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ISSUE 7

EDITORIAL

MARCO SCHENK - EDITOR IN CHIEF

Impressum:

Gleimstraße 23 - 10437 Berlin

Kontakt E-Mail Internetseite: www.hole-magazine.com

Für mich gehört die Zeit zu den faszinierendsten Phänomenen überhaupt. Sie ist unser Freund und Feind zugleich. Zeit kann man nicht vermehren, konservieren oder abspeichern. Zeit vergeht und läuft ab. Und immer öfter stellen wir fest, dass wir davon nicht mehr genug haben, um all das zu tun, was wir auf jeden Fall noch tun wollten. Vor nicht allzu langer Zeit traf ich mich mit dem Fotografen Tino Crisó. Bei unserem Gespräch sagte er zu mir: „Ich möchte mit 80 Jahren auf mein Leben zurück blicken können und sagen: Ich habe genau das gemacht, was ich wollte! Und ich habe mir von niemandem reinreden lassen.“

Chefredakteur Moderedaktion

Übersetzung: Heike Dorsch

Registereintrag: Eintragung im Handelsregister. Registergericht: Amtsgericht Berlin Charlottenburg Registernummer: HRB 142944B Ust-ID-Nr.: 37/194/21599

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Finde ich gut, dachte ich, nur - sind wir alle so selbstbestimmt, dass das wirklich funktionieren kann? Wenn ich nun meine Zeit mit Dingen verbringen muss, zu denen ich eigentlich keine Lust habe, ist das dann nicht Zeitvergeudung? „Nicht unbedingt“, lautete da ein Kommentar in unserer letzten Redaktionssitzung, „schließlich hatte ich auch nicht immer Bock auf Schule und musste trotzdem hin!“ Gutes Argument.


Bleibt also die Frage: Wie können wir mit der kostbaren Ressource Zeit besser umgehen, wie setzen wir sie ein - oder eben nicht?

Wichtig ist nur, dass wir sie richtig nutzen und dabei unsere Ziele nicht aus den Augen verlieren. Denn Zeit ist immer gleich schnell. Oder langsam. rechtzeitig zu machen oder unsere Termine

wir uns doch immer wieder eingestehen, dass

Auch wir haben viel Zeit in unsere neue Ausgabe investiert. Und ich finde: Es hat sich gelohnt. Dabei hören wir nicht auf, HOLE Feedback. Wie immer, könnt ihr auch diese Ausgabe direkt als PDF laden und es euch bequem machen. Nehmt euch die Zeit. Ihr habt es euch verdient. HOLE Nr.7. Herzlichst, Euer

Aber mal ehrlich: Selbst wenn mein Tag 30 Stunden hätte und ich den besten Zeitplan – am Ende kommt sowieso immer irgendetwas dazwischen!

kann. Und akzeptieren, wenn‘s mal wieder länger dauert.

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INDEX

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ANI K A SC HE IBE

fashion design

fashion glossary

insider

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GABR I EL M OGI NOT

08

LEA-HELEN LI NDS TEDT

52

E WI E ELAS TAN

52

E WI E EM PI R E LI NI E

50

UNGLAUBE KOLUM NE

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ANZEIGE

w w w. w a l d - b e r l i n . d e

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CONTRIBUTERS

Julian Laidig

EDITORIAL MANAGEMENT

Angelpunkt seiner Kunst.

Sebastian Groß

FASHION EDITOR

Ausgabe vorbei, werden kritisch beäugt und bewertet. Durch die Newcomer unserer Ausgaben, er steht auch bei unseren

Damien Hunter EDITOR-AT-LARGE

ständig in der Weltgeschichte unterwegs und lässt euch

exklusiv von seinen neuesten, teilweise durchaus skurrilen Entdeckungen aus aller Welt.

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INCREDIBL DENIM Photographer: Hair & Make-up: Models: 8 HOLE magazine

Fashion: Lea-Helen Lindstedt


LE COVERSTORY HOLE magazine 9


LEA-HELEN LINDSTEDT

Cover-Story: Das große Interview mit

Lea-Helen Lindstedt (29) kommt aus der Nähe von Bielefeld- genauer: Lübbeke. Sie ist eine auffallend quirlige junge Frau, die einem mit ihrer sonnigen Ausstrahlung jede Form von schlechter Laune sofort über Bord werfen lässt. Sie versprüht soviel Enthusiasmus und Authentizität, wie selten eine Designerin in einem Interview zuvor. Sie spricht von ihrer Arbeit mit so viel Hingabe, dass jeder sofort mitbekommt: Sie liebt ihren Job! Mit dem Modedesign-Diplom der renommierten ESMOD Fashion School in Berlin in der Tasche, begann ihre Karriere erst bei Timezone, führte sie dann nach London, um kurz darauf als Designmanagerin bei Tom Tailor zu arbeiten. Heute arbeitet Lea freiberuf lich u.a. für einen großen Jeanslieferanten und verrät uns, warum sie ihre Zukunft in Berlin sieht und weshalb ihre Selbständigkeit die logischste Konsequenz im schnelllebigen Modezirkus ist. HOLE: Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen Modedesignerin zu werden?

gemacht. Dies war deshalb besonders spannend

etwas in Deutschland nicht mehr. Dort konnte ich Erfahrung in allen möglichen Abteilungen sammeln. ich gesessen. Danach konnte ich zumindest schon einmal behaupten, dass ich in diese Richtung später einmal gehen möchte. Und das hast du dann auch ganz konsequent getan. Von der Modeschule über Hospitanzen, Praktika, Trainee, Junior-Designerin, Senior Designerin bis hin zur Design Managerin. Heute nebenbei deine eigene Schmuckkollektion mit einer Partnerin heraus. Was war deine beste Zeit in den vergangenen Jahren? Die beste Zeit? Das ist eigentlich ganz einfach zu beantworten. Ich habe an so vielen

TimeZone. Dort war ich Designerassistentin.

