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+ Home electronics

MAGAZIN

Schweizer Fachpublikation für Heimelektronik. Januar - Februar 2014 / Fr. 9.50 / www.home-electronics.ch

TV & Heimkino

VIEL BLU-RAY FÜR WENIG GELD TABLETS // SYSTEMVERGLEICH IOS – ANDROID // BLU-RAY-PLAYER // TONABNEHMER // AUDIO-VERNETZUNG // STREAMER-VOLLVERSTÄRKER // ACTION-CAMS

Sechs Marken-Spieler für rund 200 Franken im Vergleich. Dazu ein Top-Gerät für 500 Franken. S. 30

Smart Entertainment

APPLE UND ANDROID Die Qual der Wahl: Wer sich ein Tablet für die Unterhaltung zulegt, muss sich für eine Plattform entscheiden. Wir nennen Stärken und Schwächen. S. 24 Audio

ANALOG UND DIGITAL Das Spektrum der Klänge: vom Top-Tonabnehmer über einen faszinierenden Streaming-Vollverstärker bis zum Ratgeber für audiophile Vernetzung. S. 42 Foto & Video

ACTION UND HIGHTECH Die Helden der Zunft: Kameras für Sport und Spass müssen unter verschärften Bedingungen Hochleistung bringen. Drei Action-Cams im Test. S. 56


Erleben Sie Europas besten Ultra HD TV. * Der 65PFL9708 ist der beste Ultra HD-Fernseher, den Sie derzeit kaufen können. Das haben jetzt die EISA-Experten bestätigt und den 65PFL9708 als Europas besten Ultra HD TV ausgezeichnet. Mit viermal so vielen Bildpunkten wie bei Full HD erreicht er eine einzigartige Bildqualität – selbst bei einem geringen Sitzabstand und einer gigantischen Bildschirmdiagonale. Lassen auch Sie sich beeindrucken. Philips Smart TV. Einfach besser fernsehen. Mehr Infos erhalten Sie auf www.philips.ch/de/tvawards

* Der 65PFL9708 wurde von der EISA zu Europas Ultra HD TV des Jahres 2013 – 2014 gewählt.


[ EDITORIAL ]

RHYTHMUS-WECHSEL Aufmerksamen Lesern dürfte ein kleiner Hinweis auf dem Titelblatt dieser Ausgabe nicht entgangen sein: Unterhalb des Logos steht „Januar - Februar 2014“ – Sie halten eine sogenannte Doppelnummer in Ihrer Hand. Ab 2014 erscheint die gedruckte Ausgabe von Home Electronics sechsmal im Jahr, also im Zwei-Monats-Rhythmus. Auch wir müssen die beliebte Floskel von den „veränderten Marktbedingungen“ zur Erklärung heranziehen. Zumindest teilweise. Doch als ehemaliger Hobby-Schlagzeuger möchte ich Ihnen diesen Rhythmuswechsel nicht als langweilige Halbierung der Schlagzahl anpreisen. Im Gegenteil: Wir legen noch ein wenig zu. So wird jede dieser Ausgaben mit mehr Seiten als bisher erscheinen – und jede wird mit einem Dossier aufwarten. Diese inzwischen schweizweit etablierte und, soweit ich das den Rückmeldungen entnehme, auch beliebte Wissenszugabe beschäftigt sich eingehend mit einem der von Home Electronics behandelten Fachgebiete. Diese wachsen indes so rasant zusammen – Stichwort: Konvergenz – und lassen sich immer enger miteinander verknüpfen – Stichwort: Vernetzung –, dass wir selbstverständlich auch grenzüberschreitende DossierThemen anbieten werden. Doch natürlich jeden der Themenkomplexe Smart Entertainment, TV & Heimkino, Audio und Foto & Video wie gewohnt mit Tests und Ratgebern würdigen. Zudem arbeiten wir intensiv an unserem Online-Angebot. Lange haben wir gegrübelt, wie wir www.home-electronics.ch noch attraktiver machen können. Ohne alles verraten zu wollen: Wir möchten Ihnen ein Schweiz-spezifisches Wissensportal öffnen mit besonderem Augenmerk auf TV-Genuss. Ich wünsche Ihnen von Herzen ein gesundes und glückliches Jahr 2014 – und weiterhin viel Freude mit Home Electronics. // Lothar Brandt, Chefredaktor


[ INHALT ]

JANUAR - FEBRUAR 2014 IN DIESER AUSGABE om apple.c

itunes.

20, 24

Seite 4

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DER BESSERE UNTERHALTER

STARKER STRÖMER

Im aktuellen Tablet-Kaufratgeber stellen wir Geräte in verschiedenen Preisklassen vor. Und: Welche Stärken und Schwächen haben die Betriebssysteme Apple iOS und Android in der Heimunterhaltung? Unser Praxistest zeigt, wie und wo das neue Apple iPad Air und das Sony Xperia Tablet Z punkten.

Ob hoch oder quer, ob im WLAN oder per Kabel: Der digitale Vollverstärker NAD D 7050 bietet einen USB-DAC und vielfältige Netzwerkfunktionen inklusive kabelloser Audiostreamings. Im Test.

Home electronics

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MAGAZIN NEUES . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 UMFRAGE: Was halten Sie von Action-Cams? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 HE FUTURE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 GASTEINERS DURCHBLICK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 AUSPROBIERT: • Bluetooth-Lautsprecher Ultimate Ears Boom • SDHC-WLAN-Speicherkarte Eye-Fi Mobi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 • D/A-Wandler mit Kopfhörerverstärker Ami DDH-1 • Kopfhörer Perfect Sound Dido • Fernsehserver DVBLink von DVBLogic . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 • Cloud-TV-Recorder UPC Cablecom Replay-TV • DECT-Telefone AVM Fritzfon M2 und MT-F . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19

SMART ENTERTAINMENT

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KAUFRATGEBER: Android- und iOS-Tablets • Tablets von Asus, Acer, Apple, Microsoft, Google, Samsung u. a. . . 20 PRAXISTEST: Android und iOS als Unterhalter • Stärken und Schwächen der beiden Betriebssysteme . . . . . . . . . . . . . . . 24 NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 TV & HEIMKINO TEST: 6 Blu-ray-Player • LG BP 730 • Panasonic DMP-BDT 234 EG • Philips BDP 5600 • Pioneer BDP-160 • Samsung BD-F 6500 • Toshiba BDX 5400 KE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 FILMTIPPS: Wiederbelebte Helden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41

AUDIO

VOLLE ACTION GoPro hat mit der Hero 3+ eine überarbeitete Version ihrer erfolgreichen Action-Cam auf den Markt gebracht. Die Konkurrenzmodelle von Sony und Rollei können durchaus mithalten. Im Vergleichstest.

TEST: Highend-Tonabnehmer • Clearaudio Stradivari V2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 RATGEBER: Vernetzung • PC- und Apple-Welt vereint im Heimnetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 TEST: Streamer-Vollverstärker • NAD D 7050 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 AUDIOPHILE TIPPS: Neujahrskonzert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .52 MUSIKTIPPS: Paul Hindemith . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .54 NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55

FOTO & VIDEO PRAXISTEST: Action-Cams • GoPro Hero 3+ Black Edition • Rollei S-50 Nitro Circus • Sony HDR-AS 30 V . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 NEUHEITEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 SERVICE EDITORIAL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 AGENDA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 LEXIKON: Netzwerk & Streaming . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 TECHNIK, EINFACH ERKLÄRT: Transcodieren – passend machen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 IMPRESSUM/VORSCHAU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

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Magazin [ NEUES ]

Musikkonsum

SCHWEIZER ZAHLEN VERANSTALTUNGEN

AGENDA NATIONAL 3.–6. 4. 2014 Bauen und Wohnen, Tägerhard, Wettingen www.bauen-wohnen.ch

Sony

WOHLKLANGINITIATIVEN

ISE, Amsterdam (NL) www.iseurope.org

Der japanische UE-Gigant Sony macht Ernst mit seiner Qualitätsoffensive an vielen Fronten. So jetzt auch wieder im Audio-Bereich, wo man mit zwei neuen Geräten mit dem „ES“-Siegel wieder Anschluss an die Highend-Szene gewinnen will. Unter der Flagge High Resolution Audio startet der Audioplayer HAP-Z1ES (Bild), der mit nahezu jedem Format klarkommt und mit einer 1-TB-Festplatte auch als veritabler Speicher für die Musiksammlung dient. Ihn ergänzt der Stereoverstärker TA-A1ES. Auch mit „echten“ Hifi-Lautsprechern dringt Sony wieder in den Markt: SS-HA1 und SS-HA3 beeindrucken mit einem neu entwickelten doppelten Super-Tweeter.

24.–27. 2. 2014

HD-FÖRDERUNG

Mobile World Congress, Barcelona (E) www.mobileworldcongress.com

Zudem kündigte der japanische Multi auch an, an der neuen Branchen-Initiative für High Resolution Audio mitzuwirken. Hochauflösende Tonformate, bei Home Electronics auch HD-Audio genannt, sollen einer neuen Generation von Musikliebhabern nicht nur den höheren Komfort, sondern auch die gesteigerten Klangpotenziale der neuen digitalen Welt näherbringen. Mehr als zehn Jahre nach der flächendeckenden und nicht gerade klangfördernden Einführung von MP3 sei, so Sonys Vice President Europe, John Anderson, „die Zeit reif für High-Resolution-Audio-Produkte, mit denen Musikenthusiasten dem Originalklang ihrer Lieblingsaufnahmen noch näher kommen können“. Im Rahmen der Initiative installiert Sony auf seinen neuen HD-Geräten 15 Musikstücke aus den Katalogen von Universal, Warner und Sony Music. In hochauflösender Klangqualität, zu der man auch ein Portal öffnete (siehe Adresse). // lbr

INTERNATIONAL 7.–10. 1. 2014 CES, Las Vegas (USA) www.cesweb.org

4.–6. 2. 2014

10.–14. 3. 2014 CeBIT, Hannover (D) www.cebit.de

20.–22. 5. 2014 Anga Com, Köln (D) www.angacom.de

Die Schweizer nutzen häufig Internetradio und Streamingdienste. Wenn sie Musik herunterladen, zahlen sie mehrheitlich dafür. Dies hat eine Studie des Link-Instituts im Auftrag von Comparis ergeben. Befragt wurden 1200 Internet-Nutzer im Alter zwischen 15 und 74 Jahren. Liebste Musikquelle ist bei 57 Prozent noch immer das Radio. 14 Prozent nutzen beim Musikhören hauptsächlich das Smartphone. Computer und MP3-Player bringen es auf 10 beziehungsweise 7 Prozent. Leicht verwirrend ist die Aussage der Studie zum Thema Internetradio. 9 Prozent der Nutzer erklären nämlich, dass sie dafür bezahlen, während 91 Prozent solche Musik kostenlos beziehen. Übliches Internetradio mit über 20 000 Stationen ist aber prinzipbedingt kostenlos. Ferner hat der Nutzer die Urheber dabei mittels der Radioempfangsgebühr bereits entschädigt.

BEZAHLT DOWNLOADEN, GRATIS STREAMEN Erfreulich ist die Studienaussage, dass 55 Prozent bei der Nutzung von Download-Diensten dafür immer oder hauptsächlich bezahlen. Comparis-Sprecher Ralf Beyeler führt als Beispiel solcher Bezahldienste den Musikkauf via iTunes auf. Dort kann man allerdings gar keine Musik kostenlos beziehen. Die Studie hat nicht explizit nach Downloads von Schwarzkopien gefragt. Bei den klassischen Musik-Streamingdiensten wie Spotify fand die Umfrage eine Zahlungsquote von maximal 7 Prozent. Spotify selber erklärt aber, dass von den weltweit 24 Millionen Usern immerhin 6 Millionen (25 Prozent) bezahlen. // kh http://sn.im/musikstudie, www.comparis.ch

www.sony.ch/lang/de/hub/high-resolution-audio

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Swisscom, Sunrise, Orange

GUTES NETZ Die deutsche Fachzeitschrift Connect hat die Handy-Netzversorgung in der Schweiz getestet. In vielen Disziplinen siegte Swisscom, Orange bietet allerdings den schnellsten Daten-Download im Städten. Der Ausbau auf die neuste 4G-Technik (LTE) ist laut Connect in der Schweiz breiträumig. Sunrise und Swisscom bringen es innerhalb der Städte auf 70, Orange gar auf 80 Prozent LTE-Abdeckung. Bei Gesprächsqualität und Zuverlässigkeit geht Swisscom bei den meisten Disziplinen als Sieger hervor. Beim Download von einer 3 Megabyte grossen Datei auf ein Tablet im städtischen Umfeld wurde Swisscom von Orange aber klar geschlagen. Mit einer Datenrate von durchschnittlich 5,3 Mbit/s dauerte dies bei Orange nur halb so lange, wie bei Swisscom. Ausserhalb der Agglomerationen sank der Wert bei Orange allerdings auf 0,6 Mbit/s, während Swisscom hier 2,2 Mbit/s leistete. Vor allem bei Video-Streaming via YouTube und Co. sind solche Werte entscheidend. In der Gesamtwertung platzierte sich Swisscom auf Platz 1 vor Sunrise und Orange. // kh http://sn.im/netzstudie

Bang & Olufsen

Digitalradio

B&O MIT SPOTIFY

DAB+ REGIONAL

Ab sofort ist in den neuen Bang & Olufsen TV-Geräten Spotify integriert. Die Aktualisierung erfolgt über ein Software-Update, das Zugriff auf über 20 Millionen Audiotitel ermöglicht. Mit dem neusten SoftwareUpdate von B&O für BeoPlay V1, BeoVision 11 und BeoVision 12 New Generation können Benutzer ab sofort den grossen Songkatalog von Spotify streamen. Das TV-Gerät wird somit in ein Audiosystem verwandelt und soll ausgezeichnete Bang & Olufsen Audioqualität bieten. Die TV-eigene Fernbedienung ermöglicht den direkten Zugriff auf die Lieblingstitel, ohne Smartphone oder eine zusätzliche Fernbedienung. Alle neuen TV-Geräte von Bang & Olufsen und der Firmentochter B&O PLAY sind standardmässig mit der integrierten Spotify-Funktion ausgestattet. Wer bereits einen BeoPlay V1, BeoVision 11 oder BeoVision 12 New Generation besitzt, kann die neue Spotify-Funktionalität als Software-Upgrade kostenlos aus dem Internet herunterladen. // cla

Endlich sind die Zeiten vorbei, als es zu den Sendeterminen der Regionaljournale auf Radio SRF 1 für viele Hörer mit einem Gerät für DAB+ hiess: «Die Regionaljournale empfangen Sie nur über UKW oder über das Internet.» Das digitale Netz wurde ausgebaut: Nun können sämtliche Regionaljournale über DAB+ empfangen werden. Neu hinzugekommen sind Basel-Stadt/Baselland, Zentralschweiz, Bern/Freiburg/Wallis. Bisher konnte man von den Regionaljournalen nur Zürich/ Schaffhausen, Aargau/Solothurn und Ostschweiz über DAB+ hören. Nach dem DAB-Sendersuchlauf werden auch neue Privatradios in der Empfangsliste angezeigt: in den Regionen Nordschweiz und Bern/Freiburg das von Energy lancierte LandLiebe Radio (zum gleichnamigen Printmagazin) sowie das BlueSky Radio, das von Music First Network (Radio 105, Radio Monte Carlo) initiiert wurde. In der Region Bern/Freiburg sind ausserdem Radio BERN1, RadioFr. und Energy Bern dazugekommen. Weiter wurden auch Radio Zürisee, Radio Pilatus, Radio Liechtenstein und Radio FM1 Melody aufgeschaltet. // rf

www.bang-olufsen.com

Revox

SCHLAUER SERVER Der Revox Joy Audio-Server ist eine ideale Ergänzung zu den Joy Netzwerk-Receivern (siehe auch HE 10/2013). Der Audio-Server soll sich durch eine extrem einfache Bedienung auszeichnen und erlaubt ein automatisches Aufzeichnen von Audio-CDs auf der lokalen Festplatte oder auch auf externen Speichermedien. Der Anwender hat die Möglichkeit, durch die intuitive grafische Benutzeroberfläche einfach und schnell nach seiner Lieblingsmusik zu suchen und dabei individuelle Wiedergabelisten zu erstellen. Da alle Inhalte des Joy dem Netzwerk per UPnP zur Verfügung gestellt werden, kann der Audio-Server sowohl mit Netzwerk- wie auch mit klassischen Receivern über einen lokalen Audioausgang mit dem Verstärker betrieben werden. Der mit einer 500-GB-Festplatte gelieferte Joy wurde bereits so eingestellt, dass Audio-CDs direkt auf die lokale Festplatte ins FLAC-Format gerippt werden. Sobald die Aufnahme beendet ist, wird die CD ausgeworfen, und die nächste CD kann auf die Festplatte kopiert werden. Der Joy Audio-Server ist ab Januar für 3300 Franken erhältlich. // cla

www.digitalradio.ch

www.revox.ch

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Magazin [ NEUES ]

+

MAGAZIN

- UMFRAGE

ARD

INTERESSIERT AN ACTION?

NEUE HD-SENDER

Sie sind gefragt: In jeder Ausgabe erkundet die Home Electronics-Redaktion das Meinungsbild ihrer Leserinnen und Leser zu einem bestimmten Thema aus der Welt der Unterhaltungselektronik. Bitte gehen Sie im Internet auf: www.home-electronics.ch/umfrage und entscheiden Sie sich für eine der Antworten auf die dort gestellte Frage. Die Auflösung folgt im nächsten HE. technisch bereits recht weit und entsprechend robust. Zubehör gibt es auch schon reichlich. Wir würden nun gerne von Ihnen wissen:

Auf Seite 56 dieser Ausgabe stellen wir Ihnen einige moderne Bewegtbildkameras im Test vor. Auf gut Neudeutsch sind sie für den harten Outdoor-Einsatz gebaut und sollen die dort stattfindende Action in möglichst coolen Bildern festhalten. Das kann richtig Spass machen, denn einige dieser Action-Cams sind

+

MAGAZIN

Würden Sie eine Action-Cam kaufen, oder nutzen Sie eine? a) Ja, weil ich so meine sportlichen Aktivitäten aufzeichnen kann. b) Ja, weil ich solch eine Kamera auch universell nutzen kann. c) Nein, Bild- und Tonqualität genügen mir noch nicht. Bitte geben Sie Ihr Votum ab bis

30. JANUAR 2014 Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

- UMFRAGE VOM MONAT DEZEMBER

Letzten Monat wollten wir von Ihnen wissen: Wie smart nutzen Sie Ihren Fernseher? Wie oft also nutzen Sie neben dem TV-Programm auch internetbasierte Funktionen des Gerätes? Eine grosse Mehrheit wechselt inzwischen im Multitasking – zumindest zeitweise. Gar nicht, wenn ich fernsehe, sehe ich fern und sonst nichts.

Selten, ab und zu rufe ich Zusatzinformationen zum TV-Programm oder ein soziales Netzwerk auf.

Ständig, ich bin auch während des TV-Schauens oft online.

Internetnutzung Schweiz

1 MILLION OFFLINER Das Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Universität Zürich hat die Internetnutzung in der Schweiz erforscht. Dabei hat sich gezeigt, dass eine Million Schweizerinnen und Schweizer (ab 14 Jahren) nicht surft. Fünf Prozent der Internetnutzer beklagen dafür, dass sie Opfer von Kreditkartenbetrug geworden sind. Beim Persönlichkeitsschutz hat die Mehrheit resigniert und meint, dass es im Internet keine Privatsphäre mehr gebe. Genutzt wird das Web meist zur Information. Die Zahl der Anhänger von sozialen Netzwerken steigt, 40 Prozent nutzen diese täglich. Bei der Unterhaltung stehen Videound Musikportale zuoberst auf der Rangliste. Die E-Commerce-Nutzung stagniert auf hohem Niveau: 78 Prozent suchen Produktinformationen, 67 Prozent kaufen online ein. Das Internet wird wenig für die Teilnahme an politischen Diskussionen genutzt, selbst unter Internetnutzern diskutieren 71 Prozent politische Themen ausschliesslich offline. Die komplette Studie findet sich kostenlos im Internet. // kh

Seit Anfang Dezember strahlt die ARD sechs ihrer Fernsehsender neu in HD-Qualität aus. Dabei handelt es sich um die Programme von HR HD, MDR HD, RBB HD, dem Nachrichtensender Tagesschau24 HD sowie Eins Plus HD. Zudem geht der Testbetrieb des Senders Einsfestival HD auf einer neuen Frequenz in den Regelbetrieb über. Um die neuen HD-Sender zu empfangen, muss man am HDTV-SatReceiver einen Sendersuchlauf starten und die neu gefundenen Sender in der Favoritenliste an gewünschter Position platzieren. Geräte mit einer automatischen Programmlistenaktualisierung erledigen dies sogar ohne grosses Zutun. Die Transponderdaten lassen sich auch manuell am Sat-Receiver programmieren. Über die Satellitenposition Astra 19,2 Grad Ost senden MDR HD, RBB HD und HR HD auf der Frequenz 10 891 MHz horizontal (DVB-S2, Symbolrate SR 22 000, Fehlerkorrektur FEC 2/3). Tagesschau24 HD und EinsPlus HD senden hingegen über 11 053 MHz horizontal (DVBS2, Symbolrate SR 22 000, Fehlerkorrektur FEC 2/3). // rf www.ard-digital.de

www.mediachange.ch/news/88

Stand am 10. 12. 2013

Facebo

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Home electronics

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Magazin [ NEUES ] T+A

WUNDERWÜRFEL

Philips, Spotify, Dropbox

MEHR CLOUD FÜR PHILIPS-TV Philips hat die Smart-TV der Reihen xxPFL6xx8 bis xxPFL9xx8 mit neuen Fähigkeiten versehen. Neu können die Fernseher nun auch die Musik aus dem Mietdienst von Spotify abspielen. Am TV kann man direkt im Musikangebot stöbern. Praktisch ist auch die neue Funktion Cloud Explorer. Diese präsentiert Fotos, Musik und Filme, die sich im Internet-Speicher von Dropbox befinden, direkt auf dem Fernseher. Die Cloud-Explorer-App läuft auf Smart-TV-Modellen ab 2013. Das neue Cloud-TV ist in der Schweiz nur nutzbar, wenn man die Ländereinstellungen auf „Deutschland“ ändert. Mit Cloud-TV werden einige lokale und internationale TV-Kanäle als IPTV verfügbar. In Deutschland sind bisher die Angebote des Partners Streamit online eingebunden. So lassen sich vor allem zusätzliche Sportsendungen empfangen. Umfassende IPTV-Dienste wie Zattoo, Wilmaa oder Teleboy sind leider auf den Philips-Geräten weiterhin nicht verfügbar. Man sei aber, so Philips, mit einigen Anbietern im Gespräch. // kh

T+A sorgte mit dem Multisource-Hifi-Komplettsystem Caruso schon vor Jahren für Furore. Nun lancierte das deutsche Hightech-Unternehmen den Caruso Blu. Der neue musikalische Wunderwürfel soll noch besser als sein Vorgänger klingen und mit der modernsten Technologie aufwarten. Dank des Aktivkonzeptes mit drei 50-Watt-Hochleistungsendstufen, den neuen Speziallautsprecherchassis und dem digitalen Signalprozessor soll der Caruso Blu ein gesteigertes Klangerlebnis bringen. Mit dem Subwoofer KW 650 und den Lautsprecherboxen kann Caruso Blu zum fortgeschrittenen 3.1-Home-Cinema-System ausgebaut werden. Der Klangfortschritt kann natürlich auch dem Fernseher oder Blu-ray-Player zugutekommen. Weiter kann er auch modernen Musikquellen wie zum Beispiel USB-Medienspeichern oder der Bluetooth-Musikübertragung von mobilen Geräten klanglich aufhelfen. Der Caruso Blu wird voraussichtlich um 3750 Franken kosten. // cla www.telanor.ch

www.philips.ch

Netatmo Weathermap

MITMACHWETTERKARTE Das französische Unternehmen Netatmo hat eine frei zugängliche Wetterkarte im Internet aufgeschaltet. Die Karte basiert auf Google-Maps und zeigt weltweit aktuelle Wetterdaten, die mit einem Aussenmodul der WLAN-Wetterstation von Netatmo gemessen werden. Dank Suchfeld findet man jeden Ort, mit der Zoom-Funktion lässt sich der Kartenausschnitt bestimmen. Damit die Daten auf der Karte erscheinen, muss der Besitzer sein Aussenmodul unter den Einstellungen eigens freigeben. Veröffentlich werden Aussentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck. Die privaten Messwerte des Innenmoduls (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2 -Gehalt, Geräuschpegel) werden nicht veröffentlicht. Laut Angaben des Herstellers messen heute bereits Tausende von Netatmo-Wetterstationen in über 150 Ländern die oben aufgeführten, klimarelevanten Daten. Durch die Veröffentlichung der Messwerte soll eines der bisher grössten, privaten Netzwerke an Wetterstationen geschaffen worden sein. // rf www.netatmo.com/weathermap

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Magazin [ NEUES ]

Intern

Google

STAB-WECHSEL

NÄCHSTER VERSUCH

Sie standen bei den meisten Lesern der Home Electronics wohl nie ganz oben auf der Aufmerksamkeitsskala – und sorgten gleichwohl mit für das ungetrübte Lesevergnügen: unsere Korrektorin Eva Koenig (Foto oben links) und Layouter Daniel Bischof (rechts). Beide Leistungsträger werden sich mit dem neuen Jahr neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Die Redaktion dankt Eva Koenig für ihr aufopferungsvolles Ausmerzen auch der winzigsten Rechtschreibfehler, für ihr unermüdliches Abwehren auch der heftigsten Attacken gegen die korrekte Grammatik, für das penible Zähmen unserer themenspezifischen Wortungetüme, nur allzu oft Chimären aus englischen und deutschen Fachbegriffen. Und natürlich für ihre geduldige Gewissenhaftigkeit und freundlich-sanfte Bestimmtheit im Umgang mit der Redaktoren-Horde. Diese dankt Daniel Bischof für saubere, übersichtliche und lesefreundliche Layouts – und für die manchmal unfassbar schnelle Umsetzung. Den Beinamen „Usain Bolt des Layouts“ hat er sich redlichst verdient. Beiden Kollegen wünschen wir von Herzen alles Gute für ihre Zukunft. // lbr

Bisher hat Google es nicht geschafft, sich auf Fernsehern im Wohnzimmer einzunisten. Die erste Google-TV-Box Nexus Q war mit 300 Dollar zu teuer und ist auf dem Markt gefloppt. Der günstige HDMI-Dongle Chromecast (35 Dollar) zum Empfang von Web-TV-Sendern hat sich erst in den USA verbreitet und führt in Europa lediglich ein Nischendasein. Google gibt so schnell nicht auf, zumal die Kriegskassen seit Jahren überquellen. So soll Google nun an einem neuen „Nexus TV“-Gerät arbeiten, das auf Android basiert und Filme per Netflix, Hulu oder Youtube streamen kann. Dies berichtet die Website The Information unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Das Gerät biete auch eine Auswahl an Videospielen, erlaube den Empfang von Live-Fernsehen jedoch nicht. Gesteuert werde „Nexus TV“ mit einem Touchpad (Fernbedienung ohne physische Tasten) oder mit einer App für Android-Smartphones und -Tablets. Glaubt man der anonymen Quelle, soll das Gerät im ersten Halbjahr 2014 vermutlich zu einem Kampfpreis auf den Markt kommen. // rf


Hörspiel

HOBBIT OHNE BILDERFLUT Möchten Sie sich oder Ihre Kinder ganz in die sagenhafte Welt Mittelerde versenken, ohne von einer Bilderflut ertränkt zu werden? Tolkiens unfassbares Opus „Der Hobbit“ – 1937 als Vorläufer zu „Herr der Ringe“ veröffentlicht und gerade mit dem zweiten Teil der Verfilmung in den Kinos – produzierte der Westdeutsche Rundfunk im Jahr 1980 unter der meisterlichen Regie von Heinz-Dieter Köhler als Hörspiel. Garniert mit der hinreissenden Musik von Enno Dugend und besetzt mit Stimmen der Extraklasse: Martin Benrath (Erzähler), Horst Bollmann (Bilbo Beutlin) oder Bernhard Minetti (Gandalf).

Schön, diese Sprechkünstler einmal wieder zu hören. Die Klangqualität über Kopfhörer wie über Lautsprecher ist schlicht überragend. Die neue Edition auf nicht weniger als drei CDs oder sieben LPs (Laufzeit etwa viereinhalb Stunden) prunkt mit einem wunderschönen Artwork von John Howe. Der Kanadier illustrierte auch die Bücher und den Tolkien-Kalender – und gestaltete nicht zuletzt die Optik der „Herr der Ringe“-Filme mit. // lbr www.hoerverlag.de

Neue Samsung UHD TVs – Die Zukunft jetzt im Handel Samsung UHD TVs bieten eine ganz neue Tiefe, Schärfe und Intensität und sind dank One Connect und Smart Evolution garantiert zukunftssicher UHD TV ist ein Meilenstein in der Evolutionsgeschichte des Fernsehens. Ultra High Definition bringt eine Auflösung von 3840 mal 2160 Pixeln, also mehr als acht Millionen Pixel auf den Bildschirm. Zuschauer tauchen dank dieser Technologie in eine fantastische Bilderwelt ein, die in ihrer Detailgenauigkeit der vierfachen Auflösung von Full HD entspricht. Die aussergewöhnlich hohe Bildqualität von Samsung UHD TV versetzt Cineasten und Heimkinofans ins Staunen: Die Bilder bestechen durch ihre enorme Tiefenwirkung und die Kontraste wirken auf dem Screen teilweise schärfer als die Realität. Dazu trägt Micro Dimming Ultimate bei: Die von Samsung entwickelte Technologie schafft tiefere Schwarz- und hellere Weisswerte durch eine optimierte Hintergrundbeleuchtung sowie eine hohe Kontrastschärfe. UPSCALING VON NICHT 4K-INHALTEN Samsung UHD TVs sind mit einem Upscaler ausgestattet, der das aktuell gängige SD, HD und Full HD Bildmaterial genauso wie Webvideos und Filme von Blu-ray Disc in UHD-Auflösung wiedergibt. Die Upscaling-Funktion macht so auch gering aufgelöste Inhalte in einer bisher nicht gekannten Detailtreue erlebbar. Und endlich kommen auch Fotos voll zur Geltung: Viele Digitalkameras unterstützen längst Bildauflösungen auf UHD-Niveau – der Samsung UHD TV sorgt so für staunende Gesichter beim nächsten Fotoabend. uhdtv.samsung.ch

KEIN KABELSALAT UND ZUKUNFTSICHER DANK EVOLUTIONARY TV Um für künftige Innovationen und Standards gerüstet zu sein, verfolgt Samsung das Smart Evolutionary TV Konzept. Kunden, die sich heute für einen UHD TV entscheiden, möchten sicher sein, dass sie auch künftig auf dem neuesten Stand der Technik bleiben. Samsung hat hier vorgesorgt und bietet als aktuell einziger Hersteller neben Software-Updates auch die Option für ein zukünftiges Hardware-Update durch die externe One Connect Box. Diese bietet, wie es der Name schon sagt, eine weitere evolutionäre Funktion. Alle Anschlusskabel des TVs laufen in der One Connect Box zusammen und verschwinden damit dezent im Hintergrund. So führen nur noch zwei Kabel zum Fernseher und das Gerät lässt sich entsprechend flexibel aufstellen. LUXUS PUR: UHD TV S9 TIMELESS Der Samsung S9 Timeless ist das Flaggschiff, der grosse Bruder unter den UHD TVs. Mit ihm haben die Ingenieure und Designer ein technisches und ästhetisches Meisterstück gebaut. Der S9 Timeless bietet eine Bildschirmdiagonale von 85 Zoll und eine elegante Rahmenkonstruktion, die das Audiosystem beherbergt. UHD TV SERIE F9000 Die beiden Modelle der Samsung UHD TV Serie F9000 mit Bildschirmdiagonalen von 55 und 65 Zoll vervollständigen Samsungs Line-up an Fernsehern der allerneusten Generation. Sie erfüllen mit ihrem hochwertigen minimalistischen Metall-Gehäuse mit dem schlanken Rahmen nicht nur technisch, sondern auch optisch die höchsten Ansprüche von Heimkinoenthusiasten.

Der Samsung UE65F9000 bietet ein herausragendes Bild in einem einzigartigen Rahmen


DIE BRILLE MIT DURCHBLICK // Claude Settele

Datenbrillen und andere Produkte aus dem Feld des Wearable Computings haben das Potenzial, Multimedia-Anwendungen sichtbar zu verändern.

