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Einblick

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DAS MAGAZIN DER HOCHSCHULE ZITTAU/GÖRLITZ

Titelthema „Vielfalt ist unsere Stärke“ Seite 10

Sechs Jahre institutionalisierte Hochschuldidaktik Seite 24

Neue Sichtweisen Ein Fotograf als Artist in Residence Seite 36

Kulturgeschichte zum Anfassen Exkursion ins Nachbarland Polen Seite 42

Neue Professoren und Professorinnen vorgestellt Seite 46

STUDIEREN OHNE GRENZEN 1


Einblick // Inhaltsverzeichnis

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Hochschule

Studium und Lehre

7 Aktuelles aus der Hochschule

24 Hochschuldidaktik

20 Preisverleihungen

Preisträger wurden zur Immatrikulationsfeier ausgezeichnet

Ein Rückblick auf sechs Jahre institutionalisierte Hochschuldidaktik

26 Nachgefragt

Titelthema „Vielfalt IST UNSERE STärke“

Erkenntnisse aus der Teilnahme am sächsischen Zertifikatsprogramm zur Hochschuldidaktik

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Partizipatives Lernen im Studium

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Vielfalt als Herausforderung

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Von Ägypten bis Vietnam

Wie misst man Qualität und Zufriedenheit? - Etablierung eines hochschulweiten Monitoringsystems

Forschung und Transfer

31 Nachwuchswissenschaftler treffen sich in Zittau

Intensivere Betreuung für ausländische Studierende

16 Come-In-Wochen

Für einen guten Einstieg ins Studentenleben

Doktorandenseminar des Kompetenzzentrums OST für Kerntechnik

32 Aktuelles aus Forschung und Transfer

18 Ein Teil der Lösung

Neun Empfehlungen für die Ausgestaltung des Lernprozesses

Ein Blick hinter die Kulissen studentischer Studienberatung

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Aktivitäten und Projekte in Kurzportraits


Inhaltsverzeichnis // Einblick

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36

41

42

Menschen

Campusleben

36 Neue Sichtweisen

46 Neuberufungen

Ein Fotograf als „Artist in Residence“

49 Neues Verwaltungspersonal

38 Der Papst entdeckt Mekka

Prof. Schulz von Thun auf der Alumnitagung der Kommunikationspsychologen

50

Internationales

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Rubriken

Von Jordanien über Zittau nach Berlin

23 Fernblick

Studienkollegiat absolviert erfolgreich Masterstudium

49 Ausblick 51 Blickfang

42 Kulturgeschichte zum Anfassen

Jubiläen – Wir gratulieren

Studentische Exkursion ins Nachbarland Polen

Titelbild: Alle abgebildeten Studierenden sind als SbSler auf dem Görlitzer und Zittauer Campus in der studentischen Studienberatung aktiv.

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Einblick // Vorwort

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vorwort des rektors

Verehrte Leserinnen und Leser,

rechtzeitig vor dem Jahreswechsel flattern sie wieder ins Haus – die neuen Kalender. Es gibt kaum ein Unternehmen und kaum eine Organisation, zumindest ab einer gewissen Größe, die hier nicht dabei wären. Ich selbst freue mich immer auf den Taschenkalender vom DAAD. Auf meiner Praktikabilitätsskala landet er ganz oben. Dieses Mal punktet er aber auch besonders auf meiner Sympathieskala, und zwar wegen des Testimonials. Im kleinen Beiheft wirbt Rania Saleh für ein Studium in Deutschland. Sie belegt in Göttingen einen englischsprachigen Studiengang und wird dort ihren Master in „Microbiology and Biochemistry” machen. Sie hat – das kann man den Zulassungsanforderungen auf der Seite der Uni Göttingen entnehmen – sehr gute Englisch- und ausreichende Deutschkenntnisse nachgewiesen und bereits einen Bachelor oder vergleichbaren Abschluss in Life Sciences in der Tasche. Ob sie das anschließende Doktorandenprogramm im Auge hat, darüber lässt sich nur spekulieren, ebenso natürlich, ob sie einmal zurückkehrt (wie die meisten Incomer), in ein anderes Land geht oder vielleicht sogar in Deutschland bleibt und in einem Biotech-Unternehmen den Fachkräftestamm verstärkt, wofür vor Jahren der Begriff „Brain Gain“ erfunden wurde. (Zu meinen Studentenzeiten haben wir noch den „Brain Drain“ als Problem der Herkunftsländer thematisiert, auch so ändern sich die Zeiten.) Vielleicht heuert Frau Saleh sogar bei Euroimmun an – das ist aber nun der Spekulation zu viel. Wie dem

auch immer sei, ihr werden die Wege offen stehen.

Ach ja: Frau Saleh ist offensichtlich Muslimin. Das ist nicht verwunderlich, denn wir lesen, dass sie aus Saudi-Arabien kommt. Ihre Religion tut aber hier nichts zur Sache. Die Kernaussage ist eine andere: An den Mikroskopen (und natürlich anderen Studienplätzen) der deutschen Hochschulen sind alle willkommen, oder wie es im Werbeflyer des Studiengangs heißt: „We welcome outstanding students from all over the world“. Ob Abendländer, Morgenländer, Engländer oder Lappländer, reisefreudige Afrikaner oder abenteuerlustige Europäer. Wen der Wissensdurst umtreibt, der ist an unseren Hochschulen eingeladen, der ist erwünscht und der wird gebraucht, in gleicher Weise wie die Deutschen. Und was für Studierende gilt, gilt im erweiterten gesellschaftlichen Raum für Flüchtlinge und Migranten. Ich weiß, dass die pegida-Marschierer und -Sympathisanten es nicht annehmen werden und auch nicht verstehen können. Aber die Nachkriegsgeschichte Deutschlands ist nicht nur die der Teilung und der Wiedervereinigung, sondern auch die Geschichte des (faktischen) Einwanderungslandes Deutschland. Sicherlich eine Geschichte mit Brüchen, Fehlern und Problemen; aber eben auch eine Geschichte des Wandels, gelungener Integration, interkultureller Bereicherung, wirtschaftlicher, politischer und rechtsstaatlicher Stabilität. Deutschland ist ohne die „Neuen

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Deutschen“, deren Eltern und Großeltern aus Polen, Vietnam, der Türkei oder wo auch immer hergekommen sind, überhaupt nicht mehr denkbar. Wir alle sind das Volk!

Man muss es wirklich so deutlich aussprechen, weil es ist, wie es ist: Der Islam gehört mittlerweile zu Deutschland. Die gegenteilige Aussage, das könne man nicht behaupten, weil er nicht Teil der Wurzeln ist, die Deutschland ausmachen, geht in die falsche Richtung. In Deutschland leben vier Millionen Menschen, die dem muslimischen Kulturkreis zuzuordnen sind. Das ist hauptsächlich ein Ergebnis der Anwerbeaktivitäten der westdeutschen Wirtschaft und Politik der 1960er-Jahre. „Wir riefen Arbeitskräfte, aber es kamen Menschen.“ So wurde das einmal auf den Punkt gebracht. Es kamen Menschen mit anderen kulturellen, religiösen und sonstigen Hintergründen. Menschen, die einen großen Anteil an der wirtschaftlichen Prosperität des Nachkriegsdeutschlands hatten und haben. Heute sind es 5% unserer Bevölkerung, vielleicht die Hälfte davon sind gläubige Muslime. Und sie werden auch weiterhin bleiben. Es gibt aber noch einen anderen Grund zu sagen, dass sie ein Teil von uns sind: Der radikale Islamismus ist, wie jede menschenverachtende Ideologie, eine reale Gefahr. Er kann sich in terroristischen Aktionen entladen, wie unlängst wieder in Paris. Kann man aber Wahnsinn mit Irrationalität begegnen? Kann man das sogenannte Abendland retten, indem man quasi alle Menschen mus-


Vorwort // Einblick

limischer Herkunft unter Generalverdacht stellt und sie am liebsten in die Türkei oder nach Arabien schicken will? Die Antwort kann nur in einer Besinnung auf unsere Grundwerte liegen. Und auf Besinnung folgt Verantwortung. Und das heißt: Für ein säkulares, aufgeklärtes und demokratisches Deutschland konsequent einzutreten – und das auch konsequent allen gegenüber einzufordern. Dazu gehört Respekt vor dem Glauben bzw. Nichtglauben, Toleranz gegenüber Gegensätzen und die Überzeugung, dass für ein funktionierendes Gemeinwesen alle zuständig sind, ob Christ, Muslim oder Konfessionsloser. Das steckt auch in der Aussage, dass der Islam mittlerweile ein Teil Deutschlands ist, wie die Bundeskanzlerin Merkel unlängst bekräftigte. Das steckt in dem symbolisch sehr bedeutenden Bild, als der Bundespräsident und die Kanzlerin den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in ihre Mitte nahmen. Auch die Hochschule Zittau/Görlitz bekennt sich zur Vielfalt, nicht nur zur kulturellen und religiösen, sondern darüber hinaus. Aus aktuellem Anlass beschränke ich mich an dieser Stelle aber hierauf. Von unseren 517 ausländischen Studierenden kommen 137 aus 18 Ländern mit muslimischem Kulturhintergrund, von Ägypten über Indonesien bis Turkmenistan. Sie sind hier, weil sie in Deutschland ihr „Wissen wachsen“ lassen wollen, wie das im DAAD-Kalender so schön ausgedrückt ist, und sie kommen, weil die Studienangebote unserer Hochschule sie angelockt haben. Wir erwarten von ihnen, dass sie sich auch auf unsere Kultur einlassen, genauso erwarten wir aber auch von uns selbst und vom Umfeld unserer Hochschule, dass man sich auf sie einlässt und ihnen genauso wie jenen, die als Flüchtlinge kommen oder als Bürger mit Migrationshintergrund hier leben, mit Offenheit begegnet. Deshalb danke ich den vielen Initiativen unserer Zivilgesellschaft, die sich hier engagieren sowie den Kolleginnen und Kollegen und den Studierenden unserer Hochschule, die unsere internationalen Programme voranbringen und die sich aktiv außerhalb der Hochschule in Willkommensbündnisse einbringen.

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„HierwächstmeinWissen. IchstudiereinDeutschland.“ Rania Saleh aus Saudi-Arabien macht ihren Master in „Microbiology and Biochemistry“ an der Georg-August-Universität Göttingen.

Rania wurde in der Abteilung Molekulare Pflanzenwissenschaften der Georg-August-Universität Göttingen fotografiert.

SIG_Goettingen_A1_hoch_D_ICv2_RZ01.indd 1

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22.11.13

Prof. Dr. Friedrich Albrecht auf dem Görlitzer Campus Foto: BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Ihr Friedrich Albrecht

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Abdruck aus dem Taschenkalender 2015 Foto: © DAAD

DAAD-

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Einblick // Kreuzworträtsel Liebe Leserinnen und Leser, in dieser Ausgabe haben wir eine Überraschung für Sie: unser EinblickKreuzworträtsel. Spätestens nach Lektüre des Einblicks können Sie dieses sicher problemlos ausfüllen. Wenn Sie möchten, senden Sie bis zum 15.03.15 das Lösungswort per Mail an marketing@hszg.de. Sie nehmen dann an der Verlosung* von drei Hochschulregenschirmen teil. Viel Spaß beim Rätseln! Ihr Einblick-Team

* Die Auslosung der Gewinner erfolgt per Losverfahren. Eine Barauszahlung des Sachpreises ist nicht möglich. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Ein Gewinnanspruch besteht nicht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Kreuzworträtsel wurde erstellt auf www.xwords-generator.de/de

Senkrecht: 1. Verbundprojekt zum Campusmanagementsystem 3. Seit 6 Jahren an der HSZG institutionalisiert 4. Vorname Prof. Ringwelski 5. Ergebnis eines komplexen Lernprozesses 8. Ein Preisträger des Förderverein-Preises 10. Nachname der DAAD-Preisträgerin 12. Tagungsort der 2. Weltkonferenz für Nachhaltige Entwicklung 13. Ergänze: … nachhaltiger Campus 17. Herkunftsland eines Absolventen der Mechatronik 20. An welcher Fakultät lehrte Prof. Micklisch? 21. Nachname eines ehemaligen Gastkünstlers an der HSZG 26. Nachname Ansprechpartnerin Tutorienbüro Waagerecht: 2. Nachname unseres Rektors 6. Nachname einer ehemaligen Prorektorin für Bildung 7. Studentische Studienberatung 9. Eine Preisträgerin des FördervereinSonderpreises 11. Fernblick-Land 14. Aktuelles BMBF-Projekt an der HSZG 15. Mekka der Kommunikationspsychologie 16. Mitfahrzentrale 18. Ort der größten Fachwerkkirche Europas 19. Ein Berufsgebiet von Prof. Gisela Hempel 22. Inselkette im Pazifischen Ozean 23. Abkürzung: Symposium on Computational Sustainal 24. Polnische Stadt (Ausflugsziel) 25. Herkunftsland von Studienkollegiaten 27. Ergänze: Landigpage „Studier….“ 28. Abkürzung Hochschule Zittau/Görlitz

Lösungswort

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Aktuelles // Einblick

Hochschulindividuelles Qualitätsmanagement

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Welche Maßnahmen sind zu ergreifen, wenn ein Studiengang (re)akkreditiert werden soll? Wer sind die richtigen Ansprechpartner? Welche Rolle spielen hierbei die Lehrevaluationen? Der Systematisierung derartiger Themen und damit der Fortschreibung etablierter Qualitätssicherungsinstrumente zu einem integrierten QM-System wird sich das QM-Team in den kommenden Jahren widmen. Lehrevaluations- und Akkreditierungsverfahren gilt es in einen regelkreisbasierten Verbesserungsprozess (PDCA-Zyklus) einzubetten und um essentielle Elemente zu ergänzen. Ferner werden Schlüsselprozesse in den Kernbereichen Lehre/Studium und Forschung sowie in der Verwaltung und im Management erfasst, optimiert und visualisiert. Rechtskonforme Abläufe und Verantwortlichkeiten werden dadurch fixiert und den Anspruchsgruppen transparent gemacht. Die HSZG wird bei ihrem Vorgehen finanziell unterstützt durch das SMWK und kooperiert mit den sächsischen HAW. - QM-Team der HSZG -www.hszg.de/qm

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Das QM-Team der HSZG - v.l.n.r.: Kersten Kühne, Maike Schiller, Peggy Sommer, Henriette Uhlig, Sabine Scholz (es fehlt: Stephanie Ludwig)

Neue Campus-Management-Software in Vorbereitung Die Zuschussvereinbarungen zwischen dem SMWK und den sächsischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sehen die Einführung einer neuen, einheitlichen CampusManagement-Software vor. Nicht zuletzt erfordern einzelne Unzulänglichkeiten der aktuellen Systeme in Bezug auf Veränderungen in den Hochschulabläufen und im Hochschulmanagement der letzten zehn Jahre diesen weitreichenden Schritt. Zu diesem Zweck wurde Anfang 2013 das VerbundProjekt SoniC – Sächsische Hochschulallianz zur Einführung eines Campus-ManagementSystems – initiiert. In einer ersten Projektphase von Juni 2013 bis Juli 2014 wurden die IST-Prozesse des Student-Life-Cycle in den einzelnen Hochschulen erfasst und in standardisierte SOLL-Prozesse überführt. Auf diesem Wege sind 35 SOLL-Prozesse und über 50 nichtprozessuale Leistungsanforderungen an die Software in die Erarbeitung des Lastenhefts

Hochschulwebsite Überzeugt! eingeflossen. Die sich anschließende Ausschreibungs- und Auswahlphase zielt auf die Wahl einer geeigneten Software und eines qualifizierten Beratungsunternehmens. Im Anschluss werden die eigentliche SoftwareEinführung und die spezifischen Anpassungen an den einzelnen Hochschulen starten. Das neue System dürfte frühestens im Studienjahr 2017/18 in den Produktivbetrieb übergehen. Bis zu diesem Meilenstein bleiben die aktuellen Softwarelösungen – beispielsweise die HIS-Module, der Modulkatalog – weiterhin im Einsatz. Von Seiten des SMWK wird das Projekt seit September 2014 mit Mitteln für Projekt-Mitarbeiterstellen sowie zur Finanzierung der Softwarelizenz und von Beraterleistungen unterstützt. - Dr. Peggy Sommer; Dr. Stefan Kühne www.hszg.de/sonic

Bei einer Analyse von 43 ostdeutschen Hochschul-Websites belegten wir Spitzenplätze. Untersucht wurden zwei Szenarien. Szenario 1 simulierte, dass ein Interessierter auf der Startseite der Website einsteigt und nach Informationen zu einem bestimmten Studiengang sucht. In Szenario 2 sucht er über Google nach einem gewünschten Studiengang, findet die Hochschul-Websites und steigt auf der Unterseite eines Studiengangs ein. In beiden Szenarien konnte unsere Website überzeugen. Im Szenario 1 belegte sie den 2. Platz. Der Einstieg über Google gelang bei uns sogar am besten: Platz 1 im Szenario 2! Ein verdienter Erfolg, denn in den letzten Jahren wurde intensiv an der Suchmaschinenenoptimierung der Studiengangsseiten gearbeitet. Die Untersuchung wurde von der Agentur Interone im Auftrag der länderübergreifenden Hochschulmarketingkampagne „Mein Campus“ durchgeführt. -Antje Pfitzner-

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Einblick // Aktuelles

Letzte Sitzung des aktuellen Hochschulrates

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Ende November kam der aktuelle Hochschulrat der HSZG ein letztes Mal zusammen. Die Sitzung fand im kleinen Sitzungssaal des Görlitzer Rathauses statt. Mit ihr endete die fünfjährige Amtszeit des Hochschulrates. Die Hochschulleitung dankte allen Mitgliedern für die engagierte und konstruktive Zusammenarbeit. Durch seine Empfehlungen zur Profilbildung und Verbesserung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule hat der Hochschulrat einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der HSZG genommen. Unter anderem war er für die Erstellung eines Vorschlages für die Wahl des Rektors, die Genehmigung der Entwicklungsplanung der Hochschule, des Wirtschaftsplanentwurfs und des Jahresabschlusses zuständig. Ein Höhepunkt der Abschlusssitzung war eine Führung durch die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften, während dieser auch das nebenstehende Foto entstand. -Antje Pfitzner -

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Der Hochschulrat in der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften in Görlitz

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Der wiedergewählte Rektor Prof. Dr. Friedrich Albrecht Foto: Susanne Fentzel

Zweite Amtszeit für Rektor Prof. Dr. Albrecht

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Mit klarer Mehrheit wurde Prof. Dr. phil. Friedrich Albrecht durch den Erweiterten Senat der Hochschule Zittau/Görlitz für die Amtszeit vom 1. März 2015 bis zum 29. Februar 2020 zum Rektor der Hochschule Zittau/ Görlitz wiedergewählt. Die Wahl erfolgte auf der Grundlage eines Wahlvorschlages, der vom Hochschulrat im Benehmen mit dem Senat erstellt wurde. Letztlich dürften seine erfolgreiche Arbeit in der derzeitigen Amtsperiode und auch seine programmatischen Vorstellungen für die Zukunft der Hochschule für das eindeutige Votum der Mitglieder des Erweiterten Senats gesorgt haben. In seiner neuen Amtszeit will er die bisherige Politik der Hochschule weitestgehend fortsetzen. Der Hochschulentwicklungsplan werde fortgeschrieben. Als die vier zentralen Schwerpunkte hat er die regionale Wirksamkeit im Wissens- und Technologietransfer als größte wissenschaftliche Einrichtung der Oberlausitz, die Weiterentwicklung des Studienangebotes mit

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dem Ausbau von Masterprogrammen, die Stärkung der anwendungsorientierten Forschung und die Schwerpunktsetzung in der Internationalisierung auf die Nachbarländer Polen und Tschechien sowie Länder Mittelund Osteuropas ausgegeben. Bezugnehmend auf den Koalitionsvertrag der neuen sächsischen Regierung begrüßte er, dass von diesem für den Wissenschaftsbereich ein deutliches Signal zum Gestalten ausgehe und sich die Hochschule Zittau/Görlitz in die anstehenden Prozesse konstruktiv einbringen werde. “Als eine Stärke unserer Hochschule“, so Prof. Albrecht, „habe ich in den letzten Jahren die Zusammenarbeit zwischen Senat, Rektorat, Hochschulrat und den Grundeinheiten erlebt. Es ging immer um tragfähige Kompromisse. Ich bin überzeugt, dass es auch in meiner zweiten Amtszeit gelingen wird, hieran anzuknüpfen.“ - Hella Trillenberg -


Aktuelles // Einblick

Neuer Direktor des ZKI

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Seit 1. September 2014 ist Dr. rer. pol. Falk Maiwald der Direktor des Zentrums für Kommunikation und Information (ZKI). Unter dem ZKI sind an beiden Hochschulstandorten die Zentralen Einrichtungen Hochschulbibliothek, Hochschulrechenzentrum und Hochschulsprachenzentrum als eigenständige Struktureinheiten der Hochschule Zittau/Görlitz organisatorisch verankert. Die bisherige Direktorin RD‘in Dr. Rosemarie Konschak befindet sich seit 28.02.2014 im Vorruhestand. Durch ihre engagierte Arbeit entwickelte sie die Hochschulbibliothek zu einem zentralen Dienstleistungs- und Informationszentrum der Hochschule. Zudem initiierte sie den Notfallverbund Oberlausitz und etablierte regelmäßige Erfahrungsaustausche mit Bibliotheken über die Ländergrenzen hinweg. Dr. Maiwald war seit 2001 Lehrkraft an der Hochschule Zittau/Görlitz in den Lehrgebieten Marketing, Wirtschaftsinformatik und Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und promovierte 2012 am IHI Zittau. Er gestaltet

nun die weitere Entwicklung der Hochschulbibliothek und der beiden anderen Zentralen Einrichtungen im ZKI verantwortlich mit. Darüber hinaus nimmt er noch einige Lehraufgaben an der Fakultät Management- und Kulturwissenschaften wahr.

