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Ausgabe 2 2013

Das Vereinsmagazin des OSC Waldniel 1953 e.V.

Throphée de Montagne

Königsklasse

Lieblingsrunde

Ich bin juistifiziert OSCerin wird Professorin

Lehren statt Laufen Dr. van Aaken-Gedächtnislauf

Teilnehmerrekord


Editorial

Inhalt

Liebe Leserinnen, liebe Leser, der OSC Waldniel steckt voll von Geschichten – rund um‘s Laufen, aber auch rund um das Leben. OSC intern schaut in seiner neuen Ausgabe zurück auf den erfolgreichen Dr. Ernst van AakenGedächtnislauf und erinnert an das Ehrenmitglied Horst Backhuss, der im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Dass Laufen auch einmal etwas „anders“ sein kann, zeigen viele neue Events. So zum Beispiel der sog. color run, bei dem man mit Farbe beworfen wird, oder der canicross, den Nina Windhausen erfolgreich mit „ihrem“ Hund betreibt. „Anders“ ist das Laufen auch auf Juist oder in Argentinien. OSC intern hat auch diese Geschichten für Sie gesammelt. Viel Spaß beim Lesen und vielen Dank an die fleißigen Mitautoren. Dieses Postfach freut sich auch weiterhin über Kritik, Feedback und tolle Berichte: michaelinge5@aol.com. Eure Inge Schäben-Buscher

Auflage: 500 Stück

Ausgabe 2 2013

Das Vereinsmagazin des OSC Waldniel 1953 e.V.

Throphée de Montagne

Königsklasse

Lieblingsrunde

Ich bin juistifiziert OSCerin wird Professorin

Redaktion: Inge Schäben-Buscher Layout: Horst Stuhlweissenburg

34. Dr. Ernst van Aaken-Gedächtnislauf Impressionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34. Dr. Ernst van Aaken-Gedächtnislauf KiTas feiern Erfolge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sportabzeichentag Bescheidene Resonanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Nachwuchs Wir sind dabei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Meine Lieblingsrunde Ich bin juistifiziert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auslandserfahrung La vida y la carrera en Argentina . . . . . . . . . . . . . . THE COLOR RUN Vizemeisterin in Farbe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Steckbrief Adrian Helpertz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Throphée de Montagne Königsklasse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

OSC intern

Das Vereinsmagazin des OSC Waldniel 1953 e.V. erscheint zweimal im Jahr. Vereinsmitglieder erhalten es kostenlos.

34. Dr. Ernst van Aaken-Gedächtnislauf Über 1.000 Teilnehmer sorgen für Rekord . . . . . . .

Lehren statt Laufen Dr. van Aaken-Gedächtnislauf

Teilnehmerrekord

Druck: WIRmachenDRUCK GmbH

Deutsche Jugendmeisterschaften Hitzeschlacht an der Ostsee . . . . . . . . . . . . . . . . . . . OSCerin wird Professorin Lehren statt Laufen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1. Süchtelner Höhen Marathon Laufend feiern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . In Kürze ........................................... Steckbrief Julian Helpertz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Indoor Trail Lauf Gesamtsieg für OSC . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Titelfoto: Siegerehrung beim PRIMAX-Lauf der Kindergärten

Abschied nehmen OSC-Familie trauert. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Datenschutzhinweis: Entsprechend §18 der Vereinssatzung drucken wir Bilder oder persönliche Daten von Mitgliedern ab.

Abschied nehmen Meine Zeit im Sport mit Horst Backhuss . . . . . . . .

Ein Mitglied kann jederzeit gegenüber dem Vorstand der Veröffentlichung von Einzelfotos seiner Person sowie seiner personenbezogenen Daten allgemein oder für einzelne Ereignisse widersprechen. Ab Zugang des Widerspruchs unterbleibt die Veröffentlichung/Übermittlung und der Verein entfernt vorhandene Fotos bzw. Daten von seiner Homepage.

BewegungsKiTa Schier Kids-Marathon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Frauen Sport Gemeinschaft Wind-Klang-Spiele getestet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sport der Älteren Alles was Spaß macht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

OSC Waldniel Wir machen Sport.

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34. Dr. Ernst van Aaken-Gedächtnislauf

Über 1.000 Teilnehmer sorgen für Rekord Eine rundum tolle Veranstaltung mit einer überwältigenden Teilnehmezahl.

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nsgesamt 1.016 Läufer und Läuferinnen fanden am Freitagabend des 28. Juni 2013 in den vier Wettbewerben den Weg ins Ziel, was einen neuen Teilnehmerrekord für den ausrichtenden OSC Waldniel bedeutet. Das leider eher herbstliche Sommerwetter tat der guten Stimmung an der Strecke und auf dem Schulhof der Europaschule keinen Abbruch.

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ine rundum tolle Veranstaltung mit einer überwältigenden Teilnehmerzahl,“ so resümiert Heinz Küsters vom Organisationsteam des OSC Waldniel den 34. Dr. Ernst van Aaken-Gedächtnislauf.

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ls teilnehmerstärkstes Event stellte sich der 5 km-Lauf mit 293 Finalisten heraus. Die Teamwertung entschied einmal mehr eine Mannschaft des AlbertMagnus-Gymnasiums aus Dülken für sich, die als AMG Runners unterwegs waren. Mit 28 Startern stellten diese auch das teilnehmerstärkste Team. Siegreich bei den Firmen war die Volksbank Viersen und bei den Familien konnte der „van Aaken Clan“ auch in diesem Jahr die Spitze erreichen.

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as 5 km-Rennen gewann Jörg Schumachers aus Wegberg in 17:37 Min., während Elisabeth Rohbeck vom OSC Waldniel die Wertung bei der weibl. Jugend für sich entschied und auch die schnellste Frau im Rennen war.

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as 10 km-Rennen, mit 229 Sportlern und Sportlerinnen im Ziel, war geprägt durch die NEW-Laufserie. Achim Tholen von der LG Phönix Geilenkirchen gewann das Rennen auf dem nicht ganz einfachen Rundkurs in 32:36 Min. und führt weiter die NEW-Wertung an. Ihre Ambitionen auf den Seriensieg meldete die Siegerin bei den Frauen Silke Optekamp in 37:13 Min. an. Ihr fehlt nun noch ein gutes Ergebnis im NEW-Lauf in Mönchengladbach.

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ür tolle Stimmung sorgten insgesamt 462 Kinder aus Schwalmtal. So gingen 312 Kids der neun verschiedenen Schwalmtaler KiTas im PRIMAX-Lauf der KiTas an den Start. Den Titel „Fittester Schwalmtaler Kindergarten“ konnte sich das AWO Familienzentrum Nottbäumchen sichern, das 86% ihrer Kinder an den Start brachte. Zweite in dieser Wertung wurde die Bethanien Integrati-

ve Kindertagesstätte Kaiserpark mit 84% vor dem Bewegungskindergarten Schier mit 81%. Viele Eltern und Verwandten feuerten die Kinder am Rande der Strecke frenetisch an. „Vielen Dank an alle Erzieherinnen für diese tolle Beteiligung und das wochenlange Training,“ sagt Heinz Küsters.

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ei den Grundschulen aus Waldniel und Amern waren es insgesamt 150 Starter und Starterinnen. „Fitteste Grundschule Schwalmtals“ wurde erneut die GGS Waldniel. Im Bambini-Lauf sowie dem 2 km-Lauf fanden 26 Nachwuchssportler den Weg ins Ziel auf dem Schulhof der Europaschule.

Unser Dank geht an alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen, besonders an die vielen Aktiven aus Schwalmtal, an alle Sponsoren und nicht zuletzt an alle Helfer und Helferinnen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben,“ so Heinz Küsters. Am 27. Juni 2014 findet der 35. Dr. Ernst van Aaken-Gedächtnislauf statt.

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lle Informationen in Text, Bild und Film auf www.osc-lauf.de.

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34. Dr. Ernst van Aaken-Gedächtnislauf

KiTas feiern Erfolge Die erfolgreiche Teilnahme am Dr. Ernst van AakenGedächtnislauf wurde in den KiTas noch einmal gefeiert.

Mit einer tollen Feier, mit viel Musik, Tanzen und einer kühlen Erfrischung wurde in der BewegungsKiTa Schier der riesige Pokal gebührend gefeiert. Das war ein tolle Party.

