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KIRCHE NEU ERLEBEN I N T E R N AT I O N A L C H R I S T I A N F E L L OW S H I P | B E R N


INHALT

TESTIMONIES

EIN TRAUM WURDE WAR.........................................3 ICF VISION.............................................................4 UNSER STYLE...........................................................5

ICF BERN OUR FAMILY.............................................6

CELEBRATIONS.......................................................8

MEINE WICHTIGSTE ENTSCHEIDUNG....................12

HEILUNG...............................................................14

KLEINGRUPPEN.................................................... 16

HERR ÜBER LEBEN UND TOD..................................18

GET FREE...............................................................20

10 YEARS ICF BERN.............................................. 22

OPTION OFFEN.....................................................26

VOLUNTEERS......................................................... 28

DARK VALLEY.........................................................30

ICF COLLEGE........................................................ 32

MEINE KLEINGRUPPE.............................................34

GALLERY – CHURCH IN COLOR............................ 36

BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDET........................38

VERSORGER..........................................................40

ICF BERN LEADERS TEAM...................................... 42 FINANZEN............................................................ 43

IMPRESSUM Herausgeber: ICF Bern, Monbijoustrasse 6 (im Hof), 3011 Bern Redaktion: Joel Spirgi, Markus Hänni (Testimonies) Grafik: David Jordi, Jon Opprecht, Hélène Marguet Lektorat: Domenica D. Hitz, Salome Hostettler Fotos: Sebastian Baur, Hélène Marguet, Simon Schaller, Debora Gerber Texte: Chlöisu und Andrea Burkhalter, Tom und Sara Gerber, Joel Kunkler, Salome Hostettler, Markus Hänni, Mad Bachmann, Daniela Duske, Stefan Fankhauser, Andreas Roth

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r ein « Das Geheimnis fü besteht darin, sinnerfülltes Leben für etwas zu leben, wir selber. das grösser ist als he. » Und das ist die Kirc ong Church Brian Housten, Hills


EIN TRAUM WURDE WAR. Du hältst in deinen Händen 10 Jahre Geschichte von ICF Bern. Am 30. Mai 1999 organisierten ca. 30 Personen im Theater National, Bern die erste öffentliche ICF Bern Celebration. Wir alle träumten den gleichen Traum, nämlich eine Kirche zu bauen, die ansprechend, relevant und zeitgemäss ist. Eine neue Art von Kirche, die das Evangelium auf innovative und nachhaltige Art vermittelt, damit Menschen zu Jesus Christus eine persönliche und wachsende Beziehung aufbauen können. Dieser Traum wurde Wirklichkeit. Nach 10 Jahren ist ICF Bern eine Kirche, die an Weekends 450 BesucherInnen und ungefähr 230 KleingruppenteilnehmerInnen hat. Dies war nur möglich, weil viele Menschen sich mit ihren Begabungen, ihren zeitlichen und finanziellen Ressourcen ins ICF Bern investiert haben. An dieser Stelle möchten wir allen von Herzen danken, die mit uns diesen Traum träumen. Ohne dich wären wir heute nicht hier, wo wir sind. Vielen, vielen Dank! Unser Traum ist noch nicht zu Ende. Gemeinsam starten wir heute das zweite Kapitel von ICF Bern.

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ICF VISION UNSER TRAUM Wir träumen von einer Kirche, die am Puls der Zeit steht. Hier finden Menschen eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus. In dieser Kirche erleben Menschen echte Liebe und Gemeinschaft. Begabungen werden entdeckt und gefördert. Die Kirche, von der wir träumen, ist leidenschaftlich, wächst ständig und hat positive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft.

UNSER ZIEL Wir helfen Menschen, eine persönliche Beziehung mit Jesus Christus aufzubauen. Möge Gott durch uns diesen Traum noch mehr Wirklichkeit werden lassen.

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UNSER STYLE

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ICF BERN OUR FAMILY Interview mit Esther & Mathias Becher

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1. Esther & Mathias, stellt euch doch bitte kurz vor. Wir sind 28 und 34 Jahre jung, seit sieben Jahren verheiratet und haben drei Kinder: Moses, Lois und Baby im Bauch. Esther sorgt sich um unsere Familie und managt den Haushalt. Mathias arbeitet in der IT-Branche. Gerne sind wir mit Freunden zusammen und geniessen das Leben in vollen Zügen.

Getfree Weekends oder in den Celebrations erleben.

2. Seit wann seid ihr im ICF Bern und was führte euch in diese Kirche? Ich, Mathias, war lange auf der Suche nach einer authentischen und herausfordernden Gemeinschaft. Durch Freunde lernte ich das ICF Bern, bzw. den damaligen Workshop von Andrea und Chlöisu kennen. Dieser gefiel mir sehr gut und ich blieb…

« WO gott gefeiert, geehrt und gelehrt wird, da ist kirche. »

Mich, Esther, steckte die Begeisterung von Mathias an und nach dem Umzug nach Bern wollte auch ich zu dieser jungen, dynamischen Kirche gehören. 3. Wo oder wie erlebt ihr Gott am meisten? Gott erleben wir vor allem in den kleinen, alltäglichen Dingen. Wir spüren, dass Gott uns kennt und für uns ist. Das entspannt enorm! Das Beste an Gott ist seine ständige Gegenwart, ganz unabhängig davon wie die Umstände sind. Ganz konkret spricht Gott auch sonntags oder in unseren halbjährlichen Retraiten zu uns.

« gott erleben wir vorallem in den kleinen, alltäglichen dingen. » 4. Wenn ihr auf die vergangenen Jahre des ICF Bern zurückblickt, was sind für euch die schönsten Highlights? Wir durften in den letzten zehn Jahren vielen wertvollen Menschen begegnen. Wir haben im ICF Freunde gefunden, mit denen wir zusammen durch Hochs und Tiefs gehen. Wir sind begeistert, wenn sich Menschen aufgrund ihres Glaubens und der Gemeinschaft positiv verändern. Dies können wir in unseren Kleingruppen, den

5. Wie muss Kirche sein, damit ihr hingeht? Wir wollen dort sein, wo Gott im Zentrum ist. Wo Gott gefeiert, geehrt und gelehrt wird, da ist Kirche. Zudem sind Gemeinschaft und Jüngerschaft weitere Begriffe, die wir mit Kirche assoziieren.

ich will Wasser giessen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: ich will meinen Geist auf deinen Samen giessen und meinen Segen auf deine Nachkommen, dass sie wachsen sollen wie Gras, wie Weiden an den Wasserbächen. » Interviewt von Markus Hänni Foto: Simon Schaller

6. ICF Bern möchte die Leute in eine wachsende und persönliche Beziehung zu Gott führen. Wie habt ihr persönlich Gott kennen gelernt? Wir kennen Jesus schon seit unserer Kindheit. Ich, Mathias, erlebte eine Glaubenskrise während der Lehrzeit. In dieser durfte ich Gott persönlich als Erwachsener kennen lernen. Ich, Esther, machte feste Sache mit Gott als ich 19 Jahre alt war und mich in der Aare taufen liess. Seither lernen wir Gott immer wieder neu und anders kennen. 7. Was bedeutet euch das ICF und die Leute dort? Das ICF Bern ist Teil unserer Familie und wir sind Teil der ICF Bern Familie. Diese Familie schätzen und ehren wir. 8. Glaubt ihr an den Teufel? Wir denken es gibt einen Teufel. Glauben tun wir an den wahren einzigen Gott, der uns geschaffen, gerufen und befreit hat. 9. Ihr arbeitet beide ehrenamtlich im ICF in diversen Bereichen mit. Warum? Das wissen wir auch nicht so genau. Wir tun es einfach, haben es noch nie bereut und haben Freude daran. 10. Was wünscht ihr ICF Bern für die Zukunft? Wir wünschen ICF Bern, dass seine Vision tagtäglich in Erfüllung geht. Und das Prophetenwort aus Jesaja 44,3-4: « Denn

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CELEBRATIONS

KIRCHE NEU ERLEBEN! Jeden Sonntag finden im ICF Bern zwei begeisternde Celebrations für Erwachsene statt. Die GenX Celebrations sind multimedial gestaltet und neben einer Message am Puls der Zeit stehen Live-Musik, Theater, Interviews und Clips auf dem Programm. Während der Celebration am Morgen wird auch ein Kinderprogramm angeboten.

Zeit/Ort: Sonntag, 10:30 Uhr * U2, Monbijoustrasse 6 (im Hof), 3011 Bern 19:00 Uhr (Winterzeit) – 19:30 Uhr (Sommerzeit) Theater National, Bern *mit Chinderexpress Aktuelle Serien, News und Angebote:

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YOUTH GOT STYLE! Youthplanetbern ist der Ort f체r die 15 - 21 J채hrigen von ICF Bern. Youthplanetbern begeistert Jugendliche eine leidenschaftliche Beziehung mit Gott zu leben und hilft ihnen, ihr Potenzial zu entfalten, damit sie einen bleibenden Unterschied in der Welt machen. Youthplanetbern trifft sich jeden Mittwoch im Community und an unseren Celebrations am Samstag.

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CELEBRATIONS

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CELEBRATIONS FÜR DIE 12 – 15 JÄHRIGEN.

Gemeinsam wollen wir als Groundzero den Teenagernder Stadt Bern Jesus näher bringen. Wenn du also zwischen 12 und 15 Jahren alt bist möchten wir genau mit dir Geschichte schreiben. Sei es an der Groundzero Celebration oder im Groundzero Club: Die jungen Leute entdecken auf spannende Art und Weise den christlichen Glauben. Dabei werden zu Beginn coole Games gespielt und anschliessend ein Input gehört, der danach in kleinen Gruppen vertieft wird.

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Groundzero ist ein Abenteuer, das sich lohnt. Jeden Sonntag um 10:30 Uhr geht im U2 in den Gameräumen die Post ab! Alle ab 12 Jahren sind herzlich willkommen!


S S E R P X E R E D CHIN CELEBRATIONS FÜR DIE 0 – 12 JÄHRIGEN Im Chinderexpress treffen sich jeden Sonntagmorgen ein ganzer Haufen wilde und ruhigere Kids zwischen 0 und 12 Jahren. Auf diese Jungs und Mädels wartet ein motiviertes Team, welches sich darauf freut, in den nächsten zwei Stunden wieder Kind sein zu dürfen und das Leben und ihren Glauben mit ihren jungen Freunden zu teilen.

Das Team träumt davon, dass die ChinderexpressRäume gefüllt sind mit fröhlichen, herumhüpfenden Kindern, welche sein dürfen, wie sie sind. Mädchen und Jungs, die Gott anbeten und Geschichten und Wahrheiten aus der Bibel in sich aufsaugen. Kinder, die füreinander und ihre Freunde beten und die unerschütterlich daran glauben, dass es das grösstmögliche Abenteuer ist, mit Jesus unterwegs zu sein. Deshalb müssen die Kinder im Chinderexpress nicht zwei Stunden stillsitzen und zuhören, sondern es wird gemeinsam gespielt, Znüni gegessen und viel Action und Fun erlebt. Jeder Morgen steht unter einem Thema, welches aktiv miterlebt und auf das Leben angewendet werden kann. Damit jedes Kind optimal betreut und das Programm altersgerecht gestaltet werden kann, werden die Kinder in folgende Altersgruppen aufgeteilt: 0 bis 2 Jahre Babyworld 3 bis 6 Jahre Milkyway 7 bis 12 Jahre Kidsplanet Um die Sicherheit zu gewährleisten, werden die Kinder beim Check-in erfasst damit die Eltern bei Bedarf innert kürzester Zeit informiert werden können. Wir sind der festen Überzeugung: Kinder sind Gott wichtig. Sie sind vollwertige Persönlichkeiten und den Erwachsenen weder emotional noch geistig unterlegen. Kinder können biblische Prinzipien genauso verstehen und in ihrem Leben anwenden, wie Erwachsene auch.

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MEINE WICHTIGSTE ENTSCHEIDUNG Florian Strasser

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eshalb soll ich in die Kirche gehen? Mit diesem Gott hatte ich nie etwas am Hut! Mein Leben bestand darin, auf das Wochenende zu warten, um mit Kollegen Schlachten mit Airsoftguns auszutragen, zu kiffen und wenn ich gerade Lust hatte, mich zwischendurch zu betrinken. Durch die Woche verbrachte ich die Abende oft mit Internet-Pornographie. Mir ging es sehr gut. Weshalb sollte ich also einen Gott brauchen, der mir sagt, was ich zu tun habe und was nicht? Ich hatte mein Leben alleine sehr gut im Griff!

« MEIN LEBEN VERÄNDERTE SICH RADIKAL. » 12


Bis mich eines Tages meine jüngere Schwester fragte, ob ich einmal mit ihr in einen Jugendgottesdienst komme. Da hatte ich genau diese Gedanken, doch ich konnte ihr nicht einfach sagen, dass mich Gott und die Religion überhaupt nicht interessierten. So kam ich auf die Idee, mit ihr einen Deal zu machen. Wenn sie an meine erste Karateprüfung kommt, vor der ich mächtig Angst hatte, so werde ich mit ihr zu diesem Jugendgottesdienst gehen. Sie willigte ein und so gingen wir am nächsten Sonntagabend gemeinsam ins « Jesus House ».