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Dr. rer. pol. Falk Maiwald

- Hella Trillenberg www.hszg.de/zki

Hochschule wird zum Referenzstandort für Energiebildung

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Der Landkreis Görlitz und die Hochschule Zittau/Görlitz unterzeichneten wegweisende Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Energiebildung. „Die Energiebildung ist für unsere Region ein entscheidender Standortvorteil. Aus diesem Grund müssen wir unsere Stärken weiter ausbauen“, so Landrat Bernd Lange. Mit der Ernennung würdigt der Landkreis die Aktivitäten der Hochschule und ihrer vielfältigen Bildungspartner im Bereich der Energiebildung. Ziel ist es, die Erfahrungen der Akteure am Referenzstandort im gesamten Landkreis zu kommunizieren, den landkreisweiten Erfahrungsaustausch zu befördern und andere Institutionen und Einrichtungen zum Nachahmen anzuregen. Die Auszeichnung fand im November 2014 im Beisein von Rektor Friedrich Albrecht und Landrat Bernd Lange in Zittau statt. „Wir freuen uns über die Ernennung zum

Referenzstandort Energiebildung, weil die Auszeichnung genau das beschreibt, was wir als Energiehochschule leben“, so Rektor Albrecht.

Bereichen Bildung, Energie, Soziales und weiteren Richtungen eine Vorreiterposition ein. - Sandra Tschirch -

Der Standort Zittau mit der Hochschule als wichtige Bildungseinrichtung im Landkreis Görlitz nimmt für die gesamte Region in den

Rektor Prof. Dr. Albrecht und Landrat Lange am Tage der Unterzeichnung

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Einblick // Vielfalt ist unsere Stärke

Vielfalt als Herausforderung Wie misst man Qualität und Zufriedenheit? - Etablierung eines hochschulweiten Monitoringsystems Schwachstellen im Studienalltag identifizieren und Optimierungspotenzial aufdecken – das sind die Grundlagen für eine kontinuierliche Verbesserung der Qualität der Lehre und der Studienbedingungen. Aus diesem Grund wurde an der Hochschule Zittau/Görlitz in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Monitoringsystem aufgebaut. In diesem werden selbst Daten erhoben, aber auch bestehende Befragungssysteme externer Partner genutzt. Dopplungen in den Fragestellungen werden vermieden und überregionale Vergleiche ermöglicht. Die eigenen internen Befragungen bieten zwei Vorteile. Zum einen können die Fragestellungen individuell angepasst werden, d.h., dass auf Änderungswünsche von Fakultäten oder auch Verwaltungseinheiten schnell reagiert werden kann. Des Weiteren erfolgt die Auswertung der Fragebögen zeitnah und ermöglicht damit eine rasche Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen.

Arten der internen Befragungen Neben der regelmäßigen Dokumentenanalyse, die nicht nur hochschulinterne

Unterlagen als Basis hat, sondern sich auch mit aktuellen überregional gültigen und für die Hochschullandschaft bedeutenden Vorlagen auseinandersetzt, nimmt die Datenerhebung innerhalb der Hochschule den zentralen Teil des Monitorings im Projekt Vielfalt als Stärke ein. Ziel ist es, eine Kontinuität im Erhebungsprozess aufzubauen, um auch jahresübergreifend Auswertungen vornehmen zu können und Tendenzen sichtbar zu machen. Es werden sowohl quantitative Erhebungen durchgeführt in Form von Online-Befragungen und Fragebögen als auch qualitative Erhebungen durch Interviews.

Inhalte der internen Befragungen Die Befragungen bauen inhaltlich auf bestehende Standards an der HSZG auf. So werden bereits seit mehreren Jahren Statistiken über die Studienbeginner geführt (regionale Herkunft, Vorbildung,…), Abbruchzahlen und –gründe werden erfasst und auch die Lehrevaluationen werden durchgeführt. Diese Informationen werden ergänzt durch aktuelle Fragestellungen, durch die Maßnahmen und Instrumente verschiedener Bereiche der Hochschule evaluiert werden können. So kann die Wirksamkeit von Angeboten verschiedener Projekte überprüft werden, aber auch Aktivitäten der Fakultäten, des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit und der Verwaltung. Die inhaltlichen Schwer-

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punkte der Befragungen können der Abbildung 5 entnommen werden.

Auswertung der Daten

Neben der Datenerhebung ist die hochschulinterne Präsentation und Veröffentlichung der Erhebungsergebnisse von besonderer Bedeutung. Hierfür werden in einzelnen Gremien und auch Fakultäten Sachverhalte dargestellt und diskutiert. Erst die Kommunikation zwischen den relevanten Akteuren ermöglicht die Ableitung von konkreten Verbesserungsmaßnahmen, um auf die identifizierten Schwachstellen reagieren zu können. Alle Ergebnisse der Umfragen können sich interessierte Hochschulangehörige unter: http://www.hszg. de/umfrage anschauen.

Auszug aus den Datenerhebungen Erstsemesterbefragung Ziel der Befragung ist es, einerseits Kriterien für die Wahl des Studienplatzes an der Hochschule Zittau/Görlitz und den Weg zum Studium zu skizzieren und andererseits die Zufriedenheit der Studienanfänger mit ihrer Studienwahl zu beurteilen. Auf der Basis der Ergebnisse gilt es, bestehende Hochschulangebote zu optimieren bzw. bei Bedarf gezielt neue Angebote zu schaffen, um so die Studienbedingungen während der Studieneingangsphase nachhaltig verbessern zu können. Die Art der Befragung ist online gestützt und fand bis jetzt jeweils


Vielfalt ist unsere Stärke // Einblick

Homepage der Hochschule

140

223

Gespräch mit Studierenden

127

Hochschulinformationstag

100

99

Bundesagentur für Arbeit

98

Empfehlungen von Freunden

96

Empfehlungen der Eltern/Familie

82

Allgemeine Studienberatung der Hochschule

82

Informationen von Berufstätigen

60 40

Messebesuch

67 65

Veranstaltungen des INSO‐Projekts

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Sonstiges

im Wintersemester der Jahre 2012, 2013 und 2014 statt. Die Befragung für das Wintersemester 14/15 befindet sich gerade in der Auswertungsphase. Die Abbildungen 1-4 geben einen kleinen Eindruck der Auswertungen von 2013 wieder. Annähernd alle Teilnehmer der Umfrage haben sich auf der Homepage der Hochschule über das Studium informiert. Aus diesem Grund sollte auf die Weiterentwicklung der Internetpräsenz Hauptaugenmerk gelegt werden. Um noch gezielter und OnlineInformationen für Studieninteressierte vermitteln zu können, wurde die Landingpage „Studier hier“ konzipiert und umgesetzt. Der Hochschulinformationstag wurde von 76 Teilnehmern der Befragung mit 1 oder 2 bewertet und hat damit ein positives Feedback bekommen. Überlegungen nur noch einen Hochschulinfotag im Jahr durchzuführen, wurden deshalb als nicht sinnvoll erachtet. Vielmehr muss die Attraktivität weiter verbessert werden, um noch mehr Interessenten zu begeistern. Da Gespräche mit Studierenden gleich an

50

1

Teilnehmer der Come-in-Wochen (Vorbereitungskurse) • Motivationsgründe für die Teilnahme • Einschätzung der Fachkurse • Einschätzung der Freizeitangebote incl. Exkursionen

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9

9

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250

zweiter Stelle rangieren, ist die Imagepflege und eine gute Lehr- und Lebensqualität an unseren Standorten von immenser Bedeutung für die Studierendenwerbung. Bei künftigen Schülerveranstaltungen in der Hochschule empfiehlt es sich, verstärkt auf die Anwesenheit von Studierenden zu achten. Diese werden unkomplizierter angesprochen und zum Thema Studium in Zittau und Görlitz befragt. Die gesamte Hochschule sollte sich dafür einsetzen, dass die Studierenden ein positives Image nach außen tragen können. Bei der Umfrage der Erstsemester wird auch die Zufriedenheit mit dem gewählten Studiengang erfasst. So hatten etwa 17 % der Teilnehmer schon zum Studienbeginn Zweifel oder das Gefühl, nicht den richtigen Studiengang gewählt zu haben. Da Diese potentielle Studienabbrecher darstellen, konzipiert die Hochschule eine Vielzahl von bedarfsgerechten Unterstützungsangeboten. Dazu zählen Tutorien besonders in den mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereichen sowie die Unterstützung durch Studierende aus höheren Semestern. Weiterhin muss erfasst werden, welche

Studierende: Studienstart: Befragung der zugelassenen Bewerber • Bisheriger Bildungsweg (Schulabschluss, eventuelle beruflicher Abschluss) • Soziale Herkunft (bildungsfernes Elternhaus?)

4

0

13 0

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Fachstudienberatung der Hochschule

2

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80

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Informationsveranstaltung in der Schule

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2

3

1

Relevanz der Informationsquellen im Vorfeld der Hochschulwahl

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Einzelbewertung der Informationsquelle Homepage

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Einzelbewertung des Hochschulinfotags (jeweils absolute Zahlen)

4

Haben Sie das Gefühl, den richtigen Studiengang gewählt zu haben?

5

Inhaltliche Schwerpunkte der Befragungen

4 63 ja nein

39

161

keine An

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Dozenten: Studienverlauf: Befragung der Erstsemestler • Wirksamkeit der Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit (wie wurde der Bewerber auf die HSZG aufmerksam) • Gründe für Wahl des Studienortes • Bereits Anzeichen für einen Abbruch/Wechsel des Studiums? Erfassen der Abbruchquote und -gründe Befragung aller Studierender zur Zufriedenheit • Online • Interviews (Langzeituntersuchung – gesamter Studienzyklus) 11

Ich habe

Online-Befragung zur Zufriedenheit: • Umfang der Lehrverpflichtung • Zufriedenheit mit technischen Rahmenbedingungen, Dienstleistungen der HSZG, Organisation der Lehre,… • Schwachstellen • Einschätzung der hochschulzentralen Unterstützungsangebote für Studierende

5


Einblick // Vielfalt ist unsere Stärke

Gründe zu dieser Einschätzung führen. Um die Abbruchzahlen gerade in den ersten Semestern zu reduzieren, werden praxisnahe Angebote bereits in den Come-in-Wochen, also vor dem Studienstart, unterbreitet. Besuche in den Laboren der Hochschule sollen dabei Interesse für die spätere Arbeit wecken - genauso wie Exkursionen zu Partnern aus der Wirtschaft. Weitere Angebote, speziell auf die Studiengänge mit den höchsten Abbruchzahlen abgestimmt, befinden sich in der konzeptionellen Phase.

Studentenzufriedenheitsbefragung (ab 2. Semester) Diese Befragung findet jeweils im Sommersemester statt und richtet sich an alle Studentinnen und Studenten der Hochschule Zittau/Görlitz. Diese Befragung stellt die umfangreichste Zufriedenheitsanalyse dar. Als konkrete, aus der Umfrage abgeleitete Maßnahmen, ergaben sich z. B. die verlängerten Öffnungszeiten der Hochschulbibliothek oder das erweiterte Angebot von Tutorien. In der Umfrage werden viele Faktoren abgefragt und bewertet, der Fokus besteht aber auch hier auf der Zufriedenheit mit dem gewählten Studiengang. Diese Auswertung wird nicht nur für die gesamte Hochschule angeboten, sondern auch fakultätsspezifisch. Als besonders problematisch stellt sich heraus, dass ein großer Teil der Studenten (25%) das Studium nicht in der regulären Zeit schafft. Wie aus der Abbildung 6

ersichtlich, liegt dies besonders an den Verzögerungen der Abschlussarbeiten. Aufgrund der Häufigkeit bei der Antwort „Verzögerung bei der Abschlussarbeit“ wird in diesem Bereich in der nächsten Befragung eine stärkere Differenzierung vorgenommen, um gezielt Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

7 1%

gering

Weiterhin wird jedes Semester ein Interview mit freiwilligen Studierenden geführt, um die jeweilige Studiensituation im aktuellen Semester zu hinterfragen. Der Hintergrund dabei ist, Studenten des ersten Semesters zu gewinnen und dann bis zum Ende der Studienzeit zu begleiten, um eventuelle Schwachpunkte sofort erfassen und gegebenenfalls auch unmittelbar handeln zu können. Diese Untersuchung läuft zurzeit mit 15 Studenten und kann auf Grund der geringen Masse nur bedingt als repräsentativ gewertet werden. Dennoch stellt sie eine sehr gute Ergänzung zu den quantitativen Umfragen dar.

Dozentenbefragung Um die Lehrsituation an unserer Hochschule richtig bewerten zu können, macht es Sinn nicht nur die Zufriedenheit der Studenten zu erfassen, sondern auch die der Dozenten. Aus diesem Grund wurde letztes Semester ein Online-Fragebogen an Lehrkräfte gesendet. Die Beteiligung war mit über 50% hoch und spiegelt ein positives Bild wider. Dennoch werden auch Probleme, z. B. bei der Durchführung einer optimalen Lehre,

12%

Kindererziehung/ familiäre Verpflichtungen

6

6%

Krankheit

hoch

angesprochen. Hervorzuheben ist dabei die hohe Heterogenität des Wissenstandes der Studierenden, welche von vielen Teilnehmern der Umfrage angegeben wurde. Auch wurde die mangelnde Anerkennung der Tätigkeit durch Studenten und Kollegen angesprochen. Als Möglichkeit, diese zu verbessern, kann sicher die Vergabe eines Lehrpreises beitragen. Die Ergebnisse der Umfrage werden dem Rektorat und den Fakultäten vorgestellt. Auch bei dieser Umfrage gibt es eine fakultätsspezifische Auswertung, welche die jeweilige Situation der Lehrkräfte wider spiegelt.

Erfassung und Beurteilung der vorzeitigen Exmatrikulationsgründe

6

Falls Sie glauben, dass Sie länger studieren werden als es die Studien-/ Prüfungsordnung vorsieht, welche Gründe sind zutreffend für Ihre Situation (Mehrfachnennung möglich)? Gültige Bewertung: 334

7

Wie schätzen Sie Ihre Motivation in der Lehre ein? Gültige Probe: 96

10%

Auslandsaufenthalt(e)

5%

Fehlende fachliche Betreuung

63% sehr hoch

4%

Muss bzw. musste arbeiten, um das Studium zu finanzieren

k.A.

25%

Langzeituntersuchung

Sonstiges

11%

4%

Verzögerung bei der Abschlussarbeit

31%

Lern‐/Konzentrationsschwierigkeiten

7%

Studienfach‐ bzw. Studienortwechsel

1%

Angst vor der Prüfungssituation

5%

Probleme in den anderen Modulen (z.B. zeitl. Überschneidung,…

8%

Probleme mit dem Stoff, Anforderungen sind zu hoch

1 = stimme vollkommen zu, 4 = stimme überhaupt nicht zu

6% 0%

5%

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30%

35%


Vielfalt ist unsere Stärke // Einblick

Bitte bewerten Sie die folgenden Aussagen 1 = stimme vollkommen zu, 4 = stimme überhaupt nicht zu

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Ich wünsche mir mehr Angebote zur didaktischen Weiterbildung. Ich kann Einfluss auf die Planung der Lehre nehmen. Ich habe einen guten Kontakt zu anderen Lehrenden/Mitarbeitern an der Hochschule.

1

Ich habe einen guten Kontakt zu Studierenden.

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An meiner Fakultät gibt es klare Zuständigkeiten für Lehraufgaben.

3

An meiner Fakultät werden Lehrende durch Förderungen und Weiterbildungen zur Stärkung der Lehre angemessen unterstützt.

4 k. A.

An meiner Fakultät wird meine Lehrtätigkeit genauso wertgeschätzt wie meine Tätigkeit in der Forschung. An meiner Fakultät werden gute Lehre und Engagement für die Lehre anerkannt und wertgeschätzt. Die Lehre ist ein wichtiger Bestandteil meiner Tätigkeit. 0%

Von den immatrikulierten Jahrgängen 2009, 2010, 2011 und 2012 haben sich insgesamt 702 Studierende vorzeitig exmatrikulieren lassen. Da es sich das Projekt „Vielfalt als Stärke“ zur Aufgabe gemacht hat, diese Zahlen zu senken, ist es notwendig, die Gründe der vorzeitigen Exmatrikulationen zu erfahren. Bei der vorzeitigen Exmatrikulation bekommt jeder Student die Möglichkeit, diese Gründe anzugeben.

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zwei Semestern den Studiengang oder die Hochschule verlassen. Im Rahmen des „Qualitätspakts Lehre“, welcher an unserer Hochschule durch das Team „Vielfalt als Stärke“ umgesetzt wird, werden speziell für diese Studierendengruppen Angebote entwickelt. Mit dem Projektmodul „Studierende beraten Studierende“ wird Unterstützung im persönlichen/familiären Bereich angeboten. Mit den Angeboten der Come-inWochen wird die frühzeitige Bindung an das Studium und den Studienort befördert, um einen Hochschulwechsel zu vermeiden. Und

Aus diesen Daten wird ersichtlich, dass besonders viele Studenten in den ersten

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die Tutorienangebote sollen die Abbruchzahlen aus fachlichen Gründen reduzieren. Um den Bedarf an Fachtutorien noch besser ermitteln zu können, wurde das „Tutorienbüro“ eingerichtet, das Bedarfe sammelt und Angebote vermittelt. - Sabine Scholz, Sebastian Riedel 8

Aussagen aus der Dozentenbefragung

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vorzeitige Exmatrikulationsgründe

Gründe für vorzeitige Exmatrikulation 34

sonstige Gründe

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Hochschulwechsel gesundheitliche Gründe

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finanzielle Gründe

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fehlende Rückmeldung

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famil. und persön. Gründe

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Foto: Michaela Ullrich

Einblick // Vielfalt ist unsere Stärke

Von Ägypten bis Vietnam

Intensivere Betreuung für ausländische Studierende aus 23 Ländern. Ein Schwerpunkt der Arbeit im Teilbereich „Internationales“ des Projekt „Vielfalt als Stärke“ ist die Zusammenarbeit mit dem Studienkolleg der Hochschule, um ausländische Studierende zu betreuen und auf ein Studium an unserer Hochschule vorzubereiten. Im Studienkolleg Zittau studieren zurzeit 129 Studierende in sechs Kursen, um sich auf die DSH (Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang) in einem Semester oder auf die Feststellungsprüfung in zwei Semestern vorzubereiten. Sie kommen aus 23 Ländern von Ägypten bis Vietnam. Da der reguläre Hochschulinformationstag in der Prüfungszeit des Studienkollegs liegt, finden einmal pro Semester Studieninformationstage in Zusammenarbeit mit allen Fakultäten für das Studienkolleg statt. Neben fachlichen Informationen erhalten die Studierenden dabei auch einen Einblick in die praktischen Bestandteile des Studiums. Gemeinsam mit dem akademischen Auslandsamt werden Exkursionen und Veranstaltungen angeboten, um ausländischen Studierenden ihre neue Heimat näherzubringen. In den letzten Jahren waren Stadtführungen in Zittau und Görlitz, Museums- und Tierparkbesuche, Bowling, die Eishalle in Jonsdorf, die Sommerrodelbahn in Oderwitz, die Orte Walterdorf und Oybin, der Weihnachtsmarkt in Herrnhut, eine Raftingtour auf der Neisse, ein Ausflug nach Breslau und eine Betriebsbesichtigung bei Siemens im Angebot. Ein Höhepunkt ist die Weihnachtsfeier des Ausländerbeirats im Bürgersaal des Rathauses, in dem auch die feierliche Verabschiedung der Kollegiaten jedes Semester stattfindet. In der Akademischen Verwaltung im Haus

Z III befindet sich das Beratungsbüro für ausländische Studierende. Der Beratungsbedarf ist sehr breit gefächert. Am Semesteranfang stehen insbesondere Behördengänge im Mittelpunkt, wie die Anmeldung bei Einwohnermeldeamt, Krankenkasse und Ausländerbehörde. Gegen Ende des Semesters kommen vor allem Nachfragen nach Praktikumsplätzen und Hilfe bei der Abfassung von Bewerbungen. Auch sprachliche Hilfestellungen bei Abfassen von Belegen und Abschlussarbeiten werden angeboten. Langweilig werden die Beratungsstunden nie: da muss z. B. eine Fluggesellschaft überzeugt werden, Entschädigung für verloren gegangenes Gepäck zu leisten, Arzttermine müssen besorgt werden und das System der Gebühreneinzugszentrale beschrieben werden. Manchmal ist es auch einfach nur wichtig, jemanden zum Reden zu haben. Außerhalb der Sprechzeiten wird die Facebook-Gruppe des Studienkollegs gut genutzt, um Anfragen schnell zu beantworten. Die ausländischen Studierenden sind in Zittau gut untereinander vernetzt. Kontakt zu deutschen Studierenden zu finden fällt allerdings schwer. Besonders belastend ist diese Situation zu Beginn des Studiums, wenn viele neue Informationen verarbeitet werden müssen und sich ausländische Studierende alleingelassen fühlen. Durch Beratung allein wird sich diese Situation

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nicht bessern. Ein kleiner Schritt in Richtung mehr Kommunikation könnte unsere neue interaktive Weltkarte sein. Hier haben alle in- und ausländischen Studierenden die Möglichkeit, ihre Herkunftsorte eintragen zu lassen. Bislang hängt in ZIII eine „analoge“ Weltkarte, auf der alle Hochschulen mit Fähnchen markiert sind, mit denen die Hochschule Zittau/Görlitz kooperieren. Doch wie oft sind Sie in der dritten Etage dort unterwegs? Über die interaktive Weltkarte kann man mit Studierenden aus Nepal, Japan oder auch Burkina Faso in Kontakt kommen, um sein Praktikum zu planen oder auch einfach nur um etwas über andere Länder und Sitten zu hören. Gestaltet wird diese Weltkarte von Moh‘d Abuazizeh, der neben seinem Studium im TI-Kurs am Studiumkolleg Handy- und Webapplikationen programmiert. Am Semesterende führt das Projekt am Studienkolleg jeweils eine Zufriedenheitsumfrage durch, um weiteren Handlungsbedarf abzuleiten. Zwei Problemkreise haben sich dabei etabliert: das Leben in der Stadt Zittau und die Schwierigkeit, etwas Geld dazuzuverdienen. Diese beiden Bereiche werden die Schwerpunkte der zukünftigen Arbeit im Bereich Internationales bilden. - Katrin Schubert -


Vielfalt ist unsere Stärke // Einblick

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Ein absolutes Highlight – der Ausflug nach Breslau Foto: Yvonne Trenkler

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Moh‘d Abuazizeh gestaltet eine interaktive Weltkarte, die Auskunft über die Herkunftsorte der ausländischen Studierenden geben wird Foto: privat

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Exkursion an den Olbersdorfer See anlässlich des Studieninformationstags im Mai 2014 Foto: Jörg Bienert

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Begrüßungsabend im Star-Club Foto: Susanne Fentzel

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Einblick // Vielfalt ist unsere Stärke

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Come-in-wochen len sich die Probleme, die ein Studium mit sich bringt, erst in den ersten Wochen und Monaten ein. Laut Umfrage des HSZG-Monitorings unter den Hochschullehrern ist die hohe Heterogenität der Studierenden auch der bedeutendste Faktor, der die Durchführung einer optimalen Lehre behindert. Aus diesem Grund wurden für die Studien-

Foto: Susanne Fentzel

Mathe pauken – und danach das Theater besichtigen. Logarithmen lösen – und bei Exkursionen Praxisluft schnuppern. Die vielfältigen Angebote der Come-in-Wochen erleichtern den Einstieg ins Studentenleben. Durch die enge Verknüpfung von den Fachkursen (Mathe, E-Technik, Chemie), den Angeboten des Studentenrates und der Fachschaftsräte und den praxisnahen Erlebnistouren des MINT-Zentrums bieten die zwei Wochen vor offiziellem Studienbeginn beste Voraussetzungen, um in den neuen Lern- und Lebensabschnitt zu starten. Studieren – das heißt nicht nur, in Vorlesungen und Seminaren zu sitzen. Es bedeutet für viele, in einen völlig neuen Lebensabschnitt zu starten – mit neuer Umgebung, neuen Wohnverhältnissen und neuen Kontakten. Ansprechpartner zu finden ist deshalb eine immens wichtige Aufgabe in dieser Vorbereitungsphase. Aus diesem Grund präsentieren sich am ersten Tag der Come in-Wochen Mitarbeiter von „Vielfalt als Stärke“ mit ihren Unterstützungsangeboten, aber auch die Studierenden vom Studierendenrat und dem Team „Studierende beraten Studierende“ sind dabei, wenn es um Fragen des Studentenlebens geht. Koordiniert wird das Vorhaben von den Mitarbeitern des MINT-Zentrums. Dieses Team hat die Aufgabe, das Interesse an MINT-Studiengängen und -berufen zu wecken, die Studienbewerbung zu begleiten und den Einstieg ins Studium optimal zu gestalten.

