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Ausgabe Mai | 2016

Physiotherapie direkt am Bett Seite 7

Das Gesundheitsmagazin f端r Soest und die Region

Fernweh ja, Reisekrankheit nein Seite 8

Blutzuckerkontrolle: Scannen statt Piksen Seite 12


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INHALT Tag des Cholesterins Seite 2 Entwöhnung von der Beatmung Seite 3 Plastische & Ästhetische Chirurgie Seite 4 und 5 Physiotherapie macht mobil Seite 6 und 7 Fernweh ja, Reisekrankheit nein Seite 8 und 9 Einsatz für den Krötenschutz Seite 10 Kein Durst im Alter Seite 11 Blutzuckerkontrolle: Scannen statt Piksen Seite 12 und 13 Geriatrischer Schwerpunkt in Werl Seite 14 und 15 Termine und Aktionen Seite 16 Impressum Herausgeber: Katholischer Hospitalverbund Hellweg gem. GmbH Obere Husemannstr. 2 59423 Unna www.hospitalverbund.de Redaktion: Unternehmenskommunikation Katholischer Hospitalverbund Hellweg, Karin Riedel (V.i.S.d.P.), Johannes Valerius, Melanie Wilberg Horschler Kommunikation GmbH www.horschler.eu Realisation: Horschler Kommunikation GmbH www.horschler.eu Druck: Graphische Betriebe F. W. Rubens KG Ostring 2, 59423 Unna Ausgabe Soest Gesamtauflage: 56.330 Bildnachweise:

Titelbild: Fotolia/ARochauiStock iStock: mark wragg/Dimitrios Stefanidis/art-skvortsova/VictoriaBar/Isarapic/Kontrec/Jostaphot/kristian Sekulic/Askold Romanov/Sputnikos/PaulMalyugin/Monthian/Aleaimage/Eva Katalina Kondoros/Tuned_In/PamelaMoore Kath. Hospitalverbund Hellweg

Gesunde Ernährung und Bewegung sind wichtig

Achtung Cholesterin! Herzinfarkt und Schlaganfall, Herz-Kreislauferkrankungen also, zählen zu den gefährlichsten Krankheiten. Sie sind nach wie vor mit rund 350.000 Betroffenen im Jahr in Deutschland die häufigste Todesursache. Neben Rauchen und Übergewicht zählen Fettstoffwechselstörungen – wie ein zu hoher (LDL-)Cholesterinspiegel und eine zu hohe Blutkonzentration an Triglyzeriden – zu den bedeutendsten Risikofaktoren. Mit der bundesweiten Kampagne „Tag des Cholesterins“ am 3. Juni wird der Blick auf diese Problematik gelenkt. In Soest informiert dazu Dr. Daniel Bulut, als Internist und Kardiologe ist er Leitender Oberarzt der Inneren Medizin/Kardiologie des Marienkrankenhauses und hat die Zusatzbezeichnung Lipidologe (DGFF) erworben. Womit beschäftigen sich Lipidologen? Inhaltlich beschäftigen wir uns mit den Ursachen und Therapien bei Fettstoffwechselstörungen. Diese gibt es in der heutigen Zeit, in der wir einen Lebensstil mit fettreicher Ernährung und eher weniger Bewegung haben, immer häufiger. Wir wissen mittlerweile, dass insbesondere das Cholesterin eine

Schlüsselrolle in der Entstehung von Gefäßerkrankungen spielt. Was genau ist eigentlich Cholesterin? Cholesterin gehört zu den Grundsubstanzen des menschlichen Organismus und ist Bestandteil aller menschlichen Gewebe. Es ist also nicht nur schlecht, sondern essentiell. Da es im Körper nicht einfach transportiert werden kann, wird es an Eiweiße, dann sogenannte Lipoproteine, gebunden. Sie transportieren das Cholesterin über die Blutgefäße zu den Körperzellen. Diese Lipoproteine gibt es mit niedriger (LDL) und hoher (HDL) Dichte, wobei das LDL eher als negativ anzusehen ist. LDL-Cholesterin: Ist das sozusagen der „schlechte“ Cholesterintransport? LDL (engl. Low Density Lipoprotein) bringt Cholesterin zu den verschiedenen Organen

des Körpers, wo es über spezielle Aufnahmestellen, den sogenannten Rezeptoren, in die Zellen eingeschleust wird. Ist das Cholesterinangebot größer als die Aufnahmekapazität der Zelle, gibt LDL Cholesterin im Blut ab, wo es sich in den Gefäßwänden ablagert. Dadurch verengen sich mit der Zeit die Blutgefäße und dies kann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Deshalb sollte der LDL-Cholesterinwert im Blut möglichst niedrig sein. HDL-Cholesterin: ein „guter“ Cholesterintransport? HDLs (engl. High Density Lipoprotein) sind dagegen nützliche Cholesterintransportformen. Sie nehmen überschüssiges Cholesterin aus den Körperzellen und dem Blut auf und bringen es zur Leber zurück. HDL kann auch bereits an den Gefäßwänden gebundenes Cholesterin wieder herauslösen. Daher gilt: Je mehr HDL, desto besser.

Was ist also bei einer Therapie zu beachten? Die Therapie ist, wie auch das Erkennen einer – oft angeborenen – Fettstoffwechselstörung nicht einfach. Als erstes sind immer allgemeine Maßnahmen wie sportliche Aktivität und eine Ernährungsumstellung mit Reduktion von Fleisch und vermehrter Aufnahme sogenannter Omega-3-Fettsäuren in zum Beispiel Fisch angezeigt. Reicht das nicht aus, werden als Dauertherapie sogenannte Statine und andere Medikamente eingesetzt. Und nicht immer ist nur ein erhöhter Cholesterinwert die Ursache für Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Weitere Risikofaktoren sind u.a. Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und Übergewicht. Der Arzt kann dieses individuelle Risiko bewerten.

Ltd. Oberarzt Dr. Daniel Bulut

Ltd. Oberarzt Dr. Daniel Bulut Abteilung Innere Medizin/ Kardiologie Tel. 02921 / 391-1101 E-Mail: d.bulut@mkh-soest.de www.mkh-soest.de


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WEANING

Die künstliche Beatmung erfolgt über direktes Einblasen von Luft in die Lunge. Sie wird eingesetzt, wenn die Spontanatmung eines Patienten unzureichend oder gar nicht mehr vorhanden ist. Wer längere Zeit künstlich beatmet wurde, muss das Luftholen erst wieder lernen.

Das Marienkrankenhaus hat sich im Katholischen Hospitalverbund Hellweg zu einem überregionalen Zentrum für Lungenheilkunde entwickelt. Dabei stellt die Entwöhnung von der künstlichen Beatmung, das sogenannte Weaning, einen wichtigen Baustein im Angebot der Abteilung für Pneumologie dar. Beatmungsmedizin wird hier mit hoher fachärztlicher Expertise durchgeführt. Es gelingt in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit sehr gutem Erfolg, die zum Teil lange künstlich beatmeten Patienten von dem Beatmungsgerät zu entwöhnen. Voraussetzung dafür ist die Teamarbeit von Ärzten, speziell geschultem Pflegepersonal, Atmungstherapeuten (DGP), Krankengymnasten, Psychologen und Sozialarbeitern.

