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#2 / 2013

+ Home electronics

MAGAZIN

Schweizer Fachpublikation für Heimelektronik. #2 / Februar 2013 / Fr. 9.50 / www.home-electronics.ch

TV & Heimkino

DAS SCHMUCKSTÜCK DESIGN-FERNSEHER // WAS KOMMT UNVERSCHLÜSSELT VON UPC? // SUPER-LAUTSPRECHER // NETZWERKFÄHIGE STEREO-KOMBINATION // DIGITALVERSTÄKRER // SLR- VERSUS SYSTEMKAMERAS // E-BOOK-READER // E-BOOKS VERWALTEN

Der neue B&O BeoVision 11 macht mit 40-, 46- und 55-Zoll-Bildschirm eine exzellente Figur. S. 22

Audio

DIE HIGHTECH-GIGANTEN Wer Super-Lautsprecher für bis eine halbe Million anpreist, muss schon Ausserordentliches bieten. Ein Besuch bei Backes & Müller im Saarland. S. 34 Foto & Video

DIE HAUS-KONTRAHENTEN Spiegellos oder doch lieber SLR? Canon EOS M und Nikon 1 müssen sich firmeninterner Konkurrenz zu vergleichbarem Preis erwehren. S. 44 Multimedia & Netz

DIE LICHT-GESTALTEN Die neuste Generation der E-Book-Reader strahlt mit LED-Beleuchtung. Was das fürs Lesevergnügen bringt, zeigen drei Vertreter im Test. S. 52


OM-D: CREATE YOUR OWN WORLD

THOMAS HAYO Creative Director Die OM-D kombiniert einen elektronischen Sucher (EVF) mit einem spiegelfreien Design im kompakten, leichten und robusten Gehäuse. Der EVF ermöglicht dem Fotografen die Kontrolle über Belichtung, Weissabgleich und Art Filter in Echtzeit. So lässt sich die Welt in kreativer Weise einfangen und es entstehen Fotos in aussergewönlicher Qualität. Die OM-D ist eine völlig neue digitale Systemkamera mit Wechselobjektiven - für Menschen welche Fotos kreieren statt nur zu knipsen. Besuchen Sie jetzt http://olympusomd.com/de-CH/ und erfahren Sie was geschieht, wenn Creative Director Thomas Hayo mit der OM-D seine kreative Welt einfängt.

www.olympusomd.com


[ EDITORIAL ]

HALTBARKEITS-DATEN Die Compact Disc feiert Jubiläum. Aber die Freude ist getrübt. 30 Jahre nach ihrer kommerziellen Einführung 1983 verbreiteten einige Gazetten, Internetforen und andere Gerüchteküchen üble Nachrede mit dem Tenor „Über die Hälfte schon schrottreif“. Schlechte Nachrichten, die nicht nur Aufmerksamkeit erregten. Seriöse Medien mühten sich, den Hintergrund zu erhellen: Das Deutsche Musikarchiv hatte 1993/1994 die Daten 100 fabrikneuer CDs präzise ausgelesen. Und stellte fest, dass nur 65 wirklich „gut“(18) oder „ok“ (47) waren, eine erwies sich als defekt, immerhin 34 handelten sich das Urteil „schlecht“ ein. 2009 durchliefen dieselben CDs die gleiche Testprozedur und – die Katastrophe war perfekt: nur noch 6 „gut“, dafür 51 „schlecht“ und 29 defekt. Nun ergeben 51 plus 29 nach Adam Riese 80 und bei 100 Probanden 80 Prozent. Aber sind wirklich vier Fünftel der Milliarden Silberscheiben weltweit reif für den Sondermüll? Immer mit der Ruhe. Natürlich klaubte auch ich sofort nach Vernehmen der schlechten Nachrichten die ältesten CDs aus meinem Archiv. Alle Oldtimer, Jahrgang 1985, spielen noch immer einwandfrei. Ob es an der Qualität der Presswerke und ihrer Materialien, an sorgfältiger Lagerung oder der überragenden Fehlerkorrektur meines Players lag: Die frohe Botschaft lautet, und bestimmt nicht für mich allein: halb so wild. Das Haltbarkeitsdatum meiner digitalen Tonträger währt zumindest einmal länger als das ihrer baldigen Todesverkündigung. Doch die dahinterstehende Warnung entfacht Langzeitwirkung. Der Zahn der Zeit zieht seine Spuren auch durch den CD-Bestand. Falls uns darob Panik ergreift, machen wir es doch wie das Deutsche Musikarchiv: Das kopiert alle Discs nach und nach im verlustfreien WAV-Format auf Server. Und der Aufbau privater digitaler Musiknetzwerke ohne Verfallsdatum wird immer preisgünstiger und einfacher. Das ist doch mal eine gute Nachricht. Mit hoffentlich langer Haltbarkeit. // Lothar Brandt, Chefredaktor

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[ INHALT ]

#2 / 2013 IN DIESER AUSGABE om apple.c

itunes.

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BEGNADETE NETZWERKER

MIT UND OHNE SPIEGEL

Der Traditionshersteller Rotel hat die Zeichen der Zeit erkannt: Vollverstärker, CD-Spieler und Multituner der neuen 12er-Serie bilden eine vernetzbare Stereo-Kombination mit allerhand StreamingMÜglichkeiten und gutem Klang. Im Test.

Mit der EOS M bringt Canon als letzter grosser Hersteller eine spiegellose Systemkamera auf den Markt. Sie tritt gegen die Canon 650D an. Zudem: Nikon 1 V2 versus Nikon D7000.

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MAGAZIN NEUES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 UMFRAGE: Was halten Sie von Musik-Streaming-Diensten? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 GASTEINERS DURCHBLICK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 MUSIKTIPPS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 FILMTIPPS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 AUSPROBIERT: • Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop Elements 11 . . . . . . . . . . . . . . . 18 • DECT-Telefon Gigaset S820A • Lautsprecher-, Cinch- und XLR-Kabel Goldkabel Executive Series . . 19 • Video-/Spielemonitor Eizo FS2333 • Musikspieler Sony NWZ-E574 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 • LED-Leuchtmittel Philips Hue • Smartphone LG Optimus L9 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

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TV & HEIMKINO TEST: Design-Fernseher • BeoVision 11 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 REPORT: Kabel-TV-Receiver • UPC Cablecom Horizon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 AUDIO TEST: Netzwerkfähige Stereo-Kombi • Vollverstärker Rotel RA 12 • CD-Spieler Rotel RCD 12 • Multituner Rotel RT 12 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . REPORT: Edelschmiede für Lautsprecher • Backes & Müller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . TEST: Digitaler Vollverstärker • NAD C 390DD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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FOTO & VIDEO

LESEN IM DUNKELN Die neuste Generation der E-BookReader von Amazon, Bookeen und Kobo besitzt einen Touchscreen mit LED-Beleuchtung. Wie gut lässt sich damit im Dunkeln lesen?

TEST: Systemkameras • Canon EOS M • Canon EOS 650D • Nikon 1 V2 • Nikon D7000 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 MULTIMEDIA & NETZ TEST: E-Book-Reader mit LED-Beleuchtung • Amazon Kindle Paperwhite • Bookeen/Thalia HD Frontlight • Kobo Glo . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52 RATGEBER: E-Book-Verwaltung • Software Calibre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 SERVICE EDITORIAL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 AGENDA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 LEXIKON: Netzwerk und Streaming . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 TECHNIK, EINFACH ERKLÄRT: HFR – Ruckelfreies Kino . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 IMPRESSUM/VORSCHAU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

Home electronics

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Magazin [ NEUES ]

Vernetztes Wohnen

SMARTES HEIM Mehr Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz – das sind die vorrangigen Forderungen an das Smart Home. Treibende Kräfte für vernetztes Wohnen sind zum einen die vernetzbare Multimediatechnik, zum andern die vernetzte Haustechnik, die vor allem eine erhöhte Energieeffizienz zum Ziel hat. In beiden Bereichen zeichnen sich neue Trends ab, wie die neuste, achte Ausgabe des Home Electronics Jahrbuchs anschaulich zeigt. Im Multimediabereich erobert sich mit dem Smart TV – zusammen mit iPhone und iPad – der Fernseher seine Stellung als hausinterne Kommunikationszentrale zurück; in der Haustechnik lassen neue Vernetzungstechnologien wie zum Beispiel der Digitalstrom aufhorchen. Was und wie im Einoder Mehrfamilienhaus vernetzt werden kann, zeigt einmal mehr das Home Electronics Jahrbuch anhand von konkreten, aus der ganzen Schweiz zusammengetragenen Beispielen. Die Autorinnen und Autoren verstehen es wiederum, ihr Flair für Architektur und Design mit der Fähigkeit zu verbinden, die (versteckte) Technik anschaulich zu beschreiben und den Nutzen für die Bewohner aufzuzeigen. Neueinsteiger erhalten einen aktuellen Überblick über die Grundlagen und Trends des Smart Home. Und mit Blick auf die vom Bundesrat anvisierte Energiewende wird unter anderem aufgezeigt, welche Rolle das vernetzte Haus dabei vermehrt übernehmen kann. Das 148 Seiten starke Home Electronics Jahrbuch 2013 wird vom Verlag p.a.media ag, Zürich, herausgegeben und kann dort zum Preis von 24.50 Franken bezogen werden. // lbr

VERANSTALTUNGEN

AGENDA NATIONAL 11.–14. 4. 2013

INTERNATIONAL 23.–24. 2. 2013 High End on Tour, Nürnberg www.highendsociety.de

25.–28. 2. 2013 Mobile World Congress, Barcelona www.mobileworldcongress.com

5.–9. 3. 2013 CeBIT, Hannover www.cebit.de

9.–12. 5. 2013 High End, München www.highendsociety.de

Mahler komplett auf Blu-ray

KONZERTERLEBNIS In den letzten Jahren ehrten einige renommierte Orchester den Komponisten Gustav Mahler (1860–1911) mit kompletten Zyklen seines sinfonischen Œuvres. Das niederländische Concertgebouworkest, Europas traditionsreichstes Mahler-Orchester, verteilte sein mächtiges Orchesterwerk auf zwei Spielzeiten – von 2009 bis 2011 – und lud dazu führende Mahler-Dirigenten ins akustisch exzellente Amsterdamer „Konzertgebäude“, um dort im friedlichen Wettstreit einen nachhaltigen Eindruck zu vermitteln vom Niveau des heutigen Mahler-Standards. Diese elf Konzerte hat jetzt das Eigenlabel des Royal Concertgebouw Orchestra in HD-Video-Qualität und in 5.0-SurroundSound im Blu-ray-Format veröffentlicht. Neben dem Hausherrn des RCO, Mariss Jansons, der die Zweite, Dritte und die hypertrophe Achte mit beschwörender Intensität dirigiert, kann man im unmittelbaren Vergleich die unterschiedlichen Ansätze von acht weiteren Mahler-Cracks studieren, so etwa den jugendlichen Schwung Daniel Hardings in der ersten Sinfonie, die choreografische Präzision Iván Fischers in der vierten, die kühle Distanz von Pierre Boulez in der siebten oder die weise Souveränität Bernard Haitinks in der neunten – und alle umgeben von fantastischen, stets hochmotivierten Musikern. Die Bildführung ist Partitur-erhellend und eher „demokratisch“: Sie betreibt keinen Dirigentenkult, sondern versucht auch dem Mahler-Einsteiger einen Weg zu weisen durch die Komplexität von Mahlers Riesenpartituren. Das Klangbild ist auch im Zweikanalmodus sehr klar und schön durchgezeichnet und rundet das Ganze zu einem Konzerterlebnis besonderer Güte. // ac

www.home-electronics.ch

Jahrbuch 2013

Home electronics Jahrbuch 2013 / Vernetztes Wohnen

Bauen und Wohnen, Tägerhard Wettingen www.bauen-wohnen.ch

VERNETZTES WOHNEN

http://www.concertgebouworkest.nl/en/Shop/

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FAC H BUCH

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2013

in Zusammenarbeit mit

Home electronics

#2 2013


Forschung & Technik

TCU

LED-EISWĂœRFEL WARNT VOR ZU VIEL ALKOHOL

FILTERT TV-WERBUNG

Weil er an einer Party bis zum Umfallen gebechert hatte, fand sich MITForscher Dhairya Dand am nächsten Tag im Krankenhaus wieder – mitsamt ErinnerungslĂźcke. Statt dem Alkoholkonsum nun abzuschwĂśren, erfand der Forscher wasserfeste EiswĂźrfel aus Gelatine, die ihn vor einem Ăœbermass an Alkohol warnen sollen. Drei eisgekĂźhlte GelatinewĂźrfel mit LED muss ein labiler Trinker in sein Glas werfen. Beim ersten Getränk blinkt die grĂźne LED, sobald der Alkoholpegel steigt, die gelbe. Und wenn man eine Pause machen sollte, schaltet sich die rote LED ein. Schlägt man dann die Hinweise der LEDs aus und trinkt weiter, senden die EiswĂźrfel eine SMS an einen Freund. In den WĂźrfeln befinden sich je eine Knopfzelle, eine LED, ein Mikrocontroller mit Beschleunigungsmesser und Kontrolluhr sowie ein IR-Sendeempfänger. Gemessen werden Anzahl der Schlucke in Relation zur Zeit, daraus wird der Betrunkenheits-Grad des Nutzers ermittelt. Der IR-Sendeempfänger lĂśst bei Ăœberschreitung der maximal verträglichen Menge eine SMS aus. Da sich der Alkoholgehalt je nach Getränk stark unterscheidet und jeder unterschiedliche Mengen verträgt, kĂśnnen die EiswĂźrfel nur dann eingesetzt werden, wenn man das Getränk nicht wechselt. Ausserdem muss man, wie der Erfinder nach seinem Zusammenbruch, relativ genau wissen, welche Menge Alkohol man verträgt. // heise/rf

Ein Segen fßr die Zuschauer, ein Albtraum fßr (private) Fernsehanstalten: Die TV-Box Fernsehfee 2.0 des deutschen Unternehmens TCU ist mit einem Werbeblocker ausgerßstet, der bei Live-TV während Werbepausen automatisch umschaltet oder den Ton der Werbung leiser stellt. Beim Senderwechsel kÜnnen Kanäle mit Werbung ßbersprungen werden. Auch das werbefreie Aufzeichnen von Sendungen auf eine externe Festplatte soll mit der Fee mÜglich sein. Die Fernsehfee gibt es zunächst mit einem Sat-Empfangsteil (DVB-S), im Frßhling sollen Versionen fßr Kabel (DVB-C) und Antenne (DVB-T) folgen. Als Betriebssystem dient Android 4.0.4, angetrieben wird es von einem 1-GBArbeitspeicher (1 GHz). Der Videodecoder beherrscht Full-HD-AuflÜsung bis 1080p und viele Formate, darunter MKV, DIVX und XVID. Festplatten werden an den USB-Buchsen angeschlossen, der Fernseher am HDMI-Ausgang. Die gute Fee bietet auch Smart-TV-Funktionen. Hierzu wird sie via WLAN oder Ethernet mit dem heimischen Netzwerk und Internet verbunden, mittels App oder Browser lässt sich dann auf Inhalte zugreifen. Der integrierte Mediaplayer kommt mit vernetzten DLNA-Geräten zurecht, er soll jedoch mehr Formate als der DLNA-Standard abspielen kÜnnen. Dank ScreenSharing kÜnnen Inhalte vom Notebook, Tablet oder Smartphone auf den Fernseher gestreamt werden. Die Fernsehfee 2.0 findet mit ihren zierlichen Massen von 12 x 12 x 2,2 cm ßberall einen Platz. Die Sat-Version wird im März fßr rund 125 Franken erhältlich sein (ohne Versand/Zoll). // rf

http://vimeo.com/56772409 (Video, 2:30 Min.)

www.fernsehfee.de

ĂŒ

- Der wohl schĂśnste Stereoreceiver

Der kleinste, kompakteste und wahrscheinlich auch schĂśnste Stereoreceiver, den T+A jemals gebaut hat, heiĂ&#x;t Cala. Sie ist die ideale LĂśsung fĂźr alle Musikfreunde, die nicht nur hohe AnsprĂźche an den Klang ihrer Stereoanlage stellen, sondern genauso viel Wert auf anspruchsvolles Design, perfekte Verarbeitung und Kompaktheit legen. Auch wenn die Cala äuĂ&#x;erlich klein wirkt, ist sie doch enorm leistungsfähig und universell einsetztbar! Alle modernen Musikquellen stehen zur VerfĂźgung: Ein hochwertiger FM-Tuner, ein Streaming Client fĂźr Internetradio, Netzwerkzugang und den Anschluss von Festplatten, Speichersticks und iPod sowie ein BluetoothModul nach A2DP. DarĂźber hinaus gibt es noch zwei analoge Eingänge, beispielsweise um einen Fernseher anzuschlieĂ&#x;en. T+A-Exklusivvertrieb in der Schweiz TELANOR AG | 4654 Lostorf



Telefon +41(0)62 285 95 95 | www.telanor.ch


Magazin [ NEUES ]

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MAGAZIN

- UMFRAGE

Onkyo

MUSIK-STREAMING

PREMIERE

Sie sind gefragt: In jeder Ausgabe erkundet die Home Electronics-Redaktion das Meinungsbild ihrer Leserinnen und Leser zu einem bestimmten Thema aus der Welt der Unterhaltungselektronik. Bitte gehen Sie im Internet auf: www.home-electronics.ch/umfrage, und entscheiden Sie sich für eine der Antworten auf die dort gestellte Frage. Die Auflösung folgt im nächsten HE. fen – jedem vernetzten Menschen die Welt der Töne offen. Wir möchten nun gerne von Ihnen wissen:

Früher bestimmten Radio- und Fernsehsender einseitig, was da an Musikprogrammen aus Lautsprechern und Bildröhren auf uns einströmte. Im Internetzeitalter können Musikfreunde den Spiess längst umdrehen. Vom Tagesschlager bis zum Konzertfilm steht – in unterschiedlichen Preis- und Qualitätsstu-

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MAGAZIN

Was halten Sie von MusikStreaming-Diensten? a) Ich nutze sie, weil ich praktisch alle Musik für einen fixen Monatspreis erhalte. b) Nicht viel, ich finde die Angebote zu teuer. c) Nichts. Mir genügen Qualität und Quantität des Angebotes nicht. Bitte geben Sie Ihr Votum ab bis

7. FEBRUAR 2013 Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

- UMFRAGE VOM MONAT JANUAR

Letzten Monat wollten wir von Ihnen wissen: Wer ist Ihrer Meinung nach der beste Versorger mit frei empfangbarem HDTV? Knapp die Hälfte der HE-Leser votierte für den Satelliten wegen seiner Vielfalt, zwei Fünftel favorisieren die UPC Cablecom, eine Minderheit die Swisscom. UPC Cablecom, weil ich unbeschränkt viele Fernseher anschliessen kann

Swisscom, weil ich es zum DSL-Anschluss geschenkt bekomme

Satellit, weil ich dort die meisten Programme ohne Kosten empfange

Panasonic

KAMERA AM OHR Sogenannte Actionkameras musste man für abenteuerliche Aufnahmen bisher meist an einem Helm befestigen. Eine elegantere und alltagstauglichere Lösung hat Panasonic entwickelt: Die HX-A100 ist eine zweiteilige Actionkamera, deren Objektiv-Sensor-Einheit 30 Gramm wiegt und mit einem Bügel am Ohr befestigt wird. Dadurch wird das Geschehen aus Augenhöhe aufgenommen. Die Aufnahmeeinheit wird am Oberarm befestigt. Die staub- und wasserfeste HX-A100 dreht Videos in Full HD und ist mit einem WLAN-Modul bestückt. Darüber können Videos zum Rechner oder Mobilgerät übertragen und die Kamera fernbedient werden. Das mit f/2,5 recht lichtstarke Objektiv deckt einen Blickwinkel von 160 Grad ab. Der CMOS-Sensor erreicht eine 2,6-Megapixel-Auflösung. Gegen Verwackler hilft der elektronische Bildstabilisator, gegen Windgeräusche eine Unterdrückungsfunktion am Mikrofon. Aufgezeichnet wird auf microSD-Speicherkarten. Eine Akkuladung soll die HX-A100 bis 2 Stunden lang mit Strom versorgen. Preis und Verfügbarkeit für die Schweiz sind noch nicht bekannt. // rf

Der japanische Hifi- und HighendSpezialist Onkyo lanciert seine ersten Kopfhörer. Ab März werden zwei geschlossene, ohraufliegende Kopfhörer erhältlich sein: der ES-HF300 mit einem abnehmbaren Kabel audiophiler Qualität und der ES-FC300 mit einem – ebenfalls abnehmbaren – verdrehungsfreien Elastomer-Kabel. Dieses soll eine bestmögliche Leitfähigkeit bei minimalen Berührungsgeräuschen garantieren. Beide Modelle brillieren dank zwei breitbandigen 40-MillimeterTitanium-Treibern mit einer hohen Klarheit im mittleren und hohen Frequenzbereich, während abgestimmte Basskammern eine kräftigpräzise Wiedergabe tiefer Töne gewährleisten. Die Treibergehäuse aus Aluminium erinnern in ihrer Form an die Lautstärkeregler von Onkyos Hifi-Komponenten. Die vergoldeten MMCX-Konnektoren und Stereo-Klinkenstecker runden den edlen Gesamteindruck ab. Ein praktischer Klappmechanismus hilft beim schnellen Verstauen. In den nächsten Monaten sollen zwei Im-Ohr-Modelle aus Aluminimum, IE-HF300 und IE-FC300, folgen. Die Preise sind noch nicht bekannt. // mp www.ch.onkyo.com/de

www.panasonic.com

Stand am 9. 1. 2013

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Home electronics

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CMOS-Sensor

PIXELWAHN – DIE NÄCHSTE STUFE Der japanische Elektronikhersteller Toshiba hat mit dem TCM5115CL einen neuen CMOS-Sensor im 1/2,3-Zoll-Format entwickelt, der auf der winzigen Fläche von 28,5 Quadratmillimetern 20 Megapixel unterbringt. Die einzelnen Pixel sind nur noch 1,2 Mikrometer gross. Der Chip wird damit die bisher höchste Auflösung seiner Grössenklasse erzielen. Der Sensor soll vor allem bei Kompaktkameras verbaut werden. Diese lassen sich dann mit dem Argument „20 Megapixel sind besser“ vermarkten. Gegenwärtig bieten Hersteller durchschnittliche 16 Megapixel bei ihren Kompaktkameras an. Das Problem des Pixelwahns: Mehr Pixel führen nicht automatisch zu einer höheren Bildqualität. Je kleiner die Sensoren und die Pixel nämlich sind, desto weniger Licht trifft durch das Objektiv auf sie. Es entsteht unschönes und störendes Bildrauschen.

Toshiba will diesem Problem mit seiner BSI-Technik (Backside Illumination) entgegnen. Bei diesem Prinzip sind die Schaltkreise hinter der lichtempfindlichen Schicht angebracht und nicht wie bei herkömmlichen CMOS-Sensoren davor. Das Licht muss also nicht mehr das Geflecht der Schaltkreise durchdringen. Inwieweit die BSI-Technik das Bildrauschen reduziert oder gar eliminiert, werden wohl erst Praxistests zeigen. Die ersten Sensoren sollen in diesen Wochen bei den Herstellern zur Bemusterung eintreffen. Die zu wirtschaftlich akzeptablen Preisen führende Massenproduktion soll jedoch erst im August 2013 beginnen, sodass die ersten damit versehenen Kompakt- oder Bridge-Kameras erst gegen Ende Jahr auf den Markt kommen dürften. // rf http://goo.gl/XHHei

iCord® Mini Das Kraftpaket Der iCord ® Mini trägt eigentlich den falschen Namen, denn „mini“ ist hier allenfalls das kompakte Äussere. Ansonsten geht es um einen Satelliten-Empfänger für höchste Ansprüche. Geniessen Sie HDTV-Sendungen direkt ab Satellit in unerreichter Bild- und Tonqualität. Zeichnen Sie bis zu bis zu 150 Stunden HD- oder bis zu 250 Stunden SD-Qualität auf, auch zwei Sendungen gleichzeitig. Zeitversetztes Fernsehen ist auch einfach möglich – stoppen Sie die laufende Sendung zu einem beliebigen Zeitpunkt und schauen Sie weiter innerhalb von 90 Minuten. Ausserdem greifen Sie mit dem iCord ® Mini auch auf die Internet-Angebote vieler TV-Sender zu: Mediatheken, HD-Text, Programmtipps und mehr. Dank DLNA ist auch die Einbindung in Ihr Heimnetzwerk ein Kinderspiel. Doch ziemlich viel für „mini“, oder?

Mehr Informationen unter: www.belsat.ch

Digitaler Videorecorder

TWIN-Tuner

Mediaplayer

Netzwerk-Anschluss

HUMAX-Portal

Heimnetzwerk

USB-Recording

Timeshift-Funktion

HDTV

HbbTV / Smart-TV

Universal-Fernbedienung

CIplus-Schacht


Magazin [ NEUES ] Smart TV

BROWSER FAST UNGENUTZT

Central Standard Timing

UHR MIT E-INK Das US-Start-up Central Standard Timing hat an der CES eine ansehnliche Uhr mit E-Ink-Display präsentiert. Die CST-01 ist nur 0,8 Millimeter dünn und wiegt 12 Gramm. Die Komponenten der minimalistischen Uhr bringen ihre Entwickler in einer 0,5 Millimeter tiefen Einbuchtung unter, die in den Stahl geätzt wird. Auf Knöpfe oder Schnittstellen wird verzichtet. Das Display zeigt nur die Zeit an. Diese wird über eine Basisstation eingestellt. Dort kann auch auf das ausserhalb der USA üblichere 24-Stunden-Format umgestellt werden. Die CST-01 verfügt über einen biegsamen Thinergy-Akku von Infinite Power Solutions, der in nur 10 Minuten geladen wird und dann rund einen Monat durchhalten soll. Die sogenannte MicroEnergy Cell (MEC) soll eine Lebenszeit von 10 000 Ladezyklen haben, was für 15 Jahre ausreichen soll. Derzeit ist die CST-01 über Kickstarter.com in Schwarz oder Weiss für 129 US-Dollar (ohne Versand/Zoll) erhältlich. // rf

Der Smart TV bleibt primär eine Plattform für Filme aus dem Internet, der Internetbrowser wird am Fernseher hingegen nur wenig genutzt. Dies zeigt eine Studie des amerikanischen Marktforschers NPD Group. Demnach schauen rund 60 Prozent der Smart-TV-Besitzer Filme aus dem Internet. Die TV-Geräte sind direkt, über Spielkonsolen oder Settop-Boxen mit dem Internet verbunden. Immerhin noch rund 16 Prozent nutzen Musikstreaming-Dienste am Fernseher. Einen Internetbrowser setzen nur 10 Prozent der Nutzer ein. Knapp 7 Prozent der Befragten schauen sich Daten vom Rechner auf dem Fernseher an. Rund 6 Prozent sind über den Fernseher bei Facebook aktiv oder spielen kostenlose Online-Games. Das Hochladen von Videos und Filmen wird am Fernseher mit jeweils 5 beziehungsweise 4 Prozent noch kaum genutzt, ebenso wenig die Videotelefonie mittels angeschlossener oder integrierter Webcam. // golem/rf http://goo.gl/uWvO4

http://kck.st/UUUCMf

Monzoon

PAUSCHALTARIF Das Schweizer Telekommunikationsunternehmen Monzoon Networks AG lanciert eine weltweite Flatrate für die Nutzung von WLAN-Hotspots. Vor allem bei Auslandreisen verzichten viele Smartphone-Besitzer auf die Internetnutzung, weil die damit verbundenen Roaming-Gebühren sehr hoch sein können. Verbindet man sein Gerät stattdessen via WLAN, fallen keine Weiterleitungsgebühren an. Allerdings sind im Ausland viele WLAN-Hotspots kostenpflichtig, und man braucht meist eine Kreditkarte. Mit Monzoon World Flat kann man für 74 Franken monatlich weltweit über eine Million Hotspots in 113 Ländern ohne zusätzliche Registrierung nutzen. Der Dienst lässt sich auch via Rechnung bezahlen und basiert auf dem Netzwerk von iPass. Viele Anbieter wie etwa Swisscom kooperieren mit iPass. Unter http://hotspot-finder.ipass.com kann man nachschlagen, welche Hotspots wo zur Verfügung stehen. // kh www.monzoon.ch

Dynaudio Wireless High-End Xeo ist neu, Xeo ist einfach, Xeo ist smart, Xeo verändert alles. Denn Xeo ist das erste kabellose High-End Lautsprechersystem mit Fernbedienung. Verabschieden Sie sich von klangverschlechternden Lautsprecherkabeln, von D/A-Wandlern, Verstärkern und Extra-Software. Und aktivieren Sie Ihre Xeo Kompaktlautsprecher oder Standlautsprecher und Ihren Xeo Transmitter. Unplug and play. Weitere Infos: www.xeo.dynaudio.de Fachhändler: Dietiker & Humbel, Winterthur | Aug & Ohr, Zürich | Sony Center, Zürich | Audio Insider, Zürich | Fischer HiFi AG, Altwis | Erni HiFi High End Studio, Spreitenbach | Homestudio Rene Herzog, Frauenfeld | Zihlmann, Basel | Sonorous, Genève | ACR Pro, Carouge

All there is.


