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Kundenmagazin der Euroriding Reitsport-Fachgeschäfte

Olympia 2008 Ergebnisse, Fakten, Hintergründe

Kaltblutrennen Wie wird man Titan der Rennbahn?

Ausrüstung Reithosen – der richtige Stoff


Olympia Hongkong 2008

Vielseitigkeit Was alle gehofft hatten, wurde wahr: Die deutsche Vielseitigkeitsequipe holte sich die Goldmedaille! Und dann war da noch das „i-Tüpfelchen auf dem i-Tüpfelchen auf dem i-Tüpfelchen auf dem Sahnehäubchen“ (O-Ton Romeike): die Goldmedaille in der Einzelwertung für Hinrich Romeike und Marius. Hinrich Romeike und Marius auf dem Weg zu olympischem Doppelgold

Vier Jahre lang hatten sich die Vielseitigkeitsreiter wie keine anderen auf ihren Auftritt in Hongkong vorbereitet. So weit es ging, wurde nichts dem Zufall überlassen. Spezialtraining in den Disziplinen Dressur, Geländereiten, Springen, Fitnesstraining, mentales Training – die Buschreiter ließen nichts aus, was Erfolg versprach. Akribisch wurden die Erkenntnisse aus dem Testevent ein Jahr vor den Spielen ausgewertet und in die Vorbereitungen einbezogen. „Ich glaube, wir waren die am besten vorbereitete Mannschaft am Start“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. Bereits in der Dressur trumpften die Deutschen auf. Zwar mussten sich Peter Thomsen mit The Ghost of Hamish, Frank Ostholt mit Mr. Medicott, Andreas Dibowski mit Butts Leon, Ingrid Klimke mit Abraxxas und Hinrich Romeike mit Marius am Anfang noch hinter den Australiern einsortieren, doch der Grundstein war gelegt. Auf dem Geländekurs setzte das Quintett dann zum Überholen an, allen voran Hinrich Romeike. Er brillierte mit einer souveränen Nullrunde in einer herausragenden Zeit. Schneller als das Holsteiner Paar waren nur der Australier Shane Rose mit All Luck und der Brite William Fox-Pitt mit Edmore Park. Innerhalb der erlaubten Zeit blieb auf der Strecke aber keiner. „Das war unser bisher schwerster Kurs“, sagte Romeike, der nach 12,8 Punkten für Zeitüberschreitung mit 50,2 Minuspunkten die Führung in der Einzelwertung übernahm.

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Ganz knappe 0,5 Minuspunkte trennten Romeike nach dem Geländeritt von seiner Teamkollegin Ingrid Klimke, die nach der Dressur mit 33,5 Minuspunkten noch auf Platz drei gelegen hatte. Auch sie war ohne Hindernisfehler ins Ziel

Fotos: Julia Rau

gekommen, hatte jedoch auf Empfehlung der Bundestrainer („Chris Bartle hat mir tief in Augen geschaut und mir dann geraten, alternativ zu reiten“) an der vorletzten Hinderniskombination die längere Alternative gewählt. „Die Pferde wurden zum Ende hin ziemlich ‚lang’“, erklärte Klimke, daher wurde die Heckenkombination, die noch einmal alle Konzentration von Pferd und Reiter forderte, „zu einem Risiko“. Das hatte bereits der erste deutsche Starter, Peter Thomsen zu spüren bekommen, der nach einer bis dahin einwandfreien Runde 20 Strafpunkte für einen Vorbeiläufer am Aussprung kassierte. „Das ist zwar ärgerlich für mich, aber ich glaube, dass meine Teamkollegen aus meinen Erfahrungen lernen konnten“, so Thomsen.

In Führung nach dem Gelände

Euroridings Butts Leon unter Andreas Dibowski in hervorragender Manier auf der konditionell äußerst anspruchsvollen Geländestrecke

Und tatsächlich gelang es dem deutschen Team dank der fehlerfreien Leistungen von Hinrich Romeike, Ingrid Klimke, Frank Ostholt und Andreas Dibowski, sich an die Spitze zu setzen. In der Mannschaftswertung aufholen konnten auch die Briten. Dank gewohnt souveräner Geländeleistungen verdrängten sie die US-Amerikaner, die einen Ausfall und reichlich Strafpunkte kassierten, aus den Medaillenrängen. Noch übler als den Amerikanern erging es den Franzosen. So hatten die Titelverteidiger schon vor der ersten Verfassungsprüfung auf Jean Teulere und vor der Dressur auf Europa-


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„Diesmal kann uns das Gold keiner wieder wegnehmen!“ Eine Genugtuung für das deutsche Team nach Olympia Athen. meister Nicolas Touzaint verzichten müssen. Im Gelände stürzte dann auch noch Schlussreiter Jean Renaud Adde, worauf das Team auf den elften und letzten Platz der Mannschaftswertung zurückfiel. Trotz der guten Ausgangsposition der deutschen Mannschaft hieß es am letzten Wettkampftag noch einmal kräftig Daumen drücken, denn beim abschließenden Mannschaftsspringen fielen sowohl bei Peter Thomsen als auch bei Ingrid Klimke und Hinrich Romeike einmal die Stangen. Glücklicherweise hatten aber auch deren engste Verfolger gepatzt, so dass schon vor Romeikes Start feststand: Deutschland ist Mannschafts-Olympiasieger – dieses Mal ohne Wenn und Aber.