Entwöhnung von der Beatmung

Ein Training für das Leben „Es ist vergleichbar mit einem Training. Nur nicht mit so viel Gewichten wie in einem Fitnessstudio“, sagt Dr. Sabine Carstensen. Die Oberärztin gibt damit Patienten Mut, die eine schwere Krankengeschichte haben: In den Bereich Beatmungsmedizin des Marienkrankenhauses Soest kommen Patienten, die auf einer Intensivstation künstlich beatmet wurden, jetzt aber nach und nach vom Gerät „entwöhnt“ werden können. Häufig gelingt dieser Prozess. Denn mehrere Voraussetzungen stimmen im so genannten „Weaning“-Bereich des Soester Krankenhaues. Ein Team von Fachärzten, Pflegespezialisten und Atmungstherapeuten (DGP) arbeitet hier eng und intensiv mit den Patienten. Und diese arbeiten mit – eben wie es bei einem guten Training sein muss. „Es ist keine Frage, dass die Patienten eine echte Krankheitsgeschichte mitbringen“, weiß auch Chefarzt Dr. Matthias Elbers. Der Leiter der Pneumologie ist seit vielen Jahren mit Patienten vertraut, die entweder chronisch lungenkrank sind oder nach anderen Erkrankungen oder Unfällen auf die Beatmung angewiesen waren. „Wir sind froh,

dass wir für fast alle einen wichtigen Schritt in Richtung Entwöhnung erreichen können.“ Mit engagierter Teamarbeit gelingt es, die Patienten sehr gut zu betreuen und eine heimatnahe Weiterbehandlung zu gewährleisten. Das Konzept im Weaning-Bereich heißt vor allem: Mobilisation. „Wenn die Patienten selbst mitmachen, wenn sie das erste Mal auf der Bettkante sitzen können, wenn sie die ersten Schritte wieder machen, dann motiviert das alle“, weiß der pflegerische Leiter Martin Krampe.

Chefarzt Dr. Matthias Elbers Abteilung für Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin, Onkologie Tel. 02921 / 391-1122 E-Mail: pneumologie-hotline@ mkh-soest.de www.mkh-soest.de


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Plastische & Ästhetische Chirurgie

Funktion und Optik im Blick „Eine Patientin hatte einen Tumor an der Lippe, der es ihr unmöglich machte, zu essen und zu sprechen“, berichtet Dr. Denis Simunec. „Ein anderer Patient hatte eine nicht heilende Wunde am Bein und war deshalb seit Monaten ans Bett gefesselt.“ In Fällen wie diesen ist die plastische Chirurgie gefragt: Funktionale und zugleich optische Beeinträchtigungen können von Spezialisten dieses Fachs wiederhergestellt werden – ein doppelter Gewinn an Lebensqualität für die Betroffenen! Dr. Denis Simunec ist seit Kurzem im Marienkrankenhaus als ausgewiesener Facharzt für Plastische & Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie tätig. Fast könnte man sagen, dass er so etwas wie der „Uhrmacher“ unter den Chirurgen ist. Denn mit dem Mikroinstrumentarium muss er teilweise bis in die feinsten Gefäß- und

Nervenverästelungen des Körpers hinein Kleinstarbeit wie in einem Uhrwerk leisten. Mikrochirurgie nennen das die Mediziner. Ein chirurgischer Eingriff durch den Spezialisten kann im Nachhinein notwendig werden bei (Unfall-)Verletzungen, Tumorerkrankungen, störenden Vernarbungen nach bereits erfolgten Operationen oder Verbrennungen, starker Gewichtsabnahme,

Dr. Denis Simunec weiß: „Die sichtbare Korrektur von angeborenen oder erworbenen Fehlbildungen gibt vielen Menschen neuen Lebensmut.“

massiven Wundheilungsstörungen und Entzündungen. Auch bei angeborenen oder erworbenen Fehlbildungen kann Dr. Simunec helfen. Dann geht es dem plastischen Chirurgen zunächst darum, die Funktionalität des betroffenen Organs oder Gewe-

bes wiederherzustellen oder zu erhalten. Das ist beispielsweise bei plastischen Operationen am Gesicht und der Hand oberstes Ziel. „Wieder richtig essen oder greifen zu können, bedeutet für die Patienten eine große Erleichterung.“ Zudem hat der Mediziner den Anspruch,


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dass die Patienten nach der OP auch mit der Optik des Ergebnisses zufrieden sind. „Man darf nicht vergessen, dass die sichtbare Korrektur von angeborenen oder erworbenen Fehlbildungen vielen Menschen häufig neuen Lebensmut gibt“, unterstreicht Dr. Simunec. Der sensible Umgang mit korrigierenden Operationen ist ihm dabei wichtig: „Wir sprechen intensiv und ehrlich mit unseren Patienten, wie realistisch die Notwendigkeit, der Nutzen und die individuelle Erfolgswahrscheinlichkeit sind“, so Dr. Simunec. Die Patienten, die zu Dr. Simunec kommen, haben meistens sehr spezielle und individuelle medizinische Problemstellungen. Es gibt verschiedene Wege, diese zu lösen: Es können moderne narbensparende Techniken eingesetzt werden, um die gewünschten Ergebnisse bei der Wiederherstellung zu erzielen. Die sogenannte Mikrochirurgie bietet neue Chancen bei der Rekonstruktion und insbesondere auch bei der Schonung von Nerven und Gefäßen. Einspritzung von Eigenfett „Ich wähle immer die bestmögliche Methode für mehr Lebensqualität des Patienten aus“, so Dr. Simunec. Er nutzt zudem eine innovative medizinische Entwicklung: Für einige Patienten kann die Einspritzung von Eigenfett eine echte Alternative zu einer größeren Operation sein – zum Beispiel im Bereich der Brustrekonstruktion, bei Handgelenksarthrosen oder bei der Behandlung chronischer Wunden. Bei der Eigenfett-Einspritzung (Fettstammzelltherapie) werden Fettzellen

LEISTUNGSSPEKTRUM Plastisch-rekonstruktive Chirurgie Radikale Entfernung von benignen/malignen Tumoren Rekonstruktion von Haut, Weichteilgewebe und Knochen im Rahmen von Unfällen, nach Tumorentfernung oder Knochenentzündung Nervenwiederherstellungen Muskelersatzoperationen bei Lähmungen Mikrochirurgische Transplantationen von Gewebe Alle Rekonstruktionsverfahren bei chronischen Wunden Brustwiederaufbau nach Tumoreingriffen Korrektur von Narben (OP-Narben, Verbrennungsnarben, Keloide, etc. )

Handchirurgie

KNIFFELIGE KLEINSTARBEIT Chirurgische Eingriffe im Gesicht oder an den Händen gelten als besonders „kniffelig“. Die vielen Nervenbahnen und Kleinst-Gefäße dort erfordern besondere Operationstechniken und ganz spezielles Know-how. Beide Voraussetzungen bringt Dr. Denis Simunec ins Marienkrankenhaus mit. „Mit dem neuen Spezialisten an Bord erweitert das Marienkrankenhaus sein medizinisches Spektrum“, freut sich der Kaufmännische Direktor Ingo Fölsing über den Neuzugang.

aus dem Oberschenkel oder Bauch abgesaugt. Direkt im OP erfolgt die Reinigung und Aufbereitung der Fettzellen, die anschließend in die Körperregion, die aufgebaut werden soll, eingespritzt werden. „In dem gewonnenen Eigenfett befinden sich sogenannte ‚hochpotente Fettstammzellen‘, die ein enormes reparatives Potential haben“, erkärt Dr. Simunec. Das Eigenfett kann zudem in verschiedenen Körperregionen dort eingespritzt werden, wo eine Gewebebefüllung notwendig oder erwünscht ist. Im Fall von schmerzhaften Arthrosen an den Händen lässt sich häufig sogar

eine größere OP vermeiden oder zumindest verzögern – ein Beispiel dafür ist die Sattelgelenksarthrose. Die moderne Chirurgie bietet immer bessere Möglichkeiten – sie im Sinne der Patienten zu nutzen, das macht sich Dr. Simunec jeden Tag aufs Neue zum Ziel.