Eutelsat

Samsung, Sony, Philips

4K-FERNSEHEN VIA SAT

FRIEDE VOR DEM TV

Bereits gibt es Dutzende teure Fernsehgeräte, die statt der üblichen HD-Auflösung (1920 x 1080 Bildpunkte) das vierfach bessere Ultra HD (3840 x 2160) bieten. Die neue Technik wird auch als UHDTV oder 4K bezeichnet. Inhalte in 4K sind aber Mangelware. Dem will der Satellitenbetreiber Eutelsat abhelfen. Seit Anfang Januar strahlt er auch in der Schweiz empfangbare Demo-Filmchen in 4K-Auflösung aus. Eutelsat trickst aber heftig: Der 4K-Demo-Kanal überträgt nämlich parallel vier HD-Datenströme (1080p) in MPEG-Codierung mit 50 Vollbildern pro Sekunde. Die Fernsehübertragung mit 4K-Auflösung ist noch nicht standardisiert. Man rechnet damit, dass sich für die Videokompression statt MPEG das neue Verfahren High Efficiency Video Coding (HEVC) durchsetzen wird. Passende SatReceiver für 4K gibt es noch nicht zu kaufen. Auch die ersten Fernseher mit 4K-Auflösung können den Demo-Kanal nicht direkt empfangen, denn sie spielen native 4K-Filme bis jetzt nur von der Festplatte ab. 4K-Fernseher können jedoch HD-Inhalte von TV-Sendern oder Blu-ray-Disc auf 4K hochskalieren. Mit einem HD-Sat-Empfänger kann man immerhin je einen Stream des 4K-Kanals empfangen. Dabei sieht man allerdings nur einen Viertel des Bildes. Wer 4K richtig geniessen will, muss also basteln. Man braucht einen schnellen PC mit vier DVB-S-Karten. Diese verarbeiten einen Datenstrom von über 40 Megabit pro Sekunde. Eine Software „klebt“ die vier HD-Teilbilder (1920 x 1080) zu einem Ultra-HD-Bild (3840 x 2160) zusammen. Das fertige Signal wird von der PC-Grafikkarte via HDMI an den 4K-TV übertragen. // kh

In naher Zukunft können bis zu vier Personen unterschiedliche Sendungen parallel auf einem Fernseher verfolgen. Bedingung ist aber, dass jeder Zuschauer eine „umgebaute“ 3D-Brille trägt und für den Ton einen Kopfhörer verwendet. Mit dem ES9500 will Samsung einen „Zweibenutzer-Fernseher“ bereits im Herbst ausliefern. Die neue Technik basiert auf einem Trick namens „Dual View“. Dabei wird die 3D-Technik zweckentfremdet, um zwei unabhängige Fernsehbilder für zwei Zuschauer zu erzeugen. Im 3D-Betrieb sorgt die 3D-Brille dafür, dass das linke und das rechte Auge je ein anderes Bild sehen. Bei Dual View verwendet man in einer Brille „zwei linke Gläser“ und in eine zweite Brille entsprechend „zwei rechte Gläser“. Der eine Träger sieht also jeweils nur seinen Bilderstrom, etwa eine Fussballübertragung, der andere Träger sieht sich gleichzeitig seine Lieblings-Serie an. Der Dual-View-Trick funktioniert sowohl mit Polfilterbrillen als auch mit Shutterbrillen. Bei Polfilterbrillen wird die Auflösung reduziert. Bei Shutterbrillen bleibt die volle Auflösung zwar erhalten. Weil die Brillen aber nur jedes zweite Frame durchlassen, besteht Flimmergefahr. Dual View wird heute bereits von Spielkonsolen auf 3D-TV genutzt. Computerspiele zeigen so zwei Gamern unabhängige Ansichten auf dem Fernseher. Bei einem Autorennen sieht jeder Raser nur sein Fahrzeug in voller Bildgrösse. Ohne Dual View musste das Fernsehbild bisher in der Mitte aufgeteilt werden (Splitscreen). Dual View funktioniert also mit allen alten Splitscreen-Spielen auf den 3D-Fernsehern der meisten Hersteller. // kh

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Magazin [ NEUES ]

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Rückseite, die den Einschub der entsprechenden Platine DAC 30 wie übrigens auch von Phono-Vorverstärkern erlauben. Auch sonst bietet der neue „kleine“ Integrierte Verstärker viele Ingredienzien seiner grossen Brüder auf. Insbesondere die bewährte und weltweit anerkannte AAVA-Lautstärkeregelung zählt zu den Schmuckstücken modernen analogen Verstärkerbaus. Optisch beherrschen die Front die Ausgangspegel-Anzeigen, sowohl mit grossflächigen VU-Metern als auch numerisch. Home Electronics hat sich die beiden 6700 Franken (E-260) und 12 900 Franken (DP-550) teuren Preziosen bereits als Edel-Kombi zum Test bestellt. // lbr http://dkbrands.com/de/doc/197/accuphase www.accuphase.com

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LUST AUF VERNETZTES WOHNEN Vernetzung: Mit diesem Stichwort lässt sich der beherrschende Megatrend in der Unterhaltungs-Elektronik wie in der Informations-Technologie wahrhaft umfassend beschreiben: Alles, was im Hause irgendwie Strom verbraucht, dem Entainment oder der Kommunikation dient, wächst zusammen, findet Schnittstellen, greift auf gemeinsame Steuerungen zurück oder bedient sich aus dem gleichen Datenreservoir – lässt sich eben untereinander vernetzen. Home Electronics hat diesen Trend seit langem nicht nur aufgespürt, sondern auch publizistisch begleitet. Am eingehendsten wohl in dem Jahrbuch „Vernetztes Wohnen“, das jetzt zum siebten mal erscheint. In ausführlichen Beiträgen und ansehnlicher Optik beschreibt Home electronics Jahrbuch 2013 / Vernetztes Wohnen

Jahrbuch 2013

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das Buch auf fast 150 Seiten hochwertigen Papiers, wie sich die faszinierende Welt der „connectable products“ in den heimischen Kosmos einfügt und seinen Bewohnern das Leben erleichtert und bereichert. Renommierte und fachkundige Autoren wie Martin Hug, Karin Meier oder Viktor Grinewitschus beschreiben nicht nur gelungene Beispiele vernetzter Multimedia-Elektronik und Haustechnik, sondern auch die im wahrsten Sinne des Wortes dahinter steckende Infrastruktur, die umgehebende Architektur und die zugrundeliegenden Design-Ideen. Für die passende Bildsprache sorgte unter anderem Fotograf Balz Murer, dessen perfekt zwischen sachlicher Information und faszinierender Illustration balancierenden Aufmacher und Details die Lust am Objekt zusätzlich verstärken. Doch das in der Schweiz einzigartige Fachbuch öffent auch den Blick über die Grenzen mit einer eingehenden Marktanalyse nicht nur des heimischen, sondern auch des deutschen und österreichischen Marktes für vernetztes Wohnen. Den Nutzwert steigern zahlreiche Infoboxen und Service-Elemente.

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Wir wünschen Ihnen schon jetzt viel Vergnügen beim Lesen!


Mahler neu auf Vinyl

SCHWARZE KUNST Im Pop hat man sich ja fast schon wieder daran gewöhnt, dass auch Neuerscheinungen parallel auf CD und LP veröffentlicht werden. Klassik-VinylLiebhaber müssen sich indes normalerweise entweder auf Edelausgaben älterer Einspielungen oder auf den Secondhand-Markt beschränken. Die Wiener Symphoniker beweisen Mut. Zum Start ihres Eigenlabels bringen sie – mit der für Sammler verlockenden Bestellnummer WSLP 001 – ihre aktuelle Studioproduktion von Gustav Mahlers erster Sinfonie gleich auch als Doppel-LP heraus. Mahler scheint eben prädestiniert zu sein für potente Tonträger – siehe auch Seite 6. Normalerweise wurde das – je nach Dirigenten-Temperament und Versionswahl – bis zu einstündige Werk zur Vinyl-Hochzeit auf eine Platte gequetscht, was zu mehr oder weniger starken Dynamikeinbussen führte. Obwohl Chefdirigent Fabio Luisi sich für die gängige viersätzige Fassung entschied (wie im Übrigen bei über 200 Konkurrenzaufnahmen des höchst populären Werks), darf er sich über volle vier Seiten verbreiten, was dem Klang insbesondere der Sätze 3 und 4 entscheidend hilft.

GANZE ARBEIT Die Schneidemeister von Schallplatten-Schneid-Technik Brüggemann leisteten ganze Arbeit, die 180-Gramm-Pressung geriet zudem tadellos. Der im Wiener ORF-Radio-Kulturhaus gefahrenen hochauflösenden Digitalaufnahme hört man freilich an, dass sich die Aufnahmephilosophie bei spätromantischen Grossorchestern gegenüber den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als der Mahler-Boom einsetzte, doch gewandelt hat. Es dürfte

eine Geschmacksfrage sein, ob man die hautnahe Präsenz, die zuweilen übertriebene Stereoperspektive und „Hörlupentechnik“ bei Solopassagen der Hifi-Klassiker vorzieht oder das sehr runde, geschlossene und räumlich vorbildlich ausbalancierte der neuen Zeit. Der Genussfaktor liegt hier wie die Dynamik jedenfalls enorm hoch, auch weil Luisi sich für eine betont wienerische Gangart mit vielen Rubati (Tempoverlangsamungen oder -beschleunigungen) entschied. Und obwohl von Nichtkennern oft als „zweites“ Wiener Orchester geschmäht, beweisen die Wiener Symphoniker erstklassige Spielkultur. Da freut man sich auf den angekündigten kompletten Mahler-Zyklus. Zu beziehen sind die Schallplatten über die Homepage des Orchesters. Empfehlenswert – nicht nur für Vinyl-Junkies. // lbr www.wienersymphoniker.at/aktuell/newsid/41

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Magazin [ GASTEINERS DURCHBLICK ]

Albrecht Gasteiner ist Chef des firmenneutralen Informationsdienstes HDTV-Forum Schweiz.

3D OHNE BRILLE? // Albrecht Gasteiner

Die Versprechungen eifriger Werbeleute zeugen von irrealen Wunschträumen und profunder Ahnungslosigkeit.

B

ald, schon sehr bald würden wir 3D-Fernsehen im Wohnzimmer ohne lästige Brille geniessen, wollen uns die smarten PR-Lautsprecher weismachen. Und weil das so schön verheissungsvoll klingt, plappert es fast alle Welt ungeprüft nach. Doch ein Blick auf die Realität wirkt ernüchternd. Autostereoskopische Bildschirme in wohnzimmertauglicher Grösse gibt es schon heute zu kaufen. Für viel Geld zeigen sie jedoch vor allem die prinzipiellen Probleme dieser Technik. Sofort fällt auf, dass das Bild nur einen geringen Tiefeneindruck vermittelt. Des Weiteren kann man sich vor dem Gerät nicht frei bewegen, denn der 3D-Effekt stellt sich nur in einem ganz bestimmten Winkel zum Schirm ein. Auch in der Wahl der Betrachtungsentfernung ist man nicht frei. Der Fernseher diktiert also, wo man gefälligst zu sitzen hat, und wenn man sich von dort aus auch nur zwanzig Zentimeter hin oder her bewegt, wird man mit verstörenden Verzerrungen bestraft. Moderne autostereoskopische Displays bieten 9, neuerdings sogar bis zu 15 mögliche Betrachtungspunkte und „Headtracking“ zum Ausrichten auf eine bestimmte Person. Doch das grundlegende Problem bleibt: Die Familienmitglieder können nicht sitzen, wo sie wollen; und wenn sie sich bewegen, erleben sie Artefakte, von denen ihnen schwindlig werden kann. Noch mehr „Views“ sollen die Bewegungsfreiheit des Betrachters verbessern, im Labor arbeitet man an bis zu 28 möglichen Betrachtungspunkten. Doch damit handelt man sich ein anderes, fast noch schlimmeres Problem ein – die Auflösung des Bildschirmes verteilt sich nämlich gleichmässig auf die einzelnen Betrachtungspunkte. Hat man beispielsweise einen Full-HD-Bildschirm mit 9 Sehzonen, so steht jeder davon ein Neuntel der Full-HD-Auflösung zur Verfügung, bei 15 Views bleibt ein mickriges Fünfzehntel übrig. Dieser Blamage versucht man mit dem Einsatz von Ultra-HD-Bildschirmen zu begegnen, die das Vierfache an Auflösung mitbringen. Doch auch damit bleibt man selbst Seite 14

bei nur 9 Views weit, weit von dem entfernt, was heute als selbstverständliche HD-Qualität erwartet wird. Freilich, im einen oder anderen dieser Punkte wird man mit der Zeit gewisse Verbesserungen erreichen, doch die prinzipiellen Probleme werden sich nicht gänzlich aus der Welt schaffen lassen – die Gesetze der Physik lassen sich nicht ausser Kraft setzen.

9 KAMERAS ODER 15? Und dann ist da noch etwas: Alles, was wir heute an 3D-Quellen kennen, besteht aus einem Bild für das linke Auge und einem davon leicht unterschiedlichen für das rechte. Aus jedem Blickwinkel vor dem Bildschirm sieht man durch die Brille dasselbe Bilderpaar. Autostereoskopische Bildschirme verlangen hingegen eine völlig anders produzierte Software, idealerweise für jeden Betrachtungspunkt eine eigene Kamera. So stellt man etwa 9 oder 15 Kameras in einem Halbkreis rund um einen Gegenstand auf. Wenn man deren Signale nun den einzelnen Views zuteilt, kann man als Betrachter buchstäblich um den Gegenstand herumgehen und ihn aus unterschiedlichen Blickwinkeln ansehen. Zweifellos ein ungeheuer eindrucksvoller Effekt, etwa für die Werbung, aber natürlich viel zu aufwendig für eine Filmproduktion. Also ist der Bildschirm gezwungen, aus dem ankommenden Stereosignal selber zu berechnen, wie die Szene von einem Punkt etwas weiter links oder rechts aus ausgesehen haben könnte. Das erfordert enorm viel teure Computerleistung, kann aber trotzdem nur unvollkommene Schätzungen ergeben. Logisch, dass Multiview-Filmproduktionen nirgendwo geplant sind und ein Sendestandard nicht in Sicht ist. Wer diese Fakten kennt, muss einsehen, dass autostereoskopische Displays mit vielen, allzu vielen „Geburtsfehlern“ belastet sind. Folglich wird es wohnzimmertaugliches 3D ohne Brille in überzeugender Qualität und zu erträglichen Preisen noch lange nicht geben. | Home electronics

#2 2013


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Magazin [ MUSIKTIPPS ]

DIE POPULÄREN DREI // Christoph Vratz

Die Giuseppe-Verdi-Gedächtnis-Serie zum 200. Geburtstag des Komponisten startet mit der „Trilogia popolare“ seiner drei wohl meistgespielten Opern: „Rigoletto“, „Traviata”, „Trovatore“.

S

pötter reduzieren seine Musik auf „Melodie + umtata“. Damit liegen sie falsch. Denn Giuseppe Verdis Theaterästhetik ist weit mehr. Von Anfang an und bis zuletzt. Eines war er jedoch immer: ein schlichter, warmherziger Mensch, der nur hitzig werden konnte, wenn es um die Kunst ging. Verdi bringt 1839 mit Oberto an der Scala in Mailand einen ersten Erfolg heraus, doch die zweite Oper wird zum Desaster. Nie mehr wolle er eine Note schreiben, behauptete er. Zum Glück hat sich Verdi eines Besseren besonnen. Es folgen vierzehn Opern, darunter Nabucco und Macbeth, die heute nur gelegentlich den Weg auf die internationalen Opernbühnen finden. Dann die Erfolgsphase, beginnend mit dem Dreigestirn der zwischen 1851 und 1853 uraufgeführten Rigoletto, Il Trovatore und La Traviata. Sie begründeten Verdis Weltruhm. Entsprechend prall gespickt sind die Kataloge an Einspielungen. Der wohl eindrucksvollste Rigoletto der Aufnahmegeschichte ist Leonard Warren, der die Rolle des buckligen Hofnarren und leidenden Vaters mit geradezu dämonischer Hingabe ausfüllt. Neben einem Mitschnitt aus New York von 1945 – mit Jussi

Björling in der Herzog-Rolle – gibt es eine Aufnahme von 1950. Hier verzückt Erna Berger als Gilda durch glockenreine Töne, die sie latent elegisch färbt und womit sie ein treffliches Porträt dieser Partie liefert. Wem die historischen Aufnahmen, allen technischen Aufbesserungen zum Trotz, zu verrauscht daherkommen, sollte sich an die nie spektakuläre, aber äusserst homogene, auch klanglich sehr transparente Einspielung unter Giuseppe Sinopoli halten: mit einer zu haarfeinen Koloraturklängen fähigen Edita Gruberova, einem strahlenden, aber nie der Brüll-Gefahr erliegenden Neil Shicoff und einem zu tiefem Leid fähigen Renato Bruson in der Titelrolle. Der Trovatore ist ein grausames Stück, nicht nur inhaltlich – auch das Libretto zählt mit zum Dürftigsten, was in der gesamten Operngeschichte vertont wurde. Verdi zeigt, wie man ein solches Stück musikalisch retten kann. Zwei der eindrucksvollsten Aufnahmen entstammen den fünfziger Jahren. 1952 sang Leonard Warren, der 1960 während einer Verdi-Aufführung auf der Bühne sterben sollte, neben Jussi Björling, dessen Glanz, „cantabile“-Fähigkeiten und vokale Grazie hier an der Seite von Zinka Milanov als Leo-

nora wunderbar zur Geltung kommen. Gerade in den fünfziger Jahren glühte der Stern von Maria Callas leuchtend hell über allen Opernhäusern, die um ihre Gunst warben. An der Scala hat sie 1956 unter dem aufschäumenden Herbert von Karajan die Leonora so gesungen, dass dem Hörer schwindlig werden kann – auch wenn ihr bei dieser Produktion mit Giuseppe di Stefano ein Partner zur Seite stand, der seine Grenzen austesten wollte und diese dabei leicht überschritten hat. Bleibt La Traviata nach Dumas’ Roman von der liebenden und leidenden Kameliendame. Von Arturo Toscanini hat sich ein betörendes Tondokument aus dem Jahr 1946 erhalten, mit grossartiger italienischer Verve, mit Feuer und herrlich intimen Momenten. Mit Licia Albanese, Jan Peerce und Robert Merrill hat er die erste Garde der damaligen Sänger zur Verfügung. Noch einmal hat ein Dirigent die Traviata-Geschichte neu geschrieben: 1977, als Carlos Kleiber dieses Werk an der Bayerischen Staatsoper dirigierte, mit Ileana Cotrubas als Violetta, Plácido Domingo als Germont und Sherrill Milnes als dessen Vater. Hinreissender, farbenreicher hat später wohl kein Dirigent mehr diese Oper festgehalten. |

RIGOLETTO

IL TROVATORE

LA TRAVIATA

1950: Peerce, Warren, Berger; RCA Victor Orchestra, Cellini. Sony, Naxos, 2 CDs

Seite 16

1998: Shicoff, Gruberova, Bruson; Orchestra Santa Cecilia, Sinopoli. Universal, 2 CDs

1952: Milanov, Björling, Warren; RCA Victor Orchestra, Cellini. Sony, Naxos, 2 CDs

1956: Callas, di Stefano, Panerai; ScalaOrchester, Karajan. EMI, Naxos, 2 CD s

1946: Albanese, Peerce, Merrill; NBC Symphony, Orchestra, Toscanini. Sony u. a., 2 CDs

1977: Cotrubas, Domingo, Milnes; Bayerisches Staatsorchester, Kleiber. DG, 2 CDs

Home electronics

#2 2013


Magazin [ FILMTIPPS ]

BÖSER BUBE // Dani Maurer, outnow.ch

Gert Fröbe war einer der imposantesten Schauspieler der Filmgeschichte. Er spielte in über 100 Produktionen mit und wird doch nur für ein paar Rollen im Gedächtnis bleiben. Im Februar wäre er 100 Jahre alt geworden.

W

er den Namen Gert Fröbe hört, denkt natürlich sofort an Goldfinger. Der James-Bond-Film aus dem Jahr 1964 gilt bis heute als einer der besten Vertreter der Agentenreihe. Einen grossen Anteil an diesem Ruhm hatte der deutsche Schauspieler Gert Fröbe in seiner Rolle als Bösewicht Auric Goldfinger. Im Film von Guy Hamilton will der böse Brite die gesamten Goldvorräte an sich bringen, um den Goldmarkt und somit schliesslich die ganze Welt zu beherrschen. Dass ihm dabei der beste Agent der Queen (dargestellt von Sean Connery) in die Quere kommt, ist bekannt. Die Begegnungen beider Charaktere sind genial umgesetzt, die Dialoge haben einen hohen Wiedererkennungswert. Nur eines von vielen Müsterchen: „Erwarten Sie von mir, dass ich rede?“ – „Nein, Mister Bond, ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben!“ Goldfinger zeigt nicht nur Gert Fröbe in Höchstform, sondern natürlich auch die JamesBond-Insignien wie den Aston Martin mit Druckknopf auf dem Schaltknüppel; den Assistenten „Oddjob“ mit der tödlichen Hutkrempe oder die mit Gold überzogene Dame im Hotelzimmer. Kein Wunder, ist dieser Film ein Klassiker der Filmgeschichte geworden, bei so vielen einprägsamen Bildern, die nach Jahrzehnten noch immer gerne gesehen sind und so präsent bleiben. Bemerkenswert ist übrigens, dass Gert Fröbe seiner Figur in der originalen Fassung nicht seine Stimme verleihen durfte, da sein Englisch zu schlecht war.

VORLAGE VON DÜRRENMATT Der Film, der Fröbe zu Bond brachte, ist ein weiterer Klassiker, in dem er ebenfalls unvergessen bleibt. Die zwei Produzenten Harry Saltzman und Albert R. Broccoli engagierten den grossen Mann nach dessen Auftritt in Es geschah am hellichten Tag aus dem Jahr 1958. In Home electronics

#2 2013

dieser filmischen Umsetzung der literarischen Vorlage von Friedrich Dürrenmatt spielt zwar Heinz Rühmann – alias Oberleutnant Matthäi – die Hauptrolle, jedoch hinterlässt Fröbe als grosser, schwarzer Mann im Wald einen bleibenden Eindruck. Er ist es nämlich, der kleine Mädchen entführt und ermordet liegen lässt. Bis ihm Matthäi eine Falle stellt, indem er die Tochter einer Freundin als Lockvogel benutzt. Die Romanvorlage wurde zwar 2001 mit Jack Nicholson unter dem Namen The Pledge fürs amerikanische Publikum neu gedreht, jedoch fehlt es der neuen Fassung an Charme und auch an Ausstrahlung der älteren Version. Auch wenn Gert Fröbe im Schwarzweissfilm nur kurz zu sehen ist, so empfindet der Zuschauer seine Auftritte dennoch als intensiv und bedrohlich. Gert Fröbe wusste also, wie er sich in entscheidenden Momenten gekonnt in Szene setzen musste. Sehenswert, aber eher unbekannt ist Chitty Chitty Bang Bang, ein farbenfroher Spass aus dem Jahr 1968. Hier spielt Dick Van Dyke (Mary Poppins) einen alleinstehenden Erfinder mit zwei Kindern. Als er sich in die Millionärstochter Truly verliebt, beginnt der grosse Trubel. Sie beschaffen sich ein Auto, das sie liebevoll aufmotzen und „Chitty Chitty Bang Bang“ nennen. Während eines gemeinsamen Picknicks am Meer entdeckt der kleine Jeremy ein Schiff. Ist es ein Piratenschiff? Der Vater beginnt den Kindern eine Geschichte zu erzählen, in der sie alle zusammen ein grosses Abenteuer in Vulgarien erleben und gegen den bösen Baron Bomburst (Gert Fröbe) kämpfen. Die Kraft der Fantasie überwiegt in diesem Kinderfilm. Die Umsetzung der auf einem Buch von Bond-Erfinder Ian Fleming basierenden Geschichte begeistert noch heute Gross und Klein. Die einfachen Lieder, die dem Zuschauer nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen werden, tun schnell ihr Übriges. |

Titel: James Bond – Goldfinger Jahr: 1964 Regie: Guy Hamilton Schauspieler: Sean Connery, Gert Fröbe, Honor Blackman Hersteller/Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment

Titel: Es geschah am hellichten Tag Jahr: 1958 Regie: Ladislao Vajda Schauspieler: Heinz Rühmann, Siegfried Lowitz, Gert Fröbe Hersteller/Vertrieb: Universum Film

Titel: Chitty Chitty Bang Bang (dt: Tschitti Tschitti Bäng Bäng) Jahr: 1968 Regie: Ken Hughes Schauspieler: Dick Van Dyke, Sally Ann Howes, Gert Fröbe Hersteller/Vertrieb: MGM

Seite 17


Magazin [ AUSPROBIERT ]

Adobe

MIT PROFI-FUNKTIONEN Die bekannte Bildbearbeitungssoftware Photoshop Elements bietet in ihrer neusten Version 11 einige interessante Neuerungen. Auch hat der Hersteller Adobe Bearbeitungstechniken für RAW-Dateien, Auswählen und Bildrecherche sowie Geotagging verbessert. Nach wie vor eignet sich das Programm zur Bildbearbeitung für Amateurfotografen. Photoshop Elements 11 übernimmt einige Talente vom professionellen Photoshop CS6 unverändert. Dazu gehört etwa die neue Kontrastkorrektur für RAW-Dateien. Die Regler wurden neu gestaltet und übersichtlicher angeordnet. Sind die Bilder bereits in einer früheren Programmversion „entwickelt“ worden, zeigt der RAW-Dialog von Elements 11 ein Ausrufezeichen und bietet zuerst veraltete Regler an. Nach einem Klick auf das Ausrufezeichen stehen dann die aktuellen Regler und Algorithmen zur Verfügung. Der Anwender erhält damit differenziertere Ergebnisse. Der für Elements 11 ausgebaute Dialog „Kante verbessern“ stammt auch direkt vom grossen Photoshop CS6. Die Smart-Radius-Funktion sucht eigenständig nach Übergängen, die sich anschliessend auch mit der Pinselfunktion verfeinern lassen. Fotos lassen sich nun auf Google-Landkarten anordnen und mit Geodaten ausstatten. Dabei sollte man auch bei Elements 11 nicht vergessen, die erzeugten Geo-Metadaten zusätzlich direkt in die Bilddatei zu schreiben, denn zunächst werden die Informationen nur in der Datenbank des Programms gespeichert.

NEUE OBERFLÄCHE, NEUE BILDVERWALTUNG An der Oberfläche hat Adobe sichtbar gearbeitet: Photoshop Elements 11 erscheint nicht mehr in dunklem Anthrazit, sondern in Hellgrau. Die meisten Schaltflächen vom oberen Programmfenster-Rand sind zudem nach unten gewandert, so etwa alle Werkzeugoptionen und die Funktionselemente für „rückgängig“ oder die Bildfensteranordnung. Wesentliche Neuheiten findet man auch bei der Bildverwaltung, dem Organizer, der als zweites Hauptprogramm zum Elements-Paket gehört. Den üblichen Verzeichnisbaum präsentiert Elements 11 leichter auffindbar als bisher. Nach Bedarf zeigt er nur Bilderordner oder alle Ordner eines Laufwerkes. Erstmals organisiert Elements die Fotoreihen als Ereignisse, die dann innerhalb eines Bilderstapels erscheinen. Der Gestalter gibt von Hand einen Zeitraum ein. Alternativ stellt Elements selber Ereignisse auf Basis von Zeitabständen zusammen. Die ebenfalls neue Filterleiste bietet Ereignisse dann als Hauptkategorie nebst Stichwörtern, Personen und Orten an. So lassen sich Motive in riesigen Bildersammlungen gezielt aufspüren. Fazit: Wer bereits Photoshop Elements 9 oder 10 besitzt, der profitiert nicht allzu viel von den Neuerungen der Version 11. Trotzdem ist die diese Version ein mächtiges Bildbearbeitungsprogramm, das auf den Amateurfotografen zugeschnitten ist. Die Automatikfunktionen sind allerdings nicht immer intuitiv erfassbar, und darum sollte man die Software vor dem Kauf ausprobieren. Dazu bietet Adobe eine 30-tägige Demo-Version online an. // nmp

STECKBRIEF

Hersteller Software Preis Info www. Merkmale

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Adobe Photoshop Elements 11 100 Franken adobe.com/ch_de Aufwendige RAW-Bildbearbeitung, umfassende Retuschetechnik, komplexe Suchfunktionen, Bildverwaltung (Organizer), Geotagging über Google Maps, diverse Bildmontage- und Layout-Funktionen, Teilen und Veröffentlichen via Facebook, Youtube und weitere Dienste, für Windows XP bis 8 und Mac OS X erhältlich.

Home electronics

#2 2013


Gigaset

TIPPEN ODER TATSCHEN Der UCS (urban cool smartie) von heute mag seine gesamte Telefonie mit dem SmartSmart phone abwickeln, doch der auch in der Schweiz noch immer weitverbreitete NBM (normal begabte Mitbürger) mag vielleicht noch das GASH (gute alte stationäre Haustelefon) am hergebrachten analogen Anschluss. Ein wenig Komfort darf schon sein, wie etwa schnurloses Telefonieren (DECT) und ein integrierter Anrufbeantworter. Vor allem aber: Für diese Grundfunktionen sollten keine Zweitmatura und keine Lupe nötig sein, die Bedienung sollten wenige, dafür ausreichend grosse Tasten erledigen. Auf einer höheren Ebene darf es dann freilich etwas mehr sein, zum Beispiel Touchscreen, Bluetooth, USB-Anschluss, Multi-Betrieb. Genau diese Zielgruppe peilt Gigaset mit dem Endgerät S820A perfekt an.