Knappe Entscheidungen in der Einzelwertung Bevor die frisch gebackenen Olympioniken dies aber so richtig realisieren konnten, galt es schon, sich aufs nächste Springen vorzubereiten. Zu diesem zweiten Springen – einer Spezialität der

Ergebnisse Mannschaft: Gold: Deutschland (Peter Thomsen mit The Ghost of Hamish, Frank Ostholt mit Mr. Medicott, Andreas Dibowski mit Butts Leon, Ingrid Klimke mit Abraxxas, Hinrich Romeike mit Marius); 166,10 Silber: Australien; 171,20 Bronze: Großbritannien; 185,70 Einzelwertung: Gold: Hinrich Romeike/Marius; 54,20 (Dress. 37,40/Gel. 12,80/Spr. 4/Spr. 0) Silber: Gina Miles (USA) mit McKinlaigh; 56,10 (39,30/16,80/0/0) Bronze: Kristina Cook (GBR) mit Miners Frolic; 57,40 (40,20/17,20/0/0) ... 5. Ingrid Klimke/Abraxxas; 59,70 (33,50/17,20/4/5) 8. Andreas Dibowski/Butts Leon; 65,20 (39,60/17,60/0/8)

BEGONIE Olympischen Spiele, bei denen keine zwei Medaillen für dieselbe Leistung vergeben werden – sind jedoch nur die besten drei Reiter einer Nation zugelassen. Um den dritten deutschen Startplatz bewarben sich in Hongkong Andreas Dibowski und Frank Ostholt, die nach Dressur und Gelände Kopf an Kopf lagen. Im Mannschaftsspringen hatte Ostholt mit einer Nullrunde vorgelegt, „Dibo“ war nachgezogen und mit einem denkbar knappen Vorsprung von nur 0,6 Minuspunkten vor seinem Teamkollegen eine Runde weiter. „Natürlich freue ich mich über meine Mannschaftsgoldmedaille. Aber gleichzeitig bin ich enttäuscht, nicht am Einzelspringen teilnehmen zu dürfen. Vor allem, weil mein Pferd ein ganz sicherer Springer ist“, sagte Ostholt, der sich als Achtplatzierter nach Dressur, Geländeritt und erstem Springen durchaus gute Chance auf eine Einzelmedaille ausgerechnet hatte. Doch dazu kam es nicht: Ostholt war zum Zuschauen verurteilt, als zunächst Andreas Dibowski mit Butts Leon zwei Abwürfe kassierte und damit Platz acht in der Einzelwertung belegte. Auch Ingrid Klimke war an diesem Tag keine zweite Medaille vergönnt. Ein Abwurf und Zeitfehler genügten, um sie vom zweiten auf Platz fünf zurückfallen zu lassen. So ruhten am Ende alle Medaillen-Hoffnungen der deutschen Fans auf dem letzten Starterpaar, Hinrich Romeike und Marius. Sie machten mit einer Nullrunde wahr, wovon kaum einer zu träumen gewagt hätte: Gold in der Einzelwertung! „Ich kann es noch gar nicht fassen“, sagte der frisch gebackene Olympiasieger zwischen Lachen und Weinen. „Ich habe nach der Aberkennung der Goldmedaille in Athen 2004 ja immer wieder erklärt, dass noch eine Medaille herumliegt, die darauf wartet, abgeholt zu werden. Aber ich wusste ja nicht, dass da noch eine zweite ist!“, so Hinrich Romeike. FN/Hb

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Olympia Hongkong 2008

Dressur Die deutsche DressurreiterEquipe bleibt bei Olympischen Spielen weiter ungeschlagen. Seit 1976 gingen alle Mannschaftsgoldmedaillen an Deutschland. In der Einzelwertung machte Satchmo Isabell Werth jedoch mit zweimaligem Ungehorsam einen Strich durch die GoldRechnung.

Erstmals waren die goldgewöhnten Deutschen nicht so siegessicher zu Olympischen Spielen gefahren. Im vergangenen Jahr hatten die Niederländer die Deutschen bei den Europameisterschaften in Italien geschlagen und eine bis dahin 42-jährige Dominanz gebrochen. Schließlich kam auch noch die neue „Drei-Reiter-Regel“ hinzu, wonach jede Nation nur noch maximal drei Reiter bei Olympischen Spielen stellen darf und damit das Streichergebnis entfällt, sich also keiner im Team Schwächen erlauben darf. Das taten sie auch nicht. Bereits am ersten Tag erzielte Heike Kemmer mit Bonaparte im Grand Prix 72,250 Prozent und nahm damit Kurs auf Gold: „Uns war klar, dass die Holländer uns im Nacken sitzen. Aber wir haben als Team einen super starken Zusammenhalt. Und wir wollten dem Erfolg der Vielseitigkeitsreiter nicht nachstehen.“ Schließlich überrundete sie mit diesem Ergebnis die beiden ersten niederländischen Teamreiter. Mit 70,083 Prozent hielt Nadine Capellmann mit Elvis VA den Spitzenplatz des deutschen Teams aufrecht. Bis Anky van Grunsven kam. Die Niederländerin wurde für ihre Vorstellung mit Salinero von den Richtern mit 74,750 Prozent belohnt und brachte damit ihr Team in Führung. „Isabell muss jetzt alles geben“, sagte Nadine Capellmann, und diese hielt sich dran. Als die vierfache Olympiasiegerin mit Satchmo das Viereck betrat, wusste sie, dass sie mindestens 73 Prozent erzielen musste. So knapp wollte sie es nicht machen – mit

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Isabell Werth und Satchmo boten brillante Vorstellungen – bis auf die zwei Aussetzer des Wallachs in den Piaffen Fotos: Julia Rau

einem Ergebnis von 76,417 Prozent sicherte sie dem Team die Goldmedaille und sich selbst Platz eins im Grand Prix. „Wir haben unser Gold schon am ersten Wettkampftag verloren“, kommentierte Anky van Grunsven, die in der Einzelwertung Zweite wurde vor Heike Kemmer. Nadine Capellmann landete auf Platz neun. Star der Teamentscheidung war die Doppelweltmeisterin von 2006. „Isabell ist die Königin. Satchmo ist zur Zeit in unglaublicher Form. Das war ein ganz starker Ritt“, begeisterte sich Breido Graf zu Rantzau, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Sie hatte sogar noch Luft nach oben, denn um das Teamergebnis nicht zu gefährden, hatte sie sich nach eigenem Bekunden zurückgehalten: „Ich bin kein volles Risiko gegangen.“ Da wusste sie allerdings noch nicht, dass ihr vierbeiniger Partner Satchmo ihr wenige Tage später einen Strich durch die Rechnung machen würde.

