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#17 Oktober 2016 absolut gratis miju.at

Vorsicht

scharf


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Raum &für Zeit die ganze Familie

Mit den Kleinsten einen Kurzurlaub genießen und in entspannter, heimeliger Atmosphäre Familienverbun­ denheit spüren und zugleich relaxen – das ist der neue Familienurlaub in der Familienoase der Therme Laa!

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Auf das richtige Ambiente kommt es an! Der neu geschaffene Ruhebereich nur für Familien ver­ eint Thermenkomfort mit speziellen Angeboten für die Kleinsten. Ziel ist es, den Jungfamilien einen eigenen Bereich zu bieten, in dem besonders auf die Bedürf­ nisse der Eltern und ihrer Kleinsten eingegangen wird. Dies beginnt bereits vor der Anfahrt: Für einen Besuch in der Familienoase ist es nicht notwendig eine große Badetasche zu packen! Beim Check-in ohne Anstellen, direkt im Ther­ menshop, erhält nämlich jede Familie eine eigene Tasche mit Badetüchern, Bademänteln für Groß und Klein, Kuscheldecken und einen Gutschein für 10% Ermäßigung auf Kinder-Treatments. Dann kann der Thermenspaß auch schon beginnen!

Die Familienoase – ein besonderer Ort in der Therme Laa! Eingerichtet wurde die Familienoase in einem abgegrenzten Bereich über dem allgemeinen Kinderbereich der Therme Laa. Acht große, optisch ansprechend gestaltete Liegeinseln mit bequemen Polstern bieten bis zu fünf Personen Platz – hier kann mit den Kleinen ausgiebig gekuschelt, gespielt, aber auch so richtig entspannt werden. In der Familienoase stehen den Familien Badetücher zum Wechseln sowie diverse Hygieneartikel, die für Kleinkinder unumgänglich sind, wie Stoffwin­ deln, Feuchttücher, Einweg-Lätzchen und Küchenrolle zur Verfügung. Fläsch­ chen können in der Küchenstation gewärmt werden. Für die erwachsenen Teeliebhaber hält die Tee-Bar ein reiches Sortiment bereit.

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Umbrüche. Aufbrüche. Einbrüc he. Schnitt.

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medieninhaber und herausgeber brandits. markterschütternd. Alexander Bernold anschrift Oserstraße 45 2130 Mistelbach e-mail office@miju.at artdirection Alexander Bernold grafik und illustrationen Patricia Schritter, Ingrid Beisser, chefredaktion Mag. Viktoria Antrey redaktionsassistenz Martha Warosch redaktion/autoren dieser ausgabe Alexander Seidl, Ewald Schingerling, Mag. Viktoria Antrey, Josef Schick, Cornelia Romstorfer-Bauer, B. Sc., Elisabeth Vyvadil Leitung Vertrieb Waltraud Stoiber korrektorat Herbert Hutz fotos Alexander Bernold, Alexander Seidl, von Firmen und Privatpersonen zur Verfügung gestellt, Shutterstock druck Druckerei Berger, Horn erscheinungsweise fünfmal jährlich telefon 02572 20834 e-mail redaktion@miju.at, werbung@miju.at Das nächste miju erscheint am 16. 11. 2016.

b ein Umbruch zum Aufbruch wird oder einen Ein­ bruch bedeutet, kommt auf den Schnitt an. miju er­ scheint mit neuer Chefredaktion. Viktoria Antrey, bisher passionierte Wein-Schreiberin, folgt Karin Opitz, der an dieser Stelle ein großes Dankeschön für den Aufbau dieses Blattes aus­ gesprochen sein soll. Den Schnitt zu diesem Umbruch liefert uns Florian Stockinger mit seiner Messerschmiede Lilienstahl. Und es ist ein glatter Schnitt. Mit rasierklingenscharfen Einzelstücken zeigt er, dass junge Leut' im Weinviertel im Aufbruch sind. Vor allem Meisterköche schätzen Florians Werke. Ob so ein Meister­ koch unter den Weinviertler Wirtsleuten weilt, findet Alex Seidl in der neuen Wirtshaus-Serie heraus. Allerorts hört man vom Wir­ testerben im ländlichen Raum, vom Einbruch der Gastronomie. Wie einige aus Einschnitten wie der Registrierkassa, Allergenver­ ordnung, dem Rauchverbot, der Konkurrenz durch Vereine oder der verpflichtenden Barrierefreiheit Umbrüche meistern, werden wir ab dieser Ausgabe regelmäßig erfahren. Das Laaer Bürgerspital ist ebenso dabei, aus einem Umbruch einen Aufbruch zu machen, es wird zum Hotspot der Kultur. Die Ringelsdorferin Maria Theres Plachy bricht wiederum mit der Häkelnadel in der Hand auf zur Vienna Fashion Week und lässt dort als Finalistin ihren Einbruch hinter sich. Gleich dreifachen Umbruch erlebt gerade der Weinbau. Wie man mit Klimawandel, Markt und Politik Richtung Aufbruch werkt, zeigt das Weingut Pleil aus Wolkersdorf. Lassen Sie sich mit dieser Ausgabe ein Stück mitreißen, wir brechen auf.

Viktoria Antrey

alexander bernold

Chefredakteurin

Herausgeber, Artdirector

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I schau auf meine Gäst

Der Kunst eine HĂźlle

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Einstiegsdroge

Schaf auf Wein

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Weintraubenstrudel

Ein Musical zum 15. Geburtstag

Bluza-Zeit

Mehr frei als Barriere

inhalt

Vorsicht, scharf

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scharf Vorsicht

geschriebenes: viktoria antrey | fotografiertes: alexander bernold

Wenn sich Zwölfjährige in Bücher über japanische Schwerter-Schmiedekunst und Messer vergraben, anstatt mit den Nachbarskindern Fußball zu spielen, dann muss kein Grund zur Sorge aufkommen. Im Gegenteil, so starke Interessen können mit der entsprechenden Begabung zu erfolgreichen Unternehmen werden und dem Weinviertel einen Ruf für Qualitätshandwerk bescheren.

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it Dienstschluss des letzten Produkti­ onstages in der Ernstbrunner Gießerei Hammerschmied ging auch die Ära eines Weinviertler Produktionsstandortes zu Ende. Die Firma Hammerschmied sitzt heute in Leobendorf und spezialisiert sich auf den Import landwirtschaftlicher Geräte. Produziert wurde in Ernstbrunn nicht mehr. Vor zwei Jahren ist aber das Handwerk in die alten Hallen der Gießerei zurückgekehrt, eine jüngere Generation mit ganz schön vielen Ideen und Zielen. Florian Stockinger hat sich mit seiner Messerschmiede Lilienstahl in der ehemaligen Gießerei eingemietet und sorgt so für den Verbleib Weinviertler Qualitätshand­ werks in den Leiser Bergen. Und nicht nur das. Seine Passion für Einzelstücke nach Maßan­ fertigung macht seine Lilienstahl-Messer über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Immerhin beliefert der einstige Zwölfjährige mit einem Faible für japanische Schwerter heute unter ande­ rem den bayrischen Landwirtschaftsminister, das gehobene Gasthaus Floh in Langenlebarn, ein Sterne-Hotel in Südtirol oder das Bittermann Vi­ narium in Göttlesbrunn mit Messern aus eigener Produktion, made in Weinviertel.

Wenngleich nicht alle Spezialwünsche der Sterneköche, die Florian Stockinger betreut,

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auch technisch umsetzbar seien, wie der junge Messerschmied-Meister einräumt: »Da muss ich mich oft auf meinen Instinkt verlassen, wie man diese Spezialwünsche technisch am besten umsetzt und meine Leistung durch Freunde und Verwandte überprüfen lassen.« Deshalb teilt er gerne Testmesser aus, damit er das Feedback seiner Freunde nutzen kann. »Im Endeffekt ist ein Messer ja ein Werkzeug, das man verwenden will, also muss das auch technisch einwandfrei sein«, sagt Florian, während er sich mit einem seiner massiven Messer eine Orange als Mittag­ essen schält. Die Mittagspause hat er nämlich versäumt, das passiert schon mal bei 12-Stun­ den-Arbeitstagen. Im Sommer hatte er zwar einen Ferialpraktikanten, einen HTL-Schüler für Kunst und Design mit Hauptfach Goldschmied, mit dem er viel Stahl vorproduzieren konnte, nach dem Motto 1 + 1 = 3. Aber sonst ist Florian noch auf sich alleine gestellt, von der Produktion über Einkauf, Verkauf und Administration. Be­ sonders zeitaufwendig sind die Maßanfertigun­ gen, denn für Einzelstücke muss er ja auch die Skizzen machen. »Das Messer muss schließlich das aushalten, was der Kunde zu Hause damit macht. Deshalb ist aber Service so wichtig. Man kann nur den Kunden sensibilisieren, was das Messer kann und was nicht, damit dieser dann

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lange seine Freude damit hat«, erklärt Florian Stockin­ ger das Dilemma jedes Herstellers. Darüber hinaus bietet er handgefertigte Blöcke an, damit man die Messer zu Hause schön präsentieren kann und einen Abziehriemen gibt es auch immer dazu. Seine ersten Messer hat der HTL-Absolvent schon zur Schulzeit gebaut. Einer seiner ersten Kunden war sein Lehrer im TGM, einer technischen Schu­ le, und zwar bereits in der 3. Oberstufe. Nur vier Monate nach dem Zivildienst hat er schließlich die Schmiede eröffnet. Dass da gerade die Gieße­ rei Hammerschmied zu mieten war, hat sich für den Korneuburger gut getroffen. Die Infrastruktur war da, die Nähe zum Wohnort perfekt und dass Ernstbrunn nicht gerade der Nabel der Welt ist, stellt für ihn kein Problem dar: »Ich bin nicht auf Laufkundschaft angewiesen, weil meine Produk­ te bei 100 Euro anfangen. Wenn man sich von Serienproduzenten in diesem Preissegment ein Messer zulegt, hat man schon das obere Segment erreicht. Bei mir ist das aber der Einstiegsbereich.« Hauptsächlich macht er nämlich Sammlerstücke, wie jüngst etwa einen Brieföffner um 2.500 Euro. »Bei diesem Stück hat allein die Gravur schon 1.000 Euro gekostet«, erzählt er. Abgesehen von der Gravur kommt bei der Messerschmiede Lilienstahl aber alles aus einer Hand, auch die Griffe macht Stockinger selbst, egal aus wel­ chem Material. So bietet er etwa Griffe aus Warzenschwein-Elfenbein an: »Ich kenne einen Farmbesitzer in Südafrika, der muss von Zeit zu Zeit Reduktionsjagden durchführen. Wenn er schöne Hauer dabei hat, schickt er sie mir,

denn sonst würden sie in der Kadaververwertung lan­ den.« Einer seiner letzten Aufträge beispielsweise war ein 9-teiliger Küchenmesserblock, für den Florian die Griffzwinge aus Feinsilber gießen ließ. Vom Damasze­ nerstahl bis zum Leder stellt der junge Messerschmied also alles selbst her und das meistens auf Bestellung, seine Kunden finden ihn. Auch in Ernstbrunn. Obwohl er auch Serviceleistungen wie Klingenschlei­ fen durchführt, müssen seine eigenen Klingen nur selten nachgeschärft werden. Das weiß er von seinen Kunden, die ihm erzählen, dass sie Lilienstahl-Messer über ein Jahr lang nicht nachschleifen müssen. Des­ halb kam sein Werbefachmann auch auf den klingen­ den Slogan »Klingen für Generationen«, schmunzelt Florian. Mit der Produktion nimmt der Mittzwanziger es nämlich sehr genau. Man braucht zwei sehr gute Werkzeugstähle, einen spröden-harten und einen zähen. Diese kombiniert man, schmiedet sie bei 1.200 Grad Celsius, wodurch sie sich verschweißen, dann schmiedet man den Stahl wieder auseinander, legt ihn zusammen und fängt wieder von vorne an, wieder und wieder, wie bei einem Blätterteig, bis 300 Lagen gefertigt sind – das ist dann der Schichtdamaszener­ stahl. Die genaue Vorgehensweise hängt aber vom Muster der Klinge ab. Genaues Arbeiten ist dabei das Um und Auf. Kein Sauerstoff, kein Schwefel darf da­ zukommen, volle Konzentration ist angesagt. »Da bist du dementsprechend fertig«, beschreibt Stockinger sein Handwerk. Selten, aber doch passiert es ihm trotzdem noch, dass er die Klinge »in die Tonne treten muss«. Klingenschmieden mit Schleifarbeit ist also der erste Schritt, der zweite ist die Wärmebehandlung, mit ihr wird Elastizität und Feinkörnigkeit eingestellt.