I

n den Zukunftsszenarien zur digital vernetzten Welt spielt Wearable Computing eine zentrale Rolle. Miniaturisierte Rechner und elektronisches Zubehör, die man anzieht oder trägt wie Kleider und Schmuck, sollen als kluge Assistenten unser Leben erleichtern und bereichern. Erste Vorboten dieser Entwicklung sind schon da: im Schuh integrierte Chips für Jogger, smarte Uhren, die mit dem Mobiltelefon kommunizieren, oder mit Sensoren bestückte Armreife am Handgelenk, die Tagebuch über den Bewegungsradius ihrer Träger führen. Viel detailliertere Messungen und damit auch neue Anwendungen könnten in Zukunft smarte Textilien mit eingewobenen Sensoren bringen, über deren Einsatzmöglichkeiten beispielsweise das Wearable Computing Lab an der ETH Zürich forscht. Bereits in der Gegenwart angelangt ist Googles Hightech-Brille Glass, die Science-Fiction in die Gegenwart holt. Glass ist ein Brillengestell ohne Gläser, dafür bestückt mit viel Elektronik: ein teiltransparentes Miniatur-Farbdisplay im rechten Teil des Bügels, integrierte Rechen- und Grafikchips sowie eine Kamera, die Fotos mit 5 Megapixeln knipst und Videos in HD-Qualität aufzeichnet. Auch ein Mikrofon gehört dazu, denn Glass hört auf gesprochene Befehle und reagiert auf Berührungen und Wischeffekte, wie man sie vom Smartphone her kennt. Seite 12

HÖRT AUFS WORT Das Mini-Display hat laut Google die gefühlte Grösse eines 25"-Monitors, den man aus 2,5 m Entfernung betrachtet. Im Ruhezustand zeigt es die Zeit an, mit der Phrase „O. k., Glass“ startet man einen Befehl, wenn man beispielsweise eine Adresse nachschauen, ein SMS beantworten oder ein Bild knipsen will. Die Brille kann Motive in Bildern erkennen und eine dazu passende Erklärung aus Wikipedia und anderen Quellen anzeigen. Als Navigationshilfe kann Glass die Route vorschlagen, im Laden den Einkaufszettel einblenden oder beim Kochen die Rezeptzutaten. Die Datenbrille wird die Geister scheiden. Lässt sich das Hilfsmittel im Einsatz am heimischen Kochherd ja noch diskret nutzen, dürfte seine Verwendung in der Öffentlichkeit – noch – Staunen, aber auch Kopfschütteln provozieren. So etwa, wenn ein Zeitgenosse vor dem Marktstand steht und zur Brille spricht: „O. k., Glass, die Einkaufsliste bitte.“ Das smarte Brillengestell hat einen eigenen Speicher, holt die meisten Informationen aber aus dem Web - via ein WLAN oder eine Bluetooth-Verbindung zu einem Smartphone. Google hat erste Exemplare von Glass Entwicklern schon 2013 zum Testen angeboten, der Marktstart in den USA könnte 2014 erfolgen. Für Europa dürfte Glass aber noch für mehrere Jahre Zukunftsmusik bleiHome electronics

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HE Zukunft

Tragbar: Googles Glass ist keine Brille, sondern ein multimedialer Rechenkünstler auf der Nase. Mit HD-Kamera, Mikrofon und …

… halb durchsichtigem Farbdisplay. Eine wahrhaft handliche Schnittstelle zwischen realer Welt und den Möglichkeiten des World Wide Web.

ben, wie das Wall Street Journal berichtet. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Europäer sind sensibler beim Thema Datenschutz, und diesbezüglich bringt die Brille einige kritische Funktionen mit. So könnte die Kamera versteckt Gesichter fotografieren und diese Bilder mit Geodaten und Zeitstempel versehen speichern. Der zweite Grund für die Verspätung ist die Spracherkennungsfunktion, die Entwicklungsaufwand für Fremdsprachen erfordert und generell eine Hürde für die Praxistauglichkeit eines solchen Gerätes darstellen kann.

anderen Spielern drahtlos teilen kann, ein Game mit Elementen von „Spaceinvaders“ sowie Neuauflagen von Klassikern wie „Schiffe versenken“ oder „Blackjack“. Zu Letzterem findet man auch ein Video im Netz von einem Anwender, der mit aufgesetzter Brille Blackjack spielt, während er durch die Strassen spaziert. Das Video vermittelt auch eine erste Vorahnung von künftigen Begegnungen mit Zeitgenossen, die sich teils in der realen, teils in der virtuellen Welt bewegen. Viele weitere Spiel- und Entertainmentszenarien sind denkbar. Damit es bei der Lancierung auch attraktive Anwendungen gibt, hat Google Programmierern ein Kit zur Entwicklung von Apps zur Verfügung gestellt.

SMARTER MUSIKPLAYER Wird die 1500 Dollar teure Glass auch eine Rolle in der Heimunterhaltung spielen? Das Potenzial ist durchaus da. Google hat vor wenigen Wochen ein erstes Zubehör für die Cyberbrille vorgestellt, einen Stereokopfhörer, der mit der Glass verbunden wird und via WLAN auch auf Googles Service Play Music zugreift. Mit dem Befehl „O. k., Glass, listen to …“ kann man aus dem Angebot von über 18 Millionen Titeln einen Song abrufen oder im laufenden Radiomodus fragen, welcher Titel gerade gespielt wird. Im neusten Werbevideo zu Glass schwärmt ein Produzent und DJ über die Erweiterung. Unterwegs lässt er sich von Musik inspirieren, findet ein Album, ruft via Glass seinen Schallplattenladen an und reserviert eine Version in Vinyl, danach lässt er sich in einem spanischen Restaurant das Menü von der Brille übersetzen. Auch die Spielentwickler haben das Potenzial von Glass entdeckt. Da die Brille mit einem Gyroskop und einem Beschleunigungssensor ausgestattet ist, bieten sich interessante Interaktionsszenarien an. Der Chef des Spielentwicklers Glu Mobile ist überzeugt, dass Glass das Genre so revolutionieren wird wie das iPhone das Handy. Es gibt bereits erste Spiele in einer Rohfassung. Dazu gehören „Spellista“, ein Kreuzworträtsel, das man freihändig spielen und dessen Game-Level man mit Home electronics

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NUR FÜR NERDS ODER FÜR UNS ALLE? Auch Apple forscht seit Jahren an einer Videobrille und hat zwei Patente zugesprochen bekommen, laut Wall Street Journal arbeitet ausserdem Microsoft an einer Datenbrille und soll bei Zulieferern in Asien Schlüsselkomponenten bestellt haben. Weitere kleinere Hersteller stehen ebenfalls in den Startlöchern. Allerdings muss sich erst noch weisen, ob das Konzept der Cyberbrille nur eine Nische für Nerds abdeckt oder mit passenden Anwendungen auch von einem breiten Publikum akzeptiert wird. Vielleicht laufen wir in Zukunft auch gar nicht mit einer smarten Brille durch die Welt, sondern mit einer klugen Perücke. Sony experimentiert mit einer behaarten Mütze namens Smartwig und hat hierzu kürzlich ein Patent eingereicht. Die Haare der Perücke verstecken elektronische Komponenten, mit denen sich die Kopfbedeckung für viele Szenarien nutzen lassen soll. Dazu gehören Anwendungen von der Steuerung externer Geräte über neuartige Spiele bis zur Unterstützung von Blinden, denen die smarte Perücke via Kamera und Vibrationsimpulse den Weg weist. |

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Magazin [ GASTEINERS DURCHBLICK ]

Albrecht Gasteiner ist Chef des firmenneutralen Informationsdienstes HDTV-Forum Schweiz.

SCHWERER ABSCHIED // Albrecht Gasteiner

Der technische Fortschritt läuft immer schneller. Was gestern noch top war, wird heute schon wieder ausgemustert.

E

s ist noch gar nicht so lange her, dass die schweren, dicken Röhrenfernseher von Flachbildschirmen abgelöst wurden. Freilich, die ersten LCD-Panels kamen schon 1973 auf den Markt, aber auf wilde Begeisterung stiessen sie bei den Fernsehzuschauern zunächst nicht. Denn was sie an Bildqualität zu bieten hatten, lag weit entfernt von dem, was man von den jahrzehntelang akribisch optimierten Bildröhren gewöhnt war. Kein Wunder, schliesslich ist die LCD-Technik äusserst heikel und nicht leicht zu beherrschen. Rund eine Million Flüssigkristalle, von denen jeder einzelne je nach angelegter Spannung seine Ausrichtung so verändert, dass er das hinter ihm konstant leuchtende Neonlicht entweder durchlässt oder blockiert – und das bis zu 25-mal pro Sekunde. Das klingt auch heute noch nach „schwierig“, damals lag es an der äussersten Grenze des technisch Machbaren. Vor allem zwei Details zogen Kritik auf sich: Erstens konnten die Flüssigkristalle auch in Stellung „zu“ die Hinterleuchtung nicht völlig abdecken. Als Folge davon war der Bildschirm nie ganz dunkel. Anstelle von Schwarz bekam man Dunkelgrau zu sehen, die Bilder erschienen kraftlos und ohne Tiefe. Und zweitens waren die LCDs aufgrund ihrer Masseträgheit nicht in der Lage, ihre Ausrichtung genügend rasch zu wechseln. Auf Befehle wie „zu“ reagierten sie nur mit leichter Verzögerung, sodass schnell bewegte Objekte wie Mauszeiger oder fliegende Bälle einen veritablen Kometenschweif hinter sich herzogen. Dass der gesamte Bildeindruck stark vom Blickwinkel abhing, fiel da angesichts dieser schweren Mängel kaum noch ins Gewicht. Die Erlösung erschien 1997, und sie hiess Plasma. Diese Geräte waren teuer und empfindlich, sie konnten Schaden nehmen, wenn man sie liegend transportierte oder sie auf 2000 Metern über Meer betrieb. Doch sie etablierten ein völlig neues Niveau von Bildqualität. Weil sie statt hinterleuchteter LCDs Zellen von praktisch trägheitslos reagierenden, unter Spannung selbst leuchtenden Edelgasen enthielten, zeigten sie

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nicht nur einen bis dahin ungeahnten Kontrast, sondern auch eine weit überlegene Bewegungsschärfe. Hinzu kam eine besonders fein nuancierte Wiedergabe von Farbtönen. Plasmabildschirme (PDP) umgab schon sehr bald der Nimbus des Besonderen, was zusätzlich durch den Ritterschlag beflügelt wurde, dass sie in Hollywood von Fernseh- und DVD-Studios zur Endkontrolle ihrer Produktionen eingesetzt wurden. Dass PDPs nicht so gleissend helle Bilder zu liefern vermochten wie die LCD-Konkurrenz, nahmen die Connaisseurs gerne in Kauf.

Wa tast

UND HEUTE? Anspruchsvolle Schöngeister schwören nach wie vor auf die unspektakuläre Natürlichkeit der Plasma-Bilder. Doch die LCD-Fraktion hat in all den Jahren konstant, ja geradezu dramatisch aufgeholt. In der Bildqualität zuletzt mit hoher Wiederholfrequenz, LED-Hinterleuchtung und „Local Dimming“, im Design mit schlanker Eleganz, zuvorderst aber mit nachgerade unfassbar niedrigen Preisen. Tatsächlich bieten LCD-Fernseher immer mehr Qualität für immer weniger Geld. Was man noch vor ein paar Jahren mit mehreren Tausendern bezahlen musste, ist heute da und dort schon für dreistellige Beträge zu haben. Ein Preiskampf, der durchaus die Bezeichnung „mörderisch“ verdient, denn es gibt bereits ein Mordopfer – Plasma. Diese Bildschirme lassen sich nicht beliebig billig produzieren, sie werden immer weniger gekauft, und so hat der weltweit führende Hersteller seine drei PlasmaFabriken soeben definitiv geschlossen, die grösste davon nach nur acht Betriebsjahren. Ein schwerer Abschied, gewiss. Doch schon erhebt sich ein neuer Stern am Horizont: OLED-Bildschirme arbeiten noch kontrastreicher, noch schneller, ihre phänomenale Bildqualität setzt völlig neue Massstäbe. Zudem sind diese Geräte nochmals dünner, leichter und sparsamer – die Entwicklung geht weiter. | Home electronics

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Rat und H ilfe h


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Magazin [ AUSPROBIERT ]

Ultimate Ears

Eye-Fi

RUNDUM GUT

KAMERA AUFGERÜSTET

Ultimate Ears, eine Marke von Logitech, lancierte unlängst einen neuen Bluetooth-Lautsprecher im Getränkedosenformat. Dabei wurde bewusst der Schwerpunkt auf das moderne Streaming gesetzt. Der Lautsprecher wird mit dem Smartphone oder Tablet über Bluetooth verbunden. Die Kopplung erfolgt rasch, innert weniger Minuten ist der UE Boom bereit für den grossen Auftritt. Bereits nach dem ersten Ton ist eine ausgezeichnete Klangqualität zu erkennen. Ein wunderbarer 360-Grad-Sound zeichnet den 550 Gramm schweren, handlichen Lautsprecher aus sowie ein kräftiger Klang mit einem starken Bass. Um die Soundverteilung im Raum zu optimieren, lassen sich zwei UE-Boom-Lautsprecher miteinander verbinden und über die BoomApplikation steuern. Die Lautstärke ist am Lautsprecher selber etwas hart zu regulieren, was sich aber trotzdem mit nur einer Hand machen lässt.

Ein WLAN-Modul gehört noch nicht zum Standardumfang einer digitalen Fotokamera. Für die Übertragung von Bildern an ein anderes Gerät muss man nach wie vor mit dem USB-Kabel oder der Speicherkarte hantieren. Erleichterung verspricht nun der US-Hersteller Eye-Fi mit seiner SDHC-Karte Mobi. Diese beherbergt nebst Speicherplatz für Fotos und Videos auch ein WLANModul für die drahtlose Bildübertragung auf ein Android- oder iOS-Smartphone oder -Tablet.

DER BOOM ALS WECKER Über die UE-Boom-App lässt sich nicht nur die Betriebsanleitung lesen, sondern auch die Weckfunktion betätigen. Diese löst zur eingestellten Zeit das zuletzt angehörte Lied in der Playlist sanft einblendend aus. Die Musik kann auch in der Applikation ausgewählt werden, sodass man zum Beispiel mit dem eigenen Lieblingslied aufwachen kann. Der Weckdienst erfolgt selbst nach dem Schliessen der App, jedoch kann das Ausschalten des Weckers nur in der Applikation betätigt werden. Da der Boom über kein eigenes Display verfügt, müssen alle Informationen auf dem Smartphone oder Tablet abgelesen werden. Er selbst verfügt nur über eine Ein- und Ausschalttaste sowie über den Lautstärkeregler. Laut Hersteller besitzt der Speaker-Akku eine Laufzeit von bis zu 15 Stunden und eine wasserabweisende Verkleidung, die sich im Test auch bewährte. Der 18 x 7 Zentimeter grosse UE Boom eignet sich optimal für unterwegs und wird dem Slogan „erster Social Music-Player“ auf jeden Fall gerecht. // cla

DIREKTE FUNKVERBINDUNG Die Installation ist sehr einfach. Auf einem Android-Smartphone Sony Xperia Z installieren wir die Eye-Fi-App und geben für die Aktivierung den Code ein, der auf die mitgelieferte Kartenhülle geklebt ist. Danach legen wir die Karte in die vierjährige Canon G11 – und knipsen los. Und siehe da: ohne weiteres Zutun stellt die Mobi-Karte eine direkte Funkverbindung mit dem Smartphone her und startet nach wenigen Sekunden automatsich die Übertragung der Fotos in Originalgrösse. Diese erscheinen in der App übersichtlich in einer Galerie. Von dort lassen sie sich wie gewohnt betrachten und via E-Mail, Whatsapp oder andere Dienste versenden. Einen gesteigerten AkkuVerbrauch stellten wir bei der Kamera nicht fest. Videos werden jedoch nur bis zu einer Grösse von 2 GB übertragen und RAW-Fotos gar nicht. Die Mobi-Karte überträgt auch keine Aufnahmen an einen Computer. Hierzu muss man zur teuren Version Pro X2 greifen, ein Programm auf dem Rechner (Windows/Mac) installieren und das Ganze mit dem Heimnetz verknüpfen. Anders als Eye-Fi Mobi stellt die ProX2-Karte nämlich keine direkte WLANVerbindung mit dem Rechner her, die Bilder (auch RAW) werden via heimischen WLAN-Router an den Computer übertragen. Während die MobiKarte ab 8 GB für 50 Franken zu haben ist, kostet die Pro X2 mit 16 GB happige 130 Franken (inkl. Software). Die App ist gratis. //rf

STECKBRIEF

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

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Ultimate Ears UE BOOM 250 Franken ultimateears.com Weckfunktion, Bluetooth, 360-GradSound, 15 Stunden Akkulaufzeit

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Eye-Fi Mobi 50/100 Franken (8/32 GB) eye.fi SDHC-Karte mit WLAN-Modul, Klasse 10, eigenes 2,4-GHz-Netz, ÜbertragungsFormate: jpg; mpg, mov, flv, wmv, avi, mp4, mts, m4v, 3gp

Home electronics

1-2 2014


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Reportagen: Vernetzte Neuund Umbauten in der Schweiz Trend: Vernetzte Gärten, das Auto als Energiespeicher, Sensoren für Sicherheit im Alter Service: Glossar, Checkliste, Messen und mehr

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Home electronics

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Magazin [ AUSPROBIERT ]

Perfect Sound und Ami

FEINE KOMBINATION Der Ami Musik DDH-1 kombiniert D/A-Wandler und Kopfhörerverstärker. Beim gleichen Schweizer Vertrieb sind die Kopfhörer von Perfect Sound. So kombinierten wir den Ami mit dem Modell Dido. Der kleine DDH-1 überzeugte mit einer einfachen Installation und einer ausgezeichneten Musikwiedergabe mit tief reichendem, klarem Bass und angenehmen, eher sanften Höhen. Der Perfect-Sound-Kopfhörer rundete das ausgezeichnete Hörerlebnis fein ab. Jedoch nervte sein 3,5-mm-Klinkenstecker zunächst öfters mit einem Wackelkontakt, der nur durch energisches Eindrücken des Steckers behoben werden konnte.

AUCH GUTE EINZELSPIELER Der D/A-Wandler lässt sich nicht nur eingangsseitig am Computer oder CDPlayer, sondern ausgangsseitig auch an einer Stereoanlage anschliessen. Die 3,5- und die 6,3-mm-Kopfhörer-Klinkenbuchsen lassen sich parallel betreiben. Ebenso können bis zu drei digitale und ein analoges Gerät andocken, die Eingänge wählen zwei Schalter auf der Front: analog/digital und Coax/USB/ optisch. Gleich nebenan signalisiert ein grünes Lämpchen die Samplingrate des digitalen Eingangssignals. Das silberne, stabile Gehäuse verleiht dem DDH-1 ein elegantes Aussehen, passend zum stilvoll in Schwarz und Silber gehaltenen Dido. Dieser wartet auf mit einem kurzen und einem vier Meter langen Verbindungskabel, dessen knallgrüne Farbe eher gewöhnungsbedürftig ist. Die Ohrmuscheln bieten einen sehr angenehmen Sitz mit einer leichten Geräuschisolierung. Auch nach längerem Musikhören schmerzen die Ohren dank den weichen Polstern nicht, ausserdem kann die Bügelhöhe verstellt werden. Beide Testexemplare verfügten nur über eine englische Kurzanleitung. Laien könnten da beim korrekten Verdrahten des DAC-Kopfhörerverstärkers Probleme bekommen. Was schade wäre, denn vor allem der DDH-1 bietet ein ausgezeichnetes Preis-Klang-Verhältnis. // cla

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Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

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Ami DDH-1 700 Franken reson.ch Grösse: 11,3 x 4,5 x 14,6 cm (B x H x T); Eingänge für asynchron USB, Toslink-, Coax-S/PDIF und analog (3,5 mm), Line-Ausgang fix und geregelt.

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Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

Perfect Sound Dido 900 Franken reson.ch Gewicht: 395 g; Kabel: 1,3 m / 4 m; dynamischer 40-mm-Treiber.

DVBLogic

FERNSEHEN OHNE TV Sie haben keinen Fernseher und möchten dennoch sporadisch TV via Satellit oder Kabel geniessen oder Aufnahmen machen? Ein USB-Stick und Software machen Netzwerkfestplatten (NAS) oder den PC zur TV-Zentrale. Tablet oder Smartphone dienen dann als Minifernseher. Das Programm DVBLink empfängt Fernsehen via Kabel und Satellit und arbeitet auch als Videorecorder, inklusive digitaler Fernsehzeitschriften (EPG). DVBLink verteilt Livefernsehen und Aufnahmen ins gesamte Heimnetzwerk – auf PC, Tablet und Smartphone. Beim Test stöpselten wir an die USB-Dose des Netgear ReadyNAS 312 den USB-Stick von TBS für den Empfang von Kabel-TV. Das Hauptprogramm luden wir direkt auf den NAS und konfigurierten im Browser. Nach Eingabe der UPC-Tuner-Daten (http://sn.im/upctd) fanden sich über 100 Sender.

KOMFORTABLE SUCHFUNKTION Die EPG-Daten von UPC wurden automatisch eingepflegt. Der EPG lässt sich komfortabel durchsuchen, Sendungen kann man direkt für die Aufnahme vormerken. Sie werden dann auf der NAS-Festplatte gespeichert. Um eine Sendung zu betrachten und eine andere aufzuzeichnen, muss man mehrere USB-Sticks anschliessen. Jeder PC im Heimnetzwerk kann direkt im Browser fernsehen. Kostenlose Apps (Android/iOS) bringen mobilen TV-Genuss. Fazit: DVBLink ist eine günstige Möglichkeit, via NAS Fernsehen ins Heimnetzwerk zu bringen. Die Installation der Software ist aber anspruchsvoll. DVBLink und alle Module können 20 Tage kostenlos getestet werden. // kh

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Hersteller Produkt Preis

Info www. Merkmale

DVBLogic DVBLink Nach 20 Tagen Test rund 30 Franken für TunerSoftware, passende USB-Tunersticks für DVB-C oder DVB-S gibt es ab 60 Franken dvblogic.com/de Fernsehserver für Windows und NAS von Asustor, Iomega, Netgear, Qnap und Synology

Home electronics

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UPC Cablecom

ÄRGER STATT REPLAY Anfang Dezember hat UPC Cablecom auf ihren Empfangsboxen Recall-TV aktiviert. Dabei werden automatisch alle Sendungen von 77 Sendern während 7 Tagen aufgezeichnet. Verpasstes kann man so später sehen, ohne eine Aufnahme programmiert zu haben. Wir haben auf www.home-electronics. ch/upc-replay erklärt, wie man den Dienst aktiviert. Für unseren Test verwendeten wir die Topausrüstung von UPC, nämlich eine Horizon-Box mit der neuen Funkfernbedienung mit Volltastatur. Als Erstes wollten wir eine verpasste Folge von The Big Bang Theory anschauen.

KEINE LOGISCH SINNVOLLE SORTIERUNG Leider findet man verpasste Sendungen nicht, indem man in der digitalen Programmzeitschrift (EPG) in die Vergangenheit blättert. Stattdessen muss man in der „On-demand-Bibliothek“ die Sendung suchen. Unser Archiv listete aber über 67 000 Recall-Sendungen auf. Davon enthielten 162 den Suchbegriff „Bang“. Die Liste hat keine logisch sinnvolle Sortierung. Einzelne Folgen haben zwar eine kurze Beschreibung, es fehlen aber Staffelnummern. Wir starteten eine Folge mit deutscher Beschreibung, die sich dann aber als Aufnahme ohne deutschen Ton erwies. Auch die Hoffnung, über die Funktion „Ähnliche Sendungen“ zur nächsten Folge der Serie geführt zu werden, wurde enttäuscht: Wir landeten bei kostenpflichtigen Big-Bang-Staffeln aus dem Videomietdienst von UPC. Das Recall-Archiv lässt sich zwar nach Sendern, Sprache und Genre durchstöbern, aber man endet immer in Hunderten Treffern. Bestenfalls ein bestimmter Spielfilm lässt sich schnell finden. Enttäuschend endete auch unser Versuch, um 21 Uhr einen Tatort-Krimi zu schauen, der um 20.15 Uhr begonnen hatte. Die Aufnahme steht erst nach dem Sendungsende zur Verfügung. Unmöglich ist es auch, in einer laufenden Sendung mittels Rückspultaste direkt in den Replay-Speicher zu spulen. In der Praxis erwies sich das Replay-TV von UPC als ein riesiges, unübersichtliches Aufnahmenarchiv statt als praktische Rückspulfunktion. Die Bedienung ist umständlich und frustriert schnell. // kh

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Hersteller Dienst Preis

Info www. Merkmale

Home electronics

UPC Cablecom Replay-TV In den Abos Classic oder Comfort ohne Aufpreis enthalten. Passende Receiver-Box ist Voraussetzung. upc-cablecom.ch Automatisches Aufnahmenarchiv für 77 Sender

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AVM

FRITZLIS FREUNDE Die DECT-Telefone Fritzfon M2 und MT-F sind der kleinste und der grösste Vertreter aus der Produktpalette des Routerherstellers AVM. Beide lassen sich dank DECT-üblichem GAP-Standard auch mit Stationen von Drittherstellern koppeln. Den vollen Funktionsumfang kann man freilich nur an einer Fritzbox mit DECT-Basis nutzen. Die offensichtlichen Unterschiede beschränken sich auf das Display – monochrom beim M2, etwas grösser und farbig beim MT-F –, den Headset-Anschluss beim MT-F sowie die Gehäuse und Tastaturen. Dem M2 hat AVM ein weisses Gehäuse mit erhabenen Tasten spendiert, dem MT-F ein schwarz glänzendes mit eingelassenen Tasten.

AKKULAUFZEIT ODER FARBDISPLAY Die Akkulaufzeit ist beim M2 klar besser; beim MT-F fordert das grössere und farbige Display seinen Tribut. Bei den anderen Merkmalen, seien es Sprachqualität, Steuerung der Fritzbox, Zugriff auf das dort hinterlegte Telefonbuch oder den Anrufbeantworter oder auch beim Abruf von Internetdiensten wie RSS-Feeds und Podcasts, gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Für die Wiedergabe von Audiostreams eignet sich der in den Telefonen eingebaute kleine Lautsprecher nur als Notnagel. Manches könnte AVM bei beiden Modellen verbessern, etwa die umständliche Steuerung des UPnP-Medienservers. Letztlich stellt sich beim Kauf nur die Frage, was einem wichtiger ist: längere Akkulaufzeit und erhabene Tasten, die sich leicht treffen lassen, oder das grössere und kontraststarke Farbdisplay und der Anschluss für ein kabelgebundenes Headset. // kw/dz

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Hersteller Modell Preis Info www. Merkmale

AVM Fritzfon M2/Fritzfon MT-F 60 Franken/90 Franken avm.ch Display: einfarbig/mehrfarbig; Anschlüsse: –/Headset; Laufzeit (Gespräch, Standby): 15 Stunden, 8 Tage/10 Stunden, 5 Tage ; Lieferumfang: Ladestation, Akku, Anleitung, Mobilteil

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Smart Entertainment [ KAUFRATGEBER - TABLETS ]

PASSEND GEWÄHLT // Jörg Wirtgen, Christian Wölbert

Ob günstiger 7-Zöller für die digitale Unterhaltung oder Highend-Gerät als Ersatz für das Notebook – für jeden Zweck gibts das passende Tablet. Weil keines perfekt ist, muss man je nach Anspruch Kompromisse bei Displayfläche, Grösse, Gewicht oder Prozessorleistung eingehen.

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ür 250 Franken bekommt man ein kleines Android-Tablet mit scharfem Display; ab 350 hat man die Wahl zwischen Android, iOS und Windows. Ab 500 Franken ist oft eine Tastatur inklusive, und ab 800 Franken gibt es einen Notebook-Ersatz mit Dockingstation. Die am besten tragbaren Tablets sind die 7-Zöller mit Android und das Apple iPad Mini. Sie wiegen etwa 300 Gramm und sind so gross wie ein A5-Notizbuch. Wem das 7- oder 8-Zoll-Display der leichten Tablets zu klein ist, der muss eines der wenigen mit 9 Zoll oder einen 10-Zöller wählen. Darauf sind auch A4-Seiten lesbar, auf Displays mit Full HD oder der hohen iPad-Auflösung sogar ermüdungsfrei. Auf kleineren Bildschirmen oder mit 1280er/1024er-Auflösung geht das nur ein paar Seiten lang gut.

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Die beiden leichtesten 10-Zöller sind mit rund 480 Gramm das Apple iPad Air und das Sony Tablet Z. Auch wenn sie sich im Vergleich zu den sonst um die 600 Gramm schweren Tablets überraschend leicht anfühlen, sind sie immer noch zu schwer, um sie stundenlang mit einer Hand zu halten. Beim Filmegucken oder langen Lesen benötigt man also einen Aufsteller wie beim Lenovo Yoga 8 und 10.

NICHT NUR FÜRS VERGNÜGEN Ob ein Tablet das Notebook ersetzen kann, hängt von weiteren Faktoren ab. Unter Android und iOS gibt es für viele Arbeiten eine App, doch sobald eine spezielle Windowsoder Mac-OS-Anwendung benötigt wird, muss man schauen, wie gut sich gewohnte Arbeiten mit den Apps erledigen lassen. Bei-

spielsweise sind einfache Texte und Tabellen gut mit Android-Office-Programmen zu bearbeiten, aber je mehr Word- oder Excel-Feinheiten benötigt werden , desto eher stösst man an die Grenzen der Tablet-Apps. Lediglich Microsoft Office bekommt man mit vollem Funktionsumfang. An alle Tablets lassen sich Bluetooth-Tastaturen ankoppeln. Zu einigen Modellen von Asus und HP gehört eine ansteckbare Tastatur, zum Teil inklusive Zusatz-Akku und weiterer Schnittstellen. Toshiba und Acer legen einigen Modellen eine Art Tastatur mit TabletHalterung bei, für die iPads gibt es so etwas von Drittherstellern. Muss ein echtes Windows her, bleiben entweder Tablets mit AtomProzessor und mieser Netbook-Performance oder die mit schnellerem Core-i-Prozessor. Illustration: Lukas Buholzer


TABLETS UM 250 FRANKEN • ausschliesslich Android • hochauflösende 7-Zöller, 10-Zöller mit niedriger Auflösung • einige Modelle mit UMTS Ab rund 220 Franken haben fast alle 7-ZollTablets ein blickwinkelunabhängiges Display. Halbwegs zuverlässig erkennt man dies am Kürzel „IPS“. Samsung spricht allerdings von „PLS“. Zur Ausstattung gehören in dieser Preisklasse meist Bluetooth, GPS und ein Grafikausgang, oft auch Dualband-WLAN. Die wirklich interessanten 7-Zöller kosten ab 250 Franken. Amazons Kindle Fire HDX und das neue Nexus 7 haben Full-HD-Displays (1920 x 1200). Das ist so scharf, dass man mit blossem Auge keine einzelnen Pixel erkennt und eine A4-Seite lesen kann, ohne zu zoomen. Das Nexus überzeugte im Test mit flüssiger Bedienung und bis 13 Stunden Akku-Laufzeit. Auf dem Kindle Fire HDX läuft zwar Android, aber mit einer komplett anderen Oberfläche. Amazon installiert seinen eigenen, kleinen App-Store und Medien-Shops. Um

Apps und Medien aus Google Play zu installieren, muss man das Gerät rooten. Die 10-Zöller für 250 Franken haben auch IPS-Displays, aber eine niedrige Pixeldichte und weitere Schwächen. Bei allen AndroidTablets muss man auf die Betriebssystemversion achten: Ab Android 4.2 kann die praktische Mehrbenutzerverwaltung integriert sein, 4.3 und das aktuelle 4.4 bekommt man selten.

STECKBRIEF Hersteller/Modell

Acer Iconia A1

Google Nexus 7 (2013)

Samsung Galaxy Tab 3 7.0

Betriebssystem Display

Android 4.2 7,9 Zoll, 1024 x 768, 163 dpi, 231 cd/m2, IPS Quadcore-CPU, 1 GB RAM, 16 GB Flash-Speicher, Bluetooth, GPS, Micro-SD

Android 4.4 7 Zoll, 1920 x 1200, 323 dpi, 470 cd/m2, IPS Quadcore-CPU, 2 GB RAM, 16 GB Flash-Speicher, Bluetooth, GPS, Dualband-WLAN

Android 4.1 7 Zoll, 1024 x 600, 169 dpi, 337 cd/m2, IPS Dualcore-CPU, 1 GB RAM, 8 GB Flash-Speicher, Bluetooth, GPS, Dualband-WLAN, Micro-SD

13,3 Std.

8,5 Std.

280 Franken

260 Franken

Ausstattung

Akku-Laufzeit 8,1 Std. (WLAN, 200 cd/m2) Ungefährer Preis ab 240 Franken

TABLETS UM 350 FRANKEN • iPad Mini mit niedriger Auflösung • Windows-Tablets mit 7-/10-Zoll-Display • Android-Tablets mit Stift, LTE oder Tastatur Wer rund 350 Franken für ein Tablet ausgeben mag, hat die Wahl zwischen den Betriebssystemen iOS, Windows und Android. Apples iPad Mini aus dem Vorjahr kostet mittlerweile 330 Franken. Dafür bekommt man zwar nur ein grobpixeliges 7,9-Zoll-Display, aber Zugriff auf die grösste Auswahl an Apps und Medien, die es für Tablets gibt. Ausserdem kann man davon ausgehen, dass Apple das Tablet noch ein bis zwei Jahre lang mit BetriebssystemUpdates versorgt. Die meisten Android-Hersteller pflegen ihre Software nicht so lang – falls sie überhaupt Updates veröffentlichen. Zwei Windows-Tablets für rund 380 Franken sind so gross wie das iPad Mini: das Acer Iconia W3 und das Toshiba Encore. Auf ihnen läuft Windows 8.1, MS Office ist vorinstalliert. Für Desktop-Anwendungen sind die 8-ZollDisplays allerdings ziemlich klein. Ausserdem braucht man eine Tastatur, um halbwegs vernünftig zu arbeiten. Es gibt auch vereinzelt 10-Zoll-Windows-Tablets ab rund 400 FranHome electronics

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ken: Auf dem dem Dell XPS 10 und dem Asus VivoTab RT läuft das für Tablets ent wickelte Betriebssystem Windows RT. Jedes schafft über neun Stunden Laufzeit. Office ist hier auch inklusive, andere Desktop-Anwendungen kann man wegen RT nicht installieren. In der Android-Abteilung bekommt man für 350 Franken ein Samsung Galaxy Note 8.0 mit präzisem Wacom-Stift, bei Amazon ein Kindle Fire HD 8.9 (32 GB). Googles neues Nexus 7 (32 GB/LTE) kostet 370 Franken.

STECKBRIEF Hersteller/Modell Betriebssystem Display

Akku-Laufzeit (WLAN, 200 cd/m2)

8,2 Std.

Microsoft Surface RT Windows 8.1 RT 10,6 Zoll, 1366 x 768, 148 dpi, 332 cd/m2, IPS Quadcore-CPU, 2 GB RAM, 32 GB Flash-Speicher, Bluetooth, Dualband-WLAN, Micro-SD 9,9 Std.