Silber und Bronze in der Einzelwertung Mit einer nervenaufreibenden Runde konnte Isabell Werth sich im Grand Prix Special, der ersten von zwei Prüfungen zur Einzelwertung, mit 75,200 Prozent knapp an die Spitze setzen. Nach einem brillanten Beginn – die Zwischenwertung schnellte auf 84 Prozent hoch – stockte Satchmo in der ersten Piaffe und ging rückwärts. Das Einzelfinale, die Kür, entwickelte sich dann zu einem Dejá vu. Wie schon im Grand Prix Special wenige Tage zuvor blockierte der Wallach in der Piaffpirouette, nahm den Kopf zwischen die Vorderbeine und ging ein paar Schritte rückwärts. Nervenstark brachte Werth den unwilligen Partner wieder zurück in die Choreografie und auf die Spur mit der Musik. Ab dann klappte alles wieder wie am Schnürchen. Die viermalige Mannschaftsolympiasiegerin zeigte eine


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mit höchsten Schwierigkeiten gespickte Kür, in der sich schwerste Lektionen aneinander reihten. Dazu präsentierte sie ihre neu arrangierte und vom Potsdamer Sinfonieorchester eingespielte Musik, deren Titel „Hymn of Emotions“ sicher zu dem Wechselbad der Gefühle passte, durch das Satchmo seine Reiterin bei diesen Spielen schickte. Wie schon im Grand Prix Special kostete die unerwünschte Einlage von Satchmo wertvolle Punkte. Hatte Isabell Werth nach dem Special noch hauchdünn vor ihrer niederländischen Konkurrentin geführt, so reichten die 78.100 Prozent der Kür am Ende nicht für den Gesamtsieg. „Satchmo hat das Problem in der Piaffe aus dem Special nicht vergessen. Jetzt tauchte der Fehler bei der dritten Piaffe auf. Ich kann es nicht erklären. Der Rest war super. Es war ansonsten seine beste Kür. Ich denke jetzt erst mal daran, wie ich dem Pferd Ruhe und Vertrauen wiedergeben kann“, so die Reiterin. Die Kürweltmeisterin Anky van Grunsven bot ebenfalls eine neue und eindrucksvolle Kür auf. Und auch sie hatte einen Komponisten engagiert, eine Musik zu schreiben, die alle Stärken Salineros zur vollen Geltung bringt. Der 14-jährige Hannoveraner blieb von Anfang bis Ende konzentriert bei seiner Aufgabe. „Nachdem ich Isabells Ergebnis gesehen hatte, brauchte ich nicht mehr volles Risiko zu gehen“, so Anky van Grunsven. Mit 82.400 Prozent entschied sie das Duell für sich und holte damit zum dritten Mal in Folge Gold bei Olympischen Spielen. „Gold im Einzel war natürlich hier angepeilt, aber man muss es so akzeptieren. Wir gratulieren den Holländern. Anky hat verdient gewonnen. Auch ohne den Patzer wäre es in der Kür eng geworden“, so Bundestrainer Holger Schmezer. Ganz großes Lob gab es für Heike Kemmer, die mit Bonaparte Bronze gewann (74.455): „Meine hohe Anerkennung für Heike, die sich seit Aachen so gesteigert hat. Sie hat alles aus dem Pferd herausgeholt.“ Es ist die erste Einzelmedaille für Kemmer, die nach 2004 in Hongkong zum zweiten Mal Mannschaftsolympiasiegerin wurde. Goldmannschaftskollegin Nadine Capellmann fehlte mit Elvis VA im Finale. Sie hatte sich im Grand Prix Special mit Rang 17 nicht für die Kür qualifiziert. „Das war der schlechteste Ritt meiner Karriere. Es gibt ein Leben nach Olympia. Das heute ging gar nicht. Ich mache nach den Olym-

Heike Kemmer und Bonaparte unter der olympischen Flamme pischen Spielen erst einmal eine Pause“, sagte sie zerknirscht nach dem Special. Solche Sorgen hatte ihre Teamkollegin Heike Kemmer nicht. „Ich bin total glücklich. Das ist überhaupt meine allererste Einzelmedaille bei einem Championat, und das bei Olympischen Spielen. Ich bin total locker reingeritten, weil ich wusste, dass ich gut vorbereitet bin. Der einzige Fehler, das Angaloppieren in der Passagetraversale, hat lediglich Abzug in der Choreografie gegeben“, sagte sie gelöst nach der Kür. Auch aus Sicht der deutschen Pferdezucht – speziell des Hannoveraner Verbandes – waren die Spiele ein voller Erfolg, denn alle drei Medaillengewinner saßen auf Pferden mit dem Hannoveraner Brand. FN/Bo

Ergebnisse Mannschaft: Gold: Deutschland (Heike Kemmer mit Bonaparte, Nadine Capellmann mit Elvis VA, Isabell Werth mit Satchmo); 72,917 Silber: Niederlande; 71,750 Bronze: Dänemark; 68,875 Einzelwertung: Gold: Anky van Grunsven (NED) mit Salinero; 78,68 Silber: Isabell Werth (GER) mit Satchmo; 76,65 Bronze: Heike Kemmer (GER) mit Bonaparte; 74,455

