Page 1

HotelMOSAIK Herbst 2017 / 12,00 €

Das Gäste-Magazin / Herbst 2017 / 12 Euro

Ausflug in die Geschichte / Porzellan aus Berlin / Wandern in Meran

DIE WUCHT DES LEBENS Wasser ist wunderbar. Es löscht den Durst, macht uns munter, reinigt uns, gibt uns Kraft und schafft neues Leben. Ohne Wasser wären wir nicht – Grund genug, einmal darüber nachzudenken. THE FORCE OF LIFE Water is wonderful. It quenches our thirst, revives us, cleanses us, gives us strength and creates new life. We wouldn’t exist without water – take a moment to think about that.

Ihr persönliches Exemplar Sonderveröffentlichung der Partnerhotels www.hotelmosaik.de


Schöner baden gehen, jeden Tag: mit der neuen NOMOS -Serie Aqua. Uhren für das ganze bewegte Leben – elegant genug für die Oper, doch mit der Lizenz zum Tauchen. Ahoi neomatik signalblau und weitere Aqua-Modelle mit extraflachem Automatikkaliber gibt es im besten Fachhandel. nomos-glashuette.com, nomos-store.com


Editorial

Hotel Mosaik ist das Gästemagazin privat geführter Luxushotels im deutschsprachigen Raum und dem Kreuzfahrtschiff MS Europa.

Liebe Leserin, lieber Leser, Dear readers, herzlich willkommen bei Ihrem Gästemagazin HotelMOSAIK. Wieder haben wir einen bunten Strauß an unterhaltsamen Geschichten zusammengestellt und möchten Anregungen für den nächsten Aufenthalt in einem unserer Partnerhotels geben. Für viele ist ja der Herbst die schönste Jahreszeit, um die Wanderschuhe zu schnüren und die Natur zu genießen. Vielleicht in den Bergen, wo das Farbenspiel an Intensität nicht zu überbieten ist. In Meran lädt Claudia Meister ins Hotel Irma ein, von dem aus sie geführte Wanderungen organisiert. Gemeinsam mit Führer Martin geht es in den Nationalpark Stilfser Joch. Drei bis vier Stunden dauere das etwa, sagt Martin und verspricht lächelnd: „Zum Kaffee seid‘s Ihr zurück in der Irma. Wär ja schad‘, wenn Ihr das Kuchenbuffet verpasst!“ Oder wie wäre es mit einem Ausflug in die Geschichte? Deutschland hat eine Unmenge an Schlössern und Burgen, die von unserer reichen Kultur erzählen. Manches Kleinod liegt um die Ecke und will nur wiederentdeckt werden – wie die Münchner Residenz. Wer weiß schon, dass sich hier im Herzen der Altstadt das größte Stadtschloss Deutschlands befindet? Oder waren Sie schon einmal auf der Burg Hohenzollern? Das Stammhaus der Fürstenfamilie, aus der preußische Könige und deutsche Kaiser hervorgingen, thront 855 Meter hoch auf einem Bergkegel im Schwäbischen. Die romantische Anlage ist besonders reizvoll, wenn der Weihnachtsmarkt an den ersten beiden Adventswochenenden aufgebaut ist. Nach all den kleinen und größeren Strapazen lockt der Wellnessbereich oder das Gourmetrestaurant. Es ist ja längst bekannt, dass unsere Köche zu den besten der Welt zählen. Ein Ausflug in die Genusswelt beginnt ja sehr häufig mit einem Amuse Gueule. Unsere Redaktion wollte das Engagement für den „Gruß aus der Küche“ einmal besonders würdigen und hat sechs Köche gebeten, zu zeigen, was sie sich als Überraschung für den Gast ausgedacht haben. Aber sehen Sie selbst. Nun wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre und einen angenehmen Aufenthalt.

welcome to HotelMOSAIK, your guest magazine. Once again, we have compiled an array of entertaining stories to inspire you during your next stay at one of our partner hotels. For many, autumn is the most beautiful time of year to lace up the hiking boots and enjoy nature – perhaps in the mountains, where the fall colours are spectacular. In Meran, Claudia Meister invites you to stay at Hotel Irma, from where she organises guided hikes. Together with the guide, Martin, the hikes take you into the Stilfser Joch national park. The hikes are approximately three to four hours long, and Martin promises that you’ll be back in time for afternoon coffee at the Irma Hotel. It would be a shame to miss the cake buffet! Or how about a historical excursion? Germany has a plethora of castles and fortresses that depict our rich culture. There are many gems just around the corner waiting to be rediscovered, such as the Munich Residence. How many people know that the largest city palace in Germany is located at the heart of the old town? Or have you visited Hohenzollern Castle? The residence of the royal family, from which Prussian kings and German emperors arose, soars 855m high on a mountain peak in Swabia. During the first two weeks of Advent, the Christmas market lends a particularly enchanting ambience to the castle’s grounds. The spa and the gourmet restaurant beckon after all the big and small hurdles have been overcome. It is well known that our chefs are among the best in the world. An excursion into the world of gourmet food often begins with an amuse-geule. Our editorial department wanted to honour this “compliments from the chef” tradition and asked six chefs to reveal their surprise creations for their guests. Have a look for yourself. We hope you enjoy reading our magazine and wish you a pleasant stay.

Ihre

Yours, INNEGRIT VOLKHARDT Vorsitzende des HotelMOSAIK-Beirats, Geschäftsführende Komplementärin des Hotels Bayerischer Hof

22222

HotelMOSAIK 3


32

Sorry: Hier ist nicht das Gericht der Star, sondern das Porzellan. „Kurland“ wird seit 1790 von der weltbekannten Manufaktur KPM in Berlin produziert.


INHALT

HERBST 2017

6 WASSER UNSER ELEMENT H2O Water is life. An essay.

/ REISEN UND ENTDECKEN Travel and Explore 14 AUSFLUGSTIPPS BACK TO THE ROOTS Back to the roots History-inspired trips

20

Exoten hinter Glas und Eisen: Besuch im größten Gewächshaus Deutschlands. Exotic encounter Rare plants in Germany`s biggest palm tree house

20 PALMENHAUS ZURÜCK IM GARTEN EDEN Palm tree house A visit to the Garden of Eden 28 RUND UM DIE HOTELS VON FLENSBURG BIS MERAN Charming landscapes Must-sees around the MOSAIK hotels

64

/ KULTUR ERLEBEN Culture Experience 32 PORZELLAN IM ZEICHEN DES ZEPTERS Royal china Behind the scenes at the porcelain manufacture KPM

Künstler in der Küche: Gerne schicken sie dem Gast einen „Gruß“. Sechs Köche verraten, was sie servieren. Artists at work 6 chefs – 6 mouth-watering amusegueule variations

38 BLAUE REITER DIE SEELE AUF DER LEINWAND The Blue Rider Kandinsky, Marc & the New Artist Federation 42 CLAUDIA KLEINERT MEHR ALS NUR WETTERFEE Multifaceted as the weather Anchorwoman Claudia Kleinert 44 KULTUREMPFEHLUNGEN HOTELPARTNER LADEN EIN Great moments of art Cultural events around the MOSAIK hotels

/ SPORT UND SPA Sports und Spa 50 WANDERN IN MERAN VON ZIRBEN UND LÄRCHEN Of larches and Swiss pines Hikers` paradise Meran 56 THALASSO GESUNDHEIT AUS DEM MEER

Thalasso Maritime therapy for health and beauty 60 HOTELEMPFEHLUNGEN SICH WAS GÖNNEN Take a break Dream away with the MOSAIK hotels

/ GENIESSEN UND ERLEBEN Enjoy and indulge 64 GRUSS AUS DER KÜCHE DIE OUVERTÜRE Amuse gueule Overture of a gourmet menu 74 DER MAITRE FROMAGER AFFINEUR DIE REIFEPRÜFUNG

90

Kleine Testfahrt: Mit dem Bentley vom Hotel Louis C. Jacob durch Hamburg Come on board! Crosstown Hamburg in a Bentley

Cheese, please! What exactly does a Maître Fromager Affineur? 78 HOTELEMPFEHLUNGEN NEUES AUS DEN GOURMETKÜCHEN Foto: KPM, Kathrin von Eye, Michael Wissing, Arnt Haug

From kitchen and cellar Culinary delights at the MOSAIK hotels 82 MISO DIE GESCHMACKSREVOLUTION Spicy revolution Recipes with Miso 88 DESIGN AUS FEUER UND EISEN Iron beauties Designs of heat and fire 90 BENTLEY DIE SCHNELLSTE LEGENDE DER WELT Bentley The fastest legend in the world

96 GUTENACHTGESCHICHTE BLIND DATE Bedtime story Blind date

/ RUBRIKEN Sections 49 KUNSTBUCH Art book 86 NASCHMARKT Delicacies 101 SCHAU MICH AN Look at me 102 UNSERE PARTNERHOTELS Our hotel partners 105 IMPRESSUM Imprint 106 DAS REZEPT ZUM SCHLUSS Recipe at the end

22222

HotelMOSAIK 5


UNSER ELEMENT Aus dem Wasser kommen wir, mit dem Wasser ­gehen wir. Ein kleiner philosophischer ­Exkurs über uns und über das Leben, das einst dem Meer entstieg. TEXT: FRANZISKA GROSSWALD FOTO: MARIE BÄRSCH


Essay Water

22222

HotelMOSAIK 9


Essay Water

Das Wasser fließt durch die Adern der Natur wie das Blut bei den Menschen. Walter Fürst, Schweizer Aphoristiker

e

s fließt und flutet, strömt und steht, regnet und rinnt, hagelt und schneit, es plätschert und perlt, tröpfelt und trieft, es rauscht, gefriert und erstarrt, es schwillt und schmilzt, tobt und taut, es knirscht und kräuselt sich, es benetzt und benebelt, verdampft und versiegt. Wasser ist faszinierend. Es ist ein Phänomen. Je nachdem, wie es die äußeren Bedingungen erfordern, ändert es seine Gestalt, gehen seine winzigen Moleküle geheimnisvolle und manchmal sogar bizarre Bindungen ein – mal fest und starr, mal flüssig fließend, mal flüchtig gasförmig. Sanft umspült Wasser beim Baden Gelenke und verspannte Schultern, dann ­besitzt es wiederum die Kraft, tief ins Erdreich Grotten, Höhlen und sogar g ­ igantische Canyons zu graben. Seine spiegelglatte Oberfläche ist nachgiebig und fast widerstandslos zu durchdringen, doch bei einem unglücklichen Sprung aus großer Höhe kann sie so hart wie Marmor sein. Wasser ist salzig oder süß, klar oder trüb, glatt oder wellig, friedlich oder aufgepeitscht. Es hängt in Wolkenformationen in der Luft und fällt ganz plötzlich vom Himmel, es erstreckt sich über gigantische Flächen unseres ­Globus und bietet Milliarden von Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. ­Wasser trägt mächtige Schiffe meilenweit bis ans andere Ende der Welt und zieht all jene in seine schwarzen Tiefen, die des Schwimmens nicht mächtig sind. Wasser ist so kostbar, dass sich über seinen Besitz Menschen bekriegen. Denn bleibt es aus, stehen Existenzen auf dem Spiel, und gibt es zu viel davon, ist es nicht ­anders. Es ist in uns und in allen Dingen. Es ist das Leben selbst. Und der Tod. Zwischen Reichtum und Verderben Denn Wasser kann auch großes Unheil verheißen. Nennen wir es Überschwemmung, Sturmflut oder Tsunami. Angesichts solch einer Naturkatastrophe wird einem bewusst, welche Urgewalten Wasser entfesseln kann. Wenn Rinnsale zu reißenden Flüssen anwachsen, Bäche Täler überschwemmen und Flutwellen Häuser und ganze Städte dem Erdboden gleichmachen, demonstriert die Natur einmal mehr, wer hier wirklich am Machthebel sitzt. Aus dem Wasser kommen wir, mit dem Wasser gehen wir. Wasser in seiner Klarheit steht für Reinheit und Ursprünglichkeit, für Wachstum und Gedeih. Nicht umsonst gilt es als Elixier des Lebens. Nicht nur, dass unser Körper zum größten Teil aus Wasser besteht. Der gesamte Stoffwechsel steht und fällt mit seiner Existenz: Wasser löst Vitamine und andere Nährstoffe

10 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2


Essay Water

12 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2


Essay Water

Wasser: Das ist der Stoff, der das Gold einst ersetzen wird. Walter Fürst, Schweizer Aphoristiker

aus der Nahrung und macht sie überhaupt erst verwertbar für den Organismus. Es schwemmt Giftstoffe und Salze aus, ist Hauptbestandteil unseres Blutes und sichert somit die Sauerstoffzufuhr. Verdunstet es als Schweiß auf der Haut, wirkt Wasser wie eine biologische Klimaanlage, die im Sommer vor Überhitzung schützt. Und nicht zuletzt fungiert es als Polster für Organe und Knochen. Heilsam, heißt es, sei das Wasser – für Kopf und Körper. Wie beruhigend es doch ist, in einem Kahn lautlos über den See zu gleiten, wie inspirierend, einem Wasserfall zu lauschen. Schwerelos und unbeschwert fühlt man sich in seinen Wogen. Der sanfte Druck wirkt wie eine Massage, die das Gewebe gut durchblutet und so Verspannungen zu lösen und Schmerzen zu lindern ­vermag. Alles ist eins. Doch bedeutet Wasser für uns nicht noch so viel mehr? Was ist es, das uns ­förmlich zum Wasser hinzieht, in uns eine tiefe Sehnsucht schürt, wenn wir vom Strand aus hinaus aufs Meer blicken und Wasser und Himmel am Horizont miteinander verschmelzen? Was wohl dahinter liegt? Stille? Ruhe? Frieden? So wie damals, im Mutterleib? Tatsache ist: Eine geheimnisvolle Kraft verbindet uns mit dem Ozean und seiner schier unendlichen Weite. Bevor Leben auf der Erde entstehen konnte, war da das Wasser. Das ist nicht nur eine biblische Geschichte, sondern ein naturwissenschaftlich bestätigter Fakt. Keine drei Tage halten wir es ohne Flüssigkeit aus. Schon im Mutterleib sind wir vom schützenden Fruchtwasser umgeben. Kein Samen keimt ohne das kostbare Nass, kein Tier, dessen Instinkte nicht auf die Suche nach einer Quelle programmiert wären. Früher, als es noch kein Mineralwasser abgefüllt in Flaschen zu kaufen gab, spielte sich das Leben am Fluss ab. Oder am Brunnen. Hier wusch man sich, wusch seine Kleider, trank und trug das wertvolle Gut in schweren Krügen heim. Noch heute ist dies in vielen Ländern der Erde so. Wasser bedeutet Reichtum. Und Macht. Ist Wasser nicht ein Allgemeingut? Fließt und sprudelt es nicht in uns allen? In jeder unserer Zellen? Oder wird Süßwasser einst das Gold kommender ­Generationen sein, weil es so verknappt ist, dass es zur Währung wird? Wir ­haben es ein Stück weit selbst in der Hand. Durch einen r­espektvollen und ­demütigen Umgang mit dieser beeindruckenden Ressource. Wasser braucht unseren Schutz. Weil es so sensibel ist. Es ist das Leben selbst. 2

22222

HotelMOSAIK 13


TRAVEL AND EXPLORE

REISEN UND ENTDECKEN


Deutschland ist reich an geschichtsträchtigen Orten, 42 davon hat die UNESCO in die Liste der Welterbestätten aufgenommen. Vom Aachener Dom, der Altstadt von Lübeck und Bamberg bis zur Zeche Zollverein in Essen sind sie alle Zeugen unserer Kultur und Herkunft – und längst Touristenmagnete. Daneben gibt es aber viele andere Orte, die auf eine bedeutende Geschichte verweisen und bei denen sich ein Besuch ebenfalls lohnt. HotelMOSAIK hat sechs als kleine Ausflugtipps ausgewählt, meist ist auch ein Partnerhotel ganz in der Nähe. TEXT: FRÉDÈRIC VACHERON

Foto: © Vaceslav Romanov - stock.adobe.com

BACK TO THE ROOTS


HOHENZOLLERN

Foto: ©Sergey Novikov - stock.adobe.com

HECHINGEN

1 DIE BURG

Sie ist sicherlich eine der imposantesten Burgen Deutschlands. Südlich von Hechingen in Baden-Württemberg thront weithin sichtbar auf einem 855 Meter hohen Bergkegel die Zollernburg, wie sie im Volksmund genannt wird. Mit ihren vielen Türmen, Türmchen, Zinnen und Bastionen entspricht sie ganz und gar der romantischen Weltvorstellung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, der sie von 1850 bis 1867 im neugotischen Stil am Stammsitz seiner Ahnen errichten ließ. Wenn sich die Wolken unter der Burg zusammenschieben, scheint sie abgehoben von der Welt zu schweben. Wie bei vielen Herrschergeschlechtern liegen auch Herkunft und Anfänge der Hohenzollern im Nebel der Geschichte. Ihre erste Erwähnung findet sich in der „Weltenchronik“ des Reichenauer Mönches Berthold, der für das Jahr 1061 festhielt, dass die Brüder Wezil und Burchardus „de Zolorin“ im Kampf gefallen sind. Die Deutung des

ELTVILLE

3 KLOSTER

EBERBACH IM RHEINGAU

16 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Namens „Zollern“, später „Hohenzollern“, ist gleichfalls nicht eindeutig geklärt. Eventuell leitet sich der Name vom lateinischen „mons solarius“, dem „Sonnenberg“ ab, was sich auf den Bergkegel bezieht, auf dem sich der Stammsitz der Dynastie befindet. Eigentlich wurden dort drei Burgen errichtet. Die erste wohl in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Sie galt als die „Krone aller Burgen in Schwaben“ und wurde als „das vesteste Haus in teutschen Landen“ gerühmt. Dennoch wurde sie 1423 völlig zerstört. Der zweiten Festung erging es nicht viel besser: Abwechselnd besetzten sie württembergische, französische und österreichische Truppen. Ab dem 18. Jahrhundert blieb sie verlassen und verkam zur Ruine. Da ist es erstaunlich, dass sich das Fürstengeschlecht der Hohenzollern bis in die heutige Zeit hielt, auch wenn es sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts in zwei Hauptlinien teilte: der schwäbische sowie der fränkische, später brandenburgisch-preußische Zweig des Hauses. Aus letzterem gingen die Kurfürsten von Brandenburg hervor sowie 1701 die preußischen Könige und 1871 die Deutschen Kaiser. Die von Friedrich Wilhelm von Preußen neu erbaute romantisierende Burganlage ist immer noch im Privatbesitz des Hauses Hohenzollern, das sich in vielerlei Aktivitäten sehr volksnah öffnet. Wer heute durch die Prunksäle geführt wird, kann neben wertvollen Gemälden und Porzellan auch die mit Edelsteinen geschmückte preußische Königskrone bewundern. Und kunstvolle Brilliant-Tabakdosen vom „Alten Fritz“ – auch jene, die er bei der Schlacht von Kunersdorf im Waffenrock trug: Eine auf ihn gerichtete Flintenkugel prallte daran ab. Auch das Einschussloch am ebenfalls ausgestellten Waffenrock ist gut zu erkennen. // www.burg-hohenzollern.com


MÜNCHEN

2 STADTSCHLOSS

Foto: ©Helmut - stock.adobe.com

IM HERZEN DER WELTSTADT

Foto: © Bayerische Schlösserverwaltung, www.schloesser.bayern.de

Travel and Explore history

Jeder Münchner kennt selbstverständlich die Residenz. Manche Menschen können auch nicht an den Bronzelöwen in der Residenzstraße vorbeigehen, ohne die Schnauze am unteren Ende des Schildes zu berühren. Ganz bronzegolden glänzt die schon. Es soll ja Glück und Wohlstand bringen. Doch die wenigsten Passanten waren schon einmal im Innern der weitverzweigten Anlage, die bis zur Revolution in Bayern 1918 den Wittelsbacher Herzögen, Kurfürsten und Königen als Wohn- und Regierungssitz diente. Die Münchner Residenz ist das größte Innenstadtschloss Deutschlands. Und es hat einiges zu erzählen. Die Anfänge gehen zurück auf eine Fluchtburg: die Neuveste, die von den frühen Herzögen, die damals noch im Alten Hof residierten, 1385 errichtet wurde. Der erste Bau der neuen Residenz an der Neuveste sollte das erste Museum nördlich der Alpen sein: Das Antiquarium wurde 1571 fertiggestellt. Kurz darauf folgten der Witwenstock, der Grottenhof und der Schwarze Saal. Auch der Brunnenhof (Foto) stammt aus dieser Zeit. Jedoch die Neuveste musste weichen, um einem repräsentativeren Renaissanceschloss Platz zu machen, welches dem gewach-

senen bayerischen Selbstbewusstsein und dem hohen politischen Anspruch der Wittelsbacher gerecht werden sollte. Heute umfasst die Residenz zehn Höfe und gliedert sich in die drei Hauptkomplexe: Königsbau, Maximilianische Residenz und Festsaalbau zum Hofgarten hin. Das Residenzmuseum besteht aus 130 Schauräumen, wozu auch die Hofkapelle zählt. Stilistisch ist die über Jahrhunderte gewachsene Anlage eine Mischung aus Renaissance, Barock, Rokoko und Klassizismus. Im Brunnenhof finden bei schönem Wetter Konzerte statt, gelegentlich Preisverleihungen und hochwertige Firmenpräsentationen – bis 1.800 Personen finden hier Platz. Aber auch die anderen Säle und Theater werden öffentlich genutzt. Eine Eintrittskarte für das Gesamtensemble kostet 13 Euro, doch man sollte dann für die Besichtigung genügend Zeit mitbringen. // www.residenz-muenchen.de

Mönche wohnen hier schon lange nicht mehr. Dennoch – dem sakralen Zauber des Ortes kann sich kein Besucher entziehen. Kloster Eberbach ist eines der eindrucksvollsten Denkmäler mittelalterlicher Klosterbaukunst in Europa. Die weitläufige Anlage mit ihren romanischen und frühgotischen Innenräumen vermittelt einen Eindruck vom klösterlichen Leben der Zisterzienser und ihrer Philosophie: unbedingte Askese. Auch wenn die Basilika heute nicht mehr die Rigorosität und Strenge der kargen Schmucklosigkeit widerspiegelt, die der Gründer Bernhard von Clairvaux im 12. Jahrhundert forderte. Denn bereits im 14. Jahrhundert wurden im Zuge des wirtschaftlichen Erfolges des Klosters die Regeln aufgeweicht. Seine eigentliche Weltgeltung verdankt Eberbach nämlich dem Weinbau, den die Mönche über 700 Jahre kultivierten und im Mittelalter ein florierendes Weinhandelsunternehmen aufbauten. Das Kloster zählte schnell zum wohlhabendsten Weingut im Rheingau und weit darüber hinaus. Dementsprechend reicherte sich die Ausstattung

von der Gotik über die Renaissance zum Barock bis Ende des 18. Jahrhunderts gewaltig an. Die Schweden sollen im Dreißigjährigen Krieg außergewöhnlich reiche Beute gemacht haben, doch erst die französischen Revolutionstruppen pressten das Letzte aus dem Kloster. Bis heute zeugen die zwölf historischen Weinpressen im Laienrefektorium von den enormen Erträgen der klösterlichen Anbaugebiete. 300 Meter vor den Toren des Klosters liegt der weltberühmte „Steinberg“ und gleich daneben wurde 2008 der modernste Riesling-Keller Europas eingeweiht. Wer das Kloster einmal in besonderer Atmosphäre erleben möchte, sollte eine Kerzenführung buchen. Versierte Gästeführer aus Eltville organisieren seit vielen Jahren das stimmungsvolle Event, erzählen über die Geschichte des Ortes und wissen auch von den Dreharbeiten zu „Der Name der Rose“ im Kloster zu berichten. Im Abteimuseum können Besucher dann noch tiefer in die Geschichte des Klosters und des Zisterzienserordens eintauchen. // www.kloster-eberbach.de

22222

HotelMOSAIK 17


Foto: ©sehbaer_nrw - stock.adobe.com

COBURG

4 DIE VESTE COBURG

SCHLESWIG

6 SCHLOSS

GOTTORF AN DER SCHLEI Ein weißes Schloss auf einer Insel im See: Idyllisch liegt Schloss Gottorf am Rand der Stadt Schleswig an der Schlei. Schon im 12. Jahrhundert stand dort eine Burg der Bischöfe von Schleswig, später

18 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Schriften. Die Coburger Zeit gilt als eine der produktivsten Phasen in seinem Leben. Für die Veste Coburg nur ein kleiner Abschnitt in ihrer langen Geschichte, die auf die Saalfelder Benediktiner bis ins Jahr 1056 zurückgeht. Auf 1225 datierte Buckelquader und Steinmetzzeichen verweisen auf die Umwandlung der zuerst klösterlichen Anlage in eine Burg. Gebaut, umgebaut und abgerissen wurde an der Veste dann ständig. Erst im 18. Jahrhundert verlor sie an militärischer Bedeutung und Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha begann 1837, die herzoglichen Sammlungen auf der Veste Coburg zusammenzutragen. Dazu gehört zunächst die Waffensammlung aus dem Zeughaus der Veste. Später kamen weitere Waffen-, Münz- und Kupferstichsammlungen hinzu. Heute ist die Veste Coburg eine Kombination aus historischen Räumen und moderner Sammlungspräsentation. Auch Werke von Lukas Cranach d. Ä. sind zu sehen. Er malte hier die bekannten Porträts von Luther und seiner Frau. // www.kunstsammlungen-coburg.de

gehörte der Landstrich zum dänischen Königshaus. 1492 zerstörte ein Feuer weite Teile der Residenz von Friedrich I., der sie jedoch wenig später wieder aufbauen ließ. Aus dieser Zeit stammt auch die Gotische Halle, einer der ältesten Teile des Schlosses, die bis in die Gegenwart erhalten geblieben sind. In der 400 Jahre alten Schlosskapelle (Foto) geben sich Brautpaare gerne das Ja-Wort. Heute beherbergt das Schloss zwei Museen: das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte sowie das Archäologische Landesmuseum. In der Gotischen Halle beginnt der Rundgang durch die Ausstellung zur Kunst- und Kulturgeschichte mit einer Sammlung mittelalterlicher Altäre und religiöser Skulpturen. Im Westflügel aus der Mitte des 16. Jahrhunderts treffen Besucher auf zahlreiche Gemälde niederländischer Meister der Renaissance sowie Werke von Lucas Cranach d. Ä. Im 17. Jahrhundert zählte Gottorf unter Herzog Friedrich III. zu den wichtigsten Kulturzentren Europas. Zahlreiche Gemälde, aber auch Möbel und Kunsthandwerk stammen aus der Barockzeit.

Foto: © Landesmuseen Schloss Gottorf

Für das 500-jährige Reformationsjubiläum putzten sich in ganz Deutschland viel Städte und Stätten heraus, in denen sich Martin Luther einst aufgehalten hat. Eine von ihnen ist die Veste Coburg. In der mächtigen, über der oberfränkischen Stadt thronenden Burg suchte der als Ketzer verfolgte Theologe im Jahr 1530 Schutz. Am Karfreitag reiste Luther, begleitet von mehr als 200 Soldaten, Rittern und Edelleuten, in Coburg an. Anhänger Luthers kämpften damals in Augsburg für die Anerkennung des protestantischen Glaubens. Weil der Reformator unter sogenannter Reichsacht stand und vogelfrei war, blieb er in Coburg und ließ Kurfürst Johann den Beständigen beim Reichstag die Confessio Augustana verlesen. Die Weiterreise hätte ihn in erhebliche Gefahr gebracht. Zwei Zimmer neben der Großen Hofstube, dem Fest- und Bankettsaal der Veste, standen Luther damals zur Verfügung. Von dort aus korrespondierte er mit Philipp Melanchthon und seiner Familie, arbeitete an Bibel- und Äsop-Übersetzungen und verfasste in der Zeit von April bis Oktober mehr als ein Dutzend programmatische


Travel and Explore history

LONE/ACHTAL

5 KUNST

AUS DER EISZEIT

Nur die wertvollsten Zeugnisse der Vergangenheit werden zum UNESO-Welterbe ernannt. In Baden-Württemberg gibt es gleich sechs Kulturstätten, die diesen Titel führen dürfen: das Kloster Maulbronn, die Klosterinsel Reichenau, der Obergermanisch-Rätische Limes, die Pfahlbauten am Bodensee, zwei Häuser des Stararchitekten Le Corbusier in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung und seit Juli 2017 sechs „Höhlen der ältesten Eiszeitkunst“ auf der Schwäbischen Alb.