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LEA-HELEN LINDSTEDT

dann zu Tom Tailor - nach Hamburg. Auch diese Zeit möchte ich nicht missen. Ich habe immer unglaublich viel gelernt. Heute bin ich einfach froh, dass ich wieder in Berlin bin und mittlerweile auf eigenen Beinen stehe. Dein Schwerpunkt in deinen Lehrjahren wurde schnell die Jeans. Was faszinierte dich so daran? Diplomkollektion musste ich mir ein Thema ausdenken. Nach langem Hin

die Waschung von Denim zu erfahren. Es faszinierte mich, was mit dieser

Heute berätst du nebenbei Unternehmen bei ihren Kollektionen. Wie muss ich mir das vorstellen? Das ist recht einfach: Die Firmen kommen aus den unterschiedlichsten selbst keine Ideen haben oder es ihnen nicht gut geht, weil sie schlechte

rangeht und nicht in der Firmenphilosophie „feststeckt“. up-to-date zu sein. Trends entwickeln sich heutzutage so unglaublich

inspirieren.

Händchen haben und auch ein gutes Auge. Zusammen mit den neuesten Fits und Techniken, entstehen dadurch teilweise auch komplett neue Trends. 12 HOLE magazine


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LEA-HELEN LINDSTEDT

„Mir war es wichtig, Erfahrungen in einem anderen Land zu sammeln.“ Dann gibt es auch Firmen, die beispielsweise gar keine eignen Designer haben. Da ist es dann umso wichtiger, ihnen das „Komplettpaket“ zu geben.

alles anders, als zu Hause. Die Firmenstrukturen

muss immer die Firma im Fokus stehen. Wer

Danach zog es dich aber doch nach Hamburg. Als Design-Managerin bei Tom Tailor warst du für eine gesamte 12-Monats-Kollektion verantwortlich. Worin lag dabei die besondere Herausforderung? Das Besondere daran war das Kommerzielle und

Unternehmen? Das ist sehr spannend. Und fordert mich sehr. Woher nimmst du denn deine Inspiration? Oder: Wie erkennst du Trends, die wir erst übermorgen verstehen?

andere Länder arbeiten um dann auch vergleichen zu können.

Kollektion. Aber die eigentliche Herausforderung lag

Neues gepostet. Die neuesten Trends aus London,

etwas hektischer.

als Anlaufstelle benutzt, um Vorhersagen und

Und nicht zu vergessen, meine Freunde, die in dem Business selbst arbeiten. Wir unterhalten untereinander ist sehr wichtig. Du warst ein gutes Jahr in London. Was hattest du dir von der Zeit im Ausland versprochen?

Kommentieren, Ändern. Und dann ist da schon wieder die dritte Kollektion, deren Verkaufsmuster

wissen, was ich mir dabei gedacht habe. Insgesamt gesehen, war das schon eine sehr erfahrungsreiche Zeit. Die Fabriken stehen dabei, wie so oft, in Asien. Was ist modisch gesehen in Asien anders, als in Europa?

vielleicht doch in London Fuß zu fassen. Das ging dann erstaunlicherweise auch relativ

anderes Trendbewusstsein, als hier in Deutschland.

wichtig, Erfahrungen in einem anderen Land zu

Facebook und auch Google ist nicht benutzbar. Das Internet existiert nur unter den Barrieren HOLE magazine 15


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LEA-HELEN LINDSTEDT

„Modeblogger sind die Trendscouts des 21. Jahrhunderts.“

sehr arm. Wenn Trends aus Asien kommen, dann eher aus Hong Kong oder Tokio. Warum ist und bleibt Berlin denn so eine kreative Stadt? Sind es die Modeschulen, der Mut oder das Trendbedürfnis der Hauptstädter?

und die verschiedenen Kieze, untermauern das

die gesamte Bandbreite zu bedienen. Dazu gehört auch Kindermode, Hosen, Röcke, Kleider oder auch

Designerin noch einmal ganz andere Einblicke gibt. Ich lerne, gerade auch vor Ort, unglaublich Traum meines eigenen Labels, aber das hat wohl

auch die Ausgehkultur trägt sicherlich entschieden dazu bei. Berlin lebt von Trends und Kreativität. Ich Wie kam es denn zu der Schmuck-Idee?

entstand eines Abends diese Idee. Wir wollten zusammen etwas Kreatives auf die Beine stellen,

Großunternehmen hat hier Zalando einen guten ausländische Firmen, die es nach Berlin zieht. Du hast dich vor kurzem selbst im Berliner Szene Bezirk Prenzlauer Berg niedergelassen. Jeanslieferanten, der u.a. für MANGO, Zalando und H&M produziert. Du bist also eine gefragte Designerin. Hast du das Gefühl, du bist „angekommen“? in meiner Karriere gegangen bin. Ich kann einfach viel freier arbeiten. Ich arbeite mit unterschiedlichen eine Firma arbeitet, dann ist man meist auch nur auf 18 HOLE magazine

weggeworfen wird. Das fanden wir sehr schade.


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LEA-HELEN LINDSTEDT

„Der Kunde wird zugeschüttet mit Massen von Mode, die eigentlich niemand braucht.“

ist ein Unikat.

Und der kann sich nicht in den Designer hinein versetzten. Asiatisch produzierte Ware ist, wie auch aus allen

Woran arbeitest du gerade?

hierbei liegt auf den deutschen, niederländischen, Nebenbei mache ich viel Akquise und suche nach weiteren spannenden Herausforderungen. Ab und zu bin ich noch bei Tom Tailor in unterschiedlichen ist, lege ich wieder selbst Hand an und beginne

an richtig sitzen. Dadurch geht man dabei eher zu schneller umsetzbar sind. Große Firmen können es sich schlicht nicht leisten,

noch etwas zu verändern. Diese Zeit haben die Firmen nicht. Was am Ende dabei heraus kommt,

Warum ist dir die eigene Handarbeit so wichtig? In großen Firmen hast du nichts mehr mit dem

Fatale ist nur: der Kunde bemerkt es gar nicht. Er

mittlerweile in den Fabriken Asiens erledigt oder

die eigentlich niemand braucht. Und schon gar nicht

weshalb ich mich selbständig gemacht habe. Das

Was rätst du jungen Menschen, die gern Mode studieren möchten?