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Olympia Hongkong 2008

Springen Einer Achterbahnfahrt glichen die Olympischen Spiele für die deutschen Springreiter: Ein schwacher Start, ein verpatztes Mannschaftsfinale, dann die Suspendierung von Christian Ahlmann wegen eines Medikationsvergehens und am Ende um 0,12 sec. eine Einzelmedaille verpasst. Enttäuschend endete für die deutschen Springreiter der Mannschaftswettbewerb. Hochfavorisiert angereist, war vom ersten Springen an der Wurm drin. Zum Schluss summierten sich die Fehler aus beiden Team-Umläufen auf 34 Strafpunkte – Platz fünf. Mannschaftsolympiasieger wurde die USA, die sich im Stechen um Gold gegen den neuen Silbermedaillengewinner Canada durchsetzte. Beide hatten den Teamwettbewerb zuvor punktgleich beendet (je 20 Strafpunkte). Bronze ging überraschend an die Norweger (27 Strafpunkte). „Das war meine bitterste Niederlage“, so Bundestrainer Kurt Gravemeier nach dem Absturz der Favoriten. Neben dem elften Platz von Barcelona 1992 war dies das schlechteste Resultat seit 1956. Seit jenem Jahr holten die Deutschen bis auf diese zwei Ausnahmen sieben Mal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze. Von Anfang an lief es nicht rund beim deutschen Quartett Christian Ahlmann mit Cöster, Ludger Beerbaum mit All Inclusive, Meredith Michaels-Beerbaum mit Shutterfly und Marco Kutscher mit Cornet Obolensky. Beim ersten Qualifi kationsspringen hatte es noch so ausgesehen, als würden die Springreiter es bewusst verhalten angehen lassen. Die diversen Fehler von Allen ließen die Deutschen dann aber fast den Einzug ins Finale verpassen. Dank der Patzer der Brasilianer und der Australier rutschten die Deutschen schließlich doch noch hinein und schöpften neue Hoffnung auf eine Mannschaftsmedaille, doch diese erfüllte sich nicht.

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Meredith Michaels-Beerbaum und Shutterfly verpassten ganz knapp die Bronzemedaille Fotos: Julia Rau

Das Streichergebnis bildete zweimal Marco Kutscher, Doppel-Bronzegewinner bei Olympia 2004, für den sich diese Spiele zu einem Fiasko entwickelten und der im zweiten Umlauf fast ein Dejá vu hatte. Das Drama begann mit dem Wassergraben, wo sein Pferd stieg. „Nach dem Wasser hat er mir den Dienst quittiert. Das war ein klarer Ungehorsam und ist sehr bitter. Es war das Gleiche wie am Tag zuvor“, resümierte er schwer enttäuscht. Den Einzug ins Finale der 35 besten Springreiter im Kampf um die Einzelwertung schafften Meredith Michaels-Beerbaum, Christian Ahlmann und Ludger Beerbaum als 16. (14 Strafpunkte), 31. (22 Strafpunkte) und 33. (24 Strafpunkte).

Vier von 15 Kontrollen positiv Der Tag des Springens um die Einzelmedaillen begann mit einem Knall: Morgens sorgte die Suspendierung von Christian Ahlmann sowie dem bis dahin führenden Norweger Tony Andre Hansen, dem Iren Denis Lynch und dem Brasilianer Bernardo Alves durch die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) für Negativ-Schlagzeilen. Im Rahmen einer

Medikationskontrolle am 17. August war bei allen Pferden die Substanz Capsaicin nachgewiesen worden. Bei 15 Pferden waren Dopingproben genommen worden, damit sind mehr als 25 Prozent positiv. „Dieses Ergebnis ist ein ernster Angriff auf das Ansehen des Reitsports“, sagte FEI-Vizepräsident Sven Holmberg aus Schweden. „Offenbar haben wir es hier mit einem Trend zu tun.“ Damit spielte er darauf an, dass alle vier Reiter wegen derselben Substanz Capsaicin auffällig geworden waren, die erst seit kurzem nachgewiesen werden kann. Capsaicin wird aus der Chilischote gewonnen. Es wirkt auf bestimmte Rezeptoren und verursacht einen Hitze- oder Schärfereiz, weshalb es als durchblutungsförderndes Mittel eingesetzt wird. Capsaicinoide haben eine antibakterielle und fungizide Wirkung, sowie nach Abklingen der Schärfeempfindung eine schmerzlindernde und partiell dämpfende. Die betroffenen Reiter wurden mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen und durften nicht mehr am olympischen Finalspringen teilnehmen. Er sei von dem Analyseergebnis völlig überrascht worden, sagte Mannschaftstierarzt Dr. Björn Nolting.


Die deutschen Reiter hätten im Vorfeld der Spiele unterschrieben, jede Art von Medikation mit dem Mannschaftstierarzt abzusprechen. Sofern die B-Probe die AProbe bestätigt – die Auswertung lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor – müssen die Norweger die Bronzemedaille an die Schweizer weiterreichen. Mindestens drei der vier Springreiter sollen das Produkt Equi-Block® verwendet haben. Ein amerikanischer Onlineshop wirbt für dieses Produkt als „das meistverkaufte Schmerzmittel für Pferde weltweit“. Die Produktvariante „DT“ enthält Capsaicin, welches lt. Beschreibung eine spezielle Substanz verbraucht, womit der Schmerz genommen wird. Empfohlen wird das Mittel für die tägliche Behandlung zur wirkungsvollen Schmerzentlastung bei kleineren Schmerzen, auch bei langfristigen chronischen Schmerzen. „Wird nicht positiv getestet“ steht auf der Verpackung. Cöster sei seit einem Hexenschuss im Juni täglich damit eingerieben worden, so Christian Ahlmann. Er benutze das Mittel seit Jahren ohne positives Testergebnis und halte es für ein Pflegemittel, nicht für ein Medikament, weshalb er die Verwendung auch nicht mitgeteilt habe.

