WETTBEWERBS FÜR LIEDKUNST
STUTTGART 2026

BRIGITTE FASBAENDER, Deutschland (Juryvorsitz)
Brigitte Fassbaender wurde in Berlin geboren und studierte Gesang bei ihrem Vater, Kammersänger Willy Domgraf Fassbaender. Im Alter von 21 Jahren debütierte sie an der Münchener Staatsoper, von wo sie ihre internationale Karriere begann. Sie sang an allen führenden Opernhäusern und Festpielen der Welt und verkörperte alle bedeutenden Partien ihres Fachs. Für zwei Publikumsgenerationen war sie der führende Oktavian in Richard Strauss’ Rosenkavalier. Sie erhielt den Kammersängerinnentitel der Bayerischen und der Wiener Staatsoper. Über 250 Schallplatteneinspielungen geben Zeugnis von ihrer Bedeutung als Sängerin. 1995 beendete Brigitte Fassbaender ihre Gesangskarriere, um sich ganz der Regie zu widmen. Über 90 Inszenierungen hat sie inzwischen im In- und Ausland auf die Bühne gebracht. Als gefragte Gesangspädagogin unterrichtet sie weltweit in Meisterkursen. Von 1995 bis 1997 war sie interimistische Operndirektorin am Staatstheater Braunschweig, 1999 bis 2012 leitete sie als Intendantin das Tiroler Landestheater in Innsbruck. Seit 2002 leitet sie den »Eppaner Lied Sommer«; von 2009 bis 2017 war sie künstlerische Leiterin des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen sowie Vorsitzende der Richard-Strauss-Gesellschaft München. Zu den zahlreichen Preisen, mit denen Brigitte Fassbaender ausgezeichnet wurde, gehören der Orden »Pour le Mérite« für Wissenschaft und Künste (2010) und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse mit Stern (2012), die Hugo-Wolf-Medaille (2013) für ihre besonderen Verdienste um die Liedkunst sowie der ECHO Klassik 2017 für ihr Lebenswerk. Im Oktober 2019 erschienen Brigitte Fassbaenders Memoiren unter dem Titel Komm’ aus dem Staunen nicht heraus

JULIANE BANSE, Deutschland Wenige Künstlerinnen ihrer Generation sind auf so vielen Gebieten mit verschiedenstem Repertoire so erfolgreich wie die Sopranistin Juliane Banse. Ihr Opernrepertoire reicht von der Feldmarschallin, Figaro-Gräfin, Fiordiligi, Donna Elvira, Vitellia über Genoveva, Leonore, Tatjana, Arabella bis hin zur Grete (Schrekers Der ferne Klang). Ihren künstlerischen Durchbruch erlangte sie bereits 20-jährig als Pamina an der Komischen Oper Berlin in einer Produktion von Harry Kupfer. Unvergessen ist auch ihr Auftritt an der Oper Zürich als Schneewittchen bei der Uraufführung der gleichnamigen Oper von Heinz Holliger, mit dem sie seit jeher eine enge Zusammenarbeit verbindet. Die in Süddeutschland geborene und in Zürich aufgewachsene Künstlerin nahm zunächst Unterricht bei Paul Steiner, später bei Ruth Rohner am Opernhaus Zürich und vervollständigte dann ihre Studien bei Brigitte Fassbaender und Daphne Evangelatos in München. Seit dem Wintersemester 20/21 unterrichtet sie selbst als Professorin am Mozarteum in Salzburg. Außerdem gibt sie Meisterkurse im In- und Ausland und ist gefragtes JuryMitglied bei internationalen Wettbewerben. Im Konzertbereich ist die Künstlerin mit einem weit gefächerten Repertoire unterwegs, welches sie mit namhaften Dirigent:innen zusammengeführt hat. Liederabende und Kammermusik sind seit jeher fester Bestandteil des Kalenders. Besonders gefragt ist auch ihr Projekt Winterreise, gesungen und getanzt von Juliane Banse (gemeinsam mit dem Tänzer István Simon) und am Klavier begleitet von Alexander Krichl, in der Choreographie von Andreas Heise.