GUT IM GRIFF Denn in der Tat ist dieses Telefon fix zum Telefonieren bereit. Eine bereitwillig zum Test angetretene Seniorin brauchte handgestoppte 13,5 Minuten, bis sie die Grundeinstellungen erledigt hatte und erstmals anrufen konnte. Nur wenig länger dauerte es, bis auch der Anrufbeantworter besprochen war. Das mit dem Scrollen auf dem Touchscreen (es braucht schon etwas beherztes Antatschen), erst recht aber das mit dem Synchronisieren mit der Adressdatei auf Sohnemanns Rechner überliess sie dann doch lieber jenem Sohn, der musste schliesslich entsprechende Software aus dem Internet laden. Wobei Madame die Möglichkeit, Anrufer auf dem 37 x 50 Millimeter grossen (240 x 320 Pixel) Display per Bild identifizieren zu können, ausnehmend chic fand. Als besonders praktisch bewerteten alle Tester neben der seitlich regelbaren Lautstärke die Option, mehrere der gut in der Hand liegenden Hörer mit einer Basisstation verbinden zu können, das erspart im Zweifelsfall die Rennerei aus dem Keller ins Erdgeschoss. Und man kann mit einem Mitbewohner kostenlos hausintern telefonieren. Die Übertragung funktionierte auch über ein Stockwerk hervorragend, die Sprachverständlichkeit des Hörers wurde von allen Testnutzern als exzellent, die des Anrufbeantworters als suboptimal bewertet. Für die reichlichen Möglichkeiten der Konfiguration, die Display-Einrichtung und erst recht für die Makel-Möglichkeiten bei Mehrfach-Hörer-Nutzung sollten sich Novizen trotz der einigermassen verständlich verfassten Bedienungsanleitung etwas Zeit nehmen. Fazit: Das S820A eignet sich sowohl als Ersatz für betagte Haustelefone und Anrufbeantworter als auch als Hausapparat für den TFT (Touchscreen-verwöhnten und funktionsvernarrten Tekkie). // lbr

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

Home electronics

Gigaset S820A 170 Franken gigaset.com Telefon-Endgerät für analoge Anschlüsse, Anrufbeantworter integriert, Bluetoothfähig, Mini-USB-Anschluss

#2 2013

Goldkabel

GUTE VERBINDUNGEN Die Kabeldiskussion zählt zu den am leidenschaftlichsten geführten der Highend-Branche. Home Electronics besorgte sich nach dem Motto „Hören statt Streiten“ ein Set vom jetzt mit eigenem Vertrieb in der Schweiz vertretenen deutschen Hersteller Goldkabel. Die Ludwigshafener führen ein gewaltiges Sortiment von Verbindern nahezu aller Preisklassen, Arten und Längen. Die Wahl fiel auf Lautsprecher-, Cinch -und XLRKabel der exklusiven „Executive“-Serie, zu der noch diverse Strom-Netzleisten und -kabel (bis jetzt nur Kaltgeräte-Norm) sowie Digitalleitungen gehören. Neben verschiedenen Referenzkomponenten spannte HE die Kabel auch zwischen die ab Seite 30 getesteten Rotel-Komponenten und die Lautsprecher Bowers & Wilkins 804 D ein. Weil die ein Bi-Wiring-Terminal haben, kam das Lautsprecherkabel LS 440 in der 2,5-MeterBi-Wiring-Konfektionierung zum Zuge. Goldkabel konfektioniert schliesslich alle Kabel auf Wunschlänge und -stecker.

SPÜRBARE ENTSPANNUNG Erwartungsgemäss brachte das Karbon-ummantelte, mit verdrillten 4 x 4-Quadratmillimeter-Reinkupfer-Leitungen und hervorragend sitzenden, gecrimpten Spreizbananensteckern versehene LS 440 den grössten klanglichen Gewinn gegenüber einer Standard-Strippe. Dieses exzellente Kabel unterstützt ein entspanntes Klangbild bar jeder ungebührlichen Brillanz- oder Bassbetonung. Den Zugewinn an Ruhe und Souveränität brachten auch das mit fest schliessenden, vergoldeten Steckern gerüstete Cinchkabel sowie das aufwendig geschirmte symmetrische XLR-Kabel. Bis auf weiteres verbleibt das vorbildlich neutrale Set als Referenz-Verbinder im HE-Hörraum. // lbr

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

Goldkabel Executive Series LS 440, Cinch, XLR 2160 (2x 3 m), 810 (1 m), 950 (1 m) Franken sb-vertrieb.ch; goldkabel.de Vollkupfer als Leiter; Karbon-Ummantelung; LS: 4 x 4 mm²; Cinch: symmetrischer Doppel-Koax-Aufbau, verspannbare Stecker; XLR: Dreifach-Koax, mehrfach geschirmt

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Magazin [ AUSPROBIERT ]

Sony

BERUHIGUNGSMITTEL Eizo

SPIELKAMERAD Der 23-Zöller FS2333 von Eizo zeichnet sich durch eine satte, blickwinkelstabile Farbdarstellung aus. Die Farbtemperatur-Voreinstellungen treffen den angegebenen Weisspunkt aber nicht immer ganz exakt, was sich durch eine leicht zu warme oder zu kalte Darstellung bemerkbar macht. Insgesamt gelingt dem FS2333 jedoch eine bessere Graustufenanzeige als den meisten anderen 23-Zoll-IPS-Schirmen. Wer sich eine verbindliche Darstellung wünscht, kann den Schirm mit dem von Eizo optional erhältlichen EasyPIXColorimeter Hardware-kalibrieren. Der Kontrast ist mit 822:1 zwar nicht so extrem hoch wie bei VA-Displays, reicht aber für eine gute Note.

FÜR SCHNELLE SPIELE GEEIGNET Der zweistufige Overdrive sorgt in der Werkseinstellung für recht kurze Reaktionszeiten von knapp 8 ms (grey-to-grey) und erzeugt auch keine Latenz, womit sich der FS2333 für schnelle Spiele ebenfalls eignet. Mithilfe einer „Smart Insight“ genannten Funktion hellt das Display zudem auf Wunsch gezielt dunkle Bildbereiche auf, sodass dort auch leichte Helligkeitsunterschiede erkennbar sind – praktisch für Spiele und düstere Filme. Da hierbei nicht die gesamte Bildhelligkeit erhöht wird, erscheint die Darstellung dadurch nicht flau oder kontrastarm. Fazit: Zwar gibt es ordentliche 23-Zöller bereits ab 300 Franken, aber auch ohne seine Bildverbesserungsfunktionen gelingt dem FS2333 eine überdurchschnittliche Bildqualität, die zusammen mit der Ausstattung den um rund 200 Franken höheren Preis rechtfertigt. // spo

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

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Eizo Foris FS2333 510 Franken eizo.ch 23-Zoll-Flachbildschirm Sub-D, DVI, 2x HDMI, Lautsprecher, Fernbedienung; 5 Jahre Garantie inkl. Austauschservice; Auflösung: 1920 x 1080 Pixel

Sonys Musikplayer NWZ-E574 unterdrückt aktiv Umgebungsgeräusche und spielt auch Videos ab. Mit einem Preis von 160 Franken gehört der Walkman damit zu den günstigsten Geräten mit aktivem Noise Cancelling. Nutzt man die beiliegenden Ohrhörer mit integrierten Mikrofonen, blendet er Hintergrundgeräusche sehr effektiv aus. Nur sehr laute und hohe Töne wie ein klingelndes Telefon oder eine Hupe kommen durch. Bei gleichmässigen Hintergrundgeräuschen beim Reisen mit Bahn oder Bus kann man dagegen ungestört Musik geniessen. Selbst wenn man gar keine Musik hört (Modus: geräuscharm), bleibt es angenehm ruhig. Mit einem Regler ändert man die Intensität der Unterdrückung, falls man sich zu stark von der Umwelt abgeschottet fühlen sollte.

AUSGEWOGENER KLANG Das nur 50 Gramm schwere Gerät stellt 8 GB nicht erweiterbaren Speicher bereit. Über das USB-Kabel, das auf einem proprietären Stecker endet, überträgt man Musik und Videos und lädt den Akku. Voll geladen spielte der Walkman 34 Stunden lang Musik ab. Er kennt gängige Formate wie MP3, WMA, WAV und M4A, lediglich DRM-geschützte Formate erkennt er nicht. Mit dem mitgelieferten Kopfhörer liefert der Player einen ausgewogenen Klang. Das LC-Display ist mit 2 Zoll zu klein, um darauf bequem längere Videos zu betrachten. Zudem spiegelt der Bildschirm stark und lässt sich in der Sonne kaum noch ablesen. Den Datenaustausch übernimmt die Windows-Software MediaGo, die ausserdem Podcasts synchronisiert. Alternativ lässt sich die Musik per Dateimanager befüllen. Fazit: Der Sony NWZ-E574 ist wegen der guten Geräuschunterdrückung ein interessantes Gerät, ein grösseres Display und Bluetooth wären wünschenswert. // ges/ rop

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

Sony NWZ-E574 160 Franken sony.ch USB-Kabel, In-Ear-Spezialkopfhörer, Ersatz-Ohrpolster, Kurzanleitung, Windows-Software auf Player-Speicher

Home electronics

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Philips

KUNTERBUNT Philips hat mit ihren Bodenlampen „Living Colours“ vor fünf Jahren die heimische Beleuchtung revolutioniert und viel Atmosphäre mit farbigem und dimmbarem Licht in Stuben und Schlafzimmer gebracht. Mit dem Lichtsystem Hue erobert Philips nun das ganze Heim: Wie herkömmliche Glühbirnen werden die Hue-LED-Leuchtmittel in gebräuchliche Lampenfassungen geschraubt – Hue sorgt danach für die Lichtstimmung mit Millionen von Farben oder auch nur mit warmweissem Licht. Die Helligkeit entspricht maximal einer 50-Watt-Glühlampe. Die LED-Technik konsumiert jedoch nur ein Fünftel so viel Strom. Der Clou bei Hue: Die Lampen werden via Apps (Android, iOS) auf Smartphone oder Tablets gesteuert. Bis zu 50 Lampen können gleichzeitig und individuell in Helligkeit und Farbe angepasst werden.

EINFACH UND SICHER Die Installation von Hue ist einfach. Eine Adapterbox wird via Ethernetkabel mit dem heimischen Netzwerk verbunden. Die App ist innert Sekunden installiert und verbindet sich durch einfachen Tastendruck am Adapter mit dem heimischen Lichtnetzwerk. Neu eingeschraubte Glühbirnen werden automatisch erkannt und können in der App individuell benannt werden. Bei der Steuerung hat man die Möglichkeit, sämtliche oder einzelne Lampen aufgrund einer vordefinierten Funktion und Wirkung (Lesen, Entspannung, Energie, Romantik) oder Stimmung (Sonnenaufgang, Tiefsee) farbig leuchten zu lassen. Witzig ist die Möglichkeit, ein persönliches Foto in die App zu laden und als Farbbasis zu verwenden. Die einzelnen Lampensymbole werden dann auf das Bild gezogen und strahlen in der Farbe des Bildpunktes. Mit Timer-Steuerungen kann man Szenarien ein- und ausblenden. Ferner lassen sich die Lampen auch aus der Ferne via Internet regeln. Trotz zentraler Steuerung lassen sich bestehende Lichtschalter weiterhin verwenden und schalten das Licht einfach in weisser Farbe ein oder aus. Hue ist derzeit leider nur in den Apple-Stores erhältlich. // kh

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

Home electronics

Philips Hue 230 Franken (Startset mit 3 LED-Birnen), Einzelbirne: 70 Franken meethue.com Glühlampen-Ersatz mit E27-Gewinde (E26 angekündigt), 600 Lumen Lichtleistung, 15 000 Stunden Lebensdauer, 60 Millionen Farben, dimmbar, zentrale Steuerung via App, entspricht Standard RF Zigbee LightLink

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LG

LEICHT KANTIG Kantiges Design, doppelter Chromrahmen um das 4,3-Zoll-Display herum und recht leicht – das Optimus L9 aus dem oberen Ende von LGs AndroidMittelklasse-Serie liegt gut in der Hand und sieht auch recht chic aus. Als Home-Button nutzt LG einen mechanischen Taster, daneben liegen die Touch-Tasten für „zurück“ und Menü. Bei der technischen Ausstattung vermisst man am ehesten LTE. Für Anwendungen und Daten stehen nur 2,3 GB interner Speicher zur Verfügung. Den Schacht für die SD-Karte hat LG unter der SIM-Karte versteckt. Das L9 läuft mit Android 4.0.4, darüber legt LG eine eigene Bedienoberfläche und installiert etwas Zusatzsoftware. Der QTranslator übersetzt den Text aus einem geknipsten Foto. Ins Deutsche überträgt die App jedoch nur englische Sätze, weitere kostenpflichtige Wörterbücher haben Englisch als Zielsprache.

BACKUP AUF SPEICHERKARTE Eine nette Zugabe ist Quickmemo. Mit dieser App zeichnet man mit den Fingern etwa auf einem Screenshot, um bestimmte Teile hervorzuheben. Die Bilder lassen sich direkt auf Facebook, Twitter oder Google+ veröffentlichen. LGs Backup-Software speichert Anrufprotokolle, SMS oder Systemund App-Einstellungen wie WLAN- oder Mail-Passwörter auf Wunsch regelmässig auf der Speicherkarte. Beim Wiederherstellen nach einem Reset des Gerätes stellte sie alle Einstellungen wieder her. Die Laufzeiten liegen mit 8,3 Stunden WLAN-Surfen und knapp 5 Stunden Videoschauen im Mittelfeld, wie die technischen Leistungen. Fazit: Insgesamt ist das Optimus L9 ein schickes Mittelklasse-Smartphone mit interessanten Zusatzfunktionen. // ll

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

LG Optimus L9 400 Franken lg.com/ch_de Android 4.0.4; 4,7-Zoll-Touchdisplay, Auflösung 960 x 540 Pixel; 2x1-GHz-Prozessor; 4-GB-Speicher, erweiterbar bis 32 GB; 132,28 x 67,12 x 9,2 mm (L x B x T), 125 g

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TV & Heimkino [ TEST - DESIGN-FERNSEHER ]

LUXUSLINER // Yasmin Vetterl

Bang & Olufsen verlangt für sein neues Flaggschiff einen stolzen Preis. Da muss der neue BeoVision 11 reichlich Klasse und Komfort bieten. Wir baten den grössten B&O-Fernseher zum Testlauf.

P

erfektion und Harmonie – für diese Aspekte steht der Name Bang & Olufsen. Egal ob im Audio- oder Bildbereich, der dänische Hersteller weiss, wie man Produkte gekonnt in Szene setzt und so beim Verbraucher das Verlangen danach weckt. Auch unsere Testredaktion freute sich, nach der Präsentation des BeoVision 11 in Kopenhagen hinter die schöne Fassade des neuen Mitglieds der B&O-Familie blicken zu dürfen. Wobei wir uns gleich für den grössten und schönsten der mit 40 oder 46 Zoll Diagonale sowie im 55erGardemass für 6700, 8200 beziehungsweise 10 700 Franken buchbaren Luxusliner entschieden. So spielte die Optik beim Test natürlich auch eine Hauptrolle – ist doch Bang & Olufsen für seine elegant gestylten Produkte bekannt. Zwar bleibt das Design wie immer eine Frage des Geschmacks, aber mit seiner hochwertigen Verarbeitung und den verschiedenen Farbkombinationen machen es die Dänen einem nicht allzu schwer, das Gerät im Bauhausstil ansprechend zu finden. Das verarbeitete Metall ist von überragender Qualität, alle Übergänge sind nahtlos und höchst präzise gearbeitet, wie das Kunden in dieser Preisklasse auch erwarten dürfen. Der BeoVision 11 läuft in den Gehäusefarben Schwarz und Silber vom Stapel. Dazu gibt es die Lautsprecherabdeckung in Rot, Blau, Weiss, Schwarz, Silber und Anthrazit. Die Tonerzeugung verlagert der dänische Hersteller in den unteren Gehäuseteil, daher kann er den Rahmen schmal und damit modern gestalten. Sowohl frontal als auch als seitlich und von achtern bietet das Flaggschiff einen schönen Anblick. 

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TV & Heimkino [ TEST - DESIGN-FERNSEHER ]

Für den schnellen Anschluss hat B&O ein ausklappbares Feld mit den wichtigsten Schnittstellen am oberen Bildschirmrand angebracht.

Der 360-Grad-Sensor prüft nach dem Einschalten des Geräts die Lichtverhältnisse und versucht, das TV-Bild an die Gegebenheiten des Raums anzupassen.

GROSSZÜGIGE EINSTELLUNGEN

zentrale Ausgangsposition zurück. Für verschiedene Wiedergabe-Modi, wie etwa Video oder Audio, kann man auch eine feste Drehposition einstellen. Bang & Olufsen lässt einem ebenfalls den Freiraum, etwa eine Einstellung für die Essecke zu speichern und mit einer Drehposition um 45 Grad voreinzustellen – falls man auch vom Esstisch aus die Nachrichten sehen will. Motorisiert gibt es für 1000 Franken auch die praktische, schmucke „einseitige“ Wandhalterung. Der normale Fuss und die Wandhalterung ohne Motor kosten 500 Franken. Generell behandelt der Hersteller die Themen Voreinstellung und Programmierung grosszügig. Die einzelnen Tasten der Fernbedienung lassen sich intelligent mit Kurzbefehlen wie dem Wechsel zum SmartTV-Portal oder zu Apple TV belegen und erleichtern damit den Umgang mit dem TV-Gerät. Auch für technisch weniger versierte Kunden hat dies seinen Vorteil: So können Zusatzfunktionen einfach verborgen bleiben und nur die wichtigsten Tasten wie TV oder DVD-Player belegt werden. Eine weitere schöne Option ist das Festlegen von Ruhezeiten. Berufstätige Kunden können dem BeoVision 11 zum Beispiel befehlen, werktags von 20 bis 23 Uhr und am Wochenende von 16 bis 1 Uhr nur in den „Halbschlaf“ zu gehen. Schaltet man in dieser Zeit den 55-Zöller ein, braucht er nur rund 15 Sekunden zum Hochfahren, sonst durchschnittlich 30.

Der massive Motor-Standfuss kann für 1000 Franken Aufpreis mit einer luxuriösen Spielerei aufwarten: Per Fernbedienung lässt sich der Fernseher um 90 Grad nach links oder nach rechts drehen. Schaltet man den BeoVision 11 nach der Verwendung wieder aus, dreht er sich in die

BESSER VERNETZT

Die LautsprecherAbdeckung des B&O ist aus Stoff und in mehreren Farben erhältlich.

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In puncto Heimvernetzung und „Smartheit“ holt B&O weiter auf: Endlich bietet der Hersteller eine integrierte Festplatte für TV-Aufnahmen, eine Anbindung ans Internet via LAN oder WLAN, damit auch das neue Smart-TV-Portal seinen Platz findet. Zudem gibt es nun eine Fernbedienungs-App fürs iPad oder für Android-Tablets. Auch der Ausstattungspunkt 3D ist für den Hersteller bis jetzt nicht bei jedem TV-Gerät Standard. Schade ist jedoch, dass für den hohen Preis nur eine einzige 3D-Brille im Lieferumfang enthalten ist. Noch dazu ist diese optisch ebenfalls nicht gerade ansprechend. Während andere Hersteller schon mit eleganten, schlichten und mehrfarbigen Active-Shutter-Brillen arbeiten, liefert B&O eine zumindest optisch veraltete, klobige Brille in Schwarz und hinkt damit der Entwicklung ein wenig hinterher. Home electronics

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Das Bild im 3D-Modus überzeugt dagegen schon mehr. Das Übersprechen bleibt relativ gering, die Farben kräftig und der Lichtverlust verkraftbar. Selbst zweistündige 3D-Spektakel wie Tron blieben kopfschmerzfrei. Die Testsequenzen mit Lichtmond 2 in 3D machen dank dem kräftigen Sound des 55-Zöllers gleich doppelt Spass.

labor bestätigte die Klasse des BeoVison 11 mit überzeugenden Ergebnissen. Der Luxusliner hat seinen Testlauf mit Bravour bestanden. Es fehlt manchem Zeitgenossen nur noch das passende Wohnzimmer zum feinen 55-Zöller. Und vielleicht das nötige Kleingeld. |

STARKER TON Dass die Dänen dem Ton eine ähnlich hohe Bedeutung beimessen wie dem Bild und ihre TV entsprechend bauen, ist seit der Einführung des BeoVision 5 bekannt. Der neue Grossformatler klang bei unserem Test warm und angenehm leicht im Bassbereich, bei schön aufgelösten und markanten Höhen. Dies kommt der Sprachverständlichkeit natürlich zugute. Zusätzlich bietet B&O die Möglichkeit, diverse Lautsprecher aus eigenem Hause an das Gerät anzuschliessen, um den Sound nochmals zu verbessern. Sowohl beim Ton als auch beim Bild selbst lassen sich ungewöhnlich viele Einstellungen verändern. War der dänische Hersteller einst eher verschlossen, wenn es um die Navigation im Menü ging, zeigt sich der BeoVision 11 dagegen weithin offen. Schon bei der Tochtermarke BeoPlay fiel diese Einstellungsvielfalt positiv auf und spiegelt sich nun erfreulicherweise auch in der Luxusmarke selbst wider. Unser Highlight ist auch hier die Einstellung „Sehabstand“. Laut Hersteller ist sie unter anderem für feine Hell-dunkel-Übergänge zuständig. Die Techniker arbeiten hier laut eigenen Angaben mit einer CTI-Schaltung (Colour Transient Improvement). Diese trennt die Farben perfekt, zieht aber die Schärfe zuweilen übertrieben hoch. Hält man die angegebene Distanz nicht ein, wirkt das Bild überschärft, doch nimmt man im tatsächlich eingestellten Sehabstand Platz, offenbart sich die einzigartige Einstellung von Bang & Olufsen als sehr nützliche Funktion. Generell überzeugt der 55-Zöller aus Dänemark mit seinen natürlichen Farben und einem guten Schwarzwert von rund 0,004 Candela. Ist der Menüpunkt „Raumanpassung“ aktiviert, scannt die integrierte 360-Grad-Kamera die Lichtverhältnisse im Raum, und das TV-Bild passt sich der gegebenen Helligkeit an. Damit lässt sich zwar extrem viel Strom sparen, doch im dunklen Testraum erweist sich eine Helligkeit von 49 Candela doch als etwas wenig. Man sollte beim BeoVision 11 nicht das grösste Augenmerk auf seine Energieeffizienz legen. Bei einem maximalen Stromverbrauch von 162 Watt und einer Energieklasse B ist das TV-Gerät nichts für emsige Stromsparer. Dennoch gilt es zu relativieren: Unterm Strich würde ein ökologisch vorbildlicher Fernseher bei Vielsehern noch nicht den Gegenwert einer Zigarettenschachtel im Monat einsparen.

ECHT SMART In Sachen Design konnte nur selten ein anderer Hersteller Bang & Olufsen etwas vormachen, und auch die Bildqualität der Nordlichter war immer vorzeigbar. Punkto Ausstattung hinkte der Hersteller dagegen etwas hinterher. So ist der BeoVision auch der erste „echte“ Smart TV von Bang & Olufsen. Das Portal wirkt aufgeräumt und erinnert an die Oberfläche von Philips. Wie bei den Niederländern gibt es neben den Apps auf der Startseite eine App Gallery mit Anwendungen. Auch das Live-TV-Bild wird bei Bang & Olufsen im smarten Betrieb weiter angezeigt, die Auswahl an Video-on-Demand-Diensten oder sozialen Netzwerken ist dagegen noch etwas klein. Dennoch geht der dänische Hersteller zumindest einen Schritt in die richtige Richtung – seine Kunden legen eben nicht nur Wert auf edle Optik, sondern auch auf technische Finesse. Und nicht nur das MessHome electronics

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STECKBRIEF

Hersteller Modell Preise

Info www. Testmodell

Bang & Olufsen BeoVision 11 6700, 8200, 10 700 Franken (40, 46, 55 Zoll, Grundausstattung) bang-olufsen.com 55-Zoll-LCD-TV

DATEN Abmessungen (B x H x T) Bilddiagonale Gewicht Auflösung/Seitenverhältnis Verbrauch maximal (Watt)

130 x 110 x 6 cm 139 cm 64 kg 1920 x 1080/16:9 Film: 162; Stand-by: 100 ; Aus: 0

ANSCHLÜSSE Tuner: analog/DVB-T/DVB-C/DVB-S CI Plus HDMI/Komponente/VGA Scart USB/Speicherkarten-Slot Netzwerk Front-/Seitenanschlüsse Zusätzliche Anschlüsse

2/2 (HD)/2 (HD)/2 (HD) ja 6/–/– – 2/– 1 USB, HDMI (oben) CTRL 1, PUC 1, PUC 2, PL 1-3

AUSSTATTUNG 3D/Brillen mitgeliefert/2D zu 3D Hintergrundbeleuchtung/regelbar Via Lichtsensor/via Bildinhalt Farbraum-/Farbtemperatureinstellung Gamma-Einstellung/Rausch-/Artefaktfilter Autom. Kontrast-/Farbnachbesserung Voreinstellungen/Speicher/je Eingang Bildformate/Pixel-to-Pixel/WSS 100 Hz/200 Hz/Backlight Blinking HDMI-CEC-Grundfunktionen/erweitert HDMI: Deep Color/x.v.Colour/ARC/LAN Medienwiedergabe über USB Medienwiedergabe über DLNA-Netzwerk HbbTV/Internetinhalte Festplatte für Aufnahmen/über USB Fernbedienung universal/beleuchtet EPG/AV-Link Sleep-Timer/Wecker/Kindersicherung Bild-im-Bild/Bild-im-Videotext Wandhalterung dabei/VESA-Bohrung Standfuss dreh-/neigbar Besonderheiten

•/1/• Rand LED/• •/• –/• (65 Stufen) –/•/– •/• 3/1/1 3/•/– –/•/• •/• •/–/•/– Filme, Fotos, Musik Filme, Fotos, Musik •/• •/• •/– •/– •/•/• •/• –/• •/– Apple TV in Gehäuse integrierbar, motorisierter Standfuss oder Wandhalterung (1000 Fr.)

+

WERTUNG MAGAZIN

+ + + + + + − − −

hochwertig in Design, Material, Verarbeitung natürliche Farben, sehr guter Kontrast überragende Bildqualität in HD sehr ordentliche Bildqualität auch in SD sehr guter Klang gute Bedienbarkeit unschöne 3D-Brille wenige Apps minimale Bewegungsunschärfe

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TV & Heimkino [ REPORT - KABEL-TV-RECEIVER ]

NEUE HORIZONTE // Martin Freund

Die Verbreitung des digitalen Fernsehens in der Schweiz verzeichnete in jüngster Zeit etliche Änderungen. Insbesondere Kunden des marktbeherrschenden Kabelanbieters UPC Cablecom profitierten von der Liberalisierung des Settop-Boxen-Angebots. Nun schlägt das Imperium zurück: Mit der Einführung der digitalen TV-Plattform Horizon möchte man Free-TV-Nutzer wieder zu zahlenden Kunden machen. Home Electronics klärt, mit welchem Angebot und mit welcher Empfangs-Hardware Sie künftig am besten schauen.

D

as digitale Kabelfernsehen hat einen mühsamen Weg hin zur Liberalisierung hinter sich. Von einer freien Wahl der SettopBox – für Kunden diverser regionaler Kabelnetze schon längst selbstverständlich – konnten Wohneigentümer oder Mieter mit einem Cablecom-Anschluss lange Zeit nur träumen. Selbst als vor knapp zwei Jahren der stetige Druck von Politik und Konsumentenorganisationen endlich Wirkung zeigte, gab UPC Cabelcom nicht gänzlich klein bei und beharrte auf dem Erwerb einer Digicard, die zusammen mit dem Decoder-Einschub in den passenden CI+-Schacht eines Fernsehers oder Digitalreceivers eingeschoben werden musste. Dafür hatte der Konsument eine einmalige Gebühr Seite 26

von 99 Franken zu begleichen – und bekam im Gegenzug das digitale Grundangebot ohne monatliche, über die Kabel-Grundgebühr hinausgehende Zusatzkosten.

DIGICARD UND CI+: SCHNEE VON GESTERN? Viele Besitzer eines modernen TV-Gerätes mit CI+ schätzten fortan die Möglichkeit, ohne stromfressende, separate Beistellbox fernzusehen und nur mit einer einzigen Fernbedienung auszukommen. Im letzten Herbst überraschte die UPC Cablecom dann mit der Ankündigung, die Verschlüsselung des digitalen Grundangebots per Ende Jahr gänzlich aufzuheben: De facto wurden dann bereits am 14. November

55 Sender, darunter 19 HDTV-Programme, freigeschaltet. Dies bei einer gleichzeitigen Anhebung der Kabel-Grundgebühr auf monatlich 28.40 Franken inklusive Abgaben. Konsumenten, die im letzten Jahr noch eine Digicard für die Nutzung des Basisangebots erworben hatten, mögen sich nun ärgern. Gänzlich überflüssig wird ihre Karte dennoch nicht: Denn neu lassen sich – laut UPC Cablecom – damit über 70 Sender, davon 23 in HD, mit jedem CI+-kompatiblen Fernseher oder Kabelreceiver empfangen. Ausserdem kann man auch die umfangreicheren ProgrammBouquets upgraden: Der Wechsel auf das „Classic“-Angebot mit über 115 Sendern (davon 25 in HD) kostet zusätzlich 10 Franken, Home electronics

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In der Mediathek findet man – schön mit Postern oder Vorschaubildern animiert – das Archiv mit aufgenommenen Sendungen.

das Upgrade auf das „Comfort“-Angebot mit über 125 Sendern (darunter 35 HDTV-Programme) 25 Franken im Monat.

