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Fakult채t f체r Design

Hochschule f체r angewandte Wissenschaften M체nchen


Fakultät fßr Design im historischen Zeughaus


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4 Grußwort Staatsminister Bernd Sibler

6 Geleitwort Prof. Dr. Martin Leitner

8 Der neue Standort. Ein Maßanzug Prof. Ben Santo

40 Davor – dazwischen – danach. Der Bauprozess in Bildern Oliver Jaist Edda Reisinger Prof. Ben Santo

126 Fakultät im Kontext. Designforschung und -lehre in München Prof. Ben Santo

12 Design im Zeughaus. Ein Ort für das Zeug der Zukunft Prof. Markus Frenzl

16 Das historische Zeughaus. Ein Rückblick Dietmar Gauder

26 Vom Arsenal zum Atelier. Eine ganz besondere Baustelle Barbara Schneider Otto Hofmann Annette Pries

34 Umbau und Sanierung. Alt und Neu treffen aufeinander Staab Architekten Julia Zillich

140 Dank 144 Bildnachweise Impressum


Grußwort Bernd Sibler Kreativität braucht Raum: Dieser Raum öffnet sich der Fakultät für Design der Hochschule für angewandte Wissenschaften München durch ihr neues Domizil – das historische Zeughaus aus dem Jahr 1866. Nachdem es aufwendig saniert und für die Bedürfnisse einer zeitgemäßen Ausbildung umgebaut wurde, vereinen sich nun erstmals alle Studiengänge und Studienrichtungen der Fakultät unter einem Dach. Ich freue mich, dass die Design-Ausbildung damit einen angemessenen Platz und eine noch stärkere Präsenz in der bayerischen Landeshauptstadt einnimmt. Design – umgangssprachlich beschreiben wir mit diesem Begriff meist extravagante Mode, stilvolle Möbel oder schwungvoll geformte Autos. Doch dahinter verbirgt sich weit mehr. Der ursprüngliche Sinn des englischen Wortes „to design“ bedeutet: Entwerfen, Konzipieren, Planen. Damit ist Design vor allem schöpferische Kreativität und immer auch Ausdruck eines mutigen Blicks nach vorne. Gutes Design ist innovativ. Technologie und Gestaltung sind hierbei keine Gegensätze, sondern beflügeln sich gegenseitig. Designer sind somit Forscher, Künstler und Zukunftsgestalter in einer Person, aber vor allem auch Dienstleister für eine menschliche Lebenskultur. Die komplexen Problemstellungen unserer Zeit erfordern von uns vor allem interdisziplinäres Denken. Als Schnittstellendisziplin bündelt Design verschiedene Kompetenzen, leistet auf diese Weise einen wichtigen Beitrag für den Erfolg von morgen und ist damit auch für den Technologie- und Wissenschaftsstandort Bayern von entscheidender Bedeutung. Gutes Design darf nicht nur auf den Wandel und seine Moden reagieren, sondern muss und soll diesem Wandel vielmehr selbst eine Richtung geben, um die neuen Lebensformen mitzugestalten. Und das ist es, was Bayern für seine Zukunft benötigt: Pioniergeist, Innovation und Kreativität. Mit der Fakultät für Design trägt die Hochschule für angewandte Wissenschaften


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München dazu bei, unseren Wirtschaftsstandort und unsere Lebensqualität in Bayern nachhaltig zu stärken und zukunftsfähig zu machen. So wünsche ich der Fakultät und allen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Studentinnen und Studenten viele zündende Ideen, visionäre Einfälle und großen Erfolg!

Bernd Sibler Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst


Geleitwort Prof. Dr. Martin Leitner Mit Start des Wintersemesters 2018 /19 bezog die Fakultät für Design ihre neue Heimat: das historische Zeughaus in der Lothstraße 17. Ein Meilenstein. Denn die vorausgegangene Planungs- und Renovierungszeit erstreckte sich über zehn Jahre. Herausforderung war es, ein wichtiges kulturelles Baudenkmal – das Zeughaus stammt immerhin aus dem Jahr 1866 – zu erhalten und es gleichzeitig einer völlig neuen Nutzung zuzuführen. Das denkmalgeschützte Haus wurde in langjähriger Planung speziell auf die Bedürfnisse einer wegweisenden Designausbildung zugeschnitten. Denn Kreativität braucht Raum für unterschiedliche Arbeitsweisen. Professionelle Werkstätten, Studios, Büros und Labore sind dabei genauso wichtig wie Projekträume für gemeinsames, experimentelles und wissenschaftliches Arbeiten. Das aufwendig sanierte historische Zeughaus und sein Erweiterungspavillon agieren heute als neues Zentrum der Auseinandersetzung mit Designthemen, Studierende und Lehrende der Fakultät für Design bringen Leben in das Bauwerk. Mit größeren Ausstellungsflächen und technisch anspruchsvollen Hörsälen will das Haus eine zentrale Schnittstelle im Münchner Kreativleben einnehmen, um einen Transfer zwischen Hochschule, Wirtschaft und Gesellschaft zu ermöglichen. Das historische Zeughaus Münchens fasziniert, sowohl bei seiner Eröffnung 1866 als auch bei seiner offiziellen Wiedereröffnung im Jahr 2019. Wir als Hochschule München sind sehr stolz darauf, Teil dieser Historie zu sein und diese fortführen zu dürfen. Denn auch die Designausbildung an der Hochschule München hat eine über 100-jährige Geschichte. Die heutige Fakultät für Design ging aus drei Vorgängerinstitutionen hervor, die in der Vergangenheit stets in unterschiedlichen Gebäuden in München verortet waren. Mit dem Umzug in die Lothstraße 17 sind nun erstmals


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alle Studiengänge und Studienrichtungen der Fakultät für Design unter einem Dach vereint. Die Hochschule München ist damit die einzige staatliche Hochschule Münchens mit einer vollausgestatteten Designfakultät – und verleiht damit der Designausbildung über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus eine starke Präsenz. Gleichzeitig ist das neue Domizil Teil des neuen Münchner Kreativquartiers. Die Fakultät für Design erhält dadurch einen angemessenen Platz im Spektrum der angewandten Wissenschaften – und freut sich auf die Kooperationen, die aus dieser neuen Position entstehen werden.

Prof. Dr. Martin Leitner Präsident der Hochschule München


Ben Santo

Der neue Standort. Ein MaĂ&#x;anzug


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Architektur spiegelt Haltung und kooperative Leistung einer Gemeinschaft wider. Durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Menschen, mit oft widersprüchlichen Perspektiven und Fähigkeiten, entsteht ein Bau. Auch die Fakultät als Institution wird wie ein Bauwerk von verschiedenen Menschen gestaltet und geformt. Zur Eröffnung sollen das Gebäude und die Fakultät für Design in ihrer der Fakultät in das Gebäude – über Unterstützung fand, war dem wechselseitigen zehn Jahre. Sie soll in Folge kurz geschickten Agieren des NachfolgeBeziehung und aus den Perspektiven der Hochdekans Prof. Peter Naumann zu schule München, des Freistaats verdanken, der von 2009 bis 2016 Geschichte vorgeBayern und der Architektur erzählt der Fakultät vorstand und sehr stellt werden. werden. darauf bedacht war, die StudienrichDas landesherrliche Zeughaus Münchens hat seine eigene Faszination. Sowohl bei seiner Eröffnung 1866 als auch heute nach Renovierung und Umbau nimmt es Menschen in seinen Bann. Als Repräsentationsbau des Landesherrn für die Bayerische Armee diente es neben der Aufbewahrung und Pflegen der Waffen im Laufe seiner Geschichte verschiedenen Zwecken. Entstanden im Spannungsfeld von Industrialisierung und Spätromantik ist das Gebäude prominenter Teil des Historismus in München, der bis heute die Stadt prägt. Zur Geschichte des Hauses lesen Sie im Beitrag von Dietmar Gauder ab Seite 16. Eine Erläuterung zum Zeughausbegriff finden Sie im Artikel von Prof. Markus Frenzl ab Seite 12. Renovierung und Umbau wurden speziell für die Nutzung durch die Fakultät für Design konzipiert. Durch die „maßgeschneiderte“ Umnutzung des historischen Gebäudes mit der wertvollen Erweiterung eines zentralen Ausstellungs- und Erschließungspavillons hat das ehemalige Zeughaus seine Strahlkraft zurückgewonnen und gleichzeitig eine neue Identität im heutigen Stadtbild erhalten. Dass dies so gekommen ist, ist vielen Akteuren zu verdanken, die es zu „ihrem“ Projekt gemacht haben. Die Planungs- und Renovierungszeit erstreckte sich – von der Abgabe des Bauantrags bis zu dem Einzug

Hochschule München: Der Zentralcampus Die Hochschule für angewandte Wissenschaften München ist wegen ihrer Vielfalt, Nähe und angewandter Lehre gleichermaßen bei Studierenden und Arbeitgebern beliebt. Ziel aller Hochschulleitungen der letzten Jahre war es, die Identität der Hochschule zu stärken und dies auch innerhalb des Campus’ erlebbar zu machen. Die Übernahme des Zeughauses durch die Hochschule München stärkt den zentralen Hochschulcampus an der Lothstraße. Viele Jahre wurden verschiedene Szenarien planerisch durchgespielt: Welche Nutzung oder Fakultät sollte in den Bau? Die Fakultät für Design hatte sich bereits vor Abgabe des Bauantrages im Jahr 2008 mit verschiedenen Nutzungskonzepten um das Gebäude bemüht. Doch erst die detaillierte Entwicklung eines umfangreichen Raumprogramms unter Berücksichtigung aller fakultätsrelevanten Anforderungen an eine zeitgemäße Designausbildung konnte schließlich die Entscheidung für den neuen Standort der Fakultät für Design bewirken. Dieser wichtige Meilenstein wurde während der Amtszeit des damaligen Dekans Prof. Michael Keller gelegt. Dass dieses Konzept von 2008 auch auf Hochschul- und Landesebene

tungen inhaltlich und räumlich näher zusammenzuführen. Seine Amtszeit war stark von der Planung und Entwicklung des Baus geprägt, und er war bis zum Einzug Teil des Planungsteams. Besonderer Dank gilt der ehemaligen Baubeauftragten Edda Reisinger, die von der Entwicklung des Raumbedarfsprogramms und der Erstellung des Bauantrags im Jahr 2008 bis zu ihrem Ausscheiden im September 2016 das Projekt mit großem persönlichen Einsatz und ihrem Fachwissen als Innenarchitektin vorangebracht hat. Es ist auch ihrer Initiative zu verdanken, dass der gesamte Bauprozess in einer Fotodokumentation festgehalten wurde. Siehe die Bildstrecke ab Seite 40. Von 2017 bis zum Einzug der Fakultät – und darüber hinaus – übernahm Carola Amschler als neue Baubeauftragte an meiner Seite die Vertretung der Fakultät im Bau- und Umzugsgeschehen. Sie und andere Mitglieder der Fakultät haben in diesem Endspurt unter enormem persönlichen Einsatz Großartiges geleistet. Im Namen der Fakultät möchte ich an dieser Stelle dem Kanzler der Hochschule, Dr. Kai Wülbern, großen Dank aussprechen. Mit seiner Unterstützung konnten viele Detaillösungen für den erforderlichen „Maßanzug“ der Fakultät für Design umgesetzt werden.


Ben Santo

Der neue Standort

Dem Präsidenten der Hochschule München, Prof. Dr. Martin Leitner, gilt unser besonderer Dank für die wohlwollende Begleitung und die Begeisterung für einen interdisziplinären Campus mit starken Fakultäten. Nicht zuletzt möchte ich auch Klaus Kriso und dem gesamten Gebäudemanagement unter der Leitung von Franz Xaver Kopp für die tatkräftige, kompetente Unterstützung und Betreuung danken.

und allen mitwirkenden Ministerien gilt besonderer Dank dafür, die Relevanz von Designförderung erkannt und durch einen Landtagsbeschluss umgesetzt zu haben. Mehr über Design und die Fakultät erfahren Sie im Beitrag ab Seite 126.

Der Freistaat fördert: Design in Bayern Die Verortung von Design an einem besonderen Platz in der Landeshauptstadt ist eine bewusste strategische Entscheidung.

Dass die Fakultät für Design und somit die staatliche akademische Designausbildung in München einen angemessenen Raum und eine stärkere Präsenz erhält, ist ein bedeutender politischer Impuls und Ausdruck des Verständnisses von Design als einer zentralen Disziplin für die Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit. Mit dem neuen Gebäude ist die Fakultät für Design nun sowohl Teil des Zentralcampus’ der Hochschule München als auch Teil des neuen Kreativquartiers der Stadt München. Dies ist sowohl für die städtebauliche Entwicklung Münchens als auch für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Bayerns von Bedeutung. Dem Freistaat Bayern

Dem staatlichen Bauamt München 2, das die Planung und die Umsetzung des ehemaligen Zeughauses von staatlicher Seite betreute, gilt besonderer Dank. Die Zusammenarbeit zwischen Bauverwaltung, Staab Architekten und Hochschule München war immer von sehr großem Qualitätsbewusstsein und ehrlicher Wertschätzung der gegenseitigen Kompetenzen getragen, so dass ein außergewöhnliches Gebäude entstehen konnte, das die verschiedenen Anforderungen an nutzerspezifische Funktionen, Denkmalschutz und ästhetischen Ausdruck unserer Zeit in sich vereint.

Architektur: Vergangenheit und Zukunft verbinden Die Renovierung des Zeughauses für die Fakultät für Design war kein gewöhnlicher architektonischer Auftrag. Die Herausforderung war, ein wichtiges kulturelles Baudenkmal zu erhalten und es gleichzeitig für eine völlig neue Nutzung zu ertüchtigen, die sowohl für Forschung und Lehre als auch im städtebaulichen Kontext funktionieren kann. Der Raumbedarf der Fakultät für Design ist nicht mit gewöhnlichen Seminarräumen abzudecken. Über die Hälfte der Räumlichkeiten hat als Werkstätten oder Studios komplexe Nutzungsanforderungen. Zudem braucht Design im grundständigen Unterricht Raum für unterschiedliche kreative, kollaborative und wissenschaftliche Arbeitsweisen. Auch anspruchsvolle Präsentations- und Ausstellungsmöglichkeiten erfordern außergewöhnliche Lösungen. Das Büro Staab Architekten hat diese Herausforderungen im besonderen Maße gemeistert.

Dank an die gesamte Amts- und Bereichsleitung des Staatlichen Bauamts München 2 sowie den beiden Abteilungsleiterinnen Barbara Thiel-Lintner und ihrer Nachfolgerin Barbara Schneider, die sowohl für die Nutzerbelange als auch die Konzepte von Staab Architekten offen waren und die jeweils richtigen Rahmenbedingungen für das Projekt ermöglicht haben. Besonderen Dank an den Projektleiter Otto Hofmann und Annette Pries für ihre herausragende Arbeit, die kompetente Betreuung und ihre Geduld für alle Nutzerthemen über den langen Zeitraumen von zehn Jahren. Die Qualität und das Gelingen des Projekts wären ohne das Staatliche Bauamt München 2 so nicht denkbar gewesen. Es ist ein gelungenes Beispiel, wie durch das Bauamt ein Kulturgut erhalten und einer neuen, den Ort prägenden Nutzung zugeführt wurde.

Insgesamt haben viele Hundert Personen zum Gelingen dieses Projektes einen wichtigen Teil beigetragen. Ab Seite 140 möchten wir uns bei allen Beteiligten mit einer besonderen Rubrik bedanken.

Mehr Informationen zu den baulichen Maßnahmen enthält der Beitrag ab Seite 26.

Die Fakultät freut sich darüber, dass das neue Gebäude nun die Möglichkeit eröffnet, sich noch stärker mit

Großer Dank an Prof. Volker Staab, Hanns-Jürgen Ziegler, Jan Holländer und das gesamte Planungs- und Bauleitungsteam um Matthias Pauly und Heike Neudecker für das stimmige Gesamtkonzept sowie das Meistern der vielen anspruchsvollen Details. Besonderen Dank auch an alle Fachplaner/innen, ausführenden Firmen und Handwerker/innen, die dieses überzeugende Ergebnis möglich gemacht haben. Mehr Informationen zur architektonischen Beschreibung des Baus finden Sie ab Seite 34.


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der Hochschule, mit Wissenschaft und Forschung sowie der Kulturund Kreativwirtschaft vernetzen zu können.

Es ist unser Wunsch, dass sich diese Investition in die Zukunft und das Vertrauen in die Fakultät für Design positiv auf die Hochschule München und auch auf die Gesellschaft auswirkt. Allen, die sich für das Projekt mit ihren Talenten, ihrer Lebenszeit und ihrem Herzblut eingesetzt haben, ein herzliches „Vergelt’s Gott!“. Autor Prof. Ben Santo lehrt Gestaltungsgrundlagen und Projektarbeit an der Fakultät für Design an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München und ist seit Anfang 2017 Dekan.