Sektionsleiter Dr. Denis Simunec Plastische, Ästhetische, Hand- & Wiederherstellungschirurgie Tel. 02921 / 391-1001 mail: d.simunec@mkh-soest.de www.mkh-soest.de

Arthrosebehandlungen der Hand / Fingergelenke durch Transplantation von Eigenfett(stammzellen) Handgelenkspiegelungen Mikrochirurgische Rekonstruktion von Nerven und Gefäßen Gutartige und bösartige Neubildungen Rheuma Versorgung von Knochenbrüchen der Hand / des Handgelenkes Komplexe Handgelenkseingriffe mit Bandrekonstruktionen/Rettungsoperationen Nervenschäden und Funktionsausfälle Sehnen-Rekonstruktionseingriffe Dupuytrenschen Erkrankung Skidaumen Schnappfinger Nervenkompressionssyndrome

Ästhetische Chirurgie In diesem Bereich der Chirurgie werden Eingriffe vorgenommen, die das äußere Erscheinungsbild nach ästhetischen Gesichtspunkten positiv verändern. In erster Linie erfolgt diese Behandlung, um die Folgen einer Erkrankung oder eines angeborenen Defekts einzuschränken – zum Beispiel der Brustaufbau nach einer Tumorerkrankung oder die Straffungs-OP nach einer Adipositas-Therapie. Augenstraffungen (Blepharoplastik) Ohrkorrekturen (Otoplastik) Nasenkorrekturen (Rhinoplastik) Brustverkleinerungen (Mammareduktionsplastik) Brustvergrößerungen (Mammaaugmentation) Bruststraffungen (Mastopexie) Fettabsaugung (Liposuction) Bauchplastiken (Abdominoplastik) Arm und Beinstraffungseingriffe Faltenbehandlung (Eigenfett, Hyaluron, Botox) Behandlung von Schwangerschaftsstreifen


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TRAINING IM BÜRO? DAS GEHT AUCH ZWISCHENDURCH! Diplom-Physiotherapeutin Christina Haake nennt einige Übungen, mit denen man auch zwischendurch am Arbeitsplatz etwas für Haltung und Gesundheit tun kann. Wer sie regelmäßig ausführt, wird schnell ihre wohltuende Wirkung spüren.

1 Lassen Sie bei jeder E-Mail, die Sie erhalten oder absenden, die Schultern kreisen.

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Wenn Sie auf dem Bürostuhl Platz nehmen möchten, halten Sie, kurz bevor Sie die Sitzfläche berühren, inne und wiederholen Sie das Hinsetzen und Aufstehen mehrmals.

4 Sobald Sie am Kopierer stehen, wippen Sie im Stand auf und ab.

Bei jedem Telefonat im Sitzen immer das Becken auf dem Stuhl vor- und zurückneigen.

Auch am Arbeitsplatz kann man einiges für die Gesundheit tun

Es ist gar nicht so schwer: Lassen Sie sich vom Hocker reißen! Mal Hand aufs Herz: Meistens lümmeln wir krumm wie ein Flitzebogen vor dem PC-Bildschirm, statt aufrecht am Schreibtisch zu sitzen. Stundenlang harrt der moderne Mensch in einer Art Büro-Bewegungsstarre aus, statt zwischendurch bewusst ein paar Meter zu gehen. Abends kommt dann die Quittung: Sitzen im Büro, sitzen in Meetings, sitzen im Auto bei der Heimfahrt und abends sitzen vor dem Fernseher. Wir sind Vielsitzer – wohlwissend, dass das nicht gut für die Gesundheit ist: Eine nach vorn gebeugte Haltung am Schreibtisch kann zu einer dauerhaften Fehlbildung der Brustwirbelsäule führen. Die Bauchmuskeln erschlaffen zudem in dieser schlappen Sitzposition. Deutliche

Alarmsignale sind Spannungsschmerzen im Nacken-, Schulter- und Kopfbereich. Der Körper schreit geradezu nach Bewegung. Zum Ausgleich eignet sich Schwimmen hervorragend. Es lockert insbesondere die Rücken- und Nackenmuskeln. Generell ist aber auch jede Sportart gut, bei der etwas anderes getan wird, als zu sitzen. Denn das macht der Körper mehr als genug. Zwei

Nackenverspannungen, Rückenschmerzen und Kopfbrummen. „Das muss nicht sein!“, sagt Diplom-Physiotherapeutin Christina Haake und stellt ein paar wertvolle Übungen vor. Was fast noch wichtiger ist: Sie gibt außerdem Tipps, wie man den eigenen Schweinehund der Gesundheit zuliebe überlisten kann.

bis dreimal die Woche ein halbes Stündchen walken, laufen oder Fahrrad fahren – das ist ein wirklich guter Ausgleich. „Erst einmal klein anfangen“ Manchmal lassen sich die großen sportlichen Ziele nicht in die Tat umsetzen. „Dann fangen Sie am besten erst einmal klein an“, rät Christina Haake. Direkt am

„Tatort Arbeitsplatz“ können die Gesundheitskiller mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden. Denn auch im Sitzen lassen sich ganz wunderbar Übungen machen, die die Gesundheit nach vorn bringen. Die Schwierigkeit liegt meistens darin, sich tatsächlich dazu aufzuraffen. Der Tipp der Physiotherapeutin: „Verbinden Sie routinemäßig bestimmte

Bürotätigkeiten mit den Übungen.“ Irgendwann laufen die Übungen dann ganz automatisch wie ein Film von allein ab – mitten im Arbeitsalltag. Konditionierung nennen Verhaltensforscher diese Kombination aus Reiz und Reaktion. Also: Machen Sie sich dieses Prinzip zueigen und Ihr innerer Schweinehund wird Ihnen künftig nicht länger im Wege stehen.


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Neues Angebot im Marienkrankenhaus

Physiotherapie direkt am Bett Ins Marienkrankenhaus ist seit Anfang April diesen Jahres Bewegung gekommen – und das kann man wörtlich nehmen. Denn nun gehören die physiotherapeutischen Dienstleistungen vor Ort zum Versorgungsangebot des Katholischen Hospitalverbundes Hellweg. Sie sind Teil der Mariengarten Servicegesellschaft. Die fachliche Leitung übernimmt Diplom-Physiotherapeutin Christina Haake. Die Expertin bietet mit ihrem fünfköpfigen Team Rehabilitation und Physiotherapie an – und das direkt auf der Station und am Patientenbett. Die Vorteile liegen auf der Hand: Kurze Wege eröffnen eine noch effizientere Versorgungsstruktur. Die starke Vernetzung innerhalb des Hauses ermöglicht zudem eine bessere Kommunikation zwischen Mitarbeitern des Krankenhauses und den Physiotherapeuten. Das erleichtert an vielen Punkten die schnelle und qualitativ hochwertige Mobilisierung der Patienten.

Christina Haake freut sich auf die neue Aufgabe: „Ich möchte die Standards in der physiotherapeutischen Behandlung der Patientinnen und Patienten im Marienkrankenhaus weiter nach vorn bringen“, sagt sie. Das Gesicht von Christina Haake dürfte vielen Mitarbeitern bekannt sein: Bevor sie die letzten sieben Jahre Dozentin für Physiotherapie an der Westfalenakademie Lippstadt war, betreute sie bereits im damaligen Team der Praxis Rother die Patienten des Marienkrankenhauses. Das Ziel ist

klar: Christina Haake und ihr Team tun alles, um die Krankenhaus-Patienten wieder auf die Füße zu stellen. Hierzu konzipieren sie für jeden Einzelnen ein ganz individuelles Übungsprogramm. Schritt für Schritt zum Erfolg Manchmal zählen ganz kleine Fortschritte: Patienten der Intensivstation lernen unter Anleitung der Physiotherapeuten zum Beispiel zunächst einmal sich hinzusetzen, danach sich hinzustellen und wieder allein ins Bett zu legen.

Übungen direkt am Krankenbett oder auf der Station – das gehört zum Leistungsspektrum der Physiotherapie im Marienkrankenhaus.

Melanie Schindler, Gabriele Bilke, David Sauer und Christina Haake (v. l.) bilden das Team der Physiotherapie im Marienkrankenhaus Soest. Die Leitung hat Diplom-Physiotherapeutin Christina Haake, die viele Jahre lang auch als Dozentin an der Westfalenakademie Lippstadt gearbeitet hat.

