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#4 / 2013

+ Home electronics

MAGAZIN

Schweizer Fachpublikation für Heimelektronik. #4 / April 2013 / Fr. 9.50 / www.home-electronics.ch

Audio

ERHABENER GENUSS GROSSER REPORT: 4K/UHD // 3D OHNE BRILLE // KABEL-TV-EMPFÄNGER // TABLETS // SURROUND-LAUTSPRECHER-SET // VOLLVERSTÄRKER UND SACD-PLAYER // STREAMER-VORVERSTÄRKER // KOMPAKTKAMERAS

Accuphase beweist erlesenen Klangsinn mit einem neuen Vollverstärker und CD/SACD-Player. S. 46

Smart Entertainment

HORIZON IM HÄRTETEST Wir prüften die neue SettopBox von UPC in der Praxis: Was kann die multimediale Wunderwaffe wirklich – und was kann sie nicht? S. 24 TV & Heimkino

4K/UHD IM REPORT Immer schärfere Bilder: 4K soll höchstauflösende „Ultra High Definition“ in die Stuben bringen. Wir beleuchten die neue Technik von allen Seiten. S. 34 Foto

KOMPAKTE IM VERGLEICH Zwei Kameras mit Charakter: Olympus üppig ausgestattet, Fujifilm nostalgisch gestaltet. Doch wer macht bessere Bilder? Wir schauen genau hin. S. 58


[ EDITORIAL ]

ZUKUNFTS-AUSSICHTEN Diese Ausgabe von Home Electronics, geschätzte Leserinnen und Leser, schaut besonders intensiv in die Zukunft. Nicht, dass wir bislang lediglich Vergangenes bewältigt hätten, im Gegenteil: Wir hatten unserer Meinung nach schon immer ein Auge auf die Trends und Tendenzen unserer Branche. Aber diesmal werfen wir gleich mehrfach den Blick nach vorne. Da ist zum einen das digitale Bildformat „Ultra High Definition“, welches demnächst unseren Film- und Fernsehgenuss weiter spektakulär verschärfen könnte. Volker Strassburg beleuchtet das Thema umfassend ab Seite 34, flankiert vom durchaus kritischen Kommentar von Albrecht Gasteiner auf Seite 18. Zum anderen thematisiert Wolfgang Tunze die Zukunftsaussichten von 3D ohne Brille, die sich möglicherweise dank UHD aufhellen. Tunzes Beitrag eröffnet die neue Kolumne „HE Future“" Hier möchten wir regelmässig in die Entwicklungslabors schauen. Um konkret bevorstehende Marktentwicklungen und leibhaftig existierende Prototypen aufzuspüren, nicht um im Kaffeesatz zu lesen oder Visionen nach der Art „Kommt der sprechende BügelRoboter?“ nachzuplappern. Das können Boulevardblätter besser. Ein Fachmagazin wie Home Electronics schuldet seinen Lesern da schon Handfesteres, und schliesslich hat nicht jeder Gelegenheit, sich auf Spezialmessen wie etwa der TecWatch auf der IFA umzutun. Wolfgang Tunze hat diese Zukunftsschau lange organisatorisch und publizistisch begleitet. Abwechselnd mit Claude Settele, Schweizer Autor mit geschärften Blick auf alle Nahtstellen zwischen Informations- und Unterhaltungstechnik, wird er uns in die Zukunft begleiten. Und Albrecht Gasteiner, als Initiator des unabhängigen HDTV-Forums Schweiz und gestandener Klangspezialist einschlägig interessiert und informiert, wird in seiner Kolumne mit gewohnt spitzer Feder weiter für Durchblick sorgen. Da macht der Blick in die Zukunft der UE mindestens genauso viel Spass wie die Zukunft selbst. // Lothar Brandt, Chefredaktor

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[ INHALT ]

#4 / 2013 IN DIESER AUSGABE om apple.c

itunes.

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28

54

HARDWARE TOP, SOFTWARE FLOP

FRISCHER MUSIKSTRÖMER

Mit Windows RT hat Microsoft kürzlich sein schlankes Betriebsystem für Tablets lanciert. Im Vergleich zur Konkurrenz vermag es nur wenig zu überzeugen, obwohl die Geräte von Dell, Lenovo und Samsung durchaus Freude machen.

Die Hifi-Komponenten von Naim gelten als klangstark, zuverlässig und unverwüstlich. Wie die neue Streaming-Vorstufe unsere Testerin verzückt hat, erfahren Sie im Test.

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#4 2013


MAGAZIN NEUES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 UMFRAGE: Interessieren Sie sich für 4K-TV? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 HE-FUTURE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 GASTEINERS DURCHBLICK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 LP-TIPPS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 MUSIKTIPPS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 FILMTIPPS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 AUSPROBIERT: • Universalfernbedienung Logitech Harmony Touch • Gamer-Tablet Archos GamePad . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 • PLC-Adapter AVM FRITZ!Powerline 510 E • Bluetooth-Uhr Sony SmartWatch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

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SMART ENTERTAINMENT PRAXISTEST: Kabel-TV-Receiver • UPC Cablecom Horizon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 TEST: Windows RT-Tablets • Dell XPS 10 • Lenovo IdeaPad Yoga 11 • Samsung Ativ Tab . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 TV & HEIMKINO REPORT: 4K/UHD-Fernsehen • Was bedeutet 4K? Was bringt es? Welche Geräte wird es geben? . . . 34 TEST: Lautsprecher-Set mit 2 Subwoofern • Canton Chrono SLS-Set . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

AUDIO

NOSTALGISCH ODER ÜPPIG Im nostalgisch anmutenden Gehäuse der Fujifilm XF1 steckt moderne Technik. Die Olympus Stylus XZ-2 bietet kreative Möglichkeiten dank einer üppiger Ausstattung. Im Test.

TEST: Vollverstärker und SACD-Player der Topklasse • Vollverstärker Accuphase E-260 • SACD/CD-Player Accuphase DP-550 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 TEST: Streaming-Vorstufe • Naim NAC-N 172 XS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54 NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57

FOTO & VIDEO TEST: Kompaktkameras • Fujifilm XF1 • Olympus Stylus XZ-2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 SERVICE EDITORIAL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 AGENDA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 LEXIKON: Netzwerk & Streaming . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 TECHNIK, EINFACH ERKLÄRT: Bandbreite . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 IMPRESSUM/VORSCHAU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

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Yamaha

VIELFALT

VERANSTALTUNGEN

AGENDA NATIONAL 11. – 14. 4. 2013 Bauen und Wohnen Tägerhard, Wettingen www.bauen-wohnen.ch

20. – 21. 4. 2013 Klangschloss Greifensee www.klangschloss.ch

INTERNATIONAL bis 6. 4. 2013 Accuphase Live Akustik-Studio Biegler Reutlingen www.as-biegler.de

8. – 12. 4. 2013 Hannover Messe www.hannovermesse.de

9. – 12. 5. 2013 High End, München www.highendsociety.de

REL Acoustics/Dynavox

TIEFGANG Die Dynavox Electronics AG hat den Schweizer Vertrieb des SubwooferHerstellers REL Acoustics übernommen. Richard Edmund Lord gründete REL 1990 in Bridgend, Wales. Inzwischen haben die Briten auch eine Dépendance in Berkeley, Kalifornien. Von Beginn an spezialisierte sich Lord auf die Entwicklung von SubbassSystemen, die Audio-Anlagen den nötigen Tiefgang verschaffen sollen. Schliesslich bilden die Subkontra-, die Kontra- und die Grosse Oktave mit Frequenzen zwischen 16 und 64 Hertz das Fundament der Musik, welches insbesondere kleine Lautsprecher schon aus physikalischen Gründen nur unzulänglich wiedergeben können. Das Problem der Ankopplung an bestehende Lautsprecher löst Lord unter anderem mit der einzigartigen REL-High-LevelEingangsschaltung. Das REL-Sortiment umfasst 3 Serien mit insgesamt 9 Modellen (im Bild: der R-218), schwarz oder weiss lackiert, die Dynavox zu Preisen zwischen 500 und 5000 Franken anbietet. // lbr www. dynavox.ch

Neben dem DAB+-Receiver RX-V 500 (siehe Seite 44) stellt Yamaha eine ganze Reihe netzwerkfähiger AVReceiver mit seiner RX-V-75-Serie vor. Sie umfasst die Modelle RX-V 375 (etwa 370 Franken), RX-V 475 (um 480 Franken) und RX-V575 (um 620 Franken). Die neuen Schaltzentralen für Audio-Video-Anlagen verfügen alle schon über Bildprozessoren für die kommenden, noch höher auflösenden „Ultra HD/4K“-Bilder (siehe Seite 34) und unterstützen die 3D-Wiedergabe. USB-Port, Netzwerkanschluss sind Pflicht, 475 und 575 verfügen zudem über MHL-Eingänge, die sogar die Wiedergabe von HD-Videos von Mobilgeräten ermöglichen. Auch kabelloses Streamen via AirPlay erlauben die beiden grösseren Geräte. Yamaha rühmt zudem die Audio-Fähigkeiten der neuen Receiver, alle seien auch unter klanglichen Gesichtspunkten entwickelt worden. Der grosse RX-V575 bietet quasi als Zugabe sogar 7.2-Surround-Sound. Für alle Geräte gibt es die Option, sie mittels Wi-Fi-Adapter YWA-10 oder des Bluetooth-Wireless-Receivers YBA-11 drahtlos ins Netzwerk einzubinden. Die in Schwarz oder Silber erhältlichen Geräte stehen ab April im Handel. // lbr www.eurotronic.li

Dell

PC WIRD TABLET Zum Arbeiten braucht man einen „richtigen“ Windows-PC, zum Unterhalten genügt ein mobiles Tablet. Dell hat mit dem XPS 18 ein Gerät geschaffen, das beide Wünsche erfüllt. Der kompakte Rechner ist in seiner Hauptfunktion ein Windows8-PC mit grosszügigem 18,4-Zoll-Display, das mit Full-HD-Auflösung auch filmtauglich ist. Dank Touch-Fähigkeiten lässt sich der neue Windows8-PC einfach und schnell mit Fingerspitze und Gesten bedienen. Für Rechenleistung sorgen Intel-Prozessoren, die je nach Modell zur i3- bis i7-Kategorie gehören. Acht Gigabyte Speicher und bis zu 500 Gigabyte Festplattenspeicher sowie eine schnelle Grafikkarte haben ebenfalls im „dicken Bildschirm“ Platz. Tastatur und Maus verbinden sich via Funk. Trennt man den Bildschirm von seiner Dockingstation ab, verwandelt sich dieser in ein riesiges 18-ZollTablet. Der integrierte Akku soll für fünf Stunden reichen. Bei einem Gewicht von 2,2 Kilo dürfte man das Tablet aber kaum so lange durch die Wohnung tragen. Der XPS 18 ist im deutschen Dell-Store für 999 Euro aufgelistet, der Schweizer Preis ist noch nicht bekannt // kh www.dell.com/ch

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Hifi-Ausstellung

IDC

KLANGSCHLOSS

ANDROID SCHLÄGT APPLE

Bereits zum achten Mal laden die Veranstalter zur Hifi-Show ins Schloss Greifensee, etwa 15 Kilometer östlich von Zürich. Die Ausstellung hat sich zum Geheimtipp unter technikaffinen Musikfreunden gemausert, gibt es hier doch in herrlichem Ambiente mit viel Liebe und Detailkenntnis zusammengestellte Highend-Anlagen zu sehen und zu hören. Daneben können die Musikfans auch in einer Schallplattenbörse nach Schätzen jagen – und nicht zuletzt gibt es Musik auch live zu geniessen. Am Samstagabend spielen der Bandoneon-Virtuose Marcelo Nisinman, der Gitarrist Friedemann Wuttke und das Casal-Quartett eine sicher spannende Mischung aus Werken von Tango-König Astor Piazzolla, von Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn. Fachvorträge der erfahrenen Tonmeister Adi Tosetto und Daniel Dettwiler runden das Ausstellungsprogramm auch von der Aufnahmeseite gelungen ab. HomeElectronics-Redaktor, Musikrezensent und Beatles-Fan Lothar Brandt wird das so bedeutsame musikalische Erbe der Fab Four anhand unterschiedlicher Tonträger auch auf deren Klangqualitäten hin beleuchten. Und damit bei allem nicht nur der Informationsdurst und -hunger gestillt wird, sorgen eine gut sortierte Weintheke und leckere Sandwiches auch für das leibliche Wohl. Der Eintrittspreis von nur 10 Franken inklusive Getränkebon sollte den Appetit bestimmt nicht verderben. // lbr www.klangschloss.ch

Jamo

RUNDSCHAU Zwei hochinteressante Lautsprecher-Sets für Surround-Fans mit beschränktem Platz offeriert der dänische Hersteller Jamo, der inzwischen zur Klipsch Group gehört. Der Serienname 360 deutet es an: Es handelt sich um rundstrahlende Kugeln, zumindest näherungsweise. Das 945 Franken teure 5.0-Set 360 S 25 HCS besteht aus fünf baugleichen Kugeln M 360 S 25. Das technisch noch interessantere Set 360 S 35 HCS gesellt zu den Kugeln für Front und Surround einen Center, der entfernt an den Kopf des ausserirdischen Erdenbesuchers E. T. erinnert. Zumindest wenn man die Frontbespannung abnimmt und der Blick frei wird auf die beiden seitlichen Tiefmitteltöner und den zentralen Kalottenhochtöner. Auch die 13 x 17 x 13 Zentimeter grossen Kugeln beherbergen Zweiwegsysteme, die nach dem „omnipolaren“ Prinzip rundum abstrahlen. Ein cleverer Befestigungs- und Drehmechanismus erlaubt sehr variable Montage auch direkt an der Wand. Beide Sets machen auch optisch mit ihrem Alu-Finish kombiniert mit Hochglanz-Schwarz oder -Weiss eine gute Figur. Akustisch kann der Subwoofer 800 zu mehr Statur im Bass verhelfen. Ein solches 5.1-Set 35 plus 800 hat sich Home Electronics bereits besorgt – im Hörraum läuft es sich mit vielversprechenden ersten Ergebnissen bereits warm. Der ausführliche Test folgt im nächsten Heft. // lbr

Nachdem Apple bereits bei den Smartphones den Spitzenplatz an Android-Geräte abgeben musste, werden nun die Amerikaner auch bei den Tablets von den Konkurrenten aus Fernost mit ihren Android-Modellen überrundet. Die Marktforscher von IDC prognostizieren, dass im laufenden Jahr weltweit nur noch 46 Prozent der verkauften Geräte mit Apple iOS ausgeliefert werden, während fast 49 Prozent auf Android entfallen. Der Anteil von Windows und Windows RT ist mit kumulierten knapp 5 Prozent noch immer marginal. Erst im Jahr 2017, so prophezeihen die Auguren, werden Windows-Tablet einen Marktanteil von rund 10 Prozent haben. Dieser Erfolg von Microsoft soll dann zulasten von Android und iOS gehen , die bis rund je 2 Prozent ihres Marktanteils verlieren sollen. Im vergangenen Jahr wurden nach IDC-Zahlen insgesamt 128,3 Millionen Tablet-Computer verkauft, das sind 80 Prozent mehr als 2011. IDC rechnet damit, dass dieses Jahr 191 Millionen Tablets verkauft werden. Im Jahr 2017 sollen es dann sogar 350 Millionen Geräte sein. Das Trio aus Apple, Google und Microsoft wird laut IDC auch dann noch den Markt beherrschen, dem Rest bleiben nur 0,4 Prozent Marktanteil. Derzeit ist jedes zweite verkaufte Tablet eine Miniversion mit einer Bildschirmgrösse von weniger als 8 Zoll. // kh www.idc.com

www.novisgroup.ch; www.jamo.com

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Magazin [ NEUES ]

+

MAGAZIN

- UMFRAGE

DIE 4K-FRAGE

Google

Sie sind gefragt: In jeder Ausgabe erkundet die Home-Electronics-Redaktion das Meinungsbild ihrer Leserinnen und Leser zu einem bestimmten Thema aus der Welt der Unterhaltungselektronik. Bitte gehen Sie im Internet auf: www.home-electronics.ch/umfrage, und entscheiden Sie sich für eine der Antworten auf die dort gestellte Frage. Die Auflösung folgt im nächsten HE. ist es dann doch des Guten zu viel? Wir würden deshalb gerne von Ihnen wissen:

Im Nachbarland Deutschland wird die Wahl zum Bundeskanzler oft zur „K-Frage“ stilisiert. In der Welt der Unterhaltungselektronik stellt sich noch dieses Jahr in der Schweiz (siehe Seiten 34 und 18) eher die „4K-Frage“: Braucht und will der Konsument wirklich die vierfache Schärfe von High Definition? Oder

+

MAGAZIN

Interessieren Sie sich für ein 4K-taugliches TV-Gerät? a) Ja, das interessiert mich sehr, wie jede technische Neuerung. Die Bildqualität wird ja wohl sehr gut. b) Nein, im Moment nicht, ich habe erst auf HD umgestellt. c) Überhaupt nicht, ich schaue ja auch noch analog fern. Bitte geben Sie Ihr Votum ab bis

12. APRIL 2013 Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

- UMFRAGE VOM MONAT MÄRZ

Letzten Monat wollten wir von Ihnen wissen: Wozu nutzen Sie ein Tablet oder würden es im Fall einer Anschaffung gebrauchen? Drei Viertel der Leser ziehen die portable Information vor, eine überschaubare Minderheit auch die Unterhaltung unterwegs. Nur wenige mögen kein Tablet.

habe und kaufe kein Tablet

Info

Unterhaltung

ZOPFLI SCHRUMPFT Sony

DRAHTLOSSPEICHER Mit der Personal Content Station LLS-201 bietet Sony eine einfache Lösung für das Speichern, Verteilen und Abspielen von multimedialen Inhalten wie Fotos, Filmen und Musik. In seiner Hauptfunktion arbeitet die LLS-201 als Netzwerkfestplatte (NAS) mit einer Speicherkapazität von einem Terabyte. Daten kommen drahtlos via WLAN, über Speicherkärtchen oder über eine USB-2.0-Schnittstelle auf die Platte. AVCHD-Videos von Videokameras werden automatisch in ein für Smartphones und Tablets passendes Format konvertiert. Besonders clever ist, dass sich die LLS-201 dank Near-Field-Communication (NFC) mit entsprechenden Smartphones automatisch verbindet, sobald diese auf das Gerät gelegt werden. Ferner kann man auf allen Mobilgeräten eine kostenlose App (PCS-Manager) installieren und dann mit wenig Fingertippen einfach Daten mit der Station austauschen. Sie lässt sich ferner via HDMI an einen Fernseher anschliessen, spielt Videos ab und präsentiert Fotos. Die Personal Content Station von Sony ist erst im Sommer für rund 300 erhältlich. // kh

Wer je versucht hat, selbst einen hübschen Hefezopf zu flechten, wird sich erst nach Fingerfertigkeit über dessen komplexe Form freuen können. Die bei Google in Zürich arbeitenden Lode Vandevenne und Jyrki Alakuijala müssen vom Gebäck sehr angetan sein, denn sie benannten ihr neues Verfahren zum Komprimieren von Daten nach der schweizerischen Sonntagsspeise. Aber weil Fremdsprachige bei Schweizer Begriffen immer vorsichtshalber noch ein verniedlichendes „li“ anhängen und die Amis mit Umlauten nicht zurechtkommen, wurde aus dem klassischen Zopf nun ein skurriles Zopfli. Jedenfalls dampft Zopfli redundante Daten um 3 bis 8 Prozent besser ein, als das bisher meist im Internet verwendete Verfahren „zlib“. Das spart weltweit Speicherplatz und Energie beim Datentransfer. Die Sache hat allerdings auch einen Haken: Zopfli benötigt beim Eindampfen zehn- bis hundertmal mehr Rechenoperation als „zlib“, was einen Teil der Energieeinsparung wieder auffrisst. Das Kompressionsverfahren eignet sich deshalb für Daten, die einmalig eingedampft und danach häufig dekomprimiert werden. // kh www.googledevelopers.blogspot.ch

http://goo.gl/mEH1J

Stand am 11. 3. 2013

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iShower

DUSCHFEST

Swisscom

REPLAY-TV FÜR ALLE Bosch/Fraunhofer-Institut

HANDY ALS SCHLÜSSEL Bosch und das Fraunhofer-Institut SIT haben an der Computermesse Cebit in Hannover ein System namens „Key2Share“ vorgestellt, mit dem Smartphones zum elektronischen Schlüssel werden. Hierzu wird ein Schlüsselcode per SMS oder E-Mail an ein Smartphone geschickt, per Kurzdistanzfunk NFC (Near Field Communction) wird der Code dann vom Smartphone an ein elektronisches Schloss übertragen – und schon öffnet sich die Tür. Ähnlich funktionieren heute sogenannte Smartcards, die in Hotels oder im Büro als Schlüssel dienen. Das Smartphone soll nun die Smartcards ersetzen. Vorteile sehen die Entwickler in der Erteilung der Schlüsselrechte aus der Ferne, zudem kann man die Zutrittsrechte genau definieren. Zum Beispiel kann man einem Handwerker für jene Zeit Zutritt zur Wohnung gewähren, während man bei der Arbeit ist. Die Berechtigungen sollen sich widerrufen lassen, wenn das Smartphone abhanden kommt. Key2Share sei kompatibel mit bestehenden Zugangssystemen, damit es in diese nachträglich integriert werden könne, sagen die Entwickler. // rf

Swisscom erweitert sein Replay-TVAngebot. Bis anhin war der Dienst Swisscom-TV-Plus-Kunden vorbehalten, nun können seit März auch Swisscom-TV-Basic-Kunden ReplayTV nutzen. Mit dieser Funktion können Sendungen von rund 70 Kanälen bis 30 Stunden nach Ausstrahlung – also zeitversetzt – angeschaut werden. Laut Swisscom ist Replay-TV seit der Einführung vor einem Jahr auf enormes Interesse gestossen. 220 000 Swisscom-TV-plus-Kunden würden heute zeitversetztes Fernsehen nutzen bzw. rund 30 Prozent ihres Fernsehkonsums zeitversetzt abrufen, wobei dieser Anteil stark steigend sei, heisst es in der Pressemitteilung. Seit März steht die Funktion auch für 20 HD-Sender zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem die sechs Sender der SRG sowie ARD, ZDF und Arte. Replay-TV lässt sich direkt am Fernseher aktivieren. Dazu folgt man dem Menüpfad: Menütaste auf der Fernbedienung > Einstellungen > TV-Guide > Replay > Aktivieren. // rf www.swisscom.ch/tv

Bittorrent

SELBER TV SENDEN Dank einer neuen Technik für VideoStreaming von Bittorrent kann jeder seine Webcam in ein Minifernsehstudio für Tausende Zuschauer verwandeln. Die Videodaten werden dabei von den Zusehern automatisch weiterverteilt. Bittorrent ist seit Jahren für „verteiltes Datei-Sharing“ bekannt und berüchtigt. Insbesondere Filmdateien werden via Bittorrent weltweit verteilt, indem jeder Datenbezüger parallel auch zum Datenweiterverbreiter wird. Dadurch „saugen“ nicht alle Nutzer an einem Server und zwingen diesen in die Knie, sondern die Netzwerklast verbreitet sich auf Tausende Rechner. Der StreamingDienst von Bittorrent wendet diese Technik nun an, um beliebige LiveVideostreams zu verteilen. Das Konsumieren als auch das Senden sind kostenlos. Zum Ansehen der DemoVideostreams auf http://live.bittorrent.com ist die Installation eines Plug-in für Windows, OS X oder Linux nötig. Es werden bereits Dutzende Sender – von Verkehrs-LiveCams bis zu Heim-TV-Stationen angeboten. Wer selber senden will, muss sich erst registrieren. // kh

Wer sich kaum von seinem Smartphone trennen kann, darf es nun wenigstens akustisch mit unter die Dusche nehmen. Der BluetoothLautsprecher iShower fühlt sich nämlich auch unter der prasselnden Dusche wohl. Der wasserfeste Lautsprecher verbindet sich per Bluetooth-Funktechnik mit bis zu fünf verschiedenen Geräten, jedes Familienmitglied hört also seinen persönlichen Sound unter dem Wasserstrahl. Der Hersteller führt eine Liste kompatibler Mobilgeräte auf seiner Internetseite. Grundsätzlich verbinden sich alle iOS- und AndroidGeräte mit Bluetooth-Funk mit dem Duschfreund. Der Lautsprecher wird entweder an die Wand geklebt oder über einen integrierten Bügel aufgestellt oder aufgehängt. Mit Bedientasten am iShower reguliert man die Lautstärke, stoppt einen Song während des Einseifens oder springt zum nächsten Titel, um die Kaltwasserphase zappelnd zu überstehen. Eine Uhr sorgt dafür, dass man beim Singen unter der Dusche nicht die Zeit vergisst. Den Strom bezieht der knapp 100 Franken teure iShower aus vier Batterien, die laut Hersteller für 15 Stunden Betrieb ausreichen. // kh www.ishowerinc.com www.digitec.ch

http://live.bittorrent.com www.sit.fraunhofer.de

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Studie

Marktforschung

VERRÄTERISCHE „LIKES“

ZAHLUNGSWILLIGE „DIGITAL NATIVES“

Schwul oder hetero, Christ oder Muslim, konservativ oder liberal – das will nicht jeder über sich verraten. Doch es lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den „Gefällt mir“-Klicks schlussfolgern, die Menschen auf Facebook verteilen. Das fanden britische Sozialwissenschafter bei einer Untersuchung von 58 000 Facebook-Nutzern in den USA heraus. Für die Untersuchung werteten die Forscher die „Likes“ der Studienteilnehmer aus und verglichen sie mit Antworten in Fragebögen. Mit einer Computeranalyse der „Likes“ liessen sich Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, sexuelle Orientierung und politische Einstellung der Nutzer erstaunlich genau vorhersagen, berichten die Wissenschafter. Bei der Unterscheidung von Weissen und Afro-Amerikanern lagen sie zu 95 Prozent richtig, Männer und Frauen konnten sie zu 93 Prozent korrekt zuordnen. Die Trefferquote gilt auch für sensiblere Informationen. Die Vorhersage, ob ein Mann homo- oder heterosexuell ist, stimmte in 88 Prozent der Fälle. Bei Frauen war die Aussage mit 75 Prozent weniger genau. Werbetreibende, Behörden oder Facebook-Freunde könnten mit Computerprogrammen Informationen herausfinden, die der Einzelne nicht habe teilen wollen, warnen die Forscher. // heise/ rf

Zumindest in Deutschland sind Online-affine Jugendliche – oder neudeutsch „Digital Natives“ – bereit, für Smart-Home-Anwendungen zu zahlen. 67 Prozent würden 150 Euro für ein Einstiegspaket ausgeben; über 60 Prozent würden für die Nutzung einer Smart-Home-Software eine monatliche Gebühr zwischen 5 und 10 Euro bezahlen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine OnlineStudie der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und des Smart-Home-Spezialisten GreenPocket. Das Ergebnis hat die Auftraggeber der Studie in mehrerer Hinsicht überrascht. Zum einen offenbart sie eine höhere Zahlungsbereitschaft für SmartHome-Lösungen bei jungen Konsumenten als bisher angenommen. Zum anderen spielen Energieeffizienz und Komfort gegenüber Sicherheitsaspekten eine untergeordnete Rolle. Für die Digital Natives sollte eine SmartHome-Lösung jedoch immer von unterwegs steuerbar sein, bevorzugt über das Smartphone oder das Tablet. // rf www.greenpocket.de

360 Series

360 S25 Die 360-Series bietet ein einzigartiges Hörerlebnis für Ihre Ohren. Die 360°-Musikabstrahlung erlaubt es, unabhängig von der Hörposition im gesamten Raum lebendige und eindrückliche Musik-Wiedergabe zu geniessen. Weiter Produktinformationen finden Sie auf www.novisgroup.ch