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dium an der Montanuni Leoben hätte ihn interessiert, allerdings hätte ihm bei einem akademischen Beruf das Handwerkliche gefehlt. So hat er sich eben für die Selbstständigkeit entschieden und machte nach der Matura am TGM noch die Meisterprüfung, um auch Lehrlinge ausbilden zu können. Diese Prüfung wird ihm wohl in Erinnerung bleiben, hat er sich doch dabei gleich zum Einstieg in den Beruf des Messerschmieds die Finger verbrannt: »Aber richtig schlimm! Ich dachte, jetzt kann ich heimgehen und im nächsten Jahr wieder antreten, habe es aber dann trotz der Verletzung geschafft.«

Anschließend wird poliert und geätzt – man nennt es im Neudeutsch auch gern gefinisht – und letztlich folgt die Griffbearbeitung, die macht er auch selbst. Geschärft wird das Messer erst ganz zum Schluss. Florians Schneiden haben eine Härte von über 60 Rockwell, das ist fast schon Glashärte. Auch das ist ein Grund, warum er seinen Messern immer Lederab­ ziehriemen mit auf ihren Weg gibt, denn ein normaler Wetzstahl ist für solche Klingen ungeeignet, da diese keine geschlossene Schneide hinbekommen. Rasier­ messerschneiden seien perfekt, und deshalb verwendet er auch solche Stähle, man muss sie aber wegen ihrer Sprödigkeit und Härte mit anderen Stählen kombinie­ ren, damit sie ein gutes Küchenmesser ausmachen. Und so tüftelt, erfindet und entwickelt Florian Stockin­ ger immer wieder Neues. Drei Schleifmaschinen hat sich der Maschinenbau-Absolvent selbst gebaut. Und nun führt er gemeinsam mit einer Forschungsanstalt ein sehr spannendes Forschungsprojekt aus. Es soll ein völlig neuer Klingenstahl entwickelt werden, rostfreier Stahl für extrem feine Schneiden mit hoher Schnitthal­ tigkeit lautet der Auftrag, zu Fachdeutsch: Gesucht ist die Kombination der Schnitteigenschaften von Silber­ stählen mit Korrosionsbeständigkeit. »Spannend, man kann im Vorhinein das Potenzial gar nicht abschätzen. So etwas gibt es am Markt noch nicht«, sprudelt Flori­ an Stockinger. Mit diesem Forschungsprojekt geht Stockinger ganz in seinem Element auf, war es doch der Werkstoff Stahl, der ihn von klein auf so fasziniert hat. Selbst ein Stu­

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Die Messerschmiede Lilienstahl blickt zurück auf eine lange Geschichte von Händlern. Zumindest ihr Grün­ der Florian Stockinger und ihr Name tun das. Florians Familie väterlicherseits war im Mittelalter ein Handels­ geschlecht mit einer Lilie im Wappen. »Das wollte ich weiterleben lassen, mein Geschäft mit den erfolgrei­ chen Ahnen verknüpfen. Deshalb nannten wir mein Unternehmen Lilienstahl«, erzählt der Jungunternehmer. Expansionspläne, um mehr Kunden erreichen zu können, hat der Messerschmied durchaus, denn in dem Preissegment sei das wichtig. Dabei möchte er auch Serien entwickeln und anbieten, aber immer von außerordentlicher Qualität, denn für seine Klingen kann er eine 10-mal längere Standzeit bei richtiger Verwendung garantieren. Kritik an der eigenen Arbeit ist für ihn überlebenswichtig: »Wenn man noch jung im Geschäft ist und noch nicht zu viele Kunden hat, ist man immer ein wenig unsicher, daher bin ich im ständigen Kontakt mit meinen Kunden, um Feedback über meine Messer zu bekommen.« Derzeit hat er ein Serienklappmesser in Planung, gezeichnet und konstruiert hat er es bereits. Nun hofft Stockinger, noch 2016 den fertigen Prototyp in Händen zu halten. »Mein Vater sagt auch immer wieder Sohn, du brauchst Filetiermesser – also auch das steht auf meinem Programm«, erzählt er von seinen Plänen. Zudem hat Florian mittlerweile die optimale Form für verschiedene Obstmesser, Gemüsemesser und Fleischmesser herausgefunden, die er künftig in verschiedenen Güten anbieten möchte. Selbiges hat er auch mit Jagd- und Lederhosenmessern vor. Die Ideen gehen ihm also nicht aus, der Entwicklungsdrang auch nicht. Das Weinviertel ist eben ein Ort, wo qualitatives Handwerk eine Heimat gefunden hat.

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geschriebenes und fotografiertes: Alexander Seidl Es sind die Garagen und Kabinette, in denen oft Besonderes entsteht. Und unser geliebtes Weinviertel ist voll von diesen Stüberln, Garagen und Kabinetten. In Ringelsdorf, in einem kleinen, alten Bauernhaus, entsteht Mode, die hoffentlich auch bald internationale Anerkennung finden wird. Die aus Wien »zuagraste« Maria Theres strickt dort nämlich. Mode, die jetzt auch beim MQ Fashion Week Look-Award nationale und internationale Anerkennung fand: als eine von drei Finalistinnen.

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trickmode. Da denkt man gleich an die Oma oder an Tanten, an kratzige Rollkrägen und kalte Wintertage. Die selbst gestrickten Socken, die darf man auch nicht vergessen. Dabei gibt es unzählige ver­ schiedene Garne und Wollen, die diesem Nimbus lang nicht gerecht werden. Garne, die so fein sind wie Seide, Wollen, die weich und kuschelig sind. Designergarne, die mit tollen Effekten, handgemacht und handgefärbt die Träume jeder Frau ermöglichen. Kommt dann noch Kreativität ins Spiel, dann wird aus dem Janka schnell auch ein Cocktailkleid, eine fetzige Stola für den Som­ mer oder ein Kleid für den Herbst. In Ringelsdorf weiß man damit umzugehen. In einem kleinen Raum liegen unzählige Zeichnungen und Blö­ cke. An jedem Eck sind fein säuberlich geschlichtete Bunt- und Filzstifte, Ausschnitte aus Illustrierten und Fotos drapiert. Eine ein wenig offene Lade lässt erah­ nen, dass hier Wollen gelagert werden. Stricknadeln sind in schönen Köchern verwahrt und immer wieder sind Blätter mit verschiedenen Farbvarianten zu sehen.

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Wir sind bei Maria Theres, einer groß gewachsenen 1965 Geborenen, mit schönen Augen und breitem Lachen. Sie ist auffällig bunt gekleidet und auch die Wände ihres Hauses sind bunt. Sie lacht praktisch andauernd. Und andauernd spielt sie mit Wolle oder einem Faden herum. »Mein kleines Reich!«, ruft sie mir zu. »Normalerweise fast Sperrzone für Besuch. Alles viel zu klein! Aber genau richtig für mich. Hier bin ich ich, hier bin ich zu Hause!« Seit 2008 lebt sie in Ringelsdorf. Sie kam beruflich ursprünglich aus der Gastronomie. Mit ihrer Tochter suchte sie damals einen neuen Lebensmittelpunkt, wollte raus aus der Großstadt, wollte zur Ruhe kom­ men. So verschlug es die kleine Familie nach Rin­ gelsdorf im östlichen Weinviertel. Zuerst erfüllte sich Maria Theres mit dem »Butterfly« ihren Traum vom eigenen Lokal, doch ohne Führerschein alleine mit ihrer Tochter war diese Aufgabe zu fordernd.

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Maschen Fashion und


»Irgendwann saß ich dann in meinem Zimmer«, erzählt Maria Theres, »und strickte. Es war wie eine Meditati­ on. Und plötzlich erinnerte ich mich zurück an ein Fe­ riencamp. Alle Kids spielten auf einem Robinson-Spiel­ platz. Nur ich saß alleine an einem Schattenplatz und strickte«, sie hält kurz inne, »nein, ich war keine Außenseiterin. Nie, in meinem Leben. Aber das Stri­ cken hat mich innerlich schon immer lachen gemacht!« Sie sagt, sie sähe das fertige Teil schon vor sich, wenn sie die erste Schlaufe setzt. Und doch können während des Prozesses immer wieder neue Ideen dazukommen. Ihre Schnitte zeichnet sie meist selbst, holt sich die Inspiration aus Zeitungen und Illustrierten. Aber auch aus der Natur, vor allem Farbkombinationen, Formen und Übergänge. Baumwolle und Viskose sind für sie


.„Die Sache mit dem guten Wein ist ganz einfach, man nehme und tue überall nur das Beste.“ (frei nach OscarWild)

ein Muss, da sie kratzende Kleidungsstücke genauso ablehnt wie jene, die anscheinend das Schwitzen noch verstärken. Lana Grossa ist darum ein beliebter Hersteller für Maria Theres. Aber auch zu den vielen Designern-Garnen greift sie gerne, wenn es das Budget erlaubt. Die sind zwar wesentlich teurer, aber dafür auch handgewirkt und gefärbt. Waren die ersten Stücke just for fun, so hat sie heute immer wie­ der Kundenaufträge, die sie speziell anfertigt. So wie das lange helle Abendkleid, das sie vor Kurzem für eine Wiener Kundin gemacht hat. 200 Arbeitsstunden sind da hineingeflossen. Viel Liebe und Idee, viel Kommunikation und Probieren. Das Ergeb­ nis war ein sommerlich leichter Traum für Maria Theres selbst, und, wie es sein soll, auch für die Kundin.

Wir sind ein Familienbetrieb, in welchem drei Generationen an einem Strang ziehen. Dieser Zusammenhalt in der Familie gibt uns immer wieder neue Kraft für das zu arbeiten, wofür wir stehen – nämlich Weinviertler Weine auf höchstem Niveau zu erzeugen. Sowohl Tradition als auch Innovation wird in unserem Weingut großgeschrieben. Wir sind begeistert von unserer Arbeit mit und für Wein. Beginnend mit der Fürsorge für unsere Weinberge, arbeiten wir behutsam mit der Natur, voll der Tatsache bewusst, dass qualitativ hochwertige Trauben nur durch mühsame Anstrengung kultiviert werden. Der Winterschnitt und die Laubarbeit im Frühjahr und Sommer sind für die spätere Qualität wichtige Arbeitsschritte. Auf diese Weise werden die Komplexität und Langlebigkeit unserer Weine gewährleistet.

Maria Theres ist eine 150 %-Frau. Vollgas geben liegt ihr im Blut. Aber auch der Perfektionismus. Und so ist sie selbst wohl ihre härteste Kritikerin: »Ich trenn lieber auf, als einen zu spät gesehenen Fehler zu akzeptieren«, und nach einer Pause setzt sie fort: »Es gibt viele Stücke, die niemals jemand anderer zu Gesicht bekommen hat, weil sie meinen eigenen Ansprü­ chen nicht genügten.« Trotzdem oder gerade deswegen gibt es zwischenzeitlich eine ansehnliche Kollektion. So finden sich heute Zweiteiler und Kleider genauso darin wie Ponchos, Stolas und Capes, Pullover, Mäntel und Jacken.

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»Mein Ziel ist einfach, dem Strick den Mythos von altbacken und langweilig zu nehmen. Alle meine Stücke sind ganz nah an aktuellen Trends, manche vielleicht ihrer Zeit sogar schon voraus. Warum sollte Strick nicht auch sexy und fetzig sein können!?« Mittlerweile zieht Maria Theres ihre Maschen bis über die Landes­ grenzen. Dabei hilft natürlich auch Facebook, aber vor allem erhält sie Unterstützung durch eine internationale Online-Plattform für Businessfrauen, die Bizladies. Dort findet Maria Theres nicht nur Kundinnen, sondern auch Rat und Tat. Sei es, dass es um Marke­ ting, wirtschaftliches oder eben Kontakte geht. Leben kann die andauernd lachende Frau davon noch lange nicht. Viel zu kostenintensiv muss sie derzeit noch produzieren und kaum jemand kennt ihre Mode. Das irritiert sie aber nicht: »Ich habe mit meiner Tochter Jessica schon so viele Hürden im Leben nehmen müssen, das schaff ich auch noch!« Am 13. September konnte man das sehen. Da war sie mit einem Strickkleid, das Sabrina Kramberger, ein gefragtes Model aus Hohenau an der March, präsentierte, beim Look 2016 Award als Finalistin vertreten. Gewonnen hat sie diesen Award, der im Rahmen der MQ Fashion Week vergeben wurde, nicht. Aber bei Tausenden Einsendungen unter die besten Drei zu kommen zählt für sie schon fast als Sieg. Dabei hatte sie erst kurz vor Einsende­ schluss von dem Award erfahren und schaffte es fast nicht zum Event. »Träumen darf man ja«, sagt sie schon wieder lachend, »und wer weiß, vielleicht ist es schon in wenigen Jahren New York, Paris oder Tokio!«

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radfahren: die neuen trends Puch war jahrzehntelang das Weinviertelrad. Jetzt ist die Marke wieder zurück. Mit Typenbezeichnungen von Bergfex bis Dienstmann gibt sich Puch dabei typisch österreichisch.

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Bikemaniac Radfahren: die neuen Trends

Günther Schuch hat die neuen Räder, die teilweise modern und teilweise im Retro-Stil produziert werden, geprüft und für gut befunden. Die das Marke verdient auch heuteJetzt das Vertrauen, Puch war jahrzehntelang Weinviertelrad. ist die Marke wieder zurück. Mit Typendas sie in der Vergangenheit genossen hat, ist bezeichnungen von Bergfex Dienstmann Puch dabei typisch österreichisch. Güntherbis Schuch überzeugt undgibt führtsich in seinem Fachgeschäft mit den Puch-Rädern neben den Schritt zur Fahrfreude. Akkuleistung, ünther Schuch hat die neuen Räder, und die Trek dieder wichtigste High-End-Marken Specialized Fahrradkuriere und andere Könner schätzen das Motorleistung und die Eignung für den Benutzer teilweise modern und teilweise im Retroqualitativ hochwertige Mittelklasse ein. Ab PUCH-grüne Fahrrad Sprint mit stilvollem Ledermachen den Unterschied. Es zahlt deshalb aus,PUCH Stilsofort produziert werden, und für ist Puch fixergeprüft Bestandteil desgut Bikemanisattel. Eine Hommage ansich die klassischen im Fachgeschäft zu kaufen. Neben guter Beratung befunden.ac-Sortiments. Die Marke verdient auch heute das VerRennräder.

Winteraktion

GFahrradservice

vorneuen allem eines wichtig: Ausprobieren! der das sie inmit der Vergangenheit genossen hat, E-Mountainbikes und trauen, Rennräder Scheibenbremsen sind ist die Trends 2017. Alle,In die Mistelbacher Bahnstraße geht es aus dem Bikemaniacist Günther Schuch überzeugt und führt in seinem ihr altes Fahrrad noch nicht austauschen wollen, am besten die Winterserviceaktion Neben dieser Neuheit bleibtnutzen auch in der Geschäft auf den Radweg,Inwo man hautnah testen Fachgeschäft mit den Puch-Rädern neben dentop-aktuell: Ausprobieren! der Mistelbacher Bahnstraße diesjährigen Radsaison eine Sparte von Bikemaniac, um weiterhin Freude an ihrem Bike zu haben. Das kleine Fahrradservice kann, ob das E-Bike das richtige ist. High-End-Marken Specialized und Trek die quageht es aus dem Bikemaniac-Geschäft auf den E-Bikes haben sich als eigenes Segment in der gibt’s um � 38,– statt �litativ 48,– und dasMittelklasse große Service um ist � 64,– statt � 84,–. hochwertige ein. Ab sofort Mobilität etabliert. Sie unterstützen Radfah-

