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MasterStudiengänge an der HSZG Seite 04

Deutschlandstipendium ging in die zweite Runde Seite 10

Kunstfest – Die Auslösung eines Skandals Seite 23

Ehrenamt im Sport Foto: Marcus Werner

Seite 32

Arbeitskreis „queer Görlitz“ stellt sich vor Seite 36

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Einblick // Vorwort

Foto: Jan Gutzeit

Vorwort des Rektors

Verehrte Leserinnen und Leser,

das Titelthema der vorliegenden Ausgabe des Einblicks hat den Master im Fokus. An deutschen Hochschulen gibt es mittlerweile fast 6000 angebotene Masterstudiengänge und damit nur unwesentlich weniger als Bachelorstudiengänge. Beide zusammen machen mit über 80 Prozent den überwiegenden Teil des Studienangebotes in Deutschland aus, Diplomstudiengänge an Fachhochschulen und Universitäten stellen mit etwa drei Prozent ein – gerade mit Blick auf Sachsen: weiterhin durchaus erfolgreiches – Nischenangebot dar. Verantwortlich für die gravierenden Veränderungen der letzten Dekade ist, wie wir alle wissen, der Bologna-Prozess. Mit dem Master als zweitem akademischen und weiterem berufsqualifizierenden Grad, gleichgestellt dem Universitätsdiplom, verbindet sich für die Fachhochschulen eine enorme Chance, aber auch Herausforderung. Seit der Einführung der Bologna-Studiengänge gibt es in allen drei Hochschultypen gleichwertige Abschlussgrade, die den Absolventinnen und Absolventen dieselben Voraussetzungen und Möglichkeiten bieten. Im Falle des Masters betrifft dies z. B. den Zugang zum höheren Dienst oder zur Promotion. Bei letzterer sind die Hürden wesentlich niedriger geworden.

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Prof. Dr. phil. Friedrich Albrecht - Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz

Die Chance, die der Master für die Fachhochschulen bereit hält, besteht in der Erweiterung des Portfolios, aber auch in den Möglichkeiten, sich besser im Wissenschaftssystem national und international vernetzen zu können, beginnend bei Doppelabschlussprogrammen bis zur Anschlussfähigkeit zu anspruchsvollen Forschungsprogrammen. Die Option, Masterstudiengänge anbieten zu können, ist ein wesentlicher Baustein für den Bedeutungszuwachs, den die Fachhochschulen in den letzten Jahren erfuhren. Die Namensänderung in Hochschulen für angewandte Wissenschaften drückt dies auch symbolisch aus. Die Herausforderung besteht darin, dieses neue Segment sowohl strategisch als auch bildungsökonomisch optimal einzubinden. Für uns heißt das: Masterstudiengänge müssen zu den Leuchttürmen unserer wissenschaftlichen Programme werden. Sie müssen strahlen und den Weg weisen: wo

unsere Expertise ist, wo wir unsere Schwerpunkte setzen, wo wir besonders anschlussfähig sind. Es geht nicht darum, Studiengänge zu verdoppeln. Es geht um Fokussierung. Unser Kerngeschäft bleibt der erste berufs­ qualifizierende Abschluss, sei dies das Diplom oder der Bachelor. Hier haben wir unsere besonderen Stärken, gerade auch im Wettbewerb mit den Universitäten: ein hohes akademisches Niveau bei gleichzeitiger optimaler Praxisnähe zu den Problemstellungen von Wirtschaft, Industrie und sozialen Organisationen. Insofern wird der in unserem Entwicklungsplan vorgesehene Ausbau des Mastersegments, der eine Erweiterung von ca. 10 auf 20 Prozent vorsieht, dazu beitragen, unsere Stärken zu stärken, ohne dabei die Erfolgsfaktoren einer Hochschule für angewandte Wissenschaften zu vernachlässigen. Ihr Friedrich Albrecht


Inhaltsverzeichnis // Einblick

Inhaltsverzeichnis

Titelthema: Masterstudiengänge

Forschung und Transfer

4 Sollte man generell einen Masterstudiengang belegen? 5 Im Porträt: Soziale Gerontologie 6 Welche Masterstudiengänge gibt es an der HSZG? 8 Wie entsteht ein Masterstudiengang? Am Beispiel Mechatronik.

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Hochschule 10 11 12 15 16 18

Deutschlandstipendium – Förderer Trumpf Sachsen im Porträt Treffen der Deutschlandstipendiaten mit ihren Förderern Deutschlandstipendium ging in die zweite Runde – Vorstellung unserer Stipendiaten Eine Fusion von Alt und Neu – Das Haus G II in Görlitz Absolventenball 2013 News – Hochschule

Studium und Lehre 19 20 21 22 23 24 25

Auf dem Weg zur Spitze – Zittauer Student wird Zweiter beim E.ON Westfalen Weser Energy Award 2012 Exkursion Niederlausitz Ein Anfang und kein Ende – Kulturhistorische Theorie für inklusives Handeln Das Praxisamt – Vernetzung zwischen zwei Lernorten Das Kunstfest des Studiengangs Kultur und Management – Die Auslösung eines Skandals Die Praktikantin Miriam Herbst News – Studium und Lehre

Forschen im Auftrag der Industrie Computational Sustainability: Görlitzer Informatiker entwickeln IT-Lösungen für nachhaltige Prozesse in Wirtschaft und Gesellschaft Forschung an der HSZG im Jahr 2012 Wirtschaft traf Wissenschaft – Die Fakultät Elektrotechnik und Informatik stellte sich vor News – Forschung und Transfer

Campusleben 32 Ehrenamt 33 News – Campusleben 34 Studententage am Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau 35 WWW – Wohnung, WG, Wohnheim. Wer wohnt wie – wo – und warum? 36 Anreiz zum Que(e)r-denken

Internationales 37 38 39 40

Vorstellung von ausländischen Studierenden Wirtschaftsinformatik an der Neisse University: Hartes Studium führt zum Traumberuf Success stories Neisse University News – Internationales

Menschen 41 Dem Personalrat über die Schulter geblickt 43 Elternzeitvertretungen in der Verwaltung 44 Neues Verwaltungspersonal 45 Neuberufungen 46 Verabschiedungen 47 Azubi und BA-Studentin berichten

Titelbild: Marcus Werner Unser Titelbild visualisiert wunderbar den Masterstudiengang „Biotechnologie und Angewandte Ökologie“. Mehr Fotos von Marcus Werner gibt es unter: www.handschliff.de

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Foto: Gerd Altmann – Carlsberg1988 / pixelio.de

Einblick // Titelthema

Sollte man generell einen Masterstudiengang belegen?

Was ist der Sinn eines Masterstudienganges aus Sicht der Zielgruppe, also der Studierenden? Man erhält zusätzliche Kenntnisse über den ersten Abschluss hinaus. Wenn wir aber davon ausgehen, dass der Bachelor ein berufsqualifizierender Abschluss ist, so sollte jeder Bachelor so aufgebaut sein, dass der Absolvent in der Lage ist, den beruflichen Anforderungen gerecht zu werden. Daraus folgt auch, dass nicht alle oder jeder einen Master benötigen. Mit dem Master eröffnen sich jetzt aber eine Reihe von Chancen:

Qualifikationssteigerung in relativ kurzer Zeit, entsprechend den konkreten Bedürfnissen, erreicht werden kann. Allerdings bevorzugt diese Gruppe von Interessenten berufsbegleitende Angebote. 3. Man hat erkannt, dass eine Befähigung zur wissenschaftlichen Arbeit vorliegt, man doch vertiefend in theoretische Konzepte eindringen möchte bzw. eine höhere Leistungsebene im Beruf anstrebt, für die ein Master Voraussetzung ist. So hat man die Möglichkeit, diesen weiteren Bildungsschritt zu vollziehen. Diese Aspekte werden bei unseren Masterangeboten aktiv berücksichtigt, indem wir die Erfahrungen anderer Hochschulen in unsere Masterangebote einbinden, einerseits über verpflichtende Auslandssemester (Kultur und Management, Tourismus), andererseits über Kooperationsvereinbarungen mit anderen Hochschulen (Mechatronik).

1. Man kann sein Profil wechseln, ergänzen, schärfen, ohne dass man das Risiko eingeht, ohne Abschluss zu bleiben, weil diese fachliche Ergänzung ja nach dem ersten Abschluss, dem Bachelor erfolgt, man jetzt das Hochschulsystem kennt und somit wesentlich bewusster und zielgerichteter sein Studienfach und seinen Studienort wählen kann, als bei der Erstimmatrikulation.

Masterangebote werden bewusst so ausgerichtet, dass Studierende mit unterschiedlicher Erstqualifikation, aus unterschiedlichen Hochschulen (Wirtschaft und Informatik) oder unterschiedlichen Studiengängen (Ma­ nagement sozialen Wandels) im Master gemeinsam weiter studieren und somit ihre unterschiedlichen Erfahrungen einbringen können.

2. Man erkennt nach einer Praxisphase, also nach dem Jobeinstieg mit einem Bachelor, jetzt sehr genau, welche Qualifikationen, Befähigungen zusätzlich benötigt werden, so dass auch hier eine zielgerichtete

Berufsbegleitende Master (QUAR, Soziale Gerontologie, ...) geben Praktikern die Möglichkeit, auf Weiterentwicklungen in ihrem Wissensgebiet zu reagieren und sich im eigenen Qualifikationsniveau anzupassen.

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Und die allgemeine Frage, warum einen Master an einer Fachhochschule? Hier lautet die Antwort analog wie zu einem Studium an einer Fachhochschule an sich: Der Kontakt Professor – Student ist wesentlich enger, konkreter, individueller, auch die Ausbildung ist fachspezifischer, wir haben Fachleute an Bord, Fachspezialisten auf dem Wissenschaftsgebiet und mit Fachbezug zur Praxis. Der Nutzwert, der hier erzielt werden kann, ist sehr dicht an den realen Anforderungen und selten abstrakt. - Roland Giese -

Foto: Jan Gutzeit

Verwaltungsjuristen erklären uns immer, dass „soll“ im Gesetzestext heißt, man muss, wenn man kann. Muss man also einen Masterstudiengang belegen, wenn es diesen gibt und man die Zugangsbedingungen erfüllt, somit ein grundsätzliches Können ermöglicht ist? Hier sage ich: Nein!

Prof. Dr. Roland Giese – Prorektor für Bildung


Foto: Gerd Altmann – Anja Wichmann / pixelio.de

Titelthema // Einblick

Masterstudiengang im Portrait: Soziale Gerontologie

Alles wandelt sich - und wir wandeln uns mit. Was uns gegenwärtig Forschung und Statistik verraten, wird in nicht allzu ferner Zukunft seinen Einzug in die Realität finden: die moderne Gesellschaft wird älter! Im Grunde ist dies kein Problem, ist das Altern doch ein natürlicher Prozess, der mal mehr, mal weniger auf die Zusammensetzung der Gesamtbevölkerung einwirkt. Doch auch Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Alltag müssen sich auf diesen demografischen Wandel einstellen. Aus diesem Grund nahm sich die Hochschule Zittau/Görlitz dieser Herausforderung an und integrierte einen Master-Weiterbil­ dungs­­studiengang „Soziale Gerontologie“ in ihr Hochschulangebot. Binnen der fünf Teilzeitsemester ergründen die Studierenden den Prozess des Alterns auf theoretischer Basis, anhand medizinischer, psychologischer, soziologischer, sozialpolitischer, methodischer und organisatorischer Blickwinkel, und lernen, dieses Wissen auf konkrete Sachverhalte anzuwenden, wie z. B. die Planung und Gestaltung einer altersgerechten Infrastruktur, die Versorgung und Unterstützung älterer Menschen oder die Integration älterer Arbeitnehmer/innen am Arbeitsplatz.

Durch die Verzahnung von Theorie, Forschung und Praxis entsteht hierbei ein strukturell festes Konstrukt, welches die Studierenden befähigt, ein zielgerichtetes Spektrum zu erschließen und sich dadurch auf einen wichtigen Bereich der Gesellschaft zu fokussieren. Mit einer Kapazität von 20 Plätzen ist dieser berufsbegleitende Master eine gute Möglichkeit für eine Spezialisierung, die zudem als Zugangsvoraussetzung für den Höheren Dienst anerkannt ist. Im Sommersemester 2011 wurden die ersten Studierenden immatrikuliert. Während der zweijährigen Aufbauphase des Studiengangs erfolgte die Immatrikulation nur alle zwei Jahre (jeweils zum Sommersemester 2011 und 2013) – ab Sommersemester 2014 dann jedes Jahr. Informationen zum Ablauf, den Voraussetzungen und den Kosten finden Sie auf der Homepage der Hochschule unter Studienangebote > Master > Soziale Gerontologie: http://www.hszg.de/studium/ unsere-studiengaenge/master/ soziale-gerontologie.html . - Ricardo Friedrich -

Kontakt und weitere Informationen Prof. Dr. Andreas Hoff a.hoff@hszg.de

Dipl.-Soz.arb./Soz.päd. (FH) Katja Knauthe k.knauthe@hszg.de

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Einblick // Titelthema

Welche Masterangebote gibt es?

Fakultät Elektrotechnik und Informatik Master Informatik

Standort: Görlitz

Der Studiengang ist anwendungsorientiert und bereitet vorrangig auf eine Tätigkeit in der industriellen Softwareentwicklung sowie zur Überwachung von Bachelor-Absolventen vor und weniger auf eine Verwendung in der Forschung und Lehre. Dennoch haben einige besonders motivierte Absolventen promoviert.

Studienabschluss: Master of Science (M.Sc.)

Regelstudienzeit: 4 Semester

Master Mechatronik

Standort: Zittau und Liberec

Die primär anwendungsorientierte Masterausbildung erfolgt im interdisziplinären technischen Studiengang, der auf den klassischen Fachdisziplinen des Maschinenbaus und der Elektrotechnik basiert und diese integrativ mit den Wissensgebieten der Elektronik, Automatisierungstechnik und Informatik verbindet.

Studienabschluss: Master of Engineering (M.Eng.)

Regelstudienzeit: 3 Semester

Fakultät Management- und Kulturwissenschaften Master Kultur und Management

Standort: Görlitz

Die Ausbildung befähigt dazu, den Wirtschaftsprozess von Kultureinrichtungen und -veranstaltungen so zu gestalten, dass ein hohes künstlerisches Niveau und kulturelle Breitenwirkung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Budgets und der möglichen Eigenfinanzierung realisiert werden können.

Studienabschluss: Master of Arts (M.A.)

Regelstudienzeit: 4 Semester

Master Tourismusmanagement

Standort: Görlitz

Ziel des Studiengangs Tourismusmanagement ist es, die Studierenden zu Tourismus- und Freizeitmanagern zu qualifizieren. Hierzu ist vor allem Kreativität bezüg­lich der Lösungswege und -methoden wichtig, so dass eine enge Beziehung zu den Wirtschaftswissenschaften sowie Verhaltens- und Sozialwissenschaften erforderlich ist. Sie verbinden also fachspezifisches mit generalisiertem Know-how und besitzen so das für die Praxis erforderliche Handlungswissen.

Studienabschluss: Master of Arts (M.A.)

Regelstudienzeit: 4 Semester

Master Fachübersetzen Wirtschaft Deutsch/Polnisch (berufbegl., kostenpflichtig)

Standort: Görlitz Studienabschluss: Master of Arts (M.A.) Studiengebühren: 610 € pro Semester

Die beruflichen Perspektiven sind vielfältig: Das Studium befähigt zur Arbeit im Unternehmen als Übersetzer/Sachgebietsbearbeiter, als selbstständiger Fachübersetzer in der Wirtschaft, als Terminologe, Lexikograph oder Fach-/Verlagslektor.

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Regelstudienzeit: 4 Semester, berufsbegleitend


Titelthema // Einblick

Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften Master Biotechnologie und Angewandte Ökologie

Standort: Zittau

Der Masterstudiengang wird mit den Spezialisierungen „Schutz und Nutzung der Biodiversität“ sowie „Umweltwissenschaften und Biotechnologie“ angeboten. Ziel ist es, Fachleute für den internationalen Einsatz auf den Gebieten der biotechnologischen Forschung, Produktion und Umweltvorsorge und -nachsorge sowie Biodiversitätsforschung und Naturschutz auszubilden.

Studienabschluss: Master of Science (M.Sc.)

Regelstudienzeit: 3 bzw. 4 Semester

MBA Integriertes Nachhaltigkeitsmanagement – QUAR (berufsbegl., kostenpflichtig)

Standort: Leipzig und Zittau Studienabschluss: Master of Business Administration (MBA) Regelstudienzeit: 5 Semester Studiengebühren: 2250 € pro Semester inkl. Masterarbeit

Der berufsbegleitende akkreditierte MBA-Studiengang richtet sich an Berufstätige, die mehr wollen, als eine rein fachliche Weiterbildung. Hier geht es um eine Auseinandersetzung mit dynamischen und komplexen Fragen der heutigen Zeit, die von Globalisierung, Ressourcenverknappung und einem sich zunehmend verschärfenden Wettbewerb geprägt wird.

Master Chemie und Energie

Standort: Zittau

Studienabschluss: Master of Science (M.Sc.)

Regelstudienzeit: 3 Semester

Im anwendungsorientierten Master-Studiengang erwirbt der Studierende spezielles Wissen und praktische Fertigkeiten auf den Gebieten der Erneuerbaren und Konventionellen Energien, der Angewandten Kern-, Radio- und Kraftwerkschemie, der Wasserbehandlung, der Grenzflächenchemie und Biokatalyse, der Energieeffizienten Synthesen sowie der Kunststoffe und Werkstoffanalytik.

Fakultät Sozialwissenschaften Master Soziale Gerontologie (berufsbegl., kostenpflichtig)

Standort: Görlitz Studienabschluss: Master of Arts (M.A.) Regelstudienzeit: 5 Teilzeitsemester, Studiengebühren: 500 € pro Semester berufsbegl.

Als Bildungsinstitution stellt sich die Hochschule Zittau/Görlitz der Herausforderung, Führungspersonal zur Bewältigung der mit dem demografischen Wandel verbundenen Probleme auszubilden. Der Masterstudiengang strebt die Ausbildung von hochqualifizierten Expert/innen an.

Master Management Sozialen Wandels

Standort: Görlitz

Studienabschluss: Master of Arts (M.A.)

Regelstudienzeit: 4 Semester

Das Studium soll in die Lage versetzen, Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen bei der Bewältigung der mit dem sozialen Wandel verbundenen Herausforderungen zu beraten, zu begleiten und zu unterstützen. Die Analyse und Rekonstruktion sowie die Planung und Steuerung von sozialen Veränderungs- und Anpassungsprozessen sind daher inhaltliche und methodische Schwerpunkte des Studiums.

Fakultät Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen Master Internationales Management

Standort: Zittau

Dieser Masterstudiengang stellt sachsenweit eine Besonderheit dar, da es sich um einen kooperativen Master unter Verleihung eines „Joint Degree“ zwischen einer universitären Hochschule, dem Internationalen Hochschulinstitut (IHI) Zittau* und einer Fachhochschule, der Hochschule Zittau/Görlitz, handelt. Dies ermöglicht den Erwerb eines universitären Abschlusses und damit den direkten Zugang der Master-Absolvent/innen zum Promotionsstudium am IHI Zittau oder an einer anderen Universität. * zentrale Einrichtung der TU Dresden 7

Studienabschluss: Master of Arts (M.A.)

Regelstudienzeit: 4 Semester


Einblick // Titelthema

Wie entsteht ein Masterstudiengang? Am Beispiel Mechatronik Interview mit Prof. Dr.-Ing. Stephan Kühne Seit wann gibt es den Masterstudiengang Mechatronik? Die Hochschule Zittau/Görlitz war im Jahr 1997 eine der ersten Hochschulen Deutschlands, die einen Studiengang Mechatronik angeboten hat. Als Abschluss wurde ein Diplomingenieur (FH) verliehen. Seit dem Jahr 2006 werden Studierende im MechatronikStudiengang mit dem Masterabschluss immatrikuliert. Wie kam es zur Idee, einen solchen Masterstudiengang anzubieten? In Industrie und Wirtschaft werden Ingenieure gesucht, die fachübergreifend Aufgaben auf dem Gebiet der Elektrotechnik/ Elektronik, der Informationsverarbeitung, des Maschinenwesens und der Informatik bearbeiten können. Für eine weitergehende berufliche Tätigkeit sind sieben (Bachelor) oder acht (Diplom) Semester oftmals nicht ausreichend. Dieser Tatsache hat sich die Fakultät mit ihrem konsekutiven Studiengang Bachelor/ Master-Mechatronik mit einer Dauer von insgesamt zehn Semestern gestellt.

Fuzzy-Control bilden den Schwerpunkt der Ausbildung. In der Summe werden im konsekutiven Bachelor- und Masterstudium 300 ECTS erworben und der akademische Abschluss Master of Engineering verliehen. Warum wird er auch als internationaler Abschluss angeboten? An der TU Liberec (Tschechien) - 35 km von Zittau entfernt - existiert ebenfalls ein Studiengang Mechatronik. Im Rahmen eines Austauschpraktikums führen nunmehr schon seit über 30 Jahren Studierende beider Hochschulen am jeweils anderen Standort verschiedene Praktika auf dem Gebiet der Automatisierungstechnik durch. In Zittau und Liberec baut der Studiengang Mechatronik auf einer über 50-jährigen Tradition

der akademischen Ausbildung auf dem Gebiet des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und der Informationstechnik auf. Prof. Modrolak von der TU Liberec und Prof. Worlitz von unserer Hochschule haben sich im Jahr 2005 zusammengesetzt und über ein gemeinsames Studienprogramm für die Studierenden beider Hochschulen nachgedacht. Die EU-Mitgliedschaft Tschechiens und zahlreiche europäische Standards bei den Studiengängen beförderten dieses Ansinnen. Wenn der sehr angesehene Abschluss eines Diplomingenieurs nicht mehr angeboten wird, muss für einen Studiengang mit Bachelorabsolventen auch ein weiterführendes Masterstudium angeboten werden – so war die gemeinsame Intention bei der Auflegung des Studienprogramms.