360 S35

360 C35

360 S35

360 S25


Piega

Zwap.TV

AUFWERTUNG

SOZIALES FERNSEHEN

Die Schweizer Manufaktur Piega bringt zwei weiterentwickelte Lautsprecher in den Markt für hochwertige Musikwiedergabe. Die Premium 3.2 zum Paarpreis von etwa 3000 Franken ist ein schlanker Standlautsprecher, bestückt mit dem für Piega typischen Bändchenhochtöner LDR 2642 MKII (siehe auch HE 11/2012) und zwei 10-Zentimeter-Tiefmitteltönern, die im Bassbereich von einer Reflexöffnung unterstützt werden. Für das Gehäuse mit den Abmessungen 97 x 16 x 17 cm (H x B x T) wählte Piega die bewährte Konstruktion aus Aluminium-Strangpressprofil. An Musikliebhaber mit wenig Platz und kleinem Budget wendet sich die kompakte TMicro 4 für 1000 Franken Paarpreis, die mit einem konventionellen Kalotten-Hochtöner aufwartet. Der ZweiwegeZwerg im Piega-Programm beansprucht im Regal oder auf dem Schreibtisch gerade mal 28 x 14 x 17 cm. Merklich höher, auf 112 cm, aber auf gleicher Standfläche, baut die TMicro 6, die dann auch einem Dreiwegesystem Platz bietet. Die Horgener liefern ihre Lautsprecher bevorzugt in silbernem Alu-Look, aber auch in Schwarz oder Weiss ausschliesslich an den Fachhandel. Die Redaktion bemüht sich, möglichst bald einen Test zu liefern. // lbr

Das Schweizer Start-up-Unternehmen Filmwords hat mit seiner neuen App „Zwap.TV“ einen „sozialen“ Second-Screen-Dienst lanciert: Während der Zuschauer am Hauptbildschirm (dem Fernseher) eine beliebige Sendung verfolgt, kann man sich auf einem Zweitbildschirm wie dem Smartphone oder Tablet mit anderen Zuschauern über die Sendung austauschen. So lerne man neue Sendungen und Leute kennen, beschreiben die Macher ihre Social-TVApp. In der sogenannten „Fernsehakademie“ kann man zudem Punkte sammeln, indem man bestimmte Sendungen häufig schaut. Damit arbeitet man sich vom Rang eines „Studenten“ bis zum „Professor“ hoch – wofür die Punkte genau gut sind, erfährt man erst im Laufe der Nutzung. Wer will, kann über Zwap.TV auch direkt fernsehen. Die App nutzt dabei das TV-Streaming-Angebot von Teleboy und ist mit dessen bestehenden SocialTV-Funktionen kompatibel. Was nicht überrascht, denn die Macher hinter Filmwords haben einst Teleboy gegründet. Die kostenlose App Zwap.TV ist im Moment nur für iPhones erhältlich, die Versionen für iPad und AndroidSysteme sollen in Kürze folgen. // rf

www.piega.ch

www.filmwords.com

DER

AUSSERGEWÖHNLICHE

IE 800

Outstanding In-Ear Sound System Der IE 800 ist der Kopfhörer mit den meisten Innovationen pro Kubikmillimeter. Sein perfektioniertes Ein-Wege-Wandler-System, seine neuartigen Resonatoren und seine ergonomischen Ohradapter sorgen für ein Klangerlebnis auf höchstem Niveau. Und als wäre das nicht genug, ist der IE 800 zugleich der erste In-Ear-Kopfhörer, der audiophilen Musikgenuss auch unterwegs ermöglicht. Bezugsquellen Sennheiser IE 800: www.sennheiser.ch

Sennheiser (Schweiz) AG, CH-8103 Unterengstringen, info@sennheiser.ch, www.sennheiser.ch


Magazin [ NEUES ]

SRG SSR

HBBTV GESTARTET Die Zuschauer der französischen Schweiz dürfen sich freuen: Bei RTS (Radio Télévision Suisse) läuft seit März ein Pilotversuch mit der neuen Fernsehtechnik HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband Television). Damit lassen sich multimediale Angebote wie die RTS-Mediathek auf einem kompatiblen Fernseher mit Sat- oder Kabel-TV-Empfang nutzen. Kompatible Fernseher zeigen automatisch an, wenn ein HbbTV-Angebot zur Verfügung steht. Deutschschweizer und Tessiner müssen sich noch gedulden, HbbTV soll bei SRF und RSI im Laufe des Jahres aufgeschaltet werden.

DIREKTZUGRIFF AUF DIE MEDIATEHEK Das neue Angebot von RTS startet man über den „Red Button“, den roten Knopf auf der TV-Fernbedienung. Vor allem bei Sport-, Wetter- und NewsSendungen werden dann programmbegleitende Informationen eingeblendet. Die wohl relevanteste Neuerung ist der Direktzugriff auf die Mediathek.

Die Zuschauer können so zu einem beliebigen Zeitpunkt eine Sendung abspielen lassen. Der Abruf erfolgt also „On Demand“ am Fernseher, der ans Internet angeschlossen werden muss. In der deutschen Schweiz kann man bisher das umfangreiche HbbTV-Angebot von ARD und ZDF nutzen. Es bietet zur laufenden Sendung ebenso zusätzliche Hintergrundinformationen und Archivmaterial sowie unmittelbaren Zugang zur Mediathek der Sender. Auch die deutsche Sat 1/Pro-Sieben-Gruppe ist im Aufbau eines HbbTV-Portals begriffen. HbbTV ist in den letzten Jahren in Zusammenarbeit zwischen den TV-Anstalten und den Geräteherstellern entwickelt und europaweit als Standard erklärt worden. In der Schweiz entwickelt die SWISS TXT AG das HbbTV-Portal für die SRG SSR. // mf www.broadcast.ch www.swtxt.ch

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Magazin [ HE FUTURE ]

AUS-BLICK // Wolfgang Tunze

Ab dieser Ausgabe schaut Home Electronics ein wenig in die Entwicklungslabors der Unterhaltungselektronik. Wohin könnten baldige Trends gehen, wie könnten Hersteller bestehende Probleme lösen? In dieser Folge: Was spielt sich ab bei 3D ohne Brille?

I

FA 2010: Die Leitmesse unter dem Berliner Funkturm steht komplett im Zeichen der dritten Dimension. 3D-Fernseher sind die Stars der Messe. Heute, nur zweieinhalb Jahre später, ist von der 3D-Euphorie nicht viel geblieben. Zwar beherrschen die meisten neuen Fernsehmodelle 3D. Aber die plastischen Fähigkeiten der Geräte lassen die Kundschaft eher kalt. Kein Wunder: Hollywood hat seit dem Blockbuster „Avatar“ nicht allzu viel für 3D getan. Es gibt aber auch einen anderen Grund: Mit einer 3D-Brille auf der Nase fühlt sich offenbar niemand so recht wohl. Beginnt der Start in die 3D-Zukunft also erst dann, wenn die Tiefenillusion auch ohne Nasenfahrrad klappt (siehe HE 2/13)? Autostereoskopische Bildschirme, wie die Fachleute sagen, gehören schon seit Jahren zu den Hightech-Exponenten der Fachmessen – bisher allerdings zumeist als Prototypen. Erst vor zwölf Monaten schaffte es ein erstes Gerät bis in die Läden: Toshiba leistete mit seinem 55 Zoll grossen Modell 55ZL2G Pionierarbeit. Im Prinzip funktioniert die Sache so: Zur stereoskopischen Wahrnehmung brauchen das linke und das rechte Auge je eine Darstellung desselben Motivs; das rechte und das linke weichen durch leicht unterSeite 14

schiedliche Aufnahmewinkel voneinander ab. 3D-Schirme, die ohne Brille auskommen, zeigen einfach beide Bilder gleichzeitig und trennen die Darstellung für das rechte und das linke Auge durch Lentikularlinsen: winzige, in Form einer strukturierten Folie vor die Mattscheibe geklebte optische Elemente, die das Licht mehrerer Pixel teils zum rechten, teils zum linken Auge lenken. 3D-Schirme von Spielekonsolen und kleinen Notebooks funktionieren so; sie versorgen damit aber nur einen einzigen Betrachter, der stets frontal auf die Bildfläche schaut. Ein Fernseher muss jedoch unterschiedlichste Betrachterpositionen bedienen. Dazu verteilen die Lentikularlinsen vor der Toshiba-Mattscheibe das Licht von jeweils 9 Pixeln in ebenso viele Zonen (Fachjargon: Views), in denen der Betrachter das 3D-Bilderpaar wahrnimmt. Der Zuschauer soll sich also vor der Bildfläche bewegen können, ohne den 3D-Eindruck zu verlieren, indem er einfach in eine Nachbarzone wechselt und dort das Bilderpaar eines anderen Views einfängt. Die neun Views generiert das Gerät nicht nur für einen einzigen 3D-Gucker, sondern gleichzeitig für fünf verschiedene Betrachter. Eine in den Bildschirm eingebaute Kamera identifiziert die Positionen der Home electronics

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Allein-Unterhalter: Das 2011 vorgestellte Notebook Toshiba Qosmio F750L konnteSpiele oder Filme brillenfrei in 3D übermitteln – für einen einzelnen Betrachter vor dem Schirm.

Bild: Dimenco

Ein Dimenco-Dolby-3D-Prototyp, den Loewe gezeigt hat. Einen Vorläufer gab es „hinter dem Vorhang” schon 2012.

Gesichter. Die anspruchsvolle Technik bringt leider augenfällige Nebenwirkungen mit sich: Nur jeder neunte Bildpunkt erreicht im 3D-Betrieb die Augen des Betrachters; alle übrigen Pixel leuchten an ihm vorbei, um auch die Nachbarschaft mit 3D-Darstellungen zu versorgen. Und das verleiht dem Bild eine ziemlich grobkörnige Struktur. Allerdings: Der Toshiba-Schirm rastert das Bild mit 4K-Auflösung – siehe Seite 34. Das macht einen Teil der Auflösungsverluste wieder wett.

PHILIPS UND DOLBY ARBEITEN IN DIE TIEFE Klar ist: 4K-Raster sind für künftige autostereoskopische Grossbildschirme im Wohnzimmer das Minimum. Aber noch weitere Verbesserungen sind nötig – und möglich: Philips hat Prototypen entwickelt, die offenbar mehr Bildpunkte ins Spiel bringen, indem sie die Tatsache nutzen, dass sich jedes Pixel aus einer roten, einer grünen und einer blauen Leuchtzelle zusammensetzt, also aus drei „Subpixeln“. Geschickt angesteuert, können die Subpixel helfen, die dunklen Zonen zwischen den hellen Bildpunkten zu verkleinern. Das Bild kann so glatter, weniger körnig wirken. Die Philips-Ingenieure – sie arbeiten inzwischen in einem Dimenco Displays genannten Spin-off und lassen ihre Technik von Dolby lizensieren – steuern aber noch andere wichtige Ideen zur Fortentwicklung der Tiefenwirkung bei. Als Ausgangsmaterial zur Berechnung der Bilderpaare verwenden sie ein 2D-Bild in voller Auflösung und zusätzlich eine so genannte Tiefenkarte. Metadaten also, die für jeden Bildpunkt den gewünschten Tiefeneindruck definieren. Von dieser Methode könnten künftig auch 3D-Übertragungssysteme, etwa das Fernsehen, profitieren. In TV-Kanälen teilt sich bisher jedes stereoskopische Bilderpaar den Platz eines normalen 2D-Fernsehbildes; die 3D-Darstellung hat also, je nach Kodierungsart, nur die halbe horizontale oder die halbe vertikale Auflösung. Übertragen die Sender künftig ein HD-Bild in voller Auflösung und dazu das schmale Datenkontingent der Tiefenkarte, könnte ein 3D-Bildschirm, der mit Shutterbrille arbeitet, das Bilderpaar für beide Augen in voller Auflösung darstellen. Home electronics

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Die Detailverbesserungen bei autostereoskopischen Schirmen stehen für sichtbaren Fortschritt, doch ebenso sichtbar bleiben die Kompromisse. Lassen sie sich eines Tages überwinden? Wir haben beim Fraunhofer-Heinrich-Hertz-Institut in Berlin nachgefragt. Dort leitet Dr. Ralf Schäfer die Abteilung Bildsignalverarbeitung – eine der wichtigsten europäischen Forschungseinheiten für 3D-Technologien. „Dramatische Verbesserungen werden wir erleben“, sagt Schäfer, „wenn es gelingt, Multiview-Bilderpaare sequenziell darzustellen.“ Die Bilderpaare für verschiedene Zuschauerpositionen also kommen in diesem Technik-Szenario, das ein Fraunhofer-Projekt bereits auf seine Realisierbarkeit untersucht, nacheinander und in ungeschmälerter Auflösung auf den Schirm. Natürlich müssten sich dann von Bilderpaar zu Bilderpaar die winzigen Lentikularlinsen verändern, um die Bildinformationen in die jeweils gewünschte Betrachterzone zu lenken. So liesse sich das Problem der Auflösungsverluste elegant aus der Welt schaffen, aber die Anforderungen an die Rechenleistung der Bildsignalverarbeitung und an die physikalischen Eigenschaften der Bildschirme wären enorm. Ein paar Jahre also werden wir noch auf das perfekte brillenlose 3D-Display warten müssen. Doch es kommt irgendwann, und bis dahin kann sich Hollywood schon warmlaufen. |

Wolfgang Tunze schreibt als freier Autor über TechnikThemen unter anderem für die FAZ und NZZ.


Magazin [ GASTEINERS DURCHBLICK ]

Albrecht Gasteiner ist Chef des firmenneutralen Informationsdienstes HDTV-Forum Schweiz.

EIN WEITER WEG // Albrecht Gasteiner

Kein Zweifel: Die neuen 4K-Bildschirme zeigen eine phänomenale Bildqualität. Doch von einer Durchsetzung des Systems sind wir noch weit entfernt.

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etzt gehts los. Die ersten Demonstrationsgeräte stehen in den Läden, und wer so eine Vorführung gesehen hat, dem ist klar, dass der „Ultra High Definition“ (UHD) die Zukunft gehört, siehe auch Seite 34. Die Bilder in vierfacher Full-HD-Auflösung sind von nie vorher gesehener Klarheit und Brillanz, sie lösen augenblicklich den „Will haben“-Reflex aus. So weit, so wunderbar. Nur sollte man bei aller Euphorie nicht unter den Teppich kehren, dass wir es hier mit der Einführung einer vollkommen neuartigen, andersartigen Technik zu tun haben, bei der es nicht mit dem Kauf eines neuen Fernsehgerätes getan ist. Wie beim Schritt von Standard Definition zu HDTV muss nun auch für UHDTV die gesamte Übertragungskette erneuert werden. Die Kameras ebenso wie die komplette Studio- und Sendetechnik. Ausserdem müssen neuartige Speichersysteme, Verbindungsstandards und Distributionsformen entwickelt und aufeinander abgestimmt werden. Das alles ist nicht nur immens teuer, es braucht auch viel mehr Zeit, als die notorisch ungeduldigen Werbe- und Marketingleute einzuräumen bereit sind.

NUR DAS LETZTE GLIED Das hat dazu geführt, dass uns nun ausgerechnet das letzte Glied dieser Kette bereits schmackhaft gemacht wird, obwohl etliche Glieder davor noch nicht ausgereift oder schlicht inexistent sind. Beispiel Kamera: Da gibt es für die Aufzeichnung keinen einheitlichen Kompressionsstandard. Das erschwert nicht nur die Nachbearbeitung, es macht es auch unmöglich, 4K-Kameras zur Wiedergabe an beliebige 4K-Bildschirme anzuschliessen. Beispiel Blu-ray-Disc: UHD ist im BD-Standard nicht vorgesehen, die Maximalkapazität von 50 GB gilt für Ultra High Definition als unzureichend. Nun wird diskutiert, ob man auf 100 GB oder mehr gehen soll. Dass kommende 4K-Blu-ray-Discs rückwärtskompatibel zu heutigen Abspielgeräten ausgelegt werden, ist eher unwahrscheinlich. Vielleicht wird eine zukünftige 4K-taugliche Disc auch gar nicht mehr Blu-ray heissen. Seite 16

Beispiel Download: In der zweiten Jahreshälfte wird man in den USA einige Spielfilme in 4K-Auflösung auf seinen Homeserver laden können – aber eben nur dort. Abgesehen davon, dass so ein Download über eine durchschnittliche Internetverbindung gut und gerne eine ganze Nacht dauern kann, steht in den Sternen, wann es eine solche Möglichkeit auch in der Schweiz geben wird. Beispiel Fernsehen: UHD-Fernsehgeräte gibt es genau genommen gar nicht. Die in diesem Jahr erhältlichen Geräte enthalten alle nur „normale“ HDTV-Tuner. Für das Empfangen dereinst ausgestrahlter UHD-Fernsehsendungen wird man eine Settop-Box benötigen. Beispiel Kabelverbindung: 4K-Video lässt sich schon über heutige HDMI-1.4-Verbindungen transportieren, zum Beispiel von einem Computer mit AMD-Chip Radeon HD 7970 zu einem UHD-Bildschirm. Nur ist man da aus Gründen der limitierten Bandbreite beschränkt auf eine Bildwechselfrequenz von 30 Bildern pro Sekunde (B/s). So etwas kann jedoch nur als vorläufige Notlösung gelten, denn auf grossen Bildschirmen ist eine befriedigende Schärfe bei bewegten Szenen nur mit einer Erhöhung der dynamischen Auflösung zu erreichen. So hat kein Geringerer als David Cameron verlautbart, er halte die 4K-Auflösung gar für sinnlos, sofern sie nur die überholte Kino-Bildfrequenz von 24 B/s biete. Also wird es bald eine HDMI-Erweiterung geben, die auch 50 und 60 B/s zulässt, dies allerdings zum Preis einer begrenzten Farbauflösung, weil man nur so innerhalb der Bandbreitenbegrenzung der heutigen Technik bleibt. Doch Ultra High Definition enthält auch viel weiter gehende Möglichkeiten wie etwa 8K Auflösung, bis zu 120 B/s, einen erweiterten Farbraum und 22.2 Audiokanäle. Dafür wird es etwas ganz Neues brauchen, das dann vielleicht HDMI 2.0 oder HDMI plus heissen wird. Freilich, schon hochkonvertiertes HD-Material sieht auf UHD-Bildschirmen eindrucksvoll aus. Aber das grandiose Erlebnis echter, voller, originaler 4K-Qualität wird noch länger eine seltene Ausnahme bleiben. | Home electronics

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Magazin [ LP-TIPPS ]

Maurice Ravel: Boléro, La Valse; Netherland PO, Carlo Rizzi, Tacet; www.tacet.de

Occident & Orient www.berliner-meister-schallplatten.de www.speakerscorner.de

Nick Cave & The Bad Seeds: Push The Sky Away

MEISTER-SCHALLPLATTEN // Attila Csampai, Lothar Brandt

Riskante Direktschnitte, rückwärtslaufende Rillen in Röhrentechnik, Rock in aller Ruhe: Die Vinyl-Renaissance treibt fantastische Blüten. Und beschert Klangerlebnis pur.

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00 Prozent live, 100 Prozent analog, 100 Prozent Risiko: Die Wiedergeburt der Schallplatte lässt jetzt auch längst vergessene radikale Konzepte wieder aufleben. Rainer Maillard, einer der führenden deutschen Tonmeister und Mastering-Profis, hat jetzt einen lang gehegten Traum verwirklicht und ein LP-Label gegründet: die „Berliner Meister Schallplatten“. Der Geschäftsführer der renommierten Emil-Berliner-Studios, die unter anderem auch ganz konventionell die digitalen CD-Produktionen der Deutschen Grammophon betreuen, produziert da in seinem eigenen Studio seit kurzem puristische Direct-to-Disc-LPs. Mit denen huldigt er einem rein analogen, altmodisch anmutenden Aufnahmeverfahren, Seite 18

an das sich zuletzt in den späten 1970er-Jahren in Deutschland Jeton und in den USA Crystal Clear Records wagten und deren wenige Produkte heute unter Sammlern Kultstatus geniessen. Bei DTD schneidet ein Stichel das Musiksignal vom Mischpult aus ohne irgendeine Form von Zwischenspeicherung oder digitaler Wandlung direkt in eine Lackfolie. Was auf der Master-Folie ist, kommt auf die Schallplatte, ohne jeglichen Schnitt. Für die Musiker heisst das, dass sie unter Live-Bedingungen eine komplette LP-Seite am Stück einspielen müssen, ohne Pause, ohne Fehler. Sonst muss eine neue Folie eingelegt werden. Kein Job für Unsichere oder schwache Nerven, sondern nur für standfeste Vollprofis.

Und ebenso die Tonmeister müssen sicher mikrofonieren und die Masterer auf Anhieb perfekt schneiden, denn auch am Klang lässt sich nachträglich nichts ändern wie bei der konventionellen Postproduction üblich. Unter solchen harten Konditionen arbeiteten schon die Stars der vorelektrischen Schellack-Ära wie Caruso und Heifetz, und darum klang alles so hochkonzentriert und auratisch. Das schier grenzenlose NachbearbeitungsArsenal der modernen Digitaltechnik dagegen lässt viele heutige Interpreten nur Halbfertiges abliefern: Der Schnittcomputer erledigt den Rest. Für Rainer Maillard war diese besondere künstlerische Herausforderung, diese neue psychologische Situation, ein entscheidender Home electronics

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Grund, um mittels DTD wieder zurückzukehren zu den alten Idealen der Studioarbeit, die eben auch bestens präparierte und hochmotivierte Musiker vorsehen.

VÖLLIG LOSGELÖST Die jetzt erschienenen ersten drei Titel der Berliner Meister Schallplatten dokumentieren eindringlich auch die klanglichen Vorzüge der risikoreichen Direktschnitt-Technik: Das klingt alles sehr natürlich, plastisch, haptisch und „live“, völlig losgelöst von der technischen, flächigen, leicht verschleierten Anmutung moderner Digitalaufnahmen, aber auch ganz ohne das Bandrauschen alter Analogaufnahmen. Am besten gefällt das Astor Piazzolla gewidmete Tango-Programm der in London residierenden Bolívar Soloists, die mit Flöte, Geige, Cello, Bass und Klavier klassisch angehauchte Kammermusik mit südamerikanischem Temperament anreichern und sich richtig freispielen. Man wähnt sich wirklich mittendrin in diesem wärmenden, angenehmen Wohnzimmersound. Eine interkulturelle Begegnung zwischen aktuellen türkisch-arabischen Klängen und den Türkenmusiken Lullys und Beethovens gibt es auf der LP Occident & Orient, die das Leipziger Mendelssohn Kammerorchester mit dem syrischen Klarinettisten Kinan Azmeh produziert hat. Hier gibt es die unmittelbare Klangpracht des Direktschnitts auch in einer grösseren Besetzung zu erleben. Darüber hinaus offeriert Maillard noch ein Soloprogramm des finnischen Pianisten Paavali Jumppanen mit Stücken von Sibelius, Wagner und der Sonate op. 109 von Beethoven, die im grossen, hauseigenen Konzertsaal aufgenommen wurde und etwas graustichig-hallig und auch interpretatorisch zu brav klingt. Doch angesichts der überragenden Klangerlebnisse der beiden anderen Produktionen bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft auch einige prominente Interpreten für diese wunderbare Vintage-Technik interessieren. Die ist vom Prinzip her nicht zu toppen.

VERKEHRTE WELT Das Thema „rückwärts“ interpretiert der Stuttgarter Tonmeister Andreas Spreer nochmals radikaler. Der mit feinem Humor und noch feineren Ohren begabte Chef des audiophilen Labels Tacet produziert seine besten Scheiben ausschliesslich mit erlesenen Röhrenmikrofonen, gerne auch hochveredelt digiHome electronics

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Paavali Jumppanen spielt Klaviermusik von Sibelius, Wagner/Liszt, Beethoven; Berliner Meister Schallplatten

Die verrückte Logik funktioniert. Und wie! Die Interpretation des Dirigenten Carlo Rizzi mag wie die Spielqualität des Netherlands Philharmonic Orchestra im oberen Mittelfeld des vielfach eingespielten Superhits liegen – die Klangqualität toppt alle analoge Konkurrenz. Klaglos folgt der Tonabnehmer der Rille, wobei er natürlich in der richtigen Laufrichtung abtastet – der Plattenspieler (bitte kein Halb- oder Vollautomat) selber darf weiterhin richtig herum drehen. Dabei entfesselt gutes Analogequipment wahrhaft irrwitzige Dynamik, jede Orchestergruppe erscheint bestens ausgeleuchtet, auch tonale Feinheiten gehen nicht verloren. Hier müssen Analogfans zugreifen. Auf der Rückseite des „oreloB“, wie ihn Spreer konsequent betitelt, ertönt übrigens die ebenfalls von innen nach aussen geschnittene Komposition La Valse vom Meister-Orchestrierer Ravel.

HELLSTE DÜSTERNIS

Bolívar Soloists – Música de Astor Piazzolla; Berliner Meister Schallplatten

tal. Aber wenn er analog aufnimmt, dann auch auf einer röhrenbestückten, bis zum letzten Heizfaden getunten alten Bandmaschine. Seinen jüngsten und in dieser Form weltweit einzigartigen Coup landete er jetzt mit einem klassischen Reisser: Maurice Ravels populärem Boléro, seit dem Film 10 – die Traumfrau auch Klassikmuffeln aufs Erotischste vertraut. Das Stück beginnt ganz leise, im dreifachen Pianissimo (ppp) – und endet nach viertelstündigem Crescendo im rauschhaften Fortefortissimo (fff). Nun eignen sich bei einer Langspielplatte, die konstant mit 33¹/3 Umdrehungen pro Minute läuft, die äusseren Abschnitte naturgemäss besser für laute Töne, da hier die Rille pro Zeiteinheit mehr Platz zur Verfügung hat. Spreer wagte es, die Nadel quasi rückwärts laufen zu lassen, und liess das Orchesterstück von innen nach aussen schneiden. Die Einlaufrille befindet sich nahe dem Label, die Auslaufrille am äusseren Rand.

Angesichts dieser Innovationen mutet der Pop-Tipp geradezu konventionell an. Doch der australische Ritter der Finsternis Nick Cave war noch nie ein Freund erfüllter Erwartungshaltungen. Mit seiner unglaublich trittsicheren Band The Bad Seeds hat auch er nun mit Push The Sky Away ein wahres Meisterwerk vorgelegt. Keine wüst losrockende Nummer, keine schwülstig schwelgende Pluster-Ballade, kein dissonant loskreischendes Avantgarde-Geschrammel stört dauerhaft die wundervoll ruhige, gerade in ihrer kargen Instrumentierung umso wirkungsvollere Atmosphäre. Natürlich sind die Texte auch diesmal keine Lachnummern, doch bei aller Düsternis oder kruden Verschrobenheit würzt Ex-Punker Cave seine sonor deklamierten Gedichte auch mit ein wenig dadaistischem Wortwitz. Was auch immer noch kommen mag – diese ist eine der Pop-Scheiben des Jahres. Cave sorgte – wie viele Musiker inzwischen – dafür, dass dieses Kunstwerk auf seinem Label Bad Seeds parallel auf CD und LP mit Voucher zum Download erscheint. Im analogen Format kommt nicht nur das kunstvoll verrätselte erotische Cover mit Gattin Susie Bick viel besser zur Geltung. Auch der Sound wirkt irgendwie heller, lichtdurchfluteter, transparenter, schlicht grossartiger als beim digitalen Pendant. Woran auch immer das liegen mag: Wer die Wahl hat, sollte zur LP greifen. Auch angesichts der exzellenten Pressqualität garantiert ohne Qual. |

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Magazin [ MUSIKTIPPS ]

PAPA SHAKESPEARE // Christoph Vratz

Die unerwartete Spätlese. Wer hätte gedacht, dass Giuseppe Verdi im fortgeschrittenen Alter noch einmal zwei Texte nach Shakespeare vertonen würde? Mit „Otello“ und „Falstaff“ endet sein kompositorisches Schaffen.