Für die Mobilisierung älterer Patienten legen die Physiotherapeuten bei ihrer Arbeit das so genannte „International Classification of Functioning, Disability and Health“ (ICF) zugunde – eine von der WHO im Jahr 2001 initial erstellte und herausgegebene Klassifikation. Hierbei wird von den Physiotherapeuten ganz konkret abgefragt, welche Fähigkeiten nach dem Krankenhausaufenthalt zuhause benötigt werden. „Es nützt dem Patienten nichts, wenn wir Treppensteigen üben und er zuhause gar keine Stufen hat“, erklärt Christina Haake. Meistens sind es Patienten aus der Abteilung der Orthopädie und Unfallchirurgie, die phsysiotherapeutische Hilfe benötigen. „Wir müssen diese Patienten nach einem chirurgischen Eingriff entweder fit genug für den Übergang in eine Rehabilitationsmaßnahme oder

für die eigenen vier Wände machen.“ Übungen ohne große Geräte Hierfür eignen sich funktionelle Übungen perfekt. Zur Durchführung benötigt man keinerlei große Fitness-Geräte. Alle Übungen können direkt am Krankenbett oder auf der Station durchgeführt werden. Das Besondere: Die Bewegungsintensität bei dieser Art des Trainings ist so groß, dass das Eigengewicht für den angestrebten Effekt völlig ausreicht.

Physiotherapie Leitung Christina Haake Tel. 02921 / 391-000 E-Mail: c.haake@mkh-soest.de www.mariengarten.de


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Reisekrankheit: Nicht zur Seite hinausschauen!

„Kinetose“ heißt der Fachbegriff zu allen Symptomen, die das Reisen mit Auto, Schiff oder Flugzeug schlimmer als jede Achterbahnfahrt erscheinen lassen. Durch die Störung des Gleichgewichtssinns sind Übelkeit und Erbrechen, Schwindelgefühl und Kopfschmerzen möglich. Die eigentlich harmlose Kinetose kann sehr belastend sein und wird durch Angst noch verstärkt. Medikamente gegen Reisekrankheit helfen gut, wenn sie eine bis eine halbe Stunde vor Reiseantritt eingenommen werden. Der beste Platz für Reisekranke ist in Auto, Bus und Schiff vorne und in Fahrtrichtung oder im Flugzeug auf Höhe der Tragflächen.

Mehr Sicherheit durch gute Vorbereitung

Fernweh ja, Reisekrankheit nein Ein bisschen Reisefieber ist okay – vorher. Echte Krankheiten während einer Reise und danach dagegen möchte man natürlich vermeiden. Nicht nur die Reiseroute und die Unterbringung wollen geplant werden – es lohnt sich, vor der Abreise auch einige Informationen über die medizinischen Gegebenheiten im Urlaubsland einzuholen. „Besonders Senioren, Kinder und Fernreisende sollten im Zweifel ärztlichen Rat suchen“, sagt Dr. Matthias Giesel, der als Reise- und Tropenmediziner sowie Taucherarzt im Marienkrankenhaus der richtige Ansprechpartner für alle Fragen im Themenfeld Reise und Gesundheit ist. Bei Bedarf können Urlauber medizinisch beraten werden – so klappt es auch mit der Fernreise.

Mückenschutz: Konsequent anwenden! Zika-Virus, Dengue-Fieber, Malaria… – viele Tropenkrankheiten werden von Stechmücken übertragen. Vermeiden Sie Stiche: Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen mit Bündchen mögen nicht jedermanns Sache sein. Aber Cremes und Lotionen, die auf die Haut aufgetragen werden, gehören auf jeden Fall ins Reisegepäck. Sie enthalten ätherische Öle, die Mücken abschrecken. „Augen und Schleimhäute dürfen mit den Mückenschutzmitteln nicht in Kontakt kommen“, so Dr. Giesel. Kleinkinder benötigen spezielle Produkte. Alle paar Stunden muss der Schutzfilm nachgecremt werden. Ohne Chemie schützt das Moskitonetz: Babys sind darunter gut aufgehoben. Nicht hilfreich sind dagegen „Mückenschutzarmbändchen“: Mücken stechen unbeeindruckt auch in unmittelbarer Nähe zum Armband.

Impfschutz: Mit Bedacht!

Ohne Beratung keine Impfung: Reiseziel und -zeit, der persönliche Impfstatus und gesetzliche Bestimmungen müssen individuell besprochen werden. Meist können Reise-Impfungen noch wenige Wochen vor Reiseantritt durchgeführt werden. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten. Auch im Inland sollte man seinen Impfstatus im Auge behalten: Tetanus, Diphtherie und Polioimpfungen sind auch in Deutschland notwendig. „Auch ohne Fernreise müssen sie alle zehn Jahre aufgefrischt werden“, sagt Dr. Giesel. Er berät ganz individuell, ob zusätzliche Impfungen oder eine Malaria-Prophylaxe notwendig sind.

ist zusätzlich als Taucherarzt (GTÜM), Reise- und Tropenmediziner und Berg- und Alpinmediziner qualifiziert.

Tauchsport: Nicht ohne Untersuchung!

Ohne eine aktuelle Tauchtauglichkeitsuntersuchung sollte kein Tauchgang stattfinden. „Das gilt für Anfänger genauso wie für erfahrene Tauchsportler“, betont Dr. Giesel. Es geht unter anderem darum, das Risiko der „Taucherkrankheit“ zu minimieren. Beim Tauchen wird durch den erhöhten Druck mehr Stickstoff im Körpergewebe gelöst. Dieser wird beim geplanten und ordnungsgemäßen Auftauchen wieder ans Blut abgegeben und dann normal abgeatmet. Etwa 30 Prozent der Deutschen haben jedoch eine im normalen Leben folgenlose Kurzschlussverbindung zwischen dem rechten und dem linken Herzvorhof. Sie tragen beim Tauchen ein hohes Risiko, denn die Stickstoff-Mikroblasen können bei ihnen am Lungenfilter vorbei im schlimmsten Fall bis ins Gehirn oder ins Rückenmark vordringen und dort Embolien, Schlaganfälle oder Lähmungen auslösen. „Wer schon mal einen Tauchunfall hatte, benötigt eine ganz individuelle Risikoabschätzung“, betont Dr. Giesel.

Medikamente im Urlaub: Bescheinigung reist mit! Jeder glaubt Ihnen, dass Sie eine Kopfschmerztablette selbst nutzen möchten. Wer aber zahlreiche Medikamente mit auf Reisen nimmt, sollte beim Hausarzt um eine Bescheinigung bitten, die die bestehenden Erkrankungen (auch in englischer Sprache) bestätigt und die zugehörigen Medikamente möglichst mit den internationalen Freinamen auflistet. Dies erleichtert im Notfall auch die Behandlung bei einem ausländischen Arzt. Nehmen Sie einen ausreichenden Vorrat an Medikamenten mit – am besten je zur Hälfte im Handgepäck und zur Hälfte im Koffer. Achten Sie auf die richtige Verpackung: Manche Medikamente wie Insuline müssen original verpackt, gekühlt und mit Beipackzettel versehen sein. Schmerzmittel wie Morphine müssen als solche deklariert werden.

Reisen mit Kindern: Gut geplant kein Problem!