Tutorienbüro Ariane Barth Studentin Betriebswirtschaft, 3. Semester Haus Z III, Raum 328 Sprechzeit: Freitag 14:00 – 15:30 Uhr

Weiter begleiten

eingangsphase zielgenaue Angebote, die die Leistungsfähigkeit und die Zufriedenheit unter den Studierenden erhöht, entwickelt. In erster Linie sind es Tutoren, die fachspezifisch, aber auch für allgemeine Fragen zur Verfügung stehen. Um die Angebote noch besser am Bedarf ausrichten zu können, wurde das Tutorienbüro eingerichtet mit einer regelmäßigen Sprechzeit. Dazu kommen Angebote zu Lerntechniken und zur Prüfungsvorbereitung, aber auch Praxisexkursionen.

Qualität sichern Selbstverständlich ist es Aufgabe, die Angebote der Zielgruppe entsprechend weiterzuentwickeln. Aus diesem Grund ist die Evaluation der Come-in-Wochen im Rahmen des hochschulweiten Monitorings für die Organisatoren ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung. Die aktuelle Studie zeigt, dass sich 38% der Befragungsteilnehmer für die Come in-Wochen angemeldet haben, um ihr Fachwissen aufzufrischen. Aber 60% wollten diese Zeit auch nutzen, um den Hochschulstandort und ihre zukünftigen Mitstudierenden kennenzulernen. Und aus diesem Grund wird das MINT-Team und „Studierende beraten Studierende“ auch in den nächsten Jahren die Studienanfänger mit einer Kombination aus Fachvermittlung und einem gut gewählten Mix aus Erlebnis und Unterhaltung in Zittau und Görlitz begrüßen. - Sabine Scholz -

Ein guter Start ist wichtig – aber oftmals stel-

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Foto: Susanne Fentzel

Foto: Ricardo Friedrich

Vielfalt ist unsere Stärke // Einblick

Monique Witt (20)

Marilen Sieker (18)

aus Hildesheim, Studentin 1. Semester „Soziale Arbeit“

aus dem Rheinland Studentin 1. Semester „Ökologie und Umweltschutz“

„Zwei Hörsäle voller Erstis, viele neue Gesichter und viele Namen, doch wer gehört denn eigentlich in mein Matrikel? Dazu viele Infos über Opal und Bibliothek. Und dann die tausend Fragezeichen, die aufkamen, wenn es um die Umsetzung der gerade gehörten Informationen ging. Da war ich doch sehr froh, dass wir in der Erstiwoche von SbS und „FSR“ begleitet wurden. Es gab sogar ein Hochschul-Starterkit, mit Stundenplan, Block, Stift und Kulturstadtplan. Wir hatten so viele Fragen, viele wurden bei der Hausführung schon beantwortet, „Wo ist das Sekretariat?“, „Wie aktualisiere ich meinen Studentenausweis?“ und „Wo steht der Kaffeeautomat?“. Bei allen Fragen und Problemen der ersten Woche stand uns SbS zur Seite. Ebenso sorgten sie mit Angeboten, Aktionen und Spielen dafür, dass wir die anderen Studierenden kennenlernen.

„Die Come-in-Wochen der Hochschule haben mir sehr gut gefallen. Ich war beim Kennenlern-Grillen und bei der Kneipentour dabei. Besonders die Kneipentour hat mir sehr gut gefallen, da es hier gut ist zu wissen, wo man hier hingehen kann. Die Leute waren cool drauf, die Bars waren gut, alles perfekt! Wer nicht dabei war, hat was verpasst!“

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Kennenlernspiel auf dem Görlitzer Campus Foto: Sandro Hänseroth

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Stadtspiel in Zittau Foto: privat

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Mathe-Vorkurs mit Prof. Dierich Foto: Jörg Bienert

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SbS hat uns in der Erstiwoche beraten worauf wir im Verlauf des Studiums achten müssen und was wichtig ist. Auch bei Zweifeln bezüglich des Studiums, oder ob es überhaupt zu schaffen ist, bis hin zu persönlichen Problemen konnten wir Studierende uns an SbS wenden. Als „Ersti“ an der Hochschule Zittau/Görlitz hat man nicht das Gefühl, ins kalte Wasser geschmissen zu werden und auch im Laufe des Studiums können wir uns immer an die Studierenden von SbS wenden.“

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Foto: Sandro Hänseroth

Einblick // Vielfalt ist unsere Stärke

ein teil der lösung Ein Blick hinter die Kulissen studentischer Studienberatung

ausforderungen und Schwierigkeiten ihrer Kommilitonen in Studium und Alltag.

Auf dem Weg in den Hörsaal sind sie auf einem Plakat mit grüner Schrift und freundlichen Gesichtern zu sehen und gerade gab es bei Facebook von ihnen noch die letzten News zu den Beratungsangeboten des Studentenwerk Dresden in dieser Woche – und wo heute Abend noch was los ist. Per E-Mail wurde geschrieben, wofür sie da sind - und auf dem Weg in die Mensa konnte man den Schriftzug auf einem schwarzen Hoodie lesen. Man kann sie immer fragen – sie haben sogar bei WG-Neugründungen und BaföG-Anträgen geholfen – und bei der Vernetzung unserer Erstsemester bei Facebook - schon vor dem Studienbeginn – denn es sind oft die kleinen Fragen – die ersten Unsicherheiten – oder der fehlende Tipp. Manchmal aber auch große Taten – helfende Hände – stützende Schultern – und Wegbegleiter im Studium. Sie tun es aus Überzeugung – mit vollem Einsatz – ehrenamtlich, ohne Vergütung – täglich.

Sie – das sind neugierige Studierende, die in Workshops von hochschulinternen und hochschulexternen Referentinnen und Referenten gecoached werden und vor allem lernen, in schwierigen Lebenssituationen an die richtigen Stellen weiterzuvermitteln. Sie werden dabei in Teamberatungen und Einzelgesprächen vom zuständigen Projektmitarbeiter betreut – auch bei eigenen Veranstaltungen für die Studierenden – Einführungstage, Matrikeltreffen, Ausflüge, die lange Nacht der Belegarbeiten, Filmabende, CampusQuiz – oder bei eigenen Sprechzeiten und Beratungen – persönlich, per E-Mail oder Facebook.

Sie – das sind die engagierten Studentinnen und Studenten des „Vielfalt-als-Stärke“Projektbereichs „Studierende beraten Studierende“, welches mittlerweile über 100 studentische Studienberaterinnen und Studienberater an allen Fakultäten, Studienund Jahrgängen der Hochschule betreut. Ansprechbar bei Fragen zu Studienablauf, Studienorganisation und Studentenleben – aber auch mit offenem Ohr für die Her-

Sie – das sind vernetzte Studierende, die über ein weitreichendes Netzwerk von Unterstützungsangeboten verfügen – über Handreichungen, Leitfäden, Infosammlungen, Adresslisten – für jeden möglichen Fall. Sie geben Hilfestellungen bei der Prüfungsvorbereitung, der Praktikumssuche oder lesen auch einmal einen Beleg Korrektur – sie motivieren, trösten, ermutigen und stärken. Neben engen Beziehungen zu den selbstverwalteten studentischen Gremien bestehen enge Kontakte zu den Angeboten des Studentenwerkes, ambulanten und stationären Hilfen und hochschulinternen Projekten. Sie – das sind motivierte Studierende, die

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auch in schwierigen Lebenslagen begleiten – bei Ängsten, Trennungen, nicht ganz so guten Studienleistungen, bei Problemen im Zeitmanagement oder Konflikten mit Professorinnen und Professoren. Im Wintersemester 2013/14 führten die studentischen Studienberaterinnen und Studienberater 249 Beratungen durch (31 % Studienorganisation, 26 % Studieninhalte / Prüfung / Praktika und 14 % persönliche Gespräche). Alle Tätigkeiten werden anonymisiert erfasst und evaluiert. Am Ende der Tätigkeit erhalten die Studierenden ein Zertifikat sowie eine persönliche Referenz. Sie – das sind einfach und unkompliziert erreichbare Studierende aus Zittau und Görlitz, die während des Studiums beratend, begleitend und unterstützend zur Seite stehen – jederzeit. Sie sind es, die ganz nah dran sind, wenn jedes Jahr über 600 neue Studierende an der Hochschule Zittau/Görlitz ihr Studium beginnen, welche nicht nur belehrt und geprüft, sondern auch erkannt, abgeholt und begleitet werden möchten. Sie leisten täglich mehrmals einen wertvollen Beitrag zur individuell empfundenen Studienzufriedenheit – und sie sind Teil der Lösung. - Sandro Hänseroth Kontakt: s.hänseroth@hszg.de www.hszg.de/sbs


Vielfalt ist unsere Stärke // Einblick

Meine Arbeit als Campusspezialist und studentischer Studienberater Seit Oktober 2013 unterstütze ich die Hochschule als Campusspezialist und studentischer Studienberater, vor allem für ausländische Studieninteressierte und Studierende bei z. B. Übersetzungen, Anträgen und alltags- und studienrelevanten Fragen und Problemen am Hochschulcampus Görlitz. Die Einführungsveranstaltungen für die Erstsemester begannen am 22.09.2014 mit dem 1. Mathevorkurs in Görlitz, in welchem wir gemeinsam mit den „Erstis“ und den SbS’ern eine Campus- und Stadtführung, einen Grillabend und Ausflüge unternommen haben. Die perfekte Gelegenheit, sich besser kennen zu lernen und auszutauschen waren im Rahmen der Einführungswoche verschiedene Stadtspiele, Hausführungen, Kennenlernrunden, Ausflüge zu Landeskrone und Berzdorfer See, Barabende im Studierendenclub und die vom Fachschaftsrat organisierte Erstiparty in der Mensa. Durch die Unterstützung von SbS konnten die ersten Fragen geklärt und Unsicherheiten aus dem Weg geräumt werden. Ich habe vor allem in den ersten Tagen selbst viele Gespräche geführt, Tipps gegeben, weitervermittelt, Fragen beantwortet.

Foto: privat

Andrzej Dmytruk aus Polen Student, 3. Semester „Wirtschaft und Sprachen“

Vielfalt als Stärke adoptiert „Campusspezialisten“ Sieben Studierende aller Fakultäten in Zittau und Görlitz unterstützen seit Juni 2014 die Studienberatung als die neuen Campusspezialisten für alle Studieninteressierten. Sie sind gleichzeitig Mitwirkende im Vielfalt-als-Stärke-Projektbereich „Studierende beraten Studierende“ und können so auf die Erfahrungen und das Wissen fast aller Studiengänge der Hochschule zurückgreifen. Alle interessierten, potentiellen Studierenden der Hochschule Zittau/Görlitz können sich exklusive Informationen bei den Campusspezialisten holen. Wie studiert es sich in Zittau und Görlitz? Wo kann man gut feiern gehen? Wie sind die Profs drauf und welche Tipps und Tricks gibt es, wenn man an der Hochschule Zittau/Görlitz studiert? Auch für die wichtigen Themen neben dem Studieren (Finanzierung, Wohnen, Kultur und Studentenleben) sind die Campusspezialisten die Experten.

Foto: Sandro Hänseroth

Neben der Möglichkeit, per Mail, Forum und Facebook Fragen zu stellen und mit den Studierenden in Kontakt zu kommen, gibt es zudem die Möglichkeit eines Newsletters, welcher über die wichtigsten Themen der beiden Hochschulstandorte informiert. Interessierte Bewerberinnen und Bewerber können sich hierfür eintragen. www.hszg.de/campusspezialisten

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Einblick // Hochschule

Preis des Fördervereins 2014 der Hochschule Zittau/Görlitz e.V. für herausragende Studienleistungen Alle sechs Fakultäten haben die Möglichkeit eine Studentin oder einen Studenten für diesen Preis zu nominieren. Prämiert wird die am Notendurchschnitt orientierte beste Studienleistung innerhalb der Regelstudienzeit unter besonderer Berücksichtigung der Abschlussarbeit. Als Kriterium wird ein Notendurchschnitt von besser als 2,0 festgelegt. Das Preisgeld beträgt 400,- €. Die Preise wurden anlässlich der Feierlichen Immatrikulation am 02.10.2014 verliehen.

Kontakt Förderverein: info@foerderverein-hs-zigr.de www.foerderverein-hs-zigr.de

Dipl.-Ing. (FH) Benjamin Süß

Maria-Ruth Schäfer, B.A.

Studiengang Elektrotechnik

Studiengang Kultur und Management

Thema der Diplomarbeit: „Untersuchungen zur Bewertung der Hydrophobiebeständigkeit und der Hydrophobiewiederkehr von polymeren Isolierstoffen mit dem Dynamischen Tropfen-Prüfverfahren“

Thema der Bachelorarbeit: „Gott zum Lob und den Menschen zur Freude. Beitrag der Görlitzer Kirchen zur kulturellen Vielfalt und kulturellen Bildung am Beispiel der Posaunenchöre“

Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Roland Bärsch

Betreuer: Prof. Dr. habil. Dr. phil. Prof. h.c. Matthias Theodor Vogt

Sandra Palm, B. Sc.

Dipl.-Ing. (FH) Carolin Heinze

Dipl.-Kfm. (FH) Oliver Hofmann

Studiengang Molekulare Biotechnologie

Studiengang Maschinenbau - KIA

Studiengang Betriebswirtschaft

Thema der Bachelorarbeit: „Vergleichsstudie aggregationsfähiger Domänen aus Dictyostelium discoideum“

Thema der Diplomarbeit: „Numerische Untersuchungen der instationären Schaufelkräfte an Endstufenschaufeln für Industriedampfturbinen“

Thema der Diplomarbeit: „Steuerliche Aspekte bei der Rechtsformwahl von Unternehmensgründungen und Umgründungen“

Betreuer: Prof. Dr. rer. nat. habil. Thomas Wiegert

Betreuer: Prof. Dr.-Ing. habil. Volkmar Weise

Betreuer: Prof. Dr. rer. pol. Mario Straßberger

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Hochschule // Einblick

Sonderpreis des Fördervereins 2014 der Hochschule Zittau/Görlitz e.V. für herausragende Studienleistungen Den Sonderpreis können Studierende mit einer exzellenten, bereits verteidigten Abschlussarbeit und entsprechenden Studienleistungen erhalten, die die Regelstudienzeit überschritten haben, wobei dafür beurteilbare, objektive Gründe vorliegen müssen. Auch für diesen Preis kann jede Fakultät eine Studentin/einen Studenten vorschlagen. Der ebenfalls mit 400,- € dotierte Preis wurde während der Feierlichen Immatrikulation verliehen.

Jenny Greif, B.A.

Studiengang Kindheitspädagogik

Studiengang Kindheitspädagogik

Thema der Bachelorarbeit: „Gesunde Ernährung in Kindertagesstätten. Eine Bestandsaufnahme im Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge“

Thema der Bachelorarbeit: „Gesunde Ernährung in Kindertagesstätten. Eine Bestandsaufnahme im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge“

Betreuerin: Prof. Dr. phil. Andrea G. Eckhardt

Betreuer: Prof. Dr. phil. Andrea G. Eckhardt

Dipl.-Ing. (FH) Philipp Stübner

Dipl.-Ing. (FH) Daniel Klein

Dipl.-Ing. (FH) Daniel Schaller

Studiengang Energie-und Umwelttechnik

Studiengang Maschinenbau KIA

Studiengang Bauingenieurwesen

Thema der Diplomarbeit: „Untersuchungen zur Prozesslufttrocknung mit Sorptionsrädern“

Thema der Diplomarbeit: „Auswahl eines Bearbeitungszentrums nach technologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten“

Thema der Diplomarbeit: „Untersuchungen zur Berücksichtigung des Lastfalles Temperatureinwirkung für vertikal verlegte Sandwichfassaden“

Betreuer: Prof. Dr.-Ing. habil. Volkmar Weise

Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Gerlinde Kretschmar

betreuer: Prof. Dr.-Ing. Roland Gocht

Foto: privat

Marie Funke, B.A.

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Einblick // Hochschule

Carl-August-Schramm Preis Mit dem Carl-August-Schramm Preis wird traditionell der Verfasser der besten Abschlussarbeit aus dem Bereich Bauwesen/ Architektur/Immobilienwirtschaft ausgezeichnet. In diesem Jahr ging der Preis an

Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Felix Leda aus dem Studiengang Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Das Thema seiner Diplomarbeit lautete „Bestandsentwicklungskonzept für Wohnungsunternehmen in nachfrageschwachen Märkten – eine empirische Un-

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tersuchung am Beispiel der Wohnungsgenossenschaft Görlitz eG (WGGeG)“. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Dr. Thomas Reichart und Immobilienwirt Jürgen Koblitz. In seiner Diplomarbeit befasste sich Herr Leda mit Bewertungsmodellen, die den Wohnungsunternehmen belastbare Entscheidungsgrundlagen für die Entwicklung des Wohnungsbestandes ermöglichen. Übereinstimmend mit der betrieblichen Betreuung wird eingeschätzt, dass das entwickelte EXCEL-tool zu belastbaren, wissenschaftlich fundierten Entscheidungen führt und damit für die betriebswirtschaftliche Praxis nutzbringend einsetzbar ist. Sowohl Arbeit als auch Verteidigung und Abschlussprüfung konnten mit „weit überdurchschnittlich“ (1,0) bewertet werden. Subsummierend erfüllte die vorliegende Arbeit neben einem hohen wissenschaftlichen Anspruch auch jenen Anwendungsbezug, der vor dem regionalen Hintergrund ihren besonderen Wert darstellt. - Dr.-Ing. Liane Vogel -

Preis für besonderes fachliches und soziales Engagement ausländischer Studierender

Auszeichnung mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes

Dipl.-Kff. (FH) Nina Zagainova Kasachstan Studiengang Betriebswirtschaft

Maria Kiseleva Russische Förderation Studiengang Angewandte Mathematik

Nina Zagainova begann ihr Studium an der Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty, setzte dies dann an der Hochschule Zittau/Görlitz fort und schloss es mit dem Prädikat „gut“ ab.

Mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes soll neben den fachlichen Leistungen auch die Gesamtpersönlichkeit hervorragender ausländischer Studierender gewürdigt werden. Frau Kiseleva ist mit einem Notendurchschnitt von 1,25 eine der leistungsstärksten Studierenden ihres Studienganges überhaupt und ist darüber hinaus sowohl in ihrem Heimatland sozial engagiert als auch bei der Unterstützung ihrer deutschen Kommilitonen im Rahmen von Tutorien zur fachlichen Förderung voll bei der Sache. Für Ihre Gesamtleistung wurde ihr dieser Preis überreicht

Besonders hervorzuheben ist, dass sie während dieser Zeit immer den Kontakt zu ihrer Heimathochschule hielt und nachfolgenden Studierenden aus Kasachstan beratend zur Seite gestanden hat, um ihnen den Studienstart in Deutschland und konkret in Zittau leicht zu gestalten. Dafür wird sie mit dem Preis für besonderes fachliches und soziales Engagement ausländischer Studierender 2014 geehrt.

