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26 JAHRE ALTSTADTSANIERUNG STADT BÜDINGEN


Grußwort des Bürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger der Büdinger Altstadt Die offizielle Sanierung der Büdinger Altstadt neigt sich dem Ende zu. Das heißt nicht, dass alle Sanierungsaufgaben erfüllt sind. Auch nach Beendigung der offiziellen Städtebauförderung wird sich die Stadt Büdingen bemühen, je nach Haushaltsmöglichkeiten weiterhin zum Erhalt des historischen Erbes beizutragen. Das gleiche gilt sicherlich auch für die privaten Hausbesitzer. Das Engagement zur Erhaltung ihres Eigentums in den letzten 26 Jahren gibt Hoffnung auf eine weitere rege Instandhaltungstätigkeit. Die Bewahrung des historischen Erbes - und Büdingens Altstadt ist ein herausragendes stadthistorisches Beispiel dafür- ist im Sinne aller Bewohner, der politischen Verantwortlichen und nicht zuletzt der zahlreichen Besucher unserer Altstadt. Die kleine Broschüre soll in ihrer reich bebilderten Form die Ergebnisse der Sanierungsdurchführung widerspiegeln. Dargestellt sind öffentliche wie private Maßnahmen. Dies ist nur ein Auszug. Die wahren Qualitäten erkennt man erst im Rahmen eines Rundganges. Selbstverständlich konnte die Sanierung nicht alleine durch die Stadt bewerkstelligt werden. Auf der Grundlage des Baugesetzbuches haben sich Bund und Land Hessen dankenswerterweise zu je einem Drittel an den öffentlichen, sowie an den privaten Sanierungszuschüssen beteiligt. In großen Teilen ist der öffentliche Raum neugestaltet und unter denkmalpflegerischen Aspekten den heutigen Nutzungsansprüchen angepasst worden. Alleine die Gestaltung der Straßen Altstadt und Neustadt mit dem dazwischenliegenden Marktplatz zeugen von einem sensiblen Umgang mit der umgebenden historischen Substanz. Das „Pilot“-Projekt Oberhof hat ein ganzes Altstadtquartier nachhaltig gestützt; kulturelle Einrichtungen und preiswerter Wohnraum wurden miteinander verbunden. Der neue Altstadtparkplatz und die gärtnerische Neugestaltung des „Garten Kölsch“ sind aus heutiger Sicht nicht mehr wegzudenken.

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So haben viele private Hausbesitzer die Möglichkeit der Sanierungsförderung in Anspruch genommen und neuzeitlichen Wohnraum in historischem Ambiente geschaffen. Rund 22,5 Mio.€ wurden/werden dafür an öffentlichen Mitteln investiert. Der Gesetztgeber sieht vor, dass die Bodenwertsteigerung eines Grundstückes, hervorgerufen durch die oben beschriebenen Maßnahmen und der damit einhergehenden Bereitstellung von öffentlichen Mitteln in Form eines Ausgleichsbetrages von den Eigentümern zu erheben ist. Die Stadt Büdingen ist bemüht, mit den Eigentümern eine freiwillige Ablösevereinbarung bereits vor dem Sanierungsende abzuschließen. Dadurch kann gewährleistet werden, dass die Einnahmen aus den Ausgleichsbeträgen noch zusätzlich im Sanierungssverfahren verausgabt werden können. An dieser Stelle möchte ich das Thema ”Ausgleichsbeträge” jedoch nicht weiter vertiefen. Es wird eine eigene, nur auf dieses Thema bezogene Broschüre erarbeitet. Mit dieser jetzigen Broschüre sollen ihnen zunächst noch einmal das bereits Erreichte sowie die noch durchzuführenden Maßnahmen deutlich vor Augen geführt werden,.