Einzel-Medaille knapp verpasst

Kommentar

Auf dem Siegertreppchen in der Einzelwertung: Eric Lamaze (CAN), Rolf-Göran Bengtsson (SWE) und Beezie Madden (USA) dritten Runde einen endgültigen Besitzer. Olympiasieger wurde der Kanadier Eric Lamaze mit Hickstead, der sich gegen den in Deutschland lebenden Schweden RolfGöran Bengtsson mit Ninja durchsetzte. Meredith Michaels-Beerbaum und Ludger Beerbaum gehörten zu den sieben Reitern, die um die Bronzemedaille stechen sollten. Während letzterer den Stechparcours mit einem Abwurf verließ und in der Endabrechnung auf Platz sieben landete, blieb für erstere nach einer fehlerfreien Runde Edelmetall realistisch. Erst die direkt nach ihr startende Beezie Madden machte den Traum zunichte. Die Mannschaftsolympiasiegerin war hauchdünne 0,12 Sekunden schneller und gewann die Bronzemedaille. „Es ist schade, keine Medaille mit nach Hause zu bringen, aber ich habe alles gegeben und eine Zehntelsekunde ist sehr, sehr wenig“, zog Meredith MichaelsBeerbaum Bilanz. FN/Bo/BU

Die beiden verbliebenen deutschen Teilnehmer ritten angesichts des Debakels alles andere als unbeschwert in das Finale ein: „Das war sehr belastend, aber ich habe versucht, mich auf den Sport zu konzentrieren“, so Meredith MichaelsBeerbaum. Ihr und Ludger Beerbaum entglitt dabei die zum Greifen nahe Bronzemedaille, um die gestochen werden musste. Wie um alle Medaillen: Auch Gold und Silber fanden erst nach einer

„Dressur-Einzelgold verpatzt!“, „So einen Dämpfer hat der deutsche Springsport mal gebraucht!“, „Ein olympischer Parcours ist schließlich kein Heckenfest“, ... So und ähnlich lauten freundliche Kommentare in der heimischen Reiterszene, wenn die Deutschen mal nicht das erwartete Edelmetall nach Hause bringen. Bleibt der Erfolg aus, ist Häme nicht weit, genausowenig wie Schulterklopfen im umgekehrten Fall. Ist der Gewinn einer olympischen Silbermedaille ein „Patzen“? Ist ein fehlerfreies Stechen keine Leistung, nur weil eine Zehntelsekunde fehlte? Und dürfen Sportler nicht auch mal Fehler machen und verlieren? Eine kritische Analyse ist zweifellos nötig und wichtig. Doch wenn Leute, die selbst nicht mal einen Anfängerparcours stilvoll absolvieren können, lauthals zu wissen meinen, dass die falschen Pferde und Reiter nominiert wurden und was diese alles verkehrt gemacht haben, wäre ein wenig mehr Respekt wünschenswert. Es kann jedenfalls nicht schaden, zunächst die eigenen Leistungen kritisch zu beurteilen, ehe man die anderer aufs Korn nimmt. Beate Uhlenbrok

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Ergebnisse Mannschaft: Gold: USA; 20, Stechen 0/115,41 Silber: Kanada; 20, Stechen 4/76,67 Bronze: Norwegen; 27 4. Schweiz; 30 5. Deutschland; 34 5. Niederlande; 34 Einzelwertung: Gold: Eric Lamaze/Hickstead (CAN) Silber: Rolf-G. Bengtsson/Ninja (SWE) Bronze: Beezie Madden/Authentic (USA) 4. Meredith M.-Beerbaum mit Shutterfly 7. Ludger Beerbaum mit All Inclusive

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Hohle Wände am Huf Frage: Bei meinem jetzt 17-jährigen Pferd haben sich, von der Eckstrebe ausgehend, in den letzten Jahren auf beiden Seiten der Vorderhufe hohle Wände gebildet. Zuvor hatte es zehn Jahre lang tadellose Hufe. Die Intervalle der Hufbearbeitung lagen immer bei 6–8 Wochen. Auf meine Fragen an zwei Schmiede, woher das komme und ob man etwas dagegen tun könne, bekam ich folgende Antworten: - die Mutter hatte das doch auch schon, da kann man nichts machen - das Pferd ist zu schwer für die Hufe - es arbeitet zu wenig - das kann auch altersbedingt sein Was soll ich davon halten? Antwort: An solchen Begründungen ist nichts dran. Lediglich das Pferdealter kann einen gewissen Einfluss haben, da mit zunehmendem Alter die Widerstandskraft gegen Krankheitserreger allgemein abnimmt. Die Vorstufe einer hohlen Wand ist die lose Wand: das Horn der Weißen Linie ist mürbe, faul und bröckelt aus. Ursache dafür ist zu viel Feuchtigkeit im Blättchenhorn (Sohle und Weiße Linie) und Röhrchenhorn (Wand) - ein idealer Nährboden für Bakterien, Hefepilze usw., die sich dann stark vermehren.