einfach verloren. Um mit etwas modisch Neuem zu kommen, kann

einfach eine technische Zeichnung nach China oder genauso hinbekommen, wie ich es mir

kann ich weiter modellieren, es entsteht also etwas

dass man später wunderschöne Handzeichnungen

ist schade, weil es wichtig ist, dieses Handwerk noch zu erlernen. Aber andererseits bringt es arbeitet fast ausschließlich mit dem Ausland, man

Das Blatt hat sich einfach gewandelt. Alles ist sehr HOLE magazine 21


LEA-HELEN LINDSTEDT

„Mit unterschiedlichen Kulturen zusammen zu arbeiten, befruchtet die Arbeit wirklich sehr.“

technisch und leider lange nicht mehr so kreativ, wie

Lea, wir danken dir für deine Zeit.

es fast unmöglich, in Deutschland zu produzieren. Englisch ist also extrem wichtig. Und der Computer wird dein Kollege. Was planst du für die Zukunft?

arbeiten, befruchtet die Arbeit wirklich sehr. Ich war ich als Designerin eher produktfern, gab

was vor Ort passiert. Eigentlich so, wie man sich

und Verarbeitung.

einzige Wäscherei in Deutschland. Darum spielt sich noch mehr unterschiedliche Firmen und Lieferanten

Mehr zu Lea-Helen Lindstedt meiner eigenen Kollektion rauszukommen. Und bis

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w w w. l e a l i n d s t e d t . c o m info@lealindstedt.de


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Maison Moginot Couture Corsets Photography: Ruven Afanador Fashion & Model:

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GABRIEL MOGINOT

Interview mit

Persönlichleiten, wie Kate Moss und Amanda Lepore, haben sich von seiner modischen Qualität bereits überzeugt. Und auch die VOGUE wurde neugierig, als er vor nicht allzu langer Zeit damit begann, ein längst vergessenes Kleidungsstück widerzubeleben: Das Korsett! Gabriel Moginot gehört zu den angesagtesten Jung-Modedesignern Paris‘ und ist schon lange kein reiner Geheimtipp mehr! Wir trafen den 29-jährigen in der Stadt der Liebe und wollten sehen, wie er lebt und arbeitet. Doch weit gefehlt: Der exentrische Modeschöpfer ist nicht nur sehr verschlossen, er zeigt uns auch nur die Endresultate seiner Arbeit. Warum am Anfang kaum jemand an ihn geglaubt hat und er immer noch lieber ganz allein arbeitet, verrät er uns im Interview. Hey Gabriel, lass uns erstmal über deine Person sprechen. Stell dich kurz vor. dachte ich - dann mach ich Fotos in meiner Freizeit. möchte mich immer pushen und weiterkommen, also

Who und wer mit wem. Ich wäre sicherlich nicht die

schnell Freunde und er wollte mich in seiner Welt

Ästhetik, ich mochte schon immer das Verbotene, mir. Wann hast du angefangen dich für Miederherstellung zu interessieren und was hast du davor gemacht? Leben gedrängt, sie dachten es wäre sicherer eine es wäre besser, normal zu sein und einen guten Eindruck bei allen zu machen. Aber ich fand es total

ihm die Zeit geschenkt, zu helfen und so lernte ich, wie man Korsetts herstellt. In einer ziemlich kurzen

einfach nur der Anfang und so wurde ich endlich

Hast du früh festgestellt dass du ein Talent hast? Das ist schwer zu sagen, alles was ich dazu sagen kann ist, dass ich seit Ewigkeiten alles um mich meine Fantasie sind immer an.

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GABRIEL MOGINOT

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GABRIEL MOGINOT

„Bevor ich mein erstes Korsett gemacht habe,

Ich kann nicht stillsitzen, entspannen und an Ich denke, ich bin ein Workaholic, wahrscheinlich Erinnerung an ein potentielles Talent ist eine ich nur zufrieden, wenn ich etwas allein gemacht oder alleine. Immer wollte ich mich verbessern, niemals zu lange meinem Verhalten gearbeitet, habe mich selbst

um zu verstehen, worin die Unterschiede liegen und herkommen. In einer Welt können wir das, glaube

Warum brauchen Männer Korsetts? Und warum Frauen?

es macht sie kurviger und trägt zu einer guten

dass Frauen das wissen und fest daran glauben. Das

bringen mich zu Höchstleistungen aller Art. Bevor ich mein erstes Korsett gemacht habe, saß ich noch nie an einer Nähmaschine.

ist, haben mir die Zuversicht gegeben, dass ich es

du nie etwas so gut machen. Wie kommt es, dass du deine Designs selbst modelst?

werden dich erkennen und sich mit dir unterhalten.

zu imitieren.

Korsetts? Was macht dein Design so

beim Handwerk, bei der Couture. Ich liebe denn es ist schon extrem. 30 HOLE magazine


Corset: Bag:

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GABRIEL MOGINOT

„Kate Moss hatte Fotos von mir im Internet

angebracht werden, ich liebe es ewig zu brauchen, um ein Korsett fertig zu stellen und das macht es

ihm zuzuhören, die Vorlieben zu erfahren, um dann

man auch an der Form erkennen.

meinen eigenen Blog und eine Webseite, um Neuigkeiten zu schreiben. Dann sehe ich wie Leute weiter bloggen und es kommentieren. Ich benutze das Internet gerne, denn ich feiere auch gerne von Zeit zu Zeit. Außerdem bin ich verschlossen, ich zeige nur das Endresultat meiner Arbeit und ich behalte

Um die Korsetts zu verkaufen hab ich ein paar

extreme Formen zu bekommen. Die kleinste Taille kann man erreichen, indem man weder den ziemlich komplizierte Form, aber es ist auch das

Du hast schon für Dior und die VOGUE gearbeitet. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

sie an, das auch mit mir zu verbinden, was das beste

Hast du dein eigenes Studio für deine Arbeit? Ich arbeite immer zu Hause. In meinem Wohnzimmer gibt es eine Fläche, die den Korsetts gewidmet ist, mit meiner wunderschönen Nähmaschine. Ich benutze