Die Höhlen befinden sich im Lone- und im Achtal und sind eine archäologische Sensation. Hier lebten vor etwa 40.000 Jahren Menschen, die dort einzigartige Zeugnisse hinterließen. Die ältesten Kunstobjekte der Welt: die Venus aus dem Hohle Fels im Achtal, der legendäre Löwenmensch aus dem Hohlenstein im Lonetal oder das Pferdchen, das Mammut und viele weitere Figürchen. Auch die einstigen Werkzeuge und Reste der Jagdbeute zeugen vom frühen Leben auf der Alb. Doch ausgezeichnet vom UNESCO-Komitee wurden nicht die Figuren, sondern die Höhlen. Sie erstrecken sich weitverzweigt zwischen Giengen und Blaubeuren. Von den sechs ausgezeichneten Höhlen am besten zugänglich und erlebbar ist die Vogelherdhöhle bei Niederstotzingen auf der Südseite des Lonetals. Rund um die 50 Meter lange Höhle bietet der Archäopark Vogelherd einen informativen Erlebnisparcours mit spannenden Themenplätzen und Aktionen zur steinzeitlichen Lebenswelt der Jäger und Sammler. Ein modernes Besucherzentrum widmet sich multimedial der geologischen und prähistorischen Geschichte der Region und dem altsteinzeitlichen Menschen. Die größte und spektakulärste Elfenbeinfigur, der Löwenmensch (Foto), ist jedoch im Museum in Ulm ausgestellt. Bruchstücke der Fabelfigur waren bereits 1939 entdeckt worden. Erst 2012/13 konnte aus weiteren Fragmenten in einem aufwendigen Restaurierungsprojekt die Figur vervollständigt werden. Beeindruckend: Das Kunstwerk hätte wohl auch von einem heutigen Künstler so erschaffen werden können. Trotzdem ist der Löwenmensch aus der Eiszeit. // www.archaeopark-vogelherd.de

Über Rokoko, Biedermeier und Jugendstil reicht die Bandbreite der im Museum ausgestellten Kunst bis zum modernen Kunsthandwerk der Gegenwart. Die Galerie der Klassischen Moderne wurde in ein Nebengebäude auf der Schlossinsel ausgelagert. Sie zeigt überwiegend Werke deutscher Expressionisten, unter anderem der Norddeutschen Emil Nolde, Christian Rohlfs und Ernst Barlach aus der Zeit um 1920. An diese Sammlung schließt sich die im September 2015 neu eröffnete Norddeutsche Galerie an. Sie zeigt rund 150 Werke norddeutscher Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts. Zu den spektakulärsten Ausstellungsstücken des Archäologischen Landesmuseums gehört das Nydamboot aus dem 3. Jahrhundert. Das offene Holzboot lag rund 1.500 Jahre im Nydam-Moor bei Sønderborg in Süddänemark, bevor es der dänische Archäologe Conrad Engelhardt 1863 entdeckte. Das Museum zeigt das konservierte, fast 23 Meter lange Boot gemeinsam mit anderen Gegenständen aus der Zeit der Germanen. // www.schloss-gottorf.de

22222

HotelMOSAIK 19


Travel and Explore Botany

ZURÜCK IM GARTEN EDEN

Nein, die Cherubim mit flammenden Schwertklingen stehen nicht vor dem Palmenhaus. Es genügt, eine Tageskarte für 6 Euro am Kassenhäuschen des Botanischen Gartens in Berlin-Dahlem zu erstehen, um das Paradies zu betreten. Unter einer gewaltigen Kuppel aus Eisengeflecht und Glas versammeln sich hier botanische Kostbarkeiten, die in unseren Breitengraden sonst keine Überlebenschance hätten. Im gesamten Botanischen Garten können die Besucher über 22.000 Pflanzenarten entdecken. Er gehört damit zu den drei größten und bedeutendsten Anlagen der Welt. TEXT: HARTMUT RÄTSCH FOTO: KATHRIN VON EYE

22222

HotelMOSAIK 21


b

eeindruckendes Herzstück ist das Ensemble der 15 Gewächshäuser. Hier ballt sich die Pflanzen-Welt der Tropen und Subtropen, von der Wüste mit ihren ungeahnten Kakteenarten bis zum Regenwald mit Riesenfarnen, von Südafrika bis Asien und von Afrika bis Südamerika. Ohne Tropenhelm und mit leichtem Schuhwerk kann die Expedition locker an einem Nachmittag gelingen. Bitte: Wege nicht verlassen. Das Große Tropenhaus ist allerdings auch architektonisch ein Highlight. Trotz seines

22 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

betagten Alters von über 110 Jahren ist es immer noch eins der größten freitragenden Gewächshäuser weltweit und gilt international als Symbol des Maschinenzeitalters und der beginnenden Moderne. Eine architektonische Rarität. Als hätte sich Architekt Alfred Koerner und sein Konstrukteur Heinrich Müller-Breslau 1905 die Gestalt der Palmenblätter und Tropengewächse für die Eisen-Glaskonstruktion zum Vorbild genommen: Beim Blick nach oben verschmelzen die filigranen Blattstrukturen mit den Eisenverstrebungen im Gegenlicht. Hier und da zaubert ein Sonnenstrahl einen Farbpunkt in das Pflanzenmeer, wo je nach Tages-

zeit, nach Lichteinfall und Schattenwurf die tausend Grüntöne miteinander spielen. Acidgrün, Avocadogrün, Blaugrün, Türkisgrün, Lindgrün, Mint und Zinkgrün. Uns fehlen die Namen der Farben und erst recht die der Pflanzen. Botanikern blüht das Herz auf, wir interessierten Laien können nur staunend die kleinen Namenstäfelchen lesen. Von Acca sellowiana bis Ziziphus spinosa. Es ist ein Kokon von 60 Metern Länge, 30 Metern Breite und 25,5 Metern Höhe, der den Garten Eden umhüllt. Fast 40.000 Kubikmeter. Erstaunlich: Den Krieg überstand die Konstruktion, nur das Glas zerbarst unter dem Druck der Sprengbomben. Angestellte ver-


Travel and Explore Botany

Auch in der Natur ist alles irgendwie geordnet, wenn auch in verschiedener Weise: schwimmende und fliegende Tiere und Pflanzen. Und es ist nicht so, dass eines beziehungslos neben dem anderen stĂźnde, sondern Ăźberall gibt es Beziehungen. Auf ein Ziel hin ist alles in der Welt gerichtet. Aristoteles, Griechischer Philosoph

22222

HotelMOSAIK 23


24 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2


Travel and Explore Botany

Die ganze Natur ist eine Melodie, in der eine tiefe Harmonie verborgen ist. Johann Wolfgang Goethe

suchten zu retten, was zu retten war – in privaten Wohnzimmern sogar. Später wurde Akrylglas eingesetzt, das bei der notwendig gewordenen Grundsanierung von 2005 bis 2009 nach 60 Jahren durch spezielles Thermoglas ausgetauscht wurde. Doch der Zweite Weltkrieg vernichtete viele der seltenen Pflanzen, die teilweise bis 250 Jahre alt waren. Vermutlich kennt jeder Sammler das Phänomen: Hat einen die Leidenschaft erst einmal gepackt, wird der Platz für die Lieblingsstücke schnell knapp. So ging es den Pflanzenjägern im 17., 18. und 19. Jahrhundert auch. Die Begeisterung über die Exoten war schier grenzenlos. Zunächst waren es Mediziner und Missionare, später Pflanzenliebhaber als sogenannte Reisebotaniker, die auf den monatelangen Schiffsfahrten mitsegelten, entweder auf eigene Rechnung oder im Auftrag von Handelsgesellschaften, Fürsten oder reichen Privatiers. Jedes Fürstenhaus brauchte sein Gewächshaus oder gar eine Orangerie. Man schmückte sich mit Pflanzen und exotischen Blüten. Wer weiß schon, dass die bei uns so beliebte Dalie eigentlich in Mexiko und Guatemala beheimatet ist? Oder die Hortensie, die Lieblingsblume der preußischen Königin Luise, kein einheimisches Gewächs ist? Der zwischen Zartrosa und kräftigem Blau reizvoll blühende Strauch wurde in den kaiserlichen Gärten Japans kultiviert und fiel 1690 erstmals Engelbert Kaempfer aus Lemgo auf, der damals Arzt bei der Niederländischen Ostindien-Kompanie war. Als lebende Pflanze wurde die Hortensie 1789 von dem Botaniker Sir Joseph Banks

für die Royal Botanic Gardens in Kew bei London mitgebracht. Von dort aus eroberte sie schnell ganz Europa. Mit der Entdeckung Amerikas und der Erforschung der Seewege um Afrika nach Indien, China und Australien durch die Portugiesen, Spanier, Italiener und Engländer wurden auch neue Pflanzenwelten erschlossen. Auch der deutsche Alexander von Humboldt beteiligte sich an der „Pflanzenjagd“, wenn auch gleich die Botanik nur eine unter vielen seiner Forschungsgebiete war. Einer der bedeutendsten Reisebotaniker war besagter Sir Joseph Banks, der 1768 die Hälfte der Kosten für die erste Südseereise von James Cook bezahlte. Von der abenteuerlichen Fahrt

brachte Banks 1.300 neue Arten und 110 neue Gattungen mit. Doch in unseren Breitengraden brauchten die gesammelten Pflanzen besondere Pflege. Licht, Wärme und feuchte Luft. Manches Exemplar schoss auch regelrecht in den Himmel. Die klassischen Gewächshäuser stießen da an Grenzen. Dank der industriellen Revolution eröffnete sich eine neue Konstruktionsmöglichkeit. Was unter Architekten für den Hausbau anfangs verpönt war, setzte sich auch dank der Botanikbegeisterung schnell in ganz Europa durch: das Stahlskelettgerüst. Gewächshäuser aus Gusseisen und rundum verglast. Der britische Gärtner Joseph Paxton baute 1851 in London einen Palast, wie ihn die Welt noch

22222

HotelMOSAIK 25


Travel and Explore Botany

Der Baum ist jene Macht, die sich langsam dem Himmel vermählt. So steht es mit dir, du kleiner Mensch. Du bist einer, der sich vollendet. Antoine de Saint-Exupéry

nicht gesehen hatte. Leicht und grazil schien die gewaltige Konstruktion aus Eisen und Glas drei Geschosse hoch im Hyde Park zu schweben – ein angemessenes Heim für die erste Weltausstellung. Der „Crystal Palace“, wie die Ausstellungshalle bald genannt wurde, war nicht nur ästhetisch, sondern vor allem technisch ein Wegbereiter modernen Bauens. In den Royal Botanic Gardens in Kew entstanden Gewächshäuser, die heute noch zu den größten der Welt zählen. Und: Der Dschungel war jetzt vor den Toren der Stadt eingerichtet. Es war die Zeit, als die Lust am Fremden und Wilden in den Fantasien der Menschen waberte. Reiseberichte und Romanfiguren fütterten die Sehnsucht nach der Schönheit des Noch-nie-Gesehenen. Die Bilder

26 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

des Malers Henri Rousseau zeigten diese naive Fantasiewelt. Hinter jedem Farn, jedem großblättrigen Strauch konnte ein wildes Tier lauern oder gar, noch gruseliger, ein kannibalischer Wilder. Der Dschungel war der Ort fern aller zivilisatorischen Zwänge und die Palmenhäuser ermöglichten, ihn gefahrlos zu betreten. Auch in Deutschland standen bald in jeder größeren Stadt „Kristallpaläste“. Noch heute gibt es ca. 100 solcher Tropenhäuser. Manches jedoch wurde Opfer eines Brandes, wie in München, oder der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg. Das große Tropenhaus in Berlin-Dahlem überlebte wie durch ein Wunder. Beim Spaziergang durch die Pracht aus Farben, Formen und Düften kann man vielleicht ein we-

nig von der Freude Alexander von Humboldts und Aimé Bonplands verspüren, die sie 1799 im Dschungel von Venezuela empfanden: „Wie die Narren laufen wir bis jetzt umher; in den ersten drei Tagen können wir nichts bestimmen, da man immer einen Gegenstand wegwirft, um einen anderen zu ergreifen. Bonpland versichert, dass er von Sinnen kommen werde, wenn die Wunder nicht bald aufhören.“ Heute bietet der Botanische Garten Berlin Patenschaften an. Damit können Spender von 250 bis 1.500 Euro zum Erhalt der exotischen Welt ein Stück beitragen. Ein Hinweisschild neben der ausgesuchten Pflanze verweist dann für ein Jahr auf ihren Paten. 2 Weitere Infos: g.hohlstein@bgbm.org


22222

HotelMOSAIK 27


Relais & Châteaux Hotel Jagdhof Glashütte / Bad Laasphe

OH, DU SCHÖNES WITTGENSTEINERLAND! Wandern und genießen in der Country Residenz Wandern, walken, aktiv sein – und danach entspannen und eine Küche vom Feinsten genießen, das ist Erholung! Im Relais & Châteaux Hotel Jagdhof Glashütte kommen Naturliebhaber auf ihre Kosten. Direkt von der Haustür weg führt sie der Weg vorbei an Quellen und Aussichtstürmen. Das Arrangement „Wandern – Walking – Rothaarsteig“, das zum Preis ab 315 Euro pro Person gebucht werden kann, lässt keine Wünsche offen: Zwei Übernachtungen mit großem Frühstücksbrunch, Gourmetmenü an einem Abend nach Wahl, Sweeties am Kamin und vieles mehr erwarten Sie! Wanderlustige können an einer geführten Wanderung durch die Wittgensteiner Wälder teilnehmen. Auf Wunsch ist auch ein Transfer zum Wanderausgangspunkt und zurück möglich.

Country romance / A package for nature lovers Enjoy a stay at the Hotel Jagdhof Glashütte, the beautiful country residence on foot of the Rothaarsteig, a hikers` paradise. 2 nights, daily brunch buffet, a gourmet dinner menu, sweeties by the romantic fireplace and more are available from 315 € p.p. Eigentümer/Leitung: Edmund Dornhöfer / E-Mail: info@jagdhof-glashuette.de // www.jagdhof-glashuette.de

KLEINE FLUCHTEN Entdecken Sie die schönsten Städte und Landschaften mit den MOSAIK-Hotels TRAVEL AND EXPLORE Discover the most beautiful cities and landscapes with the MOSAIK hotels

Genießer Hotel Historischer Krug / Oeversee

IM LAND DER WILDEN MÄNNER Ein romantischer Streifzug durch Deutschlands rauen Norden Der Name sagt es bereits: Der Historische Krug in Oeversee ist ein Refugium für Genießer. Hier, zwischen Ost- und Nordsee, finden Erholungssuchende nicht nur Ruhe, sondern durchaus auch Zerstreuung bei erlebnisreichen Tagesausflügen. Gäste sollten unbedingt dem Wikinger Museum Haithabu vor den Toren Schleswigs einen Besuch abstatten. Oder einen Abstecher nach Husum machen mit seinem pittoresken Hafen (Foto) und dem Theodor Storm-Haus. Im Rahmen der „Romantik-Offerte“ des Hotels mit zwei Übernachtungen und Frühstück genießen die Gäste am ersten Abend ein 3-Gang-Candlelight Dinner im ländlichen Restaurant „Krugwirtschaft“, am zweiten Abend wird ihnen ein kreatives 6-Gang-Feinschmeckermenü im Gourmetrestaurant „Privileg“ serviert. Zur Begrüßung gibt es eine Flasche Sekt. Buchbar ab 279 Euro pro Person.

28 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Viking`s Land / A trip to the wild North Don`t miss to see the Vikings Museum Haithabu near the city of Schleswig when staying at Genießer Hotel Historischer Krug. It`s just amazing! The hotel`s offer includes 2 nights, breakfast, a 3-course dinner and a 6-course gourmet dinner as well as a bottle of sparkling wine. From 279 € p.p. Inhaberin: Lenka Hansen-Mörck / E-Mail: info@historischer-krug.de // www.historischer-krug.de


Travel and Explore Packages & More

Die Wochen vor dem Weihnachtsfest sind für viele Menschen die stressigs­ ten des Jahres. Alles soll noch fertig werden: Der Jahresabschluss im ­Geschäft, das Besorgen der Geschenke, der Einkauf der Zutaten für das große Festtagsmenü. Dabei ist doch gerade die Vorweihnachtszeit so zauberhaft. Das Grandhotel Seeschlösschen möchte Sie aus all dem Weihnachtsrummel entführen: Lassen Sie sich auf den norddeutsch inspirierten „Advents-Zauber“ ein und erleben Sie erholsame Momente an der winterlichen Ostsee: Zwei Übernachtungen, Frühstück mit Blick aufs Meer, ein 5-Gang-Überraschungsmenü am Anreisetag, feiner Kuchen mit Kaffee am Nachmittag – wem wird es dabei nicht warm ums Herz? Empfehlenswert ist ein Besuch der Fischers Wiehnacht am Niendorfer Hafen – urig, norddeutsch, zauberhaft, wenn über 300 Fackeln die einfahrenden Segelschiffe begrüßen und es überall nach Lebkuchen und Glühwein duftet! Buchbar ist das Arrangement, das vom 23. November bis 20. Dezember gilt, zum Preis ab 249 Euro pro Person.

Grand Hotel Seeschlösschen / Timmendorfer Strand

ADVENTS-ZAUBER Die Vorweihnachtszeit am Ostseestrand genießen

Christmas time / Magic moments at the Baltic Sea Don`t get stressed before Christmas – better go for this package, available between Nov. 23 and Dec. 20, including 2 nights, breakfast, a 5-course surprise dinner and delicious cakes for coffee time. From 249 € p.p. Eigentümer: Brigitte und Rohlf von Oven / E-Mail: info@seeschloesschen.de // www.seeschloesschen.de

Hotel Villa Geyerswörth / Bamberg

DER DUFT VON WEIHNACHTEN

Fotos: privat; Pixabay; Peter Eberts © BAMBERG Tourismus & Kongress Service © BAMBERG Tourismus & Kongress Service

Adventsstimmung in der Welterbestadt Bamberg Im Dezember liegt ein süßer Duft von Weihnachten über der ­UNESCO Weltkulturerbestadt Bamberg. Die Zeit vor Weihnachten hier zu erleben, zwischen all den wunderschönen Fachwerkhäusern, ist etwas ganz Besonderes. Wer möchte, entdeckt die Stadt entlang des berühmten Krippenwegs: Eine unglaubliche Vielfalt an Krippen-Darstellungen ist auf 37 Stationen im gesamten Stadtgebiet verteilt zu bewundern – große und kleine, historische und moderne, fränkische oder solche aus aller Welt. Alle zusammen laden zum besinnlichen Flanieren ein. Das Hotel Villa Geyerswörth bietet seinen Gästen ein vorweihnachtliches Arrangement an: Genießen Sie zwei Übernachtungen mit Frühstück sowie ein 3-Gang-Menü im Restaurant „La Villa“. Bei einem romantischen Stadtbummel über den Weihnachtsmarkt oder Besuch des Krippenweges lädt das Haus zu einem Glas Glühwein direkt am Alten Rathaus ein. Das Paket kann vom 30. November bis 23. Dezember zu 369 Euro für 2 Personen gebucht werden.

The scent of Christmas / Fascinating nativity scenes Stroll along the nativity trail and discover 37 artistic nativity scenes all across Bamberg‘s Old Town – in the Cathedral as well as in small chapels or public buildings. Hotel package available from Nov. 30 to Dec. 23: 2 nights, dinner and more at 369 € for 2 people. Geschäftsführer: Peter Klappan / E-Mail: i­nfo@villageyerswoerth.de // www.villageyerswoerth.de

w

er von Anfang an genau weiß, wohin sein Weg führt, wird es nie weit bringen.” Napoleon Bonaparte (1769-1821)

22222

HotelMOSAIK 29


Travel and Explore Packages & More

Hotel Bayerischer Hof / München

GELEBTE GESCHICHTE Seit 120 Jahren in Familienbesitz

Legendary / 120 years of family history For 120 years, the hotel has been owned by the Volkhardt family, which has been expanding it ever since. Currently, a building with 28 rooms and a luxurious 300 sqm penthouse suite is being built, completion planned for late summer. Geschäftsführende Komplementärin: Innegrit Volkhardt, E-Mail: info@bayerischerhof.de // www.bayerischerhof.de

30 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

MS EUROPA / Hamburg

DIE SPANNUNG FÄHRT MIT Bei der Überraschungsreise dürfen Passagiere die Route selbst bestimmen Haben Sie sich auch schon oft vorgenommen, einfach mal die Koffer zu packen und zu verreisen, ohne festes Ziel? Einfach raus und sich treiben lassen? Dann nix wie an Bord der EUROPA! Bei der Überraschungsreise vom 10. bis 23. Oktober sind den Passagieren lediglich der Start und das Ziel bekannt: Es geht von Barcelona nach Piräus. Welche Häfen das luxuriöse Kreuzfahrtschiff allerdings dazwischen ansteuert, weiß nicht einmal der Kapitän. Denn die Passagiere dürfen mitentscheiden, welche Destinationen des Mittelmeeres während der 13-tägigen Fahrt angelaufen werden. Mögliche Ziele wären etwa die Côte d’Azur, Korsika oder Sizilien. Der Kapitän stellt gemeinsam mit dem landeskundlichen Lektor vor, welche Reisevarianten sich, ausgehend von der aktuellen Position, anbieten – Ausflugsmöglichkeiten und Wettervorhersage inklusive. Gemeinsam wird dann die Wunsch-Route im Rahmen von Abstimmungsrunden festgelegt. Die Reise inklusive An- und Abreise ab/bis Deutschland ist ab 6.490 Euro buchbar. Weitere Informationen unter: www.hl-cruises.de/reise-finden/EUR1823

Surprise in the Mediterranean / Choose your favorite destinations This trip starts in Barcelona and ends in Piräus. But what`s coming in between? Passengers have the choice: They decide in which harbor the cruiseship will drop anchor – Côte d`Azur? Corsica? Sicily? Got curious? For further information please check website. From 6,490 € p.p. E-Mail: info@hlkf.de // www.hl-cruises.de/reise-finden/EUR1823

Fotos: privat

Das Hotel Bayerischer Hof gehört zu den führenden deutschen Häusern und zählt zu den „Leading Hotels of the World“. In diesem Jahr befindet es sich 120 Jahre im Besitz der Familie Volkhardt. Anlässlich dieses ehrwürdigen Jubiläums erscheint jetzt die zweite Edition des Buches „Begegnungen“, welches die große Geschichte dieses Hauses aus der Perspektive von Menschen erzählt, die den Bayerischen Hof geprägt haben. Eine bildreiche Publikation zum Schmökern, Blättern und Sinnieren. Stets war die Familie Volkhardt darauf bedacht, das Haus dem Geist der Zeit anzupassen, jedoch immer mit Respekt vor der historischen Substanz. So auch im Fall des komplett renovierten Bauteils mit 28 Zimmern, dessen Fertigstellung für den Spätsommer geplant ist. Dieser wird zudem eine luxuriöse 300 Quadratmeter große Penthouse Suite beherbergen, welche das gesamte neue, achte Stockwerk beanspruchen wird. Für das Bauvorhaben konnte der international renommierte Inneneinrichter und Antiquitätenhändler Axel Vervoordt aus Belgien gewonnen werden, der bereits die Neugestaltung der Restaurants Garden und Atelier, des Kinos sowie der Palaishalle übernommen hatte.


Travel and Explore Packages & More

Reindl´s Partenkirchner Hof / Garmisch-Partenkirchen

FASZINATION DER BERGE Mit Reindl‘s Bergwelten Silber hoch hinaus Schon beeindruckend, was derzeit auf Deutschlands höchstem Berg passiert: Die Zugspitze bekommt eine neue Seilbahn, die bis Ende des Jahres in Betrieb genommen werden soll. Besucher können den Gipfel weiterhin mit der Zahnradbahn erreichen und haben damit auch die Gelegenheit, diese technische Meisterleistung zu beobachten. Hoch hinaus geht es für Gäste in Reindl‘s Partenkirchner Hof sowieso. Denn im Rahmen des Arrangements „Reindl‘s Bergwelten Silber“ ist eine Berg- und Talfahrt auf den Wank enthalten, Partenkirchens Hausberg. Das Package ab 700 Euro für zwei Personen beinhaltet vier Übernachtungen, Frühstück, ein 5-Gänge-Überraschungsmenü sowie ein bayerisches 2-Gänge-Menü, Begrüßungscocktail und eine Flasche Jubiläumssekt. Übrigens: Das Hotel ist seit Kurzem Tesla Charging Partner. Für Gäste mit E-Car heißt es also: ankommen, einstecken, wohlfühlen, auftanken.

Reindl‘s Bergwelten Silber / Up to the top The package from 700 € for 2 people includes 4 nights, breakfast, a cable car ticket on the mountain Wank, a 5-course menu, a Bavarian 2-course menu and a bottle of sparkling wine. The hotel is a Tesla Charging Partner. Eigentümerin: Marianne Holzinger / Leitung: Marianne & Michael Holzinger, E-Mail: info@reindls.de // www.reindls.de

Hotel HerzogsPark / Herzogenaurach

EINE TOLLE FRAU Das Hotel HerzogsPark feiert den 100. Geburtstag von Käthe Dassler

e

in Lächeln ist die kürzeste Ent­fernung zwischen zwei Menschen.” Victor Borge (1909-2000), dänisch-amerikanischer Pianist und Komödiant

Käthe Dassler war die Frau an Adi Dasslers Seite. Gemeinsam brachten sie Adidas zu Weltruhm. Zum 100. Geburtstag erinnert das Hotel HerzogsPark an die Frau, für die Gastfreundschaft immer schon ein großes Gut war und die bis heute einen hohen Stellenwert im Hotel HerzogsPark genießt: Käthe Dassler war eine unermüdliche, fleißige Person, stets fröhlich und beliebt. Ihre Gastfreundschaft und Herzlichkeit waren legendär und geschätzt. Sportler wie Sepp Herberger, Max Schmeling und Heide Ecker-Rosendahl nächtigten bei Besuchen in Herzogenaurach gerne im eigens erbauten Dassler‘schen Gästehaus, das 1972 schließlich zum „Sporthotel adidas“ ausgebaut wurde. In der Silvesternacht 1984 verstarb Käthe Dassler im Alter von 67 Jahren. Tochter Brigitte baute das Sporthotel zum heutigen Hotel HerzogsPark aus. Der Geist und die Gastfreundschaft des erfolgreichen

Unternehmer-Ehepaares sind auch nach über 50 Jahren noch präsent. Zahlreiche Bilder an den Wänden erinnern an die Dasslers, und ein Stück Geschichte lebt auch in den beiden Banketträumen „Salon Adi Dassler“ und „Salon Käthe Dassler“ wieder auf. Den Familiengedanken, den die Dasslers damals schon gepflegt haben, möchte sich das Hotel HerzogsPark genauso bewahren und seine Gäste auch in Zukunft von ganzem Herzen willkommen heißen.

Wonderful woman / Recalling Käthe Dassler Her hospitality and cordiality were legendary and appreciated: Käthe Dassler, Adi Dassler‘s beloved wife. Together, they brought Adidas to world fame. On the occasion of her 100th birthday, the HerzogsPark Hotel recalls the tireless, cheerful and industrious woman. Geschäftsführer: Michael Bläser / E-Mail: info@herzogspark.de // www.herzogspark.de

22222

HotelMOSAIK 31


CULTURE EXPERIENCE

KULTUR ERLEBEN


IM ZEICHEN DES ZEPTERS Prunk für den Preußenkönig, Alltagsporzellan für Menschen im Hier und Jetzt. Die Königliche Porzellan-Manufaktur in Berlin ist dabei, zwischen Klassikern und der Moderne einen eigenen Weg zu gehen. TEXT: HARTMUT RÄTSCH

KURLAND ESPRESSO


Culture Experience Porzellan-Manufacture

DAS BERÜHMTE PORZELLAN wurde für den Herzog von Kurland entworfen und bekam später seinen Namen.

g

utes Design hat kein Verfallsdatum. Das Service Kurland von der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin zum Beispiel wurde 1790 erstmals hergestellt und ist heute noch immer ein Bestseller des Unternehmens KPM. Nur behutsam wurde die klassizistische Form dem Zeitgeschmack angepasst. So eine lange Tradition verpflichtet. Das weiß auch der Chefdesigner der berühmten Porzellan-Manufaktur am Tiergarten, Thomas Wenzel. Er fühlt sich einerseits als Bewahrer der alten Formen und des hohen handwerklichen Qualitätsanspruchs, andererseits als Interpret der Gegenwart. „Ich muss heute kein neues Service aus Hunderten Einzelteilen kreieren“, erklärt Wenzel. „Wir haben so viele alte Formen hier, die unsere Kunden weltweit schätzen und suchen. Es geht heute darum, den Menschen Produkte an die Hand zu geben, die in ihre Lebenssituation passen.“ Sein doppelwandiger Kaffeefilter aus Porzellan ist so ein Alltagsgegenstand, der durch die Faltoptik und Funktionalität zum begehrten Designobjekt wurde. Aktuell arbeitet er an „LAB Berlin“, einer Kollektion mit klaren Linien und Formen, inspiriert von den Laborporzellanen aus vergangenen Zeiten, die sich noch im Besitz der Berliner Manufaktur befinden. Er interpretiert diese neu, hat auch zarte Farbtöne dafür kreiert und passt sie an eine zeitgemäße Tischkultur an. „Sie sollen die Menschen auch morgen noch überzeugen.“ Beim Gang durch die Werkstätten mit ihren verschiedenen Stationen der Porzellanherstellung kommt der Besucher an Kaffeekannen vorbei, die nicht nur exemplarisch für die jeweilige Serviceform stehen. Nebeneinander aufgereiht zu einem Zeitstrahl verkörpern sie Designgeschichte. Bekannte Namen sind damit verbunden, etwa die Künstlerin Trude Petri, die das viel gerühmte Service „URBINO“ gestaltete, mit dem sie 1937 den Grand Prix bei der Weltausstellung in Paris gewann. Gemeinsam mit Siegmund Schütz entwickelte sie zum 175-jährigen Bestehen der Porzellan-Manufaktur „ARKADIA“. Faszinierend ist das Wechselspiel von Licht und Schatten. Das matte Biskuitporzellan der Medaillons wird der

34 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

glänzenden Oberfläche der übrigen Form entgegengesetzt. Für dieselbe Grundform schuf Gerhard Gollwitzer zwei Jahre später den Dekor Feldblumenrelief auf Bord, einen Reliefschmuck aus Gräsern, Wiesenblumen und Insekten. Und Gerhard Marcks. Er gehört zu den wichtigsten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts und entwarf von 1929 bis 1938 stilbildende Porzellane für KPM. Jüngstes Service der KPM ist „Berlin“, das 1996 in Zusammenarbeit mit dem Mailänder Designer Enzo Mari geschaffen wurde. Die kugelrunde Form der Kanne mit ihrem ausladenden Henkel fand anfangs wenig Zuspruch. Doch jetzt nach zwanzig Jahren ist sie angekommen und gehört zu den Rennern von KPM. Manches zeitlose Design braucht eben seine Zeit. Thomas Wenzel setzt bei seinen Entwicklungen auf heutige Gewohnheiten, schafft Bezüge zu unseren alltäglichen Lebensformen, etwa beim Kaffeefilter. Mit Erfolg: 2016 wurde der mit dem international begehrteniF Gold Award in der Kategorie „Product“ ausgezeichnet. Die Currywurstschale mit Kurland-Relief, der Latte-macchiato-Becher in KurlandOptik und das Kurland-Müsli-Set gehen auf seine Entwicklungsarbeit zurück. Auch das Kurland-Service „Blanc Nouveau“, das er 2013 anlässlich des 250-jährigen KPM-Jubiläums entworfen hat. Solche Neuerungen finden bei Stammkunden nicht immer uneingeschränkte Zustimmung. Aber den Spagat zwischen Tradition und Moderne meistert Wenzel. Kritik kann er aushalten. Die Geschäftsleitung lässt ihm freie Hand. Das kann wörtlich genommen werden. Wenzel, 54, ist seit 1989 bei KPM, wo er eine Ausbildung zum Porzellanmaler absolvierte. „Noch heute beginnt die Entwurfsarbeit mit einer Zeichnung“, erklärt der Designer. „Computer-Renderings sind starr und wirken schon fertig. Eine Zeichnung ist offener, lässt die Freiheit, sich zu entwickeln. Das ist mir wichtig.“ So entwickelt sich auch die multifunktionale LAB-Kollektion Stück für Stück weiter. Neuestes Familienmitglied ist ein Porzellanmörser mit Stößel, bei dem er edles Eichenholz einsetzt. Die kontrastreiche Materialkombination aus warmen Holznuancen und reinweißem Porzellanglanz verleihen eine besondere Ästhetik. Bei Wenzel wird auch das traditionelle könig-


Kein industriell gefertigtes Produkt kann sich damit messen. Dieser Nachhaltigkeitsgedanke ist bei KPM wesentlich. Thomas Wenzel, Chefdesigner

22222

HotelMOSAIK 35


Von der handwerklichen Entwurfszeichnung über die Prototypen bis zu den fertigen Produkten geht jedes Teil durch unzählige Hände.

36 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2


Culture Experience Porzellan-Manufacture

liche Zepter-Logo zum Stilmittel. Die Marke versteckt sich nicht mehr am Boden, sondern ist seitlich angebracht. Zeichen setzen. Porzellanherstellung ist ein komplexer Prozess und erfordert sehr viel Erfahrung und noch mehr Geduld. Von der handwerklichen Entwurfszeichnung über die Prototypen bis zu den fertigen Produkten geht jedes Teil durch unzählige Hände. Eine Kette, bei der jedes Glied höchste Qualität auszeichnet. Wertarbeit eben. Wenzel: „Kein industriell gefertigtes Produkt kann sich damit messen. Dieser Nachhaltigkeitsgedanke ist bei KPM wesentlich.“ Im Gespräch mit den Mitarbeitern spürt man, dass sie in diesem Geiste arbeiten. Egal, ob in der Mischerei, wo die geheime Rezeptur aus Kaolin, Feldspat und Quarz von Rührgeräten zu der zähen Grundmasse geknetet und dann zum Filterkuchen verarbeitet wird, oder in der Gießerei, der Dreherei, in der Qualitätsprüfung, der Brennerei und nicht zuletzt bei den Porzellanmalern, die jede Figur, jede Tasse, jeden Teller und jede Vase von Hand bemalen. Übrigens: Die Motive – wie Blumen oder Landschaften – sind innerhalb der Vorgaben des jeweiligen Dekors frei interpretierbar. Am Ende setzt der Maler seine Signatur auf den Standring des von ihm dekorierten Porzellanteils. Sie weist die Malerei als Unikat aus. 200 Menschen stehen für KPM. An der Spitze Jörg Woltmann. Der gebürtige Berliner kaufte das Unternehmen 2006 „rein aus Patriotismus“, wie er sagt. Innerhalb von nur einer Woche wurde der Bankier, der mit 28 Jahren sein erstes KPM-Service „Kurland“ gekauft hatte, „vom Nutzer zum Inhaber“ einer Firma, der Friedrich der Große am 19. September 1763 ihren Namen gab. Ja, Porzellan kann begeistern und süchtig machen. Heute wie damals, als sich Könige, Fürsten und Herzöge mit dem weißen Gold aus China gerne schmückten und ihren Reichtum zur Schau stellten. Bekanntlich wollte August der Starke Porzellan nicht immer nur aus Asien teuer einkaufen, sondern vor der Haustür in Dresden produzieren lassen. Alchemisten des „weißen Goldes“ suchten nach der Formel und fanden sie 1710 in Meißen. Die erste Gründung einer Porzellanmanufaktur in Berlin geht auf den Kaufmann und Wollfabrikanten Wilhelm Caspar Wegely zurück. 1751 erhielt er von Friedrich dem Großen das königliche Privileg, in Berlin eine Porzellanmanufaktur zu errichten. Nicht ganz uneigennützig. Die künstlerischen Akzente setzte der Modelleur Ernst Heinrich Reichard, den Wegely zwei Jahre später für seine Manufaktur gewinnen konnte. Von ihm stammen vor allem Entwürfe für figürliches Porzellan wie Putten, allegorische Darstellungen, Kavaliere und galante Damen im Stil des Rokoko. Technische Schwierigkeiten und der Siebenjährige Krieg zwangen Wegely jedoch schon nach wenigen Jahren zum Verkauf der Bestände, Werkzeuge und Materialien an den Berliner Kaufmann Johann Ernst Gotzkowsky. Auf Wunsch des Preußenkönigs erweiterte er 1761 die Porzellanmanufaktur. Mit dem Modellmeister Reichard, der im Besitz des Arkanums – der geheimen Rezeptur zur Herstellung von Porzellan – war, schloss er einen Vertrag: Für 4.000 Reichstaler verkaufte Reichard ihm das Arkanum und für weitere 3.000 den Porzellanvorrat und sonstige Materialien.

