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Aktuelle Nachrichten



28. Mai – 10. Juni 2010

Tourismusforum Adeje

La Orotava

Neue Konzepte und Ideen Beim achten internationalen Tourismusforum in Adeje führte der spanische Staatssekretär für Tourismus, Joan Mesquida, die Debatte um Wege aus der Krise des Tourismus an. Die Beteiligten des Forums waren sich einige, dass Kreativität gefragt sei, um die Zukunft der Branche zu sichern. Ein Pilotprojekt, bei dem neue Schemata und Vorgangsweisen den Tourismus modernisieren sollen, wurde vorgestellt und Puerto de la Cruz soll eine der Destinationen sein, in denen die Maßnahmen auf ihre Effektivität hin überprüft werden. Mesquida unterstrich, dass es sich bei der momentanen schwierigen Situation, in der sich der spanische Tourismus befände, nicht um die erste derartige Krise handle, die es bisher zu meistern gab und forderte zur Zuversicht auf. Dennoch, so Mesquida, dürfe man den Gegenwind, der – von der Finanzkrise ausgehend – jetzt auch in der Tourismusbranche für Wirbel sorge, nicht unterschätzen. Begeisterung machte sich im Forumspublikum breit, als die Umsatzzahlen des vergangenen Jahres präsentiert wurden, denn immerhin handelt es sich bei der Bilanz 2009 um die fünftbeste Bilanz überhaupt. Staatssekretär Mesquida betonte: jetzt heiße es die Stärken der Region nutzen. Spanien als Marke sei weltbekannt und Urlauber auf der ganzen Welt würden das Land mit „Urlaub, Tourismus, Wohlbefinden und Lebensqualität“ in Verbindung bringen. Nach den USA ist Spanien das Land, dessen Einkommen zum Großteil aus dem Tourismus generiert werden. 52 Millionen Spanien-Urlauber wurden im vergangen Jahr gezählt. 85 Prozent davon sind „Wiederkehrer“, also Touristen,

die bereits zuvor einmal (oder öfter) Urlaub in Spanien verbracht haben. Mehr als 40 Prozent aller Spanien-Urlauber aus 2009 haben Spanien im letzten Jahr sogar schon zum zehnten Mal oder noch öfter besucht. Die Hotels, die Verpflegung und die spanischen Weine wurden als entscheidende Gründe für einen mehrmaligen Besuch Spaniens genannt. Natürlich blieben

Sonne und Strand die „Juwelen“ Spaniens, so Mesquida. Sonne und Strand seien die ausschlaggebenden Faktoren für 68 Prozent aller Spanien-Urlauber. Mesquida strich heraus, dass es zwar offenbar sehr gute Gründe gebe, um Urlaub in Spanien zu machen, die Tourismusbranche ihr Angebot aber weiter diversifizieren und ausweiten müsse, um weitere Märkte zu erschließen und Zielgruppen anzusprechen. Es sei absolut notwendig, das Internet und die virtuellen sozialen Netzwerke stärker in die Urlaubskonzepte mit einzubeziehen. Schon acht von zehn Urlaubern suchen nach Informationen im Internet, bevor

sie ihren Urlaub buchen und ein Großteil der Suchen auf Suchmaschinen bezieht sich auf den Urlaub. Da es bisher kein zentrales Informationszentrum gab, wurden kürzlich 15 Millionen Euro investiert, um „Intelitur“ ins Leben zu rufen – ein Computersystem, mit dessen Hilfe alle relevanten Informationen über sämtliche spanische Urlaubs-

destinationen gesammelt, sortiert und zentral zugänglich sind. Experten der Branche können sich in das System einloggen und das Tourismusangebot auf die individuellen Bedürfnisse von Klienten abstimmen. Verbesserungen in vielen Bereichen sollen durch diese zentrale Datenbank erreicht werden. Die Website www.spain.info wurde überarbeitet und besonders kundenfreundlich gestaltet. Sie enthält umfassende Information über Fiestas, Gastronomie, Kultur, Wein, Sport, Wellness-Angebote und vieles mehr. Außerdem bietet www.spain.info, je nach dem wann und wo die Seite besucht wird, individuell

