser ab als Weiße aus theologisch liberalen evangelischen Traditionskirchen (15,8). Schwarze Protestanten gaben 13,4 und hispanische Katholiken 11,6 richtige Antworten. Bei Pew-Umfragen aus dem Jahr 2008 hatte sich herausgestellt, dass US-Amerikaner zu den religiösesten Bürgern von Industrienationen zählen. Fast 60 % erklärten, dass ihnen der Glaube sehr wichtig sei; etwa 40 % gehen wenigstens einmal pro Woche zum Gottesdienst. Aber – so das Institut – die jüngste Umfrage zeige, dass eine große Anzahl von Erwach-

senen über die Ansichten der wichtigsten Religionen relativ uninformiert sei. P www.pewforum.org

Von 32 religiösen Quizfragen beantworten richtig … Atheisten: Juden: Mormonen: „Weiße“ Evangelikale: „Weiße“ Katholiken und Protestanten:

20,9 20,5 20,3 17,6 16,0


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„Spiritismus pur“ bei OKKULTISMUS Eine Hellseherin will am Reformationstag (31. Oktober) im Privatsender RTL Kontakt zu dem toten Ministerpräsidenten Barschel aufnehmen.

F

ür Aufregung sorgt eine geplante Sendung des Kölner Privatsenders RTL am Reformationstag (31. Oktober). In ihr will die Schweizer Hellseherin Kim-Anne Jannes Kontakt zu dem vor 23 Jahren verstorbenen CDU-Politiker Uwe Barschel aufnehmen. Der einstige schleswig-holsteinische Ministerpräsident war am 11. Oktober 1987 nach einem Polit-Skandal tot in einer Hotelbadewanne aufgefunden worden. Die exakten Todesumstände sind bis heute ungeklärt. RTL will im „Interview“ mit dem Toten in Anwesenheit der 63-jährigen Witwe Freya Barschel die Vorfälle aufklären. Das Vorhaben stößt bei Kirche und Evangelikalen auf Kritik.

EKD: Eine überholte Vorstellung Der Medienbeauftragte der EKD und der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, Markus Bräuer (Frankfurt am Main), kritisierte u. a. die geplante Ausstrahlung am Reformationstag (31. Oktober). Zwar kenne er die geplante Sendung „Das Medium“ noch nicht, aber auf jeden Fall sei der Sendetermin unpassend: „Der Reformationstag steht für die Verbindung von Glaube und Vernunft. Eine Hellseherin, die Kontakt mit den Toten zu haben behauptet, erscheint mir im 21. Jahrhundert überholt.“ Grundsätzlich gelte für Christen, dass sie auch über die Grenze des Lebens

Uwe Barschel 1987

Freya Barschel

hinaus auf die Gnade Gottes vertrauten. Eine Kontaktaufnahme einer Hellseherin mit einem Verstorbenen sei damit nicht gemeint.

KEP gegen Totenbefragung Der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten), Wolfgang Baake (Wetzlar), bezeichnete die Sendung als „Spiritismus pur“. Es könne und dürfe nicht sein, „dass RTL so etwas wie eine öffentlich praktizierte Totenbefragung propagiert“. Baake fragt: „Welche Werte vertritt dieser Privatsender bloß?“ Barschel war 1987 von einem Mitarbeiter beschuldigt worden, während des Landtagswahlkampfs eine Verleumdungskampagne gegen den SPDHerausforderer Björn Engholm initiiert zu haben. Barschel bestritt alle Vorwürfe, musste aber angesichts des öffentlichen Drucks zurücktreten. Neun Tage später starb er unter mysteriösen Umständen in einem Genfer Hotelzimmer. Laut offiziellen Ermittlungen handelte es sich um Selbstmord. Einige Experten bezweifeln dies und sprechen von Mord.

Witwe: Mein Mann ist noch da Barschels Witwe Freya bejahte jetzt gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass sie kürzlich über die Hellseherin Jannes mit ihrem Mann in Kontakt getreten sei. Grund seien Erlebnisse in ihrem Haus gewesen, so Frau Barschel. Dort hätten sich Lampen und das Fernsehgerät ohne ihr Zutun ein- und ausgeschaltet. Für die Witwe „ist seitdem klar, dass mein Mann immer noch energetisch im Haus anwesend ist. Und er bewacht mich sehr gut.“ P

NOTIERT Cliff Richard wird 70 Einer der bekanntesten evangelikalen Künstler, der englische Popstar Cliff Richard, wird am 14. Oktober 70 Jahre alt. In seiner 52-jährigen Sängerkarriere hat er mehr als 250 Millionen Platten verkauft. Neben den Beatles und Elton John gehört er zu den erfolgreichsten englischen Sängern. In den 60er Jahren feierte er auch im deutschsprachigen Europa Erfolge, etwa mit dem Schlager „Rote Lippen soll man küssen“ (1963). Wenig später wurde er Christ. Wiederholt trat er mit Billy Graham auf, u. a. bei der ersten ProChristEvangelisation Cliff Richard 1993 in Essen. Aus seinem Glauben an Jesus hat Richard nie einen Hehl gemacht. 2003 verlieh ihm der Christliche Medienverbund KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten) den Preis „Goldener Kompass“ für glaubhaft gelebtes Christsein in den Medien. – Vor drei Jahren enthüllte er in seiner Autobiografie „My Life, My Way“ (Mein Leben, meine Art zu leben), dass er homosexuell sei und mit dem ehemaligen katholischen Priester John McElynn zusammenlebe. www.cliffrichard.org

Syrien schließt Hausgemeinden Im Norden des islamisch dominierten Syriens sind mindestens acht evangelikale (u. a. baptistische) Hausgemeinden staatlich geschlossen worden. Sie befinden sich u. a. in der Hafenstadt Latakia – dem neutestamentlichen Laodizea – sowie in Tartus, Homs und Wadi Al-Nasara. Der sozialistisch regierte Staat begründet sein Vorgehen gegen die Hausgemeinden juristisch: Nach dem Gesetz dürften Christen nur in Gebäuden Gottesdienste feiern, die als Kirchen zu erkennen sind. Die evangelikalen Gemeinden sind jedoch meist zu klein und finanzschwach, um sich solche Häuser leisten zu können. Sie mieten Wohnungen an und nutzen sie für Gottesdienste. Viele Evangelikale sind überzeugt, dass die Durchsetzung des Gesetzes nur als Vorwand diene, um ihre Aktivitäten zu beschneiden.

Fotos: dpa

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Herbert Blomstedt dirigiert das Leipziger Gewandhausorchester

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63 Afrikaner werden deutsche Pastoren PFINGSTGEMEINDEN In jeder 3. deutschen Gemeinde versammeln sich Christen mit ausländischen Wurzeln.