Ihr Erich Spamer, Bürgermeister

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Das Sanierungsgebiet seit 1985

Die historische Altstadt von Büdingen ist seit 1985 “förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet” und wurde gemäß dem 1988 durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossenen “Städtebaulichen Rahhmenplan zur Altstadtsanierung Büdingens” im Rahmen des Bund-Länder-Programms saniert. Oberste Zielsetzung der Sanierungsdurchführung ist dabei: - die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohner - die Gewährleistung der Nutzungsvielfalt - die Erhaltung des geschlossenen historischen Stadtbildes. Mit dem eigens zur Sanierungsdurchführung installierten Sanierungsbüro wurden seit 1985 private und öffentliche Sanierungs- und Baumaßnahmen abgestimmt und mit den Zielen des Rahmenplanes koordiniert. Insgesamt wurden seit 1985 ca. 22,5 Mio.Euro für private und öffentliche Sanierungsmaßnahmen eingesetzt, wobei sich Privatförderung und öffentliche Förderung nahezu die Waage halten. 4


Was würden wir gerne noch tun? Die Sanierung einer historischen Altstadt kann nie als abgeschlossen gelten. Auch wenn nunmehr die Fördermittel aufgebraucht sind, wird auch in Zukunft private und öffentliche Pflege und Instandsetzung notwendig sein. Die Sanierungsdurchführung hat allerdings überzeugende Weichen gestellt, welche die Durchführung einer weiteren nachhaltigen und dauerhaften Bauunterhaltung garantieren sollte. Eventuell gelingt es, aufbauend auf den Erfolgen der letzten 26 Jahre weitere Fördertöpfe für Büdingens Altstadt zu öffnen. Die heute noch zur Verfügung stehenden Sanierungsmittel sollen in die Verbesserung/Umgestaltung des öffentlichen Raumes fließen. Für die Umgestaltung der Obergasse wird derzeit sowohl das Baurecht geschaffen als auch ein Förderantrag nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) gestellt. Die letzten Straßenumgestaltungsmaßnahmen werden im Bereich der Schlossgasse/Schlossplatz erfolgen. Unter einigen privaten Sanierungsmaßnahmen sind die Gebäude „Steinernes Haus“ und Luck´scher Hof von besonderem öffentlichen Interesse. Daneben bemüht sich die Stadt Büdingen seit Jahren sukzessive die einzigartige Stadtmauer mit ihren zahlreichen Türmen, Halbtürmen und Wallanlagen denkmalgerecht instandzusetzen (bis jetzt sind € aus verschiedenen Fördertöpfen eingesetzt worden). Büdingens Altstadt war und ist ein hochwertiges kulturelles Erbe. Dieses bedeutende Zeugnis mittelalterlichen Städtebaus muss auch zukünftig in seiner Funktionalität, dem Wohnen, dem Arbeiten, der Nahversorgung und nicht zuletzt dem Fremdenverkehr gewidmet sein.

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Durchgeführte Öffentliche Maßnahmen Um die private Investitionsbereitschaft anzuregen, war es notwendig, öffentliche Pilotprojekte und Neugestaltungen des öffentlichen Raumes mit gleichzeitiger Verbesserung der technischen Infrastruktur vorzunehmen. Die wichtigsten Maßnahmen hierbei waren: A. Sanierung Oberhof Musik- und Kunstschule, Modellbaumuseum, Konzerträume und Freiflächenerneuerung sowie eine große Anzahl von Wohnungen. B. Bau des „Altstadtparkplatzes“ Umlagerung eines privaten Firmengeländes, Freimachung und Gestaltung eines öffentlichen Parkplatzes mit fußläufiger Anbindung an die Altstadt. C. „Garten Kölsch“ und Minigolfanlage Rekultivierung des ehem. privaten Gartens zu einer öffentlichen Grünanlage mit höher liegendem Rosengarten. Erneuerung des Minigolfplatzes; Sanierung von umgebender Stadtmauer und Türmen. D. Neugestaltung der Straßen Neustadt – Altstadt Verbesserung der technischen Infrastruktur und qualitätsvoller Oberflächenausbau mit traditionellem Basaltnaturstein. E. Neugestaltung Marktplatz / Auf dem Damm Austausch von Asphaltflächen in hochwertigen Basaltnaturstein, Regelung der Parkplätze, Sanierung des Marktbrunnens, Errichtung einer multifunktionalen Markthalle. F. Grünanlage am ehem. Amtsgericht Neugestaltung einer „Freifläche“ an der Schloßgasse mit Durchgang zu den Wallanlagen. G. 50er Jahre Museum Öffentliche Investition zur Erweiterung des populären Museums / Ausbau der „Museumsscheune“.