angepasste Inhalte. Beispielsweise haben Studien gezeigt, dass Schweizer in ihrem Winterurlaub gerne kulturelle Veranstaltungen besuchen, weshalb www.spain.info den Usern in der Schweiz für die kalte Jahreszeit vermehrt kulturelles Programm anbietet. Wie Mesquida versicherte, sei man bereits daran, Spanien als Urlaubsland in ein neues Licht

zu rücken und neue Zielgruppen zu werben, wobei der Wohlfühlaspekt eine tragende Rolle spiele. „Ich brauche Spanien“, lautete der neue Slogan, mit dem aktuell in 40 Ländern für den Spanien-Tourismus (jeweils übersetzt in die jeweilige Landessprache) geworben wird. Bekannte Sportler ebenso wie renommierte Köche konnten bereits für die Mitarbeit in der neuen Werbekampagne gewonnen werden. Sie sollen als Botschafter des Spanien-Tourismus fungieren. Auch internationale Stars aus Film und Fernsehen sowie aus der Kunstszene sollen Teil der Kampagne werden. Gerade in der momentanen Situ-

ation sei Werbung so wichtig wie nie zuvor, so Mesquida, der die Aufstockung des Werbebudgets in der Branche begrüßt. Bereits im Vorjahr hatte man das Werbebudget um 13 Prozent erhöht, in diesem Jahr stockt man es um weitere sechs Prozent auf. Diese Aufstockung sei trotz geplanter Sparmaßnahmen der Regierung absolut gerechtfertigt, so Mesquida, denn „jeder Euro, den wir in die Werbung stecken, ist gut investiert und macht sich letztendlich bezahlt“. Laut Mesquida sind auch Investitionen in die Infrastruktur, sowohl öffentliche als auch private, notwendig. Alleine zwei Millionen Euro sollen Puerto de la Cruz wieder auf die Beine helfen und der Destination, die in den letzten Monaten besonders starke Einbußen hinnehmen musste, wieder zum begehrten Urlaubsziel, das die Stadt einst war, zu machen. Neben Puerto de la Cruz sind zwei weitere spanische Urlaubsdestination in das Pilotprojekt zur Modernisierung veralteter Urlaubsdestinationen eingebunden. Eine davon befindet sich auf der Nachbarinsel Gran Canaria. Ein ähnliches Pilotprojekt in Andalusien und auf den Balearen hatte in der Nebensaison zusätzlich rund 44.000 Urlauber in diese Regionen gelockt. Bei dem Projekt hatte man sich auf europäische Rentner konzentriert, die ihren Urlaub noch nie zuvor in Spanien verbracht hatten. Aufgrund des Erfolgs des Projekts soll es ab Mitte Juni auch auf die Kanaren und Valencia ausgeweitet werden. Insgesamt zeigte sich der Staatssekretär zuversichtlich, dass sich der Spanien-Tourismus im Allgemeinen und der Kanaren-Tourismus im Speziellen bald erholen würden, wenn alle an einem Strang zögen. n

Sandteppich entsteht

Insgesamt 17 traditionelle Sandteppichkünstler und sieben Schüler haben begonnen, den weltberühmten Sandteppich auf dem Rathausplatz in La Orotava zu erstellen. Er wird in diesem Jahr 870 Quadratmeter große sein sowie aus 1.400 Kilo purem Sand aus den Cañadas sowie 23 verschiedenen Naturfarben bestehen. Das zentrale Motiv ist in diesem Jahr das letzte Abendmahl in der Mitte sowie die Fußwaschung sowie das Handauflegen als kleinere Bilder auf der linken und rechten Seite. Alle Vorlagen sind Werke von Salvador Dalí. Als Verzierung entstehen Blumenornamente endemischer Arten sowie 18 Schmetterlinge verschiedener einheimischer Spezies. Der große Tag des Corpus Christi findet am 10. Juni statt. Wer sich nicht in das Menschengedränge des Festes stürzen möchte, dem sei ein Besuch am Vortag empfohlen, wenn das Sandgemälde bereits fast fertig ist. Gesehen haben sollte man es auf jeden Fall. n

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