Radweg, wo man hautnah testen kann, ob das

Der dritteE-Bike neue Trend des Jahres: Puch fixerrerBestandteil des Bikemaniac-Sortiments. das richtige ist. Biken auf bei konstanter Bewegung und fördern die 29-Zoll-Reifen. Die neuen Räder sind Derauf dritte Trend desvollwertige Jahres: Downhill auf Freude am Sport, weil sie bei Steigungen -Bikes sind aus demdieser Alltag vieler Radsportler können genau sich ab sofort der neue neuen Website von Bike­ Mountainbikes, punkten gleichzeitig mit sehr gutenvollwerNeben Neuheit bleibt auch in der diesjäh29-Zoll-Reifen. Die neuen Räder sind dann unterstützen, wenn es notwendig ist. längst nicht rigen mehr Radsaison wegzudenken. Auch im Mo­ maniac informieren. Sparte top-aktuell: E-Bikes Trekking-Eigenschaften und sindpunkten in vielengleichzeitig verschie- mit tige Mountainbikes, Einfacheine drauf losradeln, ohne auf Gegenwind delljahr 2017haben ist das Angebot weiter stark ge­ denen Varianten erhältlich. Auch für Hardcoresich als eigenes Segment in der Mobilität guten Trekking-Eigenschaften oder eigene Reserven Rücksicht zu nehmen und zumsehr wachsen. Sowohletabliert. bei sportlichen E-Mountainbikes und konstanter Die Alternative Outdoorspaß bei schlechtem Wet­und sind in Mountainbiker die neuen Räder ein Thema, Sie unterstützen Radfahrer vielensind verschiedenen Varianten erhältlich. Auch dabei weiter fahren, als je bei zuvor! Vom Stadtrad E-Trekkingrädern Bewegung als auch bei klassischen und ter in den denn kommenden Monaten sind Ergometer und im Praxistest einfach besser. und fördern dieE-StadtFreudesind am Sport, weil für Hardcore-Mountainbiker sind die neuen Räbis zum Mountainbike dabei auch in der sie bestehen Retrorädern ist nun Geschmack dabei. Mit ihnen trainiert manRäder effektiv die Ober­ Hometrainer. siefür beijeden Steigungen genau etwas dann wenn Bike Downhill rollen großen auch der eindie Thema, denn sieleichter, bestehen imauf Praxistest Elektromobilität keineunterstützen, Grenzen gesetzt. schenkelmuskulatur und schont dabei die Gelenke, vor holprigemeinfach Untergrund. brauchen zwar etwas es notwendig ist. Einfach besser.SieDownhill rollen die großen Räist jedoch nicht drauf gleichlosradeln, Bike und ohne gute Beratung Ein weiterer Trendauf 2017 sind Rennräder mit Reserven Scheiben­Rücksicht Man kann beimReiallemzudie Knie. Schuchszu Tipp: Gegenwind oder eigene länger,Günther umder in Schwung kommen, der große leichter, auch auf holprigem Untergrund. Sie der wichtigste Schritt zur Fahrfreude. Akkuleisbremsen. Wie auch beim Mountainbike istfahren, die Brems­ Ergometertraining sehr gutdämpft lesen,jedoch MusikStöße, hören,sofernse­ fendurchmesser kommen nehmen und dabei weiter als je zuvor! brauchen zwar etwas länger, um in Schwung zu tung, Motorleistung und die Eignung für den leistung zu herkömmlichen Bremsen wesentlich höhersind dabei hen oder einfach nur Fahrerinnen entspannen. Wer sich mehrüber Vom Stadtrad bis zum Mountainbike undnoch schneller kommen, der leichter große Reifendurchmesser dämpft Benutzer machen den Unterschied. Es zahltFahrer sich und und garantiert eine sichere Bergabfahrt und exakte zumSteine Thema Radfahren im Sommer oder Winter Tipps und Wurzeln und fühlen sich sicherer. auch in der Elektromobilität keine Grenzen gesetzt. jedoch Stöße, so kommen Fahrer und Fahredeshalb aus, im Fachgeschäft zu kaufen. Neben Bremsmanöver. Alle, detaillierte Informationen holen will, schaut am besten bei den Bikedie ist jedoch gleichistBike guteeines Beratung rinnen leichter undleidenschaftlichen schneller über Steine und guter nicht Beratung vorund allem wichtig: über Modelle, Preise, Neuheiten usw. haben wollen, Fahrradsportlern von Bikemaniac vorbei.

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tropfen

aus dem Weinviertel

aufgespürtes: alexander bernold | geschriebenes: viktoria antrey und alexander bernold

miju präsentiert ein weiteres mal absolute Top-Tropfen aus unserem wunderschönen Weinviertel. Die Redaktion durfte sich von jedem der hier gezeigten Premium-Weine überzeugen und gewährt ungeniert das Prädikat »absolut empfehlenswert«.

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as Weinviertel hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten viele Top-Winzer hervorgebracht. Die gekelterten Tropfen jener Weingüter sind nicht nur im Inland beliebt – rund um den Globus wird unter an­ derem an Gourmet-Restaurants wie z. B. das Spago in Hollywood, aber auch an private Feinschmecker verschickt. Vorbei sind längst die Zeiten, wo wir guten Wein im Burgenland, der Wachau oder in der Südsteiermark aufspüren mussten. Und ganz besonders wird hier auf das Preis-Leistungs-Verhältnis geachtet. Mir ist es ein wirklich großes Anliegen, dass Weinviertler Weine in unserer schönen Heimat geschätzt und konsumiert werden. Ich an Ihrer Stelle würde mich selbst davon überzeugen – Sie werden begeistert sein, dabei gehe ich jede Wette ein ...

Alexander Bernold

goldTipp Tradition Grüner Veltliner Weinviertel DAC Reserve 2015 Dürnberg Angelehnt an die traditionelle Methode der Winzer, ausdrucksstarke Weißweine zu erzeugen, vinifiziert Christoph Körner den Tradition aus selektierten Trauben von kleinen, alten Weingärten. Mit saftigem Apfel, feinem Pfefferl, kitzelnder Würze und mineralischen Noten vom Falkenstei­ ner Muschelkalk kann man von diesem Grünen Veltliner behaupten, dass er zu den komplexesten seiner Art gehört. Das kühle Mikroklima der Falkensteiner Hügel sorgt zudem für besondere Frische. Zu verkosten im Heurigen Falkensteiner Schmittn’.

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Grüner Veltliner Alte Reben 2014 Weinrieder Weinrieder alias Fritz Rieder passt so recht in keine Kategorie. Und Weinrieders Weine schon gar nicht. Dieser Grüne Veltliner stammt von einem über 60 Jahre alten Weingarten. Die fruchtige Komponente ist sehr reif und saftig, aber im Großen und Ganzen zeigt der Rebve­ teran seine ganze Veltliner-Würze von tabakig bis pfeffrig, von pflanzlich bis nussig. Ein sehr feiner Säurebogen rundet dieses Erlebnis in einem vollmundigen, langen Abgang ab. Weinrieders Gutsverkostung: aktuell jeden Samstag von 14 bis 18 Uhr.

Weinviertel DAC Reserve 2015 Weingut Pleil Das Weinviertel in die Flasche bringen, ist Christian Pleils Vorhaben. Mit seinem Wein­ viertel DAC Reserve 2015 schafft er das auch im kräftigen Bereich. Frische Apfelfrucht und würzige Wiesenkräuter unterlegt von weicher Vanille. Fülle und Cremigkeit, bescheren diesem langlebigen Veltliner einen unglaublich dichten Abgang. Am Gaumen wird seine ganze Reife deutlich, reife Früchte, eine Prise schwarzes Pfefferl; lebendiger Säurebogen sorgt für bele­ benden Trinkfluss; ganz Weinviertel halt.

Weißburgunder Reserve Adamsbergen 2015 Weingut Frank Das Weingut Frank will seinem Heimatort Herrnbaumgarten, dem verruckten Dorf, wohl alle Ehre machen. Pflanzt Harald Frank nicht auf einem Nordhang mit sehr kargem Roh­ boden einen neuen Weingarten aus. Aber: Frank Harald ist alles andere als verruckt, eher äußerst kundig mit Rebsorten und beachtlich weitsichtig. Immerhin gefällt es gerade einem Weißburgunder auf so kargem, kühlem Boden. Lange Maischestandzeit, Mostoxidation und Spontangärung bei Zimmertemperatur, sehr mutig. Der muss verruckt sein. Schon wieder das Aber: Exotisch mit Ananas, etwas Banane, zarte Nuss, feines Burgunderstinkerl, am Gaumen dicht mit viel exotischer Frucht, seidig mit druckvollem Finish.

Riesling Reserve Selektion Karlsberg 2015 Hofkellerei Liechtenstein Die Königin der Weißweine kommt in diesem halbtrockenen Riesling besonders sortenty­ pisch zur Geltung. Sehr saftige Steinfrucht von Pfirsich und Marille wird durch den Restzucker besonders anschmiegsam, die Fruchtsüße findet Harmonie mit animierender Mineralik am Gaumen und wunderbar anregendem Zucker-Säure-Spiel bis zum wärmenden, langen Abgang.


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Schaf

geschriebenes: viktoria antrey | fotografiertes: alexander bernold

auf

Wein

Was einen Gastronomen und eine Winzertochter verbindet? Die Passion für gutes Essen und Trinken, freilich. Wenn dann der Koch durch die Liebe zum Winzer wird, dann blökt es mitunter zwischen den Reben. Weil gut schmeckt, was im Weingarten ganze Arbeit leistet, und das auch noch bio.

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igentlich wurde es ja vom Rare Breeds Survival Trust auf die Liste der gefährdeten Tierrassen gesetzt. Doch findet man das englische Tier mit den wei­ ßen Locken im Weinviertel zunehmend in Weingärten, weil sie dort ganze Arbeit leisten. Das Shropshire Schaf war im 19. Jahrhundert wegen seiner Wollleistung und seines Fleisches sehr populär. Zudem wurde seine An­ passungsfähigkeit an klimatische Bedingungen geschätzt. Allerdings ging seine Popularität im 20. Jahrhundert stark zurück. Hauptsächlich wegen des Wollwuchs auch im Gesicht, was aufwendiges Scheren bedeutet. Bis eines Tages Christbaumanlagen-Betreiber eine sehr nützliche Eigenschaft des Shropshires entdeckten: Als einzige Schafrasse fressen sie keine jungen Triebe und benagen die Rinde nicht. Das Gras in den Anlagen


»Wir wollen den Kreislauf der Natur in unseren Weingärten fördern.«

halten sie konstant kurz, während sie wertvol­ len Dung abgeben, der nur aus der Anlage selbst gewonnen wurde. Ein geschlossener, ökologischer Kreislauf also bei gleichzeitiger Arbeitsleistung. Diese tollen Eigenschaften entdeckten bald auch Obstbauern und schließlich Winzer. »Wir wollen den Kreislauf der Natur in unseren Weingärten fördern«, erklärt Else Zuschmann, Winzerin aus Martinsdorf bei Gaweinstal, »und Peter mag Lammfleisch sehr.« Außerdem seien die anspruchslosen Tiere leicht zu halten: »Bei uns leben die Schafe auf der Weide und im Weingarten, aber nicht ganzjährig, weil wir sehr niedrige Kulturen ha­ ben und da würden sie vor der Lese zu viel ruinieren. Abgesehen davon ist ihr Mist ein sehr guter Dünger.« 24 Schafe haben Zuschmann-Schöfmann bisher und es sollen mehr werden. Das Ziel ist ein schöner Vieh­ bestand, um aus der Monokultur Weinbau heraus­ zukommen, und das gehe mit Schafen am schönsten, meint die Winzerin. Ein zweiter wirtschaftlicher Vorteil gesellt sich zu den effektiven und kostenscho­ nenden Weingartenarbeitern mit Wollbehang dazu. Lammfleisch ist nämlich sehr selten und kaum zu bekommen, aber dennoch sehr gefragt. Der Winzer Peter Zuschmann schätzt die Shropshires, weil sie nur das Grün fressen und keine verholzten Teile, mithin im Weingarten nichts beschädigen. Der Gastronom Peter Zuschmann mag Shropshires gleichzeitig wegen ihres besonders zarten Fleisches. Und weil am Weingut Zuschmann-Schöfmann die Natur im Vordergrund steht, züchtet das Paar sogar selbst, ganz natürlich, versteht sich. Das sieht dann so aus, dass sie ihren Bock mit paarungswilligen Mutter­ schafen zusammensperren und schauen, was dabei herauskommt. Erfahrungswerte beim Züchten haben Else und Peter aber noch keine.

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Else Zuschmann ist aufgewachsen mit der gemischten Landwirtschaft ihrer Familie, Peter war ursprünglich Gastronom. »Die Passion für gutes Essen und gutes Trinken war von Anfang an unsere gemeinsame Basis«, erzählt Else. Gemeinsam haben sie im Jahr 2000 den Betrieb der Eltern übernommen, aber die Entscheidung, den Weinbau zu forcieren, kam durch Peters gastrono­ mischen Einfluss, der ihn auch zum innovativeren Teil der beiden macht, glaubt jedenfalls Else: »Er hat die Sicht von außen. Deshalb macht er das meiste im Kel­ ler und ich arbeite mit den Leuten im Weingarten. Das Arbeiten im Freien macht mir halt sehr viel Spaß.« Von 2002 bis 2014 betrieben die beiden sogar einen vielfach ausgezeichneten Heurigen, der heute als Früh­

stücksraum für ihre Weinlodge mit 4 Gästezimmern dient. Die Spezialisierung auf hervorragenden Wein er­ fordert einfach viel Aufmerksamkeit. Obwohl man die beiden getrost Workaholics nennen kann, muss man mit zwei Kindern schon genau im Auge behalten, was man wirklich ausbauen will. Immerhin sind Zusch­ mann-Schöfmann international viel unterwegs, denn den Export wollen sie verstärken. »Das war auch der Hauptgrund für unsere Bio-Zertifizierung. Wir wollen unsere Weine international verkaufen und da punktet man nur noch, wenn die Qualität der Weingärten im­ mer besser wird«, ist Else Zuschmann überzeugt. Die Gästezimmer der Weinlodge aber bleiben, die wurden ja auch erst 2010 komplett renoviert.


Vor allem im Weinherbst und zu den Weihnachts­ märkten sind die Zimmer sehr beliebt. »Man muss halt schon gern arbeiten«, ist Elses einfache Antwort auf die Frage, ob das nicht alles sehr umfangreich sei. An der Weinstilistik haben Zuschmann-Schöfmann viel verändert. Um das Traubenmaterial selektionieren zu können und gesund in den Keller zu bringen, erntet das Winzerpaar fast ausschließlich per Hand. Vinifiziert wird großteils mit Maischestandzeit, vereinzelt auch mit Ganztraubenpressung und sehr langer Hefelage­ rung, wodurch es möglich ist, auf Schwefel weitgehend zu verzichten und dadurch wiederum bekömmlichere Weine zu erhalten. Ihre Herausforderung ist es, Weine mit niedrigeren Alkoholwerten zu schaffen, damit man mehr trinken kann, aber ohne dass sie leer schmecken. »Wir arbeiten auf internationale Vergleichbarkeit hin, denn schön wäre es, unsere derzeit zehn Exportmärkte weiter auszubauen«, sagt Else. Ihre Aushängeschilder sind der Grüne Veltliner Muschelkalk und der Pinot Noir Selection, der ebenso auf Muschelkalk wächst. Insgesamt bewirtschaften Zuschmann-Schöfmann 16 Hektar unweit von Gaweinstal. Bekannt geworden sind sie unter anderem mit dem Brünnerstraßler. Diese eingetragene Wortbild-Marke kennzeichnet ihren Einstiegsveltliner in ihrem Sortiment. Die Winzerin weiß, dass der Begriff Brünnerstraßler

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eher negativ besetzt ist: »Aber es ist gerade deshalb eine Marke mit Augenzwinkern. Die Leute verste­ hen das und er kommt gut an.« Und nun sind da eben noch die Schafe am Wein beteiligt, der sich international wegen seiner Qualität behaupten soll. Eine große Aufgabe für die weißen Knäuel, die letztendlich eine zweite Geschäftsnische werden sollen. Derzeit wird das Fleisch privat auf An­ frage verkauft, aber eine Ausweitung ist geplant, wenn es auch dabei einen Wermutstropfen gibt: »Im Wein­ bau ist es mittlerweile möglich, auch als kleiner Betrieb mit hohen Qualitäten gute Preise zu bekommen. Beim Fleisch ist das Bewusstsein beim Konsumenten noch nicht so weit, Fleisch darf nichts kosten.« Und den­ noch oder gerade deshalb arbeiten Frau Zuschmann und Herr Schöfmann weiter nach oben, mit Blöken und Gackern in den Weingärten, mit zufriedenen Gästen in der Weinlodge und mit glücklichen Autoren, die sich jetzt gerade ein Glas vom Grünen Veltliner Muschelkalk einschenken.