An wen richtet sich der Masterstudiengang? Der Master-Studiengang Mechatronik richtet sich an Absolventen der Studiengänge Maschinenbau, Elektrotechnik und natürlich in erster Linie an Bachelorabsolventen eines Studiengangs Mechatronik. Was ist das Besondere an diesem Master? Der Studiengang Master-Mechatronik an unserer Hochschule ist sehr informatik- und informationsorientiert. Schwerpunkt sind Anwendungen der Verfahrenstechnik im Kraftwerks- und Automobilbereich. Solche Lernmodule wie Softcomputing, Artificial Neuronal Networks, Image-Processing und 8

Foto: Jan Gutzeit


Titelthema // Einblick

Wie sieht die Zusammenarbeit mit der TU Liberec aus?

Warum sollte man den Masterstudiengang Mechatronik studieren?

In der Tschechischen Republik gibt es den historisch bedingten und typisch deutschen Abschluss des Diplomingenieurs nicht. An der TU Liberec existiert seit den 1990er Jahren ein durchgehendes, konsekutives Studienangebot Bachelor/Master/Phd, und insofern konnte die Hochschule auch von der TU Liberec lernen. Auch die territoriale Nähe zur TU Liberec erleichtert die Zusammenarbeit, und schnell kann ein Treffen zwischen beiden Studienkommissionen durchgeführt werden.

Absolventen dieses Studiengangs werden vorzugsweise in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Industrieunternehmen eingesetzt. Aber auch die Hochschule bietet z. B. im Institut für Prozeßtechnik, Prozeßautomatisierung und Meßtechnik (IPM) den Absolventen eine berufliche Perspektive. Zahlreiche drittmittelfinanzierte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Ingenieurbereich werden hier personell bevorzugt mit Masterabsolventen besetzt. Für eine geplante Promotion oder eine weitergehende berufliche Tätigkeit im Hochschulbereich ist der Studienabschluss eine ideale Voraussetzung.

Welche Unterschiede bestehen zwischen dem internationalen und dem deutschen Studiengang? Der deutsche Studiengang Master-Mecha­ tronik geht über drei Semester. Das komplette dritte Semester ist für eine Masterarbeit vorgesehen. Im internationalen Studiengang Mechatronik ist der Erwerb eines gemeinsamen Masterabschlusses mit der TU Liberec möglich. Bei erfolgreichem Abschluss wird ein Double-Degree der Technischen Universität Liberec und der Hochschule Zittau/ Görlitz vergeben. Dabei handelt es sich um zwei separate Abschlüsse der beiden beteiligten Hochschulen. Innerhalb eines internationalen Studienprogramms wird das zweite Semester an der TU Liberec absolviert. Im Gegenzug kommen die tschechischen Studierenden im dritten Semester an unsere Hochschule. Die Masterarbeit kann an der TU Liberec oder der Hochschule Zittau/Görlitz geschrieben werden. Der internationale Studiengang dauert drei bis vier Semester, je nachdem, ob man mit einem 7-semestrigen oder einem 6-semestrigen-BachelorAbschluss antritt. Im internationalen Master ist die Vortragssprache an beiden Standorten Englisch.

Kontakt Prof. Dr.-Ing. Stephan Kühne 03583 61-1381 st.kuehne@hszg.de

Mehr Informationen zum Master-Studiengang Mechatronik http://www.hszg.de/f-ei/ studiengaenge/mechatronik-master.html

Foto: Hochschule

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Einblick // Hochschule

Deutschlandstipendium Förderer TRUMPF Sachsen GmbH im Portrait –

Wir fördern das

Interview mit Herrn Dr. Harry Thonig

Was war Ihre Motivation, als Förderer der Deutschlandstipendiaten aufzutreten? Ziel des Deutschlandstipendiums ist die Förderung von leistungsstarken und sozial kompetenten Studierenden. Aufgrund des demografischen Wandels kommt solch einer gezielten Unterstützung junger Talente eine immer größere Bedeutung zu. Die Stipendiaten sollen durch das Stipendium zu höheren Leistungen ermutigt werden, denn durch den finanziellen Rückhalt können sie sich gezielter auf ihr Studium konzentrieren und ihre Potenziale noch besser ausschöpfen. Somit investieren wir mit dieser Förderung in die Zukunft des Wissens- und Wirtschaftsstandortes Deutschland. Darüber hinaus möchte sich die TRUMPF Sachsen GmbH den Stipendiaten als attraktiver Arbeitergeber präsentieren, nicht zuletzt mit dem Hintergrund, einen zukünftigen Mitarbeiter zu gewinnen. Wie lange fördern Sie bereits? Wir sind seit 2011 Förderer des Deutschlandstipendiums. Ich bin als Geschäftsführer der TRUMPF Sachsen GmbH auch Mitglied des Stipendien-Ausschusses und maßgeblich an der Auswahl beteiligt. Haben Sie Kontakt zu Ihren Stipendiaten oder wünschen Sie welchen? Sobald die Namen der Deutschlandstipendiaten feststehen, laden wir sie in die TRUMPF Sachsen GmbH ein. Wir möchten unsere Stipendiaten persönlich kennenlernen und ihnen unser modernes Maschinenbauunternehmen vorstellen. Natürlich nehmen wir auch die Einladung von Prof. Dr. Albrecht

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für das „Treffen der Deutschlandstipendiaten mit ihren Förderern“ an der Hochschule Zittau/Görlitz wahr. Dieser Nachmittag ist eine interessante Informationsplattform zwischen Hochschule, Förderern und Stipendiaten. Wie viele Studierende unterstützen Sie finanziell? Von der Hochschule Zittau/Görlitz fördern wir zwei Studenten (m/w) für jeweils zwei Semester. Aus welchen Studiengängen stammen die Studierenden? 2011/2012 haben wir eine Studentin des Studienganges Maschinenbau/Produktionstechnik und einen Studenten des Studienganges Mechatronik gefördert. 2012/2013 kommen unsere Stipendiaten aus den Studiengängen Maschinenbau/Produktionstechnik und Elektrotechnik.

die Absolvierung eines Praktikums oder durch die Bearbeitung einer Abschlussarbeit, zu erlangen und dadurch unser Unternehmen hautnah als interessanten Arbeitgeber der Region kennenzulernen. Welchen Nutzen ziehen Sie aus Ihrer Förderschaft? Als Förderer im Rahmen des Deutschlandstipendiums knüpfen wir persönlichen Kontakt zu den leistungsstärksten Studenten der Hochschule und können sie bereits während ihres Studiums für unser Unternehmen sowie unsere Produkte begeistern. Die langjährige und gute Zusammenarbeit mit der Hochschule Zittau/Görlitz bildet die perfekte Grundlage für eine erfolgreiche Förderschaft. - Melanie Krug -

Sind Ihre Stipendien an eine konkrete Fachrichtung gebunden? An der Hochschule Zittau/Görlitz vergeben wir das Deutschlandstipendium an Studenten folgender Fachrichtungen: Maschinenbau/Konstruktionstechnik, Maschinenbau/ Produktionstechnik, Elektrotechnik und Mechatronik. Bieten Sie den Stipendiaten auch weitere Angebote, wie z. B. Praktika oder Fortbildungsveranstaltungen? Jeder unserer Stipendiaten erhält das Angebot, Praxiserfahrungen, zum Beispiel durch

Dr. Harry Thonig – TRUMPF Sachsen GmbH


Hochschule // Einblick

Treffen der Deutschlandstipendiaten mit ihren Förderern Die Deutschlandstipendiaten der Hochschule Zittau/Görlitz trafen sich mit ihren Stipendiengebern und dem Rektor, Professor Friedrich Albrecht. „Wir möchten, dass sich die Stipendiaten, ihre Förderer und die Hochschulleitung kennenlernen und in ungezwungener Atmosphäre in den Dialog treten.“ Zugegen waren als Förderer Dr. Detlef Meyer als Vertreter der Deutschen Kredit­bank AG Niederlassung Dresden, Prof. Dr. Fritz-Jochen Schmidt von der GWT TUD GmbH, Caren Halm von der TRUMPF Sachsen GmbH in Neukirch, Ulrich Neumann von der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien sowie der Vorsitzende des Fördervereins der Hochschule Zittau/Görlitz, Christian Müller. Weitere Förderer, die aber leider zu diesem Zeitpunkt verhindert waren, sind der Bun-

destagsabgeordnete Michael Kretschmer, der AUKOM e. V., die Cideon Software GmbH in Görlitz, die Hess Lichttechnik GmbH sowie die SPANNER RE2 GmbH aus Neufahrn. Im Studienjahr 2012/13 konnten mit zwölf Stipendien doppelt so viele wie im vergangenen Jahr eingeworben und den Bewerbern zur Verfügung gestellt werden. „Besonders erfreulich war“, so der Rektor, „dass darunter drei Stipendien waren, bei denen sich die Stipendiengeber nicht auf einen Studiengang festgelegt hatten.“ Insgesamt bewarben sich 44 Studierende um ein Deutschlandstipendium. Die Auswahlentscheidung über die Vergabe dieser Stipendien erfolgte auf der Grundlage der Ordnung zur Vergabe der Deutschlandstipendien durch einen Stipendienauswahlausschuss.

Die Spender des Deutschlandstipendiums verfolgen mit ihrem Engagement neben der Förderung von besonders begabten jungen Menschen auch das Ziel, diesen in der Region eine Perspektive zu bieten. Die Förderer stellten fest, dass der Kontakt ihres Unternehmens zu den Stipendiaten und zur Hochschule bedeutend für die weitere Zusammenarbeit ist. Durch die offenen Gespräche kann man die Stipendiaten auf die eine oder andere Weise in ihrer künftigen beruflichen Entwicklung auch nach Auslauf der Förderung unterstützen. - Hella Trillenberg-

Mehr Informationen www.hszg.de/deutschlandstipendium

Deutschlandstipendiaten mit ihren Förderern Foto: Stanley Anders

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Einblick // Hochschule

Deutschlandstipendium ging in die zweite Runde Vorstellung unserer Stipendiaten

Stephanie Bahr

Geboren 1988 in Bautzen Studiengang: Betriebswirtschaftslehre Stephanie Bahr ist sehr zufrieden mit ihrem Studium. Lediglich die Organisation, so merkt sie an, könnte verbessert werden. Als studentische Hilfskraft erfuhr sie über eine Hochschulmitarbeiterin vom Deutschlandstipendium, durch das sie sich nun besser auf ihr Studium und die Vorbereitung ihrer Prüfungen konzentrieren kann. In ihrer Freizeit ist sie in verschiedenen Hochschulgremien ehrenamtlich tätig, wie bspw. dem Fakultätsrat oder Senat. Für ihre Zukunft wünscht sich Stephanie einen sicheren Job in der Region, der Karriere und Familie vereinbaren lässt. Foto: Jan Gutzeit

Benjamin Beck

Geboren 1989 in Forst/ Lausitz Studiengang: Maschinenbau Kooperatives Studium mit Integrierter Ausbildung (KIA) Benjamin Beck ist nicht nur sehr mit seiner Studienleistung zufrieden, sondern auch hoch motiviert. Über die Homepage der Hochschule erfuhr er vom Deutschlandstipendium, das ihm nun finanzielle Absicherung ermöglicht. So hat er auch gleich Kontakt zu einem renommierten Unternehmen. Benjamin plant, dort evtl. auch sein Diplomsemester zu absolvieren. Seine Freizeit verbringt er besonders gern mit seiner dreijährigen Tochter und seiner Lebenspartnerin. Außerdem treibt er aktiv Sport. Er denkt darüber nach, im Anschluss an sein Maschinenbaustudium den Studiengang Projektmanagement am IHI Zittau zu absolvieren. Foto: privat

Wendy Eiselt

Geboren 1986 in Meißen Studiengang: Tourismus (Master) Nachdem Wendy Eiselt bereits Tourismus im Bachelor absolvierte, ist sie nun auch mit ihrem Masterstudium in Görlitz rundum zufrieden. Sie wünscht sich jedoch eine größere internationale Ausrichtung des Studiums, bspw. durch mehr Sprachkurse in unterschiedlichen Levels für Spanisch oder Englisch. Durch den E-Mail-Verteiler der Hochschule wurde sie auf das Deutschlandstipendium aufmerksam, das ihr im letzten Semester einen Auslandsaufenthalt in Birmingham ermöglichte. In ihrer Freizeit trainiert Wendy zwei Cheerdance-Teams. Für ihre berufliche Zukunft wünscht sie sich einen interessanten Job in der Reiseveranstaltung oder im Tourismus-Marketing. Foto: privat

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Hochschule // Einblick Alexandra Freitag

Geboren 1981 in Görlitz Studiengang: Management Sozialen Wandels (Master) Alexandra Freitag ist besonders zufrieden mit der optimalen Betreuung durch ihre Hochschullehrer. Bei ihrer Internetrecherche erfuhr sie vom Deutschlandstipendium, durch das sie ihre Energie in ihr Masterstudium investieren kann. Auch kleinere Bildungsreisen oder Fachliteratur kann sie sich nun leisten. Neben Aktivitäten mit ihren Kindern und Freunden ist Alexandra u. a. ehrenamtlich tätig für die Unterstützung sozial schwacher Familien, bei der Beantragung von staatlichen Leistungen und Widerspruchsverfahren. Für ihre Zukunft strebt sie eine Promotion an, so dass sie später in leitender Position in einer Organisation oder als Professorin an einer Hochschule tätig sein kann. Foto: Stanley Anders

Juliane Gäbler

Geboren 1988 in Großröhrsdorf Studiengang: Chemie Kooperatives Studium mit Integrierter Ausbildung (KIApro) Juliane Gäbler findet es von besonderem Vorteil, dass das Lernen und die Praktika in kleinen Seminargruppen durchgeführt werden. Durch öffentliche Medien sowie die Internetpräsenz der Hochschule wurde sie auf das Deutschlandstipendium aufmerksam, das nun ihren finanziellen Spielraum erweitert. In ihrer Freizeit trainiert Juliane Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren im Geräteturnen. Soweit es die Zeit erlaubt, turnt sie auch selbst. Nach ihrem Studium wird sie in ihr studienbegleitendes Unternehmen zurückkehren. Foto: Stanley Anders

Hardy Krüger

Geboren 1987 in Hoyerswerda Studiengang: Maschinenbau Hardy Krüger kann sein Wissen im technischen Bereich bestens durch sein Studium erweitern. Empfohlen wurde ihm die Hochschule von einer Freundin. Prof. Förster machte ihn aufgrund seiner sehr guten Leistungen in einem Kurs auf das Deutschlandstipendium aufmerksam. Zeitintensive Nebenjobs braucht Hardy aufgrund des Stipendiums nun nicht mehr auszuführen. In seiner Freizeit betreibt er seit vielen Jahren Schwimmsport, und geht diesem im ortsansässigen DLRG-Verband nach.

Mareen Kuhn Geboren 1983 in Bautzen Studiengang: Tourismus (Master) Mareen Kuhn ist vor allem mit der sehr guten Arbeit engagierter Lehrkräfte in ihrem Studiengang zufrieden. Über die Ausschreibung der Hochschule erfuhr sie vom Deutschlandstipendium, durch das sie sich nun verstärkt auf ihr Studium und ihren Abschluss konzentrieren kann. Mareen tanzt in ihrer Freizeit in einem Line-Dance-Verein. Sie wünscht sich vor allem einen erfolgreichen Einstieg in die Berufswelt. Foto: privat

Daniel Radisch

Geboren 1987 in Zittau Studiengang: Elektrotechnik Kooperatives Studium mit Integrierter Ausbildung (KIA) Das Studium von Daniel Radisch entspricht genau seinen Erwartungen. Ein Kommilitone, selbst Deutschlandstipendiat, empfahl ihm, sich auch zu bewerben. Seitdem Daniel nun das Stipendium erhält, hat er genügend finanziellen und zeitlichen Spielraum, um sich seiner eigenen Familie zu widmen. Er ist Gruppenführer in der Freiwilligen Feuerwehr Spitzkunnersdorf und bildet auch selbst Kameraden aus. Am besten entspannt er im Kreise seiner Familie. Daniel wünscht sich eine feste Arbeitsstelle in seiner Heimat Oberlausitz. Foto: Stanley Anders 13


Einblick // Hochschule

Philipp Röbisch

Geboren 1988 in Zittau Studiengang: Biotechnologie Absolvent Philipp Röbisch ist besonders zufrieden mit der sehr guten Betreuung in den Praktika seines Studiums. Sowohl durch die Medien als auch durch die Rundmail der Hochschule erfuhr er vom Deutschlandstipendium, das seine finanzielle Situation während des Studiums entspannte. Bei seinem Stipendiengeber war er in der Zeit zwischen Bachelor und Master als wissenschaftliche Hilfskraft angestellt. Joggen und Fitness sind Philipps Leidenschaften, daher wünscht er sich auch, in Zukunft gesund zu bleiben. Foto: privat

Tina Röthig

Geboren 1989 in Zittau Studiengang: Maschinenbau Tina Röthig fühlt sich auch als Frau in ihrem männerdominierten Studiengang gut aufgehoben. Von neuen Leuten angesprochen, sind viele jedoch erstaunt über ihre Studienwahl. In ihrer Freizeit ist Tina sehr aktiv, geht bspw. zum Tanzunterricht oder übersetzt nebenbei kurze Texte ins Tschechische. Zudem ist sie als wissenschaftliche Hilfskraft im Qualitätsmanagement der Hochschule tätig. Tina erhält das Stipendium bereits zum zweiten Mal. Die Anerkennung ihrer Leistungen motiviert sie ungemein. Das Stipendium ermöglicht ihr u.a. die Teilnahme an Weiterbildungen. Für ihre Zukunft wünscht sich Tina einen guten Studienabschluss und eine Arbeit, die ihr Spaß macht. Foto: Stanley Anders

Nicole Thiel

Geboren 1991 in Görlitz Studiengang: Wirtschaftsingenieurwesen Schon in der 11. Klasse wusste Nicole Thiel, dass sie an der Hochschule Zittau/Görlitz studieren wollte. Ihren Studiengang kann sie nur weiterempfehlen. Über die Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten auf der Webseite der Hochschule erfuhr sie vom Deutschlandstipendium, das ihr nun finanzielle Absicherung bietet. Lange Zeit spielte Nicole Floorball und leitete zwischenzeitlich die entsprechende Hochschulsportgruppe. Zudem war sie Tutorin ihres Studienganges. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance wünscht sie sich für die Zukunft. Foto: privat

Viktor Vodenitscharov

Geboren 1990 in Radebeul Studiengang: Elektrotechnik Kooperatives Studium mit Integrierter Ausbildung (KIA) Victor Vodenitscharov ist zufrieden mit seiner Entscheidung, hier an der Hochschule zu studieren. Über die Hochschulwebseite erfuhr er vom Deutschlandstipendium, das ihn finanziell unabhängig macht. Für seine Studienzeit plant Victor einen Auslandsaufenthalt. Ehrenamtlich ist er u.a. im Fachschaftsrat und im StuRa tätig. In seiner Freizeit geht er gerne Klettern oder Laufen. Victor wünscht sich, dass sich mehr Leute ihrer Einflussmöglichkeiten bewusst werden und – wie er – aktiv mitgestalten. Foto: privat

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Der Görlitzer Campus ist wieder komplett! Am 26. März 2013 übergab Matthias von Rüdiger, stellvertretender Unternehmensbereichsleiter Planen und Bauen beim Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), symbolisch den Schlüssel für das Gebäude G II der Hochschule Zittau/ Görlitz an Prof. Dr. phil. Friedrich Albrecht. Nach einer vierjährigen Sanierungsphase erwachte der Gebäudekomplex an der Brückenstraße 1 wieder aus dem Schönheitsschlaf.

Foto: Stanley Anders

Während dieser vier Jahre standen Planer, Konstrukteure und Baufirmen vor einer großen Herausforderung: Das Haus GII, welches bereits vor 100 Jahren nahe der Neiße errichtet wurde, sollte eine Symbiose aus modernen Lehranforderungen und der behutsamen Wahrung historischer Bausubstanz bilden, zudem selbstverständlich bautechnischen Vorschriften entsprechen. Fürwahr eine beachtliche Aufgabe, deren Ergebnis jedoch als eine Fusion aus Alt und Neu bezeichnet werden und sich auf jeden Fall sehen lassen kann. In den neuen Räumlichkeiten, welche vorrangig den Studiengängen Kommunikationspsychologie und Informatik sowie einzelnen Bereichen der Hochschulverwaltung zur Verfügung stehen, finden sich unter an-

Foto: Stanley Anders

Eine Fusion von Alt und Neu – das Haus G II in Görlitz derem sorgfältig aufgearbeitete Türelemente, restaurierter Deckenstuck und erneuerte Fensterornamente nach historischen Originalentwürfen, ein optisch ansprechendes Fliesenmosaik im Untergeschoss und stilvoll gestaltete Treppengeländer. In den Wänden verbirgt sich modernste Technik, ebenso sind Hörsäle und Fachkabinette mit zeitgemäßer Medientechnik ausgestattet. Bei den Zugängen wurde durch den Einbau von Aufzügen strikt auf Barrierefreiheit geachtet. Ein weiterer Vorteil bildet hier auch der Umzug des Studienganges Informatik, welcher aufgrund der Sanierungsarbeiten im Jahre 2010 in einem Hochschulgebäude auf dem Obermarkt untergebracht wurde. Somit befinden sich jetzt wieder alle Studiengänge auf dem Görlitzer Campus. Alles in allem zeugt das neue alte G II von Lehrbedingungen auf höchstem Niveau in rustikal-getränkter Atmosphäre. Der Campusmanager Dr. Jürgen Scheibler sieht die Übergabe des Schlüssels als den

Mark Ziener Student Informatik/ Masterstudiengang Geschäftsanwendung

Foto: privat

»Als Student, der 2009 immatrikuliert wurde, konnte ich noch für ein Semester das alte GII erleben. In den drei Jahren wurde gute Arbeit geleistet und soweit ich es bis jetzt beurteilen kann, lässt die Ausstattung nichts zu wünschen übrig. Das einzige, was mich wirklich stört, ist der eklatante Mangel an Steckdosen abseits der Computerkabinette. Auch wenn das am Obermarkt besser geregelt war, nehme ich diese kleine Unannehmlichkeit gerne in Kauf, um wieder Teil der Hochschule zu sein und mein Leben nicht mehr fernab des Campus, am Obermarkt fristen zu müssen.«

letzten Baustein der Neugestaltung des Görlitzer Campus. Neben den neuen Möglichkeiten, die für den Studienablauf zur Verfügung stehen, bedeutet dies zudem auch, dass nach über fünfzehn Jahren, von wenigen Unterbrechungen abgesehen, kein Baulärm mehr den Studienalltag stört. Jetzt gehört der Campus wieder denjenigen, für die er gebaut wurde – den Studierenden und den Lehrkräften. - Ricardo Friedrich-

Prof. Dr. sc. hum. Wilfried Honekamp Prodekan der Fakultät Elektrotechnik und Informatik

Foto: privat

»Im Februar 2013 bezog der Fachbereich Informatik das rekonstruierte Gebäude auf der Brückenstraße 1 in Görlitz. Das gesamte Gebäude erstrahlt in neuem Glanz. Es sind sich, da bin ich mir sicher, alle Kolleginnen und Kollegen einig, dass sie hier nun sehr gute Arbeitsbedingungen vorfinden. Seien es die modern ausgestatteten Büroräume, die mit aktueller Technik ausgestatteten Vorlesungs- und Seminarräume oder die neu eingerichteten Labore. Aber am meisten beeindruckt war ich, wie es geschafft wurde, eine fast perfekte Konformität zwischen alter Bausubstanz und technisch hoch modernen Gestaltungselementen herzustellen. Für den Betrachter, der mit glänzenden Augen durch dieses wunderschöne Gebäude geht, ergeben sich grandiose Einblicke. Die Studierenden lernen in einer inspirierenden Atmosphäre, wie sie sonst nur die altehrwürdigen Universitäten bieten können.«

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Volle Tanzfläche beim Absolventenball

Foto: Stanley Anders

Absolventenfeier 2013 Seit vier Jahren ist sie einer der Höhepunkte im Leben eines Studenten: die Absolventenfeier. Alljährlich werden die zahlreichen Absolventen der Hochschule feierlich verabschiedet und im Rahmen eines abwechslungsreichen Tagesprogramms gebührend gewürdigt.

