Page 1

Dezember 2012

Nr. 69 :: Dezember 2012

Mission: Professionalisierung der Lehre ZLH mit neuer Leitung

Vom zarten Pflänzlein zum sehenswerten Baum

Die „schiefen“ Säulen des Magdeburger Doms

20 Jahre Studieren in der Hansestadt Stendal

Master-Studierende untersuchen Bauwerksdeformationen


treffpunkt campus

Editorial

Optimale Betriebsgröße Stendal bekam während der vergangenen Wochen einige zusätzliche Aufmerksamkeit. Das hing vor allem mit der Festwoche zusammen, die anlässlich der nun bereits 20 Jahre währenden Geschichte des Studienstandortes veranstaltet worden war (S. 12/13). Anfang November tagte das Kuratorium der Hochschule auf dem Campus an der Osterburger Straße, ließ sich dort nicht nur die Studiengangstrukturen und Forschungsschwerpunkte der beiden Fachbereiche erläutern, sondern erklärte in einer Pressemitteilung, die Hochschule Magdeburg-Stendal nehme durch die konsequente Wahrnehmung ihrer Lehr-, Forschungs- und Weiterbildungsaufgaben in der Wissenschaftslandschaft Sachsen-Anhalts und weit darüber hinaus eine wichtige und unverwechselbare Rolle ein. Die Hochschule habe mit ihren zwei Standorten eine optimale Betriebsgröße erreicht. Im Gegensatz zu kleineren Fachhochschulen mit einem eingeschränkten Fächerspektrum könne sie mit der vorhandenen Größenordnung Bedarfsänderungen des Arbeitsmarktes in der inhaltlichen Ausrichtung ihrer Studienangebote wesentlich besser aufgreifen. Das Kuratorium erteilte in diesem Zusammenhang erst kürzlich laut gewordenen Gedankenspielen aus dem politischen Raum eine eindeutige Absage, aus dem Hochschulstandort Stendal eine eigenständige Hochschule zu machen. Die optimale Betriebsgröße ermöglicht es offenbar, dass 1.415 Studienanfänger zum Wintersemester gezählt werden konnten, dass Drittmittel in beachtlicher Höhe eingeworben und dass zusätzlich auch noch Preise gewonnen werden. Zuletzt der Preis des auswärtigen Amtes für exzellente Betreuung ausländischer Studierender, den es für zwei Projekte gab – die Late Summer School (S. 4) und das Tutorium Internationales (S. 21). Wie Absolventen die Kreativwirtschaft in Magdeburg beleben, wurde kürzlich per Studie herausgefunden. Die Mitteldeutsche Zeitung stellte in diesem Zusammenhang sogar fest, Industriedesign verschaffe Magdeburg Auftrieb und Vorteile gegenüber Halle. Dazu passt der Gewinn des MDR-Designpreises durch einen Absolventen des Instituts für Industrial Design (S. 21). Und nicht ganz zufällig hat treffpunkt campus einen Firmengründer gefunden, der zu Magdeburgs Kreativwirtschaft gehört und auch an der Hochschule studiert hat (S. 5). Norbert Doktor Titelbild

Voran gehen 2011 wurde das Zentrum für Lehrqualität und Hochschuldidaktik (ZLH) neu an der Hochschule gegründet. Mit Mitteln aus dem Qualitätspakt Lehre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) werden Projekte und Ideen zur Verbesserung der Lehrqualität voran gebracht. Ansprechpartner dafür sind Prof. Dr. Marianne Merkt (Mitte) als Leiterin des Zentrums und als einzige Professorin für Hochschuldidaktik in Deutschland sowie Ina Hanke (links) und Simone Winkler (rechts), die die Geschäftsstelle des ZLH bilden. Mehr über das ZLH im Interview mit Marianne Merkt auf Seite 5. Victoria Grimm Foto: Lukas Schulze 2

Inhalt

Der Campus in Madaba ist eröffnet! Eines der wichtigsten internationalen Hochschulprojekte der Bundesregierung

3

Freiwillig zwei Wochen früher mit dem Studium beginnen – warum nicht? Late Summer School: Alle fünf Magdeburger Fachbereiche waren beim vierten Mal mit dabei

4

Ein klares „Ja“ zur Selbständigkeit Michael Kühle studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule

5

Titelthema Mission: Professionalisierung der Lehre Zentrum für Lehrqualität und Hochschuldidaktik mit neuer Leitung

6

Ausgleich: volkswirtschaftlich notwendig Föderalismus im Bildungswesen und Zahl der Studienplätze

8

Impressum 8 „Meet people!“ USA-Exkursion des Fachbereichs Bauwesen

9

campusgeflüster 9 Mehr Flexibilität für Studierende mit Kind Eröffnung der Kindertagesstätte „CampusKids“

10

Platz für kreative Ideen und Innovationen Gründerwoche Deutschland

10

Titelthema Die „schiefen“ Säulen des Magdeburger Doms Master-Studierende am Fachbereich Bauwesen untersuchen Bauwerksdeformationen 11 Titelthema „Vom zarten Pflänzlein zum sehenswerten Baum“ 20 Jahre Studieren in der Hansestadt Stendal

12

„Das Wunder von Stendal“ Festveranstaltung mit Anfangserinnerungen und Selbstbewusstsein 13 campusgeflüster 14 Deutsch als Fremdsprache Studentin dolmetscht Lesung britischer Autorin in der Stadtbibliothek Magdeburg Kinder und Jugendliche als „handelnde Subjekte“ betrachten Sieben Jahre Ringvorlesung an der Hochschule „Nutzt Eure Möglichkeiten!“ Dr. Andreas Schulze studierte Elektrotechnik an der Hochschule Magdeburg-Stendal

14

15

16

Tipps zum Studienabschluss von Prof. Dr. Wilfried Daehn

16

Mit Rotation zur inneren Balance Die Kunst des Jonglierens – ein Selbstversuch

17

campusgeflüster 18 „Wir kümmern uns um euch!“ Der neue Studentenrat und seine Ziele

18

Interkulturelle Musiktherapie Hochschulbeteiligung bei Tagung in Istanbul

19

Renommierter Forscher zu Besuch 19 Nachrichten 20 Personalien

23


Dezember 2012

Eines der wichtigsten internationalen Hochschulprojekte der Bundesregierung

Der Campus in Madaba ist eröffnet!

Foto: vorlautfilm

Besonders unterstrichen wurde der Stellenwert dieser Veranstaltung dadurch, dass der jordanische König und die Königin teilnahmen. Für alle Beteiligten war es ein beeindruckendes Erlebnis, wozu sowohl der Kontrast zwischen arabischer Folklore und modernster Labortechnik als auch die Begeisterung der jungen jordanischen Studierenden mit beitrug. 3.000 Studierende hat die GJU mittlerweile, der neue Campus ist insgesamt 162.000 Quadratmeter groß. 116.000 Quadratmeter Nutzfläche für Verwaltung und Fachbereiche sind bereits fertiggestellt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Studierende,

Dieses Semester sind übrigens 18 jordanische Studierende im Rahmen ihres Deutschlandjahres an unserer Hochschule. Vielleicht weckt dies auch bei den deutschen Studierenden unserer Hochschule Interesse, ein Semester oder ein Jahr an der GJU in Amman zu verbringen. Die Zahl der deutschen Studierenden dort wächst jedenfalls kontinuierlich. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erfolgreichen weiteren Semesterverlauf, ein gesegnetes und ruhiges Weihnachtsfest und ein frohes, gesundes neues Jahr. Ihr Andreas Geiger

Fotos: GJU

dass Bundesministerin Annette Schavan und unser Ministerpräsident Reiner Haseloff sich auf den Weg nach Amman begaben, musste schon einen besonderen Anlass haben. Und den gab es am 21. Oktober dieses Jahres auch. Galt es doch die Einweihung des neuen Campus der German-Jordanian University (GJU) in Madaba, in der Nähe von Amman, zu feiern. Warum erzähle ich Ihnen dies? Weil es wohl das wichtigste und auch erfolgreichste Projekt im Programm „Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland“ ist, das wir im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschienstes (DAAD) seit 2004 für die Projektdurchführung verantwortlich zeichnen und darüber hinaus die Federführung bei der Koordination des aus ca. 70 deutschen Hochschulen bestehenden Konsortiums im Rahmen dieses Projektes haben. Insofern war es nicht nur ein großer Tag für die GJU, sondern auch wir können stolz auf das Erreichte sein. Und dieses hat der Ministerpräsident in seiner Grußbotschaft auch ausdrücklich vermerkt.

Was für uns bleibt, ist nicht nur die Tatsache, dass das Projekt gerade mit einer hohen Fördersumme verlängert worden ist und wir damit die nächsten vier Jahre die Projektleitung innehaben. Aufgrund der Tatsache, dass zu der Delegation aus Sachsen-Anhalt auch fünf Landtagsabgeordnete aus dem Ausschuss Wissenschaft und Wirtschaft gehörten, konnten diese sich ein anschauliches Bild davon machen, wie die Rolle unserer Hochschule im Rahmen dieses Projektes ist. Es war jedenfalls eine gute Gelegenheit, sich in diesem internationalen Kontext zu präsentieren, und es gab insgesamt viel Lob der Abgeordneten für unser Engagement.

Dr. Reiner Haseloff; Dr. Amin Mahmoud, Seine Majestät Abdullah II. bin al-Hussein; Mitglied Board of Trustees GJU; Prof. Dr. Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin Annette Schavan; Prof. Dr. Labib Khad- für Bildung und Forschung ra, Präsident GJU; Prof. Dr. Wajih Oweis, Wissenschaftsminister Jordanien

Campuseröffnung der German-Jordanian University in Madaba – ein beeindruckendes Erlebnis

3


treffpunkt campus

Late Summer School: Alle fünf Magdeburger Fachbereiche waren beim vierten Mal mit dabei

Freiwillig zwei Wochen früher mit dem Studium beginnen – warum nicht?

Foto: Matthias Piekacz

288 Erstsemester tummelten sich bereits vom 17. bis zum 28. September 2012 auf dem Campus im Herrenkrug, obwohl der Semesterstart erst für Anfang Oktober angesetzt war. In den zwei Wochen der Late Summer School wurde gepaukt und strukturiert, aber auch gelacht und entspannt.

Erster Studientag: Der Wecker klingelt viel zu früh. Extra pünktlich die Wohnung verlassen und trotzdem die Straßenbahn verpasst, weil die Haltestellen an der Kreuzung so unübersichtlich angeordnet sind. Endlich angekommen. Haus 14 – Wo ist dieses Haus 14? Über den Campus rennen, die Treppen hoch, rein in den Seminarraum und musternde Blicke von den neuen Kommilitonen inklusive Lehrkraft ernten. Ein Albtraum jedes Erstsemesters, der sich zumindest für die Teilnehmer der diesjährigen Late Summer School (LSS) nicht bewahrheitet hat. In den beiden letzten Septemberwochen boten die Fachbereiche Kommunikation und Medien, Sozial- und Gesundheitswesen, Ingenieurwissenschaften und Industriedesign, Bauwesen und Wasser- und Kreislaufwirtschaft ihren Erstsemestern sowie das International Office den ausländischen Studierenden ein volles Programm an Unterrichtseinheiten, freiwilligen Projekten, Unterhaltung und Hilfestellungen. Die Fäden für die Umsetzung dieser umfangreichen Veranstaltung werden seit zwei Jahren durch das Zentrum für Weiterbildung gesponnen. Der Hauptorganisator Andreas Schmiedecke verfolgt ein konkretes Ziel mit der Late Summer School (LSS): „Die LSS soll auf das Studium vorbereiten und so den Studienerfolg erhöhen, denn die belegten Kurse können im späteren 4

Studienverlauf eine große Hilfe sein. Außerdem lernt man die Stadt und den Campus schon vorher kennen, man hat Zeit für die An- oder Ummeldung, kann sich womöglich noch in Ruhe eine Wohnung suchen oder auch Dozenten kennenlernen.“ Je nach Fachbereich fand für die Teilnehmer der passende Unterricht statt: Mathematik-Grundlagen für die Ingenieure, deutsche Grammatik für die ausländischen Studierenden oder Technikgrundlagen für die angehenden Journalisten. Zum Sportturnier, zur Campusführung oder zur Kneipen-Tour trafen sich dann wieder alle gemeinsam. Auch zu den freiwilligen Projektarbeiten konnten sich Gruppen aus den verschiedensten Fachbereichen zusammentun. „Ich war dieses Jahr ganz besonders von den Ergebnissen der Projektgruppen begeistert. Es herrschte ein großer Andrang, Elan und eine Ernsthaftigkeit vom ersten bis zum letzten Tag. Die Ausarbeitungen und Präsentationen waren beeindruckend“, so Schmiedecke. Ausländische und deutsche Studierende frühzeitig zusammenbringen, das war ursprünglich die Ausgangsidee der Late Summer School. 38 ausländische Studierende, sogenannte „Incomings“, nahmen dieses Jahr an den Einführungswochen im September teil. Neben Frankreich, Spanien, Lettland, Belgien und Polen waren

auch Studierende aus China und Jordanien vertreten. „Ich habe mich hier gleich wohlgefühlt, fast schon, als ob ich neben einem Incoming auch ein Deutscher wäre“, erzählt Abdallah Bairuti, ein 21-jähriger Student aus Amman, Jordanien. Er studiert an der Hochschule Fachkommunikation im ersten Semester, in Jordanien ist es bereits sein siebtes. „Der Deutschunterricht hat mir sehr gut gefallen, auch wenn wir dieselben Themen in den ersten Semesterwochen noch einmal durchgenommen haben. Außerdem fand ich die Willkommens-Party, die Stadtführung und unser Projekt super. Die deutschen Studierenden waren überrascht, wie gut wir Incomings unsere Präsentation in ihrer Sprache vortragen konnten“, erzählt Abdallah. „Dennoch“, ergänzt Schmiedecke, „wünsche ich mir eine noch stärkere Vermischung der ausländischen und der deutschen Studierenden. Wir haben einen großen Schritt gemacht, aber es gibt noch viel Luft nach oben.“ Freiwillig früher beginnen? „Ja!“, antwortet Johannes Scholz aus Hannover. Der 20-Jährige studiert Kreislaufwirtschaft im ersten Semester und nahm an dem Mathematikunterricht für den Fachbereich Wasser- und Kreislaufwirtschaft teil. „Ich hatte eineinhalb Jahre keinen Mathematikunterricht mehr und war daher sehr dankbar für unseren kompetenten Dozenten während der LSS, und auch die Wahlseminare waren sehr hilfreich. Außerdem habe ich viele Studierende und jetzige Freunde aus anderen Fachbereichen kennenlernen dürfen“, erzählt der Student. Dass die Late Summer School ein beispielhaftes Angebot ist, empfanden auch das Auswärtige Amt und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und zeichneten deshalb das Projekt „Welcome für Incomings“, ein Zusammenschluss der LSS und des Tutoriums Internationales, mit dem Preis des Auswärtigen Amtes für exzellente Betreuung ausländischer Studierender im Jahr 2012 aus. DEBORAH SCHMIEG


Dezember 2012

Michael Kühle studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule

Ein klares „Ja“ zur Selbständigkeit Welche Hürden gibt es bei dem Schritt in die Selbständigkeit? Als Erstes muss man sich überlegen, welches Risiko man bereit ist einzugehen. Als das Konzept, inklusive Businessplan fertig war, war die größte Einstiegshürde für uns die Anschubfinanzierung. Als die Finanzierung dann stand, haben wir innerhalb eines halben Jahres das Büro und das Team aufgebaut. Mittlerweile besteht unser Team aus 18 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Wir können also auf ein gesundes und solides Wachstum in den letzten fünf Jahren zurückblicken.