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Umbrüche, Aufbrüche, Moden und Trends gibt es überall. Nur beim Wein nicht, der ist so schön beständig, mag man zu vermeinen. Dabei ist der Weinbau vielen Dynamiken ausgesetzt, heute mehr denn je. Betriebe wie das Weingut Pleil in Wolkersdorf sind Beispiele, wie man als Winzer in dieser Dynamik von Umwelt, Markt und Politik agiert und trotzdem Wein mit Vergnügen macht.

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ein muss mit Liebe gemacht sein, mit Gefühl und Faszination. Das wollen wir in unseren Gläsern schmecken. Gleichzeitig soll der Winzer vor lauter Faszination und erwartetem Gefühls­ rausch bodenständig und weitsichtig arbeiten. Und das sowohl was die Natur anbelangt, als auch die Wirt­ schaft. Diesen Spagat schafft beispielsweise Christian Pleil aus Wolkersdorf mit seinem 18 Hektar großen Weingut. Es war für ihn immer klar, dass er Winzer werden möchte und so absolvierte er die Weinbau­ schule in Klosterneuburg, verbrachte seine Wanderjah­ re in Deutschland, Kalifornien, Südafrika und Austra­ lien, kam zurück ins Weinviertel und verliebte sich in den Grünen Veltliner. Der Weinviertler Leitsorte wird bei Pleil, wie bei den meisten Weingütern östlich des Manhartsbergs, sehr viel Aufmerksamkeit zuteil. Im­ merhin 40 % seiner Rebfläche sind damit bestockt. Das gehört im Weinviertel praktisch zum guten Ton, ist un­ ser Gesicht nach außen. Aber da gibt es ja so viel mehr, was man lieben kann und gleichzeitig wirtschaftlich

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Agieren & Reagieren geschriebenes: Viktoria Antrey | fotografiertes: alexander Bernold

Sinn macht, wie der Gemischte Satz. Dieser Traditi­ onswein geriet in den letzten Jahrzehnten ins Hin­ tertreffen, Reinsortigkeit war angesagt. Die Wiener haben ihn mit ihrer Appellation Wiener Gemischter Satz DAC wieder vor den Vorhang geholt und damit die Nachfrage gesteigert, ja sogar einen Trend geschaf­ fen. Auch bei Pleil gibt es nun einen Gemischten Satz. »Sonst kann man als Winzer nicht unbedingt schnell auf Trends reagieren. Man müsste ja erst Weingärten anlegen, und bis man dann zum ersten Mal den Wein davon auf den Markt bringen kann, wird der Spuk schon wieder vorbei sein. Aber beim Gemischten Satz tun sich viele leicht, weil viele Weingüter noch gemischte Anlagen haben«, sagt der Vater von zwei kleinen Mädels. Und wendet schmunzelnd ein: »Auf den Muskateller-Trend hätte es sich aber mittlerweile gelohnt aufzuspringen. Wir haben bis heute keine Muskateller-Anlage, aber es konnte ja keiner ahnen, dass dieser Trend so lange anhält.«

Trends sind aber nur die eine Sache, die ein Winzer abwägen muss. Ebenso wichtig sind die Natur und der Klimawandel, die Reaktion und Aktion erfordern. »Wir experimentieren viel mit PIWIs, den Pilzwiderstandsfähigen Sorten. Heuer haben wir den Blütenmuskateller, der in Russland gezüchtet wird, ausgesetzt. Der Donauri­ esling ist bereits in der Flasche erhältlich und der Do­ nauveltliner kommt nächstes Jahr«, schildert Christian Pleil seine Reaktion auf immer mehr feucht-warme Sommer mit erhöhtem Pilzdruck. Mehr Spritzmittel einzusetzen ist für ihn nämlich keine Lösung. Do­ nauriesling und Donauveltliner sind Züchtungen des Bundesamts für Wein- und Obstbau Klosterneuburg. Man muss sie nur zweimal im Jahr spritzen, »gar kein Pflanzenschutz wird aber nicht empfohlen, da Pilze sehr anpassungsfähig sind«, betont Pleil. Zudem ist Donauriesling sehr lockerbeerig, wodurch die Traube besser belüftet ist und somit kein Pilzdruck entsteht, weshalb man ihn sehr spät lesen kann und das bringt wieder mehr Körper und Komplexität.


Ob es einen Unterschied zum Rheinriesling gibt, kann fast mit Nein beantwortet werden. Die Analysewerte sind die gleichen wie beim Rheinriesling, geschmack­ lich ist ebenso fast kein Unterschied bemerkbar, wir haben geprüft: schöne, präsente Säure, sehr saftige Steinfrucht. Derweil sind die PIWIs für das Wolkers­ dorfer Weingut noch eher interessant am lokalen Markt, also für den Ab-Hof-Verkauf. Ansonsten agiert Pleil auch in der regionalen Wein­ baupolitik. Jetzt könnte man unterstellen, als Sohn des ehemaligen Bundes-Weinbaupräsidenten DI Josef Pleil wäre ein Engagement in der Politik zu erwarten. Aber tatsächlich ist es sein eigener Antrieb, der ihn im Regionalen Weinkomitee Weinviertel werken lässt. Übrigens, die Gründung der Regionalen Weinkomitees tragen die Handschrift des Vaters, ebenso wie die Ein­ führung der DAC-Appellationen, über die die Komi­ tees zu wachen haben. Außerdem war das Urgestein des österreichischen Weins nach dem Weinskandal 1985 maßgeblich am Wiederaufbau der österreichi­ schen Weinbranche beteiligt. Er war federführend bei der Erarbeitung der Eckpfeiler des neuen, strengen Weingesetzes – Kellerbuch, Banderole, Hektarertragsbe schränkung, Qualitätswein-Prüfnummernsystem – und trat stark für die Errichtung einer übergeordneten Weinvermarktungsgesellschaft, der Österreichischen Weinmarketinggesellschaft (ÖWM), im Jahr 1986 ein. Das Weingesetz 1995 mit seinen Gesetzesnovellen, für das Josef Pleil hart mit Parlament, Ländern und Bund verhandelte, machten die Branche legistisch 1995 EUfit. Nun möchte man den Winzer fragen, wie man sich so tut mit so einem bekannten Vater, und die Antwort war zu erwarten: »Es hat Vor- und Nachteile, den ehe­ maligen Bundes-Weinbaupräsidenten zum Vater zu ha­

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»Die Einführung der Herkunftsbezeichnung DAC war sehr wichtig für die Region, wir Weinviertler waren ja die Ersten.«

ben. Man profitiert, dass er sehr viel herumgekommen ist und Kontakte hat. Andererseits wird man kritischer beurteilt, man steht mehr in der Auslage, ich habe das Gefühl, die Erwartungshaltung an mich ist höher.« Jetzt ist der Vater wieder mehr am Betrieb, das entlastet den Sohn. »Jetzt werde ich durch einen fachlich qualifizier­ ten Mitarbeiter unterstützt, früher musste ich auf die Familienarbeitskraft verzichten.« Christian Pleil sitzt also seit fast 5 Jahren selbst im Regionalen Weinkomitee. »Die Einführung der Her­ kunftsbezeichnung DAC war sehr wichtig für die Re­ gion, wir Weinviertler waren ja die Ersten.« Allzu glatt ging die Entwicklung und Umsetzung des DAC-Regle­ ments aber nicht über die Bühne, wofür die Pleils auch Verständnis haben: »Es gibt immer Entscheidungen, die nicht alle lieben, aber im Endeffekt geht es darum, mehr Produktion zu haben.« Für den Wolkersdorfer gilt dies auch für die Novelle, die vor wenigen Jahren die Gemüter erhitzt hat und immer noch erhitzt. Die Hauptkritik daran sei die Aufweichung der stren­ gen Regeln, die einst den Weinviertel DAC so qualitativ hochwertig machten. Dazu Pleil: »Das vorige System hat einfach gezeigt, dass es nicht ganz ausgereift war. Jetzt machen viel mehr Weingüter beim DAC mit und wir haben damit einen besseren Auftritt am interna­ tionalen Markt.« Dabei ist gerade der internationale Markt das Stichwort. Außerhalb von Österreich kennt man Weinviertel DAC nämlich kaum bis gar nicht. Ohne der Rebsorte Grüner Veltliner auf dem Etikett wird es schwierig, etwa in London eine Flasche unter Vinophi­ le zu bringen. Dem ist sich der Export-affine Weinviert­ ler bewusst und weiß, dass es noch viel mehr Werbung für das Weinviertel braucht.


Auch wenn Pleil in der österreichischen Weinszene ein sehr bekannter Name ist, den Betrieb gibt es verhältnismäßig noch gar nicht lange. Das Weingut Pleil als solches ist nämlich erst in der dritten Generation, was, verglichen mit ande­ ren Weingütern im Weinviertel, jung ist. Christians Großmutter wollte immer einen eigenen Betrieb haben und hat sich gleich nach dem Zweiten Weltkrieg eine Bom­ benruine gekauft, eben das heutige Haus. Sie gründete eine gemischte Landwirtschaft und einen Heurigen. Seit 1997 leitet Chris­ tian Pleil den Betrieb. Die Landwirtschaft hat er eingestellt, den Weinbau ausgebaut und den Exportanteil auf stattliche 45 % gebracht. Jedenfalls kann man der südli­ chen Weinstadt des Weinviertels Dynamik attestieren, Betriebe wie Pleil bürgen dafür und machen Reaktion zur Aktion.


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Weintraubenstrudel geschriebenes und fotografiertes: alexander seidl

Unser heutiger Trend der »Nose-to-Tail«, also von der Nase bis zum Schwanz, war noch vor einer einzigen Generation kein Trend, sondern ganz normal. Wurde eine Sau gestochen, wurde alles verwendet. Und zwar auch für Süßes. Im Herbst, bei der Traubenlese, kam dann eine echte Delikatesse auf den Tisch. Der Weintraubenstrudel aus Schmerteig.

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ehört habe ich dieses Wort schon oft. Essen durfte ich Krapferl und Strudel aus Schmerteig auch schon einige Male. Aber wenn immer ich nach der Herstellung fragte, wurde mit »Oh weh, waas'd wos des fia a oaweit is?« abgewun­ ken. Und trotzdem bekamen alle Befragten leuchtende Augen, wenn sie davon erzählten. In Spannberg gibt es den Heuri-Geer. Geführt von Renate Geer, überraschte mich der Betrieb bei jedem Besuch mit einem kulinari­ schen Highlight aus früheren Zeiten. Da gabs' Polsterzipf aus Top­ fenmürbteig, Krapferl nach uralten Rezepten und Grammelstrudel.

Zuvor hatte Renate laut aufgelacht, als ich am Telefon fragte, ob sie vielleicht wüsste, wie man den Schmerstrudel macht. »Nein, Alexander, na des kau i a nimmer!«, hatte sie entgegnet. »Aber waasd wos? I frog unser Mama, vielleicht waas de des no!« Frau Geer senior ist Jahrgang 1935 und wusste es tatsächlich. Und es gab auch noch eine alte Abschrift davon. Kaum entzifferbar, von der Kindsdirn Maria Krames aus der Rickl-Mühle, die die Kinder in den 50er-Jahren zur Schule brachte, sie versorgte und für die Familie kochte und buck. Der Schmer ist der sogenannte Filz. Fettgewebe, das faschiert ähnliche Konsistenz hat wie Butter. Es muss nach der Schlachtung auskühlen, bevor es weiterverarbeitet wird, sollte trotzdem aber frisch sein.

Im normalen Handel findet man heute keinen Schmer. Man muss dafür schon zum Fleischhauer seines Vertrauens, in meinem Fall die Familie Pilwarsch in Ringelsdorf. Herr Pilwarsch wusste sofort, was ich will, und beriet mich auch gleich, was Zeitpunkt, Umgang und Verarbeitung anging. Die Reaktion von Renate Geer, die Beratung von Herrn Pilwarsch, die Geschichten, die mir Frau Pilwarsch senior erzählte und die vielen Hände-zusammen-schlagenden Reaktionen davor machten mich ein wenig unsicher, ob das auch wirklich klappen würde. Renate Geer hatte mir zu dem Rezept auch noch verschiedene Trau­ ben mitgegeben. Auch das wäre wichtig, denn die Frische der Trau­ ben macht viel von dem Geschmack des Weintraubenstrudels aus.