PORZELLAN FÜR HEUTE Chefdesigner Thomas Wenzel entwickelt gerne alte Formen weiter. Porzellan für den Gebrauch für Menschen von heute möchte er schaffen. Doch die traditionellen Formen verlieren keinesfalls ihre Bedeutung. Deutschlandweit betreibt die KPM Berlin neben dem Verkauf in der Manufaktur zwölf eigene Verkaufsgalerien und arbeitet auf nationaler und internationaler Ebene mit ausgewählten Handelspartnern zusammen. Die Erlebnisausstellung auf dem Firmengelände in Berlin-Tiergarten vermittelt exklusive Einblicke in das künstlerische und handwerkliche Schaffen der über 250 Jahre alten Luxusmanufaktur. // www.kpm-berlin.de

Ein weiterer wichtiger Schachzug Gotzkowskys: Ihm gelang es, den talentierten Bildhauer Friedrich Elias Meyer aus der Porzellanmanufaktur Meißen abzuwerben. Als Modellmeister der KPM schuf Meyer im Geiste Friedrichs II. die porzellanen Bausteine des „Friderizianischen Rokoko“, angefangen von Geschirren über Figuren für die Tafeldekoration bis hin zu Kronleuchtern, Schreibgarnituren und Galanteriewaren. Endlich, am 19. September 1763, erwarb Friedrich der Große das inzwischen gut aufgestellte Unternehmen mit allen 146 Mitarbeitern und gab der Manufaktur ihren Namen Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin und ihr Markenzeichen: das königliche Zepter aus dem kurfürstlich-brandenburgischen Wappen. Die Erfolgsgeschichte konnte ihren Lauf nehmen. Scherzhaft bezeichnete Friedrich der Große sich als seinen besten Kunden. Bis zu seinem Tode im Jahr 1786 bestellte der König bei der KPM Porzellan im Wert von 200.000 Reichstalern. Allein für seine Schlösser gab er 21 Tafelservice in Auftrag. Diese Service hatten meist 36 Gedecke und bestanden aus bis zu 500 Einzelteilen sowie kunstvollen figürlichen Tafelaufsätzen. Nicht verwunderlich also, dass die Porzellanbüste des „Alten Fritz“ heute noch gerne bei KPM produziert wird. Keine ganz einfache Form, da das Porzellan beim Brennvorgang um 16 Prozent schrumpft und der berühmte Dreispitz ohne Stützvorrichtung in sich zusammenfällt. Davor bewahre der Brennmeister. Der König würde sich sonst wohl im Grabe umdrehen. 2

22222

HotelMOSAIK 37


Foto: Mauritius Images

Culture Experience Blaue Reiter

Franz Marc, Blaues Pferd I, 1911


DIE SEELE AUF DER LEINWAND Sie nahmen den Formen ihr Äußeres und ließen die Kraft der Farben sprechen: Die Maler der Vereinigung „Der Blaue Reiter“ brachen Anfang des 20. Jahrhunderts mit allen Regeln der Kunst – im oberbayerischen Voralpenland.

i

n Murnau verloren die Dinge ihre Gestalt. Die Hauptstraße der Stadt gleicht einem reißenden Fluss, der Kirchturm ragt schief aus einem wirren Gebilde von Farben heraus, die Alpenkette zerfällt in einzelne Blöcke. Auf den Gemälden des Künstlerpaars Gabriele Münter und Wassily Kandinsky hat nichts mehr seine gewohnte Ordnung. Perspektiven lösen sich auf, Formen verlieren an Konturen, Farben verselbstständigen sich. In der Auseinandersetzung mit der Landschaft am Fuße der Alpen und ihren besonderen Lichtstimmungen entwickelte sich ihre Malerei der Abstraktion. Wer die Gegend rund um den Staffelsee kennt, weiß um die Magie ihrer Farbenspiele: wenn Himmel, Berge und Seen in Blautönen miteinander

Foto: Franz-Marc-Museum

TEXT: STEPHANIE ARNS

Franz Marc, Landschaft mit Tieren und Regenbogen, 1909

verschmelzen. Die Region heißt nicht von ungefähr „Blaues Land“. Viele Künstler stillten dort ihre Sehnsucht nach ländlicher Ursprünglichkeit und kehrten der Großstadt den Rücken – so wie Kandinsky, der eine Zeit lang in München lehrte, und Münter, seine Schülerin. Als diese 1908 das erste Mal den Ort ihres späteren Schaffens besuchte, war sie entzückt. „Nirgends hatte ich eine solche Fülle von Ansichten vereint gesehen wie hier in Murnau, zwischen See und Hochgebirge, zwischen Hügelland und Moos.“ Münter erwarb ein Haus, in dem sie mit dem Russen Kandinsky in wilder Ehe lebte – kritisch beäugt von der einheimischen Bevölkerung. Diese nannte es das „Russenhaus“, das zu einem Treffpunkt der Avantgarde wurde. Heute heißt es „Münterhaus“ und ist ein Museum. Die von Kandinsky mit bunten

Pferden und Blumen bemalte Treppe führt Besucher in die Räume des oberen Stocks, von denen man durch große Fenster das Schloss und die Kirche Murnaus erblickt – die Ansicht, die den Maler 1910 zu seinem Werk „Murnau mit Kirche I“ inspirierte. Die beiden gingen ganz in ihrer neuen Heimat auf. Kandinsky trug Lederhosen und legte vor dem Haus einen Bauerngarten an. Münter war fasziniert von der für diese Region typischen Hinterglasmalerei, die religiöse Motive, Heilige und Madonnen in einfachen Farben und Formen darstellte. Die bayerische Volkskunst gab ihr einen weiteren wichtigen Impuls hin zu ihrer reduzierten Bildsprache. Mit Franz Marc, der auch von München aufs Land gezogen war und wie der Maler Heinrich Campendonk im benachbarten Sindelsdorf wohnte, verband das Paar mehr als ein gemein-

22222

HotelMOSAIK 39


Foto: Franz-Marc-Museum

Culture Experience Blaue Reiter

Nirgens hatte ich eine solche Fülle von Ansichten vereint gesehen wie hier in Murnau, zwischen See und Hochgebirge, zwischen Hügelland und Moos. Gabriele Münter

Franz Marc, 1909, Große Landschaft Wassily Kandinsky, 1908, Murnau – Kohlgruberstraße (oben) 1909, Improvisation 2 (Trauermarsch)

Foto: Mauritius Images

Gabriele Münter, 1909 Jawlensky und Werefkin (oben) Winterland

DAS MÜNTER-HAUS in Murnau war das Zuhause von Wassily Kandinsky und Gabriele Münter. Im Ort wurde es als "Russenhaus" bezeichnet.

// www.muenter-stiftung.de

40 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

sames Kunstverständnis. Der grüblerische, in sich gekehrte Marc wollte das Wesen der Natur verstehen. Seine Motive waren Tiere, Metapher für Reinheit und Unschuld, die er nicht naturgetreu abmalte, sondern entfremdete. Er entwickelte eine eigene Farbsprache, seine blauen Pferde waren Sinnbild für die Suche nach Erlösung von irdischer Schwere, die gelben Kühe, sanft und heiter, drückten hingegen Lebensfreude aus. Verwendete er anfangs noch rundliche Formen, wurden diese später, in Anlehnung an den Kubismus, zunehmend geometrischer. Das Losreißen von realen Bezügen war für die Künstler nicht nur Stilmittel, sondern Ausdrucksform. Sie gossen ihre Seele auf die Leinwand, kehrten ihr Inneres nach außen. Und wollten damit auch den Betrachter ermutigen, eine andere Dimension der Wahrnehmung zuzulassen: sich von den festgefahrenen Vorstel-

lungen des Verstandes zu lösen, um den Blick für das innere Auge, die Intuition freizugeben, zu fühlen. Die Seelenverwandtschaft der Künstler führte schließlich zur Gründung der Vereinigung „Der Blaue Reiter“ und 1912 zur Herausgabe eines gleichnamigen Almanachs. Den Namen erfand man am Kaffeetisch in einer Gartenlaube in Sindelsdorf. Kandinsky und Marc, beide liebten sie die Farbe Blau, Pferde und Reiter, so wurde man sich schnell einig. Den Titel des Almanachs ziert ein blauer Reiter Kandinskys. Blau stand für das Geistige, Spirituelle und der Reiter für die Kraft, vorwärts zu stürmen. Der Vereinigung gehörten weitere Künstler wie Marianne von Werefkin, Alexej von Jawlensky, Heinrich Campendonk, Paul Klee und August Macke an. In dem Werk wurden Artikel und Reproduktionen dargestellt, neben Klassikern standen


Foto: AKG Images

Foto: Franz-Marc-Museum

Foto: AKG Images

Foto: Mauritius Images / © VG Bild und Kunst

Culture Experience Blaue Reiter

gleichberechtigt Kinderzeichnungen, Volkskunst aus Afrika, Burma oder Bayern. Die Herausgeber schrieben im Vorwort: „Das ganze Werk, Kunst genannt, kennt keine Grenzen und Völker, sondern die Menschheit.“ Der Blaue Reiter schenkte nicht nur Farbe und Form die Freiheit, er demokratisierte auch die Kunst. Doch die Zeit war noch nicht reif für die Visionäre. Erst in der Rückschau wurde der Blaue Reiter zum Wegbereiter des deutschen Expressionismus und zum wichtigsten Manifest der modernen Kunst. Publikum wie Kunstszene damals verstanden die Sprache der neuen Malerei nicht, sie entsprach nicht dem ästhetischen Empfinden jener Zeit. Kandinskys Gemälde wurden als „Werk eines Wahnsinnigen, Haschischkranken“ verspottet. Die Bewegung Gleichgesinnter, die sich gegen das Konventionelle und den Materialismus stellten, kamen gegen die reaktionären

Kräfte nicht an. Dem Blauen Reiter blieb nur eine kurze Zeit. Der Erste Weltkrieg brach aus, Kandinsky und Münter flohen, Marc und Macke fielen an der Front. Während Kandinsky wieder in Russland und später am Bauhaus in Weimar tätig war, kehrte Münter in ihr Haus nach Murnau zurück. An ihrem 80. Geburtstag vermachte sie ihre und Kandinskys Werke der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München, die über die größte Sammlung des Blauen Reiters verfügt. In Kochel am See, wo Franz Marc begraben liegt, ist ein gleichnamiges Museum entstanden, und das Campendonk-Museum in Penzberg stellt die Kunst des deutsch-niederländischen Expressionisten aus. Die Werke des Blauen Reiters zählen heute zu den bedeutendsten Exponaten weltweit – das Ansinnen der Künstler lebt in ihren Bildern weiter. 2

DAS FRANZMARC-MUSEUM IN KOCHEL AM SEE Das Oeuvre Franz Marcs steht selbstverständlich im Zentrum des 1986 gegründete Museums, sein Werk wird jedoch in unterschiedliche Zusammenhänge gestellt. Die Sammlungspräsentationen und Ausstellungen betrachten Franz Marc aus wechselnden Perspektiven, wobei die bedeutenden Bestände des Museums zum Expressionismus einen breiten Hintergrund bieten. Neben wichtigen Gemälden und Arbeiten auf Papier des »Blauen Reiters« und der »Brücke«-Maler ist auch Paul Klee mit einem Komplex von über 30 Arbeiten vertreten. Ab 15. Oktober bis 18. Februar 2018 werden zwei Werke von Franz Marc besonders beleuchtet. »Große Landschaft I« und das Hinterglasbild „Landschaft mit Tieren und Regenbogen“. Daneben wird das Museum sein zehnjähriges Bestehen des Erweiterungsbaus 2018 in vielfältiger Weise feiern.

22222

HotelMOSAIK 41


Culture Experience Portrait

VIEL MEHR ALS NUR WETTERFEE Claudia Kleinert moderiert in der ARD sachlich und freundlich – auch die extremsten Klimaschwankungen. Mit den eigenen Tiefs umzugehen, musste sie erst lernen. TEXT: MONIKA GOETSCH

42 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2


Foto: Thomas Rosenthal @charakterfotografie.de

s

ie sei viel zu schade fürs Wetter, befand mal ihr Kollege Thomas Gottschalk, und natürlich hat er Recht. Seit sechzehn Jahren ist Claudia Kleinert nun schon Wetterfee des deutschen Fernsehens. Wer ARD guckt, kennt ihre sachliche Freundlichkeit. Man bewundert die angenehm tiefe Stimme, das eine oder andere gewagte Kleid oder gleich die ganze selbstsichere Person neben der Wetterkarte. So mancher Zuschauer hing auch schon leidenschaftlicher an ihren Lippen. Keine im Fernsehen, heißt es, habe mehr Heiratsanträge bekommen als sie. „Mir macht die Arbeit immer noch einen Riesenspaß“, sagt Claudia Kleinert. Was mühelos scheint, war nicht immer leicht. Im Fernsehen aufzutreten, das verlangt die Fähigkeit, sich laufend zu kritisieren, kritisieren zu lassen – und daraus zu lernen. Dann das Wetter: Fachkenntnisse hat sich die gelernte Bankkauffrau selbst angeeignet. Auf dem Laufenden bleiben muss sie bis heute. Das Klima ändert sich, immer mehr Wetterextreme hat sie zu vermelden, in letzter Zeit häufen sich die heißen Tage und Unwetter. Zyniker fänden das aufregend. „Aber da stecken immer auch Schicksale dahinter“, sagt Kleinert. An der Vorhersage des nächsten Unwetters haben sich schon viele geübt. Früher sah man in den Himmel, wenn man wissen wollte, wie das Wetter wird. Man horchte in seinen Körper hinein und achtete darauf, was in der Natur geschah. Dann übernahmen Wettervorhersagen in Zeitungen und Fernsehen die undankbare Aufgabe, Verlässlichkeit herzustellen, wo nichts richtig verlässlich ist. Inzwischen hat jeder seine eigene WetterApp in der Tasche. Wozu also noch auf Claudia Kleinert und ihre Kollegen warten, wenn ein Blick aufs Handy das Wetter stündlich vorhersagt? Und noch dazu: genau für den Ort, an dem man sich gerade aufhält? Ein bisschen altmodisch ist das Ganze schon. Vielleicht: Ein typischer, öffentlich-rechtlicher Anachronismus? Kleinert hält dagegen: „Wir sind viel präziser! Apps können nicht, was wir können!“ Für ihren Wetterbericht vergleiche und interpretiere sie sechs verschiedene Modelle, Apps dagegen stützten sich auf ein einziges, „sie wären sonst unbezahlbar teuer“. Man könnte ergänzen: Wichtig ist auch, dass da jemand steht und ein bisschen mitfühlt bei der Nachricht, dass gerade der Sommer ins Wasser zu fallen droht oder Weihnachten wieder mal warm statt weiß wird. Jemand, der die Sicherheit vermittelt: Das wird schon. Claudia Kleinert kann das. Und kaum einer dürfte bezweifeln, dass sie noch viel mehr könnte. Aber das Fernsehen hat seine Schubladen. Und wer in einer dieser Schubladen sitzt, kommt nicht so einfach wieder raus. So entstehen prominente Namen, mit denen jeder etwas verbindet. So werden den Zuschauern aber auch Talente vorenthalten und den Talenten Karrieren.

Culture Experience Portrait

Im Fall Claudia Kleinert hat man die Schublade ziemlich weit zugeschoben. Ab und an, erzählt sie, kam zwar mal das Angebot, eine Sendung zu moderieren. Aber bisher war nichts Attraktives dabei. „Ich bin wählerisch. Politische Talkshows würden mich interessieren. Themen aus der Wirtschaft. Andere Angebote überlegt man sich. Macht das Sinn? Oder macht es kaputt, was ich mir aufgebaut habe?“ Um weiter zu kommen, hat sich Claudia Kleinert als BusinessCoach und Moderatorin neue Felder erschlossen und ein Buch zum Thema Charisma geschrieben („Unschlagbar positiv – die Charisma-Formel“, Ariston Verlag). Schon seit einer Weile coacht sie Menschen aus der Wirtschaft, die an ihrer Ausstrahlung und Wirkung arbeiten wollen. „Um zu begeistern, reicht gutes Aussehen nicht aus!“, schreibt sie in ihrem Buch. Vielmehr sei Charisma das, was Menschen auszeichnet, die andere voll und ganz für sich einnehmen und nachhaltig Eindruck hinterlassen. Eine Fähigkeit, die grundsätzlich jeder hat. „Sämtliche Anlagen zu einem charismatischen Menschen sind uns qua Geburt mitgegeben“, glaubt Kleinert. Zu lernen, diese Fähigkeiten einzusetzen – das ist Ziel ihrer Coachingarbeit. Die Klienten, die sich ihr anvertrauen, erfahren, wie sie selbst auf andere wirken. Sie nehmen die Wirkung anderer wahr und gehen kompetent darauf ein. Kleinert unterstützt sie dabei, an ihren sprachlichen Fertigkeiten zu feilen. Die Körpersprache zu kontrollieren. Sich des eigenen Verstandes zu bedienen, aber auch ganz bewusst emotional zu sein und authentisch. Kleinert ist überzeugt: So verkauft man sich nicht nur besser, man erspart sich auch viele Stresssituationen in Alltag und Beruf. „Erfolg ist da ein ganz selbstverständliches Nebenprodukt.“ Aber Kleinert geht in guter Coachingtradition noch ein bisschen tiefer. Charisma ist ja nicht nur die telegene Oberfläche eine Menschen. Es hat auch damit zu tun, wofür man brennt, welchen Glaubenssätzen man folgt, auf was man sich fokussiert. Die Macht der Gedanken – sie ist größer, als man denkt. Negative Glaubenssätze können in positive umgewandelt werden – davon ist Kleinert überzeugt. Wer sich von ihr coachen lässt, weiß hinterher nicht nur, wohin mit den Händen bei der nächsten Präsentation. Sondern begreift, dass man auch lenken kann, wie man Dinge wahrnimmt und wertet. Das Leben selbst hat Kleinert in viele unkontrollierbare Situationen gestürzt. Die Mutter starb früh. Ihr Vater, ein lebensfroher, starker, sportlicher Mann, erlag einige Jahre später einer schweren Krankheit. Ihr Bruder ist körperbehindert und auf Hilfe angewiesen. Sie wünschte sich Kinder, es kam nicht dazu. Schmerzlich erfuhr sie: „Ich liebe es, die Kontrolle zu haben. Aber es gibt nur wenig, was ich wirklich beeinflussen kann.“ Vor ein paar Jahren war sie ausgepowert, „ein langes Tränental“. Dann kam der „Turnaround“. Sie ließ sich coachen. Beschäftigte sich mit asiatischen Entspannungsmethoden. Lernte, achtsamer mit sich zu sein. Sie sagt: „Seither gebe ich mir und meiner Person mehr Raum.“ 2

22222

HotelMOSAIK 43


Europäischer Hof / Heidelberg

ENJOY JAZZ … in der Metropolregion Rhein-Neckar Ornette Coleman, Wayne Shorter, Archie Shepp – Enjoy Jazz hat sich seit seiner Premiere 1999 als das größte und eines der wichtigsten Jazzfestivals in Deutschland etabliert. Vom 2. Oktober bis 11. November bietet Enjoy Jazz wieder in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen hochkarätig besetzte und äußerst vielseitige Jazz-Konzerte. Aber auch die Liebhaber angrenzender Genres wie Klassik, Pop, Rock, Hip-Hop oder Elektro kommen auf ihre Kosten. Auf der Suche nach dem passenden Hotel für die Konzertreise in die Rhein-Neckar-Region ist der Europäische Hof in Heidelberg die perfekte Antwort. Lassen Sie sich vom außergewöhnlichen Ambiente des geschichtsträchtigen Hotels verzaubern und entdecken Sie die alte Universitätsstadt mit einem der vielen Arrangements des Europäischen Hofes.

Enjoy Jazz / Festival of the Jazz stars This year, stars such as Ornette Coleman, Wayne Shorter and Archie Shepp will guest at the famous Enjoy Jazz Festival from Oct. 2nd to Nov. 11th. The Hotel Europäischer Hof extends a warm welcome to music lovers. Geschäftsführende Gesellschafterin: Dr. Caroline von Kretschmann E-Mail: reservations@europaeischerhof.com // www.europaeischerhof.com

SCHÖNE KÜNSTE Die interessantesten Kulturereignisse in den Metropolen, die besten Kulturtipps der MOSAIK-Hotels FINE ARTS The most appealing cultural events, presented by the MOSAIK hotels

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

INHAFTIERT Zeugnisse politischer Verfolgung 1945 bis 1989 Tausende politisch Verfolgte waren in Hohenschönhausen inhaftiert, darunter fast alle bekannten DDR-Oppositionellen: Heute erinnert eine Gedenkstätte an den ehemaligen Stasi-Knast. Ehemalige Häftlinge führen die Besucher durch das Gefängnis und berichten über die Haftbedingungen und Verhörmethoden des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Seit Herbst 2013 informiert eine Dauerausstellung mit Exponaten, historischen Fotografien und Medienstationen über den Haftort Hohenschönhausen und das System politischer Verfolgung in der DDR. Auf 700 Quadratmetern zeigt sie rund 500 seltene Exponate und mehr als 300 historische Fotos. Zusätzlich stehen den Besuchern 100 Medienstationen zur Verfügung. Ein eigener Ausstellungsbereich informiert über die Arbeits- und Lebenswelt der Gefängnisbediensteten.

44 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Detained / Testimonials of political persecution in the GDR Thousands of politically persecuted in the GDR were imprisoned in Hohenschönhausen. Former detainees guide the visitors through the memorial and report on the conditions of interrogation of the GDR security service. // www.stiftung-hsh.de


w

Experience Culture Packages & More

Meisters Hotel Irma / Meran

er sein Leben zu genießen weiß, ist auch selbst zu genießen.” Peter Amendt (*1944), Franziskaner

KESCHTNRIGGL Auf zu den Südtiroler Kastanientagen „Keschtnriggl“ ist ein Zungenbrecher – und ein Gebrauchsgegenstand, der in Südtirol seit Jahrhunderten benutzt wird, um Kastanien (Maronen) von der Schale zu befreien. Das aus Kastanienholz geflochtene Gerät ist für die Ess-Kultur Südtirols so wichtig, dass man ihm im Meraner Land ein Fest gewidmet hat: die Kastanientage. Alles, was man über den Keschtnriggl und über die Bedeutung der Maronen für die Südtiroler Küche wissen und erschmecken möchte, erfährt man vom 12. Oktober bis 5. November in den Dörfern Lana, Völlan, Tisens und Prissian. Ein schöner Grund, um im Herbst nach Südtirol zu kommen und von Meisters Hotel Irma aus die Festtage zu genießen. Lassen Sie sich begeistern von einem Haus mit Seele, Herz und Charakter – geprägt durch Harmonie, feinen Luxus und leger-eleganten Lebensstil.

Autumn of enjoyment / South Tyrolean chestnut days In autumn, the villages of Lana, Völlan, Tisens and Prissian celebrate the chestnut harvest. From Oct. 12 to Nov. 5, connoisseurs learn everything about Maroni as well as about the South Tyrolean ­cuisine. The Meister family welcomes her guests. Inhaber: Familie Walter Meister, Leitung: Geschwister Claudia und Alex Meister / E-Mail: info@hotel-irma.com // www.hotel-irma.com

Olympiahalle München

Fotos: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen/Gvoon; Joshua Redman4_credit_Jay Blakesberg; Meraner Land; Cirque du Soleil

DRAMATIK UND AKROBATIK Der kanadische Cirque du Soleil gastiert mit neuer Show „Ovo“ heißt die neue rasante Show des Cirque du Soleil, die vom 13. bis 17. Dezember in der Münchner Olympiahalle zu sehen ist. Das Wort Ovo kommt aus dem Portugiesischen und heißt „Ei“. Und ein Ei ist es auch, das den Schauspielern, Artisten und Clowns auf der Bühne ein Rätsel aufgibt. Sie sind in dieser Arena-Show als farbenprächtige Insektencharaktere unterwegs, wuseln über die Bühne und liefern in ihren skurrilen Kostümen wieder mal artistische Meisterleistungen. Willkommen in der Welt der Insekten! Im Cirque du Soleil erleben Zuschauer statt klassischer Zirkustradition eine Mischung aus magischen Geschichten, die mit Live-Musik, spektakulärer Artistik, Clown-Kunst, fantasievollen Kostümen und harmonischen Lichtwelten inszeniert werden.

Magical artistry / Cirque du soleil with new show „Ovo“ is the name oft he new fast-paced show of the Canadian Cirque du Soleil. The world-known artistic group guests at the Munich Olympiahalle from December, 13 to 17. The word „Ovo“ derives from the Portuguese language and means „egg“. And it is also an egg that gives the actors, artists and clowns a riddle on the stage. // www.cirquedusoleil.com/ovo

22222

HotelMOSAIK 45


Experience Culture Packages & More

Hotel im Wasserturm / Köln

KONRAD DER GROSSE Kultur & Kulinarik im herbstlichen Köln

k

Was wäre Köln ohne Konrad Adenauer? Anlässlich des 100. Jahrestags von Adenauers Amtsantritt als Kölner Oberbürgermeister im Jahr 1917 widmet das Kölnische Stadtmuseum dem berühmten Stadtvater eine besondere Ausstellung. „Konrad der Große“ zeigt bis 19. November ein Kaleidoskop der turbulenten Jahre von 1917 bis 1933. Sie lässt nicht nur die Person Adenauers, sondern auch Alltag, Architektur, Wirtschaft und Kultur in der Stadt wiederauferstehen. Das Hotel im Wasserturm hat für Sie dazu passend ein Arrangement konzipiert. Schauen Sie sich an einem Samstag die Ausstellung und Köln an und übernachten Sie in einem original Andrée Putman Maisonette Doppelzimmer. Abends wartet ein regionales 3-Gänge-Menü im Restaurant D/\BLJU auf Sie und am nächsten Morgen ein reichhaltiges Frühstücksbuffet. Eine historische Hausführung durch den Wasserturm beendet am Sonntag das Köln-Wochenende. Buchbar für zwei Personen vom 8. September bis 19. November zum Preis von 315 Euro (nach Verfügbarkeit und außerhalb von Messezeiten). Der Reservierungscode ist „K&K“.

Konrad the Great / A tribute to Konrad Adenauer

unst ist die Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein.” Theodor W. Adorno (1903-1969), dt. Philosoph

100 years ago, Konrad Adenauer became Cologne‘s Lord Mayor. Until Nov. 19, the City Museum dedicates the exhibition „Konrad der Große“ to the famous politician. On that occasion, the hotel offers a special package: 1 night in an original Andrée Putman maisonette double, breakfast and a 3-course gourmet menu are available for a price of 315 € for 2 people. ­Booking possible from Sept. 8 to Nov. 19. Reservation code is „K & K“. Geschäftsführer: Stefan Sandweg / E-Mail: info@hotel-im-wasserturm.de // www.hotel-im-wasserturm.de

Carlton Hotel / Nürnberg

EIN BLICK IN DIE WERKSTATT Das Dürerhaus zeigt Leben und Kunst des berühmten Malers Wandeln Sie auf den Spuren Albrecht Dürers. Deutschlands berühmtester Maler wohnte fast 20 Jahre lang in dem mächtigen Fachwerkhaus, das heute als Museum an diesen bereits zu Lebzeiten gefeierten Maler und Zeichner erinnert. Das Dürerhaus ist nicht nur eines der wenigen unzerstörten Bürgerhäuser aus Nürnbergs Blütezeit, sondern auch das einzige Künstlerhaus aus dem 16. Jahrhundert, das sich in Nordeuropa erhalten hat. Die Räume vermitteln einen authentischen Einblick in Leben und Arbeit des Künstlers. Eine Besonderheit sind die Führungen durch eine Schauspielerin als Dürers Ehefrau Agnes. Bis zum 4. Oktober zeigt das Dürershaus zudem noch eine Sonderausstellung, die Dürers Rolle und Haltung in der Reformationszeit verdeutlicht. Lernen Sie Dürer und Nürnberg kennen mit dem „Nürnberg City Tour“-Paket des Sheraton Carlton Hotel Nürnberg. Pro Person ist das Angebot ab 160 Euro zu buchen.

46 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Life & Work / Exhibition at Dürer House Until Oct. 4, the Dürer House hosts an exhibition that illustrates the painter‘s role during the Reformation. Guests at the Sheraton C ­ arlton Hotel are offered the „Nuremberg City Tour“ package from 160 € p.p. Leitung: Werner Rübsamen / E-Mail: info@carlton-nuernberg.de // www.carlton-nuernberg.de


Experience Culture Packages & More

Hotel Erbprinz / Ettlingen

GEHEIMNISVOLLE ZIVILISATION Große Etrusker-Schau in Karlsruhe

Fotos: Museen der Stadt Nürnberg, Kunstsammlungen, Inv.-Nr. Gm 0047; Rheinisches Bildarchiv, Wolfgang F. Meier; Hamburger Theater Festival: Arno Declair; Museo Nazionale Etrusco di Villa Giulia, Rom

Hamburg

THEATER FESTIVAL 2017 Berühmte Charakterköpfe spielen auf den schönsten Bühnen der Stadt Zum 9. Mal findet in diesem Herbst (11. September – 6. November) das Hamburger Theater Festival statt. Die eingeladenen Produktionen sind herausragende Arbeiten aus deutschsprachigen Theatern. Auf den schönsten Bühnen der Stadt (erstmalig auch in der Laeiszhalle) erlebt das Publikum berühmte Charakterköpfe wie Corinna Harfouch, Fritzi Haberlandt, Nicole Heesters, Meret und Ben Becker, Sebastian Koch oder Harald Schmidt - um nur einige zu nennen. Sie alle können auf unterschiedlichste Arten eines hervorragend: das Publikum bei seinen Emotionen packen. Tragödien und Komödien, Soloabend und großes Ensemble, szenische Lesung und moderiertes Theater, Talk und Festival – all das bietet das Theater Festival 2017 in der Hanstestadt.

Emotions on stage / Theater Festival Hamburg From September, 11 to November 6, the Hamburg Theater Festival will take place on the most beautiful stages of the city. The audience will experience famous actors who will grab the audience with their emotions – with tragedies and comedies, solo evenings and large ensembles, scenic reading and moderated theater, talk and festival. // www.hamburger-theaterfestival.de

Das Badische Landesmuseum in Karlsruhe präsentiert vom 16. Dezember bis zum 17. Juni 2018 ein umfassendes Porträt der etruskischen Kultur. Zahlreiche spektakuläre Exponate und Neufunde sind erstmals in Deutschland zu sehen. Begleitet von atmosphärischen Inszenierungen, originalgetreuen Rekonstruktionen und interaktiven digitalen Features wird die Ausstellung ein facettenreiches Gesamtpanorama der bis heute immer noch rätselhaften Zivilisation der Etrusker zeichnen. Verbinden Sie einen Besuch der Ausstellung mit einem Arrangement im Hotel Erbprinz in Ettlingen. Nur 20 Minuten mit der Straßenbahn von der Karlsruher Innenstadt entfernt, liegt das über 200 Jahre alte Hotel direkt gegenüber dem Ettlinger Schloss. Ein großzügiger SPA mit Saunen und Indoorpool, das mit einem Michelin-Stern dekorierte Restaurant Erbprinz, die gemütliche Weinstube Sibylla sowie die Green-Horse-Bar und Davidoff Lounge erwarten Sie.

Mysterious culture / Etruscan exhibition From Dec. 16 to June 17, 2018, the Badisches Landesmuseum in Karlsruhe presents a comprehensive portrait of Etruscan culture. Numerous spectacular exhibits can be seen in Germany for the first time. Combine a visit to the exhibition with a stay at the Hotel Erbprinz with its Michelin star-decorated cuisine. Eigentümer, Leitung: Bernhard Zepf / E ­ -Mail: info@erbprinz.de // www.erbprinz.de

22222

HotelMOSAIK 47


Experience Culture Packages & More

Berlin, Eisenach, Wittenberg

500 JAHRE PROTESTANTISMUS Drei große Ausstellungen erinnern an die Reformation Die volle Wucht der Reformation – das versprechen die drei nationalen Sonderausstellungen zum Reformationsjubiläum 2017 in Berlin, Eisenach und Wittenberg. Drei große renommierte deutsche Museen bereiten die weltgeschichtlichen Ereignisse vor 500 Jahren in allen Facetten auf: das Deutsche Historische Museum, die Wartburg-Stiftung und die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Die drei Ausstellungen ergänzen sich, bauen aufeinander auf und bieten somit einen umfassenden Überblick über entscheidende Aspekte der Reformation. Mit Wittenberg und der Wartburg finden zwei der Ausstellungen an authentischen Luther-Orten statt, die zu entdecken für sich schon einen Besuch wert sind. Dritter Ausstellungsort ist Berlin: Mit ihrer religiösen und kulturellen Vielfalt steht die Bundeshauptstadt für die nationale und internationale Bedeutung der Reformation.