N

eben Schiller waren es vor allem die Dramen William Shakespeares, die Giuseppe Verdis (1813 – 1901) Schaffen fast sein Leben lang prägten. Mehr als fünf Jahrzehnte liegen zwischen Macbeth in den 1840er Jahren und seinem letzten Werk, der Falstaff-Komödie. Frei nach Lessings Motto: „Shakespeare will studiert, nicht geplündert sein“, waren der Jubilar Verdi und seine damaligen Librettisten immer genau darauf bedacht, ihren ausgewählten Stoffen eine eigene, neue Opernästhetik abzugewinnen. „Papa Shakespeare“, wie er ihn gelegentlich nennt, ist für Verdi der dramatische Übervater. Seine psychologisch vielschichtigen Figuren, die Radikalität von Shakespeares Ideen, das Unangepasste, Verwirrende in seinen Dramen – das hat Verdi von jeher fasziniert. Auch dank seiner ausgiebigen Shakespeare-Lektüre gelingt es ihm, das Orchester aus seiner herkömmlichen Begleitfunktion herauszuholen, es zu psychologisieren. Nur in einer ganzheitlichen Verbindung von Stimme und Instrumenten ist es Verdi möglich, Shakespeares Ideen als Musiktheater darzustellen. Nach Aida dauert es 16 Jahre bis zum Otello von 1887 – eine Frist, über die viel spekuliert worden ist. „Tatsächlich ist Otello keine italienische Oper im Stil Shakespeares, vielmehr ist Othello ein Drama, das Shakespeare im Stil der italienischen Oper schrieb“, bemerkt wortspielreich George Bernard Shaw. Seinen jungen Textdichter Arrigo Boito treibt Verdi immer wieder zu neuen Umstellungen und Verbesserungen des Textbuches. Ob es den idealen Otello in der Aufnahmegeschichte je gegeben hat? Bei den Live-Produktionen liegen sicher der Met-Mitschnitt von 1938 mit Giovanni Martinelli (Music & Arts) sowie mit Ramón Vinay unter Toscanini aus dem Jahr 1947 (RCA/Sony) trotz historischer Klangqualität ganz vorn. Unter den Studioproduktionen ist die Aufnahme mit dem aufpeitschenden Mario del Monaco als Otello und mit Renata Tebaldi als seiner Angetrauten Desdemona ein hinreissendes Dokument, wenngleich der Titelheld wegen seiner schneidig-schnittigen Darstellung auch der Kritik ausgesetzt war: zu impulsiv, zu wenig Klangschönheit. Das hat man auch Herbert von Karajan am Pult vorgeworfen und das Ganze als „hollywoodesk“ bezeichnet (Decca/Universal). Also bitte, wenn es nur eine einzige Aufnahme sein soll: Tullio Serafin 1960 mit der Oper in Rom. Was der damals 82-jährige Dirigent hier klangzaubert, wie das Terzett Vickers/Rysanek/Gobbi wahres Shakespeare-Theater auf die Opernbühne bringt, ist grossartig und – in dieser Geschlossenheit – kaum mehr überboten worden. Während Otello sich von Akt zu Akt, auch von den Spielorten her, zu einer privaten Tragödie entwickelt, wirkt Verdis letzte Oper Falstaff nach Shakespeares Lustigen Weibern von Windsor wie ein ironischer Kommentar. „Commedia lirica“ lautet der Untertitel, und nicht etwa „Opera buffa“. Eine komische Oper im herkömmlichen Sinne ist der Falstaff also nicht, eher eine diffizile Melange aus Situations-, CharakSeite 20

ter- und Typenkomödie. Viele Dirigenten haben gute, teilweise sogar hervorragende Aufnahmen herausgebracht, in der jüngeren Vergangenheit etwa Claudio Abbado (2001, DG/Universal) oder – historisch geschärft auf zeitgenössischen Instrumenten – John Eliot Gardiner (2000, Philips/Universal). Legendär, weil heftiger umstritten als kaum eine anderes Rollenporträt, ist, was Dietrich Fischer-Dieskau 1966 aus dem Bauchmenschen Falstaff unter dem rasant antreibenden Leonard Bernstein gemacht hat (Sony). Das übrige Ensemble fabuliert prächtig und frei von aller Kritik! Auch Toscanini wäre einmal mehr ein sicherer Tipp. Bleibt Herbert von Karajan in seiner Londoner Produktion von 1956: Pralles Theater und eine homogene Besetzung. Welch ein komödiantisches Treiben um Tito Gobbi! Welch eine Besetzung bis in kleinere Rollen mit Panerai, Schwarzkopf, Moffo. Ein Evergreen der Aufnahmegeschichte. Zeitlos mitreissend. |

OTELLO

1960: Vickers, Rysanek, Gobbi. Opera di Roma; Serafin. RCA, Brilliant Classics, 2 CDs

FALSTAFF

1956: Gobbi, Panerai, Alva, Schwarzkopf, Moffo u. a. Philharmonia Orchestra; Karajan. EMI, 2 CDs. Auch in der 35-CD-Box: Verdi – The Great Operas, EMI

1947: Vinay, Nelli, Valdengo. NBC SO; Toscanini. RCA/Sony, 2 CDs. Auch in der 84-CD-Box: Arturo Toscanini – The Complete RCA Recordings, Sony

1950: Toscanini. RCA/Sony oder Naxos Historical, 2 CDs. Auch in der 84-CD-Box: Arturo Toscanini – The Complete RCA Recordings, Sony

Home electronics

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Magazin [ FILMTIPPS ]

SEITENWECHSEL // Dani Maurer, outnow.ch

Mit „Argo“ hat Regisseur Ben Affleck dieses Jahr drei Oscars abgeräumt. Zugleich ist es erst sein drittes Regiewerk. Eine ordentliche Leistung für jemanden, der seinen Durchbruch in den 90ern als Schauspieler feierte.

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007 brachte Ben Affleck seinen Debütfilm als Regisseur in die Kinos: Gone Baby Gone. Die Hauptrolle überliess er seinem Bruder Casey Affleck. Er spielt den jungen Privatdetektiv Patrick Kenzie, der in Boston eher schlecht als recht Kleinkriminelle zur Strecke bringt. Eines Tages verschwindet in seiner Umgebung ein kleines Mädchen, was eine gigantische Medienaufmerksamkeit nach sich zieht. Als die Eltern des Mädchens nun Kenzie bitten, sich in der Nachbarschaft umzuhören, rutscht er in einen verzwickten Fall. Gone Baby Gone dauert knapp zwei Stunden und zieht den Zuschauer praktisch von der ersten Minute an in den Bann. Eindrucksvoll zeichnet der Film ein Bild der Bostoner Gesellschaft und porträtiert die einfachen, überforderten Menschen im ungewohnten Umgang mit den Massenmedien. Der Atem setzt einem dann mehr als einmal aus, sobald das Ende naht und der Fall vor der Auflösung steht. Mit seinem Debütfilm Gone Baby Gone hat Affleck zweifellos grosses Kino geleistet und neben seinem Bruder auch mit Morgan Freeman und Ed Harris hervorragende Schauspieler vor die Kamera geholt. Die zweite Regiearbeit Afflecks nennt sich The Town. Die Geschichte spielt erneut in Boston und stellt den Regisseur selber in den Mittelpunkt. Als Mitglied einer Bande, die soeben eine Bank ausgeraubt hat, trifft Affleck als Doug MacCray in einem Café zufälligerweise auf Claire (Rebecca Hall), die beim Überfall eine der Geiseln war. Die beiden kommen sich näher, wobei die Frau nicht weiss, wer der Charmeur wirklich ist. Bald muss sich MacCray entscheiden, ob er lieber bei der hübschen Dame bleiben oder sich mit seinem Anteil der Beute in Sicherheit bringen will. The Town lässt den Zuschauer nicht lange auf Spannung warten. Angefangen mit dem schicksalhaften Raubüberfall, entwickelt der Film kluge Handlungsstränge. So entsteht die Verfolgung von MacCrays Bande durch John Hamm (Mad Men) und seinen Partner Titus Home electronics

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Welliver (Lost). Eine Jagd, die bereits in der ersten Hälfte in dem sensationellen Dialog zwischen den beiden Sturköpfen gipfelt. Ben Affleck und Rebecca Hall ergänzen sich sehr gut, wirken unbeholfen und vertraut zugleich. In schönen Bildern vom Bostoner Bunker Hill Monument bis hin zu Kamerafahrten über ganz Charlestown wird der Schauplatz des Verbrechens präsentiert. Für das fulminante Finale dient das sportliche Herz, der legendäre Fenway Park (Stadion der Boston Red Sox) als Schauplatz. Das Resultat ist eine spannende Mischung aus Crime und Drama, geradlinig, anspruchsvoll und unterhaltend.

Titel: The Town Jahr: 2010 Regie: Ben Affleck Schauspieler: Ben Affleck, Jeremy Renner, Rebecca Hall Hersteller/Vertrieb: Warner Home Video

„RAMBO 2 OHNE EXPLOSIONEN“ Bei Argo sass Ben Affleck zum dritten Mal auf dem Regiestuhl. Der Thriller hat dieses Jahr nebst drei Oscars auch viele andere Preise eingeheimst wie einen französischen César oder einen British Academy Film Award. Argo basiert auf dem 2007 im „Wired Magazine“ erschienenen Artikel Escape from Tehran des Journalisten Joshuah Bearman. Die Geschichte spielt 1979 in der Hauptstadt Irans. Revolutionstruppen haben die Herrschaft übernommen, sechs Amerikaner konnten jedoch unerkannt aus der Botschaft fliehen. Die CIA muss nun einen Weg finden, diese kleine Gruppe sicher ausser Landes zu schaffen. Agent Mendez (Affleck) will sie mittels fingierter Dreharbeiten zu einem ScienceFiction-Film befreien. Doch ist der riskante Plan überhaupt durchführbar? Obwohl Argo von Kritikern als WohlfühlThriller oder „Rambo 2 ohne Explosionen“ bezeichnet wird, kombiniert Affleck seinen bekannten schnörkellosen, geradlinigen Erzählstil wiederum gekonnt mit starken Protagonisten, das Ganze verpackt er in ein authentisches 70er-Jahre-Mäntelchen. Kurz: Argo ist nicht nur hervorragend produziert und dramaturgisch enorm spannend umgesetzt, sondern stellt auch den bisherigen Höhepunkt von Afflecks Regiearbeit dar. |

Titel: Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel Jahr: 2007 Regie: Ben Affleck Schauspieler: Casey Affleck, Morgan Freeman, Michelle Monaghan Hersteller/Vertrieb: Disney Home Entertainment

Titel: Argo Jahr: 2012 Regie: Ben Affleck Schauspieler: Ben Affleck, Bryan Cranston, Alan Arkin Hersteller/Vertrieb: Warner Home Video

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Magazin [ AUSPROBIERT ]

Logitech

KOMMANDOSTAB Eine Universalfernbedienung wie die Logitech Harmony Touch hat auch im Zeitalter von Tablet und App-Steuerung ihre Existenzberechtigung. Zu mühsam gestaltet sich nämlich der ständige Wechsel zwischen den Miniprogrammen verschiedener Gerätemarken. Und die Universalfernbedienungs-App muss zuerst noch erfunden werden. Gegenüber dem Vorgängermodell Logitech Harmony besitzt die Harmony Touch neu ein flüssig reagierendes, berührungsempfindliches Farbdisplay und nur noch die wichtigsten physischen Tasten. Sie wirkt insgesamt aufgeräumter und liegt aufgrund ihrer geringeren Masse sowie ihrer kleineren Abmessungen auch besser in der Hand. Display und Tasten werden aktiviert und beleuchtet, sobald man eine Taste drückt. Ein Bewegungssensor wie beim Touch-losen Modell fehlt.

STEUERT HISTORISCHE ANLAGEN Als Erstes muss man die Harmony Touch per USB-Anschluss an den Rechner (Windows oder Mac) hängen und sich auf der Website www.myharmony.com registrieren. Nach dem Einloggen kann der Nutzer dort seine Geräte (Hersteller/Modell) angeben, die er fernbedienen will. Die Gerätedatenbank soll Infrarotcodes von über 225 000 Geräten von über 5000 Herstellern enthalten. Sogar einen betagteren JVC-Fernseher und eine historische T+A-Hifi-Anlage finden wir. Aber auch den neusten Medienabspieler von Western Digital oder das MacBook Air führt die Datenbank. Ist das Gerät ausgewählt, werden die entsprechenden Infrarotcodes aus dem Web auf die Harmony übertragen. Maximal 15 Geräte kann man mit der Fernbedienung steuern, auch Swisscom- und UPC-Settop-Boxen. In der Praxis geht die Auswahl der Geräte und die Übermittlung der Daten recht flott. Sehr nützlich: Unter „Aktionen“ lassen sich Infrarotsignal-Abfolgen von Geräten definieren. „Sat TV“ schaltet beispielsweise den Sat-Receiver und den Fernseher mit aktiviertem HDMI-Eingang-1 ein. „Western Digitial TV“ schaltet die Mediabox und den Fernseher mit aktiviertem HDMI-Eingang-2 ein. Gut gelöst: Dank der „Help“-Funktion auf dem Touchscreen behebt man etwaige Probleme meist in kurzer Zeit. Wer genug Geduld hat, kann alle Tastenbelegungen und 50 virtuelle Schaltflächen mittels Datenbank selber konfigurieren sowie eigene Icons gestalten. Betrieben wird die Logitech Harmony Touch mit einem fest eingebauten Akku. Dieser zeigt sich recht leistungsschwach und muss bereits nach drei Tagen in die mitgelieferte Ladeschale. // rf

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

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Logitech Harmony Touch 250 Franken logitech.com/de-ch Universalfernbedienung, etwa 18,5 x 5,5 cm (L x B), 6-cm-Touchscreen mit Wisch- und Tipp-Funktionalität, beleuchtete Tasten, integrierter Akku, steuert bis zu 15 Geräte.

Archos

TABLET FÜR GAMER Das GamePad von Archos ist ein 7-Zoll-Tablet mit Android 4.1, das über spezielle Steuertasten für Spiele verfügt. Zwei Steuerknüppel und über ein Dutzend Sondertasten sorgen dafür, dass engagierte Gamer keine Ballerduelle mehr verlieren und mit dem Rennwagen nicht aus der Kurve fliegen. Weil jedoch die meisten Android-Spiele mit Fingerberührungen auf dem Touchscreen gesteuert werden, muss man diesen die neuen Steuerknöpfe erst beibringen. Dazu hat Archos eine Mapping-App entwickelt. Beim erstmaligen Spielen definiert man damit, welche Tasten welches Fingertippen auf dem Display ersetzen sollen. Das Mapping wird gespeichert und beim nächsten Spielstart automatisch wieder aktiviert.

GUTE RECHENLEISTUNG, DUNKLES DISPLAY Die Tastenlösung und die Gehäusekonstruktion vermögen im Test zu überzeugen. Auch die Rechenleistung des GamePad reicht für die meisten Spiele aus. Grösste Schwäche des verspielten Androiden ist sein Display. Dieses ist zu dunkel und zwingt zu einem starren Blickwinkel. Wird fleissig gespielt, reicht der Akku für gut zwei Stunden, beim Lesen oder Surfen ist es deutlich mehr. Das Archos GamePad bietet viel Spieleplausch und lässt sich nebenbei auch wie ein übliches Android-Tablet fürs Lesen und Surfen nutzen. Es lässt sich mit deutlich billigeren Spielen versorgen als die konkurrierenden mobilen Spielkonsolen von Sony oder Nintendo. Allerdings muss man dafür auch Einschränkungen beim Spielkomfort in Kauf nehmen. // kh

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

Archos GamePad 220 Franken archos.com 7-Zoll-Android-Tablet mit 14 speziellen Bedienknöpfen, 1,6-GHz-Prozessor, 1 Gigabyte RAM, kapazitives MultitouchDisplay mit 1024 x 600 Bildpunkten, USB 2.0, Micro-SD, Mini-HDMI, Android 4.1, spielt Musik und HD-Videos ab; Masse: 229,8 x 118,7 x 15,4 mm, Gewicht: 330 g.

Home electronics

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AVM

VIEL FÜR WENIG Die AVM GmbH hat sich mit ihren FRITZ!Boxen längst einen ausgezeichneten Namen gemacht. Für den Datentransport erweitern die Berliner ihre Powerline-Familie um das Modell FRITZ!Powerline 510 E. Powerline empfiehlt sich für alle Heimnetzwerker, die auf den kabellosen Datentransfer via WLAN verzichten wollen oder müssen, etwa weil zu viele Wände oder Decken zwischen Router im Keller und Musikanlage in der Stube liegen. Bei Powerline übernimmt das heimische Stromnetz den Transport. Den Übergang vom Computerstandard Ethernet auf Strom und wieder retour besorgen Adapter.

KOMPAKT, SCHNELL, EFFIZIENT Die FRITZ!Powerline 510 E gibt es als Set mit zwei sehr kompakten Adaptern und zwei 1,5-Meter-Ethernet-Kabeln für 110 Franken. Die Erstinstallation ging ganz fix. Einen Adapter mit dem Router – es darf auch ein Fremdhersteller sein – verbinden und in eine Steckdose stöpseln: Schon stand an jeder Stromdose im Haus eine Internetverbindung zur Verfügung. Dabei war die Entfernung vom Router real egal. Die Geschwindigkeit des für eine Datenrate bis 500 Megabit pro Sekunde ausgerüsteten Verbinders blieb stets ausreichend hoch selbst für die „World of Warcraft“-Gamer der Familie. Die Bedienungsanleitung warnt zwar vor der Speed-mindernden Wirkung von schaltbaren Mehrfach-Steckdosen, doch beim Versuch mit bis zu vier davon im Signalweg lief alles tadellos. Die Ströme sollten dazu über einen Hauptsicherungskreis des Hausnetzes laufen, „Untersicherungen“ etwa für einzelne Zimmer werden überwunden. Aber: Hochfrequenzgefilterte Mehrfachdosen, wie sie Audio-Highender gerne verwenden, hemmen den Datenfluss. Ungehemmt kann man die Connections per 510 E, die mit weniger als 2 Watt im Betrieb auskommen, auf bis zu 16 Adapter erweitern. Bei der Kombination mit anderen Powerlinern sollte man die Bedienungsanleitung konsultieren. Die FRITZ!Powerline 510 E jedenfalls bietet viel Leistung für wenig Geld. // lbr

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

Home electronics

AVM FRITZ!Powerline 510 E ab 110 Franken fritzbox.eu; avm.de Powerline-Set der 500-MBit-Klasse mit 128-Bit-AES-Verschlüsselung. Kostenloses Übersichtsprogramm für Fritz!-Powerline im Heim-Netzwerk nur für Windows.

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Sony

SMARTPHONE-SYMBIONT Sonys SmartWatch wartet mit einem Farb-OLED-Display auf, das bei einer Diagonale von gerade einmal 3,3 cm allerdings eine bescheidene Auflösung von 128 x 128 Pixeln bietet. Bei starker Sonneneinstrahlung ist es zudem eher schlecht ablesbar. Nicht nur die quadratische Form und Multitouch-Gestensteuerung erinnern an einen iPod Nano der 6. Generation, auch der Clip auf der Rückseite. Tatsächlich klipst man die SmartWatch ans Plastikarmband (gibt es in verschiedenen Farben) oder direkt an die Kleidung.

GEZWITSCHER AM HANDGELENK Neben der Zeit kann die Uhr E-Mails, SMS, Termine, aber auch Twitter- und Facebook-Benachrichtigungen anzeigen. Die für diese Nutzung nötige Internetverbindung stellt die Uhr jedoch nicht her, sondern gibt diese Aufgabe an ein mittels Bluetooth 3.0 gekoppeltes Android-Smartphone ab. Dort werden die entsprechenden Apps aus dem Google-Play-Store heruntergeladen, installiert und konfiguriert. Wir haben die Uhr mit einem Sony Xperia Go mit Android 4.0.4 erfolgreich getestet; mit einem Nexus 4 (Android 4.2.1) klappte es nicht. Apps mit Anbindung an Onlinedienste funktionieren auch, wenn das Smartphone über WLAN mit dem Internet verbunden ist. Zudem lässt sich direkt von der Uhr aus etwa eine Sport-App auf dem Smartphone aufrufen und darüber auch die Trainingseinheit starten und stoppen. Die Steuerung des Musikplayers auf dem Handy ist ebenfalls über die SmartWatch möglich. Mehrfach fiel auf, dass die Schrift auf dem Mini-Display recht mickrig ist. Zu den Stärken der Uhr zählt neben vielen Apps die Laufzeit, die bei normaler Nutzung immerhin rund drei Tage beträgt. Aufgeladen wird die Uhr über ein USB-Kabel mit proprietärer Klemme. // nij

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

Sony SmartWatch ab 100 Franken sonymobile.com Masse: 36 x 36 mm, Dicke: 8 mm; Gewicht mit Armband: 26 g; Systemvoraussetzungen: Smartphone mit Android OS, Bluetooth 3.0 (Reichweite 10 m).

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Smart Entertainment [ PRAXISTEST - UPC HORIZON ]

LUXUS-KABEL-TV FÜR HOFFNUNGSVOLLE // Kurt Haupt

Die Settop-Box Horizon von UPC Cablecom verspricht „Digital-TV in einer neuen Dimension“. Teilweise vermag die Box zu begeistern, an vielen Orten muss UPC aber dringend nachbessern.

D

ie Kabel-TV-Anschlussdose von Cablecom gehört in den meisten Wohnungen der Schweiz zum Standard. Wer dort direkt einen Fernseher anschliesst, wird mit drei Dutzend analogen und seit neustem auch mit 55 digitalen unverschlüsselten Sendern versorgt. Stöpselt man in seinen Fernseher zusätzlich die UPC-Decoderkarte, kommen je nach Abogebühr nochmals 15 bis 100 Sender dazu.

ALLES IN EINER BOX Aber wozu soll man monatlich zusätzlich rund 20 Franken ausgeben, um die Settop-Box Horizon neben seinen Fernseher zu stellen? Die wichtigsten Gründe für Horizon sind ihre Funktionen als Videorekorder, Videoverleiher sowie Filmabspieler im Heimnetzwerk. Horizon ist aber nicht nur TV-Empfangsbox, sonSeite 24

dern ersetzt als multifunktionale Mehrkämpferin auch die Telefonsteckdose und macht ADSL- und WLAN-Router überflüssig. Beim ersten Einsatz als Zapping-Kiste für Live-TV begeistert Horizon. Der Senderwechsel ist flink und nach jedem Sender-Auf/-Ab (Zapping) erscheinen am unteren Bildschirmrand hübsch aufbereitete Infos zur Sendung. Ein Balken zeigt an, wie viel man schon verpasst hat. Wenige Tastendrücke bringen eine ausführlichere Beschreibung der Sendung auf den Bildschirm und listen Infos zur nachfolgenden Sendung auf. Für den schnellen Senderwechsel verwendet Horizon zwei seiner insgesamt sechs Empfangsmodule (Tuner). Während man einen Sender betrachtet, wird der nächstgelegene bereits vom 2. Tuner „auf Reserve“ aufbereitet.

Der Senderwechsel erfolgt deshalb innert Sekundenbruchteilen. Auch bei „weiten“ Programmsprüngen von Sender 1 zu 30 sind die Umschaltzeiten mit rund zwei Sekunden angenehm schnell. Die Senderreihenfolge lässt sich über eine Favoritenliste einfach sortieren. Allerdings müssen sich alle Familienmitglieder auf eine Reihenfolge einigen. Beim Konkurrenten Sunrise TV kann man stattdessen mehrere personalisierte Senderlisten führen.

PROGRAMMHEFTLI MIT FILTER Will man gezielter glotzen, bietet Horizon eine digitale Fernsehzeitschrift. Der Electronic Program Guide (EPG) listet alle Sendungen mit Beschreibungen für die nächsten sieben Tage auf. Beim EPG zeigt Horizon im Vergleich zum Home electronics

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Die Bedienoberfläche von Horizon reagiert flink auf Befehle und simuliert einen 3D-Eindruck im Menü-Karussell.

EPG von Fernsehgeräten Stärken und Schwächen. Favorisierte Sender erscheinen auch im EPG gebündelt am Anfang. Das Klicken durch die Sendungsinfos geht flink, die Lesbarkeit der Texte ist ausgezeichnet. Eine nette Idee ist, dass man zukünftige Sendungen nach gewissen Sparten (Sport, News, Krimi, Spielfilm) filtern kann. In der Praxis wird man aber durch die Masse der empfangenen Sender und Sendungen erschlagen. So muss man sich erst durch drei Seiten bereits gestarteter Spielfilme klicken, bevor man bei vollständig sehbaren Filmen landet. Die Favoritensender finden sich hier leider nicht am Anfang der Liste. Wir fanden auch keine Möglichkeit, in der Liste direkt zu Sendungen zu springen, die beispielsweise erst nach 20 Uhr starten.

NERVENDE SUCHE Theoretisch lässt sich im EPG auch durch Eintippen eines Begriffes nach einer bestimmten Sendung suchen. In der Praxis ist dies aber mit der mitgelieferten „provisorischen“ Fernbedienung unzumutbar. Ursprünglich sollte Horizon mit einer Funkfernbedienung mit integrierter alphanumerischer Tastatur geliefert werden. Wegen „technischer Probleme“ gibt es aber zurzeit einen „Infrarot-Knochen“, der kaum Funktions- und keinerlei Buchstabentasten hat. Um ein Suchwort einzugeben, muss man deshalb Buchstabe um Buchstabe aus einer horizontalen Buchstabenkette auf dem Bildschirm mittels Pfeiltasten zusammenklauben. Dabei helfen automatische Wortvervollständigungen. Der Versuch, den nächsten Termin von Dr. House zu finden, brachte uns beim Test aber annähernd selber in die Klinik. Home electronics

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In der Mediathek finden sich neben eigenen Aufnahmen und dem Sendungsarchiv des Schweizer Fernsehens auch private Filme aus dem Heimnetzwerk.

Ein Tipp gegen Nervenzusammenbrüche: Man darf nur nach „House“ suchen. Dass die Fernbedienung ein schlechtes Provisorium ist, zeigt sich auch an vielen Stellen: Man klickt mühsam durch Menüs, weil nötige Tasten wie „Info“ zum Anzeigen von Sendungsinfos, „Audio“ zum Umschalten bei mehrsprachigen Sendungen oder „Löschen“ zum Aufräumen des Aufnahmearchivs fehlen. Einziger Vorteil der Infrarotlösung ist, dass sie passende Fernsehgeräte ein- und ausschalten sowie deren Lautstärke regeln kann. UPC Cablecom hat versprochen, eine bessere Fernbedienung nachzuliefern. Wann diese und andere „Flicken“ geplant sind, zeigt unsere Tabelle am Schluss auf.