Gerüstet mit Trauben, Schmer, Rezept und Geschichten machte ich mich also ans Werk. Es galt nicht nur, einen Teig anzumachen. Nein, zwei Teige braucht es für einen Schmerstrudel. Den Stru­ delteig und den Schmerteig. Ersterer war mir geläufig. Für den zweiten wurde der Schmer im Verhältnis 2:1 mit Mehl gemischt und zu einem rechteckigen Ziegel geformt, kurz überkühlt und dann in den Strudelteig eingeschlagen. Der Strudelteig wird laut der Kindsdirn mit Wein bereitet und auch Frau Geer senior schreibt ihn so nieder. Aus Mehl, Dottern, Wein und Salz knetete ich also einen geschmeidigen Strudelteig


und ließ ihn gut rasten. Das Salz ist übrigens genauso wichtig für den Teig wie die Säure des Weines. Mit Wein habe ich ihn das erste Mal gemacht. Aber im Grunde erfüllt er denselben Zweck wie der Essig, den ich sonst verwende: Geschmeidigkeit. Als beide Teige ein wenig gerastet hatten, habe ich den Strudelteig ausgerollt und den Schmerteigziegel daraufgelegt. Jetzt wurde es aber spannend. »Den muasd schlogn, hod de Oma gsagt!«, lagen mir Renates Worte noch in den Ohren. Was heißt bitte schlagen? Ich studierte die schwer entzif­ ferbare Schrift nochmals und fand etwas wie Nudelwalker. »Kosts nix, schads nix!«, dachte ich mir und schlug mit dem Nudelwalker den Teig platt, drehte ihn zur Seite, faltete ihn zweimal, klappte ihn nochmals zusammen und schlug ihn wieder. »Wie Blätterteig ...«, dachte ich mir bei der schweiß­ treibenden Arbeit. Die Ruhepause, die der Teig danach brauchte, tat auch mir gut. Denn insgesamt sollte der Teig mindestens 3-mal so behandelt werden. Nach dem dritten Durchgang war aber keine Zeit zur Pause für mich. Es galt, die Füllung vorzubereiten. Weintrauben abrebeln und waschen, abtrocknen und auflegen. Danach Haselnüsse ein wenig kandieren mit Butter und Bröseln vermengen und im Rohr zu herrlich nussigen Butterbröseln rösten. Drei Ei-Dotter und die Butter mit Zucker zu einer schaumigen Masse aufschlagen und den mit Salz, Kristall­

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zucker und Zitronensaft sehr steif aufgeschlagenen Eischnee unterheben, waren die nächsten Schritte. Dann musste ich den Strudelteig auswalken. Groß genug, um befüllt gut verschließbar zu sein. Dann kamen die Brösel darauf, die Hälfte der Eimasse, die Weintrauben gleichmäßig verteilt und noch mal die Ei-Mas­ se. Mit viel Gefühl zusammengerollt, lag letztendlich ein wunderschöner Strudel vor mir, der sich kaum von meinen anderen Strudeln unterschied. Ich pinselte ihn noch mit ver­ quirltem Ei ein und stach mit der Gabel ein schönes Muster in die Oberfläche, damit er abdampfen konnte. Jetzt war ich gespannt, ob sich die Mühe lohnen würde. Bei 180° Ober-/Unterhitze wanderte der Strudel für 30 Minuten ins Backrohr. Aber der Schmerstrudel hat zu Recht seinen Namen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und so war der erste gleich ein großes Unglück, das mittig aufplatzte. Ich hatte aber noch zwei Teigstücke übrig und machte daraus zwei kleine Strudel. Siehe da, besser eingesto­ chen klappte es hervorragend. Der erste Schnitt war dann ein Erlebnis. Wem der Aufwand nicht zu groß ist, sollte sich das wirklich mal antun. Der Teig blättert schön auf, nicht ganz so wie Blätterteig, bricht im Mund fein krümelig und hat ein sehr eigenes feines Aroma. Auch die Aromen der Weintrauben bleiben im Strudel. Die Füllmasse ist flaumig weich und am Boden sorgen die nussi­

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Rezept Weintraubenstrudel

Schmer-Ziegel 500 g Schmer 250 g Mehl

Der frische und gut faschierte Schmer wird mit dem Mehl gut verknetet und zu einem Ziegel geformt und dann gekühlt. Strudel-Basisteig 500 g Mehl 5 Dotter 1/4 Wein Salz Strudelendteig Nachdem die beiden Teige gekühlt sind, Basisteig ausrollen, den Schmerziegel darauflegen, den Basi­ steig von allen Seiten darüberschlagen und mit dem Nudelholz mit kräftigen Schlägen vermengen. Das dreimal wiederholen und nach jedem Durchgang den Teig 30 Minuten kalt ruhen lassen.

Brösel-Haselnuss-Fülle 40 g Brösel 40 g Zucker 40 g Haselnüsse 40 g Butter Haselnüsse mit den Bröseln und dem Zucker vermengen und mit der Butter verkneten. Alles auf ein Backblech geben und bei 180° goldbraun rösten. Immer wieder wenden, bis sie fertig sind. Weintrauben-Masse 350 g Trauben, gerebelt 3 Eier getrennt 60 g Mehl 40 g Butter 40 g Zucker Salz und Zitrone für den Schnee (geht auch mit Essig) Butter mit den Eidottern und 2/3 des Zuckers schaumig aufschla­ gen. Mehl unterheben. Eiklar mit einer Prise Salz und dem Saft einer halben Zitrone sowie dem letzten Drittel des Zuckers sehr steif schlagen und unterheben. Fertigstellung Teig ausrollen, Brösel anstreuen, mit Trauben belegen und Eischneemasse darübergeben. Nochmals Brösel und Trauben und dann den Strudel verschließen. Gut einstechen und mit verquirl­ tem Ei bestreichen. Bei 180 bis 200 Grad backen (ca. 50 Minuten)

Eröffnet wird am 14. Oktober. Dann gibts jeden Freitagnachmittag den neuen Markt in Mistelbach! Zum Großteil aus der Umgebung: Obst, Gemüse, Wein, preisgekrönte Salami, Schokopralinen, Chutneys, Marmeladen, Honig, Öle, Oliven, Fisch, Streetfood und vieles andere mehr. Wir leben mitten im wunderbaren, fruchtbaren Weinviertel. Genießen wir die geernteten, handgemachten und veredelten Produkte!

Eine Initiative der Stadtgemeinde und des Stadtmarketings

mistelbach ist vielgenuss.at


I schau

auf meine Gäst

geschriebenes und fotografiertes: alexander seidl

Das Wirtshaus als Treffpunkt für Jung und Alt im Dorf scheint seine Rolle aufzugeben. Es war der Wirt, der auf den Kirtagen für Speis und Trank sorgte. Er war es auch, der sonntags die Hausfrau entlastete. Heute findet man immer weniger Dorfwirte in den kleinen Kommunen. Gründe dafür gibt es unzählige, vom Konkurrenzdruck anderer Sparten über die Bürokratie bis hin zu hohen Investitionen. Aber es gibt noch Mutige, die jetzt ein Wirtshaus übernehmen. Zum Beispiel Gaby Stratjel, die im September 2015 das Gemeindewirtshaus Neusiedl a. d. Zaya übernahm und mutige Pläne hat.

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ine Wirtsfrau, da stellt man sich kräftige Arme und ein g’standenes Weibsbild vor, das auch in der Lage ist, über den Rand getrunkene Gäste in die Schranken zu weisen oder sogar aus der Stube zu werfen. Doch Gaby Stratjel ist das genaue Gegenteil.

Freundlich begrüßt Poldi von seinem Platz aus hinter der Schank die eintre­ tenden Gäste. Hinter blankem Nirosta-Tresen lächelt eine zarte, kleine Person hervor und gibt gleichzeitig Kommandos an die Küchen-Crew. Dass Gaby hier alles im Griff hat, wird in den ersten Sekunden klar. Da braucht es gar keine starken Unterarme und wuchtige Figur. Da reicht persönlicher Einsatz, klares Konzept und gute Struktur. All das hat Gaby in ihrer dritten Ausbildung und den folgenden 10 Gastro-Jahren gelernt. Ursprünglich war sie nämlich Friseu­ rin, machte dann eine Berufsausbildung zur Elektrikerin und fand letztendlich als Gastronomiefachfrau zurück zu ihren Wurzeln. Die liegen in Rumänien bei ihrer Oma. Dort lernte sie schon als Kind mit Gespür zu kochen, Lebensmittel zu schätzen und dass zum Kochen auch Schlachten, Pflanzen und Holzhacken bzw. -holen gehören. Vom Feuermachen braucht man da gar nicht mehr zu sprechen. Daher ist es für sie klar, ihre Mittagspause im eigenen Garten zu verbringen und vom Paradeiser bis zum Rosmarin so viel als möglich selbst zu ziehen. Ganz besonders legt sie auf ihre Chili- und Kräutervielfalt wert. Am liebsten hätte sie auch Hühner, aber das verbietet das Lebensmittelgesetz. Logisch, dass so jemand nicht irgendwo einkauft, sondern so viel als möglich aus der Region bezieht. Ob es nun die in ihrem Garten fehlenden Erdäpfeln, verschiedene Gemüse oder Salate sind oder eben die Hühnereier, Gaby ist Stammkundin bei ortsansässigen und regionalen Ab-Hof-Lieferanten. Nur beim Fleisch muss sie auf Großproduzenten zurückgreifen, um ihrem Motto Bei mir geht kaner hungrig ham! treu bleiben zu können. Denn »Wirtshauspreise müssen im Weinviertel passen« wirft Poldi von hinter der Schank ein. Poldi ist so zusagen ein Urgestein des Gemeindegasthauses. Selbst Pächter von 1989 bis 1995 kennt er das im Krieg ausgebombte und 1947 wieder aufgebau­ te Wirtshaus und dessen Gäste wie seine Westentasche. So greift er Gaby auch fleißig mit Schmäh und vor allem Einsatz unter die Arme.

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»Bei mir geht kaner hungrig ham!«

Ein Wirtshaus zu führen sei heute alles andere als eine gmahde Wiesen, betont Poldi und auch Gaby blickt mit ein wenig Sorge Richtung 2018. Denn über 80 % ihrer Gäste sind Raucher, und ab 2018 wird das Rau­ chen in Gaststätten ja gänzlich untersagt. Es wäre aber nicht das Organisationstalent Gaby, wenn diese Bedenken nicht mit einem herzlichen Lachen und sprudelnden Ideen vom Tisch gekehrt würden. Gemein­ sam mit ihrer Freundin und Ex-Chefin Sabine Binchen Sterl, die maßgeblich zum Erfolg des Gemeindewirtshauses beiträgt, entwickelt Gaby andauernd neue Ge­ schäftsideen und Attraktionen. So wird es ab Oktober ein Candle-Light-Dinner geben. Für romantische Stunden mit kulinarisch aphrodisierender Speisekarte, sanftem Licht und manch anderer Idee.


Am Schnitzeltag kann man abschätzen, was ein Wirt kann. Was simpel klingt, ist tatsächlich oft ein Gradmesser der Qualität einer Küche. Ist das Schnitzerl schön souffliert, sodass die Panier nicht am Fleisch klebt? Ist das Fleisch gut pariert, so dass keine Flachsen den Appetit verderben? Stimmt der Salzgehalt? Und was gibt es als Beilage? Das perfekte Schnitzel ist fast ein Kunststück, genauso wie es der Wiener Erdäpfelsalat ist. Der wurde nämlich als Bei­ lage serviert. Und auch da punktet Gaby auf ganzer Linie. »Warme speckige Erdäpfel, roter, fein gehackter Zwiebel, Essig, Zucker, Öl, Salz, Pfeffer. Wichtig ist, dass er zwei Stunden ziehen kann«, betont Gaby. Das wissen die Veranstalter zu schätzen. Aber auch die Feiernden und Trauernden. Der Kalender des Gemeinde­ wirtshauses ist fast bis Ende Jänner voll. Und das schon im September.

Womit wir endlich bei der Speisekarte und dem Essen sind. »Kochbücher gibt es bei mir nicht!« sagt Gaby und fügt an: »Kochen kann man nicht lernen, das muss man in den Genen haben!« Zwar sei immer ein Gericht auf der Karte, dass eben einen ganz bestimmten Ge­ schmack haben soll. Aber das zweite Gericht koche sie nach Gefühl, Lust und Laune. »Lebensmittel muss man ihre Arbeit machen lassen«, sagt sie und beschreibt, wie sie den Knoblauch für eine Knoblauchcremesuppe langsam Aroma entwickeln lässt. Einbrenn kommt für sie ebenso wenig infrage wie Fertig- oder Fixprodukte. Ideenreichtum wird im Gemeindewirtshaus großge­ schrieben. So kombiniert Gaby das gebratene Zander­ filet mit Röstgemüse und Brodeapfln (Bratkartoffeln) mit einer süßlich scharfen Paradeissoße. Legendär sind aber auch ihre Gfüdn Paprika nach Oma Maria, für die so mancher selbst aus 100 Kilometer Entfernung anreist. Auf Anfrage bekommt man im Gemeinde­ wirtshaus auch urige Speisen wie Beuschl, Blunzen­ gröstl oder andere Traditionsgerichte. Gaby wollte diese ursprünglich fix auf die Karte nehmen, aber die Nachfrage ist dafür einfach noch zu gering. Es lohnt jedoch immer, mit den Worten »Was gibst ma denn heute?« die Chefin nach Besonderheiten zu fragen. Denn sie geht auf ihre Gäste ein, kennt die Vorlieben der meisten und kocht auch ganz spontan, wenn es die Zeit zulässt, individuell für sie.

Wohin aber wird sich das Gemeindewirtshaus unter Gaby Stratjel bewegen? »2018 als Nichtraucherlokal überleben!«, sagt Gaby noch mal nachdenklich, um dann mit einem süßen Lächeln zu ergänzen, »aber meine Stammgäste, denen mein ganzer Dank gilt, werden mir schon helfen ... und dann, vielleicht irgend wann mal Anerkennung in einem Gourmetführer oder so?« Sie lacht. »Nein, klar will ich das Niveau heben und investiere auch stetig in Ambi­ ente, Personal und Geschirr. Unser neuer Koch war zuletzt in Brünn in einem Haubenlokal. Sehr gute Qualität ohne Tatütata ist mein Ziel. Bodenständige, gute Küche ohne Geschmacksverstärker und Chemie, möglichst aus der Region und zu vernünftigen Preisen – das ist und bleibt unsere Devise!« Wir wünschen diesem kleinen Energiebündel viel Erfolg auf dem Weg und verlassen das Lokal mit vollem Bauch für gerade mal B 6,90,– vielen Eindrücken und einem silbern schimmernden Päckchen, das groß genug ist, um nochmals satt zu werden ...


Des Wirtes Lieblingsrezept

(nachgekocht und für herrlich befunden)

Gfüde Paprika

Zwiebel leicht karamellisieren und dann mit halb But­ ter halb Öl anrösten. Das gemischte Faschierte dazugeben und unter zügigem Rühren rosa garen. Jetzt gerissenes Wurzelgemüse (Karotten, Petersilwurzel, Pastinaken) dazugeben und fertig rösten. Reis gut waschen und gemeinsam mit einer Zwiebel­ hälfte in Butter kurz anbraten. Mit Suppe aufgießen und kernhart garen. Nun das Fleisch mit einer Handvoll Petersil, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Mit Mehl und Ei binden und den Reis unterheben. Die Paprika aushöhlen und kurz blanchieren (in ko­ chendem Salzwasser kurz übergaren und in Eiswasser abkühlen – das nimmt die Bitterstoffe des Paprikas). Nun die Fleischmischung in die Paprika füllen und mit Zahnstochern den Deckel mit dem Strunk nach innen verschließen. Frisch gekochte Paradeisersoße mit 2 Esslöffeln edel­ süßem Paprikapulver würzen. Paradeisersoße gemeinsam mit den gefüllten Paprika in eine Pfanne einschlichten und im Backrohr garen.

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Ein Musical zum 15. Geburtstag Geschriebenes: Ewald Schingerling | Fotografiertes: Elisabeth Koci & Isabella Lechner

Alexander Blach-Marius produzierte mit Kindern aus verschiedenen Weinviertler Schulen ein Musical zu Betty Bernsteins Jubiläum. Premiere ist am 14. Oktober.