« WENN DIES HIER EINE KIRCHE SEIN SOLL, SO WILL ICH HIER NICHT MEHR WEG! » Damals war der Youthplanet noch in der Shakira-Bar. Als wir dort die Treppe hinunter liefen, stockte ich in meinen Gedanken. Dies soll eine Kirche sein? Niemals! Kirche ist doch etwas langweiliges, kaltes, leeres und dort hat es schon ganz sicher keine Scheinwerfer, keinen Beamer und Musik, die mir gefallen würde, wird dort schon gar keine gespielt. Wir betraten den Raum, der bereits mit Burschen und Mädchen in meinem Alter gefüllt war. « Wenn dies hier eine Kirche sein soll, so will ich hier nicht mehr weg! » dachte ich. In genau diesem Moment kam ein junger Mann auf mich zu und lud mich zu einer Cola ein. Nach dem Gottesdienst war ich hell begeistert. Ich wollte mehr von diesem Gott wissen, von dem geredet wurde. Ich wollte Jesus, der mich so sehr liebt, kennen lernen. Ein paar Wochen später übergab ich mein Leben in die Hände unseres Gottes, der uns über alles liebt und so gut zu uns ist, obwohl wir es manchmal gar nicht erkennen. Mein Leben veränderte sich radikal. Mit dem Kiffen hatte ich schon vor meinem Sinneswandel aufgehört, ebenso mit dem sinnlosen Alkoholkonsum. Schlussendlich konnte ich auch meine Sucht nach Pornografie an meinem Get Free angehen. Heute bin ich von diesem Zwang frei.

Es ist das Schönste auf der Welt, mit Jesus unterwegs zu sein. Manchmal bin ich es mehr, manchmal weniger und zwischendurch kommt es mir vor, als sei Gott ganz weit weg von mir, doch ich darf mir immer bewusst sein, dass Gott ganz gewiss da ist. Auch wenn ich ihn gerade nicht fühle, so ist er mein guter Hirte und beschützt mich, wo immer ich hingehe. Er führt mich nicht ins Verderben, denn sein vergossenes Blut beschützt, heilt und erlöst mich. Wenn ich heute zurückblicke, so sehe ich immer mehr Situationen in meinem Leben, an denen er seine Engel um mich gestellt und seine Hand schützend über mich gehalten hat. Als ich in meinem zweiten Lehrjahr einen schweren Autounfall hatte, konnte ich ohne einen Kratzer abbekommen zu haben, aus dem schrottreifen Auto steigen. Er hat mich zu einer neuen Lehrstelle geführt, durch die ich wieder Freude an meinem Beruf bekommen konnte. Durch seine Kraft und seine Gnade konnte ich meine Lehrabschlussprüfung bestehen. Dank ihm habe ich eine wunderbare Frau gefunden, mit der ich in Zukunft mein Leben teilen werde. Erst durch ihn hat mein Leben einen Sinn bekommen. Ich möchte nicht wissen, wo ich heute ohne Gott, unseren Vater wäre.

« WESHALB SOLL ICH IN DIE KIRCHE GEHEN? MIT DIESEM GOTT HATTE ICH NIE ETWAS AM HUT! » Jesu zu legen, kam eher schleichend als aufgrund eines grossen Ereignisses und doch war es die wichtigste Entscheidung, die ich bis jetzt in meinem Leben getroffen habe. Unser Gott ist der König der Könige, der Herrscher der Herrscher. Er ist El Shaddai, derjenige, der genügt und er hat uns eine Familie gegeben: Die Gemeinde, die den Leib Christi verkörpert. Fotos: Sebastian Baur

War meine Bekehrung spektakulär? Nein! Der Entscheid, mein Leben in die Hände

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HEILUNG Ste Aegerter

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or sechs Jahren habe ich erfahren, dass ich fünf Knoten in der Brust habe, wobei zwar die Rede von einer so genannt ‹ gutartigen Sorte › war, die ich aber dennoch sofort herausoperieren lassen musste. Schon der blosse Gedanke an eine OP war für mich purer Horror. Noch wesentlich schlimmer war jedoch die Nachricht, dass der grösste Knoten einen Durchmesser von 8,5cm hatte und mir die Ärzte prophezeiten, meine Brüste würden nach dieser Operation wie Emmentalerkäse aussehen. Es würden so viele Narben und so grosse ‹ Löcher › zurückbleiben, dass ich womöglich nie mehr in einem normalen Bikini herumlaufen könne. Richtig dicke Post wurde es aber erst, als man mir offenbarte, dass dies erst der Anfang sei und das Ultraschallbild zeige: Ich habe gar kein normales Brustgewebe, denn meines besteht aus Hunderten von kleinen Knoten. Es sah aus wie der Schaum in der Badewanne. Und jeder dieser zahllosen Knoten könnte jederzeit wachsen, so dass er herausgenommen werden müsste. Der einzige medizinische Ausweg war, alle paar Monate in die Kontrolle zu gehen und etwa halbjährlich immer diejenigen, die gewachsen waren, herauszuoperieren.

« SCHON DER BLOSSE GEDANKE AN EINE OP WAR FÜR MICH PURER HORROR. » Im gleichen Moment habe ich auch schon mit Hochrechnungen angefangen, wie viele Operationen das bei durchschnittlicher Lebenserwartung noch bedeuten würde. Ich wusste zwar nicht genau wie hoch die aktuell geltende Lebenserwartung ist, aber ich war erst 20 Jahre jung und somit musste es sich also bestimmt um 100-150 Operationen handeln. 100-150 Vollnarkosen, und allem was dazu gehört. Und vor allem war mir rätselhaft, wie ein Emmentalerkäse mit der hundertfachen Anzahl Löcher aussehen sollte, aber ich ahnte bei dem Gedanken nichts Gutes.

Mir blieb bei dieser Vorstellung beinahe der Atem weg. Ich heulte und die halbe Welt durfte für nichts anderes mehr beten, als für meine Knoten. Ich versuchte, mein ganzes Leben in Ordnung zu bringen und viel Glaube zu haben. Und in einem Highlight meines Glaubens rief ich in die Frauenklinik an und sagte den Termin ab, mit der Begründung, es sei alles wieder im Lot. Geheilt halt. Die Dame am anderen Ende der Leitung konnte dieser Schilderung nicht ganz folgen.

« ICH KONNTE NICHT VERSTEHEN WESHALB GOTT DIE SACHE NICHT EINFACH HINBIEGEN WOLLTE. »

Die Euphorie war wesentlich weniger gross, als ich einige Stunden später die gleiche Dame wieder anrufen musste, um einzugestehen, dass ich die Knoten immer noch spüren kann. Es war mir nicht nur zutiefst peinlich, sondern ich war grenzenlos enttäuscht von Gott. Ich hatte alles probiert, was in meinen Möglichkeiten stand und ich konnte nicht verstehen, weshalb er die Sache nicht einfach hinbiegen wollte.

als meiner. Aber auch wenn das nach einer Standartfloskel klingen mag: Im Nachhinein bin ich wirklich froh, dass es so gelaufen ist. Denn ich dachte immer, eine solche Heilung würde mein Leben und meine Beziehung zu Gott unglaublich verändern. Mein Glaube, meine eigene Heilungsgabe und mein Evangelisationswille würden ins Unermessliche wachsen und ich könnte nicht aufhören, der ganzen Welt davon zu erzählen. Die Heilung hatte zwar ganz offensichtlich eine krasse Auswirkung auf mein Leben: Keine Operationen mehr. Aber in jeder anderen Hinsicht hatte sie bis heute leider nicht den erhofften ‹ Schaltereffekt ›.

Der Tag der OP kam also. Und abgesehen von meinem grenzenlosen Frust über Gott und meinem mangelnden Verständnis für diese Papierunterhosen lief alles so weit so gut. Drei Tage später war ich (wenn auch noch mit fetten Pflastern unter dem Bikini) wieder am See. Als ich nach einigen Wochen in eine Nachkontrolle musste, holte die Ärztin während dem Ultraschall plötzlich den Chefarzt. Dann kam noch der französischsprachige Abteilungsleiter und noch ein Arzt und noch einer. Schlussendlich starrten sie zu fünft völlig irritiert auf diesen Bildschirm. Das Brustgewebe war plötzlich normal geworden. Medizinisch nicht nachvollziehbar. Ich musste zu keinem nächsten Termin mehr und bekam einzig noch eine Visitenkarte auf den Heimweg, für den Fall, dass sich meine ‹ mysteriöse Heilung › nicht bewähren sollte. Sie hat sich aber bis jetzt bestens bewährt und ich musste bis zum heutigen Tag nicht mehr in die Untersuchung gehen.

Wesentlich mehr als aus diesem ‹ Wunder ›, habe ich aus dem Warten auf Gottes Eingreifen gelernt. Und by the way: Die riesigen Narben sind fast nicht mehr zu finden. Und Löcher gibt’s auch keine. Fotos: Simon Schaller

Weshalb ich eine erste Operation durchstehen musste, bis Gott eingegriffen hat, weiss ich nicht. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum er mich erst dann geheilt hat, als ich nicht mehr daran glaubte. Sein Zeitplan war offensichtlich anders

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KLEIN GRUPPEN « Menschen sind nicht für die Kirche da, die Kirche ist für die Menschen da. »

Die Kirche besteht aus Menschen. Gott hat uns Menschen geschaffen, um mit ihm und untereinander in lebendigen Beziehungen verbunden zu sein. Im ICF Bern bieten die Kleingruppen ein Zuhause an. Sie sind ein Ort des Austauschs, an dem Gott und liebevolle, fürsorgliche Gemeinschaft erlebt werden. In diesem Umfeld wird das Wachstum vom gottdistanzierten Menschen zum begeisterten und reifen Nachfolger von Jesus Christus gefördert. Wöchentlich kommen neue Menschen dazu. Wo Leben ist, da ist Wachstum. Kontinuierlich entstehen neue Kleingruppen im ICF Bern. Du willst Teil einer Kleingruppe werden? Die nötigen Infos findest du am Welcome Point an den Celebrations oder unter: WWW.ICF-BERN.CH

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« In meiner Kleingruppe erlebe ich echte Freundschaft, welche mich näher zu Gott führt. Das gemeinsame Teilen von persönlichen Anliegen sowie die themenspezifischen Gespräche motivieren mich, meinen Glauben im Alltag umzusetzen. » Lukas Ammann

« Ich erlebe meine Kleingruppe als einen Ort, wo Gemeinschaft gelebt wird. Mit viel Tiefgang, aber auch mit viel Fun! » Barbara Hubler

« Kleingruppe ist für mich ein Ort, wo ich Leben teilen kann dies bedeutet für mich, dass meine Kollegen mir offen ins Leben reden dürfen. So bekomm ich Tipps und Ermutigungen, erfahre ehrliches Interesse und kann in meinem Glauben wachsen. » Sebastian Baur

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HERR ÜBER LEBEN UND TOD Monika & Andi Roth-Künzli

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ir haben im Herbst 2005 geheiratet. Für uns beide war nicht von Anfang an klar, ob wir einmal Kinder haben möchten oder nicht. Es war uns jedoch wichtig, Gott in diese Entscheidung einzubeziehen und so nahmen wir uns damals einen Tag Zeit, um dies mit Gott zu besprechen. Nach diesem Tag war für uns beide klar: Gott möchte, dass wir eine Familie gründen. So

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schlugen wir nach zwei Ehejahren diesen Weg ein. Ich wurde sehr schnell schwanger und wir freuten uns auf das neue Abenteuer, das auf uns wartete. Erwartungsvoll gingen wir zum ersten Ultraschall. Wir würden nach diesen 8 Wochen sogar schon das Herz schlagen sehen. In mir wuchs ein kleiner Mensch heran. Unser Kind!

Als die Ärztin das Ultraschallbild betrachtete, wurde sie ganz ruhig. Ich sah nirgends einen Herzschlag, und so machte ich mich auf alles gefasst. Nach ein paar ruhigen Sekunden, die mir wie Stunden vorkamen, informierte sie uns, dass das Kind anhand unserer Angaben zu klein sei und das Herz nicht schlage. Sie möchte jedoch gerne noch zwei Wochen abwarten, vielleicht sei es ja zeitlich anders, als wir gemeint hätten und die Schwangerschaft einfach noch früh. Wir gingen nach Hause mit vielen offenen Fragen, grosser Angst und Unsicherheit. Was kommt


da auf uns zu? Wir waren sicher, dass wir nicht falsch gerechnet hatten. Es war klar, etwas stimmt nicht. Und doch wussten wir, dass Gott ein Wunder tun könnte. Wir haben in diesen zwei Wochen gebetet, gehofft und geweint. Doch auch nach zwei

« ich sah nirgends einen herzschlag und so machte ich mich auf alles gefasst. » Wochen zeigte sich keine Veränderung. Ich wurde zwei Tage später ins Krankenhaus eingewiesen und musste das Kind operativ entfernen lassen. Ja, es war unser Kind, auch wenn es nur einige Millimeter klein war, als es schon wieder starb. So abstrakt irgendwie und doch so real. So ungreifbar und doch ganz konkret. Die Trauer so schwierig zuzuordnen und doch riesig. Ich brauchte danach eine lange Zeit innerer Heilung, habe viele Tränen vergossen und hatte viele Fragen an Gott. Doch ich wusste, er hatte die Kontrolle über diese Situation nicht verloren. Und ich wusste auch, dass unser Kind jetzt bei Gott ist. Ein Vers aus dem Buch Hiob hat mich in dieser Zeit immer wieder begleitet. « Nackt bin ich zur Welt gekommen, und nackt verlasse ich sie wieder. Herr, du hast mir alles gegeben, du hast mir alles genommen, dich will ich preisen. » Das war genau das, was ich wollte. Meinen Gott lieben und ihn über allem erheben, egal was das Leben uns bringen wird. Bevor ich das Erlebte verarbeitet hatte, wollte ich mich nicht in die nächste Schwangerschaft stürzen. Erst nach dem errechneten Geburtstermin war es so weit, dass ich innerlich abschliessen konnte und mich wieder seelisch heil fühlte. Wir wagten also noch einmal den Schritt in Richtung Familie und ich wurde ein weiteres Mal schwanger. Wir waren immer hinund hergerissen zwischen Hoffen und Vertrauen und dann zeigte sich wieder Angst und Bangen. Wir haben viel gebetet für unser zweites Kind und die Schwangerschaft. Wir wussten, für Gott war es ein Leichtes, Leben zu schenken. Zum

Ultraschalltermin gingen wir mit gemischten Gefühlen. Dann der Schock: Wie schon das erste Kind, starb unser zweites Kind nach wenigen Wochen und Gott nahm es zu sich, bevor wir es in unsere Arme nehmen konnten. Wieder Krankenhaus, wieder diese Trauer – diesmal aber auch eine grosse Orientierungslosigkeit. Was hat Gott vor? Weshalb liess er das zu? War es doch falsch, dass wir den Weg Richtung Familie einschlugen? Will Gott mit unseren Leben etwas tun, was nur ohne Kinder möglich ist? Will ich wirklich bis zur Pension als Kindergärtnerin arbeiten? Was würde Andis und mein gemeinsames Ziel sein? Könnte es sein, dass wir einfach beide nur unserer Arbeit nachgingen? So viele Fragen verunsicherten mich.Wir hätten uns ein Leben ohne Kinder auch vorstellen können, jedoch hätte das einen Einfluss auf unsere Lebensplanung gehabt. Deshalb hatten wir Gott ja gebeten, uns seinen Weg für uns ganz klar zu zeigen.

es zur Welt kommen würde. Wir wollten auch ganz bewusst loslassen können, denn ein Kind kann nie Besitz sein. Es ist ein Geschenk Gottes, das wir auf dem Weg ins selbständige Leben begleiten dürfen. Ein Kind kann auch nicht wirklich geplant werden. Es wird letztendlich nicht von uns gemacht, sondern von Gott erschaffen. Zu seiner Zeit.