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er deutsche Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden hat 63 Afrikaner ordiniert, die in Deutschland als Pastoren tätig sein werden. Die sechs Frauen und 57 Männer stammen überwiegend aus Ghana und Nigeria und besitzen fast alle die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Ordination fand während der Bundeskonferenz der Freikirche in Willingen (Nordhessen) statt. Präses Roman Siewert sagte dabei: „Wir heißen unsere Kollegen aus Afrika willkommen, segnen sie und wagen mit ihnen gemeinsam die Zukunft.“ Rund 35 % der 760 Gemeinden des Bundes sind international ausgerichtet. In ihnen versammeln sich vornehmlich Einwanderer. Die Pfingstgemeinden praktizieren u. a. das Gebet in fremden „Zungen“ (Glossolalie), Prophetie und Krankenheilung als Gaben des Heiligen Geistes. Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden ist nach dem 83.000 Mitglieder zählenden Bund EvangelischFreikirchlicher Gemeinden die zweitgrößte Mitgliedskirche in der deutschen Vereinigung Evangelischer Freikirchen. P

eit 25 Jahren setzt sich eine Gemeinschaft dafür ein, den christlichen Glauben unter Musikern zu verbreiten: Die Organisation Crescendo (italienisch „anwachsend“) vereint rund 2.000 Geiger, Cellisten, Bläser, Pianisten, Opernsänger und andere klassische Berufsmusiker aus 40 Nationen. Sie wurde 1985 vom Missionswerk Campus für Christus gegründet. Beim Jubiläumskongress in Dresden sprach der Dirigent Herbert Blomstedt (Luzern/Schweiz) über den Zusammenhang von Kunst und Religion. Der frühere Leiter des Gewandhausorchesters Leipzig und Chefdirigent der Staatskapelle Dresden hält Gott für den größten Künstler, was alle menschlichen Künstler demütig machen und zu einer dienenden Haltung veranlassen sollte. Wahre Qualität zeige sich, wenn sie mit Bescheidenheit verbunden werde, so Blomstedt. Nach Angaben des internationalen Leiters von Crescendo, Beat Rink (Basel), wollen die Mitglieder der Vereinigung den christlichen Glauben in der Kulturwelt bekennen sowie Gemeinden und Organisationen bei der Verkündigung des Evangeliums unterstützen. Zu den Hauptaktivitäten gehöre, lokale Kreise unter Berufsmusikern und Musikstudenten in den Sparten Klassik und Jazz zu gründen und zu fördern.

b www.geistbewegt.de

Bis zu 500 Bewerbungen auf eine Orchesterstelle

Deutschland Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden: 46.000 Mitglieder, 760 Gemeinden

Schweiz Schweizerische Pfingstmission: 9.200 Mitglieder, 63 Gemeinden

Pfingstler in Österreich

Fotos: Blomstedt/Gert Mothes; BFP/PR

Freie Christengemeinde: 3.800 Mitglieder, 55 Gemeinden

BFP-Präses Roman Siewert (links) und Bundessekretär Hartmut Knorr (am Pult)

ideaSpektrum 40.2010

Prominenter Dirigent: Gott ist der größte Künstler MUSIK Seit 25 Jahren besteht die Berufsmusiker-Gemeinschaft „Crescendo“

S

Laut Rink sind viele Künstler durch den zunehmenden Wettbewerbs- und Konkurrenzdruck sowie die ständige Kürzung öffentlicher Zuschüsse für den Musikbetrieb stark verunsichert. Auf manche Orchesterstellen bewürben sich bis zu 500 Musiker. Dies erhöhe den Leistungsdruck und führe dazu, dass immer mehr Orchestermusiker zu Drogen griffen. Crescendo reagiere darauf mit einer Verstärkung seelsorgerlicher Angebote. Dabei stelle man eine wachsende Offenheit gegenüber „spirituellen Angeboten“ aller Art fest, sagte Rink gegenüber idea. Zu den beliebtesten Komponisten der Freunde klassischer Musik gehöre Johann Sebastian Bach (1685-1750), der nach dem Motto arbeitete „Allein Gott die Ehre“. An einigen Orten gebe es einen regelrechten „Bach-Boom“. Dabei gehe es vielen Zuhörern jedoch weniger um die geistliche Botschaft als um die Musik selbst. Allerdings werde das Klassikpublikum immer älter: „Das weiße Meer ist in den Konzerten unübersehbar.“ Crescendo suche deshalb nach neuen Formen, um jüngere Zuhörer zu gewinnen. So würden in den nächsten Jahren vermehrt Hauskonzerte angeboten, durch die Musikliebhaber unterschiedlichen Alters angesprochen werden sollen. Bei entsprechender Programmgestaltung könne die christliche Botschaft zum Zug kommen, ohne aufgesetzt zu wirken. P

b Weitere Informationen: www.crescendo.org, www.artsplus.ch, Tel.: 0041-33-5343033, Tel. Beat Rink: 0041-61-9230684


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T H E OLO GI E

Kann man die Bibel wörtlich nehmen? THEOLOGIE Kann man der Bibel vertrauen? Ist alles in ihr wörtlich zu nehmen? Dieser Frage geht der Professor für Praktische Theologie, Tim Keller, in seinem Bestseller „Warum Gott?“ nach, der nun auch in deutscher Sprache (Brunnen-Verlag) erschienen ist. Im Folgenden ein Auszug.

Wie Stolpersteine verschwinden Viele Menschen empören sich über die – wie sie finden – „altmodischen“ und „rückschrittlichen“ Lehren in der Bibel. Befürwortet die Bibel nicht die Sklaverei? So etwas finden Bürger von heute so unmöglich, dass sie Probleme haben, überhaupt irgendetwas aus der Bibel zu akzeptieren. In meinen ersten Jahren in New York verbrachte ich viel Zeit mit Leuten, die die Bibel zum ersten Mal im Leben lasen. Oft saß ich Menschen gegenüber, denen irgendein besonders unverdaulicher Bibelvers aufstieß. Ich weiß noch, wie nach einem Gottesdienst ein schwarz gekleideter junger Künstler zu mir trat, der gerade die Stelle „Ihr Sklaven, gehorcht euren Herren“ (Epheser 6,5ff.) entdeckt hatte und völlig außer sich war. Hier ist der Rat, den ich ihm und an-

Dieser Bibelvers irritiert viele moderne Menschen, erklärt er doch, dass biblische Schriften „von Gott eingegeben“ seien.

deren für den Umgang mit anstößigen Bibelstellen gab: Viele Menschen legen geradezu reflexartig ihre Bibel aus der Hand, sobald sie auf eine solche Passage stoßen. Ich rate solchen Bibellesern, die Ruhe zu bewahren und zu versuchen, das, was ihnen da solche Bauchschmerzen macht, aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. So können sie weiterlesen und von der Bibel profitieren, obwohl sie mit einigen ihrer Aussagen kämpfen. Eine weitere Möglichkeit, die ich ihnen ans Herz lege, ist, dass der anstößige Text gar nicht das aussagt, was er auf den ersten Blick zu sagen scheint. Meine Erfahrung ist: Viele Stolpersteine verschwinden, sobald man einen guten Bibelkommentar dazu liest, der den Text in sein historisches Umfeld stellt.

Verteidigt die Bibel wirklich die Sklaverei? Nehmen wir beispielsweise den obigen Vers „Ihr Sklaven, gehorcht euren Herren“. Der heutige Leser denkt sofort an den afrikanischen Sklavenhandel des 18. und 19. Jahrhunderts oder die Sexsklaverei von heute. Steht also in der Bibel, dass diese Dinge erlaubt sind? Dies ist ein klassisches Beispiel dafür, wie man den kulturellen und historischen Abstand zwischen uns und den Autoren der Bibel übersehen kann. Im Römischen Reich des 1. Jahrhunderts – als das Neue Testament geschrieben wurde – war der Unterschied zwischen einem Sklaven und dem durchschnittlichen „Freien“ nicht sehr groß. Sklaven erkannte man weder an ihrer Rasse noch Kleidung; sie lebten mehr oder weniger wie andere Menschen auch und waren vom Rest wen der Gesellschaft nicht getrennt. Sie verdienten den gleichen Lohn wie Freie und waren daher meist nicht arm; der Loh durchschnittliche Sklave konnte durchaus so viel Geld spadurc ren, dass er sich freikaufen konnte. Und das Wichtigste: Die meisten konnten damit rechnen, innerhalb von zehn oder fünfzehn Jahren – spätestens aber, wenn sie Ende 30 ode waren – freigelassen zu werden. Im Gegensatz dazu wurwar de die d Sklaverei in der Neuen Welt – den USA – wesentlich systematischer und brutaler betrieben. Hier war der Sklasyst ve wie w ein Stück Vieh buchstäblich das Eigentum seines Herrn, der ihn oder sie nach Belieben vergewaltigen, verHer stümmeln oder töten konnte. Die Bibel sagt zu Menschenstüm handel und Entführung ein klares „Nein“ (5. Mose 24,7; 1. han Timotheus 1,9-11). Während daher die Christen im 1. JahrTim hundert keine Kampagnen zur Abschaffung der Sklaverei hun starteten, taten dies im 18. und 19. Jahrhundert Christen star sehr wohl, und zwar angesichts der Sklaverei der Neuen Welt, die eklatant gegen die biblische Lehre verstieß. Wel