Foto: Wolf Brüning

absolventen interview

Michael Kühle – Geschäftsführer webvariants GbR Der Schritt in die Selbständigkeit direkt nach dem Studium erscheint vielen Studierenden zu riskant. Einer, der es gewagt hat, ist Michael Kühle – Mitgründer und Geschäftsführer des Webentwicklungsunternehmens webvariants in Magdeburg. Mit treffpunkt campus sprach er über Chancen und Hürden.

Magdeburg-Stendal habe ich bereits ein Informatikstudium in Jena absolviert. Dass sich daran ein Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen anschloss, war für die berufliche Laufbahn, die ich einschlagen wollte, ganz klar. Das Studieren an sich hat mir immer Spaß gemacht und hat mich auch als Mensch geformt.

Wie ging es nach Ihrem Studium weiter? Dass es auf eine Selbständigkeit hinauslaufen könnte, war mir schon zu Beginn meines Studiums klar. Ich habe dann schon während des Studiums die Gründung der Firma vorangetrieben. Nachdem ich im letzten Semester alle Prüfungen absolviert hatte, habe ich direkt angefangen zu arbeiten. Während der ersten Monate im Büro habe ich dann meine Abschlussarbeit geschrieben.

In welchem Bereich ist Ihr Unternehmen tätig und wie sieht ein typischer Arbeitstag aus? Webvariants ist ein Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Webentwicklung. Wir übernehmen für diverse Unternehmen die Projektumsetzung. Vorrangig arbeiten wir für Agenturen aus den Bereichen Design, Werbung und Marketing.

Inwieweit hat Sie das Studium auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet oder inspiriert? Also das Studium bereitet schon in gewisser Weise auf die spätere Berufstätigkeit vor. Es ist vor allem wichtig, um ein breites Wissen zu erlangen und sich Kenntnisse anzueignen, die einem im alltäglichen Arbeitsablauf weiterhelfen. Vor dem Studium an der Hochschule

Einen typischen Tag gibt es für mich eigentlich nicht. Jeder Tag ist anders. Ich bin in erster Linie für das Marketing und den Vertrieb zuständig. Das beinhaltet das Wahrnehmen von Kundenterminen, Netzwerkarbeit, Kundenakquise und im Moment den Aufbau neuer Standorte in Berlin und Hamburg. Einmal in der Woche treffen wir uns dann in Magdeburg zum Geschäftsführermeeting, um uns auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen.

Würden Sie Studierenden dazu raten, sich nach dem Studium selbständig zu machen? Ich würde schon dazu raten. Es gibt genug Menschen, die mit ihrem Knowhow diesen Schritt wagen könnten. Man braucht natürlich auch eine gute Idee, aber man muss auf keinen Fall das Rad neu erfinden. Ein typischer Weg in die Selbständigkeit ist für mich, wenn man einfach Dinge besser machen kann als andere. Welche Eigenschaften muss man für diesen Schritt mitbringen? Man sollte sehr flexibel und offen für Risiken sein. Außerdem sollte man sich der Verantwortung, sich und anderen gegenüber, bewusst sein. Sehr wichtig ist auf jeden Fall ein gutes und zuverlässiges Team. Ohne das wären die Einstiegshürden sicher größer. Gibt es etwas, dass Sie, bezogen auf Ihr Studium oder Ihren beruflichen Werdegang, aus heutiger Sicht anders machen würden? Im Prinzip kann ich diese Frage mit Nein beantworten. Sicherlich gibt es nach einigen Jahren immer Dinge die man ggf. anders oder besser, was auch immer, machen würde. Wahrscheinlich hätte ich die Abschlussarbeit in einer kürzeren Zeit schreiben können, wenn ich die Zeiten anders priorisiert hätte. Absolventen und Studierende können sich in der Xing-Gruppe der Hochschule vernetzen: www.xing.com/net/fhmd Das Interview führte Nancy Hase 5


treffpunkt campus

Zentrum für Lehrqualität und Hochschuldidaktik mit neuer Leitung

Mission: Professionalisierung der Lehre Mit der finanziellen Unterstützung durch den Qualitätspakt Lehre sind der Hochschule Möglichkeiten gegeben worden, die Qualität der Lehre zu verbessern. Mit Gründung des Zentrums für Lehrqualität und Hochschuldidaktik (ZLH) wurde eine Einrichtung geschaffen, der nun eine Leitung vorsteht, die jahrelange Erfahrung in der Hochschuldidaktik hat. Prof. Dr. Marianne Merkt, die auch Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (DGHD) ist, kam im Oktober an die Hochschule. treffpunkt campus sprach mit der studierten Romanistin über die Ziele ihrer Arbeit in Magdeburg und Stendal.

Foto: Matthias Piekacz

(SWS) gestaltet. Wenn das Curriculum sehr eng entwickelt ist und Studierende an mehreren Fachbereichen gelehrt werden, haben sie Zeitfenster von 90 Minuten und müssen sich innerhalb eines Tages mehrmals auf neue Themen, neue Forschungshintergründe und neue Lehr- und Prüfungskulturen einstellen. Das überfordert die Studierenden. Warum müssen es also zwei SWS sein, warum kann das nicht in Blöcken, Tagen oder Wochen im Semester passieren? Dann ist auch die Arbeit im Workshop-Format möglich. Solche Konzepte sind schon sehr erfolgreich umgesetzt worden. Sowohl die Lehrenden als auch die Studierenden haben das als große Entlastung empfunden.

Das Team des ZLH v.l.n.r.: Jessica Jasper, Ina Hanke, Prof. Dr. Michael Herzog, Nicole Franke, Eric Wuest, Christof Mühlberg, Prof. Dr. Anne Lequy, Prof. Dr. Matthias Morfeld, Leiterin Prof. Dr. Marianne Merkt, Melanie Müller, Simone Winkler, Christa Wetzel, Dr. Cornelia Breitschuh, Elke Mücke, Melanie Ockert, Dr. Nadine Grochla-Ehle, Sabine Spohr, Stefanie Suhr Vor einigen Wochen sind Sie als Leiterin des ZLH an die Hochschule gekommen. Was sind Ihre Pläne für die nächsten Jahre? Ich möchte eine Balance von kurzfristigen Angeboten und langfristig aufzubauenden Konzepten schaffen. Zu den kurzfristigen Angeboten – das Mentorenprogramm oder die Ideenförderung laufen beispielsweise schon – gehört u.a. der Aufbau eines nach den Standards der DGHD modularisierten Zertifikatsprogramms für Lehrende, um sie in der Hochschuldidaktik zu qualifizieren. Mit der offenen Lehr-/ Lernwerkstatt werden wir monatlich eine Art Sprechstunde für Lehrende anbieten, die gerade ein Problem in ihrer Lehrtätigkeit lösen möchten, z.B. die Einbindung von Diskussionsforen in moodle. Und im März 2013 wird die Jahrestagung der DGHD an der Hochschule stattfinden, worauf ich mich sehr freue. Langfristig möchte ich drei Bereiche gleichmäßig bearbeiten. Zum einen ist das die Personalentwicklung – der Versuch, eine Gemeinschaft von Experten aufzubauen. Für mich ist wichtig, dass zumindest ein kleiner Teil der Hochschullehrenden einen 6

forschenden Anteil zu ihrer Lehre dazu bekommen, Scholarship of Teaching and Learning nennt sich das. Dabei handelt es sich um mehr als nur eine Anreihung von Weiterbildungen zum Trainieren von Fähigkeiten. Die Fachbereichsentwicklung im Bereich Studium und Lehre ist mir auch sehr wichtig, speziell an Fachbereichen, die im Moment in Studium und Lehre Schwierigkeiten haben. Als Ergebnis wünsche ich mir die bessere Abstimmung der Studiengangsstruktur, der Prüfungsarchitektur und der Organisation von Studium und Lehre und dem Qualitätsmanagement. Das Wichtige dabei ist, dass in diesem Prozess alle Beteiligten – neben den Lehrenden auch die Studierenden, die Verwaltung und die Leitung – mit einbezogen werden. Im dritten Ansatz möchte ich mich in engem Austausch mit der Hochschulleitung damit beschäftigen, ob es hochschulübergreifende Strukturen gibt, die man zur Verbesserung von Studium und Lehre verändern kann. Denn Strukturen, wie Studium und Lehre organisiert sind, sind zu stark fragmentiert. Üblicherweise ist das Hochschulstudium nach Semesterwochenstunden

Vor welchen Herausforderungen stehen Hochschuldidaktik und Lehrende? Die Einführung der Massenuniversitäten in den 1970er Jahren und der Bologna-Prozess waren zwei Entwicklungen, die sich heutzutage potenzieren und die eine Ausdifferenzierung in der Hochschullandschaft mit sich gebracht haben, die im Bereich Studium und Lehre neue Anforderungen schaffen, die wir so vorher nicht hatten. Eine Professionalisierung der Lehre erfolgte allerdings nicht. Gerade an den Fachhochschulen gibt es das Problem, dass Lehrende, die heutzutage anfangen und vorher noch nicht gelehrt haben, das Handlungsfeld Lehre nicht kennen. Zusätzlich zu dem Kontakt Lehrender-Studierender sind Strukturen – beispielsweise studienbegleitende Prüfungsstrukturen oder die Ausgestaltung von Lernplattformen – hinzugekommen, welche die Lehrenden nicht selber gestalten können, mit denen sie aber in ihrem operativen Geschäft 16 SWS arbeiten müssen und unter Umständen mit Studierenden zu tun haben, die darunter leiden. Darin hat der einzelne Lehrende keine Erfahrung, wohl aber die Hochschuldidaktik. Das Problem ist nicht, dass Hochschullehrende dazu nicht motiviert sind, aber die Strukturen für eine professionelle Weiterbildung lediglich in Ansätzen in Hochschulstrukturen verankert sind. Durch den Qualitätspakt Lehre konnte von bildungspolitischer Seite eine Verschiebung von Ressourcen, von der Drittmittelförderung in Forschung zu Dritt-


Dezember 2012

Wie wird e-Learning die Lehre verändern? Schleichend. Bisher wird e-Learning eher als Add-on eingeführt, was mit strukturellen Problemen bezüglich der Lehrdeputatsregelung zu tun hat. Ein Hochschullehrender wird, wenn er nur seine SWS als Präsenzzeiten anerkannt bekommt, nie bereit sein, denselben Inhalt noch einmal im e-Learning zu verorten. Gerade bei der Lehrbelastung wäre das sinnlos, auch für die Studierenden bezüglich der Credit Point-Belastung. Man kann aber bestimmte Dinge mit einer Lernplattform besser organisieren, als das in der Präsenzlehre möglich ist. E-Learning ermöglicht, dass man eine größere Gruppe von Studierenden besser dazu ermuntern kann, sich schriftlich einzubringen, und auch stillere Studierende mit einzubeziehen. Voraussetzung: Es muss gut moderiert und gut didaktisch aufgebaut sein. Ein weiterer Mehrwert kann sein, dass man Praxisorte wesentlich besser in die Lehre einbringen kann. Bei Sportstudierenden zum Beispiel, die bestimmte Übungen auf dem Snowboard am Hang ausführen müssen, kann ein Dozent einen Podcast aufnehmen, der die ideale Kurve zeigt, die gefahren werden soll. Diesen Podcast haben die Studierenden auf ihrem Mobiltelefon mit der Aufgabe, die Strecke nachzufahren und per Audiofile zu kommentieren, was gut gelungen ist und was nicht. Diese werden im Anschluss an die Skisaison auf eine Lernplattform übertragen und zu Beginn des Semesters in der Präsenzveranstaltung ausgewertet. Das ist nicht möglich, wenn die Studierenden das aus reiner Erinnerung machen sollen. D.h. man kann Praxisfelder ganz anders mit einer Präsenzveranstaltung verbinden. Voraussetzung für qualitativ hochwertige e-Learning-Inhalte ist aber eine Anrechnung an das Lehrdeputat. Wer entscheidet darüber? Die Hochschulen selber. Sie müssen Regelungen schaffen, wie sie das Deputat anrechnen. Das ist die größte Barriere darin. Wenn diese fällt, sind sehr viele Hochschullehrende bereit, e-Learning einzusetzen. Auf ZEIT online forderte vor kurzem ein Leser, Vorlesungungen abzuschaffen. Was sagen Sie dazu? Das ist tatsächlich eine alte Forderung, die im Zusammenhang mit Hochschuldidaktik schon seit 40 Jahren diskutiert wird. Man kann das pauschal nicht an der Veranstal-