Gut einen Monat, nachdem wir unser zweites Kind verloren hatten, besuchten wir, wie jeden Sonntag, die Celebration vom ICF Bern. An diesem Sonntag konnte man zur Ermutigung einen Bibelvers ziehen, wenn man das wünschte. Andi und ich gingen unabhängig voneinander nach vorne und holten uns ein Kärtchen. Zurück am Platz stellte sich heraus, dass wir beide denselben Vers gezogen hatten, nämlich 1. Mose 18:14. Wir schlugen unsere Bibel auf und lasen: « Für mich ist nichts unmöglich! Nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu euch – dann hat Sara ihren Sohn! »

« wir freuen uns, unsere kinder im himmel zu sehen! »

Unglaublich! Uns war sofort klar, dass Gott ganz konkret zu uns geredet hatte. Das war kein Zufall, wir spürten und wussten das auf der Stelle. Wir waren total überwältigt. Nun war es an uns, Gott zu vertrauen, dass er dieses Wort wahr machen würde. Das war gar nicht so einfach, uns wieder auf eine Schwangerschaft einzulassen, denn dies bedeutete auch, uns wieder verletzlich zu machen. Wir vertrauten darauf, dass Gott uns ein Kind schenken würde, gleichzeitig wussten wir jedoch, dass der Tod auf dieser Welt unausweichlich ist, ob nun mit sechs Wochen, mit zehn oder mit fünfundneunzig Jahren. Durch die Erlebnisse, die wir hinter uns hatten, wurde uns bewusst, dass wir unser Kind nie wirklich beschützen könnten, auch wenn

Mit diesem Wissen und dem Vertrauen auf Gott, haben wir uns an den Bibelvers gehalten, den wir im November 07 gezogen hatten und uns ein weiteres Mal für eine Familie entschieden. Kurz darauf wurde ich wieder schwanger. Trotz der Verheissung gingen wir mit etwas gemischten Gefühlen zum ersten Ultraschall. Doch diesmal sahen wir den Herzschlag. Das Kind bewegte sich schon – es lebte! Gott hatte einen neuen Menschen erschaffen und Leben geschenkt! Was für ein wunderbares, überwältigendes Erlebnis!

Die Schwangerschaft verlief komplikationslos und im September 08 erblickte unser Sohn Joasch das Licht dieser Welt. Joasch bedeutet: « Von Gott gegeben ». Ja, tatsächlich – er wurde uns von Gott gegeben! Wir sind so dankbar, dass wir seine Eltern sein dürfen und immer neu überwältigt von der Grösse Gottes, der sich Joasch ausgedacht und ihn in meinem Leib erschaffen hat. Auch unsere ersten beiden Kinder sind ein Geschenk Gottes. Wir wissen nicht, weshalb wir sie schon so früh wieder hergeben mussten. Was wir aber wissen ist, dass sie bei Gott sind. Dort, wo keine Trauer mehr ist und kein Schmerz. Einen besseren Ort gibt es nicht. Und wir freuen uns darauf, sie kennen zu lernen, wenn wir selber einmal bei Gott sein werden. Wir freuen uns, unsere Kinder im Himmel zu sehen! Foto: Simon Schaller

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GET FREE! Conny Niederer 20


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s war September 08, als ich voller Erwartungen und gespannt darauf, was Gott für uns alles bereit haben wird, mit einer Freundin aus meiner Kleingruppe ins Getfree Weekend ging. Wie immer an den Getfrees, war die Gemeinschaft sehr angenehm und die Location und Umgebung in Äschiried sehr einladend. Nach einer erholsamen ersten Nacht im warmen, bequemen Bett, begannen wir das Wochenende mit Fasten. Am Nachmittag kam dann der Burner jedes Getfree Weekends. Die legendäre, ultimative Durchbruchsliste, bei der die Teilnehmer an Hand der 10 Gebote Themen durcharbeiten. Gestärkt von einer feinen BouillonSuppe machten wir uns daran, die Liste durchzuarbeiten. Tönt ziemlich öde, ist es aber ganz und gar nicht.

« gott nahm mich beim wort! »

pur! Der absolute Höhepunkt kam aber, als wir die Liste im Feuer verbrannten, um damit auszudrücken, dass die erwähnten Punkte nun der Vergangenheit angehören und Jesus uns alle Sünden vergeben hat. Dieser Tag ging für uns wahrhaftig in die Geschichte ein. Krönender, als mit einem fürstlichen Abendessen hätte man diesen Tag nicht abschliessen können. Der kommende Tag fing so gut an, wie der vorherige aufhörte. Am Sonntag liessen sich meine Freundin und ich in der Aare, im wunderschönen Eichholz, taufen. Bevor wir aber in Äschiried in Richtung Bern aufbrachen, hatten einige von uns den Eindruck, dass wir noch einen gemeinsamen Worship machen sollten. Dabei baten wir Gott um ein Zeichen seiner Macht. Ich wünschte mir, einen schönen farbigen Regenbogen zu sehen. Und siehe da, allmählich erstrahlte über dem Thunersee tatsächlich ein grosser Regenbogen in voller Pracht!

« dein leben wird sich dadurch verändern und dich positiv prägen! » Gott nimmt unsere Wünsche und Bitten ernst. Diese Tatsache wurde mir an diesem Wochenende erst so richtig bewusst. Gott die Kontrolle zu übergeben, befreit von Druck und wirkt erfüllend! Dein Leben wird sich dadurch verändern und dich positiv prägen! Fotos: Hélène Marguet

Bevor ich es mir mit meiner Kollegin vor dem Haus auf einer Sitzbank bequem machte, betete ich zu Gott: « Herr, übernimm du bitte die Kontrolle über diese Zeit, die wir jetzt haben, um diese Liste durchzugehen. Sei du kreativ und führe du uns mit Motivation durch die Liste. » Denn bis zu diesem Tag fand ich diese Liste ehrlich gesagt etwas trocken und anstrengend. Ich arbeitete sie jeweils Punkt für Punkt durch, wobei meine Kollegin und ich hin und wieder beteten. Am heutigen Tag war dies anders. Ich kann euch sagen, Gott nahm mich beim Wort! Kaum gingen wir nach draussen, um uns die Liste vorzunehmen, hörte es plötzlich auf zu regnen. So konnten wir uns getrost den Themen widmen. Bei einigen mussten wir weinen. Es war ein sehr ergreifender Moment, in dem wir Gott um einen offenen Himmel baten. Und auf einmal strahlte die Sonne zwischen den Wolken hervor. Dies sah mit diesem wunderschönen Bergpanorama und dem Thunersee extrem schön aus. Bei dem Gedanken, wie schön die Schöpfung doch ist und beim Durchlesen mancher Themen, fingen wir an Lieder zu singen. Zu guter Letzt hatten wir einen richtig grossen und andauernden Lachanfall, so sehr berührten uns all diese Eindrücke. Es war Freiheit

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10 YEARS ICF BERN

STADT & REGION BERN

SAMSTAG, 19. MAI 2007

IM PROFIL:

Stadt prüft eigene Gas

Im Streit um die öffentliche Essensabgabe hält Berns Regierung

Stefan Lautenbach (49) aus Bümpliz ist Maschinenmechaniker und arbeitet in der neuen Velostation Milchgässli.

Befristeter Job in der Velostation «Ich arbeite erst seit kurzer Zeit in der Velostation. Am 2. Mai habe ich in der Velostation Bollwerk begonnen und nach der Eröffnung am 13. Mai habe ich hierher, in die Station Milchgässli, gewechselt. Momentan hat es noch viele freie Abstellplätze, wir sind nicht voll ausgelastet. Die Hauptarbeit besteht zurzeit darin, Fragen zu beantworten und Abonnemente zu verkaufen. Die ersten 100 Jahresabos für 100 Franken sind beinahe ausverkauft. Natürlich braucht es Zeit, bis mehr Kundschaft kommt. Die Station ist ja noch ganz neu. Aber wahrscheinlich ist die schlechte Erreichbarkeit wegen der Baustelle mit ein Grund, dass wir erst wenig Kundschaft haben.» «Die letzten 29 Jahre habe ich auf hoher See verbracht, als Mechaniker im Maschinenraum. Ich wuchs im Tessin auf und musste Dachspengler lernen. Als ich 20 Jahre alt war, hat mir ein Freund in der Kneipe von der Seefahrt erzählt. Es war eine spontane Entscheidung, mein Glück auf dem Schiff zu versuchen.»

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«Hier können nicht nur Velos für einen Franken am Tag parkiert werden. Wir flicken und putzen auch Fahrräder. Für uns ist das eine willkommene Abwechslung. Zusätzlich haben wir zwei Sorten Mietvelos, die von ,Bern rollt‘ und unsere eigenen. Diejenigen von ,Bern rollt‘ sind gratis, man muss einen Ausweis und 20 Franken Depot hinterlegen. Wenn das Rad bei der Rückgabe in Ordnung ist, erhält der Mieter Geld und Ausweis zurück. Unsere eigenen Mietvelos kosten acht Franken für zwei Tage.»

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Auf dem Bahnhofplatz wurde die SchülerInnenkoordination mit ihrer sonntäglichen Gassenküche von Berns Behörden jahrelang geduldet – obschon bei der Essensabgabe jeweils auch Drogen gedealt und konsumiert wurden. Mit Beginn der Umbauarbeiten auf dem Bahnhofplatz forderte die Stadtregierung die Gassenküche auf, die Essensabgabe im Hof der Drogenanlaufstelle an der Hodlerstrasse

durchzuführen. Auf den Vorschlag will die SchülerInnenkoordination nicht eingehen. Sie zog es vor, an ihren früheren Standort in der Bernerhof-Passerelle zu zügeln. Dies toleriert der Gemeinderat jedoch nicht. Sollte auch morgen Sonntag

die Essensabgabe wieder dort stattfinden, ist mit einem Einschreiten der Polizei zu rechnen. Im Streit um den Standort wirft die Stadt der Gassenküche vor, die Drogenabhängigen zu missbrauchen, um ihre politischen Ziele

durchzusetz koordinatio genzug die E Versäumnis len Pflicht Dieses Argu meinderat

Hodlerstrasse «nicht allzu sch Die Elternvereinigung drogenabhängiger Jugendlicher (EVDAJ), die wie die SchülerInnenkoordination kostenloses Essen beim Bahnhof abgab, ist vor rund drei Wochen an die Hodlerstrasse gezügelt. Die Essensabgabe findet jeweils am Montagabend statt, wenn die Anlaufstelle ausschliesslich für Frauen zugänglich und der Betrieb somit reduziert ist. Ottilia Hänni von der

EVDAJ bezeichnet den neuen Ort als «nicht allzu schlecht». Sorgen bereitet ihr mehr, dass – gemäss dem Willen der Stadtbehörden – die Essensabgabe ab Anfang Juni im provisorischen Alki-Stübli, einem Container beim Bollwerk, stattfinden soll. Einerseits fürchtet Hänni, es könnte zu Konflikten zwischen den Alkohol- und den Drogensüchtigen kommen. Ander-

seits sei die die Essensa Uhr, nicht «Wir holen 18.45 Uhr be darf nicht s über eine Stu bis wir sie im können.» Di deshalb noc der Stadt. Da meinderätin

Glaubensbekenntnis in der Freikirchen verzeichnen keinen Boom – einige Gemeinden, wie die International Christian Im Kanton Bern hat sich eine Minderheit verdoppelt – die Anhänger protestantischer Freikirchen. Wer ist die wachsende Gemeinde, die laufend neue Gläubige anzieht? Ein Augenschein bei ICF in Bern. PASCALE HOFMEIER

«Vom Tod ins Läbä dür ihn. Isch das nit geil?!», schliesst Mättu seinen kurzen Abriss über das Leben von Jesus ab. Die Taufe der Anhänger der Freikirche ICF an einem Sonntag im Mai kann beginnen. Bevor die 15 erwachsenen Täuflinge ihren Glauben im Eichholz mit einem Bad in der kaum 14 Grad kalten Aare besiegeln, wird gesungen, gelobt und gepriesen – auf Mundart, durchsetzt mit vielen Anglizismen. Die 60 Anwesenden sind jung, urban, trendy. Die vielen Kinder lassen vermuten, dass hier die Geburtenrate über dem schweizerischen Durchschnitt liegt. Es gebe keinen Boom der Freikirchen. Zu diesem Schluss kommt die kürzlich veröffentlichte Studie der reformierten Kirchen BernJura-Solothurn. Beim genauen Betrachten der Zahlen wird dennoch ein Zuwachs der Freikirchenmitglieder sichtbar – ja, sogar eine glatteVerdoppelung (siehe Faktenbox). «In den 1990er-Jahren hat es einen leichten Zuwachs gegeben, aber im Grossen und Ganzen sind immer etwa gleich viele Personen Mitglieder in Freikirchen», erklärt Georg Schmid junior, Religionswissenschaftler und Mitarbeiter der evangelischen Informationsstelle der Landeskirche des Kantons Zürich.