Verabschiedung der Absolventen

Foto: Jan Fallgatter

Wie im letzten Jahr warteten Campusführungen in Zittau und Görlitz und die Baumtaufe im Studentenpark in Zittau auf begeisterte Besucher. Neu in diesem Jahr waren eine Stadtführung sowie die Besichtigung der Fastentücher in Zittau. Ein besonderes Highlight des Festtagsprogramms waren die Feierliche Exmatrikulation sowie der abendliche Absolventenball in der eindrucksvoll beleuchteten Mensa. Einen kleinen Eindruck von den Feierlichkeiten geben die Fotos sowie die Statements einiger Besucher. Mit 400 Teilnehmern war die Beteiligung in diesem Jahr auf einem Rekordhoch. Damit zeigt sich, dass sich die Absolventenfeier als festes Event der Hochschule etabliert hat. – Melanie Krug –

Der Akademische Chor

Foto: Stanley Anders

Zahlreiche Teilnehmer bei der Feierlichen Exmatrikulation

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Foto: Stanley Anders


Hochschule // Einblick

Die Band Black Coffee

Foto: Stanley Anders

Mit großer Freude konnten wir anlässlich der Absolventenfeier 2013 insgesamt 25 Absolventen der Studiengänge Energie- und Umwelttechnik und Maschinenbau des Absolventenjahrgangs 2008 nach einem erfolgreichen Studienabschluss in das Berufsleben verabschieden. Durch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm und die sehr gute Beteiligung der Absolventen und der Angehörigen wurde dieser Tag zu einem Event für alle Teilnehmer.

Campusführung bei der Wärmepumpe mit Dr. Richter

Foto: Jan Fallgatter

In der Fakultät Maschinenwesen werden wir in Zukunft diese Absolventenfeiern stärker nutzen, um bereits hier enge Verbindungen mit unseren Alumni aufzubauen. – H.-J. Kretzschmar, Dekan Fakultät Maschinenwesen –

Pflanzung einer Stieleiche

„Das beste Essen, was die Mensa je gezaubert hat :> Kühle Party :3“ Thomas Eichler

„War ein echt toller Tag. Ein fettes Lob an alle, die das organisiert haben. “ Lucas Falk

Foto: Stanley Anders

„Die Band ist der HAMMER! =)“ Deisy Hernandez

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Einblick // Hochschule

Foto: Melanie Krug

News – Hochschule Modernisierung Haus Z I Nach langen vorbereitenden Maßnahmen kann nun die Sanierung des Hauses ZI am Standort Zittau beginnen. Seit Februar wurde Baufreiheit geschaffen. Das schon lange leer stehende Wohnhaus auf dem Campus wurde abgerissen und die entstandene Flä-

che für die künftige Baustelleneinrichtung vorbereitet. Gleichzeitig wurden neue Interims-Parkflächen am Haus Z IV an der Theodor-Körner-Allee 8 errichtet. Die Lehre im Sommersemester ist gesichert, und mit Beginn der Prüfungszeit im Sommer

werden fehlende Lehrräume und an­dere Flächen durch den SIB angemietet. Kontakt Dipl.-Ing. Hella Trillenberg h.trillenberg@hszg.de

Silberne Ehrennadel für Petra Schmidt nadel für Prüfer der Industrie- und Handelskammer Dresden verliehen.

Foto: Jens Freudenberg

Petra Schmidt wurde für ihre 20-jährige Prüfertätigkeit ausgezeichnet. Besondere Anerkennung wurde ihr für ihre großen Verdienste im Rahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung ausgesprochen. Ihr wurde in diesem Zusammenhang die silberne Ehren-

Kontakt Petra Schmidt petra.schmidt@hszg.de

Tagung „Elektroenergie aus Biomasse“ Sicht von Forschung, Entwicklung, Planung und Betrieb von Anlagen zur Stromerzeugung aus wasserarmer Biomasse erleben. Hauptaugenmerk der Veranstaltung ist seit jeher der intensive Austausch von Wissenschaft und Praxis.

Foto: Mareike Weidner

Bereits zum dritten Mal veranstaltete die Fakultät Maschinenwesen der Hochschule Zittau/Görlitz am 6. und 7. Mai die Tagung „Elektroenergie aus Biomasse in dezentraler Anwendung“. Mit knapp 100 Teilnehmern war das Interesse am Thema der Veranstaltung groß und bot eine gute Arbeitsatmosphäre sowie spannende Diskussionen. Das vielschichtige Publikum konnte interessante Vorträge aus

Kontakt Prof. Dr.-Ing. habil. Tobias Zschunke t.zschunke@hszg.de

Elektrotechnikolympiade Zum 19. Mal veranstaltete die Hochschule die Internationale Elektrotechnikolympiade der Schulen der Euroregion Neisse. Im Wettstreit um die beste Leistung traten in der Endrunde 39 Schüler aus den Ländern Polen, Tschechien und Deutschland in einer Klausur über 90 Minuten gegeneinander an. In diesem Jahr kam die beste Landesmannschaft aus Tschechien, gefolgt von Deutschland und Polen. Die ersten drei Plätze belegten Mitglieder der tschechischen Mannschaft. 18

Der 1. Platz ging an Lukáš Hliněný aus Liberec, der 2. Platz an Petr Nevyhoštěný aus Liberec und der 3. Platz an Oldřich Kyjovský, aus Varnsdorf. Bester deutscher Teilnehmer war, auf dem 4. Platz, Andy Knoll vom Christian-Weise-Gymnasium Zittau. Kontakt Dipl.-Ing. (FH) Egmont Schreiter e.schreiter@hszg.de

Die Sieger der Olympiade

Foto: Hochschule


Studium und Lehre // Einblick

Auf dem Weg zur Spitze – Zittauer Student wird Zweiter beim E.ON Westfalen Weser Energy Award 2012 Jonas Warmuth, Absolvent der Engergieund Umwelttechnik an der Hochschule Zittau/Görlitz, hat beim E.ON Westfalen Weser Energy Award 2012 den zweiten Platz erreicht. Am 28. November 2012 hatte E.ON Westfalen Weser herausragende Diplomund Projektarbeiten verschiedener Wissenschaftsfelder im Bereich Energieeffizienz/ Erneuerbare Energie mit dem Energy Award ausgezeichnet. Bereits zum 12. Mal wurde der Förderpreis von E.ON Westfalen Weser verliehen. In diesem Jahr wurden drei Nachwuchswissenschaftler und drei Projektgruppen für ihre Leistungen mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 9.000 Euro belohnt. „Die Herausforderungen im Bereich der Energietechnik wachsen ständig und stellen hohe Anforderungen an die jungen Ingenieurinnen und Ingenieure. Mit dem E.ON Westfalen Weser Energy Award wollen wir deshalb herausragende Leistungen würdigen, Karrieren mit anstoßen und viele junge Leute für dieses faszinierende Gebiet begeistern“, so Henning Probst, Vorstandsvorsitzender von E.ON Westfalen Weser, bei der Preisverleihung.

Er betonte, dass alle Hochschulen und Institute, die am Energy Award teilnehmen, eine hohe Praxisnähe böten und eine enge Verbindung mit der Wirtschaft. Durch Praxissemester sowie Studien- und Diplomarbeiten, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen durchgeführt werden, sind Lehre und Wirtschaft eng verzahnt. Beworben hatten sich für den Energy Award junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Paderborn, der Fachhochschule Bielefeld, der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und des Instituts für Solar­energieforschung Hameln (ISFH). Eine namhafte Jury unter Vorsitz von Klaus Meyer, Geschäftsführer von Energie Impuls OWL, hatte die eingereichten Diplomarbeiten bewertet. Den ersten Preis des Energy Awards erhielt die Lemgoerin Bianca Krüger von der Hochschule Ostwestfalen Lippe für ihre Bachelorarbeit im Studiengang Maschinentechnik. Die 24-jährige beschäftigte sich mit der Verbesserung des Wirkungsgrads einer Radialpumpe, die handelsüblich beispielsweise in Spülmaschinen eingebaut wird. Die Jury zeichnete die Bachelorarbeit mit 1.500 Euro Preisgeld aus.

Der zweite Preis des Energy Award ging an Jonas Warmuth, der an der Hochschule Zittau/Görlitz studierte und seine herausra­ gende Diplomarbeit beim ISFH schrieb. Er führte verschiedene Versuche durch, um Erdwärmepumpenanlagen mittels So­ lar­ ther­mie­unterstützung zu verbessern. Dabei kann Solarwärme die Wärmepumpe entweder zeitweise ersetzen oder deren Effizienz steigern. Der 24-jährige Dresdner erhielt für seine Auszeichnung ein Preisgeld von 1.000 Euro. Der dritte Preis des Energy Award, dotiert mit 500 Euro, ging an Ewald Japs aus Paderborn, der in seiner Diplomarbeit an der Universität Paderborn die „Wärmeübertragungsmecha­ nismen an dachintegrierten kristallinen Pho­to­voltaikmodulen“ untersuchte. Bei dachintegrierten PV-Anlagen steigt die Betriebstemperatur derselben, was wiederum zu einem verminderten Wirkungsgrad führt. In seiner Diplomarbeit untersuchte der Wirtschaftsingenieur diverse Maßnahmen, mit denen die Erhöhung der Betriebstemperatur vermieden werden kann. Die drei Projektgruppen fertigten wissenschaftliche Arbeiten an zu den Themen Energieeffizienz im kompakten Wohnraum, Planung eines Solarkraftwerks und Machbarkeitsstudie zur Errichtung eines Wasserkraftwerkes. Deren Preisgelder in Höhe von je 2000 Euro gingen an die betreuenden Hochschulen: die Fachhochschule Bielefeld, die Universität Paderborn und die Hochschule Weserbergland. - E.ON Westfalen Weser -

Der Preisträger Jonas Warmuth

Foto E.ON Westfalen-Weser

Weitere Informationen http://www.eon-westfalenweser.com 19


Einblick // Studium und Lehre

Exkursion Niederlausitz In der letzten Septemberwoche 2012 haben sich 15 Studenten des Studiengangs Ökologie und Umweltschutz gemeinsam mit Professor Schulz auf Exkursion in die Niederlausitz begeben. Ziel war es, sich auf das Modul Landschaftsplanung im siebenten Semester einzustimmen. Die Studenten bekamen die Gelegenheit, Eindrücke der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft, des Spreewaldes und des Muskauer Faltenbogens zu erhalten. Ausgerüstet mit Fahrrad, wetterfester Kleidung, Sonnenschutz und natürlich Flickzeug, startete die Gruppe am Sonntag in Weißwasser und erreichte nach einer 45 km langen Strecke, diversen Fahrradpannen und einer „kleinen“ Verspätung das Bergbaumu­ seum in Knappenrode. Am nächsten Tag wurde das Tagebaugebiet Welzow genauer unter die Lupe genommen – mit dem Gruben-LKW ging es direkt in den Tagebau hinein und anschließend mit einer geführten Radtour um den Tagebau herum. Somit erlangten die Studierenden ebenfalls einen Einblick auf die rekultivierten Flächen sowie auf verlassene Dörfer, die für den Braunkohleabbau weichen mussten.

Der Dienstag startete mit einer geführten und entspannten Fahrradtour und bei wunderbarem Wetter durch den Pückler Park in Bad Muskau. Danach schloss sich eine ausgiebige Tour durch das Gebiet des Muskauer Faltenbogens an, bei der vor allem die geologische Entstehung dieser Landschaft im Vordergrund stand. Weiter ging es am Mittwoch in aller Frühe zum Glasmuseum. Hier wurde das alte Handwerk der Glaskunst mit seinen typischen Werkzeugen und den resultierenden Produkten präsentiert. Anschließend machte sich die Gruppe auf, natürlich mit Rad, um den Findlingspark am Tagebau Nochten zu besuchen. Abgerundet wurde dieser Ausflug mit der Besichtigung einer archäologischen Grabungsstätte aus der späten Bronzezeit.

Spontan wurde beschlossen, die erst am nächsten Tag geplante Führung des Museumsdorfes in Lehde vorzuziehen. Und, da die Stadt Lübben quasi auf dem Weg lag, dort noch kurz Halt zu machen und besonders den Wasserspielplatz auszukosten. Bei einer ganztägigen Kajaktour durch den Spreewald wurden am Freitag zur Abwechslung mal nicht die Beine, sondern die Arme trainiert. Aus dieser Perspektive bot sich ein unvergleichbares Landschaftsbild, kombiniert mit einer Menge Spaß beim Paddeln. Am letzten Tag ging es noch kurz in das nördliche Spreewaldgebiet um Schlepzig. Mit einer interessanten Führung durch das Biosphärenreservat ließ die Gruppe die Exkursion ausklingen und begab sich auf die Heimreise.

Nun war es an der Zeit, die Unterkunft von Weißwasser nach Lübben zu wechseln. Geplant war an diesem Tag eigentlich eine Besichtigung des Tagebaus Cottbus-Nord und einiger von Vattenfall rekultivierter Flächen. Dies fiel jedoch buchstäblich ins Wasser, da es den ganzen Vormittag in Strömen goss.

Die Teilnehmer sind sich einig, dass sich die Exkursion in jedem Fall gelohnt hat. Spätestens nach dieser Woche haben alle wertvolle Eindrücke über die Niederlausitz und ein paar Muskeln dazu gewonnen. - Katrin Lammers, Rico Apenborn -

Besichtigung der archäologischen Grabungen im Vorfeld des Tagebaus Reichwalde

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Foto: Alexander Bode


Studium und Lehre // Einblick

Ein Anfang und kein Ende – Kulturhistorische Theorie für inklusives Handeln „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie“ - das sagten sich wohl auch einige engagierte Studentinnen der Matrikel SHb 08, als sie auf ihren Dozenten, Prof. Dr. Manfred Jödecke, zugingen und ihm Fragen stellten nach seinem Studium an der Staatlichen Moskauer Pädagogischen Universität und seinen Begegnungen mit Alexander Lurija (1902-1977) und Alexeij Leontjew (1903-1979), den ersten Schülern und wissenschaftlichen Mitstreitern des legendären „Mozarts der Psychologie“, sowie mit Lew Semjonowitsch Wygotski (1896-1934), Inspirator einer modernen defektologischen (heilpädagogischen) Wissenschaft und Praxis. Die „einladende Kraft“, die von Wygotskis Werk und Schaffen ausgeht, hatten sie über die Lektüre eines seiner Beiträge „Zur Psychologie und Pädagogik kindlicher Defektivität“ ganz unmittelbar kennen gelernt. Sie stellten nämlich erstaunt fest, dass ein wissenschaftlicher Beitrag aus dem Jahre 1924, der im Jahre 1975 von der vormaligen DDRFachzeitschrift „Die Sonderschule“ zum ersten Mal in deutscher Sprache veröffentlicht wurde, einen „spirit“ in sich trägt, der ganz unmittelbar anschließt an den Diskurs und die gesellschaftliche Debatte um Inklusion, jenes „Zusammenleben ohne Ausschluss“,

welches kürzlich die UN-Behindertenrechtskonvention zu einer globalen Zielperspektive erklärte. Aus den ersten Gesprächen im Frühjahr 2010 formierte sich die Arbeitsgruppe „Kulturhistorische Schule“, zu der auch bald noch drei interessierte Studentinnen aus der SHb 09 dazu stießen. Eine weitere Einsicht: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, führte dazu, dass die Gruppe vom gemeinsamen Rezipieren und Diskutieren kulturhistorischer Schriften dazu überging, die Idee einer Fachtagung zum Thema „Kulturhistorische Theorie und Inklusion“ zu entwickeln und knapp ein Jahr später, im Mai 2011, zum gelungenen Abschluss zu führen. Die Fachtagung „Begriffe – Praxen – Perspektiven, kulturhistorische Ideen für inklusives Handeln“ im Rahmen der 6. Görlitzer Heilpädagogischen Tage versammelte fast siebzig Interessiere und führte zu einem regen Austausch über die Möglichkeiten und praktischen Konsequenzen kulturhistorischer Theorie für inklusive Studien. Das „Ereignis“ Fachtagung lebt nunmehr in zweifacher Form fort; einmal, in der „ideellen“ Erinnerung der Akteure und Teilnehmerinnen und zum anderen in der „materi-

alisierten“ Form einer Veröffentlichung. Der Arbeitskreis verschaffte sich nämlich einen Internetauftritt im open space der Homepage der Fakultät Sozialwissenschaften. Die Arbeit an der virtuellen Präsentation wichtiger Ergebnisse der Fachtagung verlieh dem Arbeitskreis einen weiteren Motivationsschub. Beiträge mussten transkribiert und in Abstimmung mit den Autor/innen inhaltlich überarbeitet werden; ein in die Homepage der Fakultät integriertes Design musste entwickelt, eingestellt und „eingepflegt“ werden. Die Zusammenarbeit mit dem Webdesigner Christian Klinger erwies sich dabei als „Glücksgriff“. Obwohl der Arbeitskreis einer ständigen Fluktuation unterworfen ist, verfügt er doch mittlerweile über eine zureichende innere Stabilität. Mit jedem/r neu Hinzukommenden eröffnen sich auch neue Möglichkeiten und Potenziale und nicht alle, die ihr Studium beendet haben, steigen einfach aus, sondern bleiben mit uns im Kontakt und berichten von der praktischen Relevanz kulturhistorischer Ideen im Berufsfeld. Als nächstes wird uns Melanie Schrimpf (SHb 12) von ihren Erlebnissen mit der internationalen Heilpädagogik am Beispiel Weißrusslands berichten und 2014 stehen die 7. Görlitzer Heilpädagogischen Tage ins Haus. Wir bleiben also dran und laden Interessierte gern zur Mitarbeit ein. - Arbeitskreis Kulturhistorische Theorie/ i.A. Prof. Dr. Manfred Jödecke -

Weitere Informationen http://f-s.hszg.de/fakultaet/open-space/ kulturhistorische-theorie.html Die Mitglieder des Arbeitskreises Kulturhistorische Theorie

Foto: Hochschule

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Einblick // Studium und Lehre

Das Praxisamt: Vernetzung zwischen zwei Lernorten Einrichtungen und Ämter innerhalb einer großen Institution werden zunächst über ihre unmittelbare Inanspruchnahme und die damit verbundenen Leistungen definiert. Oftmals ist jedoch ihr Spektrum an Aufgaben breiter und findet erst mit Einbezug jener nicht auf den ersten Blick ersichtlichen Tätigkeiten eine Vervollständigung ihres Bil­ des.