tungsform festmachen. Die Frage ist: Wie ist der Stoff didaktisch umgesetzt? In gut gestalteten Studiengängen werden Vorlesungen am Anfang dafür eingesetzt, Studierenden Orientierungswissen zu geben. In Deutschland kann man sich beispielsweise nicht vorstellen, dass an ExzellenzUniversitäten in den USA die höchstrangigsten Forscher – darunter auch Nobelpreisträger – von ihrer Hochschule verpflichtet werden, Vorlesungen für Erstsemester zu halten. Das hat zur Folge, dass Personen, die ihr Wissenschaftsgebiet mitgestalten, den Studierenden in großen Vorlesungen Wissen mitgeben können darüber, wie die Disziplin entstanden ist und wie sie sich entwickelt hat. Wenn das ein „armer“ wissenschaftlicher Mitarbeiter übernehmen muss, ist das wenig sinnvoll. Genauso wenig sinnvoll ist ein Studium, das nur aus Vorlesungen zusammengesetzt ist, weil die Studierenden Übungsfelder benötigen, um Wissen anwenden zu können. Dafür brauchen sie Projekte, Exkursionen und Möglichkeiten, sich selber auszuprobieren und Aufgaben umzusetzen. Das heißt, es muss Übungen geben und Seminare zum Diskutieren, um ein Wissenschaftsverständnis aufzubauen, eine eigene Position entwickeln und verteidigen zu können. Dafür brauchen wir andere Veranstaltungsformen. Je nachdem, wie das Berufsfeld später aussieht, müssen dafür im Studium Übungsfelder vorhanden sein. Diese Mischung ist das Entscheidende. Warum sind Sie nach vielen Jahren von der großen Hamburger Universität an die Hochschule nach Magdeburg gekommen und worauf freuen Sie sich hier? Hier habe ich ein ganz anderes Gestaltungsfeld bekommen, zum einen durch meine Position, zum anderen durch eine super Ausstattung durch den Qualitätspakt Lehre. Eine große Universität ist sehr viel sperriger, ein Change Management-Projekt ist sehr viel schwieriger. Da habe ich hier eine tolle Chance bekommen. Was ich sehr schön finde, ist, dass sich eine gute Passung ergeben hat: In der Taskforce, die den Projektantrag für den Qualitätspakt Lehre vorbereitet hat, sind sehr engagierte Leute, die alle Daten wirklich gut aufbereitet haben und die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Was ihnen fehlt, ist die Expertise, wie man das hochschuldidaktisch umsetzt. Durch meine zwölfjährige Erfahrung in Hamburg bringe ich diese Kenntnisse mit. Und das ist eine glückliche Passung, über die ich mich sehr freue.

Marianne Merkt – berufliche Stationen

Foto: Lukas Schulze

mittelförderung in der Lehre ermöglicht werden, die neue Anreizstrukturen schafft.

seit 2012 Leiterin des Zentrums für Lehrqualität und Hochschuldidaktik an der Hochschule Magdeburg-Stendal seit 2009 Habilitationsvorhaben „Professionalisierung in der Hochschullehre und der Hochschuldidaktik“ 2008 bis 2012 Leitung des Zentrums für Hochschulund Weiterbildung der Universität Hamburg als Vertretungsprofessorin 2005 bis 2012 Studiendekanin des Master of Higher Education 2005 Promotion über „Die Gestaltung kooperativen Lernens in akademischen Online-Seminaren“ 2000 bis 2008 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Interdisziplinären Zentrum für Hochschuldidaktik (IZHD) der Universität Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Rolf Schulmeister 1995 bis 2000 Lehraufträge am Fachbereich Bibliothek und Information der Fachhochschule Hamburg Forschungsschwerpunkte: • Professionalisierung der Hochschul lehre und Hochschuldidaktik • Lehrkompetenz in der akademischen Lehre • Hochschuldidaktik, Studienreform und Hochschulentwicklung • e-Szenarien und e-Learning in Bologna-Studienstrukturen • Didaktik und Methodik des e-Learning Victoria Grimm 7


treffpunkt campus

Föderalismus im Bildungswesen und Zahl der Studienplätze

Ausgleich volkswirtschaftlich notwendig Um es gleich vorweg zu nehmen: In wenigen Jahren wird Deutschland über zu wenige Studienplätze verfügen. Schlimm, aber aus heutiger Sicht schon leicht zu erklären. Wirtschaftsstarke Länder, meist auch finanzstarke Länder, werden die Zahl ihrer Studienplätze nicht aufbauen. Wirtschaftsschwache, meist auch finanzschwache Länder werden die Zahl ihrer Studienplätze reduzieren, insbesondere im Osten, um ihre Länderhaushalte zu konsolidieren. Die Zahl der Studienplätze sinkt, obwohl die Nachfrage nach diesen, wie auch die letzte KMK-Prognose zeigt, kaum nachlassen wird. Schon allein der Wunsch nach einem, sich an den Bachelor anschließenden, Master-Studium beispielsweise erhöht die Nachfrage.

werden eher ihre Ausgaben kürzen und somit die Zahl der Studienplätze verringern, während finanzstarke Länder die Zahl der Studienplätze nicht erhöhen. Dies brauchen sie nicht, da sie mit der Zuwanderung von Absolventen und Absolventinnen aus anderen Bundesländern rechnen können.

Lösungen Wanderung von Absolventinnen und Absolventen Lehramtsabsolventen und -absolventinnen wurden beispielsweise mit Werbeplakaten in andere Bundesländer abgeworben. Auf den ersten Blick scheint diese Strategie für beide Ländergruppen rational zu sein. Nur für die ganze Nation und für die Hochschulen in den finanzschwachen Ländern entsteht ein Dilemma.

Fehlender finanzieller Ausgleich Seit der Entscheidung im Rahmen der Föderalismusreform ist Bildung Länderangelegenheit, nicht nur bezüglich der Entscheidung, sondern auch bezüglich der Finanzierung. Dies trifft auch auf die Hochschulausbildung zu. Bildet ein Bundesland mehr junge Menschen aus, als im Lande eine Beschäftigung finden, wandern diese qualifizierten Arbeitskräfte ab. Einen finanziellen Ausgleich zwischen den Ländern gibt es diesbezüglich nicht, wenn man vom Hochschulpakt 2020 einmal absieht. Insofern wird sich jedes Land überlegen, wie viele und welche Studienplätze es anbietet. Finanzschwache Länder

Benachteiligung im Wettbewerb unter den Hochschulen Die Startchancen dieser Hochschulen sind für den Wettbewerb unter den Hochschulen miserabel. Gelingt es attraktiven Hochschulen verstärkt Studieninteressierte aus anderen Bundesländern an ihre Hochschule zu binden, werden sie demnächst vermutlich nicht belohnt werden, sondern unterliegen – wenn man wieder vom Hochschulpakt absieht – eher Kürzungen. Nicht umsonst hat die sächsische Landesregierung aufgrund ihrer Sparbemühungen im Hochschulbereich (1.000 Stellen für Lehrende an den sächsischen Hochschulen) einen „blauen

Impressum treffpunkt campus Herausgeber:

Rektor der Hochschule Magdeburg-Stendal ISSN 1614-8770

Redaktion: Mitarbeit: Layout / Satz:

Norbert Doktor (DOC) , verantwortlich Victoria Grimm (VG) Christin Eckstein, Nancy Hase, Deborah Schmieg Carsten Boek

Druck: Auflage: Titelfoto:

Druckerei Stelzig 3.000 Lukas Schulze

8 8

Brief“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhalten. Zusätzlich schädigt jede Debatte um Kürzung von Studienplätzen das Image der Hochschulen dieses Landes. Weitere der neuen Bundesländer bereiten diese Kürzungen ebenfalls vor.

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 18. Januar 2013

Langfristig tragbare Lösungen (der Hochschulpakt läuft bislang maximal bis 2020) müssen gefunden werden. Entweder wird dieser Punkt in den Verhandlungen zur Neugestaltung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen aufgenommen, sodass ein indirekter Ausgleich erfolgt, oder man lehnt sich an Modelle anderer Nationen (z.B. Schweiz: Ausgleich zwischen den Kantonen) an. Natürlich wäre – und dies wäre wirklich wettbewerblich – auch ein direkter Ausgleich für die jeweilige Hochschule denkbar. Die Kosten eines Studiums für aus anderen Bundesländern stammende Studierende, die wieder abwandern, werden der Hochschule ersetzt. Wenn man den Wettbewerb unter den Hochschulen will, muss man auch zu marktwirtschaftlichen Lösungen greifen. Was auf internationaler Ebene (aktueller Vorstoß der Schweiz – Ausgleichszahlungen Deutschlands für deutsche Studierende in der Schweiz) möglich scheint, sollte national zumindest denkbar sein. Prof. Dr. Wolfgang Patzig

Für namentlich gekennzeichnete Beiträge sind die Autoren verantwortlich. Diese Beiträge geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion wieder. Kürzungen behält sich die Redaktion vor. Hochschule Magdeburg-Stendal – Pressestelle Breitscheidstraße 2, 39114 Magdeburg Telefon: (0391) 886 41 44 Fax: (0391) 886 41 45 Web: www.hs-magdeburg.de E-Mail: pressestelle@hs-magdeburg.de www.facebook.com/hsmagdeburg www.twitter.com/hs_magdeburg

Offizieller Förderer:


Dezember 2012

USA-Exkursion des Fachbereichs Bauwesen

„Meet people!“

campus geflüster

In New York besuchten die Exkursionsteilnehmer u.a. den Ground Zero, Baustellen der Firma Turner, einer Tochter des ehemals deutschen Baukonzerns Hochtief, und die Architekturund Ingenieurbüros Schlaich Bergermann und Knippers Helbig, wo die Besucher vom deutschen Bauingenieur Hauke Jungjohann das Rezept zur Auftragsbeschaffung erfahren: „Meet people!“. Weiterhin stand das Thema Entsorgung von Regen- und Brauchwasser einer Stadt auf dem Programm. Tatsächlich wurde dieses Thema zwei Wochen später für New York City von Bedeutung – Wirbelsturm Sandy fegte über die Stadt und hinterließ beträchtliche Schäden, auch auf den kurz zuvor besuchten Baustellen.

Foto: Christin Eckstein

Vom 12. bis 21. Oktober 2012 unternahmen 27 Studierende im 7. Semester des Studiengangs Bauingenieurwesen eine Exkursion nach New York und Boston. Geplant und organisiert wurde die Reise von Prof. Dr. Björn Hermansen und Professor Rainer Monsees. Ziel der Reise war es, Arbeitsweisen von Bauingenieuren in den USA kennenzulernen.

MATHILDE LEMESLE (23) aus Nantes in Frankreich studiert im 9. Semester den BachelorStudiengang Journalistik/Medienmanagement und ist diesjährige DAAD-Preisträgerin. Warum hast Du Dich für ein Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal entschieden? Für mich stand von Anfang an fest, dass ich in Deutschland studieren werde. Ich mag das Land und die Sprache. Die Liebe zog mich schließlich nach Magdeburg.

Foto: Christian Ziegler

Was gefällt Dir besonders an unserer Hochschule? Die frisch sanierten Hörsäle und die Technik, die unserem Studiengang zur Verfügung steht. Die Hochschule ist sehr übersichtlich, die Dozenten sind jederzeit erreichbar und bleiben auch in Problemsituationen immer freundlich. Natürlich gefällt mir außerdem die große Mensa mit Ausblick auf unseren grünen Campus.

New York: Begehung einer Skyscraper-Baustelle der Firma Turner an der Ecke 250 West und 55th Street Nach fünf Tagen New York ging es weiter nach Boston, die Campus der Harvard University und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) wurden besichtigt. Die Deutschen waren zu Gast bei der Firma Turner mit anschließender Baustellenbesichtigung des Projektes FAN PIERs, einem Geschäftshaus. Vorträge über das Unternehmen, das Bauvorhaben, Methoden der Marktanalyse und dem Einsatz der Methode BIM (Building Information Modeling) zur Planung und Abwicklung von Bauvorhaben gaben den Studenten und Studentinnen ein gutes Bild des Baugeschehens in den USA. Abschließend zieht Rainer Monsees eine positive Bilanz der Exkursion: „Wir hatten erlebnisreiche, intensive Tage in den USA und begegneten freundlichen, hilfsbereiten Menschen. Boston ist anders (ruhiger und nicht so hektisch) im Vergleich zu New York. Wir sahen ein Bauwesen, welches dem unseren recht ähnlich ist. Wir hatten eine gute Stimmung in der Gruppe, es entstanden neue Freundschaften, die die Dauer der Exkursion weit überdauern werden. Unser Dank gilt der Hochschule und externen Sponsoren, die solche beeindruckenden Exkursionen ermöglichen.“ Victoria Grimm

Was könnte verbessert werden? Um eine perfekte Hochschule zu haben, würde ich an jedem Hörsaalplatz Steckdosen installieren und die Mensa auch am Samstag öffnen. Das würde vor allem die Blockseminare erträglicher machen. Wofür wurde Dir der DAAD-Preis verliehen und was bedeutet er Dir? Der Preis geht an ausländische Studenten, die hervorragende Leistungen im Studium zeigen und sich gesellschaftlich engagieren. Ich bin seit fast vier Jahren in der deutsch-französischen Gesellschaft tätig und organisiere viele Veranstaltungen. Für mich ist der Preis eine große Ehre und würdigt die von mir investierte Zeit. Was sind Deine Pläne nach dem Studium? Zurzeit schreibe ich meine Bachelor-Arbeit. Auf eine berufliche Richtung habe ich mich noch nicht festgelegt, aber ich möchte gern in Deutschland leben. Wo ist Dein Lieblingsplatz in Magdeburg? Bei Krautwells am Hasselbachplatz. Dort gibt es nicht nur für Vegetarier leckeres Essen! Die Fragen stellte Christin Eckstein

9


treffpunkt campus

Eröffnung der Kindertagesstätte „CampusKids“

Mehr Flexibilität für Studierende mit Kind

Fotos: Nancy Hase

Tage gefüllt mit Vorlesungen, Seminare bis in die Abendstunden und Lernstress – auch für Studenten ohne Kind manchmal schon eine Gratwanderung. Zukünftig können vor allem studierende Eltern der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg das flexible Betreuungsangebot der neuen Kita nutzen.