Foto: idea

Es gibt keinen christlichen Glauben ohne den Glauben an die Bibel. Diese Aussage ist für viele ein Stolperstein. Viele New Yorker, die unseren Gottesdienst zum ersten Mal besuchen, sind überrascht oder sogar schockiert, dass wir so intensiv auf die Bibel hören. Die meisten sagen mir, dass sie wissen, dass es in der Bibel viele tiefgründige Geschichten und Aussprüche gibt, aber dass man sie heutzutage „doch nicht mehr wörtlich nehmen kann“. Sie meinen, dass die Bibel nicht gänzlich vertrauenswürdig sei, weil manches in ihr (oder sogar das meiste) unzuverlässig oder kulturell rückständig sei.

ideaSpektrum 40.2010


T H E OLO GI E

Weiß die heutige Generation alles am besten? In manchen Texten steht also gar nicht das, was wir auf den ersten Blick in ihnen lesen. Doch es gibt auch Fälle, wo jemand einen Bibeltext sorgfältig studiert und begriffen hat, was er aussagt – aber er findet ihn immer noch untragbar. Was tun? Ich mache den Menschen in solchen Fällen Mut, einmal darüber nachzudenken, ob ihr Problem mit einem bestimmten Bibelabschnitt nicht mit einem unbewussten Überlegenheitsgefühl zusammenhängt – dass nämlich ihre historische Situation „besser“ sei als alle anderen. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht nur unsere Kultur, sondern auch unsere Zeit absolut setzen. Was heißt es denn, wenn wir eine Aussage der Bibel „rückschrittlich“ oder „mittelalterlich“ nennen? Es heißt, dass wir behaupten, uns heute auf dem Gipfel der Aufgeklärtheit zu befinden, von dem aus wir genau sehen können, was rückschrittlich und fortschrittlich ist. Und dieser Glaube ist gerade so „engstirnig“ wie biblische Lehren, die wir so schrecklich finden.

Was den Bibellesern vor 1.000 Jahren zu schaffen machte Vergleichen wir einmal die Bewohner des heutigen Großbritannien mit ihren vor tausend Jahren lebenden Vorfahren, den Angelsachsen. Stellen wir uns vor, dass sie beide die Bibel lesen und zum 14. Kapitel des Markusevangeliums kommen. Sie lesen dort, dass Jesus sich zum Menschensohn erklärt, der am Ende der Zeiten mit den Engeln kommen wird, um die ganze Welt zu richten (Vers 62). Kurz danach lesen sie, wie Petrus, der Führer der Apostel, seinen Herrn drei Mal verleugnet, um seine Haut zu retten. Und wieder etwas später erfahren sie, dass Jesus Petrus vergibt und wieder in sein Führungsamt einsetzt (Markus 16,7; Johannes 21,15ff.). Die Sache mit dem Menschensohn und dem Gericht lässt dem heutigen Engländer kalte Schauer über den Rücken laufen, weil das so exklusiv klingt. Aber dass Jesus dem Petrus, der ihn so im Stich gelassen hatte, bereitwillig vergibt – das lieben wir „modernen Menschen“. Der Angelsachse vor tausend Jahren hat mit der ersten Geschichte überhaupt keine Probleme; der Jüngste Tag ist ihm ein Begriff, und gerne hört er Genaueres darüber. Aber die zweite Geschichte schockiert ihn: Dass jemand vom Rang eines Petrus seinem Herrn derart untreu wird – das darf man doch nicht vergeben! Petrus verdient es nicht mehr noch zu leben, geschweige denn wieder der erste der Jünger zu werden. Unser Angelsachse ist so entsetzt, dass er seine Bibel am liebsten zuklappen und nie mehr öffnen möchte.

Der Tag wird kommen, wo man uns primitiv findet Natürlich – wir halten die Angelsachsen für primitiv, aber der Tag wird kommen, wo andere unsere Kultur und unser Denken primitiv fi nden werden. Wer gibt uns das Recht, das – was unsere Epoche unter „Fortschritt“ versteht – als Maßstab dafür zu benutzen, welche Teile der Bibel für uns bindend sind und welche nicht? Vieles von dem, was ideaSpektrum 40.2010

21

unsere Großeltern und Urgroßeltern für richtig hielten, finden wir heute falsch, ja peinlich. Aber dieser Prozess wird weitergehen! Unsere Enkelkinder werden viele unserer Ansichten ebenfalls überholt finden. Wäre es nicht ein tragischer Fehler, die Bibel wegzuwerfen, nur weil sie nicht zu einer Ansicht passt, über die vielleicht schon morgen oder übermorgen jeder nur noch den Kopf schüttelt? Ein letzter Rat für Menschen, die Probleme mit bestimmten biblischen Lehren haben: Wir sollten nicht aus dem Blick verlieren, welche Themen und Aussagen der Bibel zentral sind und welche zweitrangig. Die Bibel spricht über die Person und das Werk Christi, aber auch über die Rolle der Witwen in der Gemeinde. Das erste Thema ist eindeutig das zentralere, ohne das die anderen – weniger zentralen – Aussagen der Bibel kein Fundament hätten. Wir sollten die Lehren der Bibel immer in der richtigen Reihenfolge angehen. Wenn Jesus wirklich der Sohn Gottes ist, dann müssen wir seine Lehre ernst nehmen, einschließlich seines Glaubens an die Autorität der ganzen Bibel. Wenn er nicht der ist, als der er sich bezeichnet hat, dann kann uns der ganze Rest der Bibel egal sein.

Wenn Frauen in Roboter verwandelt werden Wenn wir uns von unseren Vorurteilen den Glauben an die Bibel zerstören lassen, kann uns das mehr kosten, als wir denken. Wenn Sie der Bibel nicht genug vertrauen, um sich von ihr in Ihrem Denken herausfordern und korrigieren zu lassen, wie wollen Sie dann je eine persönliche Beziehung zu Gott aufbauen? In jeder echten persönlichen Beziehung muss der andere die Möglichkeit haben, mir zu widersprechen. Wenn in einer Ehe eine Frau ihrem Mann nie widersprechen darf, werden die beiden keine wirklich intime Beziehung aufbauen können. In dem Film „Die Frauen von Stepford“ beschließen die Ehemänner der Ortschaft Stepford (Connecticut, USA), ihre Frauen in Roboter zu verwandeln, die stets dem Willen ihrer Männer folgen. Das Ergebnis sind „Stepford-Frauen“: wunderhübsch und herrlich gefügig – aber niemand würde diese Ehen als intime, persönliche Beziehungen bezeichnen. Was passiert, wenn Sie aus der Bibel alles, was Ihnen gegen den Strich geht, einfach ausstreichen? Was für einen Gott bekommen Sie, wenn Sie die Bibel als Selbstbedienungsladen benutzen, in dem Sie das mitnehmen, was Ihnen passt? Sie bekommen einen „Stepford-Gott“ – einen Gott, den sie sich selber gemacht haben, mit dem aber eine echte Beziehung nicht möglich ist. Dass Sie es mit dem wirklichen Gott zu tun haben und nicht mit einem Gespinst Ihres Gehirns, merken Sie u. a. daran, dass er Ihnen Dinge sagt, die Sie schockieren (geradeso wie in einer echten Freundschaft oder Ehe!). Eine Bibel, die die Autorität für unser Leben sein will, ist nicht der Feind einer persönlichen Gottesbeziehung, sondern ihre Voraussetzung. P


net F O R UM F Ü R JUN G E C H R I S T EN

Johanna Nagel spielt mit zwei Kindern an einem nahe gelegenen See.