NEU: HORIZON MIT KOMFORT-SETTOP-BOX Hatte sich manch einer über die letztendlich doch rasch vollzogene Öffnung des digitalen Grundangebots noch gewundert, wird nun klar, dass UPC Cablecom schon länger ein Projekt in der Hinterhand hatte, mit dem nun die Abwanderung zahlender Kunden in den FreeTV-Bereich aufgehalten werden soll. Horizon wurde bereits vor geraumer Zeit in den Niederlanden lanciert und kommt jetzt – in abgewandelter Form – auch in die Schweiz. Kernstück der neuen Digital-TV-Plattform bildet ein üppig ausgestatteter Digitalreceiver. Der „Horizon HD Recorder“ enthält sechs HDTuner. Damit lassen sich bis zu vier HDTVProgramme gleichzeitig aufzeichnen. Zwei weitere werden dazu genutzt, die Umschaltzeiten – ein Schwachpunkt bei der bisherigen „HD Mediabox“ – zu verkürzen. Während die aktuelle Sendung im Hintergrund weiterläuft, kann der Zuschauer durch weitere TV-Sender zappen. Diese werden in einem Vorschaufenster angezeigt. Eine andere wichtige Neuerung bildet die leicht zu erstellende Favoritenliste, in der sich die wichtigsten Sender nach Belieben ordnen lassen. Damit gehört das lästige Sortieren nach einem Programm-Update (wie bei der bisherigen HD Mediabox) endlich der Vergangenheit an. Home electronics

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Auch der EPG wurde ausgebaut und bietet nun deutlich mehr Zusatz-Infos zum jeweiligen Programm. Wem das nicht genug ist, der kann während der laufenden Sendung mit Apps wie Wikitrivia oder Youtube weitere Infos auf dem TV-Bildschirm abrufen und in einem Fenster anzeigen lassen. In Zukunft sollen noch mehr multimediale Funktionen bei Horizon Eingang finden. Bereits jetzt ist der Zugang beispielsweise zu der Mediathek von SRF nahtlos in die Benutzeroberfläche integriert. Die neu gestaltete Benutzeroberfläche ist dem ersten Augenschein nach sehr übersichtlich und einladend gestaltet. Sie verwendet hauptsächlich Bildelemente wie Poster und Vorschaubilder. Dies offeriert dem Anwender eine intuitive und recht schnelle Navigation nicht nur im TV-, sondern auch im OnDemand-Bereich.

PERSONALISIERUNG UND STREAMING Mit der Vielzahl an integrierten TV-Tunern kann man nicht nur vier Programme gleichzeitig aufnehmen. Bis zu vier Nutzer in einem Horizon-Haushalt können mit der HorizonTV-App in einer Wireless-Umgebung das laufende TV-Programm oder auch On-DemandInhalte abrufen und auf einem iPad oder einem iPhone anschauen. Für Android wird dieser Service noch nicht angeboten, eine entsprechende App soll aber bereits in Entwicklung sein. Bis dahin kann man über die Website horizon.tv seine Lieblingssender und mehr als

tausend Filme und Serien auf dem Computer oder Notebook sehen. Horizon bietet eine integrierte Suchfunktion, mit der man beispielsweise Serien oder beliebige TV-Inhalte anhand von Stichwörtern aufspüren und im EPG anzeigen lassen kann. Auch On-Demand-Inhalte sowie aufgenommene Filme und Sendungen werden durchforstet. Auf Wunsch kann die neue Unterhaltungsplattform persönliche Empfehlungen anzeigen: Anhand des Fernsehverhaltens der Benutzer erstellt Horizon Empfehlungen für TV-Sendungen, Filme sowie für On-DemandInhalte. Die Horizon-Box lässt sich kabellos in ein Heimnetzwerk integrieren. Dadurch können eigene Fotos oder Musik entweder vom Computer, vom iPad oder von Speichermedien via Horizon auf dem TV-Gerät angeschaut respektive abgespielt werden. UPC Cablecom arbeitet im Übrigen bereits an einer Mehrraum-TV-Streaming-Lösung: Mit nur einer zentralen Settop-Box soll es möglich werden, das individuell gewünschte TV-Programm oder auch On-Demand-Angebote via Clients auf weitere Fernseher in anderen Räumen zu streamen.

ENGPASS AUFNAHME So üppig die Ausstattung des Horizon HD Recorder insgesamt anmutet, so knauserig zeigt er sich bezüglich Archivierung: Die Speicherkapazität der integrierten Festplatte beträgt lediglich 500 GB. Damit lassen sich 

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TV & Heimkino [ REPORT - KABEL-TV-RECEIVER ]

Der Kabelreceiver Digit Isio C von Technisat kommt mit HDDoppeltuner und USB-/eSATA-Recording. Der EPG „SiehFern Info“ bietet vertiefte Programm-Infos. Preis: 400 Franken.

Panasonics Kombigerät DMR-BCT820 vereint HD-Doppeltuner mit 1-TB-Festplatte und Blu-ray-Rekorder. Damit kann man HD-Sendungen auf Blu-ray-Disc archivieren. Preis: 990 Franken.

Der Beldigital HD6500 hat einen HD-Doppeltuner, einen USBRekorder und eine wertige Metallfernbedienung. Aufnahmen können leicht auf den PC transferiert werden. Preis: 400 Franken.

Brandneu ist der Kabelreceiver HD-Fox C von Humax. Er hat einen HD-Doppeltuner und ist für USB-/eSATA-Recording vorbereitet. Es gibt ihn etwa ab Ende Februar für rund 320 Franken.

 nur rund 65 Stunden HDTV aufnehmen. Auch eine Archivierungsmöglichkeit auf externe Festplatten wird derzeit leider noch nicht angeboten. Sie soll zukünftig aber möglich werden. Wer also ein Spielfilmarchiv oder auch nur seine Lieblingsserien über längere Zeit in HD-Qualität aufbewahren möchte, der muss sich für eine geeignete Settop-Box woanders umsehen (siehe oben). Oder hoffen, dass die neue Horizon-Box für externes USB-

Archivieren freigeschaltet wird, bevor die integrierte 500-GB-Platte voll ist . . .

AGGRESSIVE PREISGESTALTUNG Die Preisgestaltung für das neue Angebot erscheint konkurrenzfähig: Den Horizon HD Recorder erhält man zum Preis ab 19 Franken im Monat im „Compact“-Paket mit 70 TV-Sendern, darunter 23 in HD. Darüber gibt es das „Classic“-Bouquet mit 114 Programmen (25 in

Archivieren und zeitversetzt fernsehen Viele neuere TV-Modelle und auch Digitalreceiver sind „PVR-ready“: Auf einem extern ansteckbaren USB-Datenträger kann man Fernsehsendungen verlustfrei aufzeichnen und dann später zeitversetzt ansehen. Was verblüffend einfach klingt, hat in der Praxis jedoch Tücken: Die meisten Fernseher mit Aufnahmefunktion zeigen sich punkto funktionierender USB-Datenträger wählerisch, und zwar sowohl bei Sticks wie bei Festplatten. Man muss vor dem Kauf also irgendwie – per Internetforen oder durch Know-how des Herstellers beziehungsweise des Fachhandels – herausfinden, ob die Kombination zusammenarbeiten wird. Ähnliches gilt für viele Settop-Boxen mit Anbindung an eine externe Festplatte. Hinzu kommt, dass die Datenträger vom Aufnahmegerät so formatiert werden, dass sie nur noch daran zu gebrauchen sind. So will die Industrie verhindern, dass HD-Inhalte auf den Computer kopiert werden. Eine Ausnahme macht beispielsweise der HD6500 von Beldigital. Bei diesem Modell kann man auf externe 2,5-Zoll-Festplatten aufzeichnen und diese dann am PC oder Notebook anschliessen. Die Aufnahmen liegen im TRP-Format vor. Sie lassen sich beispielsweise mit dem verbreiteten Software-Abspieler KMplayer direkt abspielen. Mit dem deutschsprachigen Freeware-Programm XMedia Recode kann man die Dateien in gängige Audio- bzw. Videoformate umcodieren. Wer die Aufnahmen via PC auf Blu-ray (HD-Sendungen) oder DVD (SD-Sendungen) brennen möchte, ist mit der Software-Komplettlösung DVR Studio HD3 gut bedient. Die einzige Hardware-basierte Archivierungslösung bietet der Panasonic DMR-BCT820 (Test in HE 11/2012). Er kombiniert einen HD-Twin-Receiver mit Harddisk- und Blu-ray-Rekorder. Auch externe Festplatten zur Archivierung lassen sich anschliessen. HD-Sendungen auf Blu-ray-Disc zu brennen, erweist sich jedoch als teures und zeitintensives Hobby: Eine 25-GB-BD-R kostet rund 6 Franken, 1 TB Speicherkapazität also fast dreimal so viel wie bei einer USB-Festplatte. Archivieren auf Blu-ray-Disc ist also eigentlich nur sinnvoll, wenn man die Aufnahme auf anderen BD-Spielern wiedergeben möchte.

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HD) für 29 Franken im Monat sowie das „Comfort“-Paket mit über 125 Sendern (35 in HD) für 44 Franken. Bei allen Paketen kommt die Anschluss-Grundgebühr von 28.40 Franken dazu. Daneben gibt es ab monatlich 69 Franken diverse Horizon-Kombiangebote mit Internet und/oder Telefon. Wichtig hierbei: Die Horizon-Box enthält bereits sämtliche Modems, weitere sind nicht erforderlich. Die „alte“ HD Mediabox ist weiterhin erhältlich. Sie wird es aber schwer haben, neben den offensichtlichen Vorteilen der Horizon-Box zu bestehen. Selbst wenn sie bereits ab 4 Franken im Monat (im „Compact“Paket) zu haben ist. Bestehende MediaboxNutzer können im Übrigen jederzeit auf den Horizon HD Recorder umsteigen, jedoch mit der entsprechend höheren monatlichen AboGebühr.

FAZIT UPC Cablecom hat ihre neue Digital-TV-Plattform gut aufgestellt. Wenn der Horizon HD Recorder das hält, was er beim ersten gewonnenen Eindruck versprochen hat, dann bekommt der Nutzer ein breites Unterhaltungsangebot sehr komfortabel serviert. Für die Zukunftssicherheit der Plattform spricht auch ihre Ausbaufähigkeit. So arbeitet UPC Cablecom bereits an ergänzenden Clients, mit denen man bei freier Content- und Senderwahl sein Wunschprogramm ab der zentralen Horizon-Box in bis zu vier weitere Räume streamen kann. | www.upc-cablecom.ch Home electronics

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TV & Heimkino [ NEUHEITEN ]

Marantz

NOCH MEHR KANÄLE Wer bietet mehr? Der Hifi- und Heimkino-Spezialist Marantz offeriert mit der AV-Vorstufe AV 8801 eine Schaltzentrale für nicht weniger als 11 Kanäle plus 2 Subwoofer. Das Flaggschiff ist video- und audioseitig mit dem Feinsten bestückt. Es kann bereits Ultra-HDSignale mit vierfacher Auflösung (4K) verarbeiten, 3 HDMI-Ausgänge erlauben die Verwendung auch als Videoverteiler in mehreren Räumen. Der Multi-DSP-Audioprozessor kommt mit neuesten hochauflösenden Formaten wie DTS Neo X mit bis zu eben 11.2 Kanälen klar, die durch zusätzliche Frontkanäle auch in der Höhe für spektakuläre Surround-Erlebnisse sorgen können. Damit das auch zu Hause funktioniert, passen die MultiEQ XT 32 plus der Subwoofer-Anpasser Audyssey Sub EQ HT die Ton- und Tieftonwiedergabe an die Raumakustik an. Volle Netzwerkfähigkeit inklusive Streaming bis zu 24 Bit/192 kHz sind zudem an Bord. Der AV 8801 wird um 4200 Franken kosten. Dazu passend gibt es die kapitale 7-KanalEndstufe MM 8077 für voraussichtlich 2500 Franken. // lbr

Kathrein

LG

SAT MIT PLATTE

OLED IN GROSSFORM

Anspruchsvolle Schweizer TV-Kunden mit Satellitenempfang können sich mit dem Receiver Kathrein UFS 924 einen Highend-Empfänger mit Aufnahmefunktion zulegen. Seine 1-Terabyte-Festplatte (1 TB = 1000 GB) dürfte für bis zu 200 Stunden HDTV und bis zu 600 Stunden in Standardqualität reichen. Zwei eingebaute HD-Tuner erlauben zeitgleiche Aufnahmen. Ein interner Upscaler skaliert das PAL-TV-Signal von 720 auf 1080 Vollbilder hoch. Der CI+-kompatible Empfänger bietet zudem Zugriff auf die Portale von Red Bull und Servus TV, eine kostenlose iOS- beziehungsweise Android-App erlaubt die Steuerung vom Smartphone. Der netzwerkfähige Festplatten-Receiver kostet 930 Franken und steht programmiert für die Satelliten Astra und Hotbird in Schwarz oder Silber im Fachhandel. Zusätzlich neu im Kathrein-Programm: der festplattenlose Sat-Empfänger Uni-Box 2 GM, für 350 Franken auch als KombiEmpfänger zu beziehen, und die externe 500-GB-Festplatte Rikki TV Lacie (150 Franken). // lbr

Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zeigte der koreanische Hersteller LG den laut eigener Aussage ersten 55-ZollFernseher mit nach innen gewölbtem Display in der OLED-Technik. Die Organic Light-Emitting Diodes erzeugen ihr eigenes Licht, brauchen im Gegensatz zu LCD- oder LED-Displays keine Hintergrundbeleuchtung und können extrem kontraststarke Bilder mit enormer Farbtiefe liefern. Die leichte Wölbung des sehr dünnen Displays soll optische Verzerrungen in den Aussenbereichen des Bildes vermeiden. Der raschen und breiten Durchsetzung der OLED-Technik stehen laut Brancheninsidern noch immer Schwierigkeiten bei der wirtschaftlichen Massenproduktion entgegen. Wann LG den Fernseher namens EA 9800 in der Schweiz auf dem Markt einführen wird und zu welchem Preis, steht deshalb noch nicht fest. Zu den in Las Vegas gezeigten Highlights im neuen LG-Lineup zählten auf jeden Fall auch der zu vierfacher HD-Auflösung (4K) fähige, gigantische 84-Zoll-TV sowie das zu 100 Zoll fähige Projektionssystem. // lbr

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InFocus

NETZWERKBEAMER Der neue 3D-fähige Beamer IN 3128 HD von InFocus kann dank vielfältigen Anschlussmöglichkeiten (2x HDMI, 2x VGA, USB, Component, Composite, S-Video, LAN) und intelligenten Netzwerkfunktionen ein breites Einsatzspektrum abdecken. Die Projektorlampen des relativ kompakten (33 x 27 x 13 cm) und leichten (3,7 kg) Beamers sollen 2000 Betriebsstunden und im Energiesparmodus sogar 3000 Stunden Lebenszeit erreichen. Bei einer angegebenen Lichtstärke von 4000 ANSI-Lumen müsste der IN 3128 HD auch in hellen Konferenzräumen präsentabel sein. Die Betriebsgeräusche sollen dabei nur 33 Dezibel erreichen. Seine DLP-Technik ermöglicht in Zusammenarbeit mit DLP-Link-3D-Brillen dreidimensionale Darstellung von Bildern oder Kinoproduktionen. Profis werden die Kompatibilität mit dem AssetManagement ProjectorNet schätzen. So lassen sich zum Beispiel Zeitsteuerfunktionen oder die automatische Benachrichtigung bei Erreichen der Lampenlebensdauer einrichten. Der Projektor wird etwa 2100 Franken kosten. // lbr www.pixelsystems.ch www.infocus.de

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OFFEN FÜR ALLES // Lothar Brandt, Johannes Maier, Jürgen Schröder

Mit der 12er-Serie offeriert Rotel eine beeindruckende Mehrzweck-Kombi. Die Verbindung von Tuner, CD-Player und Vollverstärker kann streamen und bietet auch sonst nahezu alle Optionen für modernen Musikgenuss.


Audio [ TEST - NETZWERKFÄHIGE STEREO-KOMBI ] Der Konventionelle: Ohne grosse Aufreger kommt der CD-Spieler RCD 12 daher. Er bietet die Standardfunktionen – that’s it.

Der Vielseitige: Mit dem Vollverstärker RA 12 hat Rotel eine echte Vielzweckwaffe im Köcher. Sein DA-Wandler sowie der Phonoverstärker gerieten vorbildlich.

Der Weltoffene: Mit dem Multituner RT 12 kann der Radiofan im neuen Wellen-Universum surfen: UKW, DAB+, Internetradio. Plus Streaming.

B

ei dem Anforderungsprofil müssten wohl die meisten traditionellen Hifi-Anbieter passen: eine Kombination aus klassischem Radio, CD-Spieler und Vollverstärker, deren Komponenten auch aussehen wie Hifi-Geräte. Die aber auch problemlos das in der Schweiz beliebte Digitalradio DAB+ spielen, ohne nervenaufreibendes Gefummel mit dem Internet und dessen zahllosen Musikdiensten Verbindung aufnehmen, externen Digitalquellen wohlklingende Kontaktstellen bieten und zu bester Letzt natürlich auch die leisen Signale eines Schallplattenspielers verstärken. Ganz nebenbei sollten die Teile auch bitte schön im dreistelligen Frankenbereich angesiedelt sein. Home electronics

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Rotels Trio aus Vollverstärker RA 12 (890 Franken), Tuner/UPnP-Player RT 12 (920 Franken) und CD-Player RCD 12 (740 Franken) kann sich da stolz auf die traditionell 43 Zentimeter breiten, Display-bewehrten Fronten schreiben: Mission erfüllt. Home Electronics nahm sich die coole Kombi vor: sowohl deren Einzelteile als auch das Gesamtkunstwerk.

TUNER Rotel hat den RT 12 als universellen Empfänger konzipiert. So bietet er drei Möglichkeiten, auf Sendersuche zu gehen. Erstens mit dem auch für das Radio Data System (RDS) tauglichen UKW-(FM-)Empfangsteil – in der Schweiz

sicher noch auf Jahre herkömmlich analog versorgt, neben dämlichem, hochkomprimiertem Gedudel zum Teil aber noch immer auch mit klanglich hochwertigen Programmen. Zweitens bringt der Rotel ein digitales Front-End für DAB+ mit, was Schweizer Radiofans nach dem Ende des alten Digitalradio-Standards DAB bei vielen Sendern mit Freude quittieren dürften. Drittens kann er per Tastendruck – Internetanschluss des Nutzers vorausgesetzt – die weite Welt des Webradios mit über 10 000 Stationen aller Art und Qualitätsstufen erschliessen. Dafür hat Rotel unter www.rotelradio.com gar einen eigenen Dienst eingerichtet, der unter dem Dach der bekannten Reciva-Plattform 

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Audio [ TEST - NETZWERKFÄHIGE STEREO-KOMBI ]

Analog-Wandler (DAC) WM 8740 des Nobelproduzenten Wolfson an Bord, genau wie vornehme integrierte Schaltkreise (IC) von Burr-Brown in der Ausgangsstufe. So konnten die Tester stets fein und sauber aufgelösten, in den tiefsten und höchsten Frequenzbereichen eher zurückhaltenden Klang geniessen.

VOLLVERSTÄRKER

Aussen dezent, innen edel: Beim Vollverstärker RA 12 lässt auch der Blick unter die Abdeckung viel klangfördernden Zierrat erkennen.

 angesiedelt ist. Hier lassen sich unter Eingabe der am RT 12 abfragbaren Registrationsnummer Sender bequem auswählen, ordnen und verwalten. Der Internetzugang erfordert drahtgebunden per Ethernet oder drahtlos über WLAN ohnehin schon Kontakt zum Router und damit zum heimischen Netzwerk. Und so spendierte Rotel seinem Empfänger auch einen Netzwerkspieler nach dem Standard mit dem sympathischen Namen „Universal Plug and Play“: UPnP. Gemessen an spezialisierten Hochleistungs-Streamern fiel der freilich eher rudimentär aus. Zwar unterstützt er viele Tonformate inklusive AIFF und FLAC, mit der ersten Firmware aber nur bis 16 Bit Wortbreite und maximal 48 kHz Abtastrate (CD-Format: 16 Bit/ 44,1 kHz). Die etwa von www.highresaudio. com (siehe www.home-electronics.ch/hd-musik) angebotenen Musikprogram-me in hoher Auflösung (24 Bit/96 kHz) schafft er erst mit der dieser Tage aktualisierten Firmware. HD-Audio klappt aber sowieso über den bordeigenen Digitaleingang (koaxial und optisch). Die für die Freunde von Live-Alben oder bei bestimmten klassischen Werken wichtige unterbrechungsfreie Wiedergabe (Gapless Play) beherrscht der Rotel leider genauso wenig wie Apples Drahtlos-Standard Airplay. Und für sich alleine kommt er man-

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gels Schnittstelle auch nicht mit USB-Geräten klar. Doch wozu gibt es den Verstärker RA 12? Genau, der hat USB. Und der RT 12 machte seine kleinen Mankos im Hörtest wieder gut mit seinem gefälligen, warmen Klang, der frei von jeglicher „digitalen“ Härte blieb. Den musikalischen Fluss wahrte er völlig entspannt, forcierte und bremste ihn nicht. Seine Spezialität waren die angenehm geschmeidigen Mitten, die zum stundenlangen Musikhören einluden – genau der richtige Partner für lange Nächte in der weiten Radiowelt.

CD-SPIELER Wer indes noch immer gerne CDs aus dem Regal zieht und abspielt, der findet mit dem RCD 12 in Rotels neuer Serie den passenden Partner. Mit Sicherheit der konventionellste Teil des Trios, zu dessen Standardausstattung es wenig zu melden gibt. Wer ihn „alleinstehend“ erwerben möchte, wird eventuell einen Kopfhörerausgang oder digitale Eingänge vermissen. Obwohl er wie der RT 12 im Messlabor mit erstaunlich hohem Jitter (digitale Takt-Ungenauigkeiten, die zu rauem Klang führen können) keine Lorbeeren erntete, punktete die vermeintliche graue Maus im Hörtest mit adeligem Ton. Immerhin weiss er einen Digital-

Ohne den anderen Gliedern zu nahe treten zu wollen: Das Schmuckstück der Kette ist der Vollverstärker RA 12. Bei genauerer Betrachtung verdient sich sogar dessen USB-Eingang Extralob. Er nimmt die Botschaften etwa von iPhones nicht nur drahtgebunden, sondern nach dem Einstecken des mitgelieferten Bluetooth-Adapters auch auf dem Luftweg entgegen. Und das beileibe nicht nur reduziert, sondern auch im verlustfreien Lossless-Format. Beruhigt stellt man fest, dass wie im CD-Player auch im DA-Wandler des Verstärkers der Wolfson WM 8740 sowie die Burr-Brown-ICs sitzen, von einem quarzgetakteten Mikroprozessor gesteuert. Der RA 12 besitzt neben dem USB- noch zwei koaxiale und zwei optische Digitaleingänge – womit sich dann Kritik am eingangslosen, ketteneigenen Player erübrigt. Den Pegel regelt der gut beleumundete IC PGA 2311 von Texas Instruments, der Spannungsverstärker dagegen ist nach guter Väter Sitte aus Einzelbausteinen (diskret) aufgebaut. Die Endverstärkung übernehmen pro Kanal gleich vier stämmige Endtransistoren von Sanyo, die das Lautsprecherpaar A direkt antreiben, während Paar B – im Zweifelsfall ja mit langen Strippen zu versorgen – über ein zusätzliches sogenanntes Boucherot-Glied (Spule plus Widerstand) gegen jede Schwingneigung gefeit ist. Die Energieversorgung sowie -siebung und -speicherung obliegt dem bekannten Ringkerntransformator sowie zwei 10 000-Mikrofarad-Kondensatoren von BHC Aerovox. Dass die Rotel-Techniker nicht nur den DAC und den analogen Hochpegelverstärker im Ohr hatten, sondern auch dem empfindlichen Eingang für analoge Tonabnehmer (Moving Magnet, MM) viel Sorgfalt widmeten, war nach dem ersten Hördurchgang klar. Mit dem RA 12 klingen LPs besonders lebendig, locker und angenehm. Doch auch bei Hochpegelansteuerung spielte er stets aufrecht, quasi mit Stil. Anbiederndes Geschunkel hasste er ebenso wie unwirsche Entgleisungen obenraus. Statt allzu praller Bässe formte er lieber kleinere, propere und eher trockene. Mit grossem Fleiss bildete Home electronics

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er Akteure und Instrumente ab. Wobei es ihm stets mehr auf Ordnung ankam als auf Überschwang und Hochdruck. In den Höhen betrieb der RA 12 schliesslich einen kleinen Schmuckladen. Mit freudigem Eifer zeichnete er nach, wie die Besen über Snare-Drums kreisen oder Holzsticks auf die Becken titschten. Pianoläufe liess er leuchten wie Diademe. Bei digitaler Ansteuerung vertiefte der Rotel diese Kunstfertigkeit sogar noch. Allerdings neigte er je nach Aufnahme doch zum sparsamen Bass.

DIE KETTE Versorgt vom RCD 12 – bald analog, bald digital angeschlossen –, verstärkte sich die Polarisierung. Im ersten Fall eher schwungvoll und nahezu unbekümmert, kehrte der Rotel-Voll-

STECKBRIEF MULTITUNER

Hersteller Modell Preis Info www. Masse (B x H x T) Gewicht

Rotel RT 12 920 Franken rotel.com 43 x 9,5 x 33 cm 5,1 kg

EMPFANGSARTEN UKW/MW DAB +/DAB Internetradio Netzwerk

ja/– ja/– ja LAN/WLAN

ANSCHLÜSSE Eingänge analog Ausgänge analog Kopfhörer Eingänge S/PDIF Eingänge USB iPod-Schnittstelle Ausgänge digital

– 1x Cinch – koaxial/optisch – – –

AUSSTATTUNG Anzeige/OSD Cover-Anzeige Datenraten-Anzeige Formate Maximale Auflösung Gapless Play Steuer-Software/App Fernbedienung Klangregler/abschaltbar Loudness Besonderheiten

ja/– – ja FLAC, WAV, AIFF, MP3, AAC, WMA 16 Bit/48 kHz – ja/ja ja ja/ja – S/PDIF-Eingang bis 24 Bit/192 kHz

verstärker im zweiten eher den im Bass züchtigen und in den Höhen fein geschliffenen Meister heraus. Was ihm der hauseigene Tuner anlieferte, verarbeitete er ähnlich gewissenhaft. Schmerzlich machte er freilich klar, wie weit inzwischen sowohl die meisten FM- und DAB+-Sender als auch viele Internetradiostationen vom highfidelen Ideal entfernt senden. Vor allem wenn man LP oder hochaufgelöste Streams unmittelbar vorher gehört hatte, konnte einen der in der Dynamik stark und in der Detailauflösung mehr oder minder kastrierte Sound aus dem Äther nerven. Da trifft die Rotel-Kette aber keinerlei Schuld – das geht aufs Konto der Programmanbieter. Klangunterschiede da deutlich zu machen, ist eher ein Plus. Mit wirkungsgradstarken Lautsprechern jedenfalls gibt diese Kette erstklassige Musik selbst bei massiven Lautstärken auf hohem Niveau wieder und kann auch im Trio besten Gewissens empfohlen werden. Wer sich die 12er von Rotel trotz dem im Test untermauerten exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis nicht auf einmal zulegen möchte, dem sei als Erstes der überragend ausgestattete und höchst angenehm klingende Vollverstärker ans Herz gelegt. Wer dann sein altes Radio entsorgen und neue digitale Welten erschliessen will, macht mit dem streamingfähigen Tuner einen guten Griff. Und mit dem danach möglicherweise noch anstehenden CD-Player bestimmt keinen schlechten. |

STECKBRIEF VERSTÄRKER

Hersteller Modell Preis Info www. Masse (B x H x T) Gewicht

Rotel RA 12 890 Franken rotel.com 43 x 9,5 x 34,2 cm 8 kg

ANSCHLÜSSE

STECKBRIEF CD-SPIELER

Hersteller Modell Preis Info www. Masse (B x H x T) Gewicht

Rotel RCD 12 740 Franken rotel.com 43 x 9,5 x 31,3 cm 5,4 kg

AUSTATTUNG Ausgang regelbar/fixed USB Digital In Digital Out Kopfhörer Fernbedienung Display Besonderheiten

–/1x Cinch – – koaxial/optisch – ja Titel/Spielzeit/ Programm/Restzeiten –

Hochpegel Phono Pre Out/Rec Out USB Digital In Digital Out Lautsprecher Kopfhörer

4x Cinch 1x MM ja/– ja 2x koaxial, 2x optisch – 2 Paar ja

AUSSTATTUNG Fernbedienung Klangregler/abschaltbar Loudness Besonderheiten

ja ja/ja – sehr guter DAC und PhonoZug, Display mit Anzeige von Quelle, Betriebszustand und Lautstärkestellung

+

WERTUNG MAGAZIN

+

+

WERTUNG MAGAZIN

+ unaufdringlicher, warmer Klang + Programmvielfalt + ordentliche Verarbeitung + mit neuer Firmware Streaming bis 24 Bit/96 kHz − hoher Jitter bei UPnP Home electronics

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WERTUNG MAGAZIN

+ + + − −

analytisch feiner Klang auch als Digitalquelle für externe Wandler gut geeignet ordentliche Verarbeitung kein Kopfhöreranschluss keine USB-Schnittstelle

+ + + + + − −

kräftiger und fein auflösender Klang mit DAC zukunftsfähig ausgestattet guter Phono-Verstärker, laststabile Endstufen ordentliche Verarbeitung sehr feinfühlige Lautstärkeregelung über Digitaleingänge manchmal etwas bassarm nicht ganz perfektes Klirrspektrum im Messlabor

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Audio [ REPORT - BACKES & MÜLLER ]

DIE KRAFT UND DIE HERRLICHKEIT // Lothar Brandt

Wenn man die grossen und die grössten Aktivlautsprecher von Backes & Müller gehört hat, fällt einem buchstäblich nichts mehr ein. Ausser Superlativen. Home Electronics besuchte den deutschen Hersteller – zu einem fulminanten Hörtest der BM 35 MKII. Und erlebte dann mit dem Topmodell BM 100 ungeahnte Dimensionen von Preis und Leistung.