Praxis einen wichtigen Ansprechpartner im Kontext von Studierendenanleitungen. Als drittes Fragment komplettiert die Zusammenarbeit mit Lehrenden der Hochschule die Adressaten der Praxisämter/-referate, um Empfehlungen für curriculare Gestaltungen der Studieninhalte zu liefern, die wiederum die Praxisphasen qualitativ beeinflussen. Zusammenfassend findet das Praxisamt/ -referat demnach den Kern in einem Bündel von Aufgaben gegenüber unterschiedlichen Anspruchsgruppen, um über Vernetzung der Lernorte Hochschule und professionelle Praxis die Güte der Lehre und akademischen Ausbildung beizubehalten und innovativ zu fördern. Überblickt man die Tätigkeiten des Praxis­ amtes der Fakultät Sozialwissenschaften, so ist diese Instanz weitaus mobiler, als „nur“ Praktikumsverträge zu sichten und Anleiter­ weiterbildungen zu organisieren. Es geht um einen effektiven Diskurs zwischen Theorie und Praxis, der in seinen Resultaten für alle Beteiligten von Nutzen ist. - Ricardo Friedrich -

Foto: Ricardo Friedrich

Das Praxisamt der Fakultät Sozialwissenschaften ist eine solche curricular eingebundene Einrichtung, die, äußerlich betrachtet, ihre Tätigkeit in der Begleitung von Studierenden und Praxisstellen während der Praktikumsphasen findet, jedoch in Verbindung mit dieser Aufgabe noch weitere und weitreichende Aufgaben in sich trägt. Um den Kern des Praxisamtes zu verdeutlichen, vermag eine im Juni 2013 durchgeführte Tagung am Hochschulstandort Görlitz das Bild näher zu beschreiben. Zweimal im Jahr trifft sich die 1993 gegründete Bundesarbeitsgemeinschaft der Praxisämter/-referate an Hochschulen für Soziale Arbeit, um im gemeinsamen Austausch

über Anforderungen und Notwendigkeiten einer gelungenen Hochschulausbildung der Studierenden zu diskutieren. Vom 05.06. bis 07.06.2013 fand diese Tagung erstmals in Görlitz statt und bot den Vertreter/innen der bundesweiten Praxisämter und -referate die Möglichkeit, über gegenwärtige Standpunkte, Erfahrungen und Entwicklungen fachlich und fachpolitisch ins Gespräch zu kommen. Diese Arbeitsgemeinschaft soll eine effektive Ergänzung zu anderen bundesweiten Gremien und Zusammenschlüssen, wie z. B. dem Fachbereichstag Soziale Arbeit oder den Berufsverbänden, darstellen. Der fachliche Austausch wird von den Kernaufgaben der Praxisreferate/-ämter geprägt. Praxisreferate/-ämter bilden jene Schnittstelle, die sich am Verknüpfungspunkt der beiden Lernorte Hochschule und Berufspraxis befindet. Zum einen finden Studierende eine Anlaufstelle, die aufgrund von rechtlichen und organisatorischen Festlegungen – im Beispiel der Fakultät Sozialwissenschaften – die Voraussetzungen zur staatlichen An­ erkennung überwacht und gewährleistet, zum anderen besitzt jedoch auch die

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Studium und Lehre // Einblick

Das Kunstfest des Studiengangs Kultur und Management – Die Auslösung eines Skandals Bachelorstudenten des Studiengangs Kultur und Management an der Hochschule Zittau/ Görlitz nehmen in den ersten vier Semestern an dem Pflichtmodul Künstlerischer Workshop teil. Dabei setzen sich die Studenten unter Anleitung mit künstlerischen Prozessen auseinander und sind selbst künstlerisch tätig. Zu Beginn des Wintersemesters 2012 wurden verschiedene Workshops vorgestellt, die sich alle kreativ auseinandersetzen sollten mit dem Thema “Shanzai“, einer Philosophie, die sich mit Kopie und Dekonstruktion beschäftigt. Abschluss des Workshops war das am 12. Januar 2013 im Haus Klingewalde stattgefundene Kunstfest, bei dem alle Studenten des Bachelorstudienganges „Kultur und Management“ ihre Ergebnisse in unterschiedlichen 15- bis 30-minütigen Präsentationen vorgestellt haben. Es ging um die Erarbeitung von Werken nach der Philosophie Shanzai. Mit visueller Kunst, Musik, Theater und Inszenierungskunst wurde sich dem Thema auf verschiedenste Arten genähert. Heraus kam eine interessante Zusammenstellung von Werken, die im gesamten Haus Klingewalde verteilt waren.

Die Master-Studenten bearbeiteten zusammen mit ihrer Dozentin Annette Bokpe das Thema auf eine etwas andere Art und Weise: Im Rahmen des Moduls Inszenierungspraxis wurde ein junger, aufstrebender Künstler erschaffen, welcher exklusiv mit seinem berühmten Kunstwerk nach Görlitz angereist kommen sollte. Dazu wurde der Nachwuchsschauspieler Jan Arne Looss aus Berlin engagiert, der die Rolle des Künstlers übernahm. Weiterhin wurde eine eigene Webseite für den angeblichen Künstler Camino Breigne erstellt sowie verschiedensprachige Presseartikel von den internationalen Masterstudenten geschrieben, die in angeblichen Kunstmagazinen ihrer Heimatländer erschienen sein sollten. Auch wurde eine Pressemitteilung für die regionale Presse verfasst, die es sogar in die Sächsische Zeitung schaffte und neugierige Besucher auf das Kunstfest lockte. Während der Workshop-Präsentationen wurden der Künstler und die Besucher des Kunstfestes von einem eingeladenen Kamerateam (Golo – Videoproduktionen aus Zittau) interviewt, das vorgab, einen Bericht für den Fernsehsender Arte zu machen. „Er male vor allem für sich selbst und gebe seine Kunst dann der Welt“, erzählte Künstler Breigne.

Fernsehinterview mit dem Künstler Camino Breigne (Schauspieler Jan Arne Looss)

Die Enthüllung des berühmten Werkes des Künstlers, bei dem es sich um ein weißes Blatt Papier handelte, und die anschließende Präsentation der Masterstudenten regten viele der Kunstfestbesucher zum Nachdenken an. Ergebnis ist ein Staunen darüber, wie leicht es ist, unsere Welt zu inszenieren und wie schnell auch in akademischen Kreisen Manipulationen als Wahrheiten aufgenommen werden können. Das Ergebnis der Inszenierung war ein Film, der auf YouTube und sogar im Regionalfernsehen SachsenTV und OberlausitzTV online ging, sowie ein etwas kritischer Artikel auf dem V.I.P.-Blog der Leipziger Volkszeitung von Kerstin Decker. Die Masterstudenten waren stolz auf ihren Erfolg und bedanken sich für die vor allem positiven Emotionen, die ihre Präsentation bei den Besuchern, Mitstudenten und Dozenten auslöste. - Angela Olejko, Elisa Liehmann, Bert Mühlbauer / Master-Studenten Kultur und Management -

Interessierte Besucher vor dem Kunstwerk „shiro“ (japanisch für weiß) Foto: privat

Foto: privat

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Einblick // Studium und Lehre

Die Praktikantin Miriam Herbst Mein Name ist Miriam Herbst, ich bin 24 Jahre alt und studiere seit 2010 an der Hochschule Zittau/Görlitz im Bachelorstudiengang Kultur und Management. Zum damaligen Zeitpunkt stand auch der Studiengang Tourismus in der engeren Auswahl, da ich bereits eine abgeschlossene Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert habe. Doch letztendlich entschied ich mich genau richtig, denn ich interessiere mich auf der einen Seite sehr für Kunst und Kultur und auf der anderen Seite faszinieren mich die dazugehörigen wirtschaftlichen Hintergründe.

Doch bevor ich berufliche Pläne schmiede, möchte ich mein bevorstehendes Praxissemester erfolgreich abschließen. Die vorerst letzte Etappe meines Studiums besteht aus einem dreimonatigen Praktikum und der anschließenden Anfertigung meiner Bachelorarbeit. Ich habe mich bei der Wahl des Praxispartners bewusst für das Kulturreferat in der Stadtverwaltung Zittau entschieden. Da ich hier u. a. Einblicke in die Vielfältigkeit der Kulturangebote der Stadt Zittau erhalte und die Möglichkeit besteht, gute Kontakte zu verschiedenen Kultureinrichtungen zu knüpfen. Ein gut ausgebautes soziales Netzwerk ist das A und O in der heutigen Gesellschaft und natürlich auch in der Veranstaltungsbranche! Im Auftrag der Kulturreferentin der Stadt überarbeite ich die kulturellen Leitlinien Zittaus, welche schon vor zwei Jahren erstellt wurden. In diesem Arbeitsprozess werden vor allem der Kulturbestand auf seine Ak-

Foto: privat

Die ersten zwei Jahre beinhalten reine Theorie, wobei diese mit vielen Exkursionen, Studienreisen und künstlerischen Workshops aufgelockert werden. Das nachfolgende Jahr ist mit einem Auslands- und einem Praxissemester sehr praktisch angelegt, und es bietet die Möglich­keit, das erlernte Wissen in die Praxis umzusetzen. Ich habe mein Auslandssemester in Liberec absolviert, da meiner Meinung nach die Grenznähe ein unschlagbares Potenzial der Region darstellt. Nicht nur, weil man in unserem Nachbarland günstig tanken, gut einkaufen und lecker essen gehen kann.

Nein, es bietet auch berufliche Chancen für die Zukunft: durch die gut ausgebaute Infrastruktur und den immer größer werdenden Wert des zusammenwachsenden Europas.

Arbeitsgruppe im Bereich der Kulturellen und Sportlichen Zusammenarbeit des „kleinen Dreiecks“ im Multifunktionszentrum in Hradek nad Nisou

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tualität und der Entwicklungsprozess der einzelnen Sparten geprüft und reflektiert. Zum Abschluss ist dann eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zu organisieren, bei der verschiedene Kulturschaffende und Interessenten eingeladen werden und sich in einem Workshop zum Thema „Kulturelle Bildung“ zur Entwicklung der Kulturlandschaft austauschen können. Zudem war ich an der Mitgestaltung und Durchführung des XV. Spectaculums Citaviae beteiligt, einem mittelalterlichen Stadtfest, welches am 08.05.2013 stattfand. Diese Aufgabe bereitete mir besonders viel Freude, da es für mich eine ganz neue Erfahrung und vor allem eine sehr kreative Bereicherung darstellte. Ein weiteres Highlight sind die verschiede­nen Zusammenkünfte der Stadtverwaltung und der Kulturschaffenden, wie z. B. die Sitzungen des Stadtrats oder des Sozial­ausschusses, des Kulturstammtisches, die Meetings in den verschiedenen Arbeitsgremien zu diversen Themen, wie bspw. dem Stadtmarketing, dem Stadtfest oder zu den Städtepartnerschaften Zittaus. Besonders zu betonen ist in diesem Zusammenhang die Städtepartnerschaft mit Liberec, die dieses Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum begeht. Hier gibt es verschiedene Angebote mit Vergünstigungen für Bürger beider Städte, um den gegenseitigen Kulturaustausch voranzubringen. Zusätzlich bin ich vor kurzem zur Zittauer Blumenkönigin gewählt worden. Ich hatte mich beworben, da ich sehr heimatverbunden bin und denke, die Stadt sehr gut präsentieren zu können. Außerdem wird in diesem Jahr im Rahmen des 19. Zittauer Stadtfestes im Juli ein Hoheitentreffen ausgerichtet, anlässlich der 775 Jahre der urkundlichen Ersterwähnung Zittaus. Und ich hoffe, auch hier meine Kenntnisse und Fertigkeiten mit einbringen zu können. Nach meinem Bachelorstudium möchte ich hier in der Region auch beruflich Fuß fassen. Deswegen strebe ich ein Masterstudium im internationalen Management am IHI an, um meine Chancen auf dem Berufsmarkt zu erhöhen.


Studium und Lehre // Einblick

News – Studium und Lehre Neue Studiengänge Zum neuen Wintersemester starten zwei neue Bachelorstudiengänge. Nachdem der Studiengang Wirtschaft und Sprachen mit der Orientierung auf Polnisch erfolgreich im vergangenen Jahr starten konnte, soll in diesem Jahr das Konzept auf Tschechisch übertragen werden. Auch hier

bestehen sprachliche Kompetenzen und enge Kontakte zur Wirtschaft der Tschechischen Republik, so dass wir auf eine ähnlich erfolgreiche Immatrikulation setzen. Weiterhin wurde das Konzept Wirtschaft (Management) auf die Informatik übertragen, so dass man ab dem Oktober auch

Wirtschaft und Informatik als Querschnitts­ studiengang am Standort Görlitz studieren kann.

Kontakt Prof. Dr. oec. Dr. h. c. Roland Giese r.giese@hszg.de

HSZG für hervorragende Lehre ausgezeichnet Für ihre hervorragende MINT-Lehre wurde die Hochschule Zittau/Görlitz von MeinProf. de ausgezeichnet und ist damit eine von zehn deutschen Hochschulen, die den Titel „MINT-10“ tragen darf. Seit 2007 veröffentlicht MeinProf.de jährlich ein Ranking, das sich allein auf die Qualität der Lehre bezieht. Seit diesem Jahr erstellen sie zusätzlich einmal im Jahr die MINT-10. Denn gerade in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik/ Ingenieurwissenschaften ist eine gute Lehre von herausragender Bedeutung.

„Wir freuen uns sehr, dass die Leistungen unserer Lehrenden in den MINT-Studiengängen diese Würdigung erfahren“, so Rektor Prof. Friedrich Albrecht. „Zudem sind wir die einzige sächsische Hochschule, die es in diesem Jahr geschafft hat, unter die zehn besten Universitäten und Hochschulen Deutschlands zu kommen.“ Die Profile der MINT-10-Hochschulen werden auf MeinProf.de mit dem MINT10-Signet geadelt. Die Auswertung der MINT10 erfolgte auf Basis von 191.218 abgegebenen Bewertungen in MINT-Studiengängen auf

MeinProf.de. 45 Prozent aller Bewertungen auf MeinProf.de werden in einem MINT-Studiengang abgegeben.

Kontakt Dipl.-Ing. Hella Trillenberg h.trillenberg@hszg.de

Spitzenplätze beim CHE-Ranking Im Wintersemester 2012/13 beteiligte sich die Hochschule am CHE-Ranking (Centrum für Hochschulentwicklung) für den Studienführer 2013/14. Dabei wurden die Bereiche Ingenieur- und Sprachwissenschaften, Erziehungswissenschaft sowie Psychologie bewertet. In den Ingenieurwissenschaften beteiligten sich die Fakultäten Maschinenwesen sowie Elektrotechnik und Informatik mit den Studiengängen Maschinenbau und Elektrotechnik. In den Kategorien „Absolventen und Regelstudienzeit“ und „Forschungsgelder“ erreichten beide Studiengänge Spitzenplätze.

Die Bewertung erfolgte durch eine Umfrage bei Studierenden, Hochschulmitarbeitern und Absolventen. Die Einhaltung der Regelstudienzeit ergibt sich auf der Basis der statistischen Kennwerte über die Studiendauer. Der überwiegende Anteil der Studierenden beider Studiengänge kann sein Studium in der Regelstudienzeit beenden. Das Forschungspotential der Studiengänge wird in erster Linie auf der Grundlage der eingeworbenen Drittmittel bewertet, die thematisch diesen zugordnet werden.

Bei der Absolventenbewertung wurden ehemalige und nun im Beruf stehende Studierende angeschrieben, ihr Studium aus der Sicht Ihrer Berufstätigkeit nachträglich zu bewerten.

Kontakt Prof. Dr.-Ing. Stephan Kühne st.kuehne@hszg.de

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Einblick // Forschung und Transfer

Forschen im Auftrag der Industrie Das Invention Center Dresden der GWT-TUD GmbH erforscht und entwickelt Verpackungen. Seit zehn Jahren ist das Dresdner Unternehmen erfolgreich auf dem Markt etabliert. An Verpackungen für flüssige Güter werden besondere Ansprüche gestellt. Das Invention Center Dresden der GWT-TUD GmbH bietet für Milch, Saft und Co. kosten-, produktions-, und verbraucherorientierte Verpackungslösungen. Weitere Informationen: http://www.gwtonline.de/icd/ „Wie das Bier aus der Flasche kommt, weiß jeder. Wie es hineinkommt, wissen nur wenige“, umschreibt Prof. Dr.-Ing. habil. Fritz Jochen Schmidt scherzhaft eines seiner Forschungsgebiete. F.J. Schmidt ist Professor für Maschinenbauinformatik an der Hochschule Zittau/Görlitz und Direktor des Invention Centers der GWT-TUD Dresden. Gemeinsam mit seinem Team vom Invention Center Dresden erforscht und entwickelt der Experte für Verarbeitungs- und Verfahrenstechnik Verpackungen für die Lebensmittelindustrie. Und damit ist das Team um F.J. Schmidt inzwischen seit zehn Jahren erfolgreich. Die Anforderungen sind umfangreich, die beispielsweise an Karton-Verpackungen für flüssige Füllgüter wie Milch oder Saft gestellt werden. Beim fertigen Produkt kommt es schließlich auf Haptik und Griffigkeit der Formen an. Oder darauf, dass beim Ausgießen kein Blubbern oder Nebenstrahl entsteht. Doch erst einmal geht es um den Prozess der Herstellung. Wie sind die Bewegungsabläufe? Wie muss die Materialbahn gefaltet werden, damit Material eingespart wird und die physikalischen Einwirkungen darauf möglichst gering sind? Welche Materialverbünde sind geeignet für die Dehnungen und Spannungen, denen das Produkt später ausgesetzt ist? Prof. Schmidt: „Wir berechnen vorab den Prozess der Herstellung, die sogenannten inneren Systemzustände. Dabei sind die Bewegungsabläufe einzeln und im Zusammenspiel wichtig. Eine Aufgabe ist bei26

spielsweise, die optimale Lösung für den Transport der Getränkebehälter zwischen Abfüllung und Verschließen zu finden und technisch umzusetzen. Schließlich soll der Inhalt beim Transport nicht herausschwappen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Flüssigkeits-Oberfläche möglichst ruhig zu halten. Wir ermitteln die, die den geringsten Aufwand erfordert.“ Visionen sind für Prof. Schmidt gute Ratgeber. „Wir denken gern ein Stück weiter und auch mal quer.“ Den Erfolg seiner Arbeit sieht der Ingenieur vor allem in prozessnahen Prinziplösungen begründet. F.J. Schmidt: „Prozesse müssen von innen heraus gestaltet werden. Die übliche Arbeitsweise in der Konstruktionstechnik ist strukturorientiert. Wesentlich erfolgreicher ist man aber, wenn man prozessorientiert und invers arbeitet“, so seine Überzeugung. „Zuerst schaut man, welche Wirkung erzielt werden soll und überlegt im zweiten Schritt, welche Ursache diese Wirkung am günstigsten gestaltet.“ Vor zehn Jahren gründete Prof. Schmidt - neben seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule Zittau/Görlitz - das Invention Center Dresden als Kompetenzzentrum der GWT-TUD GmbH. Vier feste Mitarbeiter zählen heute zu seinem Team sowie regelmäßig Praxissemester-Studierende der Verarbeitungs-, Verfahrens- und Konstruktionstechnik. Auch die Arbeitsbedingungen tragen zum Erfolg des Invention Centers Dresden bei. So sind für Fritz Jochen Schmidt und sein Team flexible Arbeitszeiten gelebte Selbstverständlichkeit: „Kreativität und Erfinderreichtum kann man nicht in ein zeitliches Korsett schnüren.“ Prof. Schmidt geht es nicht nur um die Zufriedenheit seiner Kunden, sondern auch um die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter. Auch den klassischen Chefsessel findet man nicht bei den kreativen Ingenieuren des Invention Centers Dresden. „Ich setze mich da hin, wo gerade Platz ist“, sagt F.J. Schmidt. Einen Tag in der Woche ist Schmidt im Dresdner Unternehmen. Dafür hat der Ingenieur seine Stelle als Professor der Hochschule Zittau/Görlitz um 20 Prozent reduziert. So

Prof. Dr. Fritz-Jochen Schmidt, Fakultät M

kann er sich an vier Tagen der Woche seiner Aufgabe als Hochschullehrer widmen und betreibt seine Forschungsprojekte im Nebenamt am Invention Center Dresden. Für die Unterstützung dieses Arbeitszeitmodells ist Prof. Schmidt dem Rektor sowie dem gesamten Rektorat der Hochschule Zittau/Görlitz dankbar. „Dieses Modell könnte eigentlich Schule machen an der Hochschule“, so sein Fazit. Von der unternehmerischen Tätigkeit im Invention Center profitieren nämlich auch die Studierenden: Neben deren Einbindung in die Forschungsarbeit ist das Invention Center finanziell in der Lage, zum Beispiel ein Deutschlandstipendium an die Hochschule Zittau/Görlitz zu vergeben. Außerdem unterhält Prof. Schmidt mit verschiedenen Bereichen und Instituten der Fakultät Maschinenwesen sowie auf dem Gebiet der Ingenieurdidaktik auch mit der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden intensive Forschungskooperationen. Im Invention Center Dresden der GWT-TUD GmbH fühlt sich der Professor wohl. Schon lange vor dessen Gründung arbeitete F.J. Schmidt mit der Gesellschaft für Wissensund Technologietransfer der TU Dresden, einer Tochter der TUDAG, zusammen. Prof. Schmidt: „Sie nehmen mir alle administrativen und kaufmännischen Dinge ab.“ Denn die GWT ist ein sächsisches Dienstleistungsunternehmen für Wissens- und Technologietransfer, das als Serviceplattform für Wissenschaftler und als Lösungspartner für die Industrie tätig ist. Auch für die GWT ist es eine fruchtbare Zusammenarbeit. „Mit seiner Arbeit zeigt Professor Schmidt, dass die Wissenschaft einen wertvollen Nutzen für die Wirtschaft erschafft“, so Thomas Holstein, Leiter des Industriebereichs der GWT. - Susanne Witzigmann M.A. Invention Center Dresden der GWT-TUD GmbH -

Weitere Informationen www.gwtonline.de


Forschung und Transfer // Einblick

Computational Sustainability: Görlitzer Informatiker entwickeln IT-Lösungen für nachhaltige Prozesse in Wirtschaft und Gesellschaft In der Görlitzer Nachwuchsforschergruppe SustainableITServices untersuchen Forsche­ rinnen und Forscher der Fakultät Elek­tro­ technik und Informatik die Möglichkeiten der modernen IT, um einen Beitrag zu den aktuellen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft zu leisten – insbesondere durch die Entwicklung intelligenter Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen. Computational Sustainability ist eine neue, interdisziplinäre Forschungsrichtung mit dem Ziel, Methoden der Informatik, Informationswissenschaften, Operations Re­ search, Angewandten Mathematik und Sta­ tistik zu verbinden, um ökologische, ökonomische und soziale Erfordernisse für eine nachhaltige Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft zu adressieren und aufeinander abzustimmen. „Die Rolle der Informatik und Informationstechnik – kurz IT – war nie größer als heute”, erläutert Prof. Dr. Jörg Lässig, Leiter der Forschungsgruppe. „IT ist eine Schlüsseltechnologie, die in vielen Bereichen rasante Entwicklungen ermöglicht. Dabei denke ich etwa an Effizienzsteigerungen durch vernetzte Informationssysteme in Produktion und Logistik oder die Anwendung von Modellierung und Simulation in den Ingenieur- und Naturwissenschaften bis hin zum Design neuer Materialien. Auch die Notwendigkeit moderner Algorithmen in aufstrebenden Disziplinen mit ganz neuen Möglichkeiten, wie z. B. der Nano- oder der Biotechnologie, ist hier zu nennen. Darüber

hinaus ist IT ein bestimmender Faktor unserer Alltagswelt. Egal, ob unsere Gesellschaft eine Kostensenkung bei der medizinischen Versorgung anstrebt, ob wir die Treibhausgasemission reduzieren, unsere Stromnetze für die Herausforderungen der Energiewende vorbereiten oder die Erfordernisse der zunehmenden Alterung unserer Gesellschaft durch neue Wohn- und Arbeitswelten meistern wollen – IT spielt eine zentrale Rolle und dieser Trend wird sich in Zukunft noch verstärken.“ Die Görlitzer Nachwuchsforschergruppe SustainableITServices stellt sich den gegenwärtigen Anforderungen im Kontext IT und Nachhaltigkeit, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Rahmen eines Förderprojekts des Europäischen Sozialfonds und des Freistaates Sachsen. Dabei arbeiten junge Wissenschaftler, die gerade ihr Studium abgeschlossen haben, gemeinsam mit Studierenden der Informatikstudiengänge in Görlitz Hand in Hand, um innovative Cloud-Computing-Lösungen in den Bereichen kombinatorische Optimierung und Datenanalyse bzw. Business Intelligence für KMU zu entwickeln. „Mich hat insbesondere die Ausrichtung der Arbeit auf die großen gegenwärtigen Herausforderungen und aktuelle gesellschaftliche Transformationsprozesse angesprochen, so dass ich mich für eine Promotion in der Gruppe entschieden habe“, berichtet etwa Markus Ullrich, Absolvent der HSZG. „Wir haben hier in Görlitz beste Voraussetzungen, was die InformatikAusbildung betrifft, etwa aufgrund der indi-

vorn v.l.: Nico Dittman, Kai Brennert, Markus Ullrich – hinten v.l.: Abhishek Awasthi, Waheed Ghumman, Jens Heider, Jörg Lässig, Daniel Tasche, Babak Bastan, Robert Kloß

