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treffpunkt campus

Die Bachelor-Reform im Fokus der Absolventenbefragung 2011

Foto: Kerstin Seela

In vielen Punkten über dem Durchschnitt

Die Väter der Absolventenbefragung: Jürgen Brekenkamp und Prof. Dr. Wolfgang Patzig

Die Hochschule hat mit Beginn des Wintersemesters 2005/06 relativ früh auf das neue Studiensystem zweistufiger Abschlüsse umgestellt. Dabei verfolgte sie das Ziel, die Studienprogramme so umzustellen, dass der Bachelor als erster akademischer Abschluss – trotz der Reduktion der Regelstudienzeit – allein für den Beruf qualifiziert. Dies sollte u. a. durch praxisnähere Ausbildungsinhalte, Förderung von Auslandserfahrung im Studium und klarer strukturierte Studiengänge erreicht werden. Unsere Absolventen sollten früher in das Berufsleben eintreten. Seit ihrer Einführung an der Hochschule ist die ‚Bologna-Reform‘ wiederholt heftig und kontrovers diskutiert worden. Vor allem in der Anfangsphase war die Umstellung auf das neue Studiensystem auch mit Unsicherheiten und Befürchtungen verbunden: Würde diese innerhalb der Hochschule ohne erhebliche Reibungsverluste gelingen? Könnten ausreichend und vor allem attraktive Master-Studienangebote bereit gestellt werden? Aber auch, wie würden die neuen Abschlüsse bei den Arbeitgebern angenommen werden und wie würden sich die Bachelor-Absolventen in der Praxis bewähren? Hinzu kamen in der Anfangsphase häufige Klagen über beträchtliche Studienbelastungen der Studierenden und höhere Studienabbruchquoten. 10

An dieser Stelle kommen ehemalige Studierende der Hochschule zu Wort, die unter den skizzierten Bedingungen einen Bachelor-Abschluss an der Hochschule erworben haben: Wie haben diese ihr Studium erlebt und wie bewerten sie es im Rückblick? Es wird hier über Ergebnisse aus der Absolventenbefragung der Hochschule berichtet, die das Prorektorat für Hochschulentwicklung und -marketing im Wintersemester 2010/11 als hochschulweite Befragung der Absolventen des Prüfungsjahres 2009 durchgeführt hat.

Die Methode der Befragung Diese ehemaligen Studierenden wurden etwa eineinhalb Jahre nach Erwerb ihres Hochschulabschlusses angeschrieben und mittels eines Fragebogens zu verschiedenen studienbezogenen Themen und Auswirkungen befragt: Neben der oben genannten Frage z.B. was sie nach Erwerb ihres Abschlusses an der Hochschule weiter gemacht haben, ob und wie sie eine Beschäftigung gesucht und gefunden haben usw. Der Fragebogen hatte zwanzig Seiten. 729 Absolventen beteiligten sich an der Befragung. Die Hochschule hat sich dazu an dem Kooperationsprojekt „Studienbedingungen und Berufserfolg“ des INCHER, (For-

schungsinstitut an der Universität Kassel) beteiligt. An diesem Projekt nahmen im Wintersemester 2010/11 50 Hochschulen teil und es wurden bundesweit insgesamt ca. 92.000 Absolventen befragt. Die Hochschule hat – mit Ausnahme der Absolventen in Fern-Studiengängen – alle 1.397 Absolventen des Prüfungsjahres 2009 angeschrieben. Trotz einer Fragebogenlänge von mehr als zwanzig Seiten war die Beteiligung an der Befragung sehr positiv: 729 Absolventen reagierten auf das Anschreiben. Dadurch konnte mit 52,2% die angestrebte Rücklaufquote von 50% sogar noch etwas übertroffen werden. Dazu war es aber notwendig, manche Absolventen mehrmals zu kontaktieren, um sie zu einer Teilnahme zu motivieren. In zahlreichen Fällen verfügten wir überdies über keine aktuelle Adresse und recherchierten in diesen Fällen nach der neuen Anschrift, überwiegend mit Hilfe der zuständigen Einwohnermeldeämter. Manchmal stellte sich aber auch die neu recherchierte Anschrift als nicht mehr aktuell heraus, so dass wir weiter nachforschen mussten. Es gelang aber bis auf 22 Fälle die jeweils korrekte Adresse zu ermitteln.

Die Ergebnisse sind gut 42% der Absolventen, die uns antworteten, hatten einen Bachelor-, 55% einen Diplomund 3% einen Master-Abschluss erworben. Die Bachelor-Absolventen hatten durchschnittlich 7,3 Fachsemester studiert und waren bei Studienabschluss durchschnittlich 25,9 Jahre alt (Diplom-Absolventen hatten 9,7 Fachsemester studiert und waren im Mittel 27,6 Jahre alt, Master-Absolventen: 4,2 Fachsemester und durchschnittlich 27,6 Jahre). Dieses Ergebnis weist in die gewünschte Richtung, dass unsere BachelorAbsolventen jünger sind, wenn sie einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss erwerben, was eines der zentralen Ziele des Bologna-Prozesses war. Allerdings muss bei der Interpretation berücksichtigt werden, dass die Diplom-Studiengänge am Auslaufen waren und sich in der Ausgangsgesamtheit der Diplom-Absolventen viele Absolventen befanden, die die Regelstudienzeit überschritten hatten. Ob unsere Absolventen nach vollzogener Umstellung auf das neue Studiensystem in ihrer Gesamtheit jünger sind als die Absolventen der Diplom-Studiengänge, hängt auch damit zusammen, wie viel Prozent der Bachelor-Absolventen noch ein MasterStudium anschließen und dann beenden.

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treffpunkt campus 64 (Februar 2012)  

#64, Magazin der Hochschule Magdeburg-Stendal

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