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DAS INTERVIEW Alexander Windbichler, Absolvent der HTL Mössingerstraße, Gründer und Geschäftsführer der international erfolgreichen Kärntner Firma Anexia, besuchte am 13. Mai 2015 unsere Schule und stellte sich den Fragen der Schüler/innen der 4 AHBG. Er ließ die Jugendlichen ein wenig hinter das Rezept seines Erfolges blicken und gab ihnen auch wertvolle Tipps für die Berufswelt weiter. Alexander Windblicher maturierte 2006 in der HTL Mössingerstraße in der Abteilung für Elektrotechnik. Er sagt, dass er selbst nie der beste Schüler war und trotzdem hat er den Sprung in die internationale Wirtschaft geschafft. Er ist Gründer einer Firma, die eine sicherer klassischer Internet Service Provider ist. Er gründete das Unternehmen ohne Businessplan und ohne wirtschaftlichen Rückhalt, sondern er baute es hauptsächlich aus technischer Sicht auf. Heute hat das Unternehmen, namens Anexia, ca. 70 Mitarbeiter und ist international bekannt. Die Standorte sind Klagenfurt, Wien, München, Köln und New York. Raphael Schatz: Wie war der Lebensweg nach der HTL? Alexander Windbichler: Ich gründete das Unternehmen zwischen schriftlicher und mündlicher Reifediplomprüfung, also bereits neben der Schule. Nach der Matura absolvierte ich das Bundesheer und arbeitete daneben am Unternehmen. Martina Rumpelnig: Wieso haben Sie sich genau für diese HTL entschieden? Alexander Windbichler: Ich wollte in keine klassische AHS gehen, da mir vor allem der Praxisbereich wichtig war und ich wollte nicht nur einfach in einer Klasse „rumsitzen“. Die Kombination mit der Theorie war mir vor allem sehr wichtig. Magdalena Striednig: Wie viel hat die HTL zu ihrem jetzigen Erfolg wirklich beigetragen? Herr Windbichler: Die HTL hat hier sehr viel beigetragen. Seit 2012 besitzen wir ein eigenes Rechenzentrum in Wien, im Bereich eines mittleren siebenstelligen Millionenbetrags, und wenn man hier überhaupt kein Basiswissen über Technik und Wirtschaft besitzt, wird dies sehr schwer. Vor allem als Techniker ist die HTL eine sehr gute Basis. Jedoch trägt auch ein guter Hausverstand zu einem guten Erfolg bei. David Smesic: Legen Sie ein Hauptaugenmerk auf schulische Leistungen bei Bewerbern? Alexander Windbichler: Hauptsächlich interessieren mich die Referenzen. Es geht darum, seine Stärken und Qualitäten zu verkaufen. Es wird jedoch viel Wert auf Rechtschreibung bei Bewerbungen gelegt und man sollte schon allein durch die Bewerbung herausstechen. Es geht sehr stark darum, sich verkaufen zu können.

60 | HTL Mössingerstraße - Lebensraum Schule

Ing. Burkhard Grabner Mag. Andrea Scheinig

Bernd Winkler: Entstand die Gründung Ihres Unternehmens aus dem Maturaprojekt? Alexander Windbichler: Ja, es war ursprünglich ein Maturaprojekt. Das Ziel des Projektes war es, einen sicheren Internet Service Provider bereit zu stellen. Die Leute haben einen sicheren Internetanschluss bekommen und waren dann sicher im Internet. Es wurden eigene Filter und Algorithmen erstellt, um sicher und virenfrei das Internet nutzen zu können. David Smesic: Wie sind Sie auf den Firmennamen „Anexia“ gekommen? Alexander Windbichler: Eigentlich wurde es von der österreichischen Übertragungstechnologie ANNEX A abgeleitet. Wir wollten das feminisieren und so wurde ein Buchstabe gestrichen und daraus wurde ANEXIA. Markus Kanduth: Wie haben Sie sich das wirtschaftliche Wissen beigebracht? Alexander Windbichler: Das wirtschaftliche Wissen eignete ich mir durch die berufliche Praxis an. Die Basis war durch die HTL abgedeckt und das was man braucht, um ein Unternehmen zu gründen, kann man in Einrichtungen, wie bei der Wirtschaftskammer, lernen. Weiteres benötigt man einen sehr guten Steuerberater und viel Hausverstand. Raphael Schatz: Würden Sie sich noch einmal für diesen Lebensweg entscheiden? Alexander Windbichler: Ich habe auch selbst Praktika gemacht und herausgefunden, dass ich ein sehr schlechter Angestellter bin. Also ich würde es genauso noch einmal machen. Ich bereue diesen Lebensweg absolut nicht. Magdalena Striednig: Welche Chancen haben HTL’er in der heutigen Zeit? Alexander Windbichler: Man hat sehr viele Chancen, aber es kommt immer auf die Person an. Unternehmen suchen sich immer Personen, die schon sehr viel Erfahrung haben. Wenn man jedoch nach der HTL einen guten Job haben will, wird sehr stark darauf geachtet, was die Person bis jetzt alles gemacht hat. Auch eine Empfehlung ist ausschlaggebend. Wenn man sofort einen Job haben will, dann sollte man sich in der Freizeit auch mit dieser Thematik beschäftigen. Martina Rumpelnig: Welche Tipps haben Sie für uns angehende Maturanten und Maturantinnen? Alexander Windbichler: Es kommt immer darauf an, was man aus seinem Leben machen will und deswegen können die Tipps sehr individuell sein. Eine gesunde Selbstreflexion ist aber sicher nicht schlecht. Man sollte sich vielleicht auch nicht zu sehr darauf versteifen, nur Einser zu haben, daher sollte sich jeder das Wissen, was für einen wichtig ist, aneignen und so kann man sich dann spezialisieren.

Jahresbericht 2014/2015  

Der Jahresbericht 2014/2015 der HTL Mössingerstraße

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