M E EA LO UN M ST E IT R GE PA CE SS LE IO B R YO N AT TH I UT EA ON HP TE LA R NE T IM

«Es ist ein krasser Wechsel, vom Maschinenraum in die videoüberwachte Velostation. Im Maschinenraum war es zwischen 43 und 48 Grad heiss, bei einer Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent. Hier im Keller ist es immer schön kühl, beinahe zu kühl. Auch die Betonwände an meinem neuen Arbeitsplatz sind für meinen Geschmack zu grau ausgefallen. Etwas mehr Farbe wäre nicht schlecht, zum Beispiel ein schönes Graffiti.»

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TH KI E P NO A S YP -R CA S IO AU PI N M TO GE L KÜ > Z ND U IG LA T UT BE ! GI N N CO L JE S U L EG I M SH E SH OU AK SE IR A

«Mit der Seefahrt musste ich aus gesundheitlichen Gründen aufhören. In Afrika habe ich mich dreimal mit Malaria infiziert. Es wird mit jeder weiteren Ansteckung schwieriger, die Krankheit zu kurieren. Deshalb bin ich in die Schweiz zurückgekehrt. Bevor ich durch das Kompetenzzentrum Arbeit die Stelle in der Velostation gefunden habe, war ich zwei Jahre lang arbeitslos. Parallel zum befristeten Job in der Station suche ich eine feste Stelle. Hauswart würde mir gefallen, ich bin ein MechanikAllrounder.»

Der Berner Gemeinderat toleriert den Standort der Gassenküche nicht. Auf den Vorschlag der Regierung wiederum geht das Team der Gassenküche nicht ein. Nun prüft die Stadt, die Essensabgabe künftig selbst durchzuführen.

«Natürlich habe ich auch ein eigenes Velo. Das steht zurzeit aber kaputt im Keller. Als ich noch zur See fuhr, da hatte ich kein Velo. Da fehlte die Zeit, und auf dem Schiff wäre kein Platz gewesen.»

Gespräch: Pascale Hofmeier

Ein Anhänger von ICF lässt sich im Eichholz in der 14 Grad kalten Aare taufen.

Wechsel je nach Trend

Da stellt sich die Frage, woher die Anhänger einer Freikirche wie ICF stammen. «ICF zieht hauptsächlich Leute aus anderen Freikirchen an», sagt Schmid. Er schätzt, dass rund 80 Prozent aus Familien mit freikirchlichem Hintergrund stammen. Weitere zehn Prozent treten aus der reformierten Landeskirche über, und nur rund zehn Prozent stammen aus einem religionsfernen Milieu. Zudem werde im Bereich der charismatischen Gruppierungen das Phänomen der «circulating saints» beobachtet, fügt Schmid hinzu. Diese «zirkulierenden Heiligen» wechseln von einer Freikirche zur andern. «Viele schliessen sich der Gemeinde an, die gerade in Mode ist», führt Schmid weiter aus. Das Mot-

to laute: «Wenn Gott eine Gemeinde gefällt, dann wächst sie auch.» Eine weitere Erklärung dürfte darin liegen, dass der Aufbau von ICF klar auf eine Zielgruppe ausgerichtet ist. «Wir haben es einfacher als die Landeskirche», erklärt «Senior Pastor» Niklaus Burkhalter, der von allen jovial mit Chlöisu angesprochen wird. Jede Altersgruppe habe ihre eigenen Angebote. Botschaft für Zielgruppe

Die Vermittlung der «Message», des religiösen Inhalts, kann so zielgruppenspezifisch aufbereitet werden. Dabei wird darauf geachtet, dass die Sprache leicht verständlich bleibt und die Verpackung für den wortwörtlichen und wertekonservativen Glauben an

die Bibel stimmt. Burkhalter erklärt sich den Erfolg so: «Zu uns kommen viele Leute, die mit der liberalen Haltung einiger Staatskirchen Mühe haben. Das wollen die Leute nicht. Sie wollen eine klare Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, auf die Frage, wozu lebe ich überhaupt, was ist richtig und falsch.» Die Bewegung ICF entstand 1995 in Zürich. Mit multimedialen Gottesdiensten, «Services» genannt, traf sie den Nerv der Zeit, so dass sie bald in andere Städte expandierte. Starkes Wachstum in Bern

Seit der Gründung des Berner Ablegers 1998 ist hier die Zahl der Anhänger von 8 auf rund 200 ange-

stiegen. An Band gestal men nach A wöchentlich Wie sich die ICF weiter


MUNDART

Niidratsig PETER WYSS

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ier siin am Holzen gsiin und hein an em mächtigen Stock umhaknorzed, waa stetzligen an em Bboord ischt gglägen und e Tteil vo siine Wwirzen wie griislechi Aermleni i d Luft greckt hed. Aes ischt e gnietegi Arbeit gsiin. Due hed Peetsch gseid: «Das ischt en niidratsiga Fotzelstock, mier täten nen gschiider sprenggän old den bruuche mer en Berater fir ds Stocknen. Berater gid’s ja afen bald fir alls!» In iisers Glächter hed vom Huusli har glicklicherwiis die alt Chuehgloggen tschanggled und zum Zmittag grieft. Und mier hein no so gäären de Stock lan Stock siin. O, wie herrlich ischt das alben, we mma cheun zun em gueten Mählti zuehisitzän, waa d Muetter aber eis us schier Niid zstand braacht hed. Aes hed Gattig gmacht, Chrigel heigi uber die Sach von derhiitigenBerateriimiessennaahisinnän.

«Warum ischt das ächt eso?»

Ein Funken Hoffnung für die Ghetto-Kinder: Bill Wilson in seiner Sonntagsschule «Yogibear» in Brooklyn, New York.

Gottes Wort für junge Schweizer Christen: «You can make a difference», ruft Bill Wilson in den Saal des Theater National, Bern.

Gottes Werk und Teufels Beitrag ALEXANDER SURY

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r hat seine Geschichte schon unzählige Male erzählt. Pastor Bill Wilson, Gründer von «Metro Ministries» in New York, der grössten Sonntagsschule in den USA, erzählt seine Geschichte auch im Theater National in Bern vor 800 überwiegend jungen Menschen. Und er erzählt sie alles andere als routiniert, mit einer voluminösen Stimme, oft stockend, mit dramatischen Pausen – so, als würde er zum erstenMalZeugnisablegenvondiesem«Wendepunkt in meinem Leben». Es war im Sommer 1961 in der Nähe von St. Petersburg in Florida; der knapp 14-jährigeBillbegleiteteseineMutterzurArbeitin einem Restaurant; die Familie war – ohne festenWohnort–schonauseinandergebrochen, der Vater starb bald darauf in einer Lungenheilanstalt. Der junge Bill war ein stotternderAussenseiter,unterernährtund verwahrlost, mit Löchern in den Hosen. Plötzlich hörte er seine Mutter neben sich murmeln: «Ich kann das nicht mehr.» SiewandtesichzuihremSohnundsagte,er solle hier auf sie warten. «Es war ein erhöhter Schacht aus Zement am Strassenrand», erinnertsichBill.DieGemeindelauschtgebannt.«IchwartetedortdreiTagelang,aber sie kam nicht wieder.» BillWilson hat seine Mutter nie wiedergesehen. Ein Mann, der auf der anderen Strassenseite wohnte, sprach ihn schliesslich an und versorgte ihn. «Er war ein gewöhnlicher Mensch», sagt BillWilson, «und er war ein Christ.» Über ihn fand Bill Wilson Kontakt zu einer Kirche, konnte ein Jugendcamp besuchen und entschloss sich später, eine Ausbildung zum Pastor zu absolvieren. «Ich wareinverlorenesKind,dasniemandwollte – ausser Gott.» Er lässt diesen Satz nachwirken. Oft habe er sich gefragt, was der Sinn dieser traurigen Kindheit ohne Liebe und Geborgenheit gewesen sei. Heute wisseer,dassessoseinmusste:«DerTeufelversuchte mich als kleinen Jungen zu zerstören, denn er wusste, dass seine Macht dazu später nicht mehr ausreichen würde.»

Eigenartige Erscheinung Das Publikum hängt an BillWilsons Lippen, organisiert wird dieVeranstaltung von der ICF, einer überkonfessionellen Freikirche, die «modernen Menschen eine lebendige Beziehung zu Gott ermöglichen will». Charismatische Redner wie BillWilson verkörpern diese «dynamische, zeitgemässe»

Pastor Bill Wilson ist Gründer von «Metro Ministries» in New York: Amerikas grösster Sonntagsschule. Er lebt freiwillig im Ghetto und war selber ein «verlorenes Kind». Aus europäischer Warte ist er wohl ein christlicher Fundamentalist. Er sagt: «Meine Arbeit spricht für sich.» Kirche. Und seine Botschaft kommt an: «Gewöhnliche Menschen können mit Gottes Hilfe Aussergewöhnliches tun.» Seit1980lebtBillWilsoninNewYorkund kümmertsichimStadtteilBrooklynmitseiner in einer ehemaligen Brauerei untergebrachten Sonntagsschule um «verlorene Kinder». Bushwick im Bedford-Stuyvesant-Viertel ist eine trostlose Gegend, ein fast ausschliesslich von Schwarzen und Latinos bewohntes Ghetto mit heruntergekommenen Sozialwohnungen – ein Stadtteil, wo der Teufelskreis von Armut, Vernachlässigung und Gewalt viele Kinder schon früh in Drogenhandel, Prostitution und Gangwesen abgleiten lässt. Wilsons Organisation «Metro Ministries» erreicht mit rund 180 Mitarbeitern und über 400 Freiwilligen – darunter auch regelmässigPraktikantenausderSchweiz– jedeWocheüber20000Kinder. Einekleine Armada von umgebauten Lastwagen erreicht als mobile Sonntagsschulen Kinder überallinNewYork;undjedenSamstagholen Busse die Kinder ab und bringen sie in die Sonntagsschule «Yogibear», wo BillWilson als wortgewaltiger Master of Ceremonies den Kindern von Jesus erzählt und – umrahmt von Songs, Spielen und Wettbewerben – über die Konsequenzen von richtigen und falschen Entscheidungen spricht; er betont dabei die Bedeutung von Respekt und Autorität – und er ermutigt die Kinder, sich in der Schule einzusetzen. «Wissen Sie, es ist wichtig zu wissen», sagt Bill Wilson, «dass Metro Ministries nicht etwas ist, was ich tue, sondern es ist das, was ich bin.» Wir sitzen in einem schmucklosen Konferenzraum in der Industriezone am Rand von Lyss, hier befindet sich der Hauptsitz des Schweizer Zweigs von Metro Ministries, der sich vor allem in Rumänien bei Roma-Kindern engagiert. Es ist der Tag nach seinem Auftritt in Bern. Die Atmosphäre hat er genossen, lauter junge, aufgestellte Christen. 200 Menschen hätten aus Platzgründen abge-

wiesen werden müssen, erzählt er. BillWilson ist wieder einmal auf Tour in der Schweiz und in Deutschland, er spricht über seine Arbeit und sammelt Geld. Er ist eine eigenartige Erscheinung, er wirkt wie eine Mischung aus Esoterik-Guru und AltHippie in Jeans und grossem Holzfällerhemd. Mit seinen schulterlangen Haaren und dem schmalen Gesicht ähnelt er dem ehemaligen Rolling-Stones-Bassisten Bill Wyman. Sofort kommen dem skeptischen Agnostiker mitteleuropäischer Provenienz die einschlägigen amerikanischen Fernsehevangelisten in den Sinn, oft dubiose Rattenfänger, die mit apokalyptischer Rhetorik ihren SchäfchenWasser predigen und privat ausgiebig demWein frönen.