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Sportabzeichentag

Nachwuchs

Bescheidene Resonanz Am Samstag, dem 8. Juni hatte der Kreissportbund Viersen zu einem Sportabzeichentag eingeladen. An verschiedenen Orten im Kreisgebiet konnte man seine Leistungen abnehmen lassen. So auch beim OSC Waldniel.

Wir sind dabei

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eden Dienstag und Freitag treffen wir uns um 18.00 Uhr auf dem Sportplatz, um gemeinsam unsere Runden zu drehen.

D Der stellvertretende Bürgermeister Kurt van der Flierdt eröffnete mit dem Kreissportbund Vorsitzenden Kurt Heinrich die Veranstaltung in Waldniel. Leider war die Resonanz nicht so wie erwartet. Insgesamt 27 Kinder und 23 Erwachsene haben das Angebot in Schwalmtal genutzt. Im OSC Waldniel kann man dieses Abzeichen schon seit vielen Jahren auch im Laufe des Sommers erwerben. Z Zt. haben (wie kann es auch anders sein) unser absolut engagiertes Ehepaar Maria und Rolf Strickling die Arbeit übernommen. Mit einem wechselnden Personenkreis kann man an bestimmten Montagen das Sportabzeichen im dem Dr. Ernst van Aaken-Stadion absolvieren. Ein großes Dankeschön geht an alle Helfer, die immer zur Verfügung stehen und tatkräftig mit anpacken.

as macht uns viel Spaß. Es wird natürlich nicht nur gelaufen, wir üben Sprinten, über Hindernisse laufen, Weispringen und unsere Trainerin (Ich glaube sie heißt Karin....) lässt sich viele coole Übungen und Spiele einfallen.

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esonders lustig fanden wir z.B. das Training im dicken Winter, bei ganz viel Neuschnee, das gehört natürlich auch dazu, denn da haben wir zum Ende eine wilde Schneeballschlacht gemacht. Da gab es kein Pardon, selbst unsere Trainerin..., (die ja auch auf die spontane Idee gekommen ist), wurde und hat tüchtig mit eingeseift.

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enn doch einmal die Sonne scheint und es zum Laufen viel zu heiß ist, dann wird das Training halt

Lilli Lunden (re) und Lou Koenen gehören zum Nachwuchs und sind begeistert vom Sport und Spaß im Verein.

unter dem erfrischenden Rasensprenger gemacht, bis am Ende alle nass sind, nicht nur vom Schwitzen.

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illi: „Ich hätte mich geärgert, wenn ich wegen der Hitze nicht zum Training gekommen wäre,

das war richtig cool!“

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rnst und spannend war es, als wir im Juni unseren ersten großen Ernst van Aaken-Lauf mitgemacht haben, da war richtig was los.

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iele unserer Klassenkameraden und früheren Kinder und Erzieherinnen aus dem Kindergarten waren auch dabei und haben uns und wir sie angefeuert.

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ir sind stolz mit unserem roten OSC-Shirt für unseren Verein mitgelaufen zu sein. Meine Freundin Lou war mit bei den ersten im Ziel. Für‘s erste Mal war es gar nicht mal so schlecht.

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ir beide kennen uns schon seit dem Kindergarten und freuen uns immer auf unser gemeinsames Training, wo wir uns wiedersehen, wo es Spaß macht, dabei zu sein und auch mal gelacht werden darf. Lilli Lunden und Lou Koenen

Lilli‘s Trainingsgruppe beim sommerlichen Eisessen

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Meine Lieblingsrunde

Ich bin juistifiziert! Inge Schäben-Buscher zählt zu den emsigsten Kilometersammlern im Verein und bringt uns eine ganz besondere Trainingsrunde näher.

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ie Nordseeinsel Juist ist eine der ostfriesischen Inseln im niedersächsischen Wattenmeer und liegt zwischen Borkum und Norderney. Die Insel hat eine Länge von 17 Kilometer und ist damit die längste der Ostfriesischen Inseln. Die maximale Breite beträgt 900 Meter, die minimale nur 500 Meter.

Mittlerweile habe ich diese autofreie und erholsame Insel mitten ins Herz geschlossen, ich bin total juistifiziert. Dort habe ich auch meine absolute Lieblingslaufstrecke gefunden. Diese möchte ich euch gerne mal vorstellen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich mir am liebsten früh am Morgen meine Laufschuhe schnüre, um mich auf meine Laufrunde zu begeben. So kommt man sogar manchmal in den Genuss, den Tag mit einem tollen Sonnenaufgang zu begrüßen. Meine Laufstrecke beginnt am kleinen „Schiffchenteich“ direkt am Marktplatz der Insel.

gehen. Für sie heißt es schon Abschied nehmen, sie müssen schon ziemlich früh auf die Fähre. Die Fährzeiten richten sich nach Ebbe und Flut und man hat in der Regel nur einmal täglich die Chance, von der Insel zu kommen.

Schnell geht es für mich in die ruhige Dünenlandschaft in Richtung Hammersee. Auf sandigem Untergrund begebe ich mich auf eine ca. 3 km lange Runde um den schönen See.

Es ist wunderschön, zu sehen, wie Hasen, Fasane, Möwen und Enten vor mir her hoppeln, fliegen oder watscheln. Ich hatte das besondere Glück, dass sogar zwei Rehe in den Sträuchern neben mir her sprangen.

Ich kämpfe mich durch den tiefen Sand. Und dann liegt er vor mir, ein kilometerlanger weitläufiger Strand. Ein tolles Bild für meine Augen. Ich liebe das Meer. Auf dem harten Sandboden lässt es sich auch sehr gut entlang der Wasserkante laufen.

Hm, einmal tief einatmen, das ist eine Brise, herrlich!!! Vorbei an den Strandkörben geht es wieder hoch Richtung Ausgangspunkt. Meine abwechslungsreiche 10 km-Runde ist beendet. Jetzt habe ich mir das Frühstück redlich verdient.

Der Tag kann kommen und hätte besser nicht anfangen können. Wenn du auch mal Lust hast, Deine Lieblingsrunde vorzustellen, dann ran. Die OSC intern Leser freuen sich auf Deinen Bericht. Sonnige Grüße Inge Schäben-Buscher

Links liegt der Hammersee und rechts höre ich das Rauschen des Meeres. Natur pur!!! An diesem Morgen sind auch schon viele andere Gäste auf den Beinen und ziehen ihre Koffer hinter sich her. Das ist echt ein Bild für sich. Aus allen Ecken kriechen die Urlauber um zum Hafen zu

Durch einen niedrigen Zauberwald neigt sich die abwechslungsreiche Runde dem Ende. Weiter geht es zum Strand.

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Auslandserfahrung

La vida y la carrera en Argentina Nicola Orths war im Rahmen eines Schüleraustausches für zwei Monate in Argentinien und lebte dort bei einer Gastfamilie in Villa Adelina, einem Vorort von Buenos Aires. Dort weiter zu trainieren, war nicht so einfach.

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nfangs war ich nicht so begeistert von der Idee, zwei Monate „so weit“ weg zu gehen, auf’s Laufen und die Deutschen Meisterschaften zu verzichten. Aber nicht zuletzt hat mich meine Trainerin dazu motiviert, diese einmalige Chance zu ergreifen.

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nd so führte mein Weg diesen Sommer nach Argentinien. In unseren Sommermonaten Juli und August herrscht auf der Südhalbkugel natürlich Winter, der mit teilweise 20 Grad und Sonnenschein sehr milde ausfallen kann. Dieses Jahr allerdings gab es hier den kältesten Winter seit 50 Jahren. In einer Ferienstadt am Meer (Mar del Plata) gab es an einem Tag sogar Schnee – etwas, was die Buenos Airer eigentlich gar nicht kennen.

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omit habe ich nicht nur auf meine 3. Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock, sondern auch noch auf einen heißen Sommer in Deutschland verzichtet. Aber die Chance nach Argentinien zu gehen bekommt man natürlich auch nicht so oft wie es Deutsche Meisterschaften gibt.

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on Ende Dezember bis Februar war mein Austauschschüler schon in Deutschland gewesen. Da er sehr gut

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deutsch sprechen konnte und es hierzulande relativ sicher und einfach ist zu reisen, war er viel mit seinen argentinischen Freunden unterwegs – und ich hatte genügend Zeit, um mein Training zu absolvieren.