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Design im Zeughaus. Ein Ort fĂźr das Zeug der Zukunft


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Wohin nur mit all dem Zeug? – Wer heute von „Zeug“ spricht, meint das häufig abwertend. Doch „Zeug“ wurde lange als Gattungsbegriff für ganz unterschiedliche Produkte oder Bereiche verwendet: „Zeug“ waren die Produkte der Weber, die ihr Tuch aus Schafwolle webten und auch „Zeugmacher“ Heideggers Werk „Sein und Zeit“ die Debatte um Ornament und avanciert das schlichte Wort „Zeug“ Funktionalität, die das Design im hießen. „Zeug“ zu einem der zentralen Begriffe für gesamten 20. Jahrhundert prägte: wurde das Metall die menschlichen Existenzbedin„Ein Gang durch das Zeughaus zeigt genannt, aus dem gungen: In der Welt zu sein, so uns die Schußwaffen des siebzehnHeidegger, heißt sich in Grundstrukten und achtzehnten Jahrhunderts die Lettern für den turen der menschlichen Existenz mit köstlicher Zierarbeit versehen; Buchdruck gegosvorzufinden, die er „Existenzialien“ die heutige Jagdflinte, der heutige sen wurden. Der nennt. Dazu gehört auch, mit Dingen Revolver sind ganz schmucklos und umzugehen und sich zu ihnen in verkörpern nur die nackte GebrauchsZeugwart, der sich Bezug zu setzen. Es heißt, von Zeug fähigkeit. Am schlagendsten tritt uns früher um die miliumgeben zu sein, das auf die vielleicht der Gegensatz zwischen tärische AusrüsExistenz anderer Menschen, auf die einst und jetzt an jenen alten KanoHistorie, ja auf die menschliche nenrohren entgegen, die über und tung kümmerte, Kultur verweist. Selbst wer alleine über mit prächtig modelliertem findet sich heute sei, so Heidegger, wisse durch das Akanthusblattwerk versehen waren noch im Sport; BeZeug, den Tisch oder den Stuhl in und als Prachtstücke in unseren einem Raum, dass es andere Museen aufbewahrt werden, griffe wie HandMenschen gibt. Zeug stellt somit während der Gedanke, unsere werkszeug, Nähanalog zum „Mitsein“ mit anderen heutigen Kanonenrohre mit Ornazeug oder SpielMenschen einen „Verweisungszumenten zu schmücken, geradezu sammenhang“ zu anderen Dingen etwas Absurdes haben würde.“ zeug verweisen her: Sie verweisen auf andere noch immer auf Gebäude als Vermittler von Zeiten, andere kulturelle oder den übergeordneInhalten gesellschaftliche Bedingungen; das Auch das landesherrliche Zeughaus Insgesamt des Zeugs konstruiere ten Kontext des in München war schon bei seiner eine Werk-Welt, die dem Menschen, Zeug-Begriffes. Eröffnung 1866 als ein Ort der der täglich mit ihr umgeht, vertraut 1

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„Zeug“ wurde seit dem Mittelalter auch die Rüstung und später all das genannt, was an Waffen oder Geschützen für den Kampf erforderlich war. Im Begriff des „Rüstzeugs“, das eine Ausbildungsstätte den Studierenden für das spätere Berufsleben mitgeben soll, um für alle Widrigkeiten des Berufslebens gewappnet zu sein, ist noch heute der Ursprung im militärischen Bereich sichtbar. Verweise auf die menschliche Kultur Zeug wurde zum Begriff für verschiedene Ausprägungen von Artefakten und damit auch zum gegenständlich erfahrbaren Ausdruck des Menschseins. In Martin

sei und die er aus seiner unmittelbaren Praxis beherrsche. Zeug gehört also zur Alltäglichkeit des Menschen, es bezeugt und bedingt menschliches Miteinander, menschliche Kultur, Historie und Zukunft. Zeug und menschliches Dasein hängen für Heidegger untrennbar zusammen. Eine Welt ohne Zeug ist nicht vorstellbar. Viele Zeughäuser waren mit ihren ersten öffentlich zugänglichen Sammlungen von militärischen Objekten die Vorläufer heutiger Designmuseen. Hermann Muthesius belegt anhand eines ZeughausBesuches 1902 den Wandel der Dinge von Repräsentations- zu Gebrauchsobjekten und thematisiert anhand der ausgestellten Waffen

militärischen Ausbildung und als Ort einer militärischen Sammlung konzipiert, die der Öffentlichkeit gezeigt werden sollte. Waffen, Fahnen, Schilder, Standarten, Rüstungen oder Kanonen waren, wie auf historischen Fotografien zu sehen ist, in den fünf Sälen des Militärmuseums tableauartig inszeniert und zeugten in chronologischer Anordnung vom technischen Stand der jeweiligen Zeit, waren aber immer auch Mittel der Repräsentation und der symbolischen Inszenierung von Macht, Tugenden und Werten. Selbst wenn wir diese Werte heute nicht mehr teilen, war das Zeughaus in der heutigen Lothstraße dennoch von Anfang an auch ein Ort der Wissensvermittlung, ebenso wie ein Ort der


Markus Frenzl

Design im Zeughaus

Symbolik, der Kommunikation und der Bilder, der Auseinandersetzung mit dem technischen und technologischen Stand der Dinge, dem funktionalen und repräsentativen Wert menschengemachter Objekte.

formen, war bereits für das 1919 gegründete Bauhaus zentral, das zur wohl bedeutendsten Designausbildungsstätte des 20. Jahrhunderts wurde. Mit dem späteren Bau des Dessauer Bauhausgebäudes von Walter Gropius war auch der Wunsch verknüpft, die Inhalte der Schule und die Haltung der Bauhäusler in einem Gebäude sichtbar werden zu lassen: Der Bau, das „Endziel aller bildnerischen Tätigkeit“5, sollte für die Ideen industrieller und serieller Fertigung stehen, aber mit seiner transparenten Vorhangfassade auch zum Symbol für die Auflösung der Begrenzungen von Innen und Außen werden, für die Überwindung der strengen Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem stehen, zum Symbol für eine offene, transparente und demokratische Gesellschaft werden.

Trotz seiner militärischen Vergangenheit oder gerade wegen des daraus resultierenden Widerspruchs zwischen Machtsymbolik und praktischen Aspekten passt es damit heute kongenial zu einer Designausbildungsstätte. Denn, so Wilhelm Vossenkuhl: „Die Geschichte der Kulturen der Menschheit ist eine Geschichte der Eroberungen. [...] Diese Eroberungen sind nicht nur militärischer Art, sondern haben friedliche Namen: Mythos, Religion, Kunst, Medizin, Philosophie, Wissenschaft, Landwirtschaft, Technologie, Ökonomie.“4 Es zählt zu den innewohnenden Machtmechanismen des Designs, Neues zu entwickeln, das Alte verschwinden zu lassen oder in neuen Formen zu variieren. Design ist durch seine kulturverändernde oder kulturfestigende Wirkung, durch seine auswirkende Macht auf das Zeug, das unsere Lebensrealität bildet, heute genauso wirkmächtig, wie es früher die Kanonen und Waffen des alten Zeughauses waren. Unzählige Gebäude der Architekturgeschichte stehen auch symbolisch für den Anspruch, die Gestaltung des menschlichen Miteinanders zu visualisieren, inhaltliche Herangehensweisen, etwa der Designausbildung, mit dem konkreten Bau zu verknüpfen: Die Idee, über konkrete Gestaltung die Gesellschaft zu verändern, ja eine neue Gesellschaft zu

Ausdruck eines neuen gestalterischen Selbstverständnisses Dass die Fakultät für Design der Hochschule München ihr neues Domizil hundert Jahre nach der Bauhausgründung nun nicht in einem radikal neuen, sondern in einem historischen Gebäude findet, ist auf vielfache Art Ausdruck eines veränderten gestalterischen Bewusstseins des 21. Jahrhunderts: Es reflektiert die neue Rolle, die dem Design im Zeitalter des Digitalen und Virtuellen zukommt: eine Vermittlerrolle zwischen entmaterialisierter Zukunft und dem Bewahren des Gegenständlichen einzunehmen. Es gilt, nicht nur die Bedingungen des Virtuellen, etwa der Künstlichen Intelligenz zu gestalten, sondern dabei gleichzeitig Zugänglichkeit, Erfahrbarkeit, ja sogar die Qualitäten des Analogen und physisch Realen zu bewahren. Angesichts des Klimawandels und gewaltiger ökologischer Herausforderungen will Design nicht länger zuvorderst das Neue und Andersartige zu seinem Thema machen, will nicht länger stets radikal mit der Historie brechen, sondern immer auch den Wert des Vorhandenen aufzeigen, neue Nutzungen im Bestand

ermöglichen oder die Bedingungen des menschlichen Miteinanders zwischen Traditionen und radikaler Veränderung selbst gestalten. Die historische Außenhaut des Zeughauses steht im Kontrast zur zeitgenössischen, durchlässigen und bewusst rohen Anmutung seines Inneren. Das Zeughaus steht in seiner jetzigen Form für die Idee eines Gebäudes als historische Hülle, die mit neuen Inhalten gefüllt wird. Es symbolisiert die Verknüpfung von Historie und Zukunft und steht auch für den Anspruch des Designs, zeitgenössische Entwürfe stärker als noch vor ein paar Jahrzehnten mit ihrer Herkunft, mit der bedrohten und wieder wertgeschätzten Welt des Handwerklichen, Gegenständlichen, sinnlich Erfahrbaren zu verbinden. Es steht so auch für den Verweisungszusammenhang von Artefakten und ihrer Historie, Menschen und Nutzungen im Heideggerschen Sinne. Entwürfe für eine Welt im Wandel Heute befassen wir Designerinnen und Designer uns längst nicht mehr nur mit der Gestaltung von Objekten, Bildern oder Grafiken, sondern auch mit virtuellem Zeug, mit Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Herausforderungen einer globalisierten und digitalisierten Welt – auch wenn in Medien und Öffentlichkeit meist noch immer das Klischee vom Design als einer oberflächlichen Verhübschungsdisziplin existiert, die vor allem der Verkaufsförderung dient. Designerinnen und Designer entwickeln Handlungen, Nutzungen und Rituale, sie gestalten Kommunikation, Zugänglichkeit und Teilhabe und finden im Idealfall Lösungsansätze für drängende gesellschaftliche Probleme. Diese Vielfalt von Themenfeldern spiegelt sich in den neu definierten Arbeitsfeldern der Fakultät für Design, die klassische Aufgabenfelder der Designdisziplin, Forschungsfragen etwa im Bereich Digitalisierung und Medienästhetiken, aber auch Aufgaben im Bereich


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Transformationsdesign oder gesellschaftlicher Wandel umfassen. Die Fülle an Dingen wirft im Zeitalter von Hyperökonomisierung und Klimawandel auch im Design täglich die Frage auf, welche Dinge der Mensch tatsächlich braucht. Nicht immer steht am Ende eines verantwortungsvollen Designprozesses deshalb ein vermarktbares Produkt, eine kritiklose Kampagne, ein werbliches Bild, sondern immer öfter die Aufforderung zum Produktverzicht, zur Nutzung einer intelligenteren Lösung und dem Nachdenken über das eigene Handeln. Das Zeug, das nun im Zeughaus erdacht und entworfen wird, befasst sich stärker denn je mit den Bedingungen des menschlichen Daseins, mit der Gestaltung des menschlichen Miteinanders, mit der kulturellen Relevanz alles Entworfenen, mit der Verantwortung des Zeugs für unsere Gesellschaft, unsere Natur und unsere Welt.

Das Zeug ist Ausdruck für die Fragen nach dem Woher und dem Wohin, die in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche erneut wesentlich geworden sind. Das Zeughaus ist für die Fakultät für Design somit ein Ort, der die zentralen Fragen unserer Disziplin bündelt. Es ist der Ort, an dem das Zeug der Zukunft gedacht und gemacht wird.

Autor Prof. Markus Frenzl lehrt Designund Medientheorie an der Fakultät für Design der Hochschule für angewandte Wissenschaften München und ist Leiter des Masterstudiengangs.

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Heidegger, Martin: Sein und Zeit (1927), elfte, unveränderte Auflage, Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1967.

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Ebd., S. 45.

Muthesius, Hermann: Die moderne Umbildung unserer ästhetischen Anschauungen, in ders.: Kultur und Kunst; gesammelte Aufsätze über künstlerische Fragen der Gegenwart, Jena/ Leipzig: Eugen Diedrichs Verlag 1904, S. 43f. 3

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Vossenkuhl, Wilhelm: Philosophie Basics, München: Piper Verlag 2012, S. 83f.

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Gropius, Walter: Bauhaus-Manifest, Weimar 1919


Dietmar Gauder

Das historische Zeughaus. Ein Rückblick


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Das Zeughaus der ehemaligen bayerischen Armee am Oberwiesenfeld in München ist das besterhaltene Militärgebäude des Maximilianstils, das in seiner Funktion und Nutzung stets auch eine zivil-militärische Brücke schlug. An der Fassade des Mitteltraktes waren bis zur Renoviehinter dem Münchener Hoftheater Vorstand, Registratur-, Kanzlei-, rung die königweichen. Kriegsminister Moritz von Cassa- und Rechnungs-Zimmer, Spies schlug am 4. August 1861 den Bibliothek des Conservatoriums, lichen Chiffren Bau eines neuen Zeughauses am 2 Vorsäle für Instrumente und von Maximilian II. Oberwiesenfeld in München vor. Chablone etc.“ Im westlichen – das stilisierte M Das Gelände befand sich bereits im Eckpavillon waren der MagazinBesitz des Militärs. Das Zeughaus Aufseher und Zeugdiener unterunter der Königssollte in unmittelbarer Nachbarschaft gebracht, im östlichen Pavillon die krone – schemenzu den dort gelegenen Artillerie„Artillerie-Berathungs-Commission haft erkennbar. remisen (den Unterstellschuppen für und Diener“. Abb. 01–05 Zeughäuser – geschichtsträchtige Orte Als Zeughaus wurden repräsentative militärische Nutzbauten bezeichnet, in denen Waffen und militärische Ausrüstungsgegenstände (Zeug) gelagert, instandgesetzt und verwaltet wurden. Der Begriff wird mittlerweile nur noch selten verwendet. Eher funktional ausgerichtete Arsenale und Depots erfüllen heutzutage die ursprüngliche Aufgabe der Zeughäuser. Berühmte Zeughäuser mit heute ziviler Nutzung befinden sich z. B. in Berlin (Deutsches Historisches Museum), Dresden (Albertinum), Leipzig (Gewandhaus) oder Wolfenbüttel (Herzog-August-Bibliothek). In München ist das Stadtmuseum in einem ehemaligen städtischen Zeughaus aus dem Jahr 1500 am Sankt-Jakobs-Platz untergebracht. Die bayerische Armee verfügte im 18. und 19. Jahrhundert über verschiedene Zeughäuser an unterschiedlichen Standorten und mit unterschiedlichen Hauptzwecken. Die Errichtung des landesherrlichen Zeughauses an der heutigen Lothstraße hatte einen wesentlichen Grund in den zivilen Bauvorhaben König Maximilians II. Denn als dieser Ende der 1850er-Jahre die prunkvolle Maximilianstraße errichten ließ, musste das dort angesiedelte Zeughaus mitsamt den Werkstätten zur Fertigung von Artilleriegeschützen

die Geschütze) und der Maximilian-IIKaserne erbaut werden. König Maximilian II. erteilte dem Vorhaben am 30. September 1861 seine Genehmigung. Die ersten Entwürfe Die ersten Entwurfsskizzen erstellte der Ingenieur und Hauptmann im Generalstab Andreas Friedlein am 2. Oktober 1861. Diese wurden vom Baukunstausschuss unter Vorsitz von Leo von Klenze am 2. Dezember 1861 und kurz darauf am 21. Januar 1862 auch von König Maximilian II. genehmigt. Die Grundrisse der einzelnen Stockwerke entsprechen bereits in weiten Teilen den Grundrissen, die in der Garnisonsbeschreibung von 1890 enthalten sind und den tatsächlichen Bau wiedergeben. Dies belegt auch ein Eintrag im 1864 erschienenen „Vollständigen Geschäfts-Kalender“ aus Sulzbach. Demzufolge waren im Erdgeschoss Teile der Verwaltung untergebracht: das Magazin für Schäfflerwaren und Werkstätte, Gewehr-Säle, ZeughausRegistratur, FeuerlöschrequisitenMagazin, Magazinaufseher, Arbeitspersonal, Wohnung des Unterzeugwarts, Portier- und Wachlokal. Und weiter heißt es dort: „Den ganzen Hauptbau in der I. und II. Etage umfaßt das Museum für Waffen und Rüstungen; die übrigen Räume sind bestimmt für den Vorstand der Zeughaus-Hauptdirektion, Oberzeugwart, 2 Referenten, Kriegscommissaire, Oekonomie-Commiss.-

Die Bauphase Der Baubeginn wird auf den 15. September 1862 datiert. Der Ingenieur und Hauptmann Mathias Gläser der 1. Genie-Direktion der bayerischen Armee hatte die Leitung über das Bauvorhaben. Die Garnison München veranschlagte für die Errichtung des Zeughauses am Oberwiesenfeld insgesamt 275.443 Gulden und 56 Kreuzer. Laut Kalenderblatt umfasste der „herrliche Bau, geschmackvoll und großartig in seiner Gesammtwirkung“ eine Geschossfläche von etwa 50.740 bayerischen Quadratfuß (entspricht etwa 4.322 Quadratmetern). Als Architekt wird in der Sekundärliteratur häufig Baurat Georg Heinrich von Hügel genannt. Der spätere Eisenbahnbauunternehmer von Hügel war ein Schüler Georg Mollers (Begründer der Darmstädter Schule) und trat nach August Hahn dadurch hervor, dass er dem damals gebräuchlichen Maximilianstil (bayerische Gotik) bei der Gestaltung des Zeughauses nicht vollumfänglich folgte. Er verzichtete auf die zeitgenössischen Stilformen mit Lisenen und Spitzbögen und schuf einen gedrungenen, klareren Bau, die üblichen Zinnentürmchen aber behielt er bei. Abb 06–07 1864/65 war das Gebäude im Wesentlichen fertiggestellt. König Maximilian II. war bereits verstorben.