Die 29-Jährige Ursel Fries widmet den Kindern aus ihrer Nachbarschaft viel Zeit.

Nächstenliebe im sozialen Brennpunkt MISSION VOR ORT Ein sozialer Brennpunkt als Lieblingswohnort? Was eigentlich kaum vorstellbar ist, trifft auf Johanna Nagel und Ursel Fries zu. Die beiden jungen Christinnen wohnen in einem sozial schwachen Stadtteil von Marburg – freiwillig. Dort wollen sie Menschen mit der christlichen Botschaft eine Perspektive vermitteln. Ein Bericht von Tobias-B. Ottmar.

Kinderclub im Christus-Treff Ihr Weg führt sie nach Marburg, wo Johanna seit 2006 Psychologie studiert. In ihrer Freizeit engagiert sich die heute 24-Jährige im Kinderclub. Dabei handelt es sich um ein Angebot des Christus-Treffs Marburg. Die ökumenische Gemeinschaft ist für ihre Projekte bekannt, die sich vor allem an Menschen richten, die kaum oder gar nichts mit der Kirche zu tun haben. Zum Kinderclub kommen jeden Freitag bis zu 30 Kinder. Doch Johanna wünschte sich, mehr Zeit mit ihnen verbringen zu können, um ihnen das geben zu können, was viele von ihnen sehr vermissen: Liebe und An-

nahme. Gemeinsam mit Ursel und einem weiteren Mitarbeiter des Kinderclubs gründet sie im Herbst 2009 in einem Marburger Hochhausviertel – dem Richtsberg – eine Wohngemeinschaft. Die Arbeitslosenzahlen in diesem Stadtteil liegen deutlich über dem Durchschnitt; viele Familien leben von Sozialhilfe und haben Schulden. Die neue Wohngemeinschaft bietet genug Platz zum Spielen und Toben. Die drei WGBewohner wollen das umsetzen, was Jesus durch jeden Christen tun möchte: Sie üben Gastfreundschaft. Wenn sie nicht gerade beim Lernen oder Arbeiten sind – oder ausnahmsweise etwas Ruhe brauchen –, ist ihre Wohnung eigentlich immer offen, damit die Kinder unter Aufsicht einer erwachsenen Person ihre Zeit vertreiben können. Eine Kinder-„Arche“ in einer Privatwohnung. Die Kinder kommen zum Spielen, essen gemeinsam oder gucken einen Film.

Christen finanzierten Geschenke Es gehe darum, das Leben miteinander zu teilen, erklären Ursel und Johanna. Manchmal veranstalten sie auch kleine Feste, unternehmen Ausflüge oder organisieren die Teilnahme bei einer Kinderfreizeit. Viele Eltern seien froh, dass ihr Nachwuchs in

der christlichen WG gut aufgehoben ist. Daraus entstehe Vertrauen, sagt Ursel. Immer wieder komme es auch vor, dass Mütter den jungen Frauen ihre Nöte anvertrauen – ab und zu entwickele sich daraus ein Glaubensgespräch. Dank der Gemeinde könne man mitunter praktisch helfen: „Letztes Jahr konnten wir im Christus-Treff Geld sammeln, um den Kindern Weihnachtsgeschenke kaufen zu können“.

Gebetspaten gesucht Ein wichtiges Anliegen der ehrenamtlichen „Kindermissionare“ ist die Gebetsunterstützung. „Wir suchen nach Paten, die regelmäßig intensiv für je ein Kind beten möchten“ Sowohl Johanna als auch Ursel sind überzeugt, dass sie mit ihrem Dienst das tun, was Jesus ihnen ans Herz gelegt hat. Sie selbst erführen durch die Arbeit viel Segen. „Ich habe mich noch nie so wohl und zufrieden gefühlt wie hier“, sagt Ursel. Und ihre Freundin ergänzt: „Das ist meine Platzanweisung vom Herrn – mitten im sozialen Brennpunkt.“ Ihr Beispiel zeigt: Auch durch ganz normale Christen kann mit wenig Geld und viel Liebe eine Menge Gutes werden. P

b E-Mail: kinderclub.marburg@web.de

Fotos: privat

U

rsel kommt aus einem gut behüteten, christlichen Elternhaus in der Nähe von Wetzlar. Mit 19 Jahren trifft sie die Entscheidung, als Christ zu leben. Sie absolviert ein Studium zur Diplom-Sozialpädagogin; für ihr Anerkennungsjahr zieht sie nach Karlsruhe, wo sie eines Tages Johanna kennenlernt. Die jungen Frauen stellen schnell zwei Gemeinsamkeiten fest: 1. Sie haben eine Leidenschaft, Gottes Wort weiterzugeben. 2. Sie haben ein großes Herz für Kinder. Ihnen ist klar: Beides wollen sie miteinander verbinden. Aber wie?

ideaSpektrum 40.2010


SC H U LE N

23

Evangelische Schulen boomen CHRISTLICHE SCHULEN Über 146.000 Schüler besuchen mittlerweile evangelikale oder kirchliche Schulen. In der Schweiz sind es 800 an evangelikalen Schulen – mit steigender Tendenz. Der Zulauf zu evangelischen Privatschulen – sowohl evangelikalen wie auch kirchlichen – setzt sich in Deutschland und der Schweiz fort. Das ergab eine idea-Umfrage. Zunächst zu Deutschland: Die Schülerzahl der 92 evangelikal geprägten Privatschulen stieg gegenüber dem Vorjahr um 5 % auf 31.042. Etwa die Hälfte der Schulen konnte Zuwächse verbuchen, bei einem Drittel blieb die Schülerzahl stabil, bei zehn Schulen nahm sie ab. Zwei Einrichtungen haben mehr als 1.500 Schüler: die Freie evangelische Bekenntnisschule Bremen und die August-Hermann-Francke-Schule Detmold. An zwei Orten wurden Schulen gegründet: die Freie Christliche Schule Druhwald (Bispingen, Lüneburger Heide) und die DietrichBonhoeffer-Schule in Schwäbisch Gmünd.

Schulen werden ausgebaut Der Generalsekretär der Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen, Berthold Meier (Frankfurt am Main), sagte gegenüber idea, die meisten christlichen Schulen genössen bei Eltern und Schülern einen guten Ruf, so dass die Nachfrage weiter wachse. Zunehmend würden bestehende Grundschulen um Realschulen und Gymnasien erweitert. Kennzeichen der Bekenntnisschulen sei die Vermittlung von Werten durch Lehrer, die bekennende Christen sind, weniger Gewalt sowie eine bessere individuelle Förderung der Kinder. Meier zufolge stellt der Lehrermangel einige christliche Schulen vor große Probleme. Der Staat werbe dort zunehmend Lehrer ab. Problematisch sei auch, dass mehrere Bundesländer Kürzungen der Zuschüsse für Privatschulen planen. Bisher übernimmt der Staat nach einer Anlaufphase von drei Jahren zwischen 50 % und 90 % der Kosten von Privatschulen. Laut Meier wird die Privatschulfreiheit durch die Gesetzgebung der Bundesländer zunehmend ausgehöhlt. So werde in einigen Bundesländern der Ausbau von Privatschulen durch erhöhte Anforderungen erschwert, etwa wenn ein Gymnasium in jedem Jahrgang drei Parallelklassen aufweisen muss. Der Verband Evangelischer Bekenntnisschulen vertritt derzeit 40 Ausbildungsstätten.

Werteorientierung auszeichnen“, so Schulz. In den letzen Jahren wurden besonders im Osten Deutschlands zahlreiche Schulen gegründet.

