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HotelMosaik Winter und Frühjahr 2018 / 12,00 €

Das Gäste-Magazin / Winter und Frühjahr 2018 / 12 Euro

VerZaubert

Grosse Fische, kleine Fische – keine Fische? / Reise zur Mosel / Anselm Kiefer in München

Juwelen und Edelsteine schmücken nicht nur, sie lassen auch die Seele erstrahlen. Ein Essay über „Girl‘s best friends“. BEDAZZLED Jewels and gemstones not only adorn, they also make your spirit shine. An essay about “Girl‘s best friends“.

Warum wir den Winter jetzt brauchen. Why we need winter now. Auf ein Tête-à-Tête mit Gustav Klimt. A tête-à-tête with Gustav Klimt. Große Fische, kleine Fische, keine Fische? Big fish, little fish, no fish?

Ihr persönliches Exemplar Sonderveröffentlichung der Partnerhotels www.hotelmosaik.de


Wir kĂśnnen die Zeit nicht anhalten, aber jede Sekunde genieĂ&#x;en.


Editorial

Hotel Mosaik ist das Gästemagazin privat geführter Luxushotels im deutschsprachigen Raum und des Kreuzfahrtschiffes MS Europa.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Fotos: Kathrin von Eye, privat

Dear readers,

herzlich willkommen beim Gästemagazin HotelMOSAIK, der ersten Ausgabe im Jahr 2018. Bekanntlich hat der Winter zwei Gesichter: Da gibt es die weiß verzauberte Postkartenlandschaft mit zugefrorenen Bächen und Seen, tief verschneiten Wäldern, blauem Himmel und klirrend klarer Luft, aber auch viel zu oft graue Tage, an denen uns schon der Blick aus dem Fenster frösteln lässt. Mancher entflieht diesem nasskalten Wetter in wärmere Gefilde. Schade eigentlich, meint unsere Redaktion. Denn warum nutzen wir die kalte und dunkle Jahreszeit nicht, um etwas zu entschleunigen? Slow Living bedeutet bewusster leben im Hier und Jetzt. Runterfahren und für Körper und Geist ganz neue Akzente setzen – die Sinne schärfen. Bietet sich nicht gerade jetzt eine Wellness-Auszeit an? Auch ein Besuch eines unserer Gourmetrestaurants kann so eine „sinnvolle“ neue Erfahrung sein. Es ist ja längst bekannt, dass unsere Köche zu den besten der Welt zählen. Erstmals wurden dreihundert Restaurants in Deutschland von den Testern des Guide Michelin mit Sternen ausgezeichnet. In einigen unserer Partnerhotels funkeln sogar neue – wie im Restaurant „17fuffzig“ im Bleiche Resort & Spa im Spreewald. Besonders freut mich, dass unser Restaurant „Atelier“ im Bayerischen Hof unter der Leitung von Küchenchef Jan Hartwig nun einen dritten Stern trägt. Neben kulinarischen Genüssen darf es dann auch gerne eine Portion Kultur sein. Zum Beispiel zeigt die Pinakothek der Moderne in München noch bis Juli fünf Werke von Anselm Kiefer, der als einer der bedeutendsten Künstler weltweit geschätzt wird. (S. 30) Oder wollen Sie sich lieber mit einem der großen Maler des Wiener Jugendstils ausführlicher beschäftigen? Den 100. Todestag Gustav Klimts im Februar haben wir zum Anlass genommen, ihn neu zu entdecken. (S. 40) Übrigens, Meteorologen bestätigen, was wir alle schon längst spüren, nämlich dass in den letzten Jahrzehnten der Winter immer kürzer geworden ist. Bereits ab April startet der Frühling oft mit warmen Sonnentagen richtig durch. Wie wäre es da mit einer Reise entlang der Mosel? Idealer Ausgangspunkt ist das Weinromantikhotel Richtershof in Mülheim. Egal wonach Ihnen der Sinn steht, wie immer bekommen Sie in unserem Magazin viele Anregungen für eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung. Ich wünsche Ihnen nun viel Vergnügen bei der Lektüre. Ihre

welcome to the first edition of the HotelMOSAIK guest magazine in 2018. As you know, winter has two faces: it is the white enchanting landscapes of postcards with frozen streams and lakes, snowy forests, blue skies and crisp cold air. It also means way too many grey days that make us shiver just by looking out the window. Some people escape to warmer climates, but our editorial department thinks this is a pity. Why aren’t we using the cold and dark time of year to slow down a bit? Slow Living means living with more awareness in the present moment. Sharpen the senses, unwind and set new priorities for your body and mind. Isn’t now the perfect time to take a wellness break? A visit to one of our gourmet restaurants could also be one such “sensual” experience. It is well-known that our chefs are among the best in the world. For the first time ever, 300 restaurants in Germany have been awarded with the Michelin star. A few of our partner hotels also have new stars twinkling, such as at the “17fuffzig” restaurant in the Bleiche Resort & Spa in the Spreewald. I am particularly thrilled that our restaurant “Atelier” in the Bayrische Hof, which is managed by chef Jan Hartwig, now boasts its third star. In addition to culinary delights, culture is also on the menu. Five works by Anselm Kiefer, who is regarded as one of the world’s most significant artists, are on display at the Pinakothek der Moderne in Munich until July. (page 30) Or would you rather delve deeper into the world of one of the greatest artists of the Viennese Art Nouveau? February marks the 100th anniversary of the death of Gustav Klimt, and we have used the occasion to rediscover him. (page 40) Incidentally, meteorologists confirm what we have sensed all along – that winter has gotten shorter and shorter over the last decades. Spring often begins properly in April with warm sunny days. How about a trip along the Mosel River at this time? An ideal point of departure is the romantic wine hotel Richtershof in Mülheim. No matter what your preference – as always, our magazine offers many suggestions for a variety of leisure activities. Enjoy your read. Yours,

Innegrit Volkhardt Vorsitzende des HotelMOSAIK-Beirats, Geschäftsführende Komplementärin des Hotels Bayerischer Hof

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Weiße Pisten,klirrend kalte Luft und Skispaß sind die schönen Seiten des Winters. Aber auch die andere Seite gehört dazu. Nutzen wir sie. Slim Living ist eine Chance.


Inhalt

Winter und Frühjahr 2018

6 Juwelen GIRLS‘ best friends

Bling-bling Why diamonds are a girl‘s best friends

/ Reisen und Entdecken Travel and Explore 14 Mosel schöne schleifen Wine as far as the eye can see A trip along the river Moselle

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An der Mosel wurde europäische Geschichte geschrieben. Eine Reise von der Quelle bis zur Mündung. More than vineyards European history was written at the Moselle. A trip from source to mouth.

20 kälte dem winter eine chance Coldness Mother Nature and her pact with the winter 26 rund um die hotels Von Flensburg bis Meran Tips for trips Must-sees around the MOSAIK hotels

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/ kultur erleben Culture Experience 32 anselm kiefer der prophet The prophet Close-up of the artist Anselm Kiefer

Gustav Klimt gilt als Maler des Jugendstils und ist beliebter denn je. Vor 100 Jahren starb er in Wien. Mr. Art Nouveau Gustav Klimt is more popular than ever. 100 years ago, he died in Vienna.

36 falknerei herrscher der lüfte Falconry Lord of the skies 40 gustav klimt goldrausch mit einer portion erotik Gustav Klimt Gold rush with a grain of eroticism 46 Kulturempfehlungen Konzerte und Ausstellungen Great moments of art Cultural events around the MOSAIK hotels

/ sport und spa Sports und Spa 50 schlafen das grosse gähnen Sleep well! How to deal with spring fever 56 streif auf der „streif“ fährt wieder der teufel mit Streif The most devilish downhill slopes in the world 60 Hotelempfehlungen Wellness und Auszeit Take a break Dream away with the MOSAIK hotels

Foto: S.4: istock/ Creativaimage, S.5: istock/Mark22, AKG Images, privat

/ geniessen und erleben Enjoy and indulge 64 Grosse Fische, kleine Fische Was kommt auf den Tisch? Ocean`s best Oysters, cod & more 72 Hotel Bad schachen interview mit Susanne brummer

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Felchen sind am Bodensee der Renner. Ein Gespräch mit Küchenchefin Susanne Brummer. Kitchen talk Interview with Chef de Cuisine, Susanne Brummer at Lake Constance.

Hotel Bad Schachen Kitchen talk with Susanne Brummer 76 pfeffer die neue leidenschaft der gourmets Spicy Pepper is the new star among gourmets 82 Kochbücher Die Weiblichen Seiten Female, vegan, green A review on the latest cookbook releases 84 Hotelempfehlungen Neues aus den Gourmetküchen From kitchen and cellar Culinary delights at the MOSAIK hotels

88 Gutenachtgeschichte wink des schicksals Bedtime story A stroke of destiny

/ Rubriken Sections 49 Kunstbuch Art book 80 naschmarkt Delicacies 87 die etwas andere uhr Crazy chronometer 94 Unsere Partnerhotels Our hotel partners 97 Impressum Imprint 98 das rezept zum schluss Recipe at the end

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Girls best friends Diamanten und andere Edelsteine, Gold und Platin setzen dezente Ausrufezeichen. Sie vollenden die SchÜnheit einer Frau – oder lenken von kleinen Makeln ab. In jedem Fall sind sie unwiderstehlich. Text: Monika Goetsch Foto: Thomas Rusch


Ein leuchtend Farb- und Glanzgestein erhöht Die Schönheit wie die Majestät. Johann Wolfgang von Goethe


Essay jewelery

e Eigentlich ist ein Diamant nur Kohlenstoff. Transparent, farblos. Kaum mehr als ein kleines, funkelndes Nichts. Verschwinden Diamanten, weil man sie zu stark erhitzt, hinterlassen sie keine Asche. Nur CO2. „Als lösten sie sich in Luft auf“, schreibt die amerikanische Autorin Amy Ephron in ihrer Erzählung „Loose Diamonds“. Dabei ist ein Diamant alles andere als flüchtig. Er funkelt, er bleibt. Und triumphiert. Denn der Diamant ist allen anderen natürlichen Stoffen überlegen. Er übertrifft sie an Härte. Leitet Wärme besser. Überdauert. Und bricht, geschliffen und facettiert, das Licht wie kein Stein sonst. Die allermeisten Diamanten sind zwar nicht sauber genug, um am Hals einer Frau zu funkeln. Weil sie so hart sind und sich dennoch scharf schleifen lassen, schneidet man zum Beispiel Asphalt mit ihnen. Aber die Steine, die in den Schmuckhäusern verkauft werden, verbinden Himmel und Erde. Sie funkeln noch, wenn die Besitzerinnen längst gewechselt haben. Denn die Menschen altern, nicht aber die Steine. Auch darum sind Diamanten, wie Marilyn Monroe sang, „girls best friends“. Solche ewige Schönheit ist selten, sie ist hochsymbolisch und hat ihren Preis. Schliff, Karat, Farbe und Reinheit bestimmen über den Wert des Luxusprodukts. Einige wenige verdienen sehr viel daran. Zuletzt ging bei einer Juwelenauktion des Hauses Sothebys der „Pink Star“ über den Tisch. 71,2 Millionen Dollar bot eine Hongkonger Juwelierkette für das prachtvolle Stück. Damit ist der 59,60 Karat schwere rosa Diamant der teuerste aller Zeiten. Gewonnen werden Diamanten in Minen, die nicht einfach groß sind. Sondern so groß, dass man sie, wie die Mir-Mine in Sibirien, sogar vom Mond aus sehen kann. Ein riesiges Loch. Oder auch: ein Amphitheater, das davon erzählt, welche Mühen Menschen auf sich

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nehmen, um der Erde abzugewinnen, was sie unbedingt haben wollen. Handfeste Tragödien werden um Diamanten ausgetragen. Die Bedingungen, unter denen nach ihnen gegraben wird, sind mitunter menschenunwürdig, die Gewinne finanzieren schmutzige Kriege. So winzig liegen Diamanten in der Hand, dass es einfach ist, in ihrer Währung miese Geschäfte zu machen. Blutdiamanten werden die Steine genannt, deren Schönheit Menschenleben kostet. Darum ist es wichtig, darauf zu achten, woher ein Schmuckstück kommt. Früher war das einfacher. Zu Schmuck wurde, was greifbar war. Schon unsere Vorfahren aus der Steinzeit hatten das Bedürfnis, sich zu schmücken. Ist der Hunger gestillt und Sicherheit gefunden, wächst offenbar der Wunsch nach Ästhetik. Sie nahmen, was sie fanden: Muscheln, Schneckenhäuser, Tierzähne. Banden die Fundstücke zu Ketten zusammen. Spielten, seit der Bronzezeit, mit Metallen. Gold, Silber, teure Juwelen: Das war lange denen vorbehalten, die Macht und Einfluss hatten. Heute darf jeden alles schmücken, was gefällt. Erlaubt sind die edelsten Stücke ebenso wie Experimente mit Moos oder Plastik. Ein stilsicheres Mischmasch aus teuren und günstigen, tragbaren und weniger tragbaren Stücken. Alltagsschmuck, wie die kleinen Diamantenstecker und Kreolen, die man über Nacht im Ohrläppchen

Schönheit ist die vollkommene Übereinstimmung des Sinnlichen mit dem Geistigen. Franz Grillparzer (1791 - 1872), Wiener Hofkonzipist und Burgtheaterdichter


Essay jewelery

Schönheit birgt eine tiefere und höhere Wahrheit in sich, als die Wahrheit selber. Anatole France (1844 - 1924), Nobelpreisträger für Literatur 1921

lässt, frischt ein bisschen auf. So setzt Schmuck diskrete Akzente. Aber man kann ihn auch ganz anders tragen. Als dicken Klunker, der die Blicke auf sich zieht. Ein Gewicht, über das sich seine Trägerin beschweren müsste, wären die Juwelen nicht so aufregend, die Ketten nicht so prunkvoll. Solche Eyecatcher führen fort von etwas, das ungern gezeigt wird. Während der Prohibition trugen die Damen protzige Cocktailringe, um von dem Glas Alkohol abzulenken, das sie in der Hand hielten. Wer ein Fältchen verbergen möchte, tut also gut daran, einen Smaragd dagegen zu setzen. Die peinliche Frage, ob so ein Prachtstück echt oder unecht ist, spielt für Modeexperten wie die Ratgeberautorin Nina Garcia eine geringe Rolle: „Entscheidend ist nicht der Preis. Ein Cocktailring muss nicht echt sein, um fantastisch zu sein – manchmal ist sogar ein falscher Vintagering die bessere Wahl.“ Egal ob Vintage, Tiffany oder Kram aus dem Kaugummiautomaten: Besonders gefragt sind Unikate. Denn sie heben die Außergewöhnlichkeit der Trägerin hervor. Die Pointierung und Bedeutungssteigerung der eigenen Person – darum geht es letztlich beim Tragen von Schmuck, findet der Kulturphilosoph Georg Simmel. Sympathischerweise hat an der Schönheit des Geschmeides nicht nur der Besitzer selbst seine Freude. Der Schmuck ist auch „Augenweide“, so Simmel, der anderen. Und der Neid, der uns befällt beim Anblick des überirdisch schön funkelnden Rings – an der Hand der Frau da drüben? Für Simmel nur die willkommene Anre-

Modelwerk Modelagentur GmbH

gung, sich verstärkt um die eigene Schönheit zu bemühen. Fragt sich, wie man an die kostbaren Stücke kommt. Am besten natürlich so, wie es die romantischen Filme zelebrieren. Die Herzensdame bekommt eine kleine Schachtel, zu später Stunde, bei Kerzenschein, als stilvollen Beweis von Liebe und Verbundenheit. Aber: Geschenkt! Es ist auch durchaus cool, sich seinen Schmuck selbst zu kaufen. Ein Problem allerdings bleibt: der fast unvermeidliche Verlust. Einmal vom Körper genommen, ist Schmuck so gefährlich klein, so glatt, so leicht zu übersehen. Schlimm auch, wenn andere gierig hinter den Juwelen her sind. Amy Ephron, die Schriftstellerin, erinnert sich an den Tag, als bei ihr eingebrochen wurde. Sie verlor fast allen Schmuck. Den teuren. Den billigen. Den nie getragenen, und den, der sie durchs Leben begleitete. Keines der Schmuckstücke, schreibt sie, wird sie je ersetzen können. Die Erinnerungen, die an ihnen hängen, sind einfach zu kostbar. 2

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Travel and Explore

Reisen und entdecken


Die Mosel ist bekannt für ihre schönen Weinorte. Weniger bekannt ist, dass der Fluss drei Länder verbindet und auf ihm europäische Geschichte geschrieben wurde. Eine kleine Reise von der Quelle bis zur Mündung. Text: Claudia Biehahn

Foto: mauritius images / Jochen Tack / Alamy

in Schleifen


Travel and Explore Mosel

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ur ein paar Radfahrer und Touristen standen zufällig Spalier, als am 14. Juni 1985 die Staatssekretäre von fünf europäischen Staaten an Bord des Ausflugsdampfers „Princesse Marie Astrid“ gingen, um auf der Mosel einen Vertrag von historischer Bedeutung zu unterzeichnen: das Schengener Abkommen. Damals nahm niemand Notiz davon, der Vertrag trat auch erst zehn Jahre später in Kraft. Heute steht das Wort Schengen als Synonym für Europas offene Grenzen. Und das kleine luxemburgische Winzerdorf ist das wohl berühmteste Dorf Europas. Ein Denkmal am Schengener Moselufer und ein Museum erinnern an die Vertragsunterzeichnung. Die Mosel selbst ist dafür aber nicht in die Geschichte eingegangen. Das ist ein wenig ungerecht. Ist sie es doch, die Deutschland, Luxemburg und Frankreich als Strom verbindet und seit Jahrtausenden für den wirtschaft-

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lichen und kulturellen Austausch in ganz Mitteleuropa sorgt. Schon die Römer nutzten die „Mosella“, um Truppen, Wein und Waren und die italienische Lebensart nach Germanien zu bringen. Später fanden auch kulturelle Strömungen wie die Renaissance oder der Humanismus ihren Weg über das Moseltal nach Norden und Osten. Heute ist sie eine der wichtigsten europäischen Wasserstraßen, die die Industriezentren in Lothringen mit den großen Seehäfen in den Niederlanden und Belgien verbindet. Am Anfang ist die Mosel aber nur ein kleiner Wasserstrahl, der sich in ein steinernes Becken ergießt. „La Moselle“, wie die Mosel auf Französisch heißt, startet sehr unspektakulär als eine kleine, in Stein gefasst Quelle. In 735 Metern Höhe entspringt sie am Fuße des Berges Le Drumont am Westhang der Vogesen im kleinen Ort Bussang. Dann verschwindet La Moselle erst mal wieder im Boden, um nach ein paar hundert Metern als kleiner Bach wieder aufzutauchen, der auf seinem Weg zum Rhein immer breiter und tiefer wird.


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Nur 278 km Luftlinie sind es zwischen Quelle und Mündung, aber die Mosel braucht fast doppelt so viele Kilometer, bis sie sich in Koblenz in den Rhein ergießt. Hier fließt sie an Cochem vorbei.

Fotos: S.16 – 17: Fotolia/Valerian, CL-Medien

Am Deutschen Eck trifft Die Mosel auf den Rhein. Dem Zusammenfluss beider Flüsse verdankt Koblenz seinen Namen – aus„Castellum apud Confluentes“, lateinisch für „Kastell bei den Zusammenfließenden“, wurde im Laufe der Zeit Koblenz.

Mehr als die Hälfte ihrer fast 550 Kilometer fließt die Mosel durch Frankreich, durch die Wälder und Wiesen der Vogesen, vorbei an sehenswerten Kleinstädten wie Épinal und Remiremont oder den schönen alten Bischofsstädten Toul und Metz mit ihren riesigen gotischen Kathedralen, bevor sie als „Musel“ in Schengen Luxemburg erreicht. Von dort bildet sie 36 Kilometer lang die deutsch-luxemburgische Grenze. Als erste bedeutende Stadt auf deutscher Seite erreicht die Mosel dann Trier. Das 17 v.  Chr. als Augusta Treverorum vom römischen Kaiser Augustus gegründete Trier zählte einst zu den größten Metropolen des Römischen Reiches. Bis heute ist das Bild der Stadt geprägt von den Monumentalbauten der Antike: die berühmte Porta Nigra zum Beispiel, die Kaiserthermen oder die Römerbrücke, die seit fast 2000 Jahren die Mosel überspannt. Nur 278 Kilometer Luftlinie sind es zwischen Quelle und Mündung, aber die Mosel braucht fast doppelt so viele Kilometer, bis sie sich in Koblenz in den Rhein ergießt. Besonders zwischen Eifel und Hunsrück windet sie

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sich in zahllosen Kurven und Schleifen durchs Gestein. An der engsten Stelle, beim Ort Pünderich an der Mittelmosel, sind es weniger als 200 Meter über den Berg von Flussschleife zu Flussschleife. Auf dem Fluss aber sind es 15 Kilometer. Es ist dieser landschaftlich dramatischste Teil der Mosel, der unser Bild von ihr geprägt hat: Mittelalterliche Burgen überwachen fachwerkgeschmückte, kleine Dörfer, die von steilen Weinbergen umgeben sind. Berühmte Orte wie Bernkastel-Kues und TrabenTrarbach wechseln sich ab mit kleineren Winzerorten, die sich vor allem mit ihren Weinbergbezeichnungen wie „Piesporter Goldtröpfchen“ oder „Kröver Nacktarsch“ einen Namen gemacht haben. Vielleicht waren es schon die Kelten, die die geologischen Vorzüge des Moseltals für den Weinanbau entdeckten. Ganz sicher aber verwandelten römische Siedler die Flussufer der Mosel und ihrer Zuflüsse Saar und Ruwer in die charakteristische Weinberglandschaft, die schon den römischen Beamten und Dichter Decimus Magnus Ausonius begeisterte. In seinem 371 entstandenen Gedicht „Mosella“ beschreibt Ausonius eine Reise flussaufwärts nach Trier und schwärmt dabei von der herrlichen Landschaft und den prächtigen Villen am Moselufer, deren Reste sich noch heute überall finden. Viele Jahrhunderte später hielt unter anderem der englische Landschaftsmaler William Turner die Dramatik der Landschaft auf seinen Gemälden fest. Eins seiner Lieblingsmotive war Cochem an der Untermosel mit der Reichsburg. Die Bilder hängen heute in der Tate Gallery in London.

Die Dramatik der Landschaft hat aber auch ihren Preis. Für die Winzer ist der Weinanbau oft noch Knochenarbeit, denn die Moselhänge zählen zu den steilsten Weinbergen Europas. Den Spitzenplatz nimmt der Calmont ein, ein Weinberg zwischen Bremm und Ediger-Eller an der Untermosel. Er hat stellenweise eine Hangneigung bis zu 68 Grad. In solchen Lagen ist die Pflege der Reben nach wie vor nur per Hand möglich und sehr zeitaufwendig, doch es lohnt sich. Heute knüpft eine neue Winzergeneration wieder an den Erfolg früherer Jahrhunderte an, als die Steillagen-Rieslinge von Mosel, Saar und Ruwer die teuersten der Welt waren und an den Königshöfen von London bis St. Petersburg auf den Tisch kamen. Diesem europäischen Fluss kann man sich auf alle möglichen Weisen nähern: mit dem Auto natürlich, mit dem Boot, zu Fuß oder mit dem Rad. An der Mosel verläuft unter anderem der Moselhöhenweg, der Ausoniuswanderweg und der Moselsteig, der von Perl an der Obermosel bis nach Koblenz führt und durch zahlreiche Wanderwege, den Seitensprüngen und Traumpfaden ergänzt wird. Und dann gibt es den 275 Kilometer langen Mosel-Radweg. Er führt von Thionville in Frankreich bis zum Deutschen Eck in Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet. Bewacht vom monumentalen Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I., über das Kurt Tucholsky einst spottete, das „Ding“ sehe aus wie ein gigantischer Tortenaufsatz und die Mosel fließe hier besonders schnell, weil sie schleunigst an dem Denkmal vorbei müsse …

La Moselle heißt sie in Frankreich. Fast die Hälfte ihrer 550 Kilometer legt sie unter der Trikolore zurück. Metz durchfließt sie mit mehreren Armen.


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Wein mit allen Sinnen erleben

Fotos: S.18: istock/mihaiulia, S.19: Fotolia/AnnaReinert, privat

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m den Wein dreht sich alles im Weinromantikhotel Richtershof im Städtchen Mülheim. Eingebettet in eine großzügige Parkanlage nahe der Mosel, lädt das ehemalige Weingut aus dem 17. Jahrhundert ein, den Moselwein und die Flusslandschaft in allen erdenklichen Varianten zu genießen. Der vollständig erhaltene und liebevoll restaurierte Gebäudekomplex aus Barock, Gründerzeit und Jugendstil bietet ein facettenreiches Angebot. Schon die Zimmer huldigen dem edlen Tropfen, sie tragen Namen von Rebsorten und berühmten Lagen der Mosel. Im über 300 Jahre alten Säulenkeller finden Verkostungen mit namhaften Winzern statt, die Weinkarte „in move“ in der Bistro-Bar Remise gewährt weitere faszinierende Einblicke und auch Speisen werden auf Wunsch von korrespondierenden Weinen begleitet. Das Beauty Atelier verwöhnt zudem mit zahlreichen Vinotherapie-Anwendungen. Wer das kleine Paradies Richtershof aber trotzdem verlassen möchte, für den stehen Fahrräder bereit, und ausgearbeitete Roadbooks sowie Wanderkarten laden ein, sich auf eine gemütliche Entdeckungsreise entlang des Flusses zu begeben. Trier ist nicht weit, Luxemburg und Frankreich auch nicht … 2 // www.weinromantikhotel.com

Unter dem Küchen-Motto „Feinstes aus der Region ~ Bestes aus aller Welt“ können Sie hier zwanglos speisen, ungestört plaudern und dabei einfach die Zeit vergessen.

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Dem Winter eine chance ... ... und der inneren Uhr ihren Takt wiedergeben. Die Natur macht uns vor, wie der Rhythmus funktioniert.

Fotos: istock/4FR , istock/mikedabell

Text: Hartmut Rätsch

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Unter den Schmetterlingen ist einer, der sogar über 4.000 Kilometer fliegt, um der Kälte zu entfliehen: der Monarchfalter. Das Startzeichen bekommt er von seiner genetisch gesteuerten inneren Uhr. Die tickt ziemlich genau im 24-Stunden-Rhythmus,

Fotos: istock/suefeldberg, istock/Andrew Mayovskyy , Kathrin von Eye

wie eine richtige Uhr.

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ir modernen Menschen haben der Natur ein Schnippchen geschlagen. Wir haben das künstliche Licht erfunden, den Wecker und gegen die Winterkälte Polyester. Mag sein, dass wir so die tageszeitlichen und klimatischen Schwankungen dem Diktat des Terminkalenders unterordnen können, doch manchmal spüren wir, dass der Takt der Natur ein anderer ist. Und wir sind Teil der Natur, auch wenn wir sie meist wie ein unbekanntes Wesen aus der Distanz betrachten. Die wichtigsten Taktgeber sind Licht und Wärme. Wenn sich beide Dirigenten rarmachen, scheint die Welt zu erstarren. Klirrende Kälte,

vereiste Straßen, nasskalte Tage und Schneegestöber machen uns Menschen zu schaffen. Diesen Winter möchten wir am liebsten abschalten. Wenn schon Schnee und Eis, dann bitte blauer Himmel dazu. Doch der Winter mit seinen verschiedenen Gesichtern gehört zum System und die Kälte und Dunkelheit zwingen Tiere und Pflanzen zur Ruhe. Nennen wir das den Rhythmus der Erde. Durch die Erdrotation, die Neigung der Erdachse und die Umlaufbahn unseres Planeten um die Sonne ändern sich die Länge von Tag und Nacht, die Jahreszeiten und die Temperatur. Die inneren Uhren von Pflanzen und Tieren sind perfekt auf diese äußeren Taktgeber geeicht. Dazu kommt der Mond, der mit seiner Schwerkraft Ebbe und Flut auslöst. Um zu überwintern, haben Tiere ganz unterschiedliche Taktiken. Herdentiere gehen auf Wanderschaft in wärmere Regionen. Zugvögel sind darauf geeicht, ins warme Winterquartier zu fliegen, wenn die Tageslänge unter einen bestimmten Wert fällt. Auch unter den Schmetterlingen ist einer, der sogar über 4.000 Kilometer fliegt, um der Kälte zu entfliehen: der Monarchfalter. Das Startzei-

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Laubbäume schützen sich vor Frost, indem sie Blätter abwerfen und den Flüssigkeits-

Fotos: istock/anirav, istock/aniszewski

transport in die Krone einstellen.

chen bekommt er von seiner genetisch gesteuerten inneren Uhr. Die tickt ziemlich genau im 24-Stunden-Rhythmus, wie eine richtige Uhr. Andere Tiere sparen sich die weite Reise und fahren ihre Aktivitäten aufs Notwendige zurück oder halten lieber Winterschlaf. Bloß keine Hektik! Für die meisten Fische läuft das Leben im Winter in Zeitlupe ab. Weniger Bewegung spart Energie. Laubbäume schützen sich vor Frost, indem sie Blätter abwerfen und den Flüssigkeitstransport in die Krone einstellen. Einige Blumen ziehen sich in die Erde zurück, Samen, Knollen und Zwiebeln befinden sich in Warteposition. Man kann das Schutzfaktoren vor der Kälte nennen, aber eben auch als notwendige Ruhephase im Zyklus der Zeit verstehen. Wehe, wenn dieser Rhythmus gestört wird. Warme Wochen zu früh im Jahr lassen Knospen austreiben. Und dann erneut einsetzender Frost

zerstört die frühe Blütenpracht und verhindert den notwendigen Bienen- und Insektendienst. Also weniger Kirschen, Pflaumen, Äpfel, Birnen und weniger Wein. Die alten Bauernregeln warnen: „Kommt der Frost im Januar nicht, zeigt er im Frühling sein Gesicht.“ Oder: „Schaut im Februar die Ameise heraus, bleibt der Lenz noch lange aus.“ Ja, auch die Natur lässt sich austricksen. Gärtner machen sich beleuchtete Gewächshäuser zunutze und in Hühnerfarmen erleben die Tiere in zwei Tagen drei Nächte, um mehr Eier zu legen. Doch wir Menschen spüren am eigenen Leib, wenn die innere Uhr mit den geophysikalischen Zyklen nicht mehr harmoniert. Wenn wir den SchlafWachrhythmus überziehen, bleibt die Konzentration auf der Strecke. Irgendwann müssen wir schlafen. Und eigentlich ist es mit dem Jahreszeitenzyklus nicht anders. Nur er lässt sich leich-

ter überspielen. Ignorieren sollten wir ihn nicht. Zyklische Zeit ist mit Empfindungen, Vorstellungen, Gefühlen eng verbunden – mit dem Biorhythmus. Die verhältnismäßig junge Wissenschaft „Chronobiologie“ hat sich zur Aufgabe gemacht, über die Eigenheiten und die besonderen rhythmischen Gegebenheiten Genaueres zu erforschen. Die biologischen Rhythmen sind empirisch nachgewiesene Phänomene und nicht mit der esoterischen Biorhythmuslehre zu verwechseln. Anders als beim linearen Zeitmodell geht es beim erfahrungsorientierten Zeitmodell um subjektive Zeit als Orientierungsmittel in der Welt. Auch die Literatur hat sich schon immer mit diesem Thema beschäftigt. Bei Max Frisch spielt die Problematik des Zeiterlebens eine wesentliche Rolle. Und als der zentrale Zeitroman gilt Thomas Manns „Zauberberg“. Hans Castorp im Sanatorium lässt seine Uhr nicht mehr reparieren und reißt das Kalenderblatt nicht mehr ab. Symbole dafür, dass lineare Zeitmessungen in seiner Situation unnötig sind. Ja, geben wir es ruhig zu, wir modernen Menschen sind Gefangene der linearen Zeitrechnung und haben den Schlüssel der inneren Uhr irgendwo verbummelt. Immer enger getaktete Terminkalender bringen den Puls zum Rasen, aber den Vierundzwanzigstundentag nicht aus seinem Korsett. Lassen wir uns also mit Marcel Proust auf das Unmögliche ein: „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Und: Geben wir unserer Natur, was sie braucht. Den Winter. Freuen wir uns über dunkle Stunden, frostige Tage, Schnee auf der Haut, Spaziergänge durch den kalten Winterwald und beobachten wir dann das langsame Erwachen der Natur. Es geht nicht darum, sich Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens zu nehmen, sondern nehmen wir uns Zeit für die unwichtigen Dinge. Slow Living bedeutet bewusster leben im Hier und Jetzt. Machen wir Zeit erlebbar – dann wird unsere innere Uhr schon wieder im Rhythmus zu ticken beginnen. 2

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Meisters Hotel Irma / Meran

Blütenlandschaften Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff locken nach Meran Orangen- und Zitronenbäume tragen schon im April ihre Früchte, Lavendel und Rosmarin duften bereits betörend. Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff sind schon im Blütenrausch, wenn der Schnee noch weit ins Meraner Tal reicht. Das Meraner Mikroklima macht es möglich. Genießen Sie den Frühling in Meran und einen der schönsten Gärten der Welt, wenn es zu Hause noch trüb und dunkel ist, und lassen Sie sich in Meisters Hotel Irma verwöhnen. Tauchen Sie ein in die Ruhe und heitere Gelassenheit des traditionsreichen Hotels, eine Ferienoase mitten in der Stadt, wo Südtiroler Lebensart sich aufs Schönste mit feinem Luxus und einer sehr persönlichen Atmosphäre verbindet.