Hufpflege – bitte nicht zu viel Wasser! Dazu kann es einerseits durch mangelnde Stallhygiene kommen, wenn die Hufe nicht ausgekratzt und die Einstreu zu lange liegengelassen wird. Andererseits ist auch das in der Praxis oft anzutreffende zu häufige Waschen der Hufe ungesund und natürlich auch Matschweiden etc. Wichtig ist es, so schnell wie möglich bei den ersten Anzeichen zu reagieren und den Huf richtig und kontinuierlich zu pflegen, denn haben sich die hohlen Wände bereits über einen längeren Zeitraum ausgebildet, wächst das Hufhorn nicht mehr von oben nach unten zusammen. Was jeder Pferdehalter selbst tun kann: Eine Tiefenreinigung des Hufes mit einem wasserstoffdioxidhaltigen Mittel, z.B. SELLON, und nach dem Abtrocknen die Pflege mit einem guten Huföl, das die Risse von außen isoliert. Wir z.B. haben dafür das Huföl SELL entwickelt, ein rein pflanzliches Naturöl, dem Holzteer zugesetzt ist. Holzteer verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit. Auch kupfersulfathaltige Mittel zur Desinfektion sind zu empfehlen, allerdings kein reines

Kupfersulfat, denn das bildet eine Kruste und trocknet den Huf aus. Erhältlich ist beispielsweise Kupfervitriolsalbe oder ein Huffett mit einer Bemischung von weniger als 3% Kupfersulfat. Beim Hufbeschlag muss auf eine leichte Schwebe der betroffenen Stellen geachtet werden. Hartmut Sell Schmiedemeister www.Hufschmiedebedarf.de

Haftung beim Füttern fremder Tiere Derjenige, der eine Handvoll frisches Heu an fremde Pferde verfüttert, haftet für sämtliche Behandlungskosten, wenn das Tier hiernach eine Kolik erleidet. Denn das unerlaubte Füttern stellt einen rechtswidrigen Eingriff in fremdes Eigentum dar. Der Schädiger kann sich nicht mit der Argumentation entlasten, er habe nicht gewusst, dass frisches Heu für Pferde gefährlich werden kann (OLG Karlsruhe 12 U 73/07). Tipp: Lagern Sie Futtermittel nicht unbeaufsichtigt. Sinnvoll sind auch Verbotsschilder, die Nichtberechtigte vom Füttern abhalten sollen. Monique Milarc Rechtsanwältin DR KREUZER & COLL

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Kaltblutrennen

Wer bremst, verliert Alles fing an mit diesem Plakat, das für die „Titanen der Rennbahn“ warb. Aus Spaß wurde Ernst, ein Wort gab das andere, und schon waren Sandra und ihr Kaltblüter Felix für ein Rennen ohne Sattel nominiert. Sandra zur Schnäppchenjagd Wie an einem Infostand auf auf der Hippo ausgeschwärmt der Hippologica in Berlin zu waren, und Sandra fing an zu erfahren war, würden bei den „Titanen“ nicht nur Wagen- trainieren. So war das. Ungefähr ein halbes Jahr zuvor rennen und Hindernisfahrten hatte Sandra Felix erworben, für Vier- bis Sechsspänner einen etwa zehn Jahre alten ausgetragen, sondern auch Rheinisch-Deutschen Kaltblutein Wettrennen, bei dem die Wallach. Die wichtigste Vorschweren Pferde unter dem bedingung für die Teilnahme Reiter gegeneinander antreten an dem Kaltblüterrennen war sollten. Es ging um den ehrenvollen Ti- somit erfüllt. Die Hippologica tel „Schnellstes Kaltblut Bran- war im Dezember, die Titanen im Juni darauf, es blieb also denburgs“, und dafür musste genug Zeit, sich gemeinsam man nichts weiter tun, als auf auf das Ereignis vorzubereiten. dem etwa 500 Meter langen Rundkurs schneller zu sein „Anfangs war es Spaß“, berichtet Sandra, „ich habe das nicht als die anderen. Ohne Sattel richtig für voll genommen. übrigens, denn den Gebrauch dieses entbehrlich scheinen- Erst nachdem ich im Mai – auf den letzten Drücker – die Nenden Ausrüstungsgegenstandes nung abgegeben hatte und es hatten die Veranstalter in der kein Zurück mehr gab, wurde Ausschreibung untersagt. mir klar, worauf ich mich ein„Da machst du mit“, entschied gelassen hatte.“ einer von den Leuten, die mit

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Mit der Kraft der zwei Arschbacken So richtig ernsthaft trainiert wurde ab März. Der erste Schritt bestand in der Auswahl geeigneter Mit(st)reiter, denn Felix sollte sich ja an die WettrennAtmosphäre gewöhnen. Nach den ersten Trainingseinheiten ließen sich bereits die folgenden Feststellungen treffen: 1) Felix findet großen Gefallen an seinem Dasein als Rennpferd. 2) Er entwickelt beträchtlichen Ehrgeiz, schneller zu sein als alle anderen. 3) Er ist einfach verdammt schnell. In der Endgeschwindigkeit kann Felix locker mit etlichen Ponys und Warmblütern aus dem Stall mithalten – aber noch erstaunlicher ist seine Beschleunigung. Viele Eigenschaften eines Kaltblutpferdes sieht man ihm an: seine fast grenzenlose Gutmütigkeit, seine große Kraft und enorme Ausdauer. Seine Flinkheit verheimlicht er eher. Man würde vermuten, dass das Kaltblut als naher Verwandter des Traktors auch so beschleunigt: Wie ein

alter Diesel oder ein startender Albatros, der mit langem Anlauf und kaum merklicher Steigerung seine bescheidene Höchstgeschw indigkeit erreicht, die er dann zäh hält, auch wenn eine tonnenschwere Postkutsche dran hängt. Das ist aber nicht so: Auf den ersten Metern hängt Felix auch das schnellste Pferd im Stall ab. Mit zwei gewaltigen Sätzen katapultiert er sich wie ein monströses Karnickel voran, die Kraft seiner gewaltigen Arschbacken in ungestümen Vortrieb umsetzend. „Beim ersten Mal wäre ich fast hinten runter gefallen“, sagt Sandra. „Das Ding gewinnst du“, sagen ihre beeindruckten Trainingspartner. Zum Schluss trainiert Sandra zweimal täglich, galoppiert zwei- oder dreimal die 500-Meter-Strecke oder auch mal ein längeres Stück, um die Ausdauer zu fördern. Schließlich ist es soweit. Felix wird auf einen Hänger verladen und nach Brück gefahren, einem kleinen Städtchen wenige Kilometer südwestlich von Berlin.