Ungefährer Preis ab

330 Franken

410 Franken

Ausstattung

Apple iPad Mini iOS 7 7,9 Zoll, 1024 x 768, 163 dpi, 299 cd/m2, IPS Dualcore-CPU, 512 MB RAM, 16 GB Flash-Speicher, Bluetooth, Dualband-WLAN

Samsung Galaxy Note 8.0 Android 4.1 8 Zoll, 1280 x 800, 188 dpi, 398 cd/m2, IPS Quadcore-CPU, 2 GB RAM, 16 GB Flash-Speicher, Bluetooth, Dualband-WLAN, GPS, Micro-SD, Stift 7,7 Std. 350 Franken

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Smart Entertainment [ KAUFRATGEBER - TABLETS ]

TABLETS AB 500 FRANKEN • iPad und iPad Mini mit hochauflösendem Retina-Display • Windows-Tablets mit Tastatur • Android-Tablets mit Tastatur, Stift oder LTE Wer ein iPad der jüngsten Generation will, muss dafür mindestens 440 Franken ausgeben: So viel kostet das „iPad Mini mit Retina Display“. „Retina“ nennt Apple die hohe Pixeldichte von über 300 dpi, die Googles Nexus 7 und Amazons Kindle Fire HDX auch bieten. Apples iPad Air mit 9,7-Zoll-Display und ebenfalls hoher Auflösung kostet mindestens 550 Franken. Es ist leichter und schlanker als fast alle anderen ähnlich grossen Tablets, gehört dennoch zu den schnellsten und ausdauerndsten. Ausserdem ist Apples Angebot an Apps, digitalen Zeitschriften und Filmen nach wie vor das attraktivste. Viele ähnlich teure Tablets mit Android und Windows bedienen eine Nische, die Apple ignoriert: Sie lassen sich mit Anstecktastaturen in Notebooks verwandeln. Diese Tastaturen sind zwar ziemlich klein, schneller als auf dem Display tippt man darauf aber allemal. Das Android-Tablet Asus Transformer Infinity kostet inklusive Tastatur und Zusatz-Akku etwa 580 Franken und leuchtet mit über 500 cd/m² selbst draussen hell genug. Der

Nachfolger Transformer Pad rechnet auf dem Papier schneller, fühlt sich aber in der Praxis ruckliger an. Für Sonys Xperia Z (ab 500 Franken) gibt es wenig spannendes Zubehör, es ist aber so leicht und flach wie Apples iPad Air. Windows-Tablets mit Atom-Prozessor bieten sich an, wenn man dieselben Anwendungen nutzen will wie am Laptop oder Schreibtisch-PC. In bisherigen Tests gut abgeschnitten haben das Acer W510 (8 bis 9 Stunden Laufzeit, Tastatur) und das Dell Latitude 10 mit wechselbarem Akku. Auch Microsofts Surface 2 schafft lange Akku-Laufzeiten, ist aber wegen Windows RT nicht so flexibel wie die Tablets mit Atom-Prozessoren.

STECKBRIEF Hersteller/Modell Betriebssystem Display Ausstattung

Akku-Laufzeit (WLAN, 200 cd/m2) Ungefährer Preis ab

Acer Iconia Tab W510 Windows 8.1 10,1 Zoll, 1366 x 768, 156 dpi, 263 cd/m2, IPS Dualcore-CPU, 2 GB RAM, 64 GB Flash-Speicher, Bluetooth, Dualband-WLAN, Micro-SD 8,3 Std.

Apple iPad Air iOS 7 9,7 Zoll, 2048 x 1536, 264 dpi, 353 cd/m2, IPS Dualcore-CPU, 1 GB RAM, 16 GB Flash-Speicher, Bluetooth, Dualband-WLAN

Asus Transformer Pad Infinity Android 4.2 10,1 Zoll, 1920 x 1200, 225 dpi, 522 cd/m2, IPS Quadcore-CPU, 1 GB RAM, 16 GB Flash-Speicher, Bluetooth, GPS, Micro-SD

9,5 Std.

7,5 Std.

670 Franken (inkl. Tastatur)

550 Franken

580 Franken

TABLETS AB 800 FRANKEN • Windows-Tablets mit Core-i-CPU und Tastatur • iPad Air mit LTE und 128 GB Ab 800 Franken bekommt man WindowsTablets, die dank Core-i-Prozessoren und SSD (Festspeicher) zwei- bis dreimal so schnell sind wie Tablets mit Atom- oder ARM-Prozessor. Vom Tempo her können sie es mit Notebooks aufnehmen. Anstecktastaturen sind entweder inklusive oder gegen Aufpreis erhältlich. So praktisch wie Notebooks sind die Geräte trotzdem nicht: die Displays sind kleiner, die Tastaturen enger, das Gesamtgewicht höher. Das Acer W700 mit einem Full-HD-Display und das P3 mit einer niedrigeren Auflösung sind die günstigsten Tablet/Notebook-Zwitter.

Die Einsteiger-Varianten mit 60-/64-GB-SSD haben wenig freien Speicherplatz; empfehlenswert sind nur die Versionen mit 120/128 GB. Im Notebook-Modus lassen sie sich lediglich mit einem festen Winkel aufstellen und somit schlecht an die Sitzposition anpassen. Die mitgelieferte Bluetooth-Tastatur hat einen sehr flachen Hub. Fujitsus Q702 bietet mit gutem Scharnier und halbmattem Display beinahe NotebookKomfort, wiegt aber 1,7 Kilogramm samt Tastatur. Von all diesen Tablet/Notebook-Zwittern läuft Microsoft Surface Pro 2 mit Intels jüngstem Core-i-Prozessor („Haswell“) am längsten. Microsoft bietet drei Anstecktastaturen, so ist für fast jeden Anspruch etwas dabei. Mit der Dockingstation kann man das Tablet Home electronics

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sogar als Desktop-Ersatz verwenden. Inklusive einer Anstecktastatur, demnächst lieferbarer Dockingstation und mit zusätzlichem Netzteil sowie 256-GB-SSD kostet der Spass aber über 1800 Franken – so viel wie ein iPad und ein Ultrabook zusammen. In den nächsten Monaten kommen viele weitere Windows-Tablets mit Haswell-CPU und langer Akku-Laufzeit auf den Markt. Für ein iPad Air kann man auch ziemlich viel Geld ausgeben: Die Version mit LTE und 128-GBSpeicher kostet 1000 Franken. |

STECKBRIEF Hersteller/Modell

Acer Aspire P3

Fujitsu Stylistic Q702

Microsoft Surface Pro 2

Betriebssystem Display

Windows 8.1 11,6 Zoll, 1366 x 768, 136 dpi, 342 cd/m², IPS Core-i-CPU, 2 GB RAM, 120 GB SSD, Bluetooth, Dualband-WLAN 5,4 Std.

Windows 8.1 11,6 Zoll, 1366 x 768, 136 dpi, 357 cd/m2, IPS Core-i-CPU, 4 GB RAM, 128 GB SSD, Bluetooth, Dualband-WLAN, UMTS, SD, Stift 8,6 Std.1

Windows 8.1 10,6 Zoll, 1920 x 1080, 208 dpi, 371 cd/m2, IPS Core-i-CPU, 4 GB RAM, 256 GB SSD, Bluetooth, Dualband-WLAN, Micro-SD, Stift 8 Std.

800 Franken

1700 Franken

1500 Franken

Ausstattung

Akku-Laufzeit (WLAN, 200 cd/m²) Ungefährer Preis ab 1

Laufzeit mit Zusatz-Akku in der Tastatur; ohne Tastatur 4 bis 5 Std.

LEICA C

Perfekter Style, perfekte Bilder. Flexibel und vielseitig fängt die Leica C jeden Moment in höchster Brillanz ein. Dank Wi-Fi können Sie Aufnahmen direkt auf ein Smartphone oder Tablet mit iOS bzw. Android übertragen. Zusammen mit dem stylishen Zubehör wird sie zu einem wahren „Must-have“. Entdecken Sie mehr auf www.c.leica-camera.com

Leica C, in Dark-red und Light-gold erhältlich.

Leica Camera AG I Hauptstrasse 104 I 2560 NIDAU I SCHWEIZ I www.leica-camera.ch

NEU


Smart Entertainment [ PRAXISTEST - ANDROID UND IOS ALS HEIMUNTERHALTER ]

GRÜNLINGE ODER ÄPFEL? // Kurt Haupt

Wer seine Heimunterhaltung mit Musik, Filmen und Fotos komfortabler gestalten will, kauft sich ein Tablet. Dann stellt sich allerdings die Frage: Soll man sich für ein iPad von Apple oder einen der vielen Konkurrenten mit Android entscheiden? Wir nennen Stärken und Schwächen der zwei Plattformen.

T

ablets haben die Heimunterhaltung revolutioniert. Auf den Schiefertafelrechnern lässt sich von Diashows über das Musikprogramm bis zu Live-TV alles einfach wiedergeben oder die Heimelektronik mit der Fingerspitze steuern. Dank ihrer Mobilität ist man nicht mehr an die Couch gekettet, sondern trägt seine Unterhaltung vom Lieblingssessel in die Küche und notfalls auch aufs stille Örtchen. Zwar kann man seine digitale Unterhaltung wild mischen und Geräte aus der Apple-Welt (iOS, OS X), der Windows-Welt (Windows 7/8, Windows Phone) und den unabhängigen Androiden bunt mischen. Die Komplexität für Bedienung, Verbindung und Datenhaltung steigt dann aber entsprechend. Wenigstens bei seinen Mobilgeräten (Tablet, Smartphone) nur auf eine Plattform zu setzen, bringt erst Seite 24

einmal finanzielle Vorteile. Die Programme (Apps) und Inhalte (Filme, Musik, E-Books) müssen nämlich nicht pro Gerät, sondern nur einmal pro Plattform gekauft werden. Wer in iTunes shoppt, kann sich bis zu 10 iOS-Geräte zulegen und alle Inhalte unter einer identischen Apple-ID (E-Mail-Adresse) nutzen. Auch bei Android kann man bis zu 10 Geräte mit einem Google-Konto verbinden.

APPLE: GESCHLOSSEN, ABER EINFACH Am homogensten und einfachsten in der Bedienung ist die geschlossene Apple-Welt der iOS-Geräte. Egal ob iPad oder iPhone, die Bedienoberfläche ist immer identisch. Neue Varianten von iOS sind schnell und gleichzeitig auf allen modernen Modellen verfügbar. Ferner lassen sich praktisch alle Programme des iPhone auch auf dem iPad nutzen.

Andererseits ist Apples Welt aber auch sehr abgeschottet. Es gibt nur einen Hersteller – Apple –, und nur der entscheidet, welche Ideen und Meinungen in seinem App-Store nicht der Zensur zum Opfer fallen. Im Gegenzug gibt es dafür unter iOS aber auch kaum Probleme mit Viren und Schadprogrammen. Beliebt in der Apple-Welt ist ferner die einheitliche drahtlose Übertragungstechnik Airplay. Vor allem Musik lässt sich so einfach ohne Kabel auf entsprechend ausgerüsteten Aktivboxen oder Audiogeräten wiedergeben. Wer zusätzlich 100 Franken in einen Adapter investiert, darf via Airplay auch Videos am Fernseher abspielen.

ABGESCHOTTETE DATEN Die ärgerlichste Einschränkung bei iOS-Geräten ist, dass man nicht einfach Daten auf sein Illustration: Lukas Buholzer


Eine Stärke von iOS-Geräten ist Airplay. Damit lassen sich Ton und Bild vom Tablet einfach auf die Lautsprecher oder den Fernseher leiten.

Jeder Android-Geräte-Hersteller versieht sein Tablet mit speziellen Apps. Bei Sony sorgt „Walkman“ für die Musikwiedergabe. Dank wasserfestem Gehäuse darf er sogar in der Badewanne musizieren.

Gerät kopieren kann. Egal ob es Bilder, Filme, E-Books, Musik- oder Word-Dateien sind, sie gelangen meist nur über Umwege auf das Gerät. Wichtigster Datentransportierer ist das PC-Programm iTunes (Windows, OS X). Doch selbst dieses lässt nicht zu, dass man schnell einen MP3-Song vom PC auf das Handy kopiert. Vielmehr muss man neue Musik erst in die iTunesMusiksammlung aufnehmen und dann sein iPhone oder iPad komplett synchronisieren. Eine Schwäche von iOS ist, dass sich Apple vielen neuen Standards der Unterhaltungselektronik verschliesst. Die praktische NFC (Near Field Communication), bei der sich Geräte automatisch einfach durch „Dranhalten“ verbinden, wird von Apple verschmäht. Auch wer einen guten drahtlosen Kopfhörer mit der deutlich besseren Funktechnik von AptX kauft, kann diesen an iOS-Geräten nur mit reduzierter Audioqualität des alten Bluetooth nutzen. Und das Abspielen von audiophilen Inhalten im breit anerkannten FLACFormat oder die Wiedergabe von Filmdateien in Kinoqualität (MKV) funktioniert auf iOSGeräten nur mit Trickserei und entsprechendem Ärger. Apple kocht bei all diesen BereiHome electronics

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chen ein eigenes Süppchen mit Formaten wie Apple Lossless oder dem Kopierschutzformat Fairplay für Filme.

ANDROID: VERWIRRENDE VIELFALT Offener, aber komplexer ist die Welt der Androiden. Wer sich für ein Tablet mit Android interessiert, sieht sich schon beim Kauf mit einer riesigen Vielfalt konfrontiert. Die Bildschirmformate reichen von 5 bis 24 Zoll und die Preise von rund 100 bis über 1000 Franken. Für Verwirrung sorgt ausserdem, dass jeder Gerätehersteller die Bedienoberfläche von Android mit seinen Spezialitäten und Apps ergänzt. Die vorinstallierte Musikverwaltung auf einem Sony Xperia sieht deshalb anders aus als auf einem Samsung Galaxy. Auf beiden kann man aber für die Musikverwaltung ausgereifte Apps wie MediaMonkey oder Poweramp einsetzen. Denn grundsätzlich funktionieren alle Apps aus dem Google-PlayStore auf allen Androiden. Apps, Musik und Bücher kann man einfach direkt im Play-Store von Google beziehen. Alternativ kann man aber jederzeit Apps als sogenannte APK-Dateien von beliebigen – teil-

weise aber dubiosen – Quellen runterladen und auf eigenes Risiko installieren. Android leidet ferner unter einem Versionen-Chaos. Denn Google entwickelt zwar Android im Halbjahresrhythmus weiter, die Gerätehersteller bringen diese Anpassungen aber verspätet oder gar nicht auf ihre Geräte. So ist die neuste Android-Version 4.4 erst auf wenigen Tablets installierbar, und einige Hersteller weigern sich gar, frühere Modelle mit Updates zu versorgen.

MEHR SPEICHER UND STANDARDS Die Stärke von Android ist das offene Dateisystem. Einen Androiden schliesst man einfach an den PC an und kopiert in beide Richtungen, was man braucht. Auch Cloud-Speicher lassen sich wie eine gewohnte Festplatte nutzen. Unter Android lassen sich praktisch alle Inhalte per Kabel, Bluetooth, WLAN oder E-Mail weitergeben. Auch Downloads aus einer Internetseite sind – im Gegensatz zu iOS – problemlos möglich. Ergänzend kann man auf eine SDSpeicherkarte Gigabyte-weise Musik, Filme, Fotos und beliebige Dateien kopieren und diese dann in ein Android-Gerät einschieben. 

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Auch iOS-Geräte können mit UPnP/DLNA-Geräten zusammenarbeiten. Eine ausgereifte App hierzu ist beispielsweise das kostenlose „Kinsky“. Noch immer gibt es Apps und Dienste, die erst nur auf iOS zu haben sind. Mit „Teleboy Serien“ kann man auf dem iPad unbeschränkt TV-Serien schauen. Die Android-Version ist angekündigt.

 Bei iOS muss man stattdessen Speicher teuer

mit dem Gerät kaufen. Auch die USB-Schnittstelle von Androiden lässt sich universell mit günstigen Standardkabeln nutzen, von Terabyte-grossen Festplatten bis zu externen Audiowandlern lassen sich daran unzählige Erweiterungen anschliessen. Viele Android-Tablets haben zudem einen HDMI-Anschluss, über den Videos ohne Qualitätsverlust und Fummelei auf den grossen Fernseher gelangen. Die Offenheit von Android integriert schneller neue Standards und lässt Spezialitäten zu. So gehören NFC und AptX bei allen modernen Android-Tablets dazu. Auch bei der audiophilen Musikwiedergabe begeistern Highend-Geräte mit einem Digital-AnalogKonverter (DAC), der audiophile Qualität mit einer Auflösung von 24 Bit mit 96 KHz bietet.

UNSER TEST IN VIER DISZIPLINEN Um die Stärken beziehungsweise Schwächen von iOS und Android zu vergleichen, haben wir das neue iPad Air von Apple und ein Sony Xperia Tablet in den Disziplinen Musik, Foto, Filme und Fernsteuerung zum Vergleichstest antreten lassen. Die technischen Daten der beiden Tablets finden Sie im Steckbrief (S. 28).

MUSIK: AIRPLAY ODER AUDIOPHIL Wer in der iOS-Welt glücklich werden will, muss als Musikverwalter iTunes auf dem PC Seite 26

oder Mac einsetzen. Grösster Mangel ist dabei die Unterstützung des audiophilen FLAC-Formates. Dank Apples Airplay lässt sich dann aber die Musik sowohl vom PC als auch vom Tablet sehr einfach drahtlos auf anderen Lautsprechern wiedergeben. Dazu tippt man während der Medienwiedergabe einfach auf das entsprechende Dreieck-Symbol und leitet so Musik und Video um. Bei Airplay wird die Musik immer vom iOS-Gerät intern aufbereitet und meist konvertiert. Erst dieser Audio-Strom wird dann an Lautsprecher oder einen AV-Receiver gefunkt. Teuer gekaufte hochwertige DAC in der Stereoanlage werden dabei teilweise arbeitslos. Ferner muss während der ganzen Airplay-Wiedergabe das Tablet eingeschaltet sein, dessen Akku so aber zügig geleert wird. Das gleichzeitige Bespielen mehrerer Airplay-Lautsprecher ist nicht möglich. Airplay ist deshalb bei der Audioqualität limitiert. Apple spezifiziert die Funktechnik zwar nicht genau, die Qualität liegt laut Messungen aber unterhalb der einer Audio-CD. In schwachen WLAN-Netzwerken kann es zu Störungen bei der Wiedergabe kommen. Bei Android-Tablets wird die Medienübertragung meist via UPnP und DLNA gelöst. Dabei werden Mediendaten im Originalformat (MP3, FLAC, DIVX, H.264) an das Wiedergabegerät geschickt. Dies bietet in der vernetzten Heimunterhaltung mehr Qualität

und Möglichkeiten. Während Airplay eine Funkübertragung in Echtzeit benötigt, werden bei Android die Daten gepuffert und fehlerfrei bis auf das letzte Bit an das Abspielgerät übertragen. In einem audiophilen Verstärker kümmern sich dann dessen AudioChips um die perfekte Aufbereitung der Musik. Sie kitzeln dann aus verlustfreien oder hochauflösenden Audiodaten auch das letzte Quäntchen Qualität heraus. UPnP hat allerdings auch Nachteile: Wenn ein Audiogerät ein Dateiformat (Codec) nicht unterstützt, bleibt es stumm. Befinden sich die Mediendaten nicht auf dem Tablet, sondern auf einem Datenlieferanten im Netzwerk (NAS), kann das Tablet nach dem Start des Musikprogrammes ausgeschaltet werden. Ferner erlaubt UPnP/DLNA auch, gleichzeitig mehrere Räume mit unterschiedlicher Musik zu bespielen. Obwohl Apple UPnP/DLNA offiziell nicht unterstützt, gibt es inzwischen viele Apps auf iOS, damit man auch dort die Vorteile dieser Vernetzungstechnik nutzen kann. Dabei verliert man dann aber die Einfachheit von Airplay.

FOTOS: IPAD BRILLIERT Im Bereich Fotografie ist ein iPad den meisten Androiden überlegen. Bilder sind auf dem Retina-Display des neuen iPad Air dank einer Auflösung von 2048 x 1536 Bildpunkten scharf Home electronics

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Bei der Fotobearbeitung hat iOS die Nase vorn. Vor allem iPhoto verpackt viele Funktionen in eine einfach zu bedienende Oberfläche.

Dank eingebautem Infrarotsender lässt sich mit dem Sony Xperia Z die komplette Heimunterhaltung steuern.

und brillant. Auch bei grossen Bilddateien lassen sich Fotos flüssig betrachten und zoomen. Mit Hunderten, teilweise sehr ausgefeilten, Apps lassen sich Fotos direkt am Tablet bearbeiten. Auch die von Apple kostenlos gelieferte App iPhoto bietet trotz einfacher Bedienung viele Funktionen. Fotos können entweder auf dem Tablet gespeichert oder in einen Foto-Stream im Internet synchronisiert werden. Alle iOS-Geräte eines Benutzers gleichen dann ihre Fotos automatisch ab. Die Fotoanzeige am TV mithilfe der Zusatzbox Apple TV ist ebenfalls einfach, flüssig und erfolgt in HD-Qualität. Bei den Androiden muss man sich die Fotofunktionen meist selber zusammenstückeln. Die Bildergalerien laufen oft nicht so flüssig, und Apps für Bildbearbeitung sind oft nicht für die hohe Auflösung moderner Tablets angepasst. Dies zeigte sich bei unserem Sony Xperia Tablet Z, das eine Auflösung von 1920 x 1200 Bildpunkten bietet. Bilder in der Galerie sehen zwar sehr gut aus, viele Bildbearbeitungs-Apps schrumpfen aber leider auf einen Teil des Bildschirminhaltes. Zwar lassen sich auch unter Android Fotos einfach via Google+ oder andere Dienste synchronisieren, die Lösung ist aber nicht so integriert und idiotensicher wie bei Apple. Unübertroffen ist Android dafür in der Zusammenarbeit mit Fotokameras, die über WLAN und NFC verfügen. Mit diesen genügt Home electronics

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es, einfach kurz das Tablet oder das Smartphone an die Kamera zu halten, damit Fotos übertragen werden oder sich das Mobilgerät in einen zweiten Sucherbildschirm mit KnipsTaste verwandelt. Genauso einfach landen Bilder auf einem mit NFC ausgerüsteten Fernseher.

MEHR FILMFORMATE AUF ANDROID Apple iPads mit iOS unterstützen grundsätzlich nur Filme im MP4-Format (H.264). Andere Formate müssen zuvor, beispielsweise über iTunes, konvertiert werden. Für Android gibt es unzählige Filmabspieler, die auch direkte DVD-Kopien (ISO) oder Filmkopien im MKVFormat inklusive Kinoton direkt vom Tablet oder via Netzwerk abspielen. Der Transfer von Filmen, die man nicht bei iTunes kauft oder mietet, ist auf dem iPad eine Fummelei. Bei Android kann man diese einfach mit einem beliebigen Dateimanager kopieren oder auch direkt aus dem Internet herunterladen. Weil sich Androiden mit bis zu 32 Gigabyte grossen Micro-SDHC füttern lassen, kann man auf Speicherkärtchen für rund 70 Rappen pro Gigabyte eine Filmsammlung anlegen und einfach mitnehmen. Dafür glänzen das iPad Air und das neue iPad Mini mit einer maximalen, aber teuren Speicherkapazität von bis zu 128 Gigabyte. Mietfilme verschiedenster Anbieter lassen sich sowohl auf Androiden als auch auf iOS-

Tablets nutzen. Zum Teil fehlen aber auf Androiden noch die passenden Apps. So ist etwa der Filmserien-Mietdienst von Teleboy erst als iOS-App zu haben. Auch Freunde des LiveTV-Dienstes Zattoo werden mit einem iPad glücklicher, weil bei dieser App-Version via Airplay und Apple-TV-Box die Nutzung des grossen Fernsehers einfacher ist. Unterschiedlichste Lösungen wandeln die Filme direkt auf einem PC oder NAS ins passende Filmformat um und streamen oder kopieren dann diese auf iPad und Androiden. Viele Funktionen bietet beispielsweise Plex für iOS und Android (siehe HE 12/2013) und Air Video HD für iOS (www.inmethod.com). Das Umleiten der Filmwiedergabe vom Tablet auf den Fernseher ist mit iOS und Airplay einfacher als mit Androiden. Androiden können Filme via UPnP/DLNA auf den Fernseher umleiten, dann muss dieser aber das Videoformat beherrschen. Den Android-Bildschirminhalt kann man ferner via Miracast/Wi-Di auf dem TV zeigen lassen (siehe Box S. 28).

ANDROIDEN STEUERN PER INFRAROT Mit Tablets lassen sich andere Unterhaltungsgeräte nicht nur mit Inhalten versorgen, sondern auch komfortabler steuern. Die Funktionen umfassen dabei viel mehr als nur die gewohnten „Aus/Ein“ und „Laut/Leise“. Statt auf einer Infrarotfernbedienung herumzudrücken, wischt und tippt man einfach 

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Miracast und Wi-Di bringen Android auf den TV Airplay unterstützt in Zusammenarbeit mit einer Apple-TV-Box schon seit Jahren sogenanntes Display-Mirroring. Dabei erscheint alles, was auf dem Tablet-Display stattfindet, gleichzeitig auf dem Fernseher. So kann man beispielsweise auf dem Tablet den Live-TV-Dienst von Zattoo starten und dann als grosses Bild auf dem Fernsehgerät geniessen. Mit Miracast und Wi-Di (Wireless Display) versprechen Androiden ähnliche Funktionen. In den „Kinderjahren“ verärgerte die Technik aber durch Unverträglichkeiten zwischen Mobilgeräten, Zusatzboxen und Fernsehern. Erst seit Android 4.2 ist Miracast fix im Betriebssystem integriert. Auch moderne Smart TV bieten inzwischen Miracast. Ältere Modelle lassen sich mit einer Zusatzbox wie Netgear PTV 3000 aufrüsten und beherrschen dann sowohl Miracast als auch Wi-Di. Miracast unterstützt 1080p-Auflösung und Kinoton (Surround) und zeigte im Test eine leicht bessere Bildqualität als Airplay. Im Test mit unserem Xperia Tablet Z machten wir allerdings eine frustrierende Erfahrung. Sobald das Tablet sich via WLAN mit dem Miracast-Fernseher verbindet, kappt es alle anderen WirelessVerbindungen ins Internet oder Heimnetzwerk. Man kann deshalb nur Inhalte wiedergeben, die sich auf dem Tablet befinden. Auch ein Xperia Z Smartphone scheiterte an der Aufgabe. Dass es auch anders geht, zeigte ein Test mit einem Smartphone Samsung Galaxy S4. Dieses kann parallel eine Miracast-Verbindung und eine WLAN-Verbindung aktiv halten. Man kann also problemlos ein Youtube-Video oder Zattoo via Handy auf dem Fernseher geniessen. Laut Sony sollen die neuen Xperia Z Ultra und Xperia Z1 den Parallelmodus ebenfalls beherrschen.

 auf dem Tablet (siehe HE 11/2013). Prak-

tisch ist dies etwa, wenn man die elektronische Fernsehzeitschrift (EPG) auf dem Tablet hat. Dann muss man nur eine Filmbeschreibung antippen, um das Fernsehgerät auf den richtigen Sender umzustellen oder eine Aufnahme zu programmieren. Die meisten Gerätehersteller bieten SteuerApps für iOS und Android. Die Versionen für das iPad sind meist schneller verfügbar und teilweise umfangreicher. Das iPad verfügt allerdings aber über keinen Infrarotsender. Es kann also nur Geräte steuern, die im Heimnetzwerk eingebunden sind. Android-Tablets können stattdessen jede Infrarotfernbedienung ersetzen. Unser Sony Xperia Z im Test verfügte dazu über einen eigenen Infrarotsender. Installiert man bei-

spielsweise die kostenlose App TVSideView von Sony oder die Alternativen Smart IR Remote oder IR Universal Remote, kann man Tausende Geräte unterschiedlichster Hersteller via Infrarot fernsteuern. Dazu gehören nicht nur Fernseher und Radios, sondern auch die Settop-Box von UPC Cablecom oder die XboxSpielkonsole. Dank Makros (frei definierte Abfolge von Infrarot-Kommandos) kann man ganze Szenarien automatisch ablaufen lassen. Will man mit iOS Geräte via Infrarot steuern, braucht man Zusatzboxen wie Gear4 UnityRemote oder Beacon von Griffin.

EINFACH ODER BESTE QUALITÄT? Als Fazit lässt sich nach einem mehrtägigen Testparcours mit einem Apple iPad Air und dem Sony Xperia Z festhalten, dass iOS vor

STECKBRIEF Hersteller Modell Preis

Apple iPad Air (128 GB) 990 Franken inklusive GPS- und LTE-Fähigkeiten, günstigstes Modell (16 GB/WLAN) 550 Franken

Sony Xperia Tablet Z (16 GB) 630 Franken inklusive LTE, günstigstes Modell (16 GB/WLAN) 500 Franken

Info

www.apple.com/chde

www.sony.ch

Bildschirm

9,7 Zoll mit 2048 x 1536 Bildpunkten

10,1 Zoll mit 1920 x 1200 Bildpunkten

Besonderheiten

viel Speicher, hervorragendes Display, WLAN bis 300 Mbit/s

wasserdicht, mit Micro-SDHC-Speicherkärtchen erweiterbar

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allem durch Einfachheit und Einheitlichkeit begeistert. Wer Lautsprecher mit Airplay hat und seinen Fernseher mit einer Apple-TV-Box ergänzt, erhält eine einfach zu bedienende vernetzte Heimunterhaltung. Sowohl bei der Audioqualität als auch bei der Filmwiedergabe via Airplay muss man aber qualitative Einschränkungen in Kauf nehmen. Die vernetzte Heimunterhaltung mithilfe von Android ist komplexer. Man muss sich dabei mit offenen Standards wie UPnP und DLNA herumschlagen und sich mit den spezifischen Fähigkeiten seines Tablets vertraut machen. Dafür kann man aus seinem Fernseher und seinen Audiogeräten auch das letzte Quäntchen Qualität herauskitzeln. Hat man erlebt, wie sich ein Android-Gerät und ein Lautsprecher dank NFC durch simples „Auflegen“ verbinden, traut man Android in Zukunft auch weitere Vereinfachungen zu. Im audiophilen Bereich mit verlustfreien Musikformaten in hoher Auflösung führt zurzeit kein Weg an UPnP/DLNA vorbei, und in dieser Welt fühlen sich die Androiden wohler. Letztlich ist die Entscheidung auch eine Preisfrage. Während sich Apple als MonopolLieferant seine Geräte recht teuer bezahlen lässt, tobt bei den Androiden ein heftiger Preiskampf, von dem der Käufer profitiert. | Home electronics

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Smart Entertainment [ NEUHEITEN ]

Acer

PC FÜR DEN FERNSEHER Acer bringt mit dem Veriton N4620G einen kleinen, Strom sparenden Windows-PC, der sich an der Rückseite eines TV anbringen lässt. Im kompakten Formfaktor bietet der PC dank neustem i5-Prozessor reichlich Leistung für alle Standard- und Multimedia-Anwendungen. Dank des mitgelieferten VESA-Mount-Kits kann der Anwender den diamantförmigen PC an der Rückseite handelsüblicher Displays oder Fernseher montieren. Er lässt sich so in der Stube unsichtbar verstauen. Der PC kann mit einem Standfuss auch vertikal auf einer Ablage positioniert werden. Der Rechner ist mit einer maximalen Leistungsaufnahme von nur 12 Watt energiesparend und leise. Die integrierte 128-GB-SSD ist geräuschlos. An der Vorderseite besitzt der PC einen Cardreader für Speicherkarten sowie zwei USB-3.0-Anschlüsse. Rückseitig sind vier USB-2.0-Anschlüsse, eine DVI- und eine HDMIDose, eine serielle Schnittstelle und ein Ethernet-Anschluss vorhanden. Drahtlose Verbindungen erfolgen via WLAN: 802.11 a/b/g/n. Der Windows-PC Acer Veriton N4620G ist ab 900 Franken erhältlich. // kh www.acer.ch

Home electronics

Swisscom

Qnap

APP GEGEN BÖSE APPS

LAUTLOSER SPEICHER

Swisscom verschenkt mit „CheckAp“ ein Programm für Android und iOS, das alle auf dem Smartphone installierten Programme auf Sicherheitsund Privatsphären-Probleme prüft. Es kann bei iTunes oder Google Play heruntergeladen werden. Manche Apps gehen mit unseren Daten sorglos um und verlangen mehr Informationen und Berechtigungen, als sie eigentlich benötigen. So braucht eine TaschenlampenApp keinen Zugriff auf Kontaktdaten. Eine Kinderspiel-App muss den eigenen Standort nicht übertragen, schon gar nicht unverschlüsselt. Mit CheckAp können Kunden solche Sicherheitslücken aufdecken. Alle Apps werden mit einer Bewertung versehen, und diese wird einfach verständlich mit Farbcodes und Texten erläutert. CheckAp gibt eine Empfehlung ab und schlägt, wo möglich, alternative, sicherere Apps vor. Die App basiert unter anderem auf Testresultaten der Firma Appthority. Diese berät weltweit vor allem Geschäftskunden, um Sicherheit und Datenschutz der von Mitarbeitern genutzten Apps zu beurteilen und zu gewähren. // kh

QNAP Systems liefert mit dem HS-210 eine geräuschlose Netzwerkfestplatte (NAS). Das mit zwei Festplatteneinschüben (3,5 Zoll) ausgestattete, lüfterlose Gerät kann mit SSD-Festplatten bestückt werden. So liefert es auch in audiophilen Umgebungen Bild und Ton an Musikgeräte oder Fernseher. Der HS-210 unterstützt sowohl DLNA als auch AirPlay. Die Funktionalität lässt sich via App-Center erweitern. Aufgelistet sind dort die Multimedialösungen Plex, Twonky, Logitech Media Server, DVBLink, DJ Station, MusicStation sowie Digital TV Station. Mit dem NAS lassen sich aber auch übliche Dateien und Sicherungen an einem zentralen Ort organisieren und mit Computern, Tablets und mobilen Endgeräten synchronisieren. Von unterwegs kann man mit Tablets und Smartphones und einer speziellen App auf die Daten zugreifen. Der NAS verfügt über zwei USB3.0-Dosen und einen Gigabit-LANAnschluss, hat einen Stromverbrauch zwischen 7 und 12 Watt und ist ohne Festplatten in Onlineshops ab 350 Franken erhältlich. // kh

www.swisscom.ch/checkap

Nokia

GROSS UND SCHARF Beim Windows-Smartphone Lumia 1520 vereint Nokia ein grosses Display mit einer hervorragenden Kamera. Die 20-Megapixel-PureView-Kamera mit optischer Bildstabilisierung speichert jedes Foto im sogenannten Dual-Capture-Modus: einmal in höchster Auflösung und einmal mit geringerer Dateigrösse. Auf dem 6 Zoll grossen Display (1920 x 1080 Pixel) lassen sich Bilder sofort überarbeiten. Videos zeichnet das Lumia 1520 in Full HD auf. Vier Mikrofone sollen für klare Stereoaufnahmen ohne störende Hintergrundgeräusche sorgen. Mit dem grossen Display kann das 1520 eine dritte Spalte mit Live Tiles anzeigen. Damit lassen sich mehr personalisierte Infos auf dem Homescreen platzieren. Verpasste Anrufe und ungelesene E-Mails werden auch im Standby-Modus angezeigt. Mit der Wireless-ChargingStation Nokia DC-50 kann das Smartphone kabellos aufgeladen werden. NFC wird ebenfalls unterstützt. Der 32 GB grosse interne Speicher kann mit Micro-SD-Karten um bis zu 64 GB erweitert werden. Das Nokia Lumia 1520 gibt es in vier Farben – für 900 Franken. // kh

www.qnap.de

www.nokia.com/ch-de

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TV & Heimkino [ TEST - 6 BLU-RAY-PLAYER ]

BLU & FURIOUS // Udo Ratai

Moderne Blu-ray-Player geben Vollgas. Sie laufen sowohl optisch als auch technisch zur Höchstform auf. Wir haben sechs aktuelle Modelle um 200 Franken getestet. Und empfehlen eine höherklassige Alternative.