Abb. 01 Entwurf 1861 EG Abb. 02 Entwurf 1861 1. OG Abb. 03 Entwurf 1861 2. OG


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Abb. 04 Grundriss 1890 UG + EG Abb. 05 Grundriss 1890 1. + 2. OG


Abb. 06 Fassadenentwurf von ca. 1861 Abb. 07 Reale Umsetzung gem. FotograďŹ e 1878

Abb. 08 Lageplan um 1900


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Abb. 09 Saal 1 Abb. 10 Saal 2

Abb. 11 Saal 3 Abb. 12 Saal 4


Dietmar Gauder

Das historische Zeughaus

Ludwig II. war neuer König, als die Zeughaus-Hauptdirektion am 12. April 1866 an das Artillerie-KorpsKommando den Bezug des Gebäudes melden konnte.

der Decken und Fußböden bis hin zur Absturzgefahr moniert wurden, die finanziellen Mittel zur Behebung der Schäden aber offensichtlich nicht ausreichend vorhanden waren. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde diese Schule im Jahr 1914 aufgelöst.

Militärische Nutzung Nach der Fertigstellung wurde das Zeughaus von unterschiedlichen Dienststellen und Einheiten der bayerischen Armee (teilweise parallel) genutzt. Bis 1873 befand sich dort die Zeughaus-Hauptdirektion. Deren Funktion war die Verwaltung von militärischer Ausrüstung, vor allem von Waffen. Die Ausbauarbeiten an dem Gebäude setzten sich auch nach dem Bezug durch die Zeughaus-Direktion fort. 1867 und 1868 erfolgten eine Verschlauderung des Erdgeschosses und die Unterbauung der Gewölbegurten in den Gewehrsälen zur Verbesserung der Statik. Die Artillerie-Beratungs-Kommission war von 1866 bis 1878 im östlichen Eckpavillon des Zeughauses untergebracht. 1884 zog das Landwehrbezirkskommando München II aus der Alten Isarkaserne um in das Zeughausgebäude, wo es bis etwa 1893 blieb. Ausbildungsort für Artilleriepersonal Ab 1876 nutzte die Oberfeuerwerkerschule Teile der Arbeitsräume der Zeughaus-Hauptdirektion. Die Lehranstalt diente der theoretischen und praktischen Ausbildung von künftigem Feuerwerkspersonal, also Artilleriepersonal, das für den speziellen Umgang mit Munition geschult war. 1898/99 erfolgte der Anschluss des gesamten Zeughauskomplexes an das städtische Kanalnetz, entworfen und ausgeführt durch Baurat Lorenz. Auf dem Lageplan Abb. 08 werden die Lothstraße, die Heßstraße und die Dachauer Straße namentlich genannt. Am Gelände entlang verliefen die Geleise der Staatsbahn und der militärischen Feldbahn. Aus den Akten der Oberfeuerwerkerschule geht hervor, dass 1901 erhebliche bauliche Mängel im Bereich

Königlich bayerisches Armeemuseum Etwa 25 Jahre lang beheimatete das Gebäude das königlich bayerische Armeemuseum. Bereits in der Planungsphase spielte die Aufbewahrung und Präsentation von Gegenständen aus der bayerischen Militärgeschichte eine wichtige Rolle. Vorgängerbauten in München und andere Zeughäuser in Bayern hatten als Nebenfunktion die Rolle des Archivs für Waffen und Trophäen übernommen. Bereits 1867 wurden die Muster- und Modellsammlung des Konservatoriums der ZeughausHauptdirektion aufgenommen, ebenso die Sammlungen aufgelassener Zeughäuser wie Rosenberg ob Kronach und Würzburg ob Weissenburg. 1868 gelangten auch Bestände aus Augsburg, Nürnberg, WürzburgMarienburg und Ingolstadt nach München. Nach dem Krieg von 1870/71 wurde die Sammlung durch französische Kriegsbeute erweitert. Den Entschluss, die noch in verschiedenen anderen Zeughäusern und Dienststellen lagernden Altertümer und Trophäen des bayerischen Heeres zu einer echten musealen Sammlung zu verbinden, fasste der Kriegsminister General Joseph Maximilian von Maillinger im Jahr 1879. Noch im selben Jahr genehmigte König Ludwig II. dieses Vorhaben. Bereits am 25. August 1880 wurden zwei von fünf Sälen zur Besichtigung geöffnet, wie der Militärhistoriker und erste Leiter des Armeemuseums, Oberstleutnant a. D. Josef Würdinger, stolz verlauten ließ – ein mit Bedacht gewähltes historisches Datum. Denn 700 Jahre zuvor hatten die Wittelsbacher in Bayern den Thron bestiegen. Auf den Tag genau ein Jahr später,

pünktlich zum Namens- und Geburtstagsfest von König Ludwig II. am 25. August 1881, standen dann sämtliche Räume des Armeemuseums dem allgemeinen Besuch zur Verfügung. Zeitgenössische Stadtführer beschreiben das Zeughausgebäude und das darin untergebrachte Museum als Sehenswürdigkeit. Aus Akten der Inspektion der Fußartillerie geht hervor, dass 1895/96 bauliche Instandsetzungsarbeiten für die Räume des Armeemuseums nötig wurden. Mit dem Umzug des Armeemuseums in das eigens dafür errichtete imposante Gebäude im Hofgarten, 1905 offiziell eingeweiht, konnten die frei gewordenen Räume nun zusätzlich durch die Oberfeuerwerkerschule genutzt werden. Hauptmann a. D. Ludwig Popp, Nachfolger Josef Würdingers als Konservator bis 1897, gibt einen Überblick über die beeindruckenden Bestände der Sammlung im Jahr 1885: „25 vollständige Rüstungen, 111 Kürasse, 1421 blanke Waffen, 1432 Stangenwaffen, darunter eine große Anzahl von prachtvoll geätzten Stücken, 879 Handfeuerwaffen, 166 Wallgewehre, Haken und Doppelhaken, Amüsetten und Falkonetts, 237 Helme ec., 25 Uniformstypen, als Repräsentation der bayerischen Armee von 1682-1866, 948 Orden, Ehren- und Dienstalterszeichen, 78 Modelle, 91 Geschütze und Geschützrohre, 344 Fahnen und Standarten, 216 auf Glas gemalte Wappen in den Fenstern, 21 Standbilder und Büsten, 34 größere Gemälde, weit über 3000 Bilder in Wappen und Albums.“ Abb. 09–12 Die durch das Museum genutzten fünf Säle waren alle repräsentativ gestaltet und kunstvoll bemalt. Im Zuge der Erweiterung der Oberfeuerwerkerschule wurden etwa um 1904/05 Zwischenwände und -decken eingezogen. So wurde der frühere Saal 4 des Museums mit geringerer Raumhöhe als Hörsaal genutzt. In einem noch vorhandenen, für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen


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Abb. 13+14 Wappen im ehemaligen Museumssaal 4 im Jahr 2012

Abb. 15 Wappen im Museumssaal 2 im Jahr 1882


Dietmar Gauder

Das historische Zeughaus

fensterlosen Raum sind die Malereien mit zahlreichen Wappen und Ornamenten an Wänden und Holzdecken des ehemaligen Museumssaals 4 noch gut zu erkennen. Abb. 13–15

der Zeit zusehends eine für den Lehrbetrieb zweckorientierte Form angenommen. Während des Ersten Weltkrieges diente ein Teil der Räume als Reservelazarett. Nach Kriegsende wurde das Gebäude in Teilen bis 1929 vom Bayerischen Kriegsarchiv und bis 1949 vom Zentralnachweiseamt für Kriegsverluste und Kriegsgräber genutzt. Auch Privatwohnungen befanden sich im ehemaligen Zeughaus. Die vom Kriegsarchiv genutzten Räumlichkeiten wurden ab 1931 vom Gewerbelehrerinstitut (seit 1942 Staatliches Berufspädagogisches Institut genannt) bezogen.

Vom repräsentativen Prachtbau zum funktionellen Zweckbau Das Gebäude galt bei seiner Errichtung als Prachtbau. Es erfuhr durch die militärgeschichtliche Sammlung und später als offizielles Armeemuseum bereits 1880 eine Öffnung hin zur Bevölkerung.

Das Zeughaus war somit kein reiner militärischer Zweckbau zur Verwaltung des Zeugwesens und der Artillerieherstellung, sondern diente der Öffentlichkeitsarbeit der Armee und der ausdrücklichen Förderung des Geschichtsbewusstseins der Soldaten und der Bevölkerung. Mit dem Umzug des Armeemuseums in das neue Gebäude im Hofgarten hatte das Zeughaus einen Teil seines ursprünglich repräsentativen und öffentlichkeitswirksamen Charakters verloren. Während es als pädagogische Institution für die Ausbildung der Oberfeuerwerker genutzt wurde, hatte die innere Gestaltung im Laufe

Kriegsschäden Der Zweite Weltkrieg beschädigte einige Teile des Gebäudes. Auswertungen von historischen Trefferkarten nach Bombardierungen belegen, dass das Zeughaus bereits 1943 durch Brandbombentreffer im südwestlichen Teil des Gebäudes in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Ruß an den Mauern im Dachspeicher war bei einer Begehung im April 2012 noch erkennbar. Trotz der damals sichtbaren Spuren von Bombentreffern schien zumindest der nordöstliche Flügel des Hauptgebäudes durch den Krieg weniger stark beschädigt worden zu sein. Die relativ gut erhaltenen und nicht verrußten Bemalungen an Wänden und Decke des abgetrennten Teils des Museumssaals 4 ließen darauf schließen. Nutzung nach dem Zweiten Weltkrieg Nach dem Zweiten Weltkrieg waren in dem Gebäude bis 1966 das Berufspädagogische Institut und das Staatsinstitut für landwirtschaftlichen Unterricht in München untergebracht. Seit 1964 befand sich das Gebäude im Besitz der Technischen Universität München. Ab 1970 wurde es für die Nutzung als Lehrgebäude mehrfach umgebaut. Bis Mitte 2013 nutzte die Technische Universität das Zeughaus als Medienzentrum und für Seminare der Lehrstühle für Psychologie,

Wirtschaftsethik, Politikwissenschaft und Pädagogik. Unter anderem waren auch Teile der TUM School of Education untergebracht. Seit 2018 beherbergt es nach einer umfassenden Sanierung die Fakultät für Design der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. Autor Dietmar Gauder ist Historiker. Der Dipl.-Staatswissenschaftler hat 2012 im Auftrag des Staatlichen Bauamtes München 2 im Zusammenhang mit der anstehenden Sanierung des Zeughauses ein internes Gutachten erarbeitet und sich intensiv mit dem Bau und der Geschichte des Gebäudes befasst.


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Bauliche Maßnahmen 04.08.1861

Kriegsminister Moritz von Spies schlägt den Bau eines neuen Zeughauses am Oberwiesenfeld vor

30.09.1861

König Maximilian II. erteilt dem Vorhaben seine Genehmigung

Nutzung 1866 – 1873

Zeughaus-Hauptdirektion der bayerischen Armee

1866 – 1878

Artillerie-Beratungs-Kommission

1867 – 1904

Sammlung militärgeschichtlichen Materials durch die Zeuhausverwaltung und das Armeemuseum

1880 – 1904

Öffentlich zugängliches königlich bayrisches Armeemuseum

1884 – 1893

Landwehrbezirkskommando München II

1876 – 1914

Oberfeuerwerkerschule: Ausbildung im Umgang mit Munition

1915 – 1918

Reservelazarett

1918 – 1929

Bayerisches Kriegsarchiv

Verschlauderung des Erdgeschosses und Unterbauung von Gewölbegurten in den Gewehrsälen zur Verbesserung der Statik

1918 – 1949

Zentrales Nachweiseamt für Kriegsverluste und Kriegsgräber

1931 – 1942

Gewerbelehrerinstitut

1872

Ausstattung mit Gasbeleuchtung

1942 – 1966

Staatliches Berufspädagogisches Institut

1878/1879

Aus- und Umbauarbeiten für Nutzung als Armeemuseum

1950 – 1966

Staatsinstitut für landwirtschaftlichen Unterricht

Bauliche Instandsetzungsarbeiten für die Nutzung als Museum

1964 – 2013

Technische Universität München (Medienzentrum, Lehrstühle für Psychologie, Wirtschaftsethik, Politikwissenschaft und Pädagogik, TUM School of Education)

Seit 10/2018

Fakultät für Design der Hochschule für angewandte Wissenschaften München

02.10.1861

Hauptmann Andreas Friedlein erstellt erste Entwurfsskizzen

02.12.1861

Baukunstausschuss unter Leo von Klenze genehmigt die Entwürfe

21.01.1862

König Maxilimian II. gibt die Entwürfe frei

15.09.1862

Baubeginn unter Leitung von Hauptmann Mathias Gläser

12.04.1866

Das Artillerie-Korps-Kommando meldet den Bezug des Gebäudes

1867/1868

1895/1896

1898/1899

Anschluss an das städtische Kanalnetz unter Baurat Lorenz

1901

Meldung erheblicher baulicher Mängel bei Decken und Fußböden: Renovierung 1958/1959

1943

Erste Beschädigungen durch Brandbomben

1945–1955

Wiederaufbau und Installation einer zentralen Heizanlage

1966–2000

Diverse Um- und Anbauten durch die Technische Universität München, u. a. Neubau an der Rückseite 1974/5

2013 – 2018

Sanierung und Anbau für die Fakultät für Design der Hochschule München


Barbara Schneider, Otto Hofmann, Annette Pries

Vom Arsenal zum Atelier. Eine ganz besondere Baustelle


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Der Erhalt und die Weiterentwicklung der Baukultur in Bayern hat bei den Bauprojekten der Bayerischen Staatsbauverwaltung seit jeher einen hohen Stellenwert. Als größter öffentlicher Bauherr im Hochbau ist der Staatliche Hochbau Vorbild für kommunale und private Bauherren. Unter diesem Aspekt waren der Erhalt und die denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes an der erhalten und erlebbar bleibt. Er optimal in das Bestandsgebäude Lothstraße 17 als dockt mit nur drei dünnen Steckern eingepasst werden, die Bestandsan den Gebäudebestand an. flächen überschreiten das genehTeil des baukultuNeben den Architekten waren eine migte Raumprogramm nur um rellen Erbes eine große Anzahl weiterer Planer und wenige Quadratmeter. Lediglich der vordringlichSpezialisten für den Umbau des das Gebäudevolumen ist auf Grund Zeughauses erforderlich und der größeren Raumhöhen von bis zu sten Aufgaben bei wurden von der Projektleitung des 6 m wesentlich größer und dadurch dessen Umbau. Staatlichen Bauamts eingeschaltet auch kostenintensiver als ein Neubau. Der Baukultur verpflichtet: die Auswahl der richtigen Planer Die hohe Qualität des historischen Prachtbaus forderte eine entsprechende Reaktion und war Ansporn, auch Neues in ähnlicher gestalterischer Güte hinzuzufügen, neue Bauqualität zu schaffen. So war schnell klar, dass nur ein Architekturbüro mit hohem gestalterischem Anspruch für den Umbau und die Erweiterung der Lothstraße 17 in Frage kam. Die Planungsaufgabe musste durch das Projektsteuerungsteam des Bauamts öffentlich ausgeschrieben werden, und in diesem Rahmen verlangte es eine erste Ideenskizze zur Umsetzung der Maßnahme. Es stellt einen Glücksfall dar, dass das Staatliche Bauamt München 2 mit Staab Architekten ein Büro gewinnen konnte, das als einziges Büro diese Anforderungen in hervorragender Weise umzusetzen wusste. Abb. 16 Bei der Auswahl des Architekturbüros war nach Sichtung der vorgestellten Entwürfe ausschlaggebend, dass das Bindeglied zwischen den beiden Gebäudeflügeln die denkmalgeschützte Substanz so wenig wie möglich beeinträchtigt: Der gläserne Neubau, den Staab Architekten vorschlugen, ist in einem Abstand von 4 m vor den denkmalgeschützten Ziegelfassaden im Ehrenhof platziert, der so

und koordiniert. Denkmalschutz – kulturelles Erbe nutzbar machen Im Denkmalschutz ist es für den langfristigen Erhalt des Gebäudes unabdingbar, eine dem Denkmal entsprechende Nutzung zu finden. Das Bauamt fragte sich: Ist das Gebäude für die Nutzung überhaupt geeignet? Es musste feststellen: Die heutige Verwendung korreliert in überraschender Weise mit der ursprünglichen. Der militärische Bau öffnete sich durch die Unterbringung der militärgeschichtlichen Sammlung und später ab 1880 der Nutzung als offizielles Armeemuseum der Bevölkerung. Das Gebäude übernahm somit auch eine Funktion in der Öffentlichkeitsarbeit. Dies tut es heute wieder: Mit dem Ausstellungspavillon erhält die Fakultät für Design als neuen Identifikationsort ein Schaufenster zum Kreativquartier. Auch die Funktion als pädagogische Institution wird wieder aufgegriffen. Allerdings sind die Lehrinhalte der Designer/innen heute um einiges friedlicher als die der Schule der Oberfeuerwerker, also der Sprengstoffspezialisten, die zwischen 1876 und 1914 dort untergebracht war. Abb. 17–21 Das Zeughaus stellt größenmäßig für die Designfakultät einen Maßanzug dar: Die Flächen konnten

Durch die große Raumhöhe wirken die Flächen jedoch auch repräsentativer als ein vergleichbarer Neubau mit einer üblichen Geschosshöhe von 3,50 m. Ein weiterer Punkt, an dem die Staatlichen Bauämter immer wieder gemessen werden, sind die Baukosten. Ein denkmalgeschütztes Gebäude zu sanieren, darf hinsichtlich Komplexität und Kosten jedoch grundsätzlich nicht mit der Errichtung eines Neubaus verglichen werden. Die Maßnahme muss mit den Zwängen des Bestandes umgehen. Das Bauamt als staatlicher Bauherr hat darauf zu achten, dass alle aktuellen Gesetze, Vorschriften und Normen eingehalten werden, obwohl das Gebäude zum Errichtungszeitpunkt überhaupt nicht darauf ausgelegt wurde. Im Fall der Lothstraße 17 stellten insbesondere die Anforderungen an die Barrierefreiheit und die energetischen Aspekte eine Herausforderung dar. Energetische Aspekte – Klima schonen, Zukunft bewahren Bei der Planung des Projekts wurde das Hauptaugenmerk neben dem Denkmalschutz vor allem auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz gelegt. Der Energieverbrauch des Gebäudes erreicht beinahe den heutigen Neubaustandard.