Ein Dorf im Ausnahmezustand Wenn die „Titanen der Rennbahn“ stattfinden, ist Brück ein Dorf im Ausnahmezustand. Riesige Ackerflächen dienen als Parkplatz für die Autos der Besuchermassen, Reisebus um Reisebus wälzt sich durch die schmalen Gassen und Straßen. Die erst 2002 von Thomas und Burkhard Haseloff begründete Veranstaltung ist innerhalb weniger Jahre zu einem riesigen Publikumserfolg geworden. Kaltblutfreaks aus ganz Europa und Schaulustige aus Berlin und Umgebung kommen in Scharen, über 20.000 Besucher zählten die Veranstalter dieses Jahr. Zu dem Erfolg dürfte auch das jahrmarktartige Rahmenprogramm mit Partyzelt, Live-Musik und spektakulären


Felix genießt den Vorrundensieg Foto: Stephan Elison

Sandra der von den Hufen des gesamten Feldes aufgewirbelte Dreck ins Gesicht fliegt.

Events beitragen. Da werden dann schon mal 26 Kaltblüter vor eine Postkutsche gespannt oder 22 Brauereigespanne zu einem fast 300 Meter langen Zug vereint, was den Beteiligten Eintragungen ins GuinessBuch der Rekorde beschert.

Kaltblutverrückt

Foto: Stephan Elison

Die Haseloffs sind eine alt eingesessene Brücker Familie, die dort seit Generationen einen 50 Hektar großen Hof bewirtschaftet. Man müsse schon ein bisschen verrückt sein, antwortet Thomas Haseloff auf die Frage, wie er darauf gekommen sei, die „Titanen der Rennbahn“ aufzuziehen, genauer gesagt: kaltblutverrückt. Dass es mit den Haseloffs soweit gekommen ist, daran ist Walli schuld. Walli war „eine dicke Kaltblutstute“, mit der die Eltern der Brüder Haseloff in der Landwirtschaft gearbeitet haben, als die Brüder klein waren. Mit ihr wurde Heu geholt, gepflügt, gemäht. Außerhalb der Erntezeit ergaben sich noch weitere Tätigkeitsfelder für Walli. „Mit der konnte man alles machen“, erinnert sich Thomas Haseloff. „Wir sind immer ohne Sattel geritten und auf den Koppeln über Holzstangen gesprungen. Das durften wir natürlich nicht, das Pferd sollte ja geschont

Kaltblütiges Überholmanöver

werden. Aber es war ein Riesenspaß.“ So führt eine gerade Linie von den Kindheitsvergnügungen der Gebrüder Haseloff zu einer Veranstaltung, auf der Kaltblutrennen ohne Sattel ausgetragen werden – und bei der Sandra jetzt an den Start geht. Der Start erschien Sandra als die größte Schwierigkeit, die es zu meistern galt. Schon beim Training hatte sich nämlich Felix an der Startlinie mit echter Rennpferdnervosität gebärdet. Da wurde getänzelt, rückwärts gegangen, abwechselnd Vorund Hinterhandwendungen vollführt und gerne auch mal ein kleiner Frühstart hingelegt. Auch jetzt ist Sandra voll beschäftigt damit, Felix zurückzuhalten, und wahrscheinlich ist das der Grund dafür, dass sie einen ziemlich schlechten Start erwischt. Einen sehr schlechten Start: sie ist ganz hinten. „Ach schade“, denken Sandras Freunde, die das Rennen live verfolgen, „das wird wohl nichts“, während

Weil dies ziemlich unangenehm ist, geht Sandra mit Felix auf die Außenbahn. Hier ist Platz, und Felix überholt ziemlich locker das Pferd vor ihm. Und dann noch eins. Und noch eins. Irgendwann ist nur noch der dunkelbraune Wallach vor ihr, der sich von Anfang an vom Feld abgesetzt hatte und scheinbar uneinholbar führt. Aber Sandra und Felix holen auf, schieben sich auf der Außenbahn – auf dem weiteren Weg – näher und näher heran, Felix lässt die Hufe fliegen, Sandra feuert ihn an. Und sie schaffen es wirklich unter dem Johlen und Jubeln der Zuschauer, in einem dramatischen, kaltblütigen Überholmanöver auch diesen Konkurrenten hinter sich zu lassen. Spannende Sekunden gibt es noch, als Felix am Ausgang – ah, hier muss ich doch raus – selbsttätig abbremst. Aber Sandra redet ihm das aus, geht als Siegerin durchs Ziel, und wer eben noch „Das wird wohl nichts“ unkte, sagt jetzt: „Ich hab‘s ja gewusst.“ Sandra und Felix sind damit für das Finale qualifi ziert, in dem die schnellsten aus allen Vorrunden gegeneinander antreten. Nach einer unruhigen Nacht in einer fremden Box und Lärm aus dem Partyzelt ist Felix leider nicht so gut in Form. „Ich habe ihn morgens schon klatschnass aus der Box geholt“, berichtet Sandra, „Im Rennen kam dann einfach nichts mehr.“ Für einen guten dritten Platz in der Gesamtwertung hat es trotzdem gereicht. Und im nächsten Jahr sind sie bei den „Titanen der Rennbahn“ auf jeden Fall wieder dabei. Stephan Elison