M

ussten HD-Fans für die ersten Blu-rayPlayer noch mehrere grosskalibrige Franken-Scheine hinblättern, kosten moderne Modelle nur einen Bruchteil davon und bieten zudem eine deutlich bessere Ausstattung. Vor allem punkto Multimedia hat sich einiges getan. So dienen mittlerweile alle erdenklichen Medien wie Festplatten, USB-Sticks, SDSpeicherkarten, PCs, Tablets und Smart phones als Datenquellen.

Markt natürlich insbesondere am Jahresende viele Auslaufmodelle und Sonderofferten bereit. Grundsätzlich raten wir zu Markengeräten – lieber 20 Franken mehr ausgeben.

AUDIOPHILE AUSSTATTUNG Ohne Frage ist der HDMI-Port heute die wichtigste Schnittstelle am Blu-ray-Player. Analoge Ausgänge fallen dagegen immer häufiger weg,

obwohl sie bei Musikfreunden eine grosse Rolle spielen. Als einzige Hersteller im Vergleichstest statten Philips und Pioneer ihre Kandidaten mit Cinch-Buchsen aus, sodass analoger Stereoton ohne Fernseher oder AVReceiver wiedergegeben werden kann. Ein Highlight in der Preisklasse um die 200 Franken ist auch die SACD-Unterstützung des Pioneer. Wer wirklich alle audiophilen

GRENZENLOSE KONNEKTIVITÄT Sechs Blu-ray-Player von 150 bis 250 Franken stellen das Testfeld: LG BP 730, Panasonic DMP-BDT 234, Philips BDP 5600, Pioneer BDP-160, Samsung BD-F 6500 und Toshiba BDX 5400 KE. Dazu kommt als Highend-Alternative „ausser Konkurrenz“ Sonys neues PlayerFlaggschiff BDP-A6000 für 500 Franken. Sie alle können sowohl per LAN-Kabel als auch drahtlos auf das heimische Netzwerk zugreifen. Dies eröffnet neben der Möglichkeit der Bild-, Video- und Musikwiedergabe via DLNA-Stream auch die Tore ins Internet: Apps gestatten den Zugang zu populären Diensten wie Youtube, Facebook und Picasa. Bei LG, Panasonic, Philips und Samsung kommt ein eingebauter Webbrowser hinzu, mit dem man mehr oder weniger komfortabel im Netz surfen kann. Generell gibt es bei der OnlineFunktionalität sowie dem Angebotsumfang aber grosse Unterschiede. Neben den sieben neuen Playern hält der Seite 30

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Register ziehen will, sei auf den fast achtmal so teuren Cambridge Audio Azur 752 BD (Vertrieb: HighEnd Company) verwiesen.

ATTRAKTIVE DREINGABEN Nicht alle 3D-fähigen Blu-ray-Player beherrschen die 2D-zu-3D-Konvertierung. Zwar ist

die Funktion eher eine Spielerei, manche Nutzer legen aber dennoch Wert auf sie – fündig wird man in diesem Testfeld trotzdem nur bei den Playern von Panasonic und LG (der bereits erwähnte Cambridge Audio kann das auch). Die beiden können zusätzlich Bilder und Videos auf 4K (3840 x 2160 Pixel, siehe dazu

PLATZSPARER: TOSHIBA

auch den grossen Report in Home Electronics 11/2013) skalieren, was ihnen in der Praxis bald mehr, bald weniger gut gelingt. Besonders experimentierfreudig zeigt sich LG und legt seinem Player die neue Funkfernbedienung „Magic Remote“ bei, die mittels Handbewegungen gesteuert wird.

Verschwenderisch: Die Fernbedienung besitzt alle wichtigen Tasten, wobei einige davon die gleichen Menüs ansteuern.

Cooler Look: Der Toshiba BDX 5400 KE hat ein kompaktes Gehäuse mit schwarz glänzenden Seiten und einer Deckplatte aus gebürstetem Aluminium.

Puristisch und modern präsentiert sich der Toshiba BDX 5400 KE: Er verzichtet auf analoge AV-Ausgänge und ein Gerätedisplay, legt aber Wert auf Konnektivität. Neben WLAN sind nämlich auch Miracast und Wi-Fi Direct an Bord.

AUSSTATTUNG UND PRAXIS Der kompakte Player bringt nur 860 Gramm auf die Waage. Das Schubladenlaufwerk erzeugt bei eingelegter Disc ein durchgängiges Zirpen. Die Sensortasten sind unsichtbar in der Front integriert – erst wenn man das Gerät einschaltet und die Fläche links neben der Standby-Taste antippt, leuchten die Bedienelemente auf. Leider reagieren sie nur sporadisch auf Befehle. Die Startzeit liegt mit 11 Sekunden im guten Durchschnitt.

mit automatischer Hochformaterkennung und frei wählbarer Begleitmusik auf ihre Kosten.

BILD- UND TONQUALITÄT Toshiba mag es offenbar etwas schärfer. Eingefleischte Cineasten erkennen in Blu-rays nämlich eine minimale Scharfzeichnung, aufgrund derer detailreiche Szenen nicht ganz originalgetreu erscheinen. Das Problem lässt sich aber einfach beheben, indem man im Menü die Schärfeeinstellung „Niedrig“ wählt. Hochskalierte DVDs wiederum profitieren von der

leichten Anhebung. Die DVD-Vollbildwandlung gelingt nahezu perfekt – einzig im zweiten Kapitel von Sechs Tage, sieben Nächte flimmern die Tragflächen des landenden Flugzeugs leicht. Am Klang gibt es nichts auszusetzen. Zwar verzichtet der Hersteller auf analoge AV-Ausgänge, doch lassen sich ältere Receiver ohne HDMI-Technik über S/PDIF mit einer dynamisch klingenden DTS-Neucodierung der Dolby-Formate True HD und Digital Plus versorgen.

MULTIMEDIA Als funktionsfähige Apps stehen nur Youtube und Picasa bereit. Über Netzwerk und USB spielt er neben zahlreichen Videocodecs auch die Audioformate MP3, AAC, WAV und FLAC (Letztgenanntes nur über USB) ab. Hobbyfotografen kommen dank der scharfen Diaschau Home electronics

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Spartanisch: Auf der Rückseite stehen neben der LAN-Buchse nur ein HDMI- und ein koaxialer Digitalausgang bereit. Der USB-Port auf der rechten Gehäuseseite dient der Dateiwiedergabe und unterstützt weder Maus noch Tastatur.

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TV & Heimkino [ TEST - 6 BLU-RAY-PLAYER ]

4K-BILDZAUBERER: LG

Polarisierend: LGs neue Funkfernbedienung „Magic Remote“ navigiert einen Mauszeiger direkt per Hand zum gewünschten OSD-Symbol, steuert aber nur wenige Direktfunktionen an.

Flachmann: Der neue LG BP 730 erreicht mit seinem Slot-in-Laufwerk eine besonders flache Bauweise und lockt mit Extras wie 4K-Upscaling, integriertem WLAN und einer 3D-Simulation.

Der BP 730 von LG verfügt als einziger Bluray-Player im Testfeld über 4K-Upscaling für die neuen Ultra-HD-Fernseher mit 3840 x 2160 Bildpunkten Auflösung. Eine weitere Besonderheit ist LGs neue Funkfernbedienung „Magic Remote“: Sie steuert einen Mauszeiger mittels Bewegungen durch das Menü, funktioniert aber oft schlechter als ein konventioneller Signalgeber.

AUSSTATTUNG UND PRAXIS Wie die meisten Testkandidaten verzichtet der LG auf analoge AV-Ausgänge und begnügt sich mit HDMI, Digitalton per optisches Toslink und LAN. Auf der waagerecht geteilten Front stehen neben einem USB-Anschluss vier Sensortasten und das beleuchtete Slot-inLaufwerk bereit. Letzteres macht einen soliden Eindruck, da es gängige Discs relativ flott einliest und leise agiert. Das fünfstellige Display lässt sich gut ablesen, aber nicht dimmen. Mit 9 Watt benötigt der LG im Betrieb wenig Strom, auch der Schnellstart-Modus ist kein Marketing-Trick: Der Standby-Verbrauch erhöht sich nur auf 1,9 Watt und sorgt dennoch für stark beschleunigte Startzeiten. LGs Videoverarbeitung liefert vier Bildregler und rechnet Blu-ray-Kinofilme auf eine Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln mit 24 Hertz hoch. Leider gibt sie dabei weder extrascharfe Fotos in nativer 4K-Qualität noch dreidimensionale Bilder im MPO-Format aus. Das ist insofern schade, als auch LGs neuster 4K-TV, der 84 LM 960 V, keine Fotos in 4K-Auflösung wiedergeben kann. Für Sonys BDP-A 6000 (S. 38) zählt beides zur Pflicht. Einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt die Magic-Remote-Funk fernbedienung: Sie erfasst die Lage per Gyrosensor und steuert

einen Mauszeiger direkt zum gewünschten OSD-Symbol. Die vor allem anfangs wackelige Navigation ist aber ebenso gewöhnungsbedürftig wie die wenigen auf der stark gewölbten Oberfläche verbliebenen Tasten. Ferner wurde die Disc-Menü-Taste in das On-ScreenMenü ausgelagert. Nutzt man den Webbrowser, akzeptiert der LG eine deutsch belegte USB-Tastatur – bei Youtube will er eine englische. Allerdings stürzte der Südkoreaner trotz der als Highlight angepriesenen Dual-CoreTechnologie bei einigen Internet-Ausflügen ab.

MULTIMEDIA Bei LG hat sich die Zahl der Online-Apps auf knapp 100 Stück erhöht. Darunter finden sich verschiedene Radiodienste (vTuner, Putpat, QTom), der Dauerbrenner Youtube sowie die kostenpflichtigen Online-Videotheken Maxdome und Watchever. Lediglich das beliebte Videoportal Vimeo fehlt. Über Youtube lassen sich HD-Clips maximal in 720p-Qualität geniessen. Der Player zeigt sie meistens mit 50 Hertz, selten mit 60 und nie im originalen 24p-Kinoformat. Aus diesem Grund stockt entsprechendes Material öfter. Über USB, LAN und WLAN spielt der LG zahlreiche Videoformate mit korrekter Bildrate sowie in bester HDTV-Bildqualität ab (AVCHD, DIVX HD, MOV, MPEG-2/4, WMV und XVID). Ärgerlich finden wir nur, dass AVCHD-Camcorder-Videos nach jeder Datei für rund zwei Sekunden durch ein grelles Weissbild mit Ladeanzeige unterbrochen werden. LGs Diaschau wählt übersichtlich Begleitmusik oder Überblend-Effekte aus und erkennt auch die Formate GIF sowie PNG. Neben MP3-Musikdateien gibt der Südkoreaner die Audioformate AAC, FLAC und WAV wieder,

Digital-Trend: Auch beim LG BP 730 finden sich nur noch digitale Schnittstellen wie HDMI oder Toslink.

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allerdings mit kurzer Pause beim Gapless-Test. Legt man eine CD, DVD oder Blu-ray ein, holt sich der LG über den Gracenote-Service die passenden Informationen zu Musik- und Filmtiteln aus dem Internet. Zu guter Letzt lassen sich mit der Miracast-Funktion die Inhalte mobiler Geräte drahtlos einbinden.

BILD- UND TONQUALITÄT Im Gegensatz zu früheren LG-Modellen liefert der neue BP 730 in beiden HDMI-Farbmodi (RGB und YCbCr) originalgetreue Farben und Luminanz-Pegel. Das gilt zumindest im Bildmodus „Standard“, während die Varianten „Bewegung“, „Spielfilm“ oder „Benutzer“ teilweise Potenzial verschenken: Wählt man Letztgenannten mit der rechten Cursortaste an, übersteuern helle Kontraste, was mit der linken Cursortaste nicht passiert. DVDs werden fein, scharf und rauscharm ins 1080p-Format gewandelt. Unsere Testsequenzen gelingen gut, nur Clint Eastwoods Brille in der Rummelplatzszene aus Space Cowboys und der Landeanflug auf Makatea am Ende des zweiten Kapitels in Sechs Tage, sieben Nächte offenbaren ein kurzes Bildflimmern. 1080i-Sequenzen auf Blu-ray-Disc gelingen dem LG wiederum perfekt, Kinofilme in 2D und 3D erscheinen technisch bedingt stets flimmerfrei. LGs 3D-Simulation generiert teils plausible und teils irreguläre Effekte, reduziert aber bei DVDs sowie TV-Material (Bildrate 50 oder 60 Hertz) die Bildschärfe. Die 3D-Regler für Tiefe und Abstand ändern wenig, bei echten 3D-Filmen sind sie gar gesperrt. Das 4K-Upscaling klappt sehr gut und erzeugt feinere Farb- sowie Schärfeübergänge als beim von uns begutachteten, hauseigenen UltraHD-Fernseher 84 LM 960 V. HDMI-Receiver versorgt der Blu-ray-Player mit Bitstream- oder PCM-Mehrkanalton; aus Dolby-HD-Signalen encodierter DTS-Ton steht via Toslink bereit. Als Extra generiert der LG das Tonformat „DTS Neo:6“, verzichtet allerdings auf eine Lip-Sync-Funktion – das sollte dann der Receiver können. Home electronics

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VIDEO-SURFER: PANASONIC

Handlich: Die kleine Fernbedienung ist übersichtlich und liegt dank der Griffleiste auf der Unterseite sicher in der Hand.

Angeschrägt: Das Design des Panasonic DMP-BDT 234 – wie ein umgedrehter Pyramidenstumpf – ist Geschmackssache. Neben WLAN und einem SD-Karten-Leser bietet der flache Player zwei USB-Ports, erkennt aber leider keine USB-Tastatur.

Panasonic setzt beim DMP-BDT 234 auf ein im wahrsten Sinne des Wortes schräges Design, während andere Hersteller zurück zu geraden Formen wechseln. Als BDT 235 gibt es den Player zum gleichen Preis in Silber. Attraktive Merkmale bieten beide Varianten, nämlich drahtlosen Internetzugang mit integriertem WLAN, zwei USB-Schnittstellen plus SD-Karten-Leser hinter der Frontklappe sowie eine 3D-Simulation für 2D-Videos.

AUSSTATTUNG UND PRAXIS Der flache BDT 234 misst keine 4 Zentimeter in der Höhe, wiegt 1,4 Kilogramm und ist mit einem Energiebedarf von knapp 10 Watt sparsam im Verbrauch. Auch der Japaner verzichtet auf analoge AV-Schnittstellen und bietet auf seiner Rückseite entsprechend viel Platz für jeweils einmal HDMI, optischen Digitalton (Toslink) und einen Netzwerkanschluss (LAN). Oben auf dem Gerät übernehmen vier sicher bedienbare Drucktasten die Steuerung der Grundfunktionen. Hinter der Frontklappe kann der zweite USB-Port optional für die Skype-Videotelefonie eingesetzt werden – dafür benötigt man die 150 Euro teure USBVideokamera TY-CC20W. Das Blu-ray-Laufwerk ist nicht immer unhörbar, rauscht aber tonal unauffällig. Spielt man eine CD ab, zeigt das kleine sechsstellige Display am Anfang kurz das Kapitel und wechselt dann auf die Laufzeit. Wer im Standby Strom sparen will, muss sowohl den Schnellstart-Modus als auch den „Gerätefernzugriff“ im Netzwerk-Menü deaktivieren: Der Verbrauch sinkt dann von 5 auf 0,2 Watt, was aber 9 Sekunden mehr Geduld beim nächsten Start kostet. Mit der kleinen Fernbedienung steuert man durch ein gut lesbares Menü, das jedoch öfter das Design oder die Bildwechsel frequenz ändert und sich dann einige Zeit für den Neuaufbau gönnt. Noch zäher erfolgt die Bedienung im Webbrowser, nämlich ausschliesslich über die langsame On-Screen-Tastatur. Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern ignoHome electronics

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riert der DMP-BDT 234 eine am USB-Port angeschlossene Tastatur oder Maus.

MULTIMEDIA Mit direkter Internet-Taste greift der Japaner auf ein Dutzend Dienste zu, soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, Webradioprogramme oder die Bezahldienste Maxdome und Watchever. Clips von Vimeo erscheinen leider zu dunkel und unscharf. Dagegen wirken gute Youtube-Videos knackig wie ab Blu-ray, ruckeln jedoch gelegentlich. Der Grund: Der Panasonic behält meist die im Menü auf PAL oder NTSC festgelegte Frame-Rate, auch wenn ein in 24p angelegter Kinoclip wie „Elysium Trailer 4K HD“ läuft. Zum flüssigen Abspielen von AVCHD-Videos in 2D und 3D ohne Pause beim Dateiwechsel empfiehlt sich der SD-Karten-Slot. Auch MP4- und MPEG-Videos lassen sich von der Speicherkarte wiedergeben. Via Netzwerk und USB stoppt der Panasonic dagegen nach jedem Track und wechselt auf die Ordner-Darstellung. DIVX-Filme verweigert er ebenso wie die Begleitmusik zur Diaschau, regelt dafür aber selbst bei 3D-MPOFotos Helligkeit, Kontrast und Farbsättigung. Das DLNA-Streaming von Audio- und VideoInhalten klappt einwandfrei, bei Fotos zeigt unser Testmuster aber nur das Vorschaubild an und stürzt beim Bildaufruf ab. Musikfreunde können neben MP3- und AAC-Files auch WAV- und FLAC-Dateien wiedergeben; Besitzer eines Smartphones (ab Android 4.2) freuen sich über die Miracast-Funktion. Per Direkttaste auf der Fernbedienung empfängt der Player so drahtlos die Display-Anzeige kompatibler Mobilgeräte und spiegelt die AVInhalte via HDMI auf den Flachbildschirm.

BILD- UND TONQUALITÄT Im Vergleich zum älteren Modell DMP-BDT 220, dessen Videoprozessor mit dem aufwendigen Farbfilter „Chrominanz-Prozess“ arbeitet, zeigt der neue BDT 234 fein zulaufende Farblinien in HDTV-Testbildern gröber. In normalen Filmbildern sieht man davon aber erfreulicherweise nichts mehr: Dank seiner exzellenten automatischen Film-Mode-Erkennung meistert er all unsere DVD-Testsequenzen beinahe perfekt. Im manuell erzwingbaren Filmmodus werden die Flimmerstörungen gänzlich eliminiert, selbst aus sehr schwierigen Szenen. Der dreistufige Schärferegler wirkt nun nicht mehr in Fotos, während Kinofilme auf Blu-ray sichtbar knackiger erscheinen: Details wie das Filmkorn im Schwarz-Weiss-Intro von Casino Royale oder der feine Maschendraht in der Laufkatze des Baukrans treten fein hervor, ohne plakativ zu wirken beziehungsweise hässliche Säume zu produzieren. Farben und Videopegel stimmen in allen manuell wählbaren HDMI-Farbmodi (YCbCr-4:4:4, YCbCr4:2:2 und RGB-Standard). Selbst der Modus „RGB erweitert“ liefert nun – passend für PCMonitore – gespreizte Pegel, was beim Test des grossen Bruders BDT 335 zuletzt nicht funktionierte. Die 3D-Simulation erweist sich dagegen eher als Spielerei, da sie das Filmbild selbst flach belässt und es je nach Einstellung mehr oder weniger weit nach hinten platziert. Praktische Ton-Features sind die per Options-Taste aktivierbare Dialoganhebung sowie der für Film und Musik umschaltbare RaumklangModus „DTS Neo:6“. Leider hat Panasonic beim BDT 234 neben den analogen Tonausgängen auch die früher noch vorhandene LipSync-Funktion eingespart.

Viel Platz: Auch in der mittleren Preisklasse muss man sich an fast leere Anschlussfelder gewöhnen. Dafür ist WLAN beim Panasonic DMP-BDT 234 bereits integriert.

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TV & Heimkino [ TEST - 6 BLU-RAY-PLAYER ]

ABGESPECKT: PHILIPS

Bekannt und bewährt: Philips legt all seinen Blu-rayPlayern seit geraumer Zeit die gleiche Fernbedienung bei. Sie liegt gut in der Hand und kommt mit wenigen Tasten aus: „Stop“ und „Eject“ teilen sich einen Platz.

Sparmassnahme: Der Philips BDP 5600 kostet genauso viel wie sein Vorgänger, bietet aber weniger Ausstattung. Trotzdem punktet er mit eingebautem WLAN sowie einem reichhaltigen Internetangebot.

Der Philips BDP 5600 knüpft mit zahlreichen Apps Kontakte in der ganzen Welt und spielt dank integriertem WLAN auch im heimischen Netzwerk die gängigsten Dateiformate inklusive 3D-MPO-Fotos ab. Allerdings hat er gegenüber seinem Vorgänger BDP 5500 punkto Ausstattung abgespeckt und zudem ein Facelift erhalten.

AUSSTATTUNG UND PRAXIS Er ist der einzige Player im Testfeld, der analoge Audio- und Videoausgänge besitzt (Cinch, FBAS) – natürlich ergänzend zu den digitalen Schnittstellen. Leider hat der Hersteller an

einigen Punkten den Rotstift angesetzt. So verfügt der BDP 5600 zwar ebenfalls über zwei USB-Schnittstellen, die jedoch in erster Linie dem Anschluss externer Speichermedien dienen – die optionale Skype-Kamera für Videotelefonate wird nicht mehr akzeptiert. Ferner wurde die Unterstützung von USBTastaturen eingeschränkt: Eingaben erkennt der Player nur noch innerhalb der YoutubeApp, allerdings nicht im Webbrowser. Der SD-Karten-Slot zum Speichern von BD-LiveExtras ist ebenfalls verschwunden. Auch optisch unterscheidet sich der BDP 5600 von seinem Vorgänger: Statt auf der Oberseite sind

die Bedientasten nun in der Front eingelassen. Die Laufwerkslade fährt ein wenig ungleichmässig heraus, hinterlässt sonst aber einen soliden Eindruck. Zum Einlesen einer Blu-ray benötigt der Player rund 18 beziehungsweise 30 Sekunden bei Scheiben mit BD-Java-Menü. Vom Einschalten bis zur Betriebsbereitschaft vergehen knapp 14 Sekunden. Im SchnellstartModus verkürzt sich die Zeit dann aber um mehr als die Hälfte; der Standby-Verbrauch steigt nur von 0,2 auf immer noch geringe 1,7 Watt an. Schade hingegen, dass die Videoverarbeitung nur fünf feste Modi zur Verfügung stellt.

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MULTIMEDIA Philips’ Smart-TV-Portal ist für Internetfreunde eine Fundgrube: Neben einem Webbrowser (ohne Flash-Unterstützung) sind darin bereits ab Werk die populärsten Apps installiert. Dazu gehören zum Beispiel Facebook, Youtube, Picasa sowie diverse Musikund Videodienste. In der App-Gallery lassen sich viele weitere Anwendungen herunterladen – durch Auswahl eines anderen Landes (grüne Taste auf der Fernbedienung) kann das Angebot sogar nochmals vergrössert werden. Die teilweise extrem langsamen Reaktionen auf Befehle und die häufig eingeblendete Ladeanzeige trüben den Spass an der OnlineFunktionalität ein wenig. Wem Youtube-Clips in 720p-Qualität (maximal) oder die Musikauswahl von Aupeo, Napster und Co. nicht ausreichen, der kann den Philips-Player natürlich auch mit eigenen Multimediadateien füttern: Über ein Netzwerk, USB sowie das Disc-Laufwerk werden zahlreiche Audio-, Video- und Bildformate unterstützt – ärgerlich ist nur, dass keine unterbrechungsfreie Wiedergabe möglich ist. Immerhin sind Lieder und Fotos parallel abspielbar, sodass man zum Beispiel die Diaschau nach den Ferien mit stimmiger Begleit-

Zusatzleistung: Als einer der wenigen modernen Blu-ray-Player bietet der Philips BDP 5600 neben Digitalanschlüssen auch analoge AV-Ausgänge. Ferner gibt es sowohl auf der Front- als auch auf der Rückseite einen USB-Port.

musik untermalen kann. Tablet- und Smartphone-Besitzer dürften die Miracast-Funktion sowie den Wi-Fi-Direct-Modus vermissen.

BILD- UND TONQUALITÄT Solange sich der BDP 5600 mit dem Display via HDMI auf das YCbCr-Farbmodell einigt, besticht er bei DVDs und Blu-rays durch feine Skalierung, gute Vollbildwandlung sowie natürliche Farben. Selbst unsere schwierigen DVD-Testsequenzen wie die Flugzeuglandung auf Makatea in Sechs Tage, sieben Nächte oder die Rummelplatz-Szene aus Space Cowboys kommen nahezu perfekt zur Geltung. Bei der HDMI-Ausgabe im RGB-Farbmodus sind dagegen grüne Farben betont und rote zu schwach gesättigt, was Abzüge beim Labortest zur Folge hat. Von den fünf Bildmodi liefert „Standard“ die besten Ergebnisse – die Einstel-

lungen „Lebhaft“ und „Animation“ sorgen dank intensivierten, satten Farben auf den ersten Blick zwar für eine durchaus kräftigere Darstellung, übersteuern jedoch die Kontraste. Auf die 2D-zu-3D-Konvertierung, welche beim Vorgänger noch an Bord war, muss man nun verzichten. Natives 3D-Material von Blu-rayDiscs gibt der Player einwandfrei wieder. Der Komfort der analogen Audioanschlüsse bleibt ebenfalls erhalten. So gibt der BDP 5600 am Stereoausgang linealglatte Frequenzgänge aus, was insbesondere für Besitzer kleiner beziehungsweise älterer Verstärker ein entscheidendes Kriterium ist. Auf Wunsch wandelt der Neo:6-Modus aus dem Hause DTS herkömmliche Stereosignale in (virtuellen) Sechs-Kanal-Ton um. Mit einer Lip-SyncFunktion zum Ausgleich von Bild- und Tonversatz kann der Player leider nicht dienen.

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TV & Heimkino [ TEST - 6 BLU-RAY-PLAYER ]

SMART: SAMSUNG

Handlich: Die kleine Fernbedienung verbessert die Übersicht durch weisse Wiedergabetasten, die im Dunkeln eine Zeit lang nachleuchten.

Komfort-König: Der Samsung BD-ES 6000 hat nur noch Platz für wenige Schnittstellen. Das gleicht er mit integriertem WLAN, attraktiven Internetangeboten sowie komfortabler Bedienung des Webbrowsers über eine USB-Tastatur aus.

Seinem kleinen Bruder BD-F 5500 für etwa 140 Franken hat der Samsung BD-F 6500 unter anderem integriertes WLAN sowie die neueste Bedienoberfläche „Smart Hub 2013“ voraus – sie verwaltet die Multimedia-Anwendungen übersichtlicher. Das reichhaltige Internetangebot ergänzt ein Webbrowser, der Texteingaben über angeschlossene USB-Keyboards versteht. 4K-Upscaling bleibt dem Blu-ray-Flaggschiff BD-F 7500 vorbehalten.

den Tasten für Play/Pause, Suchlauf und Sprung lässt sich der Samsung flott steuern. Beim Surfen mit dem Webbrowser unterstützt der BD-F 6500 sogar eine USB-Tastatur und/ oder -Maus, wobei man auch eine deutsche Tastenbelegung einstellen kann. Dummerweise funktioniert das nicht bei der Yotubeoder Vimeo-Suche – hier bleibt nur die zähe, zeitintensive Eingabe per eingeblendete Bildschirmtastatur.

Wiedergabe nach jedem Schnitt für gut zwei Sekunden und blendet störende Infos ein. Lob verdient sich der BD-F 6500 für die 24p-Kinoausgabe via USB und DLNA sowie das über die Taste „Full Screen“ aufziehbare Bildformat. Die Diaschau spielt Begleitmusik ab, sortiert Fotos nach Datum und zeigt 32 Vorschaubilder an. Praktisch: Die Regler für Schärfe, Kontrast, Helligkeit sowie Farbton und Rauschfilter wirken auch bei Fotos, selbst in 3D.

AUSSTATTUNG UND PRAXIS

MULTIMEDIA

BILD- UND TONQUALITÄT

Das kompakte Gerät wiegt gerade einmal 1,2 Kilogramm und beschränkt sich auf die wichtigsten Anschlussmöglichkeiten: Hinten ist es neben HDMI und LAN ein optischer Ausgang für Digitalton, vorne ein USB-Port. Oben rechts steuern vier im Kreis angeordnete Sensortasten die Hauptfunktionen wie den Wiedergabestart oder den Schubladenmechanismus. Trotz Leichtbauweise arbeitet das Laufwerk meist leise, auch wenn es mit Bluray-Discs gelegentlich ein leises Surren oder Pfeifen von sich gibt. Dafür werden selbst Scheiben mit BD-Java-Menü wie Men in Black innerhalb von 20 Sekunden eingelesen. Das grosszügig dimensionierte Display zeigt während des Films gut sichtbar die verstrichene Zeit an. Bei aktivierter SchnellstartFunktion ist nur das Display abgeschaltet – de facto bleibt der Samsung voll in Betrieb und verbraucht dann mit 7,7 Watt kaum weniger als im Betrieb (7,9 Watt). Immerhin fährt er auch ohne Schnellstart-Modus innert 8 Sekunden hoch und zeigt sich mit 0,2 Watt Energiebedarf im Standby äusserst sparsam. Über die handliche Fernbedienung mit leuchtenden beziehungsweise fluoreszieren-

Über die Taste „Smart Hub“ greift der BD-F 6500 auf derzeit 25 vorinstallierte Onlineportale zu, rund 100 weitere können über „Samsung Apps“ – sortiert nach den Sparten Video, Spiel, Sport, Lifestyle, Information oder Bildung – heruntergeladen werden. Neben sozialen Diensten wie Facebook und Twitter gibt es alle wichtigen Videodienste wie Watchever (kostenpflichtig) sowie Youtube und Vimeo. Internetradiosender empfängt die vTuner-App, Musikvideos gibt es bei Putpat und QTom. Passend zum Quellmaterial stellt der Samsung automatisch korrekte Bildraten von 24, 50 oder 60 Hertz ein, während Videoclips bei der Konkurrenz oft stocken und ruckeln. HD-Beiträge von Youtube bleiben aber auf 720p-Qualität begrenzt. Der Mediaplayer spielt per NetzwerkStream (DLNA) und USB zahlreiche Audiound Videodateien ab. Unter anderem unterstützt er MP3, FLAC, AAC, AVCHD, MPEG-2/4, MP4, DIVX HD, WMV und MOVDateien sowie Festplattenmitschnitte im TSFormat. Einziges Manko: AVCHD-Videos spielt der Samsung nicht lückenlos ab wie die neusten Sony-Player, sondern unterbricht die

Im Vergleich zu den Modellen BD-ES 6000 und E 6100 hat Samsung noch ein wenig an der Bildqualität gefeilt. So aktiviert der BD-F 6500 im neuen Menüpunkt „DVD 24 fps konvertieren“ die sogenannte Inverse-Telecine-Funktion, die Codefree-NTSC-DVDs statt mit 60 Hertz ruckelarm in der originalen 24-HertzBildrate ausgibt. Auch unsere für den FilmMode-Test oft benutzte PAL-DVD Space Cowboys läuft eine Spur stabiler: Der Samsung zeigt den Bauzaun am Rummelplatz jetzt ohne Zeitverzug stabil und ruhig. Leichtes Flimmern fällt nur in der oft zitierten Strandszene aus Sechs Tage, sieben Nächte auf. TV-Material auf DVD und sämtliche Testsequenzen auf Bluray-Disc meistert der BD-F 6500 dagegen perfekt. Zudem stimmen Schärfe und Videopegel in allen HDMI-Farbmodi (Auto, YCbCr-4:4:4, RGB-Standard und RGB erweitert). Mit seinen vollständigen Bildreglern und dem feinen DVD-Upscaling kann er punkten, auch wenn eine 3D-Konvertierung für normale Videos fehlt. Audioseitig gibt Samsungs Blu-ray-Player alle modernen HDMI-Hochbit-Formate aus, spart allerdings mit Extras wie Lip-Sync-Funktion oder gar SACD-Unterstützung. Da er keine analogen Anschlüsse besitzt, bestimmt einzig das angeschlossene Wiedergabegerät die Klangqualität. Via Toslink werden ältere AV-Receiver mit neu encodiertem 5.1-DTSTon versorgt. Letzterer überträgt Dolby-HDBitstream-Signale mit mehr Dynamik als der datenreduzierte Dolby-Kern.