Foto: Jens Freudenberg

viduellen Betreuung durch die Professoren. Auf Konferenzen habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich mit meinem erworbenen Wissen auch international bestehen und mit meiner Forschung etwas bewegen kann.“ Neben Markus Ullrich arbeiten gegenwärtig noch die Nachwuchswissenschaftler Waheed Aslam Ghumman aus Pakistan, Abhishek Awasthi aus Indien und Nico Dittmann sowie eine Reihe von Studierenden an den genannten Enterprise-IT Lösungen. In weiteren Projekten forschen die Nachwuchsforscher um Prof. Lässig an Fragestellungen, die dem Bereich Energieinformatik zuzuordnen sind. Dabei wird von der modernen IT erwartet, dass sie den Übergang hin zu einer energetisch nachhaltigen Ökonomie durch zwei wichtige Entwicklungen unterstützt: 1. Die Erhöhung der Energieeffizienz von Prozessen über die Möglichkeiten reiner Ingenieurslösungen hinaus. 2. Die effiziente Integration der erneuerbaren Energiequellen in das Stromnetz, indem Energiesysteme „smarter“ gestaltet werden. Die Gruppe bietet bereits Studierenden in den ersten Semestern die Möglichkeit, als wissenschaftliche Hilfskräfte Forschungserfahrungen in den Bereichen Anwendungsentwicklung und Informationssysteme für Unternehmen, nachhaltige IT-Lösungen und Energieinformatik zu sammeln. Auch auf der Ebene der Methoden und Algorithmen wird geforscht, denn die IT selbst muss ebenfalls effizienter und nachhaltiger gestaltet werden – etwa bezüglich der Weiterentwickelbarkeit, Skalierbarkeit und Adaptivität von IT-Systemen. Hohe Praxisnähe und ein angenehmes Arbeitsklima sind dabei garantiert. - Melanie Krug -

Kontakt Prof. Dr.-Ing. Jörg Lässig j.laessig@hszg.de http://www.Enterprise-ApplicationDevelopment.org/

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Einblick // Forschung und Transfer

Forschung an der HSZG im Jahr 2012 „Voller Energie“ – so gestaltete sich die Forschungsarbeit an der Hochschule Zittau/ Görlitz im Jahr 2012. Die Profilierung in den drei Schwerpunkten „Energie und Umwelt“, „Transformation und Region“ und „Werkstoffe-Struktur-Oberfläche“ trug dazu bei, Fachkompetenz weiterzuentwickeln, Bündnisse in den Fachgebieten zu schließen und gleichzeitig den Blick über den Tellerrand zu wagen. Transdisziplinäre Projektgruppen entstanden, in denen unterschiedlichste Kompetenzen zusammengefügt wurden. Am 15. Februar 2012 startete das Projekt „Zittauer Kraftwerkslabor“. Es ist das größte zusammenhängende Projekt der HSZG mit knapp 6 Mio. Euro Fördermitteln über drei Jahre, das in Partnerschaft mit der Zittauer Stadtwerke GmbH realisiert wird. Dort werden in den nächsten drei Jahren die Versuchsanlagen aufgebaut. 179 Forschungsmitarbeiter beschäftigten sich insbesondere mit brisanten anwendungsorientierten Aufgaben der Neugestaltung der Energietechnik und -versorgung und der gesellschaftlichen Transformationsprozesse. Die folgende Darstellung bietet nur einen groben Überblick über die vielfältigen Forschungsaufgaben, die im Jahr 2012 bearbeitet wurden. In den technischen Fachgebieten standen Themen der Energieumwandlungsprozesse im Vordergrund, wie zum Beispiel die Entwicklung von Verbrennungsöfen zur schadstofffreien Verbrennung unkonventioneller Biomasse, Holzsubstitution durch alternative energetische Biomasse-Rohstoffe beim Herstellen von Holzpellets, Untersuchungen zur Errichtung von Fotovoltaikanlagen auf Deponien, Optimierung konventioneller Kraft­ werks­prozesse. Werkstoff- und verfahrenstechnische Aufgabenbereiche waren unter anderem die Erzeugung von metallischen Schichten auf Kunststoffen, 28

Foto: Jan Gutzeit

Untersuchungen der thermodynamischen Eigenschaften von Arbeitsfluiden, Bewertung von Isolierwerkstoffen für Hochspannungsanwendungen und das thermosensitive Sortieren von Kunststoffen. Auf umwelt- und naturwissenschaftlichem Gebiet wurden Untersuchungen durchgeführt zu den Auswirkungen des Klimawandels und des Wetters auf Umwelt und Erdbauwerke, der genetischen Vielfalt einer ausgewählten einheimischen Pflanzenart, der Verwendung von Naturstoffen für Kosmetik und Gesundheit. Gesellschaftliche Umbrüche erfordern innovative Lösungsansätze. So wurden im gesellschafts- und sozialwissenschaftlichen Bereich generationsübergreifende Wohnformen konzipiert und Untersuchungen zu einer alternsgerechten Arbeitswelt durchgeführt, potentielle Technologien zur Unterstützung bei Pflegeleistungen durchleuchtet, Akzeptanzproblematiken in der „Energiewende“ betrachtet, speziell beim Einsatz von LED-Beleuchtungen, aber auch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an Volkshochschulen untersucht. Wirtschafts- und informationstechnische Themen waren unter anderem die Entwicklung mathematischer Modelle der Zahlungsunfähigkeit in Finanzmärkten, die Ermittlung der Gebrauchstauglichkeit von Entscheidungsunterstützungssystemen in der Logistik und die Optimierung der Lernplattform OPAL für eine mobile Nutzung (Smartphones, Netbooks und Tablets). Internationale Zusammenarbeit wurde in verschiedenen Projekten innerhalb der Euroregion Neiße realisiert. Aber auch die Kooperation mit lateinamerikanischen Ländern konnte durch die „Erforschung traditi-

oneller Gesundheitskonzepte am Rio Negro“ ausgebaut werden. Von den insgesamt 6,9 Mio. Euro an der Hochschule eingeworbenen Drittmitteln entfielen 1,5 Mio. Euro auf die forschungsstärkste Einrichtung der Hochschule - das Institut für Prozeßtechnik, Prozeßautomatisierung und Meßtechnik (IPM). Zu den Forschungsarbeiten des Institutes zählen u.a. die Sicherheitsbewertung von Kernkraftwerken, die Untersuchung des Prozessverhaltens von konventionellen Dampferzeugern und Kohlenstaub-Feuerungssystemen, das Systemverhalten von Kraftwerksblöcken, die Bewertung des feue­rungstechnischen Einsatzverhaltens von Kohlen, Bio-Brennstoffen und Abprodukten, die Mustererkennung sowie die Entwicklung von Magnetlagern für rotie­ rende Maschinen. Der Freistaat Sachsen fördert seine Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) mit Forschungsmitteln, die insbesondere auf die Anbahnung von Forschungsprojekten, also das Einwerben von Drittmitteln aus Wirtschaft, Bund, Stiftungen oder EU, zielen. Mehr dazu unter http://www. haw-sachsen.de/. Dafür standen uns im Jahr 2012 840.000 € zur Verfügung, die z.B. für Kooperationsanbahnungen in der Blechverklebung, Un­ter­ suchungen zu herausfordernden Kin­ derhand­lungsweisen, dem Dolmetscherverhal­ ten in der Region während des 2. Weltkrieges, zu Passivhauskriterien für Nichtwohngebäude, zu katalysierten Reaktionen im Mikrowellenreaktor, der Entwicklung neuer Biogasfermenter und einer neuen Befragungssoftware sowie der Weiterentwicklung eines Simulationssystems des IPM genutzt wurden. In diesem Zusammenhang begann auch ein gemeinsames Projekt mit den anderen sächsischen HAW zur Bestandsaufnahme und Verbesserung der Qualitätssicherung in der Forschung, das von unserer Hochschule geleitet wird. - Lutz Haberland -


Forschung und Transfer // Einblick

Wirtschaft traf Wissenschaft – Die Fakultät Elektrotechnik und Informatik stellte sich vor Bereits zum vierten Mal hatten am 12. Januar der Allgemeine Unternehmerverband Zittau und Umgebung e.V. (AUV), die Industrie- und Handelskammer Dresden, Geschäftsstelle Zittau, und die Hochschule Zittau/Görlitz zur Abendveranstaltung „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ in die Hochschule eingeladen. Ca. 90 Vertreter aus Wirtschaftsunternehmen der Region nahmen die Einladung an. Ein Zuspruch, der die Organisatoren der Veranstaltung ungemein freute. In diesem Jahr war die Fakultät Elektrotechnik und Informatik Gastgeber. Professor Tobias Zschunke, Prorektor Forschung, eröffnete die Veranstaltung und stellte aktuelle Entwicklungen und Höhepunkte im wissenschaftlichen Leben der Hochschule des vergangenen Jahres vor. Besonders verwies er dabei auf Ergebnisse der Forschung, in die auch regionale Unternehmen eingebunden sind und ermutigte die Gäste, sich nicht zu scheuen und auch künftig den Kontakt zur Hochschule zu suchen, die Möglichkeiten der angewandten Forschung zu nutzen. Hier gelte es, Hemmschwellen abzubauen und gemeinsame Innovationen zu entwickeln. Anschließend übergab er das Wort an das Vorstandsmitglied des AUV, Andreas Jauernig, und die Geschäftsstellenleiterin der IHK in Zittau, Gudrun Laufer, die mit herzlichen Worten die Gäste begrüßten. In ihren Ausführungen machten beide deutlich, welches Potenzial in einer Zusammenarbeit mit der Hochschule steckt.

Karl-Heinz Reiche, verantwortlich für das Hochschulprojekt „FAUST“, setzte die Gäste zu diesem Projekt, aber auch über die laufenden Projekte Gründerakademie und Karriereservice, ins Bild. Er verwies auf die in diesem Rahmen stattfindenden Jobbörsen in Zittau und Görlitz und ermunterte die Unternehmen, diese Möglichkeit zu nutzen, sich zu präsentieren und unseren Studierenden Angebote für Praktika, Abschlussarbeiten oder für deren Berufseinstieg zu unterbreiten. Praktika und Bearbeitung von Themen im Rahmen von Abschlussarbeiten in Unternehmen sind eine gute Basis für die Zusammenarbeit von Hochschule und Unternehmen und zugleich Formen des Wissens- und Technologietransfers. Wichtig sei es, den jungen Leuten hier in der Region Perspektiven zu geben. Dekan Professor Klaus-Dieter Haim stellte sehr anschaulich die Fakultät Elektrotechnik und Informatik in Lehre und Forschung vor. Von großem Interesse für die Anwesenden war das Kooperative Studium mit Integrierter Ausbildung in den Studiengängen Elektrotechnik und Mechatronik, das den Unternehmen die Möglichkeit bietet, frühzeitig wissenschaftlichen Nachwuchs an sich zu binden. Die Fakultät zählt zu den forschungsaktivsten der Hochschule und hat in einigen Bereichen internationales Renommee erreicht. Als ein besonders langandauerndes und erfolgreiches Forschungsprojekt der Fakultät ist die Entwicklung von Mittelspannungskabelgarnituren für die Fir­ma Cellpack / Zittauer Kunststoff

Foto: Hella Trillenberg

Foto: Hella Trillenberg

Ein Blick auf die Teilnehmer

Professor Haim bei seiner Präsentation

GmbH zu nennen. Professor Jürgen Pilling, ehemaliger Entwicklungsleiter dieser Firma, berichtete über seine Zusammenarbeit mit der Hochschule von der Problemstellung, über den Lösungsansatz und das Ergebnis, nicht zu vergessen die Qualität der Zusammenarbeit. So wurden zum Beispiel, beginnend mit dem Jahr 1992, zwei völlig neue Produktfamilien entwickelt und in den Markt eingeführt. Diese sind heute Standardprodukte und werden europaweit und darüber hinaus mit einem zweistelligen Millionenumsatz pro Jahr verkauft. Zurzeit werden dazu begleitende Grundlagen- und Materialforschungen betrieben, um die Produkteigenschaften weiter zu verbessern. An diese Ausführungen schloss sich die Besichtigung und Präsentation der Hochspannungshalle an. Professor Roland Bärsch, verantwortlich für das Labor Hochspannungstechnik, befasst sich schwerpunktmäßig in der Forschung mit dem elektrischen Verhalten von Grenzflächen polymerer Hoch­spannungsisolierungen sowie den di­elektrischen und elektrischen Eigenschaften von polymeren Isolierstoffen und Funktionswerkstoffen. Sehr anschaulich erläuterte und präsentierte er seine Forschungsschwerpunkte. Mit den Versuchen zum Einfluss des Benetzungsverhaltens eines Isolators auf das Überschlagverhalten (Oberflächenentladungen und Überschlagspannung) und der Demonstration der sog. Gleitfunken-Entladungen an einem Durchführungsmodell beeindruckte er die Gäste nachhaltig. Beim anschließenden Erfahrungsaustausch im improvisierten Theatersaal waren sich alle einig: Das Netzwerk zwischen regionaler Wirtschaft und Hochschullandschaft im Dreiländereck muss permanent entwickelt werden, denn es beinhaltet enorme Chancen für die Zukunft. Sie stimmten darüber überein, dass diese Veranstaltung unbedingt fortgeführt werden muss. - Hella Trillenberg -

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Einblick // Forschung und Transfer

Veranstaltungen (Auszug) im Wissenschaftsjahr 2013/14

News – Forschung und Transfer

Seit November 2012 begannen eine Reihe von Forschungsprojekten, die sich u. a. mit intelligenter Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, der Optimierung der Kesselfeuerung in Dampfkraftwerken, der Entwicklung eines Verbrennungsofens zur schadstoffarmen Verbrennung unkonventioneller Biomasse, neuen Methoden in der Finanzmathematik und der Analyse von Reaktorschutzsystemen beschäftigen. Die Fördermittel stammen aus Bundes-, EUund Industriequellen. Vom Freistaat Sachsen werden drei Projektvorhaben gefördert, die vor allem der Unterstützung zur Einwerbung von Drittmitteln dienen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um viele kleinere Projekte, die durch diese Anschubfinanzierung einen Grundstein legen sollen, größere Forschungsprojekte auf den Weg zu bringen. Außerdem wird das seit 2012 laufende Projekt zur Qualitätssicherung in der Forschung fortgesetzt. Insgesamt handelt es sich dabei um Fördermittel von ca. 3,2 Mio. € über mehrere Jahre.

Erfolgreicher Abschluss von „LEDSaxony“ Das BMBF-geförderte Projekt „LEDSaxony“ wurde erfolgreich abgeschlossen. Es befasste sich mit der wissenschaftlichen Begleitung der Einführung der lichtemittierenden Diode als Leuchtmittel in regionaler Straßen-, Museums- und Objektbeleuchtung. Während es hierbei vor allem um lichttechnische und ökonomische Aspekte ging, wird in Folgeprojekten das Augenmerk auf gesundheitliche und soziologische Faktoren gelegt. Foto: Peter Weber

Neue Forschungsprojekte

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17.–19.9.2013 – BUP Summer Course on Sustainability and Waste Management: “Making Waste Work” 19.–20.9.2013 – 23. Zittauer Seminar zur energiewirtschaftlichen Situation in den Ländern Mittel- und Osteuropas: „Die Energiewirtschaft zwischen Markt und Regulierung“ 24.–25.9.2013 – Zittauer Kraftwerks­chemisches Kolloquium: „Chemie von Wasser/Dampf-Kreisläufen – Konditionierung, Wasserbehandlung, Überwachung“

16.10.2013 – Tag der Umwelt: „Aspekte einer umweltfreundlichen Mobilität“ Herbst 2013 – Workshopreihe „Sprachförderung“

Objektbeleuchtung mit Dioden in Görlitz

7.–8.11.2013 – 9. Deponieworkshop Zittau - Liberec 2013: „Deponie abgeschlossen! Wie geht es weiter?“ 13.11.2013 – Tag der Umwelt: „Akzeptanz - Motor der Energiewende“

Foto: Jan Gutzeit

14.11.2013 – Novembertagung 2013: „Transformationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft“

Prof. Dr.-Ing. Frank Worlitz, Direktor IPM

Professor Worlitz leitet die Geschicke des Institutes seit Januar 2007. Er steht damit in seiner dritten Amtsperiode als Direktor dem größten Forschungsinstitut der Hochschule Zittau/Görlitz vor. Im Institut ist Prof. Worlitz Fachgebietsleiter für das Fachgebiet „Mechatronische Systeme“, sein Hauptforschungsgebiet sind die Magnetlager.

13.–14.9.2013 – Symposium: Mira Lobe zum 100. Geburtstag

25.–27.9.2013 – 20th East West Zittau Fuzzy-Colloquium

Wiederwahl von Prof. Worlitz Auf seiner Sitzung am 30. Januar 2013 hat der Institutsrat des Instituts für Prozeßtechnik, Prozeßautomatisierung und Meßtechnik (IPM) der Hochschule Zittau/Görlitz Professor Frank Worlitz als Institutsdirektor einstimmig wiedergewählt.

24.9.2013 – Eröffnung des Wissenschaftsjahres „Die alternde Gesellschaft: Herausforde­rungen an Wirtschaft, Technik, Politik und Kultur“

IPM

HOCHSCHULE ZITTAU/GÖRLITZ

22.-23.11.2013 – Impulstagung ZINT: Netzwerk integrativer/inklusiver Unterricht in Sachsen (Arbeitstitel) 12.–13.12.2013 – Internationales Fachseminar: „Zum Einfluss des Klimawandels auf Deponien und Erdbauwerke“ 9.1.2014 – Wirtschaft trifft Wissenschaft


Campusleben // Einblick

Ausblick – Wie ich mich in 10 Jahren sehe

Foto: Michael Schiepe

Volleyball-Mixed-Turnier 2013 Das Volleyball-Mixed-Turnier hat eine lange Tradition an der Hochschule Zittau/Görlitz. Bereits seit 21 Jahren wird es jährlich in Zittau veranstaltet - zuerst auf dem Sportplatz SFZ Süd, dann in der Weinau neben dem Stadion und schließlich auf dem Sportgelände Kantstraße. War man bis 2001 aufgrund limitierter Felder auf 48 Mannschaften beschränkt, können seitdem jedes Jahr bis zu 56 Volleyball-Mixed-Teams mit sechs Spielern (drei Männer/drei Frauen) teilnehmen. In diesem Jahr luden die Veranstalter vom 10. bis 12. Mai 2013 zum sportlichen Wettkampf ein. Das Wetter wollte allerdings nicht so recht mitspielen: Aufgrund des Dauerregens konnte das Turnier, anders als in den letzten Jahren, nicht schon am Freitag, sondern erst am Samstag starten. Insgesamt 40 Mannschaften traten gegeneinander an. “Was uns besonders freut, ist“, so Philipp Knebel vom Hochschulsportzentrum, „dass sich in diesem Jahr sechs polnische Mannschaften und eine tschechische Mannschaft für dieses sportliche Großereignis angemeldet haben.” Für einen großen Teil der Teilnehmer ist dieses Wochenende nach Himmelfahrt bereits zu einer festen Größe in der sportlichen Jahresplanung geworden. Unter den Sportlerinnen und Sportlern befanden sich auch zahlreiche Absolventen der Hochschule Zittau/Görlitz, die dieses Turnier zum Anlass nahmen, um sich zu treffen. Neben den sportlichen Aktivitäten stand natürlich auch das Feiern bei den ca. 330 Teilnehmern ganz weit oben. Höhepunkte am Freitag und am

Samstag waren gemeinsame Partys in der Mensa sowie die Siegerehrung am Sonntag. Bei dieser konnte nach den zahlreichen Vorrunden-, Platzierungs- und Finalspielen schließlich auch der Sieger gekürt werden: Das Team Bazinga aus Dresden hatte sich als beste Mannschaft durchsetzen können. Der Hochschulsport unterstützt das Volleyball-Mixed-Turnier seit jeher in der Leitung, Organisation und Koordination der Spiele. Für Philipp Knebel vom Hochschulsportzentrum ist es mittlerweile das dritte Turnier, für das er verantwortlich zeichnet. Auch die Hochschule selbst trägt zur Organisation bei, indem Seminar- und Vorlesungsräume zur Übernachtung zur Verfügung gestellt werden. 1993 von Studierenden der EA89 gegründet, entwickelte sich das Volleyball-Mixed-Turnier zu einer festen Größe in Zittau. Im Jahr 2003 stellte es mit 56 teilnehmenden Mannschaften das größte Turnier in Ostsachsen dar. Neben deutschen, tschechischen und polnischen Teams (weiteste Anreise: Danzig), können die Organisatoren auch von einzelnen Spielern aus Norwegen, den Niederlanden und der Schweiz berichten. Neben seiner Internationalität zeichnet sich das Volleyball-Mixed-Turnier in Zittau dadurch aus, bundesweit das einzige Turnier zu sein, wo Hobbyspieler direkt auf Bundesligaspieler (Damen) bzw. 2. Liga-Spieler (Herren) treffen.