Abb. 17 2. UG Abb. 18 1. UG Abb. 19 EG

Abb. 16 Erstes Entwurfskonzept für den Pavillon

Fotostudios

Werkstätten

Werkstätten

Claystudio

Dunkelkammer

Multifunktionale Fläche

Werkstätten Werkstätten

Fachklassen/ Masterklassen Studienraum

Fachklassen Eingangshalle

Sekretäriat/ Dekanat


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Projekträume/ Professoren

Projekträume

Studienraum/ kleiner Hörsaal

Projekträume

Atelier

Turmzimmer

Projekträume/ Professoren

Abb. 22 barrierefreie Bereiche EG

großer Hörsaal

Abb. 20 1. OG Abb. 21 3. OG


Barbara Schneider, Otto Hofmann, Annette Pries

Die für dieses Projekt gültige Energieeinsparverordnung 2009 wird um fast 50 Prozent unterschritten. Das liegt zum einen an der guten Bausubstanz des Altbaus mit seinem robusten Mauerwerk. Zum anderen wurden Fenster mit Dreifachverglasung, Wärmerückgewinnungsanlagen in der Lüftung und eine moderne, energiesparende Beleuchtungstechnik eingebaut. Weiter werden positive Effekte über eine energetische Ertüchtigung der Dächer sowie die Abdichtung und Dämmung des Untergeschosses erreicht. Durch die aufgeführten Maßnahmen können rund 60 Tonnen CO2 pro Jahr – verglichen mit den Werten des Altbaus vor seiner Sanierung – eingespart werden.

Vom Arsenal zum Atelier

Barrierefreiheit – einfach nutzen Das historische Gebäude weist zwischen den Bauteilen verschiedenste Niveausprünge auf. Um eine barrierefreie und angemessen gestaltete neue Erschließung zu gewährleisten, wurden die Treppenhäuser zwischen Mittelbau und Seitenflügeln durch neue Treppenhallen mit Aufzügen ersetzt, die die unterschiedlichen Niveaus in den beiden Gebäudeteilen verbinden. Die Übergänge zwischen den Gebäudeteilen wurden in räumlicher Nähe zu den übergeordneten Funktionen als offene Kommunikationszonen gestaltet, die den wichtigen Austausch in der Hochschule fördern sollen. Abb. 22 Bauabwicklung – Flexibilität in Stift und Kelle Bis im Herbst 2018 die Designfakultät tatsächlich mit dem Lehrbetrieb beginnen konnte, mussten diverse planerische, logistische und auch technische Schwierigkeiten gemeistert werden. Das Bauamt und die Bauleitungen koordinierten und betreuten insgesamt rund 60 Firmen, die an der Realisierung mitwirkten. Jedem der mit Bauen im Bestand vertraut ist, ist klar, dass verschiedenste Unwägbarkeiten in der Bauabwicklung auf die Beteiligten warten. Es ist jedoch schwierig, diese in einer Kostenschätzung zu bewerten und unmöglich, alle zu antizipieren. Um trotzdem ein möglichst hohes Maß an Planungssicherheit zu erhalten, hat das Staatliche Bauamt im Vorfeld der Maßnahme so viele Bestandsuntersuchungen wie möglich durchgeführt. Diese waren aber dadurch eingeschränkt, dass die Technische Universität München das Gebäude bis wenige Monate vor der Entrümpelung noch voll nutzte. Deswegen kam es während der Abbrucharbeiten immer wieder zu Funden, die kurzfristige Umplanungen während der Bauphase erforderten. Es stellt eine großartige Leistung der Planer und Bauleitungen dar, dass diese bautechnisch hochkomplexe Maßnahme mit einer relativ kurzen Bauzeitverlängerung

gut auf Kurs gehalten werden konnte, auch wenn kostenmäßig die ursprüngliche Schätzung nicht den tatsächlichen Kosten entspricht. Hier nur einige wenige Beispiele für die Überraschungen, mit denen die Sanierung aufwartete: Das Gebäude hatte während seiner Lebenszeit unterschiedlichste Nutzungen, die viele Ein- und Umbauten mit sich brachten. Vor allem in den letzten Jahrzehnten wurden dabei leider viele schadstoffhaltige Substanzen im Gebäude verbaut, deren Entsorgung heute mit hohen Kosten verbunden ist. Abb. 23 Die alte Bausubstanz war in vielen Bereichen, z. B. durch Schlitze, so geschwächt, dass sie mit Ziegeln im historischen Steinformat aufwändig statisch ertüchtigt werden musste. Abb. 24 Im Zuge der Ausführung kamen hinter Vormauerungen neben den Schlitzen aber auch wunderschöne, gusseiserne Stützen zum Vorschein. Diese hatte man wahrscheinlich aus Brandschutzgründen in Gipskarton eingepackt. Leider wurde durch einen Gutachter bestätigt, dass die Auflager aus Sintersteinen bestehen, welche bereits Beschädigungen aufwiesen und die erforderliche Druckbelastung nicht mehr übertragen konnten. Abb. 25 Daher musste neben der Stützenertüchtigung eine Gewichtsreduzierung der Deckenkonstruktion erfolgen und statt der vorgesehenen Ziegeldecke eine Metallkonstruktion eingebaut werden. Leicht schiefe Wände wurden in der Vergangenheit über Putzstärken bis zu 6 cm ausgeglichen und erforderten statt der üblichen 10 bis 15 mm ebenfalls erhöhte Neuputzstärken. Auch einige Bodenplatten, die ausgebaut werden mussten, waren aus unerfindlichen Gründen in mehreren, geradezu bunkerartigen Stärken eingebracht worden.


30 — 31

Abb. 23 Abb. 24

Abb. 25


Abb. 29

Abb. 26 Abb. 27 Abb. 28


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Die komplizierteste Maßnahme, welche die Komplexität des Bauablaufs insgesamt enorm erhöhte, war die Tieferlegung des Kellergeschosses.

Damit auch die Flächen des Kellers als Werkstätten für die Designer/innen nutzbar gemacht werden konnten, musste der Kellerboden um 50 cm abgesenkt werden. Dies zog nach sich, dass die historischen Fundamente um bis zu 6 m unterfangen werden mussten. Abb. 26 Einige Bauteile mussten komplett entkernt werden. Für die Ausführung der Abbruch- und Rohbauarbeiten wurden bereits im Vorfeld verschiedenste Bauzustandssicherungen zur Sicherung von denkmalgeschützten Bauteilen und zur Standsicherheit detailliert geplant und beauftragt. Damit gewährleistet war, dass die Gebäudeteile, die während der Unterfangung nicht mehr stabil auf ihren Fundamenten standen, nicht einstürzen, mussten temporär alle Bögen im Mauerwerk ausgemauert werden. Abb. 27 + 28 Außerdem durften an den benachbarten Gebäudeteilen nicht gearbeitet werden, da diese stabilisierend fungierten, ähnlich einer Zahnbrücke. Da die bauliche Durchführung so diffizil war, kam in der Rohbauphase der Statiker täglich vor Ort und gab die verschiedenen Arbeiten frei. Durch dieses Pilgerschrittverfahren verlief der Baufortschritt in den insgesamt zehn Gebäudeteilen sehr unterschiedlich.

So waren nach zwei Jahren Bauzeit einzelne Gebäudeteile bereits im Endausbau, während an anderen noch abgebrochen wurde. Dies bedeutete vor allem für die Installationsfirmen von Elektro- und Haustechnik eine große Herausforderung, da diese Anlagen gebäudeteilübergreifend funktionieren müssen und im Einbau nur schwierig aufteilbar sind. Abb. 29 Eine lohnenswerte Anstrengung mit hervorragendem Ergebnis Insgesamt gestaltete sich die Baustelle letztendlich wesentlich komplizierter als zu Beginn angenommen. Dies führte zu einer Bauzeitverlängerung von etwa acht Monaten und sprengte den eingeplanten Zeitpuffer von ca. zwei Monaten. Das war im Fall der Fakultät für Design besonders kritisch, da sie aus einem angemieteten Gebäude ausziehen und deshalb die Ausstattung ihrer Werkstätten in dem noch voll im Bau befindlichen Gebäude einlagern musste. Auch die weiteren Umzüge erfolgten zu einem großen Teil in vorab fertiggestellte Räume, während an anderer Stelle noch gebaut wurde. Dies erforderte von Bauleitung und Nutzer eine enge Abstimmung und großen Koordinationsaufwand, den beide Seiten mit einem hohen Maß an Kooperation und guter Stimmung meisterten. So konnte nach gut zehn Jahren gemeinsamer Anstrengungen für die Fakultät für Design eine neue Heimat geschaffen werden, die noch viele Jahre ein Ort der Inspiration für die angehenden Designerinnen und Designer darstellt.

Autorinnen/Autor Barbara Schneider Diplomingenieurin für Architektur, seit 2001 für die Staatsbauverwaltung tätig als Abteilungsleiterin und Referentin an der Obersten Baubehörde, davor Planungstätigkeit in freien Büros. Seit Juli 2016 Leiterin der für die Hochschule München zuständigen Abteilung am Staatlichen Bauamt München 2. Otto Hofmann Als Diplomingenieur (FH) für Architektur seit 40 Jahren für die Staatsbauverwaltung tätig, seit 1996 in Großprojekten (Planung und Leitung), davor in der Planung; Projektleiter des Vorhabens Lothstraße 17. Annette Pries Diplomingenieurin (FH) für Architektur, Tätigkeit als selbstständige bzw. angestellte Ingenieurin, seit zehn Jahren beim Staatlichen Bauamt München 2 vornehmlich zuständig für Bauen im Bestand; Projektmitarbeiterin beim Vorhaben Lothstraße 17.


Staab Architekten, Julia Zillich

Umbau und Sanierung. Alt und Neu treffen aufeinander


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Geht man heute am Zeughausgebäude an der Lothstraße vorbei, wird man zunächst gar nicht merken, wie tiefgreifend das Gebäude saniert und umgebaut wurde. Zwar ist die feine Bänderung der sanierten Wandflächen wieder erkennbar, die als verbindendes Gestaltungselement den fast 150 Meter langen Bau prägt. Vielleicht wird ein wachsamer Beobachter auch auf die neuen Fenster aufmerksam, die sich mit ihrer dunklen Farbe als neu zu erkennen geben, deren plastische Profile und Teilung sich jedoch unauffällig in die Fassade einfügen. Betritt man das Gebäude durch den Haupteingang im Mittelbau, wird auch die überwölbte Eindem Militärgebäude eine öffentliche überwunden, Wege endeten unvergangshalle mit den Seite. Nach Auszug des Museums mittelt im Gebäude. seitlich angelagerwurde die Funktion als BildungsDie in der Fassade so klar angelegte ten Treppen und einrichtung ausgeweitet. Die AusGliederung des Gebäudes in Mittelstellungsräume im Mittelbau wurden bau und zwei seitliche Flügel mit dem Durchgang in für die Oberfeuerwerkerschule und abschließenden Kopfbauten, fand der Mitte der gegendie königliche Baugewerkeschule sich im Inneren nicht mehr wieder. überliegenden umgebaut und später an die Erfordernisse verschiedener HochschuleinAlte Klarheit und eine neue Mitte Wand so wirken, richtungen angepasst. Wir nahmen die Aufgabe, das Geals sei sie immer bäude für die Fakultät für Design schon dagewesen. Das äußere Erscheinungsbild des anzupassen, zum Anlass, die urHauses überdauerte weitgehend sprüngliche Struktur des Gebäudes Nur wer das Geunbeschadet die Zeiten, auch wenn nach Möglichkeit wieder sichtbar zu bäude von früher das Gebäude erst mit dem Bau der machen und den Erweiterungsbau kennt, weiß, dass Lothstraße an einer öffentlichen sowie die Lehr- und Werkstatträume Straße stand. Zuvor war seine Schauder Fakultät dem Gebäude entsprediese Klarheit und fassade quer zur Dachauer Straße, chend einzufügen. Neues sollte Übersichtlichkeit für stadtauswärts Fahrende gut dabei klar erkennbar sein und in ein Ergebnis des sichtbar, angeordnet. Da die Anlage Dialog zu dem denkmalgeschützten im Rücken des Gebäudes über die Altbau treten. Umbaus sind. Zeiten zerfiel, wirkte das Zeughaus Zwei Richtungen bestimmen das Abb. 30 lange Zeit wie ein Solitärbau. Mit Gebäude. Einerseits die Bewegung Spuren einer wechselhaften Geschichte Das Zeughaus von 1866, eines von wenigen Militärgebäuden im Maximilianischen Stil, hat viele Veränderungen erlebt, seien es Umnutzungen, Umbauten oder Erweiterungen. Es wurde als repräsentativer Kopfbau einer großen Anlage von Artilleriewerkstätten und -Remisen konzipiert, in dessen Mittelbau von Beginn an Räume für ein Armeemuseum vorgesehen waren. Die Idee, das Museum einem breiteren Publikum zu öffnen, galt zu seiner Zeit durchaus als Neuerung und gab

dem Beschluss, das Gebäude als Auftakt des geplanten Nordcampus’ der Hochschule München zu nutzen, erhält der Bau seine Nord-Süd-Ausrichtung zurück. Der Altbau bietet eine tragfähige Struktur für die Nutzung als Fakultätsgebäude, jedoch waren zuvor im Inneren starke Eingriffe in die Raumstruktur vorgenommen worden. Diese gingen zulasten der Übersichtlichkeit im Gebäude. Die verschiedenen Niveaus von Mittelbau und Flügelgebäuden und die nur teilweise Unterkellerung des Gebäudes wurden über zahlreiche Treppen an verschiedenen Stellen des Hauses

vom Haupteingang durch das Gebäude zum geplanten Campus im Nordwesten und quer dazu die Wege in die beiden Flügelbauten. Diese innere Logik des Gebäudes gibt die Idee für den Erweiterungsbau vor. Am Kreuzungspunkt beider Bewegungsrichtungen, im ehemaligen Ehrenhof des Gebäudes, etabliert er das fehlende räumliche Zentrum, das für ein Hochschulgebäude heute unverzichtbar ist: ein Forum, in dem die Arbeiten der Studierenden diskutiert und gezeigt werden können und das zugleich Treffpunkt und Visitenkarte der Fakultät ist.


Abb. 30 Abb. 31


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Abb. 32 Abb. 33


Staab Architekten, Julia Zillich

Eine frei durch den Raum gespannte Brücke stellt die fehlende Verbindung zwischen beiden Flügelbauten her und fügt dem Raum damit eine zweite Kommunikationsebene hinzu. Die Brücke mündet an den seitlich anschließenden Verbindungsbauten in zwei neu angelegte Treppenhäuser, die alle Ebenen barrierefrei anbinden und die Erschließung des Gebäudes auf zwei Hauptpunkte konzentrieren. Abb. 31 Spannende Begegnung von Alt und Neu Die Gestaltung des Erweiterungsbaus folgt einer differenzierten räumlichen Dramaturgie. Besucher/innen und Studierende gelangen, wenn sie die überwölbte Eingangshalle im historischen Gebäude durchquert haben, in einen schmalen, niedrigen Durchgang, an dessen Ende sich eine hohe, umlaufend verglaste Halle öffnet. Die Glasscheiben lassen den Blick erst an den historischen Fassaden des Ehrenhofs enden, der die eigentliche räumliche Fassung dieses Hallenteils bildet. Seitlich führt eine Treppe zur Brücke hinauf, die quer durch den Raum spannt und Studierende, Besucher/innen und Mitarbeitende auf dem Weg von einem Flügel zum anderen durch die Halle führt. Abb. 32

Umbau und Sarnierung

An diesem frequentierten und doch konzentrierten Ort ist die Präsentationsfläche der Fakultät für Design vorgesehen. Hinter der Brücke wird der Raum niedriger, jedoch schiebt sich dieser Teil des Neubaus aus dem Ehrenhof hinaus und öffnet alle drei Raumseiten zum Außenbereich des Campus. Ein kleiner Versorgungswürfel mit Screens und Teeküche und in die Decke eingelassenen Elektro- und Halfenschienen unterstützt unterschiedliche Nutzungen in diesem Bereich, seien es Ausstellungen, kleinere Veranstaltungen oder neue Unterrichtsformate. Den Erweiterungsbau deckt ein mehrfach gefaltetes Dach, das zu allen Seiten über die Glasfassade auskragt und die Raumgrenze zum Ehrenhof und zum Außenbereich verschwimmen lässt. Seine schmalen Dachkanten halten Abstand zum Bestand und zum Brückenelement, sodass es nur leicht auf den schlanken Stützen entlang der Glasfassade aufzuliegen scheint. Die strenge Linienführung der gefalzten Aluminiumdecke, in die alle technischen Einbauten beinahe unsichtbar integriert wurden, lenkt den Blick vom Ehrenhof in das Kreativquartier. Vom Campus aus ist die Eigenständigkeit der präzise gefalteten Überdachung am klarsten zu erkennen: Altbau und Erweiterung begegnen sich hier selbstbewusst, ohne die Wirkung des jeweils anderen zu beeinträchtigen. Abb. 33 + 34 Reibungsflächen im historischen Bestand Dieser Ansatz liegt auch dem Umbau des Altbaus zugrunde. Bewegt man sich durch das Gebäude, fallen drei Materialien ins Auge, die offensichtlich nicht historisch sind. Der rustikale Dielenboden, die Einbaumöbel aus graubraunen, zementgebundenen Holzwerkstoffplatten und die rohen Aluminiumoberflächen an Brüstungen und Türen. Alle Materialien verbindet, dass sie rau wirken,

wie im Rohzustand, beinahe unfertig. In ihrer Durchgängigkeit ergeben sie eine klare Handschrift des Umbaus, die in Dialog mit den weiß verputzten Innenräumen des Altbaus tritt und ihnen eine kräftige, prozesshafte Gestaltungsebene hinzufügt. Die robusten Oberflächen bieten den Studierenden und Lehrenden eine Reibungsfläche, die zum kreativen Arbeiten anregen will, ohne bereits dessen Richtung vorzugeben. Abb. 35 + 36 Die lange Geschichte des Hauses zeigt, dass seine ausgeprägte Charakteristik und hierarchische Gliederung den Nutzungsänderungen nicht im Wege standen. Sie geben vielmehr eine Logik vor, innerhalb derer das Gebäude angepasst und verändert werden kann, ohne seine Eigenheit zu verlieren. Wir hoffen, dass es uns mit dem Umbau gelungen ist, diese Besonderheit sichtbar werden zu lassen und doch ein ganz zeitgemäßes Hochschulgebäude zu bauen, das dazu animiert, von den Studierenden und Lehrenden der Fakultät für Design mit Leben gefüllt zu werden. Autorin Julia Zillich Diplom der Architektur an der TU Berlin, Tätigkeit als Architektin in verschiedenen Büros im In- und Ausland und als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Entwerfen und Raumgestaltung an der BTU Cottbus. Seit 2015 Mitarbeit bei Staab Architekten im Bereich Akquise und Öffentlichkeitsarbeit.