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Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Felix Leda Maria Kiseleva


Fernblick // Einblick

Fernblick Schon lange interessiere ich mich für Südostasien. Dieses Jahr sollten es 34 Tage Indonesien werden. Meine Freundin und ich haben lediglich die Flüge gebucht und alles weitere sollte dann vor Ort geplant werden. Von Jakarta aus ging es die Insel Java runter bis Bali. Den größten Teil der Strecke haben wir mit Bussen und Zügen zurückgelegt, um mehr vom Land zu sehen und Kontakt mit den Einheimischen zu haben. Abends haben wir dann in unseren homestays oder hostels geplant, wo es am nächsten Tag hingehen soll. Am achten Tag sind wir ins Gebiet Bromo gereist. Um vier Uhr morgens ging es mit einem Kleinbus zu einer hoch gelegenen Aussichtsplattform. Dort haben wir dann die Sonne über Vulkanen aufgehen sehen. Es ist eine graue und staubige Mondlandschaft. Weiter ging es zum Abstieg in einen riesigen, dampfenden Krater. Doch das Beeindruckendste stand mir noch bevor: Gemeinsam mit einem indonesischen Arbeiter bin ich in ein Sulfatabbaugebiet gestiegen. Der Schwefelgeruch ist extrem, die Augen tränen, und ich konnte kaum atmen, trotz Maske. Diese Arbeiter schleppen mehrmals am Tag, zum Teil nur mit Flipflops an den Füßen, Körbe mit 65-80 kg Sulfat den steilen Abhang hinauf. Schon für mich, der deutlich größer ist als ein Indonesier, waren die Körbe kaum tragbar. In meinem Pullover steckt noch immer der Geruch dieses Trips. Wir werden wieder nach Indonesien fahren schließlich haben wir noch über 4000 Inseln zu entdecken, die vielfältiger nicht sein können: Traumstrände, kulturelle Schätze, unberührte Urwälder, beeindruckende Unterwasserwelten, karge Mondlandschaften, ... - Jendrik Maschke Student WKb13

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Foto: Jan Gutzeit

Einblick // Studium und Lehre

Hochschuldidaktik

Seit sechs Jahren wird der Lehrqualität an unserer Hochschule besonders Rechnung getragen: die hochschuldidaktische Weiterbildung wurde institutionalisiert. Seitdem fanden über 40 Qualifizierungskurse statt, an denen knapp 300 Hochschulangehörige teilnahmen. Ein sachsenweites Zertifikatsprogramm erlaubt es, methodische und didaktische Kompetenz nicht nur zu erlangen, sondern sich diese auch zertifizieren zu lassen. Eine Kernaufgabe im Zentrum für Wissensund Technologietransfer (ZWT) ist die Initiierung hochschuldidaktischer Weiterbildungen. Diese Weiterbildungen fördern den im Leitbild unserer Hochschule verankerten Grundsatz der methodisch-didaktischen Kompetenz bzw. der hochschuldidaktischen Versiertheit aller Lehrenden. Sie sind ein Instrument für die kontinuierliche Verbesserung der Lehrqualität. Summa summarum erhöht eine gute Lehrqualität die Qualität des Studiums. Gute Qualität wiederum spricht sich herum und lockt Studienanfänger in unsere Hochschule. Insofern war es eine zukunftsgerichtete Leitungsentscheidung als das Rektorat im Jahr 2008 die hochschuldidaktische Weiterbildung institutionalisierte und aus Haushaltsmitteln der Hochschule dafür jährlich einen vierstelligen Betrag bereitstellt.

Hochschuldidaktik an der Hochschule Zittau/Görlitz wurden seit 2009 bereits über 40 Qualifizierungskurse durchgeführt, die knapp 300 Teilnehmende besuchten. Die nachfolgenden Diagramme veranschaulichen weitere Informationen zur Hochschuldidaktik an der HSZG.

Eine Errungenschaft für die Hochschuldidaktik in Sachsen war die Gründung des Hochschuldidaktischen Zentrums Sachsen (HDS) im Jahr 2011. Das HDS wurde durch die sächsischen Hochschulen als gemeinsame zentrale Einrichtung gemäß § 92 Abs. 2 SächsHSFG errichtet. Es finanziert sich anteilig aus den Beiträgen der Hochschulen und aus ein-

Der vorliegende Beitrag blickt auf sechs Jahre Hochschuldidaktik zurück, sowohl an unserer Hochschule als auch im sächsischen Hochschulraum.

Ein RÜCKBLICK Mit der institutionellen Verankerung der

Die am meisten nachgefragten Themenbereiche sind „Neue Medien“ und „Schlüsselqualifikationen“. Aus den Bereichen „Beraten und Begleiten“ und „Lehren und Lernen“ müssen zukünftig wieder mehr Themen angeboten werden.

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Studium und Lehre // Einblick

schuldidaktischen Qualifizierung für Lehrkräfte unserer Hochschule hinaus ist die Zielgruppe im Jahr 2013 um die der studentischen TutorInnen erweitert worden. Im Zuge des Qualitätspakts Lehre (Projekt „Vielfalt als Stärke“) wurde der Tutorenkurs „Nachhaltig Lernen und Lehren“ entwickelt und seitdem jährlich im Wintersemester interessierten TutorInnen und Studierenden angeboten. Der Kurs bereitet die Teilnehmer in methodisch-didaktischer Hinsicht gezielt

Foto: privat

geworbenen Drittmitteln. Das HDS versteht sich als Dienstleister für die Lehrenden an den sächsischen Hochschulen und realisiert dieses u. a. durch ein jährlich stattfindendes HDS-Forum Lehre und das sächsische Zertifikatsprogramm Hochschuldidaktik – ein sachsenweit organisiertes Weiterbildungsprogramm, das mit einem bundesweit anerkannten Zertifikat abschließt. Das Programm besteht aus drei Modulen (siehe Grafik nächste Seite) mit einem Umfang von

Robert Stricker Studierender Bachelor Informatik, Matrikel 2012

Statement zur didaktischen Qualifizierung von studentischen Tutoren an der HSZG

Die meisten Teilnehmenden kamen – abgesehen von der Verwaltung und den Instituten – aus den Fakultäten Mathematik/Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften und -ingenieurwesen. Von den etwa 130 hauptberuflichen Professoren der HSZG nahm im Erhebungszeitraum knapp ein Drittel an hochschuldidaktischen Weiterbildungen teil, einige davon mehrfach

insgesamt 200 Arbeitseinheiten. Während die Module 1 und 3 unter der Regie des HDS in Leipzig stattfinden, können die Kurse für Modul 2 auch an unserer Hochschule absolviert werden. Anerkennung verdienen Prof. Honekamp (ehemaliger Professor an der HSZG) und Frau Dörnchen-Neumann (F-N), die das sächsische Zertifikatsprogramm bereits erfolgreich durchlaufen haben. Aktuell absolvieren Prof. Lässig, Prof. Ringwelski (beide F-EI) und Frau Ahrens (F-S) dieses Programm. Eine Bereicherung stellte auch die auf Initiative der Fakultät Maschinenwesen in Zusammenarbeit mit der TU Dresden im Zeitraum von 2010 bis 2012 durchgeführte Qualifizierung „Ingenieurdidaktik an sächsischen Hochschulen e-Didact“ dar. Diesem Kurs liegt das Verständnis zugrunde, dass es zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen methodische Unterschiede in der Hochschullehre zu beachten gilt, die sog. Fachdidaktiken. Über die genannten Angebote zur hoch-

auf ihre Tutorienarbeit vor, um ihr Selbstverständnis als Lehrende zu entwickeln bzw. zu stärken. Die Teilnehmer setzen sich einerseits mit der Frage des effektiven Lernens und zum zweiten mit dem Aufbau und der Ausgestaltung der Tutorien sowie dem Einsatz moderner Lehrmethoden auseinander.

Im Didaktikkurs „Nachhaltig Lernen und Lehren“ wurde verständlich vermittelt, wie man Tutorien bzw. Lehrveranstaltungen interessant und lehrreich gestalten kann und damit den Grundstein für den Aufbau von Wissen legt. Je mehr ich während des Kurses über das „richtige“ Lehren erlernte, umso erstaunter war ich, wie selbstverständlich unser Dozent diese vielen Dinge in eine Veranstaltung einbaut und wie leicht es mir fiel, das Wissen aufzunehmen. Ich möchte diesen Kurs allen künftigen TutorInnen sehr empfehlen Details unter

www.hszg/tutorquali

Ein AUSBLICK Die Planung des Weiterbildungsjahres 2015 steht bevor. Es hat sich bewährt, bedeutende Kurse vor allem aus den Themenfeldern „Lehren und Lernen“, „Prüfen und Bewerten“ und „Schlüsselqualifikationen“ wiederkehrend anzubieten. Ferner nehmen wir Vorschläge für gewünschte Kursthemen gern entgegen und stehen mit den Studiendekanen diesbezüglich in Verbindung. Aus der bisherigen Teilnehmerschaft kristallisiert sich eine Gruppe heraus, die sich in den vergangenen Jahren Tipps und Anregungen aus verschiedenen Kursen geholt haben und ein verstärktes Interesse an einem informellen Praxisaustausch mit anderen Lehrenden haben. Wir werden prüfen, inwieweit neue Formate, die diesen Wün-

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schen Rechnung tragen, angeboten werden können. Wir wünschen uns für die Zukunft weiterhin eine rege Inanspruchnahme der Weiterbildungsangebote. Lehrende, die sich für das sächsische Zertifikatsprogramm interessieren, unterstützen wir gern mit einer Startberatung. - Robert Viertel/Dr. Peggy Sommer -


Einblick // Studium und Lehre

Nachgefragt – Erkenntnisse aus der Teilnahme am sächsischen Zertifikatsprogramm zur Hochschuldidaktik 1

lassen konnte.

Modul 1

Wie viel Ihrer Zeit hat das Programm beansprucht und war dies mit Ihrer Arbeitszeit vereinbar?

KÖNNEN DURCH MODERNE METHODEN DER HOCHSCHULDIDAKTIK LEHRENDE BESSER LEHREN UND LERNENDE BESSER LERNEN? Diese Fragestellung motivierte Frau Dipl. Ing. agr. Jana Dörnchen-Neumann am sächsischen Zertifikatsprogramm zur Hochschuldidaktik teilzunehmen. Sie ist seit 1994 an der Hochschule tätig und seit 2012 Lehrbeauftragte im Lehrgebiet Experimentelle und angewandte Ökologie an der Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften.

Sie haben im Jahr 2013 das vom Hochschuldidaktischen Zentrum Sachsen (HDS) angebotene sächsische Zertifikatsprogramm zur Hochschuldidaktik erfolgreich abgeschlossen. Welche Beweggründe gab es für Sie, an dem Programm teilzunehmen? Der Hauptauslöser war für mich die Teilnahme an dem zweitägigen Weiterbildungskurs von Susanne Vogel zum Thema „Aktivierende Lehr-Lern-Formen“ im Jahr 2011. Dort konnte ich nicht nur moderne Lehrmethoden kennenlernen, sondern auch selbst erleben. Ich stellte fest, dass ich in meiner eigenen Lehre bei der Vermittlung des Lehrstoffes einiges verbessern kann und ich wurde neugierig auf mehr. Zeitgleich bekam ich neue Aufgaben in der Lehre übertragen, so dass der Bedarf meinerseits und das Angebot des HDS sehr gut zusammenpassten.Vorteilhaft war auch, dass ich mir bereits absolvierte hochschuldidaktische Kurse für das Modul 2 anrechnen

Das gesamte Programm habe ich in eineinhalb Jahren absolviert. Der im Programmplan ausgewiesene Zeitaufwand ist realistisch bemessen. Der persönliche Aufwand hängt allerdings davon ab, wie viel Zeit man sich für das Studium weiterführender Literatur und für die Phase der Selbstreflexion nimmt. IDie Präsenzphasen des Programmes habe ich in der vorlesungsfreien Zeit an der TU Dresden absolviert, dadurch war es gut mit meinen Dienstaufgaben vereinbar. Meine Teilnahme an dem Programm hatte ich im Vorfeld mit meinen Vorgesetzten abgestimmt.

Didaktische Gundlagen

60 AE

Modul 2

Welchen Erkenntnisgewinn hat Ihnen die Teilnahme am sächsischen Zertifikatsprogramm verschafft? Zunächst war es für mich spannend zu erfahren, welche physiologischen Prozesse beim Lernen ablaufen und der Frage nachzugehen, wie effektives Lernen funktioniert. Die konzentrierte Aufnahmefähigkeit des Menschen endet in der Regel schon nach wenigen Minuten und – jedes Individuum lernt anders. Dementsprechend ist es wichtig „Moduswechsel“ in die Lehrveranstaltungen einzubauen und verschiedene Methoden in Abhängigkeit vom Fachgebiet anzuwenden. Wir lernten hierzu eine ganze Reihe von Methoden kennen, wie z. B. World Cafe, Gruppenpuzzle oder Disney-Methode.. Weitere spannende Themen waren: „Viel Stoff – wenig Zeit!“ oder der “Umgang mit heterogenen Studierendengruppen“. Sehr gut fand ich die Anleitungen zu einem strukturierten, objektiven Feedback-Geben bzw. Nehmen z. B. bei der Videoanalyse oder das ganz einfach durchzuführende Fünf-FingerFeedback als Reflexionsmethode. Als sehr hilfreich für die eigene Reflexion empfand ich außerdem die kollegiale Fallberatung mit anderen Lehrenden sowie die Lehrhospitationen, die ich selbst bei einer Fachkollegin an der TU Dresden durchgeführt habe. Das Interview führte Dr. Peggy Sommer im Mai 2014.

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Erweiterung des Themas

60 AE

Modul 3

Vertiefung Innovation

60 AE

Aufbau des Zertifikatsprogramms

1

Diplom-Agrar-Ingenieurin Jana Dörnchen-Neumann


Studium und Lehre // Einblick

• Kompaktsemiar Grundlagen des Lehrens & Lernens (2 x 2 Tage) • Kollegiale Praxisberatung

32 AE

6 AE

• Kollegiale Lehrhospitation

12 AE

• Strukturierte schriftliche Reflexion mit Feedback-

8 AE

gespräch

• 1 x Seminar aus dem Themenfeld Prüfen und Bewerten • 1 x Seminar aus dem Themenfeld Beraten und Begeiten • 2 x Seminar aus dem offenen hochschuldidaktischen Seminarangebot (z. B. Evaluieren, Neue

16 AE

16 AE

28 AE

Medien, Diversity)

• Planung, Durchführung,

Dies sind für Prof.-Dr.-Ing. Georg Ringwelski die zentralen Voraussetzungen, um das Zertifikatsprogramm erfolgreich zu absolvieren. Er selbst durchläuft es seit Anfang 2014 auf Empfehlung eines Kollegen hin. Prof. Ringwelski lehrt seit 2005 an der Fakultät Elektrotechnik/Informatik. Seine Schwerpunkte in der Lehre sind Programmierung und Künstliche Intelligenz.

Wie ich hörte absolvieren Sie derzeit das sächsische Zertifikatsprogramm zur Hochschuldidaktik. Welche Beweggründe gab es für Sie, an dem Programm teilzunehmen? Ich bin der Empfehlung von Prof. Honekamp gefolgt, der das Programm selbst erfolgreich durchlaufen hat. Im Übrigen absolviert auch Kollege Lässig mit einem halben Jahr Vorsprung dieses Programm. Dass es zum absolvierten Kurs ein offizielles Zertifikat gibt, betont die Signifikanz des Kurses für die sächsische Hochschulausbildung.

Wann haben Sie begonnen und wann denken Sie das Programm abzuschließen? 72 AE

Evaluation und Dokumentation eines innovativen Lehr-Lernprojekts (mit Beratung und Begleitung) • Schriftliche Abschlussreflexion über das Zerti-

Klarer Wille zur Selbstreflexion und Offenheit für Veränderungen

8 AE

fikationsprogramm mit Feedback

Ich habe Modul 1 im Januar 2014 begonnen. Einige der in Modul 2 geforderten Kurse hatte ich bereits in der zurückliegenden Zeit hier an unserer Hochschule belegt. Diese werden mir im Rahmen des Zertifikatsprogramms anerkannt. Es stehen bei mir im Moment noch einzelne Kurse aus Modul 2 und das komplette Modul 3 aus. Das GesamtProgramm sollte ich demnach Ende des Wintersemesters 2015/16 abschließen können.

Ist das Programm mit Ihrer Arbeitszeit vereinbar: Sind Sie zu den Kurs-Terminen von Ihren Dienstaufgaben freigestellt, oder absolvieren Sie es in Ihrer Freizeit? Den Hauptteil meines Zeitaufwandes für das Programm beanspruchten drei Arbeitstage in Präsenzveranstaltungen und ein virtuelles Seminar. Darüber hinaus ist einiges in Selbstarbeit vom Büro aus zu leisten.

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Prof. Dr.-Ing. Georg Ringwelski

Gab es für Sie aus den bisherigen Kursterminen bereits Aha-Effekte? Ja, solche AHA-Effekte gab es. Als sehr hilf-

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2 reich empfand ich die Hospitationen bei und von Kollegen. In den Präsenzveranstaltungen des Programms habe ich die Methodik des „Shift from teaching to learning“ vertieft und als Bereicherung empfunden. Ich habe einige Anregungen zur Methodik sogleich in meinen laufenden Lehrveranstaltungen zur Anwendung gebracht.

Was gefällt Ihnen am Zertifikatsprogramm bisher besonders gut? Gut gefallen haben mir die Präsenzkurse in denen man sich gemeinsam mit Kollegen und den Dozenten mehrere Tage intensiv und ausschließlich der Hochschuldidaktik widmen kann. Ich finde es auch sehr hilfreich, dass die im Programm vorgestellten verschiedenen Lehr-Lern-Methoden in der Realisierung der Kurse auch unmittelbar Anwendung finden.

Können Sie das Zertifikatsprogramm anderen Lehrenden bzw. Ihren Kollegen empfehlen? Wenn ja, was würden Sie den Kollegen mit auf den Weg geben? Ja, durchaus. Eine zentrale Voraussetzung für eine Teilnahme ist allerdings der klare Wille zur Selbstreflexion und Offenheit für Veränderungen. Wer seine Lehraufgabe als Professor ernst nimmt, sollte sich Kompetenzen in Didaktik und Methodik aneignen. Fachliche Exzellenz des Dozenten ist ja nur der halbe Weg zum Lernerfolg der Studierenden.

Das Interview führte Dr. Peggy Sommer im Mai 2014.


Foto: Peter Hennig

Einblick // Studium und Lehre

Partizipatives Lernen im Studium Neun Empfehlungen für die Ausgestaltung des Lernprozesses Sie Bologna-Reform hat nicht nur strukturelle Veränderungen, sondern auch einen Perspektivwechsel vom Lehren zum Lernen, von der Stoffvermittlung zum Kompetenzerwerb mit sich gebracht. Der Begriff der Kompetenz ist zwar nicht präzise zu fassen, jedoch sind sich fachliche Quellen darüber einig, dass es sich um das Ergebnis eines komplexen Lernprozesses handelt, der an Voraussetzungen der Lernenden anknüpft, gegenwärtige Bedürfnisse aufgreift und auf zukünftige Anforderungen vorbereitet. Generell werden fachbezogene und fachunabhängige Kompetenzen unterschieden. Die Vermittlung vielfältiger Kompetenzen stellt eine große didaktische Herausforderung dar, die entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen bei Lehrenden voraussetzt und eines fachlichen Diskurses sowie Abstimmungsprozesses innerhalb des Studiengangs bedarf. Verkompliziert wird dieser Prozess noch dadurch, dass die Befähigung zum lebenslangen Lernen inzwischen eine immer stärker hervorgehobene bildungspolitische Forderung darstellt und die Heterogenität der Studierenden durch veränderte Zugangsbedingungen beständig zunimmt.