In 10 Jahren wird die Welt eine völlig andere sein. Die Menschen werden die Probleme unserer Zeit endlich ernst nehmen und alle Anstrengungen unternehmen, um den Hunger in der Welt, den Klimawandel, Krieg und Unterdrückung in den Griff zu bekommen. Sie werden sich für eine saubere Energieerzeugung und gegen die Einmischung multinationaler profitgieriger und menschenverachtender Unternehmen engagieren. Da Firmen, wie Monsanto, RWE und Co., keinerlei Einfluss auf die Politik und die Medien mehr haben werden, wird der Kampf gegen den Klimawandel ein leichter werden. Der dezentrale Ausbau der erneuerbaren Energien aus Bürgerhand wird zu einer sozialen Wende führen, da nicht mehr nur die Konzerne profitieren, sondern alle Menschen einen (monetären) Vorteil erlangen. Die Menschen werden keine Produkte mehr von Firmen kaufen, denen die Umweltauflagen in Europa zu hoch sind und die nicht bereit sind, ihren Mitarbeiterinnen einen fairen Lohn zu zahlen. Dadurch kommt es zu einer Rückkehr der Unternehmen, zu hochwertigen Arbeitsplätzen und einer sauberen Produktionskette. All das geschieht, weil die Menschen verstanden haben, dass die selbstgemachten Probleme, die ihre Zukunft bedrohen, von essentieller Bedeutung sind und absoluten Vorrang haben.

Foto: privat

Florian Rahtz studiert im 4. Semester Ökologie und Umweltschutz an unserer Hochschule

- Melanie Krug 31


Foto: Johannes Huth

Einblick // Campusleben

Professor Ender mit einer OL-Karte

Ehrenamt im Sport

Foto: Jan Gutzeit

Foto: privat

Findet man zwischen Vorlesungen, Seminaren, Belegarbeiten und Prüfungen noch die Zeit, sich ehrenamtlich zu engagieren? Ich habe nachgefragt, an ungewohnter Stelle.

Professor Micklisch und sein Bambusrad

Professor Günter Micklisch ist 2006 zum Präsidenten der Hochschulsportgemeinschaft, kurz HSG, gewählt worden. Die 1952 gegründete HSG Turbine Zittau zählt derzeit über 1000 Mitglieder und ist damit der mitgliederstärkste Verein in Ostsachsen. Seit Anfang der 1970er Jahre ist Professor Micklisch Mitglied, leitete die Sektion Tennis und nahm über zehn Jahre lang an Langstreckenläufen über 100 km teil. Tennis spielt er noch immer wöchentlich beim TC Weinau und auch sonst schwingt er sich gern auf sein Bambusrad, welches er gemeinsam mit seinem Sohn selbst baute. Als Präsident der HSG hat er die Schirmherrschaft über die zehn Abteilungen der HSG, darunter Boxer, Basketballer, Leichtathleten und die größte Gruppe, “Judo, Fitness und Rehasport“, mit über 500 Mitgliedern. Hier lässt sich bereits ein potentielles Problem ausmachen. Der demografische Wandel macht auch vor Sportvereinen, wie der HSG, nicht Halt, und so werden die Mitglieder immer älter. Die HSG Turbine Zittau hat ihren Ursprung zwar in der Hochschule gefunden, doch die Verbindungen lösten sich über die Jahre ein wenig. Professor Micklisch: „Die HSG ist mittlerweile mehr eine Sportgemeinschaft der Region, weniger der Studenten. Wir sind bemüht, unseren zehn Abteilungen 32

die Arbeit zu erleichtern, was Organisation, Kooperation und Koordination untereinander betrifft. Dabei stehen wir keineswegs mit dem Hochschulsport in Konkurrenz. Wir versuchen beispielsweise, Hallenzeiten zu koordinieren und auch gemeinsame Projekte anzuregen.“ Viel Unterstützung findet die HSG auch von Seiten der Stadt Zittau, die durch Engagement und finanzielle Mittel die Sportstätten in der Weinau erneuert und ausgebaut hat. Dies ermöglichte beispielsweise die LA-Senioren-Europameisterschaft im letzten Jahr, die 14 Welt- und 13 Europarekorde hervorbrachte. Hier zeigte sich, wie die HSG mit ihren Sportlern und dank der Sponsoren und vielen ehrenamtlichen Helfern sportlich etwas in der Oberlausitz bewegen konnte, was bundesweit und sogar international Anerkennung fand. Um Bewegung geht es auch beim Ehrenamt meines zweiten Gesprächspartners, Professor Volker Ender. Er ist Vizepräsident der HSG und leitet die Abteilung “Wandern, Bergsteigen und Orientierungslauf“. Sein besonderes Interesse liegt im Orientierungslauf (OL). Bereits 1977 fand der erste Turbine-Orientierungslauf der HSG in der Region statt. Zwei Jahre, nachdem erste Läufer aus der benachbarten Tschechoslowakei am Turbine-OL teilnahmen, fanden 1993 die ersten “Sächsisch-Böhmischen Orientierungslauftage“, kurz SAXBO, statt. Die Veranstaltung schreibt sich seitdem die Idee von einem “Orientierungslauf ohne Grenzen“ auf die Fahnen und setzt sie durch eine grenzübergreifende Streckenführung in die Tat um. Als Gesamtleiter der deutschen Etappe wendet Professor Ender viel seiner Freizeit für die Organisation auf. Schlafplätze und Anmeldungen müssen organisiert und e­xakte topografische Karten aufgenommen werden. Die Eliteläufer müssen bei 8-12 km ­ Luftlinie bis zu 30 Punkte anlaufen, dabei erreichen sie Laufzeiten zwischen 70 und 90 Minuten. Zur Ausrüstung gehören Kompass, transpondergestütztes Messsystem und die

OL-Karten, die erst zum Start ausgegeben werden. Sie verzeichnen neben den Punkten, die angelaufen werden müssen, Höhenlinien, Sperrzonen, Pflichtstrecken, Ve­getationsmerkmale, Steinformationen und vieles mehr. Bereits 1993 verzeichnete der SAXBO über 500 Teilnehmer und konnte diese Zahl bis heute fast verdoppeln. Die Zahl der Sportler liegt damit noch über der der O-See-Challenge. „Dank des SchengenAbkommens ist es uns seit einigen Jahren möglich, die Läufe nicht nur in Deutschland und Tschechien stattfinden zu lassen, sondern sogar die Streckenführung grenzüberschreitend zu legen“, so Professor Ender. Leider sind Orientierungsläufe aber für die Zuschauer optisch nicht so attraktiv, weil man die Läufer in den Waldgebieten eher nicht sieht. Daraus resultiert ein geringeres öffentliches Interesse. Doch die stetig steigenden Teilnehmerzahlen verdeutlichen, dass immer mehr Freizeitsportler Interesse für die Ansprüche von Orientierungsläufen zeigen und die Passion von Professor Ender teilen. Doch wie bei der HSG zeigen sich auch hier die demografischen Trends. Waren in den 1970er und 1980er Jahren noch gut die Hälfte der Abteilung “Wandern, Bergsteigen und Orientierungslauf“ Studenten, so findet sich heute leider kein Student mehr in ihren Reihen. Beide Professoren sind sich einig, dass diese Tendenz daher rührt, dass die Studenten Ehrenämter durch die bessere Mobilität eher in ihrer Heimat ausüben. Der Vorbildwirkung unserer Professoren tut das keinen Abbruch, und beide schauen gemeinsam optimistisch in eine sportliche Zukunft. Laut dem Oberlausitzer Kreissportbund sind 15 von 100 Menschen in der Region in Vereinen organisiert, ein Spitzenwert im Landesvergleich. Wir wünschen beiden Professoren weiter Erfolg, Kraft und gutes Gelingen für ihre ehrenamtliche Arbeit und beim Sport. - Johannes Huth -


Foto: Stanley Anders

News – Campusleben Campus rockt in Zittau Vitalis“ den Tanzfreudigen eingeheizt. Für eine kurze Tanzpause wurde in der Mensa extra eine kleine Chillout Lounge eingerichtet. Ein Promotion-Team von Mixery war mit am Start und das Bar-Team hatte ordentlich zu tun, um für Nachschub zu sorgen. Insgesamt war es wieder ein gelungenes Fest, wenn auch auf eine etwas andere Art als üblich. Einen Dank an den großzügi-

gen Sponsor enviaM. Am 19. Juni war dann endlich Sommerwetter, so dass der Görlitzer Campus beim Openair gerockt werden konnte. Kontakt Stephanie Bahr S8stbahr@stud.hszg.de

Fotos: Stanley Anders

Dieses Jahr hat uns das Wetter leider einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber dank dem flexiblen Veranstaltungsteam DeZi-Bar e.V. und dem FSR W wurde aus „Campus Rockt!“ „Mensa Rockt!“. Der Stimmung hat das natürlich keinen Abbruch getan. Die Zittauer Band „Rokkt“ hat es ab 20 Uhr ordentlich rocken lassen und im Anschluss haben die DJs „Sunloop“ und „Vis

Studierende gestalten „Tag der Vielfalt“ Organisiert vom Fachschaftsrat Sozialwissenschaften in enger Zusammenarbeit mit den Akteuren des „Netzwerks studentischer Initiativen“ wurde am 15. Mai 2013 ein stu­ diengangs- und fakultätsübergreifender Nach­mittag im Zeichen studentischer Vielfalt auf die Beine gestellt, welcher über 250 Studierende und Gäste auf den Campus in Görlitz lockte. Neben knapp 20 studentischen Initiativen präsentierten die Studierenden der Fakultä-

ten in Görlitz zusätzlich über 15 studentische Projekte und Vereine. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich über die Arbeit der selbstverwalteten studentischen Gremien, ehrenamtliche Tätigkeiten neben dem Studium, Reiseberichte und spannende Projektgruppen informieren. Ein buntes und vielfältiges Rahmenprogramm (Spiel, Sport, Jam-Session, Speisen und Getränke, Quiz, Fotoausstellungen, Kinderbetreuung, Workshops u.v.m.) rundete

den „Tag der Vielfalt“ in aufgeschlossener, lockerer und harmonischer Stimmung ab. Über das studentische Leben in Görlitz und die Vielfalt studentischer Beteiligung und Mitwirkung informierten die Studierenden des Projekts „Vielfalt als Stärke“ im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit von „Studierende beraten Studierende“. Der SAEK Görlitz dokumentierte den Nachmittag in gemeinsamer Arbeit mit den Studierenden und wird demnächst einen Kurzfilm zum „Tag der Vielfalt“ und den Akteuren des Netzwerks studentischer Initiativen produzieren. Kontakt Dipl.-Soz.Arb./Soz.Päd. (FH) Sandro Hänseroth s.haenseroth@hszg.de 33

Foto: Sandro Hänseroth


Einblick // Campusleben

Studententage am Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau Tanzstück „hagazussa II“ in Görlitz und das Weihnachtsmärchen in Zittau bei den Studierenden sehr beliebt. Im Unterschied zu Zittau, wo die Studentenvorstellungen immer an einem Mittwoch erfolgen, werden in Görlitz verschiedene Tage für den Studententag ausgewählt, so dass dieser auch einmal an einem Freitag oder am Wochenende liegen kann. In Zittau haben die Studierenden zudem die Möglichkeit, sich nach den Vorstellungen noch kreativ auszuleben: Die Studierenden sollen nicht nur ganz „traditionell“ die Vorstellungen besuchen – das Theater soll auch ein Ort sein, in dem es Raum für die künstlerische Verwirklichung gibt. Deshalb können die Studierenden nach den Vorstellungen im Theater Zittau die Foyer-Bühne nutzen, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen: Ob musikalisch, theatralisch oder komödiantisch - den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Die Studierenden müssen sich nur vorher beim Theater oder bei der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule melden. Bisher war zum Beispiel der junge Musiker Richard Berge zu Gast. Ab September wird es in Zittau eine neue künstlerische Leitung geben. Gemeinsam mit den Studierenden sollen dann neue Ideen entstehen, um die Studententage weiterzuentwickeln. - Melanie Krug -

Foto: GHT

„Antigone“ GHT Zittau

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Studentenstimmen zum Stück „Antigone“ Am 20.03.2013 lud das Gerhart HauptmannTheater in Zittau wieder zum Studententag ein. Diesmal stand die klassische Tragödie Antigone, welche in ihrer ursprünglichen Form wahrscheinlich schon vor fast 2500 Jahren uraufgeführt wurde, auf dem Spielplan. Die Darsteller setzten dieses Stück nach Jean Anouilh wunderbar zugänglich in einer modernen Version um. Vor allem Wolfgang Adam als Kreon überzeugte sehr in seiner Rolle. Nach 1,5 Stunden füllte minutenlanger Applaus den großen Saal, lächelnd und erschöpft verneigten sich die elf Schauspieler vorm begeisterten Publikum.

Fotos: Marco Kulke

Nicht nur in Sachen Kneipen und Clubs haben Zittau und Görlitz den Studierenden einiges zu bieten. Mit den Studententagen hat das Gerhart Hauptmann-Theater GörlitzZittau (GHT) auch für alle theaterinteressierten Studierenden eine reichhaltige Auswahl an Schauspielen, Tanz oder Oper im Angebot – und das zu fairen Studentenpreisen (ein Ticket kostet nur drei Euro). Die Studententage am GHT gibt es seit der Spielzeit 2009/2010. Umgesetzt wurden sie zuerst nur in Zittau, und wurden sehr gut angenommen. Daraufhin übernahm auch Görlitz dieses Angebot. Die Idee geht zurück auf den Schauspiel­ intendanten des Theaters, Carsten Knödler. Zu Beginn seiner ersten Spielzeit in Zittau traf er sich mit dem Rektor und dem Studierendenrat der Hochschule, und gemeinsam wurde die Idee der Studententage entwickelt. Gab es anfangs nur einen Studententag im Monat, wurde das Angebot inzwischen auf zwei Tage monatlich ausgeweitet (jeweils einen in Görlitz und einen in Zittau), so dass die Studierenden nun mehr Auswahlmöglichkeiten haben. Insgesamt werden die Studententage gut angenommen, viele Studierende sind im­mer wieder dabei und bereichern als ­ „Stammgäste“ das Publikum. In der aktuellen Spielzeit waren besonders die Bühnenversion des Beststellers „Zusammen ist man weniger allein“ in Zittau, das

Mathias und Stefanie, die schon öfter das Angebot des Studententages wahrgenommen haben, finden, dass diese Veranstaltungen gut angenommen werden. Es sei jedoch schade, dass es ab und zu keine Karten mehr gäbe, obwohl der Saal augenscheinlich nicht voll gefüllt wäre. Der Preis von drei Euro, so die Energie- und Umwelttechnik- und Mathematikstudenten, sei super. So sehen es auch die beiden Architekturstudenten Sebastian und Philipp. Die Umsetzung sei sehr gut gewesen. Philipp, der sich auch schon des Öfteren die Stücke außerhalb der Studententage angesehen hat, kann keine Gründe erkennen, warum die Veranstaltungen ab und zu nicht voll ausgelastet sind. „Vom Preis stimmt’s, es kann sich jeder Student leisten, und es werden hier super Sachen geboten“. Auch meint er, dass zwei Studententage im Monat eine gute Sache seien. Hierfür ist allerdings zukünftig eine stetig hohe Auslastung nötig. Also mal das Pfand in der Wohnung zusammen sammeln und im nächsten Einkaufsmarkt abgeben. - Marco Kulke -


Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Campusleben // Einblick

WWW – Wohnung, WG, Wohnheim. Wer wohnt wie – wo – und warum? Viele von uns trifft es wohl nicht mehr, dennoch ist es eine grundsätzliche Frage, die wir uns alle vor Studienbeginn stellen müssen: Wo, und vor allem, wie werde ich wohnen? Prinzipiell gibt es drei Optionen, die zur Wahl stehen. Eine eigene Wohnung, eine WG oder aber ein Wohnheimzimmer. Ich habe drei Studenten befragt und mir ihre Eindrücke schildern lassen. Annika wohnt im Wohnheim, Doreen in einer WG, und Daniel hat seine Wohnung für sich. Daniel zahlt für seine Wohnung 220 € warm. Nebenkosten für Heizung, Müllentsorgung, den Hausmeister etc. sind da schon drin. Dazu kommen 30 € für Strom und 20 € für Telefon und Internet. Für 270 € hat er seine eigenen vier Wände und 35 m² Platz. „Hier kann ich tun und lassen, was ich will, solange der Bass den Nachbarn nicht die Familienfotos von der Wand rüttelt“, sagt er zufrieden. Doreen teilt sich mit ihrer Mitbewohnerin 70 m² Wohnfläche, ihr Zimmer hat 20 m². Dafür zahlt sie mit Nebenkosten, Strom und Internet 230 € pro Monat. Mit ihrer Mitbewohnerin teilt sie Kühlschrank, Bad und Waschmaschine. „Ich hab zwar nur halb so viel Platz im Kühlschrank, aber wenn mir mal die Milch ausgeht, darf ich mir welche bei meiner Mitbewohnerin borgen.“ Doch neben den Annehmlichkeiten, wie der niedrigeren Miete und der Gemeinschaft in der WG, gibt es aber natürlich auch Pflichten, denen man nachzukommen hat. Der Abwasch muss gemacht und das Bad geputzt werden. Wenn hier die WG-Bewohner nicht die gleichen Vorstellungen von Ordnung und Sauberkeit haben, kann man schon mal aneinander geraten. „Mein ehemaliger Mitbewohner ließ manchmal tagelang seine Wäsche in der Maschine, irgendwann hab ich sie einfach danebengelegt und meine Wäsche gewaschen. Am nächsten Morgen bin ich dann an meiner Türschwelle über meinen Abwasch vom Vorabend gestolpert.“ Es hat also gewisse Vorteile, seine Mitbewohner und deren Angewohnheiten vorher zu kennen. Doch Annika kann aus dem Wohnheim auch von komplett gegenteiligen Geschichten erzählen: „Manchmal zieht einer ein, von dem denkst du: Oh je, was ist denn das für

einer – und nach ein paar Wochen stellt sich allmählich heraus, dass man sich super versteht, sogar Musikgeschmack und Vorlieben teilt.“ Annika wohnte schon in mehreren Wohnheimen und zahlte für ca. 20 m² immer rund 200 €. Nebenkosten, Strom und Internet sind da schon inbegriffen. „Manchmal hat man zwei oder vier Mitbewohner, es gibt aber auch 8er-WGs“, sagt Annika. Gefallen hat es ihr aber immer. „Acht Leute, die sich Küche und Bad teilen, das klingt erst mal schrecklich, bei uns hat es aber immer gut geklappt. Das Bad hatte mehrere Duschen sowie WCs und die Küche war groß genug für Spielabende und WG-Partys. Dadurch, dass wir so viele waren, hat sich auch der Putzplan gut aufgeteilt.“ Was sich im Wohnheim aber doch schwierig gestaltet, ist das Waschen. „Im Keller stehen zwei Waschmaschinen für das ganze Wohnheim. Eine Maschine kostet 2,10 €, das Benutzen des Trockners 1,10 €.“ Bei teil­ weise über hundert Bewohnern kann man sich vorstellen, dass die Schlange da schnell mal länger wird. Kein Wunder, dass da gern zu Hause Muttis Wasch- und Trockenservice in Anspruch genommen wird. „Manchmal kommt ein Freund aus dem Wohnheim vorbei und wäscht bei mir, derweil trinken wir ein Bierchen und schauen eine Serie“, sagt Daniel. Allein ist auch er nie. „Ich kann mir aber schon vorstellen, dass man im Wohnheim oder in einer WG eher Anschluss findet, wenn man sein Studium in einer fremden Stadt beginnt.“ Dem können Doreen und Annika nur beipflichten. „Die Wohnheimpartys sind legendär, auch wenn sie manchmal etwas aus dem Ruder laufen können und es etwas lauter wird“, weiß Annika zu berichten. „Das ist dann schon nervig, wenn eine andere WG Party macht und du hast am nächsten Tag Prüfung“. Gegenseitige Rücksichtnahme ist im Alltag mit den Mitbewohnern sehr wichtig. Morgens um sieben vor der ersten Vorlesung zur Motivation beim Duschen laut Musik hören und mitsingen, sollte man vermeiden. „Da hab ich Glück“, sagt Daniel, „meine Nachbarn sind in der Hinsicht tolerant. Abends um elf nochmal die Waschmaschine anstellen oder Staubsaugen, bevor am nächsten Tag der

Besuch von Zuhause kommt – alles kein Problem“. Mit einer eigenen Wohnung ist man sein eigener Herr. Man muss sich aber auch selbst kümmern, sich bei den Stadtwerken anmelden, einen Vertrag für Telefon und Internet abschließen, aber auch den Einkauf allein nach Hause transportieren. „Ich habe mir einen Wassersprudler zugelegt, das Wasser hier ist sehr gut, und so spar ich mir einige Kilo Gepäck auf dem Heimweg“, sagt Daniel lachend. „In unseren WGs hatte zum Glück immer jemand ein Auto, mit dem wir gemeinsam den Wocheneinkauf erledigen konnten“, sagt Doreen. Zwischen WG und Wohnheim lassen sich viele Gemeinsamkeiten ausmachen, die sie vom Wohnen in den eigenen vier Wänden unterscheiden, zwei Dinge jedoch haben WG und eigene Wohnung gemein: die alljährliche Abrechnung bei Strom und Nebenkosten. Für Daniel ist es einfach: „Ich kann transparent sehen, was ich verbraucht habe, manchmal ärgere ich mich, wenn ich beim Strom nachzahlen muss und schwöre mir, PC und Stereoanlage öfter mal ausgeschaltet zu lassen, aber bei den Nebenkosten bekomme ich meist etwas zurück, ich bin keine Frostbeule und kann beim Heizen sparen.“ In Doreens WG-Leben dagegen war es schon auch mal schwer: „Die Miete zahlt man immer gerecht nach Zimmergröße, aber bei den Nebenkosten lässt es sich schwer ausmachen, wer mehr oder weniger verbraucht. Ich hab es im Winter gern warm, die Kerle lassen die Heizung eher mal auf „Sternchen“ stehen. Dafür hab ich nur einen Laptop, der kaum Strom verbraucht, wenn mein Mitbewohner aber seinen Rechner anschaltete, hörte ich förmlich das Zählerrad im Keller Schwung aufnehmen“. Ob nun Wohnheim, WG oder eigene Wohnung, muss jeder für sich entscheiden. Wer jedoch schnell Anschluss finden will, ist in einer WG oder im Wohnheim gut aufgehoben. Wem das Aufwaschen und Putzen für andere jedoch partout nicht so recht gefallen will, sollte sich vielleicht nach einer eigenen Wohnung umsehen. - Johannes Huth 35


Einblick // Campusleben

Anreiz zum Que(e)r-Denken In dieser Welt hinterlässt jeder von uns einen persönlichen Fingerabdruck. Wir sprechen unterschiedliche Sprachen, leben verschiedene Kulturen, Religionen, Ansichten und Gewohnheiten. Es gibt jedoch einiges, was sich wie ein Netz über all diese Verschiedenheiten spannt, denn sind wir nicht alle ein wenig queer? Das Wort „queer“ lässt sich mit „seltsam“, „sonderbar“, „verrückt“ oder auch „von der Norm abweichend“ übersetzen und zielt auf einen ganz bestimmten Aspekt ab: als Überbegriff für verschiedene sexuelle Orientierungen, Vorlieben, Lebensweisen und Geschlechteridentitäten. In seiner Vergangenheit wurde „queer“ oft als Schimpfwort oder Beleidigung benutzt, im Zuge eines politischen Diskurses jedoch neu besetzt. In unserer heutigen Zeit ist diese Bezeichnung jedoch noch weitestgehend unbekannt.