Neue protestantische Schulen 2010 Kirchliche Evangelikale

+15 + 2

Schweiz: 17 evangelikale Privatschulen Im deutschsprachigen Teil der Schweiz besuchen über 800 Kinder und Jugendliche die 17 evangelikal geprägten Privatschulen. Die Gründung ist dort wesentlich schwieriger, da der Staat sich nicht an den Kosten beteiligt. Neun Schulen, die zusammen rund 550 Heranwachsende unterrichten, haben sich in der im November 2009 gegründeten Initiative für Christliche Bildung (ICB) zusammengeschlossen. Präsident ist David Schneider, Geschäftsführer der mit 210 Schülern größten Mitgliedsschule, der Schulalternative Zürich in Winterthur. Wie er gegenüber idea sagte, sind die Schülerzahlen an den christlichen Privatschulen in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. P

b Arbeitsgemeinschaft für Schulen auf biblischer Basis, www.asbb.ch, Tel. 044/9154045 Evangelische Schulstiftung, www.evangelische-schulstiftung.de, Tel. 0511/2796443 Verband Evangelischer Bekenntnisschulen, www.vebs-online.de, Tel. 069/42 000 319

Schüler an allgemeinbildenden Privatschulen (Schüler insgesamt 8,9 Millionen) Katholische Schulen 708 Schulen 320.000 Schüler (3,60%) Evangelische Schulen 538 Schulen 115.000 Schüler (1,30%) Evangelikale Schulen 92 Schulen 31.000 Schüler (0,35%) Waldorfschulen 219 Schulen 80.000 Schüler (0,90%) Jüdische Schulen 5 Schulen 1300 Schüler (0,01%) Islamische Schulen 8 Schulen 2100 Schüler (0,02%)

Foto: privat

Kirchlicher Gründungsboom hält an Auch die Zahl evangelischer Schulen in kirchlicher Trägerschaft nimmt weiter zu. „Der Gründungsboom hält an“, sagt Jörg Schulz, Referent für Schulentwicklung der Evangelischen Schulstiftung in der EKD. 2009 seien zwölf evangelische Schulen entstanden, 2010 seien es bereits 15. „Eltern wissen genau, dass sich evangelische Schulen durch

ideaSpektrum 40.2010

Neu & evangelisch: die Bonhoeffer-Schule in Schwäbisch Gmünd


Evangelikale Bekenntnisschulen in Deutschland Nummer in der Karte Ort

20 Bochum

Veränderung zum Vorjahr in % Schülerzahl

1 Kiel

365

+4,3

Christliche Schule Kiel Grundschule, Realschule, Hauptschule 04 31 / 2 60 92 70 www.cskiel.de

2 Hamburg

-11,0

August-Hermann-Francke-Schule Hamburg Grundschule, Gesamtschule, Gymnasium 0 40 / 64 55 22 85 www.ahfs-hamburg.de NEU

Freie Christliche Schule Druhwald Grundschule

±0

August-Hermann-Francke-Schule Nordheide Grundschule, Integrierte Gesamtschule, Gymnasium 0 41 81 / 13 79 90 www.fsn-buchholz.de

5 Moormerland

1224

+3,6

Freie Christliche Schule Ostfriesland Grundschule, Integrierte Gesamtschule, Gymnasium 0 49 54 / 9 41 10 www.fcso.de

6 Bremen 140 -6,7 Privatschule Mentor Bremen Gesamtschule, Gymnasiale Oberstufe 04 21 / 61 90 10 www.privatschule-mentor.de +1,9 Freie Ev. Bekenntnisschule Bremen 1545 Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium 04 21 / 83 93 60 www.febb.de 7 Berlin

670

+8,6

Freie Evangelische Schule Berlin Grundschule (3), Realschule 0 30 / 44 31 23 71 20 www.fesb.de

8 Oranienburg

52

+10,6

Freie Adventschule Oberhavel (Oranienburg) Grundschule, Realschule 0 33 01 / 20 61 83 www.freie-adventschule-oberhavel.de

9 Gifhorn

28

-3,0

Immanuel-Schule Gifhorn Grundschule 05 11 / 6 04 45 70 www.immanuel-schule-gifhorn.de

10 Hannover

485

-1,6

Freie Evangelische Schule Hannover Grundschule, Gesamtschule 0 57 22 / 90 16 35 www.fesh.de

11 Bückeburg

84

404

-0,3

August-Hermann-Francke-Schule Lemgo Grundschule 0 52 61 / 1 76 07 www.ahfs-lemgo.de

14 Steinhagen

±0 +7,2 +71,4

190

-2,1

Georg-Müller-Schule Steinhagen Grundschule 0 52 04 / 20 66 www.gms-net.de

15 Stemwede

173

+3,0

Freie evangelische Grundschule Stemwede Grundschule 0 57 73 / 91 27 14 www.fegs.de

16 Minden

618

+12,2

Freie Evangelische Schule Minden Grundschule (2), Gesamtschule, Gymnasium 05 71 / 38 51 24 28 www.fes-minden.de Freie Evangelische Schule Detmold 297 Grundschule 0 52 31 /5 98 90 www.fes-detmold.de 1519 August-Hermann-FranckeSchule Detmold Gesamtschule, Gymnasium 0 52 31 / 92 16 0 Hauptschule 0 52 31 / 3 08 98 10 www.ahfs-detmold.de

18 Forst (Lausitz)

121

224

25 Hilden

+3,6

-6,3

164

-3,5

Freie Christliche Grundschule Hilden Grundschule 0 21 03 / 24 05 45 www.fcs-hilden.de

26 Düsseldorf

1216

+7,6

Freie Christliche Schule Düsseldorf Gesamtschule, Sek l+ll, Gymnasium 02 11 / 99 94 75 www.fcs-duesseldorf.de

27 Bonn

77

+28,3

Freie Christliche Schule Bonn Grundschule 02 28 / 9 62 00 26 www.fcsb.de

28 Düren

38

+153,3

Freie Christliche Schule Düren Grundschule 02 4 21 / 20 86 40 www.fcs.dn.de

29 Siegburg

157

+248,9

Freie Christliche Schule Siegburg Grundschule, Gesamtschule 0 22 41 / 14 69 Grundschule 0 23 51 / 86 05 10 www.fcsl.de

702

-0,1

Freie Christliche Schule Lüdenscheid Hauptschule, Realschule 0 23 51 / 45 66 20 od. 0 23 51 / 45 66 90 www.fcsl.de

31 Solingen

44

±0

Advent-Grundschule Solingen Grundschule 02 12 / 2 24 64 64 www.advent-grundschule.de

1081

33 Siegen

+6,8

841

34 Altenkirchen

+6,3 Realschule 0 27 34 / 4 37 10

162

-14,7

Freie Christliche Bekenntnisschule Altenkirchen Grundschule 0 26 81 / 95 70 00 www.feba-ak.de

35 Neuwied

119

+1,7

Freie Christliche Schule Neuwied Grundschule 0 26 31 / 95 70 00 www.fcsn.de 36 Wetzlar keine Angaben Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Schule Wetzlar Grundschule 0 64 41 / 92 18 92 www.fwr-wetzlar.de

791

+1,0 +0,5

Johann Hinrich Wichern Schule Kassel Grundschule, Realschule

38 Kassel 39 Riesa

+33,3

Christliche Gesamtschule Bleibergquelle Velbert Gesamtschule 0 20 51 / 60 43 10 www.cgbleibergquelle.de

40 Schweta

78

41 Weißenfels

127

47 Görlitz

+20,8

76

48 Frankfurt am Main

490

49 Wiesbaden

152

+7,5

369

+5,1

513

+16,9

+0,6

+21,6

+36,7

+2,6

-1,9

+80,0

116

+18,4

-2,4

±0

Freie Christliche Schule Heidelberg Grundschule, Hauptschule

250

+9,7

Markus-Schule Neulußheim Grundschule, Realschule 0 62 05 / 3 72 71 www.markus-schule.de