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as sollte sich in Villa Adelina ändern. Die Straßenführung ist hier deutlich komplizierter, das Land (vor allem für ausländische, rothaarige Mädchen) grundsätzlich deutlich gefährlicher und Wald zum Laufen sucht man hier in der Stadt vergeblich. Mir wurde gesagt, dass man dafür eine gute Stunde mit dem Auto aus der Stadt heraus fahren muss. Trotzdem sieht man die Leute eigentlich überall laufen. Ich glaube, dass das Laufen hier häufig praktiziert wird, um abzunehmen oder Kondition für andere Sportarten aufzubauen. Denn Laufen ist hier nicht der Volkssport Nummer 1.

An den ersten Stellen stehen Fußball, Tennis, Hockey, Rugby und Polo.

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aut meiner Gastfamilie gibt es allerdings viele große Marathonläufe in der Stadt und am Wochenende und an

Feiertagen werden teilweise sogar Straßen gesperrt, so dass die Menschen dort spazieren, laufen oder inlinen können.

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lücklicherweise geht mein Gastvater dreimal wöchentlich morgens „laufen“, eigentlich ist es eher walken, und in den Ferien hat er mich oftmals mitgenommen.

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und um die Polorennbahn in San Isidro gibt es eine wirklich schöne Strecke von 5.115 m, die er in 45 Min. absolviert, während ich die Strecke anderthalb Mal laufe. Zur Freude der Läufer ist auf dem Boden markiert, wie viele Kilometer seit dem „Start“ bereits absolviert wurden und es werden sogar die Runden weitergezählt, sodass man einen Halbmarathon laufen könnte.

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uch in unseren Kurzurlaub in Mar del Plata gab es morgens sehr viele Läufer, die am Strand oder entlang der


Küstenstraße liefen. Dabei scheint es dem Argentinier ausnahmsweise einmal im Winter nicht kalt zu sein, eigentlich sind sie nämlich selbst bei 10 Grad plus so dick angezogen wie ich in Deutschland bei 0 Grad;-)

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it Beginn der Schule (in meiner vierten Woche hier) wird es schwerer, laufen zu gehen, weil ich erst gegen 5 Uhr nach Hause komme. Daneben wird es im Winter recht früh dunkel, ich weiß nicht, wo ich laufen soll und ob ich das alleine überhaupt darf, und wir bemühen uns, möglichst jeden Tag etwas zu unternehmen. Mit anderen Worten, Gründe nicht zu laufen gib es viele und außerdem bin ich täglich schon viel gelaufen: zum Bus, vom Bus zum Unicenter und durch das Unicenter selbst.

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n den nächsten Wochen habe ich also versucht, zumindest am Wochenende morgens laufen, in der Schule zu schwimmen und Tango zu tanzen. Und (fast) jeden Abend mein normales „Stabiprogramm“ zu absolvieren, was auch besser geklappt hat als mein Plan dreimal wöchentlich laufen zu gehen ;-)

Also Muskeln habe ich noch, aber nur im Bauch. Immerhin etwas, denke ich mir.

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ch hätte niemals gedacht, dass ich mal in Argentinien sein werde, aber noch weniger habe ich gedacht, wenn ich ganz ehrlich bin, dass ich manchmal keine Lust habe, hier laufen zu gehen.

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atürlich liebe ich den Sport, ansonsten würde ich es mir nicht antun, in den Herbstferien wahrscheinlich zwei täglich laufen zu gehen (ich bin jetzt ja top erholt), aber es ist auch mal schön, einfach nichts zu machen. Vor allem weil ich immer wieder feststelle, das lange Dauerläufe nicht das sind was mir am meisten Spaß macht, ich kitzle lieber die Höchstgeschwindigtkeit aus meinen Beinen und mir raus, drehe auf dem Platz meine Runden in Form von 3x1.000 m und habe meine Trainerin und Freunde um mich herum.

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ine Stunde Dauerlauf auf einer 1,1 km langen Strecke ist mir auf Dauer einfach zu langweilig. Ich hoffe das entschuldigt meine mangelnde Motivation hier ein bisschen;-)

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anchmal hat mir die Gelassenheit der Argentinier aber auch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es wird dir gesagt, dass du um 10 Uhr aufstehen musst, weil man um 11 Uhr los will. Im Endeffekt verlässt man das Haus doch erst um 12:30 Uhr und ich habe mich jedes Mal gefragt, warum ich nicht entweder morgens noch laufen gegangen bin oder eine Stunde mehr geschlafen habe – aber so sind die Argentinier. Sie haben Zeit und keine Probleme. Für unsere deutschen Verhältnisse ist das sehr ungewohnt und manchmal auch nervig, weil man sich selber natürlich beeilt hat und pünktlich fertig war.

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anz gut gefällt mir allerdings, dass die Tage hier scheinbar länger sind, weil erst irgendwann nach neun Uhr zu Abend gegessen wird. Zwischen Mittagund Abendessen liegt also viel mehr Zeit, um etwas zu unternehmen.

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llerdings liegt auch eine „unnötige“ Zwischenmahlzeit dort, in der i.d.R. Milchkaffee getrunken und „Teilchen“ (facturas) oder Brot mit Marmelade gegessen wird. Das Frühstück der Argentinier fällt ebenfalls sehr süß aus, in so fern überhaupt gefrühstückt wird. In manchen Familien gibt es nur eine Art Keks (Alfajores bestehen aus Keks und Dulce de leche) oder Toast mit Marmelade, Honig oder Dulce de leche.

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dass die Argentinier keine guten Geschmacksnerven haben, da sie alles(!) salzen und bei Kaffee o.ä. extrem viel Zucker hinzufügen.

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ber Argentinien hat eine atemberaubende Landschaft zu bieten, die so verschieden ist. Von Patagonien mit Gletschern, Walen und Pinguinen im Süden, über die Pampa mit ihrer unendlichen Weite, den Wasserfällen im Nordosten bis hin zu den sehr indigenen Regionen um Salta und die Salzwüsten im Nordwesten.

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gal wie oft ich gedacht habe, dass sich gerne in Deutschland wäre, weil es hier viel einfacher ist für mich, etwas zu unternehmen oder mir das Frühstück besser gefällt. Egal wie sehr ich manchmal auch den Sport und euch alle vermisst habe. Ich bin sehr froh, diesen Austausch gemacht zu haben und möchte auf jeden Fall wiederkommen – allerdings im Frühling oder Sommer, um einmal alle Bäume in den tausenden Allen blühen zu sehen und den Süden und Westen des Landes zu erkunden. Außerdem werde ich das gute Asado (grillen) und die Empanadas (gefüllte Teigtaschen) vermissen, sowie das „Nichts ein Problem ist“.

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ber jetzt freue ich mich erstmal, bald wieder zuhause in Deutschland und Freunde und Familie wiederzusehen. Wie heißt es so schön:

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ie beiden großen Mahlzeiten zu Mittag und Abend unterscheiden sich in so fern zu Deutschland, als dass das Abendessen die Hauptmahlzeit ist und es deswegen immer(!) warmes Essen gibt. Zum Mittag gibt es meist die Reste vom Vortag. Oder die Kinder nehmen die Reste als Mittagessen mit zur Schule. Auch gibt es hier zu jeder Mahlzeit Brot/ Baguette, außer zum Frühstück, viel mehr Rind- als Schweinefleisch, mehr Süß- als normale Kartoffeln und sehr viel Kürbis.

ebenbei bemerkt glaube ich mittlerweile auch,

man lernt Dinge erst zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat.

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nd alleine dafür ist so eine Reise ihr Geld auch wert, außerdem lernt man die Sprache sowie die Landschaft und Kultur des Landes besser kennen. Hasta luego, un beso grande.

Nicola

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fit with TM

Vizemeisterin in Farbe Theresa Bergh, Inge Schäben-Buscher und Michael Buscher nahmen in Dortmund an einem Laufevent der besonderen Art teil und wurden ganz schön „eingesaut“.

Die Deutsche Vizemeisterin Theresa Bergh (hier mit Bruder) beim color run in Dortmund

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edes Jahr begrüßen die Menschen in Indien den Frühling auf ganz besondere Art und Weise: „Holi“ ist das Fest der Farben und eines der wichtigsten Feierlichkeiten des Landes.

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abei feiern sie nicht nur den Wechsel vom Winter zum Frühling, sondern nach hinduistischem Glauben auch den Sieg des Guten über das Böse – und zwar sehr farbenfroh. Denn die Menschen bewerfen und bemalen sich an diesem Tag mit buntem, gefärbtem Puder – dem Gulal. Unterschiede zwischen Kasten, Religion oder Herkunft sind dann nicht mehr sichtbar; gesellschaftliche Grenzen zwischen den sozialen Schichten, Jung und Alt, Arm und Reich verschwimmen. An diesem einen Tag sind alle Menschen gleich. Kulturelle Vielfalt, Freude, gegenseitiger Respekt und Toleranz machen das Holi-Fest jedes Jahr unvergesslich.