Natürlich müssen Reisen mit Kindern besonders sorgfältig geplant werden. Schnell haben die Kleinen sich Erbrechen oder Durchfall eingefangen. Kindgerechte Elektrolytlösungen gehören auf jeden Fall ins Reisegepäck. Cola oder auch Elektrolyte für Erwachsene sind für Babys und Kleinkinder ungeeignet. „Im absoluten Notfall kann man 50 Gramm Zucker und drei Prisen Salz in einem Liter Wasser lösen und gut gekühlt in kleinen Mengen zu Trinken geben“, rät Dr. Giesel. Halten Durchfall und/ oder Erbrechen an, muss ein Arzt aufgesucht werden! Auch bei bewölktem Himmel sollten Kinder mit wasserfesten Sonnenschutzmitteln eingecremt werden. Lichtschutzfaktor 50+ verhindert Sonnenbrände und ihre Spätfolgen. Bei manchen Kindern kehren ähnliche Krankheiten immer wieder – etwa Mittelohrentzündungen. Hier ist zu empfehlen, sich das entsprechende Antibiotikum vorsorglich mitgeben zu lassen.

Dr. Matthias Giesel

Flugreisen: Selbst etwas zu Trinken holen!

An Bord eines Flugzeuges herrschen besondere Bedingungen. Durch den geringen Druck in der Kabine dehnt sich die Luft aus – auch die, die sich zum Beispiel in Darm oder Mittelohr befindet. Besonders bei älteren Menschen sowie bei Babys und Kleinkindern führt das häufig zu Beschwerden. Druck im Ohr kann durch abschwellende Nasentropfen gelindert werden. Trinken oder Kaugummis helfen ebenfalls, den Druck im Ohr auszugleichen. Ohnehin sollte man wegen der trockenen Luft in der Kabine ausreichend (alkoholfreie!) Flüssigkeit zu sich nehmen. Gehen Sie während des Fluges in die Bordküche, um ein Glas Wasser zu holen: So vermeiden Sie Durst und bekommen Bewegung, die den Kreislauf in Schwung hält. Mit Flugreisen ist oft eine Zeitverschiebung verbunden: Pro Stunde benötigen Sie einen halben Tag Eingewöhnungszeit.

Oberarzt Dr. Matthias Giesel Abteilung für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin Tel. 02921 / 391-1201 www.mkh-soest.de


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ITARBEITER M ENSCH

Ralf Neureiter engagiert sich für die Natur

Der Krötenretter vom Salzbach

„Vor zehn Jahren war die Straße schwarz vor tot gefahrenen Kröten“, erinnert sich Ralf Neureiter. Das Werler Neubaugebiet auf dem ehemaligen KonWerl-Gelände hatte den Kröten aus dem Bereich des Salzbachs eine Straße in den Weg gelegt. In diesem Jahr sind nur neun Tiere überfahren worden. Für diesen Erfolg lohnt es sich, Krötenzäune zu errichten und seine freie Zeit damit zu verbringen, hunderte Kröten über die Straße zu tragen – Tag für Tag vor Sonnenaufgang und nach Eintritt der Dämmerung. Seinen Arbeitsplatz hat Ralf Neureiter als Intensivpfleger im Katharinen-Hospital Unna. „Auch hier sind Teamwork und Umsicht ganz wichtig“, sagt er – genauso wie im Umwelt- und Naturschutz. Da setzt er sich unermüdlich ein für die Krötenrettung, vor der Schicht und danach. Das Prinzip ist einfach, erklärt Ralf Neureiter. Wenn Zäune an der Überquerung viel befahrener Straßen hindern, wandern die Kröten auf der Suche nach einer Umgehung an ihnen entlang. „Alle 20 Meter haben wir Eimer eingegraben, in die sie gefahrlos hineinfallen.“ Dann heißt es, die Kröten von der einen auf die andere Straßenseite zu tragen. „Oft sind es gleich zwei, das größere Weibchen und ein kleines Männchen, das sich von ihr tragen lässt“, so Neureiter. Denn bei den Kröten herrscht Männchen-Überschuss: „Wer eine Dame hat, krallt sich am besten gleich fest. Wer weiß, ob sich eine andere findet…“ Fertige Pärchen werden darum im sicheren Abstand von den noch suchenden Junggesellen abgesetzt. Ein jeder in seinen Teich Irgendwann, wenn es mit 4 Grad in der Nacht nicht mehr zu kalt ist und auch nicht zu trocken, fangen die Kröten an, sich auf die Gewässer zuzubewegen, in denen sie selber zur Welt gekommen sind. „Ganz wichtig ist das Timing beim Bau der Krötenzäune“, denn man darf den Laufstart nicht

verpassen. In diesem Jahr war das zu Ostern: 115 Tiere gleich in der ersten Nacht. „Unsere neun Toten hatten wir auf dem Hinweg zum Laichplatz – alles Zaunkletterer.“ Die Zäune, die die Stadt Werl den Naturschützern zur Verfügung stellt, sind bereits im Februar aufgebaut worden. „Da haben wir in einem Zug auch gleich den ganzen Müll aufgesammelt, den Autofahrer nach dem Besuch einer nahe gelegenen Fast-Food-Kette weggeworfen haben.“ Begonnen hat alles 2012, als Neureiters Nachbarin ihm von der Aktion erzählte. Er machte sofort mit, sieben Helfer sind inzwischen im Team. Dabei sind auch sein Neffe Niklas Rückebeil, der ab dem Sommer im Katharinen-Hospital zum Elektrotechniker ausgebildet wird, und sein Kollege Thomas Schulte, leitender Krankenpfleger in der Inneren Medizin. Für ihre Arbeit hat die Gruppe den Umweltpreis der Stadt Werl erhalten. „Das hat uns total gefreut, dass unser Einsatz tatsächlich wahrgenommen und geschätzt wird!“ Aber wichtiger als die öffentliche Aufmerksamkeit sind ihm die Erfolge: „Im ersten Jahr haben wir weniger als 200 Kröten umsetzen können, letztes Jahr waren es 468, in diesem Jahr 528 – das zeigt, dass sich die Population nach und nach erholt, dass seit 2012 mehr Tiere überleben und sich vermehren können!“

Aus 5.000 Kröteneiern schaffen es im natürlichen Umfeld (also ohne Straße!) fünf bis sechs Kröten nach drei bis vier Jahren zur Geschlechtsreife.

E-Mail: wir@hospitalverbund.de www.hospitalverbund.de


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Wasser ist lebensnotwendig

Gesundheitsrisiko: Kein Durst im Alter Wer durstig ist, der trinkt. Was aber tun, wenn der Körper Wasser dringend benötigt, ohne das zu signalisieren. Das ist bei vielen Senioren der Fall – egal ob sie zuhause oder in einer Pflegeeinrichtung leben. Die große Gefahr des fehlenden Durstgefühls: Der Körper trocknet aus. Schwindel, Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder Kreislauf- und Nierenversagen bis hin zum Tod können die Folgen sein. „Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Pflegekräfte, für ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu sorgen“, erklärt Lydia Kremer, Pflegedienstleiterin des St. Elisabeth Wohnund Pflegeheims Körbecke. „Rund 1,5 Liter am Tag sollte dabei jeder Bewohner über Getränke zu sich nehmen.“ Die Maßnahmen in der Einrichtung des Katholischen Hospitalverbundes Hellweg, die das sicherstellen, sind vielfältig. Sie reichen von abwechslungsreichen Getränkeangeboten zu den Mahlzeiten über Selbstbedienungsmöglichkeiten an häufig frequentierten Stellen des Hauses bis hin zu

Pflegedienstleiterin Lydia Kremer

stets gefüllten Gläsern in Sicht- und Reichweite oder speziellen Gefäßen für geschwächte und bettlägerige Bewohner. Auch Trinkrituale wie Nachmittagskaffee sind wichtig. Hinzu kommt das Wissen um individuelle Vorlieben der Bewohner, die im Alter häufig anders sind als noch in jungen Jahren: Wer lieber eine warme Milch statt Kaffee möchte, der bekommt sie. Dabei gilt grundsätzlich: Je weniger jemand isst, desto mehr muss er trinken. Denn bei geringer Nahrungsaufnahme fehlt das im Essen enthaltene Wasser. Trinken ist auch eine Sache des Trainings Auch Senioren, die in den eigenen vier Wänden leben, sollten Strukturen schaffen, um sich selbst immer wieder an das wichtige Trinken zu erinnern. Das gefüllte Glas auf dem Nachttisch oder die Wasserflasche auf der Küchenanrichte werden so zu steten Mahnern. Auch die Kinder und Enkelkinder