58 Schwäbisch Gmünd

+2,8

12

Dietrich-Bonhoeffer Schule Grundschule 0 71 71 / 6 04 25 04 www.db-schule.de

44

NEU

±0

93

-2,1

Adventistische Bekenntnisschule Zeutern Grundschule, Realschule 0 76 43 / 95 47 84 www.absz.de

61 Herbolzheim

26

+1,2

+5,4

+1,6

62 Murrhardt

32

-7,1 +3,2

Daniel-Schule Murrhardt (adventistisch) Grundschule, Realschule

63 Weinstadt

79

+61,2

Freie Christliche Schule Unteres Remstal Weinstadt Grundschule 0 71 51 / 1 65 23 87 www.fcsur.de

64 Pfinztal

492

+6,3

Aloys-Henhöfer-Schule Pfinztal Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium 0 72 40 / 9 25 50 www.henhoefer-schule.de

65 Linkenheim- Hochstetten 28

+1,7

30

+100,0

71 Esslingen

55

+111,5

72 Böblingen

350

+10,8

73 Heidenheim

357

+5,9

74 Reutlingen

854

+3,8

75 Ulm

83

+3,8

514

+10,1

Freie Evangelische Schule Lahr Grundschule, Werkrealschule, Realschule, Gymnasium 0 78 21 / 5 34 18 www.fes-lahr.de

523

+12,0

Freie Christliche Schule in Freiburg (in Breisgau) Grundschule, Werkrealschule, Realschule, Gymnasium 07 61 / 8 97 77 11 www.fcs-freiburg.de

78 Villingen-Schwenningen 120

+18,8

Georg-Müller-Schule Villingen-Schwenningen Grundschule, Realschule 0 77 20 /99 47 47 www.fcssb.de

79 Kandern Black Forest Academy Kandern 312 Elemetary School, Junior High School, Senior High Scholl 0 76 26 / 9 16 10 www.bfacademy.de 35 Christliche Schule Kandern Grundschule 0 76 21 / 9 40 94 80 www.fesloe.de

80 Schopfheim

-10,9 +45,8

85

-6,6

1386

+2,7

Christliche Schule Schopfheim Grundschule 0 76 21 / 9 40 94 80 www.fesloe.de

81 Lörrach

Freie Evangelische Schule Lörrach Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium 0 76 21 / 9 40 94 80 www.fesloe.de

82 Waldshut- Tiengen

218

-1,4

Christliche Schule Hochrhein (Waldshut-Tiengen) Grundschule, Realschule 0 77 51 / 89 74 20 www.csh-waldshut.de

83 Augsburg

96

±0

Lichtenstein-Rother Volksschule Augsburg Grundschule 08 21 / 2 46 53 70 www.liroschule.de

84 München

Elisa-Schule Herbolzheim (adventistisch) Grundschule, Realschule

-6,6

70 Ostfildern

77 Freiburg +4,8

Freie Christliche Schule Kaiserslautern Grundschule, Hauptschule 06 21 / 3 41 02 80 www.fcs-kl.de

57 Neulußheim

855

Freie Evangelische Schule Ulm Grundschule 07 31 / 9 31 05 17 www.fes-ulm.de

9

98

+12,3

Freie Evangelische Schule Reutlingen Grundschule, Werkrealschule, Realschule 0 71 21 / 43 30 70 www.fes-reutlingen.de

Lukas-Schule Ludwighafen Grundschule 06 21 / 5 29 10 34 www.lukas-schule.com

56 Heidelberg

69 Stuttgart

76 Lahr

161

192

Freie Evangelische Schule Heidenheim (Brenz) Grundschule, Realschule 0 73 21 / 27 37 85 www.fes-heidenheim.de

Advent-Schule Heilbronn Grundschule

55 Kaiserslautern

68 Lindach

Freie Evangelische Schule Böblingen Grundschule, Hauptschule, Werkrealschule 0 70 31 / 28 19 18 www.fesbb.de

52 Darmstadt

53 Heilbronn

+13,2

Freie Evangelische Schule Esslingen Grundschule 07 11 / 3 51 12 86 www.fes-esslingen.de

Paul-Gerhardt-Schule Kahl Grundschule, Mittelschule und Wirtschaftsschule 0 61 88 / 91 12 10 www.pgs-kahl.de

679 Schulzentrum Seminar Marienhöhe Darmstadt (adventistisch) Grundschule,Realschule, Gymnasium 0 61 51 / 5 39 10 www.marienhoehe.de Freie Christliche Schule Darmstadt 375 Grundschule, Gymnasium, Realschule 0 61 51 / 29 20 20 www.fcsd.de

137

Freie christliche Schule Wolfschlugen b. Nürtingen Grundschule 07 0 22 / 50 39 50 www.proflic.de

Paul-Gerhardt-Schule Hanau Grundschule, Gymnasium 0 61 81 / 1 80 40 67 www.pgs-hanau.de

51 Kahl

67 Calw

Freie Evangelische Schule Stuttgart Grundschule, Werkrealschule, Realschule 07 11 / 7 94 13 60 www.fes-stuttgart.de

Freie Christliche Schule Wiesbaden Grundschule, integrierte Gesamtschule 06 11 / 4 09 01 24 www.fcsw.de

50 Hanau

+2,3

Freie Christliche Schule Lindach Grundschule, Hauptschule, Realschule 0 71 71 / 70 04 40 www.fes-lindach.de

Freie Christliche Schule Frankfurt am Main Grundschule, Realschule, Gymnasium 0 69 / 4 20 00 30 www.fcsf-online.de

60 Zeutern

Freie Christliche Schule „Apfelbaum“, Schweta Grundschule 03 43 62 / 44 15 62 www.apfelbaum-ev.de Freie Evangelische Schule Weißenfels Grundschule 0 34 43 / 44 15 62 www.fesw.de

145

396

Freie Evangelische Schule Nordschwarzwald Calw Grundschule, Realschule 0 70 51 / 93 38 80 www.fesn.de

Freie Evangelische Schule Görlitz Grundschule 0 35 81 7 6 49 09 81 www.ev-schule.de

59 Öhringen

Evangelisches Schulzentrum Riesa Grundschule 0 35 25 /76 05 96 www.trinitatisschule-riesa.de

+19,8

+1,3

Chr. Grund- und Hauptschule Windischenbach (Öhringen) Grundschule, Hauptschule

141 170

46 Zwickau

389

66 Mühlacker-Lomersheim

Johann-Christoph-Blumhardt-Schule Mühlacker-Lomersheim Grundschule, Werkrealschule, Realschule, Gymnasium 0 70 41 / 86 47 37 www.jcbs.de

Dr.-Martin-Luther-Schule Zwickau Grundschule 03 75 / 7 92 17 80 www.mls-zwickau.de

54 Ludwighafen

Freie Christliche Bekenntnisschule Gummersbach Grundschule 0 22 61 / 6 28 20 Hauptschule, Realschule, Gymnasium 0 22 61 / 40 58 30 www.fcbg.de Freie Christliche Schule Siegen Grundschule Hauptschule 0 27 37 / 2 16 80 02 71 / 7 73 43 50 www.fcs-siegen.de

308

Evangelisches Schulzentrum Chemnitz Grundschule, Hauptschule, Realschule 06 71 / 4 44 33 80 www.eszc.de

225

August-Hermann-Francke-Schule Gießen Grundschule, Realschule, Gymnasium 06 41 / 7 30 16 www.ahfs-gi.de

Evangelische Grundschule Forst Grundschule 0 35 62 / 69 78 41 www.evangelische-grundschule-forst.de

19 Velbert

24 Hagen

80

+2,3

45 Chemnitz

87

+60,0

Evangelische Grundschule Rochlitzerland Grundschule 0 37 37 / 44 99 60 www.es-rl.de

