Page 6

treffpunkt campus

Sechs Monate Praktikum in Shanghai Foto: Stefan Risch

Einmal China und zurück

Aubry Laschek studiert Journalistik / Medienmanagement an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Sein Auslandspraktikum verbrachte der 28-Jährige in der chinesischen Großstadt Shanghai. Für treffpunkt campus hat er seine Erlebnisse zusammengefasst. Im Vorfeld dieser sehr langen Reise informierte ich mich gezielt darüber, wie ich mein Auslandspraktikum am besten gestalten kann und welche Vorbereitungen ich treffen sollte. Ein Tipp vorweg: Besonders hilfreich in der Vorbereitung empfand ich die Auslandsveranstaltungen wie „Ferndurst und Wissensweh“ oder das „Buddy programm“ an unserer Hochschule. So konnte ich bereits vor meinem Praktikum von den Erfahrungen anderer Studierender im Ausland profitieren. Meine Wahl fiel auf China, da ich wissen wollte was hinter dem Begriff „Made in China“ steckt und ob die asiatische Kultur wirklich so vielfältig ist. Mit Shanghai lernte ich eine Metropole kennen, in der heute über 23 Millionen Menschen leben und die zu den größten Städten Chinas gehört. Ich wohnte im zentralen Stadtbezirk Xujiahui im 19. Stock eines Hochhauses. Es lag verkehrsgünstig und ich konnte schnell das Zentrum mit der Metro erreichen. Dort liegt der Peoples Square und die Nanjing Lu. „Lu“ ist die umgänglichere Bezeichnung für Straße in China. Die Nanjing Lu ist eine der größten Einkaufsstraßen der Welt. Nahezu jede Firma scheint hier vertreten zu sein, ein wahres Shopping-Paradies für die Chinesen. 6

Durch die unterschiedlichen Leuchtreklamen ist diese Straße besonders am Abend sehr sehenswert. Am Ende der Nanjing Lu lässt sich der „Bund“, die Attraktion im Zentrum der Stadt, erreichen. Diese 1,5 Kilometer lange Uferpromenade liegt direkt am Huangpu-Fluss, an dem sich Touristen oder Geschäftsleute treffen, um die bunt beleuchtete Skyline zu betrachen. In den Seitengassen der Touristenzentren lassen sich viele kulinarische Kostbarkeiten finden, die allerdings für europäische Gaumen auch viel Seltsames bereithalten. Probiert habe ich zum Beispiel Skorpion am Spieß, aber auch Insekten, Schlangen und Frösche wurden an den Ständen angeboten. Auf diese kulinarischen Herausforderungen habe ich allerdings verzichtet. Die Chinesen sind sehr gastfreundlich und gemeinsames Essen von einer riesigen Servierplatte gehört zur Kultur im Land. Die chinesische Küche ist sehr vielfältig, regional unterschiedlich und eng mit Tradition oder Festen verbunden. Mein Praktikum absolvierte ich bei einer deutschen Werbemittelfirma in Shanghai. Ich konnte hier Einblicke in die Entwicklung und Produktion von Werbeartikeln in China bekommen. Im ersten Teil meines Praktikums habe ich vornehmlich im Grafik- und Designbereich gearbeitet, um ein Gefühl für den Gestaltungsprozess in der Produktentwicklung zu bekommen. Im Rahmen der Produktion und Qualitätskontrolle besuchte ich mehrere Produktionsstellen in Shanghai, um die Serienfertigung vor Ort zu betrachten. In Absprache

mit dem Geschäftsführer durfte ich die Ideen unserer Kunden in Photoshop und 3D-Programmen visualisieren und eigene Vorschläge unterbreiten. Ich entwickelte Ideen für Büroartikel, Schreibutensilien, Organizer, Taschen oder Textilien. Neben Design-Entwicklungen für Kunden, überarbeitete ich die Corporate Identity meines Praktikumsunternehmens. Ich entwickelte ein neues Firmenlogo, mehrere Broschüren, Produktinformationen und einen Werbemittelkatalog auf Englisch und Deutsch. Das Alleinstellungsmerkmal meines Unternehmens ist die Entwicklung und Produktion von Werbeartikeln aus einer Hand. Viele Unternehmen kaufen ihre Werbemittel vom regionalen Großhändler, der wiederum vom Großhändler in China bezieht. Dadurch dass Shanghai Everjoy Gift diese beiden Schritte umgeht (indem das Unternehmen selber in China produziert), profitieren die Kunden von einer günstigen Preisstruktur. Ein weiterer wichtiger Teil des Praktikums war die eigenverantwortliche Übernahme sämtlicher Online- und Social-MediaMarketingaktivitäten auf Facebook, Twitter, Linkedin oder Xing. Hierbei ist zu erwähnen, dass aufgrund der Internetzensur in China manche Onlineaktivitäten auf regionale Webseiten, wie z. B. „Weibo“, „QQ“ oder „Alibaba“, ausgelagert wurden. Zusammenfassend kann ich meinen Auslandsaufenthalt als sehr lehrreich, nützlich und interessant bezeichnen. AUBRY LASCHEK

Profile for Hochschule Magdeburg-Stendal

treffpunkt campus 76 (Februar 2014)  

#76, Magazin der Hochschule Magdeburg-Stendal

treffpunkt campus 76 (Februar 2014)  

#76, Magazin der Hochschule Magdeburg-Stendal

Advertisement