ALARMZEICHEN Mundtrockenheit, trockene Schleimhäute oder schlaffe Haut sind erste Anzeichen einer nicht ausreichenden Flüssigkeitszufuhr. Weitere Symptome können allgemeine Schwäche, Verwirrtheit, Verstopfung oder eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen sein. Bei älteren Menschen werden fälschlicherweise oft andere Ursachen wie Demenz vermutet.

können mithelfen, das richtige Verhalten zu trainieren. „Trinken ist eine Gewohnheitssache und kann erlernt werden“, so Lydia Kremer. Doch ist es nicht allein der abnehmende Durst, der viele Senioren in lebensbedrohliche Situationen bringen kann. Auch die Angst vor nächtlichen Toilettengängen, Inkontinenz, Prostatabeschwerden oder Schluckstörungen können Gründe für falsche Trinkgewohnheiten sein. Dann ist es umso wichtiger, ältere Menschen immer wieder auf die Gefahren hinzuweisen, die mit dem Austrocknungszustand des Körpers (Dehydration) einhergehen. Auch Trinkprotokolle, die regelmäßig von Pflegekräften oder Angehörigen geführt werden, helfen, die Situation in den Griff zu bekommen. Außerdem, so erklärt Lydia Kremer, könne man gerade für Patienten mit Schluckstörungen die Aufnahme von Flüssigkeit erleichtern – etwa durch das Schaffen einer ruhigen Atmosphäre,

besondere Becher oder das Andicken der Getränke mit speziellen Mitteln, die in der Apotheke erhältlich sind. Die Pflegedienstleiterin betont, wie wichtig es ist, alle Möglichkeiten auszuschöpfen: „Nicht ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist eines der größten Gesundheitsrisiken im Alter.“

St. Elisabeth Wohn- und Pflegeheim Einrichtungsleiter Burkhard Keseberg Hospitalstraße 1 59519 Möhnesee Tel. 02924 / 8711-0 E-Mail: info@elisabeth-koerbecke.de www.elisabeth-koerbecke.de


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Chefarzt Dr. Stephan Morbach Allgemeine Innere Medizin Diabetologie Tel. 02921 / 391-1108 E.Mail: smorbach@mkh-soest.de www.mkh-soest.de

GLUKOSE

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ES IST UNS WICHTIG,… Betroffenen zu helfen, den Diabetes zu akzeptieren und zu bewältigen. Unterstützung zu bieten, um Spezialist in eigener Sache zu werden. bei Auftreten von Diabeteskomplikationen Selbstständigkeit, Lebensqualität und Lebensfreude zu erhalten. Patienten als Individuen zu respektieren und Therapiewünsche anzunehmen. bestmögliche Qualität einer Spezialabteilung auf dem jeweils aktuellen Stand der Diabetologie zu bieten. kompetenter Ansprechpartner aller Menschen mit Diabetes während ihres Aufenthaltes im Marienkrankenhaus zu sein – unabhängig vom zu behandelnden „führenden“ Krankheitsbild („Diabeteskonsil als Regelleistung“).

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Mehrmals täglich müssen Diabetiker ihren Blutzucker messen. Der Implantatchip macht den lästigen Piks in den Finger überflüssig. Er liefert nicht nur den aktuellen Wert, sondern auch Daten zum Verlauf der Krankheit.

Diabetes – Implantatchip erleichtert den Alltag

Blutzuckerkontrolle: Scannen statt Piksen In den vergangenen Jahrzehnten hat sich für Diabetes-Patienten beim täglichen Umgang mit der chronischen Krankheit eine Menge getan. Blutzuckermessgeräte für den Selbsttest, Insulinpens- oder Insulinpumpen – das alles erleichtert das Leben mit der Stoffwechselstörung ungemein. Was aber die Kontrolle der Glukosewerte angeht, geht es noch besser: „Scannen statt Stechen“ lautet seit einiger Zeit die Devise. Eine neue Technologie ermöglicht inzwischen einen weitaus unkomplizierteren Umgang mit der täglichen Prüfung des Blutzuckerspiegels. Mindestens vier Mal täglich messen Menschen mit Diabetes ihren Blutzucker. Dazu stechen sie sich in die Fingerkuppe. Pro Jahr kommen so über 1.400 Stiche zusammen – das ist schmerzhaft und für die Betroffenen im Alltag eine große Belastung. Vor allem bei jahrzehntelanger Krankheit, da kommen tausende Piks zusammen. Die Folge: taube Fingerkuppen. Aber warum stechen, wenn man doch auch scannen kann? Seit Oktober 2014 gibt es auf dem deutschen Markt ein in den USA entwickeltes Glukosemess-System, das wesentlich mehr Freiheit bei der Blutzuckerkontrolle verspricht. Möglich macht das ein Sensor, der in das Unterhautfettgewebe des Oberarms gelegt wird. Ein kleiner Teflonschlauch, der direkt unter der Haut eingeführt wird, misst minütlich den

Zuckerwert der Zwischenzellflüssigkeit. Der Sensor klebt auf der Haut und ist so groß wie ein Zwei-Euro-Stück. Mit einem Lesegerät streift man über den Sensor und kann so den aktuellen Blutzuckerwert jederzeit abfragen. „Unabhängigkeit pur“, urteilen Betroffene wie Sabine Ortmann. Sie nutzt das System und ist damit sehr zufrieden. „Mein Alltag ist leichter und sorgloser“, sagt die Arnsbergerin, die seit über 20 Jahren mit Typ 1 Diabetes lebt. Ob auf einer Feier, in der Freizeit, ob mit oder ohne Jacke darüber, während der Arbeit oder, wenn es sein muss, auch nachts – in Sekundenschnelle liefere das Gerät die Glukose-Messwerte. Während die Blutzuckermessung per Fingerstich nur eine Momentaufnahme des Blutzuckers präsentiert, ermittelt das


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DIABETOLOGIE IM MARIENKRANKENHAUS Seit 2007 gibt es im Marienkrankenhaus Soest die Hauptabteilung Diabetologie mit derzeit 22 Betten zur vollstationären Behandlung sowie eine Diabetes-Fußambulanz. Zu den Versorgungsschwerpunkten gehören die Diagnostik und die daraus resultierende Stoffwechselbehandlung bei Menschen mit Typ 1- und Typ 2-Diabetes sowie allen anderen Diabetesformen. Vollstationär werden insbesondere Patienten mit Erstmanifestation der Erkrankung, Patienten mit akuten schweren Stoffwechselentgleisungen, ältere multimorbide Patienten, Patienten mit psychischen Auffälligkeiten und Grunderkrankungen sowie Migranten mit Sprachproblemen betreut. Außerdem zählen zu den stationär durchgeführten Maßnahmen die Anpassung von Insulinpumpentherapien, die Behandlung komplexer Blutzuckerschwankungen sowie die Behandlung von Unterzuckerungs-Wahrnehmungsstörungen. Wesentliche Bedeutung hat im stationären Bereich zudem die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms und von chronischen Wunden anderer Genese. Mit dem Chefarzt sorgen zwei Oberärzte (alle mit der Zusatzbezeichnung Diabetologie, zusätzlich Schwerpunktbezeichnung Angiologie), ein Weiterbildungsassistent zum Diabetologen, fünf Diabetesberaterinnen und-assistentinnen DDG sowie drei Wundmanager für die beste Versorgung der Patienten.