«Vorbeugende Medizin» Aber das sind Projektionen, für die Bill Wilson nicht verantwortlich ist. Er hat sich daran gewöhnt, dass man ihn auf den ersten Blick als verschrobene, exzentrische Figur taxiert. Er reagiert gelassen und meint: «Wenn etwas getan werden muss, und die Resultate sind sichtbar, dann spricht diese Arbeit für sich selber.» Sein Händedruck ist fest, er schaut einen dabei mit einem durchdringenden Blick an. Seine linke Wange ist etwas eingefallen – eine Erinnerung an einen Überfall vor fünf Jahren, als ihm einer der Räuber die Waffe in den Mund schob und abdrückte. Weil sich Bill Wilson heftig wehrte, durchschlug das Projektil «nur» die Backe. Wilson kann diese Liste noch beliebig verlängern: Attacken mit Messern, einmal traktierte ihn ein Angreifer mit einem Ziegelstein, einmal wurde er von einem Hausdach gestossen, er überlebte Tuberkulose und Hepatitis. «Aber, hey», ruft er und breitet lächelnd die Arme aus, «ich bin immer noch da, was könnte mich in Gottes Namen nach allem, wasicherlebthabe,nochausBushwickvertreiben?»Wohl nichts. In seinem autobiografischen Buch «Verlorene Kinder» (englischer Originaltitel:

«Whose child is this?») schreibt Bill Wilson: «Wenn wir erleben wollen, dass die kommende Generation verändert wird, dann müssen wir den KindernWerte vermitteln, solange sie noch jung sind.» Er glaubt an «vorbeugende Medizin», sei es doch sehr viel einfacher, «Kinder zu formen, als Männer und Frauen wieder auf den richtigen Weg zu bringen». Deshalb sind es vor allem Kinderzwischen5und12Jahren,dieMetro Ministries erreichen will. Wenn er sich in seiner «neighborhood» in Brooklyn umschaue,sagtWilson,dannmüsseerfeststellen, dass das System der öffentlichen Schulen als Wertevermittler versagt habe, aber auch die überforderten Eltern überliessen ihre Kinder allzu oft dem Fernseher. Und die Kirchen? «Die Kirchen bestreiten ihre Kinderarbeit, wenn überhaupt, mit belanglosen und veralteten Programmen.» Die Abwärtsspirale seit den Sechzigerjahren, als Rassenunruhen zahlreiche USGrossstädte erschütterten, erklärt Bill Wilson aus einem Zusammenwirken mehrere Faktoren: «Familien zerfallen unter dem Armutsdruck, soziale Institutionen überlassendieKrisengebietesichselber,unddie Politik ist oft korrupt.» Er glaubt auch, dass sich die USA von den Zerreissproben aus der Zeit desVietnamkriegs undWatergates bis heute nicht wirklich erholt haben. Aber da ist er, Bill Wilson, seit nunmehr 28 Jahren unermüdlich an der Front wirkend, eine Kämpfernatur, die sagt: «Ich habe mich immer gewundert, wieso nicht mehrchristlicheHilfswerkeinNewYorkaktiv sind, denn die Stadt ist eine offene Türe und bietet unendliche Möglichkeiten für Christen, ihre Nächstenliebe zu leben.» Aber die Angst vor den Ghettos und der Gewalt sei offensichtlich grösser. Für Wilson standimmerausserFrage,dasserauchdort leben wollte, wo er arbeitete. Er war und ist – abgesehen von einigen seiner Mitarbeiter – bis heute der einzigeWeisse in dieser Umgebung: «Du musst dir das Recht, gehört zu werden, dort erst einmal verdienen.» Die-

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se Menschen hätten viele weisse Sozialarbeiter und Kirchenvertreter mit den besten Absichten kommen und gehen sehen. Wer dort mit ihnen zusammenlebe (und nicht täglich aus einem geschützten «suburb» anreise), werde ganz anders wahrgenommen. Bill Wilson mustert sein Gegenüber und holt tief Luft: «Es geht dort nicht darum, wie intelligent du bist. Den Menschen ist es vollkommen egal, wie viele Diplome an deiner Wand hängen – das alles ist bedeutungslos, wenn du Hunger hast, krank bist oder an Aids leidest.» Deshalb biete Metro Ministries auch eine ganze Reihe von Beratungsdiensten an, angefangen bei Schul- oder Familienproblemen über Drogenprävention und Freizeitprogramme für Jugendliche bis zu Essens- und Kleiderabgabe für bedürftige Familien. «Wir bieten umfassende Dienste an für Körper, Seele und Geist.»

Man muss auf die Kinder zugehen Die Versuchung liegt nahe, Bill Wilson mit seiner Erfahrung und seinem Background über den richtigen Umgang mit schwierigen Jugendlichen zu befragen. Immerhin kommt er aus Verhältnissen, vor denen wir uns fürchten (und die manche bereitsalsTeufelswerkandieWandmalen): die Tristesse der Wohnghettos und Innenstadtbezirke. Er hat während seines Schweizer Aufenthalts von den Jugendlichen gehört, die an der Locarneser Fasnacht einen jungen Mann zu Tode prügelten; er weiss auch um die Probleme mit kriminellen Jugendlichen mit Migrationshintergrund.«Mr.Wilson,inderSchweizistdie Ratlosigkeit gross, es grassiert die Angst vor der Jugend, der Ruf nach härteren Strafen wird lauter, die Appelle an Härte, Strenge und mehr Autorität häufen sich – was soll man tun?» Wilson, der zupackende Praktiker, lässt keinen Zweifel darüber offen, dass die Bibel für ihn auch in Erziehungsfragen das Fundament ist und «ziemlich klare Richtlinien» formuliere, auch wenn es immer wieder Interpreten gebe, die diese verwässerten. «Wenn Sie meine Antwort in allerKürzehörenwollen:Wirmüssenaufdiese jungen Menschen zugehen.» Bei Metro Ministries begnüge man sich auch nicht mit der wöchentlichen Sonntagsschule.RegelmässigeHausbesuchebei allen Kindern, die in die Sonntagsschule kommen, seien zentral für den Aufbau einer persönlichen Beziehung: «Wenn du die Leute wirklich erreichen willst, musst du

Der kleine

dich um sie bemühen, ihnen zeigen, dass du dich für sie interessierst.» Er und seine Mitarbeiter gehen zu den Menschen nach Hause; das ist nicht immer angenehm, teils sogar gefährlich. Vertreter von Metro Ministries sind regelmässig Zeugen von häuslicher Gewalt und fanden auch schon die Leichen von Müttern, die umringt waren von ihren schreienden Kindern. SofernernichtgeradeaufVortragsreisen ist, machtWilson zusammen mit Mitarbeitern jeweils am Freitag Hausbesuche, und wann immer möglich fährt er am Samstag eine Busroute und sammelt Kinder für die Sonntagsschule ein. Bill Wilson sucht das direkteGesprächimNamenJesu–underntetdafürvonKritikerndenVorwurf,erwolle die Kinder einer «Gehirnwäsche» unterziehen. Nein, ein Softie ist er nicht, er spricht wenn nötig auch die Ghettosprache, er kann renitente Kinder in der Sonntagsschule mit markigen Worten zum Schweigenbringen,erhatautoritäreSeiten,undes wird ihm vorgeworfen, dass er Kinder mit GeschenkenundSüssigkeitenindieKirche locke. Er aber kontert vehement: «Ich werde im Rahmen des ethisch Erlaubten alles tun, um die Aufmerksamkeit dieser Kinder zu erlangen. Wir können es uns nicht leisten, die Kinder wegzuwerfen.» Bill Wilson, der rhetorisch brillante Prediger,scheutnichtdavorzurück,drastische Worte zu wählen: Wenn die Erziehung der Kinder nicht grundsätzlich eine «Revolution» erfahre, werde die amerikanische Nation von innen heraus zerfallen, es werde kein wirtschaftlicher, sondern ein «moralischer Zusammenbruch» sein. Und wer würde BillWilson ernsthaft widersprechen wollen, wenn er, jede christliche Superman-Attitüde von sich weisend, auf eine simpleWahrheit hinweist: Kinder benötigten nicht Erwachsene, die alle Antworten wüssten, es genüge, wenn jemand bereit sei, ihnen und ihrem Umfeld zur Seite zu stehen. «Aber dies ist nicht ohne Opfer möglich», sagt BillWilson.

«Religiöse» und «Christen» MittlerweilehatBillWilsonsArbeitvielöffentlicheAnerkennungerfahren–staatliche Unterstützung gibt es indes immer noch nicht. 1992 berief ihn Präsident Bush senior in die «National Commission on America’s Urban Families». Er war der einzige Ghettobewohner indiesemGremium,indemLeute wie der spätere Justizminister John Ashcroft Einsitz hatten. Er führte die Politiker

auch durch seine Gegend, dies sei ein «ein ziemlicher Augenöffner» gewesen, Politiker lebtenebenrechtabgeschottetvonderRealität. Die New Yorker Behörden haben «Metro Ministries» als mitverantwortlich dafür gewürdigt, dass sich das Quartier Bushwick in eine positivere Richtung entwickle. Die «Zero tolerance»-Politik des ehemaligen Mayors Rudy Giuliani und die damit verbundene dramatische Senkung der Kriminalität in New York anerkennt Bill Wilson zwar, aber man kann zwischen den Zeilen unschwer heraushören, dass er Politiker nicht unbedingt schätzt, die sich in der Pose des Sheriffs grossmundig «Tough on Crime» ans Revers heften, hauptsächlich auf Repression setzen und die sozialen Wurzeln der Probleme meist ausblenden. Aus der ganzen Welt kommen mittlerweile Fachleute nach New York, um die Arbeitsweise von Bill Wilson und seinen Mitstreitern zu studieren. Nicht ohne Stolz erzählt er, dass ihm vor einiger Zeit drei Beamte von Scotland Yard die Aufwartung machten. Sie waren auf der Suche nach Strategien gegen die zunehmende Jugendgewalt in London: «Sie wollten wissen, wie ich es schaffe, eine so grosse Zahl von Jugendlichen in den Griff zu bekommen und positiv zu beeinflussen.» Und was hat er den Briten mitgegeben? Er räuspert sich und faltet die Hände: «Eigentlich ist es einfach: Es muss eine persönlicheVerbindung geben zwischen den Politikern und Behörden auf der einen Seite und den Menschen in den Gettos andererseits.» Glaubwürdige Politiker sind also gefordert, die ihren Worten auch Taten folgen lassen. Den amtierenden amerikanischen Präsidenten schätzt Wilson als «wirklichen Christen». Überhaupt besteht für Bill Wilson ein grosser Unterschied zwischen «religiösen Menschen und Christen». Erstere hätten durchaus auch Überzeugungen, «aber die basieren nicht notwendigerweise auf den Lehren Jesu». Spricht hier der Fundamentalist, oder tut man ihm damit Unrecht? «You know, in the end of the day», sagt BillWilson, entscheide sich alles an der Frage: «Who is Jesus? Ist er wirklich der einzige Sohn Gottes oder nicht? Wenn du das glaubst, dann bist du ein Christ. Das ist für mich die Demarkationslinie.» Er verwendet einen militärischen Ausdruck. Und irgendwie hat Bill Wilson auch etwasvoneinemFeldherrn,derimFeindesland seine Armee kommandiert, um die LebenunddieSeelenderunschuldigenKinder

zu retten. Wenn man ihm gegenübersitzt, spürtmandas,wasdieAmerikanermit«driven»bezeichnen–einvonseinerMissionbis zur Selbstaufgabe erfüllter Mensch. Es müsse Leute geben, die stark genug seien, die Gesellschaft mit unangenehmen Wahrheiten zu konfrontieren, ist Wilson überzeugt: «Diese jungen Menschen, die zum Beispiel in der Schweiz schreckliche Gewalttaten verübten, sind nicht dumm, die wissen genau, was sie tun.» Aber man müsse ihnen «options» aufzeigen, sie brauchten Herausforderungen. Es gebe in der Generation der 15- bis 25-Jährigen viele, die auf diesen «call» warteten, das habe er auch in der ICF-Kirche in Bern gesehen – «junge Menschen, die sich danach sehnen, etwas Sinnvolles zu tun». Aber hier müssten die Kirchen endlich reagieren, grosse Änderungen seien überfällig, die zeitgemässe Vermittlung des Evangeliums stehe imVordergrund. «Dazu darf man den direkten Kontakt mit der Jugend jedoch nichtscheuen»–underlässtzurIllustration beide Fäuste wuchtig aufeinanderprallen.

EinWunder? – «Oh sure!» «SchauenSie,ichwarindenerstenneun Jahren in Brooklyn der komische weisse Typ, der nicht dorthin passte, es gab viele Anfeindungen, es waren wahrscheinlich die schmerzhaftesten Jahre in meinem Leben.» Dachte er nie ans Aufgeben? «Sure», underlächeltbreit,erseidochauchnurein «normal guy». Nachdem er einmal bei einem tätlichen Angriff von einem Ziegelstein am Kopf getroffen wurde, erblindete eraufeinemAuge;undalsgleichzeitigauch Mitarbeiter Zielscheibe von Gewalttaten wurden, «gab ich innerlich auf». Er kaufte sich ein Flugticket und wollte New York für immer verlassen. Aufgewühlt ging Bill Wilson erst in den frühen Morgenstunden zu Bett und stellte den Wecker auf sechs Uhr, um rechtzeitig den Flughafen zu erreichen. «Als ich erwachte, konnte ich wieder mit beiden Augen sehen.» EinWunder? «Oh sure!», in solchen Momenten scheine dieWahrheit auf. Er spürt die Skepsis des Agnostikers. «Sie können mich ruhig belächeln. Alles, was ich sage, ist: Ich habe diese befreiende Wahrheit erlebt, und diese Erfahrung kann mir niemand nehmen.» ImTheater National hat er amVorabend auch von Kindern gesprochen, denen er nicht helfen konnte, die zu Tode geprügelt wurden von ihren Eltern. «Aber ich habe

auch viele wunderbare Geschichten erleben dürfen in all den Jahren, von Kindern, die sich wie Raupen in Schmetterlinge verwandelt haben» – und die ihm später geschrieben und gedankt hätten für all die Hilfe. «Und ein schönes Nebenprodukt der Arbeitist,dassunterdenMitarbeiternzahlreiche ehemalige Kinder sind, die Jesus durch unsere Sonntagsschulen kennengelernt haben.»

Entlassen mit seinem Segen Wer ihm am Vorabend zugehört habe, der wisse das – ja, der kennt die Botschaft: «Gewöhnliche Menschen, die aussergewöhnliche Dinge tun, müssen dabei mit aussergewöhnlichen Angriffen rechnen.» Er lächelt. Beim Abschied fragt er unvermittelt,oberdenInterviewersegnendürfe. Überrumpelt erinnert man sich an einen Ausspruch des Pastors von der ICF-Kirche am Vorabend: «Don’t argue with the blessing» – wenn dich jemand segnen will, nimmesan.SolegtWilsonbeideHändeauf die linke Schulter des Besuchers, schliesst die Augen, beugt sich vor; gleichzeitig senken auch die beiden anwesenden Schweizer Mitarbeiter von «Metro Ministries » ihre Köpfe und verharren schweigend. MitseinertiefenStimmehebtBillWilson an und bittet Gott, er möge über diesen Mannwachenunddafürsorgen,dasserbereit sei, wenn ihn den Ruf ereile. Seine Hände auf der Schulter sind warm, kein unangenehmes Gefühl. Nachdem er geendigt hat, schüttelt er einem die Hand und sagt: «Es war gut, Sie zu sehen.»War das jetzt ein Bekehrungsversuch oder einfach seine Art, sich von jemand zu verabschieden? Solcherart beschenkt, verlässt man das GebäudeundsiehtdraussenlachendeKinder, die in einem Garten spielen. Im National hatte der Gastgeber der ICF-Freikirche darauf hingewiesen, dass eine Kinderpatenschaft bei «Metro Ministries» nur 35 Franken im Monat koste – «Hey, das sy drü BigMac-Menüs,dasischnüt!»BillWilsonhatte es etwas pathetischer ausgedrückt: «Du kannst vielleicht keine Nation und keine Stadt verändern, aber du kannst das Leben eines Menschen verändern.» Jedes Jahr pilgert Bill Wilson übrigens nachFloridaundbesuchtdieStrassenecke, an der er von seiner Mutter vor bald einem halben Jahrhundert ausgesetzt worden ist. DieseReiseunternimmterallein.Vielleicht ist dieser Ort, wo er einst in grösster Verzweiflung wartete, heute seine Kraftquelle.