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indige Marketingexperten haben dieses Fest nun in die Laufszene nach Deutschland portiert und hieraus den sog. „color run“ gemacht.

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er color run ist im wahrsten Sinne ein „Fun Run”, eine weltweite Lauf-Serie der ganz besonders bunten und fröhlichen Art. Dabei geht es nicht um das Erreichen der maximalen Laufleistung oder die beste Zeit – sondern in erster Linie um viel Spaß! Streckenlänge: 5 km.

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n festgelegten Zonen wird man als Läufer von vielen Freiwilligen mit Lebensmittelfarben beworfen und so richtig „eingesaut“. Gut, wenn eine Brille die Augen schützt.

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emeinsam erlebt man mit vielen anderen Läufern einen Tag, den man so schnell nicht vergisst. Es sind die buntesten, lustigsten und verrücktesten fünf Kilometer der Welt. Laufen – nur mal ganz anders! Solltet ihr mal lesen, dass hier in der Nähe so ein bunter Lauf startet, dann meldet euch schnell an und macht viele Fotos für unsere osc intern.

A com.

lle Informationen zu diesem Event findet Ihr unter www.thecolorrun.


Steckbrief

Adrian Helpertz Ich laufe weil ... es mir einfach Freude macht und ich fit bleiben möchte.

Aktuelle Bestzeiten 2000 m in 7.15,68 Min. 5 km 20:21 Min. 2 km Straßenlauf 7:37 Min. 1 km Straßenlauf n.v. 3:21 Min 800 m Stadion 2:31,88 Min.

Das esse ich vor dem Wettkampf

Ich frühstücke auch ganz normal und je nachdem wann der Wettkampf ist, esse ich evtl. noch eine Banane. Mehr nicht, denn ich bin immer nervös vor einem Wettkampf.

Zur Belohnung gibt es ...

evtl. neue pers. Bestzeiten, eine Medaille oder Pokal und ganz viel Lob. :-)

Mein größtes Laster ist ...

Rohkost und Salzbrezeln, da kann ich einfach nicht „nein“ sagen.

Mein Erfolgsgeheimnis ...

regelmässiges Training, mit Spaß bei der Sache sein und immer an die Grenzen.

Ich könnte nicht trainieren ...

wenn ich krank oder verletzt wäre.

So bin ich zum

Laufen gekommen ... Mein Bruder Julian hat mich zum Laufen mitgeschleppt, er hat es ja schon erzählt.:-)

Meine besonderen Erfolge ...

Da waren schon einige Siege, doch Kreismeisterschaften sind immer klasse und auch die Teilnahme in Düsseldorf in der Halle war cool.

Mit dieser Person würde ich gerne mal laufen ...

Hm, bis jetzt weiß ich das nicht so genau, auf jeden Fall habe ich ein paar Mal mit den „großen Jungens“ beim uns im Verein trainiert, das hat mir super viel Spaß gemacht.

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Trophée de Montagne

Königsklasse Canicross ist eine Laufsportart mit Hund. Nina Windhausen betreibt diese neue Trendsportart. Die Deutsche Meisterin nahm vom 3. bis 11. August an einem internationalen Wettkampf teil.

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s nennt sich die Trophäe der Berge. Es ist ein beliebtes Sportereignis, offen für jedermann und es ist von jedem zu bewältigen. Vorraussetzung: 1. Ein Hund, der es kennt, vorweg zu laufen, und dich unterstützend zieht. 2. Deinen eigenen inneren Schweinehund zu aktivieren und immer wieder zu überwinden. Es erlaubt allen die wundervolle Gegend des „Oisans“ in Frankreich zu entdecken. Teilnehmer dieser anspruchsvollen Veranstaltung treten nicht nur gegen andere Läufer sondern gegen sich selbst an. Das höchste der Gefühle ist es, die Trophée zu schaffen! Wie kam ich dazu, an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen? Als ich im Oktober 2013 bei der Canix UK (Europameisterschaft in England) war, berichteten einige aus unserem Deutsche Canicross-Team von diesem außergewöhnlichen Event. Das es wohl unbeschreiblich sein soll und ein muss für Canicrossliebhaber. Es hörte sich sehr hart aber auch sehr interessant und spannend

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an. Aber für mich zu diesem Zeitpunkt auch nur interessant zum Anhören, wie diese Veranstaltung so war. Ich fand es spannend aber für mich kam doch solch ein Rennen eh nicht in Frage…zu krass… dachte ich(; Aber dann bei den deutschen Canicross Meisterschaften in Lauf bei Nürnberg, wurde es wieder Thema und einige meinten: „Wer deutsche Meisterin im Canicross geworden ist, der kann und sollte auch zur Trophée.“ Darauf meinte ich: „Wäre ja schon cool!“ Und kaum hatte ich mich versehen, da hatte Ingo Babbel (mein Canicrosstrainer) schon die Trophäe fest als Team-Event eingeplant. Ich wusste ein zeitlang gar nicht, träume ich oder fahren wir da jetzt wirklich hin??? Die Meldung war raus und der August rückte immer näher, die Planungen wurden auch immer konkreter. Hiiiilfe!!!! Ich konnte es immer noch nicht fassen.

Drei Monate vor Beginn der Trophée sollte das Training für mich beginnen, vor allem mindestens einmal wöchentlich mit Hund. Zeitlich gesehen also ab Mai. Aber daraus wurde leider nichts, da ich mir zum Geburtstag Mitte Mai erst einmal aus gesundheitlichen Gründen eine Zwangspause schenkte. Ich fiel für fast sechs Wochen aus. Mittlerweile war es dann auch schon Ende Juni und das Wetter wurde auch noch immer wärmer. Trotz alledem entschloss ich mich teilzunehmen, allerdings konnte ich die letzten vier Wochen nicht mit den beiden Hunden trainieren, weil es einfach zu heiß für sie war und die eine Hündin auch noch gesundheitlich angeschlagen war. Also konnte ich nur noch versuchen in fünf Wochen wieder alleine auf die Beine zu kommen. Da half nur noch Augen zu und durch, Tag für Tag durch Maria`s individuell erstellten Trainingsplan.


Woher nahm ich meine Motivation? 2012 war ein sehr hartes Jahr für mich, allein durch den Schlaganfall meiner Schwester im April verlief das ganze Jahr sehr turbulent. Dadurch habe ich auch kaum trainiert, eigentlich fast gar nicht. Erst zum Jahresende bin ich mit meinem Canicrossteam ohne große Vorbereitung zur EM und DM gefahren, was mir unglaublich viel neue Kraft gegeben hat. Dank einem tollen Team um mich herum. Hätte ich das Team, Maria und meine Bahntrainingskollegin Ute nicht gehabt, wüsste ich nicht, ob ich die nötige Motivation gehabt hätte. Etappenrennen in den Französichen Alpen, mit Hund, 10 Tage lang – wie geht das denn? Diese Frage habe ich bevor ich gefahren bin schon öfters beantwortet(; Und im Nachhinein fragen alle, wie war es? Wie hast du das geschafft? Du bist verrückt!!! Ja, so im Nachhinein kann ich das nur bestätigen, wer so etwas macht, der muss verrückt sein! Nach der ersten Etappe hatte ich nur zwei Wörter im Kopf – ES REICHT!!!! Das ist ja der Wahnsinn, dass es so anspruchsvoll ist, damit hätte ich nicht gerechnet. Vor allem zog ich mir direkt zu Beginn einen dicken blauen Zehnagel zu, vom steilen langen Bergablauf. Na ja, ich dachte mir, warte ich die zweite Etappe mal ab und dann mal weiter sehen, schließlich habe ich ja einen Joker – jeder Läufer darf eine Etappe aussetzen und kommt trotzdem noch in die Wertung. Die zweite Etappe ging einen kompletten Skihang hoch, die Aussicht war