D

er Förderturm steht noch. Auch die Adresse erinnert noch an die Bergbautradition: Altenkesseler Strasse 17. Doch alte Kessel zum Stahlkochen sucht man ebenso vergeblich wie russgeschwärzte Bergleute, wenn man sich nach Saarbrücken zur Firma Backes & Müller begibt. Saarbrücken ist die Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Saarland. Und der kleinste Flächenstaat der Bundesrepublik vollzieht seit Jahrzehnten den Strukturwandel vom Kohle-und-Stahl-Revier zum Technologiestandort. Teil des Konzeptes: der Saarbrücker Technologiepark in ebenjener Altenkesseler Strasse. Und dort, im Block D 1, residiert die Backes & Müller High End Audio Produktionsgesellschaft mbH (B&M). Das tat sie nicht immer. Doch auch B&M hat seit der Erfindung des geregelten vollaktiven Lautsprechers 1973 eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Einige Hifi-Fans werden sich vielleicht erinnern, welche Furore etwa die legendäre BM 6 machte. Die hatte nicht nur die Endstufen und die vorgeschaltete Frequenzweiche mit im Quadergehäuse, sondern auch eine clevere Regelung. Grob gesagt, kontrollierte sie die Membranbewegung der Chassis, verglich diese mit dem Signal des Verstärkers und regelte nach, damit die Membranen zumindest theoretisch exakt das machten, was der Verstärker vorgab. Seite 34

Die klaren Vorteile des Aktivkonzeptes führten unter anderem zur massiven Unterstützung durch das deutsche Hifi-Magazin „Audio“ und in den frühen achtziger Jahren auch zu beträchtlichen Erfolgen, die in der eigenwillig geformten BM 20 und der gigantischen BM 40 gipfelten. Doch sinnlos geführte Glaubenskriege, Fehlentscheidungen der Firmenleitung sowie Führungswechsel führten fast in den Untergang.

NEUE FIRMA, NEUE KONZEPTE Heute gibt es bei B&M weder einen Herrn Müller noch einen Herrn Backes mehr. Seit 2001 lenkt der neue Geschäftsführer und Chefentwickler Johannes Siegler die Geschicke der Firma. Den genialen Techniker, der schon seit 1996 mit KS Digital exzellente aktive Studiomonitore baut, unterstützt im wirtschaftlichen und vertrieblichen Bereich inzwischen die Sprint Service GmbH mit ihrem Geschäftsführer Hans Gülker. Siegler und Gülker positionierten B&M wieder da, wo die Firma hingehört: im absoluten Premium-Bereich. Der „günstigste“ B&MLautsprecher, die Zwei-Wege-Box BM Prime 3, kostet 6500 Franken das Paar, für die gewaltigsten Schöpfungen darf es dann auch einmal eine halbe Million sein. Die Exklusivität schliesst auch ein ebenso selbstbewusstes wie unge-

wöhnliches Vertriebskonzept mit ein (siehe Seite 39), das den herkömmlichen Handel, herkömmliche Präsentationen und herkömmliches (Nicht-)Servicedenken weitgehend ausschliesst. Wer einen der grossen B&M-Lautsprecher kauft (und das sind die meisten), erhält Rundum-Betreuung, „Altgeräte-Service“ und eine lebenslange Garantie gleich mit. Der Autor hatte vor einigen Jahren Gelegenheit, den ersten Test der BM 35 mitzumachen. Obwohl Fan von Analog, Flächenstrahlern und Röhrenverstärkern, haute ihn die Performance der mit Digitalelektronik, Transistor-Endstufen und elektrodynamischen Chassis vollgepackten Lautsprecher-Revolution schlicht um. Denn der von Siegler damals serienreif vorgestellte Zeilenstrahler (siehe Seite 37) war wirklich revolutionär. Die unfassbar dynamische, abbildungsscharfe und unbestechlich neutrale Wiedergabe blieb im Ohr. Und so organisierte er baldmöglichst einen Besuchstermin, als er von der MKII-Version sowie dem Zürcher Büro von B&M hörte. Doch für einen konventionellen Test nach dem Motto: „Mal eben in den HE-Hörraum geschafft, und gut ist“, ist die BM 35 definitiv zu gross (oder der HE-Hörraum zu klein) – und zu teuer. Denn womit um Himmels willen soll man ein – festhalten – 82 500 Franken teures Lautsprecherpaar vergleichen?  Home electronics

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Home electronics

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Sensation: Die BM 100, hier im B&MVorführraum, ist ein LautsprecherGigant – in jeder Beziehung.


Audio [ REPORT - BACKES & MÜLLER ]

Innovativ: Der Zeilenstrahler Das Alleinstellungsmerkmal und das akustisch-technische Meisterstück der grossen B&M-Lautsprecher ist der Zeilenstrahler. Der Hochtöner – nur bei der BM 100 auch Mitteltöner – erinnert lediglich optisch an ein Hornchassis. Der Druckkammertreiber erzeugt mit dem vorgesetzten Transformationselement eine perfekte Zylinderwelle. Die akustische Berechnung dieses Elements ist alles andere als trivial – da musste schon die Fraunhofer-Gesellschaft für Mathematik mit ihren gigantischen Rechnerkapazitäten mithelfen. Das Ergebnis kann man sich etwa so vorstellen: Alle Frequenzen verlassen das Chassis an jeder Stelle mit dem gleichen Pegel. Hornresonanzen, Laufzeitunterschiede und ähnliche Unbilden gewöhnlicher Hörner treten nicht auf, Verfärbungen sind passé.

 So einigte man sich schnell auf einen Report

vor Ort. Das brachte mehrere Vorteile: Ohne Verletzungsgefahr für das Produkt und die eigene Lendenwirbelsäule hören, den Hersteller nach eigenen Eindrücken hautnah porträtieren und nicht zuletzt das gesamte Produktportfolio erleben können.

HOHER ANSPRUCH, HOHE LEISTUNG Im Gegensatz zu den teuren Produkten geht dem Firmengebäude äusserlich wie innerlich alles Spektakuläre ab. Jedenfalls auf den ersten Blick. Doch spätestens wenn man die Materiallager und vor allem die Werkstätten gesehen hat, verstärkt sich der Eindruck einer Manufaktur mit höchsten Ansprüchen. Alle, wirklich alle Modelle sind dokumentiert und werden auch überholt oder repariert – wie zum Beweis stand in der Reparaturwerkstatt ein Paar dreissig Jahre alter BM 20, um generalüberholt zu werden. Und die Fertigungstiefe, von Produktionsleiter André Hammerschmidt mit grossem Engagement präsentiert, dürfte selbst hartgesottene Globalisierer beeindrucken. Die sensationelle Qualität der Erzeugnisse kommt tatsächlich von innen und wird nicht von aussen zugekauft. Von Zulieferern stammt lediglich Material, das entweder nur marginal zur Gesamtqualität beiträgt oder wie bestimmte Chassis strikt nach Vorgaben von B&M gefertigt werden kann. Bei einem Lautsprecher wie der mit 170 Zentimetern knapp mannshohen BM 35 fasziniert ohnehin mehr noch als die Bauteilequalität die technische Intelligenz, mit der daraus ein Gesamtkunstwerk wird. Die beiden rückseitigen, weit auseinanderliegenden 25-Zentimeter-Bässe diszipliniert die hauseigene DMC-Membranregelung zu einem knochentrockenen und ultrapräzisen Tiefton. Weil sie Home electronics

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zudem vertikale Raumresonanzen durch ihre Positionierung weit weniger anregen als etwa ein Subwoofer mit einem Megachassis, sind der BM 35 Dröhneffekte fremd. Auf der Front sichtbar sind die vier Konus-Mitteltöner quasi als Linienschallquelle montiert. Der Kenner ahnt: Hier wird die Abstrahlung seitlich gebündelt – auch das führt zu weniger Reflexionen im Raum, zu präziserer Abbildung. Und dann das Prunkstück im Zentrum: Der Zeilenstrahler kann eine nahezu perfekte Zylinderwelle abstrahlen, fast ohne „Streuverluste“ nach oben und unten. Damit seine genialen Eigenschaften auch schön ins Gesamtbild eingebunden bleiben, sorgt Firtec, die digitale Entzerrung von B&M, für ein perfektes Zeitverhalten. Konventionelle Systeme verschieben die Frequenzbereiche mechanisch und elektronisch minimal gegeneinander. Weil ein Musiksignal meist aber ein komplexes Frequenzgemisch darstellt, registriert unser Ohr diese Phasenverschiebungen als unsaubere Abbildung und verschwommene Anschläge etwa bei Klavier oder Percussion.

Präzision: Wo die Gehäuseteile der BM 100 zusammenkommen, ist Millimeterarbeit im XXL-Format angesagt.

FEINSTE TECHNIK, FEINSTER KLANG Nichts davon bei B&M. Damit das Ganze nicht nur einem einzigen Sitzplatz zugutekommt, gibt es mit DvX noch eine „Sweetspot-Vergrösserung“. Sweetspot nennt der Akustiker den Punkt im Raum, wo die Wiedergabe am ausgeglichensten tönt. Der technischen Finessen damit nicht genug: In Verbindung mit der hauseigenen Vorstufe BM Ice 802 (deren eisähnlicher Look ist zu sehen auf www.backesmueller.de) kann die Lautstärkeregelung verlustfrei im Lautsprecher selbst erfolgen. Fast überflüssig, zu erwähnen, dass man mit hochauflösenden Signalen bis 24 Bit/192 kHz die Boxen auch direkt ansteuern kann. 

Tradition: B&M-Produktionsleiter André Hammerschmidt kann mit feinen wie groben Werkzeugen umgehen.

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Audio [ REPORT - BACKES & MÜLLER ]

Selbstbewusst: Das Vertriebskonzept Lautsprecher vom Kaliber der grossen B&M kann man nicht überall vorführen. Hans Gülker, Geschäftsführer vom B&M-Europa-Distributor Sprint Service, beschränkt sich deshalb auf Workshops an ausgesuchten Orten. Der nächste für Schweizer Kunden interessante Termin: 12. April 2013 in Basel. Info: +41 43 488 37 07; www.service-sued-backesmueller.de. Wer sich für eine der Super-Boxen interessiert, den berät Gülker auf Wunsch am Telefon +49 2236 848 445 oder per mail mail@aktiv-backesmueller24.de zu Budgetverteilung und Anlagenkonzept. Weil nach Umstieg auf Aktiv ja die alten Lautsprecher und Endstufen nicht mehr gebraucht werden, kauft Gülker auf Wunsch das alte Equipment. Bei Unzufriedenheit nimmt Gülker den B&M-Lautsprecher zum vollen Kaufpreis zurück.

 Steht der Technikfreak schon staunend vor diesem Wunderwerk, so möchte der Musikfreund fast niederknien. Dieser Schallwandler klingt so wenig nach Hifi und so sehr nach Musik, dass auch abgebrühte Hörprofis aus dem Staunen kaum herauskommen. Dabei entspricht der B&M-Vorführraum so gar nicht dem üblichen highfidelen „Stuben-Studio“: Zu gross, zu kahl und zu wenig „getrimmt“, lässt er einen zunächst das Schlimmste befürchten. Doch von wegen vorlautes Dröhnen, magere Mitten, flatternde Höhen: Vom solitären Konzertflügel über Streichertrio und Kammerorchester mit Solovioline bis hin zum grossen spätromantischen Orchester, vom einsam zur Akustikgitarre klagenden Blues-Barden über eine zarte Singer-Songwriterin bis hin zur brachial rockenden Heavy-Band breitete die BM 35 jedes Musikmaterial selbstverständlich und quasi selbstlos vor dem Hörer aus. Bis dahin war dem Autor kein Hifi-Lautsprecher bekannt, der seiner Wiedergabe so wenig Eigencharakter beigibt. Aber eben auch so ehrlich und unbestechlich musiziert, dass selbst die kleinsten Eigenheiten der Tongebung, die verschämtesten Tricks der Tonmeister, die gnädigsten Aufhübschungen der Produzenten hörbar werden. Das eigentliche Wunder: Das Ganze zerfiel nicht zu einem aufgesplittenen Wust an Details, sondern wirkte geschlossen als Musik. Man hörte noch immer Wald und nicht lauter Bäume

DIE GRÖSSTE, DIE BESTE Das war schon grandios und eine Klasse für sich, keine Frage. Freilich insgesamt noch im Rahmen dessen, was auch andere Super-Lautsprecher unter Top-Bedingungen leisten. Aber da stand ja im Hintergrund noch eine riesige Skulptur, vor der die BM 35 optisch regelrecht verzwergte. Wir dürfen vorstellen: Backes & Müller BM 100. 2,30 Meter hoch, 1,05 Meter breit, 1,08 Meter tief, 280 Kilogramm schwer. Pro Stück, versteht sich. 12 Tieftöner, 11 zum Home electronics

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Perfektion: Schon die „kleine“ BM 35 ist so konstruiert, dass sie selbst in problematischen Räumen (Bild links) tadellos klingt.

Zeilenstrahler gebündelte Mitteltöner, 1 Zeilenstrahler-Hochtöner. Ab 250 000 Franken, je nach Ausführung und Sonderwünschen auch bis 500 000 und darüber. Pro Paar. Technische Beschreibung: möglich nur in Romanlänge oder in einem Wort – perfekt. Der Hörtest: ein Fest. Der Autor hat in seinem Testerleben so manche Super-Box genossen oder erlitten. Insbesondere bei sehr leiser oder sehr komplexer Musik, entweder bei den Klangnuancen einer Sologeige oder der Sturmflut einer Rockband: Irgendwo offenbarten sie immer Schwächen, verzeihliche oder – angesichts der Preise – unverzeihliche. Doch in den Stunden des Zusammenseins gab sich die grösste B&M keinerlei Blösse. Johann Sebastian Bachs wunderbares Italienisches Konzert für Cembalo behielt seinen silbrigen Zauber, dem man sich hingeben oder worin man den feinen Verästelungen der kontrapunktischen Struktur nachspüren konnte. So wie dem sich ändernden Klangcharakter, wenn die Interpretin Martha Schuster im zweiten Satz den „Lautenzug“ betätigte. Die makellose Virtuosität von Jascha Heifetz versprühte ihren unnachahmlichen, fast schon göttlichen Glanz in den Solokadenzen von Mendelssohns e-Moll-Konzert, das Herz legte mehrere Pulsschläge zu. Da war sie: die ganze Kraft und die ganze Herrlichkeit von Musik. Später, sehr viele Besetzungsstärken, Stilrichtungen und Musikarten später, fielen alle Schranken. Von Hifi keine Spur mehr, dafür pure Energie: Deep Purples Speed King donnerte, brauste, röhrte, flog durch den Abhörraum. In einer Lautstärke, wie sie gewöhnlich nur PA-Anlagen entfesseln können. Mit einer Klarheit, wie sie sonst nur edelste Monitorboxen oder teuerste Flächenstrahler bieten. Mit einer Wucht, als sässe man selber am Schlagzeug. Unfassbar. Unbeschreiblich. BM 100 – die beste Box der Welt? Vielleicht. Mit Sicherheit aber ein Meisterwerk, bei dem sich diese Frage einfach nicht mehr stellt. |

Seite 39


digital durch und durch // Jürgen Schröder

Verstärker, die digitale Audiosignale verarbeiten, gibts etliche – aber nur wenige werkeln vom Ein- bis zum Ausgang durchweg digital. So wie der NAD C 390DD.


Audio [ TEST - VOLLVERSTÄRKER ]

Mustergültiger Schaltungsaufbau: Links im Bild das Schaltnetzteil, zentral der Verstärkerblock mit dem Zetex-Digitalchip. Die optionale Phono-Vorstufe (r.) sitzt wohlbehütet unterm Abschirmblech.

M

it ihrem stolzen Alter von rund neunzig Jahren hat die analoge Verstärkertechnik mittlerweile einen Stand erreicht, bei dem man durchaus von „nahezu vollständig durchentwickelt“ sprechen kann. In diesem Metier kennt sich wohl kaum jemand besser aus als der multinationale Hifi-Hersteller NAD, der sich seit der Gründung 1972 besonders in den bezahlbaren Preisklassen immer wieder als Analogverstärker-Spezialist profiliert hat. Analog keinesfalls allein des Prinzips wegen – vielmehr weil die meisten Programmquellen ihre Tonsignale ohnehin auf analogem Wege ausgeben – beziehungsweise bisher ausgaben. Und da war es so konsequent wie klanglich sinnvoll, bei der Leistungsverstärkung ebenfalls auf der analogen Ebene zu bleiben. Das Bild hat sich aber gewandelt. Heutzutage überwiegen mehr und mehr die digitalen Tonquellen, die in der Regel auch über entsprechend binäre Signalausgänge verfügen. Daher ist es mittlerweile äusserst verlockend, den gesamten Verstärkungsvorgang auf der digitalen Ebene durchzuführen – umgehen doch die Entwickler auf diese Weise elegant den klanglichen Flaschenhals der sonst notwendigen DA-Wandlung.

Modular Design Construction (MDC): Das optionale Modul DD-AP1 (350 Franken) besitzt zwei Hochpegeleingänge (symmetrisch, asymmetrisch) sowie einen MM/MC-tauglichen Phonoeingang. Die AD-Wandlung erfolgt mit maximal 192 kHz.

EINE VÖLLIG NEUE GENERATION Insofern repräsentiert der in Basisausstattung 3000 Franken teure, optisch sehr aufgeräumte NAD C 390DD eine völlig neue Vollverstärker-Generation: Egal ob Eingangsstufen, Lautstärkeeinstellung oder Leistungsverstärker – sein Signalpfad zeigt sich vom Eingang bis zum Ausgang durch und durch digital. Der Firmenname – NAD steht für New Acoustic Dimension – ist wieder einmal Programm. Nun ist auch die Domäne der digitalen Verstärker für die NAD-Entwickler keineswegs Neuland – besitzt man doch mit dem M 2 bereits seit über zwei Jahren einen entsprechenden Amp im Programm. Von dem hat der C 390 denn auch viel geerbt – hervorzuheben wäre hierbei der eigentliche Verstärkerblock, der in intensiver Zusammenarbeit mit dem britischen Halbleiterspezialisten Zetex entstand. Der zentrale ZetexChip im C 390 integriert DA-Wandler, Vorverstärker und Treiberstufe, ein weiterer Chip beherbergt die Sensorelektronik nebst Auswerteschaltung für die digitale Gegenkopplung. Da sein gesamter Signalfluss in der digitalen Ebene stattfindet und der Zetex-Chip zudem von Haus aus ordentlich Rechenleistung für  Home electronics

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HDMI-Option: Das Extension-Board DD-HDMI1 (300 Franken) bietet drei HDMI-Eingänge und einen HDMI-Ausgang. Es verarbeitet den PCM-Zweikanalton von Blu-ray oder DVD, das HD-Videosignal gibt er unbeeinflusst aus.

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Audio [ TEST - VOLLVERSTÄRKER ]

Ungewöhnliches Anschlussfeld: Digitaleingänge bietet der C 390 in Hülle und Fülle (analoge nur nach Bestückung mit einem entsprechenden MDC-Modul). Sogar Subwoofer finden Anschluss.

 das Digital Signal Processing (DSP) mitbringt, hat der NAD einige für heutige Hifi-Verstärker eher ungewöhnliche Eigenschaften vorzuweisen: Der Betrieb mit vertauschten Kanälen oder invertierter Phase ist ohne Klangeinbussen ebenso möglich wie die Mono-Wiedergabe. Neben einem digitalen Bass/Höhen-Steller bringt er ausserdem eine sechsbändige Filtersektion mit, die ein gezieltes Reduzieren von Raumresonanzen im Tieftonbereich von bis zu 12 Dezibel ermöglicht. Eine weitere Besonderheit des NAD ist seine modulare, Modular Design Construction (MDC) genannte Bauweise, die eine flexible Konfiguration je nach den vorhandenen Tonquellen gestattet. In seiner Grundversion bietet der C 390 in der Tat nur Eingänge für digitale Quellen von koaxial über optisch und AES/EBU bis hin zu USB – den aber gleich dreifach: einen zur Computerwiedergabe im asynchronen Übertragungsmodus, jeweils an Front und Rückseite einen zum Abspielen von Inhalten auf Speichersticks oder Festplatten. MDC-Steckplätze erlauben die Aufnahme zusätzlicher Eingangsmodule (siehe oben).

KLANG OHNE SCHÄRFE Von dem viel geschmähten „Digitalklang“ konnte mit dem volldigitalen NAD im Hörtest überhaupt keine Rede sein. So spielte er, angesteuert über die Analogeingänge, eher rund-blumig als knackig-knallig – man tut sich mit der Vorstellung schwer, jemals einen scharfen Ton über ihn zu hören. In rockigeren Tracks wie Lee Ritenours 68 konnte der C 390DD aber auch mächtig loslegen und ein Fass aufmachen. Im Vergleich zum T+A Power Plant balanced (www.taelektroakustik.de; Vertrieb Schweiz: Telanor) spielte der NAD weniger dynamisch, Snare-Drums kamen über ihn etwas komprimierter. Die virtuelle Bühne staffelte er etwas breiter, dafür weniger tief. Insgesamt tönte der T+A noch etwas unmittelbarer, in den Mitten direkter. Digital angesteuert via koaxialen S/PDIF-Eingang, nahm die Basspräzision des NAD jedoch leicht zu. Auch atmete er im Grundtonbereich freier durch, was die Durchhörbarkeit in den oberen Oktaven ebenfalls steigerte. Einen Zuschlag gab es ausserdem bei der USBHi-Res-Wiedergabe vom Computer: In Rich Woman mit Robert Plant und Alison Krauss kam der Brite mächtig in Fahrt und konnte mit seiner dynamisch-lebendigen Spielweise zusätzlich punkten. | Seite 42

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www.

Masse (B x H x T) Gewicht

NAD C 390DD 3000 Franken dynavox.ch; nadelectronics.com 43,5 x 13,2 x 38,8 cm 7,7 kg

ANSCHLÜSSE Digitaleingänge Hochpegel analog Phono MM/MC Endstufeneingang Digitalausgänge Kopfhörer Lautsprecher Vorverstärkerausgang Rekorderausgang analog

8 (3x USB, 1x AES,2x koaxial, 2x optisch) optional optional über Modul DD-AP1 – 2 (1x koaxial, 1x optisch) – 2 Paar für 1 oder 2 Subwoofer –

WEITERE AUSSTATTUNG Fernbedienung Farben Ausgangsleistung Verbrauch Stand-by/Betrieb Besonderheiten

ja Schwarz, Silber 153/153 Watt an 8/4 Ohm 0,6/max. 44 Watt modularer Aufbau: standardmässige 8 Eingänge können bis auf 14 aufgerüstet werden; Raumentzerrung über 6 Frequenzbänder im Bassbereich; RS-232-Schnittstelle; HDMI-Anschluss möglich mit Modul DD-HDMI (300 Fr.)

+

WERTUNG MAGAZIN

+ + + + + − −

sehr vielseitiger, konsequent digitaler Verstärker modulares Konzept, das sogar HDMI-Quellen einbinden kann sehr angenehmer, langzeittauglicher Klang ohne jede Schärfe integrierter Bass-Equalizer erlaubt flexible Raumanpassung gute Leistungsreserven bei vorbildlich niedrigem Stromverbrauch kein Kopfhörerausgang in der Grundausstattung ausschliesslich für digitale Quellen nutzbar

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Audio [ NEUHEITEN ]

Audionet

HIGHEND IM NETZWERK Der deutsche Highend-Audio-Hersteller Audionet hat seine Produktfamilie netzwerkfähiger Komponenten erweitert. Zum bereits auf der letzten Münchener High-End-Messe gezeigten Verstärker DNA (Digital Network Amplifier, um 13 100 Franken) und Vorverstärker DNP (Digital Network Preamplifier, 12 000 Franken) kommt jetzt der Client DNC (Digital Network Client, 6300 Franken). Der DNC weist alle Netzwerkfähigkeiten des DNA oder DNP auf, hat allerdings keine VerstärkerSektion an Bord. Dafür stehen für den Wandler neun frei benennbare digitale Eingänge (auch eine digitale Apple-Schnittstelle) sowie Internetradio und sogar ein UKW-Empfänger zur Verfügung. Über Apps lässt sich der DNC sowohl von Androidwie von iOS-Geräten steuern. Audionet-Geräte werden komplett in Bochum im deutschen Ruhrgebiet erdacht und gebaut. Alex Bruggisser vom Audionet-Importeur B-Sound (Sittertalstrasse 34, 9014 St. Gallen), rechnet damit, das Produkt bis April in der Schweiz vorführbereit zu haben. // lbr

Rowen

Denon

SERIE SYMPHONY

EDLE KOMBI FÜR STEREO

Rowen erregte in Fachkreisen Aufsehen – oder besser: Aufhören – mit einem neuartigen Hochtöner namens Linear Motion Transformer (LMT; Home Electronics, 10/2012). Jetzt laufen bei dem Schweizer Hersteller die ersten Serien mit dem neuen Chassis made in Switzerland an. Dank seinem schon sehr früh einsetzenden (ab etwa 800 Hertz) und bis über 40 Kilohertz reichenden Arbeitsbereich soll er eine besonders stimmige Wiedergabe des Präsenz- und Brillanzbereiches gewähren. Die Modelle 6 und 10 (Bild) der Symphony-Reihe tragen den fast schon revolutionären Hochtöner mit der Halbzylindermembran aus Karton. Rowentypisch strahlen alle SymphonyModelle, 2, 4, 6, 8 und 10, den Schall nach vorne und hinten ab (bipolar), was ein besonders räumliches Klangbild ergibt. Sie lassen sich zudem bis auf die zwei mit hauseigenen Verstärkern zu sogenannten Aktivlautsprechern aufrüsten. Das Topmodell Symphony 10 kostet in passiver Normalausstattung 7580 Franken das Paar, die 2 liegt bei 3580 Franken. // lbr

Mit dem CD/SACD-Player DCD 2020 AE und dem Vollverstärker PMA 2020 AE möchte Denon eine neue Bestmarke setzen für das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Zweikanal-Komponenten. Während der Vollverstärker selbstredend auch einen diskret aufgebauten Eingang für Phono MM und MC aufweist, zeigt sich der CD/SACD-Player mit jeweils einem USB-Eingang auf Vor- und Rückseite auch neuzeitlich als netzwerkfähig. Der vordere USB ist für den einfachen Anschluss von USB-Sticks oder Festplatten und die Wiedergabe von MP3, WAM, AAC oder WAV gedacht. Der hintere macht den intern mit 32 Bit und 192 kHz rechnenden DAWandler des DCD 2020 AE auch zur hochwertigen Soundkarte, die im klangfördernden asynchronen Modus externe Signale mit Auflösungen bis 24 Bit/192 kHz verarbeitet. Elek trisch wie mechanisch ist die Kombination nach highendigen Audio-Kriterien gerüstet. Beide in Silber lieferbaren Premium-Komponenten sind in der Schweiz bereits im Handel und kosten jeweils rund 2900 Franken. // lbr

www.rowen.ch

www.audionet.de www.olo.li

Benz

RUBIN FÜR DEN KLANG Aus Neuhausen im Kanton Schaffhausen kommen einige der besten Tonabnehmer der Welt. Die Firma Benz Micro Switzerland bietet dabei unter dem Namen Ruby auch Tondosen an, deren Spulenkern statt aus Eisen aus einem Rubinplättchen besteht. Der jüngste Zuwachs der edlen Familie hört auf den Namen Ruby Z. Neben dem Rubin, der die magnetische Sättigung des Spulenträgers verhindern soll, weist das Schweizer Schmuckstück auch sonst nur erlesenste Bauteile auf: Der neu entwickelte Generator steckt in einem resonanzmindernden Gehäuse aus Zebrano-Holz, der Nadelträger aus Bor trägt einen Diamanten mit dem extrem feinen „Micro Ridge“-Schliff. Benz-Mastermind Albert Lukaschek empfiehlt für seinen 10,7 Gramm leichten MovingCoil-Edelstein Abschlusswiderstände zwischen 500 und 1000 Ohm sowie die Montage an mittelschweren bis leichten Tonarmen (Nadelnachgiebigkeit 15 µm/mN) – was heutzutage nahezu jeden neueren Arm zum potenziellen Spielpartner des Ruby Z macht. Das System allein schlägt mit 2450 Franken zu Buche. // lbr

www.denon-hifi.ch

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SPIEGEL VERSUS SYSTEM // Annette Kniffler

Ob Canon EOS M oder Nikon 1 V2: Auch die Marktf체hrer bieten nun spiegellose Systemkameras an. Canon integriert seine M ins EOS-System, Nikon positioniert die 1 V2 deutlich abgegrenzter mit kleinerem Bajonett und kleinerem Sensor. Beide m체ssen sich im Test gegen eine im Preis vergleichbare konventionelle SLR aus dem eigenen Haus bew채hren.