AUFDRINGLICH STATT SMART Eine aussergewöhnliche und theoretisch smarte Funktion der Horizon-Box ist, dass sie die Seh- und Aufnahmegewohnheiten ihres Besitzers verfolgt und ihm passende Sendun-

gen vorschlägt. Ferner verspricht Horizon, zu jeder laufenden Sendung eine „ähnliche“ Sendung zu finden. In der Praxis enttäuschten aber beide Funktionen. Vorgeschlagene Sendungsalternativen haben oft wenig mit der aktuellen Sendung zu tun. Auch die zum Sehprofil passenden Empfehlungen lagen im Test weit neben den persönlichen Interessen. Ferner nervt es, dass Horizon kaum kostenlose Fernsehsendungen, sondern stattdessen schamlos Dutzende zu bezahlender Mietvideos vorschlägt. Bei smarten EPG-Funktionen fällt die UPCLösung deutlich hinter die der Konkurrenten von Swisscom TV oder WatchMi zurück (siehe HE 4/2012, S. 16). Ein Alleinstellungsmerkmal hat Horizon beim Zugriff auf das Sendungsarchiv des Schweizer Fernsehens. Dieses ist zwar über http://www.srf.ch/player/tv auf Tablets und PC kostenlos verfügbar, aber meist nicht direkt am Fernseher nutzbar. Horizon hat dieses 

Kein HbbTV mit Horizon Hybrid broadcast broadband TV (HbbTV) gilt als Ablösung von Teletext und verbindet LiveFernsehen mit Inhalten aus dem Internet. Drückt man die rote Taste auf der Fernbedienung, werden automatisch zur Sendung passende ergänzende Informationen aus dem Internet eingeblendet. Das können Sportresultate, Sendungsinfos oder auch Verweise auf frühere Episoden einer Serie sein. Wenige Tastendrücke holen verpasste Sendungen direkt aus dem Archiv der Sendeanstalten. HbbTV wird inzwischen von den meisten deutschsprachigen Sendern unterstützt. In der Schweiz hat RTS soeben den HbbTV-Betrieb gestartet (siehe News auf S. 12). Obwohl UPC das HbbTV-Signal seit kurzem überträgt und Horizon einen Internetanschluss hat, beherrscht die Box kein HbbTV. Dieser Mangel lässt sich auch nicht durch einen HbbTV-tauglichen Fernseher beheben. Auch Swisscom TV und Sunrise bieten kein HbbTV. Bei Satellitenempfang und anderen Kabel-TV-Anbietern wird der Dienst jedoch problemlos unterstützt.

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Smart Entertainment [ PRAXISTEST - UPC HORIZON ]

Nur wer eine Settop-Box von UPC Cablecom installiert, kann auf deren Angebot an Mietfilmen zugreifen.

 Sendungsarchiv von Aeschbacher live über

Lüthi und Blanc bis zum Wort zum Sonntag gut in seine Oberfläche verpackt und in die Suchfunktionen integriert. Die Beiträge werden auf Abruf in passabler Qualität via Internet angeliefert. Weitere Apps auf der Horizon-Box bieten beispielsweise Inhalte von Youtube, Facebook und Euronews sowie Sendungsinfos aus Wikipedia. Die Apps sind aber unerträglich langsam, mühsam zu bedienen und schlecht in die TV-Oberfläche integriert.

STARKE AUFNAHMEFUNKTION Neben Live-TV ist das Aufnehmen von Sendungen die wichtigste Funktion von Horizon. Auf der 500 Gigabyte fassenden Festplatte lassen sich bis zu 40 HD-Filme oder 100 Filme in Standardauflösung speichern. Das Programmieren einer Aufnahme ist im EPG sehr einfach. Auf Wunsch werden auch alle Episoden einer Serie aufgezeichnet. Leider beherrscht Horizon kein Accurate Recording, Aufnahmen

Die elektronische Programmzeitschrift bietet ausgezeichnete Lesbarkeit. Leider scheitert die gezielte Suche an der schlechten Fernbedienung.

haben deshalb mehrere Minuten nutzlosen Vor- und Abspann. Dank Multituner-Technik kann man parallel vier Sendungen in HD aufnehmen und dennoch Live-TV in HD geniessen. Mit diesem unübertroffenen MultiRecording begeistert UPC jeden TV-Junkie. Entgegen Klagen im Internet waren in unserem Test auch alle Aufnahmen korrekt mit Ton versehen. Für Kühlschrankausflüge dient auch eine Pausenfunktion. Drückt man die entsprechende Taste auf der Fernbedienung, friert das Bild ein und setzt sich später unterbrechungsfrei fort.

RECALL-TV FEHLT Unverständlich ist, dass die Horizon-Box kein Recall-TV bietet. Dank Recall-TV muss man bei Sunrise, Swisscom, anderen Kabelanbietern sowie auf den Top-Fernsehern von LG und Samsung bestimmte Sendungen nicht bewusst aufnehmen. Stattdessen kann man einfach die Zeit bis zu einer Woche „zurück-

ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT Wir haben UPC Cablecom gefragt, wann die gröbsten Mängel von Horizon behoben werden. Die Antworten: Problem Fernbedienung mit Alpha-Tastatur und Funk Recall-TV (via Zattoo) Extender HbbTV App für Fernbedienung Aufnahmen auf Tablet im Heimnetz betrachten Aufnahmen ausserhalb des Heimnetzes abrufen

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Termin 1. Halbjahr Im Verlaufe 2013 2. Halbjahr 2013 2. Halbjahr 2013 1. Halbjahr 2013 keine Angaben keine Angaben

Kosten keine Fr. 65.–/Jahr keine Angabe keine keine Angaben keine Angaben keine Angaben

drehen“ und so Sendungen betrachten, die man verpasst hat. Die Sendungen aus der Vergangenheit werden einfach nochmals von den Fernsehversorgern oder Internetdiensten (Zattoo, Teleboy) angeliefert. UPC kann trotz stromhungriger Box und laut Eigenwerbung „schnellstem Internet“ kein Recall-TV bieten. Als Trost soll Horizon „demnächst“ mit einer Zattoo-App nachgerüstet werden.

KEINE VERBINDUNG ZUM TABLET Obwohl auf der UPC-Werbung für Horizon viele Smartphones und Tablets zu sehen sind, kann sich die Box bis jetzt mit keinem Mobilgerät vernünftig verbinden. Es war im Test weder möglich, die Box via Smartphones und Tablets zu steuern, noch auf ihr gespeicherte Inhalte mobil abzuspielen. Zwar gibt es eine App mit dem Namen „UPC Horizon“ im Apple-App-Store. Diese dient aber lediglich dazu, ähnlich wie Zattoo oder Wilmaa, LiveTV via Internet und WLAN auf das Tablet zu streamen. Dass Tablet und Smartphones „die besten Freunde“ beim Fernsehschauen sind, zeigen bereits einige TV-Hersteller. So können Besitzer eines Philips-TV dank einer App komfortabel auf dem Tablet durch das EPG blättern und mit der Fingerspitze Sender direkt umschalten oder sogar Aufnahmen am Fernseher programmieren. Auch UPC-Konkurrent Swisscom liefert für seine Box ausgefeilte Apps für EPG, Fernbedienung und Aufnahmeprogrammierung. Bei Swisscom TV kann man sogar Home electronics

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In einem „Quick Zapping Mode“ kann man schnell durch die Sender wechseln. Dank sechs Tunern sind die Umschaltzeiten dabei rekordverdächtig.

zu Hause gemachte Aufnahmen während 30 Tagen unterwegs auf dem Tablet abspielen. UPC will diesbezüglich noch vieles „nachliefern“. So soll es irgendwann möglich sein, Live-TV oder Aufnahmen der Horizon via Extender und WLAN-Verbindung auch an einem anderen Fernseher in der Wohnung zu betrachten. Das funktioniert bei Swisscom TV bereits, und die Reycom-Lösung für Kabel-TV zeigt, wie man mit einem günstigen Extender ein ganzes Haus mit TV-Signalen versorgt (siehe HE 3/2013, S. 18).

MÄSSIGER MEDIENABSPIELER Im Test liessen sich keinerlei Inhalte der Horizon-Box auf anderen Geräten abspielen. Dafür kann sie Inhalte aus dem Heimnetzwerk als DLNA-Abspieler (Digital Living Network Alliance) am Fernseher oder an einem AudioReceiver wiedergeben. Als Erstes versuchten wir, direkt aus dem Windows-Mediaplayer heraus Musik oder Filme auf die Box zu schicken. Das klappt bereits bei vielen Smart TV, aber nicht bei der Horizon-Box. Sie wird von Windows nicht als Play-to-Gerät erkannt. Demzufolge lässt sich die Medienwiedergabe nur von der Horizon-Box aus mit der von uns kritisierten Fernbedienung steuern. Man klickt sich mit Pfeilnavigation mühsam durch die Filmsammlung im Netzwerk. In Test spielte die Box dabei Filme vom Windows-PC, vom Plex-Server und auch vom Twonky-Server ab. UPC schenkt seinen Kunden eine Lizenz von Twonky. Dieser Mediaserver lässt sich auf Windows, OS X oder Linux installieren. Home electronics

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Nach jedem Senderwechsel werden Kurzinfos zur jeweiligen Sendung eingeblendet, und ein Verlaufsbalken zeigt an, wie viel man verpasst hat.

Als Medienabspieler ist Horizon nicht nur sperrig, sondern auch ein Mimöschen bei den Dateiformaten. Das Abspielen des WindowsDemo-HD-Clips verweigert sie genauso wie zahlreiche HD-Video-Codecs. Ferner verstummen Filme mit DTS-Ton. Im Test verschluckte sich die Box an einigen Videos dermassen, dass nur ein beherzter Griff zum Stromschalter weiterhalf. UPC spezifiziert leider keine Codec-Details für die Horizon.

INTERNET, WLAN, TELEFON Ausgereift sind die Internet- und Telefonfunktionen der Horizon. Zwei Telefone lassen sich direkt an die Box anschliessen, was im Gegenzug aber kabelgebundene Telefongeräte in Fernsehernähe zwingt. Horizon bietet vier Ethernet-Dosen mit Gigabit-Tempo und zieht ein WLAN-Netzwerk im oft übervölkerten 2,4-GHz-Bereich auf. Das eingebaute schnellere 5-GHz-WLAN war in unserer Box deaktiviert und ist anscheinend für Extender

reserviert. Das Internettempo begeisterte bei unserer Teststellung mit rekordverdächtigen bis zu 70/10 Megabit (Down/Up). Die Internetleistung ist dabei vom TV-Konsum unbeeinflusst. Happig ist der Energiehunger der Horizon. Im bei Telefonnutzung maximalen möglichen Sparmodus sind es 18 Watt, im Vollbetrieb klettert er auf 38 Watt. Im Vergleich: Gute TV-Boxen saugen im Stand-by 1 bis 2 Watt, die Internet-/WLAN-/Telefon-Box Fritzbox 7390 begnügt sich mit rund 10 Watt.

FAZIT Nach zwei Wochen Horizon-Praxistest wird die anfängliche Zapping-Begeisterung durch zu viele Mängel stark getrübt. Man hat das Gefühl, als Beta-Tester für ein unfertiges Produkt herhalten zu müssen. Wer den Versprechen von UPC für die künftigen Erweiterungen glauben will, kann sich mit der Hoffnung auf baldige Besserung trösten. |

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

Anschlüsse

UPC Cablecom (Samsung) Horizon rund 20 Franken pro Monat upc-cablecom.ch multifunktionale Kabel-TV-Empfangsbox mit 500-GB-Recorder für 40 bis 100 Filme (HD/SD), SF-Mediathek, Apps, DLNA-Client, Telefonanschluss, Internet-Modem mit 4-Port-Switch und WLAN. HDMI, 4x LAN (1000 Mbit), Scart, Digitalton (SPDIF opt./koax.), Stereo analog (Cinch)

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WERTUNG MAGAZIN

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viele Funktionen schneller Senderwechsel gut lesbar, schnelle Bedienoberfläche schnelles Internet unbrauchbare Infrarotfernbedienung kein HbbTV, schwache Apps keine Extender Stromverbrauch keine Unterstützung von Tablets/Smartphones

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YOGI-TABLETS // Peter Siering, Christian Wölbert

Dank Desktop-Office und Metro-Kacheln gelingt den Tablets mit Windows RT der Spagat zwischen Tastatur und Touch. Bleibt die Frage nach dem Mehrwert gegenüber dem richtigen Windows 8.

V

erkäufer erläutern selten öffentlich, warum sie ihrem Produkt keinen Erfolg zutrauen. Samsung-Manager Mike Abary tat genau dies, nachdem er entschieden hatte, sein Tablet mit dem Betriebssystem Windows RT nicht in den USA anzubieten: „Es war unklar, wofür RT im Vergleich zu Windows 8 steht.“ Mit anderen Worten: Den Kunden ist noch nicht klar, was RT eigentlich ist. Geschweige denn, welche Vorteile es hat. Kurz nach unserem Test hat Samsung zumindest in Deutschland sein Windows-RT-Tablet aus dem VerSeite 28

kauf genommen, weitere Länder sollen folgen (siehe Box S. 29). Dem Leser wollen wir die Resultate des getesteten Samsung Ativ Tab trotzdem nicht vorenthalten, solange es in Schweizer Onlineshops gelistet ist. In der Tat fällt es schwer, Argumente für Windows RT zu finden. Es sieht genauso aus wie Windows 8, kann aber weniger. X86Programme, also alle normalen WindowsAnwendungen, laufen nicht, nur speziell für RT entwickelte Apps. Und diese kann man nur aus dem Microsoft-Store laden. Dort sucht

man Dropbox, Spotify, Flipboard, Photoshop Touch und weitere populäre Programme noch vergeblich, auch Alternativen zum InternetExplorer wie Chrome und Firefox gibt es nicht. Immerhin: Office ist vorinstalliert. Es handelt sich um ein Paket aus Word, Excel, PowerPoint und OneNote für „Home & Student“, das man laut Microsoft nicht für geschäftliche Zwecke einsetzen darf – es sei denn, man hat schon eine Business-Lizenz für Office 2013. Ausserdem unterstützt RT, verglichen mit Windows 8, weniger Peripheriegeräte und bietet weniger Home electronics

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Smart Entertainment [ TEST - WINDOWS-RT-TABLETS ]

Experten-Tools; es fehlen etwa Dateiverschlüsselung und Remote Desktop Server. Für RT spricht eigentlich nur, dass es auf ARM-Prozessoren läuft, die als extrem sparsam gelten. Windows-RT-Tablets sollten also länger laufen und kleiner und leichter sein als ihre Konkurrenten mit x86-CPU – zumindest theoretisch. Nicht im Vergleich zu Windows 8, sondern zu iOS und Android zählt auch das abgespeckte Office als Vorteil. Schliesslich kann man damit unterwegs seine auf dem Arbeitsrechner erstellten Dokumente bearbeiten, ohne sie zu konvertieren. Es besteht also nicht die Gefahr, dass Formatierungen flöten gehen.

KLAPPEN, STECKEN, DREHEN Ist die Entscheidung für RT gefallen, muss man noch zwischen den verschiedenen Geräten abwägen. Keine leichte Aufgabe, denn diese passen nicht in die Schubladen „Tablet“ und „Notebook“: Das Lenovo IdeaPad Yoga 11 mit 11,6-Zoll-Display sieht aus wie ein flaches Notebook, man kann seinen Touchscreen aber hinter die Tastatur klappen, dann ist es ein dickes Tablet. Das Dell XPS 10 sieht aus wie ein ganz normales 10-Zoll-Tablet; steckt man es in die optionale Tastatur, ist es ein Notebook. Das dritte Testgerät, das Samsung Ativ Tab, hat ebenfalls ein 10-Zoll-Display und einen Anschluss für eine Docking-Tastatur. Allerdings lieferte Samsung uns keine Tastatur mit, und bis Redaktionsschluss konnte man eine solche nicht kaufen. Alle drei Geräte liefen im Test extrem lang: über 8 Stunden bei maximaler Helligkeit, 10 bis 13 Stunden bei normaler Helligkeit. Sie sind für ihre Grösse leicht und haben ein helles IPSDisplay, das man auch von der Seite gut ablesen kann. Ausserdem haben sie keinen Lüfter und bleiben wie das iPad auch im Stand-by-Modus auf Empfang („Connected Standby“). Sie lassen Home electronics

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sich flüssig bedienen, allerdings dauert es ein bisschen, bis man die wichtigsten Gesten kennt. Einige Apps starten relativ langsam. Die Displays zeigen 1366 x 768 Pixel, was rund 150 dpi entspricht. Das reicht den allermeisten Nutzern, Texte sehen aber nicht so schön scharf aus wie auf dem Apple iPad oder auf dem Google/Samsung Nexus 10.

DELL XPS 10 Die Mechanik von Dells XPS 10 überzeugt: Das Tablet lässt sich an die Tastatur stecken und wieder abnehmen, ohne dass man lange herumfummeln muss. Im Notebook-Modus kann man das Display ziemlich weit nach hinten klappen, das Gerät behält dabei sein Gleichwicht und kippt nicht. Die Tastatur macht das Beste aus dem spärlich vorhandenen Platz, trotz dem engen Raster tippt man flott und gerne. Auf dem grossen Touchpad scrollt und zoomt man flüssig mit zwei Fingern. Vom Rand hereinwischen, um zur vorherigen App zu springen und die Kontext menüs aufzurufen, geht nicht. Dazu schubst man den Cursor in die Ecken, drückt eine Sondertaste oder streckt den Arm aus, um auf dem Display zu wischen.

Wir berührten beim Tippen manchmal unabsichtlich das ungewöhnlich breite Touchpad mit dem Handballen, sodass der Cursor „versprang“. Das lässt sich vermeiden: Man kann das Touchpad so einstellen, dass nicht das Berühren, sondern nur das Herunterdrücken einen Klick auslöst. Wie das Vorbild von Asus hat auch die DellTastatur einen Zusatzakku und zusätzliche Schnittstellen. Der Akku verlängerte die Laufzeit im Test auf rund 14 Stunden bei voller Helligkeit. Nachteil der Dell-Kombination ist ihr hohes Gesamtgewicht von 1,3 Kilogramm – das Asus Vivo Tab RT wiegt mit Tastatur nur 1,1 Kilogramm. Dell verkauft das XPS 10 auch ohne Tastatur. Der Preis liegt dann bei 530 Franken (32 GB) und 600 Franken (64 GB), also auf dem Niveau des Microsoft Surface und des iPad. Das XPS 10 ist einen Tick leichter als diese beiden, wirkt aber nicht so hochwertig, denn die Rückseite besteht aus Kunststoff statt aus Metall. Das Display leuchtet sehr hell, die Laufzeit ist sehr gut. Das Tablet hat einen Micro-SDund einen Micro-USB-Host-Anschluss, für den Dell einen Adapter mitliefert, sodass man USB-Sticks anstöpseln kann. Um das Tablet 

Windows RT – ohne Samsung Windows RT ist vereinfacht ausgedrückt die Tablet-Version von Windows 8. Microsoft hat das Betriebssystem als Konkurrenz zu den erfolgreichen iOS- und Android-Systemen konzipiert. Damit will sich Microsoft offenbar ein Stück vom süssen Tablet-Kuchen abschneiden. Nun sagte ein Samsung-Sprecher auf der CeBIT, dass man das Tablet in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern nicht mehr an den Handel liefern werde. Einige Händler haben das Tablet noch auf Lager, allerdings gibt es die optionale Anstecktastatur immer noch nicht, und vermutlich wird Samsung sie auch nicht mehr nachliefern. Eine Tastatur ist für WindowsRT-Tablets jedoch das wichtigste Zubehör, zumindest wenn man das vorinstallierte MS Office nutzen will. Windows-RT-Geräte gibt es bald also nur noch von Dell, Asus, Lenovo – und von Microsoft selbst. 82 Prozent aller Windows-RT-Geräte stammen von Microsoft.

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Smart Entertainment [ TEST - WINDOWS-RT-TABLETS ]

Lenovo IdeaPad Yoga 11: Notebook und Tablet in einem Gerät. Das Gewicht von 1,2 Kilogramm stört im Rucksack kaum, in der Hand halten mag man es aber nicht lange.

 mit dem Fernseher zu verbinden, braucht

man einen rund 50 Franken teuren Adapter – oder die Tastatur, diese hat einen Mini-HDMIAusgang.

LENOVO IDEAPAD YOGA 11 Das erste Mal kostet etwas Überwindung: Man klappt das Display um – bis über den Punkt hinaus, an dem herkömmliche Notebooks hässliche Geräusche machen. Vom Notebook-artig zugeklappten Gerät hin zum Tablet, bei dem die Display- und TastaturRückseite aneinanderliegen, sind fast 360 Grad zurückzulegen. Mechanisch umgesetzt hat

Lenovo das mit einem Doppelscharnier. Gewöhnungsbedürftig ist, dass man nach der Verwandlung des Geräts in ein Tablet beim Anfassen auf der Rückseite die Tasten spürt. Diese reagieren dann indes nicht, sondern sind stillgelegt. Der Mechanismus erlaubt ungewöhnliche Nutzungsarten: Um Bilder zu zeigen oder Filme zu schauen, lässt sich das Yoga wie ein Satteldach in beliebigen Winkeln aufstellen oder die Tastatur bäuchlings als Standfuss verwenden. Die Lagesensoren drehen das Bild. Die Scharniere – zumindest beim fabrikfrischen Gerät – sind so fest, dass sich der

AKKU-LAUFZEIT

Modell

Dell XPS 10 Lenovo IdeaPad Yoga 11 Samsung Ativ Tab Microsoft Surface Asus Vivo Tab RT Apple iPad 4 Google Nexus 10 1

normale Helligkeit: ungefähr 200 cd/m2

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Laufzeit Videowiedergabe bei normaler Helligkeit1 [h]

Laufzeit Videowiedergabe bei maximaler Helligkeit [h]

9,7 11 10 9,5 8,4 7,8

13,2

8,5 8,6 8,3 6,8 5,7 5,7

10,8

Aufstellwinkel bei mässiger Schüttelei nicht ändert. Das Kunststoffgehäuse, das es auch in Orange gibt, ist griffig, die Tastatur umgibt ein Lederimitat. Der Display-Rahmen besteht weitgehend aus Glas, an einer Längsseite ist etwas mehr Kunststoffrand, um WindowsTaste und Scharniere aufzunehmen. Das Trackpad ist erfreulich gross und erkennt die üblichen Zwei-Finger-Gesten, nicht aber Gesten mit noch mehr Fingern. Über die Tastatur lässt sich streiten: Wer normalerweise neuzeitliche Apple-Tastaturen streichelt, für den verschluckt das Yoga häufig doppelt angeschlagene Tasten. Das liess sich bei mehreren Nutzern beobachten. Wer gewöhnlich ein PC-Klopfbrett malträtiert, produziert eher Zeichendoppler. Auf Nachfrage hat Lenovo entsprechende Probleme weder bestätigt noch dementiert. Man dürfte sich darauf einstellen können. An zwei USB-Ports lassen sich zum Beispiel Mäuse und Festplatten anschliessen, in den SD-Slot passen normal grosse Karten vollständig hinein. Der HDMI-Anschluss erlaubt das Anschliessen eines Monitors, der den Bildschirminhalt spiegelt oder als zweite Arbeitsfläche dient. Home electronics

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Dell XPS 10: Zum Arbeiten mit dem vorinstallierten Office nutzt man die Docking-Tastatur, für unterwegs nimmt man nur das Tablet mit.

Samsung Ativ Tab: 11 Stunden Laufzeit bei nur 580 Gramm Gewicht sind beeindruckend. Samsung stellt den Verkauf des Tablets jedoch ein (siehe Box S. 29). Restexemplare sind noch erhältlich.

SAMSUNG ATIV TAB In den USA will Samsung sein Glück mit dem Ativ nicht versuchen, in der Schweiz werden 600 bis 700 Franken verlangt für das Tablet mit 32 GB Speicher (wovon nach Installation der neusten Windows-Updates nur 12 GB frei sind). Die Schnittstellenauswahl (USB-Host,

Micro-SD, Micro-HDMI, GPS, NFC) ist gut, UMTS ist nicht an Bord. Und der HDMI-Ausgang unseres Testgerätes zickte, er zeigte an einem Monitor ein zu kleines Bild, an zwei weiteren gar keins. Absetzen kann sich das Ativ gegenüber der Konkurrenz vor allem durch die Ausdauer, es

HOME ELECTRONICS JAHRBUCH 2013

läuft noch länger als die meisten anderen Tablets. Es ist leichter als iPad und Surface, aber schwerer als das Asus Vivo Tab RT. Das Gehäuse sieht nach Metall aus, fühlt sich aber wie Kunststoff an. Immerhin verwindet es sich unter Druck kaum und wirkt damit stabiler als das des XPS 10. Seltsam ist, dass Samsung 

BESTE LLE N SIE JETZT U N TE R www.h ome-e lectro nics.c DAS JA h H R BU C H 20 13

LUST AUF VERNETZTES WOHNEN Vernetzung: Mit diesem Stichwort lässt sich der beherrschende Megatrend in der Unterhaltungs-Elektronik wie in der Informations-Technologie wahrhaft umfassend beschreiben: Alles, was im Hause irgendwie Strom verbraucht, dem Entainment oder der Kommunikation dient, wächst zusammen, findet Schnittstellen, greift auf gemeinsame Steuerungen zurück oder bedient sich aus dem gleichen Datenreservoir – lässt sich eben untereinander vernetzen. Home Electronics hat diesen Trend seit langem nicht nur aufgespürt, sondern auch publizistisch begleitet. Am eingehendsten wohl in dem Jahrbuch „Vernetztes Wohnen“, das jetzt zum siebten mal erscheint. In ausführlichen Beiträgen und ansehnlicher Optik beschreibt das Buch auf fast 150 Seiten hochwertigen Papiers, wie sich die faszinierende Welt der „connectable products“ in den heimischen Kosmos einfügt und seinen Bewohnern das Leben erleichtert und beHome electronics Jahrbuch 2013 / Vernetztes Wohnen

Jahrbuch 2013

VERNETZTES WOHNEN

reichert. Renommierte und fachkundige Autoren wie Martin Hug, Karin Meier oder Viktor Grinewitschus beschreiben nicht nur gelungene Beispiele vernetzter Multimedia-Elektronik und Haustechnik, sondern auch die im wahrsten Sinne des Wortes dahinter steckende Infrastruktur, die umgehebende Architektur und die zugrundeliegenden Design-Ideen. Für die passende Bildsprache sorgte unter anderem Fotograf Balz Murer, dessen perfekt zwischen sachlicher Information und faszinierender Illustration balancierenden Aufmacher und Details die Lust am Objekt zusätzlich verstärken. Doch das in der Schweiz einzigartige Fachbuch öffent auch den Blick über die Grenzen mit einer eingehenden Marktanalyse nicht nur des heimischen, sondern auch des deutschen und österreichischen Marktes für vernetztes Wohnen. Den Nutzwert steigern zahlreiche Infoboxen und Service-Elemente.

Bestellen Sie das neue Jahrbuch „Vernetztes Wohnen“ für 24.50 Franken (inkl. MwSt und Versandkosten) auf unserer Website www.he-inside.ch, per Mail an verlag@home-electronics.ch oder per Anruf auf die Nummer +41 44 245 45 46.

+

FAC H BUCH

2013

in Zusammenarbeit mit

Wir wünschen Ihnen schon jetzt viel Vergnügen beim Lesen!


Smart Entertainment [ TEST - WINDOWS-RT-TABLETS ]

 noch keine Tastatur für das Ativ Tab anbie-

tet. Schliesslich macht Office – das einzige echte Alleinstellungsmerkmal von Windows RT – mit der Bildschirmtastatur keinen Spass.

FAZIT An der Hardware der drei Tablets gibt es nichts zu meckern, im Gegenteil. Sie sind für ihre Grösse leicht, haben gute Displays und laufen im Akku-Betrieb beeindruckend lang. Unsere Kritikpunkte dürften auch nur wenige Nutzer stören: UMTS bekommt man nicht einmal gegen Aufpreis, und anstelle kompak-

ter Steckernetzteile liegen Notebook-Netzteile mit dickem Stromkabel im Karton. Die Software Windows RT hinterlässt hingegen einen zwiespältigen, eher schlechten Eindruck. Einerseits ist die Software mit der Doppeloberfläche aus Maus-Desktop und Finger-Kacheln genau das Richtige für Hybrid- Geräte wie das Dell XPS 10 und das Lenovo IdeaPad Yoga 11. Anderseits wünscht man sich dann aber alle Desktop-Vorteile, also mehr Programme, mit denen man produktiv arbeiten kann und die bereits Standard sind.