Möglichkeiten zur stärkeren Einbindung von Studierenden Der Fokus auf das selbst gesteuerte Lernen und die Diversität der Studierenden führt zwangsläufig zu der Erkenntnis, dass der Dialog mit den Studierenden und deren

Partizipation an der Ausgestaltung des Lernprozesses intensiviert werden müssen. Im Folgenden sollen einige Möglichkeiten der stärkeren Einbindung von Studierenden beschrieben und zur Diskussion gestellt werden. 1) Bereits zu Beginn des Studiums ist es wichtig, mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen über deren Erwartungen und Befürchtungen bezüglich des Studiums. Dies macht es möglich, die Erwartungen zu relativieren und Befürchtungen durch Herstellung von Transparenz zu reduzieren. Überhöhte oder unrealistische Erwartungen vergrößern das Abbruchrisiko und unbegründete Ängste bedrohen die Lernfähigkeit. Daher lohnt sich eine solche Investition am Studienanfang. 2) Eine möglichst früh in das Curriculum eingeplante „Schnupperphase“ in unterschiedlichen potentiellen Arbeitsfeldern kann ebenfalls dazu beitragen, die Erwartungen zu konkretisieren und vage Befürchtungen zu einem Bild der beruflichen Anforderungen umzuformen. 3) Innerhalb des Studiums kann Transparenz dadurch hergestellt werden, dass Anforderungen an das (Selbst-)Studium und an Modulleistungen wesentlich konkreter formuliert werden, als dies im Modulhandbuch oder in der Studien- und Prüfungsordnung der Fall ist. Eine gute Möglichkeit hierfür

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bietet ein studiengangsspezifischer Prüfungsleitfaden, der nicht nur die Prüfungsleistungen je Modul übersichtlich aufführt, sondern auch die Beurteilungskriterien offenlegt. So sind die Studierenden gut orientiert und können anhand des Kriterienkatalogs selbst überprüfen, wie ihre Note zustande gekommen ist. 4) Lediglich eine Rückmeldung über die Mängel oder Fehler reicht jedoch nicht aus, um eine Chance zur Verbesserung zu eröffnen; hierfür ist ein kurzes schriftliches oder persönliches Feedback notwendig. Diese Kombination aus Selbstkontrolle und Feedback gibt den Studierenden die Gewissheit, nicht undurchschaubaren Beurteilungsverfahren ausgeliefert zu sein, sondern Einfluss nehmen zu können. Sie können daher eine Benotung, auch wenn sie nicht ihren Erwartungen entspricht, besser akzeptieren und im Falle, dass der/die Lehrende sich beim Anlegen der Kriterien zu ihren Ungunsten geirrt hat, eine Korrektur erwirken. 5) Viele Lehrende meinen, dass die Inhalte ihrer Veranstaltungen strikt durch das Curriculum und die „Stofflogik“ vorgegeben seien. Dies trifft jedoch nur teilweise zu. Jedes Curriculum lässt Spielräume zur inhaltlichen Gestaltung und Schwerpunktsetzung zu, und die „Stofflogik“ kann sehr unterschiedlich ausgelegt werden, d. h., subjektive fachliche und didaktische Entscheidungen fließen an dieser Stelle unweigerlich


Studium und Lehre // Einblick

mit ein. 6) Lernmotivation entsteht vor allem dann, wenn außer den Vorgaben des Curriculums und des Lerngegenstands auch die Lernbedürfnisse der Lernenden ernst genommen werden. Dies kann z. B. dadurch geschehen, dass Wunschinhalte abgefragt und eingebaut werden oder inhaltliche Schwerpunktsetzungen sowie Lern- und Arbeitsformen mit den Studierenden gemeinsam festgelegt werden. 7) Eine weitere Möglichkeit ist, den Lernprozess im Verlauf des Semesters im Wechsel zwischen Lehrenden und Studierenden zu gestalten. Falls eine Eigen- oder Gruppenleistung in einer Veranstaltung, z. B. in Form eines Referats oder der Präsentation einer Problemlösung, laut Prüfungsordnung nicht vorgesehen ist, darf sie nicht erzwungen werden; vielmehr kann zu ihr ermutigt werden, z. B. mit Verweis auf die Möglichkeit einer individuellen Vertiefung und Schwerpunktsetzung.

8) Um zu erfahren, ob Inhalte, Methoden und Organisationsformen einer Veranstaltung nach Auffassung der Studierenden geeignet waren, die angestrebten Kompetenzen zu erwerben, ist es sinnvoll, dies nicht nur summativ am Ende, sondern auch im Verlauf immer mal wieder zu evaluieren, da hierdurch zeitnah Korrekturen vorgenommen werden können und die Zufriedenheit möglichst aller aufrecht erhalten oder wieder hergestellt werden kann. Nur wenn sich Studierende mit ihrer Kritik und ihren Anregungen tatsächlich als wirksam erleben, beginnen sie zu verstehen, dass es sich lohnt, Verantwortung für die Mitgestaltung ihres eigenen Lernprozesses zu übernehmen, anstatt nur zu konsumieren, was ihnen vorgesetzt wird. 9) Weitere Möglichkeiten der Partizipation bestehen durch Mitarbeit von Studierenden in den Selbstverwaltungsgremien der Fakultät oder des Studiengangs. Insbesondere den Studienkommissionen kommt eine wichtige Funktion bei der Revision von

Inhalten und Strukturen von Studiengängen zu. Die Erfahrungen der Studierenden, z. B. bezüglich der Studierbarkeit, der Angemessenheit der Workload oder der Studienleistungen, tragen zu einer Optimierung von Studiengängen bei, die ja bei ihrer Gründung zunächst weitestgehend mit Hypothesen über diese Parameter arbeiten. Mehr Partizipation von Studierenden bedeutet ein stärkeres Vertrauen in deren Lernfähigkeit und -bereitschaft und folglich mehr Zurücknahme der Lehrenden. Dies bedarf einer gefestigten didaktischen Überzeugung und einer souveränen fachlichen und menschlichen Persönlichkeit. Ermutigung zum und beim aktiven und partizipativen Lernen schafft wesentliche Voraussetzungen für das Bestehen in einer sich ständig wandelnden Welt. - Prof. Dr. Jutta Blin -

Prof. Dr. phil. Jutta Blin Fakultät Sozialwissenschaften Berufungsgebiet: Heilpädagogik / Behindertenpädagogik An der HSZG seit: 1998 Seit 01. Januar 1998 war Prof. Blin als Professorin für „Heilpädagogik/Inclusion Studies“ tätig. Sie hat durch ihr Engagement wesentlich zur Etablierung und Entwicklung dieses Studiengangs beigetragen. Prof. Dr. Blin hat sich in all den Jahren aktiv an den Selbstverwaltungsaufgaben der Fakultät und der Hochschule beteiligt. Hervorzuheben ist neben vielen anderen Aufgaben vor allem die langjährige Mitarbeit im Fakultätsrat (2009 bis 2014) und die Ausübung des Amtes der Prorektorin für Bildung von 2000 bis 2003 an der Hochschule Zittau/Görlitz. Des Weiteren hat Frau Blin von 1999 bis 2000 das Praxisamt geleitet und war über sechs Jahre Mitglied des Prüfungsausschusses der Fakultät Sozialwissenschaften. Von besonderer Bedeutung sind auch die umfangreichen Forschungsaktivitäten, die

vorbildlich und initiativreich von Prof. Blin durchgeführt worden sind, so auch diverse grenzüberschreitende Projekte. Zu erwähnen sind außerdem ihre Initiativen bezüglich der hochschuldidaktischen Weiterbildung auf sächsischer Landesebene als stellvertretende Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirates, als Weiterbildungsbeauftragte der Fakultät und nicht zuletzt als Beauftragte für Hochschuldidaktik der Hochschule Zittau/ Görlitz sowie ihre ehrenamtliche Arbeit in der Stadt Görlitz im Projekt „Görlitz für Familie“. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch ihr Engagement für die Entwicklung und Akkreditierung des Masterstudienganges „Sozialer Wandel“ und als Vorsitzende der Berufungskommission dieser Studienrichtung. Prof. Dr. Blin hat ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten, für den die Mitglieder der Fakultät Sozialwissenschaften ihr neben weiteren beruflichen Erfolgen und Herausforderungen für die kommenden Jahre beste Gesundheit und persönliches Wohlergehen wünschen. Wir danken ihr ganz herzlich für

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Foto: Stanley Anders

Blick zurück - Verabschiedungen

die Arbeit und das außerordentliche Engagement an unserer Fakultät und wir müssen nun leider auf ihr herzerfrischendes Lachen und die stets gute Stimmung, die sie verbreitet hat, verzichten. - Prof. Dr. Gisela Thiele -


Einblick // Blick zurück

Prof. Bärsch nutzte auch die Möglichkeiten zum Auftreten auf renommierten internationalen Tagungen wie dem ISH (International Symposium on High Voltage Engineering), der IEEE CEIDP (Conference on Electrical Insulation and Dielectric Phenomena), der CIGRE oder der CIRED sowie auf vielen nationalen Konferenzen. Er arbeitete auch als Mitglied des VDE/ ETG Fachbereiches Q2 – Werkstoffe und Diagnostik und war u.a. als Mitglied von Programmausschüssen und Leiter von wissenschaftlichen Tagungen tätig. Er publizierte insgesamt 112 wissenschaftliche Veröffentlichungen davon 58 seit dem Jahr 2000.

Foto: Jan Gutzeit

Prof. Dr.-Ing. Roland Bärsch Fakultät Elektrotechnik und Informatik Berufungsgebiet: Grundlagen der Elektrotechnik/Werkstoffe der Elektrotechnik An der HSZG seit 1992 (seit 1972 an Vorgängereinrichtung) Prof. Dr.-Ing. Roland Bärsch war bis zu seiner Verabschiedung 42 Jahre an unserer Hochschule tätig. Seit 1992 als Professor für Grundlagen der Elektrotechnik / Werkstoffe der Elektrotechnik. Außerdem war er viele Jahre Studiengangsbeauftragter des Studienganges Elektrotechnik. Seine besonderen Aktivitäten lagen auf dem Gebiet der Forschung. Er bearbeitete zahlreiche öffentlich geförderte Projekte, z. B. von der DFG, dem BMBF und der AiF sowie viele direkt von der Industrie finanzierte Forschungsprojekte, z. B. durch die Firmen Cellpack GmbH, Wacker-Chemie, ABB Schweiz AG, Lapp Insulator GmbH, Brugg Kabel AG und Highvolt. Durch diese Forschung konn-

Prof. Dr.-Ing. Roland Bärsch

ten über viele Jahre in der Größenordnung fünf bis sechs Mitarbeiter beschäftigt werden.

Prof. Dr.-Ing. Dietmar Gorgius

- Prof. Dr. Klaus-Dieter Haim -

Mitglied aktiv.

Fakultät Elektrotechnik und Informatik Berufungsgebiet: Konstruktion elektrischer Geräte und Technische Diagnostik An der HSZG seit 1992 (seit 1974 an Vorgängereinrichtung)

Hervorzuheben sind auch seine umfangreichen Aktivitäten und seine Mitarbeit im VDE. Er war Mitglied im Beirat des VDE-Bezirksvereins Dresden, Vorsitzender des Arbeitskreises „Hochspannungsgeräte und –anlagen“ sowie Mitglied im Arbeitskreis „Verteilungsnetze“.

Prof. Dr.-Ing. Dietmar Gorgius begann seine Tätigkeit an der Vorgängereinrichtung unserer Hochschule 1974 als wissenschaftlicher Mitarbeiter, 1985 erfolgte der Ruf als Hochschuldozent nach seiner dreijährigen Lehrtätigkeit an der Universität Maputo in Mosambik. Die Berufung als Professor für Konstruktion elektrischer Geräte und Technische Diagnostik erfolgte 1992 mit Gründung der Hochschule Zittau/Görlitz. In dieser entscheidenden Zeit des Beginns der studentischen Ausbildung unter den Rahmenbedingungen einer Fachhochschule bei gleichzeitigem Auslauf der universitären Ausbildung leistete Prof. Gorgius einen großen Beitrag in der Selbstverwaltung der Hochschule als Dekan und Studiendekan und trug maßgeblich zur

Wir danken Prof. Bärsch für seine langjährige Lehr- und Forschungstätigkeit an unserer Hochschule und wünschen Ihm alles Gute, Gesundheit und persönliches Wohlergehen für seinen Ruhestand.

Weiterhin betreute er zahlreiche Forschungsprojekte mit der Firma ABB und dem Schaltgerätewerk Bad Muskau. Wir danken Prof. Gorgius für seine langjährige Lehr- und Forschungstätigkeit an unserer Hochschule und wünschen Ihm alles Gute, Gesundheit und persönliches Wohlergehen für seinen Ruhestand. Prof. Dr.-Ing. Dietmar Gorgius

Profilierung und Neuorientierung des Fachbereiches Elektrotechnik bei. Außerdem ist er seit Gründung unseres Hochschulrates im Jahr 2009 bis zum heutigen Zeitpunkt als

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-Prof. Dr. Klaus- Dieter Haim -


Forschung und Transfer // Einblick

Doktorandenseminar des Kompetenzzentrum OST für Kerntechnik in Zittau Am 04.12.2014 war die HSZG Veranstaltungsort des traditionellen Doktorandenseminars des Kompetenzzentrums Ost für Kerntechnik. Organisiert wurde die Veranstaltung durch das Institut für Prozeßtechnik, Prozeßautomatisierung und Meßtechnik (IPM). In diesem Seminar mit ca. 60 Teilnehmern aus Industrie und Forschung sowie Vertretern der Projektträger vom BMBF und BMWi stellten Promovendinnen und Promovenden in neun Vorträgen sowie acht Posterpräsentationen die Fortschritte und Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheitsforschung vor. Die Themen werden durch nationale und internationale Förderprogramme finanziert und dienen dem Kompetenzerhalt auf dem Gebiet der Kerntechnik. In der Eröffnung durch den Prorektor Forschung der HSZG Prof. Zschunke und den stellvertretenden Institutsdirektor des IPM Prof. Kästner wurde die Relevanz derartiger Veranstaltungen und die Einordnung des Doktorandenseminars in die Profillinie „Energie und Umwelt“ der Hochschule Zittau/Görlitz verdeutlicht. In Gastvorträgen wurden durch Beata Sparażyńska vom polnischen Wirtschaftsministerium und Jan Rataj von der Tschechischen Technischen Universität Prag über die aktuelle Situation und die zukünftige Ausrichtung der Nachbarländer

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in der Energiepolitik sowie der studentischen Ausbildung berichtet. Die Veranstaltung spiegelte das exzellente wissenschaftliche Niveau der an den Institutionen TU Dresden (TUD), Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), Hochschule Zittau/Görlitz, IPM und des Vereins für Kernverfahrenstechnik und Analytik (VKTA) Dresden durchgeführten wissenschaftlichen Arbeiten wider. Neben deren Promovendinnen und Promovenden stellte auch ein Doktorand des National Centre for Nuclear Research Swierk (Polen) die Arbeit der CFD Analysis Group des Forschungsinstituts vor. Besonders diskutiert wurden im Rahmen der Veranstaltung die Aspekte der internati-

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onalen Zusammenarbeit in Gegenwart und Zukunft, die Nachhaltigkeit der vorgestellten Forschungsergebnisse und deren Übertragbarkeit auf andere Anwendungsgebiete. Im Anschluss an das Seminar wurden den interessierten Gästen die Versuchsanlagen des Zittauer Kraftwerkslabors sowie das Energietechnische Kabinett präsentiert. - Stefan Renger www.ipm.hszg.de

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Teilnehmer des Doktorandenseminars Kompetenzzentrum Ost 2014 an der Hochschule Zittau/Görlitz Foto: Stefan Renger


Einblick // Forschung und Transfer

HSZG auf 2. Weltkonferenz für Nachhaltige Entwicklung an Universitäten stark vertreten Auf der 2. Weltkonferenz für Nachhaltige Entwicklung an Universitäten trafen sich im September 2014 200 Teilnehmer aus 32 Nationen aus aller Welt in Manchester, um über die neuesten Trends zum Thema Nachhaltigkeit an Hochschulen, Universitäten und vergleichbaren Institutionen zu diskutieren und ihre Erfahrungen auszutauschen. Diese Möglichkeit nutzten auch der Rektor, Prof. Friedrich Albrecht, und das Umweltmanagementteam um Prof. Bernd Delakowitz. In einem der 27 thematischen Workshops wurde die Neuausrichtung des Umweltmanagementsystems als MIT-MACH-SYSTEM der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) und das im Oktober beginnende hochschulübergreifende von der HSZG koordinierte Projekt

„Baukastensystem Nachhaltiger Campus“ präsentiert und zur Diskussion gestellt. Durch den regen Austausch mit Praktikern und Wissenschaftlern konnten wertvolle weitere Anregungen für das Projekt gesammelt werden. Das Symposium wurde unter der Leitung von Prof. Dr. (mult.) Dr. h.c. (mult.) Walter Leal (Honorarprofessor an der Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften der HSZG) von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, Forschungs- und Transferzentrum „Applications of Life Sciences“ und der Manchester Metropolitan University, der umweltfreundlichsten Hochschule in Großbritannien organisiert. Mit dem dortigen Umweltmanagementteam wird das

Umweltmanagementteam der HSZG künftig enger zusammenarbeiten. Die insgesamt 120 in einem Peer-Review Prozess ausgewählten Paper des Symposiums, davon zwei von unserer Hochschule, sind in einer zwei-bändigen Publikation im Springer Verlag veröffentlicht worden. Die durch die Flüge verursachten rund 3.180 kg CO2-Emissionen wurden über atmosfair von den Teilnehmern der HSZG an diesem Symposium persönlich kompensiert. - Anke Zenker-Hoffmannwww.haw-hamburg.de/en/wssd-2014.html

2014 Symposium on Computational Sustainability Vom 26. bis 28. November 2014 trafen sich nationale und internationale Vertreter aus Forschung und Wirtschaft, um Themen im Kontext von IT und Nachhaltigkeit zu diskutieren. Das „2014 Symposium on Computational Sustainability (SoCS ‚14)“ fand im Schloss Klingewalde der Hochschule Zittau/Görlitz statt. Die Veranstaltung wurde von Prof. Lässig (Fakultät Elektrotechnik und Informatik) und seinen Mitarbeitern der Enterprise Application Development Group im Rahmen des Forschungsprojektes SustainableITServices organisiert und durchgeführt. Sie fand zusammen mit dem diesjährigen SITA Meeting statt, das jährlich vom Sustainable Information Technologies and Applications Research Center organisiert wird und nun, nach Berlin, München und Oldenburg, erstmals in Görlitz gastiert. An den drei Tagen wurden viele inspirierende und interdisziplinäre Vorträge von Wissenschaftlern aus Deutschland und internationalen Gästen gehalten, die verschiedene Aspekte im Kontext von IT und Nachhaltigkeit behandelten. Am ersten

1 Tag referierten Wissenschaftler und Studenten aus diversen Forschungsbereichen der Informatik, Mathematik, Ökologie und den Ingenieurwissenschaften. Es wurden unter anderen Themen wie Nachhaltigkeit im Enterprise-IT Bereich, Cloud Computing, Privacy und Machine Learning referiert und diskutiert. Bei einem abendlichen „Get Together“ konnten die Inhalte in persönlichen Gesprächen vertieft werden. Am zweiten Tag stellten Vertreter aus Wirtschaft und Industrie Innovationen und Lösungen zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen vor. Den Abschluss der Veranstaltung krönte ein PhD Workshop der Professoren Lässig

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und Gaedke (TU Chemnitz) im Haus GIII am Obermarkt der Hochschule Zittau/Görlitz, in dem aktuelle Forschungsbereiche der EADGroup und des undefinedVSR-Teams diskutiert wurden. - Prof.-Dr. Jörg Lässig http://socs14.sita-research.org/

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Interessierte Zuhörer beim Symposium on Computational Sustainability in Klingewalde Foto: Jens Heider


Forschung und Transfer // Einblick

Projekt „Baukastensystem Nachhaltiger Campus“ ist angelaufen Aus dem Alten etwas Neues zu entwickeln, ist die Aufgabe eines 20-köpfigen Teams, das aus MitarbeiterInnen der Hochschule Zittau/Görlitz, der TU Dresden und engagierten Studierenden besteht. Neu ist die Entwicklung eines Umweltmanagementsystems, das auf die Anforderungen von Hochschulen zugeschnitten ist und dabei auf die bisherigen Erfahrungen mit dem Umweltmanagementsystem EMAS aufbaut. Beide Einrichtungen wollen nun neue Wege gehen und eine maßgeschneiderte und flexible Form des umweltgerechten Wirtschaftens für ihre Standorte entwickeln. Neben den klassischen Themen, die ein Umweltmanagementsystem berücksichtigt, z. B. die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung, die Verringerung des Energieund Wasserverbrauchs, die Senkung des CO2-Ausstosses und der fachgerechten Abfallentsorgung sowie des Recyclings, sollen neu auch Forschung und Lehre zukunftsweisend ausgerichtet werden. Unterschiedliche Fakultäten für Aspekte der nachhaltigen Entwicklung zu sensibilisieren und diese Themen in die Lehre zu integrieren, wird dabei die größte Herausforderung sein. Wie begeistert man Studierende und Mitarbeiter für Themen, die nicht zu ihrem alltäglichen Studien- und Arbeitsablauf gehören? Wie beugt man Ermüdungserscheinungen vor, wenn alles zu gut läuft? Wie

2 schafft man es trotz Reizüberflutung doch noch attraktive Umweltinitiativen zu gestalten? Diese Fragen waren nur einige, die zum offiziellen Projektstart und Kick-off im November 2014 diskutiert wurden. Wie Bauklötze in einem Baukasten sollen sich die verschiedenen Elemente in einem neuen System zusammenfügen. Dieses Baukastensystem für einen Nachhaltigen Campus, ist ein vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) gefördertes Projekt für die Dauer von zwei Jahren. Mit diesem Baukastensystem sollen weitere Hochschulen in Sachsen auf möglichst einfache Weise in die Lage versetzt werden, ihr Wirtschaften umweltgerecht auszurichten. Sie können aus den Angeboten des Baukastens die Elemente auswählen und kombinieren, die für ihre spezifischen Bedürfnisse in Lehre und Forschung und im Betrieb passend sind. Die Hemmschwelle, sich mit Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsaspekten zu beschäftigen, soll heruntergesetzt werden. In einem Netzwerk sollen Erfahrun-

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gen ausgetauscht und Ergebnisse überprüft werden. Unsere Vision ist es, den Austausch unter den Hochschulen zu fördern - unter dem Motto „gemeinsam sind wir stark“. Und so wie jeder Baustein im Baukastensystem ein wichtiger Teil für das gut funktionierende Umweltmanagement des Nachhaltigen Campus sein wird, so ist das Zutun jedes einzelnen Akteurs als ein Baustein zu etwas Großem und Ganzem zu sehen. - Mandy Pohl www.blog.hszg.de

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Projektteam „Baukastensystem nachhaltiger Campus“ Foto: Susanne Fentzel


Einblick // Forschung und Transfer

Neuer internationaler Industrie-Standard

Hawaiianer besuchten HSZG

BMBF-Projekt VATI läuft an

Ein neuer internationaler Industrie-Standard für die Berechnung der thermodynamischen Eigenschaften von Meerwasser wurde an der HSZG von Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Herrmann, Nachwuchswissenschaftler und Mitarbeiter der Fakultät Maschinenwesen, unter der Leitung von Professor H.-J. Kretzschmar, in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum und dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde erarbeitet. Auf der internationalen Konferenz zu thermophysikalischen und mechanischen Eigenschaften fortschrittlicher Materialien (THERMAM) in Cesme-Izmir, Türkei, stellte Herr Herrmann diesen Standard in einem Fachvortrag vor. Die Forschungsergebnisse wurden zudem in der internationalen Fachzeitschrift „Desalination and Water Treatment“ veröffentlicht. Der neue Industrie-Standard wird weltweit zur Berechnung von Meerwasserentsalzungsanlagen und der Kühlung von Kraftwerken mit Meerwasser verwendet.