neue Messsystem den Glukoseverlauf der Vergangenheit, den aktuellen Wert und darüber hinaus noch die künftige Tendenz. Der Sensor ist wasserdicht und kann beim Baden, Duschen, Schwimmen und beim Sport getragen werden. Nach 14 Tagen muss er gewechselt werden. Glukosewerte jederzeit kontrollierbar Der Chefarzt der Diabetologie am Soester Marienkrankenhaus, Dr. Stephan Morbach, sieht in dem Gerät „einen Quantensprung“. „Dieses moderne Hilfsmittel erleichtert das Diabetesmanagement ungemein“, ist sich Dr. Morbach sicher. „Das Gerät trägt dazu bei, dass Patienten ihre Glukosewerte besser nachverfolgen können und dass sie ein besseres Verständnis für ihre Werte entwickeln.“ Möglich macht das unter anderem ein so genannter „Trendpfeil“, der auf dem Scanner-Bildschirm anzeigt, wie schnell oder langsam sich die Werte entwickeln. Zeigt der Pfeil zum Beispiel gerade nach oben, heißt das, dass die Glukose im Blut schnell steigt. Steht der Pfeil waagerecht, verändert sich der Zuckerwert nur langsam. Das Gerät kann die Daten bis zu

90 Tage speichern. Die Diagramme sind leicht verständlich und durch eine Hintergrundbeleuchtung ist der Bildschirm auch im Dunkeln lesbar. Schlechte Blutzuckerwerte schaden Die richtige Blutzuckereinstellung sei extrem wichtig für das Wohlbefinden und die Gesundheit von Diabetespatienten, erklärt der Chefarzt. Warum? Weil es sonst zu Über- oder Unterzuckerungen (Hyper- oder Hypoglykämien) komme. Zu hohe Werte und starke Schwankungen der Werte führten langfristig zu Schäden an Nerven und Gefäßen. Die Folge können Amputation, Erblindung oder die Erfordernis einer Dialysebehandlung bei Nierenversagen sein. Angesichts dieser möglichen Risiken sei eine lückenlose, unblutige und jederzeit verfügbare Kontrolle und Dokumentation der Blutzuckerwerte ein Meilenstein, so Dr. Morbach. Noch übernehmen nur einige Krankenkassen die Kosten für das Gerät. Experten gehen aber davon aus, dass sich das bald ändern wird – zumal die Kosten nicht wesentlich höher seien als für das traditionelle Messverfahren mit Teststreifen.

Derzeit leben in Deutschland etwa sechs Millionen Menschen mit Diabetes.

Chefarzt Dr. Stephan Morbach


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Geriatrischer Schwerpunkt im Mariannen-Hospital Werl

Alles ändert sich – Altern ist eine Herausforderung „Unser Ziel ist es, mit Zeit und viel Einfühlungsvermögen die uns anvertrauten Patienten wieder an das ‚Selbertun‘ heranzuführen“, unterstreicht Ursula Ollig-Thölke. Die Oberärztin verantwortet im Werler Mariannen-Hospital den geriatrischen Schwerpunkt in der Inneren Abteilung von Chefarzt Dr. Heinrich Reike.

Oberärztin Ursula Ollig-Thölke

Genau hier setzt die Arbeit des multiprofessionellen Behandlungsteams aus Medizin, Pflege, Sozialdienst und Therapie an. „Immer dann, wenn wir Patientinnen oder Patienten im Haus haben, die neben der eigentlichen Behandlung einer ganzheitlichen Betrachtung ihrer persönlichen Alters-Entwicklung bedürfen.“ In diesem Punkt ist die Geriatrie in Werl auch eine wichtige Schnittstelle im Katholischen Hospitalverbund Hellweg, denn auch die Mediziner im Marienkrankenhaus Soest und im Katharinen-Hospital Unna setzen auf die Kompetenzen des geriatrischen Teams und nutzen die engen Verzahnungen. Ältere Menschen sind besonders gefährdet, durch

akute oder chronische Erkrankungen pflegeabhängig zu werden. „Bei einem Senior, der mit einem Oberschenkel-Halsbruch im Krankenbett liegt, schwinden Kraft und Energie viel schneller als bei einem jüngeren Menschen. Vielleicht waren auch vorher schon Alltagsfähigkeiten eingeschränkter. Wir versuchen, die Kompetenzen neu anzubahnen, aufzubauen oder zu erhalten“, beschreibt die Geriaterin Ollig-Thölke die Vorgehensweise. Schon bei der Aufnahme werden durch die verschiedenen Fachgruppen (Medizin, Pflege, Sozialdienst, Physio- , Ergotherapie und Logopädie) jeweils ganz eigene Testungen und Wertungen der Patienten vorgenommen, die

ABTEILUNG FÜR INNERE MEDIZIN Mit der Fachabteilung von Chefarzt Dr. Heinrich Reike (3. v. r.) im Mariannen-Hospital wird die ortsnahe internistische Versorgung durch das breite Leistungsspektrum der Inneren Medizin sichergestellt. Schwerpunkte der Abteilung bilden die Diagnostik und Behandlung der mit Diabetes assoziierten Komplikationen, insbesondere des Diabetischen Fußsyndroms (DFS), sowie Gefäßmedizin, Diabetologie und die Diagnostik und Behandlung von Schlaganfällen. Zudem ist die Innere Abteilung seit vielen Jahren auf endoskopische Untersuchungen spezialisiert. Dazu gehören neben den Darmspiegelungen endoskopische Untersuchungen des Magens, der Lunge und der Gallenwege. Die internistische Intensivmedizin ist ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich der Abteilung für Innere Medizin, deren Spektrum durch die Geriatrie abgerundet wird.

Altersmedizin, so die Übersetzung für Geriatrie, gewinnt nicht zuletzt angesichts der demografischen Entwicklung an Bedeutung. „Viele Menschen erreichen heute ein hohes Alter“, so Ursula Ollig-Thölke, die aber auch weiß: „Altern ist eine besondere Herausforderung, weil sich alles ändert.“

Das multiprofessionelle Team des geriatrischen Schwerpunkts im Mariannen-Hospital kommt regelmäßig zusammen.

dann in der Teamsitzung übereinander gelegt werden. „So können wir uns ein komplexes Bild von den vorhandenen Fähigkeiten bilden“, so die Medizinerin. In eben diesem Team wird dann auch festgelegt, wo die Förderung ansetzt, um die Alltagskom-

petenzen über das medizinische Spek trum hinaus zu verbessern – von der täglichen Körperpflege über die Förderung der Beweglichkeit, die Steigerung der Konzentrationsfähigkeit bis hin zur Betrachtung der häuslichen und privaten Versorgungssituation.


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„Wenn der Patient entlassen wird, sollte nicht nur die ursprüngliche Erkrankung behandelt sein, sondern sich vielmehr auch die Lebensqualität verbessert haben.“ Oberärztin Ursula Ollig-Thölke

Dabei stehen das Ziel des Patienten und seine förderungswürdigen körperlichen, geistigen, ganz persönlichen Reserven deutlich im Mittelpunkt. „Was wollen Sie für sich erreichen?“, das ist die Frage, an der sich das Behandlungs- und Betreuungsangebot orientiert. „Die persönliche Motivation ist entscheidend. Unrealistische Ziele bleiben so außen vor.“ Klar ist aber: „Wenn der Patient entlassen wird, sollte nicht nur die ursprüngliche Erkrankung behandelt sein, sondern sich vielmehr auch die Lebensqualität verbessert haben, die drohende Pflegebedürftigkeit abgewendet und idealerweise die Rückkehr in das gewohnte häusliche Umfeld möglich sein.“ Dass dieser umfassende Ansatz im Mariannen-Hospital

funktioniert, haben auch die Krankenkassen erkannt. Ursula Ollig-Thölke und ihr Team haben die Anerkennung für „Geriatrische frührehabilitative Komplextherapie“ erhalten. Dafür musste neben den besonderen strukturellen und

baulichen Voraussetzungen – im Dachgeschoss des Mariannen-Hospitals sind Therapie- und Behandlungsräume nach modernen geriatrischen Gesichtspunkten geschaffen worden – auch die spezialisierte personelle Kompetenz nachgewiesen

werden. „Weil das alles einfach stimmen muss“, so Ollig-Thölke, die selber Fachärztin für Innere Medizin mit der Fachweiterbildung Geriatrie ist. Ihr zur Seite stehen Pflegekräfte, die ebenfalls die Geriatrie als Zusatzausbildung vorweisen können.