Foto & Video [ TEST - SYSTEMKAMERAS ]

CANON EOS M VERSUS EOS 650D Canon hat sich Zeit gelassen, um den Schritt zur spiegellosen Systemkamera zu machen. Doch jetzt ist die erste EOS M mit APS-C-Sensor, EF-M-Bajonett und kompaktem Gehäusedesign ohne Sucher da. Technisch ähnelt die EOS M der bereits etablierten SLR EOS 650D. Vor allem erbt sie von dieser den 18-Megapixel-CMOS und den Hybrid-Autofokus, der die für spiegellose Kameras übliche Kontrastmessung mit einer speziellen Phasenerkennung auf dem Sensor kombiniert. Mehr dazu später. In der Schweiz verkauft Canon die neue EOS M im Set mit dem Standardzoom 18–55 mm/f/3,5–5,6 für 1050 Franken. Erhältlich ist zudem das schlanke Pancake 2/22 mm. Beide Objektive besitzen einen Schrittmotor (STM), der im Vergleich zum Ultraschallmotor schneller starten und bremsen, daher zur kontinuierlichen Schärfenachführung beim Filmen besser geeignet sein soll. Über den Adapter EF-OS M für 160 Franken lassen sich aber auch alle Canon-EF-Objektive anschliessen, was die EOS M als kleine Zweitkamera für viele eingefleischte Canon-Fotografen noch interessanter machen dürfte – trotz dem gegebenenfalls recht unausgewogenen Gewichtsverhältnis von Kamera und Teleobjektiv.

GEHÄUSE AUS MAGNESIUMLEGIERUNG Nebeneinander betrachtet, könnten EOS M und 650D den Grössenunterschied zwischen Spiegelreflex- und spiegelloser Kamera deutlicher kaum zeigen: Mit 114 x 69 x 34 mm ist der M-Body kleiner als so manche Kompakte und lässt die EOS 650D geradezu wuchtig aussehen. Abgesehen davon macht die EOS M, die zum Teil aus einer Magnesiumlegierung besteht, einen hochwertigeren Eindruck als das Kunststoffgehäuse der 650D. Gleiches gilt für das Kit-Standardzoom, dessen Einstellring bei der EOS M erheblich geschmeidiger läuft. Schade allerdings, dass Canon am Handgriff Gewicht einspart und nur einen schmalen Kunststoffaufsatz an der Front anbringt. Demgegenüber liegt die 650D mit ihrer SLR-typischen Form und der grossflächigen, strukturierten Oberflächenbeschichtung an den entscheidenden Stellen wesentlich sicherer in der Hand. Während sich Home electronics

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oberhalb ihres Suchers ein eingebauter Ausklappblitz (LZ 9) befindet, muss bei der EOS M ein separates, aber im Lieferumfang enthaltenes Blitzgerät genügen. Die Bildstabilisierung erfolgt im Objektiv.

SUCHER UND MONITOR Zwar deckt der SLR-Sucher von Canons 650D nur 95 Prozent des Bildfelds ab und gehört mit 0,5x effektiver Vergrösserung eher zu den kleineren seiner Art. Trotzdem stellt er einen entscheidenden Pluspunkt gegenüber der EOS M dar. Im Gegensatz zu vielen anderen Systemkameras bietet diese nämlich weder einen integrierten elektronischen Sucher noch die Möglichkeit, einen solchen nachzurüsten. Darüber hinaus ist der Monitor hier fest verbaut und nicht wie an der 650D schwenkund drehbar. Beim Display macht Canon dagegen keine Unterschiede und verbaut einen guten 3-Zoll-Touchscreen, der eine rauscharme, helle, klare Vorschau anzeigt.

AUTOFOKUS, LIVE VIEW UND VIDEO Als Spiegelreflexkamera kann die EOS 650D im Sucherbetrieb auf einen Phasenautofokus mit 9 Kreuzsensoren zurückgreifen (eigener AF-Sensor) und stellt recht schnell scharf: 0,31/0,49 s (1000/30 Lux). Im Live View hat der Anwender die Wahl zwischen diesem Phasen-AF mit Dunkelpause und dem Hybrid-Autofokus, den die EOS M übernimmt. Beim Hybrid-AF nutzen M wie 650D den Bildaufnahmesensor als AFSensor – dies gilt für alle spiegellosen Kameras, die systembedingt auf spezielle AF-Sensoren verzichten müssen. Das Besondere der Canon-Lösung ist: Der Hybrid-AF arbeitet nicht nur mit einer Kontrastmessung, die das gesamte Bildfeld einbezieht, sondern kombiniert diese mit einer Phasenerkennung auf dem Sensor, die Canon im mittleren Bildbereich konzentriert. Für diese Phasenerkennung hat der CMOS-Chip eigens dafür vorgesehene Pixel – zusätzlich zu den 18 Megapixeln, die für die Bildaufzeichnung dienen. Allerdings scheint dieser Hybrid-Autofokus noch nicht ganz ausgereift; 

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Foto & Video [ TEST - SYSTEMKAMERAS ]

Das Einstellrad der EOS 650D befindet sich gut erreichbar für den Zeigefinger neben dem Auslöser. Bei der EOS M ist auf der schmalen Oberseite dafür kein Platz.

 zwar funktionierte er im Test zuverlässig, aber enttäuschend lang-

sam: So brauchte die EOS M um die 1,0 s, die 650D sogar 1,67 s zum Fokussieren und Auslösen. Nichts für Aufnahmen, bei denen es schnell gehen muss. Andere Hersteller wie Olympus haben den Autofokus per Aufnahmesensor dagegen wesentlich besser im Griff, und manche Pen stellt schneller scharf als viele SLR. Für Videos scheint das gemächliche Tempo der EOS M dagegen ausreichend – so zieht sie anders als die 650D die Schärfe nun sanft, unauffällig und treffsicher nach. Abgesehen davon ist die Videofunktion beider Kameras ebenbürtig, insbesondere die Bildqualität bei Full-HDAuflösung: Die Filme wirken natürlich und harmonisch, weisen aber zum Teil Farbfehler an feinen Strukturen auf. Manuelle Einstelloptionen wie die von Blende und Belichtungszeit bleiben aktiv.

BEDIENUNG Canon schafft mit der Touchscreen-Funktionalität nebst den üblichen Tasten, Schaltern und Drehrädern eine sinnvoll umgesetzte zweite Bedienebene, mit der sich in vielen Situationen Zeit sparen lässt. Durch Berühren des Monitors kann man etwa im Haupt- und Quick-Menü tätig werden, den AF-Punkt platzieren und bei aktiviertem „TouchAusl“ auch gleichzeitig auslösen. Die Benutzeroberfläche ist leicht und intuitiv zu erfassen, das Menü mit 11 Karteireitern und jeweils maximal 7 Einträgen pro Seite umfangreich, aber gut strukturiert. Bis hierhin unterscheiden sich EOS M und 650D kaum. Bei den klassischen Bedienelementen bietet die Grosse dagegen wesentlich mehr Möglichkeiten, insbesondere mehr Direktzugriffe über Funktionstasten wie etwa die zur ISO- und WB-Einstellung. Während die 650D auch ein grosses Moduswahlrad vorweisen kann, das Seite 46

unter anderem alle entscheidenden (teil)manuellen Belichtungsprogramme anbietet, gibt es an der EOS M nur eine abgespeckte Variante mit drei Optionen: Foto-, Video- und Automatikmodus, dazu ein TouchMenü zur manuellen Blenden- und Verschlusszeitwahl.

BILDQUALITÄT Canon stimmt die Bilder von EOS M und 650D ähnlich ab. Sie heben beide bei geringen Empfindlichkeiten den Kontrast deutlich an, was die Aufnahmen ausnehmend scharf und knackig, aber auch hart aussehen lässt und daher auf die Punkte drückt – trotz starken Dead-LeavesWerten (bis 1324 LP/BH). Ausserdem holt die EOS M aus dem 18-Megapixel-Sensor eine noch etwas höhere und über den gesamten gemessenen ISO-Bereich vergleichsweise konstante Grenzauflösung heraus (bis 1627 LP/BH). Andererseits nimmt sie etwas stärkere Texturverluste in Kauf (0,9 bis 2,7 Kurtosis gegenüber 0,8 bis 2,4 Kurtosis bei ISO 100 bis 6400). Praktisch Gleichstand herrscht beim Rauschen mit VN-Werten zwischen 0,6 bis 2,4/2,6 und bei der Dynamik mit 7,0 bis 9,3 Blenden im Bereich von ISO 100 bis ISO 6400. Unter dem Strich sind beide zwar nicht gleich, aber doch sehr ähnlich abgestimmt.

FAZIT Mit der EOS M zeigt Canon, dass sich SLR-Bildqualität problemlos mit einem Kompaktgehäuse realisieren lässt. Beide Modelle liefern sehr ähnliche Bilder, was angesichts des gleichen Sensors und der auch sonst engen Verwandtschaft nicht erstaunt. In der Gesamtwertung zieht aber die 650D an der EOS M vorbei, da der M-Autofokus deutlich zu langsam arbeitet. Zudem fehlen ein eingebauter Blitz und ein Sucheranschluss.  Home electronics

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Brennweite: 200mm · Belichtung: F/10, 1/60 sek., ISO 1000

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Foto & Video [ TEST - SYSTEMKAMERAS ]

NIKON 1 V2 VERSUS NIKON D7000 Das Nikon-1-System konnte sich seit seinem Start im letzten Jahr schnell und erfolgreich etablieren, allerdings weniger als Alternative zu SLRKameras, sondern für Aufsteiger aus dem Kompaktkamerasegment. Im Gegensatz zu Spiegellosen wie Canons EOS M und Spiegelreflexkameras wie Nikons D7000 nutzen die 1er-Modelle nämlich keine APS-CSensoren mit 23,6 x 15,6 mm, sondern die kleineren CX-Sensoren mit nur 13,2 x 8,8 mm. Die neue 1 V2 bringt auf dieser Fläche 14 Megapixel unter, was gegenüber dem etwa dreimal so grossen 16-MP-CMOS der D7000 zu einer höheren Packdichte und einer niedrigeren förderlichen Blende führt (f/4,8). Abblenden ist daher nur in engen Grenzen möglich, bevor die Beugung die Auflösung reduziert. Preislich liegen 1 V2 und D7000 auseinander: Für 1050 Franken bekommt man die 1 V2 mit dem Kit-Objektiv (10–30 mm), für 1380 Franken die D7000 mit Standardzoom (18–105 mm). Momentan umfasst das Nikon-1-System sechs Objektive, zwei Festbrennweiten mit 10 bzw. 18,5 mm (27/49,9 mm KB-äquivalent) und vier Zooms mit bis zu 110 mm (297 mm KB-äquivalent). Im Jahr 2013 will Nikon ein lichtstarkes 32mm-Objektiv, ein Ultraweitwinkelzoom mit 6,7–13 mm und ein weiteres 10–100-mm-Objektiv nachschieben. Über den Bajonettadapter FT1 für 300 Franken lassen sich an der 1 V2 auch AF-S- und AF-I-Nikkore einsetzen – inklusive Autofokus-Unterstützung.

GEHÄUSE AUS KUNSTSTOFF UND MAGNESIUM Anders als die Vorgängerin 1 V1 und die Canon EOS M hat das teilweise aus einer Magnesiumlegierung gefertigte 1-V2-Gehäuse einen grossen Handgriff mit gummierter Oberfläche und fügt sich komfortabel in die rechte Hand ein. Die Verarbeitung wirkt solide, das Design klar, handlich, kompakt. Der Kunststoff-Magnesium-Body der D7000 hat dagegen Seite 48

Masse, ohne einen klobigen Eindruck zu erwecken, sowie Dichtungen zum Schutz vor Spritzwasser und Staub. Mit ihrem Schlitzverschluss ermöglicht die D7000 kurze Belichtungszeiten von 1/8000 s. Die 1 V2 stellt zwei Verschlussvarianten zur Wahl, eine mechanische für 1/4000 bis 30 s und eine elektronische für bis zu 1/16 000 s. Der elektronische Verschluss ist allerdings nur dann zu empfehlen, wenn man die extrem kurzen Belichtungszeiten braucht oder lautlos fotografieren will; denn mit ihm wird der Sensor mehr oder wenig dauerhaft dem Licht ausgesetzt, was unter Umständen Blooming-Effekte (stark ausgewaschene Lichter) oder Smearing (unerwünschte bunte Streifen) verursacht. Sowohl 1 V2 als auch D7000 sind mit einer Sensorreinigung und einem Ausklappblitz ausgestattet. Die Bildstabilisierung erfolgt im Objektiv. Aus Platzgründen muss bei der 1 V2 ein SD-Steckplatz neben dem Akku reichen. Die D7000 nimmt in einem separaten Seitenfach zwei SDHC/SDXC-Karten auf.

SUCHER UND MONITOR Der hochauflösende elektronische 100-Prozent-Sucher gehört zu den entscheidenden Vorzügen, mit denen sich die 1 V2 gegenüber ihrer günstigeren Schwester 1 J2 auszeichnet. Das Sucherbild zieht zwar bei Schwenks recht ruckartig nach und lässt in der Vorschau ein starkes Farbrauschen erkennen, ist aber im Klassenvergleich überdurchschnittlich scharf und hell. Wie die 1 V2 kann die D7000 in ihrem grossen Sucher Gitterlinien einblenden, obwohl es sich hier um eine Pentaprismen-Konstruktion handelt. Dafür braucht es ein LCD-Element im Strahlengang, weswegen sich die Sucheranzeige bei fehlender Stromversorgung verdunkelt. Schade, dass Nikon in beiden Kameras den ordentlichen 3-Zoll-Monitor ohne Klapp- oder Schwenkscharnier verbaut. Home electronics

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Neues Design: Die 1 V2 ist deutlich zierlicher als die D7000. Sie bietet im Gegensatz zur Vorgängerin 1 V1 einen grosszügig ausgeformten Handgriff und liegt dadurch sicherer in der Hand.

AUTOFOKUS UND VIDEO Wie Canon bei der EOS M setzt auch Nikon beim 1er-System einen Hybrid-Autofokus ein, der neben einer Kontrastmessung eine spezielle Phasenerkennung am Aufnahmesensor beherrscht. Laut Nikon kommt der 135-Feld-Kontrast-AF vor allem bei unbeweglichen Motiven oder schwacher Beleuchtung zum Einsatz, die 73-Punkt-Phasenerkennung dagegen bei glänzenden oder bewegten Motiven sowie beim Filmen. Im Gegensatz zum extrem langsamen Hybrid-AF von Canon überrascht die Nikon-Lösung mit sehr hohen Geschwindigkeiten: Bei ausreichend Licht benötigte die 1 V2 gerade einmal 0,13 s, um scharfzustellen und auszulösen – top. Bei 30 Lux sind es dann akzeptable 0,53 s. Die D7000 kommt trotz SLR-typischem Phasenautofokus (39 Felder, 9 Kreuzsensoren) nur auf 0,46 s und bei 30 Lux ebenfalls auf 0,53 s. Im Live-View- und Video-Modus wechselt sie zudem zu einer noch langsameren Kontrastmessung. Dementsprechend zieht sie die Schärfe während des Filmens alles andere als treffsicher und unauffällig nach. Die 1 V2 fokussiert zwar im Videobetrieb etwas eleganter, trotzdem: kein Vergleich zur sanften Schärfenachführung der Canon EOS M. Dafür erscheinen die Full-HD-Videos bei Nikon eine Spur schärfer und wiesen im Test weniger Farbfehler auf. Eine Besonderheit der 1 V2: Ihr Expeed-3-Prozessor ermöglicht ohne Autofokus Bildraten bis 60 B/s bei voller Auflösung, was derzeit keine Profi-SLR schafft. Ausserdem schafft die 1 V2 40 Bilder pro Serie. Die D7000 nimmt Serien mit 5,5 B/s und 75 B/s auf.

BEDIENUNG Nikon führt nach der spärlich bestückten 1 V1 nun zusätzliche Bedienelemente ein, unter anderem ein Wahlrad oben, mit dem man durch Drehen und Drücken komfortabel im Schnellmenü navigieren und Home electronics

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Einstellungen vornehmen kann. Ausserdem bringt die 1 V2 ein vollwertiges Moduswahlrad mit, das neben Vollautomatik und Video auch Programm-, Zeit- und Blendenautomatik sowie den M-Modus direkt zugänglich macht. Trotz den sinnvollen Modifikationen geht die Bedienung bei der 1 V2 hin und wieder etwas umständlich von der Hand und erfordert oft das Menü, das aus langen Scroll-Listen besteht. Die D7000 punktet mit dem flexibleren Bedienkonzept und einem zweiten Info-Display rechts des Sucher-Doms, auf dem der Fotograf stets die wichtigsten Aufnahmeparameter im Blick behalten kann. Für vieles gibt es Direktzugriffstasten, eine ist frei konfigurierbar. Alternativ lassen sich wichtige Eingaben auch über die Info-Anzeige am rückseitigen Monitor tätigen.

BILDQUALITÄT Keine Überraschung: Die D7000 nutzt die grössere Sensorfläche für eine deutlich bessere Bildqualität. Bei der Auflösung kann die 1 V2 zwar noch annähernd mithalten, doch bei Kurtosis und Rauschen hat die 7000 die Nase klar vorn. Ihr grösserer Sensor ermöglicht ein geringeres Rauschen bei schonenderen Eingriffen der Firmware in die Signalverarbeitung.

FAZIT In diesem Doppel geht die Spiegelreflexkamera D7000 mit APS-C-Sensor und sichtbar besserer Bildqualität als klarer Sieger aus dem Test hervor. Die 1 V2 punktet gegenüber ihrer Vorgängerin 1 V1 mit dem ausgereifteren Bedienkonzept und Gehäusedesign, doch Nikons Entscheidung für den kleineren Sensor begrenzt zugleich die realisierbare Bildqualität. Details wie der schnelle AF bei viel Licht und die Seriengeschwindigkeit von 60 B/s gefallen gut. 

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Foto & Video [ TEST - SYSTEMKAMERAS ]

STECKBRIEF Hersteller Modell Preis nur Gehäuse/Preis im Set

Canon EOS M –/1050 Franken (mit EF-M 18–55 mm STM)

Canon EOS 650D 940 Franken/1060 Franken (mit EF-S 18–55 mm, f/3,5–5,6 IS)

Nikon 1 V2 950 Franken/1050 Franken (mit Nikkor VR 10–30 mm, f/3,5–5,6)

Info www. Abmessungen (B x H x T), Gewicht mit Akku

canon.ch 114 x 69 x 34 mm, 295 g

canon.ch 133 x 100 x 80 mm, 570 g

nikon.ch 111 x 82 x 55 mm, 336 g

Nikon D7000 1150 Franken/1380 Franken (mit AF-S DX Nikkor 18–105 mm, f/3,5–5,6G ED VR) nikon.ch 132 x 105 x 77 mm, 780 g

18 Mega, APS-C (3:2) 5184 x 3456 Pixel 4,3 µm/f/7 22,3 x 14,9 mm/1,6-fach CMOS/•/– JPEG, RAW + JPEG

18 Mega, APS-C (3:2) 5184 x 3456 Pixel 4,3 µm/f/7 22,3 x 14,9 mm/1,6-fach CMOS/•/– JPEG, RAW, RAW + JPEG

14 Mega, CX (3:2) 4608 x 3072 Pixel 2,9 µm/f/4,8 13,2 x 8,8 mm/2,7-fach CMOS/•/– JPEG, RAW + JPEG

16 Mega, APS-C (3:2) 4928 x 3264 Pixel 4,8 µm/f/7,9 23,6 x 15,6 mm/1,5-fach CMOS/•/– JPEG, RAW, RAW + JPEG

AF-Felder/Kreuzsensoren/manueller Fokus

31 AF-Sensoren/–/•

135 AF-Sensoren/–/•

Verschlusszeiten/kürzeste Blitzsync./Bulb Belichtungsmessung

1/4000–30 s/Blitz 1/200 s/• mittenbetont, Spot, Matrix

1/16 000–30 s/Blitz 1/250 s/• mittenbetont, Spot, Matrix

39 AF-Sensoren/ 9 Kreuzsensoren/• 1/8000–30 s/Blitz 1/250 s/• mittenbetont, Spot, Matrix

Belichtungsprogramme Belichtungskorrektur, Blitzbelichtungskorrektur Belichtungsreihe/Blitzbelichtungsreihe Empfindlichkeitswahl: ISO-Autobereich variabel/manuell/Reihe Weissabgleich

P mit Programm-Shift, Av, Tv, M ± 3 Blenden, ± 2 Blenden –/• einstellbar/100–25 600/–

9 AF-Sensoren/ 9 Kreuzsensoren/• 1/4000–30 s/Blitz 1/200 s/• mittenbetont, Spot, Matrix mit 63 Feldern P mit Programm-Shift, Av, Tv, M ± 5 Blenden, ± 2 Blenden •/– einstellbar/100–12 800/–

P mit Programm-Shift, Av, Tv, M ± 3 Blenden, +1/−3 Blenden –/– einstellbar/160–6400/–

P mit Programm-Shift, Av, Tv, M ± 5 Blenden, +1/−3 Blenden •/• einstellbar/100–25 600/–

automatisch, messen, Presets, manuelle Korrektur, Reihe Schärfe, Kontrast, Sättigung, Rauschfilter

automatisch, messen, Presets, manuelle Korrektur, Reihe Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/Schattenkorrektur, Rauschfilter

automatisch, messen, Presets, manuelle Korrektur Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/Schattenkorrektur, Rauschfilter

automatisch, messen, Presets, Kelvinwerte, manuelle Korrektur, Reihe Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/Schattenkorrektur, Rauschfilter

Sucher: optisch/elektronisch (RGB-Auflösung)

–/–

• (95%-Abbildung)/–

• (100%-Abbildung)/–

Bildmonitor: Grösse/RGB-Auflösung/Extras

3 Zoll/1,04 Millionen Subpixel/ Touchscreen Live View, Sensor-AF mit 31 Feldern, Lupe, Histogramm Histogramm, Lichterwarnung

3 Zoll/1,04 Millionen Subpixel/ Touchscreen, ausklappbar Live View, Sensor-AF, Phasen-AF, Lupe, Histogramm, Histogramm, Lichterwarnung

–/• (1,44 Millionen Subpixel, 100%-Abbildung) 3 Zoll/921 000 Subpixel/– Live View, Sensor-AF, Phasen-AF, Lupe Histogramm

Live View, Sensor-AF, Lupe

Canon EF-M/SDHC/SDXC/Li-Ion –/Blitzschuh USB 2.0, TV, HDMI MOV (H.264)/1920 x 1080 Px, 25 Vollbilder/s, 30 min/AF –/–

Canon EF/SDHC/SDXC/Li-Ion –/Blitzschuh USB 2.0, TV, HDMI MOV (H.264)/1920 x 1080 Px, 30 Vollbilder/s, 30 min/AF •/–

Nikon 1/SDHC/SDXC/Li-Ion –/Blitzschuh USB 2.0, TV, HDMI MOV (H.264)/1920 x 1080 Px, 30 Vollbilder/s, 20 min/AF –/–

Nikon F/SDHC/SDXC/Li-Ion –/Blitzschuh USB 2.0, TV, HDMI MOV (H.264)/1920 x 1080 Px, 24 Vollbilder/s, 20 min/AF •/•

+ Bildqualität + intuitive Bedienung + Magnesiumgehäuse − AF teilweise langsam − kein Sucher

+ Bildqualität + Einstellmöglichkeiten + Dreh-/Schwenkmonitor − AF teilweise langsam − Kunststoffgehäuse

+ schneller AF, Serienbilder + scharfer, heller Sucher + liegt gut in der Hand − Bildqualität − Monitor nicht ausklappbar

+ Bildqualität + schneller AF, Serienbilder + Spritzwasser-/Staubschutz + flexibles Bedienkonzept − Monitor nicht ausklappbar

BILDSENSOR/DATEI Pixelklasse, Format Auflösung (nicht interpoliert) Pixelgrösse (Pixelpitch)/förderliche Blende Sensorgrösse/Bildwinkelfaktor Sensortechnik/Sensorreinigung/Bildstabilisator Dateiformat

AUFNAHMESTEUERUNG

Steuerbare Grundeinstellungen

SUCHER/MONITOR/DISPLAY

Monitorfunktionen bei Aufnahme Einblendungen bei Bildwiedergabe

3 Zoll/921 000 Subpixel/–

Histogramm, Lichterwarnung

DIVERSES Bajonett/Speichermedien/Akkutyp Interner Blitz/Anschluss externer Blitz Schnittstellen Video: Format/max. Auflösung, Bildfrequenzen, max. Länge/AF-Funktion Spiegelvorauslösung/Spritzwasserschutz

TESTERGEBNISSE Bildqualität bei ISO 100 bis 400 Bildqualität bei ISO 800 bis 1600 Bildqualität bei ISO 3200 bis 6400 Ausstattung/Leistung

+

WERTUNG MAGAZIN

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Foto & Video [ NEUHEITEN ]

Olympus

Tamron

DIE ZWEITE

LICHTSTARK

Die XZ-2 ist das neue Topmodell der hochwertigen Stylus-Linie von Olympus. Die mit dem lichtstarken 4-fach-Weitwinkelzoom i.Zuiko Digital 1:1,8–2,5/28–112 mm (bez. KB) ausgestattete Kompaktkamera verspricht eine hohe Bildqualität. Der 1/1,7 Zoll grosse 12,3-Megapixel-BSICMOS-Sensor sowie der TruePicVI-Bildprozessor produzieren tolle Bilder. Ein Hybrid-Steuerring ermöglicht auch bei der Stylus XZ-2 den schnellen Zugriff auf die wichtigsten Aufnahmeparameter. So können mithilfe des Objektivrings im analogen Modus Zoom oder Fokus stufenlos justiert oder im digitalen Modus schrittweise Feinabstimmungen bei den Programmparametern vorgenommen werden. Ein weiterer Bonus ist der schnelle Autofokus, der mit einer leichten Berührung auf dem ausklappbaren 3-Zoll-LCD mit 920 000 Subpixeln aktiviert werden kann. Die XZ-2 bietet zahlreiche kreative Möglichkeiten, deren Ergebnisse sich dann in sozialen Netzwerken teilen lassen. 11 Art-Filter können bei FullHD-Videos und Fotos angewendet und die Aufnahmen kabellos via FlashAir-SD-Karte und SmartphoneSchnittstelle gepostet werden. Zu kaufen gibt es die Olympus Stylus XZ-2 für 700 Franken. // nmp

Mit dem Kürzel SP kennzeichnet der japanische Hersteller Tamron seine Objektive der „Super Performance“Klasse. Diese soll sich durch eine besonders gute Abbildungsleistung und Ausstattung auszeichnen. So auch das lichtstarke Telezoomobjektiv SP 70–200 mm/f/2,8 Di VC USD mit Anschlüssen für APS-Cund Vollformat-Spiegelreflexkameras von Canon, Nikon und Sony. Das Zoomobjektiv soll durch die Kombination aus Glaselementen (23 Elemente in 17 Gruppen) mit einem sehr niedrigen Brechungsindex bei der Abbildung kontrastreicher Kanten nur wenig zu Farbsäumen neigen. Abgerundete Blendlamellen sollen durchgehend ein gefälliges Bokeh (Unschärfebereiche) liefern. Der eingebaute Bildstabilisator macht ein Stativ überflüssig und verhilft auch bei längeren Brennweiten zu unverwackelten Bildern. Der Stabilisator entfällt bei der Variante mit Sony-Anschluss, da die Sony-Kameras über einen eigenen Stabilisator verfügen. Eine spezielle Gehäusekonstruktion schützt vor Spritzwasser. Das Telezoomobjektiv SP 70–200 mm/f/2,8 Di VC USD von Tamron kostet 2100 Franken. // rf

www.olympus.ch

Nikon

SCHNELL, SCHLANK Nikon hat mit der 1 J3 und der 1 S1 zwei neue Systemkameras vorgestellt: Sie sind mit ihren Massen von rund 10 x 6 x 3 cm kleiner als die Vorgängermodelle, die Nikon 1 S1 soll zudem besonders leicht zu bedienen sein und richtet sich an Einsteiger. Beide Kameras sind mit einem schnellen Hybrid-AF-System mit Phasenerkennung und Kontrastmessung ausgerüstet und sollen Serienaufnahmen bis 15 B/s mit Autofokusund bis zu 60 B/s ohne AutofokusNachführung ermöglichen. Die J3 verfügt über eine Auflösung von 14,2 Megapixeln, die S1 über 10,1 Megapixel. Beide sind mit einem CMOS-Bildsensor im Nikon-spezifischen CX-Format (13,2 x 8,8 mm) bestückt. Sie erreichen eine Empfindlichkeit von maximal ISO 6400. Ein Aufklappblitz ist eingebaut. Während die Oberfläche der J3 aus Aluminium gefertigt ist, besteht sie beim Einsteigermodell S1 aus Kunststoff. Dort verzichtet Nikon auf das Einstellrad, Belichtungs- und ISO-Einstellungen werden über das Menü gewählt. Die 1 J3 ist mit dem Objektiv 10–30 mm für 750 Franken erhältlich, die Nikon 1 S1 mit einem 11–27,5-mmObjektiv für 600 Franken. // rf www.nikon.ch

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www.perrot-image.ch www.tamron.eu

Panasonic

VOLLE AUFLÖSUNG Panasonic bringt demnächst drei Camcorder neu mit Full-HD-Auflösung auf den Markt. Die Modelle HC-V727 und HC-V520 richten sich an Einsteiger, Familien und Ferienfilmer. Für versierte Hobbyfilmer ist das Modell HC-X929 gedacht. Alle drei Modelle erlauben Videoaufnahmen in höchster Full-HDQualität 1080/50p. Die im progressiven Modus erzielte doppelte Bilddichte soll gegenüber dem bisher gängigen Interlaced-Verfahren (1080/50i) bei Sportaufnahmen saubere Bewegungsabläufe, eine Fülle an Details sowie eine hohe räumliche Tiefenwirkung bei Makroaufnahmen garantieren. Alle drei sind neu mit einem WLAN-Modul bestückt und DLNA-zertifiziert. Das Hobbyfilmer-Modell HC-X929 hebt sich durch seine besonders lichtempfindlichen Sensoren (3MOS-System PRO mit BSI) von den Einsteigermodellen ab. Auch ist die Signalverarbeitung leistungsfähiger und das Leica-Objektiv hochwertiger, was insgesamt zu weniger Bildrauschen bei schwierigen Lichtsituationen führen soll. Die neuen Camcorder von Panasonic sollen ab Mitte März verfügbar sein. Die Preise sind noch offen. // rf www.panasonic.ch

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EIN LICHT GEHT AUF // Achim Barczok, Martin Holland

E-Book-Reader brauchen kaum Strom und sind leicht. Doch bisher hatten ihnen Tablets etwas voraus: Man kann auf ihnen auch im Dunkeln schmรถkern. Die neue Reader-Generation vereint die Vorteile beider Welten mit einer zuschaltbaren LED-Beleuchtung.