Feierliche Eröffnung der Kita „CampusKids“ mit Dr. Lutz Trümper (links), den Erzieherinnen und den Kindern (rechts) Mit viel Liebe zum Detail wurden die Räumlichkeiten im Wohnheim 7 auf dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ausgebaut. Sie sind groß, bunt, modern und bieten den Kindern genug Platz zum gemeinsamen Spielen, Singen und Lernen. In eigener Trägerschaft des Studentenwerks Magdeburg öffnete die Kindertagesstätte „CampusKids“ im September 2012 ihre Türen und steht da-

bei vor allem für die Vereinbarkeit von Studium und Elterndasein. „Wir möchten gerade den Studierenden mehr Absicherung, Flexibilität und die Möglichkeit bieten, das Studium und die Elternzeit gut zu meistern“, so Katrin Behrens, Pressesprecherin des Studentenwerks Magdeburg. Ab einem Alter von acht Wochen können Eltern ihre Kinder in der Kita anmelden und dort von Montag bis Freitag die

Betreuung nutzen. Für weitere flexible Betreuungszeiten stehen den Studierenden das „KiZi“ (Kinderzimmer) auf dem Campus der Hochschule im Herrenkrug und das „CampusKinderzimmer“ auf dem Campus der Medizinischen Fakultät der Magdeburger Universität zur Verfügung. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, die Geschäftsführerin des Studentenwerks Dr. Gabriele Tomas und der Kanzler der Ottovon-Guericke-Universität Magdeburg, Volker Zehle, weihten am 5. Oktober 2012 gemeinsam die neue Kindertagesstätte ein. Sie alle sind stolz darauf, zu einem besseren Betreuungsnetzwerk in der Stadt Magdeburg beizutragen und wünschen den Kindern eine bunte und fröhliche Kitazeit. Kita „CampusKids“ Johann-Gottlob-Nathusius-Ring 5 (Wohnheim 7, Uni-Campus) Anmeldeformular unter: www.studentenwerk-magdeburg.de/ campuskinderzimmer/kita/ Nancy Hase

Gründerwoche Deutschland

Platz für kreative Ideen und Innovationen Auch in Magdeburg fand vom 12. bis zum 18. November 2012 die Gründerwoche Deutschland statt. Organisatoren und Mitwirkende stellten sich der Aufgabe, Existenzgründer zu beraten und innovative Ideen zu fördern. Ihren Ursprung hat die Gründerwoche in Großbritannien und den USA. Seit 2009 findet man sie auch in Deutschland. Das Hauptziel ist überall das gleiche: Jung und Alt sollen für das Thema Existenzgründung begeistert und qualifiziert bei dem Schritt in die Selbständigkeit unterstützt werden. 2011 nahmen über 40.000 Gründungsinteressierte an rund 1.400 Veranstaltungen in ganz Deutschland teil. Experten erwarten eine noch höhere Zahl im Jahr 2012. Die Hochschule Magdeburg-Stendal ist Mitinitiator des Projektes TEGSAS, das technische Gründungen an den drei nördlichen Hochschulen Sachsen-Anhalts fördert. In der Gründerwoche beteiligte sich die Hochschule am 13. November an der ego.-KONTAKTbörse und am 10

14. November am Gründertag der Otto-vonGuericke-Universität Magdeburg (OvGU). „Wir haben an der Hochschule stark für diese Veranstaltung geworben, denn unsere Zielgruppe sind Studierende, Absolventen und wissenschaftliche Mitarbeiter aus dem technischen Bereich der Hochschule Magdeburg-Stendal, der OvGU und der Hochschule Harz“, erklärt Sonja Ristau, Ansprechpartnerin an der Hochschule aus dem TEGSAS-Team. Neben Informationsveranstaltungen und Workshops fanden auch persönliche Beratungsgespräche statt, in denen beispielsweise ganz konkret auf Businesspläne eingegangen werden konnte. „Viele Besucher kamen zu den Veranstaltungen, um ein passendes Förderprojekt für sich zu finden oder weil sie direkte Fragen an ein Projektteam hatten“, erinnert sich

Ristau. Es herrschte eine rege Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Unternehmungen. Neben der gemeinsamen Organisation wurde auch zwischen den Projekten vermittelt, denn die Spezialisierung liegt bei jedem Team woanders. Das TEGSAS-Team zeigt sich nach der Gründerwoche sehr zufrieden: „Gespräche während der Veranstaltungen zeigten erneut, dass es im Land viele interessante Ideen gibt, die es lohnt zu verwirklichen. An dieser Stelle kann TEGSAS ansetzen.“ DEBORAH SCHMIEG Existenzgründerberatung TEGSAS Sonja Ristau Tel.: (0391) 886 49 32 E-Mail: sonja.ristau@hs-magdeburg.de


Dezember 2012

Master-Studierende am Fachbereich Bauwesen untersuchen Bauwerksdeformationen

Foto: Christoph Dangler, Illustration: Michael Jakobi

Terrestrisches Laserscanning: Die „schiefen“ Säulen des Magdeburger Doms

Foto links: Die Projektgruppe TLS ausgerüstet mit einem elektronischen Tachymeter, einem terrestrischen Laserscanner und vermessungstechnischem Zubehör. Abbildung rechts: Punktwolke des Magdeburger Doms

Wenn man als Student in einem Projekt arbeitet, sollen spezielle Aufgaben bearbeitet werden: Eine Recherche muss erfolgen, Präsentationen erstellt, Messungen vorgenommen und ausgewertet sowie Ergebnisse vorgestellt werden. Und wenn man sich dafür in das älteste gotische Bauwerk Deutschlands begeben kann, bekommt man ein eindrucksvolles Erlebnis gleich mitgeliefert. Für Christoph Dangler, Student im 2. Semester des Master-Studiengangs Tief- und Verkehrsbau, war die Arbeit im Magdeburger Dom etwas Besonderes: „Da schlägt mein Bauingenieurherz gleich ein bisschen höher, das war eine der schönsten Erfahrungen in meinem Studium.“ Von Professor Tobias Scheffler und Michael Jakobi vom Fachbereich Bauwesen angesprochen, entschied sich nicht nur der 27-Jährige für das Laserscanning-Projekt. Auch Mandy Poet, Jens Hoffmann, Martin Geyer und Ralf Knüpfer waren bei diesem Wahlpflichtfach der etwas besonderen Art dabei. Aber was ist eigentlich Laserscanning? Es handelt sich hierbei um eine moderne automatische Messtechnologie, bei der von mehreren Standpunkten aus mit einem fächerförmigen Laserstrahl Richtungen und Strecken zu einem Objekt gemessen werden. Durch die sich anschließende Koordinatenberechnung für jeden einzelnen Zielpunkt entsteht eine 1:1-Kopie der geometrischen Objektoberfläche.

Die Aufgabe der Studierenden im Rahmen des Wahlpflichtfaches „Terrestrisches Laserscanning“ (TLS) war es, mittels eines Laserscanners die Säulen im Hohen Chor des Magdeburger Domes auf eine vermutete Schiefstellung hin zu überprüfen, da das Mittelschiff des Domes langsamer gebaut worden ist, als die beiden Seitenschiffe, was zu unterschiedlichen Kräfteeinflüssen führte. Darüber hinaus sind Bauwerksdeformationen durch Bodenerschütterungen infolge von Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg zu erwarten. Im Sommersemester 2012 führten die fünf Studierenden die praktischen Vermessungen im Magdeburger Dom durch. Bevor der Laserscanner an seiner ersten Messposition stationiert werden konnte, mussten im Vorfeld Überlegungen zu Anzahl und Lage der erforderlichen Scanner-Standorte erfolgen. Ziel war es, das komplette Messobjekt vollständig in einer dreidimensionalen Punktwolke abzubilden. „Die jeweiligen Scannerpositionen mussten mithilfe des elektronischen Tachymeters in das zu Projektbeginn definierte Objekt-Koordinatensystem eingemessen werden“, erläutert Christoph Dangler die Vorgehensweise. „Hierfür wurde eine grobe Skizze des Objektgrundrisses mit den Standorten des Scanners und des Tachymeters angefertigt. Dann konnte der erste Scan durchgeführt werden. Insgesamt kamen wir auf zehn Scannerpositionen, die uns eine nahezu lückenlose dreidimensionale Punktwolke des Messobjektes lieferten“, so der Student weiter.

Nach einem Tag praktischer Vermessungsarbeiten waren die Studierenden in den folgenden Wochen mit der Auswertung des umfangreichen Datenmaterials beschäftigt. Unter Verwendung einer Spezialsoftware wurden die einzelnen Punktwolken der zehn Scannerpositionen zu einer einheitlichen dreidimensionalen Punktwolke zusammengesetzt. Aus dieser Punktwolke heraus konnten Daten in ein CAD-Programm exportiert werden, in der die Datenmodellierung stattfand. Im Endergebnis führten die Auswertearbeiten der Studierenden zu Ansichten und Schnittdarstellungen des zu untersuchenden Dombereiches. In einem Abschlusskolloquium stellten die Studierenden das Gesamtprojekt vor und diskutierten kritisch Möglichkeiten und Grenzen des Messverfahrens und erarbeiteten Schlussfolgerungen für die zukünftige Durchführung vergleichbarer Projekte. Auch wenn die Genauigkeit, mit der die Schiefstellung der Säulen im Magdeburger Dom ermittelt werden konnte, noch nicht allen praktischen Fragestellungen genügte, bleibt festzuhalten: Die Studierenden nutzten die Möglichkeit, an einem spannenden Objekt die Arbeit mit modernen geodätischen Messinstrumenten zu üben und sich mit spezieller Auswertesoftware zu beschäftigen. Und als kleine Belohnung konnten sie sogar Bereiche des Domes besichtigten, die für den normalen Besucher nicht zugänglich sind. Prof. Dr. Tobias Scheffler Victoria Grimm 11


treffpunkt campus

l der Hansestadt Stenda 20 Jahre Studieren in

Foto: Kerstin Seela

in le z n ä fl P n e t r a z m o „V m“ u a B n e t r e w s n e h e zum s

Was mit 34 Studierenden und einem Brückenkurs in BWL begann, kann sich heute sehen lassen. Vor 20 Jahren nahm der Standort Stendal seinen Lehrbetrieb auf. Im Oktober dieses Jahres feierten Hochschulangehörige, Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie die Bürger der Stadt das Jubiläum. Zum Auftaktkolloquium am 15. Oktober 2012 lud die Stadt Stendal in den großen Festsaal des Rathauses, an dem u.a. Oberbürgermeister Klaus Schmotz, Prof. Dr. Wolfgang Patzig (Prorektor Hochschulentwicklung), Prof. Dr. Birgitta Wolff (Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt), Dr. Klaus Puchta (Leiter Team Wissenschaft im Büro des Oberbürgermeisters Magdeburg), Dagmar Szabados (Oberbürgermeisterin Halle/Saale), Erdmute Clemens (Geschäftsführerin der Wernigerode Tourismus GmbH) teilnahmen. Es moderierte Marc Rath, Journalist bei der Volksstimme.

Standort in der Altmark 2.000 junge Menschen, was laut Schmotz aber nicht das „Ende der Fahnenstange“ bedeuten müsse. Wolfgang Patzig bekräftigte, dass das ohne die Unterstützung der Stadt Stendal, der beiden Landkreise und der Bürger nicht möglich gewesen wäre. Tatsächlich spürt man das auch an diesem Tag im Festsaal. Interessierte Bürger melden sich zu Wort, schlagen Ideen vor, wie die Zusammenarbeit mit der Stadt noch ausgebaut werden könne. Und sie fordern ein, z.B. wünscht sich die Bürgerinitiative Stendal eine kompetente Ausbildung in der Betreuung Demenzkranker. Die Anwesenden scheuen auch nicht das Wort an die Politik, die ihrer Meinung nach Förderprogramme für die Modellregion Altmark bündeln solle und auch über Ministeriengrenzen hinweg denken solle. Zu danken sei – da waren sich alle einig – besonders der Kaschade Stiftung und dem Förderverein für ihre Aufbauarbeit und jahrelange Unterstützung.