Deshalb sehen die RT-Tablets schlecht aus im Vergleich zu den Tablets mit dem „richtigen“ Windows 8: Acers W510 und Asus’ VivoTab TF810. Die beiden laufen ebenfalls über acht Stunden, lassen sich ebenfalls in Notebooks verwandeln – und auf ihnen kann man alles installieren, was man vom Notebook kennt. Das TF810 ist grösser und teurer als die RTTablets, das W510 aber genauso leicht. Auch mit dem iPad und mit Android-Tablets können die RT-Geräte nicht mithalten. Fürs gleiche Geld bekommt man dann bei der Konkurrenz mehr Pixel und mehr spannende Apps. |

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preise bei Online-Shops

Dell XPS 10 ab ca. 550 Franken (32 GB) ab ca. 780 Franken (64 GB) dell.ch Netzteil, Micro-USB-Adapter, Mini-HDMI-Adapter 27,4 x 17,7 x 0,9 cm/629 g

Lenovo IdeaPad Yoga 11

Samsung Ativ Tab

ca. 850 Franken (64 GB) lenovo.ch Netzteil

ca. 640 Franken (32 GB) samsung.ch Netzteil

29,8 x 20,4 x 1,5 cm/1216 g

26,2 x 16,8 x 0,9 cm/575 g

Displaytechnik/-Grösse Auflösung/Format Max. Helligkeit/Ausleuchtung Prozessor/Kerne/Takt Arbeitsspeicher Flashspeicher Speicherkarten-Slot WLAN/Dual-Band Bluetooth/NFC A-GPS/UMTS Schnittstellen

LCD (IPS)/22,3 x 12,6 cm (10,1 Zoll) 1366 x 768 (155 dpi)/16:9 361 cd/m²/92% Qualcomm Snapdragon S4/2/1,5 GHz 2 GB 32 GB/64 GB (frei: 44 GB) Micro-SD 802.11n/• •/– –/– Micro-USB (Host), 3,5-mm-Buchse, Docking

LCD (IPS)/25,6 x 14,4 cm (11,6 Zoll) 1366 x 768 (135 dpi)/16:9 266 cd/m²/90% Nvidia Tegra 3/4/1,3 GHz 2 GB 64 GB (frei: 44 GB) SD 802.11n/– •/– –/– 2x USB (Host), HDMI, 3,5-mm-Buchse

Akku/austauschbar Netzteil Ladezeit im Stand-by Tastatur

28 Wh/– Kleeblattstecker, 30 W 2,1 h optional: ansteckbare Tastatur mit Zusatz-Akku, Mini-HDMI, 2x USB; Tastenraster: 17,8 x 17,8 mm; Gesamtgewicht: 1310 g

42 Wh/– Kleeblattstecker, 45 W 1,4 h Tastenraster: 18,5 x 17,5 mm

LCD (IPS)/22,3 x 12,5 cm (10,1 Zoll) 1366 x 768 (156 dpi)/16:9 349 cd/m²/92% Qualcomm Snapdragon S4/2/1,5 GHz 2 GB 32 GB (frei: 12 GB) Micro-SD 802.11n/• •/• •/– USB (Host), Micro-HDMI, 3,5-mm-Buchse, Docking 31 Wh/– Kleeblattstecker, 40 W 5,5 h optional: ansteckbare Tastatur (noch nicht erhältlich)

2592 x 1944/1280 x 720 1920 x 1080/1280 x 720 M4A, MP3, WAV 3GP, AVI, MOV, MP4, WMV

– 1280 x 800/1280 x 720 M4A, MP3, WAV 3GP, AVI, MOV, MP4, WMV

2592 x 1944/1280 x 720 1280 x 960/1280 x 720 M4A, MP3, WAV 3GP, AVI, MOV, MP4, WMV

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Info www. Lieferumfang Abmessungen (B x H x T)/Gewicht

AUSSTATTUNG

MULTIMEDIA Kameraauflösung Foto/Video Frontkameraauflösung Foto/Video Wiedergabe Audioformate Wiedergabe Videoformate

BEWERTUNG Display/Ausstattung Akku-Laufzeit/Performance Angebot an Apps/Angebot an Medien +

WERTUNG MAGAZIN

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+ ansteckbare Tastatur + Lieferumfang − hohes Gesamtgewicht − Software

+ Display 360 Grad drehbar + solide Verarbeitung − Tastaturanschläge ungenau − Software

+ Akkulaufzeit + ansteckbare Tastatur (angekündigt) − nur wenig Speicher frei − Software Home electronics

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Smart Entertainment [ NEUHEITEN ]

Samsung

SMARTIE MIT STIFT Samsung hat mit dem Galaxy Note 8 ein riesiges Smartphone mit Stiftbedienung entwickelt. Diese Mischung aus Telefon (Phone) und Tablet-PC wird in der Branche als Phablet bezeichnet. Aufgrund der Grösse wird man sich das mit modernster LTE-Technik ausgestattete Telefon aber kaum ans Ohr halten, sondern dafür ein Headset verwenden. Vorwiegend wird man das Note 8 wohl als Surf-Plattform, Unterhalter und vor allem als digitalen Organisationshelfer und Notizblock verwenden. Denn mit einem speziellen Stift kann man direkt auf den Bildschirm kritzeln oder auch einfach Apps steuern. Samsung hat dazu zahlreiche Android-Apps mit entsprechenden Funktionen ergänzt. So lassen sich Fotos einfach mit handschriftlichen Anmerkungen erweitern, und aus praktisch allen Apps heraus lassen sich direkt Kurznotizen erfassen. Das Note 8 erkennt den Stift bereits bei Annäherung (Air View) und löst dann spezielle Funktionen aus. So blättert der Stift beispielsweise Seiten in E-Books um oder zeigt Vorschaubilder von Fotos, Videos und E-Mails an. Der 8-Zoll-Bildschirm mit 1280 x 800 Punkten Auflösung kann man mit der Funktion Dual View unterteilen. Danach lassen sich zwei Apps parallel nutzen. Das 340 Gramm schwere RiesenSmartphone wird in der Schweiz für 450 Franken erhältlich sein. // kh

Weltbild/Thalia

HTC

READER MIT CLOUD

KNIPST BESSER

Der deutschsprachige Buchhandel stemmt sich mit einem guten und günstigen E-Book-Reader namens Tolino Shine gegen Amazon. Er verbindet sich mit Buchläden von Thalia und Weltbild und zeigt auch Bücher ohne Kopierschutz an (Epub, PDF). Das 7 Zoll grosse Display mit 1024 x 758 Bildpunkten verwendet E-Ink-Technik. Es bietet bei Sonnenlicht hohen Kontrast und wird im Dunkeln durch eine LED-Beleuchtung erhellt. Der Tolino lässt sich mit der Fingerspitze bedienen. Die Verbindung zum Internet stellt der Reader via WLAN her, alternativ kann man Daten auch via USB auf den Leser transferieren. Der Arbeitsspeicher von 2 Gigabyte (entspricht 2000 Büchern) lässt sich mit MicroSD-Speicherkärtchen erweitern. Der Akku soll bis 7 Wochen durchhalten. Ein besonderer Clou ist die BücherCloud des Tolino: Im Internet stehen 25 Gigabyte kostenloser Speicherplatz zur Verfügung. Bis zu fünf Geräte können einfach via Internet auf die private Bibliothek zugreifen. Der Tolino Shine ist in der Schweiz bei Thalia und Weltbild für 130 Franken zu haben. // kh

Mit dem neuen Smartphone One von HTC sollen sich vor allem unter schlechten Lichtbedingungen bessere Fotos knipsen lassen. Interessanterweise sollen dabei weniger Pixel zu besseren Bildern führen. Die Auflösung des One beträgt nämlich nur 4 Megapixel. Die Sensorgrösse für jeden Bildpunkt wurde im Gegenzug vergrössert, wodurch dieser deutlich mehr Licht einfangen soll. Das HTC One setzt auch mit seinem 4,7-Zoll-Bildschirm neue Massstäbe. Er löst 1920 x 1080 Bildpunkte auf, was einer Pixeldichte von 468 ppi entspricht. Zwei Lautsprecher im Aluminiumgehäuse sollen für guten Sound sorgen. Ein 1,7-Gigahertz-Prozessor und ein Speicher von 32 oder 64 Gigabyte bieten auch rechenhungrigen Android-Apps (4.1.2) genug Ressourcen. Bei drahtloser Anbindung sind sowohl das schnelle WLAN 802.11ac als auch der Handy-Standard LTE unterstützt. Dank einem Infrarotsender kann das One auch übliche Unterhaltungsgeräte fernbedienen. Das HTC One wiegt 143 Gramm und kostet stolze 850 Franken. // kh

www.thalia.ch, www.weltbild.ch

HP

GÜNSTIGER 7-ZÖLLER Einer der grössten PC-Hersteller, Hewlett-Packard, springt spät auf den Tablet-Zug auf. Sein Slate 7 fällt nun aber positiv auf: einerseits durch den Preis und anderseits durch frische Farben. Ab Mai wird das 7-Zoll-Tablet für rund 200 Franken zu haben sein, Konkurrenzprodukte kosten teilweise das Doppelte. Der Bildschirm löst 1024 x 600 Bildpunkte auf. Für Rechenleistung sorgt ein ARM Dual Core Cortex-A9 mit 1,6 GHz. Der Speicher des Slate 7 ist mit 4 Gigabyte bescheiden, lässt sich aber mit Micro-SD-Speicherkärtchen für Filme und Fotos erweitern. Neben der üblichen Farbvariante in Silber fällt das Slate 7 mit einem feuerwehrroten Modell auf. Zum modernen jugendlichen Image passt auch, dass die Audiofähigkeiten vom trendigen Techniklieferanten Beats Audio aufgepeppt wurden. Das Slate 7 basiert auf der nicht ganz taufrischen Android-Version 4.1. Dank Integration von Googles App-Store lässt es sich mit unzähligen Apps aufrüsten. Als Funktechnik bietet es WLAN und Bluetooth. Das Tablet misst 197 x 116 x 11 mm und wiegt 368 Gramm. // kh

www.htc.com

www.hp.com/ch

www.samsung.ch

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TV & Heimkino [ REPORT - 4K/UHD-FERNSEHER ]

VERSCHÄRFTE BEDINGUNGEN // Volker Strassburg

Die Super-Bildpunktzahl „4K“ macht Furore. Was verbirgt sich dahinter? Im grossen Home-ElectronicsReport erfahren Sie alle Technik-Details, welche Geräte es geben wird und wie nachhaltig die Innovation ist.

S

chon zuvor munkelte man viel über das Thema. Seit der jüngsten Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas ist nun glasklar: 4K kommt! Im US-Spielerparadies haben alle grossen Hersteller Fernseher mit der neuen Bildpunktzahl präsentiert. Sie übertrifft die bisherige Spitzenklasse, genannt Full HD, bei weitem und will für noch realistischere Bilderlebnisse sorgen. Was bedeutet 4K? Der Begriff beschreibt die Anzahl der Bildpunkte, mit der die neuen Fernseher ihre Bilder wiedergeben. „Full HD“ hat bis anhin den Spitzenplatz inne. Bereits diese Schirme können mit grosser Bildklarheit und Detailreichtum beeindrucken. Doch je höher die Bildpunktzahl pro Flächeneinheit, auch als „Auflösung“ bezeichnet, desto schärfer werden die Bilder. 4K wartet nun mit einem geradezu gigantischen Wachstum auf. Hier ist die Bildpunktzahl viermal höher als bei Full HD. Was das in nüchternen Zahlen bedeutet, erfahren Sie in unserer Info-Box auf Seite 37. Kein Wunder, hat man der neuen Schirmauflösung ein namentliches „Ultra“ verliehen. Sie heisst „Ultra High Definition“ oder kurz „UHD“. Dieser Begriff wirkt etwas umgänglicher und dient seit kurzem als offizielle Bezeichnung für den neuen Standard. Allerdings geistert nach wie vor auch 4K durch die TV-Welt, da dies die bis jezt gebräuchliche Anrede war.

MEHR SCHÄRFE – WOFÜR? Angesichts der hohen Qualität der aktuellen Full-HD-Bilder mag man meinen, dass Verbesserungen kaum notwendig sind. Doch vieles spricht für die neue Bildgeneration. Zuvorderst beeindruckt die schiere Schärfe. Dabei geht es nicht nur darum, etwa die Umrisse eines Ferraris noch genauer zu sehen. Mit jedem Zuwachs der Bildpunktzahl steigert sich auch die Möglichkeit, dessen Farbnuancen, Schattierungen und Spiegelungen im Lack exakter wiederzugeben. Letztlich rückt uns dies immer näher an die Realität heran. Die Bilder wirken authentischer, was unweigerlich ein intensiveres, spannungsvolleres Filmerleben ermöglicht. Den nächsten Faszinationsgrad erreicht man bei der Darstellung dreidimensionaler Bilder. Es gibt derzeit zwei Techniken. Doch nur eine davon, die Shutter-Technik, bietet Full-HD-Schärfe. Dieses Prinzip  Seite 34

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TV & Heimkino [ REPORT - 4K/UHD-FERNSEHER

 strengt die Augen vieler Heim-Cineasten allerdings etwas an (eine ausführliche Erklärung finden Sie im Dossier „Der ideale Fernseher“ von Home Electronics). Das Konkurrenzsystem, die Polfiltertechnik, wird im Allgemeinen als angenehmer empfunden. Der Nachteil: Prinzipbedingt halbiert sich mit Full-HD-Fernsehern die Bildpunktzahl. Unter anderem entstehen dabei an Motivkanten gut erkennbare Abstufungen. UHD-Bildschirme dagegen sind in der Lage, auch mit dieser Technik Full-HD-Genauigkeit zu erreichen (siehe auch HE Future, Seite 14). Nicht zuletzt werden Fotografen von der UHD-Wiedergabe extrem begeistert sein. Denn mit den hochqualitativen, stillstehenden Aufnahmen vom digitalen Fotoapparat nimmt man die höhere Schärfe besonders auffallend wahr. Man glaubt bereits, statt eines TV-Schirms die gute alte Dia-Leinwand vor sich zu sehen.

Sony setzt den Sound in Szene: Lautsprecher links und rechts sorgen für markantes Design bei den kommenden TV-4K-Modellen der X 9-Serie.

MÖGLICH: FALLENDE PREISE Im vergangenen Jahr und Anfang 2013 sind bereits erste UHD-Fernseher auf den Markt gekommen. Diese sind extrem teuer. Mit rund 10 000 Franken und 140 Zentimeter Bilddiagonale gibt sich ein Modell von Toshiba (55 ZL 2) noch vergleichsweise günstig. LG präsentiert ein 214-Zentimeter-Bild (84 LM 960 V) und kostet dabei rund 20 000 Euro.

BW_Ins_230x148_d_Layout 1 26.02.13 11:10 Seite 1

Frühlingsmesse für Bauen, Wohnen und Garten Donnerstag

Eintritt

gratis

Quelle: marty häuser ©

11.–14.4.13 Tägi Wettingen Do Fr 13–20 Sa So 10–18

www.bauen-wohnen.ch


Die Sony-Variante gleicher Grösse (KD-84X9005) kommt schliesslich auf 25 000 Euro. Auch der 4K-Beamer des Hauses (VPL-VW 1000 E) hat seinen Preis: Er kostet rund 19 000 Euro. Die Schweizer Preise dürften mindestens Faktor 1.22 in Franken betragen. Auf der CES-Messe im Januar war allerdings zu hören, dass die neueren UHD-Modelle deutlich günstiger ausfallen könnten. Interessant war eine Angabe von Toshiba, nach der man mit Herstellungskosten um 10 000 Yen pro Bildschirm-Zoll kalkuliere. Danach könnte je nach Währungskurs ein 140-Zentimeter-Fernseher ab 5500 Franken kosten – das wäre ein gigantischer Preissturz. Allerdings denken die Hersteller tendenziell in deutlich grösseren Bildkategorien. Denn die Riesenbildpunktzahl ermöglicht Riesenbildschirme mit Highend-Schärfe. So hat Samsung einen Giganten mit 280 Zentimetern angekündigt. Der soll nicht nur ein Technik-Statement darstellen, sondern auch mit extravagantem Design überzeugen. Da schwebt man trotz Preisverfall in schwindelerregenden Preishöhen: 40 000 Dollar wird der Bolide schätzungsweise kosten. Ob solche Extremmodelle nach Europa gelangen, ist ungewiss. Angekündigt hat Samsung jedoch eine 216-Zentimeter-Version, die im April zu uns kommen soll. Sony folgt voraussichtlich im Juli mit seinen neuen Modellen nach. Eher später schiebt die Konkurrenz ihre 4K-Stars aufs TV-Parkett. Unterm Strich werden jedoch nahezu alle klangvollen Namen mit verschiedenen Modellen in mehreren Grössen aufwarten. Eine der wenigen Ausnahmen ist Panasonic. Die Plasma-Spezialisten, freilich längst auch im LCD-Bereich aktiv, haben zwar durchaus 

Auflösung und Skalierung Standard, HD, Full HD und nun auch noch Ultra-HD – da kommt man schnell durcheinander. Hier die grundlegenden Infos im Überblick: Standard-Definition (SD) zählt rund 1024 mal 576 Bildpunkte. Diese Auflösung ist fast nur noch bei DVDs zu finden. Die kleine HD-Auflösung hat 1280 mal 720 Bildpunkte. Sie nennt man auch „HD ready“-Auflösung. Die SRG SSR überträgt in diesem Standard. Full HD bietet 1920 mal 1080 Bildpunkte und ist weltweit sowohl bei TV-Geräten und Beamern wie auch als TV-Ausstrahlungsformat am verbreitetsten. Ultra-HD (4K) kommt auf spektakuläre 3840 mal 2160 Bildpunkte. Damit die verschiedenen Formate zusammenarbeiten können, „skalieren“ die Geräte die Auflösung. Das bedeutet, sie rechnen die Bildpunktzahl herauf oder herunter. Die wenigen aktuellen Blu-ray-Player für 4K, die es gibt, skalieren Filmbilder lediglich nach oben. Dasselbe gilt für AV-Receiver. 4K-Fernseher oder -Bea mer können zugespielte SD- und HD-Auflösungen auch selbst skalieren.

The Art of true Computer audiophile Sound Die Bibliothek im Wandel der Zeit. Die neue Musik-Streaming-Welt fasziniert viele Musikliebhaber. Es ist wunderbar, entspannt auf dem Sofa sitzend, seine ganze Musikbibliothek in den Händen zu haben, sie zu durchforsten und die Wunschtitel auf höchstem Klangniveau zu geniessen. Der Classé CP-800 Digital-DSP-Vorverstärker und der Sonata Music Server ASR-800 vereinen Computer Audio- und High-End-Technologie auf audiophilem Höchstniveau. Dank der modernen Architektur mit State-of-the Art USB- und Ethernet-Schnittstellen ist der Classé CP-800 die perfekte Vorstufe für Analog-, Digital- und Computer Audio-Quellen.

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TV & Heimkino [ REPORT - 4K/UHD-FERNSEHER ]

Samsung setzt auf Stellage: Gigantische 280 Zentimeter Diagonale misst das Topmodell, das für 40 000 Dollar gut betuchte DesignFreunde betören soll.

 neue Highend-Modelle angekündigt, lassen von UHD aber vorerst die Finger. Lediglich das geplante organische Display (OLED) überrascht mit der 4K-Auflösung. Ob dieses jedoch tatsächlich wie angekündigt in diesem Jahr aufschlägt, scheint ungewiss. Eine neue Technik, mit der die Bildpunkte ähnlich einem Tintenstrahldrucker auf den Schirm aufgetragen werden, soll die nach wie vor problematische Serienproduktion ermöglichen. Mit ihrem OLED-TV steht Panasonic recht isoliert da. Nachdem Samsung und LG ihre Termine bereits im vergangenen Jahr haben verstreichen lassen, sind sie mit ihren Versprechungen offensichtlich vorsichtiger geworden. So zeigte auch der japanische Hersteller Sony auf der CES seinen 4K-OLED, allerdings als reine Technikdemonstration. LCD ist daher weiterhin die Schirmtechnik der Wahl. Mit „IGZO“ wirft Sharp zwar noch eine weitere Technikbezeichnung in die PixelDiskussion. Doch es handelt sich dabei ebenfalls um LCDs. Eine verbesserte Ansteuertechnik mit neuartigen Transistoren sowie ein verändertes Flüssigkristallgemisch sollen die Schirme allerdings leichter, energieeffizienter und nochmals dünner machen.

WOHER KOMMEN DIE BILDER? UHD-Fernseher sind die eine Seite. Doch woher kommen die Bilder? Obgleich die Technik auch aufseiten der TV- und Filmproduzenten (siehe auch Seite 16) noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es bereits hoffnungsvolle Ansätze. Aufs Gaspedal drückt vor allem Japan. Unter Federführung der Regierung soll die erste UHD-Fussball-Weltmeisterschaft bereits 2014 aus Brasilien im fernöstlichen Land verbreitet werden. Auf dem Weg dorthin sammelt man Erfahrungen, die auch für Europa interessant sein dürften. Zudem geraten europäische Programmveranstalter unter Zugzwang. Die sind der neuen Technik gegenüber schon jetzt aufgeschlossen. Auch hier dreht sich alles um den Fussball: Der deutsche Bezahlfernsehkanal Sky zeichnete im vergangenen Jahr ein Spiel der Bundesliga Seite 38

als Test in 4K auf. TV-Zuschauer bekamen die Aufnahmen allerdings nie zu sehen. Das geht auch gar nicht: Es gibt bis jetzt keine TV-Empfänger, die das Signal empfangen könnten. Ein erster TV-Sender macht dagegen bereits von sich reden. Satellitenflottenbetreiber Eutelsat, über den auch die SRG SSR ihr Satellitenfernsehen ausstrahlt, hat ihn Anfang Jahr gestartet. Doch auch dieser dient lediglich Testzwecken, um den Experimenten der TV-Programmanbieter eine Plattform zu bieten. In Hollywood hat man sich dem UHD-Thema schon längst verschrieben. Unter den Kinohits neueren Datums befinden sich mehrere in 4K produzierte Spielfilme. Dazu gehören etwa „The Amazing Spider-Man“, „Total Recall“ oder „Salt“. Was noch nicht existiert, ist ein Abspielmedium für diese HighendPerlen. Eine herkömmliche Blu-ray-Scheibe fasst nicht genügend Daten. Zudem könnten die Player mit den superhochaufgelösten Bildern gar nicht umgehen. Sony hat daher für die USA eine Zwischenlösung gefunden. Kunden erhalten einen mit Spielfilmen befüllten 4K-Festplattenspieler kostenlos, wenn sie einen 4K-Fernseher des Herstellers kaufen. Ob daraus ein bleibendes Modell wird, hängt vom Erfolg ab. Eine weitere Möglichkeit, schon bald in den Genuss von UHD-Filmen zu kommen, stellt das Internet dar. Es wäre spielend in der Lage, die bildpunktgewaltige Heimkinokost anzuliefern. Bereits bei der Blu-ray hat man diskutiert, ob eine Scheibe als Abspielmedium überhaupt noch notwendig sei. Es scheint daher unsicher, ob es jemals eine UHD-Disc geben wird.

„MASTERED IN 4K“ Etwas verwirrend wirkt da die Ankündigung von Sony, Blu-rays verkaufen zu wollen, die „Mastered in 4K“ sind. Diese Scheiben sollen mehr Bildinformationen zur Verfügung stellen als gewöhnlich, obwohl man auch auf ihnen nur Full-HD-Bildpunktzahl findet. Ist dies möglich, oder handelt es sich um eine kühne Werbefinte? Home electronics

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Spannung bei Panasonic: Kommt der angekündigte 4K-OLED tatsächlich noch dieses Jahr, schlägt der 137-Zentimeter-Schirm (54 Zoll) alle punkto Brillanz.

Dr. Ing. Rainer Schäfer Geschäftsfeldleiter Fernsehen, IRT

Home Electronics fragte beim renommierten deutschen Institut für Rundfunktechnik (IRT) nach, das die Aussage tatsächlich bestätigt. Die Erklärung, die uns Dr. Ing. Rainer Schäfer (siehe auch Seite 15) liefert, fällt hochinteressant aus: Moderne Film- und TV-Kameras fangen ihre Bilder mit SensorChips ein. Diese besitzen eine definierte Bildpunktzahl, wie man sie auch von Fotoapparaten her kennt (zum Beispiel 12 Megapixel). Die sensorischen Fähigkeiten der Chips darf man allerdings nicht gänzlich ausnutzen, da dies zu Fehlern im Bild führen würde. Aussen vor bleiben ausgesprochen feine Helligkeits-, Farb- und Schärfenuancen. In der Fachsprache nennt man dies „hochfrequente Bildanteile“. Im Objektiv integrierte Filter halten sie gezielt vom Chip fern. Je höher allerdings die Bildpunktzahl des Chips ausfällt, desto höher frequente Bildanteile kann er verarbeiten. Zeichnen die Film- und TVKameras also nicht mit Full-HD-, sondern Ultra-HD-Auflösung auf, kann man ihnen mehr Bildinformationen zumuten. Nun folgt der letzte technische Gedankenschritt: Ein Teil dieser zusätzlichen Informationen sind selbst dann im Bild enthalten, wenn man die UHD-Auflösung auf Full HD herunterrechnet. Und genau diese Qualitätsverbesserung ist auf Blu-rays „Mastered in 4K“ sichtbar. Ist die gesamte Produktionskette auf 4K ausgerichtet, entsteht also tatsächlich mehr Bildqualität. Ultra-HD-Fernseher können dieses Plus besonders gut nutzen und darstellen. Allerdings, so Rainer Schäfer, dürfte dieser Mehrwert sogar auf Full-HD-Fernsehern erkennbar werden, wenn auch in geringerem Mass (siehe dazu das Interview rechts). Genau genommen beschert uns erst Ultra High Definition die maximale Full-HD-Qualität. Und in diesem Sinne wird auch klar, wer an Ultra-HD vorrangig Interesse haben sollte: perfektionistische Heimkino-Enthusiasten. Sie werden von der neuen HD-Generation von Anfang an begeistert sein. Den anderen Cineasten dürfte es reichen, spätere (und günstigere) 4K-TV-Generationen abzuwarten. | Home electronics

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„Mastered in 4K“ – ist das nicht irreführend? Die Aussage ist vielleicht missverständlich, da auf der Blu-ray ja nach wie vor nur Full-HD-Auflösung abgespeichert ist. Aber sie trifft zu und ist kein Werbegag. Allerdings muss Sony die Blu-rays nicht auf irgendeine besondere Weise produzieren. Der Vorteil ist systemimmanent. Wird ein Film von einer 4K-Kamera aufgenommen, sind in den Bildern Informationen enthalten, die eine Full-HD-Kamera gar nicht in der Lage ist einzufangen. Ein Teil dieser zusätzlichen Bildinformationen gelangt automatisch auf die Blu-ray, auch wenn die Bilder dabei auf niedrigere Auflösung heruntergerechnet werden. Haben Sie bereits Erfahrungen mit 4K-Skalierungstechniken gesammelt? Wir haben gemeinsam mit dem Normierungsorgan European Broadcast Union Anfang dieses Jahres erste Tests unternommen. Das Ergebnis war, dass auf 4K hochgerechnete Filme nur wenig schlechtere Bildqualität zeigten als das 4K-Original. Allerdings war dabei nicht abgesichert, ob das Original überhaupt mit maximaler Qualität produziert wurde. Daher hinkt der Vergleich unter Umständen. Wir müssen die ersten Geräte und Ergebnisse also abwarten? Sicher, wir bewegen uns auf neuem Terrain mit neuen Fernsehern und neuer Produktionstechnik. Allerdings hatten wir ein ähnliches Szenario bei der Umstellung von Standard- auf High Definition. Auch hier konnte man zum Beispiel bei der TV-Übertragung feststellen, dass die geschaffenen Kapazitäten für High Definition die Sendungen in Standardauflösung ebenfalls deutlich besser aussehen liessen. Dasselbe wird auf jeden Fall für Full HD und UHD gelten, und das mit einem vergleicharen Qualitätssprung. Sieht man diesen Sprung auch mit wohnzimmerüblichen Schirmgrössen? Legt man durchschnittliches Sehvermögen zugrunde, ist das Auge in der Lage, bei einem Sehabstand vom exakt Dreifachen der Schirmhöhe die volle Bildschärfe zu erfassen. Mit Standardauflösung gilt dasselbe mit sechsfacher Bildhöhe. Kaum einer hält diese Sichtabstände genau ein, man sieht in der Regel dennoch deutliche Qualitätsunterschiede. Je weiter weg man sitzt, desto geringer wird der Schärfeunterschied allerdings. 4K wirkt bei 1,5-facher Bildhöhe optimal Mit diesen Angaben als Orientierung kann sich jeder selbst ein Bild machen.