Foto: Ricardo Friedrich

Junge Menschen, darunter Studierende der Fakultät Sozialwissenschaften der Hochschule Zittau/Görlitz, möchten die Bedeutung des Wortes „queer“ aus der Unbekanntheit herausholen und haben dazu den Arbeitskreis „queer Görlitz“ ins Leben gerufen.

Der Arbeitskreis Queer im Apollo Theater Görlitz

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Die Ansprechpartnerinnen Franziska Böhm und Anne-Kathrin Wille wollen damit „für die queere Lebens- und Liebeseinstellung sensibilisieren, den Begriff und seine Bedeutung aus dem noch vor vorgehaltener Hand bestimmten Bereich herauslösen und zu einer gewissen Leichtigkeit verhelfen“. Dazu gibt es seit April 2013 ein „Queer Film Festival“ in Görlitz, zu dem über das Jahr hinweg elf Filme zur Thematik an sieben Orten gezeigt werden. Außerdem gibt es ein Schulaufklärungsprojekt sowie eine regelmäßige Queer Lounge im Studentenclub Maus. Wer darüber mehr erfahren möchte, kann sich unter http://queerfilmfestival-goerlitz. de.tl informieren. Dass wir eine Gesellschaft sind, in der Toleranz wieder einen höheren Wert erhalten hat, das haben wir schon bewiesen. Dennoch gibt es noch viele Ecken und Winkel, in denen Themen schlummern, denen sich erst noch zugewandt werden muss. Das Projekt „Queer Görlitz“ ist somit auf dem besten Wege, ein solches Thema wieder in die Köpfe (und Herzen) der Menschen zu bringen. - Ricardo Friedrich-

Kontakt queer.goerlitz@gmail.com Weitere Informationen http://queerfilmfestival-goerlitz.de.tl


Internationales // Einblick

Foto: privat

Foto: privat

Foto: privat

Vorstellung von ausländischen Studierenden

Hallo Laith,

Hallo Veronika,

Hallo Abubakr,

Aus welchem Land kommst Du? Ich komme aus Jordanien. Wie lange bist Du schon in Zittau? Ich bin seit 8 Monaten hier in Zittau. Was studierst Du hier? Ich studiere Mechatronik im Masterstudiengang. Das Studium dauert hier in der Hochschule Zittau/Görlitz nur 3 Semester und es ist interessant. Was war Dein allererster Eindruck von Zittau? Mein erster Eindruck war so positiv. Es ist ruhig hier in Zittau und ich liebe die ruhige Atmosphäre. Es gibt hier auch die malerische Natur wie das Zittauer Gebirge und den Olbersdorfer See. Wie kommst Du mit dem Studium zurecht? Am Anfang war das Studium so schwer wegen der Sprache. Ich brauchte viel Zeit zu verstehen, was in der Vorlesung gesagt wurde. Aber jetzt ist es besser. Hast Du Kontakt zu deutschen Studierenden? Ich habe wenig Kontakt zu deutschen Studierenden. Ich habe nur einen deutschen Freund hier in Zittau und er studiert mit mir Master in Mechatronik. Was ist für Dich der größte Unterschied zwischen Deutschland und Deinem Heimatland? Das Leben hier in Deutschland ist so teuer. Die Preise für Lebensmittel, Miete, Kleidung etc. sind sehr viel teurer als in Jordanien. Außerdem ist das Bildungssystem hier in Deutschland besser als in Jordanien. Danke für das Interview.

Aus welchem Land kommst Du? Ich komme aus Kasachstan, Almaty. Wie lange bist Du schon in Zittau? Oh, ich bin schon fast 8 Monate hier. Was studierst Du hier? BWL, Schwerpunkt Marketing. Was war Dein allererster Eindruck von Zittau? Ein sehr schönes, gemütliches Städtchen. Hast Du Kontakt zu deutschen Studierenden? Ja, natürlich! Ich bin nur eine ausländische Studentin in der Gruppe und alle Kommilitonen sind ganz nett. Welche Veranstaltung hast Du zuletzt in Zittau besucht? Spectaculum in Zittau. Was ist für Dich der größte Unterschied zwischen Deutschland und Deinem Heimatland? Die Leute in Deutschland haben eine ganz andere Weltvorstellung und achten mehr auf ihr Verhältnis zur Welt. Auch Beziehungen zwischen Generationen sind andere. Die Jugendlichen sind selbständiger. Was sollte ein ausländischer Studierender unbedingt wissen, wenn er oder sie ein Studium in Zittau aufnehmen? Zittau ist eine relativ kleine Stadt, aber hier gibt’s alles, was man (Student) für ein bequemes Leben braucht. Sogar wenn du aus einer Megapolis gekommen bist, diese Stadt kann einfach nicht nicht gefallen. Natur, Gebirge, einen See für die Seele und ein ruhiges Studium, Prag und Dresden für Lust und Shopping! Enjoy your time in Zittau. Danke für das Interview.

Aus welchem Land kommst Du? Aus Tadschikistan. Wie lange bist Du schon in Zittau? Im Sommer werden es zwei Jahre. Was studierst Du hier? Betriebswirtschaft. Was war Dein allererster Eindruck von Zittau? Das ist eine ruhige, ordentliche Stadt. Wie kommst Du mit dem Studium zurecht? Es ist schon etwas schwierig, aber machbar. Hast Du Kontakt zu deutschen Studierenden? Na klar. Ich habe ständig Kontakt mit Deutschen. Was ist für Dich der größte Unterschied zwischen Deutschland und Deinem Heimatland? Deutschland ist viel, viel größer und die Studienbedingungen sind einfach besser. Was sollte ein ausländischer Studierender unbedingt wissen, wenn er oder sie ein Studium in Zittau aufnehmen? Man sollte sich vorher um eine Unterkunft kümmern. Ich musste zum Beispiel in meiner ersten Woche hier im Hotel wohnen. Danke für das Interview.

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Einblick // Internationales

Wirtschaftsinformatik an der Neisse University: Hartes Studium führt zum Traumberuf Hat mir das Studium in meiner Karriere geholfen oder nicht? Diese Fragen haben die Studierenden Falk Dittrich (DE), David Jirout (CZ) und Mateusz Sloka (PL) des Netzwerks Neisse University im Wintersemester 2012 untersucht. 63 Absolventen haben dazu ihren Fragenkatalog beantwortet. Die Hälfte der Teilnehmer war weiblich und je ein Drittel kam aus Polen, Tschechische Republik und Deutschland. Die ersten Studierenden haben schon vor neun Jahren ihren Abschluss erworben und trotzdem haben neun an der Umfrage teilgenommen. Teilnehmer und Jahr des Abschlusses 2004 2005 2006 2007

83% der Absolventen des Bachelor-Studienganges haben noch einen Master-Abschluss erworben. Der Studiengang beginnt mit einem Jahr an der TU Liberec (CZ), dann ein Jahr in Ciplice bei Jelenia Góra an der TU Wroclaw (PL) und wird in Görlitz (DE) abgeschlossen. Zum Vergleich der drei Hochschulen wurde auch nach den besten Studienbedingungen und dem besten sozialen Leben am Studienort gefragt. Görlitz ist der beste Ort, um zu studieren, mit guten Laboren, hervorragender Mensa und leichtem Zugriff auf die Professoren. Liberec ist insbesondere mit den internationalen Wohnheimen am Berghang in Harcov in der Nähe zu den Skigebieten im Iser- und Riesengebirge bestens positioniert.

2008

Vergleich der Hochschulen

2009

Beste Studienumgebung

2010

Bestes Soziales Leben

53

2011 2012 0

2

4

6

8

33

10

angenommen und 19% sagen sogar, dies sei ihr „Dream Job“. Insgesamt haben 49% aller Absolventen mittlerweile ihren Traumberuf erreicht. Für 35% der Absolventen hat die Neisse University den Traumberuf ermöglicht und für weitere 33% hat das Studium sie näher an Ihren Traumberuf gebracht. Die Absolventen, die schon ihren Traumberuf erreicht haben, bekleiden die folgenden Funktionen: Traumberufe Management

6 SW Entwickler

5 EU Einrichtung

Projekt Manager

5 Consultant

3 Logistics

2

Account Manager

3 System Architekt

1 Vertrieb

1

14

2

Filmemacher

1

Lehrer

1

9

7

In der ersten Gruppe finden sich verschiedene Managementfunktionen, wobei die allermeisten in der IT-Industrie tätig sind. Die zweite Gruppe hat ihren Traumberuf in der Entwicklung von Softwaresystemen gefunden. Die dritte Gruppe konnte große Zufriedenheit in der Anwendung der IT Kenntnisse in anderen Branchen erreichen.

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97% der Absolventen sagen, dass das Studium an der Neisse University die richtige Entscheidung war. 97% der Frauen und 88% der Männer haben das Studium schon jemand anderem empfohlen. Frauen sind also tendenziell zufriedener mit dem Studium von „Information and Communication Management“. Die Studierenden aus Polen sind am ehesten bereit zur Empfehlung, während die Deutschen sich eher zurückhalten.

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TU Liberec

TU Wroclaw

7

HS Zittau / Goerlitz

Eine Erklärung für „Görlitz als Ort der Arbeit“ ist die Informatik als Schwerpunkt der Lehre in Görlitz, denn Fächer aus dem Bereich der Informationstechnologie (IT) wie Programmierung werden von 91% als „Hardest Subject“ eingestuft. 54% der Absolventen haben dann aber trotzdem eine Beschäftigung im IT-Bereich

Empfehlung

Traumberuf?

96%

Ja, Neisse Uni hat ihn mir ermöglicht

18%

90%

35%

83%

14%

Noch nicht, aber Neisse Uni hat mich in die Naehe gebracht Ja, aber Neisse Uni hat mir nicht geholfen

33%

CZ

38

PL

DE

Nein

Der Studiengang „Information and Communication Management“ besteht aus Modulen der Informatik, Psychologie, Sprachen und Betriebswirtschaftslehre. Er ist also ein Studiengang der Wirtschaftsinformatik. Die Studierenden sind zu 46% weiblich und mit dem Studiengang noch zufriedener als die Männer. Einig sind sich alle, dass die Informatik-Fächer im Studium am schwierigsten sind, aber dennoch findet die Mehrzahl ihren Traumberuf im Management oder in der Entwicklung in der IT-Industrie. 97% haben den Studiengang schon jemand anderem empfohlen. Von allen drei beteiligten Hochschulen hat Görlitz die besten Studienbedingungen. - Prof. Dr.-Ing. Klaus ten Hagen -

Weitere Informationen http://www.neisse-uni.org


Internationales // Einblick

Franziska Thiesing

Nach meinem Bachelor in Informations- und Kommunikationsmanagement an der Neisse University 2005 begann ich als Anwendungsbetreuerin für das SAP/R3-System in einem mittelständigen Unternehmen in Niedersachsen. Nachdem ich merkte, dass ich lieber neue Computerprogramme erstellen, anstatt be­ stehende Programme erklären wollte, suchte ich mir eine neue Stelle. Seit über fünf Jahren arbeite ich nun als Softwareentwicklerin in einem familienfreundlichen Unternehmen in Osnabrück. Neben dem Beruf ist es mir gelungen, einen Masterabschluss in Business Informatics (MBI) an der Virtual Global University zu erlangen. Die VGU ist ein ähnliches „Projekt“ wie die Neisse University, das an der Europäischen Universität Viadrina in Frankfurt/ Oder angeboten wird. Die Neisse University hat meinen beruflichen Werdegang positiv unterstützt, indem sie die unterschiedlichen Facetten der Wirtschaft und Informatik aufzeigte und mir so eine Vorstellung gab, welche Möglichkeiten überhaupt bestehen. Erst während dieses Studiums stellte ich fest, dass mir Programmieren Spaß macht und umso erfreuter bin ich jetzt, dass ich diesen Spaß täglich leben darf.

Foto: privat

Foto: privat

Foto: privat

Success stories Neisse University

Marek Lejsek

After finishing Neisse University in 2011, I have entered another international study program. While Neisse provided me mostly with hard skills as computer literacy, CEMS Master in International Management is a more business focused program. After spen­ding an exhausting semester at prestigious Rotterdam School of Management and three semesters at University of Economics, Prague, I am now about to finish it. During the past two years, I have gained professional experience through various internships in banking, management consulting and FMCG (fast moving consumer goods). Neisse University is definitely a step out of your comfort zone - studying with foreigners in English, moving in and out, subjects that range from programming to psychology. But without it, I would not have been able to achieve what I did, both personally and professionally. Last but not least, one gets to know amazing people.

Barbora Městková

I had decided to continue my studies at Hochschule Zittau/Görlitz (Informatics) after graduation at Neisse University. During my master studies I applied for a job at Toyota Peugeot Citroen Automobile (TPCA) to become Information Systems specialist. I was hired immediately thanks to all the things I have learnt while studying at Neisse University and HSZG. I had deep knowledge about trends in IT plus my communication skills were high above average in the TPCA IS department. I personally recommend studying at Neisse University to everyone I meet. Neisse University is not only about the subject “Information and communication management”. It is school of life – you live abroad, you feed yourself, you deal with other people, you have the possibility to speak four languages a day, etc. And there is a bonus of an incredible looking CV which unlocks the first door to your dream career.

Neisse University opened me the door to pursue an international career. If you are not sure what you want to do but you want to work around the world, I can only recommend applying as this is a really great start that can help you to find your way.

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Einblick // Internationales

News – Internationales DAAD würdigt Forschungskompetenz der Hochschule Zum wiederholten Male bzw. in bewährter Tradition werden Anträge von Wissenschaftlern aus Osteuropa und Zentralasien positiv befürwortet. Derzeit befindet sich Prof. Togooch der Mongolischen Staatlichen Universität zu ei-

nem Gastaufenthalt an der Fakultät Mana­ gement- und Kulturwissenschaften. Im Herbstsemester 2013 wird uns Frau Prof. Alzhanova von der Nationaluniversität AlFarabi aus Almaty (Kasachstan) besuchen.

Frau Prof. Alzhanova ist Spezialistin für Risikomanagement in Industrieunternehmen. Kontakt Prof. Dr. oec. Dr. h. c. Roland Giese r.giese@hszg.de

Verlängerung der Kooperationsbeziehungen Die führende wirtschaftswissenschaftliche Universität Russlands, die St. Petersburger Staatliche Universität für Wirtschaft, steht uns weiterhin als Kooperationspartner zur Verfügung. Im Rahmen der 4. Konferenz „Finanzmarktstrategien“ konnte Prof. Giese mit Vertretern der Hochschule (Deutsch-russisches Zentrum, Fakultät für Finanzmärkte und Kommerz) die Grundlagen für die Ver-

längerung der Kooperationsbeziehungen besprechen. Die Universität (vormals FINEK) ist durch Fusion mit anderen wirtschaftswissenschaftlichen Einrichtungen insbesondere auf dem Gebiet des Wirtschaftsingenieurwesens ge­ stärkt worden, was die Kooperationsmöglichkeiten für uns verbessert.

Neben der starken Konzentration auf das Forschungsgebiet Finanzmärkte findet an dieser Universität jährlich im September die Konferenz Energiestrategien 2100 statt. Kontakt Prof. Dr. oec. Dr. h. c. Roland Giese r.giese@hszg.de

Beziehungen zur North-West University in Südafrika vertieft Die Hochschule Zittau/Görlitz und die NorthWest University in Südafrika haben einen Vertrag zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Damit wird die seit vielen Jahren intensive Kooperation zwischen beiden Einrichtungen auf vertragliche Füße gestellt. Beide Partner vereinbaren darin, die Beziehungen langfristig weiterzuentwickeln und zu intensivieren. Besonderen Nutzen versprechen sich die Unterzeichner von einem stetigen Studie-

renden- und Wissenschaftleraustausch, insbesondere auf den Gebieten Mechatronik und Elektrotechnik. Seit 2004 besteht eine intensive Forschungszusammenarbeit auf dem Gebiet der Magnetlagertechnik zwischen Prof. Worlitz und Prof. George van Schoor. Seitdem wurden zahlreiche Projekte initiiert und ein intensiver Forschungsaustausch ist entstanden.

Bei der Vertragsunterzeichnung: vorn v. l.: Rektor Prof. Albrecht und Vizekanzler Dr. Eloff; hinten v. l.: Prof. Worlitz und Prof. van Schoor

Foto: Pressestelle der North-West University

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Mittlerweile haben auch die ersten Masterstudenten des Studiengangs Mechatronik Aufenthalte an der North-West University absolviert und dort ihre Arbeit abgeschlossen. Kontakt Hella Trillenberg h.trillenberg@hszg.de


Menschen // Einblick

Dem Personalrat über die Schulter geblickt

Die Mitglieder des Personalrates: vorn v.l.: Karola Sperlich (Sekretärin F-E/I); Grit Menzel, Ersatzmitglied (Hochschulbibliothek); Dipl.-Ing. (FH) Bernd Kaufmann, Vorsitzender (Laborleiter Baustofflabor F-W); Dipl.-Ing. (FH) Gabriele Girle (Laboringenieurin F-E/I); Dr.-Ing. Ines Stöcker, Stellvertretende Vorsitzende (Laboringenieurin und Mitarbeiterin Lehre F-M) hinten v.l.: Dipl.-Ing. Sebastian Fleischer (Laboringenieur F-E/I); Silvio Schneider (Technische Verwaltung Werkstatt); Ines Krusche (Sachbearbeiterin Akademische Verwaltung); Bernd Wiechert (Technische Verwaltung Werkstatt)

Foto: Jens Freudenberg

Aufgaben des Personalrates Der Personalrat ist ein gewähltes Gremium, das die Interessen aller Beschäftigten außer der Gruppe der Professoren der Hochschule Zittau/Görlitz vertritt.

Das Sächsische Personalvertretungsgesetz (SächsPersVG) formuliert in den §§ 71 bis 87 die Aufgaben, Pflichten und Rechte des Personalrates.

Im Mai 2011 fanden turnusmäßig die Wahlen zum Personalrat statt. Durch die gestiegene Anzahl von Projekten und Forschungsaufträgen erhöhte sich die Zahl der wahlberechtigten Beschäftigten in unserer Einrichtung zum Zeitpunkt der Wahl auf 341. Dies hatte zur Folge, dass sich die Zahl der Personalratsmitglieder von bisher 7 auf 9 Mitglieder erhöhte.

Einige davon sind an dieser Stelle kurz zusammengefasst:

An dieser Stelle möchte sich der Personalrat nochmals für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Beantragung von Maßnahmen, die den innerdienstlichen, sozialen oder persönlichen Belangen der Beschäftigen dienen Überwachung der Umsetzung von zugunsten der Beschäftigten geltenden Gesetzen, Verordnungen, Tarifverträgen, Dienstvereinbarungen und Verwaltungsordnungen

Entgegennahme von Anregungen und Beschwerden von Beschäftigten, und falls diese berechtigt erscheinen, durch Verhandlungen mit der Dienststellenleitung auf ihre Erledigung hinzuwirken Zusammenwirken mit der Schwerbehindertenvertretung, der Jugendvertretung, der Gleichstellungsbeauftragten und der Vertretung der ausländischen Beschäftigten Bei der Arbeit des Personalrates ist es wichtig, die Interessen des Einzelnen zu vertreten und dabei die Interessen der Mehrheit der Beschäftigten als Gesamtheit zu berücksichtigen.