GERIATRIE – WAS IST DAS? „Geriatrie ist die medizinische Spezialdisziplin, die sich mit den körperlichen, geistigen, funktionalen und sozialen Aspekten in der Versorgung von akuten und chronischen Krankheiten, der Rehabilitation und Prävention alter Patientinnen und Patienten sowie deren spezieller Situation am Lebensende befasst“, heißt es in der Präambel der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie. Bei der Behandlung ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, weil gerade ältere Patientinnen und Patienten einen hohen Grad an Gebrechlichkeit haben und unter Mehrfacherkrankungen leiden. Und so spielt nicht

nur die organorientierte Medizin in der Geriatrie eine bedeutende Rolle. Das soziale Umfeld und die Situation im heimischen Bereich werden in die Beurteilung mit einbezogen: Vielfach besteht zusätzlicher Bedarf an Unterstützung – durch einen Pflegedienst, die Schaffung eines guten Umfeldes durch kleinere Umbauten oder spezielle Hilfsmittel zur Erleichterung des Alltags. Vor diesem Hintergrund ist es ausgesprochen wichtig, dass ein spezialisiertes, interdisziplinäres Team von Medizinern, Pflege, Therapie und Sozialdienst die Betreuung der Patientinnen und Patienten übernimmt.

Hinzu kommen Sozialdienst und Physiotherapie sowie Angebote des Therapiezentrums in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Krankenhausgelände. „Mit diesem spezialisierten Gesamtpaket können wir im kollegialen Austausch mit unseren Kollegen in den anderen medizinischen Fachabteilungen die notwendige Gesamtsicht auf den Heilungs- und Entwicklungsprozess der älteren Patienten anbieten.“

Abteilung für Innere Medizin Geriatrie Oberärztin Ursula Ollig-Thölke Tel. 02922/801 -2103 E-Mail: u.ollig-thoelke@ mariannen-hospital.de www.mariannen-hospital.de


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Mai bis Oktober 2016

Veranstaltungskalender MAI Demenzschulung Mo. 23./30.05./06.06., 17-20 Uhr Info und Anmeldung: Tel. 02921 / 391-1700 oder mail: b.latos@mkh-soest.de Vernissage Farbe bekennen Illuminationen im Garten des Marienkrankenhauses Do, 19.05., 19 Uhr Frühlingsfarben

AUGUST Angehörige pflegen Kostenloses Kursangebot Do. 25.08./01.09./08.09., 17-20 Uhr Info und Anmeldung: Tel. 02921 / 391-1700 oder mail: b.latos@mkh-soest.de

JUNI Angehörige pflegen Kostenloses Kursangebot Mi. 01/.08./15.06, 17-20 Uhr Info und Anmeldung: Tel. 02921 / 391-1700 oder mail: b.latos@mkh-soest.de Gedenkgottesdienst für Verstorbene des Palliativbereichs Di., 14. 06., 19 Uhr Kapelle des Marienkrankenhauses

Die SoestArt präsentiert von Mai bis Oktober Kunst und Kultur an ungewöhnlichen Orten der Stadt – einer ist das Marienkrankenhaus. Hier wird es gleich zwei Highlights geben: Das Krankenhaus stellt seinen Garten für die Lichtinstallation „Farbe bekennen“ zur Verfügung. Im Foyer des Mariengartens präsentiert Marian Sprinkmeier Bilder unter dem Titel Mafuturian. Zu beiden Ausstellungen und Eröffnungen sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Als Musiker ist Marian Sprinkmeier in der Region bestens bekannt. Jetzt zeigt der Soester, dass er mit der Malerei die gleichen gefühlvollen Töne anschlagen kann. Zur Eröffnung

Ausstellung Mafuturian Malerei. Musik. Musisches Eröffnung Fr. 26.08., 19 Uhr tägl. bis 31. Oktober Marienkrankenhaus Soest Demenzschulung Mo. 29.08./05./12.09., 17-20 Uhr Info und Anmeldung: Tel. 02921 / 391-1700 oder mail: b.latos@mkh-soest.de

Ausstellung mit Werken von Irmgard Born bis 24. August Foyer Mariengarten im Marienkrankenhaus Soest

Kunst und Kultur im Marienkrankenhaus

SEPTEMBER Vortrag Lungenkrebs Schmerzfrei und tödlich – was kann ich tun? Referenten: Chefarzt Dr. Matthias Elbers, Chefarzt Dr. Dietrich Stockhausen Marienkrankenhaus Soest Do., 29.09., 19-20.30 Uhr Alter Schlachthof Soest, Ulrichertor 4 OKTOBER Blut im Stuhl – was nun? Referent: Huschang Amir-Kabirian, Chefarzt der Allgemeinund Viszeralchirurgie, Marienkrankenhaus Soest Di., 25.10, 19-20.30 Uhr Alter Schlachthof Soest

Ihr direkter Weg ins Netz www.hospitalverbund.de

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der Ausstellung am 26. August wird er allerdings auch sein musikalisches Talent unter Beweis stellen. Gregor Gasse ergänzt das Programm unter dem Motto „Malerei.Musik.Musisches“ mit einer Lesung. Die Bilder von Marian Sprinkmeier sind bis zum 31. Oktober zu sehen. Die Lichtinstallation im Garten des Krankenhauses wird am 19. Mai um 19 Uhr offiziell eröffnet. Sie lockt mit einer illuminierten „Scheinwelt“ im Grünen ebenfalls bis Ende Oktober. Insgesamt wird es im Rahmen der SoestArt 50 verschiedene Projekte geben. Weitere Infos: www.soestart.de

Marienkrankenhaus ausgezeichnet

Ein toller Arbeitsplatz Das Marienkrankenhaus wurde beim bundesweiten Wettbewerb „Beste Arbeitgeber Gesundheit und Soziales 2016“ gleich mit zwei Preisen ausgezeichnet. Die hohe Qualität und Attraktivität als Arbeitgeber stand dabei im Mittelpunkt, einen Sonderpreis gab es für das Thema „Qualifizierung“. Verliehen wurden die Preise vom Great Place to Work® Institut Deutschland in Kooperation mit dem ZEIT-Verlag. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst haben durch ihre guten Bewertungen gezeigt, dass sie gerne hier arbeiten. Das macht uns stolz und glücklich“, so Personalleiterin Jutta Kappel und der Kaufmännische Direktor Ingo Fölsing. Vorausgegangen war der Auszeichnung die ausführliche Befragung der über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu zentralen Arbeitsplatzthemen wie Transparenz, Verlässlichkeit, Arbeitszeitmodelle, Familienfreundlichkeit,

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www.katharinen-hospital.de www.mkh-soest.de www.mariannen-hospital.de www.st-damian-balve.de www.boni-unna.de www.elisabeth-körbecke.de www.mariengarten.de

Work-Life-Balance, Wertschätzung oder das gemeinsame Feiern von Erfolgen. Der Sonderpreis „Qualifizierung“ steht für das sehr breite Fort- und Weiterbildungsangebot für alle Mitarbeiter innerhalb des Hospitalverbundes. Insgesamt nahmen 191 Gesundheits- und Sozialeinrichtungen an der aktuellen Benchmark-Untersuchung zur Qualität und Attraktivität der Arbeitsplatzkultur teil und stellten sich einer unabhängigen Prüfung; 33 wurden mit dem Great Place to Work® Qualitätssiegel ausgezeichnet.

medTrend-Magazin Soest und die Region - Mai 2016  
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