unbeschreiblich, aber die Anstrengung in der Hitze auch! Oben angekommen ging es dann mit Hund in der Gondel wieder runter. Ich fühlte mich als hätte ich den Mount Everest bestiegen. Unten angekommen ging es nach dem schmerzhaftesten Auslaufen was ich je tat zum Physiotherapeuten zur Massage. Alle Teilnehmer wurden die gesamte Zeit täglich 1a von Eric, einem Französischen Physio, versorgt. Ohne ihn hätte wohl nicht nur ich das Rennen nicht durchgehalten. Die dritte und vierte Etappe waren auch jeweils tolle Strecken. Dazu kann ich nur sagen „Trailrunning der Königsklasse“. Es ging bergab durch den Wald, sehr enge, steile Serpentinen entlang, über Holzbrücken, durch sehr steinige Bäche und vorbei an Wasserfällen, wirklich ein Traum, aber auch auf sehr hohem Niveau. Noch abwechslungsreicher ging es nicht mehr. Die fünfte Etappe wurde leider wegen Unwetter abgesagt, die Strecke war komplett überflutet worden. Diese Auszeit war ein Geschenk zur Regeneration. Ich wusste gar nicht, dass man so heftige Muskelschmerzen besonders in den Oberschenkeln haben kann. Dazu kann ich nur sagen, dass ich mich ab der sechsten Etappe nach den Läufen des öfteren rückwärts bergab fortbewegt habe, vorwärts war es vor lauter Schmerzen nicht mehr möglich. Die Nächte verbrachte ich dann mit Retterspitzwickeln (Geheimtipp von Inge Schäben-Buschers‘ Mama) um beide Oberschenkel, wobei sie mit Sicherheit am ganzen Körper auch hilfreich gewesen wären(; Insgesamt fanden die Etappen an sechs verschiedenen Orten in Frankreich statt (Oz en Oisans, Villard Reculas, Vaujany, Allemont, La Grave, Auris). Zu denen sind wir täglich von unserem Ferienhaus in Le Claret angereist. Morgens

zwei bis drei Stunden hin, Serpentinen runter und wieder hoch und abends zwei bis drei Stunden wieder zurück. Ebenfalls Serpentinen runter und wieder hoch. Tägliche gratis Achterbahnfahrt! Sehr anstrengend, aber dafür hatten wir ein Bett und eine Dusche. Die meisten Teilnehmer haben die gesamte Zeit im Zelt, teilweise ohne Duschen, verbracht. Die letzten vier Etappen fanden dann am gleichen Ort statt, in einem Skigebiet in Auri´s. Hier schlugen wir dann aber auch aus organisatorischen Gründen ein Zelt auf, denn es stand in der sechsten Etappe der Nachtlauf an. Trailrunning im stockfinstern nur mit Kopflampe und meiner Hündin „Wuschi“ vorweg. Das war schon unheimlich, aber auch toll anzusehen. Auf der anderen Seite des Berges, sah man überall kleine Lichter hintereinander laufen…. Aber ich muss sagen, vorm Start hatte ich ein mentales Tief – die Dunkelheit, das laute Bellen der vielen Hunde, meine Ganzkörperschmerzen, vor allem an den Füßen, die am wichtigsten waren. Ein entzündeter dicker Zeh mit einem komplett blauen Zehnagel und einer 2-Eurogroßen, rot leuchtenden Blase unter der Ferse. Ich spielte kurzweilig mit dem Gedanken an der Startlinie „Ich gebe auf“!!! Aber ich nahm allen Mut zusammen und ich schaffte auch diese Etappe. Um 24 Uhr lagen wir dann völlig erschöpt in unseren Zelten und es war ganz schön kalt – auch das noch! Um 7 Uhr ging dann auch schon wieder der Wecker. Kurzer Wechsel, die siebte Etappe stand morgens und die achte Etappe abends an. Alle drei Rennen in kurzen Abständen hinterei-

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Deutsche Jugendmeisterschaften

Hitzeschlacht an der Ostsee Nach den Deutschen Crossmeisterschaften waren die Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock für Elisabeth Rohbeck ein zweiter Saisonhöhepunkt.

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m Samstag, den 27.07 machte sich die coole Crew (bestehend aus dem moderaten Autofahrer Papa, meiner Mama, unserer kompetenten Trainerin Antje Hass und Personal-Junior-Coach Anna sowie der Athletin selbst) auf den endlos langen Weg nach Rostock zu den Deutschen Jugendmeisterschaften um „einfach nur eine 3000 zu laufen“.

und einer fast einkehrenden Apokalypse in Schwalmtal, reisten wir an den 33° heißen Urlaubsort an der Ostsee.

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erschwitzt, verkrampft und voller Vorfreude erreichten wir schließlich das eher ungewöhnliche Hotel: ie Spinnen im Zimmer dienten als Fliegenfänger, die Teller für die Vorspeise hielt die Bedienung erstmal zurück, um tröpfchenweise unsere Essbedürftnisse zu erfüllen und der Kühlschrank von Frau Hass heizte auf schnucklige 60° auf – man wusste eben schon bei wem die Minibar am unsichersten war!

Auf der 630 km langen Fahrt konnten wir den ersten Stau kurz vor Münster clever umgehen um direkt danach die wohl wichtigste Entscheidung an diesem Wochenende zu treffen: den Stau auf der A1 oder A7 in Kauf zu nehmen. Die dennoch frühe Ankunft um 17:30 Uhr, nach einer acht stündigen „Fahrt“, hatten wir nur dem selbst eingeführten Motto des Fahrers zu verdanken: „Wenn das Auto einmal ins Rollen kommt, wird bis zum Hotelparkplatz nicht mehrangehalten.“

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us Rücksicht auf meine Sitzbeinhöcker und den vier Damen im Auto, durften wir dann doch das sehr gut klimatisierte Innere ab und zu verlassen. Anstelle eines dramatischen Gewitters

ährend Anna und ich nun unsere Muskeln lockerten und einen sehr flotten Schaufensterbummel einlegten, testen meine Eltern das super Schwimmbad, das bei dem Wetter doch

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ie Bedienung wusste von diesem kleinen Missgeschick und löste das Problem ganz schnell und einfach: Stecker raus!

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glatt zu einer Sauna umfunktioniert wurde.

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eduscht und fertig gemacht bekamen wir alle etwas leckeres zwischen unsere Kiemen. Natürlich mit frischem Fisch. Danach erwartete uns eine kleine Sightseeingtour und ein erfrischendes Eis in der Innenstadt.

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achdem auch nun unsere intellektuellen Interessen mit der Besichtigung des Marktplatzes, der alten Straßen und des Rostocker Hafens auf dem fast urlaubsähnlichen Trip bedient worden war und wir von Frau Hass noch eine Geschichte vorgelesen bekamen (mit perfektem Norddeutschem Akzent) waren bereits 22 Stunden des Tages vorbei – Zeit für ein spannendes Fußballspiel und natürlich auch Zeit zum Schlafen.


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ach einem reichhaltigen Frühstück, das für die Athletin nicht so ausgewogen mit Lachs, Spiegelei, Obstsalat und Cornflakes ausfiel, fuhren wir zum Stadion. Wir saßen ja schon etwas länger nicht mehr im Auto.

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ach der Stellplatzkarten-Abgabe und dem erfolgreichen T-ShirtUmtausch des DMshirts von S nach XS war bereits eine kleine Glanzleistung an dem Tag erreicht. Anna wärmte sich mit mir auf und begleitete mich auf Schritt und Tritt bis ich im Callroom meine 2. Startnummer und eine Bahnnummer bekam.

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öchste Zeit nervös zu werden und die Atmosphäre ein letztes mal zu genießen bevor die 3.000 schon vorbei ist. Die unerträgliche Hitze und der ungünstige Zeitplan (3.000m um 13:10 Uhr) ließen mich eher schleppend ins Ziel kommen.

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it einer 10:56 Min. erreichte ich den 15. Platz. Trotz der langsamerer Zeit belegte ich eine bessere Platzierung als letztes Jahr und nehme die Erfahrungen von den deutschen Meisterschaften mit nach Schwalmtal – schließlich konnte ich im Rennen direkt neben Maya Rehberg laufen. Anschließend begann die Hetzjagd in die Dusche, um möglichst schnell wieder in den einzig kühlen Ort auf dem Gelände zu gelangen: dem Auto.

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as Wochenende verging sehr schnell und die Rückfahrt nutze ich nach einer Entspannungsphase, um diesen Bericht zu verfassen.

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ielen lieben Dank sage ich an meine treuen Begleiter, die mich auf dem Weg unterstützt haben und meiner Trainerin, die mir durch die unermüdliche Trainingsvorbereitung die Chance zur Teilnahme ermöglichte. Elisabeth Rohbeck

Fortsetzung von Seite 15

nander, das war sehr hart, aber ich habe auch diese geschafft! Unglaublich!!!