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in arbeitsreiches Jahr neigt sich für die Ge­ schäftsführerin des Vereins Die österreichische Bernsteinstraße, Elisabeth Schiller, dem Ende zu. Galt es 2016 doch den 15. Geburtstag von Betty Bernstein mit zahlreichen Events und nun auch noch mit einem eigens komponierten Musi­ cal zu feiern. Schiller hat dafür die Projektleitung und Koordination übernommen.

Die Grundlage bildete das Buch »Betty Bern­ steins Abenteuer« von Dr. Walpurga Antl. Es

geht um das neugierige Mädchen Betty Bernstein, das sich mithilfe eines »Zeitreise-Zauberbern­ steins« einerseits zu Schlachten bei Dürnkrut und Jedenspeigen beamt, dann wieder in der Steinzeit landet, zu Calpurnia nach Carnuntum kommt oder gar im Badezimmer von König Ottokar lan­ det – und dazwischen von einem Geist entführt wird. Eine turbulente Geschichte für Kinder ab 5 Jahren, die an geschichtlicher Spannung nicht zu übertreffen ist. Betty Bernstein wird dabei von der elfjährigen Lara Pauser sehr überzeugend


und mit einem Hauch von »Pipi Langstrumpf-Spitz­ mädlichkeit« gespielt. Komponiert wurde das Musical von Mag. Alexander Blach-Marius. Die Songtexte stammen von Elisabeth Heller und Oliver Timpe, Regie führt Flo Staffelmayer, die Choreografie wurde von Petra Niedermayer übernommen und für die Tonund Lichttechnik ist Georg Hrauda zuständig, womit auch die Profis hinter dem Betty Bernstein-Musical genannt wären. Eine Herausforderung war auch das Bühnenbild, da die Aufführungen ja an verschiedenen Orten stattfin­ den und die Darsteller selbst während der Vorführung die Schauplätze wechseln sollen. Das wurde mit zehn beweglichen und auf drei Seiten bemalten Wabenplat­ ten gelöst, mit deren Hilfe man sich auf der Bühne zu jedem Schauplatz begeben kann. Unter der Leitung des Künstlers Mag. Hajrudin Diman, Leiter der Malakade­ mie in Wolkersdorf, nahmen Maria Cech, Aylin Erol,

Alexandra Kopecek, Lilith Petravic-Cruse, Dorothea Perschl, Daniel Spiesberger, Vanessa Veitsch, Julia Maria Wagner und Julia Wagner an der Gestaltung des Bühnenbildes teil. Es gibt also keinen Teil des Musicals, bei dem nicht auch die Kinder selbst mitreden bzw. mitmachen durften. Der Musicalpremiere am 14. Oktober in Poysdorf (siehe Aufführungstermine) fiebern alle Beteiligten bereits entgegen. Die Hauptdarstellerinnen wurden im Rahmen eines Castings ausgewählt und bleiben bei allen Vorführungen gleich besetzt. Fix ist das Orches­ ter, das sich aus ca. 11 begabten MusikerInnen aus Musikschulen des Weinviertels zusammensetzt. Da es sich hier zum Teil um SchülerInnen handelt, müssen für die vormittags stattfindenden Schulaufführungen Entschuldigungen für das Fernbleiben vom Unterricht geschrieben werden. »Das ist aber mit Schulen und Eltern abgesprochen und hält sich mit insgesamt fünf Vormittagsterminen in Grenzen«, betont Elisabeth Schiller. Dazu kommen noch etliche Abendvorstellun­ gen, für die Karten bei Ö-Ticket oder an der Abendkas­ se frei verkauft werden.

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»Die jüngste Mitwirkende ist erst elf Jahre alt, die älteste 21. Dazu kommen in den verschiedenen Schulen noch die lokal zusammengestellten Kin­ derchöre. Es wird also keine Vorführung genau so sein wie an einem anderen Standort«, schürt Schiller die Spannung. Insgesamt wirken Kinder aus den neuen NÖ Mittelschulen von Poysdorf, Mistelbach, Zisters­ dorf, Gaweinstal, Obersdorf sowie dem Gymnasium Wolkersdorf mit. Aufführungen gibt es im Kolpingsaal Poysdorf, im Kultursaal Obersdorf (Wolkersdorf), im großen Stadtsaal Mistelbach und der Kellerbühne Zistersdorf. Das sind aber nur die aktuellen Standorte, denn für 2017 sind weitere Musical-Aufführungen in Gänserndorf, Marchegg, Hollabrunn und eventuell beim Kinderfest in der Römerstadt Carnuntum in Verhandlung. Somit ist Betty Bernstein zu ihrem 15. Geburtstag endgültig der ihr seinerzeit zugedachten Rolle als kindliche »Übersetzerin« der Geschichte der Bernstein­ straße entwachsen. Das Betty Bernstein-Musical bildet den Höhepunkt und Abschluss des Jubiläumsjahres. »Aber das werden garantiert nicht die letzten Aben­ teuer von Betty Bernstein gewesen sein«, verspricht Projektleiterin Elisabeth Schiller. Man wird sicher in Zukunft von diesem aufgeweckten Weinviertler Kinderstar hören.


HauptdarstellerInnen: Lara Pauser (11), Betty Bernstein (Titelrolle)

Öffentliche Aufführungstermine

Julia Dungl (19), Michi (männl. Rolle) Josephina Boersma (13), Lea

(ohne Schulaufführungen):

Lea Hornstein (21), Calpurnia (Römerin)

Poysdorf Kolpingsaal Fr, 14. Oktober, 18.00 Uhr – Premiere

Natalie Bielecka (15), Hermann & Ottokar (männl. Rollen) Aurelia Boersma (15), Ottokar & Steinzeitmensch & Geist Felicia Boersma (14), Steinzeit & Wächter

Wolkersdorf Kultursaal Obersdorf Do, 20. Oktober, 17.30 Uhr – Abendvorstellung Fr, 21. Oktober, 17.30 Uhr – geplante Zusatzvorstellung Mistelbach großer Stadtsaal Mi, 9. November, 17.30 Uhr – Abendvorstellung

Das Orchester

Zistersdorf Kellerbühne Fr, 11. November, 17.30 Uhr – Abendvorstellung

Kathrin Ofenschiessl, Querflöte Lukas Grohmann, Julia Schreitl, Klarinette & Alt-Saxophon www.lfs-poysdorf.ac.at Kerstin Kemminger, Mathias Reinsperger, Trompete

Kartenvorverkauf bei Ö-Ticket oder an der Abendkasse. Weitere Infos unter www.betty-bernstein.at

Sophia Jacobs, Herbert Weiser, Posaune Benjamin Koci, Hubert Koci, Gitarren Romana Rieder, Anja Rattay, Klavier Florian Rau, Camilla Zenkl, Violine

FACHSCHULE FÜR LÄNDLICHES BETRIEBS- UND HAUSHALTSMANAGEMENT

Michaela Fiedler, Violoncello

Florian Huber, Christoph Schuster, E-Bass Matthias Pfaffl, Alexander Dostal, Percussion & Schlagzeug

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Der Kunst eine Hülle

Geschriebenes: Ewald Schingerling | Fotografiertes: Rudi Bunzl

Schon lange wurde das Bürgerspital Laa für Ausstellungen und sommerliche Open-Air-Konzerte im Innenhof genutzt. Ein historisches Gebäude mit Flair und Ausstrahlung, das künftig noch viel stärker als Heim und Hülle für die Kunst in Erscheinung treten wird. Denn nachdem nun auch einige Räume im Obergeschoss frei und adaptiert wurden, konnte das Bürgerspital am 10. September als Kunsthaus Laa seinen Betrieb aufnehmen.

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olz, wo man nur hinschaut. Das ehrwürdige Bürgerspital war der stimmige Rahmen für das 1. Internationale Bildhauersymposium in Laa an der Thaya. Dabei gaben sich internationale Holz­ künstler wie János Kalmár (Ungarn/Frankreich), Rolf Laven (Deutschland/Österreich), Elisabeth Ledersber­ ger-Lehoczky (Österreich/Ungarn und zugleich Kurato­ rin), Werner Pirker (Österreich), Lidia Rosinska (Polen), Pavel Spelda (Tschechien) und Paolo Vivian (Italien) ein Stelldichein. Eine Woche hatten sie Gelegenheit, im Innenhof des Bürgerspitals Skulpturen aus 400 Kilo­ gramm schweren Eichenstämmen zu gestalten. Immer wieder trafen die Künstler neugierige Blicke interessier­ ter Bürger, die die Gelegenheit nutzten, die Entstehung solcher Skulpturen einmal live mitzuerleben.

»Ein durchaus gewünschter Effekt«, sagt Kulturstadt­ rat Georg Eigner. Denn das Kunsthaus Laa soll nichts abgehoben Elitäres sein, sondern die Kunst künftig im Ganzjahresbetrieb mit den Menschen zusammenbringen. Das Bürgerspital selbst hatte, wie der Name schon sagt, immer eine öffentliche Funktion. Erbaut bzw. umge­ baut wurde es in mehreren Phasen, zuletzt Anfang des 17. Jahrhunderts. In dieser Zeit und im 19. Jahrhundert

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fand es zu seinem heutigen Aussehen. In den Jahren 1992 bis 1994 wurde das Gebäude renoviert. 2016 erfolgte eine neuerliche Basissanierung. Bewusst hat man sich zu diesem mutigen Schritt entschlossen, das ehemalige Bürgerspital der Kultur zu widmen und will damit den Stellenwert von Laa an der Thaya als Stadt der Kultur noch weiter festigen. Im Jahresbetrieb wer­ den hier lokale, regionale und internationale Veranstal­ tungen koordiniert und aufeinander abgestimmt. Hier werden, ergänzend zu den bestehenden Angeboten der heimischen Künstler, ganzjährig regionale und inter­ nationale Veranstaltungen stattfinden, die von einer Kunstexpertin geleitet werden. Mit Elisabeth Ledersberger-Lehoczky, der Kuratorin der im Jahr 2014 umgesetzten Freilichtgalerie Laa, konnte man umfassende Nutzungsideen entwerfen. So sollen im ersten Jahr die Themen Text, Textil, Textur einen Schwerpunkt bilden. Wobei man beim Bewerten der Begriffe großzügig ist, also auch die Holzkunstwer­ ke eine Textur darstellen und doch nur Sprungbrett zu Kunstformen wie der Lithografie oder der Grafik darstellen. Gemeinsam mit weiteren international tätigen Künst­ lern will man einen zukunftsorientierten Kulturfahr­ plan für die nächsten Jahre erarbeiten. Abwechslung will man auf jeden Fall bieten können. Verschiedene Kulturbereiche und unterschiedliche Kunstveranstal­ tungen und das Ganze auch noch durch interdiszi­ plinäre Zusammenarbeit umgesetzt. Vielfältig soll das Programm im Bürgerspital jedenfalls sein, durch wechselnde Kunst- und Kulturnutzung, wie etwa mit Ausstellungen, Workshops, Symposien, Musikund Literaturabenden, Kreativ-Kursen, einer Kin­ der-Kunst-Akademie oder Kunstgewerbe. Ledersberger-Lehoczky behält bei allen Plänen aber das Bodenständige und Machbare im Auge, ohne das Gefühl für Visionen zu verlieren, ohne die die Kunst verarmen würde. Sie ist vorerst für zwei Jahre als künstlerische Leiterin bestellt.

Für die nächste Zeit sind folgende weitere Aktivitäten im Kunstlaus Laa geplant: - Samstag, 8. Oktober, 17 Uhr: Heide und Peter Proksch »Erinnerungen an magische Gärten«. Gemälde, Grafik, Tapisserie. - Eine Benefiz-Weihnachtsausstellung - und im Jänner »80+ Historisches aus dem Land um Laa«, ein Kalligrafie-Workshop. Immer aktuell ist die Homepage www.kunsthauslaa.at


»Bluza« Zeit

geschriebenes: cornelia Romstorfer-bauer fotografiertes: alexander bernold, Shutterstock

Im Herbst ziert er wieder unser Landschaftsbild – der »Bluza«. Als Ölkürbis liegt er bereits im Spätsommer in Reih und Glied am Acker – bereit, um seine Kerne zu schwarzem Gold pressen zu lassen. Ab Hof stapeln sich die Speisekürbisse in Orange, Grün, Gelb und Weiß. Flaschenförmig, flach wie Ufos, rund und oval. So mancher Bauer hofft auf ein besonders großes Exemplar, gibt es doch sogar eine eigene Staatsmeisterschaft für den größten Kürbis im Lande. Zierkürbisse werden mit lustigen Gesichtern bemalt und im Oktober hat sich auch bei uns der Brauch durchgesetzt, Kürbisse auszuhöhlen und Gesichter zu schnitzen, um damit an Halloween beleuchtet die bösen Geister zu vertreiben.

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aben Sie gewusst, dass der Kürbis botanisch zu den Beeren zählt? Auch Zucchini, Gurken und Melonen gehören zur Familie der Kürbisge­ wächse. Allen gemeinsam ist ein sehr hoher Wasserge­ halt und damit ein Energiegehalt von nur 25 kcal / 100 g.

Vor allem die orangefleischigen Kürbisse enthalten große Mengen der antioxidativ wirkenden Carotinoi­ den, die der Bildung von freien Radikalen im Körper entgegenwirken und unsere Zellen vor Schäden bewahren. Eines der wichtigsten Carotinoide ist Be­ ta-Carotin. Es ist die Vorstufe von Vitamin A und sehr wichtig für unsere Sehkraft und das Immunsystem. Durch den hohen Gehalt an Kalium hat der Kürbis eine entwässernde Wirkung. Die enthaltene Kieselsäure wirkt sich positiv auf Bindegewebe, Haut und Nägel aus. Es finden sich noch eine ganze Reihe weiterer Vitamine und Mineralstoffe im Kürbis. Er enthält Kal­ zium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink, Selen, B-Vitamine sowie die Vitamine E und C. Kürbisse lie­ fern zudem wertvolle Ballaststoffe, die unsere Verdau­ ung anregen und positiv beeinflussen.

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In der Naturheilkunde kommt das Fruchtfleisch des Kürbisses bei Blasen- und Harnwegsleiden zum Ein­ satz. Kürbis ist leicht bekömmlich und eignet sich auch für Personen mit einem empfindlichen Verdauungs­ trakt. Wegen dem süßlichen Geschmack der Riesen­ beere ist der Kürbis meist auch bei Babys als eine der ersten Gemüsesorten sehr beliebt. In der Küche lassen sich die verschiedenen Kürbissor­ ten vielfältig einsetzen. Klassisch ist die Kürbissuppe, die variantenreich abgewandelt werden kann. Je nach­ dem welche Kürbissorte man verwendet, bekommt die Suppe eine eigene Note. Gemischt mit Erdäpfeln, Karotten oder exotisch mit Kokosmilch und Curry abgeschmeckt, sind der Fantasie bei der Würze keine Grenzen gesetzt. Kürbisgulasch, Kürbisstrudel, Kürbislaibchen, Kürbis­ gemüse als Beilage zu Fleisch und Fisch sind nur einige wenige Ideen, was man aus dem Bluza alles machen kann. Sogar auf dem Grill macht der Kürbis gute Figur und kann in Form von gegrillten Kürbisspalten die Winter-Grillerei bereichern. Sauer eingelegt oder süß

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zur Marmelade oder einem Chutney verarbeitet, hat man länger etwas davon. Eine besondere Eigenschaft hat der Hokkaido-Kürbis. Der kleine, runde, orangeschalige Kürbis kann sogar mitsamt der Schale gegessen werden. Lassen Sie sich auf das facettenreiche Gemüse ein und haben Sie einen genussvollen Herbst!