Die Festwoche und das Kolloquium sollten die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Hochschule verdeutlichen. Oberbürgermeister Schmotz betonte, dass der Hochschulstandort vor 20 Jahren ein kleines Pflänzlein gewesen, nun aber zu einem sehenswerten Baum gewachsen sei. Und das war nicht selbstverständlich, hat doch Stendal als Hochschulstandort keine Tradition. Zielgröße waren anfangs 1.000 Studierende, mittlerweile studieren am

Sehr ausführlich sprach Ministerin Birgitta Wolff zu den Besuchern des Kolloquiums. Fokus ihres Vortrages war der Wissenstransfer. Sie betonte, dass bereits große Erfolge in der Anwendungsorientierung in der Hochschulbildung erreicht wurden, der Schritt zum Wissenstransfer, z.B. ein neu entwickeltes Produkt in den Markt zu bringen, aber noch bevorstehe. Besonders solle der Wissenstransfer in die heimische Wirtschaft verbessert werden. Wichtig sei

12

ihr auch die Platzierung von Absolventen in Unternehmen im Land, was durch Praktika, die Betreuung von Abschlussarbeiten (hilfreich dafür seien die Transfergutscheine, Artikel in treffpunkt campus Nr. 67) und natürlich gut bezahlte Jobs gewährleistet werden kann. Es müssten Leuchttürme im Land geschaffen werden, mit der Gründung eines Hochschulstandortes in der Altmark sei der Grundstein dafür gelegt worden. Zwischen den 34 ersten Studierenden und den heute 2.000 liegen zwei Jahrzehnte – flankiert u.a. vom Mensabau, der Verlegung des Studiengangs Journalistik/ Medienmanagement nach Magdeburg, der Sanierung von Haus 1, eine neue Bibliothek, 17 von Studierenden organisierten Hochschulbällen, ein grünes Klassenzimmer, die Kinder-Universität und zuletzt der Start des Senior-Campus. 20 Jahre nach seiner Gründung ist der Standort etabliert, hat seinen Platz in der Stadt gefunden. Im Sommer 2013 wird der Bericht von der Begehung durch den Wissenschaftsrat erwartet, der Impulse für Entscheidungen im Ministerium für die Profilierung der Hochschulen in Sachsen-Anhalt liefern wird. Was die nächsten 20 Jahre bringen und wie die Zukunft der Hochschule aussehen wird, ist also auch immer ein Stück weit politische Entscheidung. Das Ende der Fahnenstange ist es mit Sicherheit nicht. Victoria Grimm


Fotos: Matthias Piekacz

Dezember 2012

Klaus Schmotz, Oberbürgermeister der Stadt Stendal

Prof. Dr. Birgitta Wolff, Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalt

Prof. Dr. Wolfgang Patzig, Prorektor für Hochschulentwicklung und -marketing

Festveranstaltung mit Anfangserinnerungen und Selbstbewusstsein

„Das Wunder von Stendal“

Er konnte aus dienstlichen Gründen nicht persönlich an der Festveranstaltung teilnehmen, aber er wurde immer wieder zitiert. Eine Wendung seines Grußwortes, das er anlässlich des Jubiläums verfasst hatte, verschaffte dem Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Andreas Geiger, nämlich sehr viel Präsenz: „dieses Wunder von Stendal“.

Foto: Matthias Piekacz

Talkrunde über „Ursprünge der Hochschule“ stolz auf die „25 Besonderheiten“ der damaligen Hochschule Altmark i. G. So habe es beispielsweise bereits damals Berufungen auf Zeit gegeben, es seien Auswahlgespräche mit Studienbewerbern geführt worden und Studierende seien mitbeschäftigt worden.

Auf eine Besonderheit des Hochschulstandortes wies Prof. Dr. Wolfgang Patzig zur Begrüßung der Veranstaltung am 19. Oktober 2012 hin: In Stendal habe es im Gegensatz zu anderen Standorten in Sachsen-Anhalt keine Vorgängereinrichtung gegeben. Dass es trotzdem gelungen ist, der Politik einen Hochschulstandort in der Hansestadt abzuringen, hatte viel mit dem Geschick und der Energie der Initiatoren und des Gründungsrektors zu tun. Bemerkenswert war und ist auch der Einsatz der Altmärker für ihren Hochschulstandort. Beispielhaft fand Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz die Spendenaktion im Jahr 2005, die 100.000 Euro erbracht hatte. Gründungsrektor Prof. Hans-Jürgen Kaschade verwies während der

Die Festrede zum Ausklang der Feierlichkeiten hielt der ehemalige Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt. Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, der von 2002 bis 2010 die Geschicke der Hochschulen mitbestimmt hatte, zeigte sich beeindruckt vom in Stendal erreichten Stand und zitierte das „Wunder von Stendal“. Olbertz weiter: „Die Umnutzung von Kasernen ist wunderbar, es ist auch eine Läuterung der Gebäude.“ Bildung erbringt für ihn „die größte soziale Rendite“. Und: „Wer mehr Bildung hat, lebt länger.“ Die Lebenserwartung von Professoren sei um neun Jahre höher als die der Hilfsarbeiter. Olbertz, seit 2010 Präsident der Humboldt-Universität Berlin, sieht Universitäten und Fachhochschulen auf Augenhöhe, es gebe unterschiedliche Konzepte gleicher Wertigkeit. Und mit Bezug zur gastgebenden Hochschule schloss er an: „Sie leisten auch einen nationalen Beitrag, wenn 40 Prozent der Studierenden aus den alten Ländern kommen. Das würde ich gern auch mal den Bayern sagen!“ So erfolgreich kann es weiter gehen, auch in den kommenden Jahren. Mit aktiven Stendaler Studierenden („Stendal ist, was Du daraus machst.“) und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die weiter am Wunder von Stendal arbeiten wollen. Norbert Doktor

13


campus geflüster

Studentin dolmetscht Lesung britischer Autorin in der Stadtbibliothek Magdeburg

Deutsch als Fremdsprache Foto: Christin Eckstein

Seit dem Turmbau von Babel sind sie für die internationale Kommunikation unerlässlich: Dolmetscher. Sabina Agarunova ist auf dem Weg, eine von ihnen zu werden.

TIM LOOSE (24) aus Trent auf Rügen studiert im 3. Semester den dualen Bachelor-Studiengang Maschinenbau/Composite-Technologien. Warum hast Du Dich für ein Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal entschieden? Nach meiner Ausbildung in Magdeburg suchte ich nach der richtigen Studienvertiefung für Faserverbundwerkstoffe. Diese Möglichkeit wird mir hier in meinem Studiengang geboten.

In Wahrheit ist Deutsch neben Englisch für sie ein Fremdsprachenfach. Der Vortrag der britischen Autorin Laurie Penny in der Stadtbibliothek am 25. Oktober 2012 ist für die russische Muttersprachlerin eine ganz besondere Herausforderung. „Eigentlich ist es nicht erlaubt, von einer Fremdsprache in die andere zu dolmetschen“, erläutert die Aserbaidschanerin einen Leitsatz ihres Berufskodex. Vor acht Jahren kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland und entschied sich nach dem Abitur für den Studiengang Fachdolmetschen für Behörden und Gerichte an der Hochschule Magdeburg-Stendal. „Ich wollte unbedingt meine Sprachkombination, bestehend aus Russisch, Deutsch und Englisch vertiefen. Diese Möglichkeit gab es nur hier in Magdeburg“, begründet die 23-Jährige ihre Entscheidung.

Was gefällt Dir besonders an unserer Hochschule? Dass die Vorlesungen nicht so überlaufen sind. Dadurch steht man auch in engem Kontakt mit den Professoren und kann schneller Rücksprache bei Problemen halten. Wo verbringst Du Deine Freistunden zwischen den Vorlesungen? In meinem straff organisierten Stundenplan gibt es selten Freistunden. Nach den Vorlesungen arbeite ich derzeit in Kooperation mit Uni-Studenten am Entwurf eines Rennwagens zur Teilnahme an der Formula Student im nächsten Jahr. Das ist ein internationaler Konstruktionswettbewerb für Studenten, der seit 2006 jeden Sommer am Hockenheimring ausgerichtet wird. Wo ist Dein Lieblingsplatz in Magdeburg? Ich fahre oft mit dem Fahrrad zum Herrenkrug. Dort genieße ich dann die Ruhe an der Elbe und erhole mich vom Lernen. Was ist Dein absolutes Lieblingsessen in der Mensa? Das allseits beliebte Käseschnitzel. Die Fragen stellte CHRISTIN ECKSTEIN

14

Foto: Christin Eckstein

Was ist das Besondere an Deinem Studiengang? Das duale Studiensystem. Es beinhaltet die Verknüpfung der Theorie aus den Vorlesungen und einem zehnwöchigen Praktikumseinsatz pro Jahr im Unternehmen. Das bedeutet, dass ich in den Semesterferien arbeiten gehe, dafür aber bereits zu Beginn meines Studiums einen Arbeitsvertrag in den Händen halte. Da die Praxisphase im 5. und 6. Semester im Betrieb sogar ein Jahr beträgt, dauert das Studium insgesamt auch neun Semester.

Sabina Agarunova im Einsatz in der Stadtbibliothek Magdeburg Zur Vorbereitung auf ihren außerordentlichen Einsatz las die Studentin das Buch der Autorin „Fleischmarkt – Weibliche Körper im Kapitalismus“ sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Noch nie zuvor dolmetschte sie zwischen den beiden Sprachen. Trotzdem bekennt sie vor Beginn des Vortrages zuversichtlich: „Meine Professorin ist der Meinung, mein Deutsch sei schon auf einem gewissen Muttersprache-Level.“ Dieser Meinung sind am Abend auch die Zuhörer im Lesecafé der Stadtbibliothek – Sabina Agarunova switcht konzentriert zwischen den Sprachen hin und her. Ihre intensive Vorbereitung hat sich ausgezahlt: „Zur Übung schaue ich Nachrichten in drei Sprachen. Neben dem mündlichen Training ist es aber auch wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und neue Vokabeln zu lernen.“ Diese hat sie auf einer eigens angelegten Liste mit dabei, um im Ernstfall nachblättern zu können. Am meisten gefalle ihr das breite Themengebiet ihrer Arbeit. „Man muss immer up-to-date sein und wissen, was in der Welt passiert“. Denn das ist schließlich ihre Aufgabe: Den Völkern der Welt dabei helfen, sich zu verständigen. Christin Eckstein


Dezember 2012

Sieben Jahre Ringvorlesung an der Hochschule Magdeburg-Stendal

Kinder und Jugendliche als „handelnde Subjekte“ betrachten Der Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften am Standort Stendal lädt auch in diesem Jahr wieder zum wissenschaftlichen Dialog. Studierende und Themeninteressierte können an dem Vortragsprogramm teilnehmen.

In jedem Jahr steht die Ringvorlesung unter einem anderen Motto. Dieses Jahr lautet es: Alltagspraxen: Kinder und Jugendliche. Leben. Kultur. Der Organisator, Prof. Dr. Günter Mey, Entwicklungspsychologe an der Hochschule, unterstützt durch die studentische Mitarbeiterin Anika Noack, bringen wieder Gastredner, Dozenten, Studierende und Interessierte auf dem Campus zusammen. Die Veranstaltungen finden immer dienstags von 16.15 bis 17.45 Uhr im Audimax auf dem Stendaler Campus statt. Mit der Fülle an Beiträgen in der Ringvorlesung sollen unterschiedliche Blickwinkel auf Kinder und Jugendliche als „handelnde Subjekte“ eröffnet werden. Dabei wird vertiefend darauf eingegangen, welche Ansprüche an die Praxis gestellt werden. Im Rahmen von Vorträgen, Filmvorführungen und Diskussionen wird versucht, verschiedene Perspektiven aufzuzeigen und in einen gemeinsamen Praxis-Theorie Dialog zu treten. Die Ringvorlesung ist in den Studiengang Angewandte Kindheitswissenschaften integriert, soll aber auch Menschen über die Grenzen der Hochschule

hinweg ansprechen. Wichtig hierbei ist den Organisatoren auch der Kontakt zu Akteuren aus der Stadt Stendal, die in diesem Themenfeld arbeiten, wie z.B. Lehrer und Lehrerinnen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem Bereich Kinder- und Jugendarbeit, aber auch Eltern sollen sich angesprochen fühlen. „Wir wollen den Dialog und einen kontinuierlichen Austausch und uns auch gerne noch mehr vernetzen“, so Professor Mey. Wie schon in den vergangenen Jahren ist es auch dieses Jahr wieder gelungen, einige ausgewiesene Experten und Expertinnen aus dem gesamten Bundesgebiet als Vortragende zu gewinnen. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Morus Markard von der Freien Universität Berlin. Er ist dort Professor für Subjektforschung und Kritische Psychologie. Die Kritische Psychologie folgt dem Ansatz der kindheitswissenschaftlichen Forschung, „nicht über Kinder forschen, sondern mit ihnen“ und darüber hinaus gilt das in der Kritischen Psychologie für alle anderen Altersgruppen. Sein Gastvortrag für die Ringvorlesung trug den Titel „Was man von Karl Marx über (kindliche) Kompetenz lernen kann“. Im ersten Moment ist nicht ganz klar, was man vom Bärtigen aus Trier über kindliche Entwicklung und Kompetenz lernen kann. Doch Professor Markard erläutert den Zusammenhang folgendermaßen: „Der Name Karl Marx steht für die freie Entwicklung eines Jeden. Dabei stehen die Menschen in Konkurrenz zueinander und „Kompetenz“ bedeutet in diesem Zusammenhang auch, sich gegen andere und auf deren Kosten durchzusetzen. Man könnte auch sagen, die freie Entwicklung des Einen sind die blauen Flecken des Anderen. Wer Kinder ernst nehmen, kindliche Kompetenzen berücksichtigen und fördern will, muss sich dieser Widersprüche bewusst sein – in gemeinsamen Lern-und Veränderungsprozessen von Kindern und Erwachsenen.“ Bis Ende Januar 2013 können alle Themeninteressierte noch an den Gastvorträgen auf dem Campus in Stendal teilnehmen.

Foto: Kerstin Seela

Die Ringvorlesung in Stendal ist eine Veranstaltung mit Tradition. Sie wird bereits zum siebten Mal vom Fachbereich für Angewandte Humanwissenschaften organisiert und ausgestaltet. Zum ersten Mal fand die Ringvorlesung im Wintersemester 2006/2007 statt und wurde damals von Prof. Dr. Raimund Geene, Professor für Kindergesundheit an der Hochschule Magdeburg-Stendal, mit dem Ziel ins Leben gerufen, Studierende und interessierte Bürger insbesondere aus dem sozialen und pädagogischen Bereich zusammen zu führen. Das Stichwort hier lautet: „Lokale Verankerung“. „Das intendiert einerseits einen starken Praxis- und „Realitätsbezug“ der in der Ringvorlesung angesprochenen Themen und Inhalte. Andererseits versteht es sich auch als Baustein beim Aufbau eines regionalen Arbeitsmarktes für die bei uns ausgebildeten Kindheitswissenschaftler“, sagt Professor Geene.