Ich erreichte in meiner Altersklasse mit einer Gesamtzeit von 6:27:22 Std. den 9. Platz von insgesamt 25. Und in der Gesamtwertung Platz 66 von 130.

Vor dem großen Finallauf am Sonntag ließ ich mir nochmal alles abtapen, was nötig war und meinen blauen Zehnagel das zweite Mal vom Physio mit einer heißen Nadel durchbohren (Eiter, Blut und Schmerzen sag ich da nur) aber dieser schmerzende Druck ließ endlich nach(: Und auf ging‘s in die neunte und letzte Etappe. Alleine an den Start zu gehen war ein unglaubliches Gefühl. Ich hätte es nie für möglich gehalten. Der Massenstart bescherte mir am ganzen Körper Gänsehaut (Massenstart bedeutet, dass es drei Blöcke gibt, in denen jeweils ca. 40 Läufer mit Hund gleichzeitig starten). Es gab bei den Etappen teilweise Massenstarts, Einzelstarts (Jagdstarts) im 30-Sek.-Abstand und Starts im Zweierblock mit 30 Sek. Abstand. Die neunte Etappe war meine Strecke, denn es ging viel bergab. Wuschi lief neben mir und ließ mich das Tempo bestimmen. Man nannte mich schon den deutschen Kugelblitz, weil ich bergab an allen wahnsinnig schnell vorbei raste. Auf dem letzten Teil der Strecke ging es dann nochmal schön steil bergauf, Wuschi und ich tauschten nun die Plätze – jetzt war ich auf ihre Hilfe angewiesen. Wir waren wirklich jeweils ein tolles Team, ohne die reibungslose Unterstützung von Wuschi in sieben Etappen und Emma in zwei Etappen hätte ich niemals alle Etappen laufen und schaffen können!

DANKE an meine Teamkollegen und das gesamte deutsche Team für den unschlagbaren Zusammenhalt und Teamgeist während der gesamten Zeit. An Ingo Babbel, meinen Canicross- und Mental-(wiederaufbau)trainer und seiner Familie. An Maria Strickling für die geniale Trainingsvorbereitung auf das Rennen. Und einen noch größeren Dank an Herbert und Gisela Thinnes, dass sie mir ermöglicht haben, mit ihren Hunden zu laufen, vor allem mit Wuschi, seiner preisgekrönten Leithündin aus Kanada. Nun freue ich mich auf die Vorbereitung für weitere läuferische Herausforderungen, unter anderem die Westdeutschen Meisterschaften über 10 km auf der Straße und die Deutschen Meisterschaften im Canicross, wo es gilt, meinen Titel zu verteidigen. Nina Windhausen

Hier ein Überblick über die gelaufenen km, Höhenmeter und meine erreichte Zeit: Etappe

Länge

Höhenmeter

Zeit

1

5,9 km

295

44:10 Min.

2

5,2 km

650

52:53 Min.

3

9 km

428

67:25 Min.

Ich dachte immer, es geht nicht mehr, aber es ging immer irgendwie. Jetzt weiss ich jedenfalls was es heißt, den

4

6,8 km

303

46:42 Min.

5

8 km

212

40:02 Min.

6

4,8 km

120

25:31 Min.

inneren Schweinehund zu besiegen!!!

7

7 km

290

43:16 Min.

8

2,9 km

102

15:40 Min.

9

7,5 km

447

51:33 Min.

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OSCerin wird Professorin

Lehren statt Laufen Claudia Cavaleiro wurde zur ersten Honorarprofessorin der Hochschule Niederrhein ernannt.

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ie Hochschule Niederrhein hat Dr. Claudia Cavaleiro zur Honorarprofessorin am Fachbereich Oecotrophologie berufen. Die 43-Jährige ist die erste Frau, die in den Kreis der Honorarprofessuren der Hochschule Niederrhein aufgenommen wurde. Die Ernennungsurkunde wurde im feierlichen Rahmen im Rittersaal des Schloss Rheydt verliehen. Die promovierte Chemikerin arbeitet im Hauptberuf beim Süßwarenhersteller Mars Chocolate und hat dort leitende Verantwortung für die Prozessentwicklung und -optimierung sowie für die Produktimplementierung in sechs Fabriken in Europa. Cavaleiro studierte an der Technischen Hochschule Leuna-Merseburg Chemie und schloss 1994 mit dem Diplom ab. Im Anschluss daran folgte die Dissertation an der Universität Halle-Wittenberg zur Prozesstechnik der Stärkeverarbeitung. 2001 begann ihr Engagement beim US-Lebensmittelhersteller Mars, dessen europäischer Ableger bis zum September 2007 unter dem Namen Masterfoods firmierte. Zu ihren Verdiensten gehört, dass sie den japanischen Qualitäts- und Prozessoptimierungsansatz Six Sigma für die Lebensmittelwirtschaft entdeckt, praktisch angewandt und gefördert hat.

18 02/2013

„Mit der Verleihung einer Honorarprofessur an Dr. Claudia Cavaleiro wird ein zehnjähriges großes Engagement für unseren Fachbereich Oecotrophologie und seine Studenten gewürdigt“, sagte Prodekan Prof. Dr. Georg Wittich in seiner Laudatio. Der erste Kontakt entstand am Rande einer Sportveranstaltung. Die begeisterte Langstreckenläuferin Cavaleiro und der ehemalige Professor Dr. Karsten Beyer kamen ins Gespräch und tauschten sich dabei auch über berufliche Dinge aus. Kurz darauf fanden die ersten Studierenden des Fachbereichs Oecotrophologie auf Vermittlung von Cavaleiro eine Praktikumsstelle bei Mars. Mittlerweile findet ein reger Austausch zwischen der Hochschule und einem der weltweit führenden Schokoladenherstellern statt. Diese enge Zusammenarbeit, die zum großen Teil auf dem Einsatz von Cavaleiro beruht, wurde nun mit der Ehrung entsprechend gewürdigt.

Dankesrede. „Gegenseitiges Nutzen ist gemeinsames Nutzen. Und gemeinsames Nutzen ist von Dauer“, so die zweifache Mutter weiter. Auch Hanno Speis, Vizepräsident bei Mars, hatte es sich nicht nehmen lassen, an der Verleihung teilzunehmen. „Ich möchte mich herzlich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken und freue mich, dass eine unserer Mitarbeiterinnen mit dieser Honorarprofessur ausgezeichnet wird.“ Tim Wellbrock

„Ich habe mich immer von der Frage leiten lassen, was wir jungen Menschen in der Industrie beibringen können, um sie auf das Berufsleben vorzubereiten. Daraus ist eine sehr erfolgreiche Hochschul- und Industriepartnerschaft entstanden“, sagte Cavaleiro in ihrer Silke und Inge waren von ihrer Lauffreundin zur großen Feier eingeladen. Sie gehörten zu den ersten Gratulanten.


1. Süchtelner Höhen Marathon

In Kürze Medaillengewinnerinnen plakatiert

Laufend feiern Ihre Ernennung zur Professorin der Hochschule Niederrhein feierte die OSCerin mit einem eigenen Marathon.

Die Deutschen Vizemeisterinnen Theresa Berg, Elisabeth Rohbeck und Nicola Orths strahlten zusammen mit Trainerin Antje Hass für mehrere Wochen vom Großplakat der Volksbank Viersen.

Laufende Bilder Die AOK Rheinland/Hamburg hat als einer der Titelsponsoren des Dr. Ernst van Aaken-Gedächtnislaufes einen Fernsehbericht über die Veranstaltung am 28. Juni erstellt. Dieser Film ist ab sofort unter www.osc-lauf.de zu finden.