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TV & Heimkino [ TEST - LAUTSPRECHER-SET MIT 2 SUBS ]

ZEITLOS GUT // Florian Goisl

Canton präsentiert mit der Chrono-SLS-Serie sein neues Lautsprecherprogramm. Neutraler Klang und satte Dynamik machen das 5.2-Set für Musik- und Filmfans hochattraktiv.

Zeitlos schön: Die Lautsprecher der SLS-Serie sind in weissem oder schwarzem Hochglanzlack erhältlich. Die kompakten Aktiv-Subwoofer stammen aus der SL-Serie und passen gut dazu.

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Bi-Wiring-Terminal: Tiefton- und Mittel-/ Hochtonzweig können bei der Standbox 780 DC separat befeuert werden, wenn man die Brücke entfernt.

Optimaler Bass mit zwei Subwoofern

E

s ist eine Erfolgsstory: Seit 1972 baut Canton im deutschen Städtchen Weilrod im Taunus Lautsprechersysteme. Mit kreativen Ideen, wie 1979 mit dem ersten eigenen Sub-Sat-System, setzt die Firma Trends und ist heute weltweit bekannt. Die neueste Entwicklung heisst Chrono (griechisch: Zeit) SLS und umfasst zwei unterschiedlich grosse Standboxen, Center, Regalbox und Aktivbass.

TECHNIK Für den Test orderten wir als Front die Standboxen 780 DC für 2700 Franken Paarpreis, dazu den SLS 755 Center für 730 Franken und als Surroundstrahler zwei Regalboxen SLS 720 für 920 Franken pro Paar. Dazu kombinierten wir nicht den eigentlichen Subwoofer der neuen Serie, sondern für ordentlichen Druck gleich zwei der würfelförmigen, kompakten Tiefgründer Sub 600 aus der SL-Serie zum Preis von je 620 Franken. Machbar sind natürlich auch andere Kombinationen. Die Verarbeitung überzeugt mit exakt eingepassten Treibern, dazu sorgen abgeschrägte Kanten und ein feiner Mehrschichtenlack für eine überzeugende Optik. Dank Magnetbefestigung für die Stoffabdeckung präsentiert sich die Schallwand ohne hässliche Befestigungslöcher. Vergoldete Terminals gewährleisten einen dauerhaft guten Kontakt zu den Lautsprecherkabeln. In allen Boxen des Sets arbeiten 16-ZentimeterAluminium-Treiber als Tief- und Tief-/Mitteltöner, die von einer wellenförmigen Wave-Sicke auf Kurs gehalten werden. Diese spezielle Konstruktion mit konvexer und konkaver Wölbung soll hohe Auslenkungen bei verbesserter Führung ermöglichen und somit die Resonanzneigung reduzieren. Die Standbox in Drei-Wege-Technik verfügt über zwei TieftonChassis, während die Konus-Treiber im Center und in den Surroundboxen Tief- und Mitteltonbereich zugleich wiedergeben. Für Frequenzen ab drei Kilohertz ist bei allen Speakern eine 25-Millimeter-KeramikKalotte verantwortlich, die ein Gitter vor Beschädigung schützt.  Home electronics

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Möglichst viele Tieftonquellen bieten das Potenzial für präzise Bässe mit gleichmässiger Raumanregung. Unser Set mit grossen Frontboxen und zwei Aktivbässen liefert da gute Voraussetzungen; doch erst ein korrektes Setup sorgt für bestmöglichen Klang. Hier unsere Tipps für optimalen Bass. Platzierung: Die korrekte Platzierung von zwei Woofern nur nach Gehör zu finden, ist aufwändig. Denn je nach Aufstellung ergeben sich stark unterschiedliche, ortsabhängige Frequenzgänge mit Verstärkungen und Abschwächungen durch die so genannten Raum-Moden. Typisches Symptom: Während bestimmte Töne lange nachdröhnen, sind andere fast unhörbar. Eine gute Einmessautomatik im AV-Receiver lindert die Symptome, indem sie die stärksten Brummtöne leiser macht, bekämpft aber nicht die Ursache. Echte Abhilfe schaffen Akustik-Programme wie Cara, die den idealen Platz für die Subs ermitteln. Mit zwei geschickt platzierten Subwoofern lassen sich die schlimmsten Moden, die je nach Raumgeometrie meist im Bereich zwischen 30 und 120 Hertz liegen, wirkungsvoll austricksen. Bass-Management: Konfigurieren Sie den AV-Receiver so, dass die Subs auch im Stereo-Betrieb laufen. Die Einstellung heisst je nach Modell Extra-Bass, Subwoofer Plus, Double Bass oder LFE+Main (LFE: Low Frequency Effects). Achten Sie darauf, dass sich Filterflanken von Receiver und Sub nicht überschneiden: Wenn Sie das Receiver-Filter nutzen, drehen Sie den Crossover-Regler am Sub ganz nach rechts. Nutzen Sie hingegen das Subwoofer-Filter, so schalten Sie das Receiver-LFE-Filter ab oder stellen es auf die maximale Frequenz. Die Einstellung beider Subs sollte identisch sein. Phase optimieren: Die Bass-Anteile von Frontboxen und Subwoofer dürfen sich in keinem Frequenzbereich auslöschen. Massgeblich trägt dazu die Phaseneinstellung bei. Welche optimal ist, hängt von Raum und Aufstellung ab. Man findet sie heraus, indem man die Lautstärke dreier Töne beispielsweise mit 30, 50 und 80 Hertz am Hörplatz vergleicht. Die benötigten Testsignale liefern Test-CDs oder – noch bequemer – Tongenerator-Apps fürs Smartphone. Verändern Sie die Phase immer nur schrittweise und für beide Subs gemeinsam. Das klappt am besten mit einem Helfer, damit Sie nicht ständig hin und her laufen müssen. Bei richtiger Einstellung klingen alle drei Töne ungefähr gleich laut und druckvoll.

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TV & Heimkino [ TEST - LAUTSPRECHER-SET MIT 2 SUBS ]

Einstellungen: Der Subwoofer bietet stufenlose Pegel-, Frequenz- und Phasenanpassung. Anschlüsse für Stereoverstärker gibt es auch.

3D-Frequenzgang: Für seitlich sitzende Zuschauer gehen bei liegendem Center die Mitten verloren, wodurch sich die Sprachverständlichkeit verschlechtert.

 Das exotische Membranmaterial verspricht bei niedrigem Gewicht und hoher Steifigkeit eine besonders saubere, verzerrungsarme Hochtonwiedergabe. Alle Boxen sind mit einem Bassreflexport versehen, der im Falle der Standbox nicht nach hinten, sondern nach unten, also vom Gehäuse auf die Sockelplatte, abstrahlt (Downfire). Die 22 Zentimeter grossen Langhub-Chassis der beiden Subwoofer arbeiten im geschlossenen Gehäuse, angetrieben von 200 Watt kräftigen Endstufen. Durch Downfire-Technik sollen auch sie die Raumluft optimal zum Schwingen anregen. Punkto Einstellmöglichkeiten warten die Subwoofer mit stufenlosen Reglern für Pegel, Hochpassfilter und Phase sowie mit einer dreistufigen Tiefbassanhebung auf. KomfortExtras wie Fernbedienung oder Equalizer bieten sie aber nicht.

TONQUALITÄT SURROUND Der auf Achse gemessene Frequenzgang aller Boxen verläuft zwischen 200 und 10 000 Hertz fast linear, was neutralen Klang verspricht. Alle Boxen weisen eine sehr ähnliche Klangcharakteristik auf, was für die Raumabbildung immens wichtig ist. Nicht bestätigen konnten wir den angegebenen Übertragungsbereich der Frontboxen, der bis 23 Hertz hinabreichen soll; unser Testlabor kam bei der Messung vielmehr auf 43 Hertz bei einem Toleranzband von 10 Dezibel. Center und Rears erreichen eine untere Grenze von 50 und 40 Hertz, brauchen also nicht vom Seite 42

Bass befreit werden. Die geschlossenen Subwoofer fügen sich bei einer Trennfrequenz von 60 Hertz und in der „Room Compensation“-Einstellung „Wide“ optimal ein. Bei tieferen Trennfrequenzen verlieren sie an Maximalpegel, während bei höheren der Tiefgang wegen der verschobenen Übertragungscharakteristik nachlässt. Im Hörtest offenbarte sich die harmonische Gesamtabstimmung des Sets. Im Vorspann von „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ bilden die Cantons die Surround-Atmo perfekt einhüllend ab. Die leicht bedeckt und mit viel Brustvolumen aufgenommene Stimme der Elben-Herrscherin Galadriel gibt der Center trotz Bassgrollen glasklar wieder – allerdings nur, wenn man ihm direkt gegenübersitzt. Aus seitlicher Position fehlen zunehmend die Mitten, die Dialogverständlichkeit verschlechtert sich (siehe Rundstrahldiagramm oben). Überaus eindrucksvoll gerieten dann die Schlachtszenen: Das Set baut über den gesamten Frequenzbereich eine beträchtliche Dynamik auf, der Auftritt Saurons lässt die Zuhörer bei entsprechenden Pegeln erschauern. Einziger Wermutstropfen: Den vergleichsweise kleinen Bass-Würfeln gelingt keine so körperliche Wucht wie grösseren Kollegen, die unter 30 Hertz noch deutlich mehr Druck aufbauen können. Grundsätzlich aber überzeugen die Bassisten, sie spielen zusammen je nach Einstellung mit 105 bis 109 Dezibel laut auf und fangen auch nahe dem Maximalpegel nicht an zu rappeln oder zu klirren. Home electronics

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STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Abmessungen Front (H x B x T) Abmessungen Center (H x B x T) Abmessungen Surround (H x B x T) Abmessungen Subwoofer (H x B x T) Anzahl der Lautsprecher

Canton Chrono SLS-Set 5600 Franken gesamt telanor.ch; canton.de 99 x 19,5 x 28 cm (Chrono SLS 780 DC) 19,5 x 45 x 30 cm (Chrono SLS 755) 29 x 19,5 x 28,5 cm (Chrono SLS 720) 33,5 x 27 x 27 cm (Chrono SL Sub 600) 5.2

MESSERGEBNISSE Frequenzgangabweichungen Impedanzminima Empfindlichkeit/Wirkungsgrad Untere Grenzfrequenz Front

3,0 dB/3,4 dB/2,9 dB (F/C/S) 3,3 / 3,7 / 3,8 OHm (F/C/S) 86,9/86,9/84,6 dBSPL (F/C/S) 34 Hertz

+

WERTUNG MAGAZIN

+ + + + − −

dynamischer, spielfreudiger Klang tonal ausgewogen hoher Wirkungsgrad präziser, knackiger Bass Center mit kritischem Abstrahlverhalten Standboxen könnten noch tiefer spielen

Bei komplexer, gut abgemischter Popmusik wie auf der Steely-Dan-DVD „Two Against Nature“ zeigt sich der feinsinnige Charakter des Sets. Die Cantons geben Hochtonimpulse genau wie den Kickbass unglaublich schnell, schlackenlos und strukturiert wieder. Tonal klingen sie gegenüber unserem Referenzset von B&W (CM9-Set) offener und spielen wegen des vergleichsweise hohen Wirkungsgrads auch lauter.

TONQUALITÄT STEREO Bei einer Orgelaufnahme mit tiefen Flötenregistern lassen die Cantons den Korpus der grossen, obertonarm klingenden Pfeifen kräftig und ohne Resonanzneigung erklingen. Auch die gute Tiefenstaffelung der Orgel-Teilwerke überzeugt. Die ganz grossen Basspfeifen bauen ohne Subwoofer-Unterstützung allerdings etwas wenig Druck auf, da der Frequenzgang unter 60 Hertz markant abfällt. Die Subwoofer unterstützen hier wirkungsvoll. Sie erweitern das Klangspektrum um eine weitere Oktave und sorgen so für eine realistischere Wiedergabe, die sich auch im sensiblen Stimmbereich vorbildlich ausgeglichen und packend dynamisch präsentierte.

Panasonic, QED

RICHTIGSTELLUNG Im lizensierten Testbericht zum sonst sehr gut bewerteten 55-Zoll-LCD-Fernseher Panasonic TX-L55WT50E steht in der Abschlusstabelle Seite 63 unter „Minus“, dass der TV keinen elektronischen Programmführer an Bord habe. Panasonic Schweiz weist darauf hin, dass der grosse Fernseher (Bild oben) sehr wohl über einen EPG verfügt. Die Redaktion bittet um Entschuldigung. Die Horn Distribution, Schweizer Vertrieb der gleichfalls in HE 3/2013 empfohlenen Flachkabel von QED (Bild unten), korrigiert die auf Seite 55 genannte Homepage. Statt auf www.horndistribution.com wird man auf www.horn.eu fündig bei der Suche nach weiterführenden Informationen. Auch hier bittet die Redaktion um Pardon. // lbr

FAZIT In bester Canton-Tradition musiziert das SLS-Set mit hoher tonaler Neutralität und fasziniert mit toller Dynamik, knackigem Bass und viel Spielfreude. Dank des hohen Wirkungsgrads und problemloser Minimal-Impedanzen kommt das Set mit fast jeder Art von Verstärkern beziehungsweise AV-Receivern zurecht. | Home electronics

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TV & Heimkino [ NEUHEITEN ]

Yamaha

Toshiba

RADIO, KINO, STREAMING

SOUNDBAR, SUBWOOFER

Der japanische Hersteller Yamaha ergänzt die Reihe seiner AV-Receiver um das Modell RX-V 500 D für etwa 550 Franken. Die netzwerktaugliche Zentrale für höherwertige Audio-Video-Anlagen hat einen Empfänger auch für DAB und den in der Schweiz beliebten digitalen Rundfunkstandard DAB+ mit an Bord. Per vTuner steht zudem die kaum mehr überschaubare Fülle des Internetradios offen, andere Quellen können auch mit drahtlosem AirPlay in die Komponente strömen. Dank DNLA-1.5-Zertifizierung bindet sich der AV-Receiver fllugs auch ins heimische Netzwerk ein, die Wiedergabe von WAV- oder FLACDateien in hoher Auflösung stellt kein Problem dar. Der eingebaute digitale Signalprozessor und das automatische Einmesssystem helfen, das Klangerlebnis zu optimieren. Dank kostenloser Apps für iOS und Android kann der in Schwarz und Titansilber lieferbare Receiver auch vom Smartphone bedient werden. Die „Scene“-Funktion aktiviert einen Betriebszustand mit einem Tastendruck. Der RX-V 500 D soll ab Mai bei den Händlern stehen. // lbr

Soundbars, also Lautsprechersysteme in Balkenform, werden immer beliebter, versprechen die leicht unter- oder oberhalb von Flachbildschirmen montierbaren Riegel doch Surroundklang zum Fernseher, ohne eine Vielzahl von Lautsprechern in der Stube zu verteilen. Toshiba stellt jetzt mit dem nur 29 x 8 x 10 Zentimeter messenden SBM1W ein besonders kompaktes Exemplar vor, dem ein externer Subwoofer (22 x 25 x 22 cm) zur nötigen Bassfülle verhilft. Ortsfeste Geräte wie Fernseher, Blur-ay- oder Netzwerkwerkplayer docken per Kabel an. Anschlüsse über Cinch, 3,5-mm-Klinke oder digital für Koax und TOSLINK stehen offen. Für das virtuelle Raumklangerlebnis soll der Sonic-Emotion-Absolute-3D-Prozessor sorgen. Toshiba verspricht ein dreidimensionales Klangfeld ohne aufwendige Kalibrierung. Drei Klangeinstellungen sind programmiert: Film, Games, Musik. Wer Letztere vom Handy oder Tablet einspeisen möchte, kann dies auch drahtlos per Bluetooth tun. Der 3D-Mini-Soundbar kostet etwa 250 Franken. // lbr

www.yamaha.de; eurotronic.li

LG

NEUES AUS FERNOST In Korea hat der Elektronik-Gigant LG sein neues Sortiment an TVGeräten bereits eingeführt, Wann exakt der Schweizer Markt beglückt wird, steht noch nicht fest. Am ehesten darf sich der Freund scharfer Bilder freuen auf den ersten 55-Zoll-OLED-Fernseher von LG, der mithilfe der Organic Light Emitting Diods sowie zusätzlicher Weiss-Pixel besonders brillante Bilder liefern soll. LG nennt diese Technologie WRGB (White, Red, Green, Blue), die auch sichtbare Verbesserungen im Schwarz-Bereich bringen soll. Dann werden dem riesigen 84-ZollUltra-HD-TV mit vierfacher Auflösung von normalen High-DefinitionFernsehern (4K, siehe Seite 34) auch die Grössen 55 und 65 Zoll in dieser extrascharfen Technologie folgen. Des Weiteren verspricht LG Verbesserungen bei seinem neuen Cinema 3D Smart TV Line-up. Stichworte: aktualisierte Triple-XD-Engine, In-Plane-Switching. Dazu kommen noch leichter zu bedienende SmartFunktionen, also noch elegantere Verbindungen von TV und Internet. Auch die Sprachsteuerung soll ausgebaut werden. // lbr www.lg.com/ch

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www.toshiba.ch

Panasonic

SPITZENPROJEKTOR Vollmundig verspricht Panasonic mit seinem Projektor PT-AT 6000E „3D Home Cinema Experience – Just Got Better Than Ever“. In der Tat konnte sich Home Electronics während der europäischen Neuheiten-Show (siehe auch HE 3/13, Seite 9) ein hervorragendes Bild von dem Bilderwerfer machen. Der 6000er beziehungsweise seine „Red Rich“Lampe kann laut Firmenangaben bis zu 5000 Betriebsstunden bis zu 2400 Lumen hell strahlen, was ihn dann auch bei 3D-Wiedergabe zu wahrhaft brillanten Bildern befähigt. Damit das Grosshirn des Betrachters auch bei schnellen Bidlfolgen nicht dem bei Active Shutter 3D oft auftretenden „Mach-DvorakEffekt“ aufsitzt, soll die 3D-MotionRemaster-Technik für natürlichere Abfolgen sorgen, indem sie die unvermeidbare Verzögerung zwischen den Signalen für rechtes und linkes Auge dem menschlichen Bildverarbeitungs-Apparat anpasst. Der mit zahlreichen weiteren HightechLeckereien und Komfort-Features ausgestatte Superprojektor ist seit einiger Zeit in der Schweiz zu kaufen und kostet 3500 Franken. // lbr www.panasonic.ch

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Wenn die Welt eine perfekte Box kennt, dann diese.“ Zitat Malte Ruhnke, Audiophile 1/2011

„REVOLUTION AUS DEUTSCHLAND“ Der Zylinderwellenstrahler bildet die Musik so präzise ab, wie kein anderer Lautsprecher. Die BM35 ist der beste Lautsprecher, den ich je gehört habe. B&M-Chefentwickler Johannes Siegler sind nostalgische Anwandlungen fremd. Fast könnte man meinen, er sei ein Revolutionär seine Innovationen wie der Zeilenstrahler lassen andere High-End-Entwicklungen wie Trippelschritte anmuten. Doch kann eine einzige Box mit den hartnäckigen Vorurteilen gegenüber der Aktiv- wie der Digitaltechnik aufräumen? Sie kann. Wo die Focal (Focal Grande Utopia) die Positionen der 400 Musiker nur skizzierte, stellte die Backes jeden einzelnen an seinen richtigen Platz: unglaublich! Sie ermöglichte sogar auf ungünstigeren Sitzplätzen ein Durchhören der Musik. Kollege Lothar Brandt atestierte ihr die „Abbildungsschärfe einer Lesebrille“ aber mit der Breite eines Panoramagemäldes. Toll, dass eine solche Revolution endlich mal wieder aus Deutschland kommt.“ Textauszüge Audio 2/2007

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Audio [ Test – Vollverstärker und SACD-Player der Topklasse ]

kleiner könig, Grosses Ass // Lothar Brandt

Accuphase zieht gleich zwei neue Trümpfe: Der Nobel-Hersteller lässt seinen günstigsten Vollverstärker E-260 und den jüngsten SACD-Player DP-550 aufspielen. Der Einsatz ist nicht billig – zusammen etwa 20 000 Franken. Doch klanglich hat man mit beiden extrem gute Karten.

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E

del, hilfreich und gut – was der Dichterfürst Goethe da für den mehr oder minder utopischen Menschen forderte, löst die japanische Hifi-Firma Accuphase seit Jahrzehnten für ihre noblen Kreationen ein. Mit schöner, aber nicht hektischer Regelmässigkeit bringen die Bannerträger der „Accurate Phase“ – daher der Name – Neuheiten heraus. Stets den Vorgänger hilfreich weiterentwickelnd, meist in Tests edel auftrumpfend und allseits gut wiedererkennbar. So könnte man den in feinstem Türkis geschwungenen Namenszug in der Mitte des Displays auch abdecken – nahezu alle Highend-Fans, die vielen Liebhaber und auch die wenigen Kritiker der Marke würden die beiden Neuankömmlinge sofort identifizieren. Der Vollverstärker E-260 und der SACD-Player DP-550 sind wirklich jeder Zoll vom edlen Geschlecht derer von Accuphase.

Hilfreich: Die Verstärker-Ausstattung So verzichtet zwar der neue, mit 6700 Franken tatsächlich preisgünstigste Vollverstärker der Adelsfamilie etwa gegenüber dem grösseren Bruder E-360 (Test in Home Electronics 5/ 2012) auf die vornehme Klappe, die seltener gebrauchte Bedienelemente diskret verbirgt. Doch wie der Grosse zeigt auch der Kleine sein Gesicht in jenem einzigartigen hellbronzenen Farbton, der seit Generationen sofort mit Champagner assoziiert wird. Weit schwingende, sympathisch illuminierte analoge Drehspul-Aussteuerungsanzeigen signalisieren dynamische Kraftentfaltung in jedem Stereokanal. Diese so genannten VU-Meter unterstützt in ihrer Mitte ein rubinfarbener numerischer Hinweis, wie viele Dezibel man gerade unter Volllast fährt.

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Nun mag man streiten, ob die – selbstverständlich abschaltbaren – Klangregler sowie die Loudness-Schaltung (hier „Comp“ wie Kompensation genannt) einem modernen Verstärker noch zur Zierde gereichen. Bei Accu­phase gehören die Möglichkeiten, Bass und Höhen zu liften oder zu soften sowie der Abhörlautstärke anzupassen, einfach zum guten Ton. Ähnlich eine ganze Reihe weiterer Optionen: Die MonoTaste gestattet nicht nur, monophone Tonträger statusgemäss abzuhören, sondern leistet auch bei der akustisch korrekten Positionierung von Lautsprechern unbezahlbare Dienste. Der „Attentuator“ senkt bei Unterbrechungen des Hörgenusses abrupt den Pegel per Muting, der „Phase“-Knopf dreht die elektrische Phase, und wer unbedingt will, kann den Vollverstärker auch auftrennen in Vor- und Endstufe und separate Komponenten einpflegen. Apropos einpflegen: Wie jeder Accuphase- Vor- oder -Vollverstärker hält auch der E-260 einen Optionsschacht auf der Rückseite offen (die grösseren haben sogar deren zwei). In diesen dürfen Schallplattenhörer eine für MM- wie MC-Tonabnehmer taugliche Phono-Stufe namens AD-20 einschieben. Der Autor kann diese 1450 Franken teure Edelplatine nur empfehlen, in Verbindung mit Accuphase-Verstärkern ist sie den meisten etwa gleich teuren externen Phonostufen überlegen. Wer andererseits eher auf neuzeitliche, digitale Quellen schwört und diese möglichst direkt klangfördernd an den Accuphase andocken will, dem sei der Digital-Analog-Wandler DAC-30 für 1500 Franken ans Herz gelegt. Dieser Einschub hat eine elektrische koaxiale, eine optische Toslink- sowie eine USB-Schnittstelle und verarbeitet bis zu mit 24 Bit / 192 Kilohertz feinst aufgelöste Signale. ��

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Audio [ TEST – VOLLVERSTÄRKER UND SACD-PLAYER DER TOPKLASSE ]

EDEL: DIE VERSTÄRKER-TECHNIK Alles schön und gut, doch das bieten andere Vollverstärker mehr oder weniger auch an Ausstattung. Aber der E-260 ragt auch technisch aus der Masse heraus. Wie seine Verwandten wartet er auf mit einer klug durchdachten Lautstärkeregelung namens Accuphase Analog Varigain Amplifier, AAVA. Schliesslich bringt höchster Luxus in der Vorstufe klanglich gar nichts, wenn sich das kostbare Musiksignal an einem minderwertigen Potenziometer buchstäblich aufreiben muss. Fünf parallel geschaltete so genannte Pufferverstärker nehmen sich der Eingangssignale an, bevor diese nun entsprechend aufgepeppt sich mit keinerlei konventionellem Pegelsteller und dessen wechselnden Impedanzen herumschlagen müssen. Ein Spannungs-Strom-Wandler setzt die Spannungen in Ströme um, wobei ihm 16 Stufen zur Verfügung stehen. Theoretisch kann er also 65 536 (2 hoch 16) unterschiedliche Stromstärken abbilden. Der Volume-Regler auf der Front steuert nun einen Mikroprozessor, der wiederum durch Aufsummieren der geöffneten beziehungsweise geschlossenen Schalter den Verstärkungsfaktor für das Nutzsignal vorgibt. Ein weiterer Wandler transformiert die Signalströme dann wieder in Spannungen. Das alles bringt

hohen Rauschabstand und linearen Frequenzgang unabhängig von der Abhörlautstärke. Nebenwirkungen: absolute Kanalgleichheit und Trennung derselben. Mit Nahrung aus dem Stromnetz versorgt den Accuphase dabei ein riesiger, abgeschirmter Netztransformator, dem zwei grosse SpeicherKondensatoren mit jeweils 22 000 Mikrofarad Kapazität assistieren. Hauptnutzniesser dieser beruhigenden Vorratshaltung dürften die pro Kanal jeweils zwei parallel im Gegentakt geschalteten Endtransistoren von Sanken sein. Damit diese möglichst honorigen Umgang mit dem Signalen pflegen, greift die von Accuphase kontinuierlich weiterentwickelte Strom-Gegenkopplung ihnen korrigierend unter die starken Arme. Die Techniker aus Yokohama sprechen inzwischen von „negativer Gegenkopplung“, die dank hohem Dämpfungsfaktor auch an den widerborstigsten Frequenzweichen angeschlossener Lautsprecher optimale Leistungsabgabe garantiere. Wie auch immer: Im Labor drückte der E-260 unbeeindruckt von Phasendrehungen 176 Watt pro Kanal in die Vier-Ohm-Messwiderstände. Dass Accuphase im Prospekt nur 115 Watt angibt, unterstreicht einmal mehr die Noblesse dieses Herstellers.