Im Sommer erhielt die Hochschule Besuch vom Rektor, Richard E. Rocheleau und Scott Q. Turn, Forscher am Hawaii Natural Energy Institute. Die Delegation besuchte Deutschland, um mehr über die genauen Betriebsbedingungen von kleinen Holzvergaser-Kraftwerken, mit denen Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien erzeugt werden, zu erfahren. Den Abschluss der Reise bildete Zittau, mit einem Besuch des Thermochemischen Versuchsfeldes. Die Versuchsanlage, die Teil des Zittauer Kraftwerkslabores des IPM ist, besteht aus einer Biomassetrocknungsanlage und einem Holz-Vergaser-Blockheizkraftwerk (BHKW). Insbesondere Studierende des Studienganges Energie- und Umwelttechnik der Fakultät Maschinenwesen haben die Möglichkeit, komplexe Aufgabenstellungen an dieser Forschungsanlage zu bearbeiten. Mitarbeiter der Fakultät Maschinenwesen führten die Gäste durch die Versuchsanlagen und gaben detaillierte Informationen zu allen offenen Fragen.

Am 1. Oktober 2014 erfolgte der offizielle Startschuss für das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderrichtlinie „Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter SILQUA-FH“ geförderte Forschungsprojekt „Vertrauen in Assistenz-Technologien zur Inklusion älterer Menschen“ (VATI). VATI ist ein fakultätsübergreifendes Kooperationsprojekt der Fakultäten Elektrotechnik und Informatik, Management- und Kulturwissenschaften und Sozialwissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Görlitzer Geriatriezentrum (GGZ) am Städtischen Klinikum in Görlitz, dem Geriatrienetzwerk Ostsachsen und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden, Standort Görlitz.

Anfang September dieses Jahres fand die internationale Konferenz zu thermophysikalischen Eigenschaften (ECTP) in Porto, Portugal, statt, auf der die HSZG durch Herrn Herrmann vertreten war. In einem Vortrag stellte er ein Verfahren vor, was insbesondere zur Erstellung von Gleichungen der Zähigkeit (dynamische Viskosität) von Arbeitsfluiden für den Einsatz im Ingenieurbereich geeignet ist. Die Ergebnisse dieser Arbeiten, die im Rahmen seiner in diesem Jahr an der Universität Rostock eingereichten Dissertation erarbeitet wurden, werden in der nächsten Version der Referenzdatenbank des amerikanischen Instituts für Standards und Technologie (NIST) als Referenzgleichungen für vier Fluide enthalten sein. Außerdem nahm Sebastian Herrmann in Porto an der jährlich stattfindenden Arbeitstagung der internationalen Organisation für Transporteigenschaften (IATP) teil, um Impulse für mögliche neue Forschungsvorhaben am Fachgebiet Technische Thermodynamik zu erhalten und sich mit internationalen Fachkollegen auszutauschen.

Am frühen Abend wurde das Gut Krauscha, eine Landwirtschaft, die ökologische Feinkostprodukte herstellt, besucht. Das Gut Krauscha betreibt seit Januar 2014 eine Holzvergaseranlage, welche durch die HSZG mit betreut wird. Am folgenden Tag wurden Gespräche über eine mögliche Kooperation zwischen der Hochschule und dem hawaiianischen Institut geführt. Interessant für Deutschland ist u. a., dass auch dort die Einführung erneuerbarer Energiequellen massiv vorangetrieben wird und die Organisation des Zusammenwirkens mit Kohlekraftwerken ein wichtiges energiewirtschaftliches Thema ist. Bald werden nicht nur Forschungskooperationen mit der Insel stattfinden, sondern auch Studierende die Möglichkeit haben, Studienarbeiten auf Hawaii zu verfassen. Ein erster Aufenthalt einer Studentin des Studienganges Energie- und Umwelttechnik ist für Anfang 2015 geplant. - Prof. Dr. Tobias Zschunke -

- Sebastian Herrmann http://www.thermodynamik-zittau.de

Technische Assistenzsysteme haben das Potential, älteren Menschen ein Leben in Unabhängigkeit und hoher Lebensqualität in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld zu ermöglichen und zugleich die öffentlichen Haushalte/Sozialversicherungssysteme von ausufernden Kosten für stationäre Pflege zu entlasten. Jedoch sind sich viele ältere Menschen und deren Angehörige nicht der entsprechenden Möglichkeiten und deren Finanzierung bewusst. Der sich im Aufbau befindliche interaktive, webbasierte VATITechnologie-Navigator ist ein lebensnahes Konzept, das ältere Menschen umfassend, leicht verständlich und frei von wirtschaftlichen Interessen informiert. Parallel dazu werden ältere Menschen in einer Längsschnittbefragung zu Erfahrungen, Barrieren und Verbesserungsvorschlägen im Umgang mit technischen Hilfsmitteln befragt. VATI hat eine Laufzeit von drei Jahren (01.10.2014 bis 30.09.2017). Detaillierte Auskünfte zu VATI gibt der Projektleiter Prof. Dr. Hoff. - Prof. Dr. Andreas Hoff-

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Blick zurück // Einblick

Blick zurück - Verabschiedungen Foto: privat

Prof. Dr.-Ing. Volker Ender Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften Berufungsgebiet: Physikalische Chemie und Kraftwerkschemie An der HSZG seit 1992 (1978 Vorgängereinrichtung) Nach Abschluss seines Chemiestudiums an der Universität Leipzig 1975 nahm Prof. Ender ein Forschungsstudium an der Ingenieurhochschule Zittau auf. Seine Promotion konnte er 1979 abschließen und blieb fortan der Energiewirtschaft in Lehre und Forschung eng verbunden. Bis 1987 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent im Lehrgebiet Kraftwerkschemie. Die Zeit als Ingenieur für Kraftwerkschemie im Kraftwerk Hagenwerder in den Jahren 1987 bis 1991 nutzte er zum Aufbau intensiver Verbindungen zur Praxis. An der neu gegründeten Hochschule für Technik und Wirtschaft Zittau/Görlitz (FH) wurde er 1992 zum Professor für Physikalische Chemie und Kraftwerkschemie berufen. Er wirkte entscheidend an der Einführung des Studienganges Chemie 1994 mit. Mit viel Engagement und in enger Verbindung zur Praxis baute er eine Reihe an

Prof. Dr. rer. nat. Gudrun Westermeier Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften Berufungsgebiet: Mathematik/Versicherungsmathematik An der HSZG seit 1992 (1975 Vorgängereinrichtung) Frau Prof. Westermeier begann nach dem Studium an der Technischen Universität Dresden ihre berufliche Tätigkeit im Wissenschaftsbereich Mathematik der damaligen Ingenieurhochschule Zittau. Im Rahmen der Neuausgestaltung der Hochschule Zittau/Görlitz wurde sie als Professorin für Mathematik berufen. Neben ihrer Lehrtätigkeit war sie in diesen Tagen durch die Bearbeitung aller neuen Berufungsvorgänge aktiv am Neuaufbau der Hochschule beteiligt. Ihre Lehrtätigkeit war eng mit der Ausbildung der Studierenden des Fachbereichs Elektrotechnik verbunden. Darüber

Prof, Dr.-Ing. Volker Ender beim Zittauer Kraftwerkschemischen Kolloquium

Generation AG & Co. KG bzw. Vattenfall Europe PowerConsult GmbH erfolgreich durchgeführt. Ergebnisse der Forschungsarbeit publizierte er in Zeitschriften oder auf nationalen und internationalen Konferenzen. Besonders am Herzen lag Prof. Ender aber das Zittauer Kraftwerkschemische Kolloquium, das in der Regel aller zwei Jahre Praktiker und Theoretiker auf dem Gebiet der Kraftwerkschemie nach Zittau zusammenführt. Als langjähriger Fachgruppensprecher der Fachgruppe Chemie und als Prodekan der Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften hat er sich durch sein vorbildliches Wirken in Lehre und Forschung und durch stets konstruktive Vorschläge hohes persönliches Ansehen erworben. Seine freundlichen Umgangsformen und seine Hilfsbereitschaft haben wesentlich zum positiven Klima in der Fakultät beigetragen.

Lehrveranstaltungen auf. Lehre und Forschung stellten für Prof. Ender eine untrennbare Einheit dar. Unter seiner Leitung wurden sowohl geförderte Drittmittelprojekte des BMBF als auch direkte Drittmittelprojekte mit Vattenfall Europe

hinaus hat sie in dem berufsbegleitenden Studiengang Kia-Web mit webbasierten Methoden gelehrt. In der Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften engagierte sie sich als langjährige Fachgruppensprecherin der Fachgruppe Mathematik und als Mitglied des Fachbereichsrates erfolgreich in der akademischen Selbstverwaltung. Mit der Einführung des Studienganges Wirtschaftsmathematik hat sie sich mit großer Einsatzbereitschaft in das Gebiet der Versicherungsmathematik eingearbeitet. Das Profil des Studienganges Wirtschaftsmathematik wurde durch ihre Lehrtätigkeit im Rahmen der Versicherungsmathematik und ihre Kontakte in die Versicherungswirtschaft wesentlich mitbestimmt. In der Forschung beschäftigte sie sich mit der Planung von Instandhaltungsmaßnahmen in der Elektroenergieversorgung, der

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Wir wünschen Prof. Ender für die Zukunft Gesundheit, Zufriedenheit und Freude bei allem, was er unternimmt. - Prof. Dr. Klaus Seibt -

Modellierung von Verschleißvorgängen sowie Profittest für Lebensversicherungen. Wir danken Frau Prof. Westermeier für ihr unermüdliches Engagement sehr herzlich und wünschen ihr für die Zukunft weiterhin viel Erfolg, Gesundheit und persönlich alles Gute. - Prof. Dr. Uwe Schnell -


Einblick // Campusleben

Neue Sichtweisen

Der Fotograf Peter Hennig arbeitete im Wintersemester 13/14 und im Sommersemester 14 als Gastkünstler an der HSZG. Schwerpunkte seiner Arbeit mit den Studierenden waren die künstlerische Auseinandersetzung mit Fotografie im Studium fundamentale und Workshops zu dem Thema „Epochenschwelle 1914: Beginn des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren“. Das Kursangebot „Neue Sichtweisen“ im Rahmen des Studiums fundamentale sollte interessierte Studierende an eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Fotografie heranführen. Strukturen, Muster, architektonische Linien, Farbspiele, Ungewöhnliches galt es zu entdecken. Durch verschiedene Aufnahmetechniken, nichtalltägliche Aufnahmestandorte oder durch nachträgliche Verfremdung mittels Bildbearbeitungssoftware sollten die Objekte aus ihrer bisherigen Selbstverständlichkeit in einen neuen Kontext gestellt werden oder beim Betrachter Fragen aufwerfen. Neben dem Kursangebot arbeitete der Fotograf an einem umfangreichen Projekt für die Hochschule, bei welchem er in verschiedenen Fakultäten Aufnahmen für die Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule machte. Das Ziel waren lebendige Bilder mit echten Studenten, Aufnahmen von Hochschulgebäuden und Detailaufnahmen von technischen Einrichtungen, die die Attraktivität der Hochschulstandorte Zittau und Görlitz vermitteln sollen.

Intensive Beschäftigung mit den Schrecken des Krieges Im Sommersemester setzte sich der Künstler gemeinsam mit Studierenden der Fakultät Management- und Kulturwissenschaften in

mehreren Workshops mit dem Thema „Epochenschwelle 1914: Beginn des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren“ auseinander. War das Thema zunächst aus Fotografensicht etwas schwierig, so brachte die intensive Beschäftigung mit der damaligen Zeit, mit dem Schrecken des Krieges und den aktuellen Parallelen in Europa dann doch viele Ideen und Möglichkeiten, sich dem Thema künstlerisch zu nähern. Die Studierenden und Peter Hennig besuchten und fotografierten zahlreiche Erinnerungsstätten des Krieges in Deutschland und Polen. Die dabei entstandenen Fotos wurden als Grundlage für Collagen genutzt, die sich auf verschiedene Weise mit dem Hauptthema auseinandersetzen. Entstanden sind dabei über zwanzig Werke, die als Plakate und Bildschirmpräsentation in einer Ausstellung beim Kunstfest in Klingewalde gezeigt wurden. In der Ausstellung fanden auch Porträtaufnahmen und Bilder von Tanzszenen mit dem in Brasilien geborenen Tänzer Wagner Moreira Platz. Diese Fotos entstanden ebenfalls während eines Workshops, bei dem die Studierenden ihre zuvor erworbenen theoretischen Kenntnisse in der Praxis einsetzten. Eine Arbeitsgruppe nahm die sich wandelnde Rolle der Männer seit Beginn des 20. Jahrhunderts zum Thema und stellte damals typische Fotos des Mannes in seiner Funktion als Kriegsheld oder Familienoberhaupt Bildern junger Männern

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von heute gegenüber.

Landschaftsfotografie und Wandern – eine wunderbare Kombination Peter Hennig lebt und arbeitet in Zittau. Nachdem er zunächst als Elektroinstallateur und Techniker für Gefahrenmelde- und Kommunikationsanlagen angestellt war, ging er nach einem Arbeitsunfall den Schritt in die Selbstständigkeit und ist seit über zehn Jahren als Fotograf, Bildbearbeiter und freiberuflicher Dozent tätig. Den größten Teil seiner fotografisch-künstlerischen Arbeit nimmt die Landschaftsfotografie ein, die sich wunderbar mit seiner zweiten Leidenschaft, dem Wandern, kombinieren lässt. Es wäre aber falsch, den Fotografen nur auf dieses Genre der Fotografie zu reduzieren. Er experimentiert viel, auch mit verschiedener Software, und sucht oft nach Motiven im urbanen Umfeld. Er mag Orte, Gebäude, Objekte und Gesichter, die Spuren eines Lebens zeigen. Viele seiner Bilder werden mit Hilfe einer HDR-Software verändert. In seinen Ausstellungen zeigt er viele dieser HDR-Bilder. Im Rahmen einer Vorlesung beim Seniorenkolleg der Hochschule stellte der Künstler diese Technik der Fotobearbeitung auch an der Hochschule Zittau/Görlitz vor. - Hella Trillenberg-


Campusleben // Einblick

1 Aktuelle Ausstellung „10 Jahre Fotografie“ in der Hochschulbibliothek Zittau, Hochwaldstraße 12

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Peter Henning himself

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Studentische Fotoarbeit im Rahmen des Workshops „Epochenschwelle 1914: Beginn des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren“

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Bei einem studentischen Workshop wurden Tanzszenen mit dem in Brasilien geborenen Tänzer Wagner Moreira fotografiert.

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Imagefotografie in einem Labor der Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften Landschaftsfotografie in Ostseebad Prerow

Schöne Stilleben-Motive finden sich in unserem hochmodern ausgestatteten Laboren immer


Einblick // Campusleben

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Der „Papst“ entdeckt „Mekka“ Am 14. und 15.11. fand in Görlitz die Alumnitagung der Kommunikationspsychologie statt. Professor Friedemann Schulz von Thun, Autor zahlreicher Bücher zum Thema Kommunikationspsychologie und Begründer vieler bekannter Kommunikationsmodelle (u.a. 4-Ohren-Modell, Inneres Team) reiste aus dem Norden ins Dreiländereck und bereicherte die Tagung mit einem fulminanten Eröffnungsvortrag. Selbst für die gut ausgelastete Fakultät Sozialwissenschaften ist es ungewöhnlich, dass an einem Freitagabend der Hörsaal bis auf den letzten Platz besetzt ist. Aufgrund des großen Andrangs mussten die begeisterten Zuhörer sogar auf zwei Hörsäle mit Videoübertragung aufgeteilt werden. Schulz von Thun meinte, dass er jetzt weiß, dass Görlitz das „Mekka“ der Kommunikationspsychologie in Deutschland sei! Annegret Henke und Matthias Eidt, beide Studierende der Kommunikationspsychologie im fünften Semester, begannen vor einem Jahr mit der Planung des Events. Gemeinsam mit einem engagierten Team organisierten sie ehrenamtlich die Veranstaltung. Es gelang ihnen nicht nur, den Hamburger Kommunikationspsychologen für die Tagung zu gewinnen. Sie stellten ein Programm auf die Beine, das fast 200 Alumni und Studierende aus dem In- und Ausland nach Görlitz lockte. Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung gab es fachlichen Austausch über neue Berufsperspektiven, weiterführende Masterprogramme und Promotionsmöglichkeiten für Absolventen. Selbstständige berichteten über ihre unterschiedlichen Arbeitsbereiche

und Akquise-Strategien. In themenbezogenen Workshops wurden die Kernbereiche der Kommunikationspsychologie praxisnah aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Insbesondere die klassischen Schwerpunkte Beratungspsychologie, Organisationspsy-

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chologen tätig sind. Sei es in der Beratung im psychosozialen Kontext, in der Personal- und Organisationsentwicklung in Unternehmen, in betrieblicher Gesundheitsförderung oder auch als Schnittstelle zwischen Nutzern und Entwicklern von Multimedia-Anwendungen. Nahezu überall, wo Verständigungsprozesse zwischen Menschen initiiert und unterstützt werden, sind auch Kommunikationspsychologen im Einsatz. Neben fachlichen Themen schufen die Organisatoren eine Plattform für informellen Austausch. Das KommPsych-Café in der Aula, eine Entspannungs-Lounge im Bewegungsraum und nicht zuletzt die Abendveranstaltung mit Bar, Musik und Lagerfeuerromantik boten viele Gelegenheiten zum Netzwerken, alte Freunde treffen und neue Freunde kennenlernen.

chologie sowie Multi-Media-Psychologie waren Zentrum der Diskussionsrunden. Ausgewählte Alumni berichteten als Referenten von ihrem Werdegang und aus ihrem Arbeitsalltag und luden alle anderen Gäste ein, auch ihre Erfahrungen und Erfolgsgeschichten zu teilen. Darüber hinaus wurden die Zukunftsperspektiven des Studiengangs vom Studiengangsleiter Prof. Jürgen Kawalek sowie Prof. Matthias Schmidt, selbst Alumni und seit letztem Jahr Inhaber der Professur für Organisationspsychologie, erläutert. Es wurde deutlich, in wie vielen unterschiedlichen Arbeitsfeldern Kommunikationspsy-

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Realisiert werden konnte die Veranstaltung durch die großzügige Unterstützung des Institut für Kommunikation, Information und Bildung, (KIB e.V.), des Alumni-Vereins NetKomm e.V. sowie der Hochschule. - Matthias Eidt -

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Voller Hörsaal in der Blue-Box

Professor Friedemann Schulz von Thun entdeckte in Görlitz das „Mekka“ der Kommunikationspsychologie


Blick zurück // Einblick

Blick zurück - Verabschiedungen Prof. Dr.-Ing. habil. Rudolf Förster

dung von 1996 bis 2000 voran. Bleibende Verdienste erwarb Prof. Förster sich, als er federführend das KIA-Modell an unserer Hochschule aus der Taufe hob. Heute ist die KIA-Studienform an der Hochschule Zittau/ Görlitz nicht mehr wegzudenken und inzwischen auch an weiteren Hochschulen in Sachsen etabliert. Aus den engen Kontakten zur Industrie, ergaben sich neue Chancen für die Forschung. Diese nutzte Prof. Förster von 2006 bis 2012 als Direktor des Instituts für Oberflächentechnik und als Leiter des Steinbeiss-Transferzentrums „Industrielle Oberflächentechnik“ mit seinen Mitarbeitern mit sehr großem Erfolg.

Fakultät Maschinenwesen Berufungsgebiet: Fertigungstechnik An der HSZG seit 1992 (seit 1972 an Vorgängereinrichtung) Als Absolvent der TU Dresden arbeitete Prof. Förster ab 1972 ganz wesentlich mit, die Basis für den guten Ruf der damaligen Ingenieurhochschule Zittau (IHZ), auf dem energie- und kraftwerkstechnischen Gebiet und speziell auf dem Feld der Instandhaltung und Technischen Diagnostik zu stärken. Wichtige persönliche Etappenziele waren dabei die Promotion zum Dr.-Ing. und die Habilitation zum Dr.-Ing. habil. Mit der Gründung der Hochschule Zittau/ Görlitz 1992 erfolgte seine Berufung zum Professor für Fertigungstechnik. Prof. Förster baute das Fachgebiet Fertigungstechnik neu auf und erweiterte es um die Gebiete Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement. Es erfolgte ein Ausbau der zugehörigen Labore auf höchstem Niveau mit mehreren erfolgreichen HBFG-Anträgen.