CHRISTOPH BERNER, Österreich
Christoph Berner wurde in Wien geboren und studierte an der Universität für Musik seiner Heimatstadt bei Imola Joo, Hans Graf und Hans Petermandl. Anschließend besuchte er für zwei Jahre die Meisterklasse von Maria Tipo an der Scuola di musica di Fiesole (Italien). Mit dem Sieg beim Bösendorferwettbewerb 1995, dem 2. Preis beim Internationalen Beethovenwettbewerb 1997 (Wien) sowie dem Mozart- und Schumannpreis beim Géza Anda Concours 2003 (Zürich) konnte Christoph Berner seinen Ruf als einer der führenden österreichischen Pianisten etablieren. Als Solist war er mit Orchestern wie dem Moskauer Tschaikowsky Orchester, dem Orchestre National du Capitole de Toulouse, der Dresdner Philharmonie, der Philharmonie Bergen, der Northern Sinfonia, der Neuen Philharmonie Westfalen und dem Mahler Chamber Orchestra unter Dirigenten wie Neeme Järvi, Michel Plasson, Rafael Frühbeck de Burgos, Andrew Litton, Johannes Wildner, Vladimir Fedosejev und Thomas Zehetmair zu hören. Seit 1999 arbeitet Christoph Berner eng mit dem Tenor Werner Güra zusammen – das Duo ist regelmässig zu Gast in der Wigmore Hall London, im Wiener Musikverein, im Palau de la Musica Barcelona, in der Citè de la musique Paris, sowie bei Festivals wie der Schubertiade Schwarzenberg, dem Rheingau Musik Festival, dem Edinburgh Festival, dem Kissinger Sommer, den Dias da musica, Lissabon u. v. m. Seit 2014 ist er Professor für Vokalbegleitung und Liedgestaltung an der Zürcher Hochschule der Künste.

HANS EIJSACKERS, Niederlande
Hans Eijsackers war Preisträger beim Prinzessin-Christina-Wettbewerb und beim Europäischen Klavierwettbewerb in Luxemburg und wurde zweimal mit der Medaille der Freunde des Concertgebouw ausgezeichnet. Er war viele Jahre Professor für Duo und Kammermusik am Königlichen Konservatorium in Den Haag, für Klavier an der HKU in Utrecht und seit 2013 ist er als Professor für Liedgestaltung an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf tätig. Eijsäckers tritt häufig als Solist, Kammermusiker und als gefragter Liedbegleiter auf. Als Jurymitglied nahm er am Internationalen Gesangswettbewerb in Den Bosch, dem „International Student Lied Duo Competition“ in Groningen und dem Prinzessin-Christina-Wettbewerb teil, Einladungen zu Meisterkursen führten ihn nach Brüssel, Montepulciano und Surabaya sowie in die Niederlande und nach Deutschland. Derzeit ist er künstlerischer Leiter des „International Student Lied Duo Competition“ in Groningen und des Internationalen Lied Festivals Zeist.

