Page 8

capaz de pagar suas dívidas e beneficiar de um elevado padrão de vida o mais rápido possível. Devemos nos perguntar se a produtividade deve ser o nosso principal objectivo. Podemos ficar encantado com os fabricantes de aparelhos diferentes, como suportes e fios ou estimulação auxiliando aparelhos e técnicas que são supostamente para aumentar a eficiência do tratamento como Acceledent, Propel, Piezocision e outros. Não tenho nada contra melhorar meus resultados do tratamento, eu pessoalmente estou encantado e intrigado com todas essas coisas novas, mas toda vez que tenho a tentação de usar qualquer novo produto ou técnica que passar por uma avaliação muito rigorosa da literatura independente para me convencer de que o mudança valha a pena. Eu não vou tomar posição sobre qualquer um deles, mas exorto-vos a olhar para a literatura e fazer sua própria decisão na seriedade da literatura e sobre a eficácia clínica de qualquer novo produto. Depois de todas estas palavras minhas conclusões são que levam menos tempo para tratar de todas as razões acima, mas nem sempre o faz mais rápido igual a melhor. Saúde, bem estar, a função do paciente e também atratividade deve ser colocado acima de tudo e nosso maior desafio é convencer e motivar o paciente a colaborar com o tratamento que ele ou ela precisa e não ao tratamento que ele ou ela quer mesmo que todos nós sabemos que não podemos ter sempre o nosso caminho. German Version Sind wir bald fertig? Translation by Dr. Barbara Bimler-Rhodes, Germany Seitdem ich die Universität verlassen habe, vor ziemlich langer Zeit, haben sich die orthodontischen Verfahren wesentlich verbessert. Patienten und Zahnärzte betrachten Behandlungen mit ganz anderen Augen. In keiner anderen Epoche war Zeit so wichtig. Die Leute haben nicht genug Zeit, um all die Dinge zu tun, die sie tun möchten. Wahrscheinlich deshalb weisen viele orthodontische Zahnärzte darauf hin, dass sie über eine Technik verfügen, die schneller als je zuvor eine Behandlung durchzieht. Wir sehen alle, dass sich die Zukunft der Orthodontie schnelleren und besseren Behandlungsmethoden hinwendet. Angesichts dieses futuristischen Kinos (klingt das für Sie nicht auch wie ein Filmtitel?) von „Schneller und Besser“ gehen mir einige Fragen durch den Kopf. Eine dieser Fragen lautet: „Sind wir wirklich schneller?“, und eine andere: „Warum wollen wir so schnell sein?“. Einfacher lässt sich vermutlich erst die zweite Frage nach dem Warum beantworten. Die Patienten verlangen eine kürzere Behandlungszeit; „Herr Doktor, hatten Sie als Erwachsener eine Zahnspange?“ Die Teenager wollen wir gar nicht erwähnen, die in großer Mehrheit das Behandlungsende nach drei Monaten herbeiwünschen. Was mich angeht, hatte ich als Erwachsener eine Zahnbehandlung und kann Ihnen versichern, Zeit spielt eine große Rolle. Für die Patienten – je kürzer desto besser. Für die jungen aktiven Erwachsenen mit einer Berufslaufbahn, die sie ständig auf Achse hält, oder für die interdisziplinären Fälle, die orthodontische Vorbereitungen brauchen, war die kürzest-mögliche Behandlungszeit niemals so wichtig wie heute. Das ist nicht so schlecht, zumal dem Periodentalgewebe lange Behandlungszeiten auch nicht gut bekommen. Für den Zahnarzt bedeutet eine kürzere 8

Behandlungszeit mehr Empfehlungen und Überweisungen und ist produktivitätssteigernd, denn man kann in der gleichen Zeit mehr Patienten behandeln. Der Einfluss der Werbung und Veröffentlichungen der Hersteller mag auch eine Rolle spielen; ihre Marketingstrategien geben uns das Gefühl, Idioten zu sein, wenn wir nicht auch auf den „schnellen Zug“ aufspringen. Manche wollen schneller behandeln, nachdem sie die Kollegen gesehen haben und glauben, ohne Reduktion der Behandlungszeit wären sie nicht konkurrenzfähig oder gar altmodisch oder einfach unfähig. Für andere Kieferorthopäden kann es sogar noch mehr Gründe für eine schnelle Behandlung geben. Die zweite Frage ist: Behandeln wir tatsächlich schneller? Und die Antwort ist ja, ohne jeden Zweifel. Mit dem Fortschritt von Wissenschaft und Technologie sowie dem besseren Verständnis von Wachstum und Entwicklung, mit besserem memory wire und besseren Herstellungsprozessen üben wir eine bessere Kontrolle aus. Ebenso sinkt der Anteil der Extraktionsfälle, und mit weniger zu schließenden Lücken brauchen wir weniger Behandlungszeit. Allerdings gibt es da noch eine Grauzonen, zum Beispiel: Wissen wir wirklich mehr über Wachstum und Entwicklung und können wir den Rückfall kontrollieren? Dies ist nicht leicht zu beantworten, und kürzlich hörte ich folgenden Kommentar des prominenten Chefarztes einer KFO-Abteilung: Seiner Meinung nach hätten die heutigen Graduierten einen geringeren Wissensstand und seien mehr technisch orientiert, weil sie wegen der größeren Produktivität die Zähne schneller bewegen wollten. Wenn sie die Hochschulen verlassen, wollen sie ihre Schulden zurückzahlen können und so schnell wie möglich einen hohen Lebensstandard erreichen. Wir müssen uns fragen, ob eine hohe Patientenzahl unser erstes Ziel sein soll. Wir lassen uns vielleicht von den Herstellern der verschiedenen Apparaturen wie Brackets und Drähten oder StimulationsApparaten und –techniken bezaubern, wie Acceledent, Propel, Piezocision und manchen anderen. Ich habe persönlich nichts gegen eine Verbesserung meiner Behandlungsergebnisse, ich bin persönlich fasziniert und begeistert von all den Neuigkeiten, aber jedesmal, wenn ich in die Versuchung komme, irgend ein neues Produkt oder eine neue Methode auszuprobieren, sehe ich mir die unabhängige Literatur sehr genau an, um sicherzugehen, dass ein Wechsel sich lohnt. Ich will zu keinem Produkt Stellung beziehen, aber ich möchte Sie bitten, sich die Literatur anzusehen und danach erst eine persönliche Entscheidung über die Seriosität der Veröffentlichung und die klinische Effizienz eines neuen Produktes zu treffen. Nach all dem komme ich zu dem Schluss, dass wir aus den erwähnten Gründen zwar weniger Zeit zur Behandlung brauchen, aber dass schneller nicht immer besser bedeutet. Die Gesundheit der Patienten, ihr Wohlbefinden, die Funktion und auch das Aussehen sollten über allem anderen stehen, und unsere größte Herausforderung besteht darin, die Patienten zu überzeugen und zu motivieren, bei DER Behandlung mitzuarbeiten, die sie BRAUCHEN und nicht der, die sie WÜNSCHEN, denn wie wir wissen, können wir nicht immer das bekommen, was wir wollen.

IJO

VOL. 25

NO. 3

FALL 2014

International Journal of Orthodontics  
International Journal of Orthodontics  
Advertisement