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Durchgeführte Private Maßnahmen Im Zeitraum seit 1985 haben sich über 130 Hausbesitzer zu einer durchgreifenden (ca. 50) und zu einer sogenannten Teilmodernisierung entschlossen. Die Maßnahmen gliedern sich in selbstbewohnte und vermietete Objekte auf. Somit konnte zum einen neuzeitlicher Wohnstandard erzeugt werden, andererseits wurde das Stadtbild durch die vielen einhergehenden Fassadenerneuerungen maßgeblich aufgewertet. Die Stadt Büdingen hat in unkomplizierter Art und Weise diese privaten Sanierungen mit Fördermitteln aus dem „Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm“unterstützt. Es wurden Zuschüsse für die förderfähigen Kosten gewährt; nahezu alle Privatmaßnahmen sind abgerechnet. Auch in Zukunft wird immer noch Bedarf an Modernisierungsmaßnahmen bestehen. Die Stadt Büdingen ist bestrebt, auch weiterhin Fördermittel für private und öffentliche Maßnahmen zu akquirieren. Nicht zuletzt konnten und können private Bauherren auf die erhöhten steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten des Einkommensteuergesetzes im Sanierungsgebiet zurückgreifen.

Vor der Sanierung

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Beispiele für durchgeführte Öffentliche Maßnahmen

“Oberhof” heute Musikschule, Kunstschule und Modellbaumuseum Parken im Stadtgraben an der Stadtmauer

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“Garten Kölsch” und Minigolfplatz

Neugestaltung der Straßen

Straße Neustadt und Altstadt

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Neugestaltung des Marktplatzes mit Brunnen

Multifunktionale Markthalle Pavillon

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50 er Jahre Museum

Gr체nfl채che am ehemaligen Amtsgericht 13


Beispiele für durchgeführte Private Maßnahmen

Schlossgasse 4 / 6

Altstadt 22

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Erbsengasse 14 / 16

Obergasse 10/ 12

Kleine Dammgasse 8

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Kronengasse 14

Marktplatz 7 Altstadt 19

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Erbsengasse 26

Schlossgasse 20/20a

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Neustadt 11/13

Sattlergasse 3/5

Obergasse 8

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Hinweis auf Ausgleichsbeträge

Nach Abschluss der Sanierung ist es nach dem Baugesetzbuch Pflicht, die errungenen Verbesserungen in Infrastruktur und Gebäudesanierung auf ihre Wertsteigerungsqualität zu überprüfen und den heutigen Bodenwert mit dem Eingangswert vor der Sanierung zu vergleichen. Die entstandene Differenz wird vom Gutachterausschuss des Wetteraukreises ermittelt und zur Grundlage von zu erhebenden Ausgleichsbeträgen gemacht. Diese Ausgleichsbeträge müssen bei Abschluss der Sanierung von jedem Grundstücksbesitzer erhoben werden. Die Stadt Büdingen wird dazu in Kürze eine umfangreiche Erläuterung in Form einer weiteren Broschüre abgeben. Anfang 2012 ist eine GebäudeEigentümerversammlung zur näheren Information vorgesehen. Dennoch kann man schon jetzt sagen, dass die ermittelten Steigerungswerte pro Quadratmeter Grundstücksfläche sich in einer überschaubaren Höhe (10,- bis 25,- € / m²) halten. Erschließungsbeiträge sind im Sanierungsgebiet nicht vorgesehen.

Es grüßen: Die Altstadtsanierer November 2011 19


Herausgeber: Der Magistrat der Stadt Büdingen Eberhard-Bauner-Allee 16 63654 Büdingen

Sanierungsträger: Wiesbaden

DIPL.-ING. JÜRGEN BRECHMANN

Sanierungsplaner: PLANERGRUPPE HTWW Aschaffenburg DIPL.-ING. RAINER TROPP (Assoz.)


Büdingen Altstadtsanierung