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Präsidiumsbericht 2007 –2008


Impressum Herausgeber Der Präsident der Hochschule Fulda Berichtszeitraum Oktober 2007 bis September 2008 Konzeption und Redaktion Dr. Antje Mohr Texte Jonathan Wulff, Dr. Antje Mohr Tabellen Jonathan Wulff, Ralf Thaetner Konzeption und Gestaltung

Grafik Designerin Andrea Froneck-Kramer

Fotos

Sabine Abel: Seite 26, 45 (unten) Anabell Böhm: Seite 31 Christian Reinhard: Seite 20–21 Andrea Froneck-Kramer: Umschlag, Seite 7, 8–9, 11, 23, 29, 32–33, 35, 38, 39, 42, 49 (oben) flickr.de-depone: Seite 13 fotolia.de: Seite 17, 25, 28, 43 (Mitte), 45 (unten) iStockfoto.com: Seite 18, 36, 44 (Mitte), 46 (Mitte), 46 (unten), 47 (oben), 47 (unten) Hochschule Fulda: alle sonstigen

Korrektorat Uwe Kramer Hochschule Fulda Marquardstraße 35 36037 Fulda 0661-9640-0 www.hs-fulda.de


Hochschule Fulda Präsidiumsbericht 2007–2008


Inhalt Vorwort des Präsidenten

1 |  Lehre und Studium

6 Wandel als Konstante 10 Mitten im Reformprozess 12 Bolognaprozess

13 Neue Lehr- und Lernmethoden, Didaktikangebote, Familiengerechte Hochschule

14 Vier Fragen an die Frauenbeauftragte Prof. Dr. Beate Blättner 

15 Studiengebühren, Qualitätsverbesserungsgesetz

16 Neue Studiengänge

17 Online-Bewerbungsverfahren

18 Career Service

19 Sprachwerkstatt, Hochschul- und Landesbibliothek

2 | Forschung und Entwicklung

22 Auf dem Weg zu einer starken Forschung

24 Wissenschaftliche Einrichtungen „KMCI“ und „CINTEUS“

25 Forschungsprojekt „Naschgarten“

26 Forschungsprojekt „Chance“

27 Forschungsprojekt „KATRIN“

28 Hessische Internationale Sommeruniversität

29 Drei Fragen an Winnie Rosatis, Leiterin International Office

30 Wissenschaftliche Weiterbildung, Forschung und Transfer

31 Existenzgründung, Kontaktstelle für EU-Praktika, Praktikum in Uganda

3 | Verwaltung

34 Reformieren und Profilieren

36 Qualitätsmanagement

38 Gebäudesanierungen

39 Pressearbeit, Moduldatenbank, Elektronisches Vorlesungsverzeichnis


Inhalt

4 | Hochschulleben

42 Hereinspaziert, Ausprobiert, Erforscht

43 Getüftelt, Gejazzt, Gefeiert

44 Präsentiert

45 Thematisiert, Vorausgedacht, Erinnert

46 Referiert, Eingeworben, Reflektiert

47 Platziert, Mitgelaufen, Nachgefragt

5 | Zahlen, Daten, Fakten 50 1. Studierende nach Fachbereichen 2. Studienanfänger nach Studiengängen

53 3.  Studierendenmobilität

54 4. Internationale Hochschulpartnerschaften

56 5.  Forschung

58 6.  Personalia

59 7. Personalveränderungen (Lehrkörper)

60 8. Ehrungen und Preise

61 9. Organe und Gremien

62 10. Haushalt

6 | Impressum

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Wandel als Konstante Zehn Jahre lang stand ich an der Spitze der Hochschule Fulda, zunächst als Rektor, dann als Präsident. Am 31. Oktober 2008 endete meine Amtszeit. Das akademische Jahr 2007/2008 war insofern ein ganz besonderes für mich. Es war geprägt von Veränderungen auf persönlicher Ebene. Es war aber auch ein Jahr, das für die Hochschule entscheidende Neuerungen und Umbrüche gebracht hat.

Im Blick auf das Renommee der Hochschule Fulda hat das Verfahren vor allem eines deutlich gemacht: wie sehr die Bedeutung der Hochschule in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Die zahlreichen hochqualifizierten Bewerberinnen und Bewerber, die Interesse hatten, die Leitung der Hochschule Fulda zu übernehmen, sind ein eindrucksvoller Beleg dafür.

In Hessen wurden erstmals Studiengebühren erhoben. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich von solchen Gebühren nichts halte, dass ich in ihnen eine verkappte Familiensteuer sehe, die soziale Selektionsprozesse befördert. Gleichwohl haben die Studiengebühren dazu beigetragen, den jahrzehntelangen Investitionsstau im Hochschulbereich zumindest teilweise aufzulösen. Der Umbau des ersten Obergeschosses von Gebäude G zu einem hochmodernen IT-Labor ist nur eines der zahlreichen Beispiele hierfür. Ausdrücklich begrüße ich daher auch die Einführung des Chancengleichheitsgesetzes, das zur Abschaffung der Studiengebühren geführt hat. Denn neben der Gebührenfreiheit billigt es den hessischen Hochschulen Mittel zu, die in etwa den zuvor eingenommenen Studiengebühren entsprechen.