Der kleine

Waa mier due afen vom Täller hein chennen uufgsehn, seid är: «Ja, hiitzutags biete sech vorWaglen (=Wiege) bis zum Sarg Berater an: Mietterberatig,Väterberatig, Scheenheitsberatig, Bruefsberatig, Läbesberatig. Und leschthin han i von em Komposchtberater ggläsen, und wen an em Ort es Unglick passierd, siin profesionell Berater fir die Betroffennen da.» Dani heichtdain:«Miersiinenberatigsbedirftigi Gsellschaft worden, uusgrächned mier, waa doch eso vil wissen und chennän. Warum ischt das ächt eso?» D Muetter druf : «Vilicht wil mier vor luuterWissen und Schaffen und Jagen na Zilen, waa nid halte, wwas si versprächen, nimma derzue chemen, uber iis naahizddeichen, uber das, was Hindergrund und Zil von iisem Läben ischt. Daderzue bruucht’s Stilli und die tie mmier leider vil zvil us em Läben dänna organisierrän. Da chennt ihr froh siin, das ihr aber eis in der Stilli vomWald z tuen heid. Da bruuchid ihr wäger egghein Berater. Da chunnd ewch ds Neetiga o bin däm ibelgäbigen Stock i Sin.»

Uf Martin Luthers Pult e Zedel Mid däm Muetterwort siin mier due umhi iWwald und hein am Aaben dän Stock glicklich zertromed ghäbän. Mier ischt bin därren Arbeit no esWeertli dir e Sin ggangen, waa Peetsch am Morge bbruuchthedundischollangnimmahangheerd ghäbän : «niidratsig». Das heisst: Ding, Tier old Menschen, waa egghein Rat bie sich hein, also «untauglich, unbrauchbar» siin. Den han i miessen echlein am Gspräch bim Zmittag wiitersinnän.Wär, i wwas o geng, wollt old mues Berater siin, där mues Ratbiesichhan,muese«ratsiga»siin,suscht wirdsiiRrat«niidratsiga»undstiftedUnheil. Na em Tod vom Martin Luther am 18. Horner 1546 hed ma uf siim Pult e Zedel mid der Notiz gfundän: «DenVergil in seinen Bucolicis (Hirtengedichten) kann niemand verstehen, er sei denn fünf Jahre Hirte gewesen. DenVirgil in seinen Georgicis (Landwirtschaftsgedichten) kann niemand verstehen, er sei denn fünf Jahre Ackermann gewesen. Den Cicero in seinen Episteln kann niemand verstehen, er habe denn fünfundzwanzig Jahre in einem grossen Gemeinwesen sich bewegt. Die Heilige Schrift meine niemand genugsam geschmeckt zu haben, er habe denn hundert Jahre lang mit Propheten wie Elias und Elisa, Johannes dem Täufer, Christus und den Aposteln die Gemeinde regiert . . . Neige dich tief anbetend vor ihren Spuren! Wir sind Bettler, das ist wahr.» (Vergil 70 v. Chr.–19 v. Chr., römischer Dichter. Cicero 106 v. Chr.–43 v. Chr., römischer Staatsmann.)

Uf gueta Rat aggwisän Mier siin geng eis und mengischt unerwarted zum Raten grieft. Der Luther zeigt i siim leschteWwort, uf was es derbie achunnd. Mi mues sich i ds Läben und Wäsen vom Gägenuber chennen verteiffän. Das bruucht Ziit und es läbellangs Ueben im Umgang mid siine Mmidmenschän. Und äs bruucht es Uufgän von aller Uberhäblichkeit, waa sich bim Berater eso liecht ischliicht. «Wir sind Bettler, das ist wahr.» Mier siin sälber uf gueta Rat aggwisän.

SAMSTAG, 9. FEBRUAR 2008

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ssenküche

g eine Überraschung bereit

zen. Die SchülerInnenon rechtfertigt im GeEssensabgabe mit dem s der Stadt, ihren soziaten nachzukommen. ument nimmt der Genun auf – und er ver-

sucht, mit der Ankündigung, die Stadt prüfe eine eigene Essensabgabe, der Gassenküche den Wind aus den Segeln zu nehmen. Zu den Details und Kosten einer solchen Essensabgabe äusserte sich Sozialvorsteherin Edith Olibet (sp) gestern nicht. Erste Ergebnisse der Abklärungen seien jedoch in den nächsten Wochen zu erwarten. Eine Reaktion des Gassenküche-Teams auf die Ankündigung der Exekutive konnte der «Bund» nicht einholen; ein entsprechendes Mail blieb unbeantwortet. Hingegen äusserte sich die Junge Alternative: dass die Idee des Gemeinderats, selbst eine Essensabgabe zu organisieren, zum jetzigen Zeitpunkt auftauche, sei «schon fast Zynismus». Es sei offenbar nicht das Ziel, mehr im Bereich niederschwellige Sozialarbeit zu tun, sondern das «Problem Gassenküche» abzuhaken.

hlecht»

vorgesehene Zeit für abgabe, nämlich 20 akzeptabel. Hänni: die Sandwiches um ei der Bäckerei ab. Es sein, dass wir dann unde warten müssen, m Container verteilen ie EVDAJ befinde sich ch in Verhandlung mit as bestätigt auch Gen Edith Olibet. (may)

r kalten Aare Fellowship (ICF) in Bern, wachsen trotzdem muss sich noch zeigen. In Zürich sank die Zahl der ICF-Gottesdienstbesucher innerhalb von zwei Jahren von 2500 auf rund 1200. Der Grund ist die Eröffnung eines neuen Zentrums, «das offenbar trendiger ist», vermutet Georg Schmid. Aus Expertensicht kann in Bern eine ähnliche Entwicklung erwartet werden. Wie in anderen Jugendkulturen ist auch in der Freikirchenszene der Neuigkeitsfaktor eines Glaubensangebots wichtiger als der Inhalt. Video-Andenken an die Taufe Die Täuflinge im Eichholz allerdings haben ihre Entscheidung getroffen, und diese wird vom knietief im Wasser stehenden Kameramann festgehalten. «Ich lasse mich taufen, weil ich durch Jesus Christus ein neuer Mensch werden will», erklärt ein junger Mann vor versammelter Gemeinde, bevor ihn ein befreundeter Gläubiger in die Aare taucht. Frisch getauft schreitet er in Siegerpose mit erhobenen Armen aus dem Wasser und lässt sich beklatschen. Zum Abschluss wird ihm und allen anderen Getauften symbolisch die Stirn gesalbt – mit Mandelöl.

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gemeinden und neuapostolische Gemeinden sind darin enthalten. In absoluten Zahlen fällt der Zuwachs in Freikirchen spektakulärer aus: In der Kategorie «Andere Protestanten» hat sich die Zahl der Angehörigen verdoppelt, von 18 550 auf 38 082 Personen. (hpa)

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evangelikale Gemeinden, Pfingst-

den als Party mit Livelteten «Services» nehAngaben von Burkhalter h 500 bis 700 Leute teil. e Mitgliederzahlen von r entwickeln werden,

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38 082 PERSONEN Im demografischen Profil der Reformierten Kirchen Bern-JuraSolothurn verzeichnet die Kategorie «Andere Protestanten» im Zeitraum von 1970 bis ins Jahr 2000 lediglich ein Prozentpunkt Zuwachs. Die Kategorie umfasst traditionelle Freikirchen und Gruppierungen wie die methodistische Kirche und die Zeugen Jehovas. Auch neupietistisch-

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ch hatte einen arbeitsreichen Tag hinter mir, als ich die Bürotüre schloss und in Richtung Bahnhof ging. Mitten in der Rushhour überkam mich unversehens ein ätzendes Reizgefühl in den Atemwegen. Die Respiration stockte erlahmend und der Atem roch abstossend nach Eisen. Unaufhörlich füllte sich mein Mund mit Blut. Nichts desto trotz stieg ich in den Zug. Während der 20minütigen Fahrt schluckte ich das Blut in einem kippeligen Zustand stets hinunter. Der Magen brannte fürchterlich und mein Allgemeinzustand war in einer gehörig desolaten Lage. Zu Hause hingelahmt, rief ich den Arzt an und wurde notfallmässig ins Spital eingewiesen. Ich habe schon einige Zeit im Spital verbracht, da ich einen Gendefekt habe, der vor allem die Lunge beeinträchtigt. Somit stehe ich solchen Stresssituationen besonnen gegenüber. Diesmal lautete die Diagnose ‹ Arterienriss ›. Es folgten vier erschöpfende Eingriffe und mein Spitalaufenthalt zog sich infolge Komplikationen und Rückschlägen in die Länge. Drei Monate lang lag ich völlig ausgemergelt und mit permanenten pleuritischen Schmerzen auf der Pneumologie. Ich wurde intravenös mit Medikamenten voll gepumpt und war völlig auf die Hilfe von Dritten angewiesen.

option offen Markus Hänni 26

Die behandelnden Ärzte suchten immer wieder nach der optimalsten Behandlungsmethode und passten die Medikation dem Verlauf ständig an. Meiner Freundin wurde diese Bürde zu schwer und sie brach unsere Beziehung vorwarnungslos und überhastet per Telefon ab. Ausgerechnet an diesem Tag kam der Chefarzt auf Visite und erläuterte mir, dass sie aus medizinischer Sicht nun jedes erdenkliche Register gezogen hätten. Er verdeutlichte mir, dass die Medizin hier ihre Grenzen fände und wir jetzt mit der gegenwärtigen Behandlung nur noch auf Besserung hofften. Da fiel bei mir der Groschen. Denn schon seit einiger Zeit spielte ich mit dem Gedanken, warum ich mir das noch antue und


entschloss mich, ohne jegliches Bekümmernis, diesem Spuk ein Ende zu setzen. Während der folgenden Leidenstage suchte ich in der Bibel erpicht nach Ausreden, welche es in Krisensituation erlauben, dem Leben eigenhändig ein Ende zu setzen. Ich besprach diese Obliegenheit mehrmals mit einem mir bekannten Pfarrer. Dies tat ich kaschiert in der Drittperson. In meinen Gedanken debütierte ein intensiver Prozess nach der besten und der angenehmsten Methode. Als wäre es nicht schon schlimm genug, besuchten mich in dieser Zeit – völlig unabhängig voneinander – acht Personen. Die einen berichteten mir, dass sie sich diese Prozedur nie bieten lassen würden und bei ihnen in einem solchen Fall bereits alles mit der Sterbeorganisation Exit abgesprochen wäre. Die anderen erzählten, dass Suizid ein persönliches Freiheitsrecht sei. Eine verwandte Person brachte mir sogar einen Prospekt der Sterbehilfsorganisation Dignitas. Sinnesverwirrte Christen verurteilten meine Unvollkommenheit und eruierten den Fehler mit dem Vorwand, ich hätte mir dies vor der Geburt selbst ausgewählt. Sie waren verschroben der Überzeugung, dass meine unerkannten ‹ Sünden › daran schuld seien. Auch wenn diese Worte einer übersteigerten Form von Begrenzung entsprangen, so bin ich mir sicher, dass diese Äusserungen und Vorschläge lediglich Ausdruck einer verzweifelten Hilflosigkeit dieser Leute waren. Zugegeben, ich konnte diese Gesinnung in meiner damaligen Situation verstehen. Ich suchte ja selbst nach dem bequemsten und schnellsten Ausweg aus dieser vermeintlich aussichtslosen Lage. Bis mir eines Tages eine Pflegeperson völlig aus dem Zusammenhang gerissen die Lösung brachte, als wir über die Wirkung einer spezifischen Elektrolyt-Ampulle sprachen. Da war die Sache geritzt: Jetzt musste ich bloss noch an diese Medikation kommen, was sich im Nachhinein erstaunlicherweise als viel zu einfach erwies. Ich verabreichte mir eigenhändig diese Substanz und die Wirkung setzte null Komma nichts ein. Sofort waren Symptome wie enormes Brennen in der Brust oder eine Zungenlähmung, gefolgt von Bewusstseinschwankungen zu spüren. Danach war Stille.

Nicht durch lebensrettende Sofortmassnahmen konnte ich am Leben gehalten werden, sondern viel mehr durch die unermessliche Überfülle eines gewaltigen Schutzengels. Mindestens drei solche Personen, wie mich, hätte diese Dosis ums Leben bringen sollen, war die Botschaft der behandelnden Ärztin. Medizinisch gab es für dieses Geschehen absolut keine plausible Erklärung. Als noch kurioser empfand ich es, als der Oberarzt mit der Bibel unter dem Arm in mein Zimmer kam und berichtete, er habe letzte Nacht einen Bibelspruch für mich gefunden. Oder als er nach der Visite im Zimmer blieb und fragte, ob er für mich beten dürfe. Daraufhin legte er mir die Hand auf und betete.