Atelier Teil der Wohnzimmerdekoration. Falls ich später eine richtige Firma daraus mache, nicht nur selbständig bin, dann suche ich mir ein separates Atelier. Wie vermarktest du dich denn? Wie wissen die Leute wer Gabriel ist?

kennengelernt haben, weil wir von einem Freund vorgestellt wurden, usw. Blogs und Webseiten helfen auch sehr. Ich habe 32 HOLE magazine

Agent hat mich per Email kontaktiert und wir haben

sagte, dass sie Fotos von mir im Netz gesehen hatte. Ich glaube, es gibt einfach sehr wenige Hersteller von Korsetts und noch wenigere, die sie tragen können, wie ich. Dazu kommt noch, dass ich sie mache und

wieder zu erlöschen. Um die Frage zu beantworten, ich habe mit diesen Leuten gearbeitet weil sie mich angesprochen haben und weil sie wussten was sie wollen.


GABRIEL MOGINOT

Welche Produkte möchtest du im Laden und online verkaufen? Ich möchte meinen richtigen Namen auch wegen

möchte auch maßgeschneiderte Korsetts anbieten, wahrscheinlich mit einer

zu arbeiten, dass ich meine Zeit verschwende und nichts dabei rumkommt und dass ich nicht weit benutze, zeige ich, dass ich es gewagt habe und dass

Hochzeitskleider, die auf Korsetts aufgebaut sind, als

Erfolg freue.

Zeit alleine arbeite, aber ich werde mein Bestes tun, um sobald wie möglich damit rauszukommen. Das ist

Firma wird, falls ich andere Dinge außer Korsetts

Arbeitest du ganz alleine oder hast du auch Hilfe? Kommunikation fangen an mich zu kontaktieren, andere wiederum möchten sich als mein Agent

nach mir noch weiterleben soll. Was können wir von dir in der nahen Zukunft erwarten?

richtig gefallen. Ich bin ein harter Arbeiter, ich weiß,

kommt, an den ich glaube. Ich bin ziemlich streng, vor allem wenn es um meine Arbeit geht. Ich mache die Korsetts alleine, ich mag niemanden zu viel Angst habe, dass es schief gehen könnte. Und ich habe einige faule Leute in meiner kurzen Zeit als Designer gesehen, die mir genug Angst gemacht

werde bald meine erste Wäsche herausbringen, da die Anfrage so groß ist. Danach kommt der Online

Vielen Dank für deine Zeit. Wir werden dich und

Übersetzung: Heike Dorsch

Warum hast du den Namen „Maison Moginot“ gewählt? gewählt um ihre wahre Identität zu verstecken. Ich wollte schon immer meinen richtigen Namen benutzen, an dem Tag als ich meinen Namen in der italienischen Vogue gesehen habe, war ich so zufrieden mit meiner Arbeit und ich weiß es wäre

Mehr zu Gabriel Moginot w w w. m a i s o n m o g i n o t . c o m w w w. f a c e b o o k . c o m /g a b r i e l . m o g i n o t maisonmoginot@gmail.com HOLE magazine 33


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BH & Slip Plateau-Sandalen: ZARA HOLE magazine 35


TINO CRISÓ

Interview mit

Es ist einer dieser wenigen Sonnentage in diesem Juli. Wir treffen Tino Crisó vor einem Berliner Hotel. Der geborene Braunschweiger präsentiert sich auffallend leger und erfrischend natürlich. Ein Frauenschwarm mit tiefer Stimme und jugendlichem Charme. Was macht diesen ambitionierten Fotografen aus, um den sich im Moment alle reißen? Wir wollten es genauer wissen. Im exklusiven HOLE Interview spricht der 22-jährige ganz offen über Inspiration, Kreativität und warum sein Beruf noch lange kein Handwerk ist.

Hallo Tino, schön dass es geklappt hat. Stell dich bitte kurz vor. Nähe von Braunschweig und bin vor ca. zwei

Komisch, das denken wir von Berlin auch...

Kunden und ausreichend viele Aufträge. Ich bin

es beispielsweise hier in Berlin wäre.

Dazu muss ich etwas ausholen. Ich habe

Du warst Model und bist jetzt Fotograf?

in einer Werbeagentur und habe dort, neben der Fotoproduktionen, haben zusammen mit der Art-Direction Konzepte geschrieben und ich habe mitbekommen. Das begeisterte mich immer mehr 36 HOLE magazine


She is oh so fierce

BH & Slip HOLE magazine 37


BH 38 HOLE magazine


TINO CRISÓ

„Ich gebe meinen Models viele Freiheiten und Raum zur Entfaltung.“ Fotografen, denen diese Dinge nicht so wichtig mehr wahrgenommen und umsorgt. Diese Basis Ich begann zuerst meine Freundin zu fotografieren. Das lag mir ganz gut und machte

Kamera, ist wirklich elementar.

Assistenzstelle in Hamburg und schon nach drei Wochen fing ich an, mich um vieles selbst zu

Oh, schöne Frage. Das wandelte sich im Laufe der Zeit sehr. Am Anfang habe ich hauptsächlich

Rest habe ich mir selbst beigebracht.

Grund, da ich sie in meinen eigenen Klamotten

Wie ging es dann weiter?

durchstarten.