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Einblick // Menschen

Aktivitäten Im Zeitraum Mai 2011 bis Dezember 2012 konnte 302 Einstellungen und Veränderungsanträgen zugestimmt werden. Bei Personaleinstellungen übt der Personalrat sein Mitbestimmungsrecht hinsichtlich der Eingruppierung und Stufenzuordnung gewissenhaft und verantwortungsvoll aus. Bei Neueinstellungen nimmt ein Vertreter des Personalrates an den Vorstellungsgesprächen teil, um auf die soziale Gleichbehandlung zu achten. Der Personalrat führt regelmäßig Quartalsgespräche mit der Hochschulleitung durch und ist Gast bei den Senatssitzungen. Ein ständiger Vertreter arbeitet im IT-Sicherheitsteam mit. Bei den jährlichen Arbeitsstättenbegehungen zum Arbeitsschutz und zur Unfallverhütung ist der Personalrat involviert und konnte sich von der Einhaltung geltender Gesundheits- und Arbeitsschutzbestimmungen sowie den Arbeitsplatzbedingungen überzeugen. Leider ließen sich jedoch nicht alle Unfälle vermeiden, wir mussten einige Wegeunfälle zur Kenntnis nehmen. Um auch auf rechtlichem Gebiet entsprechend informiert zu sein, nehmen die Personalratsmitglieder an Weiterbildungsmaßnahmen teil. Das betrifft insbesondere Schulungen zum SächsPersVG, zum Tarif-

recht, zur tariflichen Eingruppierung und zum Thema Mobbing. Seit Bestehen des Personalrats im Jahr 1990 gibt es einen regen Erfahrungsaustausch mit dem Personalrat der Fachhochschule in Furtwangen. Gute Kontakte bestehen ebenfalls zu den Personalräten der sächsischen Hochschulen. Bei den jährlich stattfindenden Treffen kommt es zum Informationsaustausch zu Problemen in den einzelnen Einrichtungen. Weiterhin arbeitet Herr Kaufmann als ständiges Mitglied aktiv im Hauptpersonalrat des SMWK mit. Nachdem sich das Arbeitszeitmodell zur Einführung der gleitenden Arbeitszeit seit 2008 in der Verwaltung bewährt hatte, wurde ab 01.03.2011 dieses auf die gesamte Hochschule erweitert. Dabei wurden bei der Erarbeitung der Dienstvereinbarung und der dazugehörigen Handreichung die Ergebnisse der in den einzelnen Fakultäten geführten Diskussionen sowie die eingebrachten Hinweise der Beschäftigten berücksichtigt. In der Zeit der Erarbeitung, Einführung und der Evaluierung im Jahr 2012 wurden gemeinsam mit den Beschäftigten, der Hochschulleitung und dem Personalrat zeitaufwendige Gespräche geführt, um einen annehmbaren Kompromiss zwischen den Belangen der Beschäftigten und der Dienststelle auf Basis der gesetzlichen Grundlagen zu finden. Nach zunächst skeptischen Mei-

nungen und teilweise technischen Schwierigkeiten wird jetzt bei dem größten Teil der Beschäftigten die Zeiterfassung positiv aufgenommen und als flexibel sowie familienfreundlich eingeschätzt.

Ziele Das in der Vergangenheit Erreichte hat uns als Personalvertretung nicht vollends zufrieden gestellt. Das Ziel unserer Arbeit ist es, die Interessen der Beschäftigten gegenüber der Dienststellenleitung zu vertreten. Dabei sind die gesetzlich gegebenen Informations-, Mitbestimmungs-, Anhörungs-, Mitwirkungs- und sonstigen Beteiligungsrechte durch den Personalrat voll auszuschöpfen. Grundvoraussetzung dafür ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Personalvertretung und der Hochschulleitung einerseits und den Beschäftigten andererseits. Hier gilt es künftig, bestehende Defizite zu benennen und zu beseitigen. In Zukunft wollen wir weiterhin unsere Arbeit transparenter gestalten und darstellen.

Kontakt personalrat@hszg.de www.hszg.de/hochschule/vertretungen beauftragte/personalrat.html

Fernblick Lonesome George Galapagos, Insel Santa Cruz, Forschungsstation Charles Darwin, 30.07.2008: Es war leider kein Bilderbuchwetter, aber ich hatte ihn endlich – nach mehreren Anläufen, bei denen er sich immer irgendwo in seinem Gehege verkrochen hatte – vor der Linse: den berühmten Lonesome George. Der Letzte seiner Art, oder genauer: der Letzte der Unterart der Pinta-Schildkröten. George wurde 1972 auf der Insel Pinta gefunden, seine Spezies galt als ausgestorben. Die Entdeckung und Besiedlung der Galapagos-Inseln hat der dortigen Fauna (und auch Flora) schwer zugesetzt. So wurden die majestätischen Schildkröten durch Seefahrer, die sie als Frischfleisch mitnahmen und durch eingeschleppte Ratten, die ihre Eier und Jungen fraßen, erheblich dezimiert. Die Darwin-Station kämpft hiergegen an und kümmert sich u. a. um die Aufzucht und Aussiedlung der Riesenschildkröten. Mit George hatte man Besonderes vor. Um seine Art zu retten, brachte man ihn mit Weibchen einer anderen, aber sehr nahen Unterart zusammen. Jahrzehntelang tat sich nichts, zumindest nichts zählbares – und dabei ist es auch geblieben. Im „mittleren Alter“ von knapp einhundert Jahren starb George unverhofft im Sommer 2012. Es muss die Einsamkeit gewesen sein. F. Albrecht

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Foto: Jens Freudenberg

Foto: Jens Freudenberg

Elternzeitvertretungen in der Verwaltung

Foto: Hella Trillenberg

Menschen // Einblick

Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Katharina Koksch Mitarbeiterin Trennungsrechnung und Controlling An der Hochschule seit April 2013 Geboren 1979 in Bautzen

Während ihres Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens an der Hochschule Zittau/ Görlitz beschäftigte sich Frau Koksch bei Firmen wie der enviaM AG in Cottbus und der GICON GmbH in Dresden vor allem mit energiewirtschaftlichen Fragestellungen, dem Energiecontrolling und der Energieeffizienzberatung von mittelständischen Industrieunternehmen. Erfahrungen im Controlling konnte sie während ihrer Tätigkeit bei der DREWAG Stadtwerke Dresden GmbH im Anschluss an das Studium sammeln, welche sie nun in ihr neues Aufgabengebiet der Stabsstelle Controlling unserer Hochschule in Elternzeitvertretung für Frau Hanfeld einbringen kann. Hier wird sie sich vor allem mit der Vorbereitung und Einführung der EU-Trennungsrechnung beschäftigen sowie die Kosten- und Leistungsrechnung nach den Vorgaben des neuen Steuerungsmodells für Hochschulen des Freistaates Sachsen unterstützen.

Kontakt k.koksch@hszg.de

Melanie Krug, M.A. Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit An der Hochschule seit März 2013 Geboren 1982 in Eisenach

Frau Krug vertritt Frau Pfitzner während ihrer Elternzeit im Bereich Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Zittau/Görlitz. Nach ihrem Studium der Medienwissenschaft und Soziologie an der Universität Jena ging sie zunächst an die Universität Hildesheim, wo sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialwissenschaften arbeitete. Im Rahmen der Organisation einer Tagung entdeckte sie ihre Leidenschaft für Öffentlichkeitsarbeit und wechselte in die PR-Abteilung der Jenaer IT-Firma AGETO. Nun zieht es sie zurück an die Hochschule, wenngleich sie „die Seiten gewechselt hat“. Denn nun bewegt sie sich nicht mehr im Inneren des Wissenschaftsbetriebs, sondern trägt mit ihren Erfahrungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit zu einer positiven Außendarstellung der Hochschule bei.

Kontakt m.krug@hszg.de

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Einblick // Menschen

Anett Franz Mitarbeiterin Poststelle und Sekretariat Hochschulsportzentrum An der Hochschule seit Januar 2013 Geboren 1964 in Zittau

Diplom-Kffr. (FH) Franziska Grabes Bilanzbuchhalterin An der Hochschule seit September 2012 Geboren 1979 in Zwickau

Frau Franz verstärkt als gelernte Facharbeiterin für Schreibtechnik nicht nur die Poststelle der Hochschule Zittau/Görlitz, sondern arbeitet zudem im Sekretariat des Hochschulsportzentrums.

Frau Grabes studierte an der Hochschule Zittau/Görlitz Betriebswirtschaft mit Spezialisierung auf Rechnungswesen/Controlling/ Steuern. Außerdem ist sie staatlich geprüfte Bilanzbuchhalterin.

Als Sekretärin an verschiedenen Schulen in Zittau und Umgebung sowie zuletzt als Mitarbeiterin im Standesamt Görlitz sammelte sie einschlägige Erfahrungen.

Berufserfahrungen sammelte sie bereits als Hauptbuchhalterin in einem Autohaus sowie als Controllerin bei einem Textilmaschinenbauunternehmen.

Arbeitsschwerpunkte von Frau Franz sind zum einen die Bearbeitung von Posteinund -ausgängen der Post- und Informationsstelle der Hochschule und zum anderen Sekretariatsaufgaben für das Hochschulsportzentrum, wie die Erstellung von Hallenbelegungsplänen oder die Planung und Unterstützung verschiedener Events.

Als Bilanzbuchhalterin der Hochschule Zittau/Görlitz ist es ihre vornehmliche Aufgabe, den kaufmännischen Jahresabschluss und Steueranmeldungen zu erstellen sowie Anpassungsbuchungen vorzunehmen.

Kontakt a.franz@hszg.de

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Kontakt f.grabes@hszg.de

Foto: Jens Freudenberg

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Foto: Jens Freudenberg

Neues Verwaltungspersonal

Yvonne Trenkler Sekretärin Akademische Verwaltung An der Hochschule seit Januar 2013 Geboren 1962 in Berlin

Frau Trenkler lernte Bürokauffrau und Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch-Russisch. Zudem erwarb Sie an der Fachschule das Diplom Kulturarbeiter. Sie arbeitete an verschiedenen kulturellen Einrichtungen des Kreises Görlitz, später dann als Sekretärin, zuletzt bei der Zittauer Bildungsgesellschaft. Seit Januar ist sie Sekretärin der Akademischen Verwaltung an der Hochschule Zittau/Görlitz. In ihrer Freizeit ist sie als ehrenamtliche Betreuerin aktiv und betreibt Geschichtsforschung.

Kontakt y.trenkler@hszg.de


Menschen // Einblick

Foto: privat

Neuberufungen

Foto: Jens Freudenberg

Prof. Dr. phil. habil. Raj Kollmorgen Fakultät Sozialwissenschaften Lehrgebiet Management sozialen Wandels An der Hochschule seit März 2013 Geboren 1963 in Leipzig

Prof. Dr. phil. habil. Raj Kollmorgen studierte Philosophie, Gesellschaftswissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Berlin, promovierte 1999 in Soziologie an der Universität Jena und habilitierte sich 2010 an der Universität Magdeburg. Neben seinen Tätigkeiten in Halle, Berlin, Jena, Magdeburg und Erfurt, arbeitete er als Visiting Professor an der University of Toronto (Kanada) sowie der Universität Cluj-Napoca (Rumänien). Seit März 2013 vertritt er an der Hochschule Zittau/Görlitz die Professur für Management sozialen Wandels. Zudem ist Prof. Kollmorgen Studiengangsleiter des gleichnamigen Masterstudiengangs. Seine Forschungsschwerpunkte sind der postsozialistische Wandel in Mittel-/Osteuropa und Ostdeutschland sowie sozial-ökologische und sozio-politische Transformationsprozesse in Europa, Deutschland und der Region. „Meine soziologische Neugier ist in den späten 1980er Jahren gewachsen und kreist seitdem vor allem um Probleme des sozialen Wandels und besonders seine radikalen Formen. Meine Auslandsaufenthalte in Nordamerika sowie Mittel- und Osteuropa

waren wichtig für das Begreifen der Vielfalt sozialer Praxis, ihrer tief in die Geschichte reichenden Quellen und der Fragilität solidarischer Vergesellschaftung“, so Prof. Kollmorgen. Ziele seiner Tätigkeit an der HSZG sind die Profilierung des Masterstudiengangs „Management sozialen Wandels“ sowie die Internationalisierung von Lehre und Forschung mit besonderem Blick auf die mittelosteuropäischen Nachbarländer. Prof. Kollmorgen legt in der Organisation und inhaltlichen Gestaltung der Lehre Wert auf die Möglichkeit, auch unkonventionelle Lehr- und Lernformen auszuprobieren. Interessierte Studierende lässt er zudem an laufenden Forschungsvorhaben beteiligen. Zudem ermutigt Prof. Kollmorgen seine Studierenden dazu, soziale Praxis unter Nutzung des akademischen Rüstzeugs verantwortlich mitzugestalten.

Prof. Dr. rer. pol. Dipl.-Wi.-Ing. Tino Schütte studierte Wirtschaftsingenieurwesen in Dresden sowie Großbritannien und promovierte im Bereich der Industrieökonomik an der TU Dresden.

An die Hochschule Zittau/Görlitz zog es ihn wegen ihres Schwerpunktes Energie und Umwelt. Er freut sich auf ein konstruktives Arbeitsumfeld und einen engen Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden sowie zwischen Lehre, Forschung und Praxis. Den Studierenden seines Studienganges sagt er sehr gute Berufsaussichten voraus. Neben praxisnahen Vertiefungsveranstaltungen mit Exkursionen ist ihm eine solide Grundlagenausbildung wichtig.

Bevor er zum Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Energie-, Verund Entsorgungswirtschaft, an die Hochschule Zittau/Görlitz berufen wurde, war er in der Abteilung Geschäftsfeldentwicklung der ENSO Energie Sachsen Ost AG tätig.

Prof. Dr. rer. pol. Dipl.-Wi.-Ing. Tino Schütte Fakultät Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen, Lehrgebiet Energie, Ver- und Entsorgungswirtschaft An der Hochschule seit März 2013 Geboren 1978 in Dresden

Herr Prof. Schütte ist zugleich neuer Verantwortlicher für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen. Mit seiner Tätigkeit an der HSZG möchte Prof. Schütte für sein Fachgebiet begeistern und aktuelle Entwicklungen der Energie-, Wasser- und Abfallwirtschaft wissenschaftlich begleiten.

Kontakt r.kollmorgen@hszg.de

Seine Freizeit verbringt Prof. Schütte am liebsten mit seiner Familie in der Natur, mit Freunden und mit Sport, insbesondere Triathlon. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Kontakt t.schuette@hszg.de

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Einblick // Menschen

Verabschiedungen Prof. Dr.-Ing. Christian Schurig lehrte seit 1993 als Professor für Holzbau und Stahlbau an der Fakultät Bauwesen. Als amtierender Studiendekan führte er 1993/94 den Studiengang „Wohnungs- und Immobilienwirtschaft“ ein. 1997 bis 2006 war Prof. Schurig Studiengangsbeauftragter des Studiengangs Bauingenieurwesen sowie gleichzeitig Mitglied des Fachbeirates und Vorsitzender der Studienkommission. Forschungsschwerpunkt von Prof. Schurig war die Erhaltung und Sanierung von historischen Holztragwerken (v.a. Umgebindehäuser). Foto: Jens Freudenberg

Prof. Dr.-Ing. habil. Reinhard Schwerter wurde 1993 als Professor für Erd- und Grundbau an die Fakultät Bauwesen berufen. Neben seiner geotechnischen Lehre an der Hochschule Zittau/Görlitz war er Lehrbeauftragter an der Bergakademie Freiberg, der HTW Dresden und des IHI Zittau. Er leitete Forschungsprojekte, war Gutachter, Inhaber von Patenten und Mitglied nationaler geotechnischer Gremien. Prof. Schwerter war von 1997 bis 2000 Studiendekan und von 2000 bis 2006 Dekan der Fakultät Bauwesen. Foto: Jens Freudenberg

Prof. Dr. phil. Manfred Thiel war seit 1994 an der Hochschule Zittau/Görlitz im Fachbereich Informatik als Professor für Grundlagen der Informatik/Softwareengineering beschäftigt. Neben seiner Lehrtätigkeit hat er sich stets in der akademischen Selbstverwaltung engagiert. Von 2000-2003 und von 2006-2009 war er Dekan des Fachbereichs. Darüber hinaus hat er die Neisse University mit initiiert. In der Forschung befasste er sich erfolgreich mit den Herausforderungen des maschinellen Übersetzens. In zahlreichen Projekten mit der Stadt Görlitz hat er seine Verbundenheit zur Region zum Ausdruck gebracht. Foto: privat

Prof. Dr. rer. nat. Klaus Wendler war seit 1993 als Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Zittau/Görlitz tätig. Neben seiner Lehrtätigkeit engagierte er sich für den Ausbau der 1993 noch bescheidenen rechentechnischen Basis für die Lehre. Auch in der Selbstverwaltung der Hochschule war Prof. Wendler aktiv: so war er u.a. von 2000 bis 2003 Mitglied im Senat, 12 Jahre lang Mitglied im Fachbereichsrat/Fakultätsrat sowie neun Jahre lang Mitglied im Prüfungsausschuss der Fakultät Mathematik/Naturwissenschaften sowie der Fakultät Wirtschaftswissenschaften. Foto: privat

„Am spannendsten waren die Anfangsjahre von 1990 bis 2000“, erinnert sich Prof. Dr. oec. Joachim Zielbauer. In dieser Zeit wirkte er entscheidend daran mit, die Strukturen der Hochschule aufzubauen. Seit 1990 war er Professor für Energiewirtschaft an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften. Von 1997 bis 2003 war Prof. Zielbauer Dekan der Fakultät. Als Prorektor für Forschung (2003-2010) konnte er einen Zuwachs von 4 Millionen auf zuletzt 6 Millionen Euro verzeichnen – ein Spitzenwert in Deutschland. Zudem war er Mitglied des Senats und des Wissenschaftsrats sowie aktiv im Verein SIRE. Foto: Jens Freudenberg

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Menschen // Einblick

Azubi und BA-Studentin berichten

Dort hatte ich dann vor allem die Aufgabe, Rechnungen zu bearbeiten. Also zum Beispiel zu kontieren und anschließend zu buchen, um sie später bezahlen zu können. Aber auch die Krankenstatistik zu führen oder Lohnscheine abzulegen, waren meine Aufgaben. Dazu hatte ich den Auftrag, während meiner gesamten Praktikumszeit an einer Belegarbeit zu arbeiten. Das Thema wurde mir vorgegeben und lautete „Beschreiben Sie den Weg vom Auslösen einer Bedarfsmeldung bis hin zum Wareneingang am Beispiel von MBE in Eibau“. Diese galt es, am Schluss der

Seit Oktober letzten Jahres bin ich, Pauline Weigert, als BA-Studentin an der Hochschule Zittau/Görlitz beschäftigt. Ich bin 19 Jahre alt und komme aus Bautzen. Im Rahmen meines Studiums „Public Management“ an der Staatlichen Studienakademie Bautzen absolviere ich hier meine Praxisphasen.

Alles in allem hat mir auch die Arbeit dort sehr viel Spaß gemacht, denn sie bestand aus völlig anderen Tätigkeiten, mit denen ich zuvor noch nichts zu tun hatte.

die Hochschule Post und unsere Ergebnisse waren da. Mit den 76%, die ich dabei erreicht habe, bin ich eigentlich recht zufrieden, obwohl ich mir noch ein bisschen mehr erhofft hatte. Im Moment läuft erst einmal der normale Arbeitsablauf. Und ehe wir uns versehen, beginnt ab September unser drittes und letztes Lehrjahr. - Nicole Röntsch -

Foto: privat

Einen Zeitraum von vier Monaten habe ich dabei im Praktikum verbracht. Das ist fester Bestandteil unserer Ausbildung, um auch in den Bereich des Rechnungswesens einen Einblick zu bekommen. Ich war dafür bei der Firma MBE in Eibau. Diese Maschinenbaufirma ist einer unserer Praxispartner, bei dem die Auszubildenden schon seit Jahren das Betriebspraktikum absolvieren.

vier Monate zu verteidigen. Am Tag der Verteidigung war ich furchtbar aufgeregt, doch ich nahm all meinen Mut zusammen und versuchte alles, so gut ich konnte, vorzustellen. Diese Aufgabe bedeutet letztendlich eine Überprüfung dessen, ob wir den Sachverhalt, den es bei MBE zu bearbeiten gab, verstanden haben.

Nun bin ich also seit Mitte Februar wieder in der gewohnten Umgebung zurück. Ich sitze jetzt wieder in der Studienberatung, die einen Teil der Akademischen Verwaltung bildet. Ich war hier ganz am Anfang meiner Ausbildung schon einmal, sodass es diesmal nicht komplettes Neuland bedeutet. Ebenfalls im Februar stand die Zwischenprüfung an. Wir mussten dafür nach Löbau ins BSZ fahren und absolvierten dort die Beantwortung des Fragebogens. Mit einem relativ guten Gefühl fuhr ich anschließend nach Hause. Dann galt es ungefähr vier Wochen auf die Ergebnisse zu warten. Die Zeit kam mir ganz schön lang vor. Schließlich bekam

Azubi Nicole Röntsch

Dabei gehören die Bearbeitung des Internetauftritts der Hochschule, Zuarbeiten für die Organisation der Absolventenfeier und das Hochschulmagazin „Einblick“ zu meinen Aufgabengebieten. - Pauline Weigert -

Foto: privat

Mittlerweile habe ich nun schon die Hälfte meiner Ausbildung an der Hochschule hier in Zittau geschafft. Die Zeit ging rasend schnell vorbei.

Bisher wurde ich in meinen ersten zwei Praxisabschnitten in der Öffentlichkeitsarbeit unter Leitung von Frau Pfitzner und Frau Krug eingesetzt. Berufakademie-Studentin Pauline Weigert

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Jubiläen 2013

Impressum

Hausjubiläen

Herausgeber: Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz

10-jähriges Frank Demczenko, Tom Förster, Roland Giese, Thomas Muche, Uwe Schnell, Rebecca Smith, Klaus ten Hagen, Jörn Wussack, Anke Zenker-Hoffmann 20-jähriges Bernd Berger, Ulrike Gräßel, Hansjörg Huber, Bernd Kaufmann, Hans-Joachim Kretzschmar, Michael Otto, Brigitte Pyerin, Christian Schurig, Reinhard Schwerter, Hermann Slansky, Norbert Störmer, Bernhard Urban, Christian Wagenknecht, Norbert Zillich, Michael Zocher 30-jähriges Martina Fleischer, Frank Holz, Stefan Kühne, Fred Schulz, Klaus Seibt, Andrea Tietz, Frank Zimmermann 40-jähriges Roland Bärsch, Irina Ender, Christina Hoyer, Günter Micklisch, Ernst Richter

Dienstjubiläen 25-jähriges Wolfgang Kästner, Jürgen Kawalek, Hans-Joachim Kretzschmar, Wolfgang Meinck, Annette Muschner, Cornelia Nave, Uwe Pilz, Rudolf Schmitt, Jürgen Schoenherr 40-jähriges Roland Bärsch, Undine Bode, Irina Ender, Gisela Hempel, Ernst Richter

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Redaktion: Melanie Krug 03583 611560 m.krug@hszg.de Lektorat: Christina Hoyer, Hella Trillenberg Satz und Gestaltung: Hochschulrechenzentrum Druck: Druckerei Gottschalk in Aken (Elbe) Gedruckt wurde mit Bio-Farben auf 100% Ökopapier. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung der Autoren wieder. Bei unverlangt eingesandten Texten/Fotos besteht keine Gewähr für einen Abdruck. Die Redaktion behält sich Änderungen eingesandter Texte vor.


Hochschulmagazin "Einblick" 01/2013