Prof. Dr. Günter Mey und Anika Noack

Weitere Termine der Ringvorlesung: • 11.12.2012 „Krass aktiv-Potenziale politischer Bildung in Jugendkulturen“ • 18.12.2012 Filmvorführung „Die Villa“ mit anschließender Diskussion • 15.01.2013 „Wie aus Jugendlichen Jugendliche mit Migrationshintergrund werden. Überlegungen zu reflexiver Subjekt orientierung“ • 22.01.2013 „Rechtsextreme Lebenswelten als Herausforderung für „subjektorien tierte“ Soziale Arbeit“ • 29.01.2013 „Kulturpsychologie und Anthropo logie der Religiösen Entwicklung beim Kind“ Nancy Hase 15


treffpunkt campus

Dr. Andreas Schulze studierte Elektrotechnik an der Hochschule Magdeburg-Stendal

Foto: privat

„Nutzt Eure Möglichkeiten!“ absolventen interview

Dr. Andreas Schulze - Antriebselektroniker bei der Volkswagen AG in Wolfsburg Dr. Andreas Schulze wählte direkt nach dem Studium den Weg zur Promotion. Heute arbeitet er im Bereich Antriebselektronik bei der Volkswagen AG in Wolfsburg. Mit treffpunkt campus sprach er über seinen Einstieg in die Berufswelt. Was haben Sie an der Hochschule Magdeburg-Stendal studiert? Ich habe Elektrotechnik in der Studienrichtung Kommunikationstechnik mit Schwerpunkt Multimedia-Telematik studiert. Wie ging es für Sie nach dem Studium weiter? Da recht früh nach meinem Studium in Magdeburg feststand, dass ich promovieren wollte, habe ich meine Berufstätigkeit im Rahmen des Doktorandenprogramms der Volkswagen AG in Wolfsburg begonnen. Zunächst stand dabei ein weiteres Studium an der Technischen Universität Braunschweig an, um die Promotionsvoraussetzungen für FH-Absolventen zu erfüllen. Hierauf war ich jedoch bestens vorbereitet. Erfreulicherweise war der Gegenstand meiner Arbeit als Doktorand so interessant, dass das Thema „Software-Eigenentwicklung“ bis zum heutigen Tag fortgeführt wird. Inwieweit hat Sie das Studium auf die jetzige Tätigkeit vorbereitet? Mein Studium hat mir sehr gute Grundlagen für meine jetzige Tätigkeit als Ingenieur vermittelt und mich frühzeitig zum selbständigen Arbeiten und Denken angeleitet. 16

Gab es jemanden, der Sie während Ihrer Studienzeit inspiriert hat? Mittlerweile kenne ich Professor Wilfried Daehn mehr als zehn Jahre. Er hat mich während meines Studiums in Magdeburg gefördert und ermutigt und hat dies auch als mein Doktorvater in meiner Promotion getan. Viele Themen, die ich aus seinen Vorlesungen und den Diskussionen mit ihm mitnehmen konnte, kommen mir heute im Arbeitsalltag zugute. Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus? Ein typischer Arbeitsalltag, sofern man ihn überhaupt so bezeichnen kann, besteht aus viel Kommunikation per Mail und Telefonkonferenzen mit Kollegen, Kooperationspartnern und Firmen, um

bestehende Projekte zu besprechen, zukünftige zu planen oder Problemlösungen zu erstellen. Dabei sind auch Arbeitstreffen notwendig, die dann häufig bei dem jeweiligen Entwicklungspartner stattfinden. Des Weiteren besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Clausthal, auch hier finden regelmäßig Arbeitstreffen und gemeinsame Workshops statt. So habe ich wieder Kontakt zu Studenten und kann meine Erfahrungen weitergeben. Insgesamt ist der Arbeitsalltag jedoch wie in allen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen auch vom Unvorhergesehen geprägt, sodass man immer flexibel, nicht zuletzt auch in der Arbeitstageinteilung, bleiben muss. Was würden Sie Studenten während oder nach ihrem Studium raten? Studenten sollten die Möglichkeiten, die sich ihnen bieten, bestmöglich nutzen. Gerade an der Hochschule MagdeburgStendal war während meines Studiums ein guter Kontakt zu den Dozenten immer gegeben und nicht zuletzt war so mein Weg zu einer Promotion überhaupt erst möglich. Trotzdem rate ich allen ihr Studentenleben auch zu genießen, bevor sie später vom Berufsalltag voll in Anspruch genommen werden und das Genießen das ein oder andere Mal zu kurz kommt! Die Fragen stellte Nancy Hase

Tipps zum Studienabschluss von Prof. Dr. Wilfried Daehn (Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Industrial Design) „Ich empfehle meinen Studierenden möglichst früh über einen späteren Arbeitgeber nachzudenken. Sie haben dann die Möglichkeit, diese Firma und die Arbeitsbereiche bereits während des Praktikums kennenzulernen. Mindestens ebenso wichtig ist es aber auch, dass der Arbeitgeber sich so frühzeitig ein Bild von einem/r möglichem/n neuen Mitarbeiter/-in machen kann. Große Firmen nutzen diese Möglichkeit und verzichten auf Einstellungstests (Assessment Center). In einigen Fällen führt dies dazu, dass besonders begabten künftigen Mitarbeitern auch die Möglichkeit eröffnet wird, während ihres Studiums bereits bei der Firma zu arbeiten und als Externer an einer Universität eine Promotion anzustreben. Dies war bei Dr. Andreas Schulze der Fall. In jedem Fall gilt: Wer im Praktikum oder bei der Bachelor-Arbeit in einer Firma einen guten Eindruck hinterlassen hat, ist im Vorteil beim Kampf um einen Arbeitsplatz.“


Dezember 2012

Die Kunst des Jonglierens – ein Selbstversuch

Mit Rotation zur inneren Balance

Fotos: Nancy Hase

Oft saß ich als Kind im Zirkuspublikum und bestaunte die Jongleure in der Manege. Mit welcher Leichtfertigkeit sie diese so kompliziert aussehenden Figuren mit ihren zahllosen Bällen, Keulen und Stäben entstehen ließen. Umso mehr erwachte diese einstige Bewunderung bei einem Blick in das Sportangebot der Hochschule wieder zum Leben: Es wird ein JonglierKurs angeboten! Ohne Zögern ergreife ich die Gelegenheit, die mystische Wurfkunst einmal selbst auszuprobieren.

Erst zwei, dann drei Kugeln – dank Alex’ Anleitung gelingt mir am Trainingsende das Jonglieren und ich finde zu innerer Ausgeglichenheit. Mein Coach ist Alex Leymann, er jongliert bereits seit 15 Jahren und gibt spezielle Workshops während der Trainingszeiten in der Sporthalle der Otto-von-GuerickeUniversität Magdeburg. Während des gesamten Kurses sehe ich seine Arme rotieren, in seinen Händen mal Kugeln, mal Keulen, in oft nicht eindeutiger Zahl. Wenn er nicht gerade Gegenstände um seinen Kopf kreisen lässt, arbeitet der 27-Jährige als wissenschaftlicher Mitarbeiter für theoretische Physik an der Universität. Mit etwas Theorie beginnt auch meine Trainingsstunde. „Jonglieren kann man im Prinzip alle Dinge, die man kompliziert manipulieren kann“, erläutert Alex seine eigene Definition der Sportart. Da werde ich skeptisch: Kann man die Jonglage überhaupt als Sport bezeichnen? Immerhin steht der Kurs auf der Angebotsliste der Hochschulsportdisziplinen. Des Trainers leicht empörte Antwort: „Natürlich gibt es Jonglier-Varianten, die wettkampfmäßig betrieben werden. Im Grunde genommen ist es aber wie mit dem Joggen: Ich kann es als Hobby praktizieren, ich kann aber ebenso gut an einem Marathon teilnehmen.“ Klingt logisch. Für mich bedeutet Sport allerdings auch einen gewissen Grad an körperlicher Anstrengung. Da ist der Unterschied zum Joggen schon größer und ich bezweifle, dass man bei dem bisschen

Armbewegung wirklich ins Schwitzen geraten soll. Auch hier hängt die Betrachtungsweise vom Jongleur ab: „Nach einem vernünftigen Training mit anderthalb Stunden Programm bin ich sowohl körperlich als auch geistig total erschöpft. Allerdings gibt es nur wenige andere Tätigkeiten, nach denen ich so fröhlich und ausgelassen bin“, beschreibt mir der Hobbyjongleur, der sich die Techniken weitestgehend selbst beibrachte. Am Ende seiner Einführung drückt er mir zwei mit Sand gefüllte Plastikkugeln in die Hand. Warum nur zwei, fehlt da nicht eine? „Zur Koordinationsübung“, ruft er mir zwischen seinen vier, inzwischen schon wieder schwebenden, Keulen zu. Ich solle beide Kugeln parallel nach oben werfen und fangen. Das Werfen ist einfach, die Koordination ist beim Fangen gefragt. Nach ein paar Durchgängen aber fliegen die Kugeln schön gleichmäßig und parallel in meine Hände. Dann kommt die dritte Kugel dazu. „Jetzt musst du deine Unterarme kreisen lassen und die Kugel immer erst nach oben werfen, wenn die vorige genau über dir ist“, lautet diesmal die Anweisung. Meine ersten Versuche müssen kläglich aussehen, ich mache mehr Bekanntschaft mit dem Parkettboden als mit der Hallendecke. Immer wieder komme ich aus dem Rhythmus und eine Kugel ver-

lässt die vorgesehene Flugbahn. „Versuch, deine innere Balance zu finden“, rät Alex mir. Mit der Zeit lässt meine Konzentration nach und ich versuche nicht mehr, krampfhaft an die Bewegungen zu denken. Ich stelle mir einfach vor, dass meine Arme zwei rotierende Windmühlen wären. So simpel wie es klingt – es klappt! Im Takt lasse ich die Kugeln tanzen und ernte ein anerkennendes Kopfnicken vom Coach. Plötzlich ist alles im Fluss. So stelle ich mir Meditation vor: Der Kopf leer, der Körper leicht und die Seele frei. Nach einer guten Stunde Übung mit Bällen und Keulen habe ich es also gelernt – das einst mit Kinderaugen bestaunte Jonglieren. Zum Andenken darf ich meine drei Kugeln mitnehmen. Beruhigend rieselt der Sand in den Plastikhüllen, als ich sie in meine Tasche packe. „Als alltägliches Koordinationstraining für Rechtshänder empfehle ich dir, zukünftig die Dinge auch mal ‚mit links‘ anzugehen“, gibt Alex mir noch mit auf den Weg. Ich danke ihm für seine exzellente Anleitung und gehe tatsächlich fröhlich und ausgelassen nach Hause. Ich habe inzwischen auch eine eigene Definition der Sportart für mich gefunden: Jonglieren führt im Prinzip dazu, dass alle Dinge, die sonst kompliziert manipuliert sind, leicht und lösbar werden. Christin Eckstein 17


campus geflüster

Der neue Studentenrat und seine Ziele

„Wir kümmern uns um euch!“

Foto: Christin Eckstein

Im Juni 2012 wurden 15 neue Mitglieder in den Studentenrat (Stura) der Hochschule Magdeburg-Stendal gewählt. Hier wird diskutiert, geplant und gefördert.

LINDA MASUHR (19) aus Magdeburg studiert im 3. Semester den Bachelor-Studiengang Angewandte Kindheitswissenschaften am Standort Stendal. Warum hast Du Dich für ein Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal entschieden? Zum einen wurde mein Studiengang erst 2005 ins Leben gerufen und ist in dieser Zusammenstellung einmalig in Deutschland. Da es noch nicht allzu viele Absolventen dieser Fachrichtung gibt, hat das Angebot mein Interesse geweckt. Zum anderen wollte ich als gebürtige Magdeburgerin in der Nähe studieren. Was gefällt Dir besonders an unserer Hochschule? Die persönliche Atmosphäre in den nicht überfüllten Seminaren. Man fühlt sich dann wieder fast wie damals in der Schulklasse.

„Wir vertreten die Studierenden gegenüber der Hochschulverwaltung“, erklärt Martin Bessert, Sprecher für Inneres, und fasst somit die Hauptaufgabe des Stura zusammen. Dass der Stura viel bewegen kann, ist den meisten Studentinnen und Studenten gar nicht bekannt. „Unser Ziel ist es, das studentische Leben zu fördern, auch außerhalb der Hochschule. Gerne unterstützen wir Projekte und kümmern uns um die Probleme der Studierenden“, sagt Martin weiter. „Leider interessieren sich noch viel zu wenige Studierende für die Gremienarbeit, dabei müsste es doch in jedem Interesse liegen, etwas verändern und verbessern zu können“, wundert sich Hendrikje Wiards, Sprecherin für Hochschulpolitik. Die Wahlbeteiligung lag in diesem Jahr bei 14,8 Prozent. Aufstellen lassen hatten sich nur 18 Studierende für 15 Plätze. Maxi Reimann, Sprecherin für Öffentlichkeitsarbeit, betont noch einmal, dass alle Sitzungen der Gremien öffentlich seien. Trotz des geringen Interesses an ihrer Arbeit verfolgt der Stura schon konkrete Ziele.

Welche interessanten Projekte gibt es bei Euch im Studiengang? In diesem Semester ist die Teilnahme an den Ringvorlesungen jeden Dienstagabend im Audimax auf dem Stendaler Campus im Modulplan vorgeschrieben. Außerdem können wir am Projekt „Kinder-Uni“ mitarbeiten.