« KEINE STUNDE IST UNGESCHMINKTER, INTIMER UND KONSEQUENTER ALS DIE STUNDE DES STERBENS. » Vier Wochen nach dieser Begebenheit konnte ich das Spital unter adäquater Weiterbehandlung, aber immer noch in einem beachtlich desolaten Zustand, verlassen. Der Genesungsprozess verlief schleppend. Aber kontinuierlich verbesserte er sich. Mehrmals die Woche musste ich in die Nachuntersuchung und in die Psychotherapie. Ich durchlief in einem rasanten Tempo sehr komplexe Prozesse und die Gesundheit brachten wir dank aufwendiger und zeitraubender Behandlung innert einem Jahr in etwa wieder auf den vorherigen Stand. Was war passiert? Ich war doch immer so hart im Nehmen. Das Fass überlief. Plötzlich brauchte es meine ganze Kraft, nur damit ich im Bett aufsitzen konnte und das Angewiesensein auf Hilfe von Dritten empfand ich als menschliche Höchstleistung des Aushaltens.

mehr das Sterben, sondern Ohnmacht, Leiden und Kreatürlichkeit sind tabuisiert. Ich fragte mich, welches Sterben ist menschenwürdig? Warum bin ich gegen aktive Sterbehilfe? Heisst das Motto: Lebenshilfe statt Sterbehilfe? Während den Erkrankten ihre zunehmende Schwäche irgendwann im Loslassen hilft, leiden Angehörige gleichgradig mit. Spiritualität bezeichne ich nun als Erfahrung, die so tief berührt, dass sie ergriffen macht. Ich bin überzeugt, bei einigen muss noch im Sterben das innere Kind aus dem lebenslangen seelischen Gefängnis befreit werden, überhaupt zum Leben erwachen, um damit sterben zu können. Sind es schlussendlich nicht die eigenen Leiderfahrungen und die eigene Bewusstwerdung, welche zu Empathie und MitAushalten befähigt? In Todesnähe sind wir unserem Unbewussten generell nahe. Doch wir sind eine Wohlstandsgesellschaft und unsere Permissivität gegenüber Euthanasie ist der Versuch, sich dem letzten Abschnitt von Leben und dem Leiden gar nicht auszusetzen. Wo ein Mensch im Kern seiner Erlösungsbedürftigkeit ankommt, öffnen sich Perspektiven für eine Wandlung. Doch an seiner eigenen tiefen Wahrheit und an sich selbst kommt kein Sterbender vorbei. Keine Stunde ist ungeschminkter, intimer und konsequenter als die Stunde des Sterbens. Gott ist eines der zentralen Themen am Sterbebett, in seiner Wichtigkeit etwa vergleichbar mit dem Aushalten von Ohnmacht oder mit der Sorge um die Zukunft der Liebsten. Mein Glaube ist, dass wir nicht tiefer fallen können als in Gottes Hand, aus der uns nichts und niemand nehmen kann. Auch das bewusste ausschliessen dieser offenen Option – dem Leben selbst ein Ende zu setzten – hält mich fest. Foto: Hélène Marguet

Das Tabu in unserer heutigen Gesellschaft hat sich meines Erachtens verlagert: Nicht

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VOLUNTEERS

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ächtold Simona B


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Herzen, m e z n a g n Gemeinde aube vo l e g r h ih c in I   « ich hen, die s ellschaft positiv c s n e M dass , die Ges ichzeitig e l g d n u einbringen sen beeinflus iedigung r f e B e r e nnen. » tiefe inn finden kö eiter ie Mitarb D , ls e b y Bill H

JEDER MENSCH IST WICHTIG UND EINZIGARTIG UND VON GOTT MIT BEGABUNGEN BESCHENKT WORDEN UM ANDEREN ZU DIENEN UND DAMIT GOTT ZU EHREN. Wenn Menschen ihre Gaben und Leidenschaften in der Kirche einsetzen wird diese zu etwas wunderschönem und vielfältigem. Im ICF Bern gibt es die verschiedensten Ministries in denen du deine Begabungen einbringen und damit die Kirche lebendiger, schöner und bunter machen kannst. Keine Erfahrung und Ahnung wo deine Gaben und Leidenschaften liegen? Kein Problem, schau einfach bei uns rein und probiere aus, was dir Freude macht. Wir helfen dir gerne und

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Revolutio

finden mit dir gemeinsam heraus, welcher Platz der richtige für dich ist. Mitarbeit in der Gemeinde ist etwas vom Besten, in das du deine Zeit investieren kannst. Du wirst deine Fähigkeiten weiterentwickeln können, Freundschaften schliessen, Neues dazulernen, sehr viele Menschen kennen lernen und Gott wird dich immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. Wenn du deinen Platz noch nicht gefunden hast, schnuppere doch einmal in die Ministries rein, die dich interessieren und besuche den Networkkurs. Infos und Angebote: WWW.ICF-BERN.CH

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dark valley Rahel K端ng

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ch fühle mich lebendig, wenn ich verschiedenste Aktivitäten unter einen Hut bringen kann. Meine Energie reicht sehr weit, an Ideen fehlt es mir nie. Man sagt, ich sei sehr aktiv, ja ich kann mich für viele Dinge begeistern. Meine Leidenschaft gehört dem Theater. Dort gibt es unglaubliche Möglichkeiten, die Herzen der Zuschauer anzusprechen. Doch Gott hat mir gezeigt, dass ich meine Grenzen habe, dass auch ich von ihm abhängig bin. Ohne ihn geht nichts. Jeder Mensch verfügt über begrenzte Energie, die unendliche, unbegrenzte Kraft und Macht gehört alleine Gott. Ich weiss heute wie es ist, wenn man absolut keine Energie und Lebensfreude mehr verspürt. Ich habe erfahren was es heisst, durchs dunkle Tal zu gehen. Ich wurde aus dem vollen Leben gerissen. Adrian und ich waren vier Jahre verheiratet. Meine Ausbildung an der Musicalschule war sehr intensiv. Das zweite Ausbildungsjahr hatte ich mit Erfolg abgeschlossen. Da meldete sich eine intensive Übelkeit. Ich wusste recht bald: ich war schwanger. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Das war nicht geplant. Ich hatte die Kontrolle verloren.

« ich haderte mit meinem schicksal und mit gott. ich wollte nicht mehr leben. »

Die Übelkeit wurde schlimmer und schlimmer und dann kam das Erbrechen dazu; Hyperemesis gravidarum (übermässiges Erbrechen in der Schwangerschaft). Im Spital wurden meine Wasserspeicher wieder aufgefüllt. Doch die Übelkeit blieb. Ich war unfähig irgendetwas zu tun, konnte nur liegen und warten bis es vorbei ist. Nach vier Monaten war ich am Ende. Ich fühlte mich so leblos, wollte nur noch sterben. Ich hatte schlimme Angstattacken. Zum Glück durfte ich bei meinen Eltern wohnen, denn ich konnte schon lange nicht mehr zu mir selber schauen. Mein Mann war damals noch Assistenzarzt und arbeitete extrem viel. Das ganze wuchs uns allen über den Kopf. Das Kind war gesund und wuchs. In mir entstand ein neues Leben und mein eigenes schien zu schwinden. Mir ging es immer schlechter, bis man endlich eine schwere Depression diagnostizierte. Ich musste stationär in eine Psychiatrie eingewiesen werden. Ich haderte mit meinem Schicksal und mit Gott. Ich wollte

nicht mehr leben. Ich war so erschöpft und innerlich doch so angespannt. Dieser Zustand war für mich kaum auszuhalten. Jede Sekunde meines Daseins wurde zur Qual. Dank meinen Freunden und meiner Familie habe ich diese Zeit irgendwie durchgebracht. Ich wusste nicht, ob ich jemals wieder gesund werden würde. Ich hatte keine Ahnung von dieser Krankheit. Dank Medikamenten, Psychotherapie und vielen Gebeten ging es mir langsam besser. Im sechsten Monat meiner Schwangerschaft konnte ich nach Hause. Es war aber immer noch ein täglicher Kampf. Ich arbeitete zu 50% in der neu eröffneten Hausarztpraxis meines Mannes. Ich sehnte mich so nach meiner alten Lebensfreude. Unser Sohn Matteo Simeon kam am 17.03.2007 gesund zur Welt. Mir ging es sofort nach der Geburt wieder gut. Ich habe gespürt: Das dunkle Tal ist vorbei. Gott hat mich durchgeführt. Er hat mir Menschen zur Seite gestellt, die mich durchgetragen, um nicht zu sagen, durchgeschleppt haben. Gott hat viel zugelassen, aber er hat auch darüber gewacht, dass ich es heil überstehe. Er hat über meinem Herzen gewacht, er liess nicht zu, dass es zerbrach. Er ist der Hüter meiner Seele. Durch diese schwierige Zeit wurde mir bewusst, wie sehr wir Menschen von Gott abhängig sind. Es braucht so wenig und schon ist unser seelisches Gleichgewicht zerstört. In der Psychiatrie habe ich oft gedacht: « So, jetzt gehörst du auch zu den Psychos, du wirst jetzt auch immer diesen Stempel auf der Stirn tragen: depressiv. » Eine Depression zeigt, dass man das Leben nicht mehr im Griff hat und ein Psychiatrieaufenthalt zeigt dies umso deutlicher. Wenn solche Gedanken überhand nehmen, sage ich mir: Mein Leben soll Gott allein im Griff haben, er ist und bleibt der Regisseur, weil er der Beste ist! Foto: Simon Schaller

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ICF

COLLEGE BERN

DREAM BIGGER, REACH HIGHER! Unter diesem Motto startet das ICF College so richtig durch. Werde angesteckt mit neuer Leidenschaft und Liebe f체r Gott und sein Reich. Entdecke deine Gaben und F채higkeiten und trage die beste Botschaft der Welt hinaus zu kirchendistanzierten Menschen. Das Biblediving sowie die praktischen und lebensnahen Teachings im Bereich J체ngerschaft und Leiterschaft werden dir helfen, Gott besser kennen zu lernen, die Bibel in einer neuen Tiefe zu verstehen, in deiner Leiterschaft zu wachsen und deinen Glauben im Alltag zu leben.

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Die Ausbildung dauert ein Jahr und ist berufsbegleitend (20%). Der Unterricht findet am Freitag Vormittag statt. Dazu kommt ein halber Tag Selbststudium. Melde dich jetzt unter WWW.ICF-BERN.CH an.

ICF COLLEGE PLUS! ICF College Plus Studierende besuchen einerseits die Lehreinheiten des ICF College, zusätzlich sind sie mindestens ein Tag aktiv im ICF Bern tätig und helfen beim Aufbau von sozialen Projekten und Aktionen sowie bei deren Durchführung.

nte ich r e l e g e oll « Im C nhänge der n r halfe i mme a m s e u h Z lc die nen, we en zu n e k l e n Bib ser ken mer besser s e b t t Go ihn im n. » d n u n e tehe lern zu vers r

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« Durch das rege lmässig und theologisch geführte Bibelstu dium, habe ich einen neuen Level im Glauben erreicht.  » David Chaignat

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MEINE KLEINGRUPPE Interview mit Andrea Brunner

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1. Andrea, bitte stelle dich kurz vor. Ich bin 32 Jahre jung, glücklich verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Gelernt habe ich Coiffeuse. Heute arbeite ich als Hausfrau. In meiner Freizeit gehe ich gerne kreativen Arbeiten nach. Ich bastle und nähe gerne. 2. Seit wann bist du im ICF? Seit 2002. Das ICF lernte ich durch meine Kollegin, Rahel Küng, kennen. 3. Leitest du eine Kleingruppe und warum? Seit ca. 3 Jahren leite ich eine FrauenKleingruppe. Zurzeit sind wir zu fünft. Es hätte noch Platz für weitere Mitglieder. Ich geniesse die Gemeinschaft und freue mich, wenn wir gemeinsam in verschiedener Hinsicht wachsen können. 4. Warum hast du dich für eine eigene Kleingruppe entschieden? Ich wünschte mir eine Gruppe, in der wir miteinander Gott und Gemeinschaft erleben, für einander da sind und uns gegenseitig stützen und aufmuntern können. Ich fühlte mich aber nicht wirklich bereit. Doch durchs Gebet merkte ich, das nicht ich etwas leisten muss, sondern dass es wichtig ist, Gott ins Zentrum zu stellen. Er führt uns! An mir ist es, den Raum und die Zeit freizuhalten. 5. Wie erlebt ihr Gott in eurer Kleingruppe? Vor allem beim Beten und wenn wir auf Gottes Wort hören. Aber auch beim gegenseitigen Austausch und Ermutigen. 6. Was ist der Sinn des Lebens? Für mich? Ich glaube möglichst in der Spur zu laufen, die Gott für einem bereithält.