In full bloom / Merano in spring Orange and lemon trees, lavender and rosemary - the gardens of Trauttmansdorff Castle are already in bloom when the snow still reaches far into the valley. Enjoy spring in Merano and let yourself be pampered in Meister‘s Hotel Irma. Inhaber: Familie Walter Meister, Leitung: Geschwister Claudia und Alex Meister E-Mail: info@hotel-irma.com // www.hotel-irma.com

KLEINE FLUCHTEN Entdecken Sie die schönsten Städte und Landschaften mit den MOSAIK-Hotels TRAVEL & EXPLORE Discover the most beautiful cities andlandscapes with the MOSAIK hotels

Grand Hotel Seeschlösschen Spa & Golf Resort

Ostern an der Ostsee

Vergessen Sie den Alltag und tanken Sie über Ostern neue Energie an den herrlichen Ostsee-Stränden: Lassen Sie sich den Wind um die Nase wehen oder spielen Sie eine Runde Golf in der herrlichen Natur rund um den Oeverdieker See. Wenn Sie zurückkommen, wartet der über 2.300 m² große Spa-Bereich mit Schwimmbädern, Saunen, Solarien, Ruheräumen und einem Fitnessstudio auf Sie. Sie übernachten in einem Zimmer Ihrer Wahl mit Blick auf die Ostsee und starten am Morgen mit einem reichhaltigen Frühstücksbüfett, bei schönem Wetter auf der einladenden Seeterrasse. Am Abend erwartet Sie ein Fünf-Gang-Menü oder ein Büfett im Panorama-Restaurant, ebenfalls mit einmaligem Ostseeblick. Das Osterarrangement ist ab 690 Euro pro Person in der Zeit vom 29. März bis 3. April buchbar. Inkludiert ist eine 50-prozentige Greenfee-Ermäßigung auf der hoteleigenen Golfanlage.

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Powerful and energetic / Easter at the Baltic Sea Waking up with a view of the Baltic Sea, enjoying a rich breakfast buffet on the sun terrace, a 5-course menu for dinner and just beautiful and ­relaxing moments: The hotel`s Easter package can be booked from 690 € p.p. Included is a 50% green fee discount on the hotel‘s golf course. Eigentümer: Familie von Oven / E-Mail: info@seeschloesschen.de // www.seeschloesschen.de

Fotos:Meran: MGM, Alex Filz; alle anderen: privat

Neue Energie für Körper und Geist über die Feiertage


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Zeit ist heute der größte Luxus. Schenken Sie sich etwas davon an einem Platz, wo Mecklenburg-Vorpommern sein Herz öffnet und tief hineinblicken lässt. Nirgendwo kann man besser zur Ruhe kommen als hier in diesem prächtigen Landpalais inmitten traumhafter Natur. Für alle, die das Besondere suchen, bietet das Relais & Château Schlosshotel Burg Schlitz unter anderem das Arrangement „Meine Zeit“ an. Bleiben Sie zwei oder drei Nächte in einem der exklusiven Doppelzimmer oder Suiten und erhalten Sie eine Gratis‐Verlängerungsnacht. Ihr Tag beginnt mit einem köstlichen Schloss-Frühstück und endet mit einem Abendmenü in drei feinen Gängen aus Sabine Teublers Schlossküche in der Café-Brasserie „Louise“ bzw. im Roten Salon. Auch dazwischen liegt das pure Wohlbefinden. Auf Ihrem Zimmer warten ein kulinarischer Gruß des Schlossherrn und eine Flasche Burg Schlitz Cuvée Louise. Dazu flauschige Bademäntel für die „WellnessLounge“ mit Sauna, Dampfbad und Schwimmbad. Auf alle SPA‐Treatments und Massagen erhalten Sie zehn Prozent Rabatt. Das Arrangement können Sie ab 342 Euro pro Person im Schloss-Doppelzimmer buchen.

Relais & Château Schlosshotel Burg Schlitz / Hohen Demzin

Das pure Wohlbefinden „Meine Zeit“ – ein Arrangement zum Durchatmen

It`s my time / A stay to dream away Stay 2 or 3 nights and get 1 night off! The package „Meine Zeit“ includes breakfast and 3-course dinner menus. Dream away in a cosy bathrobe in the spa – a 10% voucher for spa treatments is already yours! From 342 € p.p. Geschäftsführer, Inhaber: Manuela & Armin Hoeck E-Mail: info@burg-schlitz.de // www.burg-schlitz.de

Hotel Bad Schachen / Lindau

Frühlingsbrise am Bodensee Ein Angebot für die ersten warmen Tage im Jahr Allein dieser Blick! Wer zum Wasser schaut, der schaut nach Süden. Nicht nur den Bodensee hat man dann vor Augen, sondern auch das ganze Panorama der österreichischen und schweizerischen Alpen. Wunderschön liegt das Hotel, das in siebter Generation von Familie Schielin geführt wird. Und besonders schön ist es im Frühjahr. Zur Wiedereröffnung nach der Winterpause lockt das Hotel Bad Schachen deshalb mit einem besonderen Frühjahrsangebot. Für den Preis von zwei oder drei Übernachtungen erhalten Gäste eine Übernachtung gratis. Inbegriffen sind zudem ein reichhaltiges Frühstücksbüfett, Baden und Relaxen im Wellnessbereich und zehn Prozent Nachlass auf die Anwendungen im Schachen Bad & Spa. Das kleinere Paket „Frühlingsbrise 3 = 2“ ist ab 264 Euro zu buchen, das größere „Frühlingsbrise 4 = 3“ ab 396 Euro. Beide Pakete sind buchbar vom 13. April bis zum 4. Juni 2018 (letzte Anreise). Die Kontingente sind begrenzt.

Spring breeze / Lake Constance will enchant you Enjoy spring at Lake Constance as a guest at Hotel Bad Schachen. Stay for 2 or 3 nights and get 1 night off! The offer includes breakfast as well as a 10% discount on spa treatments at the Schachen Bad & Spa. The offer is valid from April 13, until June 4 (last ­arrival). and can be booked from 264 Euro p.p. Geschäftsführerin: Isolde Schielin / E-Mail: servus@badschachen.de // www.badschachen.de

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ie gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.” Alexander von Humboldt (1769 – 1859)

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Hotel Herzogpark / Herzogenaurach

Edel und exqusit Stilvoll tagen in den neuen Boardrooms

Successful negotiations / New boardrooms With the „Salon Adi Dassler“ and „Salon Käthe Dassler“, two boardrooms have been created that are ideal for confidential meetings and small-scale workshops – fitted with the finest materials and first-class VIP service. Geschäftsführer: Michael Bläser / E-Mail: info@herzogspark.de // www.herzogspark.de

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MS EUROPA / Hamburg

Im neuen Look Nach dem jüngsten Werftaufenthalt ist die MS Europa noch schöner geworden Die Kaffee-Lounge Belvedere, die Havanna Bar, das Restaurant Dieter Müller – alles zeigt sich nach dem jüngsten, turnusmäßigen Werftaufenthalt der MS Europa im neuen Look. 850 Arbeiter von etwa 60 Gewerken gaben 16 Tage lang ihr Bestes. Kaum wiederzuerkennen ist nun der Spa-Bereich an Bord: Neben einer Thalasso-Wanne, einer Schwebeliege und je einem Behandlungsraum für Shiatsu- und Nass-Massagen können Wellnessbegeisterte BEWEI-Treatments und andere modernste Anti-Aging-Behandlungen in Anspruch zu nehmen. Außerdem gibt es nun eine exklusive BABOR Beauty-Lounge. Zudem wurden der Ruheraum und der Empfangsbereich erneuert sowie eine Tee-Lounge integriert. Testen Sie das neue Feeling auf der elftägigen Kreuzfahrt von Dubai nach Limassol über Akaba/Jordanien und mit einer Tagespassage durch den Suezkana vom 5. bis 17. April, buchbar ab 5.070 Euro pro Person, oder auf der 14tägigen Reise vom 29. Mai bis 12. Juni durchs Mittelmeer, buchbar ab 7.080 Euro pro Person. Jeweils inklusive An- und Abreise ab/bis Deutschland.

New look / Discover the new EUROPA while exploring fascinating cities In 2018, the cruiseship MS Europa reveals itself in a complete new look. Enjoy the new feeling on the 11-day cruise from Dubai to Limassol from April 5 to 17 (from 5,070 € p.p.) or on the 14-day trip from May 29 to June 12 through the Mediterranean (from 7,080 € p.p.). E-Mail: info@hlkf.de // www.hl-cruises.de

Fotos: Erbprinz Ettlingen: Jan Bürgermeister; Hapag Lloyd Cruises, alle anderen: privat

Im Hotel HerzogsPark in Herzogenaurach leben die Werte der Gründer Adi und Käthe Dassler bis heute weiter. Gastfreundschaft wird seit jeher großgeschrieben und so stehen auch bei privaten Veranstaltungen Service und gehobene Ausstattung an erster Stelle. Das Tagungshotel bietet nicht nur stilvolles Ambiente für einen entspannten Aufenthalt, sondern auch geeignete Räumlichkeiten für Feierlichkeiten und Versammlungen. Mit den Boardrooms „Salon Adi Dassler“ und „Salon Käthe Dassler“ wurden zwei Räume geschaffen, die ideal für vertrauliche Meetings und Workshops im kleinen Kreis sind. Abseits von den anderen Tagungsräumen gelegen und dennoch zentral im Erdgeschoss des Haupthauses wird hier mit edelsten Materialien und erstklassigem VIP-Service für Wohlfühlatmosphäre gesorgt. Damit kommen Verhandlungen zum Erfolg! Denn auch der körperliche Ausgleich ist nicht weit. Der schöne Indoor-Pool mit Saunen und der Balance-Fitness Club mit Steppern, Ergometern, Crosstrainern und Rudergeräten bringen wahlweise Entspannung oder neuen Schwung.


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Hotel Erbprinz / Ettlingen

Grenzenlose Aussicht In der neuen Sky Suite dem Himmel nah sein Das neue Highlight im Erbprinz: die Sky Suite. Auf dem Dach des Hotels erwartet die Gäste des Erbprinzen jetzt eine Suite mit einem atemberaubenden Blick über die Stadt Ettlingen bis in den Schwarzwald. Gestaltet vom Münchner Innenarchitekten Marc Ludolf von Schmarsow bietet die Suite ein eigenes Reich mit großer Terrasse, eigener Sauna und einem eigenen Fahrstuhl, der die Suite direkt mit dem Erbprinz Beauty Spa verbindet. Testen Sie das neue Raumgefühl in der Sky Suite mit dem Arrangement „Der kulinarische Erbprinz“. Zwei Übernachtungen in der Sky Suite inklusive Frühstück vom Sekt-Frühstücksbüfett und einem Fünf-GangGourmetmenü aus der Sterneküche von Ralph Knebel sind für zwei Personen für 758 Euro zu buchen. Eingeschlossen sind die freie Nutzung des Erbprinz Beauty Spa by Jaqueline Frank Zepf und ein Glas Champagner zur Begrüßung.

Very exclusive! / Introducing the new Sky Suite The new „Sky Suite“ with its breathtaking view to the Black Forest has a large terrace, its own sauna and its own elevator that connects it directly to the Erbprinz Beauty SPA. 2 nights, breakfast and a 5-course star dinner can be booked from 758 € for 2 people. Eigentümer, Leitung: Bernhard Zepf / ­E-Mail: info@erbprinz.de // www.erbprinz.de

Astoria Resort Seefeld Tirol

Sternenhimmel Das Astoria Resort ist jetzt ein Fünf-Sterne-Superior-Hotel

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ede Wanderschaft gilt einem äußeren und einem inneren Weg.” Gottfried Keller (1819-1890), schweizer Dichter und Romanautor

Im Astoria Resort blieb in den letzten Monaten kaum ein Stein auf dem anderen: Das Hotel, das sich seit mehr als sechzig Jahren in Familienbesitz befindet, wurde großzügig erweitert und erneuert – neuer Name und neues Logo inklusive. Nach den Plänen des Star Designers Pierre Yves Rochon wurden große Teile des Resorts im typischen Alpin Chic-Stil neu gestaltet. Auf die Gäste warten jetzt 21 Grand de luxe Junior Suiten und drei „Gschwandkopf Suiten“ mit beeindruckendem Blick auf das Bergmassiv. Knisterndes Feuer in den Kaminen, Arrangements von Blumen der Saison, ein aufmerksamer Barkeeper und viele weitere Details machen die Atmosphäre des Astoria Resorts aus und geben den Gästen ein herzliches Gefühl des Willkommen-Seins. Auch ein neuer Direktor ist an Bord: Dietmar Wernitznig (51). Er kann als Hoteldirektor auf eine langjährige Karriere in

Österreichs Spitzengastronomie und Hotellerie zurückblicken. „Wir glauben im Astoria ganz stark an das Vier-Säulen-Prinzip: Hardware – also die Optik und Gestaltung der Räume –, Software – ein aufmerksames, herzliches Team – und Wohlfühlen durch Bewegung im Astoria Aktiv Alpin Spa sowie Genuss durch Kulinarik“, sagt die Hoteleigentümerin und Gastgeberin Elisabeth Gürtler. Ihr Konzept zahlt sich aus: Das Resort zählt zu den 21 besten Hotels des Landes und ist nun als Fünf-Sterne Superior Hotel klassifiziert.

5-star superior / The new Astoria Resort In the last few months, the hotel has been generously extended and renewed to the plans of star designer Pierre Yves Rochon. The resort is one of the 21 best hotels in Austria and is now classified as a 5-star superior hotel. Gastgeberin: Dkfm. Elisabeth Gürtler // E-Mail: hotel@astoria-seefeld.com // www.astoria-seefeld.com

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culture experience

kultur erleben

Der Prophet Bekanntlich wird der Prophet im eigenen Land nur selten gehört. Von Anselm Kiefer kann man sagen, dass er über viele Jahrzehnte verkannt oder falsch verstanden wurde. Die Amerikaner feierten ihn bereits 1988 „als besten Maler seiner Generation auf beiden Seiten des Atlantiks“. Nur im eigenen Land galt der Kunst-Prophet lange fast nichts. Seine deutschen „Geisteshelden“, die monumentalen Leinwandzitate von germanischen Heldensagen wie „Hermannsschlacht“, „Varus“, „Parsifal“ und der Macht nationalsozialistischer Architektur störten manchen Kritiker hierzulande. Der 1945 in Donaueschingen geborene Lehrersohn kehrte Deutschland dann auch den Rücken und zog nach New York und 1991 nach Frankreich, wo er heute noch lebt und arbeitet. „Das Verlassen eines Landes ist eine Art Hygiene“, bekannte Anselm Kiefer in einem Interview. Und begründete andernorts: „Ich wollte kein Spezialist für den Holocaust werden.“ Heute ist Kiefer über jeden Zweifel an seiner Gesinnung erhaben. Er zählt unbestritten zu den internationalen Heroen der Gegenwartskunst und ist auch auf dem Kunstmarkt eine feste Größe. Seine Werke umspannen inzwischen Themen der Menschheitsgeschichte, von Alexander dem Großen über die jüdische Kabbala bis zur Lyrik Ingeborg Bachmanns, den Rosenkreuzlern, Maos China und dem Sternenfirmament. Er ist ein Entdecker von Geschichte und ein Geschichten-Erzähler. Zudem

ein Materialfetischist, der Stroh, Blei und Asche, Pflanzen, Tier- und Menschenhaar auf gewaltigen Bildern verarbeitet. Ja, Anselm Kiefer ist ein deutscher Weltstar, der Deutschland guttut. Überraschend, aber durchaus folgerichtig erhielt Anselm Kiefer 2008 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In seiner Dankesrede bezeichnete er die Dichtung als Fundament seiner Arbeit: „Ich denke in Bildern. Dabei helfen mir Gedichte. Sie sind wie Bojen im Meer. Ich schwimme zu ihnen, von einer zur anderen; dazwischen, ohne sie, bin ich verloren.“ Nun hat im vergangenen Jahr die Michael & Eleonore Stoffel Stiftung in enger Kooperation mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen fünf Werke von Anselm Kiefer für die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen erworben. Die Werke sind im ersten Stock der Pinakothek der Moderne in München zu sehen. Ein Meilenstein im Sammlungsausbau. Um Kiefer zu verstehen, ist es gut, wenn man dem Betrachter eine Handreichung gibt, wie dort geschieht. Sonst gehen die Besucher an den Bildern und Vitrinen eher fragend vorbei. Doch wer versteht, was Kiefer hier sagt, wird nicht mehr losgelassen. Ein alchemistischer Kosmos, in dem sich Mythos und Historie, Kabbala und Mystik, antike und moderne Literatur, Christentum und Judentum begegnen. HER Der Sand aus den Urnen, 2009 Acryl, Öl, Schellack, Sand und Kohlestift auf Leinwand, 280 x 570 cm


Culture Experience Anselm Kiefer

Der Sand aus den Urnen, 2009

„Der Sand aus den Urnen“ zeigt eine weitläufige, architektonisch unvollendete oder ruinenhafte Ansammlung von Backsteinen. Ist es das archäologische Feld eines ehemals grandiosen Bauwerks, das den Betrachter zurückführt bis ins alte Ägypten, nach Griechenland oder Mesopotamien? Handelt es sich um ein nicht fertiggestelltes Bauvorhaben unserer Gegenwart? Oder zeigt das Werk eine Backsteinfabrik, die fast den ganzen Bildraum ausfüllt? Kiefer selbst hatte während einer Reise in Südindien Mitte der 1990er-Jahre solche Produktionsstätten für die Ziegel indischer Neubauten als „wahren Schock“ erlebt, denn während des Herstellungsprozesses werden die Steine auf- und umgebaut, wobei einfache Gebilde wie Mauern bis hin zu komplexen Pyramidenformen gebildet werden, ohne dass mit diesen „Architekturen“ die überlieferten Funktionen verbunden wären. Die Gegenpole von Ordnung und Verwüstung, von Schöpfen und Zerstören, von Erhabenheit und Banalität machen den ständigen Wandel der Gesellschaft bewusst, in dem Gewissheiten nur temporären Bestand haben – ein Thema, das gerade in unserer heutigen Gegenwart eine bedrängende Brisanz hat. Der ins Bild notierte Titel „Der Sand aus den Urnen“ geht auf eine Gedichtreihe Paul Celans aus dem Jahr 1948 zurück, die später makuliert wurde. Die Reihe erschien 1952 in „Mohn und Gedächtnis“. Das Gedicht mit dem Titel „Haus des Vergessens“ erinnert an das Werk der Sammlung: „Schimmelgrün ist das Haus des Vergessens. […] Du füllst hier die Urnen und speisest dein Herz.“ Erinnerung und Ungewissheit, Zeit und Raum befinden sich in „Der Sand aus den Urnen“ in kontinuierlicher Spannung und Transformation.

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Die 12 Stämme, 2010 Morgenthau, 2016

Auch die Vitrinen „Morgenthau“ und „Die 12 Stämme“ evozieren Erinnerungen an historische Ereignisse oder Überlieferungen und gehen doch weit über jede konkrete inhaltliche Bindung hinaus. Überdimensional große und gleichzeitig täuschend echt wirkende goldene Ähren feiern in „Morgenthau“ die magische Kraft der Natur jenseits von Zeitgeschichte – und doch erinnert der Titel an den Plan des amerikanischen Finanzministers Henry Morgenthau (1891-1967), der 1944, im Zuge des absehbaren Sieges der Alliierten, die Umwandlung Deutschlands in einen Agrarstaat vorsah. Damit sollte langfristig die wirtschaftliche und militärische Kraft des Landes in Grenzen gehalten werden. In der Vitrine „Die 12 Stämme“ wirken zwölf kopfüber befestigte, monumentale Sonnenblumenskulpturen wie in einem Hortus conclusus. Die mehrheitlich von Blei überzogenen und jeweils auf kleinen Etiketten mit den Namen der zwölf Stämme Israels gekennzeichneten Pflanzen scheinen vom Ende der Zeit zu künden, und doch sind aus den Blüten kräftige Samen auf den Vitrinenboden gefallen. Die Erneuerungskraft der Natur wie auch der jahrtausendealten Idee einer ursprünglich brüderlichen Verwandtschaft aller Menschen, die nunmehr durch Sprachen und Kulturen getrennt sind, wird hier zu einem hoffnungsvollen Bild.

Die 12 Stämme, 2010 Glas, Stahl, Emulsion, Acryl, Schellack, Karton, Ton, Blei, Blattgold, Blattsilber, Harz und Kohle, 405 x 147 x 145 cm Morgenthau, 2016 Glas, Metall, Stahl, Acryl, Tonerde, Blattgold, Gaze, Mörtel, Blei, Schellack und Farbreste, 212 x 120 x 50 cm

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Fotos Seite 30 – 33: © Georges Poncet / Bayerische Staatsgemäldesammlungen

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OCCUPATIONS, 1969/2011 Schwarz-weiß Fotografie auf Blei, Sediment einer Elektrolyse, 235 x 425 cm

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Fotos: © Charles Duprat / Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Culture Experience Anselm Kiefer


Culture Experience Anselm Kiefer

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OCCUPATIONS, 2011

Foto: H. Koyupinar

Mit den „OCCUPATIONS“ von 2011 bezieht sich Kiefer auf die eigene Fotoserie „Besetzungen“, mit der er 1969 bekannt wurde und einen Skandal hervorgerufen hat. Den Hitlergruß ausführend, fotografierte er sich damals an verschiedenen Stätten Europas: im Kolosseum in Rom, am Krater des Vesuv, in Küssnacht und Bellinzona und, wie in den jetzt erworbenen Bildern, vor dem Athena-Tempel in Paestum und an einem Standort zwischen Rom und Neapel. Mit der Wehrmachtsuniform seines Vaters bekleidet (oder Teilen davon) erkundet er den verheerenden Machtanspruch der Nationalsozialisten. Kiefers „OCCUPATIONS“ simulieren Identifikation und sind doch der Versuch einer Katharsis von der Tragödie des „Tausendjährigen Reichs“. Die Werke sind nun in der Pinakothek der Moderne und damit in unmittelbarer räumlicher Nachbarschaft zum ehemaligen „Führerbau“, dem früheren Verwaltungsgebäude der NSDAP, sowie den beiden „Ehrentempeln“ zu sehen, die nach dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden und daher nur ruinenhaft erhalten sind. Mussten Passanten im Dritten Reich, als München „Hauptstadt der Bewegung“ war, vor den „Ehrentempeln“ die rechte Hand zum Führergruß erheben, taugt Kiefers provozierende Geste, wie der Künstler selbst herausstellte, nicht als „politisches Werkzeug“. Im Museum wird sie, wie Duchamps Urinoir, ins Gegenteil verkehrt. Sie wird praktisch unbrauchbar, während sie die umfassenden Wahrnehmungs- und Reflexionsmöglichkeiten der Kunst ausschöpft. 2011 hat Kiefer seine Fotografien von 1969 erneut abgezogen und auf Bleitafeln montiert. Durch eine ElektrolyseTechnik wurde dann auf diesen „OCCUPATIONS“ ein Korrosionsprozess eingeleitet. Das fotografische Motiv wird teilweise von Flecken der Verwitterung überlagert, die langsam aber sukzessive fortschreiten werden. Damit wird eine Form der zeitlichen Distanz erschaffen. Doch im langen Prozess des Auslöschens bleiben Historie und Erinnerung in einem Kontinuum erhalten.

AUsstellungsraum in der Pinakothek der Moderne in München Wer sich mit dem Werk Anselm Kiefers eingehender beschäftigen möchte, findet beim Verlag Schirmer/Mosel einige Bücher. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Juli 2018 zu sehen.

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Culture Experience falconry

Herrscher der Lüfte Seit 4000 Jahren geht der Mensch mit ihnen auf die Jagd, für Könige waren sie Machtsymbol, und arabische Scheichs sind verrückt nach ihnen: Raubvögel. Die Flugvorführung der Falknerei Burg Hohenaschau zeigt eindrucksvoll ihr Wesen – wild, elegant und eigensinnig. Text: Stephanie Arns

Fotos: Fotolia/ hakkousei, privat

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eim Betreten des Geländes ist noch alles ruhig. Die Herrscher der Lüfte sitzen brav auf der Stange, nur ab und zu dringen krächzende Geräusche aus den großräumigen Volieren der Greifvogelanlage am Südhang der Burg. Schilder vor den Käfigen erläutern, mit wem man es hier zu tun hat: Weißkopfseeadler, Falklandkarakara, Sakerfalke, Adlerbussard, Rotmilan, Uhu, Gänsegeier. Eine multikulturelle Gemeinschaft also. Das Publikum der Flugshow hat sich schon eingefunden, Familien mit Kindern, ein paar ältere Herrschaften. Erwartungsfroh sitzen sie auf langen Holzplanken, die wie in einem Amphitheater am Burghang angeordneten sind. Zur Linken der Blick zur felsigen Kampenwand, geradeaus ins Priental. Falknerei-Chef Hannes Lenhart tritt auf den Plan, auf seinem ledernen Handschuh sitzt ein südamerikanisches Rotrückenbussardweibchen namens Chica, den Kopf unter einer Haube versteckt. Chica wird die Kopfbedeckung abgenommen und startet gleich durch. Steigflug, Kehrtwende zurück, gekonntes Abdrehen kurz über den Köpfen des Publikums, souveräne Landung auf dem Arm des Falkners. Dann schwingt sich das junge Bussardweibchen erneut in die Lüfte und Lenhart lässt ein Federspiel, ein Stoffkissen mit Vogelfedern und Leckerli, per Seil wie ein Lasso kreisen. Diese Beuteattrappe ist ein wichtiges Übungswerkzug, um Greifvögel zu zähmen, ein Signal zum Falkner zurückzukehren. Achtung, Kopf runter, Vogel im Landeanflug! Zwei Zuschauer waren nicht schnell genug, ihnen wird der Scheitel neu gezogen. Sie nehmen es gelassen. Falknerei, so Lenhart, sei Vertrauenssache. Der Mensch bindet den Vogel an sich und prägt ihn, wenn er ihm Futter und Freiheit gibt. „Ohne Belohnung tritt er in den Streik oder schnappt sich die weißen Tauben vom Nachbargrundstück.“ Der Greifvogel wird für die Jagd auf frei lebendes

Eine Multikulturelle Gemeinschaft ist am Südhang der Burg Hohenaschau versammelt: Adlerbussarde, Uhuhs, Weißkopfseeadler und natürlich Falken. Hier zeigt der Falkner einem interessierten Publikum das Können und die Jagd der Greifvögel.

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jagd im 12. Jahrhundert eine so große Blütezeit erfuhr. Bei seinen Kreuzzügen in den Orient kam er mit arabischen Jagdtraditionen in Kontakt, was wichtige Impulse für das Abendland brachte – etwa das Verhauben mit Lederkappen. Friedrich II. verfasste das bis heute gültige Standardwerk „Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen“. Der Kaiser war fasziniert von der Zähmung der wilden Geschöpfe und übertrug diese Kunst auch auf die Menschenführung. Wer die Falknerei beherrschte, wurde in höchste Ämter berufen. Die Jagdkunst beeinflusste Gesetzgebung, Literatur, Malerei und Sprache. Jeder kennt die Redewendung „unter die Haube kommen“. Als gesellschaftliches Ereignis bei Hofe blieb die Vogeljagd bis ins 18. Jahrhundert überaus populär. Der Greifvogel auf der Faust galt für weltliche und geistliche Herrscher als Statussymbol schlechthin. Napoleon schließlich verbot die Jagd mit Raubvögeln als feudalistisches Relikt, und so kam sie im 19. Jahrhundert fast zum Erliegen, auch durch

Fotos: istock/jcarillet

Wild, die „Beizjagd“ (mittelhochdeutsch: beißen), abgerichtet. In der Falknersprache heißt dies „Abtragen“ und dauert mehrere Wochen. Zunächst ist der Jungvogel beim Training noch an eine Schnur gebunden, später wird er selbstständiger und kehrt aus zunehmenden Entfernungen zurück. Eigentlich. Chicca, noch Azubi, nutzt die Gunst der Stunde für einen Ausflug. Als sie ihre nächste Runde dreht, verschwindet sie hinter einer Baumreihe. Rufe nach ihr verhallen. Der Vogel scheint sich doch für die Tauben des Nachbarns zu interessieren, wird dann aber von einer Assistentin auf dem Auto des Falkners gesichtet und zum Publikum zurückgebracht. Das mit dem Gehorchen muss noch geübt werden. Den Ursprung der Falkenjagd verorten Historiker in Persien. Von dort verbreitete sie sich ab 2200 v. Chr. in Richtung China, Korea, Japan. Nach Europa gelangte sie erst mit der Völkerwanderung im 4. Jahrhundert v. Chr. Es ist dem Stauferkaiser Friedrich II. zu verdanken, dass die Beiz-


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den zunehmenden Gebrauch von Schusswaffen. In den 1960er-Jahren war der Bestand an Greifvögeln in Deutschland bedrohlich zurückgegangen, als Ursache gelten Pestizide in der Landwirtschaft. Falknerische Vereinigungen wurden gegründet, die Tiere züchteten und zum Teil wieder auswilderten. Trotz dieser Verdienste steht die Greifvogelhaltung bei Naturschutzverbänden häufig in der Kritik. So schlecht könne es ihren Vögeln nicht gehen, argumentieren hingegen die Falkner, schließlich kehrten sie nach dem Jagdflug wieder freiwillig zurück. Auch entspräche die Haltung in Menschenhand ihrer Natur – Raubvögel sind Energiesparer, sie fliegen nur, wenn es notwendig ist. Einem kurzen Extremeinsatz (Sturzflug auf die Beute mit 150 Stundenkilometern) folgt ausgeprägtes Komfortverhalten: Dösen und Gefiederputzen. 2010 wurde die 4000-jährige Kunst der Falknerei von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit deklariert. Insbesondere auf der arabischen Halbinsel erfreut sich die alte Beduinentradition der Vogeljagd ungebrochener Beliebtheit – als teures Hobby reicher Scheichs. Falken genießen Kultstatus, sie halfen den nomadischen Wüstenbewohnern einst beim Überleben. Das Wappen der Vereinigten Arabischen Emirate ziert ein goldener Falke mit weißen Federn, das Wasserzeichen im 100-Dirham-Geldschein: ein Falke. Die deutsche Greifvogelexpertise wird hier hoch geschätzt, der Export von Zuchttieren in die Wüstenstaaten am Persischen Golf boomt, ein Vogel kostet bis zu 30.000 Euro. Dieser wird umsorgt wie ein Familienmitglied, mit Wachteln gefüttert und morgens und abends zum Training in die Wüste kutschiert. Geht es ihm schlecht, stehen eigene Falkenkliniken bereit. Nichts scheint zu teuer für den prestigeträchtigen Vogelsport. Weil er auf Jagd gehen wollte, buchte ein Scheich für seine 80 Falken angeblich eine ganze Maschine von Qatar Airways. Bei der Fluglinie ist es nicht ungewöhnlich, wenn neben den Passagieren ein Falke Platz nimmt. Zurück zu Chica. Die junge Südamerikanerin kommt wieder in den Käfig, und ein Landsmann hat seinen Auftritt. Geierfalke „Hotzenplotz“, ein beeindruckendes Tier mit einer Flügelspannweite von über einem Meter, hochbeinig und mit kräftigem Schnabel. Der „Terrorist aus Südamerika“, wie Falkner Lenhart ihn nennt, sei ein sehr schlauer Räuber – mit enormem fotografischen Gedächtnis, schärfsten Augen und einer kreativen Ader beim Zweckentfremden von Gegenständen. In freier Wildbahn können Geierfalken damit ziemlichen Unfug anrichten: mit Steinen die Eier aus fremden Nestern aufschlagen, Autos knacken oder ganze Wohnungen verwüsten, wenn sie Einlass finden. Zum Schluss der Vogelshow macht das Publikum noch Bekanntschaft mit einem Rotmilan, ein echter Europäer, unverkennbar mit seinem rostroten Gefieder und dem gegabelten Schwanz. Mehr als die Hälfte aller Rotmilane leben in Deutschland, bis zu 18.000 Paare. Für ihn ist die Landschaft im Chiemgau ein Heimspiel – er liebt den Wechsel von Wiese, Wald und Wasser. So gesehen hat er noch das Privileg, in heimatlichen Gefilden arbeiten zu dürfen. Vielen Raubvogelkollegen werden Tätigkeiten im urbanen Raum zugewiesen – wenn man sie nicht gleich als Exportvogel in die Wüste schickt. Am Trafalgar Square in London etwa machen sie Jagd auf Tauben, auf Flughäfen vergrämen sie Vogelschwärme, auf Friedhöfen und städtischen Grünflächen lästige Kaninchen. Selbst auf Flugobjekte wie Drohnen kann man sie mittlerweile ansetzen. Auch der moderne Greifvogel des 21. Jahrhunderts muss mit der Zeit gehen. 2

Flugvorführungen Im Windschatten der Burg Hohenaschau 2017 feierte die Falknerei Burg Hohenaschau ihr 10-jähriges Jubiläum. Flugvorführungen finden von April bis Oktober auf dem Gelände am Südhang der Burg statt. Der Falknerei angeschlossen ist die Jagd- und Falknereischule Adlerjager, ein staatlich anerkannter Ausbildungsbetrieb. In Schulungsräumen sowie einem über 100 Hektar großen Hochwildrevier werden alle notwendigen Kenntnisse in Greifvogelkunde und Beizjagd vermittelt. // www.falknerei-burghohenaschau.de // www.adlerjager.de

Sport der Könige, Kulturerbe der Menschheit Auf der Arabischen Halbinsel erfreut sich die Vogeljagd seit Jahrhunderten großer Beliebtheit. Verletzte Falken werden in eigens dafür eingerichteten Klinken behandelt, wie hier (S. 38) in Doha, Katar. Nach Europa kam die Falkenzucht erst im 4. Jahrhundert v. Chr. und im 12. Jahrhundert wurde sie zum Statussymbol der Könige.