Vier-Fach: Vier von Schirmblechen abgetrennte Separees im DP-550 beherbergen Netzteil, Ausgangs- und Eingangssektion, Steuerung und das bebrückte Laufwerk.

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Vierte Schnittstelle: Der Wandler des DP-550 nimmt per USB (nur im Eingang), Koax und Tosklink Kontakt zu anderen Digitalkomponenten auf. Eine Besonderheit ist das von Accuphase entwickelte HS-Link für digitale SACDSignale. Cinch- und XLR-Buchsen (mit wählbarer Phase) transportieren das analoge Ausgangssignal zum Verstärker.

AUCH EDEL: DIE PLAYER-TECHNIK Noblesse oblige, aber muss denn ein Player, der lediglich CDs und SACDs in Stereo abspielt, 12 900 Franken kosten? Wen diese Frage umtreibt, dem sei ein Blick auf die Preisschilder (soweit vorhanden) im nächsten Juwelier- oder Uhrengeschäft empfohlen. Und ausserdem ist selbst bei Accuphase alles relativ. Der deutsche Vertrieb (www.pia.de) veranstaltet regelmässig Präsentationen unter dem Motto „Accuphase Live“. Für Schweizer interessant könnte der Termin in Reutlingen sein (siehe Agenda Seite 6). Dort spielt als digitale Quelle die LaufwerkWandler-Kombination DP 900 / DC 901 für über 50 000 Franken. Von dem Über-Laufwerk DP 900 haben die Accuphase-Techniker einiges für den Transport im DP-550 übernommen. In einem maximal erschütterungsfrei konstruierten Chassis schwebt der „Traverse Mechanism“. Die Abtasteinheit schwingt sich mit zwei Laserdioden präzise auf die Wellenlängen für CDs (780 Nanometer) oder SACDs (650 nm) ein. Ein eigens entwickelter Chip steuert den Vortrieb, sodass am Ausgang ein möglichst präzises, unverfälschtes Digitalsignal anliegt. Dies kann beim DP-550 auch im Falle von SACDs digital abgegriffen werden. Im Gegensatz zu CDs mit ihrem fast gemütlichen 16-Bit-/44,1kHz-Takt flitzen die im Direct-Stream-Digital-Verfahren aufgezeichne-

ten SACD-Daten – das Laufwerk liest auch computergenerierte DSDDiscs im DSF-Dateiformat – mit rasanten 2,822 Megahertz. Der Ausgang heisst HS-Link wie High Speed. Aber wer würde das Signal dieses Laufwerks nach aussen geben, wenn intern einer der besten Wandler arbeitet? In der von Accuphase immer weiter verfeinerten MDS+-Topologie werkeln gleich vier „Hyperstream“-Wandlerchips vom Typ ESS Technology ES9008 parallel. Diese komplexe „Multiple Delta Sigma“Technik sorgt für eine beispiellose Präzision, Linearität und Störfreiheit.

AUCH HILFREICH: DIE PLAYER-AUSSTATTUNG Seinen Traum-Wandler stellt der DP-550 generös auch externen Zuspielern zur Verfügung. Die dürfen via HS-Link, Toslink, Koax oder USB mit Raten bis 24/192 hineinströmen. Dabei kann der Nutzer die Eingänge umschalten, das Display zeigt die Abtastfrequenz an. Weil der DP-550 zudem noch eine nahezu verlustfreie digitale Lautstärkeregelung an Bord hat, kann man sich diese Maschine auch als Zentrum eines audiophilen Netzwerks vorstellen: Der Streamer dockt via USB, der Satellitenreceiver optisch, das Internetradio koaxial an, CDs und SACDs speist natürlich das Bordlaufwerk ein. Wobei so etwas Schnödes wie CD-Text gar nicht erst ins Display kommt. Über seine analogen 

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Audio [ TEST – VOLLVERSTÄRKER UND SACD-PLAYER DER TOPKLASSE ]

 Ausgänge kann der Player direkt Endstufen antreiben. Weil er auch symmetrische XLR-Ausgänge hat, stellt sogar störfreier Transport über lange Strecken bis zu Aktivlautsprechern kein Problem dar. Noch ein Wort zu Mehrkanal. Die meisten SACDs bieten auch Surround-Abmischungen. Nun sind die – sicher mit guten Gründen gewappneten – Surround-Fans innerhalb des audiophilen Zirkels eher in der Minderheit. Accuphase hat sich – gleichfalls mit guten Gründen – schon vor Jahren für die stereophone Musikreproduktion entschieden.

MEHR ALS GUT: DER KLANG Mehr- oder Zwei-Kanal? Back to Mono! So jedenfalls startete der Hörtest. Es gibt mit der Jahrhundertsängerin Maria Callas (1923–1977) etliche, digitalisierte Live-Mitschnitte aus den 50er-Jahren. Tontechnisch todtraurig, interpretatorisch gelebtes Drama pur. Wenn CD-Player und Verstärker da nur öden Klangsumpf an die Lautsprecher schicken, läuft etwas verkehrt. Natürlich machte der DP-550 keine audiophile Highend-Scheibe aus dem „Ballo in Maschera“ von Verdi (Mitschnitt 7. 12. 1957). Doch holte er einen Hauch des tragischen Zaubers, den die Callas als Amelia verströmte, zurück. Und sein auf Mono geschalteter Kollege E-260 bewahrte ihn. Erstes Riesenkompliment. Kontrastprogramm: Der japanische Dirigent Masaaki Suzuki nimmt für das schwedi-

sche audiophile Label BIS alle Kantaten des deutschen Barock-Meisters Johann Sebastian Bach auf SACD auf. Folge 30 bringt mit BWV 51 „Jauchzet Gott in allen Landen“ eine der schönsten und mitreissendsten Schöpfungen des Thomaskantors. Aber mit ihrer hochvirtuosen Sopran- und Trompetenpartie auch eine gnadenlose Herausforderung für die Solisten und die Wiedergabekette. Die Engländerin Carolyn Sampson meisterte die Aufgabe mit Bravour – doch noch mehr Applaus geht an Accuphase. Begeisternd, wie Player und Amp die Stimme abbildeten, sie krachscharf in einen präzise ausgeleuchteten Raum stellten. Bei aller Perfektion indes schienen sie sich geradezu an jeder Nuance, an jeder kontrapunktischen Verzahnung mit der Trompete zu freuen – den Hörern war wirklich zum Jauchzen. Da war enormer Schwung drin. Weil es so schön war, wanderte gleich noch Folge 52 mit BWV 140 „Wacht auf, ruft uns die Stimme“ in den Player. Das Accuphase-Ensemble reichte die berühmt-berückende Melodie des vierten Satz mit beispielloser Homogenität an die Piega-Lautsprecher weiter. Das scheinbare Paradox von gespannt-entspanntem Zuhören löste sich auf. Aufmerksam folgte man den Solo- und Chorsopranen in höchste Höhen, wo es bei anderen Digitalquellen mit dem Klanggenuss rapide bergab geht. Nichts dergleichen beim DP-550. Die Ruhe im Klang blieb wunderbar erhalten – genau wie die Spannung innerhalb der grandiosen Musik. Vor Ort: Die Kontrolllogik, unter anderem für die VU-Meter, sitzt hinter der Front. Der Eingangswähler links gibt den weissen Kapselrelais direkt an den Eingängen die Befehle, der Lautstärkesteller rechts liegt nicht im Signalweg, sondern steuert ein Netzwerk.

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Vorrat: Wem die fünf Cinch-Hochpegeleingänge plus Tape und XLR nicht reichen, kann über den „Option“-Schacht eine weitere Platine einschieben. Für Line, Phono oder sogar einen DAC. Vor- und Endstufe lassen sich trennen (PreOut, MainIn).

SOLO 1: DER VERSTÄRKER Es wurde Zeit, dem Verstärker und seinen Eigenheiten etwas näher auf den Grund zu gehen. Alle Accuphase-Afficionados mahnen stets, bitte doch nur Komponenten mit dem schönen A im Logo zusammenzuspannen. Deshalb durfte sich der E-260 hinsichtlich digitaler Versorgung auch immer vom grossen Vetter beliefern lassen. Also der Wechsel zur Schallplatte. Das Schweizer Belenus-Quartett hat eine audiophile Produktion von Joseph Haydns Streichquartett Opus 76/2 vorgelegt (Acousence, siehe HE 3/13, Seite 11, Vertrieb Schweiz: Reson; www.reson.ch). Der „kleine“ Accuphase malte einen vor Klangfarben geradezu sprühenden Raum, ihn schien die auf 45-rpm-LPs gebannte, anspringende Dynamik der vier Damen förmlich zu beflügeln. Bei aller Delikatesse konnte er aber auch ordentlich Dampf machen. Herber musikalischer Wechsel zu den texanischen Rabauken von ZZ Top, deren jüngste Schöpfung „La Futura“ gleichfalls auf zwei 45ern analog erschien. Der knochentrockene Bluesrock des Trios hat nichts mehr mit ihrem synthetischen Kommerz-Geballere der 80er zu tun, die Old Boys gehen seit Jahren „back to the roots“. Und dass sich Gitarrist und Sänger Billy Gibbons bei den Sessions zu „Big Shiny Nine“ sein Raspel-Organ leicht erkältet hatte, störte seinerzeit weder Produzent Rick Rubin noch heuer die Jury. That’s rock ’n’ roll. Dass man das bei dem Home electronics

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ZZ-Top-Fetzer überhaupt hören konnte, geht mit aufs Guthabenkonto des Verstärkers. Was will man an dem farbenfrohen, dynamischen und raumgreifenden Gesellen überhaupt kritisieren? Nun ja, sein grösserer Bruder E-360 konnte Bässe noch etwas mächtiger anschieben, konnte noch transparenter riesige Orchester durchleuchten. Doch das sind keine Mängel des Kleinen, sondern Stärken des Grossen. Und dass vielfach teurere RöhrenAmps unter Umständen dynamische Raketen mit noch mehr Feuer zünden – geschenkt. Unter dem Strich trumpft der kleine Accuphase als König seiner Klasse auf. Ein Amp ohne Schwächen, mit unzähligen Stärken.

SOLO 2: DER PLAYER Aber es hatte sich ja schon angedeutet, dass sein teurer Cousin noch mehr Glorie auf sich ziehen könnte. Also dockte er für sein Solo an die so unerschütterliche wie explosive VorEnd-Kombi des Autors an, die der deutsche Röhrenspezialist Octave (www.octave.de) baute. Noch einmal SACD, noch einmal BIS, nur diesmal eine vollkommen ungewöhnliche Scheibe. Wissen Sie, was eine Nyckelharpa ist? Sollten Sie kennen lernen, auf der SACD „Trollfägeln – The Magic Bird“ von Emilia Amper. Sie streicht trefflich dieses einzigartige Saiteninstrument. Zu seinem mal dudelsackartig schwebenden, mal fast sitarähnlich schwirrenden, mal eigenartig tremolierenden 

Epicon 6 Kristallklarer Sound

Zögern Sie nicht den wahrscheinlich besten Lautsprecher der Welt bei einem unserer Dali Epicon Fachhändler zu hören. Händler: www.hifisulzer.ch www.kernschaufelberger.ch www.mueller-spring.ch www.seeland-multimedia.ch www.bellroom.ch www.spalinger.ch www.augundohr.com Offizieler Vertrieb fur die Schweiz: Horn Distribution CH AG www.horn.eu

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Audio [ TEST – VOLLVERSTÄRKER UND SACD-PLAYER DER TOPKLASSE ]

 Klang singt Frau Amper auch noch engelsgleich. Und dazu gesellt

In der Hand: Die Player-Fernbedienung links könnte in digitalen Anlagen auch die Eingänge und die Lautstärke wählen, der VerstärkerBefehlsbeber kann auch die wichtigsten Player-Funktionen steuern.

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Abmessungen (B x H x T) Gewicht

Accuphase E-260 6700 Franken accuphase.ch; dkbce.com 46,5 x 15,1 x 42,0 cm 20,0 kg

AUSSTATTUNG Hochpegel-Eingänge Cinch/XLR Phono-Eingang MM/MC Digitaleingang Cinch/Optisch/USB Vor-/Endstufe auftrennbar Tape-Out/schaltbar Kopfhörerausgang Muting Klangregler/Loudness/abschaltbar Lautsprecherpaare/abschaltbar Fernbedienung Besonderheiten

MAGAZIN

+ Souveräner, unaufgeregter, höchst nobler Klang auch bei kleinen Lautstärken + exzellente Verarbeitung und hervorragende Messwerte + auch eingedenk der Wertstabilität hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis − nutzbarer Regelbereich des Lautstärkestellers meist schon bei "11 Uhr" am Ende Seite 52

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Abmessungen (B x H x T) Gewicht

Accuphase DP-550 12 900 Franken accuphase.ch; dkbce.com 46,5 x 15,1 x 39,3 cm 18,5 kg

AUSSTATTUNG 6/1 Option (AD 20) Option (DAC-30) ja ja/ja ja ja, –20 Dezibel ja/ja/ja 2/ja ja (RC 200) Leistungsanzeige, Monoschalter

+

WERTUNG

sich in Titeln wie „Isadoras“ beherzt geklöppelte, knackige Perkussion – das geht mit einer irrwitzigen Dynamik ab wie die Hölle. Sofern ein Abspieler wie der DP-550 alle Nuancen, alle Steigerungen, alle Spitzen, alle Zügelungen so himmlisch herausschleudert, wie das kein dem Autor bekannter Digitalo bisher konnte. Und danach ohne mit den Bits zu zucken eine Solovioline wie die von Julia Fischer in der grandiosen Neuaufnahme des Dvorak-Konzerts mit dem Zürcher Tonhalle-Orchester unter David Zinman (Decca) so strömen, jubeln, weinen, drängen lassen kann. Das hatte eine solche Klasse, dass die Jury am Schluss noch einmal zur göttlichen Maria Callas griff. Diesmal in der tontechnisch besseren, legendären Aufnahme von Puccinis „Tosca“ unter Victor de Sabata (EMI). Unfassbar. Doch weil der Autor die Mega-Kombi DP-900/DC-901 noch nicht testen konnte, muss er seinen Lobgesang ein wenig vorsichtiger formulieren. Aber bitte: Es dürfte auf dieser Welt keinen integrierten SACD/CDSpieler geben, der intensivere Musikerlebnisse vermittelt. Mit dem DP-550 spielt Accuphase ein ganz grosses Ass. |

Fernbedienung Spielzeit Titel/CD/Programm Restzeit Titel/CD/Programm Wiederholung CD/Titel/A–B Ausgang regelbar/fix Ausgang Cinch/XLR Digitalausgang Cinch/Optisch/ HS-L Kopfhörerausgang/regelbar Digitaleingang Cinch/Optisch/USB USB-Host/iPod Besonderheiten

ja (RC-110) ja/ja/nein ja/ja/nein ja/ja/nein ja/ja ja/ja ja/ja/ja nein ja/ja/ja/plus HS-Link nein Phasenwahlschalter für symm. Ausgang

+

WERTUNG MAGAZIN

+ für SACD wie für CD einer der bestklingenden integrierten Player der Welt + höchstwertige Verarbeitung, unkomplizierte Bedienung + über Digitaleingänge für hochauflösende Medien bis 24/192 nutzbar − hoher Preis Home electronics

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Audio [ TEST - STREAMING-VORSTUFE ]

DER SCHALK IM NAC-N // Christine Tantschinez

Die Streaming-Vorstufe NAC-N172 XS von Naim könnte bald frischen Wind in viele Stuben und betagtere Pre-Amps um ihre Vorherrschaft bringen.

E

s ist ein charmanter Gedanke. Mit einem Streaming-Client direkt in der Vorstufe macht Naim gerade Fans der Marke den Mund wässrig. Gewiss nicht wenige haben noch aus olivgrüner Vorzeit eine der unverwüstlichen Vor-Endstufen-Kombis daheim stehen. Unkaputtbar und wartungsfrei, leisten diese Klangveteranen ihren Dienst und werden aus Treue, Liebe und schlichtem Mangel an Gründen nicht ausgewechselt. Die Autorin spricht da aus Erfahrung, in ihrem Wohnzimmer steht genau so eine Kombination. Das rund zwanzig Jahre alte Vor-Endstufen-Pärchen zog vor Jahren mit ihrem Besitzer quasi als Mitgift ein und konnte es sich im Massivholzboard bis jetzt

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ungefährdet bequem machen. Aber die Idee, sie gegen ein netzwerkfähiges Exemplar auszutauschen, hat nun durchaus ihren Reiz. Zumal die Streaming-Lösungen aus dem Hause Naim zu den besten auf dem Markt gehören. Es gibt viele Hifi-Marken, die eine stimmige, klanglich vollendete Vorstufe bauen, einige davon packen sogar mittlerweile sehr gute Netzwerk-Clienten dazu. Aber nur ein überschaubares Grüppchen davon gibt ihrem Netzwerkplayer auch noch die nötige Intelligenz und ein durchdachtes Bedienkonzept samt Smartphone-App auf den Weg, die es für das wirklich lustvolle Streaming-Vergnügen einfach braucht.

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Kein Outsourcing: Die Spannungsversorgung übernimmt ein eigener, gut dimensionierter RingkernTrafo, kein externes Netzteil wie oft bei Naim. Unten: Ein Masseschalter auf der Rückseite kann Brummprobleme schnell lösen.

So wie Naim es mit der N-Stream-App für iOS vormacht. Das Programm läuft nicht nur äusserst stabil auf iPod, iPhone oder iPad, es beeindruckt mit unerhörter Schnelligkeit, wechselt ruck, zuck die Quellen, flitzt nur so durch die Internetradiostationen oder Mediatheken auf jedem Medienserver im Netzwerk. Es bereitet sogar zu jedem ausgewählten Künstler und Album innerhalb eines Wimpernschlags auch noch eine umfangreiche Wissenslektüre auf, abgerufen aus der Musik-Datenbank AMG, die schon dem hauseigenen Musikserver HDX beim Rippen und Taggen behilflich ist. Darüber hinaus beherrscht der Streamer selbst alle Finessen, die dem Nutzer daheim so selbstverständlich vorkommen, manchen Entwicklern aber nach wie vor Tränen der Verzweiflung in die Augen treiben müssen. Dazu gehören unterbrechungsfreie Wiedergabe (gapless) aller Formate, High-Res-Unterstützung oder dass der UPnP-Client nach einem Quellenwechsel nicht in völlige Amnesie verfällt, sondern da weitermacht, wo er vorher aufgehört hat.

TYPISCH NAIM Als Vorstufe verwaltet die NAC-172 XS natürlich noch weitere Quellen. So bietet sie jeweils vier digitalen und zwei analogen Zuspielern Home electronics

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Anschluss (einer davon muss allerdings über die Naim-typische DINBuchse andocken), einen Mini-Klinken-Toslink-Eingang (kann sowohl digital als auch analog) sowie einen USB-Port an der Front, damit iPhone und Co. ihre Musikstücke digital weiterreichen können. Optional – und angesichts des exzellenten Internetradios für manche Wellenjäger unnötig – gibt es auch noch ein passendes FM- und DAB+-Tunermodul. Das vierzeilige, kontrastreiche und reaktionsschnelle Gerätedisplay wirft Infos und Datenrate zum gerade gespielten Titel des UPnP-Clients (Universal Plug and Play) genauso flink auf den Schirm wie die Uhrzeit oder die Lautstärke. Naim-untypisch ist, dass die NAC-N172 XS nicht mit einem externen Netzteil aufwartet. Sie wird ausschliesslich von ihrem eigenen, angemessen grosszügig dimensionierten Ringkerntrafo versorgt. Naimtypisch wiederum ist neben den Cinch-Ausgängen der markante vierpolige DIN-Sockel, um hauseigene Endstufen wie die NAP-155 XS mit einem einzigen Kabel anzudocken (das dort praktischerweise auch gleich beiliegt). Die NAP-155 (1810 Franken) ist ohnehin die Naim-Hausempfehlung zur Vorstufe und würde eine optisch und preislich höchst attraktive Kombi für rund 4500 Franken ergeben. 

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Audio [ TEST - STREAMING-VORSTUFE ]

Wie im Bilderbuch: Die Control-App N-Stream von Naim macht besonders auf dem iPad grossen Spass. Vorbildlich sind die intuitive Benutzerführung, das völlig problemlose Setup des Streamers und die Albumübersicht. Zu jedem Künstler gibt es mannigfaltige Infos aus der AMG-Datenbank, in Sekundenschnelle zusammengetragen – sogar inklusive Albumcover, falls beim Taggen doch mal was vergessen wurde.

STECKBRIEF

Hersteller Modell Info www. Preis

Garantiezeit Masse B x H x T Gewicht

Naim NAC-N 172 XS music-line.bizz; chectone.ch 2650 Franken (ohne FM/DAB), 2950 Franken (mit FM/DAB+) 2 Jahre 43 x 7 x 30 cm 5 kg

ANSCHLÜSSE

 Die auch klanglich nicht minder attraktiv wirkte: Flink, agil und im Timing akurat präsentierte sich das Pärchen auf allen von der HörraumNAS bereitgestellten Teststationen. An den durchaus nicht anspruchslosen KEF Reference 207/2 spielte die Kombo mit einer fast unverschämten Lässigkeit, liess Akustikgitarrensaiten präzise ausklingen (beim 2009er-Album Welcome Joy der Cave Singers), komplexe Stadionhymnen aus der HD-Version des 2012er-Muse-Albums The 2nd Law Wirkung entfalten und servierte einen lecker crispen Jazz-Smoothie von Starpianist Iiro Rantala. Insgesamt wirkte das Naim-Paar frisch und lebendig, liess weniger Muskeln und Masse spielen als vielmehr eine sehnige, offene Spritzigkeit. Die zupackend ehrliche, aber dennoch musikalische, fein akzentuierte Spielweise prädestiniert das Gespann zu einem eleganten und sicher nie unbequemen Hausgast. Und von wegen dass Naim-Vorstufen sich nur mit ihresgleichen wirklich vertragen: Auch an der amerikanischen Ayre V5 XE konnte die 172 XS mit ihrem fein artikulierten, lässig flinken Charme begeistern und reinrassige, preislich ungefähr adäquate Stereo-Vorstufen locker abhängen. Übrigens: Die alte (und um einiges teurere) Naim-Vorstufe ist doch noch Regentin in der heimischen Stube. Sie klang eine Spur gereifter als ihre junge Kollegin. Noch . . . |

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Laufwerk CD/DVD/BD Analog In/Out USB Digital In koaxial/optisch Pre-Outs Netzwerk

–/–/– 2 (1x Cinch, 1x DIN)/2 Cinch 1x B (Host/Device) 2/2 Cinch/4-polig DIN WLAN 802.11 b/g/n, LAN

FUNKTIONEN STREAMER Display/OSD Schneller Vor-/Rücklauf Erweiterte Playlists (Queue) Bluetooth/AirPlay Coveranzeige Radio FM/DAB Internetradio/Anbieter Formate Benötigter Server Gapless Vollw. Steuerung via App . . . überträgt ganze Playlist Max. Abtastrate

•/– –/– – –/– • –/– (optional) •/vTuner FLAC, WAV, MP3, AAC, ALAC UPnP • • (nStream, gratis) • 192 kHz (Netzwerk)

+

WERTUNG MAGAZIN

+ + + −

agiler, präziser, ehrlicher und musikalischer Klang sehr durchdachter Streaming-Client, exzellente Messwerte überragendes Preis-Leistungs-Verhältnis (noch) kein schneller Vorlauf implementiert

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Audio [ NEUHEITEN ] Geneva

Audioengine

WELTEMPFÄNGER

AKTIV BEI DER ARBEIT

Im klassischen Look alter Kofferradios steckt quasi ein universelles Radiogerät: Das „World Radio“ von Geneva empfängt das traditionelle UKW-Radio und das vor allem in der Schweiz beliebte terrestrische Digitalradio DAB+. Zusätzlich steht die weite Welt des Internetradios offen, sofern ein Bluetooth-fähiges Device wie Smartphone oder Tablet diese auf das 30 x 17 x 7 Zentimeter grosse World Radio streamt. Über eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse können noch weitere Musiklieferanten angestöpselt werden. Im Gerät nehmen sich Digitalverstärker und zwei nach dem Geneva-Lab-Soundsystem positionierte Lautsprecher der Signale an. Ein diskret gestaltetes digitales Farbdisplay zeigt den Betriebszustand an. Nostalgische Gefühle erzeugen die beiden Regler links und rechts des in Rot, Silber oder Schwarz erhältlichen Gerätes. Erster Eindruck: einfache Inbetriebnahme und Bedienung, erstaunlich kraftvoller Sound, problemlose Funktionalität. Ein vielseitiger, schicker Begleiter für zu Hause oder dank Akku auch unterwegs – für 390 Franken. // lbr

Die Schweizer Audio iN AG, Distributor für die Produkte der amerikanischen Firma Audioengine, bietet mit der Audioengine 2 ein „Premium Desktop Multimedia Speaker System“ an, eine kleinere Version des Systems A5+. Wie dieses ist auch die A2 überwiegend aus Holz gefertigt, meidet also den für viele Desktopsysteme typischen Plastik-Look. Dem wertigen Äusseren des 2.0Systems entspricht die technische Bestückung mit Kevlar-Tieftönern und Seidenkalotten-Hochtönern, angetrieben von 30 Watt starken Transistorverstärkern, die sich im linken Lautsprecher verbergen (Master/Slave-Konfiguration). Die jeweils etwa 16 x 11 x 14 Zentimeter messenden Aktivlautsprecher für den Schreibtischarbeitsplatz kosten pro Paar im Fachhandel oder online 250 Franken. Die A2 kann auch in Kombination mit der AudioengineStreaming-Komponente W 3 zur Zweitanlage von Musikfreunden werden, die beispielsweise im Schlafzimmer nur sehr kleine Boxen dulden mögen. // lbr

www.parnasa.ch

Arcam

WANDLER FÜR SONOS Wer zum Beispiel nach Lektüre des Heftes Home Electronics 3/2013 (Seite 39 f.) Geschmack gefunden hat an den äusserst smarten Netzwerk-Komponenten von Sonos, für den hält Arcam eine Überraschung bereit. Ganz in Weiss und optisch sowie technisch perfekt auf den Sonos ZP90 abgestimmt, präsentieren die Briten den DA-Wandler SonLink. Er soll die Klangqualität jedes „Zone Player“ entscheidend verbessern, schliesslich verfügt Arcam seit Jahren über entsprechendes Audio-Know-how bei der Digital-Analog-Wandlung auch im Computerbereich. Natürlich werden alle Bit-Raten bis 24 Breite und Abtastraten bis 192 Kilohertz unterstützt, selbstverständlich wird jedes eingehende Digitalsignal Jitter-korrigiert weitergeleitet. Weil die langwierige Konfiguration entfällt, dürfte der SonLink in Kurzzeit installiert sein. Die BauteileBestückung bezeichnet Arcam selbstbewusst als „highendig“, dem Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigt auch der Schweizer Vertrieb GP Acoustics bei einem empfohlenen Verkaufspreis von 300 Franken ein „erstaunlich“. // lbr www.arcam.de

FORM FOLLOWS FUNCTION SHAPE MAGIC - HIGH SPEED HDMI®-KABEL MIT ETHERNET • Der Problemlöser für Flachbildfernseher mit seitlich angeordneten HDMI®-Buchsen • 40° abgewinkelte und extrem flache HDMI®-Stecker

Vertrieb in der Schweiz und in Liechtenstein:

Alto HiFi AG, 8852 Altendorf / www. alto-hifi.ch

www.audioin.ch

Musical Fidelity

KOMPAKTE KOMBI Eine clevere Kombination für 1500 Franken: Der Musical Fidelity M1 SDAC verbindet Vorverstärker, Kopfhörerverstärker und einen Digital-Analog-Konverter (DAC) für hochauflösende Audioformate bis zu 24 Bit Wortbreite und 192 Kilohertz Abtastrate. Zudem kann der nur 22 Zentimeter breite Kompakte auch drahtlos im neuen Bluetoothapt-X-Standard Signale empfangen. An drahtgebundenen Eingängen stehen mit XLR, 2x Cinch, Toslink und USB reichlich Möglichkeiten digitaler Kommunikation offen. Wobei die USB-Schnittstelle, wie heute bei Highend üblich, im asynchronen Modus arbeitet, das heisst, ein angeschlossener PC oder Mac kann dem Wandler-Chip Burr Brown PCM1796 nicht seinen oft verzitterten Digitaltakt aufzwingen. Dies ergänzen zwei analoge CinchEingänge, die den M1 SDAC zum veritablen Vorverstärker machen, beispielsweise für den hauseigenen Endverstärker M1 PWR. Hinter dem 6,3-Millimeter-Stereo-Klinkenanschluss steckt der integrierte 2-Watt-Kopfhörerverstärker, der selbst anspruchsvollste Kopfhörer mühelos antreiben soll. // lbr www.sistrade.ch


Foto & Video [ TEST - KOMPAKTKAMERAS ]

NOSTALGISCH // Sabine Schmitt

Üppig ausgestattet die eine, nostalgisch chic die andere: Der Test nimmt die Kompaktkameras Fujifilm XF1 und Olympus Stylus XZ-2 unter die Lupe.