Wo ist Dein Lieblingsplatz in Magdeburg? Im Sommer fahre ich oft Inliner im Stadtpark an der Sternbrücke. Zur Einstimmung auf das Wochenende kann ich die Cocktails im CoCo am Hasselbachplatz empfehlen. Hast Du schon über einen Master-Studiengang nachgedacht? Wenn ja, über welchen? Am Standort Stendal ist der Master-Studiengang Kinderpolitik in Planung. Ich würde aber auch gern mein Berufsziel verfolgen und in Richtung Tanzpädagogik weiterstudieren. Was ist Dein absolutes Lieblingsessen in der Mensa? Käseschnitzel mit Nudeln und Tomatensoße. Die Fragen stellte CHRISTIN ECKSTEIN

18

Foto: Deborah Schmieg

Was sind Deine Pläne für die Zeit nach dem Studium? In meiner Freizeit habe ich viel Kontakt zu Kindern. Ich bringe ihnen unter anderem mein großes Hobby, das Tanzen, bei. Nach meinem Abschluss möchte ich gern Tanzpädagogin werden und so meine beiden Interessen miteinander verbinden. Seit diesem Jahr gibt es einen Fachschaftsrat-Koordinator, der die Zusammenarbeit mit den einzelnen Fachbereichen fördern soll. Außerdem wird die Verbindung mit dem Standort Stendal gestärkt, da ein Student aus Stendal im Stura mit agiert und ab Januar 2013 ist ein Stammtisch für lesbische und schwule Studierende geplant, zu dem herzlich eingeladen wird. Der Sprecher für Inneres träumt zusätzlich von der Anschaffung internationaler Studentenausweise. „Schaut euch die Gremienarbeit an! Wir können viel bewegen und organisieren nicht nur Partys“, appelliert Hendrikje an die Studierenden, „macht von eurem Recht Gebrauch und mischt mit!“ Den Kontakt und noch mehr Informationen findet ihr auf der Internetseite www.studentenrat-h2.de DEBORAH SCHMIEG


Dezember 2012

Hochschulbeteiligung bei Tagung in Istanbul

Interkulturelle Musiktherapie Als Auftakt für eine zukünftige Kooperation zwischen der Hochschule Magdeburg-Stendal und dem Orient-Institut Istanbul fand am 25. und 26. Mai 2012 eine deutsch-türkische Tagung statt. Ursprünglich war vor allem eine Zusammenarbeit im Bereich der Forschung geplant. Während der Tagung bildete sich weiterhin das Interesse am Bereich der musiktherapeutischen Ausbildung in der Türkei heraus. An dem Pfingstwochenende kamen türkische, deutsche und österreichische Referenten und Referentinnen aus den Bereichen Musiktherapie, Psychotherapie, Medizin, Musikethnologie und Musikpädagogik zusammen und referierten unter anderem über interkulturelle Erfahrungen und Konzepte, ethnopsychoanalytische Aspekte in der Musiktherapie und die an traditionelle Konzepte anknüpfende alt-orientalische Musiktherapie in der Türkei. Ergänzt wurden die Vorträge durch musiktherapeutische Workshops, um die jeweiligen Arbeitsweisen praktisch vorzustellen. Nicht zuletzt ermöglichten Diskussionsrunden die Reflexion der gegenseitigen Eindrücke der Vorträge und Workshops. Das OrientInstitut wurde vertreten durch Dr. Martin Greve (Musikethnologe) und Dr. Alexandre Toumarkine (Medizinhistoriker), die Hochschule Magdeburg-Stendal durch Prof. Dr. Susanne Metzner, die Lehrbeauftragten Dr. Ingo Engelmann und Sandra Wallmeier sowie drei Studierende der Master-Studiengänge Methoden musiktherapeutischer Forschung und Praxis und Interdisziplinäre Therapie in der psychosozialen Versorgung. Bislang fehlt es neben einigen wenigen Veröffentlichungen (u.a. von Prof. Dr. Susanne Metzner) an umfangreicher Forschung und fundierten Konzepten einer interkulturellen

Musiktherapie. Mit steigendem Anteil der Patienten bzw. Klienten mit Migrationshintergrund in Deutschland gewinnen interkulturelle Aspekte jedoch zunehmend an Relevanz und Beachtung. Entsprechend dem Gesamtanteil von Menschen türkischer Herkunft in Deutschland sind es Menschen dieser Herkunft, die man am häufigsten in den Einrichtungen und Kliniken antrifft. Häufig muss festgestellt werden, dass wir mit den westlich geprägten musiktherapeutischen Ansätzen dabei an Grenzen stoßen. So kommen Menschen in die Musiktherapie, die sich als Fremde erleben und die von anderen als Fremde erlebt werden; Menschen, die aufgrund sprachlicher Barrieren nur bedingt fähig sind, ihr Erleben verbal zum Ausdruck zu bringen und Menschen, deren kulturelle Identität sich häufig deutlich von der deutschen unterscheidet. Die Begegnung und der Umgang mit dem Fremden werden zum Thema in der Therapie. Insofern bot der fachliche interkulturelle Austausch mit den türkischen Kollegen die Möglichkeit, bestehende Ansätze einer interkulturellen Musiktherapie in Deutschland zu beleuchten, musiktherapeutische Konzepte in der Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund zu hinterfragen und um neue Aspekte zu erweitern. Während in Deutschland die Musiktherapie in der Entwicklung und Forschung fortge-

schritten und als eigenständiges Fach etabliert ist, steht die moderne, wissenschaftlich fundierte Musiktherapie in der Türkei noch am Anfang der Entwicklung. Ein traditionelles Verständnis von Musiktherapie trifft auf moderne internationale Methoden, welche bisher aber nur von wenigen Musiktherapeuten seit ein paar Jahren in der Türkei eingesetzt werden und so individuell verschieden und für die Türkei neuartig sind, dass sich bisher noch keine speziellen Methoden haben herausbilden können. Somit schien auf türkischer Seite zunächst ein allgemeiner Erfahrungsaustausch der Musiktherapie von Bedeutung zu sein. Darüber hinaus war die Tagung für die Musiktherapeuten in der Türkei eine erste Gelegenheit, untereinander in Kontakt und fachlichen Austausch zu treten. Es ergab sich der Wunsch nach fundierten Ausbildungen im Fach Musiktherapie und das entsprechende Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Hochschule Magdeburg-Stendal. Mit der großen Unterstützung seitens der Hochschule konnte der Beginn einer äußerst vielversprechenden Kooperation ermöglicht werden, mit der Perspektive der Weiterentwicklung und wissenschaftlichen Fundierung interkultureller Konzepte in der Musiktherapie. Ulrike Olschewski

Am 2. und 3. November 2012 war auf Einladung von Prof. Dr. Susanne Metzner der international renommierte Psychoanalytiker und Psychotherapieforscher Prof. Dr. Dr. Horst Kächele zu Gast bei den weiterbildenden Master-Studiengängen Methoden musiktherapeutischer Forschung und Praxis sowie Interdisziplinäre Therapie in der psychosozialen Versorgung. Die Studierenden waren schlichtweg begeistert von der lebendigen Vermittlung von Forschungsmethoden sowie dem reichen Fundus an Erfahrung, an dem der Referent ebenso uneingeschränkt teilhaben ließ wie an allen seinen Materialien, digitalen Büchern und PowerPoint-Präsentationen. In dem Seminar wurden darüber hinaus die Grundsteine für verschiedene Forschungsprojekte gelegt, darunter auch eine Multicenterstudie zur Musiktherapie mit schizophrenen Patienten und Patientinnen. Prof. Dr. Susanne Metzner

Foto: Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen

Renommierter Forscher zu Besuch

Susanne Metzner (links), Horst Kächele (5. von links) und Studierende

19


treffpunkt campus

Nachrichten Wissen macht Gesellschaft

Foto: Christopher John Smith

Foto: Thorsten Weddig

In der Auftaktveranstaltung der Reihe Wissen macht Gesellschaft diskutierten am 17. Oktober 2012 Prof. Dr. Anne Lequy, Prorektorin für Studium und Lehre an der Hochschule, Prof. Dr. Jens Strackeljahn, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Uwe Dalichow, Geschäftsführer der IHK Magdeburg über das Thema „Wissen schafft Bildung“.

Es ging vor allem um die curriculare Entwicklung und inwieweit Unternehmen „Mitspracherecht“ hätten. Jens Strackeljahn bemerkte, dass Bachelor-Studierende für ein bestimmtes Berufsbild ausgebildet werden sollen und somit eine Kooperation mit der Wirtschaft unabdingbar sei. Das Spannungsfeld bestünde laut Anne Lequy darin, dass Praxisbezug durchaus das Profil der Hochschule sei, es aber nicht um das Durchsetzen von Firmeninteressen ginge. Hochschulen sollten aber dennoch im Bereich berufsbegleitendes Studium flexibel bleiben, um auf die Bedürfnisse der Industrie reagieren zu können. Ein großes Augenmerk läge hierbei auf online-Angeboten und e-Learning. Die Veranstaltungsreihe wird von der Textonia GmbH organisiert und findet jeden dritten Mittwoch im Monat in der Cafeteria der Universitätsbibliothek statt. Die nächste Veranstaltung mit Hochschulbeteiligung ist für den 23. Januar 2013 geplant. Dann wird Prof. Dr. Renatus Schenkel zum Thema „Wissen bildet Meinung“ auf dem Podium vertreten sein. VG Weitere Informationen: www.textonia.de/Veranstaltung.htm Übersetzungskonferenz Berlin mit Hochschulbeteiligung Vom 28. bis 30. September 2012 fand in Berlin die 2. Internationale Fachkonferenz „Übersetzen in die Zukunft“ des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) statt. Die Hochschule war mit den Dozenten Prof. Dr. Carlos Melches, Gerlind de la Cruz, Anne-Kathrin Lerke und Kerstin Eisenreich vertreten. Die Hochschulangehörigen waren aktiv in die Gestaltung der Konferenz eingebunden, so führte Carlos Melches einen Workshop zum Thema „Textkonventionen im Spanischen und Deutschen – Heranführung an die Textanalyse für (Fach-) Übersetzer aus der Sicht des Funktionalismus“ durch und Kerstin Eisenreich bot Vorträge zu den Themen „Kritische Kompetenz beim Recherchieren“ (Vortrag und Workshop) und „Übersetzungskritik vs. Kritik am Übersetzer“ an. 20

Auch die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Annette Schavan lobte die Hochschule. Sie drückte ihre Freude darüber aus, dass an der Hochschule „ein Master-Studiengang für deutsch-arabische Fachübersetzung eingerichtet wird, der in Kooperation mit der German Jordanian University in Amman angeboten wird, so dass die deutschen Studierenden die Möglichkeit haben, ihre Sprachkenntnisse bestmöglich auszubauen. Ich bin mir sicher, dass die fortschreitende Internationalisierung weitere große Chancen gerade für Übersetzerinnen und Übersetzer, für Dolmetscherinnen und Dolmetscher bereit halten wird, denn Sprache – und Sie als ihre Mittler, bilden gleichsam ein Scharnier zwischen Volkswirtschaften und Regierungen, Gesellschaften und Kulturen. Wir brauchen ein Bewusstsein dafür, dass uns jede Sprache eine neue Sicht auf die Welt eröffnet(…)“, so die Bundesministerin über das Studienangebot. VG Topos Innensaiten – Symposium zu Musiktherapie Am 20. Oktober 2012 fand das 4. Magdeburger Symposium zu Musiktherapie mit dem Thema Musik und (politische) Gewalt statt. Ging es in den Beiträgen von Prof. Gerhart Darmstadt aus Hamburg und Prof. Dr. Susanne Metzner um die künstlerischen Zeugnisse einer Auseinandersetzung mit den gewaltigen Kräften des Menschen, so wurde von Prof. Dr. Manuela Schwartz die musikalisch-szenische Darstellung von unmenschlichen (Kriegs-)Handlungen in Blick genommen. Der musikalischen Verarbeitung medialer Bilder wiederum stand die grausame Realität des Einsatzes von Musik zur Folter von Menschen gegenüber, was im Vortrag von Prof. Dr. Morag Grant aus Göttingen behandelt wurde. Julie Sutton aus Belfast legte die besonderen Möglichkeiten, aber auch die Grenzen von Musik in der Behandlung traumatisierter Menschen am Beispiel des in Nordirland Generationen überdauernden Kriegszustandes dar. Ergänzt wurde das Programm um einen psychoanalytischen Beitrag von Prof. Dr. Jörg Frommer (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg), in dem es um kollektive und individuelle Wirkungen von Verschweigen und Verleugnen gewaltiger politisch-gesellschaftlicher (Um-)Brüche ging. Die ca. 60 Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden von der Heftigkeit und Tiefe der Themen sehr gefordert, was durch die Diskussionen und persönlichen Gespräche ebenso wie die gute Atmosphäre aufgefangen wurde, so dass am Ende die Überzeugung herrschte, viel mitgenommen zu haben. Prof. Dr. Susanne Metzner


Dezember 2012

DAAD-Preis für Internationales Am 14. November 2012 erhielt die Hochschule MagdeburgStendal in Bonn den diesjährigen Preis des Auswärtigen Amtes für exzellente Betreuung ausländischer Studierender. Ausgezeichnet wurde die Initiative „Zwischen Late Summer School und Tutorium Internationales – Welcome für Incomings“.

Absolventen/-innen und der Hochschule werden. Verantwortlich für die Alumniarbeit im Studiengang ist Dr. Nadine Grochla-Ehle. Kontakt: Telefon: (03931) 2187 4887, E-Mail: nadine.grochla-ehle@hs-magdeburg.de Dr. Nadine Grochla-Ehle MDR Designpreis für Hochschulabsolventen

Foto: David Ausserhofer

Für die Vorbereitung seiner Bachelor-Arbeit beobachtete Rudolf Weiß, wie Eltern ihre Kinder mit einem Fahrrad befördern. Seine Gedanken kreisten dabei um mehr Sicherheit und dem Kontakt zwischen Fahrer und Kind. Die Idee für einen schwenkenden Fahrradbeiwagen war geboren. Am 27. Oktober 2012 erhielt er dafür auf den Designers‘ Open in Leipzig den MDR Designpreis und setzte sich gegen fünf andere Teilnehmer von Hochschulen aus Mitteldeutschland im Wettbewerb durch.