Multimedia & Netz [ TEST - E-BOOK-READER ]

K

ommen Sie näher! Zoomen Sie doch mal rein. Finger auseinander! Sie wissen schon, „Pinch to zoom“ heisst das. Oder ein Doppeltipp genau hier, dann wirds grösser. Geht nicht? Oh – Sie lesen ja immer noch auf Papier. Keine Sorge, wir finden es völlig in Ordnung, dass Ihr Home Electronics noch raschelt. Aber ein richtiges Buch aus totem Baum ist wirklich nicht mehr zeitgemäss. Es gibt gute Gründe, auf E-Books umzusteigen. Die Lesegeräte sind ausgereift, haben Platz für Hunderte E-Books und bieten Funktionen, die kein Papier der Welt beherrscht. Einige können sogar Multitouch. Und das Angebot an kostenlosen und kostenpflichtigen E-Books ist riesig. E-Books lesen macht aber nur Spass mit der passenden Hardware. Es gibt zwar auch LeseApps für Smartphones und Tablets, doch am besten taugen dafür immer noch die Lesegeräte mit Spezialdisplays, die augenfreundliches Lesen, lange Laufzeit und Lesespass auch am Strand in der prallen Sonne versprechen. Vier Geräte für rund 160 Franken treten das Rennen um den Platz auf der Sessellehne an: Der Amazon Kindle Paperwhite, der Bookeen HD Frontlight und der Kobo Glo haben hochauflösende Displays und ergänzen das lesefreundliche E-Ink-Display um eine zuschaltbare LED-Beleuchtung. Dem Einsteigermodell von Amazon (er wird im Folgenden Kindle 5 genannt) fehlen solche Schmankerln, dafür punktet es mit einem günstigen Preis ab rund 100 Franken.

DISPLAYTECHNIK Alle Testgeräte verwenden als Displaytechnik sogenannte elektronische Tinte, und bei fast allen stammt sie aus dem Hause E-Ink. Auf ihnen sehen Texte wie gedruckt aus und bleiHome electronics

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ben auch im Sonnenlicht ausgezeichnet lesbar. Die neueste E-Ink-Generation heisst Pearl und ist inzwischen in fast allen teureren Readern eingebaut. Sie bietet schnelle Schaltzeiten und den höchsten Kontrast. Am kontrastreichsten ist der Kindle 5, danach folgen der Paperwhite und die beiden übrigen Reader. Nach dem Seitenwechsel bleiben blasse Rückstände der Vorseite stehen. Auf schlechten Readern sieht das etwa so aus wie eine gedruckte Zeitung, bei der die Buchstaben der Rückseite durchschimmern. Um diese Reste komplett zu entfernen, invertieren die Reader den Seiteninhalt alle paar Seiten, was einige beim Lesen stört. Das Invertieren kann man abschalten oder zumindest reduzieren. Für schönes Lesen reicht es auf den Pearl-Readern, alle 5 bis 10 Seiten zu invertieren. Die höhere Auflösung von Kindle Paperwhite, Kobo Glo und HD Frontlight (alle 213 dpi) macht sich vor allem bei kleinen Schriftgrössen bemerkbar, doch bei normalem Abstand und längerem Lesen fällt der Unterschied kaum auf – auch auf dem Kindle 5 mit 167 dpi ist das Lesen sehr angenehm. Weil alle Displays leicht verkratzen und durch starken Druck – zum Beispiel im vollgepackten Rucksack – brechen, ist bei E-Book-Readern eine Hülle sehr empfehlenswert.

LED-BELEUCHTUNG Kindle Paperwhite, Kobo Glo und HD Frontlight eint eine Besonderheit: Sie haben am Displayrand zuschaltbare LED-Lampen, deren Licht über eine auf dem Display liegende Diffusionsschicht verteilt wird. Damit kann man wie mit einem Tablet oder Smartphone ohne Leselampe auch dann weiterlesen, wenn es dunkel wird.

Auf dem Kobo Glo verteilt die Diffusionsbeschichtung das Licht der unten eingebauten LEDs am gleichmässigsten. Die dunkelste Stelle auf dem Display leuchtet noch mit 80 Prozent der hellsten Stelle, das ist mit der Ausleuchtung eines mittelmässigen TabletDisplays vergleichbar. Mit maximal 111 cd/m2 ist der Glo ausserdem vergleichsweise hell. Das entspricht etwa der Helligkeit, mit der ein Bürolicht auf den Schreibtisch fällt – fürs Lesen im Dunkeln ist das mehr als genug. Ein ganzes Stück schlechter verteilt der HD Frontlight das Licht. Zwar sitzen hier an allen vier Bildschirmrändern LEDs (max. 125 cd/ m2). Doch die Ausleuchtung ist mit 59 Prozent miserabel, das fällt selbst ungeschulten Augen sofort auf. Zudem stört am unteren Displayrand ein Schatten, der sich über die ganze Breite zieht. Stellt man den Reader auf eine niedrigere Helligkeitsstufe, liest es sich aber auch hier mit Licht angenehm. Am natürlichsten sieht die Beleuchtung auf dem Kindle Paperwhite aus: Er leuchtet mit maximal 73 cd/m2 zwar lange nicht so hell wie die anderen. Doch die Stufen jenseits der 50 cd/m2 braucht man sowieso selten. Der Clou liegt vielmehr in den niedrigen Helligkeitsstufen: Die ersten zehn Stufen liegen zwischen 0,3 cd/m2 und 3 cd/m2 – die anderen Reader fangen erst bei 4 cd/m2 an. Das Justieren der LEDs in diesem Bereich sieht so aus, als würde man die Buchseiten sanft bleichen, statt ein Licht anzumachen. Das ist nicht nur in dunkler Umgebung nützlich, sondern verschönert die Seite auch bei guten Lichtverhält nissen. Dass die Beleuchtung so natürlich aussieht, liegt aber auch am höheren Kontrast bei eingeschalteten LEDs. Ein paar Wermutstropfen gibt es aber auch hier: Der Kindle leuchtet 

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Multimedia & Netz [ TEST - E-BOOK-READER ]

Der Kindle 5 bietet den gewohnten Shop-Komfort von Amazon, lässt sich über den 4-WegeButton aber nur umständlich bedienen.

Die UMTS-Version des Kindle Paperwhite bietet kostenlosen Zugriff auf den Kindle-Shop, auch unterwegs – unter anderem in der EU und in den USA.

 mit 68 Prozent ungleichmässig aus, und am unteren Rand stören kleine Schatten zwischen den LEDs. Komplett abstellen kann man die Beleuchtung auf dem Kindle beim Lesen nicht, doch aufgrund der niedrigen Helligkeit merkt man das nur im Dunkeln. Einen Helligkeitssensor hat keiner der Reader, man muss also immer händisch feintunen.

LAUFZEITEN E-Ink-Reader versprechen traumhaft lange Laufzeiten. Und tatsächlich schafften alle im Test unter Laborbedingungen über 8000 Seitenwechsel, bevor der Akku leer war. Das lässt sich zwar nicht eins zu eins in Buchseiten umrechnen. Aber es reicht locker für mehrere Romane, zumindest wenn der Reader nicht im Hintergrund per WLAN oder UMTS Daten synchronisiert. Einige Reader schafften auch deutlich mehr: Die beiden Kindle und der Kobo Glo kommen auf über 30 000 Seiten – rekordverdächtig. Die extrem langen Laufzeiten verkürzen sich mit LED-Beleuchtung: Auf maximale Helligkeit eingestellt, lief der Kindle nur noch etwa 13 Stunden lang. Das ist bei den anderen Readern ähnlich: Wenn man in den Ferien das Netzteil zu Hause lassen möchte, sollte man die Seite 54

LEDs nur in Ausnahmefällen benutzen und möglichst weit herunterregeln.

LESESTOFF Abgesehen von der Displaytechnik liegt der grösste Unterschied zwischen verschiedenen Readern darin, welche E-Book-Formate sie lesen können. Tools wie Calibre konvertieren Bücher ohne Kopierschutz (DRM) zwar ganz prima für alle Geräte (siehe nachfolgenden Artikel). Bei E-Books mit DRM, wie sie in den meisten Shops verkauft werden, legt man sich mit dem Kauf eines Readers fest. Hier gilt: Wer einen Kindle hat, muss seine E-Books bei Amazon kaufen. Alle anderen Reader greifen auf das Angebot einer Vielzahl von Shops zurück, denn sie unterstützen Epub mit Adobe DRM, das bei ebook.de, Weltbild, Thalia und Co. gebräuchlich ist. Kobo geht einen dritten Weg: Der KoboShop bietet wie der von Amazon E-Books mit eigenem Kopierschutz an. Gleichzeitig öffnet der Reader aber auch Epubs mit Adobe DRM, und Bücher von Kobo kann man sich für andere Reader als Adobe-DRM-Buch herunterladen. Alle Reader lassen sich über den PC befüllen, komfortabler geht es aber direkt auf dem Reader. Die meisten Lesegeräte haben einen

Zugang zu einem bestimmten E-Book-Portal vorinstalliert, welches man per WLAN oder UMTS erreicht. So kauft man direkt auf dem Gerät Bücher oder lädt kostenlose Bücher aus dem Netz.

AMAZON KINDLE 5 Vor fünf Jahren läutete der erste Kindle das E-Book-Zeitalter ein, inzwischen hat Amazon die fünfte Generation seines E-Book-Readers auf den Markt gebracht. Interessant sind zwei Modelle: der Einsteiger-Kindle – hier der Einfachheit halber Kindle 5 genannt – und der teurere Kindle Paperwhite mit Beleuchtung und Touchscreen. Der Kindle 5 paart eine Basisausstattung mit dem Shop-Komfort von Amazon. Nirgendwo kommt man so einfach und komfortabel an neuen Lesestoff. Kaufbücher, aber auch private Dokumente speichert Amazon online und synchronisiert sie inklusive Lesefortschritt und Notizen zuverlässig zwischen allen mit dem Account verknüpften Geräten – so kann man das Buch mit der Kindle-App auf dem Smartphone weiterlesen. Allerdings nimmt man auch die starke Kontrolle durch den Konzern in Kauf: Der Händler wertet das Nutzerprofil für Werbezwecke aus und hat in Einzelfällen auch schon mal E-Books aufgrund Home electronics

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Kauft man den Bookeen HD Frontlight bei Thalia, ist ein Zugang auf das Angebot des Buchhändlers vorinstalliert.

Die schicke Oberfläche des Kobo Glo lässt sich gut bedienen. Im Test störten aber immer wieder Abstürze.

von Urheberrechtsverletzungen ohne Nachfrage vom Reader gelöscht. Für fast alle Bücher im Shop gibt es Leseproben, Beschreibungen und Rezensionen. Bücher lassen sich innerhalb von 14 Tagen zurückgeben, das geht bei keinem anderen Anbieter. Darüber hinaus darf man als Amazon-PrimeMitglied einen Teil der Amazon-Auswahl kostenlos ausleihen, aber nur ein Buch pro Monat. Als einziger Anbieter hat Amazon auch Zeitungen und Zeitschriften im Sortiment, als deutschsprachige unter anderem die „Zeit“, die „Süddeutsche“, die „FAZ“ und die „Welt“. Für alle gibt es 14-tägige Probe-Abos. „Touchen“ geht beim Kindle 5 nicht, stattdessen navigiert man mit einen 4-Wege-Knopf. Am meisten stört das, wenn man auf einer Seite ein Wort zum Nachschlagen markieren oder Suchbegriffe eintippen möchte. Dann führt man den Cursor wie mit einem Konsolen-Controller mühsam von Buchstaben zu Buchstaben. Aufgrund des fehlenden Touchscreens hat der Kindle 5 die ältere für Tasten optimierte Bedienoberfläche, die im Vergleich zu anderen Geräten etwas altbacken aussieht und nicht besonders übersichtlich ist. Blättern kann man nur mit Tasten am Rand, die man leicht von der Seite drücken muss. Den Seitenwechsel Home electronics

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erledigt der Kindle in einer halben Sekunde besonders schnell. In den Büchern gibt es allerlei nette Zusatzfunktionen: So kann man sich beispielsweise beliebte Textstellen anderer Leser anschauen und Zitate auf Twitter und Facebook veröffentlichen. Zusätzlich zu einer Gerätesperre kann man auch eine Kindersicherung aktivieren: Dann darf der Nachwuchs zwar lesen, aber nichts kaufen.

AMAZON KINDLE PAPERWHITE Der Kindle Paperwhite ist Amazons HighendReader. Abgesehen von der LED-Leuchte und dem höher auflösenden Display unterscheidet er sich vom Kindle 5 vor allem durch seinen kapazitiven Touchscreen. Sei es das gut integrierte Wörterbuch, die Notizfunktion oder seien es die Einstellmenüs für den Text – auf

LED-BELEUCHTUNG

Reader

Amazon Kindle Paperwhite Bookeen HD Frontlight Kobo Glo 1

Helligkeitsstufen 24 20 25

dem Paperwhite sieht alles schicker aus als auf dem Kindle 5 und anderen Readern. Flugs hangelt man sich von Seite zu Seite und von Buch zu Buch, weil der Touchscreen immer flott reagiert, zuverlässig das Tippen erkennt und sehr schnell umblättert. Der Reader liegt gut in der Hand und eignet sich auch ganz prima zum einhändigen Lesen – obwohl er mit stattlichen 220 Gramm etwas schwer ist. Der Paperwhite hat ein paar weitere Zusatzfunktionen: X-Ray zeigt beispielsweise an, in welchen Kapiteln eine Person besonders häufig vorkommt, und Rechtschreibfehler im Buch meldet man Amazon direkt vom Kindle aus. Ausser einer Prozentanzeige und einer undurchschaubaren Positionsberechnung kalkuliert Amazon auch relativ exakt, wie viele Stunden noch bis zum Schluss des Kapitels oder Buchs verbleiben. 

Kontrast bei eingesch. LED1 16:1 12:1 10:1

Leuchtdichteregelbereich (cd/m2) besser 0,3/73 4/125 5/111 50 cd/m2

Ausleuchtung (%) besser 68 59 90

gemessen bei 50 cd/m2

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Multimedia & Netz [ TEST - E-BOOK-READER ]

 Mit der Pinch-to-zoom-Geste wechselt man

die Buchstabengrösse. Den Paperwhite gibt es mit WLAN für 160 Franken, mit WLAN und Mobilfunkmodul für 260 Franken (bei Digitec.ch). Mit Letzterem greift man in Dutzenden Ländern kostenlos auf den Kindle-Shop und die Synchronisationsdienste von Amazon zu, ohne dass weitere Kosten entstehen. In den USA, in Grossbritannien und anderen Ländern surft man auch sonst kostenlos im Netz.

BOOKEEN HD FRONTLIGHT Der HD Frontlight ist abgesehen von der Beleuchtung im Prinzip identisch mit dem Cybook Odyssey, nur ohne LED. Mit dem zuverlässigen kapazitiven Touchscreen bedient man den Reader flott, auch Gesten mit zwei Fingern versteht er: Pinch to zoom klappt genauso wie das Drehen eines Fingers um den anderen, um von Hoch- auf Querformat zu wechseln. Das Display schaltet für ein E-Ink-Panel ziemlich schnell. So fliegen Buchcover animiert ins Bild hinein, und Menüs lassen sich wie auf einem Tablet oder Smartphone scrollen. Das ist zwar ganz nett, nervt aber an mancher Stelle: Beim Einstellen der Schriftgrösse vertippten wir uns beim Scrollen immer mal wieder. In den E-Books kann man viele Schriften und Grössen einstellen, der Reader trennt optional Wörter, und es gibt einen Nachtmodus, der weisse Schrift auf schwarzem Grund zeigt. Die einstellbaren Kopf- und Fusszeilen sehen schön aus und verleihen dem E-Book das Aussehen eines Papierbuchs. In PDFs lässt sich der Rand automatisch abschneiden, ausserdem beherrscht der HD Frontlight PDF Reflow. Damit umbricht er den Text neu, was zumindest bei einfacheren E-Books gut funktioniert. Wer viel Dokumentationen oder andere als PDF veröffentlichte Dokumente liest, mag das sehr bald nicht

LAUFZEITEN

Reader

Amazon Kindle 5 Amazon Kindle Paperwhite Bookeen HD Frontlight Kobo Glo 1

KOBO GLO Der Kobo Glo hat ein minimalistisches Design: Ein Rechteck mit abgerundeten Ecken, das gut in der Hand liegt. Mechanische Blätter-Tasten gibt es nicht, doch mit dem Touchscreen lässt sich der Reader gut bedienen, auch einhändig. Weil es sich um einen Infrarot-Touchscreen und keinen kapazitiven handelt, kann man dazu auch einen Stift oder jeden anderen Gegenstand nehmen, Gesten mit zwei Fingern klappen aber nicht. Gelegentlich erkennt der Touchscreen den Tipper nicht. Die eingeblendete Tastatur ist eher träge und verschluckt immer wieder Buchstaben. Bei einem unserer Testgeräte klapperte nach einigen Wochen der Akku. Wir konnten ihn aber mit etwas Mühe nach Entfernen des Rückendeckels wieder festkleben. Wie Amazon verknüpft Kobo seine Reader eng mit seinem Shop: Hat man sich mit seinem Konto angemeldet, lädt der Reader bereits gekaufte oder bei Kobo gespeicherte Bücher, synchronisiert den Lesefortschritt und

Laufzeit ohne Beleuchtung1 (Seiten) besser 30 037 35 648 13 667 30 117

gemessen mit AZW bzw. Epub, Umblättern alle 2 Sekunden

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mehr missen. Leider sind aber viele PDFs darauf schlecht vorbereitet und deswegen im Reflow-Modus nicht gut lesbar. Das Gehäuse ist etwas rundlich und fühlt sich gross und ein bisschen unhandlich an. Minuspunkte gibts für die Verarbeitung: Die hervorstehende An/Aus-Taste ist klapprig und lässt sich etwas schwerfällig bedienen, und am USB-Anschluss riss während der Testphase das Plastikgehäuse ein. Unser Testgerät stammt vom Buchhändler Thalia, der einen Link zum Touch-optimierten Shop installiert. Beim Stöbern im Angebot nerven zwar Wartesekunden, abgesehen davon findet man aber schnell zum gewünschten Buch und fühlt sich ähnlich gut beraten wie im Kindle-Shop. Bereits gekaufte Bücher sind über das Online-Konto mit wenigen Tippern heruntergeladen.

Laufzeit bei max. Beleuchtung1 (h) besser – 12,7 8 10,2

hinterlegt Zahlungsinformationen. Obendrein ermittelt Kobo nette Lesestatistiken und vergibt virtuelle Auszeichnungen als Leseanreiz – die kann man auch auf Facebook platzieren. Punkto Auswahl an deutschsprachigem Lesestoff liegt er deutlich hinter Kindle und Thalia, sodass sich bei fehlenden Büchern der Blick in andere Shops mit Epub-Angebot lohnt. In den schicken Menüs findet man sich gut zurecht, nur sind einige Elemente zu klein geraten, sodass man auch mal danebentippt. Über die Menüpunkte „Entdecken“ oder „Bücher finden“ lotst der Kobo einen in den Buchshop. Auch der ist schön und übersichtlich gestaltet, er gibt Empfehlungen, bietet Leseproben an und ermöglicht Wunschzettel. In einigen Ansichten fehlt eine Preisangabe, sie wird erst beim Kaufprozess angezeigt. In den E-Books stellt man das meiste per Schieberegler ein, die Schriftgrösse, den Zeilenabstand und die Buchstabendicke zum Beispiel. Dabei reagierte der Reader häufig lahm und stürzte gelegentlich sogar ab. Auch mit komplexen oder grossen Dateien – zum Beispiel Comics im PDF-Format oder sehr langen Büchern – hatten unsere Kobos so ihre Probleme und hängten sich immer wieder auf. PDFs machen ohnehin wenig Spass: Einen Reflow-Modus gibts nicht, und es lässt sich kaum etwas einstellen. Immerhin kann man in den Quermodus wechseln, was in anderen Dateiformaten nicht geht. Silbentrennungen fügt der Kobo automatisch ein, die Funktion wirkt aber unausgereift. So kommen falsche Trennungen vor, die den Lesefluss unterbrechen. An anderer Stelle werden eindeutig mögliche Trennungen nicht vorgenommen.

FAZIT Keine Frage – alle hier getesteten Reader eignen sich zum Lesen langer Texte. Doch Unterschiede gibts vor allem bei der Hard- und Software-Qualität und dem Shop-Komfort. Das beste Gesamtpaket stellt der Kindle Paperwhite dar. Er hat die beste Beleuchtung, ein scharfes Display und eine gute ShopAnbindung. Nicht jeder mag den festen Griff von Amazon: Der Kobo Glo wäre dank seinem guten Shop und komfortabler Bedienung unter den übrigen Readern eigentlich der heisseste Kindle-Konkurrent, bei ihm stören aber (noch) die häufigen Abstürze. Der Bookeen HD Frontlight punktet bei der Darstellung von PDFs, enttäuscht jedoch bei der Gehäuseverarbeitung. Der Kindle 5 überzeugt als komfortables Einsteigergerät ohne LED-Beleuchtung. | Home electronics

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STECKBRIEF Hersteller Modell Preis Info www. Masse/Gewicht Displaytechnik/-grösse Displayauflösung/Farbtiefe Verfügbarer Speicherplatz/Speicherslot Navigationskreuz/Tastatur/Touchscreen Tasten zum Blättern WLAN/Dualband Querformat/Lagesensor

Amazon Kindle 80 Euro (130 Franken bei Digitec) amazon.de 16,6 x 11,5 x 1 cm/166 g E-Ink Pearl/ 9 x 12,2 cm (6 Zoll) 600 x 800 (167 dpi)/ 16 Graustufen 1,4 GB/– •/–/– • 802.11 b/g/n/– •/–

Amazon Kindle Paperwhite ab 130 Euro (ab 160 Franken bei Digitec) amazon.de 16,9 x 11,7 x 1 cm/220 g E-Ink Paperwhite / 9 x 12,2 cm (6 Zoll) 758 x 1024 (213 dpi)/ 16 Graustufen 1,4 GB/– –/–/• – 802.11 b/g/n/– •/–

Bookeen HD Frontlight 130 Euro (160 Franken bei Thalia) bookeen.com, thalia.ch 16,6 x 12,1 x 0,9 cm/192 g E-Ink Pearl / 9 x 12,2 cm (6 Zoll) 758 x 1024 (213 dpi)/ 16 Graustufen 1,4 GB/microSDHC –/–/• • 802.11 b/g/n/– •/–

Kobo Glo 130 Euro (170 Franken bei Digitec) kobo.de 15,7 x 11,3 x 1 cm/183 g E-Ink Pearl / 9 x 12,2 cm (6 Zoll) 758 x 1024 (213 dpi)/ 16 Graustufen 1,3 GB/microSDHC –/–/• – 802.11 b/g/n/– nur PDF/–

AZW, PDF, Mobipocket, TXT, weitere per E-Mail Kindle (AZW)

AZW, PDF, Mobipocket, TXT, weitere per E-Mail Kindle (AZW)

Epub, FB2, HTML, PDF, TXT

8/1,5 bis 10 mm 3/•/•

8/1,5 bis 8 mm 6/•/•

21/1 bis 9 mm 7/–/–

AZW, Epub, HTML, Mobi, PDF, PRC, RTF, TXT Adobe (Epub, PDF), Kobo (Epub, PDF) 25/1 bis 6 mm 10/•/•

jede Seite oder alle 6 Seiten –/•/– •/– •/• •/•/•

jede Seite oder alle 6 Seiten –/•/– •/– •/• •/•/•

alle 1, 5, 10 Seiten oder nie •/•/– •/– •/• –/–/–

alle 1 bis 6 Seiten •/•/• •/– •/• •/–/–

– –

– –

• • (nur mechanische Tasten)

– •

Amazon, amazon.de Kreditkarte, Lastschrift, Guthabenkarte dt., engl, port., frz., span., ital.

Amazon, amazon.de Kreditkarte, Lastschrift, Guthabenkarte dt., engl., port., frz., span., ital., chin., jap., engl.-jap., engl.-chin.

Thalia, thalia.ch Kreditkarte, Guthabenkarte dt., frz., ital.

•/•/•

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Kobo, kobo.de Kreditkarte, Guthabenkarte dt., engl., frz., niederl., chin., span., ital., dt.-engl., engl.-dt., engl.-span., span.-engl., engl.-frz., frz.-engl., engl.-ital., ital.-engl. •/•/•

Facebook, Twitter • •/• Bücher anzeigen/Mac, Windows –

Facebook, Twitter • •/• Bücher anzeigen/Mac, Windows 3G-Modell: kostenloser Zugriff auf Kindle-Shop und Wikipedia per Mobilfunk in über 100 Ländern

– • –/– – Nachtmodus

Facebook • –/– – Notizen-App, Sudoku, Schach

E-BOOKS E-Book-Formate DRM-Formate Schriftstufen/min. bis max. Schriftgrösse Einstellungen: Schriftarten/ Zeilenabstand/Seitenränder Invertieren des Displays Silbentrennung/Blocksatz/Flattersatz Notizen: getippt/handschriftlich Lesezeichen/Markierungen Titelsuche/Volltextsuche/ Volltextsuche in allen Büchern PDF-Reflow Linkshändermodus

Adobe (Epub, PDF)

SOFTWARE Integrierter Shop Bezahlarten Shop Wörterbücher

Web-Synchronisation Bücher/ Lesefortschritt/Notizen Webdienst-Schnittstellen Webbrowser Gerätesperre/Gastzugang Funktionen PC-Software/Betriebssystem Besonderheiten

BEWERTUNG Display/Touchscreen Laufzeit Bedienung/Funktionsumfang Optionen Epub/PDF Lesestoff integrierter Shop deutsch/englisch Lesestoff allgemein deutsch/englisch +

WERTUNG MAGAZIN

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+ preiswertes Einsteigergerät + geringes Gewicht + Bücherangebot dt. + engl. − nur DRM-Format von Amazon

+ natürliche LED-Ausleuchtung + Akku-Laufzeit + Bücherangebot dt. + engl. − nur DRM-Format von Amazon

+ PDF-Darstellung + Bücherangebot D − unregelmässige LED-Ausleuchtung − Gehäuseverarbeitung

+ gleichmässige Ausleuchtung + Akku-Laufzeit − Bücherangebot dt. − lahmes Betriebssystem

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Multimedia & Netz [ RATGEBER - E-BOOK-VERWALTUNG ]

FUTTER FÜR LESEGERÄTE // Liane M. Dubowy

Egal ob es sich um E-Books von Amazon, Google, Thalia oder Project Gutenberg handelt: Calibre bringt die digitale Bibliothek auf dem Desktop-PC unter einen Hut. Für den Transfer der E-Books auf E-Reader, Smartphone und Tablet bietet die Software verschiedene Wege.

D

igitale Bücher ersparen sowohl den Gang zum Buchladen wie auch das Warten auf die Lieferung aus dem Onlineshop. Sind E-Books bei Amazon, Apple, Google und Co. in der Cloud gespeichert, stehen sie ohne grosse Verzögerung gleich auf den Lesegeräten des jeweiligen Herstellers zur Ver fügung. Das ist sicher praktisch. Mehr Möglichkeiten bietet die kostenlose Verwaltungssoftware Calibre. Sie führt Bücher und andere Dokumente in einer Bi liothek zusammen, konvertiert in verschiedene Formate und sammelt sowohl kostenlosen als auch gekauften Lesestoff aus verschiedenen Quellen. Das Programm speichert die E-Books unabhängig vom Account des jeweiligen Cloud-Anbieters auf der lokalen Festplatte. Aus Calibre lassen sich die digitalen Bücher dann auf den E-Reader, das Tablet oder andere Lesegeräte verfrachten. Damit stellt die Software sicher, dass man zum Beispiel seine bei Seite 58

Amazon gekauften Bücher auch dann noch lesen kann, wenn Amazon den Account sperrt. Viele Reader-Hersteller sehen für die Verwaltung auf dem PC eine eigene proprietäre Software vor. Doch die Reader-Software von Sony gibt es ebenso wie „Kindle for PC“ von Amazon nur für Windows und Mac. Die OpenSource-Software Calibre hat sich in Sachen E-Book-Verwaltung als Allrounder bewährt und ist mittlerweile wegen ihres grossen Funktionsumfangs bei Linux, Mac OS X und Windows beliebt. Dieser Artikel bezieht sich auf die Linux-Version, die Bedienung ist aber auf allen Systemen weitgehend identisch.