Prof. Dr.-Ing. habil. Rudolf Förster

Diese stellen Meilensteine in der Entwicklung der heutigen Fakultät Maschinenwesen dar. Parallel dazu trieb Prof. Förster die inhaltliche und strukturelle Entwicklung der Fakultät und der Hochschule als Prodekan von 1992 bis 1996 und als Prorektor für Bil-

Foto: Jan Gutzeit

Prof. Dr.-Ing. Günter Micklisch Fakultät Maschinenwesen Berufungsgebiet: Konstruktionslehre/CAD An der HSZG seit 1992 (seit 1973 an Vorgängereinrichtung) Herr Prof. Dr.-Ing. Günter Micklisch begann im Jahre 1973 seine Tätigkeit als Lehrer im Hochschuldienst am Lehrstuhl Konstruktionslehre der Ingenieurhochschule Zittau und prägte die inhaltliche Konstruktionsausbildung für Studierende der Kraftwerkstechnik entscheidend mit. Neben seiner Lehrtätigkeit konzentrierte er seine Forschung auf Untersuchungen zur Festigkeit hochbeanspruchter Anlagenkomponenten in Kernkraftwerken. Auf diesem Gebiet promovierte er 1990 an der TH Zittau zum Dr.-Ing. Nach Gründung der Hochschule Zittau/Görlitz wurde er 1992 als Professor für Kon-struktionslehre/CAD berufen. Hier brachte er sein umfangreiches Fach- und Methoden-wissen in die Ausbildung von Konstrukteuren des allgemeinen Maschinenbaus ein. Auf der Basis von immer leistungsstärkeren graphikfähigen Computern baute er gemeinsam

Prof. Dr.-Ing. Günter Micklisch

mit Herrn Prof. Bernd Stößel eine didaktischmethodisch fundierte Lehre, die „Zittauer Konstruktionsschule“, auf. Seine zahlreichen Industriekontakte zu regionalen und überregionalen Unternehmen, für die er vielfältige Forschungs- und Entwicklungsaufträge auf dem Gebiet des Maschinen- und Anlagenbaus bearbeitete und aus denen einige

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Wir danken Herr Prof. Förster für sein über 40-jähriges erfolgreiches Wirken. Er war immer ein konstruktiver und kreativer, oft auch motivierend-unbequemer Partner. Für den nun begonnen Ruhestand wünschen wir ihm insbesondere beste Gesundheit. - Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Joachim Kretzschmar -

Patentanmeldungen entstanden, nutzte er vor allem auch für das Heranführen der Studierenden an die Praxis. Herr Prof. Micklisch setzte sich auch auf dem Gebiet der Hochschulselbstverwaltung aktiv ein und prägte die Entwicklung der Fakultät Maschinenwesen maßgeblich mit. Als Vorsitzender des Prüfungsausschusses, als Prodekan, als Studiendekan und schließlich als Dekan der Fakultät Maschinenwesen von 2006 bis 2012 leistete er ausgezeichnete Arbeit. Die Verbundenheit mit der Hochschule zeichnet das schaffensreiche Arbeitsleben von Prof. Micklisch in einem ganz besonderen Maße aus. In diesem Zusammenhang ist z. B. sein Wirken als Präsident der Hochschulsportgemeinschaft Turbine Zittau e.V. zu würdigen. Sein Wirken als Hochschullehrer war stets geprägt von hoher Fachkompetenz und kollegialer Zusammenarbeit. Für alles, was er in seinen Berufsjahren für die Hochschule geleistet hat, danken wir ihm herzlich. - Prof. Dr.-Ing. habil. Hans-Joachim Kretzchmar -


Einblick // Campusleben

Leo-Frühstück für Erstsemester Am 1. Oktober trafen sich 35 Erstsemester aus den drei Görlitzer Fakultäten der Hochschule Zittau/Görlitz: Denn der ansässige Leo-Club - unterstützt von Mitgliedern des Lionsclubs Görlitz- hatte zu einem gemeinsamen Begrüßungsfrühstück eingeladen. Nach einer kurzen Vorstellung der sechs Organisatoren wurden den jungen Studenten die Leo- und Lions-Ideen, aber auch die konkreten Aktionen des Leo Club Görlitz der jüngsten Zeit vorgestellt. Nach dem Vortrag konnten in informellen Gesprächen Fragen, z. B. zu zukünftigen Aktionen, aber auch zu den internationalen Lions-Austauschprogrammen und -netzwerken beantwortet werden. Die Mehrzahl der Anwesenden haben ihr Interesse an einem Leo-Engagement bekundet und wollen beim nächsten Treffen wieder dabei sein. Für die Kommunikation untereinander und zur Koordination anstehender Activities wird eine Görlitzer Leo- Facebookseite eingerichtet werden. Einen „Nebeneffekt“ hat das Leo-Frühstück aber schon jetzt erfüllt: Es hat junge Menschen aus unterschiedlichen Regionen der Erde zusammen und ins Gespräch gebracht - ganz im Sinne der lionistischen Idee.

1 - Willi Xylander willi.xylander@senckenberg.de

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Erstsemestler beim Leo-Frühstück auf dem Görlitzer Campus Foto: privat

Kutschieren geht vor Studieren Bislang kommen Studieninteressierte vor allem auf Hochschulinformationstagen mit ihren künftigen Kommilitoninnen, Kommilitonen und Lehrkräften in Kontakt. Ein außergewöhnliches Angebot bringt den direkten Austausch nun auf die Straße: „Campuskutsche“ heißt die Aktion, die Studierende in spe und Studienerfahrene bereits auf dem Weg zum anvisierten Ziel zusammenbringt. Wo bekommen Abiturientinnen und Abiturienten Informationen aus erster Hand zum Studium an der HSZG und Insider-Tipps zum Studentenleben in Görlitz und Zittau? Die Antwort lautet: im Auto. Denn am Steuer der online buchbaren „Campuskutsche“ sitzen erfahrene Studierende oder Hochschulangehörige, die auf der Fahrt nach Görlitz oder Zittau Wissenswertes über ihre Hochschule erzählen. Damit die Aktion „Campuskutsche“ rich-

bei der Reise zum potenziellen Studienort. Campuskutscher werden geht ganz einfach: Studierende oder Hochschulangehörige, die mitmachen möchten, können sich auf www. campuskutsche.de über die Aktion informieren und sich anschließend über die Mitfahrzentrale www.BlaBlaCar.de anmelden. Diese ist Partner der Aktion „Campuskutsche“.

tig ins Rollen kommt, suchen wir ab sofort Fahrerinnen und Fahrer. Die künftigen Campuskutscher sollten an der Hochschule studieren oder arbeiten, regelmäßig von ihrem westdeutschen Heimatort nach Görlitz oder Zittau pendeln und gerne über ihre Uni/ FH, ihr Studienfach und ihre Stadt plaudern. Denn das neue Angebot will jungen Mitfahrerinnen und Mitfahrern Lust machen auf ostdeutsche Hochschulen – und zwar schon

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Studieninteressierte, die eine Mitfahrgelegenheit in ihre potenzielle Studienstadt suchen, können über www.campuskutsche. de eine Auflistung aller teilnehmenden Städte und die jeweils angebotenen Fahrten finden. Auf der Mitfahrzentrale BlaBlaCar können sie die Fahrten durch das Erkennungswort „Campuskutsche“ finden. www.campuskutsche.de


Internationales // Einblick

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von jordanien über zittau nach berlin Ende August 2012 begannen für Laith Jamal Abusalah und für mich an der Hochschule Zittau/Görlitz ein neuer Lebensabschnitt. Herr Abusalah bestand die Aufnahmeprüfung am Studienkolleg und ich nahm meine Tätigkeit im Arbeitsbereich Internationales im Projekt Vielfalt als Stärke auf. Für uns beide war Vieles neu, nicht nur die vielen Abkürzungen wie DSH, FSP und ZVII. Beide mussten wir uns in ungewohnten Strukturen zurechtfinden und waren nicht in ein Netzwerk von Freunden und Bekannten eingebunden. Laith Abusalah kommt aus Jordanien und war vor zwei Jahren der einzige Jordanier an unserer Hochschule. Mit seinem Aussehen war er bald als Marokkaner abgestempelt, was ihm vor allem das Leben im Wohnheim nicht leicht gemacht hat. Dennoch entschied er sich, in Zittau zu bleiben, um seinen Master in Mechatronik zu machen. Seiner Meinung nach ist es gerade die Ruhe in Zittau, die es ihm ermöglichte, zielstrebig auf seinen Studienabschluss hinzuarbeiten. Der Studienbeginn war schwer für Laith Abusalah und oft saßen wir in meinem Büro und haben uns über das Leben in Zittau und

an der Hochschule ausgetauscht. Die Besuche in meinem Büro wurden seltener, da Laith Abusalah immer mehr Freunde und Bekannten gefunden hatte. Immer wenn Studierende zu mir ins Büro kamen, um über

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Am 30. September diesen Jahres war ich zur Verteidigung der Masterarbeit von Herrn Abusalah eingeladen. Im IPM hat er bei Prof. Kästner ein Regelungskonzept für eine nichtlineare Regelstrecke vorgestellt und hat dafür die Note 1,3 erhalten. Seine hervorragenden Leistungen haben ihm den sofortigen Übergang in das Arbeitsleben in Berlin ermöglicht. Für mich geht mit seinem Weggang die Anfangsphase meiner Arbeit in der Betreuung ausländischer Studierender zu Ende. Wie eine Mutter entlasse ich „meine“ Studenten ins wirkliche Leben und bin ein bisschen traurig und mächtig stolz. - Katrin Schubert -

1 ihre Einsamkeit zu berichten, konnte ich sie an Laith verweisen. Mittlerweile studiert ein zweiter jordanischer Student am Kolleg und ein IAESTE-Praktikant aus der West Bank hatte in ihm einen Gesprächspartner gefunden.

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DSH-Kurs WS 12/13 am Studienkolleg mit Laith Abusalah und Kursleiterin Frau Leuschner Foto: Pavlo Osieniev Laith Jamal Abusalah Foto: Pavlo Osieniev


Einblick // Internationales

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kulturgeschichte zum anfassen

Beginnt man ein Studium, denkt man, dass da eine ziemlich lange Zeitspanne vor einem liegt. Im Studentenleben angekommen merkt man aber dann, wie schnell die Zeit verfliegt. Semester reiht sich an Semester, Prüfungszeit an Prüfungszeit. In jedem neuen Semester tasten sich die Studierenden mit einer Mischung aus Vorfreude, Bedenken und Spannung an die neuen Dozenten, Vorlesungen und Seminare heran. Die Prüfungen des letzten Semesters sind überstanden und in weite Ferne gerückt. In lebendiger Erinnerung bleiben jedoch die Highlights der vergangenen Semester. So zum Beispiel die erste gemeinsame Exkursion des Matrikels 2013 des Studienganges „Kultur und Management“ im Modul „Kulturgeschichte II“ mit Herrn Dr. phil. Tryc in das Nachbarland Polen. Größte Fachwerkkirche Europas Mit dem Reisebus gelangen wir vom Treffpunkt in Zgorzelec in das 150 km entfernt gelegene Schweidnitz (Swidnica) zu einer der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Schlesiens. Die Friedenskirche „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ beeindruckt schon durch ihre Bauart. Die schlichte Fassade der größten Fachwerk-Kirche Europas lässt jedoch kaum vermuten, welch prunkvolle, feierliche Atmosphäre den Besucher im Inneren erwartet. Im Schein des wenigen Lichtes, das durch die Oberlichter dringt, erhebt sich die Größe des Bauwerkes. Von den hohen Decken hängende Kronleuchter bescheinen feierlich die beeindruckenden Holzarbeiten und kunstvollen Malereien. Über der prächtigen Orgel ruht das symbolisierte Auge Gottes. Eine Stimme aus dem Lautsprecher gibt Auskunft über die Geschichte und Hintergründe zur Zeit des Westfälischen Friedens. Nach kurioser Fahrt über vermeintliche Schleichwege durch entlegenste Dörfer rollt

die Reisegruppe endlich vor den Toren von Schloss Fürstenstein (Ksiaz) ein. Die Führung durch das größte Schloss Schlesiens schildert eine bewegte Vergangenheit, deren Komplexität sich in Bauart und Interieur widerspiegelt. Man durchwandert Elemente aus Spätgotik, Renaissance, Barock, Neorenaissance bis hin zu Stahlbeton aus der Zeit des dritten Reiches – und damit 700 Jahre in einem Bauwerk manifestierter, europäischer Geschichte. Die Terrassen und Wiesen im Sonnenschein laden anschließend ein, die Fülle an Eindrücken zu betrachten und zu verarbeiten. Am späten Nachmittag bezieht man im Studentenheim des Riesengebirgskollegs Hirschberg (Kolegium Karkonoskie - Jelenia Gora) die nächtliche Unterkunft. Man verabredet sich zum gemeinsamen Essen auf dem Marktplatz der historischen Altstadt. Das Menü zu studieren vereinfacht sich nicht zuletzt dank des begleitenden Dozenten und Muttersprachlers Dr. phil. Tryc und bietet ein

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schönes Bild des forschen und zugleich liebenswerten Umganges unserer benachbarten Landsleute untereinander. Der Abend endet mit einem Ausklang nach eigenem Ermessen.

Auf den Spuren Gerhart Hauptmanns Der Besuch der Gnadenkirche in Hirschberg (Jelenia Gora) bildet den Auftakt des zweiten Exkursionstages. Zwischen protestantischem Klassizismus und römisch-katholisch geprägtem Barock mit reich verzierten Emporen und prunkvollen Wandmalereien, zeigt sich auch hier wieder die bewegte Geschichte Niederschlesiens zwischen Machtansprüchen und Konfessionen. Zwischen Bäumen, steinernen Denkmälern ruhen die alten Gruften des Gnadenfriedhofes. Im nahe gelegenen Agnetendorf (Jagniatkow) zeugt ein erhabenes Anwesen von der Lebensart Gerhart Hauptmanns. Das dort eingerichtete Museum gibt dem Besucher Einblicke in das Leben und Werk des Schriftstellers. Ein Multimedia-Raum präsentiert Texte, Bilder


Internationales // Einblick

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4 und Filmaufnahmen. Die eigentliche Begegnung zwischen Gast und Hauptmann findet sich aber in der Aura des Hauses selbst. Umgeben von einer Parkanlage, lädt die Villa mit dem hohem, aufwändig gestalteten Kaminzimmer und dem großzügigen Arbeitszimmer mit dem geschmackvollen Interieur geradezu ein, sich schöngeistigen Gedanken zu widmen.

Nationalpark Riesengebirge. Am frühen Abend kehrt die Reisegruppe zurück nach Görlitz, die Wege trennen sich vorläufig wieder. Das gemeinschaftliche Erlebnis mit seinen vielen Eindrücken der Erkundung der kulturellen Vergangenheit und Gegenwart Schlesiens wirken nach. Die Studierenden bedanken sich herzlich bei Dr. phil. Tryc, der diese wundervolle Exkursion geplant und begleitet hat.

Gestärkt durch ein Mittagsmahl in der Gastronomie des Hauses wanderte man anschließend auf den Berg Kynast mit seiner Burganlage und dem weiten Blick über den

- Christian Fischer Student WKb13

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Die Reisegruppe mit Dr. phil. Tryc (2. von rechts)

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Die Friedenskirche „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ von innen

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Auf den Spuren Gerhart Hauptmanns

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Größte Fachwerkkirche Europas


Einblick // Internationales

News Internationales 1

Wohnheim-Tutoren für ausländische Studierende Nach dem Vorbild des Studentenwerks Dresden „Students4Students – WohnheimTutoren“ helfen Studierende auch in Zittau und Görlitz den Neuankömmlingen in den Wohnheimen. Neben den Hausmeistern und Netzwerk-Administratoren sind die Tutoren die direkten Kontaktpersonen in den Wohnheimen. Zukünftig werden sie auch bei der Erledigung aller Formalitäten zum Studienbeginn helfen und bei der Klärung von Konflikten behilflich sein. In Görlitz arbeitet Maja Steinborn als Tutorin für beide Wohnheime. In Zittau sind drei Tutoren tätig. Ana Maria S. Peña engagiert sich insbesondere für Freizeitveranstaltungen. Sayed Yamin Hossain Sirazi und Mickael

Ruben Kaiway sind für das Wohnheim G zuständig. Yamin Sirazi ist ebenfalls Übungsleiter für Cricket. Gemeinsam mit Sandeep Malineni hat er im Sommersemester 2014 die Idee einer Cricketmannschaft an unserer Hochschule so weit vorangetrieben, dass im WS 14/15 eine Mannschaft den offiziellen Übungsbetrieb aufgenommen hat. -Katrin Schubert -

Zu erreichen sind die Tutoren unter: tutor.goerlitz@studentenwerk-dresden.de tutor.zittau@studentenwerk-dresden.de

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Professor Zdeněk Kůs ist Präsident des ACC

Mikeal Ruben Foto: privat

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Der Rektor der TU Liberec übernahm diese Funktion auf der Sitzung des Präsidiums des Akademischen Koordinierungszentrums in der Euroregion Neisse (ACC) vom Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz, Prof. Friedrich Albrecht, dessen dreijährige Amtszeit endete. „Es war mir eine Ehre, die Präsidentschaft einer Institution zu übernehmen, die sich die Zusammenarbeit auf dem Gebiet von Bildung, Wissenschaft und Forschung zum Ziel setzt. Diese Zusammenarbeit ist in einem ganz besonderen Maße eine natürliche Erscheinung im Grenzgebiet. Es ist indes nötig, diese grenzüberschreitende wissenschaftliche Arbeit weiter systematisch auszubauen und zu vertiefen. Es ist gut, dass alle drei Jahre die Präsidentschaft abwechselnd an Hochschulrektoren aus allen drei Partnerländer übergeht, die während ihrer Amtsperiode ihre Visionen durchsetzen können.“, sagte Prof. Albrecht. Auch Prof. Kůs betonte bei der Übernahme seines neuen Amtes die Bedeutung der kontinuierlichen grenzüberschreitenden wissenschaftlichen Zusammenarbeit, aber auch die Zusammenarbeit auf anderen Gebieten. „In dieser Region leben traditionell drei Nati-

onalitäten zusammen. Leider wurde dieses Zusammenleben auf unglückliche Weise gestört. Nach dem Jahre 1989 haben wir uns daran gemacht, dieses Zusammenleben zu erneuern, und es ist unsere Aufgabe, auf dem Weg der Zusammenarbeit und der guten Beziehungen zu gehen. Der ACC gibt dazu gute Anregungen und Impulse.“

Ressourcen besteht, welche den beteiligten Hochschulen zur Verfügung stehen, sondern auch in der Vertiefung der Zusammenarbeit mit Produktionsbetrieben auf allen Seiten der Grenzen. - Hella Trillenberg http://acc-ern.tul.cz/de/

Die anwesenden Präsidiumsmitglieder waren sich darin einig, dass der Sinn der Zusammenarbeit nicht nur in der synergetischen Nutzung materieller und geistiger

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Prof. Friedrich Albrecht gratuliert Prof. Zdeněk Kůs Foto: Jaroslava Kočárková


Blick zurück // Einblick

Blick zurück - Verabschiedungen

Fakultät Wirtschaftswissenschaften Wirtschaftsingenieurwesen Berufungsgebiet: Entwerfen – Baukonstruktion An der HSZG seit 1995

Foto: privat

Prof. Dipl.-Ing. Architekt Karl Maria Böhmer und

Karl Maria Böhmer wurde bei der Gründung des Studiengangs Architektur als junger aktiver Architekt 1995 zum Stundiengangsleiter gewählt. Im Team der direkten Kollegen setzte er eigene Akzente, immer in sogleich klarer als bescheidener Weise. Kein Freund von langen Schreiben und dem Gebrauch des Computers, war seine seminaristisch geprägte Lehre durch das Vorzeichnen geprägt. In Kreideskizzen führte er didaktisch vor, wie man maßlich präzise einen Raum funktional und konstruktiv strukturiert. Seine Fähigkeit zum Skizzieren und Zeichnen schließt das Comichafte mit ein, mit phantasievollen Häusern oder Karikaturen. Die Studierenden schätzten seine geduldigen Erläuterungen in der individuellen Konsultation. Wie niemand sonst verstand er es, in wenigen Sekunden eine Planzeich-

Prof. Dipl.-Ing. Architekt Karl Maria Böhmer

nung zu analysieren und, wenn gewollt, exakt wiederzugeben ohne Vorlage. Vor 1995 war seine Arbeit immer geteilt zwischen der eigenen Architekturpraxis und der Lehre als Mitarbeiter an der TU München, die er mit gleichem Engagement betrieb. Seine

Fakultät Wirtschaftswissenschaften Wirtschaftsingenieurwesen Berufungsgebiet: Entwerfen - Gebäudelehre - CAD An der HSZG seit 2005 Seit WS 2014/15 an der HTW Dresden

Foto: Jan Gutzeit

Prof. Dipl.-Ing. Architekt Michael Vaerst und

Nach einer Schlosserausbildung studierte Prof. Dr. Vaerst Architektur und Philosophie an der BUGH Wuppertal, dem Canterbury College of Art und an der HdK Berlin. Er arbeitete lange Zeit als freischaffender Architekt und war wissenschaftlicher Assistent am Institut Entwerfen der BTU Cottbus. Prof. Vaerst übernahm die Nachfolge von Prof. Dr.-Ing. Peter Prohl, der 1995 den Studiengang Architektur gegründet hatte. Seine Fähigkeiten in CAD sind herausragend und er etablierte neue didaktische Formen der Vermittlung des computergestützten Zeichnens. Ein Sorgengebiet der damaligen Fakultät Bauwesen war es, die Außendarstellung im Web zu verbessern. In dieser Sparte der praktischen grafischen Gestaltung erkannte

Prof. Dipl.-Ing. Architekt Michael Vaerst

Prof. Vaerst eine wesentliche Aufgabe. Dieses führte nicht nur für die eigene Fakultät, sondern auch für die gesamte Hochschule Zittau/Görlitz zu einer höheren Professionalität. So war er wesentlich an der Entstehung des neuen Corporate Design beteiligt.