44 Dresden

353

40

Freie Evangelische Schule Dresden Grundschule, Mittelschule 03 51 / 2 52 15 10 www.fes-dresden.de

Freie Evangelische Schule Hagen Grundschule 0 23 31 / 3 77 77 20 www.fesh-hagen.de

37 Gießen

17 Detmold

±0

Hans-Lenhard-Schule Moers Grund- und Hauptschule, Schule für Erziehungshilfe, Primarstufe. Sek. l 0 28 41 / 88 48 30 www.neukirchener.de

32 Gummersbach

13 Bielefeld Georg-Müller-Schule Bielefeld 317 Grundschule 05 12 / 17 20 50 www.gms-net.de Priv. Ev. Bekenntnisschule Bielefeld 967 Gesamtschule, Gymnasium 05 12 / 92 29 40 www.gms-net.de Georg-Müller-Schule Bielefeld-Senne 120 Grundschule 0 52 09 / 91 74 02 www.gms-net.de

43 Seellitz

Georg-Müller-Schule Wetter Gesamtschule 0 23 35 / 8 44 30 www.gms-wetter.de

30 Lüdenscheid +16,7

Freie Christliche Schule Schaumburg (Bückeburg) Grundschule 0 57 22 / 90 16 35 www.immanuel-schule-shg.de

12 Lemgo

210

23 Moers

187

+2,1

Georg-Müller-Schule Gevelsberg Grundschule 0 23 32 / 7 58 30 www.gms-gevelsberg.de

22 Wetter

14

4 Nordheide

1025

Matthias-Claudius-Schulen Bochum Grundschule Gesamtschule, Sek l+ll 02 34 / 94 36 54 40 02 34 / 94 36 50 www.mcs-bochum.de

21 Gevelsberg

617

3 Bispingen

42 Leipzig

August-Hermann-Francke-Schule Leipzig Grundschule 03 41 / 3 52 72 67 www.ahfgrundschule.de

+115,4

Christliche Schule Hardt Grundschule 0 72 47 / 9 80 98 36 www.christliche-schule-hardt.de

62 Immanuel-Schule München (adventistisch) Grundschule 0 89 / 74 14 14 55 www.immanuel-schule.de 757 Lukas-Schule München Grundschule, Hauptschule, Realschule 0 89 / 74 00 78 40 www.lukas-schule.de 85 Hof

185

±0

+13,5 +15,6

Private Evangelische Volksschule Hof Grundschule, Hauptschule 0 92 81 / 1 40 96 13 www.evangelische-schule-hof.de

86 Hegau

211

+45,5

Christliche Schule im Hegau Grundschule, Hauptschule, Realschule 0 77 31 / 79 49 77 www.cs-bodensee.de

87 Isny

16

Josia-Schule Isny / Allgäu (adventistisch) Grundschule, Realschule

+14,3


SC H U LE N

25

Evangelikale Schulen in Deutschland Kiel 1

5 Moormerland

2 Hamburg 3 Bispingen 4 Nordheide 6 Bremen (2x) Oranienburg 8

Hannover Minden Stemwede 15 10 16 11 Bückeburg Bielefeld 3x 12 Lemgo Steinhagen14 13 17 Detmold

Gevelsberg Velbert

Bochum 20 22Wetter Moers 23 Hagen Düren 28 19 24 Düsseldorf 26 38 Kassel 21 30 Lüdenscheid Hilden 25 31 32 Gummersbach Solingen 29 33 Siegen Siegburg 27 34 Bonn Altenkirchen 37 Gießen 36 Wetzlar 35 Neuwied Frankfurt am Main 48 50 Hanau 51 Kahl Wiesbaden 49 52 Darmstadt (2x)

9 Gifhorn

7 Berlin Forst 18

Schweta Riesa 40 39 Dresden 43 44 Seelitz Chemnitz 45 Zwickau 46

Leipzig 42 Weißenfels 41

Hof 85

Ludwigshafen 53 Heilbronn 54 56 Heidelberg Öhringen Linkenheim-Hochstetten 60 57 Neulußheim 58 Schwäbisch Gmünd 65 Zeutern 59 Pfinztal Weinstadt 64 62 Murrhardt Mühlacker 66 Stuttgart 69 63 68 Lindach Calw 67 71 Esslingen 73 Heidenheim Böblingen 72 70 Ostfildern 74 75 Ulm Reutlingen 76 Lahr 83 Augsburg Herbolzheim 61 Freiburg 77 84 78 Villingen-Schwenningen Kandern (2x) München (2x) 86 Hegau Lörrach 79 80 Schopfheim 81 87 Isny 82 Waldshut-Tiengen Kaiserslautern 55

ideaSpektrum 40.2010

Evangelikale Bekenntnisschule Neu eröffnete Bekenntnisschule

Görlitz 47


Evangelikale Bekenntnisschulen in der Schweiz Nummer in der Karte Ort

Schülerzahl

1 Schaffhausen Tandem-Schule www.tandemschule.ch 2 Riehen Prismaschule www.prismaschulen.ch 3 Liestal Freie Christliche Schule www.fcsl.ch 4 Winterthur Schulalternative Zürich www.salzh.ch 5 Sirnach Faro Schule mit Orientierung www.faroschule.ch 6 Herisau Visionja www.visionja.ch

5

7 Widnau

keine Angeben Rhystock – Die Schulalternative www.rhystock.ch 8 Dietikon 50 Christliche Schule Tel: 044/7415477 9 Dübendorf 60 Christliche Schule Tel: 044/8220464 10 Rüti 30 Christliche Schule Tel: 055/2407606 11 Kaltbrunn 80 Domino Servite (Dienet dem Herrn) www.dominoservite.ch 12 Gränichen 30 Schulalternative Aargau/Solothurn www.salta-privatschule.ch

10 93 210 19 32

13 Biel

Schaffhausen 1 Winterthur Riehen Sirnach 4 5 Liestal 3 8 6 7 Widnau 9 Dietikon Gränichen Dübendorf 1011 Herisau 12 Biel 13 Kaltbrunn Rüti 14 Zollikofen Bern 15 Bärau 16 17 Münsingen

98

Schulkooperative Biel www.schulkooperative.ch 14 Zollikofen keine Angaben Bernische Schule auf biblischer Basis www.christlicheschule-bsbb.ch 15 Bern 29 Christliche Schule Bern www.csbern.ch 16 Münsingen 18 Schulalternative Aaretal www.saat-aaretal.ch 17 Bärau 22 EbenEzer www.see-em.ch

2

Evangelisch-kirchliche Schulen in Deutschland Ein Verzeichnis der evangelisch-kirchlichen Schulen gibt es bei der EKD-Schulstiftung; Telefon: 0511/2796-0

Bad Doberan Benz Wismar

ButjadingenTossens

Barth Stralsund Rostock

Greifswald

Demmin Walkendorf Remplin Möllenhagen Neubrandenburg Hagenow Parchim Waren Pasewalk Neustrelitz Spornitz

Hamburg

Neuruppin Salzwedel Berlin

Nordhorn

Wolfsburg

Espelkamp Werther Gelsenkirchen

Braunschweig Hildesheim Magdeburg

Bielefeld

Gnadau

Gütersloh

Dassel

Lippstadt

Frankfurt Brandenburg (an der Oder) Potsdam Kleinmachnow Bernburg Lutherstadt Wittenberg

Jüterbog Lübben Halberstadt Finsterwalde Cottbus Dessau Groß Kölzig Aschersleben Köthen Bad Düben Hettstedt Tröbitz Nordhausen Halle-Oppin Stauchitz Hoyerswerda Merseburg Grumbach Frankenthal Döben Leipzig Mühlhausen Groß-Thiemig

Breckerfeld Solingen Meinerzhagen Hilchenbach Eisenach Burscheid Siegen Aachen WindeckBonn Schmalkalden WillingshausenHerchen Steinatal Dierdorf Bad Marienberg Laubach Mogendorf