500 years of Protestantism / National exhibitions In 2017, protestants all over the world celebrate the 500th anniversary of the Reformation. Museums in Berlin, Eisenach and Wittenberg present 3 national exhibitions that complement each other. // www.3xhammer.de

Relais & Châteaux Schlosshotel Burg Schlitz / Hohen Demzin

GROSSE MUSIK – GANZ PRIVAT

Stimmen Sie sich in den prächtigen Räumen von Burg Schlitz mit einem erstklassigen Musik-Wochenende auf die Vorweihnachtszeit ein. Preisgekrönte Solisten und Orchester spielen für Sie in privater Atmosphäre die Werke berühmter Komponisten. Das Programm startet am Freitagabend mit einem Champagner-Empfang und kulinarischen Köstlichkeiten im festlich illuminierten Garten-Salon unter dem großen Weihnachtsbaum. Um 19 Uhr ertönt das Konzert der preisgekrönten Harfenistin Sophia Warczak, bevor um 20 Uhr Küchenchefin Sabine Teubler ein 3-Gang-Menü im imposanten Wappen-Saal serviert. Der Samstag steht unter anderem im Zeichen barocker Adventsmusik und eines Klavierkonzerts. Es bleibt aber auch viel Zeit zum Ausspannen im Hotel Spa und für den Afternoon-Tea, bevor abends Sabine Teubler zur Küchenparty lädt. Am Sonntag verwöhnt Sie erst um die Mittagszeit ein kulinarischer Adventsmarkt, bevor um 17 Uhr die Höhepunkte des Wochenendes eingeläutet werden: Es spielt nur für Sie die Neue Philharmonie Hamburg! Darauf folgt ein festliches 5-Gang-Menü und zum Abschluss genießen Sie ein Musik-Feuerwerk vor der Tür. Drei Übernachtungen inklusive aller Speisen & Getränke (außer an der Hotelbar) und aller Konzerte sind ab 1.298 Euro pro Person zu buchen.

48 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Advent concerts / First-class music weekend at Castle Schlitz Award-winning artists like the harpist Sophia Warczak or the New Philharmonic Orchestra Hamburg play works of famous composers in a private atmosphere. 3 nights including meals and drinks available from 1,298 € p.p. Geschäftsführer, Inhaber: Manuela & Armin Hoeck / E-Mail: info@burg-schlitz.de // www.burg-schlitz.de

Fotos: privat; Evan.-Luth. Kirche „Unser Lieben Frauen auf dem Berg“ in Penig / Dauerleigabe an die Wartburg-Stiftung

Klassikkonzerte in allerschönster Umgebung zum 1. Advent


KUNST BUCH

EGON SCHIELE Sämtliche Gemälde 1909-1918

NEULAND Eroberungen der Natur

Obsessiv, radikal, verstörend Mit seinem revolutionären und befreiten Blick auf den nackten Körper und die Sexualität hat sich Egon Schiele Anfang des letzten Jahrhunderts nachdrücklich in die Geschichte der Kunst eingeschrieben. Noch heute wirken die Frauen- und Selbstporträts des Enfant terrible der Wiener Moderne aufregend und kühn. Sie alle entstanden im letzten Jahrzehnt seines kurzen Lebens. Mit insgesamt 578 Abbildungen zeichnet dieser Band diese Jahre nach und zeigt alle 221 Gemälde. Daneben stehen Auszüge aus seinen zahllosen Schriften und Gedichten sowie Essays, die ihn im Kontext des europäischen Expressionismus verorten und den immensen Einfluss nachzeichnen, den sein Werk entfaltete.

Morbide Schönheit Wenn der Mensch geht, holt sich die Natur den Raum zurück. Der Krefelder Fotograf Sven Fennema reiste durch Deutschland und die Nachbarländer und setzte Szenen wie diese ins Bild: von Bäumen überwucherte Industriestätten, mit Moos überwachsene Dörfer, inwändig begrünte, geheimnisvolle Wohnzimmer, ein verlassenes Hotel, das nach einem Großbrand schließen musste. Die Natur hat niemanden an der Rezeption gefunden und ist eingezogen. Die Betten mit grünem Garn umwoben. Eine ganze Stadt mit etwa 100 verfallenen Gebäuden fand Fennema in der Toskana. Doch sein ehemaliger Landsitz ist in Belgien. Wandgemälde lassen den verblassten Glanz erahnen. Seine Fotografien dokumentieren nicht, sondern gehen eine Symbiose mit den Künstlern Natur und Zeit ein. So ist jedes Foto ein eigenes Kunstwerk mit der bildgewaltigen Vielfalt des Verfalls vergessener Orte und Plätze – zauberhaft, verstörend und geschichtenreich. Morbide Schönheit, die zum Meditieren einlädt. Ein Prachtband mit Texten von dem Journalisten Christoph Gunkel.

EGON SCHIELE / SÄMTLICHE GEMÄLDE 1909-1918 / Hardcover / Tobias G. Natter 612 Seiten / 578 Abbildungen / 29 x 39,5 cm / Deutsch / ISBN 978-3-8365-4613-3 150,00 € / Taschen

NEULAND / EROBERUNGEN DER NATUR / Hardcover mit Leineneinband Sven Fennema, Christoph Gunkel / 240 Seiten / ca. 200 Abbildungen / 26,8 x 28,9 cm Deutsch / ISBN 978-3-95416-205-5 / 50,00 € / Frederking & Thaler Verlag GmbH

THE ESSENTIAL – GERHARD RICHTER Neue Territorien Eine Werkübersicht Gerhard Richter, im Februar 85 geworden, ist nicht nur der zurzeit höchstdotierte, sondern auch der weltweit bekannteste Maler der Gegenwart. Seit er 1961 seine Geburtsstadt Dresden und die DDR-Kunstszene verließ und nach Düsseldorf ging, hat seine Kunst immer wieder überraschende Wendungen genommen und neue Richtungen eingeschlagen. Scheinbar willkürlich wechselte er in seiner Malerei Technik, Stil und Motive. Sein ebenso umfangreiches wie komplexes Gesamtwerk umfasst sowohl die Auseinandersetzung mit den klassischen Gattungen der Malerei – Landschaft, Stillleben und Porträt – als auch nahezu alle avantgardistischen Strömungen des späten 20. Jahrhunderts: Fotorealismus, Monochromie, Concept Art und farbstarke Abstraktionen im Großformat. Irritierend vielfältig, aber immer faszinierend und auf höchstem Niveau, spiegelt Richters OEuvre die Widersprüche und Selbstzweifel einer Künstlerexistenz in Zeiten des viel beschworenen Endes der Malerei, indem es der Malerei ständig neue Territorien erschließt. Das Buch enthält eine repräsentative Auswahl seiner bedeutendsten Werke aus mehr als sechs Jahrzehnten. THE ESSENTIAL – GERHARD RICHTER / gebunden / Text von Armin Zweite / 240 Seiten 160 Farbtafeln / 25 x 29 cm / Deutsch / ISBN 978-3-8296-0758-2 / 58,00 € (erscheint Ende Dezember) / Schrimer/Mosel

ROLLING STONES – ALLE SONGS Die Geschichten hinter den Tracks Satisfaction Als die englische Band 1962 gegründet wurde, war nicht vorhersehbar, dass The Rolling Stones einmal zu den langlebigsten und kommerziell erfolgreichsten Gruppen in der Geschichte der Rockmusik werden würden. 1989 wurde die Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Der Band ist es immer wieder gelungen, sich neu zu erfinden, ohne die eigene Identität aufzugeben. In der über 50-jährigen Geschichte der Band haben Mick Jagger und Keith Richards, die „Glimmer Twens“, zahlreiche Songs geschrieben, die zu zeitlosen Klassikern der Rockmusik geworden sind. Auf der Liste der „besten Songs aller Zeiten“ des Musikmagazins Rolling Stone steht der StonesSong „Satisfaction“ von 1965 auf Platz 2 – hinter Bob Dylans Opus „Like a Rolling Stone“. Auf diesen und auf alle anderen Songs der Kultband schaut dieses Buch zurück. Dabei kommen Anekdoten, die Entstehungsgeschichte, seltene Fotos und viele weitere Details nicht zu kurz. ROLLING STONES – ALLE SONGS / gebunden / von Philippe Margotin, Jean-Michel Guesdon 750 Seiten / 380 Farbabbildungen / 27 x 21 cm / Deutsch / ISBN 978-3-6671-1088-6 59,90 € (erscheint Oktober 2017) / Delius Klasing

22222

HotelMOSAIK 49


SPORTS AND SPA

SPORT UND SPA


Das Meraner Land bietet unzählige Wandermöglichkeiten – und Martin Oberhofer kennt sie alle. Der Südtiroler Wanderführer zeigt den Gästen von Meisters Hotel Irma regelmäßig die schönsten Seiten seiner Heimat TEXT: CLAUDIA BIEHAHN

Foto: Name

VON ZIRBEN UND LÄRCHEN


Sports and Spa Hicking

WANDERFÜHRER MARTIN OBERHOFER möchte mit uns acht Gästen aus Meisters Hotel Irma einen der schönsten Wege im Ultental gehen: vom Weißbrunner Stausee hoch zum Fischersee. Dann gemütlich etwa auf einer Höhe um den Berg herum bis zur Fiechtalm, dort Einkehr und dann Abstieg und zurück zum Parkplatz.

52 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2


Sports and Spa Hicking

Fotos: Aufmacherfoto S. 50/51: Damian Pertoll (mgm), S. 52: Claudia Biehahn, S. 53 oben: Frieder Blickle (mgm), unten: Claudia Biehahn

DAS ULTENTAL IST EINES DER ursprünglichsten Täler Südtirols.Die Landschaft ist von uralten, oft noch schindelgedeckten Bergbauernhöfen geprägt, von Almenwiesen und herrlichen Lärchenwäldern, die im Herbst golden zwischen dem dunklen Grün der Nadelwälder aufleuchten.

s

chauts nunter, da seht ihr die Pilshöfe“, ruft Martin durch den Bus. Acht Köpfe wenden sich nach links und versuchen einen Blick auf die uralten Bauernhöfe zu erhaschen, die sich unterhalb der Straße an den Berghang ducken. Inmitten steiler Wiesen am Ende von St. Gertraud, da, wo das Ultental zu Ende ist und schon der Nationalpark Stilfser Joch beginnt, da stehen sie. Fünf Höfe, bis zum Dach aus Lärchenholz gefertigt, von der Sonne schwarz gebrannt. Seit 1430 ununterbrochen bewirtschaftet, also seit fast 600 Jahren. Hier sind die Berghänge so steil, dass das Gras mit der Hand gemäht werden muss. Eine harte Arbeit, die kaum noch jemand machen möchte. Früher ernährten die Pilshöfe rund 50 Menschen, erzählt Martin, heute leben hier nur noch eine Handvoll, meist ältere Leute. Zu sehen ist aber grad niemand. Nur ein paar Kühe grasen auf den bunten Wiesen. Wir sind auf den Weg zum Berggasthof „Knödlmoidl“ am Weißbrunner Stausee, hoch oberhalb von St. Gertraud im hinteren Ultental. Aber nicht zum Essen, obwohl das auch eine sehr gute Idee wäre, sondern zum Wandern. Wanderführer Martin Oberhofer möchte mit uns acht Gästen aus Meisters Hotel Irma einen der schönsten Wege im Ultental gehen: vom Stausee hoch, an der Weißbrunn-Alm vorbei zum Fischersee. Dann gemütlich etwa auf einer Höhe um den Berg herum bis zur Fiechtalm, dort Einkehr und dann Abstieg und zurück zum Parkplatz. Drei bis vier Stunden dauere das etwa, sagt Martin und verspricht lächelnd: „Zum Kaffee seids ihr

22222

HotelMOSAIK 53


Sports and Spa Hicking

VON MERAN AUS gibt es unzählige Wandermöglichkeiten. Und das Beste ist: Man kann sie wunderbar mit Kultur und Genießen verbinden.

HIGHLIGHTS IM HERBST Wanderprogramm der Familie Meister:

a 23.09.17 / Lamm Mitterwirt in St. Martin Über den Maiser Waalweg wandern wir zum Slow Food Gasthof im Passeiertal.

a 07.10.17 / Zum Mohren in Prissian Sind Sie schon auf dem Filzwanderweg gewesen? Es lohnt sich, nicht nur wegen der Mittagsrast.

a 04.11.17 / Thurnerhof in Schenna Über den Schenner Höhenweg geht es zum Törggelen.

54 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

zurück in der Irma. Wär ja schad‘, wenn ihr das Kuchenbuffet verpasst!“ „Stimmt!“, lacht Anja aus Göttingen. „Sehr schade wäre das. Aber jetzt wollen wir uns die Belohnung erst mal erarbeiten!“ Auf gehts, langsam setzt sich die kleine Wandergruppe in Bewegung, Anja geht das nicht schnell genug. Die pensionierte Lehrerin schreitet energisch voran. Immer den kleinen Bachlauf entlang, an dem ein paar blonde Haflinger grasen, die typische Südtiroler Pferde-Art, die sich die Bergbauern einst für ihre Arbeit auf den Almen gezüchtet hatten. Es geht ziemlich steil berghoch. Anjas Freundinnen kommen nicht so schnell mit. Aber das scheint die beiden nicht zu stören. Sie haben sich viel zu erzählen. Einmal im Jahr treffen sich alle drei „in der Irma“, wie das Hotel nur in Kurzform genannt wird. Seit zehn Jahren machen sie das schon so. Ruth kommt dafür immer extra aus Israel angereist. „Eine Woche Verwöhnenlassen, darauf freuen wir uns das ganze Jahr“, sagt Ruth, ebenfalls Lehrerin von Beruf, und schwärmt: „Das Haus ist für mich das Paradies. Eine Oase, in der man mit Humor und Charme auf das Herzlichste umsorgt wird. Ich genieße das sehr! Allein, das Panorama, wenn man morgens auf der Dachterrasse beim Frühstück sitzt, dieser Blick auf Meran und die Berge! Das Herz geht einem auf! Und man kann so viel machen!“ Täglich stehe bei den Dreien eine Wanderung auf dem Programm, erzählt sie. Gestern sind sie zum Einstieg in die Wanderwoche ganz gemütlich den Tappeinerweg entlangspaziert. Der vor über hundert Jahren vom Arzt und Anthropologen Franz Tappeiner angelegte Flanierweg gehört zu den schönsten Höhenpromenaden Europas, weil er einen Mix aus alpiner und mediterraner Vegetation in Kombination mit einem herrlichen Panorama-


Sports and Spa Hicking

Fotos: S. 54 privat, S. 54/55: Damian Pertoll (mgm), S. 55: privat

INMITTEN EINES GROSSEN Parks, versteckt hinter alten Bäumen, im Meraner Stadtteil Obermais, nur einen kurzen Spaziergang von den Laubengassen der Altstadt entfernt, liegt „die Irma“, eine der schönsten Ferienadressen Südtirols. Es ist nicht nur die herrliche Landschaft, die den Gästen gut gefällt, sondern besonders der Charme und die Herzlichkeit der Familie Meister und ihrer Mitarbeiter sind ausschlaggebend, dass die allermeisten jedes Jahr wieder kommen.

blick bietet. Pinien, Himalaja-Zedern, Korkeichen, Ölbäume, verschiedene Bambusarten und Magnolien, Agaven und Feigen-Kakteen – all das wächst entlang des sechs Kilometer langen Pfades. Eine helle Freude besonders für Ruth, in derem Heimatland Israel es nicht so verschwenderisch grünt und sprießt. Morgen wollen sie, sozusagen als Kontrastprogramm, den neuen, spektakulär angelegten Passerschluchtenweg gehen. Den hat ihnen Claudia Meister, die Chefin des Hauses, besonders ans Herz gelegt. Der erst zwei Jahre alte Weg führt zwischen St. Leonhard und Moos mit spektakulären Brücken über die tosenden Wasser der Passer. Und heute lassen sie sich eben vom äußerst freundlichen Martin Oberhofer durchs hintere Ultental führen, einem der ursprünglichsten Täler Südtirols. Auch Bären sind hier zu Hause, weiß unser Wanderführer. Der ehemalige Leiter einer Apfelanbau-Genossenschaft in Lana führt schon seit vielen Jahren die Gäste der Irma durch die schöne Landschaft um Meran. Er macht das sichtlich gerne und hat auf jede Frage eine Antwort. Zum Beispiel auf die eines Gastes, woran man denn eine Zirbelkiefer erkenne? Ob das dort eine sei? Martin wartet, bis auch die letzten Gäste auf der mit Preiselbeer-Büschen bestandenen Lichtung angekommen sind, und pflückt von einer imposant hohen Kiefer ein paar Nadel-Püschel ab. „Ja, das ist eine Zirbel. Auch Arbe genannt. Sehen‘s, die Zirbel hat fünf Nadeln an jedem Püschel, daran kann man sie erkennen.“ Die Samen werden irreführend Zirbelnüsse genannt, erklärt Martin, obwohl sie keine Nüsse sind. Bis zu 1.000 Jahre alt würden die extrem widerstandsfähigen, immergrünen Bäume, deren stark duftendes Holz in der Möbelindustrie sehr begehrt ist.

Unser Wanderführer kann von noch mehr Highlights aus dem Ultental berichten. Ein paar Hundert Meter unter uns stehen einige der vermutlich ältesten Nadelbäume Europas: über 800 Jahre alte Lärchen, die sich mit den ersten Nachtfrösten im Herbst bald goldgelb verfärben werden. „Ein herrlicher Anblick zwischen den dunklen Fichtenwäldern“, schwärmt Martin. Aber von unserem Aussichtspunkt hoch über dem Weißbrunner Stausee sind sie leider nicht zu sehen. Dafür haben wir eine grandiose Aussicht auf die Sarntaler Alpen und die Texelgruppe. Um die Texelgruppe herum führt der 100 Kilometer lange Meraner Höhenweg, einer der beliebtesten Rundwanderwege in Südtirol. Von Meran aus gibt es unzählige Wandermöglichkeiten, wird Claudia Meister uns später erzählen, als wir müde und glücklich wieder zurück im Hotel sind. Und das Beste ist: Man kann sie wunderbar mit Kultur und Genießen verbinden, mit dem Besichtigen von Burgen und Schlössern oder mit dem Besuch alter Bauernhöfe und dem Kosten der vielen Südtiroler Spezialitäten. Auch Familie Meister bietet ihren Gästen das ganze Jahr über geführte Wanderungen an (siehe Kasten) und gibt Tipps für die schönsten Wege. Und manchmal kommen Senior-Chef Walter, SeniorChefin Ilse oder Claudia Meister selber mit. Auf dem sonnigen Hochplateau oberhalb von Meran liegt nämlich die private Almhütte der Meisters, die auch den Gästen offensteht. Zusammen wird dann über die Bergwiesen marschiert und in die Hütte eingekehrt. Und als „Lohn“ für die Wandermühen tischt Familie Meister herzhafte Alm-Köstlichkeiten auf. „Speck, Käse, ein frisch gezapftes Bierchen und ein Mittagsschläfchen im Heubett – das gehört dann einfach dazu!“, lacht Claudia Meister. 2

22222

HotelMOSAIK 55


DER DOKTOR UND DAS MEER Algenwickel, Schlickpackungen, sprudelnde Meerwasser­bäder: Die Thalasso-Therapie nutzt die Heilkraft des Meeres, die für die Gesundheit wahre Wunder wirken kann. TEXT: FRANZISKA GROSSWALD

56 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2


Sports and Spa Thalasso

ENTSCHLEUNIGEN UND DAS MEER WIRKEN LASSEN BEIM WANDERN IM WATT. THALASSO IST GANZHEITLICH ­AUSGERICHTET UND DESHALB MIT ALLEN SINNEN SPÜRBAR.

Meerwasser Meeresluft

e

Sonne

s ist das Jahr 1750. Richard Russel, ein britischer Arzt aus der Grafschaft East Sussex, beobachtet bei einigen seiner Patienten, dass sich manche Leiden durch die Behandlung mit Meerwasser merklich lindern lassen. Um seine therapeutische Wirkung näher zu erforschen, zieht Russel von Lewes nach Brighton, an die Küste. Seinen Patienten verordnet er Bade- und Trinkkuren, und seine Theorien bestätigen sich immer mehr: Meerwasser setzt im menschlichen Organismus ungeahnte Heilungsprozesse in Gang. Russels Doktorarbeit, in der er sich insbesondere den positiven Effekten von Meerwasser bei Erkrankungen des Lymphsystems widmet, findet schon bald in ganz Europa Anerkennung. Brighton wird ein beliebter Kurort, und auch in Deutschland entsteht in Heiligendamm bereits 1793 das erste Seeheilbad, wo Thalassotherapien im Sinne Richard Russels angeboten werden. Dass Meerwasser heilende Kräfte besitzt, wussten auch die Menschen in der Antike: Das Wort „Thalasso“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Meer“. Das Geheimnis seiner Heilkraft liegt darin, dass Meerwasser der menschlichen Zellflüssigkeit sehr stark ähnelt: Es enthält

alle wichtigen Mineralien und Spurenelemente, die ein Mensch benötigt, um sich vital und wohl zu fühlen. Anders als bei Russel, umfasst die moderne Thalasso-Therapie heute, neben Bädern in Meerwasser, auch Anwendungen mit weiteren maritimen Produkten: Algen, Schlick und Sand, je nachdem innerlich oder äußerlich angewendet, bilden die Basis vielfältiger medizinischer Maßnahmen, die die Durchblutung fördern, den Stoffwechsel anregen und entschlacken, das Immunsystem stärken, die Atemwege befreien und die Haut sowie das Gewebe sichtbar und nachhaltig straffen. Die zu hundert Prozent natürlichen Rohstoffe aus dem Meer entfalten im Körper eine enzymatische Wirkung, die Gifte bindet und ausleitet. Vor allem für Patienten mit Arthrose, Rheuma oder chronischen Hautkrankheiten wie Neurodermitis sowie Atemwegserkrankungen wie Asthma kann eine Thalasso-Kur Wunder wirken. Da Thalasso die körperliche Abwehr stärkt, eignen sich die Körperbehandlungen und Bäder aber auch als wirksame Präventivmaßnahme. Und nicht zu vergessen: Thalasso ist auch einfach nur sehr entspannend und wohltuend. An Deutschlands Ost- und Nordseeküsten bieten mittlerweile zahlreiche Einrichtungen Thalasso an. Zertifiziert und vom Deutschen Thalasso-Verband anerkannt sind

22222

HotelMOSAIK 57


Algen Schlick Sand

KRAFT SCHÖPFEN IM N ­ ORDSEE THALASSO-SPA DES BADHOTEL STERNHAGEN. DAS HAUS IST EINES DER W ­ ENIGEN ORIGINAL THALASSO-HOTELS.

58 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Wattenmeer gelegen, bietet es Kurgästen und Erholungssuchenden mit seinem Original Thalasso Therapie-Center „Nordsee Thalasso-Spa“ eine breite Palette an Gesundheits- und Kosmetik-Anwendungen mit reinem Meerwasser. Ob Meerwasser-Bäder, Meersalz-Peelings, Packungen mit Algenmousse oder Meeresschlick, Wickel oder Massagen – nach einer ärztlichen Eingangsuntersuchung werden die Maßnahmen vor Ort individuell auf die Bedürfnisse jedes Gastes zugeschnitten. Auch in der Küche spiegelt sich das Meer: Für die Thalasso-Reduktionskost werden zum Beispiel Queller oder Röhrkohl, die auf den dem Meer vorgelagerten Salzwiesen wachsen, zu nährstoffreichen Mahlzeiten verarbeitet. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, sollte eine Thalasso-Therapie idealerweise mindestens auf eine Woche angelegt sein. Nur so können Geist und Körper wirklich regenerieren.2

MEER PUR ERLEBEN Wer Thalasso einmal für sich ausprobieren möchte: Das direkt am Weltnaturerbe Wattenmeer gelegene Original Thalasso-Hotel Badhotel Sternhagen im Nordseeheilbad Cuxhaven-Duhnen bietet sowohl eine Thalasso-Therapiewoche als auch Kurzaufenthalte mit Thalasso-Anwendunen zum Reinschnuppern an. Nähere Details hierzu auf Seite 62. // www.badhotel-sternhagen.de

Fotos: privat

j­ edoch die wenigsten, denn um eine hohe Qualität der Angebote zu garantieren, müssen die Institutionen eine Vielzahl an Auflagen erfüllen. So müssen die Einrichtungen beispielsweise über eine eigene Meerwasserleitung verfügen und das Wasser auch zum Inhalieren, Baden und für Trinkkuren zur Verfügung stellen. Sie dürfen zudem nicht weiter als 300 Meter vom Meer entfernt liegen, in der sogenannten aerosolen Brandungszone, wo die feinen Meerwassertröpfchen beim Brechen der Wellen vom Wind in die Luft gewirbelt und eingeatmet werden können. Denn nur unter dem Einfluss des von Sonne, Meeresluft und Meerwasser geschaffenen typischen Reizklimas kann die ganzheitlich angelegte Therapie ihre Kraft entfalten. So gehören ausgedehnte Spaziergänge an der allergenarmen, sauberen Seeluft ebenso zu einer Original Thalasso-Kur wie Yoga und Aquagymnastik oder andere Entspannungsund Bewegungsangebote in der ufernahen Zone. Aber auch eine Ernährungsberatung und weitere begleitende gesundheitsbildende Maßnahmen unter ärztlicher Aufsicht sind entscheidende Kriterien, um in den Verband aufgenommen zu werden. Ein Haus, das dies geschafft hat, ist das Badhotel Sternhagen. Das Fünfsterne Superior-Hotel im Nordseeheilbad Cuxhaven-Duhnen ist eines der wenigen, die die strengen Kriterien erfüllen, und das sich deswegen Original Thalasso-Hotel nennen darf. Unmittelbar am Weltnaturerbe


Freitag passiert’s. Intensive Reportagen, anspruchsvolle Fotostrecken, ßberraschende Essays und Kolumnen: Das SZ-Magazin hat eine Wirkung, der sich niemand entziehen kann. Jeden Freitag in der Sßddeutschen Zeitung.

Mediadaten und weitere Informationen unter: sz-media.de/szmagazin


Hotel Bleiche Resort & Spa / Burg im Spreewald

HERBSTZEIT Ruhen, sinnieren, sein – Kraft tanken im Spreewald Was ist Heimat? Ist es nicht der Ort, an dem man sich geborgen fühlt? ­Behütet und geliebt? Für viele Gäste des Hotels Bleiche Resort & Spa ist das vom Ehepaar Clausing mit viel Herzblut geführte weitläufige Haus mit seinen plätschernden Wassern, in das die Natur des Spreewalds förmlich hineinwächst, für mehrere Wochen des Jahres ein zweites Zuhause. Ruhen, sinnieren, baden, lesen – hier lässt es sich einfach sein. Im Oktober und November lädt die Bleiche zu einer herbstlichen Auszeit ein mit zwei Übernachtungen, Frühstück, abwechslungsreichen Abendmenüs und erholsamen Stunden im Wellnessbereich „Landtherme“. Die Bibliothek mit Werken zu Kunst und Philosophie inspiriert zu neuen Gedanken. Im Preis ab 453 Euro pro Person sind ein Honig-Milchbad sowie eine Fußmassage inkludiert.

Autumn break / Wellness package to charge your batteries In October and November, the hotel offer from 453 € p.p. includes 2 nights with breakfast, delicious dinner menus, free use of the spa area as well as a milk-and-honey bath and a foot massage. Eigentümer: Heinrich Michael Clausing / E-Mail: reservierung@bleiche.de // www.bleiche.de

TIEFENENTSPANNUNG Atempausen im hektischen Alltag: Sport- und Spa-Angebote unserer MOSAIK-Partner PURE RELAXATION Sports and spa at our MOSAIK partner hotels

Astoria Relax & Spa Resort / Seefeld/Tirol

ALPIN CHIC UND LÄNDLICHER LUXUS Neueröffnungs-Special für Erholungssuchende

60 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Alpin luxury / Re-opening wellness special A grand driveway, a new reception, a lobby with mountain view, a stylish bar and an English-style smoker`s lounge – there`s so much new at the Astoria! The hotel offers 2 nights in a Grand Deluxe at 398 €. Eigentümer: Dkfm. Elisabeth Gürtler / E-Mail: hotel@astoria-seefeld.com ­ // www.astoria-seefeld.com

Fotos: privat

Sich immer wieder neu erfinden und doch dem eigenen Stil treu bleiben, so wurde es im Astoria Relax & Spa schon immer gehalten: Tiroler Alpin Chic mischt sich mit ländlichem Luxus und mondäner Eleganz. Gerade wurde mit dem Zubau eines neuen Gebäudes mit 24 Zimmern und Suiten ein weiterer Renovierungsabschnitt abgeschlossen, nachdem der französische Designer Pierre-Yves Rochon mehrere Teile des Resorts neu gestaltet hatte, unter anderem den Wellness- und Spa-Bereich, der nun 4.000 m² umfasst und über vier Pools verfügt. Seit Juni glänzt das Hotel nun mit einer neuen Vorfahrt mit Entree, einer Rezeption mit Kamin, einer LobbyLounge mit Blick auf die Berge, einer stylishen Bar sowie einer Zigarrenlounge im englischen Club-Stil. Das Neueröffnungs-Special zu 398 Euro beinhaltet zwei Übernachtungen in einem Doppelzimmer Grand Deluxe.


Sports and Spa Packages & More

Relais & Châteaux Hotel Burg Wernberg / Wernberg-Köblitz

ACTION, PLEASE! Eine Destination für alle, die die Herausforderung suchen

Ausspannen oder Auspowern? Gäste des Relais & Châteaux Hotels Burg Wernberg müssen sich gar nicht entscheiden, denn mit seiner Lage am Rande des Naturparks Bayerischer Wald und im satten Grün der Oberpfälzer Hügellandschaft kann das zauberhafte Burghotel Rückzugsort oder Action Base gleichzeitig sein. Ganz egal, ob Sie eher die sportliche Herausforderung suchen oder ein einmaliges Naturerlebnis – rund um Burg Wernberg werden Sie garantiert fündig. Tatsächlich bietet sich aktiven Urlaubern hier jeden Tag ein abwechslungsreiches Outdoor-Programm: Ob angeln, joggen oder Kanu fahren, Golf spielen, reiten oder Roadster-Touren. Auch Trendsportarten wie Speed Hiking und Trail Running, Sandboarden oder Segway fahren können ausprobiert werden. Im Hochseilgarten kann man bis an die körperlichen und mentalen Grenzen gehen.

Action, please / Perfect base for activities of all kind Want to burn off energy? At Castle Wernberg, guests can either relax at the beautiful spa or enjoy various outdoor activities such as fishing, speed hiking, canoeing, golfing, horseback riding, roadster tours, trail running, sand­ boarding, segway and much more. Get startet! Direktion: Sven von Jagemann E-Mail: hotel@burg-wernberg.com // www.burg-wernberg.de

Hotel Paradies / Ftan im Engadin

SONNENGRUSS IM PARADIES Himmlische Yoga-Auszeit in den Schweizer Bergen Hoch oben auf 1.650 Metern über Meer vor atemberaubender Bergkulisse ist das Hotel Paradies der prädestinierte Rückzugsort für Körper, Geist und Seele. Yoga-begeisterte Gäste profitieren von Lektionen à discretion – wo und wann immer gewünscht. Die professionelle Yogalehrerin ist flexibel verfügbar, zum Sonnenaufgang, auf der Waldlichtung oder im hauseigenen Yoga-Raum. Sowohl vom 25. bis 28. Januar als auch vom 18. bis 21. Mai findet zudem ein viertägiges Retreat mit dem renommierten Yogastudio ATHAYOGA aus Zürich statt. Preis: ab 999 CHF (ca. 903 €). Neben dem Yoga-Unterricht erwarten die Gäste eine Schneeschuhwanderung, eine Kutschfahrt sowie ein Schlittenerlebnis durch die traumhafte Winterlandschaft. Danach wärmen Dampfbad, Sauna oder Whirlpool den Körper im „Garten Eden“. Chefkoch Daniel Stütz wartet mit kulinarischen Höhenflügen auf, basierend auf regionalen Produkten: Gemüse vom Biohof in Scuol, Bio-Fleisch aus der lokalen Fleischmanufaktur sowie Kräuter und Beeren aus dem eigenen Garten. Paradiesisch!

Surya Namaskara / Sun salutation in paradise From Jan. 25 until 28, and from May 18 until 21, the hotel is host to a yoga retreat led by professional teachers of the renowned Zurich yoga school ATHAYOGA. From 999 CHF (903 €). Eigentümer: Familie Rahe / E-Mail: info@paradieshotel.ch // www.paradieshotel.ch

w

as bleibt, ist die Veränderung. Was sich verändert, bleibt.” Michael Richter, dtsch. Zeithistoriker und Aphoristiker

22222

HotelMOSAIK 61


Sports and Spa Packages & More

Badhotel Sternhagen / Cuxhaven

MEER-GESUNDHEIT Thalasso-Woche für Gesundheit und Schönheit Einfach aufs Meer blicken, sich den Wind um die Nase wehen lassen, den Ozeanriesen nachschauen und sich rundum erholen – das Badhotel Sternhagen holt sich die Kraft der Nordsee ins Haus: Das UNESCO Weltnaturerbe Niedersächsisches Wattenmeer liegt direkt vor der Tür. Als eines der wenigen zertifizierten Original-Thalasso-Hotels in Deutschland bietet das Haus eine Thalasso-Therapie an, bei der die Heilkräfte des Meeres für Gesundheit, Schönheit und das allgemeine Wohlbefinden gezielt genutzt werden. Eine Original-Thalasso-Kur, die ab 775 Euro buchbar ist, umfasst revitalisierende Bäder, entschlackende Wickel, Massagen, hautverschönernde Meersalzpeelings und straffende Packungen. Hierfür verwendet werden ausschließlich aufbereitete natürliche Rohstoffe wie Meerwasser, Sand, Meersalz und Algen. Aquagymnastik, Unterwassermassagen sowie Fitness-Snacks ergänzen das Programm. Die große MeerwasserBadelandschaft wird von der eigenen Seewasserzuleitung gespeist.