Culture Experience Gustav Klimt

“Der Kuss”, 1908 Gustav Klimt mit Katze vor seinem Atelier, 1911

Goldrausch mit einer portion erotik Auf ein Tête-à-Tête mit Gustav Klimt

Fotos: AKG Images

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ch, ein Klimt steht bei mir im Geschirrschrank“, pflegte die Tante aus Wien immer etwas süffisant lächelnd zu bemerken, wenn man auf „ihren“ Lieblingskünstler zu sprechen kam. Zwei Kaffeetassen zeigen die Reproduktion des wohl berühmtesten Werkes des Wiener Malers: „Der Kuss“. Kaffee wurde daraus bisher nie getrunken, vermutlich wartet die betagte Dame auf einen entsprechenden Anlass. „Und wenn mir danach ist, dann lass ich mich auch noch auf den Hals küssen und lege den Seidenschal um“, schob sie manchmal gerne nach, wobei sich ihre Augenbrauen vielsagend hoben. Wohl wissend, dass besonders die erotischen Bilder des Malers noch lange nach seinem Tod für Diskussionsstoff sorgten und bei ihr wohl Erinnerungen an längst verflossene Liebschaften weckten. „Der Kuss“ ist bis heute ein gewinnbringender Werbeträger für die Stadt Wien. Und geküsst wird auf allen erdenklichen Gegenständen – vom Marmeladenglasdeckel bis zum Kugelschreiber und dem besagten Seidentuch. Was wäre Wien ohne Klimt? Und was Klimt ohne die Frauen? Eine gern diskutierte Thematik und tatsächlich faszinierend, weil rätselhaft: Mit einigen seiner großbürgerlichen Auftraggeberinnen soll er Affären unterhalten haben, in den Porträts stellte er sie aber als unnahbare Göttinnen dar. In seinen allegorischen Bildern entwickelte Klimt das Bild der Femme fatale. In seinen Zeichnungen von Aktmodellen konzentriert er sich meist explizit aufs Erotische, Sexuelle.

Text: Irmi Ruck

Und da ist noch die Beziehung zu Emilie Flöge. Als eine der modernsten Mann-Frau-Beziehungen der Kunstgeschichte wird sie gerne beschrieben. Der urmännliche Malerstar des Jugendstils und die zwölf Jahre jüngere, gutbürgerliche Geschäftsfrau und Avantgarde-Modeschöpferin. Mit seiner „Midi“ ging er fast täglich in Wien in die Oper, ins Konzert oder ins Theater. Gemeinsam verbrachten sie jedes Jahr die Sommer am Attersee. Ihr schickte er bis zu acht Postkarten täglich. Jedoch eine körperliche, sexuelle Nähe gab es wohl nicht, obwohl er in dem Bild „Der Kuss“ der Beziehung ein Denkmal setzte. Das zu sehende Paar ist intim ineinander versunken. Seine sechs Kinder zeugte Klimt mit anderen Frauen, mit dreien seiner Modelle. In der Öffentlichkeit zeigte er sich jedoch mit keiner von ihnen. Ein bürgerliches Familienleben gab es keines. Bis zuletzt wohnte Gustav Klimt bei seiner Mutter und seinen zwei ebenfalls unverheirateten Schwestern. Doch sogar an seinem Sterbebett verlangte er nur nach der einen: Midi. Gustav Klimt starb am 6. Februar 1918 mit 56 Jahren in Folge eines Schlaganfalls und einer grippösen Lungenentzündung. Sein 150. Geburtstag 2012 wurde in Wien groß gefeiert, sein 100. Todestag ist wohl schwieriger zu vermarkten. Wobei bekanntlich der Tod ein Wiener ist und neben der Erotik ein großes Thema Klimts war. Ja, Klimt war zu Lebzeiten umstritten und streitlustig. Seine Kunst polarisierte und entzweite die Kunstwelt in den Kaffeehäusern und Salons. Er stand mit einem Fuß noch im Historismus, mit der rechten Hand aber war er schon ein Meister des Jugendstils, was damals unter Teilen des Bürgertums als avantgardistisch schick galt. Göttervater der modernen österreichi-

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Culture Experience Gustav Klimt

Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit.

schen Malerei, visueller Wortführer seiner Zeit, Meister des Gesamtkunstwerks sahen die einen in Gustav Klimt. Das eher wertkonservative Milieu vermochte in ihm nur einen überbezahlten Auftragsmaler im Dienste des liberalen Großbürgertums, einen Provokateur und Erotomanen mit anrüchigem Lebenswandel zu sehen. Denn er verstand es, die Befindlichkeiten der großbürgerlichen Schicht gewinnbringend für sich zu nutzen. In einem Brief an einen Sammler verlangt Klimt 8.000 Kronen für eine AtterseeLandschaft. Ein Lehrer verdiente damals etwa 1.200 Kronen im Jahr. 20.000 Kronen kostete es die Gatten, ihre Gemahlin von ihm als kostbares Schmuckstück porträtieren zu lassen. Noch einmal so viel, und man hätte sich eine neue Villa samt Einrichtung zulegen können. Wobei er vor den Villen auch nicht haltmachte und die Gestaltung der Innenräume anbot. Als Hauptwerk dieser Auftragskunst gilt das Bild „Adele Bloch-Bauer“, das 2006 für weltweite Schlagzeilen sorgte, als das gerade von der Österreichischen Galerie Belvedere restituierte Gemälde für rund 107 Millionen Euro den Besitzer wechselte. Als teuerstes Bild der Welt galt das Porträt der unglücklichen Zuckerfabrikantengattin damals, sie wurde zum Synonym des entfachten Kunstmarkt-Hypes. Zu seiner Entstehungszeit 1907 erntete das Porträt, das mit Gold und Ornament protzte, allerdings auch Spott: „Mehr Blech als Bloch“, hieß es etwa. Doch Klimt war zu dieser Zeit öffentlichen Gegenwind bereits gewöhnt. Gerade hatte er Wiens bis dato größten Kunstskandal durchgestanden, die Aufregung um seine Deckenbilder für die Universität. 1894 war er mit den Darstellungen der Philosophie, Medizin und Jurisprudenz beauftragt worden. Doch seine komplizierten, symbolistischen Programme waren den zuständigen Kommissionen und der Professorenschaft zu negativ, zu wenig repräsentativ, vor allem die Frauen zu realistisch nackt, zu erotisch. Für Klimt beinhaltete die schonungslose Wiedergabe der nackten menschlichen Körper die Essenz einer bestimmten Seelenlage. Die Fronten verhärteten sich. Die Frage „Für oder wider Klimt?“ spaltete Journalisten und Öffentlichkeit. Es kam zu einer medial ausgetragenen Schlacht um die Freiheit der Kunst, bei der Klimt letztendlich resignierte. 1905 kaufte er

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Fotos: AKG Images

Gustav Klimt (1862 - 1918)


Culture Experience Gustav Klimt

“Adele Bloch-Bauer I”, 1907 “Kirche in Cassone” (Landschaft mit Zypressen), 1913 “Tod und Leben”, vor 1911 vollendet “Wasserschlangen II” (Die Freundinnen), 1904/07


Culture Experience Gustav Klimt

“Detail, Bildnis Emilie Flöge”, um 1902/03

Fotos: AKG Images, oben Verlag Taschen

“Studie zu einem Damenporträt”, 1910

mit Unterstützung seiner Mäzene die Bilder vom Staat zurück. Vom Anlass des Skandals blieben aber nur Asche, schwarz-weiße Fotografien und farbige Lichtdrucke: Die sogenannten „Fakultätsbilder“ verbrannten Ende des Zweiten Weltkriegs im Schloss Immendorf, das von SS-Truppen in Brand gesteckt wurde. Auch wenn er heute noch gerne als gut bezahlter Salonmaler mit Hang zu Gold und Ornamentik gesehen wird, bewegt sich sein Œuvre zwischen Lebensfreude, Lust, Erotik, Trauer und Tod – selbst seine Landschaftsbilder sind tiefsinniger, als der goldene Schein vorgibt. Klimt ist ein Maler der Moderne. Als erster Präsident eine der bedeutendsten AvantgardeVereinigungen des späten 19. Jahrhunderts, die Wiener Secession, die im Frühjahr 1897 als Gegenbewegung zur etablierten Vereinigung des Künstlerhauses in Wien gegründet wurde, stand er im Zentrum dieser fortschrittlichen Entwicklungen im habsburgischen Wien. Er bestimmte die Richtung der neuen Künstlergruppe und stellte sich schützend vor andere zeitgenössische Maler, etwa Egon Schiele und Oskar Kokoschka. Gustav Klimt als Symbolfigur in der Auseinandersetzung um Kunst im öffentlichen Leben wurde lange Zeit zu wenig beachtet, meinte der Klimt-Experte und damalige Direktor des Leopold-Museums, Tobias G. Natter, anlässlich Klimts 150. Geburtstags: „Klimt schlägt einige entscheidende Schlachten in der Öffentlichkeit um Erotik, Grenzerkundung, künstlerische Freiheit, flankiert von einer höchst lebendigen Medienöffentlichkeit, die das Moderne von Wien um 1900 auch ausmacht, auf diese von ihm erfochtenen Freiräume konnte eine nächste Generation aufbauen, das ist eine seiner ganz großen Leistungen.“ Jetzt zum 100. Todestag hat der Taschen-Verlag in Zusammenarbeit mit Natter ein beeindruckendes Buch herausgegeben. Alle Gemälde und wichtigen Zeichnungen Klimts sind auf 670 Seiten versammelt. Ein gewaltiger Schinken. Ein Nachschlagewerk mit wissenschaftlich begründeten, fachkundigen Autorenbeiträgen, die alle Facetten des Künstlers würdigen. Ein besonderes Highlight sind die speziell für diesen Band angefertigten exzellenten Detailaufnahmen des Stoclet-Frieses, mit dem Klimt im Palais Stoclet in Brüssel gemeinsam mit Josef Hoffmann und den Wiener Werkstätten seine Idee vom Gesamtkunstwerk umsetzen konnte. Der Kunsthistoriker Natter blickt noch einmal zurück auf die Entwicklung Klimts und die wechselhafte öffentliche Wahrnehmung und spätere

Einordnung in der Kunstgeschichte. Auf ein anderes und lange unbeachtetes, aber inzwischen gut erforschtes Gebiet führt in dem Klimt-Buch der Beitrag von Marian Bisanz-Prakken: Die Zeichenkunst. Ja, das weltberühmte Gemälde „Der Kuss“ aus dem Jahr 1908 beeindruckt vor allem durch seine goldene Opulenz. Weniger bekannt sind die schlichten Zeichnungen, die Klimt als Figurenstudien parallel dazu anfertigte. Er zeichnete das Liebespaar teils sitzend und teils stehend. So näherte er sich der endgültigen Position des Paares im Gemälde Schritt für Schritt an. Die richtige Pose, die perfekte Geste, den besten Ausdruck zu finden – das wollte er mit seinen Zeichnungen erreichen. Klimt ging beim Zeichnen seinen Hauptthemen Eros, Liebe, Geburt, Leben und Tod auf den Grund und verinnerlichte sie, bevor er ein Gemälde schuf. Ganze Serien veranschaulichen nicht nur den Entstehungsprozess seiner farbenprächtigen Werke, sondern erzeugen eine von Klimmt gewollte Stimmung. Hingabe, Begierde, aber auch Trauer um die Vergänglichkeit. Lange Zeit galten die Zeichnungen bestenfalls als schmückende Zugaben zu seinen großen Gemälden. Mit ihrer präzisen Linienführung, den starken Kontrasten und Details werden sie heute als eigenständiges Werk des Künstlers gesehen. Für manchen Kunstkritiker zeigen sie sogar mehr von der eigenen Seelenwelt Gustav Klimts als seine Gemälde. Jedoch „seine Innerlichkeit“, wie es der Kunsthistoriker Hans Tietze in seinem Nachruf 1918 formulierte, „hat er argwöhnisch gehütet und sein tiefstes Geheimnis mit ins Grab genommen“. Für die Tante aus Wien macht das doch gerade den Reiz Klimts aus. Und vielleicht kommen am 100. Todestag die zwei Tassen dann doch noch aus dem Geschirrschrank. Ein Einspänner mit einem Schlagoberst wäre passend. Nur wer wäre der passende Besuch für das Tête-à-Tête mit Klimt? 2

Mit einer verliebten Frau kann man alles tun, was sie will. Gustav Klimt (1862 - 1918) Gustav Klimt. Sämtliche Gemälde von Tobias G. Natter / ca. 676 Seiten 465 x 325 x 87mm / 4860g Hardcover mit Ausklappseiten Originalausgabe Preis: 150,00 EUR ISBN 978-3-8365-2794-1 // www.taschen.com

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Hotel Louis C. Jacob / Hamburg

Helene Fischer live Ein Konzerterlebnis im Rundum-Sorglos-Paket Sie ist ein absolutes Multitalent und neben all den unzähligen Auszeichnungen ist es wohl ihr größter Erfolg, das konservative Image des deutschen Schlagers entstaubt zu haben. Helene Fischer hat das Genre mit ihrem Mix aus modernem Schlager und Pop für eine völlig neue, junge Hörerschicht salonfähig gemacht. Ihr Erfolgsrezept: Stimme, Talent, Ausstrahlung und harte Arbeit. Im Juli ist sie in Hamburg. Erleben Sie die große Künstlerin mit dem Rundum-Sorglos-Arrangement des Louis C. Jacob: Beste Plätze im Konzert sind ebenso garantiert wie ein Pre-Show-Dinner in der Weinwirtschaft Kleines Jacob, der Transfer zum Volksparkstadion und zurück und ein gemütlicher Ausklang bei Käse und Rotwein im Jacob. Zwei Übernachtungen inklusive Frühstück und mit den beschriebenen Leistungen vom 13. bis 15. Juli 2018 sind pro Person im Doppelzimmer für 565 Euro buchbar.

A night to remember / Multi-talent Helene Fischer in concert

Beflügelnde Momente Die interessantesten Kulturereignisse in den Metropolen, die besten Kulturtipps der MOSAIK-Hotels FINE ARTS The most appealing cultural events, presented by the MOSAIK hotels

Hotel Bayerischer Hof / München

HeiSSe Nächte in münchen Mit einem Faschingsarrangement in die neue Ballsaison Mit Freundinnen ausgelassen Weiberfastnacht im Night Club feiern? Oder zu Rock ’n’ Roll, Boogie & Swing auf dem MSC Ball, dem jährlichen Ball der Münchner Corps, das Tanzbein schwingen? Oder bei der Fiesta Latina des Hotels Bayerischer Hof dabei sein und eine brasilianische Nacht mit Mayito Rivera & Sons of Cuba heiße Rhythmen erleben? Die Münchner Ballsaison im Bayerischen Hof bietet viele Möglichkeiten. Entdecken Sie die schönsten Bälle mit dem Faschingsarrangement. Eine Übernachtung im Doppelzimmer, inklusive Champagner-Frühstück vom Büfett, ist für 335 Euro pro Nacht im Standard Doppelzimmer und für 245 Euro pro Nacht im Standard Einzelzimmer zu buchen. Die Standard Junior Suite kostet 455 Euro pro Nacht. Das Hotel begrüßt Sie mit Faschingskrapfen auf Ihrem Zimmer. Das Angebot ist buchbar vom 2. Januar bis 14. Februar 2018.

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Let the show begin! / Carnival season at Hotel Bayerischer Hof Become part of the most beautiful balls with the hotel`s carnival package: Stay for 1 night and enjoy a luxury champagne breakfast buffet in the morning (double room 335 € /night, single room 245 € /night, junior suite 455 € / night). The package is available from January, 2 to February, 14. Geschäftsführende Komplementärin: Innegrit Volkhardt, E-Mail: info@bayerischerhof.de // www.bayerischerhof.de

Fotos: Helene Fischer: UniversalMusic, Kristian Schuller; privat, Bamberg zaubert: Archiv des BAMBERG Tourismus & Kongress Service, Foto: Sonja Krebs; privat

Enjoy multi-talent Helene Fischer in Hamburg. From July, 13 to 15, the hotel offers 2 nights with breakfast, best seats for the concert, dinner, transfers to the event and cheese & wine after the show. From 565 € p.p. Direktion: Judith Fuchs-Eckhoff / jacob@hotel-jacob.de // www.hotel-jacob.de


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Experience Culture Packages & More

Bleiche Resort & Spa / Burg im Spreewald

unst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar.” Paul Klee (1879 - 1940), deutscher Maler

China mit allen Sinnen Cineastische Themenwoche in den Landtherme Lichtspielen Ein cineastischer Streifzug ins Reich der Mitte erwartet Sie vom 26. Februar bis 2. März in den „Landtherme Lichtspielen“. Filme von Regie-Legenden wie Zhang Yimou, Wong Kar Wai und Ang Lee und Kostbarkeiten unbekannter Regisseure werden Ihnen unter der kundigen Einführung des Schriftstellers Akos Doma präsentiert. Dazu tauchen Sie ein in die Kultur des fernen China: kulinarisch begleitet von chinesisch inspirierten Gerichten und Getränken, mit passenden Entspannungsritualen und traditionellen chinesischen Massagen. Das Arrangement umfasst fünf Übernachtungen mit Frühstück und täglich ein Abendmenü mit einem thematisch passenden Hauptgericht zur Wahl, das Filmprogramm sowie die Nutzung der Landtherme mit all ihren Möglichkeiten. Pro Person ist es ab 1.195 Euro zu buchen.

Mysterious China / A cinematic trip to the Middle Kingdom Immerse yourself in the mysterious Chinese culture from February, 26 to March, 2nd: Enjoy Chinese-inspired dishes, classic films at the hotel`s cinema as well as relaxing rituals and traditional Chinese massages. 5 nights with breakfast and daily dinner menu from 1,195 € p.p. Eigentümer: Heinrich Michael Clausing / E-Mail: reservierung@bleiche.de // www.bleiche.de

Villa Geyerswörth / Bamberg

Bamberg zaubert Magie und Fantasie beim internationalen Varieté-Festival Vergessen Sie die Wirklichkeit für ein paar Tage und lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf beim Bamberger Varietéfestival „Bamberg zaubert“. Vom 13. bis 15. Juli verwandeln wieder mehr als 120 internationale Künstler die gesamte Innenstadt in einen magischen Ort. Entdecken Sie Bamberg und das zauberhafte Festival mit dem Städtereise-Arrangement der Villa Geyerswörth. Das luxuriöse Hotel liegt in bester Altstadtlage, umgeben von UNESCO geschützten Denkmälern, auf einer Flussinsel. Zwei Übernachtungen im Standard-Doppelzimmer samt reichhaltigem Frühstück vom Büfett und einem exklusiven Drei-Gang-Menü im Restaurant „La Villa“ sind zum Komplettpreis von 369 Euro für zwei Personen zu buchen. Inkludiert sind unter anderem auch eine BambergCard pro Person sowie die freie Nutzung von Sauna und Fitness.

Room for fantasy / International Cabaret Festival Bamberg From July, 13 to 15, more than 120 international artists will transform the entire city into a magical place. The hotel offers 2 nights with breakfast and a 3-course menu for 369 € for 2 people. Included is also a BambergCard. Sauna and fitness are for free. Geschäftsführer: Peter Klappen / E-Mail: info@villageyerswoerth.de // www.villageyerswoerth.de

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Experience Culture Packages & More

Trier

KARL MARX Eine Ausstellung beleuchtet das Leben des großen Denkers Karl Marx: Revolutionär, Gelehrter, Romantiker, Philosoph oder Journalist? Wer war der Mann, der mit seinen Werken die Welt veränderte, der in aller Welt so bekannt, aber auch so umstritten ist? Wer oder was prägte ihn? Im Jahr 2003 landete Karl Marx bei der TV-Ranking-Show „Die größten Deutschen“ auf dem dritten Platz, vor ihm nur Adenauer und Luther. Das Bild des bärtigen Revolutionärs ist so berühmt wie seine Werke „Das Kapital“ und das „Kommunistische Manifest“. Den Menschen Marx und sein Leben kennen jedoch nur wenige. Die große rheinland-pfälzische Landesausstellung „KARL MARX 1818 – 1883. LEBEN. WERK. ZEIT.“ in Trier will das ändern. Anlässlich des 200. Geburtstags zeigen das Rheinische Landesmuseum und das Stadtmuseum Simeonstift in Trier Leben und Wirken des berühmtesten Trierer Sohnes mit zahlreichen Exponaten auch aus Karl Marx‘ privatem Umfeld.

The great thinker / Karl Marx exhibition in Trier On the occasion of the 200th birthday of Karl Marx, the Rheinische Landesmuseum and the Stadtmuseum Simeonstift Trier show the life and work of the controversial revolutionist in a large exhibition, including numerous exhibits from Karl Marx‘s private environment. // www.karl-marx-ausstellung.de

Sheraton Carlton Hotel Nürnberg

Klassik im GRünen

Europas größter und grünster Konzertsaal, der Nürnberger Luitpoldhain, ist am 22. Juli und 4. August 2018 wieder Schau- und Hörplatz des KLASSIK OPEN AIR der Stadt Nürnberg. Eine bunte Stadtgesellschaft trifft sich dann zum entspannten Picknick mit Wunderkerzen und Feuerwerk, um bester Musik zu lauschen. Klassik-Kenner und Sound-Einsteiger lagern friedlich und entspannt auf der grünen Wiese, reagieren spontan mit Applaus und Tanzeinlagen. Jung und Alt, Familien und Freunde pilgern zu diesem atemberaubenden Bürgerfest, das mal als „Woodstock der klassischen Musik“ bezeichnet wurde. Es ist die große Bühne für Nürnbergs Orchester – bei freiem Eintritt. Seien Sie dabei und sichern Sie sich ein paar unvergessliche Tage in Nürnberg mit dem Nürnberg CityTour-Paket im Sheraton Carlton Nürnberg. Das Hotel heißt Sie im Herzen der Stadt willkommen. Fünf Sterne, ein komplett rauchfreies, modernes Ambiente und viel Komfort in zentraler Lage erwarten Sie. Die Altstadt mit dem Germanischen Nationalmuseum ist nur einen kleinen Spaziergang entfernt. Im Arrangement sind eine Übernachtung inklusive Frühstücksbüfett und eine Nürnberg-Card pro Person enthalten. Das Arrangement ist für 169 Euro pro Person zu buchen.

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Classic Open Air / Dreaming under the starry sky On July, 22 and August, 4 the Classic Open Air takes place at Europe‘s largest and greenest concert hall, the Nuremberg Luitpoldhain. Enjoy the concerts as a guest at Sheraton Carlton Nürnberg: 1 night, breakfast and the Nuremberg Card can be booked from 169€ p.p. Leitung: Werner Rübsamen / E-Mail: info@carlton-nuernberg.de // www.carlton-nuernberg.de

Fotos: Karl Marx: Willi Sitte; Klassik Open Air: Uwe Niklas

Die große Bühne im Nürnberger Luitpolthain


kunst buch

Chapeau! Audrey Hepburns Hüte

City Lights Metropolen bei Nacht

Geschenk des Himmels Audrey Hepburn war als Schauspielerin der Star vieler großartiger Hollywood-Produktionen. Ihr Status als globale Stilikone ist aber auch auf ihre exquisite Auswahl an Kopfbedeckungen zurückzuführen. Hepburns Hüte waren über Jahrzehnte ein Geschenk des Himmels – nicht nur für die Kinoleinwand, sondern auch für jedes Hochglanzmagazin.

Städte, die nie schlafen Nachts sind alle Städte grau? Der Fotograf Vincent Laforet belehrt uns eines Besseren. In dem neuen Bildband City Lights veröffentlicht er neue Eindrücke von leuchtenden Metropolen wie New York, London und Sydney, die sich bei Einbruch der Nacht auf atemberaubende Art und Weise präsentieren. Einzigartige Luftaufnahmen, die er aus einer Höhe von bis zu 3.000 Metern fotografierte, bieten einen Blick in Häuserschluchten und faszinierende urbane Lichtmuster. So kann der Betrachter das pulsierende Leben in Berlin von oben, aber auch das Leben auf der Überholspur in Los Angeles neu entdecken.

Die berühmtesten Designer der Welt standen Schlange, um Hepburns Glamour, ihre neu erfundene Schönheit einkleiden zu dürfen. Von Givenchy, Mr. John, Dior, Cecil Beaton bis hin zu Balenciaga – sie inspirierten Hepburn, setzten Trends und zementierten letztlich ihren Ruf. Denn wer einen Hut für Hepburn entworfen hatte, dem war ein fester Platz in der Modegeschichte sicher. Neben den zahlreichen, qualitativ hochwertigen Fotos erfährt der Leser spannende Hintergründe zu Audrey Hepburn und ihre Verbindung zu den Hutdesignern sowie zur Entstehung der Fotos. CHAPEAU! / Audrey Hepburns Hüte / June Marsh / 128 Seiten / Deutsch ISBN 978-3-03876-116-7 / 29,90 € / Verlag Midas Collection

Helvetica Fotografischer Blick auf die Schweiz Ein Gegenbesuch „Helvetica“ ist eine fotografische Auseinandersetzung mit der Schweiz. Über ein halbes Jahrzehnt hat der Fotojournalist Andreas Herzau das Land immer wieder besucht und die verschiedensten Orte, Sujets und Menschen festgehalten. Ihm geht es nicht um Reportage-Fotografie im berichtenden Sinn, sondern darum, eigene, oft von Klischees verstellte Vorstellungen mit dem Vorgefundenen abzugleichen. Er zeigt ein Land, das er für seine Errungenschaften schätzt – auch wenn er bald erkennt, dass es sich mit den eigenen Ansprüchen schwertut. Als eine Nation von großem wirtschaftlichen Wohlstand, gefestigt durch eine lange Tradition liberaler Demokratie und politischer Neutralität, bestehen dennoch starke nationale Abwehrreflexe. Herzau umkreist die Widersprüche des helvetischen Selbstbildes und reflektiert seine eigene Rolle als Fremder. Ein Auslöser für die Arbeit war René Burris berühmtes Buch «Die Deutschen» aus dem Jahr 1962. Herzau entwickelte die Idee, den Schweizern einen Gegenbesuch abzustatten, analog zu Burris Werk. Helvetica / Fotografischer Blick auf die Schweiz / Andreas Herzau mit Gedichten von Eugen und Nora Gomringer / 104 Seiten / 70 Fotografien / 34 x 22.5 cm / Deutsch ISBN 978-3-03850-039-1 / 38,00 € / Verlag Nimbus

Vincent Laforet, 1975 in der Schweiz geboren, gehört zu den Pionieren zeitgenössischer Fotografie. Der Pulitzer-Preisträger wird als Vorreiter betrachtet sowohl für seine innovativen Tilt/Shift-Luftaufnahmen als auch im Umgang mit den HD-fähigen DSLR-Kameras. Die New York Times zählte Laforet schon im Jahr 2005 zu den 100 einflussreichsten Fotografen der USA. City Lights / Metropolen bei Nacht / Vincent Laforet / 240 Seiten ca. 132 Abbildungen / 29,5 x 37,5 cm / Deutsch / ISBN 978-3-86690-645-7 78,00 € / National Geographic

Holga Die Kunst des Einfachen Blick durch die Plastiklinse Der neueste Bildband von Michael Kenna ist eine Liebeserklärung an einen in vieler Hinsicht ungewöhnlichen Fotoapparat. Ohne viel Schnickschnack und billig produziert kam die Holga 1982 in Hong Kong auf den Markt. Mit seiner einfachen Plastiklinse und nur einer Verschlusszeit war das Gerät für Laien gedacht, die ihre Urlaubserlebnisse mit einem schnellen Klick festhalten wollen. Die wussten die besondere Ästhetik der Bilder allerdings weit weniger zu schätzen als Kunstfotografen, bei denen die Mittelformatkamera schnell zu einem ihrer bevorzugten Werkzeuge avancierte. Michael Kenna ist seit rund dreißig Jahren mit der Holga unterwegs. Ihn reizt gerade die Unberechenbarkeit der Kamera, die durch extreme Vignettierung, Unschärfen und unregelmäßige Lichtflecken faszinierende und immer wieder überraschende Resultate liefert. Aus seinem großen Holga-Archiv hat der Fotograf jetzt seine besten Aufnahmen ausgewählt. Mit einem Mix aus surrealer Intensität und ätherischer Leichtigkeit erzeugen die eleganten Schwarz-weiß-Motive eine so berührende Stimmung, dass man sich fragt, wie man mit einer so unspektakulären Kamera so schöne Bilder machen kann. Holga / Michael Kennna / 152 Seiten / 118 s/w Abbildungen 24,0 x 28,0 cm / Englisch / ISBN 978-3-7913-8377-4 / 49,95 € / Verlag Prestel

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Sports and spa

sport und spa


Das GroSSe Gähnen Der Frühling ist da und mit ihm wieder diese bleierne Müdigkeit. So paradox das klingt: Gegen die Frühjahrsmüdigkeit hilft vor allem ein erholsamer Schlaf. Wie man den auch auf Geschäftsreise bekommt? Och, da gibt es schon so einiges, was man tun kann. Text: Franziska Grosswald


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al ehrlich: Schäfchenzählen als Einschlafhilfe hat doch noch nie wirklich geholfen. Und heiße Milch mit Honig kann auf Dauer auch keine Lösung sein. Wie so oft im Leben, gibt es eben auch für das Finden der Nachtruhe kein Patentrezept. Und so sucht jeder, der sich nachts regelmäßig schlaflos in den Kissen herumwälzt, nach einem Mittel, um irgendwie die ersehnte Bettschwere zu erlangen. Neuesten Studien zufolge leidet etwa jeder dritte Mensch an zumindest sporadisch auftretenden Ein- und Durchschlafstörungen. Mit den Folgen ist nicht zu spaßen. So können bereits leichte Schlafstörungen den Alltag stark beeinträchtigen: Betroffene fühlen sich müde und antriebslos, sind unkonzentriert bei der Arbeit und häufig gereizt. Die Übermüdung kann aber auch auf die Organe schlagen: Herz-Kreislauf-Probleme oder Magen-Darm-Erkrankungen sind keine Seltenheit.