Ausbau zur Campus-Hochschule

Wechsel im Präsidentenamt Hochschulintern war das Jahr vor allem durch die Wahl eines neuen Präsidenten geprägt. Ich freue mich, dass mein langjähriger Vizepräsident für Forschung und Entwicklung, Prof. Dr. Karim Khakzar, im November vergangenen Jahres zu meinem Nachfolger gewählt worden ist. Die Mitglieder des Wahlgremiums haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Das Wahlverfahren war ausgesprochen langwierig und über die Maßen strapaziös für alle Mitglieder der Hochschule, last but not least auch für mich persönlich. Ich hoffe, dass die dabei aufgetretenen Divergenzen zügig beseitigt werden können. Die Wahlordnung sollte schnellstens geändert werden, um einen Wiederholungsvorgang zwingend auszuschließen.

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Um den Bedeutungszuwachs der Hochschule Fulda mit Fakten zu untermauern: Die Zahl der Studienanfänger hat sich in meiner Amtszeit um über 50 Prozent erhöht – von 841 auf 1246. Die Ausweitung unseres Studienangebots, aber auch eine deutliche Aufwertung unserer Studiengänge hat den Grundstein für diesen Erfolg gelegt. Gewachsen ist die Hochschule auch an Fläche. Standen zu Beginn meiner Amtszeit knapp 39 000 mC Nutzfläche zur Verfügung, so sind es heute fast 70 000 mC. Als besonderen Erfolg werte ich, dass es uns gelungen ist, den Campus um direkt anschließende Flächen zu erweitern – wenn es auch langer und schwieriger Verhandlungen bedurfte. Die Hochschule als Campus-Hochschule auszubauen, entsprach meiner klaren strategischen Zielrichtung. Aus der Rückschau betrachtet, komme ich zu dem Schluss: Die Mühen haben sich gelohnt. Und der weitere Ausbau steht unmittelbar bevor: Der Umbau der Gebäude N und O wurde im Frühjahr abgeschlossen, der Architektenwettbewerb für den neuen Zentralbau mit einer Nutzfläche von rund 6 600 mC ist bereits entschieden. Zu früh kommt er nicht. Die beengten Zustände in Bibliothek und Mensa sind der angestrebten Aufenthaltsqualität abträglich. Für das Studienangebot bringt die CampusHochschule entscheidende Vorteile: Sie ermöglicht interdisziplinäre Kooperationen, die bereits zu einer Vielzahl neuer, innovativer Studiengänge geführt haben. Aber nicht nur das: Sie steht auch für kurze Wege. So bleibt die Hochschule Fulda trotz steigender Studierendenzahlen die überschaubare Hochschule, die sie schon im-


mer war. Aus zahlreichen Gesprächen mit Studentinnen und Studenten weiß ich, dass sie das hohe Maß an Betreuungsqualität unserer Hochschule besonders schätzen.

Von der Fachhochschule zur Hochschule Lassen Sie mich an dieser Stelle noch auf eine grundlegende Entscheidung eingehen, die ich während meiner Amtszeit getroffen habe: die Umbenennung der damaligen „Fachhochschule Fulda“ in „Hochschule Fulda“. Sie zielte keineswegs darauf, unser Erbe als traditionell praxisorientierte Ausbildungsstätte zu verleugnen. Nein, es ging darum, den Wandel, den der Bologna-Prozess eingeleitet hatte, offensiv zu betreiben. Zum einen, weil die Angleichung der Studienabschlüsse die Chance bot, der Benachteiligung von Fachhochschulabsolventen ein Ende zu machen. Zum anderen, weil die Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse dazu geführt hat, dass Fachhochschulen nunmehr im Wettbewerb mit allen deutschen und europäischen Hochschulen stehen. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, reicht es nicht mehr aus, praxisorientiert zu sein. Es reicht nicht mehr aus, ein klar strukturiertes Studium anzubieten, unsere Studierenden intensiv zu betreuen. Das können Universitäten auch! Fachhochschulen müssen sich nicht nur ihre traditionellen Vorzüge erhalten, sondern unbedingt verstärkt ihre Forschungsaktivitäten ausbauen, um ihren Studierenden auch attraktive postgra-

duale Bildungsangebote machen zu können. Sie dürfen eben nicht mehr nur Fachhochschulen bisherigen Stils sein. Was Stil und Selbstdarstellung betrifft: Ich freue mich, dass es mir gelungen ist, diesen letzten von mir zu verantwortenden Bericht in neuer Form zu präsentieren. So wird auch dieser Bericht meiner Meinung nach den höheren Ansprüchen gerecht, mit denen eine University of Applied Sciences konfrontiert ist. Mein Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, die Hochschule Fulda zu der anerkannten Einrichtung zu machen, die sie heute ist, und allen, die mich unterstützt haben, die Hochschule durch so manche politische Turbulenz in den vergangenen Jahren zu steuern. Für die Herausforderungen der Zukunft wünsche ich dem neuen Präsidium, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Fachbereichen und der Hochschulverwaltung alles Gute.