Ich habe mich in vielem ausprobiert. Ich habe

langsam, aber sicher, auf mich und meine Arbeiten aufmerksam wurden. Ich selbst finde

mir schon nach dem ersten Bild zu langweilig.

deutlich mehr auf Frauen. fotografiere, bin ich sozusagen der Dirigent. Du gerade im Kopf hast. Das funktioniert aber nur unter einer Bedingung:

dabei ist immer der Entstehungsprozess. Ich lerne

ein Vertrauen schaffen. Ohne dem, kannst du es knicken. Raum zur Entfaltung. Das merke ich dann wiederum auf den Fotos. Das gefällt mir wirklich am meisten. Darum fotografiere ich wohl auch

wenn sie auch zufrieden sind. Ich kenne viele

Schwerpunkt?

in der Zukunft ganz sicher noch mehr im Editorialbereich. Im Editorial kann ich mich viel besser ausprobieren, lerne viele interessante Leute kennen, kann mich einfach besser entwickeln und

nicht sofort den Zugang zu Dior, Chanel oder den mit einem motiviertem Team zusammenarbeite und ich finde, dass sich gerade die Newcomer-

ergattern. Das motiviert und trägt positiv zum Arbeitsklima bei. HOLE magazine 39


via Gรถrtz


BH HOLE magazine 41


TINO CRISÓ

„Ich finde, viele Fotografen übertreiben bei der Postproduction sehr.“ Fotos nacheifern, sondern lieber etwas Eigenes kreieren. möchte ich weniger etwas verkaufen, sondern eher inspirieren.

Welchen Stellenwert nimmt die Retusche, deiner Meinung nach, in der heutigen

mit einem Satz beschreiben? clean. Nun hast du schon viele hübsche Frauen und Zur Zeit wäre das wohl Cara Delevingne. Ich finde, sie hat eine sehr frische Art und ein wahnsinnig interessantes Gesicht. Das gefällt mir unglaublich gut. ein unglaublich interessantes Gesicht. Er ist nicht

finde ich toll. Hast du eine persönliche Muse? Darf ich das mit nur einem Wort beantworten?

Gut, dann bitte jetzt etwas ausführlicher: hast du ein Vorbild? Eine Person, die dich inspiriert? tun, bei ihm gefällt mir die Art, wie er fotografiert. arbeitet, gefällt mir wahnsinnig gut. Dieser orientiere ich mich nicht an anderen Fotografen

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Retusche? Bei meinen Bildern, ist die Retusche mache ich mir keine Gedanken. Allerdings habe ich meist mein Bild auch schon vollkommen im Kopf. Ich weiß, wie es danach aussehen soll und fotografiere einfach so, dass nur noch Winzigkeiten in der Retusche gemacht werden Durch die Assistenzen bei vielen richtig guten Fotografen, die teilweise noch immer analog fotografieren, weiß ich einfach, was zu tun ist, damit das Bild „sitzt“. Auch ohne Nachbearbeitung. Wenn ich nach getaner Arbeit

Und das gelingt mir in den meisten Fällen auch.

analog? Ganz ehrlich? Das ist eine Frage, die ich mir nie gestellt habe. Es liegt, glaube ich, nicht am Arbeitsablauf oder das ich mit der digitalen Welt besser zurecht komme, aber ich hänge der Zeit einfach nicht hinterher. Das will ich nicht. Ich möchte gern in der heutigen Zeit mit den aktuellen Geräten arbeiten und ein analoges Bild ist in meiner Betrachtung, einfach zu sehr missbraucht. Und meine Fotos sehen, trotz


Body

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via Gรถrtz


TINO CRISÓ

„Zum Beruf des Fotografen gehört eine Menge: Leidenschaft zum Beispiel.“ aktueller Kamera, schön alt aus. Ich finde, es gibt

oder als ein normaler Beruf für den man eben Talent mitbringen muss? mein Beruf ist nicht Handwerk. Da liegt der Unterschied. Um fotografieren zu können, musst sich, musst du aber noch viel mehr können. Der Vertrautheit, die ich vorhin schon mal ansprach; all diese Dinge können doch kein Handwerk sein. Und da nur Andere meine Arbeiten als Kunst bezeichnen können und auch nur Andere behaupten sollten, dass man Talent hat, muss es wohl doch etwas anderes sein. Zum Beruf des

habe, aber dieser ganz besondere „A-Ha-Effekt“ finden, dass neben tollen Fotostrecken auch noch ein sehr interessantes Innenleben hat, was beispielsweise die Texte und Interviews betrifft, ist sehr schwer geworden. Das Niveau geht immer weiter nach unten. Es gibt nur Wenige, die mich faszinieren.

doch mal zu deinem Editorial in dieser Ausgabe. Gern. Wir hatten von vornherein eine Inspiration

etablierten Zuhause kommt. Ihre Familie ist reich, zuvor einen unglaublichen Absturz. Aber wir sehen...

zum Beispiel. Inwiefern, denkst du, hat die digitale Technik

Die Technik hat alles schneller werden lassen. Vieles ist einfacher geworden. Und die Fotografie wurde durch den technischen Fortschritt auch

erwacht und im totalen „Hangover“ vor sich hin sinniert. Das Hotel will ich hier nicht nennen, aber es war wirklich eine furchtbare Absteige.

skurrile Leute ein und aus, aber irgendwie war Leute denken, dass sie fotografieren können und

Viele publizierte Bilder sind meines Erachtens

nach Bildern oder Fotografen, von denen ich weiß,

Es war seltsam und spannend zugleich. Dieses

Und es sind wunderschöne Bilder herausgekommen. Danke, das finde ich auch. Noch einmal ein großes Dankeschön an das gesamte Team.

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do not disturb

Scarf

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TINO CRISÓ

BH

Letzte Frage: Wo siehst du dich in der nahen Zukunft? Das finde ich recht schwierig zu sagen. Ich sehe mich in Zukunft gerne reisend oder auch

mir das Wichtigste. Dabei schrecke ich nie vor

unglaublich viel, aber eben nicht alles. Nach

meinen Teil bin sehr zielstrebig, sehr ehrgeizig und arbeite viel. Das zahlt sich immer aus. Tino, danke dir für das Gespräch und weiterhin alles, alles Gute. Ich danke euch.

aber ich möchte immer das machen, worauf ich auch gegen den Willen und Wunschvorstellungen meines Elternhauses.

mir von niemandem reinreden lassen. Das ist 48 HOLE magazine

Mehr zu Tino Crisó w w w. t i n o c r i s o . c o m w w w. t i n o c r i s o . t u m b l e . c o m info@tinocriso.com


Hold-up Stockings Sandals: ZARA

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unglaube kolumne

Mode wird gemacht. Und von wem?