Wege aus dem Winterschlaf Dass sich viele Menschen aber jetzt, zu Jahresbeginn, schlapp und ausgepowert fühlen, hat eine andere Bewandtnis. Während es die Natur mit geballter Kraft überall knospen und sprießen lässt, Krokusse und Narzissen in den Vorgärten leuchten und die Vögel in den Zweigen zwitschern, würden sie sich am liebsten die Bettdecke über den Kopf ziehen. Denn die Frühjahrsmüdigkeit hat sie fest im Griff. Warum? Weil wir der Natur hinterherhinken. Unser Organismus ist nämlich noch immer auf Dunkelheit und Kälte eingestellt, und das plötzliche Mehr an Licht und Wärme macht ihm zu schaffen. „Steigen draußen die Temperaturen, weiten sich die Gefäße. Das Blut ‚versackt‘ regelrecht. Der Blutdruck sinkt, und wir fühlen uns schlapp“, erklärt PD Dr. med. Harald J. Schneider vom Zentrum für Endokrinologie und Stoffwechsel Nymphenburg. Auch der Hormonhaushalt sei noch auf Winterzeit eingestellt: „Der Spiegel des ‚Schlafhormons‘ Melatonin ist nach der langen Phase der Dunkelheit noch immer erhöht. Gleichzeitig ist das Serotonin, ein Hormon, das uns wach und aktiv macht, erniedrigt“, so Schneider. Aber auch ein Vitamin-

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Sports and Spa sleeping

mangel kann Müdigkeitszustände verursachen. Weil wir im Winter weniger Licht abbekommen haben, sind die Depots des „Sonnenvitamins“ D verbraucht, das der Körper nur selbst bilden kann. Wie lange der Organismus braucht, um in den Frühlingsmodus zu schalten, ist individuell verschieden. Bei manchen dauert es nur ein paar Tage, bei anderen auch mal ein paar Wochen. „In der Regel sind die Symptome aber spätestens nach einem Monat verschwunden“, tröstet Dr. Schneider. Dass manche Menschen stärker von der Frühjahrsmüdigkeit betroffen sind und andere überhaupt nicht, ist auch ein wenig geschlechterabhängig. „Natürlich gibt es Menschen, die generell empfindlicher auf äußere Reize reagieren und denen jeder Wetterumschwung zu schaffen macht. Tatsache ist aber, dass mehr Frauen an Frühjahrsmüdigkeit leiden als Männer. Das hat damit zu tun, dass Frauen einen niedrigeren Blutdruck haben und sich die Symptome deshalb noch stärker bemerkbar machen“, so der Mediziner.

Runter vom Sofa! Hilflos ausgeliefert ist man dem Frühlingstreiben aber nicht. Im Gegenteil: Man kann seinen Organismus bei der Umstellung unterstützen. Zum Beispiel, indem man sich aufrafft und seine müden Glieder in Schwung bringt. Denn: Aktiven Menschen fällt die Umstellung leichter als Couch Potatoes. Dr. Schneider empfiehlt deshalb, raus an die frische Luft zu gehen und sich zu bewegen: „Bewegung ist das beste Mittel, um den Blutdruck anzukurbeln. Jeden Tag mindestens eine halbe Stunde spazieren gehen, Fahrradfahren oder Gartenarbeit bringen schon deutliche Besserung.“ Besonders wenn das Schlafbedürfnis tagsüber groß wird, wirkt es Wunder, kurz ins Freie zu gehen und sich die Beine zu vertreten. Das Tageslicht lässt zudem den Melatoninspiegel sinken, und der Körper kann wieder Vitamin D tanken. Dr. Schneiders persönlicher Tipp: Morgengymnastik! Kniebeugen, Rumpfdrehen, Beckenkreisen – danach fühle man sich gleich viel frischer und konzentrierter. Auch über die Ernährung lässt sich der Frühjahrsmüdigkeit beikommen. „Im Winter essen wir energiereicher, weil der Körper bei Minusgraden ja auch mehr Kalorien braucht“, weiß Dr. Schneider. „Das viele und fettige Essen macht uns aber träge. Eine Umstellung auf eine vitamin- und ballaststoffreiche Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten bringt den Darm in Bewegung und uns wieder auf Trapp.“ So richtig in Schwung kommt der Organismus in der Sauna. Durch das Schwitzen werden Giftstoffe ausgeschwemmt, der Körper wird entschlackt und gereinigt – wir machen sozusagen intern Frühjahrsputz. Aber auch Wechselduschen regt den Kreislauf und damit die Durchblutung an: Das kalte Wasser bewirkt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen, warmes lässt sie wieder weiter werden. Ein super Training also. Falls sich das Nickerchen am Mittag nicht vermeiden lässt, ist es aber wichtig, sich den Wecker zu stellen. Denn länger als eine halbe Stunde sollte das Powernapping nicht dauern, warnt Dr. Schneider, sonst kommt man nicht wieder in die Gänge. „So eine kleine Siesta kann tatsächlich die Lebensgeister wecken. Achten Sie aber darauf, auch generell ausreichend zu schlafen, am besten 8 bis 9 Stunden täglich“, lautet sein Rat.

Fotos: istock/LdF

Auf die Schlafqualität achten Doch genau dies gelingt vielen nun eben nicht. Und auch Menschen, die sonst nicht unter Schlafstörungen leiden, kennen das Phänomen, partout nicht schlafen zu können, zum Beispiel wenn sie auf Reisen sind. Wer

beruflich viel unterwegs ist und aus dem Koffer lebt, kann davon ein Lied singen. Dabei wäre ein gesunder, erholsamer Schlaf nach der langen Anreise per Auto, Zug oder Flugzeug und anschließendem Meeting-Marathon dringend notwendig. Doch abends im Hotel finden viele nicht die nötige Ruhe. Warum ist das so? Schlafforscher nennen das den „First-Night-Effect“: Dieser menschliche Urinstinkt ist ein Mechanismus unseres Gehirns, der uns während des Schlafens in einer fremden Umgebung vor Gefahren schützen soll. Hierbei bleibt die eine Hirnhälfte immer etwas wacher als die andere. Eigentlich eine geniale Sache, nur bewirkt dies eben auch, dass wir auf Reisen – zumindest in der ersten Nacht – schwerer einschlafen, nicht in die normalen Tiefphasen kommen und bei jedem noch so kleinen, ungewohnten Geräusch aufwachen. Die Schlafexpertin Christine Lenz, die seit zwanzig Jahren Menschen mit Schlafproblemen behandelt, rät deshalb, auf Reisen stets einen Gegenstand dabei zu haben, der nach Zuhause riecht, etwa ein kleines Kissen oder den Schlafanzug des Partners. Dies schaffe eine „bekannte, vertraute und entspannte Umgebung“ im Hotelzimmer, so die Wissenschaftlerin. Zudem sollten Geschäftsreisende sich selbst disziplinieren und nicht bis direkt vorm Zubettgehen mit Laptop und Smartphone hantieren. Die LED-Displays dieser Geräte haben nämlich einen hohen Anteil an blauem Licht, welches das Gehirn als Tageslicht interpretiert. Mit der Folge, dass die Ausschüttung von Melatonin verhindert wird. Manche Menschen reagieren aber auch empfindlich auf etwaige Lichtquellen im Hotelzimmer, etwa die Anzeige von digitalen Weckern oder das Stand-by-Licht des Fernsehers. Hier kann eine Schlafmaske helfen. Und was, wenn man partout nicht einschlafen kann? Dann, so Lenz, solle man auf den Balkon gehen oder einen Spaziergang über die Hotelanlage unternehmen. Oder ein ödes Buch lesen. Langeweile ist ja so perfekt zum Einschlafen! 2

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tipps

zum entspannten Einschlafen und erholten Aufwachen:

a Für alle, die abends noch am Bildschirm arbeiten wollen: Spezielle Apps wie zum Beispiel f.lux reduzieren den Blau-Anteil des LED-Lichts von Laptop & Co., der sonst das Einschlafen behindert. a Treiben Sie möglichst nicht direkt vor dem Zubettgehen Sport, wenn Sie es nicht gewöhnt sind. Hierbei werden Hormone ausgeschüttet, die den Körper wachhalten. Gegen einen entspannten Spaziergang oder gemütliches Radeln am Abend ist nichts einzuwenden. a Verzichten Sie abends auf fettiges und ballaststoffreiches Essen, denn das belastet den Magen. a Auch Alkohol am Abend wirkt sich negativ auf die Qualität des Schlafes aus. Zwar helfe Alkohol beim Einschlafen, so Schlafforscherin Christine Lenz, doch schon in der zweiten Nachthälfte habe die Leber den Alkohol so weit abgebaut, dass dieser wieder anregend wirke. Mit der Folge, dass man wieder aufwacht.

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auf der „streif“ fährt wieder der teufel mit Das legendäre Hahnenkammrennen in Kitzbühel gilt seit 78 Jahren als das „brutalste“, was es an Sportevents in den Alpen gibt. Damit der Mythos nicht stirbt, zahlen manche einen hohen Preis. Text: FRÈDÈRIC VACHERON

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w RAUS UND DURCH Mit Tempo 120 in die Mausefalle und dann ein Sprung bis zu 80 Metern weit. Können und Glück müssen sich die Hand reichen.

Sports and Spa Die Streif

en die Angst dort oben packt, ist fehl am Platz. Denn wer hier mit seinen angeschnallten Skiern steht, kann nicht mehr zurück. Im Starthaus der Kitzbüheler „Streif“ gibt es keinen Hinterausgang, nur einen Vorderausgang, und der führt geradewegs in ein tiefes Loch, in einen weißen Abgrund, in den Starthang. „Richtig Angst hatte ich eigentlich nur einmal in meiner Karriere“, sagt der Schweizer Didier Cuche, „das war, als ich zum ersten Mal am Start des Hahnenkamm-Rennens stand.“ Später hat er das Rennen fünf Mal gewonnen – Rekord bis heute. Die Kitzbüheler „Streif“ ist die berühmteste Abfahrtsstrecke der Welt. Und am Mythos wird Jahr für Jahr gearbeitet. 2018 findet das Hahnenkammrennen zum 78. Mal statt. Mehr Spektakel in den Alpen gibt es nirgendwo. Man muss also nur losfahren. Eins, zwei, drei, vier zählen, Stöcke rein – und ab geht es. Das Gefälle beträgt 50 Prozent, auf den ersten 150 Metern beschleunigt der Skifahrer wie ein Ferrari, von denen im Ort während der „Streif“ einige ihre Runden drehen. „So muss man sich fühlen, wenn man ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springt“, sagte einst Marc Girardelli über den Augenblick, in dem sich die Rennfahrer aus dem Starthaus katapultieren. Acht Sekunden später sind sie an der gefährlichsten Kuppe des Skirennsports. Mit Tempo 120 geht es dann links in die Mausefalle hinein, die ein Gefälle von 85 Prozent hat, einen 70 bis 80 Meter weiten Sprung auslöst und auf blankem Eis endet. Die Belastung der Fahrer hier oben ist enorm. Die Rennfahrer haben dort das Zehnfache ihres Gewichts in den Beinen. Die Mausefalle – das ist nur der Anfang. Die „Streif“ ist 3312 Meter lang, 6350 Meter Fangnetze zäunen sie ein. Sie ist komplett mit Kunstschnee präpariert und vereist. Die Athleten müssen 860 Höhenmeter überwinden. Die Strecke ist gespickt mit Abschnitten, die mit einem Tonfall zwischen Bewunderung, Verehrung und Warnung in der Stimme gesprochen werden: Karussell, Steilhang, Lärchenschuss, Hausbergkante, Traverse, schließlich das Grande Furioso, der 68 Prozent steile Zielhang. Pistenabschnitte, die zahlreiche Karrieren beendet haben, brutale Geschichten von schweren Unfällen erzählen und die Helden geschaffen haben. Auf halber Strecke die berühmte Seidlalm, Geburtsort des Weltcups. Der französische Journalist Serge Lang, Honoré Bonnet und Bob Beattie, die Teamchefs Frankreichs und der USA, saßen im Winter 1966 in der Seidlalm-Hütte und diskutierten über die Zukunft des Skirennsports. Die Idee eines alpinen Skiweltcups wurde geboren und ein Jahr später Wirklichkeit. In Kitzbühel wurde nicht nur der Weltcup geboren, sondern vor allem eine Skilegende namens Toni Sailer. Der dreifache Olympiasieger und siebenfache Weltmeister sorgte nicht nur als „Schwarzer Blitz aus Kitz“ für zwei Siege auf der Streif, er war auch zwanzig Jahre Rennleiter der Hahnenkammrennen. Den bisherigen Höchstgeschwindigkeitsrekord hält der Österreicher Michael Walchhofer. 2006 wurde er mit 153 Kilometern pro Stunde gemessen, die Durchschnittsgeschwindigkeit für die komplette Strecke liegt bei mehr als 105 Kilometern pro Stunde. Der historische „King of Kitzbühel“ ist jedoch der Lokalmatador Andreas Moterer, der sich in den 1950er-Jahren mit neun Siegen in die Geschichtsbücher eintrug: zweimal Abfahrt, dreimal Slalom, viermal Kombination.

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Sports and Spa Die Streif

PLAKATWETTBEWERB Nach der „Streif“ ist vor der „Streif“. Für 2019 sucht der Kitzbüheler Ski Club wieder ein Plakat. Das Siegermotiv wird Mitte 2018 vorgestellt.

Das Hahnenkammrennen gilt als das anspruchsvollste, gefährlichste, spektakulärste und brutalste Rennen der Welt. Die Fahrer wissen also, worauf sie sich einlassen. Stürze sind vorprogrammiert, gehören quasi zum Spektakel. Die Zuschauer warten fast darauf. Und sie tun ihnen den Gefallen: knallen in die Fangnetze, schlagen am Zielhang auf der eisigen Piste auf, rappeln sich wieder hoch oder bleiben liegen. 1989: Der Amerikaner Brian Stemmle prallt bei der Steilhang-Ausfahrt ins Netz und liegt tagelang in Innsbruck auf der Intensivstation. Stemmle klagt wegen der zuvor von den Trainern schon bezweifelten Funktionstüchtigkeit der Sicherheitsnetze und gewinnt gegen den Skiclub. Er kehrt Jahre später wieder auf die Streif zurück, muss nach einem weiteren Sturz 1999 aber seine Karriere beenden. 1996 stürzt der Österreicher Andreas Schifferer beim Zielsprung: Schädel-Hirn-Trauma. 2008 stürzt der Amerikaner Scott Macartney beim Zielsprung: Schädel-Hirn-Trauma, tagelanges Koma. 2009 stürzt der Schweizer Daniel Albrecht ebenso beim Zielsprung: drei Wochen künstliches Koma. Hans Grugger erwischt es noch schlimmer. Der Österreicher verliert 2011 während eines Trainingslaufs in der Mausefalle das Gleichgewicht. Er schlägt hart auf Rücken und Kopf auf. Lebensgefahr, Koma, Karriereende.

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Die Liste ist nicht komplett. Die Tageszeitung „Die Presse“ schrieb einmal: Die Streif ist ganz und gar unösterreichisch, sie ist nämlich kompromisslos. Das Rennen in Kitzbühel hat nichts mit Skifahren zu tun. Es ist die alpenländische Variante des Stierkampfs, in Anspielung auf den bekannten Sponsor. Nur dass der Stier aus der Dose kommt und Helme und Trikots der „Opfer“ ziert. Natürlich gab es nach jedem tragischen Sturz Sicherheitsdiskussionen. Der Zielsprung wurde 2011 entschärft, aber es darf doch auch nicht zu brav werden. Die Gefahr gehört zum Mythos. „Der Teufel schläft nie“, sagt der Rennfahrer Max Franz, „hier kann immer etwas passieren.“ Muss etwas passieren? Der Teufel darf nicht schlafen, denn es geht auch ums Geschäft. Auf 40 Millionen Euro wird der Umsatz geschätzt, den die Region in der Rennwoche im Januar macht, dazu kommt ein unbezahlbarer Werbewert für den Ort Kitzbühel. Dank der vielen Hütten, Cafés und Bars ist auch das Après-Ski-Treiben spitzenmäßig. Doch die Konkurrenz in den Bergen schläft auch nicht. Spektakuläre Sportereignisse gibt es inzwischen viele in den Alpen. Freestyle Skiing oder Snowboard-Wettbewerbe locken besonders ein junges Publikum, bei dem die alten Geschichten von ehemaligen Helden nicht mehr ziehen. Die Streif muss also ihren Reiz zurück-


Fotos: privat

bekommen, sagte sich vor drei Jahren zum 75. Jubiläum der Rennstrecke Hannes Trinkl. Der ehemalige österreichische Top-Abfahrer, Weltmeister von 2001, firmiert beim Weltverband (Fis) als Speed-Renndirektor. Er ließ die Strecke wieder schärfer machen und den berüchtigten Zielsprung wieder aufbauen. „Wer da nicht gern runterfährt“, sagte Trinkl, „der kann kein Abfahrer sein.“ „Da ist dieser Kick. Es ist das schönste Glücksgefühl, durch das Ziel zu fahren und eine so schwierige Aufgabe gemeistert zu haben. Diesen Mut haben nur wenige“, sagte der Schweizer Rekordsieger Didier Cuche der „WAZ“. „Es ist ein Ritt durch das Inferno.“ 2016 musste die Jury das Rennen nach drei schweren Stürzen und dreißig Startern abbrechen. Die drei Rennfahrer, der norwegische WeltcupSpitzenreiter Aksel Lund Svindal, der Super-G-Weltmeister Hannes Reichelt und dessen österreichischer Teamkollege Georg Streitberger, hatten an der gleichen Stelle kurz vor der Traverse die Kontrolle verloren und waren in die Netze geflogen. Rettungshubschrauber brachten sie von der Piste. 2018 heißt es: The show must go on! A bisserl Angst fährt also am Hahnenkamm jetzt wieder mit. 2

Unser Partnerhotel in Kitzbühel Hotel zur Tenne Im Herzen der Altstadt gelegen, lädt das Traditionshotel im typischen Tiroler Ambiente zum Genießen, Feiern und Entspannen ein. In Kooperation mit Moët & Chandon Österreich und Stone Island bietet die Winter Lounge einen besonderen Platz zum Wohlfühlen. Dafür sorgen warme, kuschelige Felle und Decken, gemütliche Loungesofas, Hocker und ein Holzofen. Ein großer Altholztisch bietet für 20 Personen Platz und ist von Tannenbäumen umgeben. Das Ambiente lädt nach einem aufregenden Skitag zum Après-Ski oder nach einem ausgiebigen Einkaufsbummel zum Relaxen ein. // www.hotelzurtenne.com

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Genießer Hotel Historischer Krug / Oeversee

Schlüssel zur Gesundheit Ayurveda-Woche zwischen Nord- und Ostsee Bereits vor mehr als 5.000 Jahren lehrten und praktizierten die indischen Weisen den Ayurveda. Mittlerweile schwören auch viele Menschen ­hierzulande auf das Potenzial dieser ganzheitlichen Heillehre, bei der Ernährung, Bewegung und Massagen Hand in Hand gehen. Seit vielen Jahren schon gilt das Genießer Hotel Historischer Krug in Oeversee als Vorreiter auf dem Gebiet des Ayurveda, der das Ziel hat, physiologische, aber auch seelische Störungen durch individuell auf den Menschen abgestimmte Rituale wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Ayurveda-Woche mit sieben Übernachtungen inklusive Frühstück und Abendessen sowie täglichen Anwendungen, die von Ayurveda-Therapeuten durchgeführt werden, ist zum Preis ab 1.079 Euro pro Person buchbar.

Key to life / Ayurvedic week for body and soul Reconcile your body and mind during an Ayurvedic week at Genießer Hotel Historischer Krug composed of 7 nights, half board and daily Ayurvedic body treatments. The offer can be booked from 1,079 € p.p. Inhaberin: Lenka Hansen-Mörck / E-Mail: info@historischer-krug.de // www.historischer-krug.de

Was jetzt guttut Aktiv sein und entspannen in den MOSAIK-Hotels Sports & Spa Calm down with the offerings of our MOSAIK hotels

Winter, Wellen, Wellness Private Wellness-Momente in der neuen Spa-Suite Der Winter an der Nordsee hat seinen ganz besonderen Charme: Das direkt am Strand gelegene Badhotel Sternhagen lädt seine Gäste ein, diese wunderbare Zeit, in der man die Meeresluft bei einem Spaziergang besonders intensiv atmet und schmeckt, für einen Aufenthalt zu nutzen und neben erholsamen Momenten in der großzügigen Meerwasser-Badelandschaft oder im „Original Nordsee-Thalasso-Spa“ kulinarische Highlights in den ausgezeichneten Panorama-Restaurants zu genießen. Eine ganz neue Dimension des Entspannens bietet die neue 75 qm große Privat-Spa-Suite, die mit einer großen Balkonterrasse, einem Schlaf- und einem Wohnzimmer sowie einem großzügigen Bad inklusive Sauna mit Blick aufs Meer sowie einer Doppel-Whirlwanne ausgestattet ist. Mit jedem Schiff, das fast in Zeitlupe am H ­ orizont vorbeizieht, verfliegt auch die Hektik des Alltags.

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Winter wellness / New Spa suite for private enjoyment Badhotel Sternhagen welcomes its guests to relaxing moments. The new ­ 75 sqm Private Spa suite has a large balcony terrace, both a bedroom and a living room as well as a spacious bath with sauna overlooking the sea. Eigentümer: Familie Sternhagen / E-Mail: sternhagen@badhotel-sternhagen.de // www.badhotel-sternhagen.de

Fotos: privat, Lenzerheide Marketing und Support AG; Fotolia, mauritius images / Pedro Perez.

Badhotel Sternhagen / Cuxhaven


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Hotel Paradies / Ftan im Engadin

Ein Stück vom Paradies Exklusiver Member Club „Il Paradis“ im Dezember eröffnet

Das „Paradies“ in Ftan im Engadin war schon immer ein Geheimtipp für Menschen, die auf diskreten Luxus Wert legen. Dank des im Dezember eingeführten Club-Konzepts wird das feine Fünf-Sterne-Hotel für seine Gäste nun tatsächlich ein zweites Zuhause fernab des Alltagsstresses. Viele Stammgäste haben sich ihren Urlaub im „Paradies“ durch eine Mitgliedschaft bereits gesichert. Um die Exklusivität zu wahren, wurde die Zahl der Mitgliedschaften bewusst auf 200 für jeweils zwei Personen beschränkt. Kost, Logis und alle Erlebnisse vor Ort sind in der Gebühr bereits inbegriffen. Die Mitglieder können einfach nur sein, genießen, à discretion ausspannen – und sogar Gepäck, Skier oder andere Sportgeräte vor Ort deponieren, damit alles bereitsteht, wenn sie wieder einmal in ihr zweites Zuhause zurückkehren. Daneben kann das Hotel auch weiter für Tagungen oder Feste gemietet werden. Eine kleine Tür zum Paradies gibt es für spontane Gäste dennoch: Einzelmemberships sind jedoch rar.

Welcome to the club! / New membership concept Elegant, luxurious and very exclusive: Established since December, the new club concept of the Hotel Paradies has made it possible for guests to secure a small piece of the „Garden of Eden“ by acquiring a membership. Eigentümer: Familie Rahe / E-Mail: club@paradieshotel.ch // www.paradieshotel.ch

Arosa Kulm Hotel & Alpin Spa / Arosa

Ski Romance Schneevergnügen ohne Ende Das Skigebiet Arosa-Lenzerheide ist eine Traumdestination für Wintersportfans. Skifahrer und Snowboarder erwarten 225 Pistenkilometer sowie 41 Seilbahnanlagen in der nun größten zusammenhängenden Wintersportarena des Kantons. Für Gäste des Arosa Kulm Hotels könnte der Tag folgendermaßen starten: Aufwachen, bei einem leckeren Frühstück munter werden und danach ab ins Schneevergnügen, denn das Pistennetz startet direkt vorm Haus. Damit der Snowpowder-Spaß noch runder wird, bietet das Hotel bis zum 8. April wieder seinen Klassiker an, und zwar das Arrangement „Ski Romance“, das ab 2.217,50 CHF pro Person gebucht werden kann. Gäste genießen sieben Übernachtungen mit Frühstück und werden mit dem „Kul(m)inarischen Dine Around“ verwöhnt: Freuen Sie sich auf raffinierte Menüs in allen sechs Restaurants des Hauses! Mit dem Vier-Tage-Skipass geht es ab in den Schnee. Danach heißt es relaxen bei einer Massage (25 Min.), zudem gibt es 10 Prozent Rabatt auf weitere Spa-Anwendungen.

Ski romance / Snow fun nonstop Enjoy 7 nights and „Kul (m) inarian Dine Around“: Look forward to refined menus in all six restaurants of the house! The 4-day ski pass takes you off into the snow. Relax with a massage (25 min.). 10% discount on other spa treatments. From 2217.50 CHF p.p. Inhaber: Nicole und André Salamin / E-Mail: info@arosakulm.ch // www.arosakulm.ch

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ebe dein Leben nie ohne ein Lachen, denn es gibt Menschen, die von deinem Lachen leben.” Autor unbekannt

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Land & Golf Hotel Stromberg / Stromberg

Karibische Winter-auszeit Balance & Spa-Tage zum Wärmen und Wellnessen Es gibt einen Ort, an dem sprudeln auch jetzt, mitten im Winter, heiße Quellen. Der Duft seidiger Lotions und Öle erinnert an Sonne und Wellen, an tropische Früchte und Blüten und führt gedanklich an karibische Strände. Das Land & Golf Hotel Stromberg weiß genau, was wärmehungrige Gäste jetzt brauchen und hat sich mit seinem Balance & Spa-Package mal wieder ein Arrangement einfallen lassen, dem man nicht widerstehen kann: Tauchen Sie ab in einem Südseezauber-Bad und lassen Sie sich fallen bei einer Hot Stone-Ganzkörpermassage. Das Arrangement zum Preis ab 339 Euro pro Person beinhaltet zweimal träumen in einem der Design-Zimmer oder Suiten, schlemmen vom Vital-Frühstücksbüfett, ein Vier-Gang-Dinnermenü sowie unzählige Wohlfühlleistungen: Entspannen im SOONWALD Spa, aktiv sein bei zahlreichen Sportangeboten, jeden Freitag und Samstag schwofen zu Livemusik in der Birdie-Bar oder Film-Erlebnisse im hoteleigenen Kino: Alles kann, nichts muss – Sie haben die Wahl.

Balance & Spa / An offer you cannot resist The Land & Golf Hotel Stromberg has come up with another irresistable package: It includes 2 nights, breakfast, a 4-course dinner menu, a South Sea magic bath, a hot stone full body massage as well as countless other services. From 339 € p.p. Direktor: Andreas Kellerer / E-Mail: i­nfo@golfhotel-stromberg.de // www.golfhotel-stromberg.de

Hotel Zur Tenne / Kitzbühel

Nur gemeinsam sind wir stark! Actiongeladene Incentives für begeisterte Mitarbeiter und Kunden Themen wie Mitarbeitermotivation und Kundenbindung sind heutzutage mehr denn je entscheidende Erfolgsfaktoren im Business. Sie wollen Ihrem Team einmal danke sagen für die tolle Arbeit, die es leistet? Oder Sie wollen einem treuen Kunden eine besondere Überraschung bereiten? Dann hat das Hotel Zur Tenne das Richtige für Sie: ein Incentive-Special, bei dem Sie außergewöhnliche Erlebnisse teilen und damit das Wir-Gefühl stärken. Die Outdoorprofis von element3, mit denen das Hotel zusammenarbeitet, stellen sich ganz auf Ihre Wünsche ein. Ob Balloning, Rafting, Tandem-Paragliding oder Fallschirmspringen, Floß bauen, Husky-Abenteuer, Eisklettern, GPS Schatzsuche oder einfach nur Wandern und Einkehren. Das Package umfasst zwei Übernachtungen mit Frühstück, Cocktailempfang und einen Tiroler Abend mit Vier-Gang-Menü inklusive Getränken und ist ab 271 Euro pro Nacht für zwei Personen im Doppelzimmer vom 1. April bis 21. Dezember zu buchen.

Together strong / Team building incentive special Be it rafting, ice climbing, a Husky adventure or a treasure hunt - this team building package will thrill your staff. 2 nights, breakfast, cocktail reception and a Tyrolean 4-course menu including drinks from 271 € per night for 2. Inhaberin: Innegrit Volkhardt / E-Mail: info@hotelzurtenne.com // www.hotelzurtenne.com

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usammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ein Fortschritt, zusammen arbeiten ein Erfolg.” Henry Ford (1863-1947)


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Genießer Hotel Altes Gymnasium / Husum

Der Rasen ruft! Eine Golf-Offerte für Player und Genießer

Auf Wunsch seiner Stammgäste bietet das Genießer Hotel Altes Gymnasium ab sofort wieder eine Golf-Offerte an. Golfer erwarten zwei geruhsame Nächte im Superior-­ Doppelzimmer, Genießer-Frühstück vom Büfett, eine Green Fee für den 18-Loch-Meisterschaftsplatz sowie ein Shuttle-Service zum Golf Club Husumer Bucht. ­Gleichzeitig bleibt genug Zeit, um das schöne Nordfriesland und die Stadt Husum kennenzulernen. Kulinarisch verwöhnt werden die Gäste an beiden Abenden mit zwei Drei-Gang Menüs im hoteleigenen Gourmet-Restaurant „EUCKEN“. Lassen Sie sich vom Küchenchef und seiner Crew überraschen. Selbstverständlich können Sie die Golftage auch verlängern. Gebucht werden kann das Angebot zum Preis von 329 Euro pro Person.

Golf & Gourmet / Golfing in Germany`s wild North Enjoy your favorite hobby at the Northern Sea and the scenic landscape around Husum. The hotel offers 2 nights, breakfast, 3-course menus for dinner, a green fee for the 18-hole championship course as well as a shuttle service to the Golf Club Husumer Bucht. Price from 329 € p.p. E-Mail: info@altes-gymnasium.de // www.altes-gymnasium.de

Berghotel Maibrunn / St. Englmar

Vom Zimmer auf die Piste

Fotos: privat, Michael Werlberger/element3; pixabay.