Der Preis geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an die Hochschule Magdeburg-Stendal und an eine studentische Initiative in Regensburg. Jeder der beiden Preisträger erhält 7.500 Euro als Preisgeld. Die Hochschule Magdeburg-Stendal wird diesen Betrag an die Fachbereiche weiterreichen. Dort soll das Geld direkt für die weitere Verbesserung der Betreuung ausländischer Studierender bzw. für die Mobilität so genannter Outgoings eingesetzt werden. PM Studium beendet – Kontakt zur Hochschule bleibt bestehen Erfolgreich hat inzwischen der erste Jahrgang des Studiengangs Bildung, Erziehung und Betreuung im Kindesalter – Leitung von Kindertageseinrichtungen am Standort Stendal sein Studium absolviert. Ein großer Wunsch der Absolventinnen ist es, auch nach ihrem Studium weiter den Kontakt zur Hochschule zu halten. Der Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften möchte ehemalige Studierende des Studiengangs im Sinne des lebenslangen Lernens weiter begleiten. Erstmals realisiert werden konnte dieses Vorhaben im Rahmen des Fachtages „Qualität in die Kita – Beiträge der Praxisforschung“, der am 26. Oktober 2012 am Standort Stendal stattfand. Neben dem geselligen Austausch von Erinnerungen an die Studienzeit, traten die Absolventinnen an diesem Tag selbst als Akteure in den Vordergrund und bereicherten den Fachtag mit der Präsentation ihrer Bachelor-Arbeiten. Auch künftige Aktionen sind bereits geplant: So soll Anfang nächsten Jahres ein gemeinsames Treffen mit einer Supervisorin stattfinden und auch „Bildungsfahrten“ und Alumnitage sollen zu einem festen Bestandteil der Netzwerkarbeit zwischen

Abbildung: Rudolf Weiß

V. l. n. r.: Emily Calaminus (Auswärtiges Amt), Daniel Croner und Alexander Igel (International Student Network Regensburg e.V.), Melanie Ockert (Hochschule Magdeburg-Stendal), Ulrich Grothus (stv. Generalsekretär des DAAD), Prof. Dr. Anne Lequy (Hochschule Magdeburg-Stendal).

Der Designpreis, der seit 2009 ausgelobt wird, stand in diesem Jahr unter dem Motto Mobilität. Der Schwerpunkt seiner Bachelor-Arbeit lag darin, ein alternatives Beförderungssystem zu entwickeln, das ein sicheres, kindgerechtes und unkompliziertes Befördern von Kindern auf dem Fahrrad gewährleistet. Das Ergebnis: ein Beiwagen für das Fahrrad. Die Anbindung nach dem Pendelprinzip ermöglicht das Befahren von Kurven mit Neigung und lässt sich unkompliziert an die gängigen Fahrradrahmen an- und abkoppeln. Das Konzept Beiwagen bringt durch seinen Aufbau das Kind auf die vom Hauptverkehr abgeschirmte Seite, ermöglicht dem kleinen Mitfahrer eine gute Rundumsicht und vermittelt ihm ein Gefühl der Geborgenheit durch den Blickkontakt zum Fahrer. Nach Erhalt des Designpreises ist der 29-Jährige, der ursprünglich aus der Nähe von Passau stammt, auf der Suche nach einem Hersteller, der seinen Beiwagen produziert. VG Studierende des Bildjournalismus in Arles Im Juli unternahm der Studiengang Bildjournalismus seine traditionelle Exkursion zum internationalen Fotofestival nach Arles. Bei den Rencontres des Arles handelt es sich um ein weltweit bedeutendes Fotofestival, das mit mehr als 60 Fotoausstellungen, Abendveranstaltungen und einem umfassenden Workshop-Programm das Medium Fotografie in seiner ganzen Breite abbildet. 21


treffpunkt campus

Den Studierenden wurden während ihres Aufenthaltes in Frankreich Fotoaufgaben gestellt. So sollten sie z.B. (un-)gewöhnliche touristische Motive finden. Es ist Tradition, dass sich die Studierenden im Rahmen der Exkursionen mit berühmten Werken der Fotografie- und Kunstgeschichte auseinandersetzen. In diesem Jahr wurden The Situation Room des amerikanischen Fotografen Pete Souza, das die amerikanische Führungsspitze in der Schaltzentrale des Weißen Haus in Erwartung des entscheidenden Schlages gegen Osama Bin Laden zeigt, und eine Interpretation von W. Eugene Smith‘s Foto Walk to the Paradise Garden in den Fokus genommen. Erstmals wurde die Exkursion großzügig mit Mitteln des Fachbereiches und der Kommission für Internationale Angelegenheiten (KIA) an der Hochschule gefördert, wofür Dozent Ebert und die Studierenden sehr dankbar waren. VG Bildjournalismus-Dozent kuratiert Ausstellung

Internationaler Mädchentag Jährlich findet im Oktober der Welt-Mädchentag statt. An diesem Tag wird weltweit, länderübergreifend und gemeinsam für die Stärkung der Rechte von Mädchen und Frauen, insbesondere im Hinblick auf Bildung, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung, soziale Sicherheit und Berufstätigkeit gewirkt. In Sachsen-Anhalt organisierten die Fachfrauen der Landesarbeitsgemeinschaft „Mädchen und junge Frauen“ sowie die Mädchenarbeitskreise in Magdeburg und Halberstadt entsprechende Veranstaltungen. In der Landeshauptstadt Magdeburg fand am 13. Oktober 2012 im Spielhaus der Hochschule Magdeburg-Stendal unter dem Motto Recht auf Bildung = ein Recht für Mädchen!? ein Aktionstag statt. Dieser Tag wurde durch den Mädchenarbeitskreis, das Gleichstellungsamt und das Jugendamt der Landeshauptstadt Magdeburg sowie durch die Hochschule Magdeburg-Stendal organisiert und mit Hilfe weiterer Kooperationspartner (dem Schulmuseum, der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt, dem Friseurmuseum und der Seniorenvertretung der Landeshauptstadt) umgesetzt. 28 Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren setzten sich mit vielfältigen Themen wie Bildung und Schule für Mädchen früher und heute sowie in anderen Kulturen auseinander. Da der Aktionstag sowohl durch die teilnehmenden Mädchen als auch durch die Organisatoren als sehr erfolgreich eingeschätzt wird, soll dieser auch in den kommenden Jahren in Magdeburg stattfinden. PM

Foto: Sandra Abend

Deutliche Steigerung bei Deutschlandstipendien

Besucher auf der Photokina 2012 Anlässlich der Photokina im September 2012 in Köln kuratierte Michael Ebert, Bildjournalismus-Dozent an der Hochschule, eine Foto-Ausstellung mit den beiden Pulitzerpreisträgern Nick Ut und Horst Faas. Horst Faas, dessen Nachlass an der Hochschule betreut wird, war von 1962 bis 1972 in Saigon Fotochef der Nachrichtenagentur AP. Nick Ut, der ebenfalls für AP in Vietnam fotografierte, machte 1972 das wohl bedeutendste Kriegsbild des 20. Jahrhunderts: Das Foto der neunjährigen, nackten und napalmverbrannten Kim Phuc schockierte die Welt. Im Rahmen der Ausstellung verlieh die LEICA Camera AG Nick Ut ihren renommierten „Hall of Fame Award“. Wie zahlreiche ikonographische Fotos wurde auch das „Napalm-Mädchen“ mit einer Leica aufgenommen. Dem am 11. Mai 2012 verstorbenen Horst Faas wurde postum eine ehrenvolle Erwähnung zuerkannt. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass Uts legendäres Foto publiziert wurde, denn die frontale Abbildung eines nackten Kindes entsprach damals nicht den Regeln der Agentur. Michael Ebert nahm als Vertreter des Nachlasses die Ehrung für Faas entgegen. Die Auszeichnungen wurden in einer festlichen Veranstaltung in Köln übergeben. Der Nachlass von Horst Faas soll in den nächsten Jahren an der Hochschule wissenschaftlich ausgewertet werden. Michael Ebert

22

Die Hochschule Magdeburg-Stendal konnte zum Wintersemester 2012/13 insgesamt 34 Deutschlandstipendien vergeben. Die Anzahl der Stipendien ist damit im Vergleich zur ersten Förderperiode um über 50 Prozent gestiegen. Nach der Ausschreibung im Frühjahr 2012 konnten aus 103 Bewerbungen 23 Stipendien neu vergeben werden. Von den 22 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus der ersten Förderperiode wurden 11 Stipendien aufgrund sehr guter Studienerfolge verlängert. Zwei Drittel der Stipendien sind mit einer Zweckbindung für ausgewählte Studiengänge versehen; unter anderem für die Ingenieurwissenschaften, zwölf Stipendien konnten zweckfrei vergeben werden, beispielsweise für Studiengänge in Kommunikation und Medien sowie Angewandte Humanwissenschaften. Die Vergabe erfolgte durch eine sechsköpfige Auswahlkommission aus der Hochschule. Neben hervorragenden fachlichen Leistungen überzeugten die Bewerberinnen und Bewerber vor allem auch durch Persönlichkeit und Engagement. Alle Stipendiatinnen und Stipendiaten werden für mindestens ein Jahr eine monatliche Förderung von 300 Euro erhalten, die jeweils zur Hälfte vom Bund und von privaten Förderern übernommen wird. In der zweiten Runde fördern 29 Spender die 34 Deutschlandstipendien der Hochschule, u.a. sind dabei: Spoma Parkett und Ausbau GmbH, SCHWENK Zement KG, InKRAFT mbH, Schubert Motors GmbH, Städtische Werke Magdeburg, FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH, Investitionsbank Sachsen-Anhalt, GETEC AG, EUMEDIAS Heilberufe AG, STRABAG AG, euro engineering, Hermes Fulfilment GmbH, Woodward Aken GmbH und die Deutsche Kreditbank AG. PM


Dezember 2012

Personalien GILIAN GERKE Prof. Dr. Gilian Gerke ist seit dem 1. Oktober 2012 als Professorin der Kreislaufwirtschaft mit den Schwerpunkten Ressourcenwirtschaft, Ökobilanzierung und Nachhaltigkeit am Fachbereich Wasser- und Kreislaufwirtschaft der Hochschule Magdeburg-Stendal tätig. Zu ihren Aufgabenbereichen gehört die Lehre in den unterschiedlichen Studiengängen des Fachbereiches sowie die Mitgestaltung der Studiengänge Kreislaufwirtschaft (B.A.) und Water Engineering (M.A.). Die 42-Jährige studierte bis 2001 Abfallentsorgung an der RWTH Aachen und promovierte 2006 am dortigen Institut für Aufbereitung und Recycling. Ihr Kernthema war die internationale Übertragbarkeit von abfallwirtschaftlichen Systemen. Anschließend begann sie ihre Tätigkeit bei der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufwirtschaft und Rohstoffe mbH (DKR mbH) in Köln. 2011 wechselte die gebürtige Kronbergerin zur Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH als Leiterin für Sustainability Services. Bevor sie zu uns an den Fachbereich kam, war sie als Prokuristin für den Bereich „Business Development“ bei der Duales System Holding zuständig. Hier an der Hochschule freut sie sich besonders, Lehre und Forschung mit ihren Erfahrungen aus der Wirtschaft verbinden zu können. DS

CAROLINE REICHENAUER Caroline Reichenauer ist seit dem 10. April 2012 als Projektmitarbeiterin im Spiel- und Projekthaus am Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen (SGW) der Hochschule Magdeburg-Stendal tätig. Die Teilzeitbeschäftigung umfasst unter anderem die praktische und theoretische Anleitung von Studierenden des Fachbereichs SGW, die Mitarbeit bei der Weiterentwicklung oder Erarbeitung von Konzepten und Projekten im Spielund Projekthaus, Öffentlichkeitsarbeit und die Unterstützung bei der Umsetzung der familien- und kinderfreundlichen Strukturen der Hochschule. Nachdem die 26-Jährige ihren Bachelor in Sozialer Arbeit an der Hochschule Magdeburg-Stendal abgeschlossen hatte, arbeitete sie als Sachbearbeiterin im Sachgebiet Betriebserlaubnisverfahren und Aufsicht über Kindertageseinrichtungen bei der Landeshauptstadt Magdeburg. Besondere Freude hat die gebürtige Magdeburgerin, ihr neues Arbeitsfeld betreffend, an der Kombination von praktischer pädagogischer Arbeit und einer leitenden Funktion. Neben ihrer Arbeit an der Hochschule belegt Caroline Reichenauer ein Fernstudium an der Ostfalia Hochschule. Dieses wird sie voraussichtlich im Jahr 2015 mit dem Master in Sozialmanagement abschließen. DS

Fotos: Pressestelle/privat

ULRIKE SCHMALRECK Ulrike Schmalreck ist seit dem 20. August 2012 als Alumni-Koordinatorin im Rektorat der Hochschule Magdeburg-Stendal tätig. In dieser Position kümmert sie sich um Belange rund um die Alumniarbeit und steht den Fachbereichen als hochschulweite Servicestelle für sämtliche Alumniaktivitäten zur Verfügung. Im kommenden Jahr möchte sie ein Konzept zur Alumnibetreuung erarbeiten, während dieses Jahr schon die beiden Maßnahmen „Alumni-Testimonials“ und „Digitale Jahrbücher“ ins Leben gerufen wurden. 2009 erhielt die gebürtige Magdeburgerin ihren Magister-Abschluss in Politikwissenschaften und Soziologie. Schon während ihrem Studium arbeitete Ulrike Schmalreck in einem Wahlkreisbüro. Anschließend war sie in Berlin an der Freien Universität als wissenschaftliche Mitarbeiterin für den Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften tätig. Bevor die 29-Jährige zurück nach Magdeburg und an die Hochschule kam, arbeitete sie freiberuflich für das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), wertete dort die Quest-Studie aus und wirkte an dem CHE Diversity Report mit. An ihrer Tätigkeit als Alumni-Koordinatorin reizt Ulrike Schmalreck vor allem die vielfältige und herausfordernde Aufgabenstellung und die Mischung aus Projekt-, Öffentlichkeits- und Marketingaufgaben. DS

23


Fotos: Matthias Piekacz

Feierliche Immatrikulationen 2012

Am 1. Oktober 2012 begannen mehr als 1.400 Studentinnen und Studenten ihr Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal in Bachelor- und Master-Studiengängen. Sie wurden auf Immatrikulationsfeiern in Stendal und Magdeburg vom Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Andreas Geiger, begrüßt.

treffpunkt campus 69 (Dezember 2012)  

#69, Magazin der Hochschule Magdeburg-Stendal