Ausgedünnt: Das spärlich besetzte Terminal begnügt sich mit drei digitalen Schnittstellen für LAN, HDMI und optischen S/PDIF-Ton; WLAN ist integriert.

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SUPER AUDIO, SUPER BILD: PIONEER

Funktional: Die Fernbedienung wirkt nicht besonders hochwertig, ist aber übersichtlich und liegt gut in der Hand.

Wohlklang-Signal: Das klassische Hifi-Design und die SACD-Unterstützung sprechen die anvisierte Klientel direkt an. Dazu spielt der Pioneer BDP-160 drahtlos zahlreiche Multimediadateien ab und zeigt Youtube-HD-Videos flüssig.

Der BDP-160 kostet mit integriertem DrahtlosModul nur 260 Franken. Tradition hat bei Pioneer die Unterstützung von Smartphones. Mit geeigneten Geräten kann sich der BDP-160 per Wi-Fi-Direct ohne Umweg über einen Router verbinden. Zudem spielt er zahlreiche AVCodecs ab, beschränkt sich aber im Internet auf die Dienste Youtube und Picasa. Ein Highlight für die audiophile Kundschaft ist die Wiedergabe von Super-Audio-CDs, die kein anderer Player in diesem Testfeld beherrscht.

AUSSTATTUNG UND BEDIENUNG Zunächst begeistert er durch hochwertigen analogen Stereoton. Beim Abspielen von CDs und SACDs zeigt das Display nur die abgelaufene Zeit ohne Kapitel an, lässt sich aber immerhin sehr dunkel dimmen. Der Schnellstart-Modus beschleunigt das Einschalten auf knapp 3 Sekunden, benötigt im Standby jedoch fast so viel Strom wie der Player im Betrieb. Man sollte die Funktion daher lieber deaktivieren, zumal sie sich nicht auf den sehr langsamen Einlesevorgang von Blu-rays auswirkt: Der BDP-160 benötigt für simpel gemasterte Scheiben wie Königreich der Himmel bereits 36 und für Discs mit BD-Java-Menü wie Men in Black gar 52 Sekunden – gut doppelt so lange wie der Samsung BD-F 6500 (siehe S. 36). Gelegentlich wird beim Einlesen ein leichtes Pfeifen hörbar, das in der Regel allerdings kurz nach dem Filmstart nachlässt. Mit 6,9 Watt zählt der Pioneer zu den sparsamsten Testkandidaten. Im Menü lassen sich alle HDMI-Farbmodi sowie sämtliche Auflösungen von 576i bis 1080p manuell wählen – nur die native Ausgabe des Quellmaterials beherrscht der Japaner im Gegensatz zu früheren Modellen nicht mehr. Schlecht umgesetzt sind die Bildregler für Helligkeit, Kontrast, Farbton und Sättigung sowie die Filter für Schärfe, CTI und Rauschen: Sie können nur bei gestoppter Wiedergabe im schwarz hinterlegten On-ScreenMenü eingestellt werden, also ohne jede Kontrolle des laufenden Bilds. Home electronics

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MULTIMEDIA Youtube-Videos zeigt der Pioneer wie die meisten Blu-ray-Player des Testfelds trotz Ausgabe im Full-HD-Format maximal in 720pQualität. Anders als beim Vorgänger BDP-150 gelingt jedoch nun die originale 24p-Darstellung von Kinoclips wie „Elysium Trailer 4K HD“. Auch zu TV-Reportagen auf Youtube stellt der neue BDP-160 je nach Quellmaterial die passende PAL- oder NTSC-Bildrate automatisch ein. Bei ausreichender Bandbreite der Internetverbindung werden die Clips flüssig und ruckelfrei wiedergegeben. Dass der Japaner keine USB-Tastatur unterstützt, ist nachvollziehbar, besitzt er doch weder weitere Smart-TV-Angebote noch einen Webbrowser. Dagegen fällt die Liste der unterstützten Multimediaformate erfreulich lang aus: Über DLNA-Netzwerk und USB spielt der BDP-160 fast jedes Video ab (DIVX HD, AVCHD, MPEG, MP4, WMV, MKV, MOV, XVID). Hier gefielen uns wiederum die meist korrekt eingestellten Bildraten (24, 50 und 60 Hertz) sowie die nahtlose Wiedergabe von AVCHDCamcorder-Videos. Auch die scharfe Diaschau mit Begleitmusik überzeugte, zumal der Player verglichen mit seinem Vorgänger endlich 3DFotos im MPO-Format verarbeitet. Musikfans dürfen sich zudem über die flexible Wiedergabe verschiedener Audioformate (FLAC, WAV, MP3, OGG) freuen – nur die nahtlose (Gapless-)Wiedergabe unterteilter Dateien wie zum Beispiel auf Live-Alben gelingt nicht. In Verbindung mit einem Pioneer-Receiver optimieren Funktionen wie „Sound Retriever Link“ oder „Stream Smoo-

ther Link“ dezent die Qualität komprimierter Audio- und Videodateien. Die Bedienung per Smartphone gelingt über die kostenlose iControlAV2-Applikation für Android und iOS.

BILD- UND TONQUALITÄT Videotechnisch glänzt der Blu-ray-Player mit feinem DVD-Upscaling, zeichnet Details aufgrund des fast unwirksamen Schärfereglers aber etwas weicher als die Konkurrenz durch. Trotzdem meistert die Vollbildwandlung fast alle komplexen Szenen aus dem Film Sechs Tage, sieben Nächte – den Landeanflug auf Makatea, die Begrüssung am Flugplatz sowie den Kameraschwenk über den Strand – mit Bravour. Ebenso gelingt in Space Cowboys die Darstellung der Holzlatten auf dem Rummelplatz durchgängig flimmerfrei; nur in ganz wenigen anderen Szenen sichten scharfe Augen ein kurzes Bildflimmern. Die Tests mit Blu-ray-Sequenzen in verschiedenen HDTVFormaten gelingen perfekt sowie mit stimmigen Farben: Sie bleiben auch im RGB-Farbmodus ausgewogen, während der Vorgänger aufgrund eines leichten Grünstichs zuletzt einige Punkte im Labortest liegen liess. Extras wie eine 2D-zu-3D-Konvertierung oder regelbare 3D-Effekte sind nicht vorhanden. Viel Freude bereitet der toll klingende analoge Stereoton. Mehrkanalton von SACD (DSD-Stream) sowie hochwertigen BitstreamTon von Blu-ray-Disc überträgt der BDP-160 über HDMI an den AV-Receiver. Darüber hinaus lässt sich im Stopp-Modus mit der Taste „CD/SACD“ zwischen CD-Ton und SACDStereo- und Mehrkanalton umschalten.

Inklusive analogen Stereotons: Pioneer hält die Fahnen für die Musikfreunde unter den Heimkino-Fans hoch und spendiert dem BDP-160 neben einem SACD-Laufwerk auch hochwertige analoge Stereoausgänge.

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TV & Heimkino [ TEST - 6 BLU-RAY-PLAYER ]

Alternative: Sony BDP-A6000

Kurz vor Abschluss dieser Ausgabe konnte Home Electronics eines der raren Testexemplare des Blu-ray-Player-Flaggschiffs von Sony ergattern und ausprobieren. Natürlich konnten wir nicht jede Funktion auf alle Feinheiten abklopfen, zum Teil prüften wir nur ansatzweise. Was wir allerdings sehen und hören konnten, hat uns meist überzeugt, zum Teil begeistert. Der BDP-A6000 für 500 Franken – da gibt es weit teurere Abspieler am Markt – geht glatt als Highend-Alternative durch. Der teuerste Abspieler im Sony-Sortiment glänzt schon mit guter Auspack- und Anfassqualität. Die Japaner machen offenbar Ernst: Ausser mit neuen Highend-Audio-Komponenten (siehe Seite 6) möchte man auch im Heimkino-Segment wieder oben auf der Wertigkeitsskala stehen. Wichtigster innerer Wert ist natürlich der Upscaler, der Blu-ray-Discs und andere Quellen auf das neue, mit viermal so vielen Pixeln wie HD deutlich schärfere 4K hochrechnet. Diese Skalierung bekam schon der Top-Fernseher Sony Bravia X 9 (Home Electronics 11/2013) superb hin, aber dieser Spieler schien noch mehr Farbtiefe, noch mehr Details, noch mehr Schwarzschattierungen zum angeschlossenen, 4K-tauglichen Fernseher zu transportieren. Wir haben das ausprobiert mit einigen Spielfilmen auf BD, die Sony als „Mastered in 4K“ anpreist. Es handelt sich dabei nicht um natives 4KMaterial, aber die Wirkung war auch so massiv. Wer also schon einen 4K-tauglichen Fernseher hat oder den Kauf erwägt, sollte gleich zu einem Zuspieler wie dem BDP-A 6000 greifen. Der glänzt nämlich auch bei dem einzigen zurzeit für Konsumenten erhältlichen und nutzbaren 4K-Material, hochauflösenden Fotos, mit einer Schärfe, die ihresgleichen sucht. Freilich: Den vollen Upscaling-Effekt gibt es nur bei Hollywood-Ware, die mit 24 Vollbildern pro Sekunde (24p) läuft. Alle Einstellungen zur Videoausgabe müssen auf „Auto“ stehen. Erfahrene Fachkollegen raten zudem, das HDMI-Anschlusskabel möglichst kurz zu halten. Zum Test geladene Konzertmitschnitte auf BD, auf deren Rückseite ganz klein der Hinweis auf 50- oder 60-Hertz-Bild stand, spielte der Sony „nur“ mit 1080 Vollbildzeilen ab. Doch auch als normaler BD-Player überzeugt der Bildkünstler und entpuppte sich zudem trotz (minimalen) Laufwerksgeräuschen als Klangmeister. Er spielt SACDs und MehrkanalFilmton so gut wie nur wenige auf Wohlklang getunte Spezialisten ab. // lbr

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STECKBRIEF Hersteller Modell Info www. Preis

LG BP 730 lg.com/ch_de 200 Franken

Panasonic DMP-BDT 234 EG panasonic.ch 200 Franken

MASSE, GEWICHT, VERBRAUCH Abmessungen (H x B x T) Gewicht Stromverbrauch

3,75 x 43 x 20,3 cm 1,5 kg Standby 0,3/Betrieb 9,2 Watt

3,8 x 43 x 18,5 cm 1,4 kg Standby 0,2/Betrieb 9,4 Watt

1/–/– 1/1/– –/–/– 1/– •/• –

1/–/– 1/1/– –/–/– 2/1 •/• –

Blu-ray, DVD, CD BD-R, BD-RE DVD-RAM, DVD-R, DVD-RW •/• AVCHD, DIVX HD, MKV, MP4, MOV, MPEG, XVID MP3, WMA, FLAC, AAC JPG, GIF, PNG, MPO Bitstream und PCM DTS-HD, Dolby True HD

Blu-ray, DVD, CD BD-R, BD-RE DVD-RAM, DVD-R, DVD-RW •/• AVCHD, MKV, MP4, MOV, MPEG, XVID MP3, WMA, FLAC, AAC JPG, MPO Bitstream und PCM DTS-HD, Dolby True HD

• •/• • • –/– – – •/• •/– • – DTS Neo:6 • online – – – • • – 4K-Upscaling, Gracenote-Service

• •/• • – –/– – – •/• •/– • – DTS Neo:6 • online – – – • • – Skype-Option per optionale USB-Kamera

+ überzeugende Bildqualität + ordentliches 4K-Upscaling + gute Netzwerkfunktionalität − langsame Magic Remote

+ beste Bildqualität im Test + praktische Ton-Features − durchschnittliche Netzwerkfunkt. − Webbrowser verbesserungswürdig

ANSCHLÜSSE Video: HDMI/Scart/Cinch-AV Digital-Audio: HDMI/optisch/koaxial Analog-Audio: 2.0/5.1/7.1 USB/SD LAN/WLAN Sonstige

WIEDERGABE Disc-Formate Blu-ray-Rohlinge DVD-Rohlinge Internet/DLNA Videoformate Audioformate Fotoformate HD-Ton über HDMI Mehrkanal-Decoder HD-Ton

FEATURES 24p-Bildausgabe bei Blu-ray 3D-Wiedergabe/3D-Konvertierung 3D-Tiefenanpassung 4K-Upscaling Native Wiedergabe 4K-Video/4K-Foto Automatikausgabe native Auflösung Anzeige der Datenrate Anpassung Helligkeit/Kontrast Anpassung Schärfe/Rauschminderung HDMI-Farbcodierung umschaltbar Speicher für BD-Live Virtueller Raumklang Dynamikbegrenzung Firmware-Update Fernbedienung beleuchtet Gedrucktes Handbuch Netztrennschalter DVD-Layerwechsel ohne Pause Abschaltautomatik Lüfter Besonderheiten

+

WERTUNG MAGAZIN

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Philips BDP 5600 philips.ch 200 Franken

Pioneer BDP-160 sacom.ch 260 Franken

Samsung BD-F 6500 samsung.ch 200 Franken

Toshiba BDX 5400 KE toshiba.ch 150 Franken

4,4 x 36,3 x 22,2 cm 1,1 kg Standby 0,2/Betrieb 6,7 Watt

5,8 x 43,5 x 25 cm 2 kg Standby 0,2/Betrieb 6,9 Watt

3,9 x 36 x 19,6 cm 1,2 kg Standby 0,2/Betrieb 7,9 Watt

3,7 x 29,1 x 20 cm 0,9 kg Standby 0,4/Betrieb 6,8 Watt

1/–/1 1/1/1 1/–/– 2/– •/• –

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Blu-ray, DVD, CD BD-R, BD-RE DVD-RAM, DVD-R, DVD-RW •/• AVCHD, DIVX HD, MKV, MP4, MOV, MPEG, WMV, XVID MP3, WMA, FLAC, AAC, OGG JPG, GIF, PNG, MPO Bitstream und PCM DTS-HD, Dolby True HD

Blu-ray, DVD, CD, SACD BD-R, BD-RE DVD-RAM, DVD-R, DVD-RW •/• AVCHD, DIVX HD, MKV, MP4, MPEG, MOV, XVID MP3, WMA, FLAC, OGG, AAC JPG, MPO Bitstream und PCM DTS-HD, Dolby True HD

Blu-ray, DVD, CD BD-R, BD-RE DVD-RAM, DVD-R, DVD-RW •/• AVCHD, DIVX HD, MKV, MP4, MOV, MPEG, XVID MP3, WMA, FLAC, AAC JPG, GIF, PNG, BMP, MPO Bitstream und PCM DTS-HD, Dolby True HD

Blu-ray, DVD, CD BD-R, BD-RE DVD-RAM, DVD-R, DVD-RW •/• AVCHD, DIVX HD, MKV, MP4, MOV, MPEG-2, XVID MP3, WAV, FLAC, AAC JPG, GIF, PNG Bitstream und PCM DTS-HD, Dolby True HD

• •/– – – –/– • – –/– –/– – – DTS Neo:6 • online, USB – • – • • – analoge AV-Ausgänge

• •/– – – –/– – • •/• •/• • – – • online, USB – • – • • – SACD-Wiedergabe

• •/– – – –/– – – •/• •/• • 1 GB DTS Neo:6 • online, USB, Disc – • – • • – schnelles Laufwerk

• •/– – – –/– – • •/• •/– • – – • online, USB, Disc – • – • • – kompakte Bauweise

+ gute Bildqualität + analoge Ausgänge − unterdurchschnittliche Netzwerkfunkt. − unterdurchschnittliche Ausstattung

+ bester Klang im Test + überzeugende Bildqualität − unterdurchschnittliche Netzwerkfunkt. − langsames Laufwerk

+ sehr gute Netzwerkfunkt. + überzeugende Bildqualität − flüssige HD-Videos über Youtube − keine analogen Schnittstellen

+ sehr gute Bildqualität + tauglicher Mediaplayer − unterdurchschnittliche Netzwerkfunkt. − spärliche Ausstattung

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TV & Heimkino [ FILMTIPPS ]

WIEDERBELEBT // Dani Maurer, outnow.ch

Titel: The Lone Ranger Jahr: 2013 Regie: Gore Verbinski Schauspieler: Armie Hammer, Johnny Depp, Helena Bonham Carter Hersteller/Vertrieb: Disney Home Entertainment

Jede Zeit hat ihre Helden. Einige sterben schon im Film, andere gehen schlicht vergessen. Es sei denn, findige Regisseure graben Geschichten von früher aus und schenken den alten Helden ein neues Leben.

W

Titel: Star Trek: Into Darkness Jahr: 2013 Regie: J. J. Abrams Schauspieler: Chris Pine, Benedict Cumberbatch, Zachary Quinto Hersteller/Vertrieb: Rainbow Home Entertainment

Titel: The Muppets (Die Muppets) Jahr: 2011 Regie: James Bobin Schauspieler: Jason Segel, Amy Adams, Kermit der Frosch, Miss Piggy Hersteller/Vertrieb: Disney Home Entertainment

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as hat Johnny Depp nicht schon alles gespielt: einen mordenden Barbier in Sweeney Todd, den stets besoffen wirkenden Captain Sparrow in Pirates of the Caribbean oder auch Ichabod Crane in Sleepy Hollow. Seine Wandlungsfähigkeit scheint keine Grenzen zu kennen, denn in The Lone Ranger gibt der gute Mann den Indianer Tonto, wobei man ihn unter seiner dicken Schminke und dem toten Vogel auf dem Kopf fast nicht erkennt. Da er aber mit Regisseur Gore Verbinski (sie drehten zusammen die ersten drei PiratenTeile) einen alten Bekannten an der Seite hat, darf man sich auch in The Lone Ranger auf seine flapsige Art freuen. Die Geschichte des Westerns, der Anfang des letzten Jahrhunderts als Comic und TVSerie seinen Ursprung hatte, wird ein bisschen konfus erzählt. Sie beginnt nämlich mit einem uralten Indianer, der eine schier unglaubliche Geschichte zum Besten gibt. Darin taucht dann endlich auch der Titelheld auf, etwas zurückhaltend gespielt von Armie Hammer (The Social Network, J. Edgar), der sich in der kurligen Welt von Depp/Tonto erst noch zurechtfinden muss. Das versucht er mit britischer Steifheit und ungläubigen Blicken. Wenn aber zum ersten Mal Dinge in die Luft fliegen, passt er sich den Geschehnissen wunderbar an. Von da an fräst das Duo mit Vollgas durch den etwas lang geratenen Film und verströmt gute Laune mit explosiven Momenten. Wenn TV-Serien von früher neu aufgelegt werden, dürfen natürlich die Abenteuer des Raumschiffs „Enterprise“ nicht fehlen. Die Crew um den jungen Captain Kirk geht mittlerweile bereits in die zwölfte Film-Runde. In Star Trek: Into Darkness wird die Sternenflotte von einem oberüblen Terroristen bedroht. Der schlägt in deren Hauptquartier in San Francisco zu und muss nun vor Kirk und Mister Spock fliehen, welche die Verfolgung aufneh-

men. Wie sich herausstellt, ist dieser Unbekannte dabei gar nicht so fremd im Star-TrekUniversum. Und weil er zudem noch von Benedict Cumberbatch (Sherlock, Inside Wikileaks) überzeugend gespielt wird und äusserst bedrohlich auftritt, nimmt ihn sogar der hitzköpfige Captain Kirk ernst. Star Trek: Into Darkness ist actionreich, bildgewaltig und bombastisch. Die Story lebt von einer nicht offensichtlichen Trennung zwischen Gut und Böse, was dem Spass auch eine gehörige Portion Spannung verleiht. So viel Kawumm hätten William Shatner und Leonard Nimoy früher jedoch nicht nötig gehabt.

LASST DIE PUPPEN TANZEN Zu guter Letzt gehts in Jim Hensons Puppenstube. Die Muppet Show war in den siebziger und achtziger Jahren als TV-Show enorm erfolgreich. Ob Kermit der Frosch, Fozzie der Bär oder die beiden Zyniker Waldorf und Statler auf dem Balkon, man kannte und liebte die Stofffiguren. In mehr als 100 Ländern wurden die rund 120 Folgen der knapp halbstündigen Show ausgestrahlt. In Deutschland, und somit auch für die Schweiz, lief die Serie im ZDF. Es war längst überfällig, dass 2011 mit The Muppets die bekannten Puppen wieder ins Gedächtnis der Jugend gerufen wurden. Der Film ist fetzig und mit schmissigen Songs unterlegt. Die Story: Die Crew kämpft um ihr altes Theater, das abgerissen werden soll. Um das nötige Kleingeld für die Rettung aufzutreiben, muss also die ultimative Show her. Dass dabei kein Stein auf dem anderen bleibt, dürfte allen Fans der Muppets glasklar sein. Und wie üblich treiben Kermit, Miss Piggy Gonzo und Kollegen auch in der neuen Version ihre gutmütigen Gaststars (Neil Patrick Harris, Jack Black) in den totalen Wahnsinn. Da können sogar die Grummler auf den Logenplätzen lauthals mitlachen. | Home electronics

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TV & Heimkino [ NEUHEITEN ]

Yamaha

3 MAL MEHR TV-SOUND Yamaha erweitert sein Angebot für besseren Sound zum flachen Grossbildschirm um drei neue Schallwandler: den Digital Sound Projector YSP-1400 (um 500 Franken), das Front-Surround-System YAS-152 (um 420 Franken, Bild) und den TVSoundbooster NX-B55 (um 190 Franken). Der Soundbar YSP-1400 soll aus den acht Beam-Lautsprechern über Raumreflexionen einen täuschend echten 5.1-Klang erzeugen, zu dem die beiden 8,5-ZentimeterTieftöner das entsprechende Bassfundament liefern. Der YAS-152 mit extrabreitem Gehäuse beherbergt zwei 6,5-cm- und zwei 8,5-cm-Treiber. Sie sollen in Verbindung mit der Air-Surround-Xtreme-Technik einen 7.1-Sound nachbilden. Die ClearVoice-Schaltung sorgt für besonders gute Sprachverständlichkeit, und UniVolume erkennt die hohe Lautstärke von Werbeblöcken und regelt sie herunter. YSP-1400 und YAS-152 lassen sich mit einer kostenlosen App für iOS und Android auch vom Smartphone steuern. Die zwei Lautsprecher des TV-Soundboosters NX-B55 werden an den KopfhörerAusgang des Fernsehers angeschlossen. // lbr www.yamaha.ch

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InFocus

BenQ

MEGA-LCDDISPLAY

KURZE DISTANZ

InFocus lancierte ein neues Large Format Display (LFD), gedacht für die Darstellung von interaktivem Content auf dem licht- und farbstarken LCD-Display. Der 70 Zoll grosse JTouch verfügt über eine Touchscreen-Technologie. Laut Hersteller können sämtliche Windows-Anwendungen per Multitouch bedient werden. PCs, Laptops und andere Quellen lassen sich problemlos anschliessen und damit ihren Inhalt in einer beeindruckenden Whiteboard-Grösse wiedergeben. Zudem liefert der JTouch Full-HD-Auflösung (1920 x 1080), und er soll Inhalte in einer gestochen scharfen Qualität abbilden, sogar bei schwierigen Lichtverhältnissen. Ferner sind zwei 10-Watt-Stereolautsprecher integriert, die für eine satte Tonwiedergabe sorgen sollen. Ausserdem garantieren drei HDMI-Schnittstellen, zwei Ethernet-Ports und sechs USB-Schnittstellen für eine optimale Kompatibilität. Der InFocus JTouch kostet etwa 5050 Franken und ist frühestens Ende Januar 2014 erhältlich. // cla

BenQ lanciert zwei neue Kurzdistanz-Projektoren mit einer Lichtstärke von 3000 ANSI Lumen. Der MX620ST und der MW621ST eignen sich besonders für kleinere Räume und verfügen über eine WXGA-Auflösung von 1280 x 800. Ausserdem sollen die Projektoren selbst für ungeübte Nutzer leicht bedienbar sein. Über den optional erhältlichen BenQ USB Wireless Dongle kann mit der Wireless-Display-Funktion sogar eine Drahtlosverbindung zum PC oder Notebook hergestellt werden, um die Daten direkt zu übermitteln. Der MX620ST soll bereits aus einer Entfernung von einem Meter Abstand zur Projektionsfläche ein Bild mit einer Diagonalen von 1,38 Meter projizieren. Ausserdem verfügen beide Beamer über ein Kontrastverhältnis von 13.000 : 1 und eine integrierte 3D-Funktionalität. Zudem verlängert sich die Lebensdauer der Lampen durch SmartEco um 50 Prozent. Optisch sehen die beiden schwarz gehaltenen Projektoren identisch aus und sind ab 800 Franken erhältlich. // cla

www.pixelsystems.ch

TechniSat

EDLER STREAMER TechniSat bringt mit dem AudioMaster BT einen kompakten Heimkino-Soundbar mit BluetoothAudiostreaming auf den Markt. Dieser soll für ein ultimatives Klangerlebnis sorgen. Der 54,5 x 30 x 6,5 Zentimeter grosse Soundbar ist mit allen aktuellen TechniSat Digitalfernsehern und ISIO-NetSehern sowie mit zahlreichen Fernsehmodellen anderer Hersteller kompatibel. Auf dem 5,3 Kilo schweren Sounddeck können Fernseher mit einem Gewicht von bis zu 40 Kilo platziert werden. Die Virtual- Surround-Wiedergabe soll ein raumfüllendes Klangerlebnis mit feinsten Details ermöglichen. Über die umfangreiche Schnittstellenausstattung lässt sich der AudioMaster BT zusätzlich mit dem Blu-ray-Player oder anderen Audioquellen verbinden. Auch Bluetooth-Funktionen beherrscht der Heimkino-Soundbar. Das Audiostreaming kann unkompliziert über das Smartphone oder Tablet abgespielt werden. Der Audio-Master BT lässt sich über die normale Fernbedienung von aktuellen TechniSat Digitalfernsehern oder ISIO-NetSehern steuern. Das Gerät ist für 600 Franken erhältlich. // cla

www.benq.ch

www.avcom.ch

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Audio [ TEST - HIGHEND-TONABNEHMER ]

SPITZEN-INSTRUMENT // Lothar Brandt

Mit der Tondose Clearaudio Stradivari V2 h채ngt der Klanghimmel voller Geigen. Und sie rockt noch quirliger als die Vorg채ngerin.

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M

an mag es kaum glauben, aber man kann noch deutlich mehr Geld ausgeben für einen Abtaster von Clearaudio. Neben dem legendären „Goldfinger“ für eine fünfstellige Frankensumme gibt es beim Erlanger Analogspezialisten zwei weitere Moving-CoilPickups, die mehr kosten als das „Stradivari“. Doch dessen nun 3500 Franken teure zweite Auflage – das bedeutet etwa 500 Franken pro Gramm Lebendgewicht – machte den Autor besonders neugierig, hatte er doch das Vorgängermodell mehr als 2000 Spielstunden als Referenzabtaster in Gebrauch.

STARTSCHWIERIGKEITEN Doch das neue Stradivari machte es sich zunächst selber schwer, die Nachfolge anzutreten. Nicht weil es nicht auch in einer höchst schmucken Schatulle samt individuell gefertigten und geplotteten Messprotokollen eingetroffen wäre. Nicht weil der Einbau des Neulings, der an Gewicht zugelegt hat (von 4,4 auf 7 Gramm), schwergefallen wäre – er war im Gegenteil recht flott am 14-Zoll-Tonarm Clearaudio Unify auf dem Anniversary-Laufwerk montiert und ohne viel Umstände justiert. Auch die hohe Ausgangsspannung und der empfohlene unproblematische Abschlusswiderstand von 300 Ohm stellten die Phonostufe des Vorverstärkers Octave HP 500 SE vor keinerlei Probleme. Aber da war etwas Strähniges, Unrundes, Unvollkommenes im Klang der frisch montierten Edel-Tondose. Sollte da die mit blossem Auge kaum sichtbare, vom japanischen Spezialisten Namiki glatt polierte, im sogenannten Mikro-HD besonders rillenkontaktfreundlich geschliffene Nadelspitze doch nicht perfekt eintauchen? Oder sich die auf winzige Spulen gerollten 24-Karat-Golddrähtchen nur widerwillig in dem von acht Magneten im Generator erzeugten homogenen Feld bewegen? Oder gar das Ebenholzgehäuse irgendwelche resonierende Unbilden erzeugen? Nichts von alldem. Ein wenig Feinstjustage am Vertical Tracking Angle (VTA), ein mehrere Stunden langer Dauerlauf mit besonders heftig geschnittenen Maxi-Singles – und so langsam fing das Stradivari V2 an, Funken zu sprühen. Aber die der sanft rotglühenden, nicht der grell umherstiebenden Art. Denn das fiel schon bald recht angenehm auf: GegenHome electronics

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über vielen älteren MC-Systemen – auch aus dem Hause Clearaudio – wirkte hier die Höhenstratosphäre jenseits der 10 Kilohertz einfach sanfter, ausgeglichener, eingebundener.

FANTASTISCHES FINALE Mit zunehmender Spieldauer aber wuchs auch das Fundament entsprechend stabil. Die Abbildung der Instrumentengruppen innerhalb eines Sinfonieorchesters gelang auf den Punkt. Und so langsam gewann auch der Klang perfekt intonierender Geigen jenen zauberhaften Schmelz, den Analog-Fans noch immer jeder CD vorziehen. Das Stradivari fing an, seinem Namen alle Ehre zu machen. Und nach einigen Tagen war aus dem vielversprechenden Anfang ein geradezu himmlischer Geigenklang gewachsen, der den berühmten barocken Streichinstrumentenbauer sicher erfreut hätte. Und dass die Geige durchaus nicht nur sämig strömen, sondern regelrecht losfetzen kann, bewies die Tondose dann mit der legendären Einspielung des Beethoven-Violinkonzerts mit dem Ausnahmegeiger Jascha Heifetz.

Überhaupt, diese Dynamik, diese Quirligkeit bei gleichzeitig völlig ausgewogener Balance: Die hatte das neue dem alten Stradivari ein wenig voraus. Es gibt inzwischen die Meisterwerke 52nd Street und Turnstiles des USSongwriters Billy Joel von MFSL als schnell laufende Umschnitte (45 rpm) auf je zwei LPs. Die krachenden Snare-Drum-Schläge in Sometimes A Fantasy oder die knackigen Rhythmusgitarren in It’s Still Rock’n’Roll To Me liess das Clearaudio Stradivari geradezu lustvoll explodieren. Zum abhebetauglichen Finale kam dann noch die Westcoast-Band Bread mit ihrer von Music On Vinyl wiederveröffentlichten Debüt-LP auf den Teller. Als die Jungs die harmonische Hymne You Can’t Measure The Cost intonierten, genügte der wundervoll farbenreich dargebotene Satzgesang, um den Tester himmelhoch jauchzen zu lassen. Der Test war zu Ende – das Geniessen konnte beginnen. Ja, das Stradivari ist kein Billigangebot. Aber er lässt sich eben nur schwer in Franken messen: der Klang eines Spitzeninstruments. |

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www.

Clearaudio Stradivari V2 3500 Franken clearaudio.ch

TECHNISCHE DATEN Gewicht Nadelnachgiebigkeit Ausgangsspannung Nadelschliff Empfohlene Auflagekraft Empfohlene Tonarme Empfohlene Abschlussimpedanz Ausstattung

7 Gramm 15/15 Mikrometer/Millinewton 0,6 Millivolt bei 5 cm/s Mikro-HD 2,8 Gramm mittelschwer 300–500 Ohm Messprotokoll, Schrauben, Schraubendreher, Nadelschutz, Tonarmwaage

+

WERTUNG MAGAZIN

+ + + − −

schlanker, dynamischer Klang mit enormem Detailreichtum störarme, ruhige Abtastung durchsichtige, strahlende, nie aufdringliche Höhen mit straffem Bass-Fundament lange Einspielzeit braucht zur vollen Entfaltung sehr gute Laufwerke und Arme

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Audio [ RATGEBER - VERNETZUNG ]

MULTIKULTI // Falk Visarius

Die Welt der digitalen Musikwiedergabe wird immer vielfältiger. Gegenseitiges Verständnis ist nicht selbstverständlich, doch die Grenzen etwa zwischen PC- und Apple-Welt lassen sich überwinden. Ein Fallbeispiel.

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er Markt an digitalen Musiksystemen wächst und gedeiht wie das Angebot an Bezugsquellen für digitale Musik auch. Der heimische Gerätepark wird im Taktschlag der Zeit um das neuste Spielzeug ergänzt, und die Musiksammlung erreicht nach ein paar Jahren eine beeindruckende Grösse. Nicht selten stellt der Musikfreund dann fest, dass es durch das natürliche Wachstum und neue Wünsche schleichend zu Inkompatibilitäten im System kommt. Die systemoffene DLNA-Architektur (Digital Living Network Alliance) der PC-Welt trifft zum Beispiel auf die proprietäre AppleSeite 44

Welt. Gegenseitiger Musikaustausch ist da leider nicht garantiert.