ALLROUNDER Calibre verwaltet kleine und grosse digitale Bibliotheken, bearbeitet Metadaten und wandelt E-Books ins passende Format um. Die Software erkennt viele E-Reader, Smart phones und Tablets und bindet sie automatisch zur

Verwaltung der darauf enthaltenen Bücher ein. Je nach Gerät erscheint dann ein passendes Symbol in der Werkzeugleiste. Wird beispielsweise ein Sony PRS-T1 via USB-Kabel angesteckt, dessen Speicher mit einer SDKarte erweitert wurde, zeigt Calibre das Symbol „Gerät“ für den Reader und ein zusätzliches Symbol „Karte A“, sodass man entscheiden kann, wo man was ablegen möchte. Für Geräte, die das System nur als Massenspeicher erkennt, bietet Calibre die Option „Mit Verzeichnis verbinden“, um sie zu öffnen. Mit der Calibre-Vorschau lassen sich E-Books direkt am PC lesen. Die Funktion eignet sich aber auch dazu, das Ergebnis einer Konvertierung zu prüfen. Calibre kann RSSFeeds und – sofern die nötigen Zugangsdaten vorhanden sind – auch kostenpflichtige Inhalte etwa von Tageszeitungen nach einem festgelegten Zeitplan automatisch herunterladen, in einem E-Book zusammenfassen und auf den

Bild: iStockphoto


Calibre verwaltet E-Book-Sammlungen, konvertiert in verschiedene Formate und transferiert E-Books auf E-Reader, Smartphones und Tablets.

Reader schieben. Weitere Funktionen, etwa zum Anlegen von Leselisten oder Verwalten von Hörbüchern, lassen sich mit Plug-ins nachrüsten. Calibre verwaltet ganz unterschiedliche E-Book-Formate, öffnen lassen sich ohne die entsprechenden Plug-ins aber nur DRM-freie Bücher, wie sie zum Beispiel über http://drm free.calibre-ebook.com zu finden sind. Mit Adobe DRM versehene E-Books kann Calibre immerhin verwalten und auf bereits aktivierte Lesegeräte verfrachten. Zum Download der E-Books aus dem Shop benötigt man jedoch die für das jeweilige Format vorgesehene Soft ware, beispielsweise Adobe Digital Editions oder die Sony-Reader-Software für Bücher mit Adobe DRM. Da es diese nicht für Linux gibt, müssen sich Linux-Anwender mit einem Umweg behelfen und etwa die Windows-Version von Adobe Digital Editions mithilfe des Windows-Emulators Wine installieren. Unter Linux läuft allerdings nur die etwas ältere Version Adobe Digital Editions 1.7.2. Wer einen Amazon Kindle besitzt und Bücher bei Amazon kauft, kann den Lesestoff direkt aus der Cloud auf das Gerät laden, auf Smartphones und Tablets erledigt eine App diesen Job, und auch für den Windows-PC Home electronics

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oder Mac gibt es mit „Kindle for PC“ eine passende Anwendung. Andere Bücher und Dokumente landen per E-Mail auf dem Kindle, wobei sie automatisch in ein passendes Format konvertiert werden. Ein lokales Backup der E-Books in der Cloud lässt sich mit Calibre anlegen. Die Software kann auch Metadaten und Cover kopiergeschützter E-Books bearbeiten, die Bücher aber nicht so ohne weiteres konvertieren oder öffnen. Die verschiedenen Kindle-Reader erkennt Calibre allerdings ohne Probleme und kann sie auch mit Büchern bestücken oder ausgewählte Bücher per E-Mail an einen Kindle schicken.

DIREKT VERBINDEN Am einfachsten lassen sich Bücher von Calibre via USB-Verbindung auf einen Reader transferieren. Das Programm unterstützt dabei eine Vielzahl von Gerätetypen. Mehrmals im Monat veröffentlichen die Entwickler eine neue Calibre-Version, die in der Regel Support für weitere Modelle bringt oder deren Unterstützung verbessert. Gibt es Verbindungsprobleme, sollte man daher zunächst sicherstellen, dass die neueste Version installiert ist. Erkennt Calibre das angeschlossene Gerät, wird es automatisch eingebunden und die

Werkzeugleiste wie eingangs beschrieben um ein passendes Symbol erweitert, über das sich dessen Bibliothek aufrufen lässt. Aber auch Tablets und Smartphones eignen sich zum Lesen. Während sich ältere AndroidSmartphones und -Tablets als USB-Massenspeicher ansprechen lassen, ist das bei den Geräten der meisten Hersteller ab Android 3.0 Honeycomb nicht mehr möglich. Seit Version 0.8.53 unterstützt Calibre daher auch das Media Transfer Protocol (MTP) für den Datentransfer, das viele der neueren Android-Geräte beherrschen. Unter Linux und Windows lassen sich E-Books damit auch auf Android-Geräten verwalten; unter Mac OS X funktioniert der MTPZugriff dagegen nicht. Wird das Tablet oder Smartphone via USB-Kabel an den Rechner angeschlossen, bietet Calibre an, es einzubinden, und liest dann die auf dem Gerät vorhandenen Medien ein.

BÜCHER ÜBERS NETZ Calibre kann die digitale Büchersammlung anderen Rechnern und Geräten im lokalen Netzwerk zugänglich machen. Am schnellsten geht das mit Calibres Inhalte-Server, der im lokalen Netzwerk eine Website zum Durchsuchen der Bibliothek anbietet, über die man 

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Multimedia & Netz [ RATGEBER - E-BOOK-VERWALTUNG ]

Läuft Calibres Inhalte-Server, kann man im Browser von allen PCs und Mobilgeräten im Netzwerk auf die Bibliothek zugreifen. Calibre Companion verbindet Android-Geräte mit einem Calibre-Content-Server und lädt dort E-Books herunter.

 die Bücher einzeln herunterladen kann. Dieser Weg eignet sich vor allem für den schnellen Transfer einzelner E-Books auf ein beliebiges Lesegerät, das über einen Netzwerkzugang und einen Browser verfügt. Der Content-Server lässt sich per Klick über „Verbinden/Teilen/Inhalte-Server starten“ in Betrieb nehmen. Lautet die lokale IP-Adresse beispielsweise 192.168.0.2, ist die Bibliothek anschliessend im Browser über http://192.168.0.2:8080 erreichbar. Einige Kindle-Modelle haben mit dem Port 8080 Probleme, dann muss man diesen in den CalibreEinstellungen unter „Versand über Netzwerk“ anpassen. Hier lässt sich der Zugriff auf die Bibliothek übrigens auch mit einem Passwort beschränken.

CALIBRE COMPANION Die Calibre-Bibliothek auf dem PC lässt sich auch bequem auf dem Android-Smartphone oder -Tablet durchstöbern. Die dafür nötige Android-App Calibre Companion ist für 2.49 Euro bei Google Play und im Amazon-AppStore erhältlich. Mit der Option „Connect/to Content Server“ kann Calibre Companion auf einen Calibre-Inhalte-Server im LAN zugreifen, die dort angebotenen Bestände durchsuchen und Bücher herunterladen. Dabei zeigt ein Häkchen, ob das Buch auf dem Mobilgerät Seite 60

bereits vorhanden ist. Und schliesslich verwaltet die Software auch die E-Books auf dem Android-Gerät. Dort kann man die Bücher nach Autor, Schlagwort oder Serie gruppieren und durchsuchen sowie direkt mit einer passenden App zum Lesen öffnen. Läuft kein Inhalte-Server, bindet man das Gerät über „Connect/as Wireless Device“ ein, dann erscheint es in Calibre wie ein per USB angeschlossener Reader. Die auf dem Mobilgerät gespeicherten Bücher lassen sich auf dem PC durchsehen und neue von dort aus hochladen. Dabei zeigt Calibre Companion standardmässig nur die Bücher an, die in seinem eigenen Verzeichnis (beispielsweise storage_sdcard0/Calibre_Companion) liegen, nicht aber Bücher, die anderswo auf dem Mobilgerät gespeichert sind. Ist dort bereits ein E-Book-Verzeichnis mit Büchern angelegt, kann man in der App über „Book formats and folders“ das Standardverzeichnis für jedes Format einzeln ändern.

OHNE OBERFLÄCHE Die Programmoberfläche von Calibre erleichtert das Verwalten der digitalen Bibliothek, das Bearbeiten der Metadaten und das Hinzufügen von Büchern. Soll die Software aber lediglich die Bibliothek im Netzwerk anbieten, ist die grafische Oberfläche überflüssig. Der

Befehl „calibre-server“ startet den ContentServer direkt auf der Kommandozeile, die gewünschten Optionen gibt man dem Befehl einfach mit. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel der Port anpassen (-p), der Pfad zur gewünschten Calibre-Bibliothek auswählen (--with-library) oder die Bibliothek mit einem Passwort schützen (--password). Der Befehl „calibre-server -h“ erklärt die verfügbaren Optionen. Damit kann man Calibre auch auf einem Linux-Server ohne grafische Oberfläche betreiben oder unauffällig im Hintergrund laufen lassen. Die Pflege der Bibliothek erledigt man aber besser mit der grafischen Oberfläche. Dabei bindet man entweder eine auf dem Server liegende Bibliothek in Calibre ein oder schiebt die Bibliothek nach dem Bearbeiten dorthin. Wer weder einen Server betreibt noch den Desktop-Rechner dauerhaft laufen lassen will, kann trotzdem ein und dieselbe Bibliothek auf mehreren Rechnern verwenden. Dazu muss man sie nur in einem Cloud-Speicher wie Dropbox oder Ubuntu One ablegen und in Calibre über das Bücher-Symbol und den Menüpunkt „Bibliothek wechseln/neu erstellen“ einbinden. Allerdings sollte man dann darauf achten, die Bibliothek nicht auf zwei Rechnern gleichzeitig zu öffnen. Dies funktioniert nicht. | Home electronics

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Multimedia & Netz [ NEUHEITEN ]

Sony

ABHEBER Xperia Z heisst das neue Topmodell der Xperia-Reihe von Sony. Das Android-Smartphone zeichnet sich durch sein grosses 5-ZollTouchdisplay mit Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln aus. Das ergibt eine Pixeldichte von 440 ppi (iPhone 5: etwa 325 ppi, Samsung Galaxy S III: etwa 305 ppi). Der scharfe Bildschirm wird durch kratzfestes Glas geschützt, auf Vorderund Rückseite ist eine Schutzfolie angebracht. Dank Schutzstandard IP55/IP57 soll es auch vor Staub und Wasser sicher sein. Bei der Rechenleistung hebt sich das Xperia Z ebenso von der Konkurrenz ab. Im Innern werkeln vier schnelle Prozessoren (1,5 GHz) mit einem grosszügigen Arbeitsspeicher von 2 GB. Der „Stamina-Modus“ schont den Akku, indem Apps beim Ausschalten des Displays automatisch beendet werden und beim Einschalten sofort aufstarten. Sony gibt als Sprechzeit bis zu 14 Stunden an und bis 23 Tage Stand-by. Dateien können auf dem internen und mit Karten erweiterbaren 16-GB-Speicher abgelegt werden. Neben den üblichen Funktionen in dieser Klasse verfügt das Z schliesslich auch über LTE-Mobilfunk, NFC sowie den HD-Anschluss MHL. Bei Massen von 139 x 71 x 7,9 Millimetern wiegt es 146 Gramm. Sony liefert das Xperia Z mit Android 4.1 aus und will im März/April ein Upgrade auf Android 4.2 anbieten. Voraussichtlicher Preis: etwa 800 Franken. // rf

Kingston

Netgear

AUCH FÜR BANKER

WLAN MIT AIRPLAY

Etwa 1500 Bankdaten-CDs haben auf dem 1-TB-Stick Datatraveler HyperX Predator 3.0 von Kingston Platz. Trotzdem wird er sich in jenen Geschäftskreisen wohl nicht durchsetzen, zumal drei verkaufte DatenCDs nach geschicktem Verhandeln sicher mehr einbringen als ein einzelner Stick – es sei denn, es wird nach Datensätzen bezahlt. Zurück zum Stick: Dieser arbeitet mit USB 3.0 und soll so Daten mit einer schnellen Geschwindigkeit von 240 MB/s lesen und mit 160 MB/s schreiben können. Über USB 2.0 erreicht der Stick noch Datenraten bis 30 MB/s. Das Gehäuse des Datatraveler HyperX Predator 3.0 besteht aus einer Zink-Aluminium-Legierung, die für hohe Robustheit und Langlebigkeit sorgen soll. Es misst kompakte 72 x 26,94 x 21 Millimeter und findet daher in jedem krawattierten Anzug diskret Unterschlupf. Den Datatraveler gibt es auch als 512-GB-Version, der für ein Investment von 800 Franken bereits erhältlich ist. Die 1-TB-Variante soll demnächst auf den Markt kommen. Der Preis ist noch offen. // rf

Der WN3500RP von Netgear erweitert als Dualband-fähiger WLAN-Repeater nicht nur die Reichweite des Funknetzwerkes, sondern ermöglicht auch die Erweiterungen von bestehenden Audioverstärkern um Apples AirplayÜbertragungstechnik oder DLNA. Am Repeater befindet sich dazu eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse. Diese wird mit einem üblichen analogen Audiokabel mit dem AuxEingang eines Verstärkers verbunden und verwandelt diesen in einen „Airplay-Lautsprecher“. Ein iPhone überträgt dann Musik via WLAN und Airplay drahtlos an den Verstärker. Wer statt Airplay lieber den offenen DLNA-Standard verwendet, kann den Repeater auch einfach als DLNA-Abspieler nutzen. Am Repeater befindet sich zudem eine Ethernetdose für den direkten Anschluss von Geräten. Über die USB-Dose lassen sich passende Drucker via Netzwerk nutzen. Der eher klobige Adapter wird entweder in eine Wanddose gestöpselt oder in eine Art Dockingstation eingelegt. Der WN3500RP funkt gleichzeitig im 2,4- und 5-GHz-Band und kostet 120 Franken. // kh

www.kingston.com

Soulra

NOTSTROM Die Lebenserfahrung zeigt, dass Akkus von Smartphones oder Tablets genau dann leer sind, wenn das Ladegerät zu Hause oder die Steckdose unerreichbar ist. In solchen Notsituationen retten einen mobile Akku-Packs mit USB-Dosen. Besonders breit ist das Angebot des Herstellers Soulra. Das 180 Gramm schwere Topmodell Boostbloc 6600 speichert bis zu 6600 Milliamperestunden (mAh) Strom. Das reicht, um ein Smartphone dreimal aufzuladen. Dank zwei USB-Buchsen mit bis zu 2,1 Ampere Leistung kann der Notlader auch Tablets innert vernünftiger Zeit aufladen. Die kleineren Modelle 2000 und 4000 bieten entsprechend weniger AkkuLeistung, sind aber mit 65 und 105 Gramm auch leichter. Für Outdoor-Fans eignen sich die Boostturbine 1000 oder 2000, die zusätzlich über eine Dynamokurbel verfügen. Eine Minute kurbeln soll für 30 Sekunden telefonieren reichen. Um den Akku vollständig zu laden, müsste man allerdings stundenlang kurbeln. Die Boostbloc kosten zwischen 59 und 89 Franken, die Kurbelmodelle gibt es ab 59 Franken. Sie sind ab Februar im Fachhandel erhältlich. // kh

www.netgear.ch

www.soulra.de www.etoncorp.com

www.sony.ch

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DIE PROFIS AUF EINEN BLICK EINE AUSWAHL VON FACHGESCHÄFTEN MIT ATTRAKTIVEN ANGEBOTEN UND PROFESSIONELLER BERATUNG. GROSSHÖCHSTETTEN

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Service

Lexikon

NETZWERK & STREAMING AAC Das Audio-Codierverfahren Advanced Audio Coding ist leistungsfähiger als MP3. Es kann Musikdateien um bis das 16-Fache (MP3: 12-fach) komprimieren. AAC wird vor allem im Rundfunk und im elektronischen Musikvertrieb eingesetzt.

MP3 Kurzform von MPEG-2, Layer 3. Es bezeichnet ein Verfahren, das die Datenmenge eines digitalisierten Musikstücks reduziert. Eine MP3-Musikdatei mit einer ordentlichen Klangqualität ist etwa ein Zehntel so gross wie das Original von der Silberscheibe.

AIFF Audio Interchange File Format ist ein verlustfreies Dateiformat von Musikdaten. Audio-CDs speichern ihr Audiosignal im Format CDDA, das mit AIFF nahezu identisch ist. Deshalb landet Musik, die von CDs im AIFF-Format gerippt wird, fast unverändert auf der Festplatte. Das kann klangliche Vorteile haben.

NAS Network Attached Storage; „intelligente“ Festplatte, die direkt ans Datennetz angeschlossen werden kann. Bessere NAS können direkt als Server für digitale Musiksammlungen eingesetzt werden.

Apple Lossless Von Apple entwickeltes Verfahren zum verlustlosen Komprimieren von Tondateien; es ist mit keinen anderen Kompressionsverfahren kompatibel, reduziert die Dateigrösse um 40 Prozent. Client In der vernetzten Unterhaltungselektronik: Gerät, das von einem Server elektronische Ton- und/oder Bilddaten empfängt und sie so aufbereitet, dass daraus wieder Musik, Fotos oder Videos entstehen. DLNA Die Digital Living Network Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, Geräte der Unterhaltungselektronik, Kommunikationstechnik und Computertechnik einfach miteinander zu vernetzen. Beispiel: Ein DLNA-Handy kann gespeicherte Musik oder Videos ohne weitere Hilfsmittel direkt über eine DLNA-fähige Hifi- oder Video-Anlage spielen. Ethernet Weltweit verbreiteter und am häufigsten verwendeter Standard für lokale Datennetze; auch als LAN (Local Area Network) bezeichnet. Hier werden die Daten in der Regel über Kabel mit verdrillten Kupferadern transportiert. FLAC Free Lossless Audio Codec; frei verfügbares Verfahren zum verlustfreien Komprimieren von Tondokumenten, reduziert die Dateigrösse um etwa die Hälfte. Kompression In der Datentechnik ein Verfahren zum Reduzieren der Datenmenge bei Ton, Bild und Video. Sinn des Ganzen ist, entweder Speicherplatz oder Bandbreite bei der Übertragung zu sparen. Typische Vertreter solcher Verfahren sind etwa MP3 für Audiodaten, JPG für Bilder oder MPEG für Videos. In der Musik beziehungsweise Aufnahmetechnik die Anhebung leiser und Abschwächung lauter Signale zur Minderung der Dynamik und Erhöhung des Lautstärke-Eindrucks. Seite 64

Ogg Vorbis Auch nur Ogg genannt; Kompressionsstandard für Audiodaten. Bei gleicher Klangqualität liefert Ogg kleinere Dateien als MP3, zudem kostet es den Hersteller keine Lizenzgebühren. PLC Mit dem als Power Line Communication bezeichneten Verfahren werden Daten über Stromnetze übertragen. Jede 230-Volt-Steckdose wird dadurch mittels Adapter zum Datenanschluss. Rippen Fachjargon aus der Computerszene; meint das Kopieren eines digitalen Datenträgers wie CD oder DVD auf die Festplatte eines PC. Meist ist das gleichzeitig mit einer Reduktion der Dateigrösse (Kompression) verbunden. Router Der Router ist ein Bindeglied zwischen den Rechnern in einem Hausnetz und dem Internet. Er vermittelt also Datenpakete zwischen verschiedenen Netzen. In jedem Datenpaket stehen, wie auf einem normalen Päckchen, der Empfänger und der Absender. Anhand dieser Informationen verbindet der Router zwei oder mehrere Netzsegmente intelligent miteinander. UPnP Universal Plug and Play; dient der einfachen Vernetzung verschiedenster Gattungen von Heimelektronik (Stereoanlagen, Router, Drucker, Haussteuerungen) über ein Netz. Server In der vernetzten Unterhaltung: Gerät, das elektronische Ton- und/oder Bilddaten archiviert und sie an Clients weitergibt. WMA Windows Media Audio; Datenreduktions-Verfahren von Microsoft, ähnlich MP3.

Home electronics

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MAGAZIN

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Foto & Video: MFT-Systemkameras

MEHR QUALITÄT FÜRS GELD

RUCKELFREIES KINO Dank High Frame Rate (HFR) soll es im Kino nicht mehr ruckeln. Bei den ersten Filmen wird aber HFR nur in Kombination mit 3D-Technik (HFR 3D) gezeigt. In den Kinderjahren des Kinos limitierte Mechanik die Bildqualität. Auf einem Zelluloidstreifen wurde eine Abfolge von Einzelbildern durch den Projektor gezogen, der mit flinker Mechanik dafür sorgte, dass auf der Leinwand in schneller Abfolge ein Bild nach dem andern aufleuchtete. Die Trägheit der menschlichen Wahrnehmung sorgt dafür, dass wir ab 15 gezeigten Einzelbildern pro Sekunde bereits eine ruckelnde Bewegung sehen. Bei der Einführung des Tonfilms vor über neunzig Jahren wurde dann festgelegt, dass pro Sekunde 24 Bilder (Frames) auf der Leinwand aufblitzen sollen. Diese Bildfrequenz (Frame Rate) hat sich seither nicht geändert. Selbst das digitale Stiefkind des Filmes – die Blu-ray-Disc (BD) – verwendet diesen altertümlichen Wert.

TELECLUB IN HD // AUDIOPHILE SACDS// MFT-SYSTEMKAMERAS // HEIMKINO-BEAMER // AUDIO-NETZWERK-MINIANLAGE // RATGEBER: AUDIOSTREAMING // WINDOWS 8 ALS UNTERHALTER // 7-ZOLL-TABLETS

Technik, einfach erklärt: HFR

Olympus stattet seine Pen-Kameras mit Spitzenelektronik aus. Die produziert sehr gute Bilder. S. 42

TV & Heimkino

Audio

TELECLUB BOYKOTTIERT?

WER BRAUCHT NOCH CDS?

Die meisten Kabelkunden können das Angebot des PayTV-Anbieters Teleclub nur in Standard- statt HD-Qualität geniessen. Warum? S. 6

Die Netzwerk-Minianlage Ceol Piccolo von Denon zaubert aus fast jeder digitalen Quelle guten Klang. Nur einen CD-Schlitz sucht man vergeblich. S. 32

Multimedia & Netz

WAS TAUGT WINDOWS 8? Microsofts neues Betriebssystem soll wahre Wunderdinge vollbringen. Wir haben seine Fähigkeiten als Unterhalter im Heimnetzwerk getestet. S. 52

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48 BIS 120 BILDER PRO SEKUNDE Die Auflösung und Schärfe der einzelnen Bilder eines Filmes haben sich aber in der Zwischenzeit um Faktoren verbessert. Gute Ausrüstung löst jedes Einzelbild mit bis zu 11 Millionen Bildpunkten (4K-Technik) mit verblüffenden Details auf. Die Kombination aus knackscharfer Einzelbildauflösung und langsamer Bildfrequenz würde nun aber zwangsläufig dazu führen, dass wir die Bildruckler sehr stark wahrnehmen. James Bond würde also nicht über den Bildschirm rasen, sondern eher holpern, wenn die Einzelbilder des Films vor der Aufführung nicht künstlich unscharf gemacht würden. Regisseure wie Peter Jackson, James Cameron und Andy Serkis haben deshalb beschlossen, ihre neuen 3D-Filme mit höherer Bildfrequenz, also mit 48 bis 120 Bildern pro Sekunde zu produzieren. Dadurch wird das 3D-Erlebnis deutlich realistischer. Als erster Film ist Der Hobbit – Eine unerwartete Reise in unseren Kinos in HFR 3D (48 Bilder pro Sekunde) zu sehen. Kritiker von HFR behaupten, dass mit der neuen Kinotechnik das „Kino-Feeling“ verloren gehe und die Akteure „wie auf den Hintergrund aufgeklebt“ wirkten. Eine Geschmacksfrage. HFR gibt es übrigens ausschliesslich im Kino, die BD-Technik kommt mit der Datenmenge nicht zurecht. Der Hobbit wird in der Schweiz nur in der 3D-Version in HFR zu sehen sein. Wer noch höhere Bildwiederholraten als bei HFR geniessen will, muss auf Computerspiele ausweichen. Während in den ersten PC-Spielen die Monster noch mit 10 Bildern pro Sekunde über den Schirm ruckelten, rasen heute Rennboliden mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde durch eine absolut makellose Landschaft. // kh Home electronics

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Magazin [ VORSCHAU/IMPRESSUM ]

VORSCHAU #3/2013

Impressum VERLEGER Dr. Daniel Kaczynski GESCHÄFTSFÜHRER/VERLAGSLEITER Dominik Achermann Telefon 044 245 45 10 dominik.achermann@home-electronics.ch CHEFREDAKTOR Lothar Brandt (lbr); Leitung Audio, TV & Heimkino REDAKTION Rolf Frank (rf); stellvertretender Chefredaktor, Leitung Multimedia & Netz, Foto & Video Kurt Haupt (kh); Multimedia & Netz, Leitung HE Online REDAKTIONELLE MITARBEITER IN DIESER AUSGABE Achim Barczok, Attila Csampai (ac), Liane M. Dubowy, Ghazi El-Salmi (ges), Albrecht Gasteiner, Martin Holland, Martin Freund, Annette Kniffler, Lutz Labs (ll), Johannes Maier, Dani Maurer, Rudolf Opitz (rop), Nicolas M. Philippin (nmp), Marco Plüss (mp), Stefan Porteck (spo), Jürgen Schröder, Yasmin Vetterl, Christoph Vratz ANZEIGENVERKAUF Fernando Palencias, Telefon 079 332 82 65 palencias@home-electronics.ch Telefax 044 245 45 00

DOSSIER: SMART ENTERTAINMENT In der nächsten Ausgabe von Home Electronics setzen wir einen ausführlichen Schwerpunkt zum Thema „Smart Entertainment“. Unsere Ratgeber beleuchten die vernetzten Welten vieler Hersteller und gehen auf Musik- und Video-on-Demand-Dienste ein.

REDAKTIONS- UND VERLAGSANSCHRIFT Home Electronics p.a.media ag Hottingerstrasse 12, 8032 Zürich Telefon 044 245 45 46, Telefax 044 245 45 00 redaktion@home-electronics.ch AUFLAGE Durchschnittliche Druckauflage 2011: 8200 Exemplare ABONNENTEN-SERVICE AVD Goldach AG Abonnenten-Service Home Electronics Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Telefon 071 844 91 54 ERSCHEINUNGSWEISE 11-mal pro Jahr auf Monatsende (Doppelnummer: Juli/August)

TV & Heimkino GOLIATH GEGEN GOLIATH Gleich fünf der weltbesten Fernseher im 55er-XXLFormat treten zum Vergleich an: Welcher ist der schärfste, schwärzeste, bunteste im Bilderland?

PREISE Einzelpreis: 9.50 Fr. 1-Jahres-Abonnement: 78 Fr. 2-Jahres-Abonnement: 140 Fr. (Abopreise verstehen sich inkl. Porto/Versandkosten, inkl. MwSt) Ausland: auf Anfrage GESTALTUNGSKONZEPT Small-Stories, Zürich, www.small-stories.net ART DIRECTION/LAYOUT Daniel Bischof AVD Goldach AG, www.avd.ch

Foto MEILENSTEIN Die Sony RX1 ist etwa so gross wie eine Kompaktkamera, besitzt jedoch einen Vollformatsensor und ein lichtstarkes Objektiv. Im Test.

KORREKTORAT Eva Koenig DRUCK UND VERSAND AVD Goldach AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Folgende Beiträge wurden übernommen und den schweizerischen Marktverhältnissen angepasst: c’t: 20, 21, 52–57, 58–60; video: 22–25, Audio/Stereoplay: 30–33, 40–42; ColorFoto: 44–49. BILDQUELLEN & AGENTURMELDUNGEN Falls nichts anderes vermerkt, stammen die Bilder aus dem Archiv der Zeitschrift Home Electronics oder von den Herstellern der abgebildeten Produkte. Home Electronics verwendet Agenturmeldungen von Pressetext (pte).

Ausserdem: Viele weitere Themen aus den Bereichen Audio, TV und Foto bis hin zur Vernetzung.

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COPYRIGHT © 2013 p.a.media ag Nachdruck nicht gestattet. Das Fotokopieren aus Home Electronics, das über Einzelstücke hinausgeht, ist untersagt. Die p.a.media ag ist eine Tochtergesellschaft der Swisscontent AG.

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AUSGABE 3/2013 ERSCHEINT AM 1. MÄRZ AM KIOSK.

17. Jahrgang 2013

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Teilnahmebedingungen: Unter allen Teilnehmern werden die Gewinner persönlich benachrichtigt, und ihr Name kann publiziert werden. Die Wettbewerbsteilnehmer müssen in der Schweiz wohnhaft sein. Der Wettbewerb ist mit keiner Kaufverpflichtung verbunden. Eine Barauszahlung der Preise ist nicht möglich. Über das Gewinnspiel wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeitende von p. a. media ag und DKB Household sowie ihre Angehörigen sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die persönlichen Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

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