Skivergnügen für Wieder-Einsteiger Jetzt im Winter locken die Bayerwaldberge mit idealen Spielwiesen für jegliche Art von Wintersport. Und auch im Berghotel Maibrunn stehen alle Zeiger auf Skifahren, Rodeln und Winterzauber-Wandern. Der hauseigene 830 Meter lange Doppelschlepplift Grün-Maibrunn ist je nach Schneelage bis Ostern geöffnet. Die traumhafte Abfahrt mit Panoramablick über den Bayerischen Wald und eine 60 Meter lange Natur-Quarterpipe für Snowboarder sorgen mit Flutlicht und eigener Beschneiungsanlage für Skispaß bei jedem Wetter. Doch das ist längst nicht alles: In unmittelbarer Umgebung befinden sich zudem drei weitere interessante Skigebiete am Pröller, am ­Predigtstuhl und in St. Englmar mit insgesamt 13 Liften und Abfahrten sowie über 50 Kilometern geräumten Winterwanderwegen sowie sieben Langlaufloipen. Ob Sie nun Ski-Anfänger oder Wieder-Einsteiger sind: Das Berghotel Maibrunn lädt Sie zu einem Aufenthalt ein, bei dem Sie Ihre ersten Schwünge am h ­ oteleigenen Familien-Ski-Hang probieren können. Genießen Sie drei Übernachtungen mit Vollwertfrühstück mit vielen Bioprodukten, Après-SkiSnack und köstlichen Menüs am Abend. Im Preis ab 372 Euro pro Person ist auch ein Pass für den hoteleigenen Skilift enthalten, der für die gesamte Dauer Ihres Aufenthalts gültig ist, sowie ein Gutschein in Höhe von 50 Euro, der für „Treatments by Sansibar Beauty & Spa“ eingelöst werden kann.

Off the bed, up the slope / Winter sports at its best This package for winter sport lovers includes 3 nights, breakfast, après-ski snacks and delicious dinner menus, a pass for the hotel‘s own ski lift as well as a voucher of 50 € redeemeable for spa treatments. From 372 € p.p. Inhaber: Anna Miedaner / E-Mail: i­nfo@berghotel-maibrunn.de // www.berghotel-maibrunn.de

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Enjoy and indulge

Geniessen und erleben


GroSSe Fische, kleine Fische, keine Fische ... Wer morgen noch die Früchte der Meere genießen will, muss heute überlegt handeln. Die Frage lautet: Welcher Fisch darf auf den Tisch? text: Hartmut Rätsch


Enjoy and Indulge oysters and cod

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em Fisch sagt man viel Gutes nach. Nahrhaft, gesund und vielseitig zuzubereiten ist er. Gerade in der feinen Restaurantküche hat er in den letzten Jahren einen neuen Stellenwert erobert. Von zart mariniert über gedünstet, pochiert, gebacken und gebraten bis frittiert lässt der Fisch schließlich geduldig vieles mit sich machen. Der Kreativität der Köche sind somit kaum Grenzen gesetzt. Bereits in grauer Vorzeit stand Fisch auf dem Esstisch des Menschen. Lange bevor er sich in Viehzucht und Ackerbau übte, ging er auf Fischfang. Und archäologische Funde belegen, dass schon die alten Ägypter Fischfang mit System und Strategie ausübten. Früh ging es auch um die Technik des Konservierens des leicht verderblichen Lebensmittels. Neben Dörren und Pökeln wurden Räuchern und Marinieren als Methoden erfunden, was auch zu einer kulinarischen Bereicherung führte. Nicht verwunderlich, dass auch die Mythologie sich des Fisches bediente. Fischwesen mit Mädchenoberkörper verführten Seefahrer, der griechische Gott Neptun wurde gerne mit Flosse dargestellt und die ersten Christen hatten den Fisch als ihr Symbol des Lebens erkoren, lange bevor das Kreuz dann dem Glauben eine neue Bedeutung aufdrückte. Die Völker am Meer lebten und leben vom Fisch. Für Milliarden Menschen ist er Grundnahrungsmittel. Umso mehr muss der Entwicklung der Fischbestände und der ökologischen Situation der Meere höchste Aufmerksamkeit eingeräumt werden. Plastikverschmutzung und Erwärmung der Meere durch den Klimawandel gefährden den Lebensraum der Fische zusätzlich. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich der industrielle Fischfang von den klassischen Fischereigebieten auf der Nordhalbkugel über alle Meere ausgebreitet. Regelrechte Fischfabriken fahren inzwischen den Fischschwärmen auf ihren Wanderungen durch die Ozeane hinterher. Engmaschige Netze garantieren große Beute, aber vernichten dabei Jungtiere und ungeliebte Arten, die jedoch in der Nahrungskette dann fehlen. So sind viele Bestände bereits überfischt oder zusammengebrochen. Ausweglos ist die Situation aber nicht. Verschiedene Länder haben inzwischen gezeigt, dass sich Fischbestände durch ein nachhaltiges Fischereimanagement tatsächlich wiederaufbauen lassen. Nachdem in den 1980er- und 1990er-Jahren nach und nach Bestände zusammenbrachen, wurde der Fischereiwirtschaft und den politischen Entscheidern in verschiedenen Ländern klar, dass die Überfischung nicht nur ein ökologisches, sondern vor allem ein volkswirtschaftliches Problem ist, denn viele Fischer verloren ihre Arbeit. Einige Nationen, wie Australien, die USA und Kanada, zogen daraus

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Konsequenzen. Auch in Europa hat man aus den Fehlern gelernt. Nachdem der Nordseehering in den 1970er-Jahren massiv überfischt worden war, wurde sein Fang für mehrere Jahre gestoppt. Der Bestand erholte sich. Jährlich werden jetzt Fangquoten von den zuständigen Ministern der Europäischen Union für bestimmte Gewässerregionen vergeben. Beim westlichen Hering soll die Fangquote für 2018 um 39 Prozent, beim östlichen Dorsch um acht Prozent gesenkt werden. Einschränkungen gibt es auch bei Scholle sowie bei Lachs in der gesamten Ostsee. Erhöht werden dagegen die erlaubten Fangmengen für Hering in der zentralen Ostsee und für Sprotte. Was heißt das nun für uns Verbraucher? Über 14 Kilogramm Fangfisch, wozu auch Muscheln, Krebse, Krabben und andere Meerestiere zählen, kommen auf jeden Bundesbürger rein statistisch gesehen jährlich. Die Zahl ist seit Jahren fast konstant und gemessen am Fleischkonsum verhältnismäßig gering, denn der liegt bei 80 Kilogramm pro Kopf. Nach wie vor ist der Hering der beliebteste Fisch der Deutschen. Meist zu Konserven und Salate, aber auch zu Matjes verarbeitet. Gefolgt vom Lachs, Seelachs und Kabeljau. Hinzu kommen die vielen Süßwasserfische aus Seen, Flüssen und Zuchtbetrieben. In der feinen Küche kommen auch seltenere Fische und edlere zum Einsatz. Dank einer ausgeklügelten Kühllogistik kein Problem heute. Ein kompletter Verzicht auf Fisch ist nicht angesagt. Im Gegenteil. Mehr als 40.000 Menschen in der Fischerei und Fischindustrie Deutschlands leben vom Fisch. Sie wollen weiterhin ihr Geld dort verdienen. Was uns jedoch beschäftigen sollte, sind die Fragen nach der Fangmethode und woher der Fisch kommt. Denn wer morgen auch noch Fisch genießen will, muss heute für sein Überleben sorgen. Deutschland hat nur einen Selbstversorgungsgrad von 24 Prozent, der überwiegende Anteil der Fische kommt aus fremden Gewässern, wo längst nicht überall auf nachhaltige Fischerei geachtet wird. Beim Fischhändler nachfragen ist erlaubt. Ein Anhaltspunkt für verantwortliche Fischwirtschaft ist das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council). Seit über 20 Jahren vergibt die private Organisation diese Zertifizierung, deren Kriterien allerdings von einigen Umweltorganisationen als zu lasch kritisiert werden. Besser als nichts, sagt der WWF. Es gibt derzeit mehr als 23.000 MSC-gekennzeichnete Fischerzeugnisse in Deutschland, Österreich und der Schweiz. MSC-zertifizierte Fischereien fangen zehn Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte. Das sind allerdings nur etwa elf Prozent der weltweiten Fangmenge. Wir Verbraucher können einen Teil dazu beitragen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Schließlich haben wir es in der Hand, welcher Fisch auf den Tisch kommt.


Enjoy and Indulge oysters and cod

nur kenner können geniessen Kleine Fischkunde – was aus Nordund Ostsee auf den Tisch kommt.

Fotos: S.64 – 65: istock/ Alex_533 (l.), FrankvandenBergh, S.67: © StockFood / Westermann, Jan-Peter

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Der kabeljau

Er ist einer der bedeutendsten Meeresfische der Nordhalbkugel: der Kabeljau. In der Ostsee wird er Dorsch genannt und in Skandinavien Torsk, in englischsprachigen Ländern Cod, in Frankreich Morue und in Russland Treska. Der Kabeljau kam früher in heute unvorstellbaren Mengen im Nordatlantik vor, doch inzwischen ist er durch Überfischung gefährdet. Dass der Kabeljau aus den Meeren verschwinden würde, wäre für die Wikinger im 10. Jahrhundert kaum vorstellbar gewesen: Sie folgten den riesigen Kabeljauschwärmen nach Westen. Auf ihrer Jagd nach dem Fisch gelangten sie von Island über Grönland bis nach Amerika. Der Skrei ist im Prinzip der Kabeljau in Höchstform. Sein Fleisch ist besonders fest und aromatisch und schmeckt sowohl gebraten als auch pochiert vorzüglich. Einmal im Jahr ereignet sich vor den Lofoten ein faszinierendes Naturschauspiel, da riesige Schwärme des Skreis aus der eisigen Barentssee kommen. Die Fangsaison des Winterkabeljaus beginnt im Januar und endet im April, wenn er zur Barentssee zurückkehrt. Auf den Lofoten genießt der Skrei eine ganz besondere Wertschätzung, da der Fisch das größte Exportgut der Inselkette ist. Entsprechend wird er dort geschützt.

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DER hering

Er wird bis zu 40 Zentimeter lang und kann ein Alter von rund 20 Jahren erreichen. Durch ihr glänzendes Aussehen kann man Heringsschwärme oft mit bloßem Auge auf offener See erkennen. Der Rücken des Herings leuchtet unter Wasser von Gelbgrün über Blaugrün bis Blauschwarz. Sein Bauch ist weiß, die Flanken glänzen silbrig. Die Laichzeiten der verschiedenen Heringsbestände verteilen sich über das ganze Jahr. So ist zum Beispiel der „Herbstlaicher“ am Jahresanfang sehr mager. Wird das Meer wärmer, vermehrt sich auch das Nahrungsangebot des Herings und er setzt kontinuierlich Fett an. Im August hat er den höchsten Fettgehalt. Heringe sind nicht nur in Nord- und Ostsee, sondern im gesamten Nordatlantik von Norwegen über Grönland bis zu den Küsten von North Carolina unterwegs. Im gewerblichen Fischfang werden Heringe auf hoher See mit Schleppnetzen und Ringwaden gefangen. Mithilfe von Echoloten werden Fischschwärme aufgespürt und die Fangrichtung exakt berechnet. Übrigens: Nordseeheringe haben einen enorm hohen Vitamin-D-Gehalt. Dieses „Knochenvitamin“ unterstützt die Einlagerung von Kalzium im Skelett und ist besonders wichtig für Senioren und stillende Frauen. In der Geschichte hatte kein anderer Fisch eine so große wirtschaftliche Bedeutung wie der Hering. Im Mittelalter bewahrte er die Menschen oft vor Hungersnöten. Seinetwegen wurden Kriege geführt und der Aufstieg der Hanse war eng mit diesem Fisch verbunden. Heringe und Heringsprodukte machen heute rund ein Fünftel des Fischangebotes in Deutschland aus.

Die scholle

Schollen gehören zu den Plattfischen und gelten gemeinhin als populärster Vertreter dieser Fisch-Ordnung. Sie bevorzugen als Lebensraum den Meeresboden. Weil sie salzreiches und kühles Wasser lieben, sind sie fast nie in der Nähe von Flussmündungen zu finden. Faszinierend sind ihre Augen, von denen eins nach vorne und das andere gleichzeitig nach hinten schauen kann. Sie werden durchschnittlich etwa 25 bis 40 Zentimeter lang und bis zu sieben Kilogramm schwer. Die älteste je gefangene Scholle war rund 50 Jahre alt. Weibliche Schollen können bis zu einer halben Million Eier legen. Wenn die Jungtiere eine gewisse Größe erreicht haben, wandert das linke Auge über die obere Körperhälfte nach rechts, und die Fische beginnen, mit der linken Körperseite Richtung Boden flach über dem Meeresgrund zu schwimmen. Die obere Augenseite des platten Fischkörpers variiert je nach dem Untergrund, auf dem die Scholle sich befindet, zwischen verschiedenen Brauntönen mit hell- bis dunkelroten Flecken. Die Unterseite, auch Blindseite genannt, ist weiß. Rein optisch ähnelt die Scholle der Flunder, fühlt sich jedoch im Gegensatz zu dieser aufgrund ihrer sehr kleinen Schuppen ganz glatt an und ist an ihren roten Flecken eindeutig von der Flunder zu unterscheiden. Ausgewachsene Schollen ernähren sich von Garnelen, Krabben oder kleinen Muscheln. Von ihren ursprünglichen Laichzonen aus wandern Schollen täglich beeindruckende 30 Kilometer in Richtung der Gezeitenzonen am Strand. Schollen leben im Nordost-Atlantik, vom Weißmeer bis Gibraltar sowie im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Am häufigsten sind sie jedoch in der Nordsee, der Skagerrak, Kattegat, der Beltsee und der westlichen Ostsee bis etwa zur Linie Gotland-Danzig zu finden. Meist leben sie in einer Tiefe von zehn bis 200 Metern, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer auch bis in 400 Metern Tiefe.

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DER matjes

Matjes ist die edelste Form des Herings und erfreut sich seit seiner „Erfindung“ 1395 durch Wilhelm Beukelzoon aus Flandern großer Beliebtheit. Heute wird Matjes auch mit Raucharoma veredelt oder variantenreich mit edlen Gewürzen und Kräutern kombiniert. Nur Heringe, die einen Fettgehalt von mindestens zwölf Prozent aufweisen, haben überhaupt die Chance, ein Matjes zu werden. Klassischerweise werden die Fische nach dem Fang in den Monaten Mai, Juni und Juli zum Matjes veredelt, indem sie gekehlt, ausgenommen und gesalzen werden: Das Einlegen in Salzlake lässt den Geschmack optimal reifen. Modernste Tiefkühlverfahren ermöglichen es, den Matjes das ganze Jahr über in absoluter Spitzenqualität anzubieten. Beim Kehlen werden die Kiemen und beim Ausnehmen die Innereien entfernt – lediglich die Bauchspeicheldrüse verbleibt im Fisch. Die in der Bauchspeicheldrüse enthaltenen natürlichen Enzyme lassen das frische Fischfleisch der Heringe zum unvergleichlich zarten Matjes reifen.

Die Texte entnahmen wir dem Fischliferant „Deutsche See“.


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Fotos: S.68: © StockFood / Emotive Images GmbH, S.69: istock/ ansonmiao

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Die auster

Es gibt viele verschiedene Arten von Austern, aber es werden eigentlich nur zwei Arten gehandelt: die Europäische Auster und die Pazifische Felsenauster. Jede Auster hat eine tiefe und eine flache Schale, deren Form von Art zu Art variiert. Diese Schalen kann die Auster so fest schließen, dass Sie vollkommen von der Außenwelt abgeschirmt ist. Sie lebt in großen Gruppen auf sogenannten Austernbänken im flachen Küstenbereich. Zehn Tage nach dem Schlüpfen heftet sich die Austernlarve mithilfe ihres Fußes und eines Drüsensekrets an eine geeignete Fläche. Von nun an ist sie auf die Lebensbedingungen des von ihr gewählten Standortes angewiesen. Frühestens nach drei Jahren sind sie reif für den Verzehr. Die größten Aquakulturen liegen in Frankreich, den Niederlanden, Irland und England. In Deutschland wird als einzige Auster die Sylter Royal im Wattenmeer produziert. Die Zucht wurde 1986 nach 50-jähriger Pause mit der Pazifischen Felsenauster aufgenommen. Austern werden während der Aufzucht öfter aus dem Wasser genommen, um ihren Schließmuskel zu „trainieren“. Nach der Ernte kommen sie noch für einige Tage in ein Klärbecken, um einen besonders reinen Geschmack zu erhalten.

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ielleicht verdanken die Portugiesen ihren Ruhm als Seefahrernation dem Bacalhau. Erfunden haben sie ihn nicht. Schon vor 1.000 Jahren fingen die Norweger vor ihren Küsten Kabeljau und trockneten ihn. Der katholische Süden Europas war ein dankbarer Abnehmer. Fisch war zur Freude der Fastenden und der Fischer erlaubt. Dabei hatte der Norden den Fisch, die Südländer kostbares Salz – beste Handelsvoraussetzungen. Von der iberischen Halbinsel aus fuhren salzbeladene Schiffe Richtung Norden und brachten Trockenfisch zurück. So gehört seit etwa dem 10. Jahrhundert Bacalhau als fester Bestandteil zur portugiesischen Küche. Im Frühjahr, wenn riesige Schwärme Kabeljau aus der Barentssee zum Laichen an die Küste Norwegens wandern, beginnt die Fangzeit. Direkt im Anschluss werden die Fische geschlachtet, geköpft, ausgenommen und zum Trocknen aufgehängt. Paarweise an den Schwanzflossen zusammengebunden hängen sie dann monatelang auf speziellen Holzgestellen. Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und die salzhaltige Meerluft bieten hier im Norden gute Trocknungsbedingungen. Bakterien haben keine Chance. Wohl kaum ein anderer Fisch kann von sich behaupten, als Nahrungsmittel von geschichtlicher Bedeutung zu sein. Es hätte die großen Eroberungen ohne ihn nicht gegeben, wird behauptet. Trockenfisch ist lange haltbar, leicht an Gewicht und trotzdem reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Kein portugiesisches Schiff verlies zu Zeiten Vasco da Gamas den Hafen ohne Bacalhau. Er sicherte das Überleben, wenn die Matrosen monatelang über die Meere zogen. Und auch an Land, als es noch keine Kühlschränke gab, lieferte der getrocknete Stockfisch wertvolles Eiweiß. Die Portugiesen behaupten, mehr als 365 Zubereitungsarten zu kennen – für jeden Tag eine. Sie wässern ihn bis zu drei Tage, wodurch er aufquillt. Anschließend gekocht, gegrillt oder mariniert, ist er in Suppen, Vorspeisen, Hauptgerichten oder sogar als Dessert zu finden. Aus dem ehemaligen „Arme-Leute-Essen“ ist eine kulinarische Spezialität geworden.

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Aus Kabeljau wird Stockfisch und aus Stockfisch Bacalhau


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„ armin Reinhardt:

Ich möchte mit meinen Enkelkindern auch noch Fisch essen gehen

Fotos: S.70: istcok/ violleta, S.70: istock/ ansonmiao

Der Küchendirektor im Grand Hotel Seeschlösschen SPA & Golf Resort in Timmendorfer Strand im Gespräch mit HotelMOSAIK

HotelMOSAIK: Die Nord- und Ostsee sind immer noch große Fischlieferanten, trotzdem klagen Fischer, dass die Fangmengen weniger werden und Umweltschützer warnen davor, dass Arten aussterben könnten. Wie sehen Sie die Lage? Armin Reinhardt: Ich kaufe Scholle, Dorsch und Co. bei lokalen Fischereibetrieben, die hier im Niendorfer Hafen ansässig sind. Die Fischer klagen über Fangquoten, nicht über Fangmengen. Dorsch zum Beispiel gäbe es genug in der Ostsee, nur gefangen dürfte er nicht werden. Ich bin dennoch der Meinung, dass man darauf achten sollte, was man aus dem Wasser holt – und vor allem WOZU! Wenn Fische als Tiernahrung oder in der Kosmetikherstellung auftauchen, sehe ich das eher kritisch. Nachhaltigkeit muss ein Thema sein. Ich möchte mit meinen Enkelkindern in zehn Jahren auch noch Fisch essen gehen. Irgendwie gehört die Vorstellung dazu, dass Fisch frisch vom Kutter kommt. Ist das Nostalgie?

Nein, durchaus nicht. Den Bedarf an Fischen regionaler Arten für die à la carte-Gerichte bestreiten wir ausschließlich mit Fischen der Fischerei Hauswald, die ihren Kutter-Liegeplatz im Niendorfer Hafen hat. Die Bestellungen laufen auch hier telefonisch. Ich bekomme dann nachmittags den Fisch, der am Vortag noch in der Ostsee schwamm. Für größere Veranstaltungen muss ich von Lieferanten kaufen, die ihre Ware über die großen Fischauktionsmärkte beziehen. Ich kann dem Brautpaar und seinen 150 Gästen schlecht sagen, die Ostsee hat leider nur Fisch für 80 Personen hergegeben. Steinbutt und Seezungen kommen aus der Nordsee, die ist für den „Kutterkauf“ allerdings zu weit weg Gerade die Spitzengastronomie legt Wert auf hochwertige Rohprodukte, bei Fleisch und Gemüse kann man sich auf ausgewiesene Lieferanten verlassen – ist man beim Fisch nicht deutlicher von anderen Einflüssen abhängig? Von Fangmenge, Nährstoffe und Schadstoffe im Meer und der Fangregion? Oder gibt es auch hier Fischhändler, die für gute Qualität garantieren? Vor allem bei Fischhändlern ist man darauf angewiesen, ihnen vertrauen zu können. Auch hier gibt es mittlerweile Güte- und Herkunftssiegel, die garantieren, dass der Fisch von einem bestimmten Fischer gefangen wurde. Dieser hat sich dann zum Beispiel verpflichtet, immer nur einen Tag auf See zu sein oder nur geangelte Ware zu verkaufen. Hat natürlich seinen Preis. Es bleibt zu guter Letzt aber immer noch die Kontrolle in der Küche, sobald die Ware angeliefert wird. Ich lege darauf sehr großen Wert. Die berühmten fünf Frischemerkmale müssen immer gegeben sein. Wenn die Lieferanten dann wissen, dass man in dieser Beziehung nicht bereit ist, Kompromisse einzugehen, wird die Ware schon entsprechend vorsortiert. Es gibt beim Fisch bestimmte Fangzeiten. Die Maischolle ist besonders gut, und auch bei Krabben gibt es jahreszeitliche Schwankungen. Erwarten die Gäste gerade von der Spitzengastronomie, dass immer rund ums Jahr die beliebten Fische serviert werden – oder bieten Sie nur das an, was gerade Saison hat? Da verhält es sich wie beim Gemüse. Wenn keine Saison dafür ist, gibt es das Produkt nicht. Die Gäste erwarten vielmehr Frische und Saisonalität als das ganze Jahr das gleiche TK-Produkt. Manche Fischarten, die uns lieb und teuer geworden sind, sind vom Aussterben bedroht. Sollte die Küche dann lieber auf diese Fische verzichten oder sparsam auf die Speisekarte setzen? Arten, die vom Aussterben bedroht sind, sollten ihren Weg vor allem nicht in irgendeine Massenproduktion finden. Aber auch die Gastronomie kann ihren Teil dazu beitragen, indem solche Fische keine Verwendung finden. Wir im Grand Hotel Seeschlösschen sind kreativ genug, interessante Alternativen anzubieten. Ist es sinnvoll, auf Zuchtfisch umzusteigen? Wenn Zuchtanlagen einwandfrei geführt und ständig kontrolliert werden, ist gegen Zuchtfisch nichts einzuwenden. Es kommt auch hier auf die Qualität des Produkts an. Da gibt es solche und solche – und jeder muss für sich entscheiden, wie viel Cent er sparen möchte und wie viel Qualität er im Gegenzug dafür erhalten will. Wir haben im Grand Hotel Seeschlösschen sehr gute Erfahrungen zum Beispiel mit gezüchtetem Loup de Mer gemacht. 2

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„Ich brenne für die Küche seit meiner Jugend.“ Susanne Brummer, Küchenchefin

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Enjoy and Indulge Hotel Bad Schachen

Urlaubsfeeling für den Gaumen Im Hotel Bad Schachen serviert Susanne Brummer Köstlichkeiten aus der Bodenseeregion und Klassiker der feinen Küche. Ein Schuss Savoire-vivre ist immer dabei. Chefredakteur Hartmut Rätsch traf sich mit der Küchenchefin zum Tischgespräch.

Felchenfilet gehört am Bodensee zu den beliebtesten Gerichten.

HotelMOSAIK: Frau Brummer, Sie haben mich heute Mittag zum Essen eingeladen, was werden Sie servieren? Susanne Brummer: Als Vorspeise gibt es lauwarme Scheiben von der Jakobsmuschel mit Schnittlauch, Radieschen und schwarzem Quinoa. Der Hauptgang ist ein Gruß aus der Region: gebratene Felchenfilets mit Meerrettichsauce auf warmem Rote-Bete-Salat mit Kartoffelschaum. Und das Dessert dürfen Sie dann gerne aus der Karte wählen. Vielen Dank, das hört sich vielversprechend an. Das Hotel Bad Schachen ist ein feines Traditionshotel am Bodensee, in dem viele Stammgäste Urlaub machen. Ist das für die Küche eine besondere Herausforderung? Brummer: Das kann man schon sagen. Wir wollen eine gehobene Küche anbieten, aber auch die Erwartungen der Gäste nach den regionalen Klassikern erfüllen.

Wie die berühmten Bodenseefelchen. Brummer: Ja, wobei ja leider die im Bodensee immer weniger werden. Aber wir können immerhin sagen, dass unsere Felchen aus bayerischen Seen stammen. Wir weigern uns, Felchen aus Russland oder Irland zu importieren. Ist die Nachfrage nach den Fischen so groß, dass sie nicht aus dem Bodensee gedeckt werden kann? Brummer: Der See ist in den letzten zehn Jahren zu sauber geworden. Die Fische finden nicht genügend Nahrung, sagen die Fischer, so gibt es zu wenige Felchen. Aber das spricht andererseits für die Wasserqualität des Bodensees. Sie kennen den See gut. Wie lange sind Sie schon in Bad Schachen? Brummer: Ich bin jetzt die 32. Saison hier im Hotelrestaurant. 1986 habe ich als Commis Entremetier angefangen. Gelernt habe ich in Aschaffenburg. Damals war es noch

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Enjoy and Indulge Hotel Bad Schachen

„Die Küche gehört zum Renommee des Hotel Bad Schachen.“ Susanne Brummer, Küchenchefin

eine Ausnahme, dass Mädchen in den Beruf gingen. Man hatte mit den üblichen Vorurteilen zu kämpfen. Die Arbeit sei zu schwer und das Klima in der Küche etwas rau. Aber ich hatte Glück, der damalige Küchenchef in Bad Schachen, Herr Mc Mahon, ein Ire, dachte anders. Er sah, dass ich für die Küche brenne, und er hat mich gefördert. Schritt für Schritt ging es nach oben. So habe ich ihn begleitet, bis er vor drei Jahren in Rente ging. Sie haben dann seine Nachfolge angetreten. Brummer: Ja, das war schon lange vorher ausgemachte Sache. In den Winterpausen habe ich viel Auslandserfahrung gesammelt. In der Schweiz, in Amerika, in der Karibik. Bin im Sommer dann immer wieder nach Bad Schachen zurückgekommen, wo ich auch meinen Mann kennengelernt habe. Seit 30 Jahren arbeiten wir hier zusammen – seit fünf Jahren sind wir verheiratet. Sie sind aber die Chefin. Wie funktioniert das? Brummer: Das geht sehr gut. Wir sind ein sehr gutes Team. Allerdings kann man schon sagen, dass ich die Patronin bin. Das akzeptieren hier in der Küche alle – wobei mein Mann

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mir dann zu Hause schon manchmal sagt, was aus seiner Sicht falsch gelaufen ist. Er ist also, wenn sie so wollen, der heimliche Chef (lacht). Wie würden Sie nun Ihre Küche bezeichnen? Brummer: Als Saisonbetrieb haben wir in den Frühjahrs- und Sommermonaten geöffnet, somit würde ich unsere Küche als frisch und sommerlich leicht bezeichnen, mit einem Schuss Raffinesse. Die Tradition des Hotels spiegelt sich auch in der Hotelküche wider. Das heißt: eine frische saisonale Küche, modern interpretiert. Aber natürlich gehören auch ein Original Tafelspitz, eine gefüllte Kalbsbrust oder das Chateaubriand auf die Speisekarte. Die Bodenseeregion ist ja bekannt als Obst- und Gemüsegarten – und Österreich und die Schweiz mit besonderen Spezialitäten sind gegenüber am anderen Ufer. Nutzen Sie das regionale Angebot oder muss man für internationale Gäste auch internationale Produkte und Gerichte anbieten? Brummer: Wir haben hier im Hotel zwei Restaurants. In der Fischerstube bieten wir hauptsächlich bodenständig regionale Gerichte an. Im Hotelrestaurant geht es etwas internatio-


Enjoy and Indulge Hotel Bad Schachen

naler zu. Unsere Stammgäste kennen das inzwischen und besuchen gerne beide Restaurants. Wo immer es geht, beziehen wir natürlich die Produkte aus der Region. So kommt unser Gemüse fast ausschließlich von der Insel Reichenau. Auch Geschmäcker unterliegen Trends. Mediterran, französisch gibt es schon lange, dann kamen japanische Einflüsse, derzeit auch orientalische und ganz aktuell ist vegetarisch oder sogar vegan. Müssen Köche auf solche Entwicklungen reagieren? Brummer: Also, asiatisch oder orientalisch passt nicht zu uns. Wir sind eher bodenständig. Aber vegetarischen Gerichten räume ich einen großen Stellenwert ein. Es gibt eine extra Seite in der Speisekarte mit Vorspeisen und Hauptgängen. Da kann sich jeder ein vegetarisches Menü zusammenstellen. Aber ich will schon meiner Küchenphilosophie treu bleiben. Worauf legen Sie besonderen Wert? Brummer: Auf hohe Qualität und frische Produkte. Dürfen Sie in Ihrer Küche auch experimentieren? Brummer: Ach, ich würde lieber die traditionellen Gerichte weiterhin anbieten. Bis vor einem Jahr hatten wir auch noch Tournedos auf der Speisekarte. Aber wir haben festgestellt, dass der Gast mit einem Tournedos nichts mehr anfangen kann. Also haben wir es gestrichen und in ein Rinderfilet mit Markkruste umgewandelt. Ist inzwischen neben den Felchen der Renner. Wir haben früher auch Gewagteres angeboten: Zander mit Blutwurst oder Waller mit Apfelmeerrettich und Rote Bete. Da bekam man dann häufig die Bitte: „Können wir dieses oder jenes durch etwas anderes ersetzen?“ Unser Publikum liebt also weniger die experimentelle Küche. Das macht es dann für Köche schwierig, besonders innovativ zu sein. Wir wollen ja unsere Gäste auch zufriedenstellen – und da muss ich als Köchin etwas zurückstecken. Der Laie stellt sich gerne vor, dass die Köchin morgens über den Markt schlendert und die Produkte aussucht. Wie ist die Realität bei Ihnen?