AUDIOPHILE AUSGANGSSITUATION In unserem Fallbeispiel war die Keimzelle für das neue Zeitalter der heimischen Musikvernetzung eher audiophiler, fast konservativer Natur. Aus dem Upgrade des CD-Spielers für die heimische Stereoanlage wurde nach einigen Hörsessions und reiflichen Überlegungen ob des sich anbahnenden Paradigmenwechsels ein Musik-Streamer aus dem Hause Linn, ein Majik DS (siehe auch HomeElectronics 9/2013,

Seite 44). Dieses Lieblingsgerät vieler audiophiler Vernetzungsfans – es gibt inzwischen natürlich auch Alternativen am Markt – braucht ja nun möglichst hochwertiges „Zahlenfutter“. Im Sinne des Musikgenusses auf höchstem Niveau füllte sich seit dem Tag des Erwerbs der Musikserver in Gestalt eines Netzwerkspeichers, kurz NAS (Network Attached Storage), mit Daten im FLAC-Format – siehe dazu auch HomeElectronics 10/2013, Seite 60. Ein Glossar vieler Fachbegriffe finden Sie in der gleichen Ausgabe ab Seite 56 oder im Internet unter www.home-electronics.ch. Die einverleibte

Bild: iStockphoto


Fallbeispiel 1: Hardware und Software für die musikalische Unterhaltung. Das Neben- und Miteinander von verschiedenen Welten kann tatsächlich funktionieren..

CD-Sammlung und die digitalen Neuerwerbe haben den Bestand schnell auf fast sechzehntausend Titel anwachsen lassen – ein sorgfältig behüteter Schatz. Und wo es anfangs noch ausreichte, den Netzwerkspieler über das Notebook zu steuern, das sowieso zum CD- Rippen und für den täglichen Zugang zum Internet und die Erledigung des Bürokrams diente, gesellten sich folgerichtig schnell ein iPod und ein iPad von Apple als Controller hinzu. Das beschriebene Szenario ist das klassische Beispiel für eine DLNA-Konfiguration, die mit ihren Richtlinien die Kommunikation zwischen im Netzwerk befindlichen MultimediaKomponenten sicherstellen soll. Die Standards sind ideal für audiophile Musikwiedergabe, da der hochwertige Netzwerkspieler den digitalen Datenstrom über das meistens verkabelte Netzwerk (LAN, Local Area Network) direkt vom Musikserver – zum Beispiel ein PC oder ein NAS – empfängt. Das mobile Gerät aus der iOS-(Apple-) oder Android-(Google-)Welt regelt dabei über das drahtlose WLAN quasi als Netzwerk-Fernsteuerung die Kommunikation zwischen Renderer (Netzwerkspieler beziehungsweise Streamer) und Musikserver (NAS), nimmt aber keinen Einfluss auf die Qualität der Wiedergabe. Als Controller dient in der Welt von Linn häufig die App Kinsky. Sie ist dankenswerterweise Home electronics

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auch in einer PC- und einer Mac-Variante verfügbar.

ZUSATZNUTZEN Sind erst einmal die Apple-Geräte im Haus, sollen sie nicht nur in der schnöden Funktion einer Edel-Fernbedienung für die audiophile Edel-Anlage eingesetzt werden, sondern sie sollen – quasi als Zusatznutzen der HightechGadgets – auch ihre anderen Funktionen, wie die Wiedergabe der eigenen Musik und den Zugriff auf Online-Dienste, zur Geltung bringen. Sicher haben viele Mehrfachnutzer das gleiche Ziel: Befindet sich die audiophile KernAnlage auch in der guten Stube, wollen sie die Musik doch überall in der Wohnung und dazu unterwegs geniessen. Klangliche Abstriche gegenüber der grossen Konfiguration nimmt man in Kauf, aber manierlich soll es dann doch tönen. In unserem Beispiel erweiterte das klanglich wie gestalterisch ansprechende Geneva Soundsystem M die Anlage als quasi stationärer Beschaller in „Neben“zimmern. Als jüngster Neuerwerb ergänzte das drahtlose, akkubetriebene Lautsprechersystem Libratone Zipp im Format einer edlen Malt-Whisky-Verpackung den heimischen Gerätepark. Der aufmerksame Leser hat in der Schilderung sicherlich den schleichenden Drift aus der systemoffenen PC-Welt in die proprietäre Welt

des angebissenen Apfels bemerkt, die mit immer neuen Lifestyle-Produkten lockt – siehe auch Seite 24. Dabei wird nun der ehemals geradlinige Ansatz, Musik in ihrer hochwertigsten Form zu geniessen, von dem Wunsch aufgeweicht, die gesamte Musikbibliothek immer und überall im Haus verfügbar zu haben. Die folgenden Ansätze helfen, die Puzzlesteine zusammenzufügen.

APPLE, AIRPLAY UND PLUGPLAYER Die einfachste Form, beispielsweise einen iPod Touch klanglich aufzuwerten, ist ein All-inone-Musiksystem wie hier das Geneva Soundsystem M. Man steckt den iPod ein, und das analoge Musiksignal wird über die Dockingstation an das Wiedergabegerät weitergegeben und abgespielt. Dies beschränkt sich dann auf die Inhalte des eingebauten Speichers sowie von Online-Angeboten wie Spotify, Soundcloud, Internetradios, Videoportalen etc. Mit dem Libratone Zipp kommuniziert die Apple-Welt drahtlos mittels des markenspezifischen AirPlay – siehe auch HomeElectronics 6/2013, Seite 66. Hierbei wandelt das AppleGerät beim Rendern das digitale Musiksignal in das proprietäre Übertragungsformat AirPlay und verbindet sich so draht- und berührungslos über ein WLAN-Netzwerk mit dem Empfänger, anstatt die Signale über seine 

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Fallbeispiel 2: So kann es funktionieren, wenn ein PC im Zentrum stehen soll.

 analogen Schnittstellen auszugeben. AirPlay

liegt in der Datenqualität freilich unterhalb der CD-Qualität (digitale Wortbreite 16 Bit, Abtastfrequenz 44,1 kHz) und ist mit einem gehobenen MP3-Standard vergleichbar. Die meiste heutzutage produzierte Pop- und Rockmusik klingt damit völlig akzeptabel, das

Klangniveau hochauflösender Aufnahmen (HD-Audio oder High Resolution Audio in 24 Bit, 96 kHz oder noch höher) darf man freilich nicht erwarten. Sind die wohnraumtauglichen Kleingeräte erst einmal in Schlafzimmer, Küche oder Bad im alltäglichen Einsatz, kommt schnell der

PC meets Apple: AirPlay mit Airfoil Steht der PC oder das Notebook im Mittelpunkt der heimischen Aktivitäten, erweist sich Airfoil von Rogue Amoeba als eine praktische, einfach zu bedienende Schaltzentrale, wenn es um die Einbindung von AirPlay-Geräten geht. Airfoil kann mehrere Renderer gleichzeitig individuell ansteuern und in der Lautstärke regeln. Als Quelle wählt der Benutzer die Software aus, von der die Audio-Daten abgespielt werden sollen. Dies kann der Internet-Browser sein, ein installierter Mediaplayer oder eine andere Anwendung. Airfoil nutzt damit sämtliche Funktionalitäten, Geräte und Schnittstellen des PCs/Macs, der auch per LAN an den Router angeschlossen sein kann, und überträgt im WLAN-Netzwerk an die AirPlay-Geräte. So ist das Abspielen von Inhalten von Internet und Online-Musikdiensten wie auch von CDs, USB-Sticks, mobilen Festplatten, NAS und anderem problemlos möglich. Zudem sind Player wie WinAmp in der Lage, HD-Audio-Daten in allen möglichen Formaten, auch FLAC, abzuspielen, die allerdings klanglich durch den AirPlayFlaschenhals gepresst werden. Ein kleines Bonbon gibt es mit der App „Airfoil Speaker“ gratis dazu. Die App macht ein mobiles Apple-Gerät zu einem AirPlay-Empfänger, der die Signale, die von Airfoil über den PC/Mac versendet werden, empfangen und wiedergeben kann. Der interne Speaker dürfte für die Wiedergabe die zweite Wahl sein. Wird das Gerät in Verbindung mit einem Soundsystem eingesetzt, entstehen auch insbesondere hinsichtlich Multi-Room-Beschallung interessante Möglichkeiten.

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Wunsch auf, Zugriff auf das begehrte, hochfeine Musikmaterial zu bekommen, wie man es aus dem Musikzimmer vom Majik DS gewohnt ist. Wir erinnern uns, die Bibliothek ist im FLAC-Format auf einem NAS archiviert. Bei dieser Konstellation verweigert die mitgelieferte Apple-Software ihren Dienst. Doch genau an dieser Stelle schafft die Applikation „PlugPlayer“ für einen Obolus von etwa sechs Franken Abhilfe. Diese App kann FLAC-Files lesen, umwandeln und auf dem iOS-Gerät ausgeben. Praktischerweise erkennt PlugPlayer alle im Netzwerk verfügbaren Musikserver und bietet diese den Renderern als Quelle an. Wählt also der Anlagenbetreiber den iPod als Renderer, dudelt das Geneva Soundsystem auf Wunsch die Inhalte der gesamten Bibliothek seines NAS, der für höchste Ansprüche ja bereits den Linn Majik DS als Server bedient. Da PlugPlayer auch die hochaufgelösten HD-Files rendert, sind der Verfügbarkeit des Musikmaterials kaum Grenzen gesetzt. Einziger Wermutstropfen: PlugPlayer muss HD-Audio-Daten in ein Format recodieren, welches das iOS-Gerät wandeln kann. Dies ist mit einem auch für ungeübtere Ohren hörbaren Qualitätsverlust verbunden. Der praktische Nutzen indes dürfte diese EinHome electronics

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busse für die meisten Netzwerker relativieren. Einige Airplay-Lautsprecher wie auch der Libratone Zipp können ad hoc Netzwerke mit zum Beispiel einem iPod Touch oder iPad aufbauen. In diesem Modus erkennt der iPod den Lautsprecher in der Verwaltung der drahtlosen Verbindungen als eigenes WLAN-Netzwerk und kann sich direkt damit verbinden. Vergleichbar mit einer Bluetooth-Verbindung, müssen die AirPlay-Geräte nicht umständlich über einen Router in ein zumeist gesichertes Netzwerk eingebunden werden, sondern stellen die Kommunikation bilateral her.

UND WIEDER AUDIOPHIL Zurück ins Musikzimmer. Einen Majik DS über seine AirPlay-fähige Schnittstelle von einem iOS-Gerät aus zu füttern, was ja theoretisch möglich wäre, macht aus Qualitätsgründen nur dann Sinn, wenn es um Internetinhalte oder die Zuspielung von Audio-Daten eines mitgebrachten iPhones geht. Ansonsten ist die erste Wahl immer eine DLNA-Verbindung. Dies ist eine Stärke von PlugPlayer, der die Geräte auch als Controller xxl 230x148.pdf 1 09/12/13in einem 15.15 Netzwerk

direkt verbinden kann. Zu Beginn haben wir das Zusammenspiel zwischen dem Linn Majik DS (Renderer), dem NAS (Server) und iPad mit der App Kinsky (Controller) erläutert. PlugPlayer tritt hier an die Stelle der Linn-App Kinsky und dient als universelle Steuerzentrale für das gesamte Musiknetzwerk. Der Renderer im Majik DS ist in der Lage, HD-Audio-Formate direkt vom Digitalen ins Analoge umzuwandeln und damit verlustfrei wiederzugeben. Die Daten bezieht er, wie eingangs beschrieben, direkt vom NAS und fungiert als sogenannter DA-Wandler oder DAC (Digital-to-Analog-Converter). Angenehmer Nebeneffekt: Die direkte Datenverbindung belastet das Netzwerk nicht unnötig. Einige drahtlose Lautsprecher wie der Libratone Zipp sind neben AirPlay- auch DLNAfähig. Das heisst, ein Controller wie PlugPlayer erkennt sie ebenfalls als Renderer und füttert sie direkt mit Serverdaten. Voraussetzung ist, dass der Renderer des Aktivlautsprechers die Daten verarbeiten kann. Im Falle des Libratone bereitete das FLAC-Format Probleme, hier musste PlugPlayer als Vermittler aushelfen.

Auch wenn es Netzwerkressourcen und etwas Klangqualität kostet: Nichts ist unmöglich.

FAZIT Proprietäre beziehungsweise systemgebundene Umgebungen wie die von Apple sind zweifelsohne elegant und anwenderfreundlich, wenn man systemseitig den goldenen Käfig und die klangliche Limitierung der AirPlay-Übertragung auf gehobenem MP3Niveau akzeptiert. Da sich der Rest der Welt mit Standards wie AirPlay nun der Apple-Welt öffnet, gibt es nur noch wenige Lücken zu schliessen, um komfortabel und umfassend Musik in beliebiger Systemumgebung geniessen zu können. Die Software Airfoil für PC und Mac sowie die Apps Airfoil Speaker und PlugPlayer sind solche praktische Türöffner. Sie verbinden den PC mit AirPlay und das iPad mit der Serverarchitektur der PC-Welt, ohne die Möglichkeiten einer hochwertigen DLNAInfrastruktur aussen vor zu lassen. Hat man die Helferlein an Bord, steht dem multikulturellen Miteinander nichts mehr im Weg. Jeder nach seiner Fasson. |


Audio [ TEST - STREAMER-VOLLVERSTÄRKER ]

ZEITENWENDE // Martin Freund

Längst ist das digitale Musikzeitalter eingeläutet. Auch das bequeme Streaming von Musik ab Smartphone oder PC erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Passend dazu offeriert NAD den D 7050, eine durchdachte Kombination aus digitalem Vollverstärker, USB-DAC und Streaming-Client.

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ollverstärker von NAD besitzen seit jeher einen hervorragenden Ruf. Und auch in der Ära der digitalen Musikwiedergabe investiert der Traditionshersteller viel in die Entwicklung zeitgemässer Elektronik. So umfasst die neue „Digital Series“ nebst USB-DAC und waschechtem Digitalverstärker noch einen echten Tausendsassa: Der D 7050 offeriert zusätzlich vielfältige Netzwerkfunktionen inklusive kabellosen Audiostreamings.

ORIGINELL GESTALTET Die neuen NAD-Digitalkomponenten präsentieren sich originell gestaltet, mit einer gerundeten Gehäusekante sowie wahlweise horizontaler oder vertikaler Aufstellung als gemeinsamen Erkennungszeichen. Die Serie umfasst auch noch den Wandler/KopfhörerVerstärker D 1050 sowie den Digitalverstärker D 3020, dessen Modellbezeichnung bewusst Assoziationen an einen legendären analogen Vorgänger aus dem gleichen Hause wecken soll. Der D 7050 schliesslich vereint die Einsatzmöglichkeiten sowie die meisten Ausstattungsmerkmale der beiden Familienmitglieder und lässt sich zudem auf fast jede erdenkliche Weise vernetzen. Gerade mal zwei Bedienelemente dominieren die auf der oberen Seite abgerundete Gehäusefront. Nebst Quellenwahl findet sich nur noch eine Einschalt-Sensortaste. Das schick gestylte Gerät lässt sich kinderleicht bedienen und beweist im ÜbriSeite 48

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Wer nicht alle Funktionen des D 7050 benötigt, kann als preisgünstige Alternativen den Wandler/Kopfhörerverstärker D 1050 oder den kleinen Digitalverstärker D 3020 mit integriertem Bluetooth ins Auge fassen.

gen, dass sich auch mit einem Kunststoffgehäuse ein apartes, durchaus wertiges Erscheinungsbild realisieren lässt.

PLATZ- UND STROMSPAREND Zwar hat der gute alte Analogverstärker noch lange nicht ausgedient. Da Musik jedoch immer mehr digital gespeichert vorliegt, bieten sich echte Digitalverstärker an, welche die Signalverarbeitung komplett auf der digitalen Ebene vornehmen und erst kurz vor dem Lautsprecheranschluss auf die analoge Ebene wandeln. Weil dank der durchgehend digitalen Arbeitsweise mindestens zwei der sonst unumgänglichen Wandlungsschritte – von digital zu analog und wieder zurück – entfallen, profitieren Signalreinheit und Transparenz der Musikwiedergabe. Ein weiterer grosser Vorteil ist der gute Wirkungsgrad von mehr als 80 Prozent. Das bedeutet, dass Digitalverstärker nur sehr wenig Energie in Wärme umwandeln und fast ohne Kühlkörper auskommen. Da auch die Netzteile kleiner dimensioniert werden können, bleibt der Raumbedarf überschaubar. Den Vogel schiesst hier der kleinere Bruder D 3020 ab, der gerade mal rund 22 x 19 x 6 Zentimeter misst. Aber auch der etwas grössere und nur 2,2 Kilo schwere D 7050 dürfte fast überall ein Plätzchen finden, zumal man ihn ja auch hochkant aufstellen darf. Der Clou: Das Gerät erkennt, ob es liegt oder steht und dreht die Anzeige entsprechend.

KOMFORTABLE STEUERUNG PER APP Die mitgelieferte Fernbedienung schaut schick aus und ist eigentlich übersichtlich gelayoutet. Das Handling leidet aber anfänglich darunter, dass die versenkten Drucktasten kaum erkennbar beschriftet sind. Insbesondere abends in einer schummrigen Umgebung sieht man kaum noch, wozu welche Taste dienen soll. Da aber nur wenige logisch angeordnete Bedienelemente vorliegen, hat man die ansonsten angenehm anzufassende Fernsteuerung doch bald intuitiv im Griff. Auf Anhieb deutlich übersichtlicher ist die NAD-Bedien-App gestaltet, die man Home electronics

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nach kurzer Zeit nicht mehr missen möchte. Sie ermöglicht nicht nur die Quellenwahl sowie die bequeme Lautstärkeregelung, sondern erlaubt zusätzlich den Zugriff auf Equalizereinstellungen, mit denen sich das Klangbild speziell im Bass noch aufpeppen lässt. Leider ist die App nur für Apple-Geräte (ab iOS 5) verfügbar. Besitzer von Android- oder Windows-Portables bleiben aussen vor. Da kann man nur hoffen, dass NAD bald einmal nachrüstet.

AUF WUNSCH AUCH KABELLOS Die Rückseite verzichtet auf jegliche Analogeingänge, offeriert dafür eine komplette digitale Anschlussperipherie. Wem eine Verkabelung seiner Zuspielgeräte nicht mehr zeitgemäss erscheint, der kann gänzlich darauf verzichten: Per Wi-Fi/WPS lässt sich der schicke Miniaturverstärker problemlos ins Heimnetzwerk einbinden und er kann die digitale Musiksammlung – beispielsweise ab einem Windows-PC oder -Notebook – via DLNA-Protokoll in High-Resolution-Qualität wiedergeben. Dies funktioniert ganz einfach mittels Windows Media Player, indem man den NAD als Streaming-Client individuell adressiert. Der D 7050 schaltet im DLNA-Verbund dann automatisch auf Wiedergabe. Aber auch wer auf die Schnelle ohne Netzwerkverbund seine viel gehörten Lieblingstitel ab dem Handy streamen möchte, kommt auf seine Kosten. Besitzer von iPhones und iPads können bei einem vorhandenen WLAN AirPlay nutzen und gespeicherte Musikfiles in beinahe CD-Qualität über den NAD wiedergeben. Ähnliches gilt für Besitzer von Smartphones, deren Bluetooth-Funk den modernen aptX-Codec unterstützt. Auch sie dürfen Musik in durchaus annehmbarer Qualität drahtlos und direkt auf den D 7050 streamen. Die sauberste Wiedergabe verspricht aber nach wie vor der integrierte, asynchron arbeitende USB-DAC, den ein Notebook oder PC anstelle der eigenene Soundkarte zum Abspielen von High-Res-Titeln verwenden kann. Nach Installation des erforderlichen Treibers bestimmt man beispielsweise in der Windows-Systemsteuerung den 

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Audio [ TEST – STREAMER-VOLLVERSTÄRKER ]

Nebst Quellenwahl und Lautstärkeregelung eröffnet die iOSApp auch den Zugang zu einem Equalizer sowie zu diversen Subwoofer-Einstellungen und Stromspar-Optionen.

Einen analogen Eingang sucht man am D 7050 vergeblich; dafür bietet er jede Menge digitaler Eingänge inklusive USB-Anschlüssen für Computer und iOS. Der geregelte Pre Out lässt sich auch als Subwoofer-Ausgang konfigurieren.

 NAD als Audio-Wiedergabegerät und sollte nicht vergessen, das Ausgabeformat auf 24 Bit/96 kHz zu stellen. So lassen sich auch Musiktitel wiedergeben, die mit 192 kHz Samplingfrequenz vorliegen. Dass der D 7050 solche via USB nicht mit der vollen Abtastfrequenz abspielen kann, lässt sich in der Praxis verschmerzen. Alternativ nimmt der NAD solche Files per Streaming oder über die anderen Digitaleingänge entgegen. Aber prinzipbedingt generiert er nur via USB-DAC den digitalen Takt neu und reduziert so den gefürchteten Jitter (Zeitfehler) bei der Übertragung der Daten auf ein Minimum.

FEIN AUFGELÖSTER KLANG Frisch ausgepackt und uneingespielt, hielt sich der kleine Digital-Amp im Bassbereich noch spürbar zurück und und gab tieftonreiche Musikkost eher schlank und nicht gerade Zwerchfell-erschütternd wieder. Dies wurde mit zunehmender Spieldauer besser, ohne dass der D 7050 aber insgesamt das Attribut „Bassvirtuose“ verdienen würde. Ähnliches gilt für die Dynamikentfaltung: Wer hier das „knallige“ Ansprechverhalten eines ausgewachsenen Digitalverstärkers erwartet, muss feststellen, dass auch NAD die Gesetze der Physik nicht gänzlich überlisten kann. Der D 7050 müht sich zwar redlich, kann aber den Rahmen seiner miniaturisierten Schaltung nicht überschreiten. Insbesondere im Nahfeld oder in kleinen Räumen reichen die Leistungsreserven aber allemal aus, und in diesem Anwendungsprofil ist es auch nicht entscheidend, dass einem die Impulse um die Ohren fliegen. Als viel wichtiger erweisen sich hier hohe Auflösung und räumliche Transparenz. Und davon bietet der kleine NAD eine ganze Menge. Insbesondere die fast schon zarte, keineswegs übertriebene oder gar harte Hochtonzeichnung vermag zu gefallen und trägt zu den insgesamt schönen Klangfarben des Verstärkers bei. Auch die räumliche Abbildung ist einwandfrei, sodass audiophile Gemüter trotz den leichten Abstrichen bei der Dynamik auf ihre Kosten kommen. Voll zu überzeugen vermag der Klang des Kopfhörerausgangs. Über diesen ist dann auch von einer Zurückhaltung im Tieftonbereich gar nichts mehr zu spüren. Auch dynamisch bringt er sowohl nieder- wie hochohmige Hörer auf Trab. Seite 50

FAZIT Zwar kann der D 7050 mit seiner überschaubaren Ausgangsleistung von 2 x 40 Watt punkto Dynamik und Durchsetzungsvermögen im Bass naturgemäss nicht mit den grossen Digitalverstärkern aus dem gleichen Hause mithalten. Dennoch hält er die audiophile Fahne mit seiner fein dosierten, kultivierten Hochtonwiedergabe und dank einwandfreier räumlicher Transparenz hoch. Ausserdem punktet er mit vielfältigen Netzwerkfunktionen, hochwertigem USB-DAC sowie einem ausgezeichnetem Kopfhörerverstärker. |

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Abmessungen (B x H x T) Gewicht

NAD D 7050 1249 Franken dynavox.ch 7 x 23,6 x 27 cm 2,2 kg

AUSSTATTUNG Fernbedienung Eingänge Ausgänge Netzwerk Besonderheiten

• Digital: 2 x koaxial, 2 x optisch, USB (PC), USB (iOS) Kopfhörer, Pre Out, Subwoofer Out Wi-Fi, Ethernet, UPnP, DLNA, AirPlay, Bluetooth (inkl. aptX) Bedien-App für iOS-Geräte, per App einstellbare Übergangsfrequenz zu optionalem Aktiv-Subwoofer

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WERTUNG MAGAZIN

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Kultivierter, räumlicher Klang mit hoher Feinzeichnung universell platzierbar, sehr geringer Stromverbrauch ausgezeichneter Kopfhörerverstärker vielfältige Netzwerk- und Streamingfunktionen Durchsetzungskraft im Bass und Gesamtdynamik etwas limitiert Bedien-App nur für iOS

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GUT INFORMIERT #10 / 2013

mi

D 6 AU OS Seiten DI SIE O R 20 13 t3

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MAGAZIN

Schweizer Fachpublikation für Heimelektronik. #10 / Oktober 2013 / Fr. 9.50 / www.home-electronics.ch

36 SEITEN DOSSIER: AUDIO DOSSIER AUDIO // KAUFBERATUNG LAUTSPRECHER // RATGEBER RAUMAKUSTIK // AUFBAUHILFE MUSIKNETZWERK // ANALOG-TIPPS // MEDIENSERVER // AV-RECEIVER // KOMPAKTKAMERA // MUSIKTIPPS // FILMTIPPS

BESSER HÖREN Lautsprecher gehören immer, Musikserver meist dazu: Hifi heute. Plus Ratgeber Raumakustik S. 23

Smart Entertainment

KLUGE MEDIASERVER Reicht ein Router oder sollte eine ausgewachsene NAS die Daten für das Heimnetzwerk speichern? Vertreter beider Konzepte im Praxistest. S. 60 TV & Heimkino

KAPITALER AV-RECEIVER Denon rüstet sein neues Flaggschiff AVR-X 4000 mit reichlich starker Technik aus. Bild, Klang und Bedienkonzept sollen neue Wege weisen. S. 64 Foto & Video

CLEVERE KOMPAKTKAMERA

Foto & Video [ TEST - MFT-SYSTEMKAMERAS ]

Foto & Video [ TEST - MFT-SYSTEMKAMERAS ]

FAZIT Olympus veredelt seine beiden kompakteren Systemkameras Pen Lite (E-PL5) und Pen Mini (E-PM2) nicht nur mit einer höheren Serienbildgeschwindigkeit und einem hinzugekommenen Kunststoffgriff, sondern vor allem mit

Sony bringt mit der RX 100 II eine Kompakte mit Ambitionen. Ob sie das Zeug zur Klassen-besten hat, zeigt sie im Bild-Test und im Netzwerk-Check. S. 68

dem neuen Four-Thirds-CMOS-Bildsensor mit einer von 12 auf 16 Megapixel gestiegenen Auflösung und einer überarbeiteten Signalverarbeitung. Im Vergleich zu den Pen-Vorgängerinnen E-PL3 und E-PM1 erreichen die beiden Pen-Neuheiten E-PL5 und E-PM2 dadurch

eine signifikant bessere Bildqualität und schliessen zur OM-D E-M5 auf. Da diese noch mehr Bedienkomfort bietet und zu den wenigen spiegellosen Systemkameras mit Spritzwasserschutz gehört, verteidigt sie ihren ersten Platz unter den Olympus-Modellen. |

STECKBRIEF

Hersteller Modell Preis Info www. Abmessungen (B x H x T), Gewicht mit Akku

Olympus OM-D E-M5 1300 Franken (nur Gehäuse) olympus.ch 121 x 90 x 42 mm, 425 g

Olympus Pen E-PL5 (Lite) 900 Franken (mit Objektiv 14–42 mm) olympus.ch 122 x 66 x 39 mm, 325 g

16 Mega, Four Thirds (4:3) 4608 x 3456 Pixel 3,8 µm/ f/6,2 17,3 x 13,0 mm/2,0-fach CMOS/•/• JPEG, RAW, RAW + JPEG

16 Mega, Four Thirds (4:3) 4608 x 3456 Pixel 3,8 µm/ f/6,2 17,3 x 13,0 mm/2,0-fach CMOS/•/• JPEG, RAW, RAW + JPEG

Olympus Pen E-PM2 (Mini) 800 Franken (mit Objektiv 14–42 mm) olympus.ch 120 x 65 x 34 mm, 270 g 16 Mega, Four Thirds (4:3) 4608 x 3456 Pixel 3,8 µm/ f/6,2 17,3 x 13,0 mm/2,0-fach CMOS/•/• JPEG, RAW, RAW + JPEG

35 AF-Sensoren/–/• 1/4000–60 s/Blitz 1/250 s/B mittenbetont, Spot, Matrix (324 Felder) P (mit P-Shift), Av, Tv, M ±3 Blenden, ±3 Blenden •/•

35 AF-Sensoren/–/• 1/4000–60 s/Blitz 1/250 s/B mittenbetont, Spot, Matrix (324 Felder) P (mit P-Shift), Av, Tv, M ±3 Blenden, ±3 Blenden •/•

35 AF-Sensoren/–/• 1/4000–60 s/Blitz 1/250 s/B mittenbetont, Spot, Matrix (324 Felder) P (mit P-Shift), Av, Tv, M ±3 Blenden, ±3 Blenden •/•

einstellbar/200–25 600/• automatisch, messen, Presets, Kelvinwerte, manuelle Korrektur, Reihe Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/ Schattenkorrektur, Rauschfilter

einstellbar/200–25 600/• automatisch, messen, Presets, Kelvinwerte, manuelle Korrektur, Reihe Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/ Schattenkorrektur, Rauschfilter

einstellbar/200–25 600/• automatisch, messen, Presets, Kelvinwerte, manuelle Korrektur, Reihe Schärfe, Kontrast, Sättigung, Lichter-/ Schattenkorrektur, Rauschfilter

–/• (1,44 Millionen Subpixel, 100%-Abbildung) 3,0 Zoll/609 900 Subpixel/ Touchscreen, ausklappbar Live View, Sensor-AF mit 35 Feldern, Lupe, Histogramm, Lichter- und Schattenwarnung Histogramm, Lichter- und Schattenwarnung

–/optional (1,44 Millionen Subpixel, 100%-Abbildung) 3,0 Zoll/460 000 Subpixel/ Touchscreen, ausklappbar Live View, Sensor-AF mit 35 Feldern, Lupe, Histogramm, Lichter- und Schattenwarnung Histogramm, Lichter- und Schattenwarnung

–/optional (1,44 Millionen Subpixel, 100%-Abbildung) 3,0 Zoll/460 000 Subpixel/ Touchscreen Live View, Sensor-AF mit 35 Feldern, Lupe, Histogramm, Lichter- und Schattenwarnung Histogramm, Lichter- und Schattenwarnung

Micro Four Thirds/SDHC, SDXC/Li-Ion –/Blitzschuh USB 2.0, AV-TV, HDMI

Micro Four Thirds/SDHC, SDXC/Li-Ion –/Blitzschuh USB 2.0, AV-TV, HDMI, WLAN-ready

Micro Four Thirds/SDHC, SDXC/Li-Ion –/Blitzschuh USB 2.0, AV-TV, HDMI, WLAN-ready

MOV (H.264)/1920 x 1080p, 30 B/s, 29 min/• spiegellos/•

MOV (H.264)/1920 x 1080p, 30 B/s, 29 min/• spiegellos/–

MOV (H.264)/1920 x 1080p, 30 B/s, 29 min/• spiegellos/–

+ Bild- und Gehäusequalität (Schutz) + flexibler und sehr schneller Autofokus + ausklapp- und kippbarer Touch-Monitor

+ Bild- und Gehäusequalität + flexibler und schneller Autofokus + ausklapp- und kippbarer Touch-Monitor

+ Bild- und Gehäusequalität + flexibler und schneller Autofokus + Touch-Monitor

+ 5-Achsen-Bildstabilisator im Gehäuse + guter elektronischer Sucher (EVF) − kein integrierter Aufklappblitz − kein 50p-Full-HD-Videomodus − Texturverluste ab ISO 1600/3200

+ Bildstabilisator im Gehäuse − elektronischer Sucher nur optional − kein integrierter Aufklappblitz − kein 50p-Full-HD-Videomodus − Texturverluste ab ISO 1600/3200

+ Bildstabilisator im Gehäuse − elektronischer Sucher nur optional − kein integrierter Aufklappblitz − kein 50p-Full-HD-Videomodus − Texturverluste ab ISO 1600/3200

BILDSENSOR/DATEI Pixelklasse, Format Auflösung (nicht interpoliert) Pixelgrösse (Pixelpitch)/förderliche Blende Sensorgrösse/Bildwinkelfaktor Sensortyp/Sensorreinigung/Bildstabilisator Dateiformate

AUFNAHMESTEUERUNG AF-Felder/Kreuzsensoren/manueller Fokus Verschlusszeiten/kürzeste Blitzsync./Bulb Belichtungsmessung Belichtungsprogramme Belichtungskorrektur, Blitzbelichtungskorrektur Belichtungsreihe/Blitzbelichtungsreihe Empfindlichkeitswahl: ISO-Autobereich variabel/manuell/Reihe Weissabgleich Steuerbare Grundeinstellungen

SUCHER/MONITOR/DISPLAY Sucher: optisch/elektronisch (RGB-Auflösung) Bildmonitor: Grösse/RGB-Auflösung/Extras Monitorfunktionen bei Aufnahme

VEREDELTE LINIE // Annette Kniffler

Mit den neuen Pen-Modellen E-PL5 und E-PM2 führt Olympus den 16-Megapixel-Sensor des Topmodells OM-D E-M5 im Four-Thirds-Format sowie viel von dessen leistungsstarker Elektronik nun auch in ihren kompakten Micro-Four-Thirds-Kameras unter 1000 Franken ein.