Düsseldorf Hilden

Bruchköbel-Oberissigheim Schweich Meisenheim

Wriezen

Gaußig Dresden Pirna Meerane Bräunsdorf Erfurt Gotha Tharandt Jena Frankenthal Großrückerswalde Schneeberg Ilmenau Annaberg-Buchholz Limbach Oelsnitz Burkhardtsdorf Plauen Schöneck Gersdorf/ ErlbachHormersdorf Kirchberg Gefrees Bad Langensalza

Naumburg

Altenburg

Döbeln Radebeul

Michelstadt (Weiten-Gesäß) Bolanden

Scheinfeld

Mannheim

Uffenheim

Heidelberg

Ansbach

Annweiler Maulbronn

Michelbach Sachsenheim

Nürnberg Neuendettelsau Gunzenhausen

Stuttgart Ortenburg Mössingen Königsfeld

Blaubeuren Schelklingen

Augsburg Grafing

Gaienhofen

Wilhelmsdorf

ideaSpektrum 40.2010


DI E K LE I N E K A NZ E L

» Wo immer ihr etwas Gutes entdeckt, das Lob verdient, darüber denkt nach. «

27

Kurt Scherer (Braunfels bei Wetzlar) ist evangelisch-methodistischer Pastor und Autor

Paulus an die Gemeinde in Philippi (4,8b)

Foto: PR

Mehr Lob – aber nicht erst am Grab! Es war bei einer Nachfeier für einen engagierten Christen, der seinen Lebenslauf auf Erden vollendet hatte. Viele lobende, anerkennende, dankbare Worte wurden gesprochen. Man hatte mich gebeten, das Schlusswort zu sprechen. Ich machte darauf aufmerksam, dass ich dem Gesagten nichts hinzuzufügen hätte, da ich dem Verstorbenen Lob, Dank und Anerkennung bereits zu seinen Lebzeiten gesagte hätte. Durch eine vertrauensvolle Beziehung zu dem Heimgegangenen wusste ich, dass er öfters angefochten war und darunter litt, dass ihm oft mit lieblosen kritischen Anmerkungen das Leben schwergemacht wurde. Es hätte ihm in

mancher Auseinandersetzung geholfen, wenn ihm die Worte, die jetzt gesprochen wurden, zu seinen irdischen Lebzeiten gesagt worden wären. Jetzt hatte er nichts mehr davon! Beim Verabschieden stellte mancher fest: „Sie haben ja so recht mit Ihren Anmerkungen. Warum setzen wir das nicht in unseren Ehen und Familien, in den Gremien unserer Gemeinden und Kirchen, im Geschäfts- und Berufsleben, in Politik und Medien um!“ Warum nicht? „Gute Vorsätze sind oft wie der Startschuss, dem kein Rennen folgt!“ „Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert“ (Worte von Pfarrer Gustav Werner (1809-1887), dem Begründer der Bruderhaus-Diakonie in Reutlingen). P

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PORTRÄT

„Gott, wenn es Dich gibt“ KUNST Wie ein Gebet das Leben des Illustrators Ralph André Möller völlig verändert hat. Ein Bericht von Klaus Rösler „Ich hab die Welt nicht mehr begriffen.“ Vor fünf Jahren befand sich der damals 49-jährige Hamburger Illustrator Ralph André Möller in einer schlimmen Lebenskrise. Sein Leben lang sah er sich als Suchender. Er befasste sich mit fernöstlicher Philosophie, praktizierte Kundalini-Yoga, um erleuchtet zu werden. Die Absurdität interessierte ihn und die Frage, ob dahinter nicht doch Wahrheit zu finden sei. Die Welt ist nur ein Teil der Wirklichkeit, lautete sein Credo. Beruflich war er zuvor sehr erfolgreich. Agenten in Hamburg und München vermittelten ihm lukrative Aufträge. Er gestaltete Illustrationen für Zeitungen und Zeitschriften.

Angst auf dem Balkon Zu dem Zeitpunkt ist seine erste Ehe gescheitert, die zweite steht kurz davor. Körperlich fühlt sich Möller am Ende. Seine Muskeln sind verspannt. Er hat Schmerzen, wenn er sich ein TShirt anzieht oder versucht, sich die Schuhe zu schnüren. Er kann nicht mehr arbeiten. Und er hat diffuse Angst. Während er zuvor gerne abends mit einem Bier auf dem Balkon sitzt, überfällt ihn dort nun die Panik. Etwas scheint ihn in die Tiefe stürzen zu wollen. Er ahnt, dass mit dem Tod

nicht alles aus ist. Das verstärkt seine Angst. Und auf seine Bewerbungen erhält er nur Absagen. Nicht mal als Parkhauswächter will man ihn haben. Er ist ganz unten.

„Bete doch mal“ Seine zweite Frau, die sich zu diesem Zeitpunkt in einer esoterischen Sekte engagiert, sagt einen ihn überraschenden Satz: „Du hast zu wenig Gottvertrauen. Bete doch mal.“ Und tatsächlich: Möller formuliert ein Gebet: „Gott, wenn es dich gibt, dann möchte ich dir sagen, dass ich völlig orientierungslos bin. Hilf mir bitte.“ Und schon am selben Abend merkt er, dass sich etwas verändert hat. Er „sieht“ beim Einschlafen, dass in seiner Brust eine kleine Kerze brennt. Er wird ruhiger. Drei Tage später betet er am Abend Teile vom 23. Psalm. Woher er den Text kennt, weiß er nicht. „Und ob ich schon wanderte im Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück, denn dein Stecken und Stab trösten mich.“ Er merkt, dass allein vom Sprechen dieser Worte eine Kraft ausgeht. Am nächsten Morgen wacht er entspannt auf – und fühlt sich geheilt.

Aktiv für Christen im Sudan Die Angst ist weg. Er stellt fest, dass er neue Spannkraft hat. Im Keller findet

er überraschend eine Einladung zu einem Glaubensgrundkurs einer freikirchlichen Gemeinde, die eine Nachbarin dort ausgelegt hat. Die Kirche befi ndet sich ganz in der Nähe. Er geht hin und besucht den Kurs. Sein Leben bekommt nun eine neue Ausrichtung. Er wird Christ. Auch beruflich geht es wieder aufwärts. Eine ehemalige Kollegin hilft ihm, eine Anstellung als Dozent an einer Hamburger Akademie zu fi nden. Wohl am auffälligsten: Seine Bilder verändern sich. Sie strahlen nun tiefe Lebensfreude aus. Seine alten Bilder findet er dagegen „grässlich“. Inzwischen hat er 30 Kreuzbilder gemalt. Das Kreuz ist für ihn ein Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen. Mit diesen Bildern möchte er Christen im Sudan helfen. Dort werden Christen aus dem Süden von Arabern als Sklaven verschleppt. Mit dem Erlös möchte er sie über ein Hilfswerk freikaufen. Vertrieb über: www.ideaedition.de. Tel. 06441-915141 (Frau Mann)

DAS WORT DER WOCHE » Wie ich mit 24 Passionsspielleiter wurde, habe ich noch gegen die atomare Wiederaufbereitungsanlage demonstriert. Man hat sich gedacht, Jesus wäre auch dabei. 20 Jahre später ist die Perspektive anders … Mir war ein Jesuswort aufgefallen: ‚Ich werde nicht streiten, noch schreien…’ Es ist nicht wichtig, wie laut jemand ist, sondern mit welcher Konsequenz er an die Sache herangeht.« Der Spielleiter der 41. Passionsspiele in Oberammergau, die nach 109 Vorstellungen am 3. Oktober zu Ende gingen, Christian Stückl (48), in der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) ideaSpektrum 40.2010


Idea Spektrum Schweiz 40/2010