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Abb. 34 Abb. 35 Abb. 36


Oliver Jaist, Edda Reisinger, Ben Santo

Davor – dazwischen – danach. Der Bauprozess in Bildern


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Wie dokumentiert man einen über mehrere Jahre dauernden komplexen Bauprozess, der sich im Wesentlichen im Inneren eines Gebäudes abspielt? Was ist in fünf Jahren in dem Gebäude passiert? Was war so aufwendig und langwierig an den UmEs entstand ein Bildarchiv mit rund Der Rundgang beginnt am Hauptbaumaßnahmen? 7000 Aufnahmen der Bauentwickeingang, der ehemaligen KutschenWas bedeutet Baulung vom Baubeginn bis zur einfahrt, und führt über die Struktur Fertigstellung. Oliver Jaist dokumender 19 Stationen bis zu dem neu zustandssicherung? tierte mit seinen Bildern Momente, entstandenen Pavillon. So kann die Wie sahen die einEntwicklungen und Prozesse, die Stationenbeschreibung auch nach zelnen Gebäudenach der Gebäudefertigstellung nicht der Ausstellung als Leitfaden für mehr sichtbar und abrufbar sind. eine Begehung des Gebäudes teile und Bereiche dienen. vor dem Umbau Die Fotodokumentation dient nun aus? auch als Bildarchiv für die ÖffentAutorin Die Entwicklungen und Veränderungen dieser komplexen Umbau- und Erweiterungsmaßnahme in dem Baudenkmal erfolgten im Wesentlichen hinter den Fassaden und waren so nur begrenzt ablesbar. Bauen im Bestand lässt sich schwerlich mit einer Webcam, wie bei Neubauten üblich, dokumentieren. Von 2013 bis 2018 entstand unter L17fotodokumentation.net ein in 38 Phasen gegliederter Fotoblog als Kommunikationsplattform und Bild-Datenarchiv für die interessierte Öffentlichkeit und alle Baubeteiligten: die Bayerische Staatsbauverwaltung, die Architekten, die Fachplaner und Firmen. Für die Fotodokumentation konnte der Fotodesigner Oliver Jaist, ein Alumni der Fakultät für Design, gewonnen werden. Die 38 Phasen der Bilddokumentation stellen ein Gliederungsprinzip für die einzelnen Dokumentationsschritte des Fotoblogs dar und spiegeln gleichzeitig einzelne Prozessabschnitte wider: Entfernung nicht tragender Teile, Bauzustandssicherung, Abbruch, Teil-Entkernung, provisorische Dachstrukturen, Tieferlegung des Kellergeschosses, Unterfangung historischer Fundamente, Einbringung neuer Decken, Wände, Bodenaufbauten, baugebundene Einbauten und die Entstehung des Pavillons.

lichkeitsarbeit, die vorliegende Publikation und die Ausstellung zur Eröffnung der Fakultät. Bei der Eröffnung des Gebäudes präsentiert die Fakultät für Design das ehemalige Zeughaus als begehbares Ausstellungsobjekt im Hinblick auf: · die kulturelle und geschichtliche Bedeutung des Ortes: Vom Zeughaus zur Designfakultät; · den maßgeschneiderten Umbau; · die Besonderheiten der alten und neuen Architektur, die „Spuren“ der Vergangenheit des Baudenkmals und die neue „Handschrift“. Während die Ausstellung stark mit der Präsenz des Ergebnisses, des Sichtbaren und Erlebbaren arbeitet und die Bildmotive der Fotodokumentation sich in die vorhandenen Strukturen integrieren, beschreiben die Bildstrecken der Einzelstationen in Ausstellung und Publikation darüber hinaus das detailliert konzipierte Raumprogramm der einzelnen Funktionsbereiche der Fakultät in ihrer Entstehung. Auf den folgenden Seiten zeigt die Fakultät für Design mit einer Bildstrecke und begleitenden Texten 19 exemplarische Stationen in ihrer heutigen Funktion und Nutzung sowie in dem historischen Kontext und den dazwischenliegenden Entwicklungsschritten: Davor, dazwischen, danach.

Edda Reisinger ist Diplom-Ingenieurin für Innenarchitektur. Von 2007 bis 2016 war sie Baubeauftragte für die Umbau- und Sanierungsmaßnahme und Fakultätsreferentin für Kommunikation. In dieser Funktion initiierte sie die Fotodokumentation und übernahm hierfür die Projektkoordination. Heute ist sie Baukoordinatorin an der Hochschule für Musik und Theater München und beratend für die Fakultät tätig. Fotograf Oliver Jaist ist Fotodesigner mit dem Schwerpunkt Architekturfotografie. Nach seinem Bachelor-Abschluss an der Fakultät für Design begleitete er von 2013 bis 2018 den Bauprozess fotografisch und spezialisierte sich im Bereich Baudokumentation. Von der Landesverwaltung Südtirol wurde er zuletzt mit der Dokumentation zur Errichtung neuer Schutzhütten beauftragt. In Zusammenarbeit mit den Architekten Stifter Bachmann ist 2018 „Die neue Schwarzensteinhütte“ mit seinen Fotografien erschienen. www.oliverjaist.com Konzeption und Entwurf Prof. Ben Santo verfasste gemeinsam mit Prof. Markus Frenzl die Texte zu den Stationen. Die dazugehörigen Bildstrecken sind in Zusammenarbeit mit Prof. Xuyen Dam und dem Ausstellungsteam konzipiert und umgesetzt worden.


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Die Eingangshalle. Historische Kutscheneinfahrt X 0.240

Vor der Generalsanierung befand sich die Eingangshalle nicht mehr im ursprünglichen baulichen Zustand. Um die Gebäudeerschließung zu vereinfachen und den einstigen Charakter des Gebäudes zu stärken, wurde dieser Raum in Anlehnung an den Zustand von 1866 umgebaut: als eine Kutscheneinfahrt in den Ehrenhof mit Gewölbedecke und zwei ausladenden Treppenaufgängen. Hier konnte die Kutsche im Trockenen Halt machen; hier erfolgte die zentrale Erschließung des Gebäudes über einen der beiden Treppenaufgänge. Heute wie damals hat die Eingangshalle eine Verteilerfunktion: Der rechte Aufgang führt zur Verwaltung, der linke zu den Computerräumen. Geradeaus erreicht man den verglasten, multifunktionalen Pavillon, der einen durchgehenden Blick vom Eingangsbereich bis ins Kreativquartier ermöglicht. Auch wenn sich der Umbau an die alte Gestaltung anlehnt, ist klar erkennbar, dass es sich um neue Materialien handelt. Das Lichtkonzept für die Eingangshalle sowie die Beleuchtung im Atelier Abb. 35 wurde vom Münchner Lichtdesigner Ben Wirth aus dem vorhandenen Leuchtensystem entwickelt. Die symmetrisch gestaltete Kutscheneinfahrt verbindet Alt und Neu und heißt die Besucherinnen und Besucher willkommen.

Seite 43 Die Eingangshalle im Zustand vor dem Umbau. Seite 44 Die entkernte Eingangshalle mit temporärer Bauzustandssicherung während der Umbauphase. Dieser Gebäudeteil wurde komplett neu aufgebaut. Seite 45, unten Der neue Eingangsbereich zitiert die historische Kutscheneinfahrt und vermittelt wieder die Symmetrie des Gebäudes. Seite 46, 47 Die ursprüngliche Treppenerschließung wird mit dem neuen Eingangsbereich rekonstruiert.


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Das Dekanat. Eine multifunktionale Verwaltungseinheit X 0.025 – X 0.030

Das Dekanat ist das Verwaltungszentrum der Fakultät und wurde für unterschiedliche Raumnutzungen konzipiert. An das Sekretariat ist ein großer Multifunktionsraum mit historischem Deckengewölbe angebunden. Für die Lagerung und Verwaltung der vielen hundert Bewerbungsmappen wurde als Sondermöbel eine Archiv-Theke entwickelt. Hier können die Bewerbungsmappen gelagert und vor Ort begutachtet werden. Das Mappenarchiv als multifunktionales Möbel dient auch als Steh-Arbeitsplatz, Auslage, Planungs- und Besprechungstisch sowie als Tresen bei Veranstaltungen. Ein weiteres Sondermöbel, das den Raum zoniert, ist eine Box mit Regalen, Schränken, Kopierstation und Küche. An den Multifunktionsraum angeschlossen sind zwei kleine und zwei große Räume, die für Besprechungen und Verwaltungsarbeiten genutzt werden. Da die Büros der Professorinnen und Professoren als Gemeinschaftsbüros konzipiert sind, wird das Dekanat auch für Einzelbesprechungen und Kommissionsarbeit genutzt. Das Dekanat ist eine Arbeitsplattform, welche die unterschiedlichen Bedürfnisse vieler Personen parallel erfüllt. Es ist ein gelungenes Beispiel für die erfolgreiche Umnutzung des Gebäudes. Das Deckengewölbe des Dekanats ruht auf dem Deckengewölbe des Kellers und wurde in aufwendiger Handarbeit saniert.

Die historischen gusseisernen Gewölbestützen wurden aus Brandschutzgründen abgekoffert. Heute sieht man im Dekanat nur noch die Lastbänder, die zu den nicht mehr sichtbaren, eingehausten Stützen führen. Das Zeughaus hatte ursprünglich eine große Anzahl gusseiserner Zierstützen, die nicht den heutigen Anforderungen des Brandschutzes entsprechen. Vier Stützen mussten entfernt werden, die übrigen wurden bis auf zwei Stützen abgekoffert. Durch eine zusätzliche statische Ertüchtigung in den beiden Fluren im Erdgeschoss konnten diese beiden Stützsäulen sichtbar bleiben. Geht man vom Dekanat aus weiter in Richtung Studienraum, ist rechts eine der letzten noch sichtbaren Stützsäulen zu sehen. In ihrem Kapitell erinnert eine geflügelte Kanonenkugel mit brennender Zündschnur noch an die einstige militärische Nutzung des Gebäudes als Feuerwerkerschule. Seite 49 Multifunktionsraum im Dekanat mit abgekofferten tragenden Zierstützen. Seite 50 Das spätere Dekanat im Umbauzustand. Nach dem Entfernen aller nicht tragenden Teile sind das darunterliegende Kellergewölbe und die Zierstützen sichtbar. Seite 51, oben links Der Blick in das spätere Dekanat. Hier konnte eine historische gusseiserne Säule aufgrund statischer Ertüchtigung belassen werden. Seite 51, oben rechts Der Blick aus dem Dekanat im fertigen Zustand. Seite 51, unten Im Multifunktionsraum dienen Sondermöbel als Archiv-Theke, Küchen- und Kopierer-Box.


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03 Kreative Prozesse erfordern einen räumlichen Rahmen, um das Vernetzen von unterschiedlichen Fachperspektiven zu ermöglichen. Das Raumprogramm im neuen Gebäude ist von der Gesamtfläche her vergleichbar geblieben; hinsichtlich der Raumnutzung wurde die Fakultät jedoch modernisiert. Viele Arbeitsräume sind im Vergleich zur vorherigen Unterbringung nun kleiner geworden. Dafür sind neue multifunktionale Flächen entstanden, die eine modernere, zeitgemäße Lehre und neue Nutzungen ermöglichen. Ein Beispiel hierfür ist der allgemeine Studienraum, in dem die Studierenden der Fakultät für Design eine zentrale Arbeits- und Austauschplattform vorfinden.

Der allgemeine Studienraum. Platz für gemeinsames Lernen X 0.034 – X 0.037

Der Raum kann auch für Feste, Workshops, Lehre und Ausstellungen genutzt werden. Direkt neben dem Pavillon gelegen lassen sich die beiden Räume koppeln, um Workshops, Labs oder Austauschplattformen zu realisieren. Auch in diesem Bereich wurde das Gewölbe aufwendig saniert und mit einem akustisch wirksamen historischen Putz mit Korkeinlagerungen ausgestattet. Für die Bauzustandssicherung der Sanierung mussten die Gewölbe zur Aussteifung des Baus zugemauert und durch ein Stütztragwerk ergänzt werden. Nach der Sanierung wurden die Steine wieder ausgebaut und das Gewölbe freigelegt.

Der Raum ist durch die Integration von Sondereinbauten wie der Fachschaftsbox und den Schließfachboxen auf Thekenhöhe zoniert. Die Fachschaftsbox im Zentrum dient als Besprechungs-, Lager- und Arbeitsraum der Fachschaft und sorgt dafür, dass die Fachschaft als politisches und organisatorisches Zentrum der Studierenden in den Studienraum integriert ist. Dank der elektrischen Schließanlage kommen nur freigegebene Hochschulmitglieder in diesen halböffentlichen Raum.

Seite 53 Der Blick in den Studienraum während des Umbaus zeigt den frisch angebrachten, akustisch wirksamen Putz. Seite 54 Der Blick vom Studienraum in Richtung Pavillon. Seite 55, oben rechts Die Fachschaftsbox während der Bauphase. Seite 55, unten Der Studienraum im fertigen Zustand.


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04 Wie auf einer Perlenkette aufgereiht befinden sich die Projekträume in den beiden Seitenflügeln des ersten Stockwerks. Sie erstrecken sich über die gesamte Gebäudelänge von fast 150 Metern und sind durch eine Brücke verbunden, die sich durch den Pavillon zieht. Beim Durchschreiten des ersten Stockwerks in voller Länge sind somit alle Projektseminare der Fakultät für die Besucherinnen und Besucher einsehbar. Die großen Glastüren geben Einblick in jeden Raum, sodass die Gebäudestruktur den Kern der Lehre der Fakultät für Design sichtbar macht: Das Projektstudium. Vier große Projektseminar-Module bilden den Kern des Bachelor-Curriculums. Die Projekträume ermöglichen zusammen mit den Studios, Laboren und Werkstätten den didaktischen Rahmen für eine besondere Lernumgebung. Der Studienplan fußt auf dem Konzept des „Problembasierten Lernens“, also des Lernens am Projekt. Dabei geht es darum, durch selbstbestimmtes und entdeckendes Lernen, handlungsorientierte und fächerübergreifende Unterrichtssituationen zu erzeugen. Unterricht findet hier nicht nur statt, wenn Lehrende anwesend sind, sondern auch selbstorganisiert unter den Studierenden, die die Räumlichkeiten zum Arbeiten, Recherchieren, Experimentieren und zum Austausch nutzen.

Die Projekträume. Platz für zeitgemäßen Unterricht X 1.001 – 1.009 und X 1.030 – 1.037

Die Studierenden eines Seminars haben durch elektronische Schließung Zugang zu ihren Projekträumen. Jeder Projektraum verfügt über Einbauschränke für Arbeitsmaterialien, Waschbecken und Beamer. Die Leinwände sind deckenbündig in die abgehängte Decke integriert und dienen bei der Nutzung gleichzeitig als Verdunklung. Das spezielle Deckenmaterial sorgt für eine angenehme Raumakustik.

Seite 57 Ein Projektraum während der Ausbauphase. An den Decken befinden sich bereits die Akustikpaneele, in der Decke ist vor den Fenstern die Leinwand integriert. Seite 58 + 59 Der Flur mit den späteren Projekträumen. Seite 60 Die neue Decke und vergrößerte Eingänge mit den Aluminumtüren. Die großen Türen machen auch die Projekträume heller.


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Die Vorhalle. Ausstellungsfläche und Verteiler X 1.230 – X 1.250

Das Zentrum des historischen Gebäudes wurde als Repräsentationsfläche entworfen und ursprünglich auch für Ausstellungszwecke des Zeughauses genutzt. Dieser Gebäudeteil wurde durch zwei Tragwände gegliedert, die mit drei großen Torbögen durchsetzt waren. Beim Umbau wurden diese Bögen wiederentdeckt. Zwei der Bögen wurden freigelegt und in der Vorhalle im Original belassen. Die anderen Torbögen wurden kraftschlüssig verschlossen und sind in den Räumlichkeiten nicht mehr sichtbar. Die Vorhalle kann im Ausstellungsbetrieb mit erweiterten Brandschutzmaßnahmen auch als Ausstellungsfläche genutzt werden.