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lympus splittet sein Micro-Four-ThirdsSystem in die wenige Monate alte, klar über 1000 Franken teure OM-D E-M5 und die bereits über mehrere Generationen bewähr te Pen-Serie mit Kameras bis rund 1000 Franken. Die lassen sich wiederum grob unterteilen in Seite 42

die gehobene Pen E-P3 und die kompakteren Modelle Pen Lite und Pen Mini. Genau diese beiden Einstiegsvarianten hat Olympus zur Photokina 2012 neu aufgelegt: Die Pen E-PL5 alias Pen Lite und die Pen E-PM2, genannt Pen Mini. Über kurz oder lang sollen sie die E-PL3

und E-PM1 ablösen. Zunächst dürfte es allerdings wie so oft erst einmal auf eine zeitlich begrenzte Koexistenz hinauslaufen. Denn einige Händler haben die älteren Pen-Modelle noch an Lager und verkaufen sie nun zu verlockenden Preisen: die E-PM1 im Objektiv-Kit Home electronics

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für rund 500 Franken, die E-PL3 um 600 Fran- – also dem (Micro-)Four-Thirds-Standard. Da Foto & Video [ TEST - MFT-SYSTEMKAMERAS ] ken inklusive Aufsteckblitz – Tendenz fallend. es sich dabei um einen von mehreren HerstelFür die Nachfolger muss man noch rund 300 lern getragenen Standard mit offener LizenzFranken mehr ausgeben. Das Gehäuse der Pen politik handelt, bietet Micro-Four-Thirds E-P3 kostet rund 800 Franken mit integriertem (MFT) einen entscheidenden Vorteil gegenBlitz, das der OM-D E-M5 um 1300 Franken. über Konkurrenzsystemen wie Sony NEX und Letztere setzt sich nicht nur preislich deutlich Samsung NX: eine grosse, vielseitige Auswahl von der Pen-Familie ab, sondern hat im Gegen- an passenden Objektiven. Neben den etwa satz dazu auch einen eingebauten elektroni- 28 Optiken von Olympus und Panasonic zwischen Sucher und als besonderes Highlight schen 7 und 300 mm (von 14 bis 600 mm KBein abgedichtetes Gehäuse und Set-Objektiv äquivalent) gibt es auch diverse MFT-Fest(12–55 mm) – bei spiegellosen Systemkameras brennweiten von Fremdmarken wie Sigma, noch immer ein höchst seltenes Gut. Panasonic Tokina, Voigtländer/Cosina und Walimex (bis hat nun jedoch ebenfalls ein spritzwasserge- 1360 mm). Alles in allem hat man mittlerweile schütztes Modell, die Lumix DMC-GH3. die Wahl aus mehr als 40 MFT-Objektiven. Hinzu kommen noch einmal so viele FourSENSOR UND AUFLÖSUNG Thirds-Optiken, die sich über Adapter an Während die ältere Generation (die Pen E-P3, MFT-Gehäuse anschliessen lassen. E-PL3 und E-PM1) noch mit 12 Megapixeln auskommen muss, sind die jüngeren Modelle AUSSTATTUNG OM-D E-M5, Pen E-PL5 und E-PM2 bereits mit Alle neuen Olympus-Systemkameras bringen dem neuen 16-Megapixel-CMOS ausgestattet. sowohl ein Sensor-Reinigungssystem mit als Die Sensorfläche entspricht stets 17,3 x 13,0 mm auch einen mechanischen Bildstabilisator und Home electronics

fühlen sich im sauber verarbeiteten Vollmetallgehäuse hochwertig an. Besonders sicher liegt die OM-D E-M5 mit Griffausbuchtung, weit hervortretender Daumenauflage und strukturierter Oberfläche in der rechten Hand. Bei E-P3 und E-PL5 lässt sich der Kunststoffgriff abnehmen und durch den grösseren MCG-2 ersetzen. Das geht zwar an der E-PM2 nicht, doch bietet sie immerhin eine kleinere Auswölbung an der vorderen Auflagefläche; E-PM1 und E-PL3 haben dagegen nur eine ebene, glatte Front. Auch beim Monitor sind OM-D und P3 den kleineren Pen überlegen: Statt des einfachen 16:9-LC-Displays haben sie berührungsempfindliche und höher auflösende OLED-Monitore, die vorab im hellen Licht eine sichtbar bessere Vorschau zeigen. Das Scharnier, mit dem der Monitor um rund 90 Grad nach oben oder um etwa 45 Grad nach unten geklappt werden kann, verbaut Olympus nur in der Pen Lite und der OM-D. Deren 100-Prozent-EVF liefert Schwenkmonitor: Bei der Pen E-PL5aber lässtnicht sich das zwar ein ordentliches Bild, erreicht 

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 ganz das hohe Niveau des externen Klappsuchers VF-2. Der wird gerne als nützliches Zubehör mit den sucherlosen Pen-Kameras verkauft, treibt die Kosten jedoch merklich in die Höhe.

AUTOFOKUS, LEISTUNG, HD-VIDEO

zeichnen: Die HD-Filme von E-PL5 und E-PM2 wirken sichtbar schärfer und bekommen die Artefakte in dunklen Bildbereichen besser in den Griff. Der Autofokus zieht während der Videoaufnahme die Schärfe relativ unauffällig und treffsicher nach.

Der 35-Feld-Kontrast-Autofokus ist im Konkurrenzvergleich schnell. OM-D und Pen E-P3 benötigen nur 0,22/0,32 bzw. 0,2/0,39 s zum Scharfstellen und Auslösen (bei 1000/30 Lux). Die Pen Lite brauchte im Test durchschnittlich 0,27/0,48 (E-PL5) bzw. 0,3/0,37 s (E-PL3), die Pen Mini mit 0,28/0,49 (E-PM2) bzw. 0,3/0,46 s (E-PM1) etwas länger. In Sachen Bilderserien zeigen die 2012er-Modelle OM-D E-M5, E-PL5 und E-PM2, dass sich innerhalb einer Kamerageneration einiges bewegen lässt: Wäh rend sie mehr als 8 B/s und 15 bis 17 Aufnahmen in Serie verarbeiten können, schaffen die Älteren nur 3,2 (E-P3), 5,3 (E-PL3) bzw. 5,5 B/s (E-PM1). Und auch bei der Full-HD-Videoqualität ist ein ordentlicher Fortschritt zu ver-

Der Touchscreen scheint zum Standard-Merkmal zu avancieren: Sowohl E-PL5 als auch E-PM2 können im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen durch Berühren des Monitors auslösen oder das Messfeld positionieren. Für viele Einstellungen im Menü muss der Anwender allerdings oft weiterhin die Kombi aus Vier-Richtungs-Wippe und Drehrad nutzen. Zudem fallen die klassischen Bedienelemente relativ klein aus. Gegenüber OM-D und Pen P3 spart Olympus bei der Pen Lite eine definierbare Funktionstaste, bei der Pen Mini zusätzlich das Moduswahlrad ein. Die OM-D erfordert zwar eine gewisse Einarbeitungszeit,

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HANDHABUNG

Einblendungen bei Bildwiedergabe

DIVERSES

Abgespeckte Direktbedienung: Bei der Pen E-PM2 werden merklich weniger Bedienelemente eingesetzt. Zudem ist der 3-Zoll-Monitor nicht ausklappbar, doch wenigstens ebenfalls berührungsempfindlich.

TESTERGEBNISSE Bildqualität bei ISO 100 bis 400 Bildqualität bei ISO 800 bis 1600 Bildqualität bei ISO 3200 bis 6400 Ausstattung/Leistung +

WERTUNG MAGAZIN

(AMOLED interaktiv)

I AM THE NIKON D600. Ich eröffne neue Welten. Mit 24 Megapixel und einem Vollformat-Bildsensor, der zuvor ausschliesslich professionellen Kameras vorbehalten war, erfasse ich auch die kleinsten Details mit HDR-Technologie und Full-HD-Video. Ich bin ein Profi für alle. nikon.ch Seite 46

berührungsempfindliche 3-Zoll-LCD um knapp 90 Grad nach oben43 und um Seite etwas weniger als 45 Grad nach unten ausklappen – das hilft bei Aufnahmen in Bodennähe oder über Kopf.

lässt sich dann aber besonders komfortabel und effizient bedienen. Allerdings stört an ihr das kontinuierliche leise Surren des 5-AchsenBildstabilisators. Standard bei Olympus: das Schnellmenü, das sich am rechten Bildrand neben der Live-Vorschau einblendet, und das Hauptmenü, in dem sich das Anwender-Register mit grundlegenden Einstelloptionen je nach Bedarf aus- oder einblenden lässt. Wer dort AF-Modus/S-AF+MF und MF-Assistent aktiviert, kann die vom Autofokus gefundene Schärfe bequem mit dem Objektivring anhand einer guten Lupenansicht korrigieren.

BILDQUALITÄT Das Messlabor bestätigt: Der neue 16-Megapixel-Sensor in der OM-D, PL5 und PM2 bringt gegenüber dem älteren 12-Megapixel-CMOS der P3, PL3 und PM1 ein deutliches Plus an Bildqualität. Neben der höheren Grenzauflösung (bis 1737 LP/BH) und den besseren Dead-Leaves-Werten (bis 1199 LP/BH) liefern Home electronics

Bajonett/Speichermedien/Akkutyp Interner Blitz/Anschluss externer Blitz Schnittstellen Video: Format/maximale Auflösung, max.Bildfrequenz, max. Länge/AF-Funktion Spiegelvorauslösung/Spritzwasserschutz

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die drei Modelle einen grösseren Dynamikumfang (bis 11,0 Blenden) und halten das Rauschen auf etwas niedrigerem Niveau (0,6 bis 2,2 VN). Allerdings dreht auch Olympus kräftig am Kontrastregler und hebt die mittleren Bereiche zu stark an. Zudem sprechen die Kurtosis-Werte von 1,2 bis 4,9 bei ISO 1600 und höheren Empfindlichkeiten für deutliche Verluste in feinen Strukturen. Trotz der Detailkritik schliessen die neuen Pen nun zur OM-D auf und können insgesamt überzeugen. Die drei im Jahr 2011 eingeführten Pen bieten eine demgegenüber schwächere, trotzdem aber für 12-MegapixelKameras sehr respektable Auflösung, die von etwas über 1500 LP/BH bei ISO 100 kontinuierlich auf gut 1000 LP/BH bei ISO 6400 zurückgeht. Schwächen zeigen sie jedoch bei den DL-Werten (meist deutlich unter 1000 LP/BH). Zudem hält sich das Rauschen zwar bis ISO 800 in Grenzen (VN 0,9 bis 1,3), wird jedoch mit ISO 1600/3200 (VN 1,8 bis 2,2) sichtbar und ab ISO 6400 (VN 3,0 bis 3,3) störend.  Home electronics

Griff statt glatter Oberfläche: Olympus stattet die Pen E-PM2 mit einem ordentlichen Kunststoffgriff aus. Dadurch liegt sie besser in der Hand als ihre Vorgängerin.

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(TFT-LCD interaktiv)

(TFT-LCD interaktiv)

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MFT-Topmodell mit elektronischem Sucher: Die OM-D E-M5 ist die einzige Kamera im neusten Micro-FourThirds-Sortiment, in der Olympus einen elektronischen Sucher verbaut. Er löst mit 1,44 Millionen RGB-Subpixeln hoch auf und zeigt 100 Prozent des Bildfelds an.

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Audio [ AUDIOPHILE TIPPS ]

NEUJAHRSKONZERT Simone Kermes

// Attila Csampai

Sind vom Weihnachtsbudget noch ein paar Franken übrig? Zum neuen Jahr fanden wir wieder ein paar extravagante Silberscheiben, die exzellenten Klang und erstklassige Musik verbinden.

E

in extravagantes Opern-Rezital, das Bühnen-Evergreens mit unbekannten Juwelen kombiniert und dabei Virtuosität, Gestaltungsmacht und ein hohes Mass an Persönlichkeit zu einem unwiderstehlichen Profil verdichtet, hat die gefeierte deutsche Barock-Sopranistin Simone Kermes auf ihrem neuen Album Bel Canto zusammengetragen: Mit Unterstützung des beherzt attackierenden Ensembles Concerto Köln unternimmt die „Königin des Barock“ einen tollkühn zwischen Virtuosität und Intimität changierenden Ausflug in die weiblichen Lebenssphären Rossinis, Bellinis, Donizettis und Verdis und ergänzt dies durch eine hinreissende psychologische Studie der bis heute verkannten „Königin der Nacht“, die sie eindrucksvoll als vielschichtigen, edlen Mozart-Charakter rehabilitiert. Mit quasi instrumentaler Präzision, betörender agilità und elfenhafter Leichtigkeit gelingt es ihr, das an diesen Arien klebende wabernde Pathos zu verscheuchen und ihnen ihre jugendliche Frische und Anmut zurückzugeben, wobei sie die intime Nähe des Mikrofons perfekt einsetzt: Es ist das schönste, zärtlichste, aufregendste Arienalbum seit langem. Als neues vokales Dream-Team entpuppen sich auch Frankreichs Star-Countertenor Philippe Jaroussky und die erst 23 Jahre alte Julia Lezhneva in ihrem ersten gemeinsamen Album in Pergolesis berühmter Marien-Sequenz Stabat Mater. Was die beiden an duettierendem Gleichlaut, an perfekt abgestimmter vokaler Harmonie abliefern, ist schlicht phänomenal, fast überirdisch schön, von einer instrumental anmutenden Präzision und stilistischen Parallelität, die einem von den Seite 52

ersten Takten des einleitenden f-Moll-Duetts an den Atem raubt und in andere Sphären entführt: Hier findet in der Musik die Überwindung der Geschlechtertrennung statt und die Transformation des Vokalen in eine Art metaphysischen Wohllaut, den man damals dem Kastratengesang zumass. Dies leisten hier aber zwei unversehrte Sänger, ein Falsettist und eine Sopranistin, auf höchst eindrucksvolle Weise. Die berührende Karfreitagsklage wird sinnvoll ergänzt durch zwei eher extrovertierte, dramatisch-expressive Psalmvertonungen Pergolesis, in denen beide Protagonisten auch ihre Virtuosität brillant ausspielen.

SINFONIEN MIT SCHLAGKRAFT Adam Fischer liebt die Wiener Klassik, und er hat einen langen Atem: 14 Jahre lang feilte er an seiner Gesamteinspielung aller Haydn-Sinfonien, jetzt arbeitet er mit dem exzellenten Dänischen Kammerorchester schon im siebten Jahr an seinem Mozart-Zyklus und ist in Folge 11 bei der Linzer und der späten Es-Dur KV 543 angekommen. Es gelingt ihm, auch in diesen beiden populären Werken neue Akzente der Frische und einer historisch orientierten Schlagkraft und Transparenz zu setzen, die vor allem die oft genug pathetisch aufgeblasene Es-Dur-Sinfonie von allem Freimaurer-Dünkel befreit. Fischer verortet Mozart in der Nähe Haydns – als einen ähnlich experimentierfreudigen Klassiker. So treibt er seine 40-köpfige Truppe zu einer impulsiven und kontrastreichen Spielweise an, die mit sehr flüssigen Tempi und gehörigem Druck das instrumentale Drama in den Vordergrund rückt und so auch die Home electronics

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unmittelbare Nähe von Mozarts Opern spüren lässt: Eine spannende Frischzellenkur in hochauflösendem Stereo-Sound. Manchem strengen Kollegen gilt der chinesische Starpianist Lang Lang als schräger Paradiesvogel. Diesem Verdacht nachlassender Seriosität tritt der 30-Jährige jetzt energisch entgegen durch sein neues, zwei harten Brocken der Moderne gewidmetes Album: Gemeinsam mit Sir Simon Rattle und den in Topform aufspielenden Berliner Philharmonikern hat er Prokofjews spielerisch-überdrehtes drittes mit Bartóks rätselhaft-herbem zweiten Klavierkonzert kombiniert und beide Fingerbrecher aus dem Panzer aggressiver Kraftmeierei befreit. Prokofjews neoklassizistisches Feuerwerk funkelt jetzt wieder in allen Farben und entpuppt sich als Meisterwerk intellektueller Ironie und einer sprühenden Leichtigkeit, die den Hörer mit Kunststücken verzaubert, anstatt ihn zu erschlagen. Ähnlich raffiniert und klangschön durchleuchtet und durchlebt er Bartóks komplexe Klangrede und versucht auch hier, den Hörer emotional zu öffnen für die tiefen Geheimnisse und Schönheiten dieser Musik.

Audiophiles zum Geniessen Simone Kermes, Bel Canto Concerto Köln; Christoph-M. Mueller Sony

Pergolesi, Stabat Mater, Laudate pueri, Confitebor Lezhneva, Jaroussky. I Barocchisti; Diego Fasolis Erato/Warner

Mozart, Sinfonien C-Dur KV 425 und Es-Dur KV 543 Danish National Chamber Orchestra; Adam Fischer Dacapo/Naxos (Stereo-SACD)

AUDIOPHILES KNALLBONBON Von Tschaikowskys populärer Nussknacker-Suite gibt es zwar unzählige Einspielungen, aber so unglaublich präsent, so grell ausgeleuchtet, so haptisch-hautnah, als sässe das ganze Orchester mitten im eigenen Wohnzimmer, hat man dieses Juwel seiner Instrumentationskunst noch nie geniessen können wie in der neuen, extrem knackigen Interpretation des New Yorker Klassik-Jazz-Grenzgängers Steven Richman. Er hat jetzt zum ersten Mal Tschaikowskys Original mit einer kaum bekannten Jazz-Version von Duke Ellington und Billy Strayhorn auf einer CD vereint, dazu Topmusiker aus beiden Lagern ins Studio gelockt, also sein auf 60 Spieler aufgestocktes, eigenes „Harmonie Ensemble“ und eine mit Jazz-Grössen wie Lew Soloff (vormals bei den Brass-Rockern Blood, Sweat & Tears) bestückte 16-Mann-Band. Und der verrückte Tonmeister hat alles so überdeutlich und plastisch nach vorne gezoomt, als erhielte man beim HNO gerade eine Ohrenspülung: Dieses Album weckt jede Silvesterleiche auf! |

Prokofjew, Klavierkonzert Nr. 3, und Bartók, Klavierkonzert Nr. 2 Lang Lang. Berliner Philharmoniker; Simon Rattle Sony (CD oder 2 LP)

Tschaikowsky, Ellington/Strayhorn, The Nutcracker Suites Harmonie Ensemble, Jazzband; Steven Richman Harmonia Mundi

Zwei neue Plattenspieler zum 130 Jahre Jubiläum von Thorens Passende Phonovorstufen von Vincent

Edler Klang zum vernünftigen Preis Vertrieb Schweiz/FL www.sinus-technologies.ch (Händlerliste) info@sinus-technologies.ch Telefon 032 389 17 19, Mobil 079 448 19 65

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Audio [ MUSIKTIPPS ]

BREITSPUR-MUSIKER // Christoph Vratz

Paul Hindemith war einer der grössten Modelleisenbahn-Liebhaber und natürlich einer der grössten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Am 28. Dezember 2013 jährt sich sein Todestag zum 50. Mal.

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einer Meinung nach muss man jedem Stück zwanzig Jahre geben, in denen es sich bewähren kann. Wenn es nach zwanzig Jahren noch lebt, dann kann man sagen: Das ist die Musik unserer Zeit, und kann sie vergleichen mit oder ausspielen gegen ältere Musik.“ Sagte einmal Paul Hindemith. Daran gemessen, bewegt sich seine Musik immer noch irgendwo in einem „Dazwischen“. Fest im Programm verankert sind Werke wie Mathis der Maler, als Oper beziehungsweise als sinfonische Suite. Doch insgesamt finden sich Hindemiths Werke häufiger auf CD-Programmen als im Konzert. Paul Hindemith – Geiger, Bratscher, Dirigent und vor allem Komponist. Er hat immer das Ganze gefordert, „dass die Zuhörer von einer Raserei ergriffen werden. Beim Zuhören darf man keinen Augenblick zur Ruhe kommen.“ Hindemith wird am 16. November 1895 im hessischen Hanau als Sohn eines Handwerkers geboren. Als Jungstudent geht er aufs Konservatorium nach Frankfurt. Er spielt Geige, später Bratsche, tritt mit seinen beiden Brüdern im Trio auf und gründet das Amar-Quartett. Noch heute sind dessen Aufnahmen aus den 1920er Jahren erhalten. „Das Beste am frühen Hindemith war das Unbotmässige, zynisch Antikonformistische“, behauptete Theodor W. Adorno einmal. In der Tat: Die Frühwerke, das war Bürgerschreck-Musik, wirklich neueste Musik, Avantgarde pur. Später wird seine Musiksprache milder, er wird als „klassischer“ Komponist verspottet; er emigriert vor den Nazis in die USA und wird amerikanischer Staatsbürger. Als der braune Spuk vorbei ist, zieht er in die Schweiz. Hindemith war ein Vollblutmusiker mit einem hochsensiblen Tonempfinden und einer enormen Bandbreite. Er kannte jedes Instrument haargenau. Für Hindemith gehörten das Seite 54

Komponist-Sein und das aktive Musizieren untrennbar zusammen, wie er immer wieder betont hat. Wer sich ihm nähern will, sollte also zuerst Hindemith den Geiger und Hindemith den Dirigenten kennenlernen. Da ist die wundervolle Aufnahme seines Violinkonzerts mit David Oistrach von 1962 (Decca/Universal), und da ist vor allem eine Edition seiner wichtigsten Orchesterwerke mit den Berliner Philharmonikern: die Sinfonien Die Harmonie der Welt und Mathis der Maler (von Wilhelm Furtwängler 1934 uraufgeführt), das KlavierOrchester-Werk Die vier Temperamente und die Symphonischen Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber. Ein idealer Einstieg! Wer sich die komplette Mathis-Oper zu Gemüte führen möchte, kann sorgenfrei auf die Hamburger Aufnahme unter Simone Young zurückgreifen: ein Live-Mitschnitt mit viel Farbe und szenischer Authentizität. Einblicke in Hindemiths klein-sinfonisches Werk liefern die Kammermusiken in sieben Teilen, die er für Kammerorchester mit wechselnden Soloinstrumenten komponiert hat. Claudio Abbado hat diese Werke zu seiner Berliner

Hindemith dirigiert Hindemith. Berliner Philharmoniker. DG/Universal, 3 CDs

Mathis der Maler. Struckmann, Lindskog MacAllister. Philharmoniker Hamburg; Simone Young. Oehms, 3 CDs

Amtszeit aufgenommen – und die Einspielung kann immer noch überzeugen. Von Hindemiths Konzertschaffen zeugt die wunderbare neue Aufnahme des Bratschenkonzerts Der Schwanendreher mit Tabea Zimmermann, dazu die Trauermusik und eine der Kammermusiken. Vom Bürgerschreck ist hier nicht mehr viel zu spüren. Frau Zimmermann macht Hindemith geschmeidig, arios, schimmernd. Eine der schönsten Hindemith-Produktionen der letzten Jahr(zehnt)e hat Frank Peter Zimmermann vorgelegt: Er hat das Violinkonzert (mit dem Radio-Sinfonieorchester aus Frankfurt unter Paavo Järvi), die Solo-Sonate und zwei Sonaten mit Klavier (mit seinem langjährigen Partner Enrico Pace) aufgenommen. Klarer, schöner, vor allem gesanglicher lässt sich diese Musik nicht spielen. Und wer Hindemith als Parodisten und Humoristen kennenlernen möchte, muss sich nur ein Werk anhören, und das am besten gleich mehrfach: die Ouvertüre zum Fliegenden Holländer, wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 am Brunnen vom Blatt spielt. Hinreissend schräg! |

Kammermusiken 1–7. Berliner Philharmoniker, Abbado; SO des BR, Shallon u. a.. EMI/Warner, 2 CDs

Werke für Viola und Orchester. Tabea Zimmermann. DSO Berlin; Hans Graf. Myrios Classics

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Audio [ NEUHEITEN ]

Marantz

EDEL IN STEREO Das Jubiläumsjahr mit der Feier des 60-jährigen Bestehens neigt sich zwar dem Ende zu, doch Marantz kündigt schon für 2014 die ersten Gründe zum Weiterfeiern an: Der Vollverstärker PM 8005 und der SACD-Player SA 8005 sollen die Linie herausragender Stereo-Kombis des Traditionsherstellers fortsetzen. Mit Plattenspieler-Eingang (MM) sowie grosszügig ausgelegtem, geschirmtem Ringkern-Tansformator wartet der Verstärker auf. So verfügen die stromgegengekoppelten Endtransistoren über eine ordentliche Energiereserve, um die Prospekt-Angabe von 2 x 70 Watt auch an schwierigsten Lautsprechern mühelos zu halten. Der Clou beim SACD/CD-Spieler ist der bordeigene Digital-Analog-Wandler. Der steht nämlich auch externen digitalen Quellen offen, die über USB, Toslink oder Coax andocken dürfen. Der asynchron arbeitende USB-Eingang nimmt nicht nur Auflösungen bis 24 Bit / 192 Kilohertz an, sondern auch die SACD-typischen DSD-Signale mit 2,8 oder 5,6 Megahertz. Beide Geräte kosten je etwa 1600 Franken. // lbr www.piega.ch

Home electronics

Quadral

Dali

KRÄFTIG KOMBINIERT

KLEIN, ABER FEIN

Aurum heisst die unlängst etablierte Elektronik-Tochter des deutschen Lautsprecher-Spezialisten Quadral – siehe auch HomeElectronics 10/ 2012. Die Firma präsentiert jetzt mit der Vor-Endstufen-Kombination P 8 (3200 Franken) und M 8 (3800 Franken) ein Duo, das klar in Richtung Highend zielt. Die Vorstufe zeichnet sich nicht nur durch eine Phonosektion für MM- und MC-Tonabnehmer aus, sondern auch durch einen internen Digital-Analog-Wandler, der über USB, Toslink oder Coax Signale bis zu einer Auflösung von 24 Bit/ 192 Kilohertz verarbeitet. Analoge und digitale Abteilung sind schon ab der Stromversorgung strikt getrennt, um gegenseitige Beeinflussung auszuschliessen. Die für Stereo- wie Monobetrieb ausgelegte Endstufe vermag dank kräftigem Netzteil 2 x 200 oder 1 x 350 Watt an vier Ohm zu entfesseln. Die deutsche Verstärkerkombination läuft sich bereits im HomeElectronics Testraum warm – gemeinsam mit der jüngsten Inkarnation der Lautsprecherlegende Quadral Vulkan, der VIII R für 9600 Franken. // lbr

Dali entwickelte einen Hifi-Aktivlautsprecher mit hohem Leistungspotenzial und einem eleganten Design. Der Kubik Free versteckt in seinem Aluminiumgehäuse die komplette Elektronik für einen vollwertigen Streamer-Vollverstärker mit USB-Port, Toslink-Digitaleingang und sogar analogem 3,5-mm-Klinkenanschluss. Fürs drahtlose Streaming steht Bluetooth 3.0 in der höher auflösenden aptX-Variante zur Verfügung. Der Digitalverstärker leistet laut Hersteller 100 Watt. Mit einem zweiten, passiven Kubik Free namens Xtra wird ein – selbstverständlich fernbedienbares –Stereosystem daraus, mit einem optionalen Subwoofer eine 2.1-Anlage. Der Lautsprecher verfügt über eine 25 Millimeter grosse Hochtonkalotte und einen 130-Millimeter-Tiefmitteltöner mit einer Holzfasermembran. Diese Spezialität der Dänen soll in Verbindung mit dem kräftigen Magnetantrieb eine saubere und präzise Wiedergabe ermöglichen. Der Dali Kubik Free ist ab sofort für 1100 Franken im Fachhandel erhältlich. // cla

www.sacom.ch

Vincent

DOPPELT STARK Der für hochwertige Elektronik bekannte chinesische Hersteller Vincent ergänzt seine „Tube Line“ um den Phonoverstärker PHO-700. Der arbeitet mit der bewährten Doppeltriode 12AU7 im Signalweg, auf deren glühendes Innenleben das serientypische Sichtfenster Zublick gewährt. Um die klassische Röhre herum sollen bestens beleumundete Bauteile wie Kondensatoren von Wima für feine Klänge sorgen. Der kleine Phono-Preamp mit den Abmessungen 13 x 9 x 23 Zentimeter verstärkt die Signale von Moving Magnet Tonabnehmern um 40 Dezibel, die von Moving Coils um 60 dB. Bei diesen hohen Verstärkungsfaktoren sind Störeinstreuungen höchst unerwünscht. Um Brummeinstreuungen möglichst fernzuhalten, hat Vincent das Netzteil ausgelagert in ein gleich grosses, separates Gehäuse. Dort wird die Netzspannung geglättet und von Verunreinigungen aller Art gesäubert, bevor sie über ein fünfpoliges DIN-Kabel die Verstärkerstufe versorgt. Der in Schwarz oder Silber lieferbare Zweiteiler kostet 650 Franken. // lbr

www.horn.eu

www.sinus-technologies.ch

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Foto & Video [ PRAXISTEST - ACTION-CAMS ]

VERFOLGUNGSJAGD // Joachim Sauer

Mit der Action-Cam Hero 3+ bietet GoPro eine überarbeitete Version ihres Klassikers an. Doch die Konkurrenz schläft nicht mehr: Rollei und Sony schicken ihre neuen, ebenso actiontauglichen Modelle ins Rennen.

D

er Markt der Action-Cams ist klar aufgeteilt: GoPro sichert sich derzeit den grössten Teil des Kuchens, Rollei holt sich einen respektablen zweiten Platz – für die traditionellen Camcorder-Hersteller bleiben nur ein paar Krümel übrig, was angesichts des Rückgangs bei klassischen Camcordern sicher schmerzt. Darum geben sie sich inzwischen mehr Mühe, zum Branchenprimus aufzuschliessen. Entsprechend spannend ist dieses Testfeld, in dem Primus GoPro mit dem Neuling Hero 3+ in der besten Ausstattung als Black Edition antritt. Rollei liefert mit seiner S-50 eine Action-Cam-Neuentwicklung, bei der die Firma deutlich mehr Einfluss auf die Technik und offensichtlich auch auf die Firmware und damit das Bedienmenü hatte. Und Seite 56

Sonys HDR-AS 30 ist im Vergleich zur Vorgängerin wesentlich geschrumpft. Damit gibts bei diesem Modell nun wie bei GoPro ein neues Schutzgehäuse mit reduzierter Tauchtiefe.

GOPRO HERO 3+ BLACK EDITION Schon die Produktbezeichnung macht es klar: GoPros Klassiker hat ein kleines Update bekommen. Stellt man die Hero 3+ neben die Vorgängerin Hero 3, muss man schon ganz genau hinschauen, um die leicht veränderte Optik zu entdecken. Dennoch verspricht GoPro, dass die Neue um „zwanzig Prozent schmaler und leichter“ sei. Möglich machts das filigranere Gehäuse, das statt bis 60 Meter nur noch bis 40 Meter wasserdicht ist. Der neue Verschlussmechanismus

lässt sich nur mit kräftigen Händen öffnen (und danach schmerzen die Finger), denn GoPro verbaut eine federnde Stahlspange, die man nur mit Übung aufbekommt. Gewöhnungsbedürftiger ist der deutlich dünnere Kunststoff beim Austausch der rückwärtigen Abdeckklappe. Immerhin passt die Hero 3+ weiterhin ins alte Gehäuse, sodass man beim Einsatz von Zubehör wie dem aufsteckbaren Touchscreen oder dem Battery-Backpack nicht zwingend auf neue Rückabdeckungen angewiesen ist. Der neuen Hero 3+ hat GoPro weitere Aufnahmemodi verpasst, wobei man mit dem 1080p-Superview einen weiteren Blickwinkel von 124 Grad erreicht. Der Videoqualität ist das allerdings nicht zuträglich, denn Verzeichnung und Randunschärfe nehmen stark zu. In

Bild: iStockphoto


GoPro liefert für die Hero 3+ ein deutlich leichteres Schutzgehäuse, das aber auch nicht mehr ganz so stabil und nur noch bis 40 Meter wasserdicht ist. Auf ein Stativgewinde verzichtet man weiterhin.

diesem Modus speichert die Action-Cam mit maximal 48 Vollbildern: Auch wenn der Unterschied zu 50 Bildern nicht ins Gewicht fällt und nicht wahrnehmbar ist, leidet das Zusammenspiel mit anderen Clips von Camcordern. Die Nachbearbeitung macht das nicht eben leichter. Ohne Superview liegt der Weitwinkel bei 117 Grad, die Randverzeichnung nimmt deutlich ab und die Bildschärfe zu. Ebenfalls neu ist ein Low-Light-Modus, in dem die Kamera je nach Lichtverhältnissen die Bildrate an das wenige Licht anpasst. Immer noch gut ist die Tonqualität. Mit Schutzgehäuse wird der Klang zwar deutlich gedämpft, ist aber passabel. Optional lässt sich über ein Adapterkabel ein Mikrofon an die USB-Buchse anschliessen.

MODERNISIERTE APP Deutliche Kritik musste GoPro bisher für seine WLAN-Anbindung einstecken, weshalb genau hier nachgebessert wurde. Die Verzögerung zur Vorschau auf der App ist nun auf ein erträgliches Mass von etwa 1,5 Sekunden gesunken. Auch die App hat GoPro modernisiert. Dank klarerer Bedienstruktur lässt sich die Kamera deutlich komfortabler einstellen als mit zwei Tasten und dem kleinen MenüDisplay an der Front. Immer noch erfreulich ist die Möglichkeit, die Kamera aus der Ferne einund auszuschalten, wobei zwangsläufig das WLAN aktiv bleiben muss. Für Anwender, die Home electronics

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ohne Smartphone Sport machen wollen, gibt es weiterhin eine gute Fernbedienung. Nicht bestätigen können wir die Herstelleraussage, dass die Akku-Laufzeit um 30 Prozent erhöht sein soll. Wir testeten bei eingeschaltetem WLAN und mit dauerhafter Aufnahme und kamen so auf exakt die gleiche Aufnahmezeit wie mit der alten Hero 3. GoPro liefert in der Standard-Edition zwei Aufklebeplatten (eine für gerade und eine für gebogene Flächen) sowie einen Drei-WegeSchwenkarm mit. Das Clip-System begeistert uns immer noch nicht. Vielleicht hat GoPro ja bei der nächsten Generation ein Einsehen: Ein Stativgewinde ist schlicht besser und ermöglicht den Einsatz von stabileren Halterungen. Bei der Farbabstimmung beherrscht GoPro das Handwerk: Die Hero 3+ liegt immer noch klar im vorderen, diesmal erfreulich engen Testfeld. Egal ob bei sonnigem Tageslicht oder bei abendlicher Stimmung – die Farben wirken natürlich. Schnelle Helligkeitswechsel macht die Kamera gut mit. Der neue Schwachlichtmodus bringt bei Action-Aufnahmen keine wesentlichen Vorteile, auch wenn das Bild ohne grosses Rauschen wirklich heller wird. Allerdings gibt es um jede kleine Lichtquelle einen Lichthof. Im Vergleich mit der Hero 3 sieht das Bild nicht mehr ganz so scharf aus. Das Video der Offroad-Strecke zeigt Vibrationen des Original-Kunststoff-Haltearms, wobei das die Kom-

pression nicht wirklich aus dem Tritt kommen lässt und sich die Artefakte im Rahmen halten. Zum Rand macht sich jetzt jedoch eine deutliche Unschärfe bemerkbar. An die neue Sony kommt die GoPro Hero 3+ damit nicht heran.