Jubiläum Ich habe am Samstag, dem 6. Juli 2013 den 1. Süchtelner Höhen Professoren Marathon organisiert, sieben Runden durch die Süchtelner Höhen. Start, Ziel und Verpflegung war bei uns zu Hause in der Hindenburgstrasse auf dem Hof. Mit 12 Startern und davon 11 im Marathon-Ziel und einer im Halbmarathon. Zur Veranstaltung kamen verschiedene Marathonfreunde aus ganz Deutschland. Pedro, Manuel & Tiago Cavaleiro und die Oma haben geholfen, die Getränke auszuteilen, die Strecke zu markieren, Urkunden schreiben etc. Unten ein Bild mit den glücklichen Läufern im Ziel. Prof. Dr. Claudia Cavaleiro

Heinz Lübke wurde im Mai 80 Jahre. Seit über 21 Jahren ist der ehemalige Elmpter in der Herzsportgruppe des OSC Waldniel aktiv – nach einer Bypassoperation im Jahr 1992. Insgesamt trieb er in seinem Leben 66 Jahre lang Sport. 17 Mal erwarb er das Sportabzeichen in Elmpt und Niederkrüchten. 25 Jahre lang gehörte er dem Sportverein Schwarz-Weiß Elmpt an. Zwölf Jahre war er Schiedsrichter im Fußball. Heinz Lübke war Mitbegründer der Leichtathletikabteilung beim Sportverein Blau-Weiß Niederkrüchten. off

Nutzung des Dr. Ernst van Aaken-Stadions Das Dr. Ernst van Aaken-Stadion erstrahlt nun schon seit knapp drei Jahren im neuen Glanz und der OSC ist stolz, über eine solche Anlage zu verfügen. In der letzten Zeit entdecken immer mehr Bürger, die keinem Verein angehören, den Komfort der Kunststoffbahn und es häufen sich Anfragen, auf der Laufbahn trainieren zu können. Hierzu ist zu sagen, dass der OSC nur über die eigenen Trainingszeiten verfügen kann und diese Zeiten den Vereinsmitgliedern vorbehalten sind. Selbstverständlich können Interessenten mit dem Ziel einer eventuellen

SEPA-Verfahren Die Geschäftsstelle des OSC Waldniel weist noch einmal darauf hin, dass das Einzugsverfahren für den OSC-Beitrag ab dem 01.01.2014 auf das sog. SEPAVerfahren umgestellt wird. Unsere Gläubiger-ID für den Lastschrifteinzug lautet: DE46OSC00000137754. Als Mandatsreferenz verwenden wir Ihr Mitgliedsnummer. Da dies nur ein internes Umstellungsverfahren ist, müssen Sie als Mitglied nicht tätig werden.

Mitgliedschaft am Training teilnehmen. Besuchende ehemalige Mitglieder sind sowieso willkommen. Eine Nutzung zu anderen Zeiten durch Nicht-Vereinsmitglieder ist unzulässig, da der SC Waldniel als Hausherr des Stadions dieses strikt ablehnt. Eine Haltung, die auch der OSC weitgehend teilt. John Crisp

02/2013

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Steckbrief

Julian Helpertz Ich laufe weil ... es gute Kondition brngt und es mir Spaß macht.

Aktuelle Bestzeiten

Mein größtes

2.000 m Stadion in 8:55,30 Min. 5 km 24:09 Min. 2 km Straßenlauf 9:22 Min. 1 km Straßenlauf nv 4:15 Min. 800 m Stadion 3:03,50 Min.

ich habe keine Laster!

Das esse ich vor dem Wettkampf

Ich frühstücke normal und je nachdem wann der Wettkampf ist, esse ich evtl. noch eine Banane.

Zur Belohnung gibt es ...

für mich leider nicht immer eine Medaille oder einen Pokal, momentan freue ich mich, wenn sich meine Zeiten wieder verbessern.

20 02/2013

Laster ist ...

Mein Erfolgsgeheimnis ...

das gute Training mit Frau Hass.

Meine besonderen Erfolge ...

ich möchte auch gerne wieder erfolgreich sein.

Ich könnte nicht

So bin ich zum

... wenn ich krank wäre.

Beim Spielen bei uns im Rüsgenfeld haben Adrian und ich Tom und Jan auf dem Sportplatz gesehen, als diese dort liefen. Ich schleppte Adrian auch mit dorthin und wir trainierten schon zwei Wochen in normaler Straßenkleidung und Schuhen mit, bevor wir unserer Mama sagten, daß wir auch gerne (mit Sportklamotten) beim OSC trainieren wollten.

trainieren ...

Mit dieser Person würde ich gerne mal laufen ...

ich habe noch keine Ahnung.

Laufen gekommen ...


Indoor Trail Lauf

Gesamtsieg für OSC Beim Indoor Trail Lauf in Dortmund wird das Laufen zum regelrechten Abenteuer und 1,2 km können schon einmal ziemlich lang werden.

A

n einem verschneiten Sonntag im Februar machten sich acht OSC`er auf die Reise nach Dortmund, um dort am Ecco Indoor Trial teilzunehmen. Bei diesem „Laufevent“ steht der Spaß im Vordergrund, denn es geht über künstlich angelegte Berge, durch Matsch und Sand, über Baumstämme und viele, viele Treppen.

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s ist das zweite Mal, dass dieser Event in Dortmund stattfindet und es tummeln sich schon früh viele Laufbegeisterte in den Westfalenhallen. Für den OSC gehen zwei Staffeln an den Start über 4 mal 1,2 km. Die Mädels starten mit Silke Bommes, Vi Scholzen und Inge Schäben-Buscher. Obwohl Silke am Tag vorher noch bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in der Halle die Silbermedaille über 3.000 m gewann, ist das noch lange kein Grund für sie, sich zu schonen und deshalb muss sie doppelt laufen.

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ür die Männer laufen Reiner Kirchner, Reiner Bohnen, Carsten und ich. Diese Formation stand erst kurz vor dem Lauf fest, was aber nur die Anpassungsfähigkeit und Flexibilität der OSC Männer unter Beweis stellt und keines falls etwas anderes.

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a bei dem Lauf wie gesagt der Spaß im Vordergrund steht, entscheidet man sich auch nur kurz vorher ein bisschen warm zu laufen. Viel wichtiger erscheint es uns, die Strecke abzugehen, um über eventuell tückische Streckenabschnitte Bescheid zu wissen.

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er Lauf startet um 15.00 Uhr. Männer und Frauen starten gemeinsam. Es ist ein super Feeling und man wird von allen Zuschauern angefeuert und nach vorne gepusht. Die vielen Kameras in den Hallen streamen den Lauf live ins Internet und sogar der WDR überträgt aus den Hallen.

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er Lauf hat es wirklich in sich. Obwohl nur 1,2 km zu absolvieren sind, merkt man jedem die Anstrengung an. Da man keinen wirklichen Rhythmus findet und immer wieder abstoppen muss, um über den nächsten Baumstamm oder das nächste Hindernis zu kommen, gestalten sich die 1,2 km für den ein oder anderen als richtiges Abenteuer. Aber wie heißt es so schön, dabei sein ist alles!

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ennoch blicken wir auf einen tollen Tag zurück. Die Mädels holten mit ihrer Staffel sogar den Gesamtsieg! Die Männer schafften es immerhin auf einen respektablen 8. Platz.

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ückblickend hat es sehr viel Spaß gemacht und ich bin mir sicher, dass nächstes Jahr wieder OSC-Staffeln an den Start gehen werden. Inge Schäben-Buscher

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Abschied nehmen

OSC-Familie trauert Am 31.07. verstarb das langjährige OSC-Ehrenmitglied Horst Backhuss im Alter von 85 Jahren.

Horst Backhuss (li.) und unser 1. Vorsitzender John Crisp bei der Bahneröffnung in Waldniel

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orst Backhuss, geboren am 9. Dezember 1927, stieß Ende 1959 zum Verein und machte sich schnell auch überregional als Mittel- und Langstreckenläufer einen Namen. In der OSCChronik wird erstmals seine Leistung beim Paderborner Osterlauf 1960 über 30 km erwähnt. Ein Höhepunkt seiner Erfolge in den 60er-Jahren war der Mannschaftssieg mit Peter Boers und Hermann Knipping bei den Deutschen Bestenkämpfen im Waldlauf der Senioren in Weierbach am 16. April 1967. Nach einer längeren Wettkampfpause kehrte Horst als Altersklassenläufer zur Leichtathletik zurück und betrat dabei nicht zur die Deutsche sondern auch die internationale Sportbühne. 1994 wurde er in Athen Europameister über 5.000 m in der Klasse M65 und holte sich vier Jahre später in Cesenatico/Italien den Europameistertitel über 1.500 m in der Klasse M70. Neben diesen zwei Europameistertiteln errang er insgesamt 20 (!) Deutsche Meistertitel – fünf auf der Crossstrecke, sechs über 10.000 m, fünf über 5.000 m und vier Titel über 1.500 m.

22 02/2013

Persönlicher Höhepunkt war sicherlich die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Buffalo/USA, von denen er mit einer Silbermedaille heimkehrte. Er hält noch immer zwei Rekorde in der ewigen Deutschen-Senioren-Bestenliste. Über 3.000 m lief er 1997 als 70jähriger 10:45,45 Min. und über 5.000 m ebenfalls 1997 18:44,2 Min. Für seine sportlichen Erfolge im OSC Waldniel zeichnete der Verein Horst Backhuss mit der Ehrenmitgliedschaft

aus. Mit dem Tod von Horst Backhuss verliert der OSC Waldniel einen faszinierenden Laufveteran, der bis ins hohe Alter sportlich aktiv und erfolgreich geblieben ist.