D

ie knapp 350 Gramm schwere Olympus Stylus XZ-2 mit 1/1,7-Zoll-Sensor, lichtstarkem 4-fach-Zoom und einem leistungsfähigen TruePic-VI-Bildprozessor steckt in einem schwarzen Metallgehäuse mit einem weniger eleganten Haltewulst aus Kunststoff. Der Blitz ist im Gehäuse versenkt und fährt auf Knopfdruck sanft nach oben. Alternativ kann man über den Blitzschuh ein externes Blitzgerät anschliessen. Der neigbare Monitor mit 920 000 Subpixeln ist berührungsempfindlich, damit der Fotograf Autofokus und Auslöser durch Berühren des 3-Zoll-Touchscreens aktivieren kann. Fürs Fokussieren benötigte die Kamera Seite 58

im Test respektable 0,2 Sekunden in Weitwinkelstellung, im Telebereich verlangsamt sich das Fokussiertempo auf 0,45 Sekunden. Stark ist die grosse Auswahl an Programmen, die bei der Arbeit mit der Stylus XZ-2 zur Verfügung stehen. Neben zahlreichen SzeneModi, elf Effektfiltern und HD-Videomodus gibt es die klassischen Programme Blendenautomatik, Zeitautomatik sowie einen manuellen Modus. Beim manuellen Fokussieren am Drehrad auf der Kamerarückseite wird das Sucherbild automatisch vergrössert, sodass der Schärfepunkt leicht zu finden ist. Beim Studium des Handbuchs lernt man die zahlreichen bedienerfreundlichen Details

der Stylus XZ-2 kennen: beispielsweise die Möglichkeit, zwei verschiedene Nutzerprofile anzulegen, die für den P-, A-, S- sowie den M-Modus die bevorzugten Einstellungen speichern, oder die OK-Taste, mit welcher der Fotograf in jedem Modus das „Quick-Menü“ aufrufen kann; über Letzteres lassen sich alle variablen Grössen schnell mit dem Vier-WegeSchalter steuern. Eine weitere Besonderheit stellt der Objektivring dar, über den sich Zoom, Blende, Belichtungszeit und ProgrammShift sowie Blitz- und Belichtungskorrektur regulieren lassen. Die Bildqualität hält, was die üppige Ausstattung der Stylus XZ-2 verspricht. Der 1/1,7 Home electronics

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Das Touchdisplay der Olympus Stylus XZ-2 misst 3 Zoll und kann bei Bedarf herausgeklappt werden. Oben: Schuh für externen Blitz.

Das 3-Zoll-Display der Fujifilm XF1 bietet weder eine Touch-Oberfläche noch einen Schwenkmechanismus. Ummantelung in Kunstleder.

Zoll grosse CMOS-Sensor fängt genügend Licht ein und sorgt im Zusammenspiel mit dem lichtstarken 4-fach-Zoom (1,8–2,5) dafür, dass sich das Rauschen bis zu ISO 800 in durchaus akzeptablen Grenzen hält. Auch die Feinzeichnung gibt weder im Telebereich noch bei hohen Empfindlichkeiten Grund zur Klage. Feine Strukturen und selbst Schattierungen in einfarbigen Flächen werden sehr natürlich und kontrastreich wiedergegeben.

FUJIFILM XF1 Ein sorgfältig verarbeitetes Gehäuse aus kühlem Aluminium und ein Überzug aus schwarzem, hellbraunem oder rotem Kunstleder verHome electronics

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leihen der Fujifilm XF1 ein nostalgisches Aussehen. Ihr 4-fach-Zoom lässt sich über den Objektivring steuern. Dies macht zwar die einhändige Bedienung der Kamera unmöglich, ist aber sehr bequem. Gewöhnungsbedürftig dagegen ist, die Kamera am Objektivring statt mit einem separaten Knopf ein- und auszuschalten bzw. aus dem Stand-by-Modus aufzuwecken. Blende und/oder Belichtungszeit kann man klassisch am Steuerrad auf der Kamerarückseite oder mithilfe eines Rings einstellen, der um den Vier-Wege-Taster herumgelegt ist. Da Fujifilms Edelkompakte XF1 neben den üblichen Programm-Modi, Filteroptionen

und den Belichtungsmöglichkeiten Programmautomatik, Blendenautomatik, Zeitautomatik sowie manueller Belichtung auch die Möglichkeit zum manuellen Fokussieren bietet, dient dieser Ring im MF-Modus zum Scharfstellen, mit dem man zugleich auf dem 3-Zoll-Display die Lupenansicht aktiviert. Videos dreht die XF1 in Full-HD-Qualität oder als Hochgeschwindigkeitsfilm mit bis zu 200 Bildern pro Sekunde. Die XF1 speichert nicht nur gewöhnliche Bildserien, sondern fertigt auch Hochgeschwindigkeitsserien an oder nimmt Belichtungsserien, Reihen mit unterschiedlichen ISOWerten oder Film-Simulations-Serien auf. 

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Foto & Video [ TEST - KOMPAKTKAMERAS ]

STECKBRIEF

 Dabei verpasst sie den Bildern die Charak-

teristika, die früheren Fuji-Filmen wie Velvia oder Astia zugeschrieben werden. Zwei Nutzerprofile sowie zwei programmierbare Funktionstasten unterstützten bei der Bedienung. Die Fn-Taste auf der Oberseite der Kamera kann man mit einem Aufnahmeparameter oder einer Funktion wie Gesichtserkennung, Serienaufnahme oder Digitalzoom belegen. Die E-Fn-Taste auf der Rückseite aktiviert eine zweite Ebene des Vier-Wege-Schalters und der benachbarten Tasten und gewährt damit schnellen Zugang zu weiteren sechs Parametern. Die Bildqualität der XF1 ist zufriedenstellend, aber nicht überwältigend. Der Schärfeeindruck ist in Ordnung (1133 LP/BH bei ISO 100, 1122 LP/BH bei ISO 400), allerdings verlieren einfarbige Flächen in Tele-Stellung und bei steigenden Empfindlichkeiten an Qualität. Während sich das Rauschen sowohl in TeleStellung als auch bei steigenden ISO-Werten im Rahmen hält (1,1 bei ISO 100, 1,4 bei ISO 400), schummeln sich in einfarbigen Bereichen heftige Artefakte ins Bild. Weniger Probleme hat die Kamera mit der Detailwiedergabe, bleibt aber hinter der Olympus zurück.

FAZIT Das edle Design und die Funktionsvielfalt der nostalgisch anmutenden Fujiflm XF1 wecken hohe Erwartungen. In Sachen Bedienkomfort kann die Kamera diese erfüllen, in puncto Bildqualität jedoch nicht bei hohen Empfindlichkeiten jenseits von ISO 100. Weniger elegant, aber extrem leistungsfähig präsentiert sich die Olympus Stylus XZ-2. Sie bietet eine für Kompaktkameras überdurchschnittliche Ausstattung – und schöpft deren Potenzial sogar aus. Diese starke Leistung schlägt sich nicht nur in den Laborwerten nieder, sondern wird vor allem auch in den Bildergebnissen sichtbar. | Seite 60

Hersteller Modell Preis Info www. Abmessungen (B x H x T), Gewicht mit Akku

Fujifilm XF1 580 Franken fujifilm.ch 110 x 62 x 33 mm, 226 g

Olympus Stylus XZ-2 700 Franken olympus.ch 125 x 69 x 48 mm, 349 g

12 Mega, 2/3 Zoll 4000 x 3000 Pixel 2,2 µm/f/3,9 CMOS JPEG, RAW, RAW + JPEG

12 Mega, 1/1,7 Zoll 5472 x 3648 Pixel 1,9 µm/f/3,1 CMOS JPEG, RAW, RAW + JPEG

1,8–4,9/6,4–25,6 mm/f/3,6 25–100 mm, 4-fach-Zoom, im Objektiv

1,8–2,5/6,0–24,0 mm/f/3,1 28–112 mm, 4-fach-Zoom, Sensor

k. A./• 1/2000–30 s mittenbetont, Spot, Matrix P, Av, Tv, M ±2 Blenden, ±0,6 Blenden automatisch, manuell: 100–12 800 automatisch, messen, Festwerte 2 Aufnahmeprofile Schärfe

35 AF-Felder/• 1/2000–60 s mittenbetont, Spot, Matrix P, Av, Tv, M ±3 Blenden, ±3 Blenden automatisch, manuell: 100–12 800 automatisch, messen, Festwerte 2 Aufnahmeprofile Schärfe, Kontrast, Sättigung

Sucher: optisch/elektronisch Bildmonitor: Grösse/RGB-Auflösung/Extras

–/– 3,0 Zoll/460 000 Subpixel/–

Monitorfunktionen bei Aufnahme

Live View, Sensor-AF, Lupe, Histogramm Histogramm, Gitter, Auflösung, Kompression, ISO, Weissabgleich, Blende, Bel.-Korr., Blitz-Korr.

–/– 3,0 Zoll/920 000 Subpixel schwenkbar, Touchscreen Live View, Sensor-AF, Lupe, Histogramm Histogramm, Gitter, Auflösung, Kompression, ISO, Weissabgleich, Zeit, Blende, Bel.-Korr., Blitz-Korr.

BILDSENSOR/DATEI Pixelklasse, Diagonale Auflösung (nicht interpoliert) Pixelgrösse (Pixelpitch)/förderliche Blende Sensortyp Dateiformat

OBJEKTIV Lichtstärke/Brennweite Vergleichbare KB-Brennweite, Zoomfaktor, Bildstabilisator

AUFNAHMESTEUERUNG AF-Felder/manueller Fokus Verschlusszeiten Belichtungsmessung Belichtungsprogramme Belichtungskorrektur, Blitzbelichtungskorr. Empfindlichkeitseinstellung in ISO Weissabgleich Speicher f. benutzerdefinierte Einstellungen Steuerbare Grundeinstellungen

SUCHER/MONITOR/DISPLAY

Einblendungen bei Bildwiedergabe

DIVERSES Speichermedien/Akku-Typ Interner Blitz/Anschluss externer Blitz Schnittstellen Video: Format/max. Auflösung, Bildfrequenzen/AF-Funktion Besonderheiten

SD, SDHC, SDXC/Li-Ion •/– USB 2.0, Mini-HDMI MOV(MPEG-4AVC/H.264)/ 1920 x 1080p, 30 B/s/• Panorama, Dynamikerweiterung, Zoom

SD, SDHC, SDXC/Li-Ion •/Blitzfuss USB 2.0, Micro-HDMI MOV(MPEG-4AVC/H.264)/ 1920 x 1080p, 30 B/s/• Panorama, Zoom

+ edles Design + geringes Gewicht − Bildqualität ab ISO 400

+ Bildqualität bis ISO 800 + Funktionsumfang − schwulstiger Haltegriff

TESTERGEBNISSE Bildqualität bei ISO 100 Bildqualität bei ISO 400 Bildqualität bei ISO 800 Bedienung Ausstattung +

WERTUNG MAGAZIN

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Foto & Video [ NEUHEITEN ]

Nikon I

ABGELÖST Nikon löst ihre D7000 mit dem Nachfolger D7100 ab und bietet damit ambitionierten Amateuren eine aktualisierte Kamera mit einem 23,6 x 15,6 mm grossen CMOSSensor (DX-Format). Die Auflösung wurde gegenüber dem Vorgängermodell von 16,2 auf 24,1 Megapixel gesteigert. Für die Bildqualität dürfte entscheidender sein, dass die Elektronik nun mittels 51 Messfeldern und 15 Kreuzsensoren bewegte Objekte noch besser verfolgen und scharfstellen kann. Eine clevere Idee hatte Nikon beim Kameraspeicher: Die D7100 schluckt zwei SD-Karten, womit für die grösseren RAWDateien und fürs Filmaufzeichnen genügend Kapazität zur Verfügung steht. Die Software der Kamera bietet unzählige Filterfunktionen, die sich in einem Live-Modus direkt auf Fotos und Videos anwenden lassen. Für professionelle Bilder sorgen auch die vielen Erweiterungsmöglichkeiten. Die D7100 lässt sich mit externem Blitz, Mikrofon, Kopfhörer, Funkfernsteuerung, WLAN und GPS-Empfänger erweitern. Die Nikon D7100 kostet ohne Objektiv 1400 Franken und mit einem AF-S-Nikkor-18–105-mmObjektiv 1650 Franken. // kh

Satechi

Sony

FERNAUSLÖSER

VERFÜHRT

Der BT Smart Trigger des US-Herstellers Satechi macht das iPhone oder das iPad zum Fernauslöser für Canon-Spiegelreflexkameras. Das Gerät wird am Blitzschuh der Kamera befestigt, per USBAnschluss „kommuniziert“ der Trigger mit der Kamera. Ferngesteuert wird per Bluetooth 4.0, die maximale Funkdistanz zwischen iGerät und Trigger beträgt bis 10 Meter. Mittels iOS-App kann man Bilder einzeln fernauslösen, auch Intervallaufnahmen in beliebigen Zeitabständen sind möglich. Wer Langzeitbelichtungen machen will, kann mit der App den Verschluss manuell öffnen und schliessen. Wie lange der Akku des Fernauslösers läuft, gab der Hersteller nicht an. Bei der Vollformatkamera Canon 6D ist der Trigger nicht notwendig, weil diese Kamera bereits mit WLAN ausgerüstet ist und Canon eine Fernauslöse-App anbietet. Im Gegensatz zum Modell von Satechi übermittelt Canon das Livebild der Kamera auf das iOS-Gerät. Der BT Smart Trigger ist erst im SatechiOnlineshop erhältlich und kostet 45 US-Dollar (ohne Versand). Eine Android-App soll folgen. // rf www.satechi.net

Nikon II

MIT DSLRTECHNIK Die Coolpix A ist Nikons erste Kompaktkamera mit dem leistungsfähigen Bildsensor einer Spiegelreflexkamera. Wie bei der links vorgestellten Nikon D7100 werkelt in der Coolpix A ein CMOS-Sensor im DX-Format. Auf der Fläche von 23,6 x 15,6 mm finden hier 16,2 Megapixel Platz. Zum Vergleich: Bei üblichen Kompaktkameras wird die gleiche Anzahl Pixel auf eine etwa einen Sechstel so grosse Fläche „gequetscht“. Nebst grossem Sensor soll auch das Nikkor-Weitwinkelobjektiv mit 18,5 mm Festbrennweite (KB: 28 mm) und einer Lichtstärke von 1:2,8 für qualitativ hochwertige Bilder sorgen. Beim Fotografieren von Motiven in schneller Bewegung oder bei geringem Umgebungslicht verhilft die hohe ISO-Empfindlichkeit (100 bis 6400, erweiterbar auf 25 600) zu scharfen Aufnahmen, wobei die Bildqualität dank geringem Rauschen auch bei hohen ISO-Werten optimal sein soll. Die Nikon Coolpix A beherrscht die Betriebsarten Programmbelichtungsautomatik, Blenden- und Zeitvorwahl und kann auch manuell eingestellt werden. Preis: 1280 Franken. // rf

Sony will mit der Systemkamera NEX-3N vor allem bisherige Anwender von einfachen Kompaktkameras zum Umstieg auf eine Systemkamera mit wechselbaren Objektiven verführen. Dazu hat sie bei der NEX-3N eine Funktion eingebaut, auf die viele Amateure nicht verzichten wollen: Das Zoom-Objektiv lässt sich nämlich durch eine einfache Wippe an der Kameraoberseite elektrisch verstellen. Alternativ darf man aber weiterhin am Zoom-Ring am Objektiv selber drehen. Die NEX-3N kostet 550 Franken (ohne Objektiv) und ist trotz dieser Neuheit günstiger als ihr Vorgängermodell NEX-3F. Dabei hat Sony bei der Display-Beweglichkeit und beim Multizonen-Autofokus gespart. Die restlichen Kenndaten wie 16-Megapixel-CMOS-Sensor im APS-C-Format und Full-HD-Video mit 25p beeindrucken aber weiterhin. Bei den Softwarefunktionen soll die NEX-3N dem Amateur mittels automatischer Auschnittwahl dabei helfen, das Wichtigste in den Bildmittelpunkt zu stellen. Ferner verspricht Sony, dass die geknipsten Fotos dank „Triluminos“-Technik auf einem Sony-Fernseher besser aussehen. // kh www.sony.ch

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Service

Lexikon

NETZWERK & STREAMING AAC Das Audio-Codierverfahren Advanced Audio Coding ist leistungsfähiger als MP3. Es kann Musikdateien um bis das 16-Fache (MP3: 12-fach) komprimieren. AAC wird vor allem im Rundfunk und im elektronischen Musikvertrieb eingesetzt.

MP3 Kurzform von MPEG-2, Layer 3. Es bezeichnet ein Verfahren, das die Datenmenge eines digitalisierten Musikstücks reduziert. Eine MP3-Musikdatei mit einer ordentlichen Klangqualität ist etwa ein Zehntel so gross wie das Original von der Silberscheibe.

AIFF Audio Interchange File Format ist ein verlustfreies Dateiformat von Musikdaten. Audio-CDs speichern ihr Audiosignal im Format CDDA, das mit AIFF nahezu identisch ist. Deshalb landet Musik, die von CDs im AIFF-Format gerippt wird, fast unverändert auf der Festplatte. Das kann klangliche Vorteile haben.

NAS Network Attached Storage; „intelligente“ Festplatte, die direkt ans Datennetz angeschlossen werden kann. Bessere NAS können direkt als Server für digitale Musiksammlungen eingesetzt werden.

Apple Lossless Von Apple entwickeltes Verfahren zum verlustlosen Komprimieren von Tondateien; es ist mit keinen anderen Kompressionsverfahren kompatibel, reduziert die Dateigrösse um 40 Prozent. Client In der vernetzten Unterhaltungselektronik: Gerät, das von einem Server elektronische Ton- und/oder Bilddaten empfängt und sie so aufbereitet, dass daraus wieder Musik, Fotos oder Videos entstehen. DLNA Die Digital Living Network Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, Geräte der Unterhaltungselektronik, Kommunikationstechnik und Computertechnik einfach miteinander zu vernetzen. Beispiel: Ein DLNA-Handy kann gespeicherte Musik oder Videos ohne weitere Hilfsmittel direkt über eine DLNA-fähige Hifi- oder Video-Anlage spielen. Ethernet Weltweit verbreiteter und am häufigsten verwendeter Standard für lokale Datennetze; auch als LAN (Local Area Network) bezeichnet. Hier werden die Daten in der Regel über Kabel mit verdrillten Kupferadern transportiert. FLAC Free Lossless Audio Codec; frei verfügbares Verfahren zum verlustfreien Komprimieren von Tondokumenten, reduziert die Dateigrösse um etwa die Hälfte. Kompression In der Datentechnik ein Verfahren zum Reduzieren der Datenmenge bei Ton, Bild und Video. Sinn des Ganzen ist, entweder Speicherplatz oder Bandbreite bei der Übertragung zu sparen. Typische Vertreter solcher Verfahren sind etwa MP3 für Audiodaten, JPG für Bilder oder MPEG für Videos. In der Musik beziehungsweise Aufnahmetechnik die Anhebung leiser und Abschwächung lauter Signale zur Minderung der Dynamik und Erhöhung des Lautstärke-Eindrucks. Seite 64

Ogg Vorbis Auch nur Ogg genannt; Kompressionsstandard für Audiodaten. Bei gleicher Klangqualität liefert Ogg kleinere Dateien als MP3, zudem kostet es den Hersteller keine Lizenzgebühren. PLC Mit dem als Power Line Communication bezeichneten Verfahren werden Daten über Stromnetze übertragen. Jede 230-Volt-Steckdose wird dadurch mittels Adapter zum Datenanschluss. Rippen Fachjargon aus der Computerszene; meint das Kopieren eines digitalen Datenträgers wie CD oder DVD auf die Festplatte eines PC. Meist ist das gleichzeitig mit einer Reduktion der Dateigrösse (Kompression) verbunden. Router Der Router ist ein Bindeglied zwischen den Rechnern in einem Hausnetz und dem Internet. Er vermittelt also Datenpakete zwischen verschiedenen Netzen. In jedem Datenpaket stehen, wie auf einem normalen Päckchen, der Empfänger und der Absender. Anhand dieser Informationen verbindet der Router zwei oder mehrere Netzsegmente intelligent miteinander. UPnP Universal Plug and Play; dient der einfachen Vernetzung verschiedenster Gattungen von Heimelektronik (Stereoanlagen, Router, Drucker, Haussteuerungen) über ein Netz. Server In der vernetzten Unterhaltung: Gerät, das elektronische Ton- und/oder Bilddaten archiviert und sie an Clients weitergibt. WMA Windows Media Audio; Datenreduktions-Verfahren von Microsoft, ähnlich MP3.

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Service

Technik, einfach erklärt: Bandbreite

SCHRITT-, SCHNECKENODER HÖLLENTEMPO Die Bandbreite ist das wichtigste Leistungsmerkmal von Datenverbindungen bei Netzwerken, Internetanschlüssen und drahtlosen Verbindungen. Genau genommen hat auch der lahmste Internetanschluss ein Tempo von rund 300 000 Kilometern pro Sekunde. Aber natürlich will niemand wissen, dass die Elektronen mit Lichtgeschwindigkeit durch ihr Internetmodem flitzen. Wer im Computerzeitalter von Tempo spricht, meint dabei meist die Bandbreite. Also wie viel Informationen in Bits und Bytes pro Sekunde transportiert werden. In den Urzeiten der Computerei wurde da noch gemütlich mit Bits pro Sekunde (bps) gerechnet. Die Entwicklung rast seit den 70er-Jahren aber in 1000er-Potenzen. 1000 Bits wurden zu Kilobits (Kbit) und heute schaufeln Internet, WLAN und Handys Millionen Bits pro Sekunde. Je nach Autor wird das als Megabit/s, Mbit/s oder Mbps abgekürzt. Bei Kabeln sind wir bereits bei der nächsten Vertausendfachung angelangt, übliches Ethernet überträgt eine Milliarde Bits oder ein Gigabit pro Sekunde. Das sind ausgeschrieben mit 1 000 000 000 Bits eine Menge Nullen. In Glasfasern blitzen mit Terabits (Tbit) bereits 1000-mal mehr Daten pro Sekunde durch Gräben und Ozeane. Wie viel Bandbreite braucht man nun aber wirklich? Sie lesen diesen Text mit ungefähr 100 Bits pro Sekunde, die Musik im Hintergrund dudelt mit rund 100 000 Bits pro Sekunde, während die Glotze im HD-Betrieb schon 5 Millionen Bits pro Sekunde verheizt.

MARKETING-TEMPO Verkäufer schummeln bei Tempoangaben oft schamlos. Internetverbindungen bringen nur in Ausnahmefällen und in einer Richtung ihr Maximaltempo. Und der schnellste Anschluss nützt nichts, wenn die Datenlieferanten im Internet vor sich hintrödeln. Am meisten geblufft wird bei den Tempi von Funknetzen und Stromkabelnetzwerken (PLC). Hier stehen auf der Verpackung meist „theoretische Marketingangaben“, von denen in der Praxis nur noch 10 Prozent übrig bleiben. Am ehrlichsten sind noch die Verkäufer von Ethernet-Verkabelungen. Diese Technik liefert in der Praxis tatsächlich 95 Prozent ihres Nennwertes. // kh

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Magazin [ VORSCHAU/IMPRESSUM ]

VORSCHAU #5/2013

Impressum VERLEGER Dr. Daniel Kaczynski GESCHÄFTSFÜHRER/VERLAGSLEITER Dominik Achermann Telefon 044 245 45 10 dominik.achermann@home-electronics.ch CHEFREDAKTOR Lothar Brandt (lbr); Leitung Audio, TV & Heimkino REDAKTION Rolf Frank (rf); stellvertretender Chefredaktor, Leitung Multimedia & Netz, Foto & Video Kurt Haupt (kh); Multimedia & Netz, Leitung HE Online REDAKTIONELLE MITARBEITER IN DIESER AUSGABE Attila Csampai, Albrecht Gasteiner, Florian Goisl, Martin Freund (mf), Nico Jurran (nij), Dani Maurer, Sabine Schmitt, Peter Siering, Volker Strassburg, Christine Tantschinez, Wolfgang Tunze, Christoph Vratz, Christian Wölbert ANZEIGENVERKAUF Fernando Palencias, Telefon 079 332 82 65 palencias@home-electronics.ch Telefax 044 245 45 00

MUSIK DIGITAL EINKAUFEN Dieser Ratgeber hilft Ihnen mit Tipps für den Einstieg in den Musikdownload, stellt eine Auswahl an Online-Portalen vor und beleuchtet die gängigsten Musikdateiformate, die den klanglichen Anspruch der Sammlung vom ersten Download an bestimmen.

REDAKTIONS- UND VERLAGSANSCHRIFT Home Electronics p.a.media ag Hottingerstrasse 12, 8032 Zürich Telefon 044 245 45 46, Telefax 044 245 45 00 redaktion@home-electronics.ch AUFLAGE Durchschnittliche Druckauflage 2011: 8200 Exemplare ABONNENTEN-SERVICE AVD Goldach AG Abonnenten-Service Home Electronics Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Telefon 071 844 91 54 ERSCHEINUNGSWEISE 11-mal pro Jahr auf Monatsende (Doppelnummer: Juli/August)

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KORREKTORAT Eva Koenig DRUCK UND VERSAND AVD Goldach AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Folgende Beiträge wurden übernommen und den schweizerischen Marktverhältnissen angepasst: c’t: 23, 28–32; AudioVision: 40–43; Audio: 54–56; ColorFoto: 58–60. BILDQUELLEN & AGENTURMELDUNGEN Falls nichts anderes vermerkt, stammen die Bilder aus dem Archiv der Zeitschrift Home Electronics oder von den Herstellern der abgebildeten Produkte. Home Electronics verwendet Agenturmeldungen von Pressetext (pte).

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COPYRIGHT © 2013 p.a.media ag Nachdruck nicht gestattet. Das Fotokopieren aus Home Electronics, das über Einzelstücke hinausgeht, ist untersagt. Die p.a.media ag ist eine Tochtergesellschaft der Swisscontent AG.

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