ROLLEI S-50 NITRO CIRCUS Hinter dem Markennamen Rollei stecken die Hamburger von RCP-Technik, die bisher Action-Cams aus chinesischer Grossfertigung verkauften. Jetzt will man sich eigenständiger positionieren und unter der Traditionsmarke wieder eigene Produkte anbieten. Entsprechend hat man Entwicklungsarbeit in die brandneue Action-Cam S-50 gesteckt, die, wie alle anderen Kameras des Tests auch, in China produziert wird. Allerdings jetzt mit technischen Vorgaben und mit Beteiligung bei der Entwicklung der Firmware. Zusammen mit einer eigenen, in Deutschland entwickelten App tritt der Hersteller also mit neuem Selbstbewusstsein auf, was die Standard-Edition der S-50 schon äusserlich mit bunten Frontabdeckungen signalisiert. Um diese Abdeckung zu entfernen, muss man durchaus beherzt zugreifen – ein Manko, weil man diese Kappe immer wieder abnehmen muss für den Wechsel der zwei mitgelieferten Akkus. Rollei liefert zu allen Editionen der S-50 eine kostenlose Freischaltung für die aus dem Internet runterladbare Corel-Schnittsoftware VideoStudio X6. 

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Rollei hat die beste Ausstattung und nun ein Stativgewinde auch am sehr guten Unterwassergehäuse und an der Kamera. Die Bedienung von aussen klappt auch wegen des rückwärtigen Monitors sehr gut.

STABIL UND WASSERDICHT Wir haben die rund 470 Franken teure Nitro Circus Edition ohne bunte Abdeckungen, dafür aber mit exzellent stabiler Lenkerhalterung mit 1/4-Zoll-Stativgewinde getestet. Das passende Schraubgewinde gibt es sowohl an der Kamera als auch am bis 60 Meter wasserdichten und bis 3 Meter fallsicheren Schutzgehäuse. Allerdings lässt dieses nur sehr wenig Ton durch. Permanent ist ein rhythmisches Zischen zu hören, und auch ohne Gehäuse ist der Ton eher flach und klingt dennoch übersteuert. Leider hat darauf auch die im Menü steuerbare, zwischen 50 und 100 Prozent regelbare Lautstärke keinerlei Einfluss. Rollei verspricht über ein Firmware-Update Besserung. Die Grundfunktionen der sauber verarbeiteten Kamera lassen sich über die fünf Tasten leicht steuern. Schwieriger wird es, ins Menü zu gelangen: Man muss die linke Pfeil-Taste länger drücken. Den Abspielmodus erreicht man durch längeres Drücken der Fototaste und anschliessendes Bestätigen der Foto- oder Videowiedergabe mit dem Ausschalter. Alles liesse sich leichter einprägen, wenn auf der Oberseite der Kamera die Doppelbelegung durch eine Beschriftung zu erkennen wäre. Hat man sich einmal ins System eingefuchst, ist es gar nicht mehr so schwer, zumal das Menü die wohl zurzeit klarste Struktur der Action-Cam-Klasse bietet. Etwas lästig, dass die Kamera erst dann die Aufnahme starten kann, wenn das WLAN aktiviert ist. Das ist bedauerlich, weil sie eigentlich nach gut 4 Sekunden startklar wäre, Seite 58

aber knappe 30 Sekunden fürs Aktivieren des WLAN benötigt. Allerdings belohnt Rollei einen dann mit einer noch einfacheren Konfiguration über die App. Das Vorschaubild der App ist recht klein und mit etwa 2 Sekunden Verzögerung noch ordentlich zu gebrauchen – auch wenn hier die Übertragung nicht ganz so flüssig läuft wie bei Sony oder GoPro. Letztlich ist die Vorschau bei dieser Kamera nicht elementar notwendig, denn als einzige im Testfeld hat sie ein 2-ZollDisplay auf der Rückseite. Auch Rollei liefert eine Fernbedienung, mit der sich die S-50 aus- und einschalten sowie die Aufnahme starten lässt. Mittels eines farbigen LED-Streifens signalisiert die Fernbedienung, was die Kamera gerade macht, sodass man eine Rückmeldung zur Kontrolle bekommt. Letztlich ist die Farbabstimmung von Videos immer Geschmackssache: Der eine mag eher bunte, der andere neutrale Bilder. Dem wird Rollei mit einem eigenen Menüpunkt gerecht. Wir drehten Aufnahmen mit natürlicher und kräftiger Farbstimmung. Wer ohne viel Nachbearbeitung peppige Bilder aufzeichnen will, ist unserer Meinung nach mit der kräftigen Variante gut bedient. Mehr Spielraum für nachträgliche Korrekturen hat man mit dem anderen Modus. Auch wenn die S-50 „nur“ 30 Vollbilder in Full HD aufzeichnet, weiss sie zu überzeugen. Die Artefakte halten sich selbst beim Offroad-Trail noch im Rahmen. Damit kommt sie schon fast an die GoPro heran. Bei Schwachlicht trifft das dann allerdings nicht mehr zu.

Der Akku der Cam machte in unserem Test erst nach gut eineinhalb Stunden Aufnahme schlapp, was angesichts des mitgelieferten Zweit-Akkus respektabel ist.

SONY HDR-AS 30 V Den Unterschied zwischen der neuen HDR-AS 30 zur im Programm bleibenden Vorgängerin AS 15 sieht man nur, wenn man beide nebeneinanderstellt: Die Neue ist geschrumpft. Leider ist das kleinere Schutzgehäuse nicht mehr bis 60 Meter wasserdicht, sondern taugt mit 5 Metern gerade noch zum Schnorcheln. Wer mehr will, findet auf Sonys Website unter dem passenden Zubehör andere Frontklappen fürs Schutzgehäuse. Doch man muss genau hinschauen: Manches, was als kompatibel vorgestellt wird, passt nur zum Schutzgehäuse SPK-AS 1 der AS 15. Interessant ist das Gehäuse AKA-LU 1 für 125 Franken, das die Action-Cam aufnimmt und via Systemstecker an der Unterseite eine Vorschau auf ein klappbares Display spielt. Mit diesem Gehäuse wirkt die AS 30 wie ein erwachsener Camcorder – nur das Zoom fehlt. Schade, dass Sony die Mikrofonbuchse an der Unterseite der Action-Cam nicht aufs Gehäuse herausführt. Satte 185 Franken kostet die optionale Fernbedienung fürs Handgelenk, die sogar mehr als eine reine Steuerung bietet: Sie zeigt auf einem Mini-Monitor gleich noch die Vorschau. Am Menü und an der nicht immer astreinen Drei-Tasten-Bedienlogik hat Sony nichts geändert. Eingeschaltet wird die Action-Cam mit Home electronics

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Foto & Video [ PRAXISTEST - ACTION-CAMS ]

Sonys Schutzgehäuse ist genau genommen gerade noch spritzwassergeeignet, die Bedienung über das Display gerät etwas hakelig – doch die Bildqualität überzeugt.

einem längeren Druck auf die Aufnahmetaste, die Aufzeichnung startet sofort. Mit zwei Tasten navigiert man durchs Menü, wobei es besser wäre, das Display würde mit kleinerer Schrift vollständige Texte zeigen statt abgekürzter englischer Wörter. Praktisch ist die permanente Anzeige der Speicher-Restlaufzeit, die für die eingelegte Speicherkarte automatisch in Stunden und Minuten berechnet wird. Als Speichermedien nimmt die Kamera sowohl Micro-SDHC also auch Memory-Stick Micro an. Leider muss man den englischen Beipackzettel zu Rate ziehen, um herauszufinden, wie herum man nun welche Karte einlegen muss, damit die Kamera nicht bockt. Beim Anschluss an den Rechner kann man von der Kamera eine Bedienungsanleitung in vielen Sprachen abrufen – nur nicht in Deutsch. Wenigstens „spricht“ dann die kostenfreie Play-Memories-App Deutsch. Ans Einstellmenü kommt man mit ihr jedoch nicht heran – schade. Stattdessen bekommt man nur das Vorschaubild und kann die Aufnahme starten. Die Verbindung zur Kamera klappt aber nur, wenn eine Speicherkarte eingelegt ist – sonst schliesst sich die App mit einem „unbekannten Fehler“. Die Sony HDR-AS 30 bietet ohne Schutzgehäuse keine Stativbefestigung. Am mitgelieferten Gehäuse SPK-AS 2 findet sich das klassische 1/4-Zoll-Gewinde. Im Lieferumfang sind aber nur eine Stativplatte sowie eine Aufklebehalterung für flache und eine für geschwungene Oberflächen. Nach eindrei-  Home electronics

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Der Bildvergleich

GoPro Hero 3+ Satte Farben und wenig Überstrahlen – die GoPro Hero 3+ präsentiert in nahezu allen Lichtsituationen ein ausgewogenes Bild.

Rollei Nitro Circus S-50 Im „kräftigen“ Farbmodus zeigt die S-50 einen sattblauen Himmel und schöne Wolkenzeichnung – auch wenn das nicht mehr ganz der Realität entspricht.

Sony HDR-AS 30 Die HDR-AS 30 kommt mit der überstrahlenden Sonne nicht ganz so gut zurecht, doch der Himmel ist immer noch ordentlich blau und das Wasser bis ganz vorne nicht zu dunkel.

GoPro Hero 3+ Bei der schnellen Abfahrt offenbart der Superview-Modus eine grössere Verzeichnung und Randunschärfe als bei der Vorgängerin.

Rollei Nitro Circus S-50 Die schnelle Abfahrt sieht etwas dunkel aus, Verzeichnung und Artefaktbildung sind jedoch zu verkraften.

Sony HDR-AS 30 Bei der schnellen Abfahrt spielt die Sony den Vorteil ihrer wirksamen Bildstabilisierung aus.

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Foto & Video [ PRAXISTEST - ACTION-CAMS ]

 viertel Stunden beendete die Kamera unsere

STECKBRIEF Hersteller Modell Preis Info www. Grösse (L x B x H) Gewicht Videoauflösung Bildfrequenz Videoformat Sensorgrösse Sensorauflösung Datenrate Aufnahmedauer pro Gigabyte Aufnahmewinkel Tonaufnahme (Mono/Stereo) Mikrofonanschluss

GoPro Hero 3+ Black Edition 550 Franken gopro.com 6 x 7 x 4,8 cm 137 g 1920 x 1080 Pixel 50p MPEG-4/H.264 1/2,3 Zoll 12 Megapixel 30 Mbit/s 5 min 124 Grad/117 Grad norm. Mono optional

Rollei S-50 Nitro Circus etwa 470 Franken rollei.de 8,8 x 6,7 x 5,2 cm 175 g 1920 x 1080 Pixel 30p MPEG-4/H.264 1/2,3 Zoll 14 Megapixel 12 Mbit/s 11 min 116 Grad Mono –

Sony HDR-AS 30 V 340 Franken sony.ch 9,5 x 3,5 x 6,1 cm 143 g 1920 x 1080 Pixel 50p MPEG-4/H.264 1/2,3 Zoll 11,9 Megapixel 24 Mbit/s 6 min 132 Grad/98 Grad (Bildst.) Stereo •

• 12 Megapixel • • – – •/40 m • –/• – Micro-SDHC USB –/•

• 14 Megapixel • • – – •/60 m • –/• – Micro-SDHC USB –/•

• 11,9 Megapixel • • – – •/5 m – –/– – Micro-SDHC/MS-Micro USB •/•

Status-/Kontroll-Display (Diagonale) Mitgelieferte Befestigungsmöglichkeiten

guter Druckpunkt, akzeptabel •/– (optional) Klebehalterung

Akku-Laufzeit Anzeige für vollgeladenen Akku Bedienungsanleitung/Menüstruktur

82 min • knapp/übersichtlich

Tasten mit klarem Druckpunkt •/• (5,1 cm) Rohrklemme, Klebehalterung, Stativgewinde 101 min • Büchlein, gut erklärt/kein Menü, Bedienung komplett über Schalter

schlechter Druckpunkt, teilweise unlogisch •/– (optional) Klebehalterung, Stativgewinde 107 min • nur Englisch, digital auf Kamera/Menü gewöhnungsbedürftig

+ gute App mit

+ grosser Lieferumfang

+ sehr guter

+ Superweitwinkel

+ leichte Bedienung über Monitor

+ gute Farbabstimmung

+ gute App und Fern-

+ gutes Schutzgehäuse

+ guter Ton

− kein Stativgewinde

− Ton unsauber

− umständliches Menü

AUSSTATTUNG Klar erkennbare Record-Funktion Fotoauflösung Intervall-Fotofunktion Laden über USB Ladegerät mitgeliefert Spritzwasserschutz Wasserdicht/Tiefenangabe Unterwassergehäuse verfügbar Objektiv drehbar/Überkopf-Korrektur Ausrichtungshilfe (Laser) Speicherkarte Anschlüsse GPS-Empfänger/WLAN

BEDIENUNG Tasten/Handhabung

TESTERGEBNISSE Bildqualität Ton Ausstattung Bedienung

+

WERTUNG MAGAZIN

Einschaltoption

bedienung

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Bildstabilisator

Aufnahme mit leerem Akku – da die Sony neben dem WLAN auch noch den GPS-Empfänger betreiben muss, ist das sehr anständig.

WIRKSAME BILDSTABILISIERUNG Bei der Bildqualität zeigt Sony nun den anderen Herstellern, wo es langgeht: Die AS 30 hält das Bild auch auf der Offroad-Piste bei 40 Kilometern pro Stunde noch relativ ruhig. Da kommt kein anderer Testkandidat heran. Allerdings mit der Nebenwirkung, dass die Cam keine Korrektur für Überkopf-Aufnahmen besitzt. Ebenfalls überzeugend sind die Farbstimmung und der Umgang mit schnellen Lichtwechseln. Die Abendstimmungsbilder offenbaren die geringe Verzeichnung. Allerdings haben wir aufgrund des Bildstabilisators mit dem reduzierten Blickwinkel (120) gearbeitet, für den wir eine Gradzahl von 98 ermittelten. Die Verzeichnung im 170-Grad-Modus nimmt deutlich zu, wobei wir hier mit 132 Grad exakt den Wert der AS 15 festgestellt haben. Über Bauformen kann man immer streiten – am Bauch getragen, ist die AS 30 nicht ideal, als Einsatz beim Radfahren oder am Helm des Skifahrers dagegen sehr wohl. Dank dem sehr guten Bildstabilisator ist die Sony die klare Testsiegerin, zumal auch das Bild sonst zu überzeugen weiss. An der Bedienung darf Sony noch einmal feilen, und dass ein Schutzgehäuse bis 5 Meter Tiefe reicht, wenn man doch einen Tauchmodus anbietet, ist zu bezweifeln.

FAZIT Eindeutiger könnte das Ergebnis nicht ausfallen: Die Sony HDR-AS 30 schlägt die GoPro Hero 3+ Black Edition durch ihre gute Farbabstimmung und den guten Bildstabilisator. Da hilft der Hero 3+ auch der neue Superweitwinkel- und Schwachlicht-Modus nicht – denn beim einen hält Sony mit einem eigenen Weitwinkel-Modus ohne Bildstabilisator dagegen, und bei Schwachlicht ist die AS 30 sogar ohne Spezialmodus besser. Spannend ist, dass die GoPro Hero 3+ auch von der Rollei kräftig in die Zange genommen wird: Deren Bedienung und Ausstattung, samt eingebautem Monitor, ist eindeutig besser. Zudem ist die Idee, wählbare Farbcharaktere anzubieten, konsequent und sehr gut umgesetzt. Erst beim WLAN bringt sich GoPro wieder in Führung: Hier ist die Vorschau nun so, dass man damit arbeiten kann. | Home electronics

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Foto & Video [ NEUHEITEN ]

Olympus

STYLISCH Mit der Stylus 1 präsentiert Olympus eine sogenannte Bridge-Kamera. Sie soll bei Massen von 11,6 x 8,7 x 5,7 cm (B x H x T) eine kompakte Alternative zu Spiegelreflex- und Systemkameras sein. Ihr 10,7-fach-Zoom bietet eine Brennweite von 28 bis 300 mm (KB) bei einer durchgängigen hohen Lichtstärke von f/2.8. Der Bildstabilisator soll für wackelfreie Aufnahmen sorgen. Wird die Kamera ausgeschaltet, zieht sich das Objektiv in das Gehäuse zurück. Der 1/1,7 Zoll grosse BSI-Sensor erreicht eine Auflösung von 12 Megapixeln bei einer Serienbildgeschwindigkeit von bis zu 7 Fotos pro Sekunde. Die maximale Lichtempfindlichkeit beträgt 12 800 ISO. Eingebaut ist ein elektronischer Sucher mit 1,44 Millionen Pixel Auflösung, der Touchscreen lässt sich neigen. Dank WLAN-Modul können Aufnahmen an andere Geräte übermittelt werden. Mittels App lässt sich die Stylus 1 auch am Smartphone oder Tablet fernsteuern. Via GPS kann der Aufnahmeort hinzugefügt werden. Videos werden in Full-HD aufgezeichnet. Mit geringerer Auflösung sind auch Hochgeschwindigkeitsaufnahmen mit 120 oder 240 Bildern pro Sekunde möglich. Die Olympus Stylus 1 kostet 800 Franken. // rf www.olympus.ch

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Magix

Joby

VERTONT

STABIL

Das Magix Video-&-Fotoshow-Nachvertonungsarchiv gibt es nun in Version 8. Diese bietet neu über 2600 Audio-Elemente und insgesamt rund 3000 verschiedene Sound-Vorlagen, darunter 1200 neue Natur- und Umfeldgeräusche, die besonders realistisch klingen sollen. Weiter kann man seine Bilder-Shows vertonen mit über 1200 Spezialeffekten wie Computerstimmen, Lasersounds, Science-Fiction-Geräuschen sowie Orchesterklänge. Enthalten sind ferner 80 Soundatmosphären und 150 neue Musikstücke. Damit man die Übersicht nicht verliert, listet Magix die Klänge fein säuberlich in Kategorien auf. Wie bei den Vorgängerversionen findet man weiterhin Hintergrundmusik, Klavierklassiker sowie Nationalhymnen. Das rund 50 Franken teure Video-&und-Fotoshow-Nachvertonungsarchiv 8 ist für die private und nichtkommerzielle Nutzung gedacht. In diesem Rahmen kann man alle Klänge des Archivs gratis verwenden. Für den kommerziellen Einsatz verweist Magix auf das Medienportal Catooh. Von dort lassen sich die Medien auch mit einer kommerziellen Rechtefreigabe erwerben. // rf

Der für seine Gorilla-Stative bekannte Hersteller Joby hat drei neue Modelle für Action-Camcorder im Angebot. Das Stativ „GorillaPod Action Tripod“ wiegt 190 Gramm und hat einen Kugelkopf. Dieser erlaubt Schwenkbewegungen und ermöglicht die Positionierung der Kamera im 90/350-Grad-Winkel sowie im Hoch- oder Querformat. Das „Action Clamp & Locking Arm“ ist mit einer verstellbaren Klammer ausgerüstet, um die Cam an Oberflächen wie Schildern, Handläufen, Tischkanten oder Türen zu befestigen. Für Aufnahmen aus unterschiedlichen Winkeln und zum Schutz vor Erschütterungen bei Langzeitaufnahmen ist der Locking Arm mit zwei Kugelgelenken ausgestattet. Die dritte Halterung, „Action Clamp & GorillaPod Arm“, geht die Verbindung aus Gorilla-Arm und verstellbarer Klammer ein. Die Klammer wird festgemacht an Rohren oder Platten, der GorillaPod Arm sorgt für einen schnellen Perspektivenwechsel. Jobys Gorilla-Action-Cam-Stative kosten rund 40 bis 50 Franken. Bei allen Modellen wird ein GoProAdapter sowie eine ¼-Zoll-Stativschraube mitgeliefert. // rf

www.magix.de

Nikon

RETRO Äusserlich erinnert die Df von Nikon an die legendären Spiegelreflexkameras F2 und F3 aus den 70er- und 80erJahren. Im Innern steckt jedoch die Profi-Technik der D4. So besitzt sie deren CMOS-Sensor im FX-Format (Kleinbild) mit 16,2 Megapixeln. Die Empfindlichkeit reicht von ISO 100 bis ISO 12 800. Der optische Pentaprismensucher zeigt 100 Prozent des aufgenommenen Bildes, und das LCD misst 3,2 Zoll (8 cm) in der Diagonale mit 921 000 Pixeln. Der Phasen-Autofokus arbeitet mit 39 Messfeldern, neun davon sind als Kreuzsensoren ausgelegt. Die Einschaltzeit soll 0,14 Sekunden betragen, die Auslöseverzögerung 0,052 Sekunden. Das Gehäuse besteht aus einer Magnesiumlegierung und soll Feuchtigkeit und Staub abhalten. Die Ergonomie ist nostalgisch: Auf der Oberseite findet man das ISO-Einstellrad sowie je ein Rad für Belichtungszeit, Belichtungskorrektur und zur Modus-Umschaltung (P, A, S, M). Besonderheiten: Die Df ist kompatibel zu allen Nikkor-Objektiven mit F-Bajonett, auch aus der Vorautofokus-Ära; die Videofunktion fehlt. Die Nikon Df ist in Schwarz oder Schwarz/Silber erhältlich und kostet mit dem AF-S Nikkor 50 mm 1 : 1,8 G SE 3500 Franken. // rf

www.joby.com

www.nikon.ch

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Service

Lexikon

NETZWERK & STREAMING AAC Das Audio-Codierverfahren Advanced Audio Coding ist leistungsfähiger als MP3. Es kann Musikdateien um bis das 16-Fache (MP3: 12-fach) komprimieren. AAC wird vor allem im Rundfunk und im elektronischen Musikvertrieb eingesetzt.

MP3 Kurzform von MPEG-2, Layer 3. Es bezeichnet ein Verfahren, das die Datenmenge eines digitalisierten Musikstücks reduziert. Eine MP3-Musikdatei mit einer ordentlichen Klangqualität ist etwa ein Zehntel so gross wie das Original von der Silberscheibe.

AIFF Audio Interchange File Format ist ein verlustfreies Dateiformat von Musikdaten. Audio-CDs speichern ihr Audiosignal im Format CDDA, das mit AIFF nahezu identisch ist. Deshalb landet Musik, die von CDs im AIFF-Format gerippt wird, fast unverändert auf der Festplatte. Das kann klangliche Vorteile haben.

NAS Network Attached Storage; „intelligente“ Festplatte, die direkt ans Datennetz angeschlossen werden kann. Bessere NAS können direkt als Server für digitale Musiksammlungen eingesetzt werden.

Apple Lossless Von Apple entwickeltes Verfahren zum verlustlosen Komprimieren von Tondateien; es ist mit keinen anderen Kompressionsverfahren kompatibel, reduziert die Dateigrösse um 40 Prozent. Client In der vernetzten Unterhaltungselektronik: Gerät, das von einem Server elektronische Ton- und/oder Bilddaten empfängt und sie so aufbereitet, dass daraus wieder Musik, Fotos oder Videos entstehen. DLNA Die Digital Living Network Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, Geräte der Unterhaltungselektronik, Kommunikationstechnik und Computertechnik einfach miteinander zu vernetzen. Beispiel: Ein DLNA-Handy kann gespeicherte Musik oder Videos ohne weitere Hilfsmittel direkt über eine DLNA-fähige Hifi- oder Video-Anlage spielen. Ethernet Weltweit verbreiteter und am häufigsten verwendeter Standard für lokale Datennetze; auch als LAN (Local Area Network) bezeichnet. Hier werden die Daten in der Regel über Kabel mit verdrillten Kupferadern transportiert. FLAC Free Lossless Audio Codec; frei verfügbares Verfahren zum verlustfreien Komprimieren von Tondokumenten, reduziert die Dateigrösse um etwa die Hälfte. Kompression In der Datentechnik ein Verfahren zum Reduzieren der Datenmenge bei Ton, Bild und Video. Sinn des Ganzen ist, entweder Speicherplatz oder Bandbreite bei der Übertragung zu sparen. Typische Vertreter solcher Verfahren sind etwa MP3 für Audiodaten, JPG für Bilder oder MPEG für Videos. In der Musik beziehungsweise Aufnahmetechnik die Anhebung leiser und Abschwächung lauter Signale zur Minderung der Dynamik und Erhöhung des Lautstärke-Eindrucks. Seite 64

Ogg Vorbis Auch nur Ogg genannt; Kompressionsstandard für Audiodaten. Bei gleicher Klangqualität liefert Ogg kleinere Dateien als MP3, zudem kostet es den Hersteller keine Lizenzgebühren. PLC Mit dem als Power Line Communication bezeichneten Verfahren werden Daten über Stromnetze übertragen. Jede 230-Volt-Steckdose wird dadurch mittels Adapter zum Datenanschluss. Rippen Fachjargon aus der Computerszene; meint das Kopieren eines digitalen Datenträgers wie CD oder DVD auf die Festplatte eines PC. Meist ist das gleichzeitig mit einer Reduktion der Dateigrösse (Kompression) verbunden. Router Der Router ist ein Bindeglied zwischen den Rechnern in einem Hausnetz und dem Internet. Er vermittelt also Datenpakete zwischen verschiedenen Netzen. In jedem Datenpaket stehen, wie auf einem normalen Päckchen, der Empfänger und der Absender. Anhand dieser Informationen verbindet der Router zwei oder mehrere Netzsegmente intelligent miteinander. UPnP Universal Plug and Play; dient der einfachen Vernetzung verschiedenster Gattungen von Heimelektronik (Stereoanlagen, Router, Drucker, Haussteuerungen) über ein Netz. Server In der vernetzten Unterhaltung: Gerät, das elektronische Ton- und/oder Bilddaten archiviert und sie an Clients weitergibt. WMA Windows Media Audio; Datenreduktions-Verfahren von Microsoft, ähnlich MP3.

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Im Dickicht der Formate: Die Transcodier-Fähigkeiten des kostenlosen Multimedia-Abspielers VLC Player.

Technik, einfach erklärt: Transcodieren

PASSEND MACHEN „Dieses Audio-/Videoformat lässt sich nicht darstellen“ lautet die FrustMeldung in der digitalen Unterhaltung. Allein bei Musik lassen sich Töne mit Formaten wie MP3, AAC, OGG und FLAC in Dutzenden Varianten speichern und eindampfen. Dabei wird analoge Musik in Bits und Bytes codiert. Beim Abspielgerät müssen diese Daten wieder in schöne Schwingungen decodiert werden. Dafür sorgt meist ein spezieller Elektronikchip, ein sogenannter Digital-Analog-Konverter, kurz DAC genannt. Was der DAC nicht versteht, kann er aber nicht abspielen. Dann müssen die Daten vor der Anlieferung mittels Transcodierung in ein passendes Format umgewandelt werden. Dabei handelt es sich um einen mathematischen Prozess, der aber meist eine Reduktion der Qualität mit sich bringt, weil er „verlustbehaftet“ ist.

SCHNELLE WANDLER Bekanntester Transcodierer ist Airplay. Egal, welches Dateiformat auf einem iOS-Gerät oder Windows-PC (Airfoil) abgespielt wird, Apples Technik wandelt dieses in Echtzeit in das Format ALAC (Audio) oder H.264 (Video) um und schickt dann diese Daten an einen Airplay-Lautsprecher oder die Apple-TV-Box. Auch iTunes führt beim Kopieren von Daten auf Mobilgeräte oft eine Transcodierung durch, kann sich dafür aber mehr Zeit lassen. Viele Netzwerkfestplatten (NAS) können Mediendaten ebenfalls in Echtzeit transHome electronics

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codieren und erkennen sogar, welche Formate das Abspielgerät erwartet. Bekannte Vertreter sind beispielsweise die NAS von Synology und Netgear. Auch ein PC kann im Heimnetzwerk als Echtzeit-Transcodierer arbeiten. So sorgt beispielsweise die Filmverwaltungssoftware Plex dafür, dass vom Smartphone bis zum Fernseher alle Geräte mit passenden Daten versorgt werden. Auf iOS-Abspielgeräte beschränkt ist die Lösung Air Video (www.inmethod.com). Alternativ kann man seine komplette Sammlung auch in Ruhe und auf Vorrat umwandeln lassen. Bei dieser Batch-Recodierung bleibt dann mit komplizierteren und rechenintensiven Algorithmen möglichst viel Qualität erhalten. Bewährte Transcodierer für komplette Musik- und Videosammlungen sind beispielsweise DBPoweramp und Handbrake. Wie erwähnt, führt Transcodierung immer zu einem Qualitätsverlust. Für maximale Qualität muss man sich also Unterhaltungsgeräte anschaffen, deren DAC das Datenformat der persönlichen Sammlung direkt unterstützt. Insbesondere gilt dies für verlustfrei gespeicherte Audiodateien im FLAC-Format und in der audiophilen Auflösung von 96 Kilohertz mit 24 Bit (24/96). // kh Zusätzliche Infos im Internet: http://en.wikipedia.org/wiki/Comparison_of_video_converters http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_audio_conversion_software

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Magazin [ VORSCHAU/IMPRESSUM ]

VORSCHAU MÄRZ - APRIL AUSGABE MÄRZ - APRIL 2014 ERSCHEINT AM 25. 2. AM KIOSK.

18. Jahrgang 2014

Impressum VERLEGER Dr. Daniel Kaczynski GESCHÄFTSFÜHRER/VERLAGSLEITER Dominik Achermann Telefon 044 245 45 10 dominik.achermann@home-electronics.ch CHEFREDAKTOR Lothar Brandt (lbr): Leitung Audio, TV & Heimkino REDAKTION Rolf Frank (rf): stellvertretender Chefredaktor, Leitung Multimedia & Netz, Foto & Video Kurt Haupt (kh): Redaktor Multimedia & Netz, Leitung HE Online Clarissa Lack (cla): Praktikantin REDAKTIONELLE MITARBEITER IN DIESER AUSGABE Attila Csampai, Martin Freund, Albrecht Gasteiner, Dani Maurer, Udo Ratai, Joachim Sauer, Claude Settele, Falk Visarius, Christoph Vratz, Kai Wasserbäch (kw), Jörg Wirtgen, Christian Wölbert, Dusan Zivadinovic (dz) ANZEIGENVERKAUF Fernando Palencias, Telefon 079 332 82 65 palencias@home-electronics.ch Telefax 044 245 45 00

DOSSIER: ORDNUNG IM DATENCHAOS Foto-, Video- und Musik-Dateien tummeln sich mit der Zeit zu Tausenden auf dem Rechner, Tablet und Smartphone. Wer behält da noch den Überblick? Wir zeigen Ihnen auf 32 Seiten, wie Sie Ihre digitalen Schätze richtig speichern, ordnen und auch präsentieren.

REDAKTIONS- UND VERLAGSANSCHRIFT Home Electronics p.a.media ag Hottingerstrasse 12, 8032 Zürich Telefon 044 245 45 46, Telefax 044 245 45 00 redaktion@home-electronics.ch AUFLAGE Durchschnittliche Druckauflage 2013: 8200 Exemplare ABONNENTEN-SERVICE AVD Goldach AG Abonnenten-Service Home Electronics Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Telefon 071 844 91 54 ERSCHEINUNGSWEISE 6-mal pro Jahr auf Ende jeden zweiten Monats

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Foto VOLLFORMAT OHNE SPIEGEL Sonys Alpha 7 und 7r sind die ersten spiegellosen Systemkameras mit Vollformatsensor, elektronischem Sucher und üppiger Ausstattung. Im Test.

KORREKTORAT Eva Koenig, Richard Rüegg DRUCK UND VERSAND AVD Goldach AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Folgende Beiträge wurden übernommen und den schweizerischen Marktverhältnissen angepasst: c’t: 18; AudioVision: 30–39; Videoaktiv: 56–60. BILDQUELLEN & AGENTURMELDUNGEN Falls nichts anderes vermerkt ist, stammen die Bilder aus dem Archiv der Zeitschrift Home Electronics oder von den Herstellern der abgebildeten Produkte. Home Electronics verwendet Agenturmeldungen von Pressetext (pte).

Ausserdem: Weitere Themen aus den Bereichen Smart Entertainment, Audio, TV und Foto & Video

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COPYRIGHT © 2014 p.a.media ag Nachdruck nicht gestattet. Das Fotokopieren aus Home Electronics, das über Einzelstücke hinausgeht, ist untersagt. Die p.a.media ag ist eine Tochtergesellschaft der Swisscontent AG.

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Notebook 15.6" X552CL-SX065H Art. 902008 • Intel Core i7 3537U, 3.10 GHz • 4 GB DDR3 RAM • NVIDIA GeForce GT 710M, 1 GB DDR3 RAM • 500 GB HDD

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Kaffeevollautomat Minuto HD8761/01 Art. 899824 • Wassertank: 1.8 Liter / 15 bar • Milchaufschäumer • Herausnehmbare Brühgruppe • Abmessungen (BxTxH): 21.5x42.9x33 cm Einlösbar in Ihrer Interdiscount-Filiale vom 27.12.2013 bis 26.1.2014. Nicht kumulierbar mit anderen Bons/Rabattaktivitäten.

Cordlesstelefon mit Beantworter A415A Art. 897954 • Beleuchtetes 1.8"-Grafik-Display • Speicher für bis zu 100 Einträge • Beantworter mit bis zu 20 Min. Aufnahmezeit

Kompaktkamera DMC-TZ41 black Art. 897306, white Art. 897308, red Art. 897309 • 18,1 MP CMOS-Sensor • 20 fach opt. Zoom 24-480 mm (KB) • Integrierte WiFi-Funktion und GPS

Gültig bis 12.1.2014 oder solange Vorrat. Unsere Preise verstehen sich inkl. MwSt. Irrtümer und Druckfehler vorbehalten. Gültig solange Vorrat. Hinweis laut Gesetz: «Kreditvergabe ist verboten, falls sie zur Überschuldung führt» (Art. 3 UWG).

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