« doch durchs gebet merkte ich, dass nicht ich etwas leisten muss... »

« gott ist mit uns! »

schweisst einen zusammen, fordert aber auch heraus und bringt uns schlussendlich weiter. 8. Was berührt dein Herz? Geschichten, die das Leben schreibt. 9. Was empfiehlst du den Leuten, die eine KG starten möchten? Dafür zu beten, auf Gott zu hören und diesen Wunsch mit Freunden zu besprechen. 10. Dein Lebensmotto? Die Sachen nehmen, wie sie kommen. Gott ist mit uns! Interviewt von Markus Hänni Fotos: Hélène Marguet

7. Beeindruckt dich die Offenheit und Ehrlichkeit in eurer Kleingruppe? Ja sehr, mich beeindruckt Ehrlichkeit und Echtheit extrem. Es schafft Vertrauen,

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GALLERY

CHURCH IN COLOR

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« Bis dass der Tod uns scheidet » Rebekka & Fabrice Egger

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ebekka und Fabrice lernten sich in einem Chatroom im Internet kennen. Nach Wochen intensiven Chatkontakts beschlossen sie, sich im November 01 in Zürich zu treffen. Nach den vielen guten Gesprächen im Chat, unterhielten sie sich auch an diesem Abend sehr gut. Beide verliebten sich. Fabrice: Einige Tage später entschlossen wir uns, miteinander eine feste Beziehung anzufangen. Ich war wie im siebten Himmel und ziemlich schnell wusste ich, dass sie die Frau meines Lebens ist. Die kommenden zwei Jahre trafen wir uns jedes Wochenende abwechselnd in Bern und in der Ostschweiz. Es war eine sehr schöne Zeit – zu schön, da wir nicht über Probleme zusammen diskutierten. Ich war so besessen von der Harmonie zwischen uns, dass ich jedes Problem im Keim zu ersticken versuchte. Rebecca: Die Harmonie von Fabrice sprang auf mich über, obwohl ich eigentlich gerne

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mal unsere Meinungsverschiedenheiten an- resp. aussprechen wollte, leider selten mit Erfolg. Meine Gedanken, Ängste und Freuden konnte ich mit niemandem teilen. So sagte ich mir immer wieder: « Hey es stimmt doch ansonsten alles für mich und er ist mein Traummann ». Eines Abends als Fabrice sich, damals noch als Bassist, für den Soundcheck im ICF bereit machte, erinnerte ich mich an einen Traum, den ich hatte, bevor wir uns kannten. Darin sah ich einen jungen Mann auf der Bühne in einem grossen Saal, der genau wie Fabrice aussah. Ich schaute ihn an und wusste: « Er ist mein Mann fürs Leben, ihn will ich heiraten. » Am 7. August 2003 heirateten wir zivil. Ein Jahr später folgte die kirchliche Hochzeit. Das Fest war herrlich, genau so wie ich es mir erträumt hatte. Ich nahm mir vor, nie in einer Scheidung zu Enden wie meine Eltern. Fabrice: Schon mein ganzes Leben hatte ich mit Problemen zu kämpfen. Als ich 4 jährig war, liessen sich meine Eltern scheiden. Während zwei Jahren lebte ich bei meiner Mutter und wurde täglich misshandelt. Mein Vater holte mich dann Gott sei Dank zu sich und zog mich gross. Obschon ich mich als Teenager für Jesus entschieden hatte, trug ich alte Verhaltensmuster mit mir herum, die nun auch in meiner Ehe fatale Auswirkungen hatten. Aus den anfänglichen Meinungsverschiedenheiten entwickelten sich heftige Streitereien. Während ich sehr dominant wurde und meinen Willen forcierte, zog sich Rebecca immer mehr von mir zurück. Dies wiederum verletzte mich so sehr, dass ich die Liebe ausserhalb unserer Ehe suchte. Rebecca: Wir fingen an uns heftig zu streiten und nicht mehr richtig zu kommunizieren. Ich wurde unglücklich, nicht zu letzt, weil Fabrice mir untreu wurde. Immer mehr wollte ich weg sein von zu Hause und mit Freunden Zeit verbringen. Um unsere Ehe stand es immer schlechter und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Doch leider blieb ich passiv. Gott sei Dank fand ich gute Freunde, die für mich da waren. Eine Freundin bot mir an, bei ihr einzuziehen. Als ich keinen Ausweg mehr sah, nahm ich dieses Angebot an und trennte mich von Fabrice.

Fabrice Als Rebecca am 3. Januar 2007 nicht mehr nach Hause kam, brach für mich eine Welt zusammen. Ich hatte als Ehemann und Christ versagt und das Wichtigste in meinem Leben verloren. Das Schlimmste war, dass ich nichts ändern konnte. Ich verkroch mich in die Einsamkeit und schrie täglich zu Gott. Am liebsten wäre ich gestorben. Rebecca wollte praktisch keinen Kontakt mehr mit mir haben und dies machte mich krank. Erfolglos versuchte ich alles, um ihre Liebe zurück zu gewinnen.

« ich hatte als ehemann und christ versagt und das wichtigste in meinem leben verloren. » Rebecca: Je mehr Fabrice auf mich einredete, desto schlimmer wurde es für mich. Ich brauchte viel Zeit um nachzudenken. Was soll ich tun? Will ich mit Fabrice weiterhin eine Ehe führen oder habe ich einfach etwas Besseres verdient? Anfangs distanzierte ich mich auch von Gott und war etwa ein halbes Jahr nicht mehr fähig, Gottesdienste zu besuchen oder zu beten. Da sich Fabrice meiner Meinung nach keine Mühe gab, sich zu bessern, war ich kurz davor die Scheidung einzureichen. Doch irgendwie liess mich mein Versprechen, dass ich Fabrice an unserer Hochzeit vor Gott und den Menschen gab, der Traum, den ich hatte noch bevor ich Fabrice kannte und meine Hoffnung zur Besserung nicht los. Mit der Zeit konnte ich mich aufraffen, um mit Fabrice eine Ehe-Therapie zu besuchen. Fabrice Die Therapie war unsere erste Möglichkeit, wieder richtig miteinander zu kommunizieren. Trotzdem gab es immer wieder Rückschritte. Am intensivsten war jedoch die Zeit alleine mit Gott. Ich war ein gebrochener Mann und musste zugeben, dass ich

nichts im Griff hatte. Ich konnte nur noch alles in Gottes Hände legen, ihn um Vergebung bitten und hoffen, dass er meine Ehe rettet. Nun war ich bereit, Gottes Veränderung zu wollen und anzunehmen. Nach langer Funkstille redete der Herr wieder zu mir. Durch den Tod Jesu am Kreuz vergab er mir meine Sünden. Gott sagte mir, ich müsse jetzt Geduld haben und durch eine schwere Zeit gehen. Ich solle mein ganzes Vertrauen auf ihn setzen, denn er wird es richtig machen (Psalm 37,5). Diese Zeit erschien mir wie eine Ewigkeit und sie war geprägt von einer Gefühlsachterbahn aus Angst und Hoffnung. Ich betete täglich zum Herrn und schüttete ihm mein Herz aus. Die Veränderung kam dann tatsächlich, ohne dass ich etwas merkte. « Denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf » (Psalm 127,2), bekam dadurch für mich eine ganz neue Bedeutung. Rebecca Ich merkte, dass sich Fabrice veränderte. In kleinen Schritten ging es vorwärts. Weil ich sah, dass es Hoffnung gibt, ging es mir immer besser. Dafür war ich Gott sehr dankbar. Eines Abends sassen wir mit einem Ehepaar zusammen, um über unsere Zukunft zu sprechen. Da wurde mir klar, dass Fabrice und ich eine gemeinsame Zukunft haben. Es war nicht einfach plötzlich wieder alles in Ordnung. Ich musste in erster Linie wieder Vertrauen gewinnen. Fabrice & Rebecca: Die grösste Überwindung für Rebecca war der erste Schritt zum Händchen halten. Es war, als lernten wir uns wieder von neuem kennen. Immer öfter verbrachten wir Zeit zusammen und kamen uns näher. Im Juni 2008 zogen wir nach 1,5 Jahre Trennung in eine Altbauwohnung mitten in der Stadt Bern, wo wir heute noch glücklich zusammen leben. Der Herr hat das Wunder der völligen Wiederherstellung unserer Ehe vollbracht. Ihm gebührt Ehr und Dank. Foto: Simon Schaller

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« für gott ist nichts unmöglich und er ist unglaublich grosszügig! »

VERSORGER Interview mit Stefan Fankhauser

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1. Wer bist du? Ich bin Stefan Fankhauser, oder wie die meisten mich nennen, Fanky. Ich bin 25 Jahre jung, arbeite 50% im ICF Bern und zu weiteren 50% als kaufmännischer Angestellter in einer KMU. In meiner Freizeit treffe ich mich gerne mit Freunden und treibe viel Sport, wie, klettern, joggen und Squash spielen.

Bankkonto warf, konnte ich es kaum fassen: Verschiedene mir bekannte Menschen hatten mir Spenden überwiesen, so dass mein Kontostand wieder im Plus war.

2. Für was würdest du deinen letzten Franken ausgeben? Für Ferien am Meer! Aber auch um finanziell schlecht gestellten Menschen etwas zu ermöglichen, wie beispielsweise eine Weiterbildung.

« if you do his will, he will pay the bill. »

3. Wie gehst du mit deinen Finanzen um? Ich bin überzeugt, dass ich ein guter Verwalter von dem mir anvertrauten Geld bin und dass Gott mich versorgt. Zurzeit tut er dies durch meine beiden Arbeitsstellen. Ich versuche stets grosszügig und zugleich nicht verschwenderisch zu sein. 4. Bist du sparsam? Ja, eher. Wenn es aber um Ferien oder Freizeit geht, ist es mir wichtig, nicht zu sparsam zu sein, da ich grosszügig gegenüber anderen wie aber auch gegenüber mir selbst sein möchte. 5. Hast du schon einmal etwas Erstaunliches mit deinen Finanzen erlebt? Ich habe in den letzten beiden Jahren bei « Jugend mit einer Mission » mitgearbeitet und erlebte, wie Gott Menschen versorgt. Ein krasses Erlebnis hatte ich in Hawaii während meiner Jüngerschaftsschule. Einige Studenten hatten noch kein Geld für den Outreach (Missionseinsatz). So ging es auch einer meiner Kolleginnen. Ich hatte später den Eindruck, dass Gott mich herausforderte, ihr einen grösseren Betrag zu schenken. Ich ignorierte am Anfang diesen Eindruck, da es aus meiner Sicht zu viel war. Schlussendlich entschied ich mich dann doch, ihr das Geld zu geben. Sie war völlig überwältigt vor Freude und konnte es kaum fassen. Ich dagegen war etwas besorgt, da ich anschliessend bemerkte, dass ich mit meinem Kontostand ins Minus rutschte. Ich war irritiert und fragte Gott, was das soll. Ich erhielt zu diesem Zeitpunkt aber keine konkrete Antwort. Als ich später wieder einen Blick auf mein

6. Wie erklärst du dir dieses Ereignis? Eindeutig: A divine miracle. Bei JMEM hatten wir den passenden Slogan dazu: If you do his will, he will pay the bill.

7. Was für Lehren hast du daraus gezogen? Für Gott ist nichts unmöglich! Und er ist unglaublich grosszügig! 8. Bist du käuflich? Nein, grundsätzlich nicht, du? 9. Erstellst du für deine persönlichen Finanzen ein Budget? Im Moment nicht. 10. Findest du Lotto spielen einen Geldverschleiss? Hmm, das kann ich nicht mit Ja oder Nein beantworten. Jedenfalls ist dies bestimmt besser als in Aktien zu investieren; ich persönlich kaufe mir aber keine LottoScheine. 11. Was kaufst du dir als nächstes? Überlegt... Da gäbe es so einiges. Ein paar nette Frühlings-Klamotten sind wohl das Nächste. Interviewt von Markus Hänni Foto: Sebastian Baur

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ICF BERN

LEADERS TEAM

Die Senior Pastors Chlöisu & Andrea Burkhalter leiten ICF Bern zusammen mit dem Leaders Team. Dieses besteht aus Personen, die Verantwortung für grosse Bereiche im ICF Bern tragen.

Chlöisu & Andrea Burkhalter Senior Pastors

Tom & Sara Gerber Youthplanet

Maria Fiechter Worship

Joel Spirgi Media Team

Joel Kunkler Church Life

Salome Hostettler Chinderexpress & ICF Office

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« Wir sind überzeugt, dass Gott uns mit dem Notwendigen und mehr an finanziellen Mittel versorgt und dass Geld eine Stütze für die funktionierende Gemeinde ist. » ICF Bern wendet allgemeine Finanzgrundsätze an. Der erste und wichtigste Grundsatz ist das Vertrauen auf Gott. Weiter setzen wir die uns zur Verfügung gestellten Finanzen nach ökonomischen Regeln zielgerichtet zur Unterstützung der Strategie ein, ohne jedoch dabei die stabilen finanziellen Verhältnisse aus den Augen zu verlieren. Diese Stabilität erreichen wir, indem ein ausgeglichenes Budget mit dem Fokus auf eigenfinanziertes Wachstum umgesetzt wird. Diese allgemeinen Grundsätze unterstellen wir jährlich einer anerkannten externen Prüfung. ICF Bern finanziert seine Aktivitäten grösstenteils durch monatliche Spenden der ICFler. Zudem wird jeden Sonntag ein Offering gesammelt, mit dem ein Teil der laufenden Kosten gedeckt werden kann. Weitere Aktivitäten wie das ICF College oder Camps sind selbsttragend.

Umgebung, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken sowie an soziale Projekte in Bern, in der Schweiz und in der ganzen Welt. Die anderen 5% gehen an das ICF Movement, welches neue ICFs weltweit im Aufbau unterstützt. Den grössten Teil wenden wir für Gehälter unserer Mitarbeitenden, Weiterbildungskosten und Coachings auf. Für Mietkosten der Räumlichkeiten werden weitere 20% beansprucht. Alle weiteren Kosten, vom neuen Bobbycar für den Chinderepxress über Versicherungen bis zum Ersatz aller Mikrofone, machen einen Viertel aus. Der Rest wird für Weiterentwicklung und Wachstum des ICF Bern zurückgelegt. « Finanzen sind eines von vielen Mitteln, um die Vision des ICF Bern und somit Gottes Auftrag in der Stadt und Agglomeration Bern umzusetzen. »

Die ersten 10% der erhaltenen Spenden und gesammelten Kollekten geben wir weiter. Die Hälfte davon geht an Menschen in unserer

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I C F Be r n Mo nb i j o u s t r a s s e 6 ( i m Ho f ) 3 0 11 Be r n 031 380 84 24 o ff i c e @ i c f - b e r n . c h Sp e nde n : PC - Ko n t o 3 0 - 7 3 7 2 4 1- 3

I N T E R N AT I O N A L C H R I S T I A N F E L L OW S H I P W W W. I C F - B E R N . C H

ICF Bern Magazin 2009  

Kirche neu erleben!

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