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HOLZ IM GARTEN Terrasse

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Anforderungen eruieren und Liste erstellen

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„Wie soll die Oberfläche aussehen: glatt oder gerillt? Und was muss sie alles aushalten? Haben Sie einen Hund?“ „Glatt wäre schön. Und nein, Hund ­haben wir keinen. Aber zum einen steht eine Massivholz-­Gartengarnitur drauf und zum anderen spielen die Kinder gerne auf der Terrasse. Es könnten also Kratzer entstehen. Wäre es möglich die Montageschrauben verschwinden zu lassen?“ Auch mein letzter Wunsch ist bei fast allen ­P rodukten möglich. Die Suche nach der Ästhetik Wir fassen zusammen und gehen den aktuellen Anforderungskatalog ge­ meinsam durch. Meine Terrasse soll 1. nicht zu heiß werden, 2. geringe Schiefer-/Splittergefahr aufweisen, 3. eine hohe Lebensdauer haben sowie eine glatte Oberfläche (unsichtbar befestigt) 4. und eine harte, robuste Oberfläche.

Und die Optik? Ein gediegener, schicker, farbtreuer Braun­ton soll es sein, der mein „Anwesen“ aufwertet. Bin ich aber bereit, einmal im Jahr 20 Quadratmeter Ter­rasse zu ölen, damit der gewünschte Braunton auch möglichst lange hält? Oder ist es mir egal, wenn die braunen Holzdielen durch die Witterung sukzessive eine graue Patina bekommen, wenn man sie nicht ölt? Grau liegt zwar momentan im Trend, aber ich will das nicht. Diese klare Entscheidung ist richtungsweisend und disqualifiziert Holz; sie ruft WPC auf den Plan, ein Holz-Kunststoff-Gemisch mit verschiedensten Ober­flächendesigns. In dieser Kategorie finde ich meinen Braunton und das Ölen entfällt. Während wir zu den Ausstellungs-­ Dielen gehen, wird mir eines klar: Hätte ich die Terrasse in Eigenregie versucht zu bauen, ich hätte das Thema klassisch falsch begonnen.

WPC-Twinson – die Symbiose aus Holz und PVC Twinson vereint das natürliche und heimelige Aussehen von Holz mit der Strapazierfähigkeit sowie Langlebigkeit von PVC. Es splittert und fault nicht und ist gegenüber UV-Strahlen beständig. Darüber hinaus kann man zwischen glatter und gerillter Oberfläche wählen. Wir bewegen uns in Richtung Kunststoffummantelung. Ich suche mir die Terrace Massiv Pro Eiche mit heller sowie dunkler, antik­braunen Schattierung aus – eine WPC-­Diele neuester Generation.

im dazu passenden System.“ System-­ Kombinationen führen irgendwann zu Pass- und eventuell zu Gewähr­ leistungsproblemen.

Warum mir Herr Thurnhofer die Terrace Massiv Pro Eichen-Diele empfiehlt, ist leicht erklärt: Erstens, meine Terrasse ist nicht ganz überdacht. Das heißt, dass ein Teil davon Regen und Schneefall ausgesetzt ist, es kann zu Wasserrändern kommen. Die Dielen werden deswegen nicht kaputt, sehen allerdings unschön aus. Zweitens, beim Grillen gibt’s Ketchup-­Flecken, die ich nicht sofort ­wegwische. Egal, auch nach zwei Stunden lassen sich die ohne Rück­ stände entfernen. Die Terrace Massiv Pro Eiche WPC-Diele ist mit Kunst­stoff umhüllt, da kann nichts passieren.

Und er ergänzt: „Sie entfernen die Beton­platten von der Terrasse und wir bauen auf den Rohbeton, unter die 50 x 50 Millimeter Aluminiumprofile legen wir Gummipads. Das erhöht die Stabilität und den Freiraum für die Reinigung. Die Gesamthöhe des Auf­ baus wird zwischen 7 und 8 Z ­ entimeter sein.“

Nachdem meine Wahl auf die Terrace Massiv Pro Eiche gefallen ist, resümiert Herr Thurnhofer: „Sie haben sich für die Terrace Massiv Pro Eiche WPC-Diele entschieden. Diese Diele ermöglicht mit nur 4,5 Millimeter den kleinsten Zwischenraum bei den WPC-Dielen. Da fällt kaum etwas durch, wodurch Sie sich den Revisionsschacht ersparen könnten.“

Jetzt bin ich doch noch neugierig. Der Aufbau Gleich vorweg: Es gibt keine Allround­ Lösung für alle Dielen. Es gilt vielmehr der Leitspruch: „Wähle zuerst die Ober­fläche (die Diele) und bleibe dann

Meine zukünftige WPC-Diele: Terrace Massiv Pro Eiche mit antikbrauner Schattierung.

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„Sagen Sie, Herr Thurnhofer, könnte ich meine Wohlfühloase auf die Wiese ausweiten?“ „Wiese nein, Schotter ja. Soll es auf die Wiese gehen, heben Sie das Erdreich ca. 30 bis 40 Zentimeter aus, füllen es mit Schotter an und setzen punktuell Fundament(ziegel)steine, darauf sitzt die Unterkonstruktion. Wichtig ist, dass Sie keinen Rollschotter verwenden, denn der verschiebt sich je nach Belastung. Am besten nehmen Sie

einen kantigen bzw. einen so genannten Bruchschotter, der sich ineinander verkeilt und stabil bleibt. Übrigens kann durch den Schotter Wasser ganz gut versickern.“ „Wie groß darf eine Terrasse überhaupt sein? Endlos?“ „Mit Holzdielen könnten Sie quasi ­endlos bauen. Holz ‚arbeitet‘ in die Breite, deshalb auch die Zwischen­ räume. Bei WPC ist das anders. Durch den Kunststoffanteil ‚arbeitet‘ WPC kaum messbar in die Breite, aller­ dings in die Länge. Ein Beispiel: Eine WPC-Diele mit sechs Metern kann sich um eineinhalb bis zwei Zentimeter in die Länge dehnen. Natürlich führt dabei die aktuelle Wetterlage Regie. Aber diese Umstände setzen einer WPC-Terrasse ihre Grenzen. Die Enden sollen einerseits durch die Dehnung nicht aneinanderstoßen, andererseits sieht ein zu großer Abstand der Dielen nicht schön aus. Hier muss man sich mit zusätzlichen Profilen helfen.“ Nachdem ich jetzt sowohl mit dem Material als auch mit dem Technischen auf Du-und-Du bin und meine umfangreiche Fragenliste lückenlos abgear­ beitet ist, sickert die handwerkskluge Chronik meiner Terrasse in mich ein. Kurze Zeit später siegt mein innerer Naturbursch‘: Es muss doch eine Holzterrasse sein. Nicht, weil WPC schlecht wäre, nein. Aber Hand aufs Herz: ­Echtes Holz bleibt echtes Holz – ölen hin, graue Patina her. Wir ordern die zweite Tasse Kaffee und neben dem fachlichen Know-how kann sich Markus Thurnhofer zwei­ felsfrei zwei unverzichtbare T ­ ugenden an seine Fahnen heften: Verständnis und Geduld. •

Die Aluminiumprofile werden von Gummipads unterlagert.

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Profile for Hubert Dorninger

Lebensraum – das Magazin für Holzliebhaber  

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