Zartes Lamm- und feines Kürbisgulasch mit Brot vom Georg Öfferl – Brotfinessen. Dazu unsere aktuellen Lagenweine und Rotweinselektionen des Jahrganges 2015.

Lamm Kürbis-Brot-Auflauf

Zutaten für 2 Portionen:

3 – 4 Scheiben Vollkornbrot 2 Frühlingszwiebel 280 g Kürbisfleisch 60 g getrocknete Tomaten 100 g Feta 2 Eier 100 ml Milch 2 EL Pflanzenöl Pfeffer, Kümmel, Thymian Dip: Joghurt, Sauerrahm, Chili, Salz Vollkornbrot in kleine Würfel, Zwiebel in Ringe schneiden, beides in Öl anrösten. Ei mit Milch verquirlen, mit Kümmel, Thymian und Pfeffer würzen, über das Brot gießen und 5 min ziehen lassen. Kürbisfleisch, getrocknete Tomaten und Feta ebenfalls in kleine Würfel schneiden und mit dem Brot vermengen. Masse in eine be­ fettete Auflaufform füllen und im Backrohr bei 200 °C ca. 25 min backen. Für den Dip Joghurt und Sauerrahm verrühren, mit Chili und Salz abschmecken.

&Wein

von 22. - 23. Oktober 2016 15.00 - 20.00 Uhr

Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Bitte um Vorreservierung. Wein- & Brotverkauf jeden Samstag von 9.00 - 13.00

Quelle: HerzGenußBrot, Mag. Angela Mörixbauer

Winzerstraße 52, 2223 Martinsdorf Weinviertel Tel. 02574 8428, office@zuschmann.at


Die Hundert

Kleider

Ein Lesetipp von Fritz Duda und Elisabeth Vyvadil Facultas im Weinviertel

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ehr als je zuvor sind Botschaften, wie sie in diesem Buch vermittelt werden, wichtig. In einer Welt, die vor Vorurteilen, Ober­ flächlichkeiten und Materialismus nur so strotzt, sind solche Bücher ein kleiner Lichtblick. Nicht umsonst ist Die Hundert Kleider (Originaltitel: The Hundred Dresses) in Amerika bereits ein Klassiker unter den Schullektü­ ren, ist es nach wie vor aktuell (und aktueller denn je) und darüber hinaus auch noch zeitlos.

Es ist die Geschichte dreier Kinder namens Maddie, Peggy und Wanda, dem kleinen polnischen Mädchen. Verfasst in den 1940ern der Vereinigten Staaten von Amerika. Als Kinderbuch getarnt, ist es gleichermaßen für Erwachsene geschrieben, damit wir alle wieder an gewisse und gewissenhafte sowie grundlegende Dinge für eine bessere Welt erinnert werden. Eine kurze, dafür aber intensive Geschichte. Eine von denen, die wir uns ruhig öfters zu Gemüte führen könnten. Eine, die wir uns zu Herzen nehmen und dementsprechend nachwirken lassen sollten. Wir werden Zeugen, wie innerhalb der Geschichte gut und weniger gut situierte, anfangs oberflächlich agierende Mädchen durch gewisse Umstände und Unannehmlichkeiten zu reiferen Wesen und Mitmen­ schen heranwachsen. Gehässigkeit. Gruppenzwang. Oberflächlichkeit. Lösen sich langsam, aber sicher und fast wundersam auf. In Dinge wie: Loyalität, Verständnis, Mitgefühl. Zusam­ menhalt, Mut, Selbstvertrauen. Freundschaft. Offen­ heit, Menschlichkeit. Und letztendlich: Vergebung.

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Das sind die Werte, die uns hier vermittelt werden, die wir uns für unsere heutige Gesellschaft wünschen. Die wir wieder für uns alle kultivieren und vertiefen sollten.

Inhalt:

Wanda, ein kleines polnisches Mädchen, trägt in der Schule jeden Tag dasselbe fadenscheinige blaue Kleid, obwohl sie sagt, dass sie zu Hause in ihrem Schrank hundert wunderschöne Kleider hat. Die anderen Kinder in ihrer Klasse glauben ihr das natürlich nicht, und als Peggy anfängt, Wanda deswegen tagtäglich zu hänseln, machen alle mit. Auch Peggys beste Freundin Maddie ist mit dabei. Im Geheimen fragt sich aber Maddie, ob sie den Mut aufbringen wird, sich gegen ihre Klasse zu stellen und Wanda zu verteidigen. Bis Wanda plötzlich eines Tages nicht mehr in die Schule kommt und es sich aufklärt, was es mit den hundert Kleidern auf sich hat, ist es schon fast zu spät. Doch Maddie und Peggy lernen daraus, wie wichtig Ver­ ständnis und Mitgefühl im Leben sind. Eine bezau­ bernde Geschichte über Toleranz und Großzügigkeit. Eleanor Estes’ zu Herzen gehende Geschichte, ausge­ zeichnet mit dem wichtigsten Kinderbuchpreis Ameri­ kas und verpflichtende Schullektüre, berührt seit über 70 Jahren Leser alle Altersstufen mit ihrer zeit­losen Botschaft von Mitgefühl und Verstehen. »Schließlich setzte sie sich auf, presste die Hände gegen ihre Stirn und dachte stark nach. Dies war das Schwierigste, was sie jemals getan hatte. Und nach einer langen, langen Zeit fasste sie einen wichtigen Entschluss. Niemals wieder würde sie nur dabeistehen und nichts unternehmen.«

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Im off


Eleanor Estes (1906 – 1988) war eine amerikanische Kinderbuchautorin und gewann mit ihren diversen Erzählungen zahlreiche Preise und Auszeichnungen in Amerika. Alle ihre Bücher spiegeln ihr eigenes Leben in einer Kleinstadt in Connecticut wider. Bis zum Jahr 1941 arbeitete sie als Biblio­ thekarin für Kinderbücher in New York, und erst 1941, als sie an einer schweren Tuberku­ lose erkrankte, die sie ans Bett fesselte, begann sie ihre berühmten Kinderbücher zu schrei­ ben. Auch dieses Buch basiert auf ihren eigenen Erlebnissen mit einem ähnlichen kleinen Mädchen wie Wanda, und sie schrieb dieses Buch auch, um sich von ihren Schuldgefüh­ len zu befreien und um andere zu ermutigen, gegen solche Schikanen zu kämpfen. Louis Slobodkin (1903 – 1975)

illustrierte mehr als 90 Kinderbücher, von denen er einige auch selbst geschrieben hat.

Helena Estes

Die Tochter der Autorin ist auch Bibliothekarin für Kinderbücher und lebt in Connecticut.

Adelheid Scheibmaier

Die Übersetzerin dieses Werkes wurde 1941 geboren und lebt seit 1963 in Wien. Sie studierte Theaterwissenschaften an der Universität Wien und betreibt seit 1982 mit ihrem Ehemann die Firma Editon Scheibmaier GmbH, Musikverlag und Management.

Eleanor Estes Die Hundert Kleider – The Hundred Dresses Illustriert von Louis Slobodkin Übersetzt von Heidi Scheibmaier

facebook.com/weingut.eberhart

AUSG´STECKT IS 2016 14. OKTOBER bis 13. NOVEMBER W e i n rk a u f! e Ab Hof V

t, Ta uf e, g, H oc hz ei G eb ur ts ta si ne ss … Bu , Fa m ili e, w ir Ju bi lä um be gl ei te n s as nl A e zu je de m se hr ge rn te äs G re Si e un d Ih in k an Tr d un m it Sp ei s‘ rä um ig en un se re m ge ch an k! ns he sc Bu

Im Hanftal, 2191 Höbersbrunn, Tel. 0664/2179729 office@weingut-eberhart.at

brandits

Kinderbuch ab 8 Jahren Format: 16,5 X 21 cm 98 Seiten, gebunden B 24,90 Novum Verlag ISBN: 978-3-903067-54-7 Erscheinungsdatum: 19. April 2016


Eröffnet wird am 14. Oktober. Dann gibts jeden Freitagnachmittag den neuen Markt in Mistelbach! Zum Großteil aus der Umgebung: Obst, Gemüse, Wein, preisgekrönte Salami, Schokopralinen, Chutneys, Marmeladen, Honig, Öle, Oliven, Fisch, Streetfood und vieles andere mehr. Wir leben mitten im wunderbaren, fruchtbaren Weinviertel. Genießen wir die geernteten, handgemachten und veredelten Produkte!

Eine Initiative der Stadtgemeinde und des Stadtmarketings

mistelbach ist vielgenuss.at

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HEXEN, MAGIER &TROLLE

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Mit 5 Tipps zur gelungenen Familienfeier

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1) Ambiente gut, alles gut Helle Räume, wie in seinem Restaurant Gaudium Vini mit Blick auf die Weingärten, sorgen für eine positive Grundstimmung. Stimmungsvolle Höhepunkte kann man dort zudem mit einer Agape auf der Weingarten-Terrasse setzen. Auch ist eine Trauung direkt im Haus möglich.

4) Mit hungrigem Magen sudert sich’s gerne Sie als Gastgeber haben auf Ihrer Feier eigentlich eine Menge zu erledigen: Gäste begrüßen, Small-talken oder für Erinnerungsfotos. Da kann es den Gästen schnell einmal langweilig werden. Ein paar Häppchen für Zwischendurch oder ein Sektempfang überbrücken diese kleinen Pausen.

2) Darf’s ein bissl mehr sein? Bei der Wahl der Feierlocation sollten Sie unbedingt auf großzügi­ ges Platzangebot achten. Nichts ist unangenehmer, als beim Essen zu eng nebeneinander zu sitzen oder keinen Platz für einen Ge­ schenketisch zu haben. In vielen Lokalen gibt es flexibel gestaltba­ re Räume für unterschiedliche Gruppengrößen. Im Hotel Veltlin sind es gleich vier Räume, die sich individuell an die jeweilige Familiengröße anpassen können.

5) Buffet oder serviert? Buffets bringen eine willkommene Abwechslung. Auf dem Weg zum Buffet oder beim Buffet kommen Ihre Gäste ins Gespräch. Sie haben auch die Möglichkeit, sich Speisen selbst auszusuchen und zusammenzustellen. Bei einem servierten Menü hingegen ist die Speisenabfolge vorgegeben. Mischformen aus servierten Vor­ speisen und Hauptspeisen vom Buffet lassen sich hervorragend miteinander verbinden.

3) Spaß für Groß und Klein Gibt es ein Angebot für die Kleinen, können die Großen ent­ spannter feiern. Das Veltlin bietet zum Beispiel eine Spielecke im Raum an. So sind die lieben Kleinen ganz nah dabei und haben doch ihren eigenen Platz, um sich auszutoben.

Weitere Tipps gibt’s direkt im Hotel Veltlin bei Bernhard Mewald. www.hotelveltlin.at Werbung

Bernhard Mewald, Geschäftsführer im Hotel Veltlin, weiß wovon er spricht, wenn es um gelungene Feiern geht. Sowohl im elterlichen Wirtshaus in Olgersdorf als auch nach mittlerweile 10 Jahren im Hotel Veltlin hat er schon so manche Hochs und Tiefs auf Feiern erlebt. Seine 5 goldenen Tipps:

Ein Kochkurs für Genießer:

Das Veltlin.Koch.Event Schmackhaftes Wild

19. November – ab 19 Uhr Ein Kochkurs für Genießer: Erleben Sie ein köstliches 4-Gang-Menü und bereiten Sie gemeinsam mit unserem Küchenchef den Hauptgang ganz nach Ihren Wünschen zu. Ab 10 Personen – Anmeldung bis 12.11. erbeten. 45 € pro Person inkl. Veltlin.Schürze Weitere Termine:

Jäger- & Wildbrunch – Familiensonntag 23.10. – 11 bis 15 Uhr

Martinibrunch – Familiensonntag 13. November – 11 bis 15 Uhr

Restaurant Gaudium Vini im Hotel Veltlin • Am Golfplatz 9 • 2170 Poysdorf • T: 02552 20606 • E: info@hotelveltlin.at • www.hotelveltlin.at


mehr

i e falsr barriere

geschriebenes: karin opitz | Fotografiertes: Alexander Bernold, Shutterstock

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Für 20 Prozent der österreichischen Bevölkerung ist Barrierefreiheit notwendig. Für 50 Prozent ist sie hilfreich. Uns allen kommt sie zugute, wenn wir mit Kinderwagen oder Koffer unterwegs sind. Ein gebrochenes Bein oder ein überknöchelter Fuß machen jeden von uns schnell zum Menschen mit Behinderung. Das Thema ist für Gemeinden und Unternehmen derzeit brandaktuell, denn mit vergangenem Jahresende endeten die Übergangsfristen des Bundes-Behinderten-Gleichstellungs-Gesetzes. Alle Waren, Dienstleistungen und Informationen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, müssen nun barrierefrei angeboten werden.

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arald Fiedler pendelt jeden Tag von Wien nach Mistelbach zu seinem Arbeitsplatz im Landes­ klinikum. Er ist außerdem häufig unterwegs für den von ihm gegründeten Verein Trotzdem, der Vor­ träge, Seminare und Workshops zum Thema Barriere­ freiheit organisiert. Bei einer von der LEADER Region Weinviertel Ost veranstalteten Tagung zum Thema Barrierefreiheit im Mistelbacher MAMUZ erzählt er von seinem Alltag und den Barrieren, mit denen er täglich konfrontiert ist: »Es passiert mir immer wieder, dass ich mit dem Kopf gegen ein zu tief montiertes Verkehrsschild pralle.« Diese Hindernisse sind für den blinden, groß gewachsenen Mann mit dem Taststock nicht fühlbar. In der Gemeinde Hollabrunn hat man eine einfache Lösung für ein ähnliches Problem gefunden. Hier war es ein in den Gehweg ragender Postkasten, der für blin­ de Menschen eine echte Falle darstellte. Nun steht ein Blumentopf unter dem Briefkasten. Das Hindernis ist für blinde Menschen mit dem Taststock wahrnehmbar.