Seite 63 Ein wiederentdeckter, freigelegter Torbogen. Seite 64, oben links Die Vorhalle im fertigen Zustand. Seite 64, oben rechts Die Torbögen im Bereich des einstigen Museums. Seite 64, unten Zustand nach der Entfernung der nicht tragenden Teile und vor der Entkernung des Mittelteils. Seite 65 Rechts die neu eingesetzte Wand für den Turmzimmeraufgang und Atelier.


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Der große Hörsaal. Eine Plattform für Vorträge und Diskussionen X 1.022

Der große Hörsaal verfügt über eine Festbestuhlung von 230 Plätzen. In seiner Materialität wird der Raum vom Eichenparkett, der dunklen Holzbestuhlung und dem Grau der „Viroc“-Platten bestimmt. Die Bühne bietet Raum für Podiumsdiskussionen, Vorlesungen und Vorträge. Ursprünglich war der Raum hier höher und mit Wappenmalereien versehen. Über dem Hörsaal befindet sich heute ein Zwischengeschoss, das als Notausgang für die Turmzimmer dient. In diesem Zwischengeschoss sind noch die Wandmalereien des ehemaligen „Wappensaals“ erhalten, die nur bei Führungen zu besonderen Anlässen zugänglich gemacht werden können.

Seite 67 Die neuen Stahlträger auf dem Boden, auf denen der große Hörsaal und die neuen Zwischenwände ruhen, sind hier gut zu sehen. Seite 68 Der spätere große Hörsaal im Umbauzustand. Die historischen Wandmalereien im oberen Teil werden von Holzplatten geschützt. Heute sind sie nur noch im Zwischengeschoss einsehbar. Seite 69 Umgebauter Hörsaal.


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Die Turmzimmer. Ein Ausblick auf die Stadt X 3.015 – X 3.017

Die Turmzimmer wurden erst durch umfangreiche bauliche Veränderungen nutzbar gemacht. Sie sind nur über eine kleine, neu gebaute Treppe erreichbar und bieten einen beeindruckenden Blick auf das Umland: Richtung Stadtmitte öffnet sich der Blick auf die Frauenkirche, auf der anderen Seite auf das Münchner Kreativquartier mit dem Olympiastadion und dem Olympiaturm im Hintergrund. Die Zimmer dienen als Zeichenwerkstatt, Redaktions-, Projekt-, Unterrichts-, Film- oder Veranstaltungsräume.

Seite 71 Der neue Aufgang in die Turmzimmer während des Umbaus. Seite 72, oben rechts Der Zustand vor der Entkernung. Seite 72, unten Neuaufbau nach der Entkernung. Zur Gebäudesicherung statisch versteift. Seite 73, unten Gleicher Raum wie Seite 72 oben.


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Das Atelier. Der multifunktionale Mittelpunkt X 1.020

Das im Zuge der Umbaumaßnahmen entstandene Atelier stellt einen großen Zugewinn für die Fakultät dar. Es ist ein repräsentativer Multifunktionsraum in der Mitte des Gebäudes. Hier finden unterschiedliche Veranstaltungen statt: Fakultätsratssitzungen, Präsentationen, Empfänge, Pressekonferenzen etc. Direkt neben dem kleinen und großen Hörsaal gelegen kann das Atelier organisatorisch an Großveranstaltungen angebunden werden. Mit einer integrierten Teeküche und flexiblem Mobiliar eignet es sich für unterschiedliche Veranstaltungsarten und -formen. Es dient aber auch als Leseraum, in den sich Studierende zur Arbeit und Recherche zurückziehen können. Die großen Fenster und die imposante Deckenhöhe erinnern an die einstige museale Nutzung. Mit der Galerieebene wird die gesamte Raumhöhe erschlossen und kann so als kleine Präsenzbibliothek mit einem ausgewählten Bestand an Büchern, Fachzeitschriften und Teilen des Geschichtsarchivs genutzt werden. Der umfangreiche ausleihbare Buchbestand der Fakultät wird zentral von der Hochschule verwaltet und befindet sich in der Zentralbibliothek in der Lothstraße 13.

Seite 75 Der Aufgang in die Turmzimmer wird im Atelier zur Rückwand für die Regale. Seite 76, oben links Der Trockenbau für die spätere Teeküche. Seite 76, oben rechts Blick ins Atelier durch den Eingang Seite 76, unten Die Regalwand mit Galerie. Seite 77 Aufgang zur Galerie im fertigen Zustand.


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Der kleine Hörsaal. Vernetzt und variabel X 1.019

Die ehemaligen Ausstellungsflächen des Zeughauses bilden nun die flexibel nutzbaren Räume für Vorlesungen und Gruppenarbeit. Der kleine Hörsaal und der daneben gelegene Grundlagenraum wurden als multifunktionale Räume für größere Gruppen konzipiert. Der kleine Hörsaal kann bestuhlt bis zu 100 Personen aufnehmen. Er eignet sich gut für Großgruppen zum Zeichnen, für Vorträge und Gruppenarbeit. Der Boden dieser beiden Bereiche wurde komplett neu eingesetzt und ruht auf den Stützenköpfen der Computerräume im Erdgeschoss.

Seite 79 Der kleine Hörsaal nach dem Entfernen aller nicht tragenden Elemente. Seite 80, oben links Zustand vor dem Umbau. Seite 80, oben rechts Zustand während des Umbaus. Seite 80, unten Ein geöffneter und zwei neue, kraftschlüssig verschlossene Torbögen. Seite 81, oben links Die neu eingezogene Wand für den kleinen Hörsaal.


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Der Grundlagenraum. Ein Ort für flexibles Arbeiten X 1.018

Im Grundlagenraum finden die großen Gruppen der unteren Semester einen angemessenen Platz zum Arbeiten. Über das elektronische Schließsystem können die Studierenden diesen Raum auch dann zum Arbeiten nutzen, wenn keine Lehrenden anwesend sind. Die großen Einbauschränke bieten Platz für Lehr- und Unterrichtsmaterial. Der Raum ist für digitales und analoges Arbeiten hervorragend ausgerüstet. Der Boden verfügt über Kabelkanäle, um Strom an jeden Tisch zu führen. Der Grundlagenraum ist mit dem kleinen Hörsaal verbunden, sodass die Räume für Unterricht, Workshops oder Ausstellungen gekoppelt werden können.

Seite 83 Der spätere Grundlagenraum nach dem Entfernen aller nicht tragenden Elemente. Seite 84 Moderne Heizungs- und Lüftungsanlage im Altbau. Seite 85, oben links Der Durchgang zum kleinen Hörsaal. Seite 85, unten Bild vor dem Umbau. Hier sind der spätere kleine Hörsaal, der Grundlagenraum und die Vorhalle noch nicht getrennt.


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Das Treppenhaus. Die neue Erschließung des Gebäudes X 1.220

Die Umbaumaßnahmen in den Treppenhäusern waren ein großer architektonischer Eingriff in die alte Bausubstanz zur Verbesserung der Erschließung des Gebäudes.

Das alte Rundfenster ist das letzte im Original erhaltene Fenster, das in der Originalfarbe restauriert wurde.

Aufzüge und der Wegfall von Treppen im Erdgeschoss machen das Gebäude barrierefrei. Hierfür fanden in den Kopfbauten und den Treppenhäusern in technischer und zeitlicher Hinsicht die umfangreichsten Eingriffe in die Bausubstanz statt. Dieser Gebäudeteil wurde von der Dachspitze bis zum neuen Fundament so entkernt und unterbaut, dass heute nur noch die Grundmauern und Außenwände original sind. Da die Treppen an die Brücke des Pavillons anschließen, kann man nun das gesamte erste Stockwerk in voller Länge durchschreiten. Das vormals mit Treppen durchzogene Erdgeschoss wurde so verändert, dass Werkstätten, Pavillon und Studienraum nun auf einer Ebene liegen. Im Treppenhaus dominiert eines der prägenden Materialien des Umbaus: Aluminium. Als Material aus dem Schiffs- und Flugzeugbau unterstreicht es den Industrie- und Werkstattcharakter einer Designfakultät. Bewusst grob und unbehandelt verarbeitet werden auf dem Aluminium mit der Zeit Gebrauchsspuren entstehen, die sich nicht entfernen lassen und eine interessante Patina bilden.

Seite 87 Neu eingebaute Treppen. Seite 88 Das Treppenhaus während des Umbaus und im fertigen Zustand.


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Die Flure. Transparenz und Authentizität X 1.210

Offenheit und Transparenz sind Teil des architektonischen Gesamtkonzepts; die langen hellen Flure sind charakteristisch für das gesamte Gebäude. Sie werden auch als Ausstellungs- und Präsentationsräume genutzt. Die gläsernen Türen lassen Licht in die Projekträume und geben zugleich Einblick in die Projekträume. Dafür wurden die Eingänge vergrößert. Die sichtbaren Heizungsrohre und Heizkörper in den Fluren unterstreichen Authentizität und Werkstattcharakter des Gebäudes. Das Aluminium der Leuchten, Fenstergriffe und Türen ist nicht eloxiert und wurde unter Absprache mit den Herstellern vorher aus dem Arbeitsprozess genommen. Dadurch passen sie zu dem unbehandelten Aluminium der Flure und des Pavillons und werden im Laufe der Zeit Patina annehmen.

Seite 91 Der Flur während der Umbauphase mit abgenommenem Dach und den früheren, kleinen Eingangstüren.


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Die Gemeinschaftsbüros. Einzelarbeitsplätze und Co-working Space X 2.002

Eine große Änderung brachten die neuen Großraumbüros in den beiden Kopfbauten mit sich. Bisher hatten alle Lehrenden ihr eigenes Büro. Das neue Gebäude führt die Lehrenden in zwei großen Räumen zusammen. Beide Großraumbüros verfügen über Einbauschränke, Kleinküchen, Besprechungsräume und gemeinschaftliche Arbeitsplätze. Die Treppenkerne der Kopfbauten wurden zur Herstellung der barrierefreien Erschließung und Andienung des Untergeschosses komplett erneuert. Zuvor verfügten sie weder über einen Aufzug noch waren sie unterkellert.

Seite 95 Einer der beiden Kopfbauten während des Umbaus im entkernten Zustand. Seite 96, unten Der Blick in das spätere Gemeinschaftsbüro im entkernten Zustand. Seite 97 Der Blick in das spätere Gemeinschaftsbüro vor der Entkernung. DIe historischen Ziertürme sind nicht begehbar.


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Die Holz- und Metallwerkstätten. Kontrast zwischen Historie und Hightech X 0.005 – X 0.008

Eine besondere planerische und bauliche Herausforderung war die Integration der vielen Werkstätten in die alte Bausubstanz. Die Holz- und Metallwerkstätten sind durch ein kleines erhöhtes Büro der Werkstattleiter verbunden, wodurch sich die Werkstätten auch aus dem Büro heraus beaufsichtigen lassen. Die Haustechnik mit Absauganlagen und Sicherheitstechnik ist in den schönen Gewölbedecken offen sichtbar. Hier verbindet sich die fast sakral anmutende Architektur des Bestandsgebäudes mit einer funktionalen Werkstattausstattung. Der warme Eichenboden bildet einen Kontrast zur technischen Anmutung der Maschinen. Um die originalen Rundbögen in den Werkstätten zu erhalten, musste die Baukonstruktion wie im allgemeinen Studienraum während der Bauzeit aufwendig mit Stütztragwerk ausgesteift und aufgemauert werden.

Seite 99 Der Blick in die Werkstätten vor der Sanierung des Fundaments. Die Rundbögen sind zur statischen Ertüchtigung ausgemauert. Seite 100 Die Werkstätten nach dem Entfernen der statischen Ertüchtigungen.


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Die Druckwerkstätten. Mehr als ein Keller X U1.005 – U1.007

Der Keller war eine wichtige planerische Lösung, um die vielen Werkstätten, Labore und Studios der Fakultät im denkmalgeschützten Gebäude unterzubringen. Die Fakultät verfügt hier über analoge und digitale Druckwerkstätten, Gips- und Clayraum, Lackierraum, Foto- und Scanlabore sowie große Fotostudios. Um den niedrigen, feuchten Keller nutzbar zu machen, wurden die Fundamente unterfangen, die Bodenplatte tiefer gelegt und eine Abdichtung unter dem Gebäude hergestellt. Zur Verlängerung der Stützen mussten diese temporär entlastet werden. Die Tragbögen wurden untermauert. Der Kraftschluss wurde über Kolbenpressen hergestellt und so die Gebäudelast auf die temporären Konstruktionen umgelagert. Nun konnten die Stützen im Düsenstrahlverfahren unterfangen werden. Die neuen Fundamente der Außenmauern wurden von Hand Meter für Meter im sogenannten Pilgerschrittverfahren ausgehoben und mit Faserbeton hergestellt. Um mehr Licht in den Keller zu lassen, wurden die Werkstätten angeböscht und mit großen Fenstern versehen.

Seite 103 Temporäre Gewölbeabfangungen im Keller. Seite 104, oben rechts Nachdem die Tragsäulen eine neue, tiefere Unterfangung mit Feuchtigkeitssperre erhalten haben, kann der Keller tiefer gelegt werden. Seite 105, oben links Abtrennung des Flurs von der Werkstatt während des Trockenbaus des Kellers.


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Der Clayraum. Modellieren mit den Händen X U1.021

Parallel zu digitalen Fähigkeiten ist es wichtig, Gestaltungskompetenzen auch durch Handarbeit zu vermitteln. Es schult die Feinheit des formalen Gestaltungsgefühls, Formensprache und Intention von Skizzen und Computerrenderings per Hand in die dritte Dimension umzusetzen und zu bearbeiten. Clay ist ein Material, mit dem man in additiven und subtraktiven Verfahren Modelle bauen kann. Um die Linien- und Lichtführung der Modelle genau beurteilen zu können, braucht der Raum eine konstante künstliche Beleuchtung, wofür sich der Keller gut eignet. Die großen Fenster wurden verschlossen, um das Gelände wieder an das Haus heranzuführen. Somit ist der historische Zustand wieder hergestellt. Über die kleinen Öffnungen zur Lothstraße hin fällt ein wenig Tageslicht in den Raum.

Seite 107 Das spätere Claystudio vor dem Umbau. Seite 108 Die früheren großen Kellerfenster wurden im Claystudio verschlossen. Seite 109, unten Das spätere Claystudio während der Trockenbauarbeiten.


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Die Fotostudios. Groß und variabel X U2.001 – U2.004

Die Fakultät für Design ist die einzige Hochschule Bayerns mit der Studienrichtung Fotodesign. Die Studienrichtung kann auf eine über 100-jährige Tradition ihrer Vorläuferinstitutionen zurückblicken. Es war eine besondere bauliche Herausforderung, hochprofessionelle Fotostudios in das denkmalgeschützte Gebäude zu integrieren. Fotostudios sollten keine Fenster haben und benötigen zur optimalen Lichtsetzung eine große Raumhöhe. Diese Anforderungen ließen sich nur im Keller realisieren. Dazu wurde unter dem neuen Pavillon im Ehrenhof ein tiefer Keller bis knapp vor die Grundwassergrenze gegraben. Die Fakultät verfügt nun über vier Fotostudioräume mit fast fünf Metern Deckenhöhe, darunter ein Studio mit großer Doppelholkehle. Das Großstudio kann aufgrund seines Vorhangsystems in sechs Kleinstudios unterteilt und für verschiedene Szenarien genutzt werden.

Seite 111 Stütztragwerk für die Decken des Fotostudios und den Boden des Pavillons. Seite 112 + 113 Das spätere große Fotostudio unter dem Pavillon während der Bauphase. Seite 114, oben rechts Die Doppelholkehle im Fotostudio. Seite 114, unten Das spätere große Fotostudio während der Ausbauphase. Seite 115 Das große Fotostudio mit Abtrennungen für Kleinstudios.


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Der Computerraum. Digitale Technik im Altbau X 0.024

Die Planung der Raumnutzung musste sich immer am vorhandenen Raster des denkmalgeschützten Gebäudes orientieren. Die großzügigen Flure täuschen darüber hinweg, dass viele Räume heute etwas kleiner sind als in den früheren Gebäuden der Fakultät. Der Computerraum, in dem sich auf relativ engem Raum 20 Arbeitsplätze befinden, ist ein Beispiel dafür. Das Tragwerk des Raumes stammt aus den 1950er-Jahren. Auf dessen Stützköpfen ruht der neue Boden des kleinen Hörsaals. Durch das Einziehen von Mauern zwischen den Tragstützen sind mehrere kleine Funktionsräume entstanden. Die elektrische Erschließung des Gebäudes war eine enorme planerische Herausforderung. Insgesamt wurden 95 km Stromkabel, 106 km Netzwerkkabel und 2000 m Glasfaserkabel verlegt.

Seite 117 Die späteren Computerräume nach dem Entfernen der nicht tragenden Teile. Seite 118 Die neue Decke auf den Stützköpfen der alten Säulen. Seite 119, oben links Temporäre Gebäudeaussteifung zur Bauzustandssicherung. Seite 119, unten Gebäudezustand vor dem Umbau.