Brummer: Wir bekommen jeden Morgen von unseren Lieferanten die Waren frisch geliefert. Gemüse, Fleisch, Fisch. Jeden Tag. Wir bekommen den Markt sozusagen ins Haus. Ein Koch ist ja selten allein in der Küche, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Sie? Brummer: Wir haben 18 Köche und einen Lehrling. Das ist ja ein recht großes Team. Brummer: Das ist schon notwendig. Wir haben neben den beiden Restaurants auch viele Tagungen, Festveranstaltungen und Hochzeiten. Die besondere Lage am Bodensee mit Anleger, Park und Blick auf die Lindauer Insel ist sehr beliebt. Da müssen dann manchmal mehrere Hundert Gäste gleichzeitig verköstigt werden. Und die Küche gehört zum Renommee des Hotels. Worauf legen Sie besonderen Wert bei Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern? Brummer: Dass alle sich wohlfühlen und alle Hand in Hand arbeiten. Dann können auch Stresszeiten bewältigt werden. Wir sind hier in der Küche wie eine große Familie und ich bin die Mutter der Bagage, sag ich immer. Der Tag beginnt morgens damit, dass wir um halb neun alle gemeinsam Frühstücken, dort wird auch der Ablauf des Tages besprochen. Diese Tradition habe ich von meinem Vorgänger übernommen und ich führe sie gerne so weiter. Aber klar: Ich sage, wo‘s langgeht, und alle müssen mitziehen. Noch eine persönliche Frage: Was isst Susanne Brummer gerne privat? Gibt es ein Leibgericht? Brummer: Oh ja: Hühnerfrikassee! Kochen Sie auch zu Hause oder steht Ihr Mann am Herd, wenn Sie den ganzen Tag schon in die Töpfe gucken müssen? Brummer: Ach, wir wechseln uns ab. Es kommt immer darauf an, was es geben soll. Er ist ja der Patissier, und da kann es schon mal sein, dass wir die Rollen tauschen, ich dann die Weihnachtsplätzchen backe und er das Schnitzel brät. Vielen Dank für die Einladung und das Gespräch. Dann werde ich jetzt noch mal in die Karte schauen. 2

Genug Platz für große und kleine Feste. Das Hotel am Bodensee mit Park und Anlegesteg, großer Terrasse und Alpenblick liefert gerne den romantischen Rahmen für Hochzeiten oder Jubiläumsfeiern. // www.badschachen.de

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Fotos: Kathrin von Eye


Enjoy and Indulge pepper

Pfeffer, die neue Leidenschaft der Gourmets Pfeffer ist nicht gleich Pfeffer. Diese Erkenntnis führt unter Feinschmeckern immer öfter dazu, genau den passenden Pfeffer für das spezielle Gericht zu suchen. Doch wer die Wahl hat, hat die Qual. Weit über 40 Sorten findet man inzwischen im Handel – und der eigenen Mischung sind keine Geschmacksgrenzen gesetzt. Text: Michaela Budde

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s ist natürlich naheliegend, die Autorin dort hinzuschicken, wo der Pfeffer wächst, wenn die Redaktion eine Geschichte über das beliebteste Gewürz der Deutschen recherchiert haben möchte. Doch ganz so einfach stellt sich das Vorhaben dann doch nicht dar. Wo ist das genau, wo der Pfeffer wächst? Malaysia, Brasilien, Indonesien, Vietnam oder im Kongo? Denn überall dort wird heute Pfeffer im großen Stil angebaut. Ursprünglich freilich stammt Pfeffer von der Südküste Indiens. Von dort brachten Entdeckungsreisende im 15. und 16. Jahrhundert ihn nach Europa mit. „Langer Pfeffer“ war wahrscheinlich der erste Pfeffer in Europa, bevor der uns wohl bekannteste schwarze Pfeffer von den Portugiesen per Schiff importiert wurde. Der bengalische Pfeffer hingegen kam mit Karawanen über die Seidenstraße erst nach Konstantinopel und danach nach Venedig, das bald zur Hauptstadt des Gewürzhandels emporstieg. Pfeffer galt als eine Art Statussymbol und war nur wohlhabenden Adligen und Kaufleuten vorbehalten. Wertvoll wie Gold waren die kleinen Körner. Und ihr Handel trug nicht un-

wesentlich zum Reichtum der Dogenstadt bei. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts sollte Pfeffer für breitere Bevölkerungsgruppen erschwinglich werden. Mit der Kolonialisierung und Globalisierung – und damit der Ausbreitung der indischen Kultur auf andere Kontinente – erreichte auch die Pfefferpflanze andere Länder mit idealen Klimabedingungen wie Malaysia und Indonesien. Wenn wir Pfeffer im Supermarkt kaufen, stammt der heute meist nicht aus Indien, sondern aus Vietnam. Pfefferpflanzen brauchen neben einem fruchtbaren Boden Bäume, Zäune oder Stellagen, an denen sie sich emporranken können. Oft werden dazu auch Kokospalmen verwendet. Insgesamt liegt die weltweite Produktion von Pfeffer bei etwa 200.000 Tonnen im Jahr. Man kann also auf die Frage, wo wächst Pfeffer, antworten, dass er auf allen Kontinenten außer in Europa angebaut wird. Das große Geschäft ist mit Pfeffer allerdings nicht mehr zu machen. Viele Jahrhunderte war das anders. Noch vor dreißig Jahren gab es in Hamburg eine echte Pfefferbranche, stolze Kaufleute, die dem Gewürz ihren Wohlstand verdankten. Die „Hamburger Pfeffersäcke“ waren weltweit bekannt. Sie lebten von ihren exklusiven Handelskontakten und dem Weiterverkauf aus dem Freihafen

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Enjoy and Indulge pepper

heraus. Heute müssen die wenigen Gewürzhändler schauen, wo der Pfeffer für sie wächst. Die Plantagenbesitzer sind selbstbewusst geworden und der Markt vielfältiger, unberechenbarer. Ein paar große Player spielen mit den Preisen. Kleine Händler müssen also Nischen für sich finden. Da bietet sich die Gourmetküche an. Zum Glück ist Pfeffer nicht gleich Pfeffer. Es gibt schwarzen Pfeffer, weißen, roten und grünen Pfeffer. Soweit bekannt – und es gibt Pfeffer, der überhaupt nicht von der Pfefferpflanze stammt. Doch wie unterscheiden sich nun die Sorten und wie werden sie hergestellt? Wir fragten im Haus der „Gewürze-der-Welt“ in der Thiereckstraße in München nach. Dort, unweit des Marienplatzes, betreibt Andrea Rolshausen jetzt ihren gut sortierten Gewürzladen, der aus einem Online-Shop entstanden ist. Grüner Pfeffer wird gewonnen, indem die Pfefferkörner im noch unreifen Zustand geerntet werden. Danach werden die grünen Körner entweder getrocknet, gefriergetrocknet oder in einer Salzlake eingelegt. Bei allen drei Methoden bleibt die grüne Farbe erhalten. Schwarzer Pfeffer wird wie der grüne Pfeffer unreif gepflückt. Bevor die Früchte von grüner zu roter Farbe übergehen, nehmen sie eine gelbliche oder orangefarbene Färbung an. Diese Körner werden geerntet, kurz in kochendes Wasser getaucht und danach getrocknet. Ähnlich wie bei Teeblättern findet nun eine Fermentierung statt. Sie wer-

„Xenien nennt ihr euch? Ihr gebt euch für Küchenpräsente? Isst man denn, mit Vergunst, spanischen Pfeffer bei euch?“ Johann Wolfgang von Goethe

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den schwarz und durch den Trocknungsprozess runzelig. So entsteht der meiste schwarze Pfeffer. Je später man ihn erntet, umso besser ist das Aroma und je teurer kann er verkauft werden. Allerdings steigt damit auch das Risiko des Verderbens. Weißer Pfeffer wird an der Pflanze gelassen, bis er voll gereift ist. Die weiße Farbe entsteht dadurch, dass die Schale der Pfefferfrucht entfernt wird. Die roten reifen Pfefferkörner werden ein bis zwei Wochen lang in fließendem Wasser eingeweicht, bis sich die Schale von selbst ablöst. Anschließend wird die Schale entfernt. Die geschälten Pfefferkörner werden noch in der Sonne gebleicht und getrocknet, wodurch die charakteristische Farbe von weißem Pfeffer zum Vorschein kommt. Der Rote Pfeffer schließlich ist der eigentlich ausgereifte Pfeffer. Die ungeschälten Früchte werden meist in Salzlake eingelegt, ähnlich wie grüner Pfeffer, oder getrocknet, wobei jedoch die rote Färbung erhalten bleibt. Es gibt also nicht vier unterschiedliche Pflanzen, sondern nur vier verschiedene Arten der Ernte und Veredelungsmethoden. Doch ähnlich wie beim Olivenöl gibt sich die Gourmetwelt nicht einfach mit diesen vier Pfeffersorten zufrieden. Längst wird nach Anbauregionen unterschieden wodurch unterschiedliche Geschmäcker befriedigt werden und eine gewisse Exklusivität entsteht. Borneopfeffer stammt von der malaysischen Insel Borneo bzw. aus dem Bundesstaat


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Fotos: Fotolia/mediavn, Kathrin von Eye

WeiSSer, rotER oder schwarzer LangeR pfeffer? Ein kleiner Test lohnt sich. Die Geschmacksvielfalt ist überraschend – und Eigenkompositionen steht nichts im Weg.

Sarawak. Auch auf Sumatra in Indonesien werden berühmte Pfefferarten angebaut. Bekannt ist der Lampong Pfeffer aus der gleichnamigen Provinz. Neben dem eigentlichen Pfeffer, der immer aus der Pfefferpflanze gewonnen wird, gibt es verschiedene „falsche“ Pfeffergewächse, die Früchte hervorbringen, die ähnlich wie Pfeffer schmecken. Sie werden Piperaceen genannt. Einer der seltensten Pfeffer soll der Cumeo-Pfeffer aus dem Himalaya sein. Er gehört zu den Lorbeergewächsen. In Nepal sagt man dem Cumeo eine heilende Wirkung bei Krebserkrankungen nach. Nur bei besonderen Festen wird mit dem Cumeo gekocht. Dann gibt es den länglichen Bengalpfeffer, der lateinisch Piper Longum heißt, und den Balinesischen Pfeffer, der auf Bali wächst, sowie den Kubebenpfeffer, Piper cubeba. Vom Ende der Welt kommt der Tasmanische oder Australische Berg-Pfeffer. Dieser seltene Pfeffer besticht

durch einen exquisiten Geschmack: Zu Beginn eher würzig-aromatisch, im Abgang äußerst pfeffrig-scharf. Bei all diesen Pflanzen handelt es sich nicht direkt um Pfeffer im eigentlichen Sinne. Sie werden sehr selten für den Export angebaut und oft vor Ort verkauft und in der heimischen Küche verwendet. Entsprechend ist der Preis, wenn sie dann bei uns im Gewürzhandel angeboten werden. Timut und Andaliman sind beide Verwandte des kultivierten chinesischen Szechuan-Pfeffers, jedoch eben nicht kultiviert, sondern aus Wildsammlungen. Der eine aus Nepal, der andere aus Sumatra. Fruchtig und zitronig in Aroma und Duft. Perfekt zu Currys, asiatischen Gerichten und zu Fisch und Meeresfrüchten. Wilder Assam überrascht zuerst durch sein Aussehen, das dem Langen Pfeffer gleicht. Wie der Name schon verrät, kommt er aus dem indischen Bundesstaat Assam, der großteils zum Flusstal des Brahmaputra gehört, das zwischen dem Himalaya im Norden und den Bergen von Meghalaya, North Cachar und Nagaland im Süden liegt. Dieser Wildpfeffer passt hervorragend zu allen dunklen und gehaltvollen Speisen und Soßen, etwa zu Braten und Steak, aber auch zu Fisch und schweren Soßen. Es versteht sich von selbst, dass es sich bei diesen Pfeffersorten um Raritäten handelt, die nicht mit gewöhnlichem KaufhausPfeffer vergleichbar sind. Sie werden von Hand gepflückt und die Veredelung und Weiterverarbeitung können nicht Maschinen übernehmen. Damit nicht genug. Schließlich lassen die kleinen Körner oder Beeren vieles mit sich machen. Sprich veredeln, fermentieren und sich auch an der Rispe verkaufen. „Kennen Sie fermentierten Kampot-Pfeffer an der Rispe?“ Eine eher rhetorische Frage der Gewürzexpertin. Natürlich nicht, noch nicht. Die Angestellten im Gewürzladen geben gerne ihr Wissen an die Kunden weiter: KampotPfeffer gilt als eine der edelsten Pfeffersorten und wird von Gourmets in aller Welt geschätzt. Diese Rispen sind von Hand sortiert und im Meersalz fermentiert. Durch das feuchte Meersalz verändern sich die ätherischen Öle des Pfeffers völlig und es entsteht ein sehr spannender und ganz neuer Pfeffergeschmack mit einer weichen Konsistenz, frisch und knackig, hoch aromatisch, saftig, leicht feucht, zart salzig und nur mäßig scharf. Es ist also ratsam, sich mit der Welt des Pfeffers auseinanderzusetzen, bevor man jemanden dorthin verwünscht. Zum Glück kann man sich ja schon mal auf eine Geschmacksreise beim Gewürzhändler begeben. Über 40 Pfeffersorten kann man im Haus der Gewürze testen oder auch online bestellen. Denn Pfeffer ist eben nicht nur schwarzer oder weißer Pfeffer. 2 // www.gewürze-der-welt.net

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nasch markt

Der Herzog aus Aschheim Über Geschmack kann man bekanntlich nicht streiten – oder sehr lange. Das sagten sich auch die beiden jungen Münchner, als sie auf der Suche nach ihrem perfekten Gin waren. Statt von Bar zu Bar zu ziehen, begannen sie ihren eigenen Gin nach eigenen Geschmacksvorstellungen zu destillieren. Das war 2007 in einem Hinterhof mitten in München. Max und Daniel kann man als GinPioniere in Deutschland oder zumindest in Bayern bezeichnen. Im Stadtgründer der Isarmetropole, Heinrich dem Löwen, fanden sie den passenden Namen mit Lokalkolorit. The Duke. Ein Gin aus München mit der weiß-blauen Raute auf dem Etikett. Nun ist die Duke Destillerie vor die Tore Münchens in eine alte backsteinerne Kartoffelbrennerei gezogen, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Wurden in den ersten Jahren im Hinterhof noch 2.000 Flaschen pro Woche abgefüllt, könnten es heute leicht 2.000 in der Stunde sein. Die neue Kupferdestille und die moderne Abfüllanlage in Aschheim würden es schaffen, nur wie viele Hände wären dafür notwendig? Denn daran wollen die Gin-Macher festhalten: Zitronen von Hand schälen, die Wacholderbeeren genau abwiegen und die Kräuter zwischen den Fingern zerreiben und sie so einem Qualitätstest unterziehen. The Duke Munich Dry Gin soll weiterhin aus der Gin-Manufaktur kommen. Biozertifiziert. Wacholder, Koriander, Orangenblüten, Zitronenschalen, Lavendelblüten, Kubebenpfeffer, Hopfenblüten, Zimt, Malz, Ingwerwurzel und Angelikawurzel gehören zu den wichtigsten Botanicals. Als Abrundung und für den genuin bayerischen Einschlag sorgen Hopfenblüten und Malz. Manchmal werden auch limitierte Sonderabfüllungen, etwa die Kunstedition, kreiert oder eine komplette neue Linie aufgelegt. Wanderliebe ist so ein ausgefeilter Gin. Das Destillat ist mit Gewürzen aus dem bayerischen Alpenvorland verfeinert. Es lohnt sich also immer wieder, auf die Webseite zu schauen oder gleich zu einer Verkostung in der gläsernen Destille in Aschheim vorbeizuschauen. // www.theduke-gin.de

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Zart schmelzende Argumente von Quereinsteigern Die Schweiz ist berühmt für ihre Milchschoggi. Den typischen zart schmelzenden Charakter verdankt sie der Technologie des Feinwalzens und des Conchierens. Nun gibt es eine kleine Manufaktur in Basel, die neben der alten Technik feinste Kakaosorten aus Einzellagen verwendet und auch auf dunkle Schokolade setzt: Idilio Origins. „Für unsere Criollo-Cacaos verwenden wir die traditionelle Conche, den sogenannten Längsreiber, der besonders schonend die feinen Aromen der edlen Kakaosorten entfalten kann.“ Pascal Wirth ist gelernter Architekt, Niklaus Blumer Ökonom. Seiteneinsteiger also. Dennoch haben sie ihr Ziel, eine Spitzenschokolade zu produzieren, erreicht. „Die Qualität des Kakaos ist entscheidend. Dazu gehört es, sich auf Einzellagen und wenigen Kakaosorten zu konzentrieren und mit den lokalen Produzenten eng zusammenzuarbeiten. Bei unserer Nr. 1 verwenden wir die Königin der Kakaosorten, die äußerst seltene und edle Porcelana. Sie wird in den letzten traditionellen Anbaugebieten am Fuß der Anden gewonnen.“ „Idilio“ steht für die Verbundenheit mit der Natur. Das bedeutet, auf die Vielfalt einer Mischkultur tropischer Pflanzen und Früchte zu achten, Kakaopflanzen traditionell zu pflegen und bei der Ernte und Fermentierung der Kakaobohnen schonend vorzugehen. Das Ergebnis sind 16 durchnummerierte Schokoladen, die vielfach ausgezeichnet wurden. // www.idilio.ch

Neuer Brut, neue Cuvée Gut Ding will Weile haben. 15 Jahre habe die Weiterentwicklung im Traditionshaus Laurent-Perrier gedauert, das Ergebnis: Fein aufsteigende Perlen bilden einen beständigen Schaumkranz. In der Nase besticht sein zartes Bukett von frischen Zitrusfrüchten und weißen Blüten. Die Komplexität des Weines zeigt sich in den aufeinander folgenden Noten von Weinberg-Pfirsich und weißen Früchten. Perfekte Ausgewogenheit zwischen Frische und Finesse und ausdrucksvollen Fruchtaromen im Finale. La Cuvée ist so noch schmackhafter als sein „Vorgänger“, der Laurent-Perrier Brut. Die neue Cuvée eignet sich bestens als Aperitif aber auch als Begleiter zu Geflügel oder Edelfischen. Es versteht sich fast von selbst, dass er ausschließlich in Handarbeit hergestellt wird. 50 % Chardonnay, 30 % Pinot Noir, und der Rest entfällt auf die Meunier-Traube. Hinzu kommen 20 – 30 % Reserveweine, um die Regularität des Stils zu gewährleisten – und man gönnt ihm eine vierjährige Reifezeit. Champagne Laurent-Perrier ist das größte in Familienbesitz befindliche Champagnerhaus. Das Unternehmen wurde 1812 gegründet und hat seinen Sitz in Tours-sur-Marne im Herzen der Champagne. // www.laurent-perrier.de


Wein in all seinen FACETTEN

Sauer macht lustig Ein Spritzer Zitrone oder Limette gibt vielen Gerichten den letzten Schliff, das besondere Extra. Ob italienische Küche oder Thai, Fisch oder Fleisch, Beilagen oder Desserts – Zitronen erwecken gewöhnliche Saucen zum Leben, Limetten geben exotischeres, würzigeres Aroma. Eine herrliche Sammlung von 75 köstlichen Rezepten mit Zitronen und Limetten hat Ursula Ferrigno zusammengestellt. Ihr neues Kochbuch „Lemons & Limes“ erscheint Februar 2018 bei ars vivendi. Ursula Ferrigno, aufgewachsen an der Amalfi-Küste, ist Gastrokritikerin und Köchin. Sie wurde an der „Auguste Escoffier School of the Culinary Arts“ ausgebildet und hat an führenden Kochschulen in Großbritannien sowie in Italien unterrichtet. Sie tourte durch die USA, leitete Klassen in allen Sur la Table-Stores, ist beratende Chefin der beliebten Caffe Nero und regelmäßig Gast bei BBC Television. Sie hat über 18 Kochbücher veröffentlicht. Die Gerichte sind leicht nachkochbar – und von Clare Winfield ganz wunderbar fotografiert, sodass man Lust aufs Kochen und Probieren bekommt. // www.arsvivendi.com

Wein ist Geschmackssache. Im Mittelpunkt des Buches stehen deshalb Charakter und Aromenprofil der wichtigsten Rebsorten, gegliedert und analysiert nach dem aktuellsten Stand der Forschung, sowie die spannende Welt der Sensorik. Eine anschauliche und aussagekräftige Bildsprache lässt den Leser die geschmacklichen Unterschiede der Weine schnell und leicht auf einen Blick erfassen. FRENZELs WEINSCHULE erzählt die umfassende und tiefgründige Geschichte des modernen Weinbaus, die sich prägnant am Jahr 1985 orientiert und neben den zehn größten Weinskandalen auch einen Blick auf Technik, Weinhandel, Winzer und Weinberge wirft. Das Themenfeld Essen und Wein liefert viele hilfreiche Tipps für eine gelungene Wein- und Speisen-Kombination. Welcher Wein passt zu Zander, welcher zum Schnitzel und welcher zur Brotzeit? Konkrete und praktische Informationen zu Weinkauf und -lagerung, für die Weinprobe zu Hause und den wichtigsten Accessoires vom richtigen Glas bis hin zum passenden Korkenzieher komplettieren den opulenten Bildband.

Der Herausgeber – Ralf Frenzel Als erster und jüngster Sommelier Deutschlands startete Ralf Frenzel 1983 seine eindrucksvolle Karriere im Sterne-Restaurant „Ente vom Lehel“ im Nassauer Hof in Wiesbaden. Anschließend setzte er als Weinhändler seine Laufbahn konsequent fort und gründete 1995 die Projektagentur CPA!, mit der er viele Jahre u. a. Alfred Bioleks Kochshow „alfredissimo“ begleitete und die Erfolgskochbücher zur Sendung verantwortete. Seine Expertise während legendärer Verkostungen von Weinlegenden wie Pétrus, Yquem, Latour oder Lafite ist ebenso gefragt wie sein Urteil auf dem Gebiet der Kulinarik. Die Weinschule ist ein Herzensprojekt. // www.tretorri-shop.de

Gone Fishing - Gespür für Fisch Die nordische Küche steht für effektvolle Schlichtheit und naturnahen Genuss. Diesem modernen Kochstil hat sich auch Mikkel Karstad verschrieben, der von jeher eng mit der Natur verbunden ist: Der Kopenhagener Koch, Foodstylist und Blogger wurde schon als kleiner Junge von seiner Großmutter in die Kunst des Fischens eingeweiht, samt anschließender Zubereitung des Fangs. Seine besten Rezepte – von Scholle, Makrele und Hecht bis zu Muscheln, Krabben und Langustinen – verrät er in diesem Band. Mit feinem Gespür für modernes nordisches Design setzt der kreative Küchenchef Köstlichkeiten aus Salz- und Süßwasser in Szene, garniert mit Wissenshäppchen zu nachhaltigem und saisonalem Fischfang, der dem Dänen besonders am Herzen liegt. Perfekte Beilage zu den vielfältigen Rezepten sind die atmosphärischen Fotos von Anders Schønnemann, die den rauen Charme der dänischen Küsten- und Seenlandschaft einfangen und von einem genussvollen Leben nahe an der Natur erzählen. Das Blättern und Stöbern in diesem einzigartigen Band verspricht kulinarischen wie ästhetischen Hochgenuss. Mikkel Karstad ist Koch, Gastro-Berater, Foodstylist und betreibt den Blog „We You They Ate“. Sein Handwerk lernte er in internationalen Sterne-Restaurants, u. a. in London und Paris. In Kopenhagen leitete er die Kantine des dänischen Parlaments in Christiansborg und arbeitete im weltberühmten Noma. // www.prestel.de

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Koch

Buch Kritik

ENGLISCHE TITEL WEIBLICHE AUTOREN Kulinarische Kritiken von Horst-Dieter Ebert

Man streift durch die Kochbuchabteilung seiner Buchhandlung und wundert sich: Gibt es eigentlich nur noch weibliche Kochbuch-Autoren (außer den alten TV-Herren Lafer, Mälzer, Schuhbeck)? Und haben die eigentlich nur noch englische Titel für ihre Bücher? Und sind die eigentlich vorwiegend vegan? Hier kommen ein paar Erfolgstitel der Saison: weiblich, englisch, grün.

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Mia Frogner „Green Bonanza“

Thorbecke Verlag 202 Seiten, 24 Euro

Schwärmen von Dosentomaten Dieser Verlag, der auch ein Bändchen mit „One Pot Meals“ herausgegeben hat, traut den Fremdsprachenkenntnissen seiner Leser nicht viel zu: Hinter „Bonanza“ hat er ein kleines Sternchen gemacht und erklärt: *Spanisch: Goldgrube. Warum nicht auch eins bei green: *Englisch: grün. Die norwegische Köchin Mia Frogner hat sympathische Ansichten („Für mich muss Essen lustbetont sein.“), aber auch befremdliche („Ich esse kein Fleisch und keinen Fisch.“). Sie ist natürlich eine von denen, die bio und regional einkaufen, am liebsten das Gemüse selber ziehen und zu jenen gehören, denen „das Essen grundsätzlich besser schmeckt, wenn am Tisch

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Pauline Bossdorf „Living the Healthy Choice“

Edel Verlag 238 Seiten, 19,95 Euro

Milch ausnahmsweise erlaubt Diese Kochbuch-Autorin ist schon 24 Jahre alt, sie lernte Kamerafrau, übte sich ein bisschen im Kochen und wurde dann eine erfolgreiche Food-Bloggerin (was sonst?). Sie verfolgte ein Programm, das sie selbst als „gesund, doch nicht teuer, kompliziert und zeitintensiv“ charakterisierte: Also mal wieder die kulinarische Quadratur des Kreises, möchte man meinen, doch die junge Köchin zeigt in der Tat, wie das geht (und 300.000 Followers können wohl nicht irren). Ihre Anfänge („Ich liebte essen, aber hasste kochen.“) werden sicher manche Erst-Leser teilen. Doch dann geht es langsam los, und irgendwann sollte auch der ahnungsloseste Kochanfänger Erfolgserlebnisse haben, mit hübsch anzusehenden Gerichten, natürlich stets nur mit Gemüse, Obst, Körnern, Getreide, Saaten, nur in wenigen Ausnahmefällen werden mal Joghurt und Milch erlaubt. Es ist die dekorative vegane Küche mit ein paar winzigen Ausnahmen. Und das Programm steht im Untertitel des Buches: „Einfach natürlich kochen“.

viele Freunde sitzen“. Die nette, verhalten dralle (auch wieder) Bloggerin erzählt stets ein bisschen mehr als nur den technischen Rezept-Vorgang. Fast immer gibt es eine persönliche Erfahrung von ihr, wie sie etwa von den Tomaten in ihrem griechischen Ferienhotel (oder jenen aus Dosen!) schwärmt, das macht einfach Spaß. So ist ein Buch entstanden, in dem man auch gern liest, selbst wenn man nicht sofort zu kochen anfängt.


Enjoy and Indulge books

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Nadia Damaso „Eat Better Not Less. Around the World“

AT-Verlag 320 Seiten, 29,90 Euro

Mit Samba am Kochtopf

Spicy Wings aus Blumenkohl In meiner Buchhandlung war dies das schönste unter vier BuddhaBowl-Büchern (alle mit „glücklich“ auf dem Titel) – da kann man wohl von einem Trend reden. Der Verlag fasst ihn so zusammen: „Gesunde Kohlenhydrate treffen auf Eiweißbomben und vitaminreiches, meist rohes Gemüse, garniert mit Dressing oder Dip – schon ist die ‚Buddha Bowl‘ fertig.“ Die Autorin ist (natürlich) Bloggerin („Foods without regrets“), vornehmlich vegan und wie auch das Buch: einfach, schnell und gesund. Man staunt, was für und wie viele Bowls man sich zubereiten kann: Das geht natürlich los mit den FrühstückBowls, dann kommen – „schnell und sättigend“ – die Mittags-Bowls und schließlich – „bunt und reichhaltig“ – die Abend-Bowls. Kurzum: „Bowls auf der Überholspur“, mit „Smoothie-“, „Macro-“, „Power-“, „Rainbow-Bowls“. Auf den gut gemachten Fotos sieht das alles höchst mundwässernd aus, obwohl man sich als Nicht-Veganer nur schwer vorstellen kann, dass Wings nicht aus Chicken, sondern aus Blumenkohl bestehen, noch dazu „Spicy Wings“. Das im Buch Beschriebene scheint nur aus einfachen Handgriffen zu bestehen, „schnelle Küche“, „kurze Garzeiten“, „Salat in Sekunden“ – und dann: „Tadaaa!“ – alles ist fertig.

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Diese junge attraktive Blondine aus der Schweiz, die sich 30 Mal im Buch hat abbilden lassen, am liebsten mit langen nackten Beinen, ist mit 21 fast noch ein Wunderkind und auch sonst was Besonderes. Schon vor drei Jahren hat die (natürlich)  Foodbloggerin ein bestsellerverdächtiges Kochbuch geschrieben, für dieses hat sie eine besondere Art von Weltreise gemacht: „innerhalb von dreimal drei Wochen“ durch zwölf Länder, von den südamerikanischen Ländern über Marokko und Israel und dem Fernen Osten bis Japan. Da musste sich ja wohl die Swiss ziemlich beeilen. Ansonsten gehört sie zur Mehrheit der Fleischverächterinnen: „Mit Ausnahme einiger Fischrezepte sind alle Rezepte in diesem Buch vegetarisch.“ Ihr sehr hübsch gestaltetes und appetitlich fotografiertes Buch hat noch einen anderen Vorzug: Es bietet für jeden Computerbenutzer (also wohl für fast alle) einen Zugang zu Spotify: Da hat die Autorin zu jedem Land Musiken bereitgestellt, aus denen man auswählen kann. Da erklingt dann bei der Zubereitung einer brasilianischen Tapioka-Crème ein feuriger Samba, und beim Genuss eines Schweizer „Kräuterrösti nach Großmutters Art“ ein gefühliges „Ewigi Liäbi“.

Annelina Waller „Buddha Bowls“

Callwey 160 Seiten, 20 Euro

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Ketschauer Hof / Deidesheim

Winemakers dinner Ausnahmewinzer Gantenbein veredelt Schimkowitschs Sterneküche Das mehrfach ausgezeichnete Restaurant L.A. Jordan mit Chief Executive ­Daniel Schimkowitsch (Foto) an der Spitze steht für die neue Generation von Gourmet­restaurants: Die euro-asiatische Stilistik in der Küche spannt einen Bogen zwischen Tradition und Moderne und lädt Feinschmecker zu einem Spaziergang durch die Welt der Aromen ein. Diese sollten sich unbedingt den 2. März im Kalender anstreichen, denn an diesem Abend wird der Schweizer Ausnahmewinzer Daniel Gantenbein gemeinsam mit Schimkowitsch ein „International Winemakers Dinner“ kredenzen: fünf Gänge aus dessen einfallsreich-experimentierfreudiger Sterneküche mit eleganter Weinbegleitung à la Gantenbein. Das Dinner startet um 19 Uhr und ist zu 245 Euro buchbar.

Star cuisine & exceptional wines / International Winemakers Dinner On March, 2nd, 7 p.m., the renowned winemaker Daniel Gantenbein from Switzerland and Daniel Schimkowitsch (foto), Executive Chef at Ketschauer Hof, create a 5-course „International Winemakers Dinner“. 245 € p.p. Geschäftsführer: Ingo Swoboda, Stephan Attmann / E-Mail: info@ketschauer-hof.com // www.ketschauer-hof.com

gaumenfreuden Genießen, naschen und glücklich sein: Lassen Sie sich von den Küchenchefs unserer Hotels verwöhnen Tempting Moments Culinary delights for your pleasure

Hotel Bareiss / Baiersbronn-Mitteltal

Ausgezeichnete Tafelkultur Hermann Bareiss wird mit dem Rumohr-Ring geehrt Es ist eine ganz besondere Ehre, dieses Schmuckstück verliehen zu bekommen. Jetzt ging der Carl-Friedrich-von-Rumohr-Ring, die wichtigste Auszeichnung der Gastronomischen Akademie Deutschlands, an Hermann Bareiss (links) und Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann. Mit dem Ring, der auf den Agrar- und Kunsthistoriker, Maler und Gastrosophen Carl Friedrich von Rumohr (1785-1843) zurückgeht, ehrt die Akademie Persönlichkeiten für besondere Verdienste um die Wein- und Tafelkultur. Bei der feierlichen Verleihung des Preises im Hotel Bareiss äußerten sich alle Juroren, darunter Frederik Schack von Rumohr, zig-facher Urneffe Carl-Friedrichs, über den Ausnahmerang beider Preisträger, die mit ihren Lebensleistungen dauerhaft Maßstäbe für die Branche gesetzt hätten. EU-Kommissar Günther Oettinger gratulierte per Videobotschaft und lobte Bareiss‘ Nachwuchs-Engagement: Die Gründung des Fördervereins FHG und die Initiative der Bareiss Akademie garantierten den Fortbestand einer exzellenten Berufsleistung.