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Übersicht Reithosenstoffe Die wichtigsten in der Reithosenfertigung eingesetzten Materialien, ihre Vor- und Nachteile: Rippstoffe: Preisgünstige und strapazierfähige Stoffe. Gute elastische Eigenschaften, meist nur in Standardfarben erhältlich. Gern verwendet für Kinder und Reitanfänger. Webware: In der Regel teurer als Rippware. Meist ausgestattet mit hohem Elastananteil. Bevorzugt aus Vollzwirn nach dem Hamel-Elastotwistverfahren. Dadurch wird der Elastanfaden optimal geschützt, weil er komplett mit dem vorher gebildeten Zwirn umwunden ist. Baumwolle: Hautfreundliche Naturfaser mit hoher Feuchtigkeitsaufnahme. Mittels einer speziellen Behandlung wird die Festigkeit erhöht und die Farbfestigkeit gesteigert. Dennoch höherer Verschleiß als Synthetikfaser, daher für Vielpferdereiter weniger geeignet. Baumwolle / Polyamid (PA) micro: Trendiges Gewebe, dessen Außenseite den typischen Microgriff aufweist. Da Polyamid in der Regel die besseren Farbechtheiten aufweist, ist der Farbverlust bei der Wäsche sehr gering. Hervorragende Elastizität, weicher Griff, sehr guter Tragekomfort. Baumwolle / Kapok: Kapok ist die leichteste Naturfaser der Welt. Sie ist eine Hohlfaser, die zu 80 % aus Luft besteht. Kein Medium isoliert besser als Luft. Durch den extrem hohen Anteil an Luft schützt das Gewebe gegen Kälte und Wärme. Cord: Besonders empfohlen als Winter- oder Übergangshose. Guter Wärmeträger, erzeugt ein warmes, angenehmes Gefühl auf der Haut. Leider sehr verschleißanfällig, daher nur bedingt zu empfehlen für Profis und Vielpferdereiter. Softshell: Eine strapazierfähige Wind- und Wetterschutzschicht und die Isolationsschicht werden zusammengefasst. Das Gewebe ist außen wasserabweisend, während Feuchtigkeit von innen nach außen diffundieren kann. Sehr atmungsaktiv, schnelltrocknend und elastisch, dabei auch winddicht und wärmend. NanoSphere-Ausrüstung: Eine spezielle Oberflächenstrukturierung, die dazu führt, dass Schmutz und Wasser nicht haften können. Der wenig bekannte Nachteil: Die Eigenschaft wird nach dem Waschen inaktiv und muss thermisch wieder aktiviert werden (z.B. durch Bügeln). Teflon-Ausrüstung: Bekannte Fleckschutzausrüstung, die ebenfalls nach der Wäsche durch Hitzeeinwirkung reaktiviert werden muss. Leder: Waschbar, weich und anschmiegsam durch besonders schonende vegetabile Gerbung und Färbung. Nachteil: große Vorsicht bei der Reinigung erforderlich. Anschließend mühsames und gründliches Recken notwendig. Gute Haltbarkeit. Lederersatz aus Polyester: Färbungen in allen erdenklichen Schattierungen möglich, besonders farbecht, angenehme Trageeigenschaften, unkomplizierte Waschbarkeit ohne Nachbehandlung durch Recken, verminderte Lebensdauer im Vergleich zu Leder. Die Übersicht wurde erstellt in Zusammenarbeit mit CCH Creative Collection (www.cch-ltd.de) und dem Fachmagazin equitrends (www.equitrends.de).

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10 Fragen an ... In dieser Rubrik stellen wir Ihnen in jeder Ausgabe einen EuroridingReitsporthändler vor. Diesmal ist es Leo Ochs, Inhaber der „Pferde Remise“ in 66386 St. Ingbert, Im Schiffelland 18. Wie kamen Sie dazu, Reitsportartikel zu verkaufen? Aus Leidenschaft zu dem Pferdesport. Seit wann führen Sie das Unternehmen? Seit 13 Jahren. Reiten Sie selbst? Ja, am liebsten Schleppjagden mit Hubertusmesse, Hunden und Jagdhornbläsern. Ihr Lieblingsartikel? Die Sättel von Butet – ein Traum ..., jetzt sogar Gold gewonnen! Ihr ungewöhnlichster Kundenwunsch? Ein Kunde hatte eine Wette abgeschlossen, dass er bei uns einen Poloschläger mit originalen englischen Polobällen inklusive Tasche erwerben könne. Er gewann diese Wette. Worauf sind Sie stolz? Stolz bin ich auf unsere treue, tolle Kundschaft im Dreiländereck von Deutschland,

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Neues Mitglied im Verband: Lucky Horse Lucky Horse Reitsportgeschäft, D-22949 Ammersbek, Lübecker Str. 8–10. Das Geschäft wird seit 1998 von Astrid & Markus Fülbier geführt. „Wir hoffen, dass der Beitritt zu Euroriding verhilft, weiterhin so erfolgreich – und noch erfolgreicher – arbeiten zu können“, so die Inhaber, die mit guter Markenauswahl und freundlicher Beratung punkten.


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Dresden Moritzburg Kolkwitz Oberheldrungen

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Berlin Berlin Arensdorf Güstrow

PLZ 1 Reitsportcenter Hoffschild Reitsport Lübars Reitsport Petersen Reitsportfachgeschäft Manski

PLZ 2 Horse & Rider Reitsport Witt Der Reiterladen Lucky Horse Reitsport Steckenpferd Sattelkammer Laffrenzen Von Rönne Reitsport Sattelkammer Laffrenzen Reitsport Jade Reitsport Osteel GmbH Reitsport-Spezialist Wortmann Der Steigbügel Linz

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