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Abschied nehmen

Meine Zeit im Sport mit Horst Backhuss Margret Crisp hat Horst Backhuss mehr als 50 Jahre gekannt und erinnert sich an die gemeinsamen Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften. Nichte Christa Modes (sie hat sich bis zum Schluß um Horst gekümmert), Horst und seine Schwester Erika Backhuß

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ls ich Horst Backhuß kennenlernte, war er noch ein junger, unverheirateter Mann und Läufer im OSC Waldniel, der anfangs an Waldläufen, sowie Serienläufen in Hardt teilnahm und auf der Bahn dem 3.000 m Hindernislauf huldigte.

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rst nach einer längeren Pause und nach seiner Eheschließung mit Elisabeth Lassak, begann er ein ernsthaftes Training. Er lief 25 km auf der Strasse in 1:26,06 Min. und 2:43,31 Std. über Marathon. Unter seinem Trainer Wolfgang Hass spezialisierte er sich schließlich in der Altersklasse M65 auf 1.000m, 1.500m, 3.000m, 5.000m und 10.000m.

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ber 10 Jahre lang, ab 1989, konnte ich Horst zu den Deutschen Seniorenmeisterschaften begleiten. Wir starteten u.a. in Scheeßel, Bad Homburg v.d. Höhe, Trier, Halle an der Saale, zwei Mal in Minden, Schweinfurth, Hagen und Kevelaer.

24 02/2013

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ach unseren letzten Starts am Sonntagvormittag, Duschen und Mittagessen, widmeten wir uns der Kultur, bevor es wieder nach Hause ging.

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erne erinnere ich mich an eine Kutschfahrt durch die Lüneburger Heide mit Kauf eines Heidekörbchens. Wir besuchten Kirchen und Museen, Stadtfeste, die Therme und das Amphiettheater in Trier. Einige Flohmärkte luden uns direkt in Stadionnähe ein. Ich erinnere mich auch an Halle, der Stadt mit den fünf Türmen. Dort verbuchte Horst seine ersten großen Erfolge, als er in der Klasse M65 Doppelmeister wurde.

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a Horst an allen drei Tagen startete, freitags 10.000m, samstags 5.000m und sonntags 1.500m und ich in der gleichen Tagefolge Weitsprung, 100m und 200m, blieb mir viel Zeit zwischendurch, um Horsts Läufe zu filmen. Wann immer es möglich war, besuchten wir einen Gottesdienst.

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in Abendessen stand danach fast immer auf dem Plan. In Porta Westfalica (bei Minden) hatten wir beim Trainingslauf ein Waldhaus entdeckt und beschlossen, den Abend dort zu verbringen. Allerdings hatten wir vergessen, dass die Tage im September bereits kürzer werden.

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ls wir das Waldhaus verließen, war es stockfinster. Wir mussten durch den Wald, um unsere kleine Pension zu erreichen. Rechts und links dicht


aneinandergereihte hohe Bäume. Nur ein winziger heller Streifen am Horizont war sichtbar. Um uns in der Dunkelheit nicht zu verlieren, packten wir uns bei den Händen, immer dem Lichtstreifen folgend, der uns schließlich aus dem Wald führte. Später sprachen wir noch oft über dieses Ereignis.

BewegungsKiTa Schier

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a es damals noch keine Handys gab, mussten wir eine Telefonzelle aufsuchen, um unsere Lieben daheim zu informieren. Das war für Horst immer sehr wichtig, denn in Gedanken war er stets bei seiner Frau Lissy.

Diese freute sich über seine Erfolge.

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edes Mal brachte Horst ihr ein Geschenk mit. Häufig ein buntes Kopftuch für die Gartenarbeit. Lissy pflegte einen großen Garten mit Kartoffeln, Gemüse, Obst und Blumen. Davon profitierten alle Freunde des Hauses. Bei Kaffee und Kuchen erfreute sich jeder ihrer Gastfreundschaft.

Kids Marathon

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anz im Zeichen einer gesunden Ernährung und einer bewegungsreichen Lebensführung steht die Erziehung in der BewegungsKiTa Schier und so greift man dort auch gerne motivierende Trends aus den USA auf, um die Kids an das Laufen heranzuführen. Der Kids Marathon zählt deshalb für die Vorschulkinder zu einem festen Programmpunkt im Abschlussjahr.

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orst war nicht anspruchsvoll, lebte immer einfach und bescheiden. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit dem Reparieren alter Uhren. Er aß gerne Kuchen. Manchmal beendete ein Gläschen Kräuterlikör seinen Tagesablauf.

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m in der Nähe seiner kranken Frau zu sein, verbrachte Horst die letzten Lebensjahre im Caritas Altenzentrum Giesenkirchen. Dort wurde das Malen zu seinem neuen Hobby. Die kleinen Bilder im Artikel zeigen einige seiner Werke.

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ochen zuvor erliefen sie 40 Kreuzchen. Jedes Kreuz steht symbolisch für einen Kilometer. Ein- bis zweimal in der Woche trafen sich die

nde Juni war es dann soweit, die Vorschulkinder vom Bewegungskindergarten Schier absolvierten ihre letzten 2,195 km zum fehlenden Marathon über 42,195 km.

jungen Sportler im Kindergarten, um ihre Laufkarte voll zu bekommen.

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ie Jungen und Mädchen waren begeistert bei der Sache und haben fast jeden Tag nachgefragt, ob sie trainieren können.

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ur Endveranstaltung an der Burg Brüggen lud Dietmar Gross, Initiator des Kids Marathon, alle Teilnehmer ein, die letzten Kilometer zu laufen.

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urch das kontinuierliche Laufen und Training im Vorfeld schafften alle sportbegeisterten Kids die verbleibenden 2,195 km. Zur Belohnung gab es Urkunden und es wurden sogar Laufschuhe verlost. Ein herzliches Dankeschön geht noch einmal an Dietmar Gross vom Laufshop Brüggen.

Margret Crisp

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Frauen Sport Gemeinschaft

Wind-KlangSpiele getestet Der diesjährige Tagesausflug der Frauen Sport Gemeinschaft führte zur Möhnetalsperre.

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er Tag begann mit einem Frühstück auf dem Ausflugsschiff der Möhnetalsperre. Sie wurde in der Zeit von 1908 bis 1913 erbaut und feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen. Die Staumauer ist 650 m lang und 40,30 m hoch. Der Möhnesee ist sehr schön gelegen, riesig groß und umsäumt von viel Wald. Nach einer Rundfahrt über den See konnten wir, frisch gestärkt, unsere Wanderung beginnen. Es ging ein ganzes

26 02/2013

Stück am See entlang und anschließend durch den teilweise auch etwas hügeligen Wald. Dort waren an verschiedenen Stellen „Wind-Klang-Spiele“ aufgestellt, die man ausprobieren konnte. Auf halber Strecke lag das Lokal „Torhaus“. Dort konnte man Kaffee, Kuchen o.ä. zu sich nehmen. Zu dem Lokal gehörte auch ein wunderschöner, naturbelassener Park mit viel Kunst und Krempel. Einfach herrlich anzusehen.

Wer wollte konnte jetzt mit dem Bus weiterfahren. Die anderen sind die restlichen Kilometer noch gewandert. Alles bei gutem Ausflugswetter. Mit einem sehr guten Abendessen klang der Tag aus. Unser persönlicher Busfahrer brachte uns wieder sicher nach Hause. Vielen Dank für die gute Organisation. W. Engel


Sport der Älteren

Alles was Spaß macht Übungsleiterin Dorothee Wolters gibt einen kleinen Überblick über die Aktivitäten der „Herbstzeitlosen“ im OSC „Sport der Älteren“, die offensichtlich Spaß machen.

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Wir lieben Busfahren – mit Sicherheit. Seit 1924!

Linienverkehr / Schulbus / Busreisen Kraftverkehr Schwalmtal - von der Forst GmbH & Co. KG / Hühnerkamp 21 / 41366 Schwalmtal / Tel.: 02163/948990 / www.kvs-busreisen.de

OSC intern - Das Vereinsmagazin des OSC Waldniel 1953 e.V.  

Ausgabe 2 2013

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