Gefunden wurde die Lösung bei einer von Experten geführten Dorfbegehung. Bei diesen Rundgängen testen Mütter und Väter mit Kinderwagen, Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam mit Politi­ kern Gemeindeämter, Artzpraxen und andere Gebäude. »Einfach genial«, findet Harald Fiedler die Lösung mit dem Blumentopf. Bei Barrierefreiheit geht es nicht immer um große bauliche Maßnahmen, häufig reicht ganz einfach Einfühlungsvermögen. Sehr hilfreich ist für Menschen auch, wenn am Gehsteig weder Autos, Mülltonnen noch andere Dinge abgestellt sind. »Es war gar nicht so leicht, einen barrierefreien Tagungsort zu finden«, meint Christine Friedl, die Pro­ jektleiterin des Themas bei der LEADER Region. Das MAMUZ in Mistelbach entspricht dieser Vorgabe und ist gleichzeitig ein Beispiel dafür, dass eine barriere­ freie Bauweise sehr ästhetisch sein kann. »Von 1.000 Österreichern leben 200 mit Beeinträchtigungen. Die Frage ist nicht, warum wir barrierefrei bauen, sondern warum wir nicht barrierefrei bauen«, meint sie.


Dr. Erwin Buchinger, Anwalt für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderung, bei der Tagung im MAMUZ

Auf das nun ohne weitere Übergangsfristen geltende Gesetz über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen haben alle Bundesländer mit einer Entsprechung der EU-Richtlinie in ihren Gesetzgebungen reagiert. Nur Niederösterreich geht eigene Wege. Das NÖ Antidiskriminierungsgesetz gilt derzeit in Bezug auf Be­ hinderung nur für einen ganz eingeschränkten Bereich, den Zugang zu selbstständiger Tätigkeit. Derzeit wird das geändert, das neue Gesetz soll bis 2017 beschlossen sein. Behinderte Menschen können sich nun erfolgreich gegen Barrie­ ren wehren. Doch was passiert konkret? Fühlt sich jemand durch ein Unternehmen benachteiligt und zeigt es an, dann kommt es zu einem kostenlosen Schlichtungsverfahren. Erst wenn dieses erfolglos ist, kann ein Gerichtsverfahren folgen. Geprüft wird dabei immer, ob es dem Unternehmen zumutbar ist, die Barrieren zu beseitigen. Wenn sich herausstellt, dass die Kosten zu hoch sind und das Unternehmen keine vollständige Barrierefreiheit herstellen kann, ist trotzdem eine Änderung notwendig. Die Situation für die benachteiligte Person muss sich deutlich verbessern.

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»Auf Barrierefreiheit verzichten bedeutet Abwanderung auslösen«

Kompliziertes Deutsch ist ebenfalls Barriere Sie verstehen manchmal einfach nur Bahnhof, wenn Sie ein Amtsschreiben erhalten? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. 61 Prozent der Menschen haben Proble­ me, amtliche Schreiben zu verstehen. Zwei Millionen Menschen in Österreich können nicht gut lesen. In Zu­ kunft sollen auch diese Menschen verstehen, worum es geht. Das Land Oberösterreich verfasst schon heute seine Schreiben in LL. Die Abkürzung steht für Leichter Lesen und bedeutet, dass Texte in einfacher, leicht verständlicher Sprache verfasst sind. Eine App, die komplizierte Texte in Leichter Lesen übersetzt, ist der­ zeit in Entwicklung. Von Texten, die leicht verständlich sind, profitieren wir alle, ebenso wie von barrierefreien, übersichtlichen Websites mit gut lesbarem, kontrastrei­ chem Schriftbild. Leicht lesbare Texte kommen auch Touristen mit nicht deutscher Muttersprache zugute.

Wer die Bestimmungen zum Thema Barrierefreiheit als überzogenes Programm für eine Minderheit abstem­ pelt, muss sich folgende Zahlen vor Augen führen: 1,7 Millionen Österreicher sind von einer vorüber­ gehenden oder dauerhaften Hör-, Seh- oder Bewe­ gungsbeeinträchtigung betroffen – und die Menschen werden immer älter. Lebten Im Jahr 2010 in Österreich fast 700.000 über 75-jährige, werden es 2030 laut Prognosen 1,7 Millionen sein. Altersbedingte Ein­ schränkungen werden daher Zukunft zunehmen. »Auf Barrierefreiheit zu verzichten, bedeutet Abwanderung auszulösen«, ist vielen Bürgermeistern schon heute klar.

Das Weinviertel in Zahlen Menschen mit Behinderung In unserer Region leben rund 114.000 Einwohner, hochgerechnet aus statistischen Zahlen für Österreich leben davon 22.800 dauerhaft mit einer körperlichen oder psychischen Behinderung. 8.000 davon haben eine schwere Einschränkung. Altersentwicklung bis 2030 Derzeit kommen auf 1.000 Einwohner 202 Personen über 65 Jahren, 2030 werden es bereits 250 Personen sein. Einreichfrist läuft Die LEADER Region Weinviertel Ost unterstützt innovative Projekte zum Abbau von Barrieren im östlichen Weinviertel mit bis zu 70 Prozent der Kosten. Gemeinden, Vereine und Organisationen können bis 8. 11. ihre Ideen einreichen. Projekte müssen über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen. Informationen unter www.weinviertelost.at.

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Der ehemalige Bundesminister Dr. Erwin Buchinger ist Anwalt für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderung bei der Behindertenanwaltschaft. Bei der Tagung berichtete er: »Jährlich kommt es zu etwa 200 Schlichtungen. Übernächste Woche haben wir die zweitausendste Schlichtung. Etwa die Hälfte dieser Verfahren enden einvernehmlich.« Oft wird dabei nicht vollkommene Barrierefreiheit hergestellt, sondern es kommt zu einer anderen Einigung.


Einstiegs droge

geschriebenes: Josef Schick | fotografiertes: Dieter Werderitsch

Keine Angst: Es geht hier nicht um Cannabis, Marihuana, Gras, Shit, Hanf oder wie immer es bezeichnet wird. Es geht um Musik.

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or einigen Tagen habe ich mit Freunden ein Fest gefeiert, aus Anlass unser aller 50. Geburtstag. Wir haben das im alten Stil gemacht, mit einem Konzert als No Comment, der Band, mit der Anfang der 80er-Jahre alles begann. In einem Kuh­ stall in Wetzelsdorf. Wir waren wild, laut und sehr begeistert.

Wenn eure Sprösslinge mitten in der Pubertät anfangen, wie die Irren auf irgendwelche Instrumente einzuprügeln, ist das nicht ein Zeichen dafür, dass sie endgültig den Verstand verloren haben. Im Gegenteil. Es kündigt mit einer nicht zu geringen Wahrscheinlich­ keit eine vielversprechende Karriere in der Kreativbranche an.

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Und wenn schon nichts anderes passiert, keine künstlerische Karriere, in den Medien, der Werbung oder Ähnlichem, dann bleibt mit Sicherheit später die Erinnerung an eine Zeit, in der Adoleszenz, die zugleich aufregender und fordernder nicht sein kann und die einen lehrt, mit Siegen ebenso wie mit Niederlagen umzugehen. O ja, die gibt es. Für uns war dieser Kuhstall der Beginn einer langen Reise. Martin ist bis heute musikbegeistert bis in die Zehenspitzen und hat sich zuletzt als Buchautor hervorgetan. Roman hat neben zahlreichen Band-Projekten und einer Zweitkarriere als Musicaldarsteller in den vergangenen Jahren mehrere Musiktheaterprojekte konzipiert und geschrieben. Mein eigener Weg ging von No Comment bis zur Kulturvernetzung

Niederösterreich, einer Service- und Beratungsorganisation, die ich erfunden und gegründet habe und die ich seit 20 Jahren leiten darf. Die g’scheiten Berater sagen »Folge Deinem Stern« und mei­ nen damit ja nur, dass man seine Ziele nicht aus den Augen verlieren soll. Was für eine Erkenntnis! Für uns hieß und heißt das rauer, aber auch treffender und ehrlicher: »Nix scheißn.« Liebe Eltern! Ein Tipp, wenn es zu oben beschriebenem Phä­ nomen kommt: Unterstützt euren Nachwuchs nach Kräften. Lasst sie dabei aber selber ihren Weg finden. Rockenroll!


RED ZAC Mörth: Kompetente Qualität In Sachen Haushaltsgeräte, Küchenbau, Elektroinstallationen und Unterhaltungselektronik ist RED ZAC Mörth der Weinviertler Nahversorger. In den Filialen in Mistelbach, Laa und Gänserndorf stehen den Kunden mehr als zwei Dutzend bestens geschulte MitarbeiterInnen mit Rat und Tat zur Seite.

»A

uf regelmäßige Weiterbildung legen wir allergrößten Wert«, betont Einkaufsleiter und Prokurist Lucas Mörth. So bekommen Sie in den Mörth-Filialen immer topaktuelle Beratung. Wo Sie auch wohnen: Ein RED ZAC Mörth ist immer in Ihrer Nähe. Alle Filialen verfügen über rund 600 Qua­ dratmeter Verkaufsfläche und bieten daher ein vergleich­ bares Warensortiment. Dazu gehören Produkte namhaf­ ter Hersteller – vom Kühlschrank bis zum gebogenen Fernseher, vom Kaffeautomaten bis zum Staubsauger, von der HiFi-Anlage bis zu Körperpflegeprodukten. Und immer wird Wert auf höchste Qualität zu fairem Preis gelegt. Dies gilt auch für die Küchenplanung, die von der Fir­ ma Mörth angeboten wird – von der ersten Idee bis zur fertigen Montage. Fragen Sie in Ihrer Filiale nach und lassen Sie sich kompetent beraten.

Die Mörth-Küchenprofis übernehmen für Sie gerne die Planung Ihrer individuellen Küche, installieren sie fachgerecht und stehen Ihnen bei der Inbetriebnahme erklärend zur Seite. Sollten die bestehenden Geräte in Ihrer Küchte ihre Dienste eingestellt haben oder Sie sich gerne etwas Neues gönnen wollen, erhalten Sie bei uns hochwerti­ ge Einbaugeräte verschiedener Markenhersteller. Unser fachlich geschultes Personal beantwortet all Ihre Fragen beim Gerätekauf und berät Sie über sämtliche Neuheiten. Um die Lieferung und den professionellen Einbau kümmern sich sehr gerne unsere erfahrenen Monteure. Sogar Tischlerarbeiten werden nach allen Bedürfnissen und Anforderungen erledigt. Somit bieten wir Ihnen ein Full Service-Angebot, das keine Wünsche offen lässt.


geben – um nur einige Beispiele zu nennen. Apropos Internet: Bei RED ZAC Mörth bemerkt man, dass immer mehr Menschen den Einkauf im Inter­ net satt haben und wieder verstärkt auf persönliche Beratung und einen verlässlichen Servicepartner in der Nähe setzen. RED ZAC Mörth ist Ihr Weinviertler Partner in Mistelbach, Laa und Gänserndorf.

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Will mir jeden Berufsweg offenlassen Aurelia Sudar ist Lehrling bei der Kaufstrasse Boutique am Mistelbacher Hauptplatz und macht gleichzeitig im WIFI-Abendkurs die Matura. Was bringt die Lehre mit Matura? Eigentlich habe ich mit der HLW begonnen, dann aber bemerkt, dass mir das alleine nicht reicht. Also habe ich mit der Einzelhandelskauffrau-Lehre begonnen und mache die Matura nun am WIFI. Und danach will ich noch eine Bürolehre machen und mit der Matura dann ein Jus-Studium beginnen.

Wie sieht Ihr Arbeits- und Lerntag aus? Ich arbeite von 8.30 bis 18 Uhr im Geschäft und besuche montags und mittwochs die Abendschule im WIFI bis 21 Uhr. Derzeit mache ich gerade die Englisch-Matura, danach Deutsch und Mathe und evtl. noch BWL oder EDV. Die Matura wird in jedem Fach einzeln abgelegt, so kann ich mich immer auf ein Fach konzentrieren und trotzdem auch voll einer Lehre nachgehen. Ich kann das anderen jungen Leuten nur empfehlen, die sich ebenfalls im Leben alle Wege offenhalten möchten.

Was ist der Berufstraum, wo wollen Sie in 15 oder 20 Jahren stehen? Ich will nach dem Jura-Studium irgendwann eine eigene Kanzlei haben, bin aber noch für vieles offen und will mich derzeit noch nicht endgültig festlegen. Mein Berufsleben stelle ich mir flexibel vor. Passen Lehr- und Maturaschulzeit zusammen? Die Lehre dauert 3 Jahre, aber ich habe erst im 2. Lehrjahr mit den Maturakursen, die insgesamt 4 Jahre dauern, begonnen. Daher auch die Idee, neben der Abendmatura dann auch noch die Lehre zur Bürokauf­ frau zu machen. Hat man neben Schule und Lehre noch Zeit für seine Freunde? Ich lerne sehr schnell und versuche am Abend so viel wie möglich zu schaffen. So bleibt der Sonntag auf jeden Fall frei, denn am Samstag bin ich ja auch oft im Geschäft. Und nebenbei mach ich derzeit auch noch den Führerschein.

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Ist das nicht eine enorme Doppelbelastung? Nein, eher eine Abwechslung. Ich will nicht einfach in der Schule sitzen, sondern auch einen Beruf erlernen und mich später noch weiterentwickeln. Meine Eltern unterstützen mich. Auf die Lehre mit Matura bin ich durch meinen Bruder gekommen, der das in Wien gemacht hat. So habe ich bemerkt, dass einem mit Matura viel mehr Wege offenstehen. Viele Jobs bekommt man ohne Matura gar nicht.


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Das Fördermodell mit Zukunft Sie besuchen für jeden Teilbereich den Vorbereitungskurs mit der Möglichkeit der abschließenden Teilprüfung. Die Organisation für Sie übernimmt die ausgewählte Landesberufsschule und das WIFI Niederösterreich. Sie beginnen z. B. mit dem Vorbereitungskurs für einen der vier Gegenstände (Teilbereiche) in der nächstgelegenen Landesberufs schule. Die vorgeschriebene Dauer des Kurses beträgt mindestens zwei Semester. Nach Kursende legen Sie die Teilbereichsprüfung (Matura) in diesem Gegenstand ab. Je nach Gegenstand in Form einer schriftlichen Prüfung oder/und mündlichen Prüfung. Für Lehrlinge mit einem aufrechten Lehrvertrag trägt die Bundesregierung die gesamten Kosten. Wichtig: Es wird dringend empfohlen, die Kurse hintereinander zum jeweiligen Eintrittsdatum zu absolvieren. Der allererste besuchte Kurs muss zur Gänze in der Lehrzeit absolviert werden (Stichtag: Kursanfang/Kursende). Detaillierte Informationen zu Voraussetzungen, Ablauf, Kursorte und Anmeldung auf www.noe.wifi.at/lehremitmatura.

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