Artikel 3 unseres Grundgesetzes besagt: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner

bei der Baumwolle: eine schlechte Ernte und dadurch

seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“

Großteil der Damen und Herren Designer Herrenmode Letztlich wird in Magazinen, Schaufenstern und Katalogen beworben, was an den Mann und – noch wichtiger – an die Frau gebracht werden soll. Und da sehe ich auch schon den Stachel der Ungerechtigkeit, der sich in mein Gemüt bohrt, plötzlich eitert und mich zur Frage aller Modefragen bewegt: Warum gibt es mehr Frauenmode als Herrenmode?

hier vor einigen Ausgaben auch präsentiert wurde:

zur Auswahl habe? Warum die Designs langweilig und dröge sind? Warum man sich permanent an die Konventionen hält und dabei einfach nichts Neues 50 HOLE magazine

Miniröcke tragen eh meist Frauen, die aus physischen Gründen mit einer Burka am besten bedient wären. An dieser Stelle übrigens meinen Dank an all die Immigrantinnen mit dem muslimischen Background, dass Ihr größtenteils Eure traditionelle Kleidung tragt,


UNGLAUBE KOLUMNE

wenn Ihr nach 3-5 Geburten einem Nashorn Konkurrenz auf der Waage macht. Da könnte sich manch Europäerin mit ähnlichen Körpermaßen ein Beispiel daran nehmen, statt knapp

gibt, deren männliches Äquivalent es einfach noch zu

Ballerinas, Overknees, Bodies - ich könnte noch mehr

„Wir sind Europa.“, tönt es aus allen Rohren. Wie gleich

Also hiermit erwarte ich das Recht der gleich großen Auswahl an Mode als Mann wie eine Frau, wenn ich in Shoppinglaune bin. Basta! Klar, ich kann auch losgehen und Kleider und Röcke immer zu weit oben und: ich kann bei besten Willen in 43, die gut aussehen und erschwinglich sind. Ganz davon abgesehen ist es echt anstrengend, sich dann mit

3 Tagen postete er Bilder von sehr gut angezogenen

Betrachtet man meine Forderung also genauer,

wenn ich eine Frau wäre. . .“ Und ich dachte mir: „Dann zieh Dir doch das Kleid an keiner…“ Und bevor mir jetzt irgendein Gender-Aktivist reaktionäres Gedankengut unterstellt: dem ist nicht so. Gerade wegen meiner Forderung bin ich vollkommen mit Euch im Einklang.

in seinen ausgelatschten Chucks, dem verwaschenen

Nun braucht es nur noch die großen Trendschöpfer und

Korsetts und noch vieles mehr zu tragen, wird reif genug ist. Es bleibt nur Lösung 1.

Und dann werde ICH Kanzlerin! weiblichen Kleiderfundus gefunden. Und umgekehrt? Wir leben doch in der Europäischen Union, mit dem

Unglaublich, aber wahr. . . . . . HOLE magazine 51


FASHION GLOSSARY

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ELASTAN

anteilig in Fasermischungen verwendet, um den Textilien insgesamt oder nur einzelnen Bereichen eine hohe Elastizität und Dehnung zu verleihen. Elastan lässt sich in seinem reinen Zustand bis zu 700% dehnen und begibt sich nach Entlastung nahezu vollständig

EMPIRE-LINIE Die Empire- Linie zeichnet sich durch eine erhöhte Taille und A-Form.

Zeit, wurde dieser Trend mit Begeisterung aufgenommen. Unter dem Vorwand sich antik zu kleiden, entledigten sich die Damen der Oberschicht ihres Korsetts. Leicht fallende, fast

wurde kurzerhand Namensgeber, dieser noch heute als sehr

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A Photography: Hair & Make-up: Model: Fashion:

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ANIKA SCHEIBE

Exklusiv-Interview mit

Anika Scheibe ist DAS PERFEKTE MODEL. Das jedenfalls sagt ein großer deutscher Fernsehsender. Wir finden das allerdings auch. Denn wenn man Anika Scheibe trifft, merkt man schnell, dass sie weit davon entfernt ist, ein namenloses Model ohne eigene Meinung zu sein. Anika Scheibe ist eine großartige Neuentdeckung, die ein TV-Casting-Format zwar nicht nötig hatte, sich dort allerdings mehr als perfekt behauptete. Wir haben Anika nach den ersten Monaten voller Trubel zu uns in die Redaktion eingeladen und in unserem Studio fotografiert. Die Gewinnerin der Castingshow erzählt über ihre Schwächen, ihre Ziele und Träume und erklärt, warum sie eben nicht zu Heidi Klum ging. : 177cm, Oberweite: 75cm, Taille: 61cm, Hüfte: 88cm,

: 40,

Augen: grau-blau, Haare: blond

HOLE: Anika, hast du die vergangene GNTM-Sendung gesehen?

es ist und bleibt ein reines Entertainmentformat. Das ist meine persönliche

oder halsbrecherisch, ganz ohne Explosionen und brennenden Autos, aber es ist. Und deshalb wollte ich auch nur dort mitmachen. Ich wusste von Anfang an, wirklich sind. Glaubst Du, Dein Gewinn wird Dir eine langfristige echte Modelkarriere bringen? Bei den GNTM-Siegerinnen hat das ja bisher eher nicht geklappt.

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dina dรถnch

model

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Kampagne gemacht, verschiedene Lookbooks Kampagnen. mich zu tun geben, dann bietet das Ausland immer

habe ich dort bereits. Eigentlich sollte ich dort schon zur letzten Fashion Week laufen, allerdings kam dann

bodenständig. Und das, obwohl sie so weltbekannt sind tatsächlich richtig nett. Das habe ich von ihnen gelernt. Das man mit beiden Beinen immer auf dem Boden bleiben muss. Nicht abzuheben. Das vergessen viele in diesem Business.

deinem Job am Meisten?