Healing power from the sea / Thalasso therapy Try thalasso including revitalizing baths, purifying wraps, massages, skin-enhancing peels and firming packs on the basis of seawater, sand, sea salt and algae. From 775 €. Eigentümer: Familie Sternhagen / E-Mail: sternhagen@badhotel-sternhagen.de // www.badhotel-sternhagen.de

Arosa Kulm Hotel & Alpin Spa / Arosa

CRUISEN MIT GENUSS Eine Rallye durch die Bündner Bergwelt Freiheit spüren, die Landschaft genießen: das ist die Kulm Rallye. Diese Tour durch die Bündner Herrschaft löst Begeisterung aus! Denn das Hotel hat eine Route zusammengestellt, die reich an Kurven, Kilometern und Klasse ist. Genießen steht im Vordergrund, vom Start bis ans Ziel. Während die Crew die Teilnehmer über Landstraßen via Toggenburg, Liechtenstein sowie die Bündner Herrschaft lotst, gewinnen diese eine andere Sicht auf die Schweiz. Unterwegs gilt es, Aufgaben zu lösen, die Wissen und Geschicklichkeit erfordern. Ab zehn Teilnehmern gehts los. Zum Preis ab 295 CHF pro Person sind eine Übernachtung mit Frühstück, Verpflegung während der Rallye, Willkommens-Drink, Abendessen sowie die Arosa All-Inclusive Card inkludiert. Selbstverständlich steht auch ein hoteleigener Parkplatz zur Verfügung. Ein Garagenstellplatz ist gegen Gebühr verfügbar.

Cruise & enjoy / Car rally through the Canton of Grisons You need some egregious idea for a bachelor party or an anniversary? For groups of at least 10 people, the hotel organizes a car rally. The package from 295 CHF p.p. includes 1 night with breakfast, meals during the rally, w ­ elcome drink, dinner and the Arosa all-inclusive card. Inhaber: Nicole und André Salamin / E-Mail: info@arosakulm.ch // www.arosakulm.ch

62 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

d

ie Freiheit ist mein Leben und bleibt es allezeit.” Hoffmann von Fallersleben (1798-1874), ­ dtsch. Dichter und Lehrer


Sports and Spa Packages & More

Genießer Hotel Altes Gymnasium / Husum

GOLFEN UND GENIESSEN Sportliche Auszeit mit Meeresbrise

Konzentration, Körperspannung und das gewisse Gefühl für Schläger und Ballspiel verbinden sich beim Golf derart, dass jegliche negative Gedanken und der Stress des Alltags verschwinden. So richtig kontemplativ wird das Golfspiel dann, wenn auch noch die Umgebung stimmt. Und das tut sie auf jeden Fall auf dem Golfplatz Husum. Das GolfArrangement des Genießer Hotels Altes Gymnasium mit zwei Übernachtungen und Frühstück, einer Green Fee und Shuttle-Service zum Golfplatz lässt zudem genug Zeit, um das schöne Nordfriesland und die Stadt Husum kennenzulernen. Am Abend werden die Gäste mit jeweils einem 3-Gang-Menü im Gourmet-Restaurant „EUCKEN“ verwöhnt. Preis pro Person im Superior-Doppelzimmer: 329 Euro. Selbstverständlich können die Golftage auch verlängert werden.

Golf for gourmets / Sporty trip to the North The golf package with 2 overnight stays and breakfast, green fee, shuttle service to the golf course and a 3-course dinner menu at the gourmet restaurant „EUCKEN“ costs 329 € p.p. in a superior double room. E-Mail: info@altes-gymnasium.de // www.altes-gymnasium.de

Hotel Bareiss / Baiersbronn-Mitteltal

WELLNESS À LA CARTE Den Wohlfühl-Aufenthalt selbst zusammenstellen Das Hotel Bareiss liegt an einem der wohl schönsten Fleckchen der Erde: inmitten der Tannen und sanften Hügel des Schwarzwalds. Aufwachen beim Gezwitscher der Vögel, Frühstücken im Sonnenschein mit regionalen Spezialitäten, wandern und sich im Spa verwöhnen lassen, das ist Urlaub. Beim Arrangement „Wellness à-la-Carte“ dürfen sich Gäste zwei Wellness-Anwendungen auswählen: Wie wäre es etwa mit einer Dune Rose Ganzkörper-Aromaölmassage und einer Gesichts-, Hals- und Dekolletébehandlung mit Produkten von Thalgo oder Gruber? Eine Kopfmassage mit Spezialampulle, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse, rundet das Paket ab, welches mit drei Übernachtungen im Rahmen des Kulinarischen Ferientages ab 905 Euro pro Person gebucht werden kann. Anreise ist So., Mo. und Di. möglich.

Fotos: privat; Pixabay

Wellness à-la-Carte / Choose your favorite treatments With the package „Wellness à-la-Carte“ including 3 nights for a price from 905 € p.p., guests can choose 2 wellness treatments from the spa menu. Breakfasts and dinners are included. It is possible to arrive on Sundays, Mondays and Tuesdays. Leitung: Hermann und Britta & Hannes Bareiss / E-Mail: info@bareiss.com // www.bareiss.com

22222

HotelMOSAIK 63


ENJOY AND INDULGE

GENIESSEN UND ERLEBEN

DIE OUVERTÜRE Bekanntlich ist aller Anfang schwer. Das gilt nun nicht nur für Tischreden oder Rezensionen darüber. Auch ein Menü muss mit Bedacht von Anfang bis Ende durchkomponiert sein, wenn es dann das oft beschworene „Gedicht“ werden soll. Womit also starten? Fast möchte man vermuten, dass die Köche der gehobenen Küche sich eines kleinen Tricks bedienen, wenn sie dem Gast vorweg etwas servieren, was er gar nicht bestellt hat. Ein Amuse Gueule ist die feine französische Art, einen „Gruß aus der Küche“ zu servieren, bevor das Gedicht zu seinem Vortrag kommt. Quasi die Ouvertüre zur großen Oper. Da es in der Regel auf keiner Menükarte auftaucht, gelingt die Überraschung fast immer. Wer des Französischen mächtig ist, stört sich oft an der etwas ordinären Übersetzung: Gueule heißt Maul, aber auch „Fresse“ und „Gosche“. So wird in Deutschland immer häufiger vom Amuse Bouche gesprochen. Meist ist es tatsächlich ein „Mundvoll“ oder ein „Happen“, der auch mit den

Händen gegessen werden kann. Außer, die Köche lassen ihrer Fantasie freien Lauf und zelebrieren bereits ein komplettes kleines Gericht. Es soll ja auf das Kommende Appetit machen und ganz nebenbei auch die Wartezeit auf den frisch zubereiteten ersten Gang verkürzen. Kein Wunder also, dass sich viele Sterneköche mit besonderer Hingabe dieser Visitenkarte widmen. Manchmal sogar kommen so viele „Grüße“ wie das bestellte Menü Gänge hat oder gleich zwei oder drei solcher Hors d‘oeuvres nacheinander an den Tisch geflattert. Als besondere Herausforderung für den Gast kann allerdings die reichlich bestückte Etagère hausgemachter petit fours gesehen werden. Man könnte sich glatt an den Appetithäppchen satt essen. HotelMOSAIK möchte die große Mühe der Köche einmal richtig würdigen. So baten wir sechs Köche aus den Restaurants unserer Partnerhotels, ihre „Grüße aus der Küche“ hier zu servieren. Das Ergebnis: sechs Gerichte, eine Ouvertüre, große Gaumen- und Augenfreude. HER


Enjoy and Indulge Overtüre

CLAUS-PETER LUMPP / Baiersbronn Restaurant Bareiss im Hotel Bareiss

Zugegeben, die Anfahrt dauert schon einen Moment, aber dann: Küchenchef Claus-Peter Lumpp lässt im Gourmetrestaurant Bareiss im nördlichen Schwarzwald große Kunst auffahren. Das sollte jeder Gast sowieso mit entsprechender Zeit würdigen. Dann aber wird es das ganz große kulinarische Erlebnis. Lumpp hält der alten Schule der Haut Cuisine die Treue. Seit 2007 würdigt ihn Michelin mit der höchsten möglichen Auszeichnung: Drei Sterne. Diese Genüsse sind so außergewöhnlich, mit solcher Konzentration und Sorgfalt komponiert – Duft, Geschmack, Farben, feine Nuancen, unterschiedliche Konsistenzen, süß und salzig, weich und knusprig ... Was für eine Harmonie! Jeder Bissen bleibt einem für immer in Erinnerung. Und trotz aller kulinarischer Größe liegt Klaus-Peter Lumpp eines besonders am Herzen – sein Team. „Ohne meine Mannschaft wäre ich nichts. Das wird leider allzu oft vergessen. Ich bin nur der Dirigent, mein Team das Orchester, und gemeinsam versuchen wir, die Noten für unsere Gäste perfekt und harmonisch klingen zu lassen.“ Ach ja, das Amuse im Bareiss könnte glatt als eigenes Menü serviert werden. Das Foto von Seite 64-65 ist ein Blick in die Küche des Restaurants Bareiss. Wir entnahmen es dem Buch „Claus-Peter Lumpp“ und „Stefan Leitner“ mit Fotos von Michael Wissing.

66 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Fotos: Ulrike Klumpp

1

Apero Etagère (von oben nach unten): 1. Ricottatarte, Püree von getrockneten Tomaten, Mini Spinat 2. Sushi mit schwarzem Sesam, Soja-Gel, Garnelencracker, Salzzitronen 3. Schüttelbrot, Essig-Gel, saurer Hering, Dillcrème, marinierte Radieschen, Dill 4. Papadam, Geflügelsalat mit Kreuzkümmel, Purple-Curry-Mayonaise, Kichererbse, Koriander


Amuse Bouche: Kopfsalateis Marinierter Kopfsalat mit Chili-Vinaigrette Passionsfrucht-Gel Kopfsalatsud Gesalzenes Passionsfruchtmalto mit Panko Sauerrahmcrème mit Zitrone und Piment d’Espelette Brotkissen Kopfsalatchips Chilikresse

A part zum Amuse Bouche: Kopfsalatschaum mit Passionsfrucht-Gel und gepufftem Quinoa


Enjoy and Indulge Overtüre

2

DAVID WAGNER / Lech Restaurant in der Post Lech

In der „Post“ in Lech am Arlberg ist man bei Moosbruggers zu Gast – und das schon seit 1937. Florian Moosbrugger führt seit 1999 das Fünfsterne-Hotel in der dritten Generation mit großem Erfolg. Den Sommer über hat er dem Traditionshaus ein Facelifting verpasst: heller und mit überraschendem Lichtkonzept. Eines soll sich jedoch nicht ändern: die Herzlichkeit und die hervorragende Küche auf Sterne-Niveau. Dafür garantiert der neue Küchenchef David Wagger. Er bringt neben seinen Erfahrungen aus alpenländischen Hotels die Liebe zu regionalen Produkten mit, gewürzt mit Offenheit für kosmopolitische Trends. Eine Kostprobe serviert er in HotelMOSAIK dann ab November in der „Post“ in Lech.

Mit Gin marinierten Alpenlachs: Flusskrebse und passend dazu ein kaltes Gurkensüppchen und ein Limetten-Sauerrahm-Mousse

68 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2


Enjoy and Indulge Overtüre

Amuse-Gueules: Champignonwiese im Frühling:

Fotos: „Schöttger Photography“

Die Basis des Gerichtes bildet eine mild-säuerlich abgeschmeckte Kräutercrème mit Frischkäse. Der nachgebildete Champignon aus würzigem Pilzmousse mit gereiftem Balsamessig und Madeira bildet das Zentrum des Tellers und wird von kleinen, vor allem texturell interessanten Begleitern flankiert. Neben verschiedenen vegetabilen Elementen wie Erbsen und Gartenkresse komplettieren eingelegte Buchenpilze und ein paar Scheiben knuspriges Röstbrot die „Pilzwiese“. Ein herrlich leichter Einstieg in das Menü.

3

JAN HARTWIG / München Restaurant Atelier im Bayerischen Hof

Das Atelier macht seinem Namen alle Ehre. Es hat einen dezidiert künstlerischen Anspruch. Bereits Steffen Mezger holte als Küchenchef den ersten Michelin-Stern, ihm folgte Jan Hartwig, zuvor fünf Jahre Sous-Chef unter dem Dreisterne-Koch Sven Elverfeld im Wolfsburger Aqua. Prompt erkochte er in München noch einen Stern hinzu. Der ganz eigene Stil macht das Atelier zu einem ganz besonderen Restaurant in der Bayernmetropole, was dort ja nicht ganz einfach ist. Jan Hartwig fächert schon bei den Amuse-Gueules die Bandbreite dessen auf, was kommen soll. Seine „Champignonwiese im Frühling“ zeigt die ganze Raffinesse seiner Kochkunst. Ein Trompe-l‘œil-Gemälde mit kleinen Pilzen, die nicht immer echte Champignons sind, hübsch platziert auf einer cremigen Kräuteremulsion. Er konzentriert sich auf den typischen Eigengeschmack des Produkts und überrascht mit der Umwandlung einer bestimmten Zutat in eine neue Erscheinungsform.

22222

HotelMOSAIK 69


Enjoy and Indulge Overtüre

4

RALPH KNEBEL / Ettlingen Restaurant im Hotel Erbprinz

Im Hotelrestaurant Erbprinz in Ettlingen verantwortet Ralph Knebel die Küche. Allerdings legt er großen Wert auf die Feststellung, dass es Teamarbeit ist. „Ich stehe ja nicht alleine in der Küche, eigentlich müsste hier ein Gruppenfoto gezeigt werden. Und: Es gibt bei mir auch einen Gruß aus der Pâtisserie.“ Stellvertretend für alle anderen steht Sous-Chef Oliver Seibert an der Seite des Chefkochs. Wie viel Leidenschaft und Akribie alle in den „Gruß aus der Küche“ legen, wird schon bei den aufgestellten Kriterien für das Amuse deutlich: • • • • • •

Es darf keine Komponente im Menu und im à la carte geben. Es ist vegetarisch. Es müssen immer drei verschiedene Geschmacksrichtungen sein. Es soll eine unterschiedliche Konsistenz vorkommen. Wie alle Gerichte auch jahreszeitliche Komponenten enthalten. Es macht Appetit und nimmt den ersten Hunger. Die gleiche Anrichte- Zeit für die Vorspeisen wird dadurch für den Gast unbewusst überbrückt

Das wird hier serviert: Auf der Gabel und im Schälchen: leicht geräucherte und eingelegte Aubergine, Ponzumarinade Im Glas: Joghurtkaltschale mit Kräutern, Champignons und Radieschen Auf dem Löffel: grüner Spargel, Erdnussbutter, Passionsfrucht und karamellisierte Haferflocken

Chef’s garden (Kräutercocktail), Erdbeersorbet, Maracuja, Kräuter und Erdbeeren

70 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Fotos: Jan Bürgermeister

Dessert-Amuse:


Enjoy and Indulge Overtüre

5

ERIC WERNER / Köln Restaurant Himmel un Äd im Hotel Wasserturm

Das »Himmel un Äd« im 11. Stock des außergewöhnlichen Hotels im Wasserturm mit seinem spektakulären Ausblick über Köln hat seit vielen Jahren einen ausgezeichneten Ruf. Mit Eric Werner als Küchenchef kam Anfang des Jahres ein »Shootingstar der Kochszene« nach Köln. Immerhin wurde er in seiner vorherigen Station, im Essener Traditionshaus »Résidence«, 2015 mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Bereits zuvor konnte er dort ab 2012 bis 2014 gemeinsam mit Küchenchef Erik Arnecke den hohen Standard der Zweisterneküche zelebrieren und war am Erfolg wesentlich beteiligt. Auch wenn die Sterne üblicherweise beim Restaurantwechsel nicht mitgenommen werden können, weckt die begehrte Auszeichnung Erwartungen an das »Himmel un Äd« und den Koch, der nach seiner Ausbildung auch einen interessanten Abstecher in die Küche Portugals unternahm. Werner, Jahrgang 1985 mit Geburtsort Halle an der Saale, ist bei allen Sterneverlockungen nicht abgehoben. Der bodenständige Koch ist immer bestrebt, ein reduziertes Gericht perfekt als Hauptdarsteller anzurichten. „Ich find’s gut, wenn der Gast sieht, was er isst, und nicht darüber nachdenken muss, was das jetzt wohl sein soll“, erklärt Eric Werner. Auf viel „chichi“ verzichtet er gerne, wie er sagt. Aber ein Amuse-Gueule ist für den großen Auftritt für ihn doch unverzichtbar.

Erdbeergazpacho: mit Madai Brasse mariniert, junger Kokosnuss, Imperial Kaviar

72 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2


Enjoy and Indulge Overtüre

Samtsuppe vom Hummer mit Rosé-Champagner: mit Tomaten, Apfel, Möhren, Fenchelknolle und Champignons. Abgerundet mit Basilikumblättern, Knoblauch, 1 Esslöffel Crème fraîche und Rosé-Champagner

6

THOMAS MARTIN / Hamburg Restaurant Jacobs im Hotel Louis C. Jacob

Es braucht keinen bestimmten Anlass für einen Besuch in Jacobs Restaurant – hier kann ein ganz normaler Abend zu einem ganz besonderen werden. Ob für einen speziellen Tag im Leben oder für „nur mal eben auf Hauptgang und Dessert“ – das neue Jacobs Restaurant ist unverkrampft. Zeitgemäße hanseatische Gelassenheit nennt das Thomas Martin. Das Zweisterne-Restaurant schreibt dabei die ursprüngliche französische Hoch-Küche weiter: faszinierende regionale Produkte von kompromissloser Qualität, präzises Handwerk und zeitgemäße Zubereitungstechniken. Das Hauptprodukt ist der Star und wird von geschmacksintensiven Saucen getragen. Zur neuen Einfachheit passt irgendwie das Amuse Gueule nicht mehr, fand Martin. Das Menü beginnt jetzt eben mit einer Vorspeise. Die Überraschung bleibt: maximaler Geschmack.

22222

HotelMOSAIK 73


Volker Waltmann: Käse ist ja nicht Käse.


Enjoy and Indulge Affineur

DIE KÄSE-ECKE in Erlangen ist ein Paradies für Liebhaber von Rohmilchkäse. Wer nicht vorbeikommen kann, findet viele Sorten im Internetshop.

DIE TÄGLICHE REIFEPRÜFUNG Volker Waltmann gibt Käse den letzten Schliff. Er ist Maître fromager affineur. Ein Besuch in seinem Käsereich in Erlangen.

i

n der Vitrine lagern Coeur de Bourgogne, Tom de Savoie, Reblochon, Beaumont. Kleine runde und große Laibe wie Wagenräder, Pyramiden oder in Zylinderformen. Mit kräftiger Rotschmiere, von graublauem Schimmel umhüllt, mit Heu und Zitronengras oder getrockneten Kräutern bestreut oder einfach strahlend weiß. Manche Exemplare haben in einem Weißwein-Kräuter-Sud gebadet, andere in Cidre oder bekamen eine Whiskyinfusion. 250 Sorten Käse führt Volker Waltmann in seinem Sortiment, bald sollen es über 260 werden. Er ist immer noch auf der Suche nach neuen Raritäten, von Bauern, die den perfekten, reinen Käse produzieren. Rohmilchkäse. Denn nur der

TEXT: HARTMUT E. RÄTSCH

kann sich weiterentwickeln, erklärt der Maître fromager affineur. Seine Profession ist es, dem Käse eine spezielle Geschmacksnote zu geben oder manchmal nur den Eigengeschmack deutlicher herauszukitzeln und ihn zur richtigen Reife zu bringen. Er ist kein Käsemacher, präzisiert Volker Waltmann. Ein Affineur ist ein „Käseverfeinerer“ ganz im Sinne der französischen Tradition, wo der Begriff im Gegensatz zu hier eine feste Berufsbezeichnung ist. Wie wird man nun Affineur, wovon es in Deutschland nur spärliche fünf geben soll? „Meine Wurzeln liegen im elterlichen Betrieb. Der war, wie damals noch häufig üblich, ein Kolonialwarenladen. Vom Waschmittel bis zur Wurst gab es alles. Einzelhandelskaufmann sollte und wollte ich werden. Aber zur Lehre

musste ich raus aus Erlangen. In Freiburg bekam ich einen Ausbildungsplatz. Mit Käse bin ich da leider nicht in Berührung gekommen. Also ging ich nach Frankreich. Elsas, Paris, Normandie. Ich lernte, wie man Käse wäscht und richtig lagert. Manchmal half der Zufall, dass ich bei einem Bauern landete, der vollendeten Weichkäse produzierte.“ Noch heute bestehen die freundschaftlichen Verbindungen nach Frankreich. So beliefert zum Beispiel den Käseexperten in Erlangen der letzte Bauer mit echtem Camembert aus dem Ort Camembert. Eine Rarität und ein Glücksfall für die Kunden. „Später musste ich dann das Ladengeschäft meines Vaters in Erlangen übernehmen. Aber die Zeiten hatten sich geändert. Schnell war mir

22222

HotelMOSAIK 75


Enjoy and Indulge Affineur

SCHNAPSIDEE Manchmal muss es ein Calvados sein, um Käse die besondere Note zu geben. Echte Eigenkreationen sind das dann.

klar, dass ich mich spezialisieren musste, wenn ich überleben will. Also Käse, meiner Leidenschaft folgen. Warum nicht?“ Für die Affinage ist ein geeigneter Lagerraum unabdinglich. Ein Keller mit unterschiedlichen Temperaturzonen von 2 bis 10 Grad, um den Reifeprozess zu kontrollieren. Genau den hat er sich ein paar Meter unter seinem Ladengeschäft geschaffen. Nachbarkeller kaufte er dazu und ließ von einem Freund aus Ziegeln den Keller nach seinen Bedürfnissen bauen. Hier lagern fünf bis sechs Tonnen Käse, hier wäscht er seine Käselaibe mit eigens angesetzten Tinkturen. Geheimrezepte, die für jede Sorte ertestet werden müssen. Erst wenn der Käse seinen Reifepunkt erreicht hat, kommt er in den Verkauf. Manche Sorten lagern zwei Monate und andere sechs, acht oder zwölf Monate. „Käse ist ja nicht Käse“, betont Waltmann. Aber es sollte, bitte, Rohmilchkäse für ihn sein, keiner aus einem Gemisch mit aufgetauter Milch oder aus pasteurisierter Milch, die kurzzeitig auf 70 bis 75 Grad Celsius erhitzt wurde. Dadurch werden schließlich geschmacks- und reifefördernde Bakterien abgetötet. Für den Rohmilchkäse

76 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

wird seit Jahrhunderten die Milch langsam erwärmt und langsam wieder abgekühlt. Nur dann kann der Käse reifen und Geschmack entwickeln. Schimmel gehört manchmal zum Prozess. „Wenn sich jedoch schädliche Bakterien ansetzen, ist es ein hygienisches Problem – ob bei pasteurisierter oder Rohmilch“, erklärt Waltmann. Seine Kunden berät er gerne, was geht und was nicht mehr genießbar ist. „Man braucht Gespür und eine feine Nase für die vielfältigen Aromen, die sich im Laufe des Prozesses entwickeln.“ Manchmal kommt er

Man braucht Gespür und eine feine Nase für die vielfältigen Aromen, die sich im Laufe des Prozesses entwickeln.


Enjoy and Indulge Affineur

Käse aus Milch von Rindern, die in 2.500 Metern bis zu 4.000 Metern Höhe leben und Kräuter fressen, die wir nicht kennen, ist nicht vergleichbar mit bekannten Sorten.

auch auf Schnapsideen. Einen Langres beträufelte er mit Calvados, ein anderer Käse bekam sogar schottischen Malt Whisky. Er ließ alles einziehen und wiederholte das Prozedere. Jeder handgroße Käse einzeln. Hunderte Käsetörtchen. Echte Liebe eben. Seine Stammkunden, zu denen auch eine große Zahl Hotelrestaurants in ganz Deutschland zählt, warten auf solche Raritäten, Eigenkreationen, auf Neuentdeckungen und Käse, der

manchmal sogar vom Ende der Welt nach Erlangen kommt. Wie der Yak-Käse aus der Mongolei. Ein Experiment. „Käse aus Milch von diesen Tieren, die in 2.500 Metern bis zu 4.000 Metern Höhe leben und Kräuter fressen, die wir hier nicht kennen, ist nicht vergleichbar mit bekannten Sorten“, erklärt der Affineur. „Jetzt geht es darum, den Handelsweg zu organisieren und dabei die Hygienerichtlinien der EU zu gewährleisten.“

Dank Internet und Expressversand sind solche ausgefallenen Käsesorten manchmal schon nach wenigen Stunden vergriffen. Käse wegschmeißen musste Volker Waltmann jedenfalls noch nie. Wenn hier etwas alt wird und schimmelt, dann ist das bewusst und kontrolliert. Übrigens: Sein ältester Käse lagert schon über 23 Jahre im Keller. „Würzig, ja, manche würden scharf sagen – aber immer noch genießbar.“ 2

Anzeige

Mit allen Sinnen erfahren und genießen – nach diesem Motto vermitteln die renommiertesten Autoren auf dem Gebiet der Weinkunde ihr Wissen. Im Mittelpunkt steht die Sensorik mit Schwerpunkt auf der Aromenvisualisierung. Der Praxisteil widmet sich vor allem der Verbindung von Wein und Essen. Den beliebtesten Gerichten in Deutschland werden passende Weinempfehlungen gegenübergestellt, die auch mit ungewöhnlichen Kombinationen überraschen und einfach nachvollziehbar sind. Nicht nur äußerlich verdient dieses Buch mit seinem edlen roten Farbschnitt und den zwei Lesebändchen einen Ehrenplatz bei Weinliebhabern. Wein. Das Buch. | 264 Seiten | 49,90 €

Überall im Handel oder jetzt bestellen: sz-shop.de 089 / 21 83 - 18 10 Von der Gastronomischen Akademie Deutschlands e. V. als besonders empfehlenswertes Buch, über alle Kategorien hinweg, im Jahr 2017 mit der Silbermedaille ausgezeichnet.

22222

HotelMOSAIK 71

Ein Angebot der Süddeutsche Zeitung GmbH, Hultschiner Str. 8, 81677 München

Weinkunde für die Sinne.


Enjoy and Indulge Arrangements & More

Land & Golf Hotel Stromberg / Stromberg

STERNSTUNDEN ... mit Dieter Müller, Tristan Brandt und Michael Stortz Kulinarischer Hochgenuss ist wieder garantiert, wenn Küchenchef Michael Stortz mit seinen Weggefährten Dieter Müller und Tristan Brandt am 12. November ein 6-Gang-Gourmet-Menü für Sie kreiert. Freuen Sie sich auf das Highlight im November. Nach dem Check-in ist erst mal Zeit, im SOONWALD Spa zu entspannen, bevor Sie zur Einstimmung auf das Sternstunden-Arrangement mit einem Glas Champagner im Wintergarten begrüßt werden. Zum Menü werden dann korrespondierende Weine von ausgewählten Winzern der Nahe-Weinregion gereicht. Am nächsten Morgen erwartet Sie ein großes Vital-Frühstücksbuffet. Das Arrangement ist ab 319 Euro pro Person im Doppelzimmer zu buchen.

Great moments / Gourmet highlight On Nov. 12, chef Michael Stortz and his colleagues Dieter Müller and Tristan Brandt create a gourmet dinner with corresponding wines for you. 1 night, breakfast and a glass of champagne from 319 € p.p. Direktor: Andreas Kellerer / E-Mail: i­nfo@golfhotel-stromberg.de // www.golfhotel-stromberg.de

KÜCHENZAUBER Lassen Sie sich von den Ideen und Konzepten der Küchenchefs unserer Hotels verführen MAGICAL CUISINE Culinary delights for your pleasure

Berghotel Maibrunn / St. Englmar

DAMALS & HEUTE Das Berghotel Maibrunn tischt auf „Nim Körbelkraut, Spitzwegern, Kühkas, Monatblümleinstökl, Zigori, Nessel, Mäusleitern und wasche sie. Wiege sie klein, mache eine dunkelgelbe Einbrenn, gieb das Gewiegte darein, schütte Fleischsuppe daran und lasse es gut aufsieden …“ So beginnt ein lange vergessenes, traditionelles Rezept einer bayerischen Bäuerin. Klingt interessant, oder? Haben Sie Lust, in einem Kochkurs auf der Hirschalmhütte solche alten Rezepte einer Bäuerin aus dem Bayerischen Wald kennenzulernen? Das Berghotel Maibrunn, wunderschön zwischen den Bayerwaldbergen gelegen, bietet Ihnen in der Woche vom 13. bis 19. November die Gelegenheit dazu. Das 3-Tage-Arrangement umfasst zwei Übernachtungen in einem LifestyleZimmer und die Teilnahme am Kochkurs. Am Abend genießen Sie ein mehrgängiges Menü im Hotelrestaurant. Das Kochkurs-Arrangement kann ab sofort zum Preis ab 296 Euro pro Person gebucht werden.

78 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Past & Present / Recipes you will never forget From Nov. 13 to 19, the hotel offers a special cooking class: Traditional recipes are the basis for the dishes that are being prepared. The package includes 2 nights and a dinner at the restaurant. From 296 € p.p. Inhaberin: Anna Miedaner / E-Mail: ­info@berghotel-maibrunn.de // www.berghotel-maibrunn.de


Enjoy and Indulge Arrangements & More

Kann ein Restaurant extrovertiert wirken? Kann die Sitzhöhe eines Stuhls Einfluss auf den Genuss eines Menüs nehmen? Möchte man zum Frühstück ein anderes Licht als zum Dinner haben? Dreimal ja. Viel Zeit für intensive Studien haben sich Gasthof Post-Hotelier Florian Moosbrugger und sein Architekt Christian Prasser genommen, um die neuesten Erkenntnisse der Innenarchitektur in den Umbau des Post-Restaurants einfließen zu lassen – und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Eine fantastische Aussicht, bester Sitzkomfort und eine ausgeklügelte Beleuchtung und Akustik kennzeichnen das neue Panorama-Restaurant. Und mit David Wagger als Küchenchef zieht zugleich eine neue Koch-Generation mit ein. Wagger hat sich seine Sporen in namhaften österreichischen Betrieben verdient und nimmt nun das Zepter der Küchenbrigade mit Verve in die Hand.

New chef, new restaurant / Fine Dining with concept Hotel Gasthof Post / Lech am Arlberg

NEUES RESTAURANT, NEUE KÖCHE Ein Traditionshaus erfindet sich neu

David Wagger is the new chef at the Hotel Gasthof Post. And not only is this a novelty: the new panorama restaurant, designed by the architect Christian Prasser, combines a fantastic view with the best seating comfort as well as an ingenious lighting and acoustic concept. Inhaber: Familie Moosbrugger / E-Mail: info@postlech.com // www.postlech.com

Hotel Bad Schachen / Lindau

PARTY IN DER KÜCHE Die Sechs am See laden wieder ein Die Küche wird zur Partyzone, Gäste feiern mit Köchen. Klingt ungewöhnlich? Ist im Grand Hotel Bad Schachen seit Jahren Tradition. Auch diesen Herbst gibt es wieder die Küchenparty „Sechs am See“. An Töpfen und Tiegeln: Sechs Spitzenköche, unter ihnen die Schachener Küchenchefin, und Freunde aus der Bodenseeregion. Das diesjährige Motto: der Bodensee. Zubereitet wird, was aus dem See zu ziehen und um den See zu ernten ist. Die Gäste wandeln und tanzen von Station zu Station und bedienen sich nach Lust und Laune. Ein DJ und ein Saxofonist machen dazu Stimmung. Mit Musik und Tanz in der Rendezvous-Bar klingt der Abend aus. Die Küchenparty „Sechs am See“ steigt traditionell immer kurz vor Saisonschluss in Bad Schachen. Neugierig geworden? Wer dabei sein möchte, sollte sich beeilen. Die Party steigt am 2. Oktober um 18.30 Uhr. Zu reservieren ist sie für 125 Euro pro Person unter + 49 8382 298-0 oder servus@badschachen.de.