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herausstechenden Charakterzüge sind Klarheit, und Einfachheit, und er mochte die Architektur der schlichten Formensprache, gekoppelt mit kleinmaßstäblicher Struktur. Immer wieder zog er mit den Studenten auf Exkursion nach München oder in die ferne Schweiz - Tessin - wegen der vorbildlichen Architektur im Zusammenspiel mit der Landschaft. Sein Wohnmittelpunkt blieb in den aktiven Jahren München, wo seine zwei Töchter und Gattin gebunden waren. Schon früh lud er aus seinem großen Bekanntenkreis Gastdozenten ein, darunter einen gehbehinderten Architekten, um das Thema der Barrierefreiheit im Entwerfen den jungen Studenten nahezubringen, genauso wie Respekt für die Bedürfnisse im hohen Alter. Eine Reihe von gesundheitlichen Problemen hat ihn schließlich bewogen, die Arbeit in Zittau aufzugeben und nach München zurückzukehren. Sporadische Begegnungen mit den Kollegen blieben in aller Freundschaft. - Prof. Dr. rer. pol. Mario Straßberger -

Nach Übernahme der Studiengangsleitung Architektur führte er im Rahmen des Bolognaprozesses eine klare Struktur im Studiengang Architektur ein. Diese wurde dankbar durch andere Studiengänge in der Fakultät Bauwesen für die anstehenden Reformen übernommen. Von den vielen studentischen Entwürfen in der Region und darüber hinaus, konnte er insbesondere eine Aufgabe zu der von ihm selbst erhofften Perfektion führen. Zusammen mit dem Lehrbeauftragten aus Cottbus, Richard Knoll, wurde aus einem gelungenen Entwurfsseminar das Buch „Architektur macht Schule“ zum Neubau der Clay-Oberschule in Berlin-Neukölln herausgegeben. Eine Vielzahl von Methoden für Analyse und Entwurf werden hier an Hand der konkreten studentischen Entwurfsvorschläge bildlich und textlich erläutert. Die Ausstellungen in Berlin und Zittau fanden viel Anerkennung beim Publikum. - Prof. Dr. rer. pol. Mario Straßberger -


Einblick // Menschen

Neuberufungen Als zertifizierte Projektmanagement-Fachfrau (GPM) und Interne Umweltauditorin (TÜV-Akademie) ist Frau Prof. Dr. Brauweiler prädestiniert dafür, die neuen Masterstudiengänge „Integrierte Managementsysteme“ und „Integriertes Management“ aufzubauen. Die im SS15 bzw. WS 15/16 startenden Studiengänge sind an der Schnittstelle Umwelt, Wirtschaft und Technik angesiedelt und wurden als kooperatives Modell mit den Fakultäten M und E/I entwickelt. Im Fokus steht die umweltorientierte Unternehmensführung, ein Themengebiet zu dem die zweifache Mutter mehrjährige Beratungsund Trainingserfahrung vorweisen kann.

Prof. Dr. rer. pol. Jana Brauweiler Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften Lehrgebiet: Integrierte Managementsysteme An der Hochschule seit März 2014 Geboren 1969 in Dresden

Fachliche Inspiration erhält sie außerdem durch die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Delakowitz, in die sie eingebunden ist. Sie selbst studierte Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Zittau und promovierte danach am Internationalen Hoschulinstitut Zittau. Neben Aufgaben in Lehre und Forschung war sie dort als Studiengangsmanagerin der Masterstudiengänge „Projekt-

Bevor Frau Prof. Dr. Höse an die HSZG kam, konnte sie an drei Universitäten Lehr- und Forschungserfahrungen sammeln, wodurch ihr didaktischer Ansatz stark beeinflusst wurde. Ihr Ziel ist, unsere Studierenden für das Fachgebiet Statistik zu begeistern. Die Chancen dafür stehen gut, denn Frau Prof. Höse konnte für ihre didaktischen Fähigkeiten bereits Lehrpreise an der TU Dresden und am Karlsruher Institut für Technologie entgegen nehmen.

Prof. Dr. rer. pol. habil. Steffi Höse Fakultät Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen Lehrgebiet: Statistik und Operations Research An der Hochschule seit April 2014 Geboren 1975 in Dresden

Wichtig ist ihr eine starke Kopplung von Lehre und Forschung, auch wenn das in den Bereichen Statistik und Operations Research nicht einfach ist. Mittelfristig möchte sie an der HSZG den Forschungsschwerpunkt Risikomanagement aufbauen. Auf Methodenkompetenz und Fairness wiederum können Studierende bei ihr bauen. Sie selbst hofft, dass ihre Freude an der Arbeit die Studierenden ansteckt und freut sich auf Studierende, die quantitativ-methodische Ansätze und ihre Hintergründe verstehen wollen sowie kritisch hinterfragen. Seit Juli 2014 vertritt Sie engagiert ihre Fakultät im Senat der

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management“ und „Integratives Projektmanagement“ tätig. Seit 2006 kooperiert Frau Prof. Dr. Brauweiler mit der Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty, wo sie am Aufbau von 12 Studiengängen beteiligt war und noch heute als Lehrbeauftragte tätig ist. Diese Erfahrungen werden auch ihre Arbeit an der HSZG beeinflussen. So möchte sie den Studentenaustausch mit ausländischen Hochschulen beleben. In der Lehre implementiert sie aktivierende Lehr- und Prüfungsformen, die Studierenden können sich auf Lerntagebücher oder die Erstellung von Lernportfolios freuen und auf ein hohes Engagement bei der Betreuung. Ihre Freizeit widmet Frau Prof. Dr. Brauweiler ihren zwei Kindern, dem Anbau von Obst und Gemüse im eigenen Garten, Sport und dem Lesen.

Kontakt: j.brauweiler@hszg.de

Hochschule. An der TU Dresden studierte Frau Prof. Dr. Höse Betriebswirtschaftslehre und promovierte mit ihrer Dissertation zum Thema „Statistische Genauigkeit bei der simultanen Schätzung von Abhängigkeitsstrukturen und Ausfallwahrscheinlichkeiten in Kreditportfolios“. Im Jahr 2012 folgte ihre Habilitation an der TU Dresden. Umfangreiche Praxiserfahrung sammelte sie in gemeinsamen Projekten mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, der Deutschen Bundesbank und der SCHUFA Holding AG. Frau Prof. Dr. Höse war Referentin der Deutschen Bundesbank und übernahm Vertretungsprofessuren an der BTU Cottbus-Senftenberg sowie am Karlsruher Institut für Technologie.

Kontakt: s.hoese@hszg.de


Menschen // Einblick

Prof. Dr. techn. Kornhuber studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Graz und dissertierte anschließend zum Thema „Optimierung der Belastung von Hochspannungsfreileitungen mit Hilfe eines OnlineTemperaturmonitoringsystems“. Bereits im Studium arbeitete er an wissenschaftlichen Forschungsprojekten mit Industriepartnern mit - Erfahrungen, die seine weitere Laufbahn wesentlich geprägt haben. 2014 schloss er ein MBA-Studium „Unternehmensführung/General Management“ an der Dresden International University ab.

Prof. Dr. techn. Stefan Kornhuber Fakultät Elektrotechnik und Informatik Lehrgebiet: Hochspannungstechnik/Theoretische Elektrotechnik An der Hochschule seit Oktober 2014 Geboren 1979 in Linz an der Donau, Österreich

Bevor er zum Professor für Hochspannungstechnik/Theoretische Elektrotechnik an die HSZG berufen wurde, war er in leitender Position bei der ABB AG Power Products Transformers Halle tätig. Weitere Stationen seines beruflichen Werdeganges waren die Anstellungen als Engineering Manager bei der Doble Lemke GmbH Dresden sowie als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Versuchsanstalt für Hochspannungstechnik Graz GmbH.

Seine erste berufliche Station als Berater bei der Firma McKinsey hat Prof. Dr. Saatkamp geprägt und bis heute inspiriert. Die hypothesengetriebene Vorgehensweise bei der Analyse von betriebswirtschaftlichen Problemen, basierend auf dem Prinzip, alles zu hinterfragen, an nichts zu „glauben“, sondern daten- und faktenbasiert Aussagen zu begründen, sind tief in ihm verankerte Prinzipien. Seine langjährige berufliche Erfahrung möchte er durch die Vermittlung von Praxiswissen und die Einordnung der Lehrinhalte in der Praxis an seine Studierenden weitergeben.

Prof. Dr. rer. pol. Saatkamp Fakultät Management- und Kulturwissenschaften Lehrgebiet: Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre, insbesondere Gesundheitsökonomik An der Hochschule seit Juli 2014 Geboren 1965 in Georgsmarienhütte (bei Osnabrück)

Der Beruf des Professors ist für ihn eine Berufung, die ihn erfüllt und viel Freude macht. Auf der persönlichen Ebene möchte er für die Studierenden ein Ansprechpartner sein, der nicht nur für fachliche Fragen zugänglich ist, sondern auch für die Probleme, Anregungen und persönlichen Belange der Studierenden ein offenes Ohr hat. Wie jeder Hochschullehrer freut er sich, wenn die Studierenden mitdenken, mitarbeiten und kritische Fragen stellen.

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Prof. Dr. Kornhuber begrüßt sehr, dass die HSZG sich in der geschichtlichen Entwicklung im Bereich der Energietechnik einen herausragenden Ruf in Lehre und Forschung aufgebaut hat. In der Lehre möchte der gebürtige Österreicher die Begeisterung der Studierenden und ihr Streben nach Wissen partnerschaftlich unterstützen. Die Studierenden sollen motiviert werden, in interessanten Studienarbeiten und Forschungsprojekten ihr theoretisch erworbenes Wissen zu vertiefen. Einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit sieht er in der kontinuierlichen Weiterführung des Forschungsschwerpunktes im Bereich der inneren und äußeren Grenzflächen von Isolationssystemen. Seine Freizeit verbringt er mit der Familie in der Natur und im Garten, geht Wandern und Radfahren.

Kontakt: s.kornhuber@hszg.de

Der zweifache Vater erlangte an der Universität Karlsruhe den Abschluss Diplom-Wirtschaftsingenieur und studierte parallel Philosophie, Kunstgeschichte und Geschichte. 2001 promovierte er an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach McKinsey sammelte er weitere Praxiserfahrung als Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und im Vorstand des BKK Landesverband Bayern. Vor der Berufung an die HSZG war er Professor an der Munich Business School und der Hochschule Rosenheim. Privat ist Prof. Dr. Saatkamp ein begeisterter Skilangläufer, Radfahrer, Läufer und InlineSkater. Den Berzdorfer See hat er schon ein paar Mal umrundet. Als nächstes möchte er die Zittauer Berge erkunden und hofft auf einen Winter mit viel Schnee.

Kontakt: j.saatkamp@hszg.de


Einblick // Menschen

Neuberufungen Als überzeugter Europäer zurück ins Dreiländereck – Prof. Dr. rer. nat. Jens Weber freut sich, dass seine Berufung an die HSZG ihm die Rückkehr in seine Heimat ermöglicht.

Prof. Dr. rer. nat. Jens Weber Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften Lehrgebiet: Physikalische Chemie An der HSZG seit März 2014 Geboren 1981 in Löbau

Nach seinem Chemiestudium an der TU Dresden und der Promotion am Max-PlanckInstitut für Kolloid- und Grenzflächenforschung Potsdam erhielt der gebürtige Großschweidnitzer ein Forschungsstipendium der DFG und ging für ein Jahr an die Universität Stockholm. Zurück in Potsdam war er anschließend fünf Jahre als Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut tätig. Im März dieses Jahres erfolgte der Ruf an unsere Hochschule, an der er nun die Professur für Physikalische Chemie ausübt. In der Forschung beschäftigt er sich mit neuen porösen Materialien für Anwendungen in Adsorptions-/Separationsmethoden, der Wasseraufbereitung oder der Energietechnologie. Einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit bildet die Verbindung zwischen physikalisch-chemischer Forschung und

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anwendungsrelevanten Fragestellungen unter Berücksichtigung gesellschaftlicher und ökologischer Randbedingungen. Von der Hochschule erhofft Prof. Weber sich eine offene und transparente Atmosphäre sowie eine gute Zusammenarbeit zwischen Studenten und Dozenten. Studierende sollten mit Neugier und Wissensdurst an ihr Studium herangehen, dabei auch mal abseitige Wege erkunden und kreative Lösungen entwickeln. Gern lässt er sich von unkonventionellen Ansätzen überzeugen. Er selbst ist offen für Feedback und verspricht Unterstützung bei Fragen zu Forschung und Lehre. In seinen Lehrveranstaltungen möchte er einen Bezug zu aktuellen Forschungsthemen und Praxisrelevanz ausarbeiten. Privat erkundet Prof. Weber gern mit seiner Familie die Oberlausitz und klettert im Sandstein. Kontakt: j.weber@hszg.de


Menschen // Einblick

Neues Verwaltungspersonal

Ausblick

Sachgebietsleiter Einkauf An der HSZG seit August 2014 Geboren 1970 in Görlitz Herr Seidel übernahm im August 2014 die Leitung des Sachgebietes Einkauf von Herrn Ulbrich. Bevor er eine Zusatzausbildung zum gehobenen bautechnischen Verwaltungsdienst in Bayern absolvierte, studierte er von 1996 bis 2000 an unserer Hochschule Ver- und Entsorgungstechnik in der Studienrichtung Technische Gebäudeausrüstung. 12 Jahre arbeitete er dann beim Sächsischen Immobilien- und Baumanagement Dresden. Seine Arbeitsschwerpunkte an der HSZG sind die Vorbereitung und Durchführung von Vergabe- und Vertragsangelegenheiten für alle relevanten Liefer- und Bauleistungen und damit auch eventuell notwendigen freiberuflichen Tätigkeiten. Ausgleich zum Arbeitsalltag findet er in seiner Freizeit hauptsächlich in sportlichen Aktivitäten wie Radsport oder Fußball. Kontakt: v.seidel@hszg.de

André Baumgärtel Sportwart im Hochschulsport An der HSZG seit August 2014 Geboren 1975 in Leipzig Sport ist seine große Leidenschaft und endlich kann er sich dieser auch beruflich widmen. Herr Baumgärtel ist als Sportwart im Hochschulsport verantwortlich für die Unterhaltung der Sportstätten, unterstützt Auf- und Abbauarbeiten bei den Sportkursen und gestaltet Sportveranstaltungen mit. Der gelernte Gas-Wasser-Installateur sammelte Berufserfahrungen in Unternehmen der Region, zuletzt war er vier Jahre bei einer Baufirma für den Ein- und Verkauf zuständig. Der Vater eines zweijährigen Sohnes ist seit 2006 ehrenamtlich im Organisationsteam der O-See-Challenge und dort verantwortlich für den Auf- und Abbau sowie die komplette Wechselzone. Er selbst spielt seit 35 Jahren aktiv Fußball, fährt Mountainbike und Snowboard.

Kontakt: a.baumgaertel@hszg.de

Foto: privat

Dipl.-Ing. (FH) Veit Seidel

Wo siehst Du dich in zehn Jahren? „In zehn Jahren bin ich einunddreßig Jahre alt. Wenn ich so weit in die Zukunft schaue, dann sehe ich zuallererst eine, meine, große Familie. Wir leben zusammen mit Kindern und Eltern, also in einer Mehrgenerationen-Gemeinschaft. Am liebsten auf einem Dreiseitenhof, der sich im Dresdner Umland befindet. Dort ist es ruhig und friedvoll. Wir haben einen Garten, mit dem wir uns zu Teilen selbstversorgen können. Auf unserem Hof rennen Schafe, Hühner, Hunde und Katzen rum. Es sollen aber keine Nutztiere sein - sie

sollen genau wie wir ein schönes Leben haben bis ins hohe Alter. Derzeit studiere ich hier an der Hochschule Heilpädagogik/Inclusion Studies im dritten Semester. Damit möchte ich später einen Beruf ausüben, der Menschen hilft, nicht von der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden. Ich möchte nicht eine Leitungsposition innehaben, sondern mir meine Empathie zu Nutze machen und direkt mit Menschen arbeiten. Ich bin überzeugt, dass man nur mit sich selbst glücklich sein muss, dann ist man überall glücklich. Denn vermutlich kommt es sowieso alles anders - John Lennon hat es so schön gesagt: „Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ Cornelius Schild, Student SHb13

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Einblick // Menschen

Blick zurück - Verabschiedung Fakultät Wirtschaftswissenschaften Wirtschaftsingenieurwesen Berufungsgebiete: Statistik, Volkswirtschaftslehre An der HSZG seit 1992 (seit 1977 an Vorgängereinrichtung)

genden 22 Jahren wurden alle Absolventen der wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge von ihr mit den Grundzügen der Statistik und der empirischen Forschung vertraut gemacht. Ein besonderes Engagement ihrerseits galt den Studierenden der Kommunikationspsychologie. Auf ihrem Lehrgebiet wirkte sie besonders für die Einführung moderner Statistiksoftware in die Lehre. Über Ihre Lehrtätigkeit hinaus wirkte sie in der Personalkommission an der demokratischen Umgestaltung der Hochschule nach 1990 mit. Seit 1995 war sie die Datenschutzbeauftragte der Hochschule. In der Selbstverwaltung der Fakultät wirkte sie eine Wahlperiode im Fachbereichsrat des damaligen Fachbereichs Wirtschaft mit.

Foto: Hella Trillenberg

Prof. Dr. oec. Gisela Hempel und

Frau Prof. Dr. Hempel studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Volkswirtschaftslehre und Finanzökonomie. Danach absolvierte sie dort ein Forschungsstudium sowie eine wissenschaftliche Assistententätigkeit im Lehrgebiet Statistik. Arbeitete an ihrer Promotion, welche sie 1977 zum Thema „Statistische Analyse der Nettogeldeinahmen der Bevölkerung - ein Anwendung des klassischen linearen Modells der Normalregression“ erfolgreich verteidigte. Seit dem Jahr 1977 wirkte sie an der damaligen Ingenieurhochschule Zittau, ab 1988 Technische Hochschule Zittau, zuerst als wissenschaftliche Assistentin und später als wissenschaftliche Oberassistentin auf dem Gebiet der Statistik und Ökonometrie. Hier leistete sie auch Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Analyse energieintensiver Pro-

Prof. Dr. oec. Gisela Hempel

zesse. Zum 1. Oktober 1992 erfolgte ihre Berufung zur Professorin für Statistik und Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Zittau/Görlitz. In den fol-

Als gebürtige Oberlausitzerin mit einem typischen Umgebindehaus ist sie ihrer Heimat immer eng verbunden geblieben. In ihrer Freizeit betätigt sie sich auch heute noch sportlich aktiv, besonders im Tennis und beim Skifahren. Für ihren aktiven Ruhestand wünschen wir Frau Prof. Hempel noch viele Jahre Gesundheit. - Dipl.Ing.-Ök. Norbert Kalz -

jubiläen - Wir gratulieren Hausjubiläen 2014

Dienstjubiläen 2014

10-jähriges: Michael Sitter, Wolfgang Mörtl, Toni Baloun, Karolin Müller

25-jähriges: Prof. Dr. Jost Tomlow, Prof. Dr. Christa Heidger, Prof. Dr. Stephan Kühne, Matthias Leipert, Dirk Zenker, Prof. Dr. Bernd Delakowitz, Steffen Grusla, Regina Heidrich, Prof. Dr. Gerlinde Kretschmar, Ralf Ulbrich, Ralf Fiebiger, Prof. Dr. Ulrike Gräßel, Silvio Schneider

20-jähriges: Prof. Dr. Tilman Hillesheim, Grit Huwaldt, Jana Dörnchen-Neumann, Uwe Heidrich, Frank Schneider

40-jähriges: Uwe Hülle, Prof. Dr. Norbert Störmer, Petra Scholze

30-jähriges: Michael Sbieschni, Prof. Dr. Wolfram Butter, Prof. Dr. Reiner Böhm, Bernhard Przyborowski, Simone Mehnert, Daniela Gärtner, Dr. Wolfgang Menzel, Prof. Dr. Bärbel Fliegel, Dr. Lothar Kahnt 40-jähriges: Uwe Hülle, Karin Schiffner, Friedhelm Ußler

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Blickfang // Einblick

blickfang Obwohl ich mich bereits im Auslandssemester befand, habe ich im Mai die Zukunftsvisionen 2014 in Görlitz besucht. ZuVi ist ein studentisches Projekt, welches ich vor einigen Jahren selbst mitgeplant habe. In diesem Jahr wurde unter anderem ein kostenloser Photographie-Workshop mit Apolonia Wieland angeboten, eine renommierte Görlitzer Fotografin. Das Kunst-Festival fand dieses Jahr in einer ehemaligen Nerven- und Heilanstalt statt. Wir starteten den Workshop in einem für die Veranstaltung nicht genutzten Haus und fotografierten wild drauf los. Ich nutzte eine analoge Kamera, mit der ich zuvor noch nicht so viel Erfahrung gesammelt habe. Ich probierte also verschiedene Abstände zu den Motiven und experimentierte mit den Lichtverhältnissen. Bei diesem Bild war ich nach dem Entwickeln überrascht, dass wenige Lichtstrahlen genügen, um diese düstere Ruine erkennbar zu machen. Zu den Zukunftsvisionen werde ich nächstes Jahr wieder nach Görlitz kommen - ich bin gespannt, welches leerstehende Gebäude die Studierenden bespielen werden. Trotz des vielen Spaßes mit der analogen Kamera und der gespannten Vorfreude auf die entwickelten Fotos werde ich wohl eine Ab-und-zu-Hobbyfotografin bleiben... Obwohl man es natürlich nie ganz sicher sagen kann, schließlich studiere ich Kultur und Management und bin für alles offen. - Heike Zadow Studentin, WKb 10

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Impressum Herausgeber: Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz Redaktion: Antje Pfitzner 03583 61 - 1560 a.pfitzner@hszg.de Lektorat: Beate Dellf, Christina Hoyer, Hella Trillenberg, Pauline Weigert

Satz und Gestaltung: Werbeagentur 15° www.15grad.com Druck: dieUmweltDruckerei GmbH Gedruckt wurde mit Bio-Farben auf Pflanzenöl-Basis auf CircleoffsetPremium White Recyclingpapier, ausgezeichnet mit dem Blauen Engel.

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Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung der Autoren wieder. Die Redaktion behält sich Änderungen eingesandter Texte vor. Fotos: wenn nicht anders gekennzeichnet – Jens Freudenberg, Seite 20 bis 22 – Jan Fallgatter, Seite 36 bis 37 – Peter Hennig, Seite 38 - Svea Paukstadt & Daniela Dückers, Seite 42 bis 43 – Christian Fischer

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Hochschulmagazin "Einblick" 01/2015  

Das Magazin der Hochschule Zittau/Görlitz

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