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19 Der verglaste Pavillon im Ehrenhof wirkt wie ein Diamant, der behutsam vom alten Gebäude eingefasst wird. In seiner Materialität und Formensprache setzt er sich streng von den warmen Ziegelsteinen des Altbaus ab. Als zentrales Element des Baus ermöglicht er Sichtachsen durch die gesamte Gebäudelänge und -breite. Er dient darüber hinaus als Verteiler, der die beiden Flügel mit den Projekträumen im ersten Obergeschoss durch eine Brücke verbindet und so ermöglicht, den Bau auch im ersten Obergeschoss ohne Unterbrechung zu durchschreiten. Der Pavillon ist als multifunktionaler Raum konzipiert und gehört zur Hauptnutzungsfläche der Fakultät. Er lässt sich für Ausstellungen, Präsentationen, Veranstaltungen oder als temporärer Arbeitsplatz für Studierende nutzen, ohne Fluchtweg zu sein. Er kann deshalb in seiner ganzen Größe als Unterrichtsraum eingesetzt werden. Diese Mischung aus Unterrichts- und Ausstellungsraum hat zur Folge, dass sich Besucherinnen und Besucher durchaus beabsichtigt unvermittelt in Unterrichts- oder Präsentationssituationen wiederfinden können, und sorgt so für die gewünschte Transparenz auch auf inhaltlicher Ebene.

Der Pavillon. Das neue Zentrum der Fakultät X 0.160

Das transparente Raumkonzept der Architektur soll die Fakultät in ihrer Vielheit erlebbar machen. Der Raum verfügt über einen Beamer und eine versenkte Leinwand, eine Lautsprecheranlage, dimmbare Beleuchtung, ein Hängeund Beleuchtungssystem, Präsentationsbildschirme sowie über eine multifunktionale Box mit Küche, Theke und Technik, die sich – bewusst außerhalb der zentralen Sichtachse – wie ein geschlossener, schwarzer Monolith im Raum behauptet. Durch seine hohen Glaswände und filigranen Aluminiumstützen erlaubt der Pavillon den Blick auf den alten Ehrenhof. Die strenge Linienführung der Decke lenkt den Blick in das Kreativquartier Münchens und auf den Hochschulcampus. Der Pavillon, der sich bei Ausstellungen öffnen lässt, wird zum Eingang ins Kreativquartier.

Seite 121 Der Aufgang zur Brücke im Pavillon vor Anbringung des Daches. Seite 122, oben links Fundamentausgrabung Seite 122, oben rechts Die Brücke im Pavillon verbindet die beiden Gebäudeflügel. Seite 123, links oben Neben der Brücke sind die Träger für die Dachkonstruktion. Seite 123, unten Im fertigen Zustand weist der Pavillon mit seiner strengen Linienführung ins Kreativquartier.


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Ben Santo

Fakultät im Kontext. Designforschung und -lehre in Mßnchen


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Clemensstraße 33 Infanteriestraße 14 Infanteriestraße 13 Lothstraße 17 Lothstraße 34 Erzgießereistraße 14 Pranckhstraße 2 Rennbahnstraße 11

Abb. 37 Die Standorte der Vorläuferinstitutionen der Fakultät für Design waren Jahrzehnte lang über das gesamte Stadtgebiet Münchens verteilt.


Ben Santo

Fakultät im Kontext

Die staatliche angewandte Gestaltungsausbildung hat in München eine über 100-jährige Tradition. Neben der Kunstgewerbeschule München, die 1946 in die Akademie der Bildenden Künste eingegliedert wurde, gab es kleine Fachschulen mit wechselnden Namen, in denen die staatliche Gestaltungausbildung für den angewandten Bereich stattfand. Es scheint eine Eigenart der Diese in der Stadt verteilten InstituDas Gebäude bietet nun die PlattDesigngeschichte tionen oder Teile davon wurden in form für weitere Spezialisierungen Bayerns zu sein, die Hochschule für angewandte und Schärfungen der DesignWissenschaften München eingedisziplin, für Weiterentwicklung, dass dies fachlich gliedert und strategisch in der Interdisziplinarität und Vernetzung getrennt gescheFakultät für Design vereint. Dadurch innerhalb und außerhalb der hen ist – so auch wurde die Hochschule München zur Hochschule. Abb. 38 + 39 größten staatlichen Einrichtung für in München. die akademische Designforschung Der Designbegriff Die Fotoschule und -lehre in München. Die StudienUnschärfe und Dehnbarkeit des München, die richtungen des Bachelorstudiengangs Designbegriffs sind historisch – Fotodesign, Industriedesign und gewachsen. Design findet in Akademie für das Kommunikationsdesign – verweisen verschiedenen Kontexten eine graphische Gewernoch immer auf die drei Vorgängerinhaltlich unterschiedliche Verbe oder die geinstitutionen, deren verschiedene wendung: Design als Problemlöser, Gebäude über ganz München ver Design als Dekoration, Design als stalterische Fachteilt waren. Abb. 37 Entwurfsprozess, Design als Lifeabteilung der style, Design als Kritik, Design als Feinwerktechnik Die Fakultät für Design: Zum Luxus, Design als gestaltender ersten Mal räumlich vereint und Umgang mit Systemen und Infraam Oskar-von-Milstrategisch positioniert strukturen, Design als kultureller ler-Polytechnikum Mit dem landesherrlichen Zeughaus Ausdruck, Design als Innovationssind Beispiele Münchens in der Lothstraße 17, das treiber, Design als Mode, Design wie ein Maßanzug speziell auf die als Kunst, Design als Gestaltung dafür. Obwohl Fakultät für Design zugeschnitten von Gesellschaft, Design als Verkaufsdiese Institutionen wurde, erhält die staatliche Designförderung, Design als alternativer bekannte Lehrende ausbildung in München zum ersten Lebensstil, Design als individueller Mal in der Geschichte die MöglichAusdruck etc. und bedeutende keit, sich auch räumlich unter einem Absolvierende Dach zu vereinen. Wie die HochSowohl die 1971 gegründete Fakultät hatten, die die Kulschule für Film und Fernsehen, die für Design als auch ihre VorgängerAkademie der Bildenden Künste institutionen vereinen schon immer tur und Wirtschaft oder die Hochschule für Musik und verschiedene Auffassungen des Bayerns mitprägTheater bezieht nun die Fakultät für Designbegriffs in sich. In der über ten, sind sie durch Design der Hochschule München 100-jährigen Geschichte lässt sich ein Gebäude, das die akademische diese Heterogenität zurückverfolgen ihre häufigen NaBedeutung der Disziplin für die und bildet seither Reibungsflächen mens- und OrtsLandeshauptstadt unterstreicht. innerhalb der Institution(en), ist aber wechsel nur wenig Das Gebäude ist sichtbarer Teil des auch zugleich ihr großes Potenzial. Zentral-Campus’ der Hochschule In einer Welt, die in ihrer Komplexipräsent und kaum München und zugleich Teil des tät nicht durch einfache Lösungen erforscht. Münchner Kreativquartiers, das sich und Konzepte zu beherrschen ist, gerade städtebaulich entwickelt. Als Kopfbau des südlichen Zugangs zum Kreativquartier hat es eine prominente Position.

entsteht durch Vielstimmigkeit der Qualitätsperspektiven ein Werkzeug, mit dem man den Herausforderungen der Zukunft begegnen kann.


128 — 129

A B C D E G H R T W X Z

W

X

Lothstraße 34 Dachauer Straße 98b Loristraße 9 Ferdinand-Miller-Platz Dachauer Straße 98b Lothstraße 34 Lothstraße 13d Lothstraße 64 Dachauer Straße 100a Lothstraße 21 Lothstraße 17 Lazarettstraße 60

T Z

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H

B G

A D

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C

Abb. 38 Die Fakultät für Design ist nun Teil des Zentral-Campus’ der Hochschule München: X-Gebäude in der Lothstr. 17 Abb. 39 Zugleich ist die Fakultät für Design Teil des entstehenden Münchner Kreativquartiers. Dies gliedert sich in die Bereiche Plattform, Park, Labor und Feld.

ße ra St r ite Re

Feld

Labor

Park er au ch Da ße ra St

Plattform

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Ben Santo

Fakultät im Kontext

Rennbahnstraße 11 Abb. 40 Martin-Greif-Straße seit 1910 FD 1900 – 1904 Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie 1904 – 1921 Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie, Chemiegraphie, Lichtdruck und Gravüre Clemensstraße 33 Abb. 41 FD 1904 – 1921 Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie, Chemiegraphie, Lichtdruck und Gravüre 1921 – 1928 Höhere Fachschule für Phototechnik 1928 – 1934 Bayerische Staatslehranstalt für Lichtbildwesen 1935 – 1954 Berufsfachschule (Unterstufe) und Fachschule (Oberstufe) für Photographie 1954 – 1990 Bayerische Staatslehranstalt für Photographie 1990 – 2002 Staatliche Fachakademie für Fotodesign Pranckhstraße 2 Abb. 42 KD 1907 – 1926 Tagesklasse für Zeichnen: Offener Zeichensaal in der Berufsschule für Buchdrucker, Setzer und Buchbinder 1927 – 1942 Gebrauchsgraphik: Graphikklasse in der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker 1943 – 1952 Graphische Abteilung in der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker 1952 – 1956 Graphische Akademie im Aufbau 1956 – 1962 Akademie für das Graphische Gewerbe in der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker 1962 – 1971 Abteilung für Gebrauchsgraphik in der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker (Höhere Technische Lehranstalt) 1971 – 1983 Studiengang Graphikdesign im Fachbereich Gestaltung an der Fachhochschule München Erzgießereistraße 14 Abb. 43 KD 1984 – 2006 Studiengang Kommunikationsdesign im Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule München Lothstraße 34 Abb. 44 ID 1969 Erste Lehrveranstaltungen im Fachabteilung Feinwerktechnik am Oskar-von-Miller-Polytechnikum 1971 – 1975 Studiengang Industrial Design im Fachbereich Gestaltung an der Fachhochschule München

Infanteriestraße 13 Abb. 45 ID 1976 – 2007 Studiengang Industrial Design im Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule München 2007 – 2018 Studienrichtung Industriedesign der Fakultät für Design der Hochschule München KD 2010 – 2018 Studienrichtung Kommunikationsdesign der Fakultät für Design der Hochschule für angewandte Wissenschaften München FD 2010 – 2018 Studienrichtung Fotodesign der Fakultät für Design der Hochschule für angewandte Wissenschaften München 2011 – 2018 Masterstudiengang Advanced Design Infanteriestraße 14 Abb. 46 ID 1994 – 2007 Studiengang Industrial Design im Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule München 2007 – 2017 Studienrichtung Industriedesign der Fakultät für Design der Hochschule für angewandte Wissenschaften München FD 2002 – 2007 Studiengang Fotodesign im Fachbereich Gestaltung an der Fachhochschule München 2007 – 2017 Studienrichtung Fotodesign der Fakultät für Design an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München KD 2006 – 2007 Studiengang Kommunikationsdesign im Fachbereich Gestaltung an der Fachhochschule München 2007 – 2017 Studienrichtung Kommunikationsdesign der Fakultät für Design der Hochschule für angewandte Wissenschaften München Lothstraße 17 Abb. 47 ID, FD, KD Seit 2018 Bachelorstudiengang Design mit den Studienrichtungen Fotodesign, Industriedesign und Kommunikationsdesign und Masterstudiengang Advanced Design der Fakultät für Design der Hochschule für angewandte Wissenschaften München


130 — 131

Die Gebäude der staatlichen Designausbildung Münchnes im Laufe der Geschichte. Zum ersten Mal sind jetzt alle Studienrichtungen und Studiengänge räumlich und strategisch vereint. Abb. 40 Abb. 41 Abb. 42

Abb. 43 Abb. 44

Abb. 45 Abb. 46

Abb. 47


Ben Santo

Die Fakultät hat sich in den letzten Jahren ständig weiterentwickelt, ohne ihre Vielgestaltigkeit und Spezialisierungen zu verlieren. Sie hat sich immer stärker vernetzt und ist zu einem kreativen Knotenpunkt einer ausdifferenzierten Designszene zwischen Kultur und Wirtschaft geworden. Die Fakultätsentwicklung und Ausrichtung Neue Lehrende und Lehrkonzepte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein neues Bachelor-Curriculum haben die Fakultätsentwicklung in den letzten Jahren sehr vorangetrieben. Die Fakultät versteht sich nicht als reinen Wissensvermittler, sondern als Raum, der den Studierenden die Möglichkeit gibt, sich zu Persönlichkeiten zu entwickeln und gestaltend in die Welt einzubringen. Die Fakultät begreift Design als verantwortungsvolle, gesellschaftsprägende, kultur- und identitätsstiftende Aufgabe. Die Designdisziplin stellt sich der Herausforderung, verschiedene ästhetische, kulturelle, wirtschaftliche, technologische, gesellschaftliche und ökologische Aspekte miteinander in Einklang zu bringen und steht im Zentrum von innovativen Prozessen. Design ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, aber immer auch im kulturellen und sozialen Kontext verortet. Praxisnähe und angewandtes Arbeiten sind ebenso wichtig in der Ausbildung wie der Freiraum für gestalterische Experimente, theoretische Diskurse

Fakultät im Kontext

und transformative Prozesse. Wir fördern unternehmerisches, selbstständiges Denken und Handeln. Theorie und Praxis sind untrennbare Aspekte unserer Disziplin und fördern den wissenschaftlichen Designdiskurs. Verschiedenheit und Vernetzung als Stärke Die Fakultät sieht Verschiedenheit als Stärke und möchte die Vielfalt gestalterischer Fähigkeiten fördern. Wir betrachten die Bandbreite der Kompetenzen und unterschiedliche Qualitätsperspektiven der Lehrenden als Vorteil für die Wahl- und Entwicklungsmöglichkeiten unserer Studierenden auf der Suche nach einer spezifischen fachlichen sowie inhaltlichen Ausrichtung und der Entwicklung einer eigenen Haltung. Deshalb fördern wir Unterschiedlichkeit, Interkulturalität, Nachhaltigkeit, Neugierde und Offenheit. In einer Zeit globaler Herausforderungen bauen wir unsere Vernetzung mit nationalen und internationalen Akteuren aus Wirtschaft, Kultur und Forschung weiter aus. Durch anspruchsvolle Kooperationsprojekte und Veranstaltungen bearbeiten wir wichtige Themen unserer Zeit und verschaffen ihnen die erforderliche Medienpräsenz. Mithilfe dieser Kooperationen eröffnen wir den Studierenden auf der einen Seite den praxisnahen Einblick in Entwurfsprozesse, gleichzeitig aber auch den Freiraum für das Experiment, der so nur im Hochschulkontext möglich ist. Wir suchen die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Stiftungen oder weiteren Einrichtungen, die in gestalterischer Arbeit einen entscheidenden Faktor für gesellschaftliche Entwicklungs- und Transformationsprozesse erkennen und diese fördern, um Themen wie z. B. Social Entrepreneurship, Smart City, Urban Living, Offene Gesellschaft, Commoning, Mobilität, Nachhaltigkeit oder Interkulturalität mit Inhalten und Leben zu füllen.

Studium an der Fakultät für Design Die Fakultät hat zwei Studiengänge, einen Bachelor- und einen Masterstudiengang. Der Bachelorstudiengang bietet ein fundiertes berufsbefähigendes Studium und gibt den Studierenden das gestalterische, technische und konzeptionelle Rüstzeug mit, um einen Platz in einem anspruchsvollen Berufsfeld zu finden. Der Bachelorstudiengang gliedert sich in die Studienrichtungen Foto-, Industrie- und Kommunikationsdesign, die sich interdisziplinär aufeinander beziehen. Das erste Semester ist für alle Studienrichtungen gleich und wird in den Folgesemestern fachlich ausdifferenziert. Dabei werden durch projekthaften Unterricht Fachlichkeiten übergreifend aufeinander bezogen. So entsteht ein modernes Lernumfeld, in dem zugleich Spezialisierung wie auch Generalisierung möglich sind. Beide Arten des Gestaltens werden gebraucht und sind gleichermaßen wichtig. Spezialisierungen in Studienrichtungen Die klassischen Berufsbezeichnungen Foto-, Industrie- und Kommunikationsdesign weisen als Studienrichtungen auf eine Spezialisierung innerhalb der Designausbildung hin. Innerhalb dieser Studienrichtungen gibt es weitere Spezialisierungen wie z. B. Transportation Design, Corporate Design/Branding oder Interaction Design. Generalisierung in Arbeitsfeldern Um Generalisierung und Interdisziplinarität zu ermöglichen, wurden übergreifende Arbeitsfelder entwickelt, denen alle Projektseminare zugeordnet werden: • Sozialer Wandel und transformative Prozesse • Innovation im dreidimensionalen Gestalten • Kommunikation, Marken und Identitäten • Bildwelten und Medien • Digitale und interaktive Lebenswelten • Designtheorie und Designkultur


132 — 133

Der Masterstudiengang widmet sich einer fachübergreifenden Auseinandersetzung: Er bezieht sich grundsätzlich auf alle Metathemen der Arbeitsfelder des Bachelorstudiengangs mit einem besonderen Schwerpunkt auf den Arbeitsfeldern „Sozialer Wandel und transformative Prozesse“ sowie „Designtheorie und Designkultur“. Der Masterstudiengang befasst sich mit fundamentalen gesellschaftlichen, sozialen oder theoretischen Fragen. Er hinterfragt derzeit gültige Positionen der Gestaltung und soll in einer kritischen Haltung die Bedeutung des Designers bzw. der Designerin im gesellschaftlichen Kontext untersuchen. Aspekte wie Innovation, Sozialverträglichkeit, Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher und digitaler Wandel oder weitere ethische Aspekte stehen dabei im Vordergrund.

Um diese Inhalte mit Leben zu füllen und nach außen und innen besser zu vernetzen, hat die Fakultät sich lange für bessere Räumlichkeiten eingesetzt. Nach über zehnjähriger Planungs- und Bauzeit ist diese Vision in Erfüllung gegangen. Wir danken allen, die uns dabei geholfen und uns begleitet haben, und freuen uns auf eine neue Zeit mit zahlreichen neuen Möglichkeiten.