WERNER GÜRA, Deutschland
Werner Güra, in München geboren, studierte am Mozarteum in Salzburg und setzte seine Gesangsausbildung später bei Kurt Widmer in Basel und Margreet Honig in Amsterdam fort; daneben nahm er Schauspielunterricht bei Ruth Berghaus und Theo Adam. Nach Operngastspielen in Frankfurt und Basel wurde er 1995 Ensemblemitglied der Semperoper in Dresden, wo er mit den großen Partien seines Stimmfachs in Opern von Mozart und Rossini zu hören war. In wichtigen MozartPartien gastierte er zudem an der Staatsoper Berlin, an der Opéra National de Paris, La Monnaie in Brüssel, am Teatro Carlo Felice in Genua, bei den Innsbrucker Festwochen für Alte Musik und im Festspielhaus Baden-Baden. Als Konzert- und Oratoriensänger steht Werner Güra regelmäßig auf den wichtigen Konzertpodien Europas und der USA. Er arbeitete unter der Leitung renommierter Dirigenten wie Claudio Abbado, Riccardo Chailly, Sir Colin Davis, Thomas Hengelbrock, René Jacobs, Marek Janowski, Fabio Luisi, Kurt Masur, Roger Norrington und Nikolaus Harnoncourt. Seine zahlreichen Solo-CDs wurden u.a. mit dem »Diapason d’or« und vom Grammophone Magazine mit dem »Editor’s Choice« ausgezeichnet. Ebenfalls wurden einige Einspielungen mit dem BBC Music Magazine Award 2011 und dem ECHO Klassik Preis 2012 honoriert. Seit 2009 unterrichtet Werner Güra Gesang an der Züricher Hochschule der Künste.

SUSAN MANOFF, USA/Frankreich
Susan Manoff studierte an der Manhattan School of Music und der University of Oregon. Sie tritt regelmäßig bei internationalen Festivals und in renommierten Konzerthäusern auf, darunter die Wigmore Hall London, das Théâtre des ChampsElysées Paris, die Carnegie Hall New York, das Het Concertgebouw Amsterdam, die Oji Hall Tokyo sowie das Konzerthaus und der Musikverein in Wien. Susan Manoff gibt Meisterkurse auf der ganzen Welt und glaubt fest an die Kraft der Kommunikation und des Teilens von Erfahrungen. 2007 veröffentlichte sie ihre erste CD mit Sandrine Piau, »Évocation«; »Après un Rêve« folgte 2011 beim Label Naïve. Zu ihren weiteren Einspielungen gehören Beethovens Violinsonaten mit ihrem langjährigen musikalischen Partner Nemanja Radulovic sowie »La Belle Excentrique« mit Patricia Petibon. »Néère« mit Veonique Gens wurde 2015 bei Alpha Classics veröffentlicht und erhielt 2016 einen Gramophone Award. Ihre CD mit Sandrine Piau, »Chimère«, erschien 2018 unter großem Beifall der Kritik. Susan Manoff war stellvertretende Chorleiterin an der Opéra Bastille und ist zur Zeit Professorin am Pariser Conservatoire. Sie wurde 2011 zum »Chevalier des Arts et des Lettres« ernannt.

ROMAN TREKEL, Deutschland
Nach seiner Gesangsausbildung wurde der Bariton Roman Trekel Mitglied im Ensemblemitglied der Staatsoper Unter den Linden Berlin, dem er bis heute angehört. Er gastierte an Opernbühnen wie dem Teatro alla Scala di Milano, dem Royal Opera House, den Staatsopern von München und Hamburg, der Semperoper Dresden, den Opernhäusern in Amsterdam, Brüssel, Wien, Zürich, Tokio und bei den Bayreuther Festspielen, wo er vor allem in seiner Paraderolle als Wolfram von Eschenbach in Tannhäuser brillierte. Über die Partien seines Fachs (Graf Almaviva, Posa, Valentin, Don Alfonso u.v.m.) hinaus beeindruckt Roman Trekel seit einigen Jahren in Rollen des dramatischen und des Charakterfachs, etwa als Beckmesser ( Die Meistersinger von Nürnberg), Amfortas ( Parsifal ), Faust ( Doktor Faust von Busoni) und Wozzeck. Neben seiner Tätigkeit auf der Opernbühne ist er ein gefragter Konzertsänger und gilt als einer der erfolgreichsten Liedinterpreten seiner Generation. Seit über zwei Jahrzehnten unterrichtet er Gesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, gibt Meisterkurse und wird regelmäßig als Juror zu internationalen Wettbewerben eingeladen.