Fotos: privat

Celebrate life / Kitchen party at Lake Constance On Oct. 2nd, the hotel invites guests to their traditional ­kitchen party. Guests walk and dance from station to station, try what they please while listening to some vibrant live ­music. Beginning is at 6.30 pm, tickets: 125 € p.p. Geschäftsführerin: Isolde Schielin / E-Mail: servus@badschachen.de // www.badschachen.de

e

in gutes Essen bringt viele gute Leute zusammen.” Sokrates (470-399 v. Cr.), griech. Philosoph

22222

HotelMOSAIK 79


Enjoy and Indulge Arrangements & More

Hotel Louis C. Jacob / Hamburg

BIG BOTTLE PARTY Feiern gegen die November-Tristesse

d

as Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.“ Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

Wenn es draußen ungemütlich wird, ist Zeit für eine gute Party: die Big Bottle Party im Louis C. Jacob. Mehr als 40 Winzer, Küchenchef Thomas Martin und eine gute Handvoll seiner Sterne-Kollegen sorgen dafür, dass es eine richtig gute Sause wird. Am Sonntag, den 12. November, um 12.30 Uhr gehts los – und damit die Veranstaltung ihren Namen verdient, wird im Sterne-Restaurant zu Livemusik fröhlich getanzt. Der beste Tipp für ein graues November-Wochenende! Und er kann auch noch um ein exklusives Wein-Event erweitert werden. Am Vorabend startet die Best Bottle Night: Chef-Sommelier Torsten Junker schenkt einem Kreis von Teilnehmern lieb gewonnene Weine ein und präsentiert ausgesuchte Neuentdeckungen. Begleitet wird die Verkostung von einem 5-Gang-Menu aus Thomas Martins Sterneküche. Das Big Bottle-Arrangement beinhaltet neben der Party zwei Übernachtungen inklusive Frühstück, einen Willkommensdrink und eine süße Überraschung und ist für 490 Euro pro Person im Doppelzimmer vom 11. bis 13. November zu buchen. Für 230 Euro pro Person sind Sie auch bei der Best Bottle Night dabei.

Big Bottle Party / A must for wine connoisseurs Splendid wines await you at the Big Bottle Party on Nov. 12. Enjoy this weekend among connoisseurs: 2 nights, breakfast and welcome drink from 490 € p.p. Tickets for the Best Bottle Night on Nov. 11, are available for 230 € p.p.: Chef-sommelier Torsten Junker presents his favorite wines, 5-course menu by star chef Thomas Martin included. Direktion: Frank Wesselhoefft / E-Mail: jacob@hotel-jacob.de // www.hotel-jacob.de

Hotel Zur Tenne / Kitzbühel

GENIESSER-ARRANGEMENT Tagsüber die Natur und abends feinstes Gourmet-Essen entdecken Entdecken Sie tagsüber farbenfrohe Blumenwiesen, weite Almgebiete und die sanften Kitzbüheler Grasberge und lassen Sie sich am Abend in der Tenne zum Genießen verführen. Essen in der „Tenne“ ist ein Erlebnis für alle Sinne, ob traditionelle Schmankerl oder Gourmetküche auf der sommerlichen Terrasse, im lichtdurchfluteten Wintergarten oder in der gemütlichen Kaminstube. Ein besonderes Arrangement lädt sie dazu ein. Das Haus heißt Sie mit frischem Obst sowie feinsten Petits Fours aus der hauseigenen Patisserie auf Ihrem Zimmer willkommen. Mit einem Glas Champagner als Aperitif werden Sie auf das 5-Gang-Gourmetmenü am Abend Ihrer Wahl eingestimmt. Am Nachmittag wird Ihnen eine Tasse Kaffee mit hausgemachten österreichischen Kuchen oder Strudelspezialitäten serviert. Zwei Übernachtungen in der Superior-Kategorie inklusive Frühstück und den beschriebenen Leistungen sind ab 294 Euro pro Person im gemütlichen Superior Doppelzimmer zu buchen. Eine Person zahlt 330 Euro. Buchbar bis 24. November 2017.

80 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

With all senses / Gourmet package Eating in the „Tenne“ is an experience for all senses, whether traditional or gourmet cuisine on the summer terrace, in the light-flooded winter garden or in front of the fireplace. 2 nights in a superior double, breakfast, homemade cakes or strudels for coffee time as well as a 5-course gourmet dinner and a glass of champagne are available for 294 € p.p. until Nov. 24. Inhaberin: Innegrit Volkhardt / E-Mail: info@hotelzurtenne.com // www.hotelzurtenne.com


Enjoy and Indulge Arrangements & More

Weinromantikhotel Richtershof / Mülheim/Mosel

RELAUNCH À LA CARTE Köstliches Arrangement für Ihre persönliche Genussreise

w

Besuchen Sie das neue Culinarium R 2.0, wo historische Mauern auf gemütlich-innovatives Interieur treffen und Küchenchef Mario Niederprüm gemäß dem Motto kocht: „Feinstes aus der Region ~ Bestes aus aller Welt“. Regionale und internationale Spezialitäten, leichte Gerichte für den kleinen Hunger, delikate Hauptgänge, süße Naschereien und besondere Käsesorten erfüllen alle Wünsche. Die heimelige Bistro-Bar Remise verwöhnt mit einer bodenständig, regional inspirierten Küche. Ihr Genuss-Arrangement beinhaltet zwei Übernachtungen mit Frühstück, ein Glas Champagner und Pralinés, ein Abendessen in der Remise sowie einen Genussgutschein für das Culinarium R 2.0. Es ist im Doppelzimmer ab 244 Euro buchbar.

enn ich gut gegessen habe, ist meine Seele unerschütterlich.“ Molière (1622-1673), franz. Dramatiker

Relaunch à la Carte / Your personal gourmet trip Your gourmet package includes 2 nights with breakfast, a glass of champagne and pralines, a dinner at the Remise as well as a voucher for the new gourmet restaurant Culinarium R 2.0. Available from 244 € p.p. in a double room. Eigentümer: Manfred Preuß, Direktorin: Andrea Mereu E-Mail: info@weinromantikhotel.de // www.weinromantikhotel.com

Ketschauer Hof / Deidesheim

SAVE THE DATES

Fotos: privat

Alles über Sushi, Craft Beer und Champagner-Tasting Der Ketschauer Hof lädt im Herbst zu einer Reihe von Workshops ein. Erleben Sie zum Beispiel die japanische Sushi-Kunst mit all ihren Facetten und Geschmacksnuancen am 8. Oktober ab 11 Uhr. Oliver Esch aus dem „Sushi Glas“ in Nürnberg wird Sie in die Sushi-Welt einführen. Inklusive Essen und Getränke ist der Workshop für 145 Euro pro Person zu buchen. Bierliebhaber sollten sich den 14. Oktober, 16 Uhr, vormerken. Dann geht es um Craft Beer, handgebraute Bierspezialitäten, hergestellt mit viel Leidenschaft und braumeisterlicher Erfahrung. Mit Weldebräu hat der Ketschauer Hof eine Brauerei ausgewählt, die schon seit Generationen herausragende Biere braut. Inklusive Bier und Snacks kostet der Save the dates / Gourmet workshops you should not miss Workshop 49 Euro. Sushi workshop on Oct. 8, including food and drinks, 145 € p.p. On Oct. 14, Und am 11. November ist von 15 bis 19 Uhr „Champagner OPEN – it is all about Craft Beer (49 € including beer and snacks). Nov. 11: „ChampaTasting Day“ in Deidesheim. Im Anschluss bietet das Restaurant L.A. gne OPEN - Tasting Day“ in Deidesheim with champagne dinner featuring Jordan ein Champagner-Dinner mit dem Haus Laurent Perrier an. Laurent Perrier at the restaurant L.A. Jordan. Tasting: 69 €, menu: 225 €. Das Tasting kostet 69 Euro, das Menü am Abend kostet 225 Euro, Geschäftsführer: Ingo Swoboda, Stephan Attmann / E-Mail: info@ketschauer-hof.com inklusive Champagner. // www.ketschauer-hof.com

22222

HotelMOSAIK 81


DIE GESCHMACKSREVOLUTION Der ultimative Umami-Geschmack für die raffinierte Crossover-Küche mit dem Trendgewürz Miso. Zusammengestellt von Claudia Zaltenbach.

JAKOBSMUSCHELN MIT SHERRY-MISO-GLASUR, SALICORNE UND KOKOSRISOTTO


BUNTE SALAT-WRAPS MIT INGWER-LIMONENDRESSING

Miso, ursprünglich nur bei Liebhabern der japanischen Küche oder Kennern der Makrobiotik bekannt, ist weit mehr als nur eine salzige fermentierte Paste zum Würzen von einem Schälchen Suppe. Die verschiedenen Misoarten, die von hell bis dunkel reichen, haben ein kaum vorstellbares, ausgesprochen komplexes Geschmacksspektrum. Schon eine kleine Menge davon sorgt für die UmamiAbrundung eines jeden Gerichts und würzt längst nicht nur pikante Speisen. Vom kleinen Appetithäppchen über spektakuläre Hauptgerichte bis zu süßen Desserts mit Miso hat die Münchner Food- und Reisebloggerin Claudia Zaltenbach ihre Lieblingsrezepte in einem Buch zusammengestellt. Wir haben einige zum Nachkochen ausgewählt.

Schon als Jugendliche war ich in diese Meeresfrucht verliebt. Ein Buch ohne sie wäre für mich schlicht unmöglich gewesen. Ihre leichte, natürliche Süße wird gleich auf zweierlei Weise unterstrichen: Miso und Sherry – am besten süßer – bilden hier eine spannende Ergänzung zum frisch-fruchtigen Risotto. 1 Stück frische Kokosnuss, in feine Streifen gehobelt Für die Jakobsmuscheln: 3 EL Sherry, am besten eine liebliche Sorte, 2 EL Genmai Miso oder ein braunes Miso, 1 ½ EL brauner Zucker, 16 Jakobsmuscheln, ausgelöst ohne Corail, Sancho-Pfeffer (ersatzweise weißer Pfeffer, frisch gemahlen), 1 EL Sesamsaat Für den Risotto: 1 Schalotte, geschält, 2 EL Olivenöl, 300 g Risotto-Reis, z. B. Carnaroli, 3 EL Kokosraspeln, 50 ml Weißwein, 1 l Gemüsebrühe, 300 ml Kokosmilch, 1 Limette (Saft), Salz In einer beschichteten Pfanne die frischen Kokosnuss-Streifen ohne Fett anrösten. Bis zur weiteren Verwendung beiseitestellen. // Aus Sherry, Miso und Zucker eine Marinade anrühren und die Jakobsmuscheln während der Zubereitung des Risottos darin ziehen lassen. // Die Schalotte fein hacken und in einem breiten Topf in erhitztem Olivenöl anschwitzen. Den Reis und die Kokosraspeln dazugeben und 1 Minute rühren. Mit dem Weißwein ablöschen. // Schöpflöffelweise immer wieder Gemüse-brühe zugießen, ab und zu umrühren, damit der Risotto nicht anbrennt. Wenn der Reis fast alle Flüssigkeit aufgesaugt hat, aber noch gut bissfest ist, die Kokosmilch dazugeben und den Reis bei niedrigster Hitzezufuhr ziehen lassen. // Mit dem Limettensaft und etwas Salz abschmecken. Der Risotto sollte eine Balance zwischen herzhaft und leicht süß haben. // Die Jakobsmuscheln mitsamt der Marinade in eine erhitzte Pfanne geben und von jeder Seite 1 Minute anbraten. Die Temperatur zurückschalten, Salicorne hinzufügen und nochmals umrühren, damit Salicorne und Jakobsmuscheln rundum von Marinade überzogen sind. Die Pfanne vom Herd nehmen und die Muscheln 4 Minuten darin ruhen lassen. // Den Risotto auf Tellern anrichten, die Jakobsmuscheln mit Salicorne daraufgeben und mit gerösteten Kokosraspeln bestreuen.

Dieses Rezept ist ein echter Resteverwerter, denn irgendwas findet sich immer im Kühlschrank, was sich als Füllung dieser bunten Rollen eignet. Ich empfehle große Kohlrabiblätter zum Einwickeln, dann sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Wer einen asiatischen Touch möchte, kann noch Koriander, Minze und ThaiBasilikum dazugeben. Das Dressing passt auch dazu. Für die Salat-Wraps: 12 große Blätter von Mangold oder Kohlrabi (Bio-Qualität), 2 Ur-Möhren, 2 Karotten, 1 Ringelbete (Chioggia-Bete), 1 rote Gemüsepaprika, 1 gelbe Gemüsepaprika, 1 kleine Gartengurke, 2 Stangen Staudensellerie, einige Blätter Rotkohl oder roter Chinakohl, 1 Handvoll rote Radieschen-Sprossen Für das Dressing: 1 EL Ingwer, frisch gerieben, 1 EL Shiro Miso, 1 EL Mugi Miso, 1 EL Mirin, 3 EL Olivenöl, 1 große Limette (Saft), ein paar Tropfen Öl gerösteten Sesams Die großen Mangold- oder Kohlrabi-Blätter für 30 Sekunden in siedendem Salzwasser blanchieren. // Möhren, Karotten und die Bete schälen und in längliche Sticks schneiden. Alle übrigen Gemüse waschen und ebenfalls in längliche Sticks schneiden. Rotkohl oder Chinakohl in feine Streifen zerkleinern. // Die blanchierten Blätter nacheinander auf einem mit Frischhaltefolie ausgelegten Brett ausbreiten und mit den Gemüsesticks, Salatstreifen und Sprossen belegen. Die Blätter fest darum wickeln, in die Folie wickeln und fest verschließen. Die Rollen ½ Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Danach mit einem scharfen Messer in dicke Scheiben schneiden. // Die Zutaten für das Dressing mischen und mit einem kleinen Schneebesen glatt rühren. // Die Salatrollen damit beträufeln und die übrige Sauce separat dazu servieren. // Variationen: Füllung mit frischer Mango oder Avocado ergänzen.

22222

HotelMOSAIK 83


MISO-HONIG HUHN MIT ZUCCHINI

Knusprige Hühnerschlegel mit einer würzigen goldbraunen Kruste aus Honig und Miso sind herrlich einfach. Sie schmecken allen, gehen schnell und man kann sie je nach Jahreszeit mit unterschiedlichen Beilagen toll variieren. Auch ein würziger Kartoffelsalat schmeckt ausgezeichnet dazu. Für die Hühnerschlegel: 4 EL Butter, zimmerwarm, 3 EL Shiro Miso, 2 EL Akazienhonig, 1 EL Reisessig, 4 Hähnchenschlegel mit Haut (à 250 g), schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen Für die Beilage: 2 mittelgroße Zucchini, 1 EL Olivenöl, Salz Den Backofen auf 220 °C vorheizen. // In einer Schüssel die Butter mit dem Miso, dem Honig und dem Reisessig mit einem Holzlöffel vermischen, sodass eine homogene Paste entsteht. // Die Hähnchenschlegel nacheinander in die Schüssel geben, gut mit der Paste einreiben und in eine ofenfeste Form legen. // Sollte noch etwas von der Paste übrig sein, kann diese einfach auf die Schlegel gestrichen werden. // Die Form auf der zweiten Schiene von unten in den Ofen schieben und die Schlegel 30–40 Minuten rösten, bis sie goldbraun sind. // Währenddessen die Zucchini waschen, Stiel und Blütenansatz entfernen. Zucchini mit einem Sparschäler in lange, dünne Scheiben schneiden. // Die Zucchininudeln mit dem Olivenöl in eine große Pfanne geben und bei mittlerer Temperatur unter häufigem Rühren dünsten, bis sie weich sind. Danach etwas salzen. // Hähnchenschlegel mit den Zucchininudeln in der Form anrichten, servieren und etwas frisches Baguette oder Ciabatta dazu reichen. // Tipp: Frische Kräuter wie Kerbel, Schnittlauch oder Petersilie fein hacken und über die Zucchininudeln streuen. Gut passt auch frischer Portulak (siehe Bild) oder etwas Rucola.

84 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2


Enjoy and Indulge Miso

MISO-EIS

Salzkaramell kann jeder! Miso-Eis ist aber noch eine Spur feiner, eleganter und gleichzeitig wunderbar tief in seiner Süße. Ich bin verrückt nach diesem Eis, erfinde immer wieder neue Varianten und probiere es mit unterschiedlichen Miso-Sorten. Süßes mit Miso ist auf diese Weise jedenfalls eine Entdeckung wert. Für das Eis: 1 ½ EL Speisestärke, 400 ml Milch, 350 ml Sahne, 150 g Zucker, 1 EL Kome Miso, 2 EL Shiro Miso, 50 g Frischkäse (Doppelrahmstufe) Die Stärke mit 2 EL Milch glatt rühren. Die restliche Milch mit der Sahne und dem Zucker aufkochen und etwa 3 Minuten leicht sprudelnd kochen lassen. // Miso mit dem Frischkäse verrühren. // Zuerst die mit Stärke versetzte Milch in die Milch-Sahne einrühren und weiterköcheln lassen. Vom Herd nehmen und die Miso-Frischkäse-Creme mit einem Schneebesen sorgfältig untermischen. // Die Mischung auskühlen lassen. Das geht am besten in einer größeren Schüssel mit Eiswürfeln, in die man den Topf mit der Eismasse hineinstellt. // In einer Eismaschine fertig kühlen, in eine Form füllen und mit Backpapier abdecken. Danach noch etwa 2 Stunden im Gefrierschrank fest werden lassen. // Tipp: Wer Lust hat, kann die Mischung noch mit kandiertem oder frisch geriebenem Ingwer oder Fruchtpüree abwandeln. Auch Rumtopffrüchte sind durchaus passend dazu. Die hier genannten verschiedenen Miso-Sorten werden in dem Buch ausführlich beschrieben.

MISO / REZEPTE, KULTUR, MENSCHEN von Claudia Zaltenbach, mit einem Vorwort von Professor Thomas Vilgis und Gastrezepten von Sterneköchen // Fotos: Claudia Zaltenbach ca. 224 Seiten // ca. 180 Fotos // 210 × 245 mm veredeltes Efalin-Hardcover mit Prägung Preis: 28,00 EUR // ISBN 978-3-7750-0772-6 // www.haedecke-verlag.de

22222

HotelMOSAIK 85


NASCH MARKT

EIN SCHLUCK FADO

Oder eine Liebeserklärung an den ältesten Wein Portugals Mag sein, dass er seine Schwere und Süße in alle Sinne überträgt, wenn man nur einen Schluck probiert hat und einem das Gefühl des Fado unwillkürlich überkommt. Mag sein, dass sein größter Konkurrent, der Sherry, nicht so tiefgründig wirkt und besser in unsere Zeit passt. Verdient hat es der Portwein nicht, als Schwerenöter abgestempelt zu werden. Vielleicht liegt es auch an der unendlichen Vielfältigkeit der Sorten, die es vom Port gibt. Denn Port ist immer ein Cuvée, besteht also immer aus Weinen aus verschiedenen Rebsorten. Zudem dürfen für viele Portweinsorten Portweine verschiedener Jahrgänge verwendet werden. Die Portweine können zudem von verschiedenen Quintas stammen, also von verschiedenen Herstellern. Wenigstens die Portweinhäuser sind bemüht, eine konstant hohe Qualität über die Jahre hinweg zu erzeugen. Auch versucht man, eine individuelle, für die Portweinmarke spezifische Geschmacksrichtung zu schaffen und zu halten. Bei der Portweinherstellung wird der Fermentationsprozess der Trauben, also die Umwandlung von Zucker in Alkohol während der alkoholischen Gärung, nach etwa drei Tagen durch die Zugabe von Alkohol mit rund 77 % Vol. unterbrochen. Der hochprozentige Alkohol muss aus weißem Traubenmost destilliert werden. Auf 0,8 Liter Wein werden etwa 0,2 Liter des Brandys hinzugegeben. Durch die Zugabe dieses hochprozentigen Alkohols sterben die Hefen ab, welche den Zucker im Traubensaft in Alkohol umwandeln. So bleibt im Portwein ein recht hoher unvergorener Anteil an Restzucker zurück, der dem Vinho do Porto seinen likörigen Geschmack verleiht. Die süßen Geschmacksnoten stammen also nicht wie bei vielen Likören von später zugefügtem Zucker, sondern von den Trauben selbst. Eine Tradition, die den Wein für lange Seetransporte konservieren sollte. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Weinbau in der Douroregion modernisiert und als erste Weinbauregion der Welt begann man gemäß einheitlicher Qualitätsstandards zu produzierten. 1757 wurde das erste DOC Regelwerk der Welt ins Leben gerufen und die Portweinproduktion damit unter institutionelle Aufsicht gestellt. Portweine sind, obwohl sie sehr vielfältig sind, eigentlich als klassische Aperitif-Weine bekannt. Das ist aber nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Ja, es ist

86 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

richtig, dass ein junger Ruby Port ein exzellenter Appetitanreger ist. Aber auch die frischen Portwein-Cocktails sind hervorragende Aperitifs. Daneben gibt es viele Vorspeisen, mit denen zum Beispiel ältere Tawnys hervorragend harmonieren. Andere Portweine wiederum sind geschmackvolle Begleiter von schokoladigen Desserts. Gehaltvolle Vintage Ports und schwere ältere Tawnys werden in England und Portugal auch als exklusive Digestifs genossen. Die bloße Rolle eines Aperitifs wird in Anbetracht der Vielfalt an Portweinstilen dem bekanntesten Wein Portugals also nicht gerecht. Vielleicht braucht es wieder eine revolutionäre Marketingidee, wie sie die Firma Ramos Pinto um 1900 hatte. Damals findet in Porto ein bedeutender Umbruch statt, der dem Portwein ein neues Image verschafft. Weg von den verstaubten Bildchen mit Heiligen und alten Herren, hin zum Elixier der Liebe und des Genusses ... Die Portuenser waren nicht gerade dafür bekannt, dass sie besonders sinnlich und lebensfroh wären. Umso interessanter ist der Wandel, der in der Vermarktung des Portweins um die Jahrhundertwende eintritt. Die meist biederen, sehr konservativ formulierten Illustrationen auf den Etiketten der Portweinflaschen werden durch Signale der Erotik und des Genusses ersetzt. Allerdings nur bei einer Firma: Ramos Pinto. Wurde früher der Portwein quasi als Medikament, als Tonikum angepriesen, so tauchten plötzlich farbenfrohe Illustrationen auf, die Sinnlichkeit, Genuss und Lebensfreude vermittelten. Adriano Ramos Pinto war ein Lebemann, der gerne und oft nach Paris reiste. Dort kannte er die Haute Societé und frequentierte die Ateliers der Künstler, die in Mode waren. Er schätzte die schönen Frauen,und bemerkte die allgegenwärtige Werbung, die an den Fassaden der französischen Metropole klebte. Warum nicht auch Portweinflaschen mit solchen schmückenden Gemälden etikettieren? Für die Produktion der sinnlichen Frauenbilder, die fortan seine Werbung zieren, nimmt er einige damals bekannte Plakatmaler unter Vertrag. Der Erfolg war so groß, dass bald die Verkaufszahlen in die Höhe schnellten. Einige Jahre später hatte Ramos Pinto vom südamerikanischen Markt, insbesondere vom brasilianischen, einen Anteil von 50 Prozent.


IM RHYTHMUS DES TAGES Mit Kräutertees kann man sich bei fast jeder Gelegenheit etwas Gutes tun Die „Garten-Tees“ der Firma Herbaria sind für ihre besonders hohe Qualität bekannt. Bereits 1919 wurde das bayrische BioUnternehmen als „Kräuterfirma zur Heilmittelherstellung“ gegründet und entwickelte sich bald zum Pionier in Sachen Naturkost. Wir haben fünf Begleiter durch den Tag zusammengestellt. Mit der Komposition „Voller Schwung“ beginnt der Tag. Anregende Mate, grüner Tee, Olivenblätter und die beiden Klassiker Brennnessel und grüner Hafer bringen Schwung in diese erfrischende Kräutertee-Mischung. Schon Hildegard von Bingen empfahl Galgant als „Gewürz des Lebens“. Apfel und Rose beleben mit ihrem Duft die Sinne. Jetzt kann es losgehen! Wer seinen Stimmorganen etwas Gutes tun will, trinkt „Stimmgold“ – fein süße Lindenblüten kombiniert mit kräftig würzigem Thymian und Salbei. Nelke und Eukalyptus intensivieren und erfrischen mit ihren ätherischen Ölen. Die Blätter der Schwarzen Johannisbeere und wärmendes Süßholz runden den Genuss ab. In raueren Zeiten braucht man „Frischen Wind“: Holunderblüten mit Lindenblüten sind ein beliebter Tee, wenn es draußen ungemütlich wird. In „Frischer Wind“ sind sie kombiniert mit den Klassikern Thymian, Anis und Spitzwegerich. Ingwer gibt die leichte Schärfe, ein Hauch Pfefferminzöl sorgt für die frische Brise. Wieder „In Balance“ kommen? Sanfte Melisse, Rosmarin, süße Lindenblüten und besonders der beliebte Kümmel sorgen für innere Harmonie. Grüner Hafer und Brennnessel sind klassische Fastenkräuter. Lemongras und Eukalyptus geben eine frische Note. Für´s gute Bauchgefühl gibts „Warme Mitte“. In dieser Mischung treffen die beliebten Klassiker Anis, Fenchel und Kümmel auf die wärmenden Gewürze Kardamom und Koriander sowie auf die sanfte Schärfe von Ingwer. Fruchtige Orangenschale und süße Kamille runden den Tee ab. So wird‘s wohlig und warm am späten Abend.

GEKRÖNTER SCHNAPSBRAND Diese Flaschenstöpsel stehen für höchste Obstbrandqualität. Sie zieren die berühmten grünen Zangenflaschen der Tiroler Brennerei Rochelt. Längst sind die „Kronen“ zu beliebten Sammlerstücken geworden. Doch den wahren Schatz bergen natürlich die Flaschen in sich. Wachauer Marille, Schwarze Ribisel, Schlehe, Weichselkirche, Wilde Vogelbeere oder Kriecherl, eine seltene wild wachsende Pflaume. Sie ist ein gutes Beispiel für den außergewöhnlichen Umgang mit Früchten und die Schnapsherstellung bei Rochelt. „Das handverlesene Obst wird nach der Ernte direkt beim Obstbauern schonend eingemaischt, ohne die Kerne zu verletzen. Nach dem Aussieben der Kerne und abgeschlossener natürlicher Gärung brennen wir die zusatzfreie Maische höchst behutsam zweimal im Kupferkessel. Nach mindestens siebenjähriger Lagerung erschließt sich dem Gaumen die feine Würze reifer Wildpflaumen mit einer schönen Balance von Frucht und Stein.“ Eine besondere Rarität wird unter dem Siegel „naturstark“ angeboten: Schnaps, der alle Qualitätskriterien für einen großen Jahrgang erfüllt. In kleinsten Mengen lagert er separat und extra lange. Erst wenn Alexander Rainer, der seit 2009 das Unternehmen leitet, persönlich diesen Schnaps freigibt, wird er völlig unverdünnt, das heißt ohne jede Zugabe von Wasser, abgefüllt. „Unseren ‚naturstark‘ Schnaps belassen wir bewusst hochprozentig, da nur so die volle Aromenfülle eines Spitzenjahrganges erhalten bleibt.“ Bei dieser Kollektion ziert ein ganz besonderer Stöpsel die traditionelle Schnapsflasche – er ist mit über 200 Swarovski Kristallen handbestückt. Passend dazu erhält der Käufer zwei Degustationsgläser, die den Genuss dieser Schnäpse vollenden. Tropfenweise. // www.rochelt.com

VON WEGEN BLÖDE ZIEGE Zugegeben: Ziegen sind eigenwillig, aber auch zutraulich und dabei besonders naturverbunden. Sie lieben mit Kräutern durchsetzte Naturweiden und das Leben mit ihren Artgenossen. All das bekommen sie auf dem Ziegenhof im Müritz Nationalpark in Rützow. Um die 50 Milchziegen geben hier die besonders gesunde Milch, aus der hauptsächlich Ziegenkäse hergestellt wird. Aber auch Ziegenfleisch kann über eine Partnerseite direkt vom Hof bestellt werden. Ziegenkeule gilt als besondere Delikatesse. Die Zicklein gedeihen fast ohne Kraftfutter, eine intensive Mast gibt es auf dem Ziegenhof nicht. Sie wachsen langsam und entwickeln dabei ein hellerotes, ausgereiftes, zartes sowie saftiges und aromatisches Fleisch. Ziegenfleisch ist generell mager und nährstoffreich. Entsprechend der Jahreszeit unterliegt der Fettgehalt des Fleisches natürlichen Schwankungen. // www.wildfleisch-online-bestellen.de

22222

HotelMOSAIK 87


Enjoy and Indulge Design

TEESERVICE UND FONDUESET aus massivem Sterlingsilber und unverwüstlichem Gusseisen sind das Objekte für die Ewigkeit. „Was zum Vererben.“

AUS FEUER UND EISEN Berthold Hoffmann haucht dem spröden Metall Sinnlichkeit ein. Sein Geschirr gilt als optimal in der Funktion, minimal im Design. TEXT: FRÉDÉRIC VACHERON

88 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2


Enjoy and Indulge Design

j

a, diese Töpfe, Pfannen und Bräter haben Gewicht. Sie sagen, hier steh ich, ich kann nicht anders. Sie klingen nach Ewigkeit und einem Versprechen, das nie bricht. Kein Wunder: Sie sind aus Gusseisen. Geschaffen hat sie der Silberschmied und Metallgestalter Berthold Hoffmann aus Nürnberg. Puristisch, archaisch und wunderschön in ihrer eisernen Sinnlichkeit. Aber warum dieses spröde Material Eisen? „Hätte ich mir früher vorstellen können, mit diesem Material zu arbeiten und etwas Funktionelles herzustellen? Nein“, überlegt er und streicht über den rau-samtigen Boden einer Pfanne. „Ich hatte als Schüler den Wunsch, Künstler zu werden. Die Idee, Geschirr zu gestalten, kam erst beim Studium an der Kunstakademie Nürnberg, Fachbereich Silberschmieden, und hat mich selbst überrascht“, gibt Hoffmann zu. „Es war der Reiz, eine eigene Formensprache zu entwickeln. Optimal in der Funktion, minimal im Design.“ Irgendwo zwischen Bauhaus und Zen, hat einmal jemand geschrieben, können seine Objekte verortet werden. „Und Eisen hat etwas Archaisches. Eisen ist so elementar. Ist ein Teil unserer Welt. Dazu umweltfreundlich, gesund beim Gebrauch und wertig. So eine Pfanne können Sie für 100 Jahre in die Erde buddeln und anschließend wieder auf den Gas-, Elektrooder Induktionsherd stellen. Die ist was zum Vererben. Außerdem: Ich mag die Auseinandersetzung mit dem Widerstand des Materials.“ Aber in seinen Entwurfsarbeiten beschäftigt er sich auch mit feingliedriger Funktionalität, etwa in seinem Fondueset „Konus“. Zum Beispiel die Fonduegabeln. Sie sind aus fünf Millimeter starkem Edelstahl gelasert. Die endgültige Form und die Oberfläche werden von Hand geschliffen und abschließend glasperlengestrahlt. Die Gabeln haben eine halbkreisförmige Aussparung und können so leicht an den Deckelreif angehängt werden. So entsteht eine harmonische Einheit. Der gusseiserne Topf und das Rechaud sind mit Leinöl schwarzgebrannt, wodurch eine gebrauchsfähige, gegen Rost geschützte Oberfläche entsteht. „Konus“ wurde mit einem German Design Award 2016 vom Rat für Formgebung in Frankfurt am Main ausgezeichnet. Nicht der einzige Preis. Berthold Hoffmanns Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet und ausgestellt. In Mailand, Wien, München und Berlin, in New York, Philadelphia oder Moskau. Und da sind ja noch seine Silberarbeiten. Die von ihm entworfenen Teekannen oder das komplette Teeservice werden nach Ideenskizzen, Papiermodellen und anschließenden Arbeitsproben in sogenannten unedlen Metallen in seinem Atelier aus Silberhalbzeugen hergestellt. „Für die endgültigen Arbeiten verwende ich massives Sterlingsilber. Die Materialstärke der verwendeten Halbzeuge beträgt 1 bis 1,2 Millimeter. Dadurch entsteht ein hochwertiges Gebrauchsobjekt für die alltägliche Benutzung.“ Auch ein Fondueset aus Silber hat er gefertigt. Glanzvoller Schmuck jeder

PFANNEN, TÖPFE, BRÄTER UND KANNEN werden in dem Nürnberger Atelier entwickelt und nach Hoffmanns Gussmodellen in Zusammenarbeit mit regionalen Eisengießereien gefertigt. Den Feinschliff bekommen die Gussrohlinge wieder in seiner Werkstatt.