Die komplexen Problemstellungen unserer Zeit erfordern Lösungen, die nicht aus einer einzelnen Fachperspektive heraus entwickelt werden können. Design als Schnittstellendisziplin kann verschiedene Kompetenzen vereinen. Design hat eigene Wege des Forschens und der Lehre, die in der Vernetzung mit anderen Disziplinen, Fakultäten und Organisationen neue Lösungen für gesellschaftliche, ökologische oder technologische Herausforderungen hervorbringen können. Mit dem neuen Gebäude sind wir nun gleichzeitig Teil des Hauptcampus’ der Hochschule München und Teil des neuen Münchner Kreativquartiers und freuen uns auf die Kooperationen, die aus dieser neuen Position entstehen werden. Die Fakultät für Design bekommt dadurch einen angemessenen Platz im Spektrum der angewandten Wissenschaften und die Aufgabe eines Zentrums für alle relevanten Design-, Forschungs- und Gesellschaftsthemen in München. Autor Prof. Ben Santo lehrt Gestaltungsgrundlagen und Projektarbeit an der Fakultät für Design an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München und ist seit Anfang 2017 Dekan.


Franz Schmid, Antonia Wolf

Abb. 48 Abb. 49

Abb. 51 Abb. 52

Abb. 50


134 — 135

Abb. 54 Abb. 56 Abb. 57

Abb. 53 Abb. 55


Franz Schmid, Antonia Wolf

Abb. 59 Abb. 61

Abb. 58 Abb. 60 Abb. 62


Abb. 63 Abb. 65 Abb. 67

Abb. 64 Abb. 66


Franz Schmid, Antonia Wolf

Abb. 68 Abb. 70

Abb. 69 Abb. 71


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Abb. 72 Abb. 73 Den angehenden Designerinnen und Designern sind am neuen Standort der Fakultät optimale Studienbedingungen geboten. Dies zeigen die Bilder, die im Rahmen eines Studienprojekts von Prof. Ralph Buchner im Wintersemester 2018/19 entstanden sind. Im Projekt „Corporate Photography“ wurde das Genre am Beispiel der Institution „Fakultät für Design“ erforscht und durchgespielt. In den klassischen Bereichen der Fotografie wie People/Porträt, Produkt/ Stilllife, Architektur, Industrie, Werbung oder Editorial konnten die jungen Fotografinnen und Fotografen Konzepte sowohl entwickeln als auch praktisch umsetzen. Hier eine Auswahl der entstandenen Aufnahmen von Franz Schmid und Antonia Wolf.

Abb. 74 Abb. 75


Dank

Viele Menschen und Institutionen haben zur Planung und Umsetzung dieses über zehn Jahre dauernden Projekts des Freistaates Bayern Erhebliches beigetragen. Als Fakultät ist es uns ein Anliegen, allen Beteiligten zu danken und sie in dieser Festschrift zu nennen. Wir haben uns um Vollständigkeit bemüht und bitten diejenigen Personen bereits jetzt um Entschuldigung, die versehentlich nicht aufgeführt sind. BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR WOHNEN, BAU UND VERKEHR Ministerialrat Gero Hoffmann Ministerialrat a. D. Peter Pfab Ministerialrat Peter Scherer Ministerialrat Josef Spanner Bauoberrat Alexander Piehl REGIERUNG OBERBAYERN Leitender Baudirektor Manfred Demmelmair Leitender Baudirektor Albrecht Grundmann Leitender Baudirektor a. D. Rudolf Heinle Baudirektorin Erna Brennauer STAATLICHES BAUAMT MÜNCHEN 2 Leitender Baudirektor Eugen Bauer Baudirektor Daniel Dörr Baudirektor Thomas Kaßner Baudirektorin Dipl.-Ing. Barbara Schneider Baudirektorin Barbara Thiel-Lintner Bauoberrätin Cornelia Barth Bauoberrat Norbert Kaiser Bauoberrat Nicolas Kießling Bauoberrat Andreas Miersch Technischer Amtmann Dennis Lottermann Andreas Dorn Otto Hofmann Julia Kaltenecker Annette Pries Gabriele von der Straten STAAB ARCHITEKTEN Prof. Volker Staab Planung Hanns Ziegler Jan Holländer Hagen Groß Roman Weingardt Michael Zeeh Karin Hübner Rita Wirth Franziska Behrendt Nicole Lochocki Christoph Conrad Lara Metell Maria Soler Roberto Aruta

Ausschreibung und Bauleitung Matthias Pauly Axel Michaelis Heike Neudecker Andreas Büscher Doris Eckert Tobias Steib Sabine Zoske Züleyha Timur Sylvio Heuer Laura Luy Sophie Hartmann Manuela Jochheim Inga Jessusek Tanja Gerum Luzie Söhner FACHPLANER, FIRMEN UND DIENSTLEISTER Abbrucharbeiten TG Umwelttechnik GmbH, Büren Audiovisuelle Medientechnik a/c/t Beratung & System GmbH, Oberhaching Baugrundgutachten Dr. Ing. A. Schubert, Olching Baumanagement KSM Baumanagement GmbH, München Bauphysik ING + ARCH Partnerschaft, Ehring Baureinigung Brane GmbH, Nürnberg Baustelleneinrichtung BplusL, Niederdorf Brandmeldeanlagen Tyco: Total Walter GmbH, Germering Brandschutz IBB Ingenieurbüro Bautechnischer Brandschutz, Leipzig Kersken + Kirchner GmbH Beratende Ingenieure VBI, München Schmöller Brandschutz, Leipzig Dachdeckungsarbeiten Neubau S + T Fassaden GmbH, Owingen Denkmalpflege Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege, München Steinwerkstatt Regensburg, Regensburg


140 — 141

Elektrische Anlagen Siemens AG, München Koscheinz & Partner Ingenieurgesellschaft GmbH, München Elektro-Anlagen Adelsberg GmbH, Chemnitz Estricharbeiten Pupeter GmbH, Aichach Fassadensanierung FUCHS + GIRKE Bau- und Denkmalpflege, Ottendorf-Okrilla Denkmalpflege Mühlhausen Huschenbeth GmbH & Co. KG., Mühlhausen

Metallbauarbeiten Hackl GmbH Co.KG, Regen LUMMEL GmbH Co. KG., Karlstadt MTZ Metalltechnik Zitzmann GmbH, Oerlenbach Neumayr High Tech Fassaden GmbH, Eggenfelden Steinfeld GmbH, Tramin Schuster Bestuhlung GmbH, Kaiserslautern Natur-Betonwerksteinarbeiten F.X. Rauch, München Orientierungssystem stauss processform, München Prof. Killian Stauss

Festigkeitsuntersuchungen Mauerwerk TÜV Rheinland LGA Bautechnik GmbH, Nürnberg

Parkettarbeiten Kluna Fußbodentechnik, Waldkraiburg

Förderanlagen/Fahrstühle Berchtenbreiter GmbH, Rieblingen

Projektsteuerung Prof. Burkhardt Ingenieure GmbH & Co., München

Freianlagenplanung und Umsetzung Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin Hubert Wendler Landschaftsarchitekt, München Hallertauer Landschaftsbau GmbH, Mainburg

Rohbauarbeiten Pfeifer, Rosenheim

Geotextilkissen Kempfert + Partner Geotechnik GmbH, Würzburg Gerüstbau Söll Gerüstbau GmbH, Neusäß

Stahlbauarbeiten Albert & Jäcker Nachf. GmbH & Co.KG, Wahrenbrück Stromversorgungsanlagen SNG Schalttechnik Nord GmbH, Eching

Haustechnik OBERMEYER Planen + Beraten GmbH, München

Tischlerarbeiten Kaiser GmbH, Untergriesbach Sedlmeyr Spezialtüren GmbH, Friedberg Rinnethal Vogl GmbH, Rossbach/Thanndorf

Heizung, Dämmung, Sanitär, Druckluft Mandel Sanitär- und Heizungsbau GmbH, Nürnberg

Tragwerksplaner Barthel und Maus Beratende Ingenieure, München

Innenputz Baugeschäft Hasan GmbH, Miesbach

Trockenbauarbeiten Goldhofer Trockenbau, Andechs

Klempnerarbeiten Schmid, Neukirchen b. Hl. Blut

Vermessung GEOSYS Ingenieurbüro Eber, München

Labor- und Werkstattplaner Dr. Heinekamp Labor und Institutsplanung, Karlsfeld bei München

Virtueller Projektraum Smarter Business Group, München

Lichtplanung Benwirth Licht GmbH, München Lüftung Graf Haustechnik GmbH, Schwandorf Malerarbeiten Hirsch GmbH, München Raum und Schrift GmbH, Chemnitz

Vorhänge Cronenberg GmbH & Co. KG., Düsseldorf Zimmererarbeiten Bennert GmbH, Klettbach


Dank

BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT UND KUNST Staatsminister Bernd Sibler MinDir a. D. Johann Zwirglmeier HOCHSCHULE FÜR ANGEWANDTE WISSENSCHAFTEN MÜNCHEN Präsidenten Prof. Dr. Martin Leitner Prof. Dr. Michael Kortstock, bis 2016 Kanzler Dr. Kai Wülbern Prof. Dr. Uwe Brockhausen, bis 2006 Vizepräsidenten Prof. Dr. Klaus Kreulich Prof. Dr. Heinz Ziegler, bis 2014 Prof. Dr. Christoph Seeßelberg, bis 2012 Abteilung Gebäudemanagement Franz Xaver Kopp Peter Arnold Sigrun Barth Monika Deubzer Milosch Dryjanski Uwe Emrich Gerhard Fritz Andre Gnyoke Stefan Göpfert Stefan Görtz Jonas Grundler Firooz Haschemi Siegfried Hieber Marko Jacob Christian Kindermann Stefan Kleiner Norbert Marzell Josef Mayer Kurt Nauder Ivan Ossipov Christoph Rucker Herbert Schmauser Thomas Schneider Jochen Schraufstetter Yavuz Süleymaniye Michael Troll Monika Tweraser Abebe Zikargachew Stabstelle Bau Klaus Kriso, bis 2017

Stabsabteilung Hochschulkommunikation Christina Kaufmann Abteilung Finanzen und Controlling Martin Döhne Abteilung Organisation und Personal Ralph Gnädig Abteilung Zentrale IT Prof. Dr. Manfred Paul Erwin Andrulis Christoph Baier Andreas Böck Thomas Buchner Duy Quang Dang Pham Mehdi Ejtehadi Thomas Ertle Gabriela Führmann-Aydogdu Rolf Hartmann Anton Kutz Werner Poppele Marcus Rascher Daniel Schäfer Peter Schmieja Berndt Schulz Thomas Schulze Frank Seyfarth Robert Singer Frank Spitzner Richard Ullmann Stabstelle Sicherheit und Gesundheit Karl-Heinz Grehl FAKULTÄT FÜR DESIGN Dekan Prof. Ben Santo Prof. Peter Naumann, bis 2016 Prof. Michael Keller, bis 2009 Prodekane Prof. Xuyen Dam Prof. Matthias Edler-Golla LfbA Hans Deumling, bis 2017 Baubeauftragte Carola Amschler Prof. Peter Naumann, bis 2017 Edda Reisinger, bis 2016 Dekanatsreferentin Karin Baumann Gabriele Weidekamm, bis 2017


142 — 143

Fakultätsreferentin für Kommunikation Susanne John Edda Reisinger, bis 2016 Sekretariat Heidi Stein Brigitte Kellerer, bis 2017 Karin Siebzehnrübl, bis 2017 Margit Huber, bis 2016 Loth17 Arbeitsgruppe Prof. Matthias Edler-Golla, IT Prof. Peter Naumann, Baustellenbeauftragter LfbA Friedrich Ostermann, IT Prof. Florian Petri, Möbel Gabriele Weidekamm, Erstausstattung/Orga Lehrende Prof. Ralph Ammer Prof. Ralph Buchner Prof. Suzan Cigirac Prof. Xuyen Dam Prof. Matthias Edler-Golla LfbA Hans Deumling LfbA Klaus Demuth, bis 2015 Prof. Markus Frenzl LfbA Renate Gress Prof. Thomas Günther Prof. Marion Kießling Esra Tijen Köklü Prof. Peter Naumann LfbA Renate Niebler Prof. Florian Petri LfbA Friedrich Ostermann, bis 2017 Prof. Ben Santo Prof. Bela Stetzer Prof. Dr. Othmar Wickenheiser Fotografische und grafische Werkstätten und Labore Carola Amschler Klaus Grittner Esra Tijen Köklü Werner Marsch Matthias Mazur 3D-Werkstätten, Studios und Labore Stefan Hoffmann Stefan Huber, bis 2017 Maximilian Kronthaler Thomas Wolf Marc Zimmerhackl Fakultäts-IT Herbert von Brandenstein, bis 2018

Studentische Vertretung Nina Lesznik Patrick Mayer, bis 2016 Chrissi Mooser Fachschaftsleitung Lilly Filthaut Patrick Jürgens Philip Kohlbecher, bis 2018 Leonie Kotov, bis 2018 Leon Milovanov Chrissi Mooser, bis 2018 Studentische Hilfskräfte Marie Glöckner Julian Kern Andreas Lang Nina Lesznik Manuel Lorenz Lea Novi Nadja Rohrmüller Jule Schmid Quirin Siegert Janosch Stein Dominik Tampe Vanessa Will Jochen Wochele


Bildnachweise

Impressum

Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Kriegsarchiv S. 18, 19, 20 oben/unten

HOCHSCHULKOMMUNIKATION Christina Kaufmann

Dietmar Gauder S. 23 oben

Geodaten-Service LH München S. 127, 129

Oliver Jaist

→ S. 2, 31, 32, 36 oben → S. 37, 39 → S. 43 –125 Landeshauptstadt München (Hrsg.): 1906-2006. 100 Jahre Pranckhschule S. 131 Abb. 42

PROJEKTLEITUNG Prof. Ben Santo AUSSTELLUNG Konzeption, Gestaltung und Umsetzung Prof. Ben Santo Lea Novi Prof. Xuyen Dam Prof. Markus Frenzl Matthias Mazur Edda Reisinger Prof. Béla Stetzer

Ludwig Popp (Hrsg.): Das königliche Bayerische Armee-Museum, 27 Photographien in Kasette, München um 1895 S. 21

Prof. Florian Petri Julian Kern Andreas Lang Severin Popp Nicolas Prinz Alicia Rühr

Franz Schmid

Team DOC. Magazin

→ S. 131 Abb. 45, 46, 47 → S. 134 Abb. 50, 51 → S. 135 Abb. 54, 55 → S. 136 Abb. 59, 60, 61 → S. 137 Abb. 65 → S. 138 Abb. 69 → S. 139 Abb. 73 Staab Architekten

→ S. 28, 29, 36 unten Staatliche Fachakademie für Fotodesign, Jahrbuch 1910, München S. 131 Abb. 41

Stadtarchiv München S. 20 Mitte, 23 unten S. 131 Abb. 40, 44

→ →

Antonia Wolf

→ S. 131 Abb. 43 → S. 134 Abb. 48, 49, 52 → S. 134 Abb. 48, 49, 52 → S. 135 Abb. 53, 56, 57 → S. 136 Abb. 58, 62 → S. 137 Abb. 63, 64, 66, 67 → S. 138 Abb. 68, 70, 71 → S. 139 Abb. 72, 74, 75

Organisation Carola Amschler Karin Baumann Prof. Xuyen Dam Susanne John Prof. Ben Santo

© Februar 2019 Hochschule für angewandte Wissenschaften München Lothstrasse 34 80335 München V.i.S.d.P. Prof. Dr. Martin Leitner, Präsident Prof. Dr.-Ing. Alfred Fuchsberger, Fakultät für angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik PUBLIKATION MHM MAGAZIN HOCHSCHULE MÜNCHEN Konzeption und Gestaltung Prof. Xuyen Dam Vanessa Will Redaktion Susanne John Prof. Ben Santo Druck Kawi Druck, München Papier H’frei Weiß Offset Schriften Akzidenz Grotesk Neutral

RECHERCHE FAKULTÄTSGESCHICHTE Stefanie Attenberger Alessa Bradfield-Curry Susanne John Rudolf Scheutle Christiane Taddigs-Hirsch BILDREDAKTION Prof. Ralph Buchner Prof. Xuyen Dam Oliver Jaist Susanne John Lea Novi Edda Reisinger Prof. Ben Santo Vanessa Will FOTODOKUMENTATION Oliver Jaist www.oliverjaist.com

Kontakt Hochschule München Fakultät für Design Lothstrasse 17 80335 München www.design.hm.edu FOTOBLOG www.L17fotodokumentation.net Prof. Xuyen Dam Oliver Jaist Prof. Peter Naumann Edda Reisinger Tim Tauschek


Sonderausgabe des Münchner Hochschulmagazins MHM zur Einweihung des neuen Standorts der Fakultät für Design in der Lothstraße17 in München am 6. Februar 2019. Herausgegeben von der Hochschule für angewandte Wissenschaften München.

Hochschule München Fakultät für Design Lothstraße 17 80335 München www.design.hm.edu www.hm.edu

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MHM 20 - Feb. 2019 - Fakultät für Design im historischen Zeughaus  

Das Münchener Hochschulmagazin MHM war das Studierendenmagazin der Hochschule München. Konzept, Redaktion, Gestaltung und Satz verantwortete...

MHM 20 - Feb. 2019 - Fakultät für Design im historischen Zeughaus  

Das Münchener Hochschulmagazin MHM war das Studierendenmagazin der Hochschule München. Konzept, Redaktion, Gestaltung und Satz verantwortete...

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