Was hat sich bei Dir seit Deinem Sieg getan? eigentlich nur unterwegs. Außer zwei Wochen im Und was sind dann deine Schwächen? Freunde. Ansonsten bin ich ständig auf wechselnden Veranstaltungen, lerne unglaublich viele Leute kennen. Das ist manchmal schon echt der Wahnsinn, eine tolle Erfahrung nach der nächsten. Und davon super. Wie gehen Deine Freunde und deine Familie mit Deiner neuen Medienpräsenz um? mein Freund sind alle super stolz auf mich. Ich sehe

Hast Du noch Kontakt zu den Jurorinnen Eva Padberg und Karolína Kurková?

Aber warte, dazu kann ich dir eine kleine Geschichte erzählen. In der 7. Klasse begann ich mit Film „Girls United“ im Kino und waren plötzlich wollten sie mich als so genanntes „Top“ auf die nichts anmerken lassen und stand plötzlich da oben. ständig, wie toll ich dort oben doch kämpfe: „Anika, - alles nur, um stehenzubleiben. Dabei hatte ich nur tierische Angst dort runter zu musste ich meine Höhenangst outen. Am Ende wäre

„Base“. Wir waren gleich groß. Das passte perfekt. Ich weiß auch nicht, aber irgendwie war das Cheerleading

Und gab es etwas ganz besonderes, dass Du von ihnen gelernt hast? Was mir vorher nicht wirklich bewusst war, ich aber 58 HOLE magazine


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ANIKA SCHEIBE

bekam ich einen Riesenbammel davor. Ich konnte mir nicht so super gut Texte merken. Ich war immer viel zu aufgeregt. Heute ist das schon viel besser

Das ist gut.

erster Linie Westwood. Wie hältst Du dich in Form? sehr, durch die wenige Zeit, aber wann immer es geht, mache ich das. Das tut mir gut. Dabei schwitzt man

Welches ist dein Lieblings-Körperteil?

Nein, ich meinte schon bei dir, Anika.

nicht soviel Konkurrenz.

Und was magst du eher weniger?

Was machst Du eigentlich zum Ausgleich deines Jobs in deiner Freizeit? Was tust du um dich zu entspannen?

Hab ich schon... Aber reden wir über deine Gewinnerinnen hast auch du kurze Haare – ist das ein Vorteil?

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stressig. Da brauchte ich nur einmal auf ein Konzert gehen, richtig abtanzen und dann ging es mir wieder richtig gut.


Lieblingsbands oder K체nstler? Oh nein, da gibt es so viele und dann hab ich Angst, dass ich welche vergesse.

Tag verpennt auf ein Casting rennen. Das geht nicht. Dein bester Tipp f체r das perfekte und spontane

Okay, dann... was war dein tollstes Konzert? haben nichts zum Anziehen. Und deshalb suche ein Konzert, aber es war live. Und Rammstein und ich meistens auch etwas. Wenn das ein Tipp ist. . .? Verrate unseren Lesern deinen bestes BeautyGeheimnis?

so vor sich hin.

einfach nicht die Nacht durchfeiern und am n채chsten HOLE magazine 61


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ANIKA SCHEIBE

„Man muss immer mit beiden Beinen auf dem Boden

Boots ziehe ich fast zu allem an. Das ist mein

Verdienst du jetzt schon genug Geld mit dem Modeln?

Was sind für Dich die schlimmsten modischen No-Go‘s?

Anfang ganz viel auf Events. Da verdient man

reinzwängen, in die man einfach nicht hinein passt. Das schaut nicht gut aus. Frauen sollten nicht zu billig aussehen. Ich meine damit Frauen, die glauben, dass weniger mehr ist. Das geht zu verschiedenen

auf Events eingeladen bin. Aber das gehört einfach

Ich weiß nicht, warum man so kurze Röcke tragen muss, dass man beim Treppenlaufen schon den

Was hättest Du gemacht, wenn es mit dem Modeln nicht geklappt hätte? Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung als

Und bei Männern?

verschrieben. Das interessiert mich schon sehr. Und

weit unten hängen. Das sieht doch nicht gut aus,

Jetzt hast du sicherlich einige Erfahrungen sammeln können: Worauf muss man auf dem Roten Teppich achten?

Viele Ex-Models designen Unterwäsche, machen Fitness-Videos oder werden einfach Mutter. Was würdest Du nach deiner Modelkarriere tun – hast Du einen Plan B?

immer noch ein Greenhorn. Ich weiß nicht, wie man es perfekt macht. Es sind immer so viele Fotografen,

Tipps geben, nur selbstbewusst sollte es aussehen grazil. Und du musst Dauerlächeln. Augen auf und

Danke dir Anika. gemacht.

es eher selten, in Berlin dagegen sprechen mich die

Mehr zu Anika Scheibe w w w. p s - m o d e l s . c o m w w w. f a c e b o o k . c o m /A n i k a S c h e i b e

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Photographer: Stylist: Geraldine Laiz Photo Assistant: David Oliveira Stylist Assistant: Model: Grooming: Dog:

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Sweater: ZARA men Levis Shoes: Ralph Lauren HOLE magazine 65 Orsina


ALEXANDER WOLF

Exklusiv-Interview mit

ALEXANDER WOLF Ein waschechter Bayer aus München, etwas chaotisch, aber beim Arbeiten ein echter Profi. Wenn er lacht, hat das ganze Team einen Riesenspaß! Das ist Alexander Wolf. Der 21-jährige Rotschopf wurde auf der Straße entdeckt, modelt erst zwei Jahren und ist für unser Shooting extra nach New York gef logen. Was er in seiner Freizeit macht und warum er seine Stylistin auf Händen trägt, verriet er uns im Interview. : 189cm, Oberweite: 87cm, Taille: 72 cm, Hüfte: 92cm,

: 43,

Augen: blau, Haare: rot-blond

denn davor gemacht? Abitur nahm ich mir erst einmal ein paar Wochen eine Auszeit, bin viel

Du wurdest auf dem Münchner Oktoberfest von einem m4-Scout angesprochen. Wie war das damals?

hätte und einmal bei der Agentur vorbeischauen oder wenigstens ein

das erst nicht wirklich zugetraut, aber da ich schon immer Interesse war ich bei m4models auch schon unter Vertrag. Und bis heute sehr

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Trench coat: V-neck sweater: ZARA men HOLE magazine 67


Denim button-down shirt: Button-down shirt: American Apparel Jeans: Dana Lee Shoes: 68 HOLE magazine


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ALEXANDER WOLF

„Manchmal kann ich mich kaum mehr halten

ist daraus geworden?

verbracht. Aber momentan fehlt mir einfach die Zeit

Vor allem aber, wenn ich mit Freunden zusammen

euch. Das ist echt cool.