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Excellent table culture / Award for Hermann Bareiss Herrmann Bareiss has been awarded the Rumohr Ring for his services to the table culture. EU Commissioner Günther Oettinger praised Bareiss` commitment to young talent, e.g. by founding the Bareiss Academy. Leitung: Hermann und Britta & Hannes Bareiss / E-Mail: info@bareiss.com // www.bareiss.com


Enjoy and Indulge Arrangements & More

Vom 16. bis 27. Mai ist die Kölner Weinwoche Anlaufpunkt für Kenner und Genießer wunderbarer Gewächse. 26 Winzer aus ganz Deutschland sind auf dem Kölner Heumarkt vertreten, um das Beste zu präsentieren, was an den Hängen von Rhein, Saar, Nahe, Mosel und darüber hinaus gedeiht. Für Gäste im Hotel im Wasserturm fängt der Weingenuss danach aber erst richtig an, denn Küchenchef Eric Werner entführt sie nach einem Champagner-Aperitif auf eine achtgängige Genussreise mit vinophiler Begleitung, bei der jeder Tropfen vom Sommelier des Restaurants HIMMEL UN ÄD auf das Menü abgestimmt wurde. Dazu sind die Gäste zu allen Soft-Getränken und Kaffeespezialitäten eingeladen. Ein wahrlich genussvolles Erlebnis, das nach einer Übernachtung im modernen Deluxe Doppelzimmer mit himmlischer Aussicht durch ein erlesenes Frühstück gekrönt wird. Das Arrangement ist zu 769 Euro für zwei Personen buchbar.

The best from Germany`s vineyards / Cologne Wine Week Hotel im Wasserturm / Köln

Kölner Weinwoche Vinophiler Genuss mit grandiosem Finale

From May 16 to 27, winemakers from all over Germany present their best at the Cologne Wine Week. Offer: 1 night, breakfast and an 8-course gourmet dinner with wines, soft drinks and coffee. 769 € for 2. Geschäftsführer: Stefan Sandweg / E-Mail: info@hotel-im-wasserturm.de // www.hotel-im-wasserturm.de

Relais & Châteaux Hotel Jagdhof Glashütte / Bad Laasphe

Spargel trifft Frühling Spring Break-Kochkurs für Praktiker Das kulinarische Angebot im Hotel Jagdhof Glashütte genießt einen legendären Ruf. So mancher Gast will aber nicht nur schmecken, sondern auch die Geheimnisse ergründen, die in der Zubereitung und der Wahl der Produkte stecken. Hierzu haben interessierte Hobbyköche am 26. März Gelegenheit, und zwar bei einem vollkommen praxisorientierten Kochkurs in der Jagdhof-Sterneküche. Hierbei zeigen die Spitzenköche viele Tricks, sodass die Teilnehmer die Gerichte problemlos zu Hause nachkochen können. So viel sei verraten: Einer der Protagonisten wird ­saisonbedingt der Spargel sein. Das Feinschmeckerkochen beginnt mit einem Cocktail-Empfang, danach wird ein komplettes Menü zubereitet, das im Anschluss gemeinsam eingenommen wird. Die Getränke sind im Preis von 198 Euro pro Person bereits enthalten. Zu guter Letzt erhält jeder Teilnehmer eine Urkunde und darf die beliebte Jagdhofschürze als Andenken an diesen spannenden Tag mit nach Hause nehmen.

Fotos: privat

Asparagus meets spring / Star cuisine cooking class On March 26, amateur chefs can learn tricks from the star kitchen during a 5-hour cooking class. A complete menu is cooked. The drinks and the cocktail reception are already included in the price of 198 € p.p. Participants receive a certificate and an apron. Eigentümer/Leitung: Edmund Dornhöfer / E-Mail: info@jagdhof-glashuette.de // www.jagdhof-glashuette.de

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er sein Leben zu genießen weiß, ist auch selbst zu genießen .” Peter Amendt (* 1944) Franziskaner

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Enjoy and Indulge Arrangements & More

Hotel Gasthof Post / Lech am Arlberg

Der Neue in der Post Seit Dezember dirigiert David Wagger das Küchenorchester

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s ist besser, zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen, dass man nicht genossen hat.” Giovanni Boccaccio (1313-1375), ital. Schriftsteller, Dichter und Demokrat

Das Fünf Sterne Relais & Châteaux-Hotel Gasthof Post in Lech am Arlberg ist für seinen traditionsreichen Charme bekannt, der sich bereits an der geschlossenen und trutzigen Form des Hauses manifestiert. Acht Jahrzehnte, nachdem die Familie Moosbrugger das Hotel gründete, befand Patron Florian Moosbrugger jedoch, dass es Zeit sei, das Haus optisch zu öffnen und die prächtige Bergkulisse in das Gebäude hinein zu holen. Architekt Christian Prasser wurde nun mit der Umgestaltung der Restauranträumlichkeiten beauftragt. Sein Konzept öffnet die gesamte Außenfläche des Restaurants mit einem großzügigen Panoramafenster, sodass sich der Gast mitten im Dorf und ganz nah den Bergen glaubt. Das Hotel ist aber nicht nur mit einem frischen Restaurant-Design in die Wintersaison gestartet. Auch die Küchenleitung wurde in neue – junge! – Hände gelegt. Der 32-jährige David Wagger (Foto), der in Kufstein geboren wurde und seine Küchenkarriere in zahlreichen hochdekorierten Häusern vorangebracht hat, leitet seit Dezember die Brigade der Post. Am Küchenstil soll sich unter seiner Ägide dennoch nichts ändern. Denn es ist gerade jene bürgerliche, ehrliche Küche, die die Gäste in der Post schätzen und lieben.

Dinner at the foot of the mountains / New restaurant concept After a redesign of the restaurant, guests enjoy the amazing mountain view through the spacious picture window while enjoying their meals. And there`s more news: The 32-year-old David Wagger (photo) is new Chef de cuisine. Inhaber: Familie Moosbrugger / E-Mail: info@postlech.com // www.postlech.com

Weinromantikhotel Richtershof / Mülheim/Mosel

Grenzenloser Weingenuss Besondere Momente für Liebhaber des edlen Rebensaftes Das Thema Wein kann im Richtershof mit allen Sinnen erlebt werden: Im Rahmen der „Wein-Kulinarischen-Wohlfühlmomente“ verbringen Gäste zwei Nächte in einem kuscheligen Zimmer oder einer Suite. Sie genießen neben dem großen Sekt-Frühstücksbüfett ein Drei-Gang-Menü am ersten und ein 5-Gang-Menü mit korrespondierenden Weinen am zweiten Abend. Zur Weinverkos­tung am Freitag um 18.30 Uhr steigen sie hinab in den über 300 Jahre alten Fass- und Säulenkeller des Richtershof. Dort probieren sie in uriger Atmosphäre fünf Weine. Dieses Angebot ist ab 299 Euro pro Person buchbar. Dass Wein aber nicht nur glücklich, sondern auch schön macht, davon kann man sich bei der „Wein-Wellness“ überzeugen: Eine Vinoble Gesichtsbehandlung mit Traubenkernprodukten verwöhnt die Dame, der Herr darf bei einer Ganzkörpermassage mit warmem Traubenkernöl entspannen. Zwei Übernachtungen mit Frühstück, ein Glas Sekt sowie zwei Abendmenüs in drei Gängen runden das Wohlfühlerlebnis ab, das ab 265 Euro pro Person buchbar ist.

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Mosel dreams / Enjoy wine with all your senses The hotel Richtershof currently offers two wonderful packages for wine l­overs with 2 nights each. The „Wine-Culinary Well-being Moments“ with wine tasting in the 300-year-old barrel cellar from 299 € p.p. as well as the „Wine-Wellness“ from 265 € p.p., where you can experience soothing ­treatments with high quality care products based on grapes. Eigentümer: Manfred Preuß, Direktorin: Andrea Mereu E-Mail: info@weinromantikhotel.de // www.weinromantikhotel.com


Design watch

Abgespaced Ufo oder Lebewesen? Die Horological Machine N°6 SV „Space Pirate“ von MB&F sprengt jegliche Vorstellungen von einer Uhr. Text: franziska grosswald

Fotos: privat

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s gibt Produkte, über die sollte man gar nicht so viele Worte verlieren. Die muss man einfach in der Hand gehabt haben, um sie zu verstehen. In diesem speziellen Fall nicht in der Hand, sondern vielmehr am Handgelenk, denn es geht um eine Uhr. Halt, stopp – dieser Begriff wäre wirklich viel zu banal! Zwar handelt es sich bei der Horological Machine N°6 SV „Space Pirate“ in der Tat um einen Zeitmesser, in erster Linie aber ist sie ein Faszinosum, ein Wunderwerk in Design und Antrieb und etwas für echte Uhrenfreaks. Mit ihren gläsernen Kuppeln und geschwungenen Linien erinnert diese Zeitmessmaschine zunächst an ein Ufo oder irgendein abgefahrenes Mondfahrzeug. Auf den zweiten Blick auch an ein Tier – eine Qualle vielleicht, und das scheint gar nicht so weit hergeholt zu sein: Die Schöpfer dieses Stückes Kunst ließen sich beim Entwurf des Gehäuses aus dreidimensional geschliffenem Saphirglas vom Biomorphismus inspirieren, einer Kunstrichtung des 20. Jahrhunderts, die sich dem Nachempfinden der Formen von Organismen und Lebewesen widmete. Das edelmetallische Mittelstück ist inspiriert vom Industriedesign und dem späten Artdéco-Stil der Stromlinien-Moderne. Beim genaueren Hinsehen offenbart sich das gläserne Gehäuse schließlich als Guckloch in eine faszinierende Welt der Mikromechanik: Es gibt den Blick frei auf das tickende Herz der Präzisionsmaschine. Bei aller Ästhetik bleibt die Machine N°6 SV, was sie ist: eine Uhr. Vom Träger aus betrachtet, zeigt die rotierende Kugel unter der Glaskuppel vorne links die Stunden an, die Kugel vorne rechts die Minuten. Dank extra großer Ziffern lässt sich die Zeit gut ablesen. Unter den beiden hinteren Kuppeln verbergen sich rotierende Turbinen, die als Windbremse fungieren, um die Geschwindigkeit des Aufzugs abzubremsen. Der Saphirglas-Dom im Zentrum schließlich stellt die Bühne für ein fliegendes Sekunden-Tourbillon, das ständig in Aktion ist. Mehr als drei Jahre lang bastelten die Kreativ-Köpfe und Ingenieure von MB&F an diesem feingliedrigen Kunstwerk, das in der Welt der Uhren-

liebhaber längst zum Objekt der Begierde geworden ist. Die Horological Machine N°6 SV, die weltweit bislang nur über eine Handvoll von Einzelhändlern bezogen werden kann, wurde in einer streng limitierten Auflage gefertigt: Gerade einmal zehn Exemplare sind in der Ausführung Platin/ Saphirglas erhältlich, weitere zehn Stück in der Variante Rotgold/Saphirglas. Uhr, Zeitmesser oder Präzisionsmaschine? Über die Begrifflichkeiten, als was die Horological Machine N°6 SV nun zu bezeichnen sei, ließe sich sicher diskutieren. Doch eines steht fest: Aufziehen muss man das edle Stück trotz allem. 2

Der Mensch hinter der Maschine Seit über zehn Jahren steht die Marke MB&F für Hyperkreativität im Uhren-Design. Kopf des künstlerischen Mikrotechnik-Labors ist der aus der Schweiz stammende Maximilian Büsser. Nach 15 Jahren in der Leitung prestigeträchtiger Uhrenmarken kündigte dieser 2005 seine Stellung als Geschäftsführer bei Harry Winston, um MB&F – Maximilian Büsser & Friends zu gründen. Gemeinsam mit talentierten Profis der Uhrenindustrie entwirft er seitdem extreme Konzept-Uhren in kleinen Serien. Zu seinen außergewöhnlichsten Werken zählen seine Weltraum-Spieluhren, Zeitmesser in Form einer Raumstation und einer Spinne sowie zwei Roboteruhren.

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Bedtime Story

wink des schicksals Eine Kurzgeschichte von Heike Denzau Illustration: Elke Ehninger

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anno Meyer öffnete die Augen, als der Wecker piepte. Nach zwei Schrecksekunden riss er den Kopf herum und starrte auf das Ziffernblatt. Zwanzig nach sechs. Auf genau diese Uhrzeit war der Wecker eingestellt. Seit … immer. Jedenfalls seit er in der Bankfiliale in Hamburg-Mitte arbeitete, und das waren mittlerweile einunddreißig Jahre, vier Monate und zwölf Tage. Aber noch nie hatte der Wecker gepiept. Niemals. Ruckartig richtete Hanno sich im Bett auf. Sein Herz raste. Mit zitternden Fingern stellte er den Alarm aus – und schluckte. Er wachte doch immer zehn Minuten vorher auf. Immer! Warum heute nicht? Er schwang die Beine aus dem Bett und eilte ins Bad. Fassungslos starrte

er in den Spiegel des alten Badezimmerschranks. Was war nur los in diesem Jahr? Warum war alles so anders? Hanno hasste „anders“. In jeder Beziehung. Er liebte es, wenn alles seinen gewohnten Gang ging. Er war nicht autistisch, um Himmels willen! Aber es war einfach schön, wenn sich Dinge nicht gegen die Gewohnheit entwickelten. Doch in diesem verflixten Jahr war schon einiges schiefgelaufen. Angefangen hatte es mit Mutti, die einfach gestorben war. Ohne ihm die Chance zu geben, sich darauf vorzubereiten. Still und starr hatte sie in ihrem Bett gelegen, anstatt ihm sein Sechsminuten-Vierzigsekunden-Frühstücksei zu kochen. Er war kein Muttersöhnchen gewesen, keinesfalls! Aber nachdem Mutti sich zweiundfünfzig Jahre um ihn gekümmert hatte, wäre es vom Schicksal doch nicht zu viel verlangt gewesen, ein winziges Zeichen des nahenden Abschieds zu senden.

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Bedtime Story

Der zweite herbe Schlag in sein stets glatt rasiertes Gesicht war der Anruf von Frau Nübel gewesen. Seit achtundzwanzig Jahren war er mit seiner Mutter im Mai zu ihr auf die Nordseeinsel Amrum gefahren. Sie hatten immer die beiden Zimmer im Dachgeschoss bekommen, mit Blick auf die Nebler Kirche. Jetzt hätte er nur noch ein Zimmer gebraucht, aber das Dachgeschoss der alten Friesenkate war komplett ausgebrannt, und Frau Nübel hatte ihm abgesagt. Er hatte noch ihre traurige Stimme im Ohr: „Es tut mir so leid, Hanno. Und ob ich Sie im näch-

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sten Jahr beherbergen kann, steht auch noch nicht fest. Beim Zahlen der Versicherungsraten war ich wohl etwas … nachlässig.“ Während Hanno sich den Rasierschaum ins Gesicht pinselte, erschreckte ihn der Gedanke, dass das Schicksal anscheinend Spaß daran gefunden hatte, ihn fertigzumachen. Warum sonst hatte er verschlafen? Es war beruhigend, dass der Kaffee wie immer schmeckte, genauso wie die beiden Feinbrothälften mit der Erdbeermarmelade und dem alten Gouda.

Hanno seufzte. Manchmal, so wie heute, fehlte ihm sein Frühstücksei. Aber seit Mutti … Nicht, dass er es nicht selbst hinbekommen hätte, ein Ei zu kochen, um Himmels willen! Aber es würde die Erinnerung an vergangene Zeiten schänden. Er wusch sein Frühstücksbrett und die Tasse ab und ging zurück ins Schlafzimmer, um sich anzuziehen. Die Pantoffeln stellte er – für den Abend reinschlüpfbereit – vor dem Bett ab, während er sich den Kopf zerbrach, wie er die verlorenen zehn Minuten wieder reinholen


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konnte. Ihm wollte nichts einfallen, was er weglassen konnte, und das war grässlich. Seufzend zog er den grün-beige gestreiften Pyjama aus, faltete die Hose drei- und das Oberteil vierfach und platzierte beides auf dem Laken. Kissen und Decke schüttelte er auf, bis die Entendaunen eine fluffige Fülle erreicht hatten. Hanno öffnete den Kleiderschrank. Er hatte vierzehn weiße Hemden. Sie rochen nicht mehr so gut, seit Mutti … Aber das nahm er Frau Wöllke von der Reinigung nicht übel, um Gottes willen! Sie hatte ihm freundlich erklärt, warum Muttis Waschmittel für ihren Betrieb nicht geeignet war. Er zog die anthrazitfarbenen Socken an, streifte ein Hemd über und knöpfte es von unten nach oben zu, bevor er es sorgfältig in der grauen Anzughose zurechtstopfte. Zufrieden blickte er auf die Schnur an der Innenseite der Schranktür. Dort hingen sie. Seine Krawatten. Neben der schwarzen für Beerdigungen weitere fünf Stück, aufgereiht nach Wochenarbeitstagen. Montags trug er die hellgraue, dienstags die mittelgraue. Heute war die dunkelgraue dran. Sie hing vor der blauen Donnerstagskrawatte. Er streckte die Hand aus und … ein kalter Schauer lief ihm über den Nacken. Er starrte auf die lavendel-grau gestreifte Krawatte, die er gegriffen hatte. Warum hielt er die Freitagskrawatte in der Hand? Wie konnte seine eigene Hand ihm diesen Streich spielen? Hatte das Schicksal jetzt etwa auch noch Macht über seine Hände? Diese Frage stellte er sich ununterbrochen, während er mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Bank war, vorbei am Michel, einem der vielen Wahrzeichen seiner Stadt. Ihm wurde heiß. Nicht, weil er schneller fuhr als üblich, denn das tat er nicht, um die Grünphasen zu nutzen. Nein, er schwitzte, weil er sich dem Schicksal gebeugt hatte. Er trug die Freitagskrawatte. Ein Wimmern entschlüpfte seiner Kehle. Es war Mittwoch und er trug die farblich verwegene, gestreifte Krawatte, die das Wochenende einläutete. Aber es war zu spät, um umzukehren. Er kettete sein Fahrrad auf dem Hinterhof der Bank an, zog die Aktentasche vom Lenker und stellte sie auf dem Boden ab. Er entfernte die Fahrradklammern von den Waden und griff nach der Plastiktüte im Fahrradkorb, in der sich seine Büroschuhe befanden. Als er die Filiale betrat, war ihm übel. Dieser Tag konnte nichts Gutes bringen.

„Guten Morgen, Herr M …“ Filialleiterin Anneke Sommer, die sich gerade an ihren Schreibtisch setzte, verschluckte seinen Nachnamen. Sie starrte von ihm zu ihrem Tischkalender und wieder zurück. Seine Finger tasteten zitternd über die Krawatte, auf die sie blickte. „Heute ist Mittwoch“, sagte sie mit einem Gesichtsausdruck, als hätte sie auf einem Eisberg ein Dromedar entdeckt. „Ja, ich …“ Hanno schluckte. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Sie musterte ihn noch einen Moment, bevor sie mit einem Lächeln, das Hanno nicht gefiel, den

„Dass er den Alarmknopf gedrückt hat, ist ein kleines Wunder. So viel Geistesgegenwart hätte ich ihm nicht zugetraut. Er ist sehr … seltsam.“

Kopf schüttelte. „Dass Sie mich noch mal überraschen würden, Herr Meyer … Hätte ich nicht gedacht.“ „Ja, ich … ich weiß auch nicht …“ Hilflos brach er ab und flüchtete an seinen Platz. Aufatmend ließ er sich auf den Drehstuhl hinter der Scheibe fallen. Das Panzerglas der Kasse sicherte nicht nur seinen Arbeitsbereich, sondern auch ihn selbst. Hier fühlte er sich wohl. Und darum hatte er es dem Vorstand auch nicht übel genommen, als die zwanzig Jahre jüngere Anneke Sommer vor zwei Jahren die neue Filialleiterin geworden war. Nicht, dass er sich Hoffnungen gemacht hatte, um Himmels willen! Es war doch prima, wenn der Nachwuchs seine Chance bekam. Hanno zog die Sportschuhe aus und steckte sie in die Plastiktüte, nachdem er die schwarzledernen Büroschuhe herausgenommen und

angezogen hatte. Nach einer Weile begann er, sich zu entspannen, denn der Vormittag verging wie jeder andere. Die Kunden, die zu ihm an die Kasse kamen, waren zumeist älteren Semesters. Die oftmals allein stehenden Senioren wechselten gern ein paar Sätze mit ihm, während sie ihr Geld in Empfang nahmen. Für manche waren es die ersten Worte des Tages. Die jüngeren Kunden bedienten sich an den seelenlosen Automaten im Vorraum. Er bekam diese Menschen nur zu Gesicht, wenn sie in ihrem Urlaub die Eurozone verlassen wollten und fremde Währungen benötigten. Hanno kannte sie alle, die Geldscheine der Welt. Material, Maße, selbst die Gerüche unterschieden sich. Doch das Visuelle stach natürlich hervor. Ihm gefielen die Tiermotive auf den Rückseiten des brasilianischen Real. Die chinesischen Yuan-Noten mit dem Konterfei Mao Zedongs bestachen durch ihre Farbenpracht. Der russische Rubel zeigte Architektonisches, und einer seiner Lieblingsscheine, die ZweiBermuda-Dollar-Note, war sogar einmal mit dem Preis „Banknote des Jahres“ ausgezeichnet worden. Hanno konnte zudem sämtliche Währungen den Ländern der Weltkarte zuordnen. Abends hockte er gern mit der Lupe vor dem alten Globus seines Vaters, um die Kontinente zu studieren. Die Umrisse der einzelnen Länder hatten sich über die Jahre in sein Hirn gebrannt. Während er auf Kundschaft wartete, kam ihm der letzte Silvesterabend mit Mutti in den Sinn. Beim Bleigießen hatte sein Stück den kreuzförmigen Umriss der thailändischen Insel Ko Mak gehabt. Er erinnerte sich an das Herzklopfen, das er verspürt hatte. Doch Mutti hatte ihn in die Realität zurückgeholt und nach einem skeptischen Blick auf das geschmolzene Blei einen Feuerwehrorden erkannt, wie er einst seinem Vater gehört hatte. Der nächste Kunde holte Hanno in die Gegenwart zurück. Insbesondere, da der Mann in dem etwas zu weiten Sakko seinen Gruß nicht erwiderte, sondern ihm einen Zettel durch die Öffnung der Panzerglasscheibe zuschob. Hanno griff danach und las: „Das ist ein Überfall!!! Legen Sie alle Scheine in die Tüte. Wenn Sie es nicht tun oder Alarm auslösen, erschieße ich einen Kunden!!!“ Hanno hatte sich während seiner Berufszeit hundertfach ausgemalt, wie es wohl wäre, über-

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ligen Beinen drehte er sich herum und schrie: „Ich bin überfallen worden!“ Als die Polizisten eintrafen, saß Hanno auf seinem Stuhl. Anneke Sommer hatte ihn mit einem Glas Wasser versorgt. Weil seine Lippen so zitterten, hatte er noch keinen Schluck davon trinken können. Und nichts gesagt, außer immer wieder: „Ich bin überfallen worden … Ich bin überfallen worden …“ Er hörte zu, wie Anneke Sommer den Polizisten sagte, dass das Geld aus der Kasse weg war. Viele Tausend Euro. Und Kundin Frau Herbert stellte sich im Nachhinein als perfekte Zeugin heraus, denn sie hatte die Beutetüte gesehen und dem richtigen Discounter zugeordnet. Jetzt, dachte Hanno, jetzt muss ich etwas sagen. Aber seine Stimme gehorchte ihm immer noch nicht. „Herr Meyer, zeigen Sie den Beamten mal Ihre Schuh-Tüte“, forderte Anneke Sommer ihn nicht sehr freundlich auf. „Die ist doch vom selben Discounter.“ Stumm hob Hanno die Tüte, die zu seinen Füßen lag, in die Höhe. Er öffnete die Lippen, um stolz herauszuschreien: „Hier ist die Beute! Ich war klug und gewitzt und habe sie gerettet!“ Doch sein Mund war immer noch trocken wie die Wüste Gobi. Der Polizist notierte den Discounter-Namen. Hanno saß da wie eine Statue, den Arm mit dem Geld weiter in die Höhe gestreckt. Anneke Sommer verdrehte die Augen und sagte zu dem Polizisten: „Wir sollten vielleicht doch den Notarzt für Herrn Meyer rufen. Er scheint unter Schock zu stehen.“ Ihre Stimme wurde leiser, als sie weiter sprach, aber Hanno hörte es dennoch. „Dass er den Alarmknopf gedrückt hat, ist ein kleines Wunder. So viel Geistesgegenwart hätte ich ihm nicht zugetraut. Er ist sehr … seltsam.“ Seltsam? Hanno hätte gern geschluckt, aber das ließ die Wüste in seinem Mund nicht zu. Was bildete die Sommer sich ein? Er und seltsam? Er gehörte nun weiß Gott zu den normalen Menschen, im Gegensatz zum Rest der Belegschaft. „Fühlen Sie sich in der Lage, eine Aussage machen zu können, oder möchten Sie einen Arzt?“, fragte der Polizist ihn. Hanno entschied sich für Zweiteres. Als die Sanitäter ihn zum Rettungswagen führten, hielt er in der einen Hand seine Aktentasche, in der anderen die Plastiktüte.

Während man ihn zum Krankenhaus fuhr, dachte er über das Schicksal nach. Vielleicht war es gar nicht gehässig? Er hatte zwei Möglichkeiten. Er konnte jetzt und sofort aufklären, dass in der Tüte das Geld war – der Schock wäre eine glaubwürdige Entschuldigung für diese relativ späte Mitteilung. Oder aber … Hanno hielt die Augen geschlossen, während die Wellen leise an den weißen Strand von Ko Mak schwappten. Palmen rauschten ihr leises Lied in den kornblumenblauen Himmel. Er sah den dunkelhäutigen Kellner mit den beiden Cocktails näher kommen, griff nach dem Portemonnaie neben der Liege und zog mehrere der farbenprächtigen Baht-Scheine heraus, von denen thailändische Könige den Betrachter anblickten. Der Kellner strahlte über beide Backen über das großzügige Trinkgeld. Hanno nahm die mit Früchten und Schirmchen dekorierten Gläser und reichte eines an Frau Nübel weiter, die neben ihm auf einer Liege lag. „Ich kann immer noch nicht glauben, dass Sie mich hierher eingeladen haben, Hanno“, sagte sie, als sie sich aufsetzte. „Und dass Sie mir auch noch das Geld für die Dachgeschoss-Renovierung schenken wollen …“ Sie schüttelte den grauhaarigen Lockenkopf und sog genüsslich an ihrem Drink. Hanno lächelte breit, als er trank. Nicht, weil das Schirmchen seine Nase kitzelte, sondern weil er sich übermächtig auf den nächsten Urlaub freute. Endlich wieder Amrum. 2

© Fotostudio Freiraum, Glückstadt

fallen zu werden. Er hatte sich davor gefürchtet. In seinen Visionen hatte er sich selbst immer als zitterndes Etwas gesehen. Doch jetzt musste er zu seinem eigenen Erstaunen feststellen, dass das Gegenteil der Fall war. Er war die Ruhe selbst. Vielleicht lag es daran, dass die Anweisungen auf dem zerknitterten Zettel so wunderbar deutlich und ohne einen Rechtschreibfehler waren? Hanno schätzte korrekte Orthografie. Gut, über die vielen dramatischen Ausrufezeichen hätte man diskutieren können, aber … „Beeilung!“, zischte der Bankräuber und schob ihm mit der linken Hand eine Discounter-Plastiktüte durch die Scheibenöffnung zu, während die rechte kurz das Sakko lüpfte, um Hanno einen Blick auf die Waffe zu gewähren. Nun denn, die Fronten waren geklärt. Die Kunden waren tatsächlich in Gefahr. Hanno nickte dem nervösen Mann beruhigend zu und griff nach der Tüte, während er mit der anderen Hand so unauffällig den Alarmknopf drückte, dass er sich selbst gern auf die absolut nicht zitternde Schulter geklopft hätte. Während der Räuber von einem Bein auf das andere tänzelte, stopfte Hanno die Scheine in die Tüte. Sein Blick fiel dabei auf die Plastiktüte neben seinem Stuhl, in der sich seine Sportschuhe befanden. Hmm … Er und der Räuber kauften im selben Discounter. Und mit diesem Gedanken durchlief es Hanno heiß. Er könnte zum Helden des Tages werden! Nicht, dass er um Aufmerksamkeit betteln müsste, um Himmels willen! Es war doch nicht dramatisch, dass er einmal zufällig gehört hatte, wie der Azubi sagte: „Das Aufregendste an Herrn Meyer ist das Y in seinem Namen.“ Als er alle Scheine eingepackt hatte, atmete Hanno tief durch und ließ die Tüte mit einem, wie er fand, perfekt gespielten „Huch“ fallen. „Jetzt mach schon!“, fauchte der Räuber und streckte die Hand zur Öffnung aus. Hanno bückte sich leicht nach unten und griff nach der Tüte mit den Schuhen. Er musste sie platt drücken, um sie durch die Öffnung zu bekommen, aber der aufgeregte Bankräuber registrierte es nicht. Vielleicht lag es daran, dass aus der Ferne das Heulen von Polizeisirenen erklang? Der Mann griff seine vermeintliche Beute und eilte damit hinaus. Hanno stand auf, als die nächste Kundin, Frau Herbert, zu ihm trat. „Überfall“, rief er, und jetzt begann doch das große Zittern. Auf wack-

heike denzau Heike Denzau arbeitet seit 2009 als Autorin. Sie lebt mit ihrer Familie in dem kleinen Örtchen Wewelsfleth an der Stör in SchleswigHolstein. Die Region spielt auch in ihren Krimis „Dunkle Marsch“, „Schwarze Elbe“, „Todesengel von Föhr“ mit.


schau mich an

Eine ordentliche, robuste Schiffslampe aus poliertem Edelstahl, wie Erik Magnussens Stelton, hat besondere Qualitäten.

Schöner Flackern Eine schöne Lampe erfüllt ihren Zweck auf besondere Weise. Sie strahlt auch, wenn sie aus ist. Und wenn sie an ist, verströmt sie genau das Licht, das gebraucht wird. Mal ist es kühl, weiß und aktivierend, jedes Detail tritt deutlich hervor. Mal verbirgt und schönt es gnädig, was es erhellt. Das eine ist mit dem anderen kaum zu vergleichen. Eine ordentliche, robuste Schiffslampe aus poliertem Edelstahl, wie Erik Magnussens Stelton (siehe Bild), hat ja auch ganz andere Qualitäten als die klassische Panton VP Globe, jener filigrane, kugelförmige Klassiker aus Kunststoff und Stahl, der das Wohnzimmer in eine so behagliche Stimmung versetzt. Die Dänen nennen die so gezauberte lichtsensible Gemütlichkeit „Hygge“ und leben damit einen Trend vor, der überall Sehnsüchte weckt. Denn das kleine nordeuropäische Volk gilt seit Langem als das glücklichste der Welt, was die simple, nicht ganz uneigennützige Frage aufwirft: Warum? Meik Wiking, jung, smart und Glücksforscher in Kopenhagen, ist davon überzeugt: Weil sie Hygge haben, sind die Dänen so zufrieden. Beim „Hyggeln“, schreibt er in seinem Buch „Hygge“ (Lübbe Verlag), hat gegenseitiges Vertrauen große Bedeutung. Entspannte Gemeinschaft. Das Essen hochkalorischer Speisen. Aber eben auch: das Licht. Dass ausgerechnet die Dänen, die neben der Panton VP Globe viele andere großartige Lampenklassiker erfunden haben, das Licht so sehr lieben, hat wohl mit den langen, dunklen Wintern zu tun, die das kleine Land im Norden Europas durchleiden muss. Nicht nur leisten sich dort sogar notorisch finanzschwache Studenten die schönsten und teuersten Lampen, um der Dunkelheit zu trotzen und ihre Buden aufzupeppen. Man liebt darüber hinaus vor allem das sogenannte „lebendige Licht“: die stimmungsvolle Flamme, das Feuer, den Kerzenschein.