Tafel. Ob Gusseisen oder Silber: Von der Idee bis zum fertigen Objekt reines Handwerk. Treiben, Glühen, Löten, Schleifen und Polieren. Techniken, die Berthold Hoffmann seit über 30 Jahren beherrscht. „Das ermöglicht mir die unmittelbare Umsetzung meiner Gestaltungsideen in plastische Gegenstände der Koch- und Tischkultur.“ 2 // www.hoffmann-metallgefaesse.de

22222

HotelMOSAIK 89


Essay Bentley

a

DIE SCHNELLSTE LEGENDE DER WELT

ls Wetteinsatz kursieren unterschiedliche Summen. Doch wie man die Beteiligten kennt, waren es wahrscheinlich doch ein paar Kisten Jahrgangschampagner. Als der bekannte Bentley-Fahrer Woolf Barnato 1930 seine Ferien auf einer Yacht im Mittelmeer verbringt, wettet er eines Abends, von Cannes bis London mit seinem Wagen schneller zu sein als der berühmte Expresszug „Blue Train“, der die damals schnellste Verbindung zwischen England und der Cote d’Azur darstellt. Der Rest ist eine der gern zitierten Bentley-Legenden: Als Barnato am nächsten Nachmittag gemeldet wird, dass der Blue Train gestartet ist, verlässt er mit seinem Sekretär und Copiloten die Bar des Carlton Hotels in Cannes und startet seinen Bentley Speed Six. Nach über 21 Stunden und 786 Meilen durch Nacht und Regen sitzt er am nächsten Mittag mit seiner Zigarre im Royal Automobil Club in London – da erreicht der Blue Train gerade erst Calais. Bentley gehört zu jenen Automarken, die von rühmenden Anekdoten wie dieser geradezu umwuchert sind, reich an Geschichten über exzentrische Kunden und sonderbare Fahrzeug-Schicksale, ja sogar an solchen über das eigene, ziemlich einmalige Unternehmensschicksal. „Der Wert eines Autos besteht nicht (nur) in der Stärke seines Motors und in seiner Eleganz“, so hatte schon Fritz B. Busch, der Klassiker unter den Autotestern dekretiert, „sondern in seiner Aura, seinem Prestige und dem seiner Fahrer.“

SHAKE HANDS Ein kurzer Zwischenstopp beim Traditionshotel Louis C. Jacob muss sein. Vielleicht noch eine Tasse Kaffee auf der berühmten Lindenterrasse? Hoteldirektor Frank Wesselhoeft freut sich jedenfalls über den spontanen Besuch unseres Autors.

Es ist das Auto der englischen Königin und der internationalen Prominenz: Ein Bentley ist immer mehr als nur ein Fahrzeug, sondern stets auch ein Statement. Unser Autor Horst Dieter Ebert machte sich Gedanken über die Legende und erprobte sich als glücklicher Bentley-Pilot. TEXT: HORST-DIETER EBERT FOTO: ARNT HAUG


Essay Bentley

Die schönsten Momente, wenn das Verdeck sein kompliziertes, doch zierliches Luftballett absolviert hatte, waren natürlich die in dem geöffneten Wagen.

Bentley hatte von Anfang an beides: die schnellsten Autos und die kühnsten Fahrer. Ettore Bugatti, der legendäre Sportwagen-Konstrukteur, spottete über die Bentleys gern als die „schnellsten Lastwagen der Welt“. Doch die, und nicht seine Bugattis, gewannen fast alle Rennen. Und am Steuer waren häufig die sogenannten Bentley Boys, eine namhafte kleine Gruppe von berühmten Auto-Fans, Rennfahrern, Playboys und Lebenskünstlern, die unter Bentley-Liebhabern auch heute noch so sagenhaft ist wie die der drei oder vier Musketiere unter Literaturfreunden. „Babe“ Barnato, Erbe einer südafrikanischen Diamanten-Dynastie, war der Schnellste von ihnen (der Einzige, der bei drei Starts in Le Mans drei Mal siegte) und wohl auch der Reichste: Die Produktion der hochgelobten Bentley-Automobile, 1919 von dem visionären Techniker, doch wohl eher naiven Kaufmann Walter Owen (W.O.) Bentley gestartet, generierte ja bereits nach ein paar Jahren fette rote Zahlen. Da schoss Bar-

92 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

nato so viel Kapital ein, dass er binnen Kurzem Mehrheitseigner und Vorstandschef wurde. Doch er konnte den Konkurs nicht verhindern. 1931 übernimmt, nach einem undurchsichtigen Wirtschaftskrimi, Rolls Royce den jüngeren Konkurrenten. In den nächsten Jahrzehnten werden von beiden Marken Modelle gebaut, die sich nur durch ihre Kühlerfiguren unterscheiden, doch auch ganz unterschiedliche: Mehrfach erscheint ein „schnellster Bentley aller Zeiten“ auf dem Markt, 1953 ist ein Bentley (mit Karosserie von Pininfarina) das teuerste englische Auto, kein Rolls Royce kostet so viel. Die Rolls Royce-Ära ist die Zeit, in der alte Bentley- Anhänger, gewissermaßen die älteren Bentley Boys, mäkeln, dass ihre Marke die angestammte Sportlichkeit vermissen lässt. „Nur ganz lautlos und ganz luxuriös fahren, das kann es doch nicht sein“, hieß ein häufig gehörtes Verdikt: Im Gegensatz zum klassischen Chauffeurwagen Rolls Royce war der Bentley mit seiner Rennfahrer-Geschichte ja stets ein Auto für Selbstfahrer mit viel Freude am Fahren. Das wurde er auch wieder, spätestens als die Marke 1998 – Stichwort: einmaliges Unternehmensschicksal – von Volkswagen übernommen wurde, „ausgerechnet Volkswagen“, wie die erste Welle der Kritiker stöhnte. Doch derweil wandelte sich das in allgemeinen Beifall. Bentley verkauft inzwischen mehr als dreimal so viel Automobile wie Rolls Royce (jetzt im Besitz von BMW), und bleibt doch mit knapp tausend deutschen Verkäufen unterhalb der sogenannten Volumenfahrzeuge, also den Massenmobilen à la Audi oder Mercedes. Ein Befürworter der deutsch-britischen Bentleys ist deren Hamburger Liebhaber und Sammler Gerd Kamps, der mit fünf Niederlassungen ausschließlich für Premiummarken als einer der größten Verkäufer von Bentleys gilt: „Bei meiner ersten Erfahrung mit Bentley gab es nur ein Modell, den Arnage, einen Wagen mit hoher Ausstrahlung, doch technisch leicht veraltet – heute haben wir fünf Bentley-Modelle, neuerdings sogar einen SUV, der sehr gefragt ist.“ Nicht den neuesten freilich habe ich mir zum Test erbeten, sondern den erfolgreichsten, den Long- und Bestseller der Marke, das viersitzige Sportcoupé Continental GT, und zwar als Cabrio und in der bescheideneren Motorversion. In dieser Version wird es vom Hersteller in schönem Understatement als Einstiegsmodell („Involving Entrance“) in die Bentley-Welt angepriesen. Es kommt in sogenanntem Umbria Green, einem dunkleren, edleren Racing Green, und ich nähere mich mit atemstockender Bewunderung. Dann steige ich ein und mir fällt unwillkürlich der alte Sportschuh-Slogan ein, „Reinschlüpfen und sich wohlfühlen“. Doch es stimmt: Ich sitze nach kurzer Justierung des Sitzes in perfekter Position, um mich herum die nobelste britische Clubatmosphäre, poliertes Wurzelholz, mehrfarbiges Leder, glitzernde Chrom-Armaturen, dazu schöne altmodische Rundinstrumente.


Essay Bentley

Ich bilde mir ein, den Duft des Leders zu verspüren, und ertappe mich dabei, dass ich das Steuerrad zärtlich streichle: Auch das ist ja zweifarbig umledert, und selbst seine Unterseite mit den pingelig-präzisen Kreuzstichen bereitet mir einen haptischen Genuss: Ich erinnere mich, eine Reportage gelesen zu haben über den wunderbaren Handwerksmeister, der in der Fertigung in Crewe für jedes Bentley-Lenkrad nicht weniger als genau 317 kunstvolle Stiche aufwendet. Und wie fährt sich eine solche Legende, Urenkel der „schnellsten BentleyLimousine aller Zeiten“ (2005) und verschwägert mit der Staatskarosse der Queen (Bentley seit 1998)? Ich muss gestehen: Ich habe seine Höchstgeschwindigkeit von 305 Stundenkilometern nicht annähernd erreicht. Ich bin fast lautlos dahingeglitten, mit moderaten Geschwindigkeiten und dem Gefühl, mitten im Luxus dahinzuschweben, nur bei gelegentlichen Überholmanövern und energischem Tritt ins Pedal grollten die acht Zylinder mal kurz wie ein fernes Gewitter. Die schönsten Momente, wenn das Verdeck sein kompliziertes, doch zierliches Luftballett absolviert hatte, waren natürlich die in dem geöffneten Wagen. Bei aller Formvollendung und Eleganz des Coupés – so, als Cabriolet und mit dem selbstbewusst zur Schau gestellten Interieur, sieht er auch am besten aus. Und die Wirkung nach außen ist konkurrenzlos: Mehrere Nachbarn in Eppendorf mailten Fotos und Videos und gratulierten zu dem „neuen tollen Superwagen“! Und als wir die Bentley-Aufnahmen in Hamburg machten, auch in dem einen oder anderen Halteverbot, trafen wir eigentlich stets nur auf hilfsbereite, freundliche und interessierte Polizisten: „Wie viel PS hat er denn (507)? Und was kostet er (so ab 180.000)?“ Und ob mich der Direktor vom Jacobs so herzlich begrüßt hätte, wenn ich wieder mit meinem Vespa-Oldtimer vorgefahren wäre und nicht mit diesem Oberklassen-Luxusmobil? Aber das ist ein ganz und gar ketzerischer Gedanke ... Einen Wagen wie diesen gibt man nicht ohne Herzschmerz zurück. Das Einzige, was mich in Sachen Bentley noch mehr reizen könnte, wäre der Besitz eines Bentley-Oldtimers, etwa der Jahrgänge vor 1931, von denen es nur noch etwa tausend gibt. Die beneidenswerten Eigner dieser Raritäten, die gut und gern eine Million kosten können, treffen sich in diversen Gentlemen-Clubs zu festlichen Dinners und kauzigen Ritualen. Im „Benjafield Racing Club“ etwa sitzen 88 Herren, nur Herren, nie mehr als 88, in Smokings an weiß gedeckten Rundtischen, um sie herum parken ihre noch älteren automobilen Gefährten. Es werden kuriose Wanderpreise verliehen, zum Beispiel ein auf ein Propellerblatt genagelter Hasenkopf von 1925. Und es wird stilvoll gebechert: große Jahrgänge von großen Bordeaux. Wie ein Kollege von dem Event berichtet: „Dabei wird der feine Duft des roten Grand Cru überlagert vom Hauch des Motorenöls aus leicht leckenden Ölwannen der sündhaft teuren Oldtimer.“ Mehr Bentley kann eigentlich nicht sein! 2

STILVOLLENDET Luxuskarossen hat das Hotel an der Elbchaussee in seiner 225-jährigen Geschichte schon viele gesehen. Trotzdem ist ein Bentley nicht eine alltägliche Erscheinung. Obwohl das viersitzige Sportcoupé Continental GT vor dem Eingang wie extra dafür geschaffen zu sein scheint. Stilvollendet fügt es sich ins Bild. // www.hotel-jacob.de

22222

HotelMOSAIK 95


Bedtime Story

PERFEKTES TIMING Eine Kurzgeschichte von Jan Schröter Illustration: Elke Ehninger

h

anna Behrmann trat aus dem Hotelfahrstuhl in einen langen Flur und blickte sich suchend um. Hinter einer offenen Tür klapperte jemand mit Geschirr, und nun entdeckte Hanna neben dem Durchgang auch den Aufsteller mit dem schriftlichen Hinweis: „Reserviert für: Maximal GmbH & Co. KG“. Sie betrat den Speisesaal, in dem gerade eine hübsche, junge Kellnerin unter Anleitung eines älteren Vorgesetzten damit beschäftigt war, die Tische einzudecken. Von ihren eigenen Kolleginnen und Kollegen hatte sich noch niemand eingefunden. Typisch ich, seufzte Hanna innerlich. Ihr Timing stimmte selten, in jeder Hinsicht. „Wenn Sie die Servietten schon auf diese dilettantische Weise falten, dann wenigstens alle auf die gleiche Art, Fräulein Mia! So geht das nicht. Noch mal machen.“

Der ältere Kellner wischte harsch ein paar Servietten von einem bereits eingedeckten Tisch, schnaufte verächtlich und verließ schnellen Schrittes den Saal. Zurück blieben die gerüffelte Kellnerin und die peinlichst berührte Hanna. „Ich bin wohl zu früh, Entschuldigung“, leitete sie ihren sofortigen Rückzug ein. „Bitte, setzen Sie sich. Ich bin so gut wie fertig“, wehrte die Kellnerin ab. Sie klaubte die am Boden gelandeten Servietten auf und warf sie mit einem schnippischen Achselzucken auf einen Servierwagen, dann faltete sie frische Mundtücher und legte sie neben die Teller. Es sah haargenau so aus wie das vorige Arrangement, welches das Missfallen ihres Vorgesetzten erregt hatte. Die traut sich was, dachte Hanna. Lag vielleicht daran, dass die Kellnerin doch wohl nicht ganz so jung war, wie zunächst geschätzt. Beim näheren Hinsehen war die Frau immer noch sehr hübsch, aber altersmäßig eher Mitte 30 als Mitte 20. Auf einem dezenten

22222

HotelMOSAIK 97


Bedtime Story

Schild an ihrer Kellnerinnenbluse stand der Name „Mia Hansen“. Jetzt ließ sie ungeschickt einen Löffel fallen, den sie seufzend umgehend durch einen neuen ersetzte. „Neu im Job, Frau Hansen?“, erkundigte sich Hanna mitleidig und setzte sich so an die Wandseite eines Tisches, dass neben ihr nur ein Platz frei blieb. „Erster Tag. Und ‚Frau Hansen‘ hört sich eindeutig besser an als ‚Fräulein Mia‘, danke.“ „Bitte. Erster Tag ist immer hart. Und Ihre Arbeit sicher sowieso.“

98 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Mia Hansen zuckte mit den Achseln. „Man kann sich den Job nicht immer aussuchen.“ „Leider wahr“, seufzte Hanna, was die Kellnerin mit einem erstaunten Blick aufnahm. „Sie haben doch bestimmt einen sehr guten Job bei der ‚Maximal‘“, erwiderte Mia. „Renommierte Firma, Arbeitstreffen in gediegenen Hotels wie diesem hier, nette Kollegen …“ Eine laute Stimme unterbrach ihre Unterhaltung. „Hereinspaziert, Leute, gleich gibts endlich was zu futtern!“

Leo Maiwald bat mit großer Geste seine Begleiter in den Speisesaal: den schleimigen Schurbohm vom Vertrieb, den fetten Brunkhorst aus der Buchhaltung, den sich notorisch für unwiderstehlich haltenden Grellkamp und noch ein paar andere. Leo ließ seiner Entourage den Vortritt. Weniger aus Höflichkeit, einfach nur so. Wo Leo war, war sowieso vorne – egal, wo er sich befand. Seine stattliche Statur, der teure Maßanzug sowie ein unüberhörbares Stimmorgan garantierten ihm stets die gebührende Aufmerksamkeit. So auch jetzt, als er sich


Bedtime Story

endlich in voller Pracht in den Speisesaal schob und direkt auf Hanna zusteuerte. „Ach, da ist ja auch schon unsere Hanna! Frau Behrmann, keine macht mich mehr an!“ Alles lachte pflichtschuldig. Der schleimige Schurbohm am lautesten, wie immer. „Neben unserer Schönheitskönigin speist es sich doch am angenehmsten. Sie gestatten …“ Maiwald griff bereits nach dem Stuhl neben Hanna, als Mia Hansen dazwischenfunkte. „Bitte – hier ist bereits reserviert!“ Maiwald kniff die Augen zusammen und betrachtete die Kellnerin wie ein besonders exotisches Insekt. „Ach ja? Von wem?“ „Von Herrn Rehder“, mischte sich Hanna nun ein und winkte eifrig einen jungen Mann heran, der eben den Saal betrat. „Sorry, Herr Maiwald, Tim und ich müssen vor den Präsentationen dringend noch ein paar Zahlen durchsprechen.“ Leo Maiwald zog geziert einen imaginären Hut und verbeugte sich. „Vor so viel Arbeitseifer ziehe ich mich zurück. Ich möchte lieber entspannt Mittag essen …“ Damit trat er den Rückzug an, um sein Gefolge an einem anderen Tisch zu versammeln. Hanna atmete erleichtert auf und registrierte, dass ihr die Kellnerin konspirativ zuzwinkerte. Und während Tim Rehder Hannas Platz erreichte, nahm Mia Hansen bereits die Getränkewünsche anderer „Maximal“-Mitarbeiter entgegen. „Was gibt’s denn?“ erkundigte sich Hannas Kollege. „Setz‘ dich“, bat Hanna. „Und bitte: Tu so, als hätten wir etwas zu besprechen. Stift und Papier auf dem Tisch wären hilfreich.“ Zum Abschluss des ersten Versammlungstages präsentierte der fette Brunkhorst die Zahlen der Buchhaltung. Die Sache an sich war schon trocken genug. Und Brunkhorst als Vortragender erstickte zuverlässig jeden Rest Unterhaltungswert, der möglicherweise dennoch darin enthalten gewesen wäre. Trotzdem hielt sich Brunkhorst für einen geistreichen Plauderer, das wusste Tim Rehder. Wie so ein Trottel jemals Leiter der Abteilung Buchhaltung werden konnte, wusste er dagegen nicht. Allerdings ahnte er es. Wahrscheinlich hatte das Leo Maiwald eingefädelt. Der sorgte für jeden, der sich bei ihm einschleimte. Würde Tim sich in dieses System einfügen, steckte er sicher nicht mehr lange in der Sackgasse fest, in der sich seine Karriere seit

Langem befand. Aber Hanna Behrmann verweigerte sich diesem System ebenfalls. Schon deshalb hielt Tim Abstand zu Maiwald, obwohl Hanna diese Solidarität vermutlich nicht einmal bemerkte. Vielleicht aber doch. Immerhin hatte sie Tim heute Mittag an ihren Tisch gebeten, warum auch immer. Und auch jetzt saß sie neben ihm, was Tim sehr genoss. Von mir aus, dachte er, darf der fette Brunkhorst weiterlabern. Gern stundenlang, hoffte Tim im Stillen und musterte seine schöne Kollegin verstohlen. Hanna registrierte die bewundernden Blicke

„Dann“, hauchte sie, „schlage ich vor, Sie nehmen den Gin Tonic nachher an der Bar. Dort bediene ich nämlich auch …“

ihres Kollegen durchaus, ließ ihn das jedoch nicht spüren. Tim würde sich schämen, wenn sie ihn dabei ertappte. Das war der große Unterschied zwischen ihm und einem Widerling wie Leo Maiwald. Letzterer wäre stets davon überzeugt, sein Glotzen sei niemals peinlich, sondern vielmehr eine große Ehre für die Angeglotzte. Trotzdem hatte Hanna immer gerne für die „Maximal“ gearbeitet, solange der Boss in ihrer Filiale noch Michael Randel hieß. Leider war dieser vor einigen Wochen am plötzlichen Herztod verstorben, und das zuvor so angenehme Arbeitsklima hatte sich schlagartig verwandelt. Nun führte Maiwald kommissarisch die Geschäfte. Morgen, das erwartete jeder in der Firma, würde die Berliner Zentrale die offizielle Nachricht von Maiwalds Ernennung zum neuen Filialleiter an alle Tagungsteilnehmer schicken. Hanna würde sich mit Leo Maiwald

und seinen schmierigen Avancen arrangieren oder sich einen neuen Job suchen müssen, und das machte sie ratlos. Diese Tagung in dem schicken Hotel galt als Maiwalds Krönungsmesse. Er saß bereits heute am Konferenztischende auf dem Chef-Platz, aufgeblasen mit Selbstgefälligkeit. Ein widerlicher Anblick, befand Hanna und schlug die Augen nieder. Zu schüchtern, um mir in die Augen zu sehen, dachte Leo Maiwald. Niedlich. Die kriegt bestimmt sofort weiche Knie, wenn ich nachher beim geselligen After-Work-Cocktail meinen Charme spielen lasse. Jetzt wäre ein Drink auch nicht übel, damit ließen sich Brunkhorst und seine endlosen Zahlenkolonnen viel besser ertragen. Der Mann ist das reinste Schlafmittel, befand Leo und peilte diskret in die Runde. Niemand, wirklich niemand hörte Brunkhorst zu. Nicht mal Brunkhorst selbst vermittelte den Eindruck, er würde zumindest im Ansatz verstehen, was er hier eigentlich vortrug. Genau deshalb hatte ihn Leo zum Leiter der Buchhaltung ernannt, gleich nachdem er selbst den Chefsessel kommissarisch übernommen hatte. Bis dahin hatte Leo die Abteilung Buchhaltung selbst geführt, deshalb verstand er auch jede Menge davon und konnte sich als Nachfolger einen Nichtskönner wie Brunkhorst leisten. Auch alle anderen wichtigen Führungsposten waren von Leo mit viel Fingerspitzengefühl besetzt worden. Alles seine Leute, und keiner davon konnte ihm das Wasser reichen oder kam auf eigene Ideen. In diesem Sinne würde er nach seiner stündlich zu erwartenden Ernennung zum Filialleiter weiterhin Personalpolitik betreiben. Für aufmüpfige Typen wie diesen Tim Rehder wäre dann die Zeit in der Firma abgelaufen. Und falls sich die schüchterne Hanna allzu lange zierte, blühte ihr das gleiche Schicksal. Früher oder später fand Leo sowieso jede Frau langweilig, dann musste eine Neue her. Es gab auch immer eine Neue, seit Leo herausgefunden hatte, was das Einzige auf dieser Welt war, das Frauen wirklich unwiderstehlich fanden: Geld. Man brauchte ihnen nur ins Ohr säuseln, es sei genug davon da und es wüchse ständig etwas nach. Und Leo musste in dieser Hinsicht nicht einmal lügen. Sein Vermögen wuchs täglich, weil er so verdammt clever war. Nur einen Drink, den hatte er jetzt leider nicht. Gerade schob zwar die Kellnerin einen Servierwagen mit Getränkenachschub herum, aber

22222

HotelMOSAIK 99


Bedtime Story

Alkoholisches war natürlich nicht dabei. Dafür war die Dame an sich ein echter Knaller, beurteilte Leo mit Kennerblick. Die Kellnerin, die schon vorhin beim Mittagessen so keck aufgetreten war. „Mia Hansen“ stand auf ihrem kleinen Namensschild, das auf einer freizügig aufgeknöpften Bluse über einem verlockenden Dekolleté balancierte. „Noch einen Kaffee?“, erkundigte sie sich professionell bei Leo Maiwald. Der schüttelte den Kopf. „Einen Gin Tonic würde ich nehmen.“ Mia Hansen senkte ihr schönes Haupt und brachte ihre Lippen nah an Leos Ohr. „Dann“, hauchte sie, „schlage ich vor, Sie nehmen den Gin Tonic nachher an der Bar. Dort bediene ich nämlich auch …“ Weg war sie. Leo Maiwald starrte ihr verblüfft hinterher und hätte beschwören können, der wohlgeformte Po in der hautengen Hose blinzle ihm kess zu. Tim Rehder sah angewidert zu, wie seine Kolleginnen und Kollegen um Leo Maiwald herumschwänzelten, der am Bartresen saß. Solche Pfeifen wie Brunkhorst oder Schurbohm konnte Tim ja noch ansatzweise verstehen – die würden mit ihren limitierten Fähigkeiten woanders nie wieder so gut bezahlte Jobs bekommen. Klar, dass sie ihren Herrn und Meister bei Laune halten mussten. Aber warum sogar die attraktive Kellnerin den ekelhaften Maiwald für jeden noch so dämlichen Spruch anhimmelte, als hätte er gerade die Pointe des Jahrhunderts zum Besten gegeben – das fand Tim unerklärlich. Mia Hansen gurrte und gackerte, versorgte Maiwald mit stetem Gin-Tonic-Nachschub und protestierte nicht einmal, als er mit seiner feisten Pfote ihr Hinterteil betatschte. Widerlich. Tim saß nur noch deshalb in der Bar, weil er wissen wollte, ob Hanna Behrmann auch noch kommen würde. Und genau in diesem Moment erschien sie. Sie hatte ihr Business-Kostüm gegen ein figurbetonendes Kleid ausgetauscht und sah hinreißend aus. Wie auch sonst. Tim schmolz innerlich dahin. Schon alle da, dachte Hanna, ich und mein mieses Timing. Sie entdeckte Tim Rehder, der ihr fröhlich zuwinkte, und bewegte sich auf ihn zu. Leider musste sie dafür am Tresen und an Leo Maiwald vorbei. Hanna spürte, wie eine dreiste Hand ihren Po begrapschte – und setzte sich instinktiv mit einer klatschenden Ohrfeige

100 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

zur Wehr. Schlagartig herrschte Stille im Raum. Maiwald hielt sich die getroffene Wange, Hanna machte kehrt und eilte fluchtartig aus der Bar. Erst im Flur, vor dem Fahrstuhl, wurde ihr bewusst, welche Konsequenz nun drohte. Ihr Job wäre weg. Es sei denn … Sie zögerte und betrat auch noch nicht die offene Liftkabine. „Ich gebe Ihnen noch eine Chance, Hanna.“ Maiwald stand plötzlich hinter ihr. Er rieb sich immer noch die Wange, grinste jedoch unverschämt. Und hielt ihr ein Kärtchen hin. Die Schlüsselkarte seines Hotelzimmers, erkannte Hanna. „Sie gehen mit mir in dieses Zimmer und sind einfach mal nicht so verdammt zickig. Dann finden wir eine Lösung. Sie verstehen, was ich meine?“ „Das versteht man leider nur zu gut, du Schwein!“ Tim Rehder ging mit geballten Fäusten auf Maiwald los, als sich im letzten Moment jemand zwischen die beiden Kontrahenten drängte. „Kinder, ich habe Dienstschluss“, verkündete Mia Hansen, nahm dem verdutzten Maiwald das Schlüsselkärtchen aus der Hand und zwinkerte ihm verschmitzt zu. „Jetzt amüsieren wir beide uns richtig! Wenn du verstehst, was ich meine …“ Damit hakte sie ihren Arm unternehmungslustig bei Maiwald unter und zog ihn mit sich in die Liftkabine, die umgehend mit ihnen entschwebte. Hanna und Tim sahen sich verblüfft an. „Hoffentlich weiß diese Frau, was sie da tut“, entfuhr es Tim. „Ist ihre Sache. Was ich jetzt tue, weiß ich jedenfalls“, erklärte Hanna und legte kurzentschlossen beide Arme um ihren sympathischen Kollegen. „Du verstehst, was ich meine?“ „Wo bleibt Maiwald?“, fragte Brunkhorst ratlos in die Runde und erntete damit bloß kollektives Achselzucken. Maiwald war dem Frühstück ferngeblieben und fehlte nun auch im Konferenzsaal, dabei war der Tagungsbeginn um 9.00 Uhr angesetzt. Es war bereits Viertel nach. Von mir aus kann er wegbleiben, dachte Hanna. Tim ging wohl das Gleiche durch den Sinn, jedenfalls drückte er unterm Tisch Hannas Hand. Beide waren sich darüber im Klaren, dass es heute vermutlich ihr letzter Arbeitstag für die „Maximal“ war. Trotzdem hatten sie sich nach einer wunderschönen gemeinsamen Nacht geschworen, bis zuletzt Flagge zu zeigen

und nicht einfach morgens heimlich abzureisen. Und nun war es Maiwald, der nicht antrat. „Da ist er!“ Schurbohm wies aufgeregt zum Fenster hinaus. Dort verfrachteten zwei Polizeibeamte Leo Maiwald in ihren Streifenwagen – und er trug unverkennbar Handschellen. „Darf ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten?“ Mia Hansen nahm ungeniert dort Platz, wo eigentlich Maiwald hätte sitzen sollen – am Konferenztischende auf dem Chefstuhl. Anstelle ihrer Kellnerinnenkleidung trug sie ein elegantes Kostüm. „Mein Name ist Mia Hansen, aber Kellnerin und Barfrau war ich nur vorübergehend. Exakt so lange, bis mich Ihr kommissarischer Chef Leo Maiwald mit der Information beeindrucken wollte, dass er jederzeit über beträchtliche Summen aus dem Firmenvermögen verfügen könnte – mit freundlicher Unterstützung aus den Abteilungen Buchhaltung und Vertrieb, übrigens.“ Brunkhorst und Schurbohm wechselten alarmierte Blicke. „Ich bin im Auftrag unserer Berliner Firmenzentrale hier, die aufgrund der finanziellen Unregelmäßigkeiten Verdacht geschöpft hat. Daran beteiligte Führungskräfte werden angezeigt, entlassen und durch vertrauenswürdige Mitarbeiter ersetzt.“ Mia Hansen lächelte Hanna und Tim zu. „Letztere habe ich bereits gefunden.“ Perfektes Timing, frohlockte Hanna. Allemal besser als das von Maiwald. 2

JAN SCHRÖTER Jan Schröter lebt in Schleswig-Holstein (D). Seit über 20 Jahren schreibt er Romane und Kurzgeschichten sowie immer wieder Drehbücher für deutsche TVSerienproduktionen (unter anderem für „Großstadtrevier“ und „Das Traumschiff“) und TV-Spielfilme („Bodyguard“, „Singapur-Express – Geheimnis einer Liebe“).


SCHAU MICH AN

Einen Hut trägt man mit Besonnenheit. Vielleicht sieht man deswegen so viel Mützenträger . . .

DER HUT – EIN STATEMENT Die richtige Kopfbedeckung hat große Vorteile: Sie schützt gegen Regen, Wind und Sonne und vor unerwünschten Blicken. Weder ein Bad Hair Day noch lichtes Haupthaar sind von Bedeutung, wenn man den Kopf bedeckt hält. Gut ausgewählt kann so eine Bedeckung ein Gesicht sogar schönen. Sie verkürzt die Stirn um ein paar Zentimeter, rundet ab und schafft Fülle. Was den Kopf so stimmig rahmt, ist zugleich Schmuck und Freund. Nicht umsonst sagt man, ein Mensch wachse „behütet“ auf, wenn er besonderen Schutz genießt. Beklagenswert darum, wie arm die Welt an Hüten geworden ist! Die Vielfalt ist dahin, Einfalt regiert, die hohe Kunst des Hutmachens wird nur selten nachgefragt. In den 1950er-Jahren trug der Vater noch Hut und Mantel, wenn er das Haus verließ. In den Schlafzimmern fand sich die eine oder andere hübsch bedruckte Hutschachtel, versehen mit schimmernden Bändern. Man war vertraut mit all den Namen, die Ordnung und Eleganz verheißen: Fedora, Trilby, Bowler, Borsalino, Stetson, Melone. Der Südwester wurde beim Deichspaziergang im November getragen, das flache Barett beim Morgenspaziergang mit Hund. Der rechtschaffene Bürger ging so herdenfromm mit Hut zur Arbeit, dass ihm der expressionistische Dichter Jakob van Hoddis das Ding in einem apokalyptischen Sturm vom spitzen Kopf riss. In Bilderbüchern wurden Hüte umgekippt, dann glichen sie einem Nest, in welchem ein fleißiger Vogel seine Eier ausbrütete. Hüte waren überall, zu jeder Jahreszeit. Sie halfen, die Unbill des Klimas zu mäßigen, besondere Anlässe hervorzuheben und den eigenen Status zu sichern. Heute hat man Mütze auf oder Baseballcap oder gar nix. Bequem soll es sein, pflegeleicht, sportlich. Und auf keinen Fall

förmlich. So ein schwarzer, am Hinterkopf schlaff herabhängender Beanie ist ein Understatement, das ein Hut niemals sein kann. Denn eine Wollmütze verhält sich zum Hut wie die Jogginghose zum Anzug. Mütze trägt man drinnen wie draußen. In der Freizeit, beim Date, im Job. Ab und zu landet sie – hoffentlich – in der Waschmaschine. Kein Vergleich zu der umsichtigen Behandlung, die ein klassischer Hut verlangt. Der will gebürstet und gelüftet und behutsam aufbewahrt sein. Kleinere Reparaturen unternimmt der Fachmann. Viele Jahre kann er halten und im besten Fall sogar vererbt werden, wenn die Hutgröße stimmt. Von seinen unwürdigeren Nachfahren unterscheidet den Hut darum eigentlich nicht nur die Krempe, die rundum läuft. Auch nicht die besondere Steifigkeit oder das Volumen. Sondern vor allem die Besonnenheit, mit der ein Hut entworfen, hergestellt, gepflegt und getragen wird. Auch zum Grüßen ist ein Hut wunderbar geeignet. Aber vermutlich macht er einfach zu viele Umstände. Kaum vorstellbar, dass der Hut je auf die Köpfe zurückkehrt. Das höfliche Ziehen des Hutes, das legere Antippen der Krempe – passé. Hier und da allerdings hält er sich noch. Taucht als Trilby auf dem Kopf eines Stars auf. Sitzt als rosa Bastwunder auf dem Haupt eines Partygasts. Am Strand zeigt er sich gern wagenradgroß in unkompliziertem Stroh oder klein, weiß, mit schwarzem Band. Meist ist ein wenig Extravaganz im Spiel. Aus der gesellschaftlichen Verpflichtung zum ordentlichen Kopfschutz ist ein modisches Statement geworden. Etwas für Waghalsige und Leute, die wissen: Nichts hat mehr Klasse als ein echter Klassiker. Monika Goetsch

22222

HotelMOSAIK 101


DIE PARTNERHOTELS

HOTEL MOSAIK

1

4

OEVERSEE

HAMBURG

HAMBURG

MS EUROPA Hapag-Lloyd Kreuzfahrten GmbH Ballindamm 25 / 20095 Hamburg T: 040-30 01-46 00 / F: -46 01 E-Mail: service@hl-cruises.com // www.hl-cruises.de

HOTEL LOUIS C. JACOB Direktor: Frank Wesselhoefft Elbchaussee 401–403 / 22609 Hamburg T: 040-822 55-0 / F: 040-822 55-444 E-Mail: jacob@hotel-jacob.de // www.hotel-jacob.de

7 Passagierdecks, 204 Außensuiten, davon 168 Suiten mit Balkon, von 27 bis 85 m2 Größe; zwei behindertengerechte Suiten. Golfsimulator, Personaltrainer, Friseur, Beautysalon, Fitnessraum mit Meerblick, Sauna, Massagen, Wellnessbereich OCEAN SPA, 20-Meter-Swimmingpool mit schließbarem Glasdach. Exklusive Boutique-Promenade auf Deck 4. Themenreisen mit Programmen und Landausflügen für jede Ambition: Aktiv, Event, Familie, Genuss, Golf, Kultur, Musik.