Lesen als Ausgleich geholt. Hauptsächlich lese ich viel Zeitung und zeitgenössische politische Literatur. Was ich von mir selbst eigentlich nie gedacht hätte.

Du bist nicht nur in Hamburg bei deiner Motheragency unter Vertrag, sondern arbeitest auch noch für Agenturen in New York, Barcelona, Paris und London. Liebst du das Modelleben?

mich aber immer mit meinem Wikipedia-Wissen

manchmal kann ich mich kaum mehr halten vor

Was magst du besonders gern bei Shootings?

es so spannend macht. Ich kann kaum weit voraus nächsten Tagen ergibt. Und das Reisen?

Trench coat: V-neck sweater: ZARA men Jeans: Levis 70 HOLE magazine


Windbreaker: American Apparel Button down shirt: American Apparel Jeans: Shoes: HOLE magazine 71


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Sweater: ZARA men Denim shirt: HOLE magazine 73


am liebsten wohnen? viele Freunde auf der ganzen Welt gewonnen habe. Das ist schon etwas sehr Wertvolles.

war ich zwar noch nie dort, aber durch Erzählungen und Reportagen fasziniert es mich so sehr, dass ich mir das gut vorstellen könnte.

wieder zusammenkommen. Was muss denn auf deinen Reisen unbedingt mit ins Handgepäck?

erreichbar bin. Ein Buch und Ohrstöpsel. Das war‘s auch schon. Wenn du soviel reist, wo würdest du denn dann 74 HOLE magazine

Ich bin sehr hellhäutig, da verbrenne ich schnell.


Trench coat: V-neck sweater: ZARA men Sunglasses:

Welche Vorteile hast du, deiner Meinung nach, gegenĂźber deinen weiblichen Modelkolleginnen?

Was machst du, wenn du etwas Freizeit hast, nicht studierst oder modelst?

im Club. Hauptsache ist, wir sind alle zusammen so riesengroĂ&#x;es Hindernis.

Worauf freust du dich in diesem Jahr noch?

machen werde. aus. Allerdings haben Frauen auch einige Vorteile. Es gleicht sich schon irgendwie wieder aus. Wie war

Wie empfandest du das Shooting mit Kirt Reynolds? Wie war dein heutiger Tag?

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Sweater: ZARA men Levis Shoes: Ralph Lauren HOLE magazine 77


ALEXANDER WOLF

Denim button-down shirt: Button-down shirt: American Apparel

Letzte Frage: Was planst du für die Zukunft? aber ich denke das ist bei mir ohnehin nicht so sinnvoll, da ich eher der Chaot bin. Eines ist aber Aber du hast doch schon mal hier in New York gelebt? so ewig weit weg vorkam. Aber eigentlich sind es entfernt. Es ist zwar schon eher kalt und windig,

ist ein großartiger Fotograf. Und vor allem- er ist hochkonzentriert und schnell im Arbeiten.

noch viele andere Länder erkunden, zum Beispiel nach Brasilien und Australien reisen. Und der Rest ergibt sich dann. Dafür wünschen wir dir auch alles Gute und danke für deine Zeit. Gern. Es war ein toller Tag. Ich danke euch.

ihren Arm verletzt. Also habe ich sie kurzerhand

zu kommen. Das wurde dann schnell zum Running Gag. . . Ich kann dir sagen, dass war ziemlich witzig.

die Bilder sind echt toll geworden. 78 HOLE magazine

Mehr zu Alexander Wolf www.m4mode ls.de


ALEXANDER WOLF

Trench coat: V-neck sweater: ZARA men Denim shirt: Jeans: Levis HOLE magazine 79


AT THE Photography: Daria Gleich Model: Laura Wech

Die geborene Russin Daria zog mit ihrer Familie nach Deutschland, als sie sechs Jahre alt war. Noch wohnt sie mit ihren Eltern in der Nähe von Nürnberg. Wenn sie in diesem Jahr allerdings ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten abschließt, möchte sie sich ganz auf die Fotografie konzentrieren und in die Großstadt ziehen. „Hamburg oder München gefällt mir am besten in Deutschland“, sagt die 19-jährige. Vor einem Jahr hielt sie das erste Mal eine Kamera in der Hand. HOLE präsentiert: Daria Gleich im Blitzinterview.

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DARIA GLEICH

Blitzinterview mit

DARIA GLEICH HOLE: Wie kamst du zur Fotografie?

und viel auf Hochzeiten. Und nachdem ich mich ein wenig mit Fotograf ie beschäftigt hatte, beschloss ich, mir auch eine Kamera zuzulegen.

Was wolltest du mit deinen Bildern ausdrücken?

Welche war deine erste Kamera?

gelungen.

Was ist das Beste am Beruf Fotograf? Dass ich immer wieder neue und hoffentlich viel von der Welt sehe und einfach das mache, was ich liebe: Fotograf ieren. Worauf liegt dein fotografischer Schwerpunkt?

Wie beschreibst du deinen Stil?

Welches ist dein Lieblingsmotiv? Ich inszeniere sie gern verträumt und leidenschaftlich.

War“ f inde ich großartig. Studio oder Outdoor? manchmal schon echt schwierig. Wie war das Shooting für HOLE? Es war ein wunderschöner sonniger Tag. als Location benutzen zu können. Großer 86 HOLE magazine

Mehr zu Daria Gleich w w w. d a r i a g l e i c h . c o m dariagleichphotography.blogspot .com gleichdaria@gmail.com


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HOLE ISSUE 7

HOLE issue 7  

THE PEOPLE BEHIND FASHION