Die Hälfte aller Dänen, heißt es, zündet an mehreren Tagen der Woche Kerzen an und verbringt die unvermeidlich langen Abende in einem flackernden Lichtermeer. Denn mit einer einzigen angezündeten Kerze geben sich die allerwenigsten zufrieden. Meist werden drei und mehr angezündet, gleichzeitig. Leicht getrübt wird die Romantik allerdings von einer Studie des Dänische Instituts für Bauforschung. Kerzen, heißt es da, verschmutzten die Luft in den Innenräumen stärker als Zigaretten und Kochdünste. Denn Kerzen rußen, weshalb die Dänen aufgefordert sind, regelmäßig die Fenster zu öffnen. Überhaupt steht das Licht, einst die Metapher sowohl für Gottes Liebe als auch für den Geist der Aufklärung, derzeit in wenig gutem Ruf: Von Lichtverschmutzung ist immer häufiger die Rede. Das permanente Kunstlicht störe den Schlaf der Menschen und verwirre die Tiere. Tatsächlich ist es in den Metropolen dieser Welt gar nicht mehr so einfach, Sterne am Himmel auszumachen, geschweige denn Sternbilder, weshalb immer neue Initiativen fordern, Straßen- und Schaufensterbeleuchtungen auszuschalten und sich auf den Hell-dunkel-Kontrast zu besinnen, der die Menschheit seit Urzeiten begleitet. Dennoch spricht alles dafür, in der eigenen Wohnung kluge Lichtregie zu führen. Stimmungsvolle Lichtinseln trösten darüber hinweg, dass auf jeden Sommer Herbst und Winter folgen. Diffuses, weiches Licht lässt Spuren von Abnutzung und Alter verschwinden. Flackernde Kerzen erinnern daran, wie viel Geborgenheit ins Leben kam, als der Mensch die Kontrolle über das Feuer und damit über Licht und Wärme erlangte. So dunkel, wie es einst gewesen ist, wird es nie mehr sein. Jedenfalls nicht da, wo Menschen sind. Und das ist sehr gut und sehr behaglich so. „Hyggelig“ würden die Dänen sagen. Monika Goetsch

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Die Partnerhotels

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Oeversee

Hamburg

Hamburg

MS EUROPA Hapag-Lloyd Kreuzfahrten GmbH Ballindamm 25 / 20095 Hamburg T: 040-30 01-46 00 / F: -46 01 E-Mail: service@hl-cruises.com // www.hl-cruises.de

HOTEL LOUIS C. JACOB Direktorin: Judith Fuchs-Eckhoff Elbchaussee 401–403 / 22609 Hamburg T: 040-822 55-0 / F: 040-822 55-444 E-Mail: jacob@hotel-jacob.de // www.hotel-jacob.de

7 Passagierdecks, 204 Außensuiten, davon 168 Suiten mit Balkon, von 27 bis 85 m2 Größe; zwei behindertengerechte Suiten. Golfsimulator, Personaltrainer, Friseur, Beautysalon, Fitnessraum mit Meerblick, Sauna, Massagen, Wellnessbereich OCEAN SPA, 20-Meter-Swimmingpool mit schließbarem Glasdach. Exklusive Boutique-Promenade auf Deck 4. Themenreisen mit Programmen und Landausflügen für jede Ambition: Aktiv, Event, Familie, Genuss, Golf, Kultur, Musik.

66 Zimmer und 19 Suiten, auch mit Elbblick. Wohnhalle mit Kamin, Gourmetrestaurant „Jacobs Restaurant“ (17 GaultMillau-Punkte, 2 Michelin-Sterne), weltberühmte Lindenterrasse, Weinwirtschaft „Kleines Jacob“ mit Garten, Jacobs Bar, historischer Eiskeller, Bibliothek, Kunstsammlung mit über 500 Originalen. Veranstaltungsräume mit Elbblick für bis zu 240 Personen. Wellnessbereich, Fahrradverleih, Jogging-Track, Elbanleger, Speedbootfahren, Limousinen-Service. Hamburger Poloclub und Golfclub.

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Cuxhaven

GENIESSER HOTEL HistorischeR Krug Inhaberin: Lenka Hansen-Mörck Grazer Platz 1 / 24988 Oeversee T: 046 30-940 0 / F: 046 30-780 E-Mail: info@historischer-krug.de // www.historischer-krug.de

BADHOTEL STERNHAGEN Eigentümer: Familie Sternhagen Cuxhavener Straße 86 / 27476 Cuxhaven T: 047 21-434-0 / F: 434-444 E-Mail: Sternhagen@Badhotel-Sternhagen.de // www.Badhotel-Sternhagen.de

Charmantes historisches Hotel, „Dorf im Dorf“, Gourmetrestaurant „Privileg“ (Gault-Millau: 15 Punkte), Krugtherme mit Schwimmbad, Sauna, Hamam, Massagepool und Kneippanlage, Solarium, Rollenmassagegerät, Hydrojet und Dampfbad. Ayurveda-Thalasso-Wellness­ oase mit a ­ uthentischem Ayurveda und ayurvedischer Feinschmeckerküche.

48 Zimmer und Suiten mit exklusiver Ausstattung. 42 Wohn-Schlaf-Einheiten mit therapeutisch nutzbarem WannenTherapool. Original-Nordsee-ThalassoTherapie-Center „Nordsee SPA“ mit Physiotherapie und Schönheitsfarm. Panorama-Gourmet-Restaurant Sterneck (2 Sterne im Guide Michelin), PanoramaRestaurant Schaar­hörn und rustikale Stube Ekendöns. Sonnengarten und Café am Meer. Green­fee-Ermäßigungen im Küsten-Golfclub „Hohe Klint“ Cuxhaven e. V. und im Golfclub „Gut Hainmühlen“.

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Timmendorfer Strand

GRAND HOTEL SEESCHLÖSSCHEN Eigentümer: Brigitte und Rohlf von Oven SPA & GOLF RESORT Strandallee 141 / 23669 Timmendorfer Strand / T: 045 03-601-1 / Res.-T: -334 F: 045 03-601-333 E-Mail: info@seeschloesschen.de // www.seeschloesschen.de Direkt am Strand. Eigene 36-Loch-Golfan­ lage. 130 elegante Zimmer und Suiten. Internationale und regionale Spezialitäten in den Restaurants Panorama, Noblesse und La Mer mit Seeblick. Wellness-Resort mit über 2.000 m2: Innen- und Außenpool, Fitnessstudio und Saunalandschaft sowie Räume für Kosmetik, Massage, Ayurveda, Hamam, Rhassoul und Thalasso. Heilfas­ tenkuren unter Anleitung von Dr. med. Ulrike Schwaab.

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HUSUM

GENIeSSER HOTEL ­ ALTES ­GYMNASIUM Inhaberin: Lenka Hansen-Mörck Süderstraße 2–10 / 25813 Husum Anfahrt Ludwig-Nissen-Straße 35 T: 048 41-8 33-0 / F: 04 841-8 33-12 E-Mail: info@altes-gymnasium.de // www.altes-gymnasium.de 5-Sterne-Hotel mit historischem Flair nahe dem Binnenhafen mit 53 luxuriösen Zimmern und Suiten. 1.890 m2 Wellness­ bereich mit 22-m-Pool, Dampfsauna, Fitnessstudio. Massagen und ayurvedische Anwendungen. Regionale Feinschmecker­ küche und erlesene Weinauswahl im Gourmetrestaurant „DAS EUCKEN“. Festliche Aula für Veranstaltungen mit Tagungs-Equipment. Bibliothek, Fahrrad­ verleih, Husumer Golfplatz.

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Hohen Demzin

RELAIS & CHÂTEAUX SCHLOSSHOTEL BURG SCHLITZ Geschäftsführer/Inhaber: ­ Manuela & Armin Hoeck Burg Schlitz 2 / 17166 Hohen Demzin T: 039 96-127 00 / F: 039 96-12 70 70 E-Mail: info@burg-schlitz.de // www.burg-schlitz.de 20 Zimmer und Suiten, Gourmetrestaurant im neogotischen Wappensaal, CaféBrasserie, Hotelbar, Zigarren-Lounge, 180 ha Landschaftspark, Privat-Jagd, 35 Gast-Pferdeboxen, Military-Reitstrecke, Kutschfahrten im Friesen-Gespann, Kochkurse in der Schlossküche, herrschaftliche Säle, Kapelle für Traumhochzeiten, Wellness & SPA-Lounge, Green Luxury Day Spa. HOTEL DES JAHRES 2012 in Deutschland. Jagd-Akademie www.jagdakademie-burg-schlitz.de


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Köln

Hotel im Wasserturm Geschäftsführer: Stefan Sandweg Kaygasse 2 / 50676 Köln T: 02 21 – 200 80 / F: 02 21 – 200 88 88 E-Mail: info@hotel-im-wasserturm.de // www.hotel-im-wasserturm.de 5-Sterne-Luxushotel im ehemaligen Kölner Wasserturm, nur wenige Gehminuten von Dom, Altstadt und Rheinuferpromenade entfernt. 88 Zimmer und Suiten. Restaurant „D/\BLJU ‚W‘“ mit regionalen Köstlichkeiten, Gourmetrestaurant „Himmel un Äd“ mit Blick über Köln. Massagen und Schönheitsanwendungen im Atelier Beaut. Wellnessbereich mit Sauna und Fitness. Vollklimatisierter Tagungsbereich im hoteleigenen Parkensemble, alle Räume mit Tageslicht und WLAN-Zugang. Festsäle für über 500 Gäste.

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stromberg/bingen

LAND & GOLF HOTEL STROMBERG Direktor: Andreas Kellerer Am Buchenring 6 / 55442 Stromberg/ Bingen / T: 067 24-60 00 F: 067 24-60 04 33 E-Mail: info@golfhotel-stromberg.de // www.golfhotel-stromberg.de Die Gäste erwarten 174 individuell ausgestattete Zimmer und Suiten, dazu eine ideenreiche gehobene Küche in drei R­ est­aurants, darunter das Gourmetrestaurant „Le Délice“. Für Abwechslung sorgen die „Birdie-Bar“ mit Livemusik am Fr. und Sa., ein Kino, 2.500 m2 Wohlfühlambiente im SOONWALD spa und der anspruchsvolle 18-Loch-Golfplatz mit dem ersten Abschlag direkt am Haus. Die wunderschöne Umgebung zwischen Rhein, Nahe und Mosel gibt es obendrauf.

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Bad Laasphe

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BURG im spreewald

RELAIS & CHÂTEAUX HOTEL JAGDHOF GLASHÜTTE Eigentümer/Leitung: Edmund Dornhöfer 57334 Bad Laasphe-Glashütte T: 027 54-399-0 / F: -222 E-Mail: info@jagdhof-glashuette.de // www.jagdhof-glashuette.de

BLEICHE RESORT & SPA Eigentümer: Hotel „Zur Bleiche“ ­Heinrich Michael Clausing e. K. Bleichestraße 16 / 03096 Burg im Spreewald / T: 03 56 03-620 / F: -602 92 E-Mail: reservierung@bleiche.de // www.bleiche.de

Ländlich-luxuriöse Atmosphäre einer Country-Residenz. Gourmet-Restaurant „ARS VIVENDI“, Rôtisserie „Jagdhof Stuben“, Wittgensteiner Bauernstube, Hirschgarten-Terrasse, Jagdhof-Lounge, Pianobar. Großzügiger Tagungsraum mit Blick ins Grüne. Spa-Bereich mit FelsenSchwimmbad und Massagen.

Idyllisch mitten im UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald gelegenes Wellnessresort. Alle 90 Zimmer und Suiten sind individuell und im natürlich-ländlichen Chic eingerichtet. 5.000 m2 große Landtherme mit Schwimmbad, offenem Kamin, ver­ schiedenen Dampf- und Sprudelbädern, Saunen, russischer Banja und türkischem Hamam. Jungbrunnen-SPA mit Dr. Hauschka und Martina Gebhardt Naturkosmetik. Personal Fitness. Gourmet­restaurant „17fuffzig“. Eigene Kahnanlegestelle am Haus.

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BAMBERG

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HERZOGENAURACH

HOTEL VILLA GEYERSWÖRTH Geschäftsführer: Peter Klappan Geyerswörthstraße 15–21a 96047 Bamberg T: 09 51-917 40 / F: 09 51-917 45 00 E-Mail: info@villageyerswoerth.de // www.villageyerswoerth.de

HOTEL HERZOGSPARK Geschäftsführer: Michael Bläser Beethovenstraße 6 91074 Herzogenaurach T: 091 32-778 0 / F: 091 32-778 778 E-Mail: info@herzogspark.de // www.herzogspark.de

Auf einer Insel im Herzen Bambergs zwischen Re­g­nitz und dem LudwigDonau-Main-Kanal, 40 Deluxe-Zimmer mit Marmorbad, größtenteils vollklimatisiert. In zwei Villen befinden sich das Restaurant „La Villa“ mit Garten­terrasse sowie 16 Zimmer, eine Suite und zwei Studios. Toskanischer Stil prägt den neu errichteten Hotelflügel mit 21 Zimmern und drei Konferenz-Veranstaltungsräumen. ­Sauna, Cardio- und Fitnessbereich. Kostenfreies WLAN. Eigener Gondelanlegesteg, romantische Arrangements.

60 Zimmer, 13 Juniorsui­ten, ­3 Suiten, 21 Appartements, Trainerzimmer, Restaurant Stüberl, St. James Bar. ­8 Tagungsräume (bis 300 Personen), Farblicht- und ­Meditationsraum. Beauty Lounge (Hilde­gard Braukmann Cosmetics, KLAPP, Horst Kirchberger), Fitness-Club, Praxis für Physio­therapie, Wellnessbereich, Tennis­plätze. 18-Loch-Meisterschaftsplatz, TaylorMade-Fitting-Station „Center of Excellence“, PGA-Golfschule.

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Mülheim/Mosel

WEINROMANTIK­HOTEL RICHTERSHOF Eigentümer: Manfred Preuß, Direktorin: Andrea Mereu / Hauptstraße 81–83 54486 Mülheim/Mosel T: 065 34-94 80 / F: 065 34-94 81 00 E-Mail: info@weinromantikhotel.de // www.weinromantikhotel.com Romantik-Hideaway auf einem ehemaligen Weingut inmitten einer weitläufigen Parkanlage. 43 Zimmer und Suiten. Genuss-Inseln: Restaurant „Culinarium R“, Bistro-Bar „Remise“, „Davidoff-Lounge“, Restaurant „Wintergarten Baldachin“. Vinothek „FORUM VINUM“ im Gewölbe des über 1.700 m2 großen Weinkellers von 1680. Der hohe Servicestandard des Hauses wurde bereits mehrfach durch wichtige Auszeichnungen gewürdigt.

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nürnberg

CARLTON HOTEL NÜRNBERG Leitung: Werner Rübsamen Eilgutstraße 15 / 90443 Nürnberg T: 09 11-200 30 / F: 09 11-200 31 11 E-Mail: info@carlton-nuernberg.de // www.carlton-nuernberg.de 2001 erbautes, privat geführtes 5-SterneHaus am Rande der Altstadt mit ­161 modernen Zimmern und fünf exklusiven Suiten mit Dachterrasse. CARLTON-Spa mit Sauna, Solarium, Dampfbad, Whirlpool sowie Fitness- und Massage­bereich. Fitness-Bar mit Terrasse. Fränkische und internationale Spezialitäten, Fassbier und Weine aus den besten Lagen im Res­taurant „Tafelhof“. „Boymanns‘ Bar“. Sechs Tagungsräume für bis zu 160 Personen. Direkter U-BahnAnschluss zur Messe Nürnberg und zum Airport.

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St. Englmar

BERGHOTEL MAIBRUNN Inhaberin: Anna Miedaner Maibrunn 1 / 94379 St. Englmar T: 099 65-85 00 / F: 099 65-85 0 100 E-Mail: info@berghotel-maibrunn.de // www.berghotel-maibrunn.de 50 Zimmer, 2 Suiten. Panoramahallenbad mit Whirlpool. Spa „Bergoase“ mit Bergkräutersauna, Panoramasauna, Leuchtdampfgrotte, Chill-out-Lounge mit W ­ asserbetten und Bergquell­ wasserbrunnen. Eigener Skilift mit ­Beschneiungsanlage und Flutlicht sowie eine 60-Meter-Naturhalfpipe für Snowboarder.

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München

HOTEL BAYERISCHER HOF Geschäftsführende Komplementärin: Innegrit Volkhardt / Promenadeplatz 2–6 80333 München / T: 089-21 20-0 Reservierungs-T: -900/-901/-902 F: -906 / E-Mail: info@bayerischerhof.de // www.bayerischerhof.de 340 Zimmer inklusive 60 Suiten. Konferenzräume für bis zu 2.500 Personen. Restaurants und Bars: Sterne-Restaurant Atelier, Restaurant Garden mit Wintergarten und Terrasse, Trader Vic’s, das polynesische Restaurant mit Tropical Bar, rustikaler Palais Keller, falk’s Bar, Piano-Bar, Night Club. „Blue Spa“ mit Pool, Sauna, Dampfbad, Massage und Fitnessstudio, Pool Bar & Lounge, Coiffeur. Shopping-Passage, Qualimero Businesscenter, Theater im Haus: Komödie im Bayerischen Hof.

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ETTLINGEN

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BAIERSBRONN-MITTELTAL

HOTEL ERBPRINZ Eigentümer/Leitung: Bernhard Zepf Rheinstraße 1 / 76275 Ettlingen T: 072 43-32 20 / F: 072 43-32 23 22 Kostenlose Reservierungshotline: 0800-ERBPRINZ E-Mail: info@erbprinz.de // www.erbprinz.de

HOTEL BAREISS im ­schwarzwald Leitung: Familie Bareiss Hermine-Bareiss-Weg 72270 Baiersbronn-Mitteltal T: 074 42-470 / F: 074 42-473 20 E-Mail: info@bareiss.com // www.bareiss.com

5-Sterne-Superior-Haus am Rande des Nordschwarzwalds. Gourmetrestaurant ­ (1 Michelin-Stern). Die Karlsruher Innenstadt liegt 20 Straßenbahnminuten entfernt, Baden-Baden mit Casino und Thermen ist mit dem Wagen in 25 Minuten erreichbar. Großzügige, elegante Zimmer und Suiten, modern ausgestattete Tagungsräume und Säle für Veranstaltungen und Feierlichkeiten. Außerdem im Haus: Erbprinz Beauty SPA by Jaqueline Frank-Zepf.

Das familiär geführte Hotel gilt in den Rankings der europäischen Spitzen­hotellerie als eines der schönsten Resorts wegen seiner geschmackvollen Zimmer und seiner erstklassigen Gastronomie (u. a. 3-SterneRestaurant „Bareiss“). Badewelt mit neun Innen- und Außenpools mit Süß- und Meerwasserbecken, Natur-Schwimmteich, fünf Saunen, Ruhebereich mit Kamin-Lounge, „Bareiss Beauty & Spa“. Breites Sport-, Wander- und Kulturprogramm, ganztägige Kinderbetreuung, Shopping-Passage.

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Kitzbühel

HOTEL ZUR TENNE Inhaberin: Innegrit Volkhardt Direktor: Thomas Lechner Vorderstadt 8–10 / A-6370 Kitzbühel/ Tirol / T: +43-53 56-64 44 40 F: +43-53 56-64 44 48 88 E-Mail: info@hotelzurtenne.com // www.hotelzurtenne.com 51 gemütliche, in Altholz gestaltete Zimmer und Suiten, teilweise mit offenem Kamin. Vom Gault-Millau mit 14 Punkten und einer Haube ausgezeichnetes Restaurant mit internationaler und regionaler Küche. Kaminstube, Jagastube, Wintergarten und Lobby Bar. Wellness­bereich sowie vier Veranstaltungsräume für 1 ­ 0 bis 500 Personen.

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Seefeld/Tirol

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Lindau

HOTEL BAD SCHACHEN Geschäftsführerin: Isolde Schielin Direktor: Hans-Peter Grüneberg 88131 Lindau/Bodensee T: 083 82-2980 / F: 083 82-25 390 E-Mail: servus@badschachen.de // www.badschachen.de 125 individuelle Zimmer und Suiten. Raffinierte Küche von Susanne Brummer, ­„Fischerstube“ mit Spezialitäten aus See und Region. Schachen Bad & Spa, Konferenz- und Festräume für bis zu 400 Personen, Bootsverleih, Parkstrandbad mit Zugang zum See, zwei 18-LochGolfplätze in der Nähe. Hauseigener Bootsanleger mit Transfer, zum Beispiel im Sommer zu den Bregenzer Festspielen. Jugendstil-Parkstrandbad.

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Lech am Arlberg

ASTORIA Resort Gastgeberin: Dkfm. Elisabeth Gürtler Geigenbühel 185 / A-6100 Seefeld T: +43-52 12-227 20 / F: 22 72-100 E-Mail: hotel@astoria-seefeld.com // www.astoria-seefeld.com

Hotel Gasthof post Inhaber: Familie Moosbrugger A-6764 Lech am Arlberg T: +43-55 83-22 06-0 / F: -23 E-Mail: hotel@postlech.com // www.postlech.com

5 Sterne Superior, 55 Zimmer, eine Haube im Gault-Millau. 2.000 m2 Relax- und Spa-Refugium: Innen- und Außenpool. Relaxbereich mit Bar, Büfett und offenem Kamin, Fitness- und Bewegungsraum, Lakonium, Solegrotte, Hütten- und Stubensauna, Wetterstein-Kräuter-Dampfbad, Eisbrunnen, Erlebnisduschen, Wärmeliegen, Ruheraum mit Wasserbetten. 20 Meter ganzjährig beheizter Infinity Aktivpool im Alpengarten, Sole-Jacuzzi im Außenbereich, 800 m² Astoria Naturbadesee mit Alpinstrand und erweiterte Relaxzonen.

Exklusives 5-Sterne-Relais & Châteaux-Hotel in Lech am Arlberg. 48 Zimmer und Suiten in luxuriös-rustikaler Ausstattung. Im Gourmetrestaurant „Post-Stuben“ (1 MichelinStern und 2 Gault-Millau-Hauben) zeigt Küchenchef Michael Spirk seine Klasse. „Kutscherstube“ mit österreichischen Schmankerln. Wellnessoase mit beheiztem 15-Meter-Panorama-Pool, Sauna, SoleDampfbad. Massagen. Veranstaltungsräume für bis zu 150 Personen.


impressum Herausgeber SZ Scala GmbH, Hultschiner Straße 8, 81677 München

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Arosa

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Arosa Kulm Hotel & Alpin Spa Hotelmanager: Nicole und André Salamin Innere Poststraße / CH-7050 Arosa T: +41-81-378-88 88 / F: -89 E-Mail: info@arosakulm.ch // www.arosakulm.ch 5-Sterne-Hotel inmitten einer imposanten Bergwelt. 119 Zimmer, 23 Suiten. Verschiedene Bars und Restaurants, drei davon vom Gault-Millau ausgezeichnet: „Muntanella“ (14 Punkte), „Ahaan Thai“ (13 Punkte), „Stüva Cuolm“ (14 Punkte). Seminare und Veranstaltungen. Alpin Spa und Wasser-Wellnesswelt. Golfen auf Europas höchstgelegenem 18-Loch-Platz.

Ftan

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hotel PAradies Eigentümer: Familie Rahe CH-7551 Ftan/Engadin T: +41-81-861 08 08 F: +41-81 861 08 09

E-Mail: club@paradieshotel.ch // www.paradieshotel.ch Luxuriöses 5-Sterne-Hideaway am Rande des Bergdorfs Ftan im Unterengadin für Naturliebhaber und Skifahrer. 23 Zimmer und Suiten mit Blick auf das gewaltige Lischanamassiv. Fine Dining in der Fleischmanufaktur „Charn Alpina“. Engadiner Spezialitätenrestaurant „La Cucagna“. Massagen und Ayurveda-Behandlungen mit heimischen Ölen, Yoga und Shiatsu. Sprudelbad, Sauna und Dampfbad.

Chefredakteur Hartmut E. Rätsch, Telefon 089/21 83-72 69, Fax 089/21 83-72 12, hartmut.raetsch@sz-scala.de

Meran

MEISTERS HOTEL IRMA Inhaber: Familie Walter Meister Leitung: Geschwister Claudia und Alex Meister / Schönblickstraße 17 / I-39012 Meran / T: +39-04 73-21 20 00 F: +39-04 73-23 13 55 E-Mail: info@hotel-irma.com // www.hotel-irma.com Baumhaus-Suite auf luftigen 5 bis 10 m Höhe. Langschläferfrühstück, Mittagsidee, Kuchentreff, Aperitifstunde, lustvoll-mediterrane Küche in verschiedenen Restaurants und unter dem Sternenhimmel, Weinkeller. Beheizte Innen- und Außenbecken mit Süß- und Solewasser, sechs Saunen, Sprudelbäder, Wellness und Beauty. Fitness, Nordic Walking, Tennis, Wandern, Golf, Mountainbike-Verleih, Sonnenliegen. Jeden Montag und Dienstag Salonkultur mit Lesungen und Konzerten.

Redaktion Claudia Biehahn, Franziska Grosswald Lektorat Egbert Scheunemann Artdirektion Kathrin von Eye Geschäftsführer Stefan Hilscher, Dr. Karl Ulrich Anzeigen Daniela Schräder, Anschrift wie Verlag, Telefon 089/21 83-72 37 Litho Compumedia GmbH, Elsenheimer­straße 59, 80687 München Druck westermann druck GmbH, 38104 Braunschweig Alle Preis- und Termin­angaben ohne Gewähr. Magazinbestellung info@hotelmosaik.de, Einzelpreis: 12 Euro www.hotelmosaik.de

Die neuen Sterne in unseren Restaurants

Eric Werner

René Klages

Jan Hartwig

Restaurant „Himmel un Äd“ Hotel im Wasserturm

Restaurant „17fuffzig“ Bleiche Resort & Spa

Restaurant „Atelier“ Hotel Bayerischer Hof

In dem mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurant „Himmel un Äd“ kocht seit einem Jahr Eric Werner (links), der einst jüngste Zwei-Sterne-Koch Deutschlands. Der 31-Jährige erkochte sich im Restaurant „Résidence“ in Essen 2012 diese Auszeichnung. Jetzt er wird sicher für das „Himmel un Äd“ neue Sterne vom Himmel holen.

Schon im ersten Jahr der große Wurf: Von der Jury Berliner Meisterköche als »Meisterkoch der Region 2017« benannt, vom Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet und vom Gault & Millau Deutschland als »Entdeckung des Jahres« mit 17 Punkten prämiert: René Klages (29) hat allen Grund, sich zu freuen.

Nach nicht einmal vier Jahren ist es Jan Hartwig und seinem Team gelungen, den dritten Michelin-Stern zu erkochen. „Ein wahrgewordener Traum“, strahlt der 35-Jährige. Hartwig ist seit Mai 2014 Chef de cuisine im Atelier. Nach nur sechs Monaten durfte er sich bereits über einen Stern freuen, ein Jahr später folgte der zweite.

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Menu Card

rind auf fränkisch Eine Empfehlung aus dem Hotel Carlton in Nürnberg von Sous Chef Thomas Schmidt

Zweierlei vom Rind: Fränkischer Sauerbraten und Filet mit Selleriepüree und Dörrobst

thomas schmidt ist Sous Chef im Restaurant Tafelhof des Hotels Carlton in Nürnberg Tischreservierungen: info@carlton-nuernberg.de +49 (0) 911 2003 0 // www.carlton-nuernberg.de

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Zutaten für 4 Personen Sauerbraten: 1 kg Semerrolle, Rinderbug oder Falsches Filet, 1 l Rotwein, 200 ml Rotweinessig, 2-3 Zwiebeln, 1 Stange Lauch, 1 Knollensellerie, 2-3 Karotten, 1 Orange, 4 Lorbeerblätter, 10 Pfefferkörner, 8 Wacholderbeeren, 4 Pimentkörner, 4 Nelken, Salz/Zucker, Schmalz oder Öl zum Braten, 1 Fränkischer Soßenkuchen, 2 TL Tomatenmark, Sahne Glaciertes Dörrobst: 100 g gemischtes Dörrobst, 50 ml Apfelsaft, Butter Selleriepüree: 1 kg Knollensellerie, 700 ml Sahne, etwas Butter, Salz/Pfeffer/Muskatnuss Rinderfilet: 100 g pro Person Zubereitung Das Gemüse schälen und in Würfel schneiden. Gemüse mit 1 l Wasser, dem Essig und den Gewürzen in einen Topf geben, etwas Salz und Zucker dazu und gemeinsam aufkochen lassen. Den Sud vom Herd nehmen, die gewaschene Orange halbieren und in den Sud geben. Wenn der Sud ausgekühlt ist, das Fleisch einlegen. Es sollte ganz bedeckt sein, notfalls noch etwas Rotwein bzw. Wasser aufgießen. Das Ganze muss

dann drei bis vier Tage im Kühlschrank durchziehen. Zur weiteren Verarbeitung das Fleisch aus dem Fond nehmen und gut abtropfen lassen, etwas trocken tupfen. Gemüse aus dem Sud nehmen, Lorbeerblätter und Orangen entfernen. Das Fleisch mit Pfeffer und Salz würzen und auf jeder Seite scharf anbraten. Das Gemüse mit in den Bräter geben und mit rösten. Tomatenmark hinzufügen und mit einem kräftigen Schuss des Suds aufgießen. Der Braten sollte bedeckt sein. Das Fleisch bei 180 Grad ca. 1,5 bis 2 Stunden schmoren. Ab und zu einen Schluck Sud nachgießen. Nach 1 Stunde den aufgelösten Soßenlebkuchen dazu geben. Wenn das Fleisch weich ist, aus dem Bräter nehmen. Die Soße durch ein Sieb passieren und abschmecken. Wer möchte, kann sie mit etwas Sahne oder Schmand verfeinern. Die Sellerieknolle schälen und in kleine Stücke schneiden. In einem Topf etwas Butter schmelzen, die Selleriestückchen hinzufügen und mit etwas Sahne auf mittlerer Flamme weichkochen. Mit dem Zauberstab pürieren, evtl. noch Sahne hinzufügen, bis die richtige cremige Konsistenz entsteht. Mit Salz, Pfeffer und frischer Muskatnuss abschmecken. Das Rinderfilet scharf anbraten und je nach gewünschter Garstufe im Ofen garen. Das Dörrobst klein schneiden, aus dem Apfelsaft und der Butter eine Glasur kochen und darin das Dörrobst glacieren. Fleisch aufschneiden und mit den Zutaten und der Soße dekorativ auf großen Tellern anrichten.

Fotos: privat, istock/Juergen Sack.

In Nürnberg ist Geschichte geschrieben worden, nicht nur auf der Burg, die sich auf einem roten Sandsteinfelsen mächtig über der Stadt erhebt. Seit ihrer Grundsteinlegung durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa im 12. Jahrhundert residierten hier 32 Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Zu ihren Füßen entwickelte sich im Mittelalter ein reges wirtschaftliches und kulturelles Leben. Albrecht Dürer und Veit Stoß sind nur zwei von vielen berühmten Einwohnern. Schon damals liefen in Nürnberg zwölf Handels- und Fernstraßen zusammen. Der Gewürzhandel blühte und aus den umliegenden Reichswäldern floss Honig in die Stadt. Nürnberg galt als des „Kaisers und des Reiches Bienenkorb“. Findige Bäcker kreierten aus diesen edlen Zutaten den Lebkuchen, der heute noch den Ruhm der Stadt in die Welt trägt. In Nürnbergs Küchen findet so auch der spezielle Soßenkuchen seine Verwendung, um dem Sonntagsbraten eine fränkische Note zu geben. Im Hotel Carlton, am Rande der Altstadt, serviert die Küche eine verfeinerte Variante.


Nürnberg ist einen Besuch wert. Nicht nur wegen der Kaiserburg, den historischen Stadtkirchen und der malerischen Altstadt. In vielen Museen wird Geschichte lebendig dargestellt. Hervorzuheben ist das Germanische Nationalmuseum. Es ist das größte kulturgeschichtliche Museum des deutschen Sprachraums.


I H R E S C H Ö NST E YAC H T D E R W E LT

„Kein Geschenk der Welt könnte schöner sein, als in seinen Armen Walzer zu tanzen. Ob damals auf unserer Hochzeit oder heute mitten auf dem Pazifik.“

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HotelMOSAIK Winter/Frühjahr 2018  
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