66 Zimmer und 19 Suiten, auch mit Elbblick. Wohnhalle mit Kamin, Gourmetrestaurant „Jacobs Restaurant“ (17 GaultMillau-Punkte, 2 Michelin-Sterne), weltberühmte Lindenterrasse, Weinwirtschaft „Kleines Jacob“ mit Garten, Jacobs Bar, historischer Eiskeller, Bibliothek, Kunstsammlung mit über 500 Originalen. Veranstaltungsräume mit Elbblick für bis zu 240 Personen.Wellnessbereich, Fahrradverleih, Jogging-Track, Elbanleger, Speedbootfahren, Limousinen-Service. Hamburger Poloclub und Golfclub.

5

CUXHAVEN

GENIESSER HOTEL HISTORISCHER KRUG Inhaberin: Lenka Hansen-Mörck Grazer Platz 1 / 24988 Oeversee T: 046 30-940 0 / F: 046 30-780 E-Mail: info@historischer-krug.de // www.historischer-krug.de

BADHOTEL STERNHAGEN Eigentümer: Familie Sternhagen Cuxhavener Straße 86 / 27476 Cuxhaven T: 047 21-434-0 / F: 434-444 E-Mail: Sternhagen@Badhotel-Sternhagen.de // www.Badhotel-Sternhagen.de

Charmantes historisches Hotel, „Dorf im Dorf“, Gourmetrestaurant „Privileg“ (Gault-Millau: 15 Punkte), Krugtherme mit Schwimmbad, Sauna, Hamam, Massagepool und Kneippanlage, Solarium, Rollenmassagegerät, Hydrojet und Dampfbad. Ayurveda-Thalasso-Wellness­ oase mit ­authentischem Ayurveda und ayurvedischer Feinschmeckerküche.

48 Zimmer und Suiten mit exklusiver Ausstattung. 42 Wohn-Schlaf-Einheiten mit therapeutisch nutzbarem WannenTherapool. Original-Nordsee-ThalassoTherapie-Center „Nordsee SPA“ mit Physiotherapie und Schönheitsfarm. Panorama-Gourmet-Restaurant Sterneck (2 Sterne im Guide Michelin), PanoramaRestaurant Schaar­hörn und rustikale Stube Ekendöns. Sonnengarten und Café am Meer. Green­fee-Ermäßigungen im Küsten-Golfclub „Hohe Klint“ Cuxhaven e. V. und im Golfclub „Gut Hainmühlen“.

102 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

2

6

TIMMENDORFER STRAND

GRAND HOTEL SEESCHLÖSSCHEN Eigentümer: Brigitte und Rohlf von Oven SPA & GOLF RESORT Strandallee 141 / 23669 Timmendorfer Strand / T: 045 03-601-1 / Res.-T: -334 F: 045 03-601-333 E-Mail: info@seeschloesschen.de // www.seeschloesschen.de Direkt am Strand. Eigene 36-Loch-Golfan­ lage. 130 elegante Zimmer und Suiten. Internationale und regionale Spezialitäten in den Restaurants Panorama, Noblesse und La Mer mit Seeblick. Wellness-Resort mit über 2000 m2: Innen- und Außenpool, Fitnessstudio und Saunalandschaft sowie Räume für Kosmetik, Massage, Ayurveda, Hamam, Rhassoul und Thalasso. Heilfas­ tenkuren unter Anleitung von Dr. med. Ulrike Schwaab.

3

HUSUM

GENIESSER HOTEL ­ ALTES ­GYMNASIUM Inhaberin: Lenka Hansen-Mörck Süderstraße 2–10 / 25813 Husum Anfahrt Ludwig-Nissen-Straße 35 T: 048 41-8 33-0 / F: 04 841-8 33-12 E-Mail: info@altes-gymnasium.de // www.altes-gymnasium.de 5-Sterne-Hotel mit historischem Flair nahe dem Binnenhafen mit 53 luxuriösen Zimmern und Suiten. 1890 m2 Wellness­ bereich mit 22-m-Pool, Dampfsauna, Fitnessstudio. Massagen und ayurvedische Anwendungen. Regionale Feinschmecker­ küche und erlesene Weinauswahl im Gourmetrestaurant „DAS EUCKEN“. Festliche Aula für Veranstaltungen mit Tagungs-Equipment. Bibliothek, Fahrrad­ verleih, Husumer Golfplatz.

7

HOHEN DEMZIN

RELAIS & CHÂTEAUX SCHLOSSHOTEL BURG SCHLITZ Geschäftsführer/Inhaber: ­ Manuela & Armin Hoeck Burg Schlitz 2 / 17166 Hohen Demzin T: 039 96-127 00 / F: 039 96-12 70 70 E-Mail: info@burg-schlitz.de // www.burg-schlitz.de 20 Zimmer und Suiten, Gourmetrestaurant im neogotischen Wappensaal, CaféBrasserie, Hotelbar, Cigarren-Lounge, 180 ha Landschaftspark, Privat-Jagd, 35 Gast-Pferdeboxen, Military-Reitstrecke, Kutschfahrten im Friesen-Gespann, Kochkurse in der Schlossküche, herrschaftliche Säle, Kapelle für Traumhochzeiten, Wellness & SPA-Lounge, Green Luxury Day Spa. HOTEL DES JAHRES 2012 in Deutschland. Jagd-Akademie www.jagdakademie-burg-schlitz.de


8

KÖLN

HOTEL IM WASSERTURM Geschäftsführer: Stefan Sandweg Kaygasse 2 / 50676 Köln T: 02 21 – 200 80 / F: 02 21 – 200 88 88 E-Mail: info@hotel-im-wasserturm.de // www.hotel-im-wasserturm.de Fünf-Sterne-Luxushotel im ehemaligen Kölner Wasserturm, nur wenige Gehminuten von Dom, Altstadt und Rheinuferpromenade entfernt. 88 Zimmer und Suiten. Restaurant „d/\blju ‚W‘“ mit regionalen Köstlichkeiten, Gourmetrestaurant „Himmel un Äd“ mit Blick über Köln. Massagen und Schönheitsanwendungen im Atelier Beaut. Wellnessbereich mit Sauna und Fitness. Vollklimatisierter Tagungsbereich im hoteleigenen Parkensemble, alle Räume mit Tageslicht und Wireless-LAN-Zugang. Festsäle für über 500 Gäste.

12

STROMBERG/BINGEN

9

BAD LAASPHE

10

BURG IM SPREEWALD

RELAIS & CHÂTEAUX HOTEL JAGDHOF GLASHÜTTE Eigentümer/Leitung: Edmund Dornhöfer 57334 Bad Laasphe-Glashütte T: 027 54-399-0 / F: -222 E-Mail: info@jagdhof-glashuette.de // www.jagdhof-glashuette.de

BLEICHE RESORT & SPA Eigentümer: Hotel „Bleiche“ ­ Heinrich Michael Clausing e. K. Bleichestraße 16 / 03096 Burg im Spreewald / T: 03 56 03-620 / F: -602 92 E-Mail: reservierung@bleiche.de // www.bleiche.de

Ländlich-luxuriöse Atmosphäre einer Country-Residenz. Gourmet-Restaurant „ARS VIVENDI“, Rôtisserie „Jagdhof Stuben“, Wittgensteiner Bauernstube, Hirschgarten-Terrasse, Jagdhof-Lounge, Pianobar. Großzügiger Tagungsraum mit Blick ins Grüne. Spa-Bereich mit FelsenSchwimmbad und Massagen.

Idyllisch mitten im UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald gelegenes Wellnessresort. Alle 90 Zimmer und Suiten sind individuell und im natürlich-ländlichen Chic eingerichtet. 5000 m2 große Landtherme mit Schwimmbad, offenem Kamin, ver­ schiedenen Dampf- und Sprudelbädern, Saunen, russischer Banja und türkischem Hamam. Jungbrunnen-SPA mit Dr. Hauschka und Martina Gebhardt Naturkosmetik. Personal Fitness. Gourmet­restaurant „17fuffzig“. Eigene Kahnanlegestelle am Haus.

13

DEIDESHEIM

LAND & GOLF HOTEL STROMBERG Direktor: Andreas Kellerer Am Buchenring 6 / 55442 Stromberg/ Bingen / T: 067 24-60 00 F: 067 24-60 04 33 E-Mail: info@golfhotel-stromberg.de // www.golfhotel-stromberg.de

KETSCHAUER HOF Geschäftsführer: Ingo Swoboda, Stephan Attmann Ketschauerhofstraße 1 / 67146 Deidesheim / T: 063 26-700 00 F: 063 26-70 00 99 E-Mail: info@ketschauer-hof.com // www.ketschauer-hof.com

Gäste erwarten 174 individuell ausgestattete Zimmer und Suiten, dazu eine ideenreiche gehobene Küche in drei ­Rest­aurants, darunter das Gourmetrestaurant „Le Délice“. Für Abwechslung sorgen die „Birdie-Bar“ mit Livemusik am Fr. und Sa., ein Kino, 2.500 m2 Wohlfühlambiente im SOONWALD spa und der anspruchsvolle 18-Loch-Golfplatz mit dem ersten Abschlag direkt am Haus. Die wunderschöne Umgebung zwischen Rhein, Nahe und Mosel gibt es obendrauf.

Fünf-Sterne-Boutiquehotel auf einem ehemaligen Gutshof. 17 individuell gestaltete Junior-Suiten und Doppelzimmer sowie die feudale von Bassermann-Jordan-Suite. Raffinierte Gerichte werden im mehrfach ausgezeichneten Gourmet-Restaurant „L.A. Jordan“ (1 Michelin-Stern) serviert. Mittags und abends Klassiker und bodenständige Spezialitäten im stylischen Bistro. Kochkurse. Tagungsräume. Kleiner, exklusiver Wellness- und Beautybereich für unvergessliche Wohlfühlmomente.

14

HEIDELBERG

DER EUROPÄISCHE HOF Geschäftsführende Gesellschafterin: ­ Dr. Caroline von Kretschmann Friedrich-Ebert-Anlage 1 / 69117 ­Heidelberg / T: 062 21-515-0 F: 062 21-515-506 / Reservierung 062 21-515-501/-502 Email: reservations@europaeischerhof.com // www.europaeischerhof.com Universität, Schloss, Altstadt, das Kongresshaus Stadthalle und alle Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß erreichbar. 118 Zimmer, Juniorsuiten und Appartements, teilweise mit Whirlwanne. Exklusive 200-m2-PenthouseSuite mit Blick aufs Schloss. PANORAMA SPA CLUB mit Sauna, Sanarium, Dampfbad, Solarium, Fitnessraum, Edelstahlpool und Sonnenterrasse. Gourmetrestaurant „Die Kurfürstenstube“.

11

MÜLHEIM/MOSEL

WEINROMANTIK­HOTEL RICHTERSHOF Eigentümer: Manfred Preuß, Direktorin: Andrea Mereu / Hauptstraße 81–83 54486 Mülheim/Mosel T: 065 34-94 80 / F: 065 34-94 81 00 E-Mail: info@weinromantikhotel.de // www.weinromantikhotel.com Romantik-Hideaway auf einem ehemaligen Weingut inmitten einer weitläufigen Parkanlage. 43 Zimmer und Suiten. Genuss-Inseln: Restaurant „Culinarium R“, Bistro-Bar „Remise“, „Davidoff-Lounge“, Restaurant „Wintergarten Baldachin“. Vinothek „FORUM VINUM“ im Gewölbe des über 1700 m2 großen Weinkellers von 1680. Der hohe Servicestandard des Hauses wurde bereits mehrfach durch wichtige Auszeichnungen gewürdigt.

15

BAMBERG

HOTEL VILLA GEYERSWÖRTH Geschäftsführer: Peter Klappan Geyerswörthstraße 15–21 a 96047 Bamberg T: 09 51-917 40 / F: 09 51-917 45 00 E-Mail: info@villageyerswoerth.de // www.villageyerswoerth.de Auf einer Insel im Herzen Bambergs zwischen Re­g­nitz und dem LudwigDonau-Main-Kanal, 40 Deluxe-Zimmer mit Marmorbad, größtenteils vollklimatisiert. In zwei Villen befinden sich das Restaurant „La Villa“ mit Garten­terrasse sowie 16 Zimmer, eine Suite und zwei Studios. Toskanischer Stil prägt den neu errichteten Hotelflügel mit 21 Zimmern und drei Konferenz-Veranstaltungsräumen. S ­ auna, Cardio- und Fitnessbereich. Kostenfreies W-LAN. Eigener Gondelanlegesteg, romantische Arrangements.

a 22222

HotelMOSAIK 103


16

HERZOGENAURACH

HOTEL HERZOGSPARK Geschäftsführer: Michael Bläser Beethovenstraße 6 91074 Herzogenaurach T: 091 32-778 0 / F: 091 32-778 778 E-Mail: info@herzogspark.de // www.herzogspark.de 60 Zimmer, 13 Juniorsui­ten, ­3 Suiten, 21 Appartements, Trainerzimmer, Restaurant Stüberl, St. James Bar. ­8 Tagungsräume (bis 300 Personen), Farblicht- und ­Meditationsraum. BeautyLounge (Hilde­gard Braukmann Cosmetics, KLAPP, Horst Kirchberger), Fitness-Club, Praxis für Physio­therapie, Wellnessbereich, Tennis­plätze. 18-Loch-Meisterschaftsplatz, TaylorMade-Fitting-Station „Center of Excellence“, PGA-Golfschule.

20

ETTLINGEN

17

NÜRNBERG

CARLTON HOTEL NÜRNBERG Leitung: Werner Rübsamen Eilgutstraße 15 / 90443 Nürnberg T: 09 11-200 30 / F: 09 11-200 31 11 E-Mail: info@carlton-nuernberg.de // www.carlton-nuernberg.de 2001 erbautes, privat geführtes FünfSterne-Haus am Rande der Altstadt mit ­161 modernen Zimmern und fünf exklusiven Suiten mit Dachterrasse. CARLTONSpa mit Sauna, Solarium, Dampfbad, Whirlpool sowie Fitness- und Massage­ bereich. Fitness-Bar mit Terrasse. Fränkische und internationale Spezialitäten, Fassbier und Weine aus den besten Lagen im Res­ taurant „Tafelhof“. „Boymanns‘ Bar“. Sechs Tagungsräume für bis zu 160 Personen. Direkter U-Bahn-Anschluss zur Messe Nürnberg und zum Airport.

21

BAIERSBRONN-MITTELTAL

HOTEL ERBPRINZ Eigentümer/Leitung: Bernhard Zepf Rheinstraße 1 / 76275 Ettlingen T: 072 43-32 20 / F: 072 43-32 23 22 Kostenlose Reservierungshotline: 0800-ERBPRINZ E-Mail: info@erbprinz.de // www.erbprinz.de

HOTEL BAREISS IM ­SCHWARZWALD Leitung: Familie Bareiss Hermine-Bareiss-Weg 72270 Baiersbronn-Mitteltal T: 074 42-470 / F: 074 42-473 20 E-Mail: info@bareiss.com // www.bareiss.com

Fünf-Sterne-Superior-Haus am Rande des Nordschwarzwalds. Gourmetrestaurant ­ (1 Michelin-Stern). Die Karlsruher Innenstadt liegt 20 Straßenbahnminuten entfernt, Baden-Baden mit Casino und Thermen ist mit dem Wagen in 25 Minuten erreichbar. Großzügige, elegante Zimmer und Suiten, modern ausgestattete Tagungsräume und Säle für Veranstaltungen und Feierlichkeiten. Außerdem im Haus: Erbprinz Beauty SPA by Jaqueline Frank-Zepf.

Das familiär geführte Hotel gilt in den Rankings der europäischen Spitzen­hotellerie als eines der schönsten Resorts wegen seiner geschmackvollen Zimmer und seiner erstklassigen Gastronomie (u.a. 3-SterneRestaurant „Bareiss“). Badewelt mit neun Innen- und Außenpools mit Süß- und Meerwasserbecken, Natur-Schwimmteich, fünf Saunen, Ruhebereich mit Kamin-Lounge, „Bareiss Beauty & Spa“. Breites Sport-, Wander- und Kulturprogramm, ganztägige Kinderbetreuung, Shopping-Passage.

104 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

18

WERNBERG-KÖBLITZ

RELAIS & CHÂTEAUX HOTEL BURG WERNBERG Direktion: Sven von Jagemann Schlossberg 10 / 90443 Wernberg-Köblitz T: 09 604 -93 90 / F: 09 604 -93 9 139 E-Mail: hotel@burg-wernberg.de // www.burg-wernberg.de Vier-Sterne-Superior-Hotel in einer aus dem 13. Jahrhundert stammenden Burg im Naturpark Oberpfälzer Wald. 5 Suiten und 22 Doppelzimmer, individuell gestaltet. Zwei-Sterne-Gourmet-Restaurant „Kastell“. Kleiner, exklusiver Wellnessbereich mit Gewölbesauna, Beauty- und Massage­ anwendungen. Idealer Ort für Hochzeiter: Zur Burg gehören eine eigene Kapelle und das Standesamt von Wernberg-Köblitz. Moderne Tagungsräume. Golfclub ­­ (18 Loch) in 7 Kilometern Entfernung.

22

LINDAU

HOTEL BAD SCHACHEN Geschäftsführerin: Isolde Schielin Direktor: Hans-Peter Grüneberg 88131 Lindau/Bodensee T: 083 82-2980 / F: 083 82-25 390 E-Mail: servus@badschachen.de // www.badschachen.de 125 individuelle Zimmer und Suiten. Raffinierte Küche von Susanne Brummer, ­„Fischerstube“ mit Spezialitäten aus See und Region. Schachen Bad & Spa, Konferenz- und Festräume für bis zu 400 Personen, Bootsverleih, Parkstrandbad mit Zugang zum See, zwei 18-LochGolfplätze in der Nähe. Hauseigener Bootsanleger mit Transfer, zum Beispiel im Sommer zu den Bregenzer Festspielen. Jugendstil-Parkstrandbad.

19

ST. ENGLMAR

BERGHOTEL MAIBRUNN Inhaberin: Anna Miedaner Maibrunn 1 / 94379 St. Englmar T: 099 65-85 00 / F: 099 65-85 0 100 E-Mail: info@berghotel-maibrunn.de // www.berghotel-maibrunn.de 50 Zimmer, 2 Suiten. Panoramahallenbad mit Whirlpool. Spa „Bergoase“ mit Bergkräutersauna, Panoramasauna, Leuchtdampfgrotte, Chill-out-Lounge mit ­Wasserbetten und Bergquell­ wasserbrunnen. Eigener Skilift mit ­Beschneiungsanlage und Flutlicht sowie eine 60-Meter-Naturhalfpipe für Snowboarder.

23

GARMISCH-PARTENKIRCHEN

REINDL’S PARTENKIRCHNER HOF Eigentümer: Marianne Holzinger Leitung: Marianne & Michael Holzinger / Bahnhofstraße 15 82467 Garmisch-Partenkirchen T: 088 21-943 87-0 / F: 088 21-943 87250 / E-Mail: info@reindls.de // www.reindls.de Fünf-Sterne-Hotel, zentral in Garmisch-Partenkirchen am Fuße der Zugspitze. Küche von Chefin Marianne Holzinger, Weinkarte mit 330 Premium-Weinen. 62 Zimmer, darunter 15 Deluxe-Doppelzimmer, 16 Junior-Suiten und 10 Suiten mit Bergblick. Tagungen und Festlichkeiten. Neuer Wellnessbereich mit Schwimmbad, Saunen & Dampfbad, Whirlpool, Fitnessraum & Solarium.


24

MÜNCHEN

HOTEL BAYERISCHER HOF Geschäftsführende Komplementärin: Innegrit Volkhardt / Promenadeplatz 2–6 80333 München / T: 089-21 20-0 Reservierungs-T: -900/-901/-902 F: -906 / E-Mail: info@bayerischerhof.de // www.bayerischerhof.de 340 Zimmer inklusive 60 Suiten. Konferenzräume für bis zu 2500 Personen. Restaurants und Bars: Sterne-Restaurant Atelier, Restaurant Garden mit Wintergarten und Terrasse, Trader Vic’s, das polynesische Restaurant mit Tropical Bar, rustikaler Palais Keller, falk’s Bar, Piano-Bar, Night Club. „Blue Spa“ mit Pool, Sauna, Dampfbad, Massage und Fitnessstudio, Pool Bar & Lounge, Coiffeur. Shopping-Passage, Qualimero Businesscenter, Theater im Haus: Komödie im Bayerischen Hof.

25

KITZBÜHEL

HOTEL ZUR TENNE Inhaberin: Innegrit Volkhardt Direktor: Thomas Lechner Vorderstadt 8–10 / A-6370 Kitzbühel/ Tirol / T: +43-53 56-64 44 40 F: +43-53 56-64 44 48 88 E-Mail: info@hotelzurtenne.com // www.hotelzurtenne.com 51 gemütliche, in Altholz gestaltete Zimmer und Suiten, teilweise mit offenem Kamin. Vom Gault-Millau mit 14 Punkten und einer Haube ausgezeichnetes Restaurant mit internationaler und regionaler Küche. Kaminstube, Jagastube, Wintergarten und Lobby Bar. Wellness­bereich sowie vier Veranstal­ 0 bis 500 Personen. tungsräume für 1

26

SEEFELD/TIROL

27

LECH AM ARLBERG

ASTORIA RELAX & SPA HOTEL Gastgeberin: Dkfm. Elisabeth Gürtler Geigenbühel 185 / A-6100 Seefeld T: +43-52 12-227 20 / F: 22 72-100 E-Mail: hotel@astoria-seefeld.com // www.astoria-seefeld.com

HOTEL GASTHOF POST Inhaber: Familie Moosbrugger A-6764 Lech am Arlberg T: +43-55 83-22 06-0 / F: -23 E-Mail: hotel@postlech.com // www.postlech.com

55 Zimmer, eine Haube im Gault-Millau. 2.000 m2 Relax- und Spa-Refugium: Innen- und Außenpool. Relaxbereich mit Bar, Büfett und offenem Kamin, Fitness- und Bewegungsraum, Lakonium, Solegrotte, Hütten- und Stubensauna, Wetterstein-Kräuter-Dampfbad, Eisbrunnen, Erlebnisduschen, Wärmeliegen, Ruheraum mit Wasserbetten. 20 Meter ganzjährig beheizter Infinity Aktivpool im Alpengarten, Sole-Jacuzzi im Außenbereich, 800m² Astoria Naturbadesee mit Alpinstrand und erweiterte Relaxzonen.

Exklusives 5-Sterne-Relais & Châteaux-Hotel in Lech am Arlberg. 48 Zimmer und Suiten in luxuriös-rustikaler Ausstattung. Im Gourmetrestaurant „Post-Stuben“ (1 MichelinStern und 2 Gault-Millau-Hauben) zeigt Küchenchef Michael Spirk seine Klasse. „Kutscherstube“ mit österreichischen Schmankerln. Wellnessoase mit beheiztem 15-Meter-Panorama-Pool, Sauna, SoleDampfbad. Massagen. Veranstaltungsräume für bis zu 150 Personen.

IMPRESSUM Herausgeber SZ Scala GmbH, Hultschiner Straße 8, 81677 München

28

AROSA

29

FTAN

HOTEL PARADIES Eigentümer: Familie Rahe CH-7551 Ftan/Engadin T: +41-81-861 08 08 F: +41-81 861 08 09

AROSA KULM HOTEL & ALPIN SPA Hotelmanager: Nicole und André Salamin Innere Poststraße / CH-7050 Arosa T: +41-81-378-88 88 / F: -89 E-Mail: info@arosakulm.ch // www.arosakulm.ch

E-Mail: info@paradieshotel.ch // www.paradieshotel.ch

Fünf-Sterne-Hotel inmitten einer imposanten Bergwelt.119 Zimmer, 23 Suiten.Verschiedene Bars und Restaurants, drei davon vom Gault-Millau ausgezeichnet: „Muntanella“ (14 Punkte), „Ahaan Thai“ (13 Punkte), „Stüva Cuolm“ (14 Punkte). Seminare und Veranstaltungen. Alpin Spa und Wasser-Wellnesswelt. Golfen auf Europas höchstgelegenem 18-Loch-Platz.

Luxuriöses Fünf-Sterne-Hideaway am Rande des Bergdorfs Ftan im Unterengadin für Naturliebhaber und Skifahrer. 23 Zimmer und Suiten mit Blick auf das gewaltige Lischanamassiv. Fine Dining in der Fleischmanufaktur „Charn Alpina“. Engadiner Spezialitätenrestaurant „La Cucagna“. Massagen und Ayurveda-Behandlungen mit heimischen Ölen, Yoga und Shiatsu. Sprudelbad, Sauna und Dampfbad.

30

MERAN

MEISTERS HOTEL IRMA Inhaber: Familie Walter Meister Leitung: Geschwister Claudia und Alex Meister / Schönblickstraße 17 / I-39012 Meran / T: +39-04 73-21 20 00 F: +39-04 73-23 13 55 E-Mail: info@hotel-irma.com // www.hotel-irma.com Baumhaus-Suite auf luftigen 5 bis 10 m Höhe. Langschläferfrühstück, Mittagsidee, Kuchentreff, Aperitifstunde, lustvoll-mediterrane Küche in verschiedenen Restaurants und unter dem Sternenhimmel, Weinkeller. Beheizte Innen- und Außenbecken mit Süß- und Solewasser, sechs Saunen, Sprudelbäder, Wellness und Beauty. Fitness, Nordic Walking, Tennis, Wandern, Golf, Mountainbike-Verleih, Sonnenliegen. Jeden Montag und Dienstag Salonkultur mit Lesungen und Konzerten.

Chefredakteur Hartmut E. Rätsch, Telefon 089/21 83-72 69, Fax 089/21 83-72 12, hartmut.raetsch@sz-scala.de Redaktion Claudia Biehahn, Franziska Grosswald Lektorat Egbert Scheunemann Artdirektion Kathrin von Eye Geschäftsführer Stefan Hilscher, Dr. Karl Ulrich Anzeigen Daniela Schräder, Anschrift wie Verlag, Telefon 089/21 83-72 37 Litho Compumedia GmbH, Elsenheimer­straße 59, 80687 München Druck westermann druck GmbH, 38104 Braunschweig Alle Preis- und Termin­angaben ohne Gewähr. Magazinbestellung info@hotelmosaik.de, Einzelpreis: 12 Euro www.hotelmosaik.de

22222

HotelMOSAIK 105


Menu Card

EINKLANG UND HARMONIE Eine Empfehlung aus dem Gourmetrestaurant 17fuffzig im Hotel Bleiche, serviert von Chefkoch René Klages

Das Gericht spiegelt die Küchenphilosophie des ambitionierten Kochs René Klages gut wider, weil es in besonderer Weise auf das Wesentliche komprimiert ist. Klages: „Der Sinn der Anrichteweise besteht darin, es dem Esser leicht zu machen, alle Elemente in der gewollten Proportionierung zu genießen. Die komprimierte, übersichtliche Darstellung beschreibt den Einklang, der alle Komponenten zu einer Harmonie vereint. Der Aufbau des Gerichts ist klassisch konzipiert, aber um die Tugenden der japanischen Küche bereichert worden. Alle Aromen sind klar erkennbar, werden aber von reichlich Umami unterstrichen. Das schlägt die Brücke zwischen französischer Klassik und japanischer Produktküche.“

RENÉ KLAGES Küchenchef des Restaurants 17fuffzig im Hotel Bleiche Resort & Spa in Burg im Spreewald Tischreservierungen: reservierung@bleiche.de +49 (0)3 56 03 - 620 // www.bleiche.de

106 HotelMOSAIK 2 2 2 2 2

Zutaten Tatar: pariertes Kalbsfilet (rosé Ware), Eigelb, helle Sojasauce, eingelegter Ingwer, frische Petersilie Buchenpilze: 60 g Reisessig, 20 g wilder Yuzusaft, 30 Dashi, 10 g gereifter Mirin, Salz, 20 g helle Sojasauce, 0,5 g Sanchopfeffer, 0,3 g Guar, 3 Stücke frischer Ingwer, wenig frische Chilischote ohne Kerngehäuse, Traubenkernöl Avocadocrème: gut gereifte Avocado, Joghurt, Ingwersirup, Salz Außerdem: gepulte Edamame, Korianderkresse, Petersilienkresse, geröstete Reispops, 10-jährig gereifte Sojasauce

Buchenpilze damit heiß übergießen und eingeweckt 24 Stunden ziehen lassen. Für das Tatar das Kalbsfilet mit dem Messer in sehr feine Stücke schneiden. Dezent mit allen Zutaten abschmecken, ohne dabei den Eigengeschmack des Kalbsfilets zu übertünchen. Die perfekt gereifte Avocado mit wenig Joghurt zu einer glatten Crème verarbeiten und abschmecken. Die Edamame mit wenig Pilzeinlegefond und Fleur de sel marinieren. Das Tatar im Ring anrichten und mit der Avocadocrème, wenig Kresse, den Pilzen, den gepulten Edamame und gerösteten Reispops benetzen. Den Pilzfond mit der gereiften Sojasauce und etwas Traubenkernöl zu einer Vinaigrette verarbeiten und zum Tatar angießen.

Zubereitung Die Köpfe der Pilze abschneiden. Alle Zutaten für die Buchenpilze kalt mischen, aufkochen, wenig Traubenkernöl dazugeben und die geputzten

Ein Dessert mit Crèmeeis von Sudashi, Grapefruit und Reisessig finden Sie auf der Webseite // wwww.hotelmosaik.de

Fotos: privat

Kalbstatar mit japanischen Aromen, Avocado, Buchenpilzen und gereifter Soja


Ab in den Urlaub – mit Ihren Lieblingsbüchern! Beste Unterhaltung und echtes Lesevergnügen für die schönsten Tage des Jahres! Ob Italien, Frankreich oder Spanien, so authentisch sind Sie Ihrem Urlaubsland noch nie begegnet. Die SZ hat für Sie die passende Literatur gepackt – einen spannenden Krimi, einen historischen Roman und einen Sommer-Sonne-Strand-Roman. Und dazu ein landestypisches Tagebuch mit Reise-Essays, Gedichten, Rezepten, Spielen, Zitaten und Platz für eigene Eintragungen.

Jetzt im Handel oder bestellen unter sz-shop.de/literaturkoffer 089 / 21 83 – 18 10


„Es sind genau diese Geschichten von fernen Ländern, fremden Kulturen und spannenden Abenteuern, die bei meinen Enkeln für große Augen sorgen.“

Große Entdeckerreise über den

Pazifik

von Valparaiso nach Tahiti 05.01. – 26.01.2019 hl-cruises.de/eur1901

HotelMOSAIK Herbst 2017  
HotelMOSAIK Herbst 2017