Prof. Dr. Roland Schopf, Präsident der Hochschule Fulda (1998–2008)

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1 | Lehre und Studium 10

Mitten im Reformprozess

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Bologna-Prozess

13

Neue Lehr- und Lernmethoden, Didaktikangebote, Familiengerechte Hochschule

14

Vier Fragen an die Frauenbeauftragte Prof. Dr. Beate Bl채ttner

15

Studiengeb체hren, Qualit채tsverbesserungsgesetz

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Neue Studieng채nge

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Online-Bewerbungsverfahren

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Career Service

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Sprachwerkstatt, Hochschul- und Landesbibliothek


Lehre und Studium

Mitten im Reformprozess Es war noch einmal der Bologna-Prozess, der das Studienjahr 2007/2008 maßgeblich prägte. Die Hochschule Fulda hat die Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse konsequent verfolgt und als die erste Hochschule in Hessen vollständig abgeschlossen. Das war ohne Zweifel ein beachtlicher Erfolg, ein wichtiger Meilenstein, doch markierte er keineswegs das Ende der Reform. Wir standen in den vergangenen Jahren vor der Aufgabe, sämtliche Studiengänge auf die neuen Abschlüsse umzustellen und alle Prüfungsordnungen entsprechend umzuarbeiten – kurz: die größte Studienreform seit Bestehen der Fachhochschulen zu bewältigen. Neue Strukturen mussten geschaffen werden, und ich verhehle nicht, dass es für alle Beteiligten eine Phase großer Anspannung war. Dass wir in dieser Situation das Für und Wider vielleicht nicht in jeder Detailfrage abwägen konnten, dass Kompromisse eingegangen werden mussten, dass es zuweilen zu wenig Zeit zur kritischen Reflexion gab, kann angesichts der Dimension dieser Aufgabe nicht verwundern. Nicht alles, was heute vorzufinden ist, war daher auch in dieser Form intendiert. Dessen sind wir uns bewusst. Auch unsere Freude über den gelungenen Umstellungsprozess konnte darüber nicht hinwegtäuschen.

Auftakt für eine kritische Auseinandersetzung Aus diesem Grund haben wir schon früh die Weichen für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Bologna-Prozess gestellt. Im Herbst 2007 hat die Hochschule Fulda eine Tagung ausgerichtet mit dem erklärten Ziel: Bilanz zu ziehen und sich mit den Folgen des BolognaProzesses auseinanderzusetzen, gegebenenfalls auch nachzubessern. Das war zu einem Zeitpunkt, als man allerorten noch voll des Lobes für den Reformprozess war. Denn für die Fachhochschulen ist der BolognaProzess durchaus ambivalent. Auf der einen Seite stellte die Umstellung auf Bachelor und Master mit gleichwertigen Abschlüssen von Universitäten und Fachhochschulen einen

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großen Anreiz dar. Mit ihr verschwimmen die Grenzen zwischen den Hochschultypen. Auf der anderen Seite zeigen sich in der Praxis deutliche Wettbewerbsnachteile für die Fachhochschulen. Es mangelt nachweislich an Durchlässigkeit zwischen den Hochschultypen. Masterabsolventen von Fachhochschulen, die nun vermehrt auch eine Promotion anstreben, stoßen auf ausgeprägte Barrieren. Statusbedingt setzen die Fachhochschulen nur die erste und zweite Stufe des Bologna-Prozesses um, also Bachelor und Master. Zur Promotion sind sie nicht berechtigt. Das mindert die Attraktivität unserer Studienangebote deutlich. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Kooperation beim Promotionsverfahren Unser Ziel ist es daher, mittelfristig das Promotionsrecht zu erlangen. Die Voraussetzungen sind gut: Wir haben nicht nur das Forschungsprofil unserer Hochschule erweitert. Viele der Forschungsprojekte bieten sich auch für Promotionen an. So könnte die Forschungsstärke der Hochschule zu einer verbesserten Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses führen. Darüber besteht Konsens. Der Senat der Hochschule Fulda hat daher ein entsprechendes Positionspapier der Kommission „Folgen des Bolognaprozesses“ verabschiedet. Als erster Schritt wird die Verankerung von kooperativen Promotionsverfahren im hessischen Hochschulgesetz vorgeschlagen. Die kooperativen Masterstudiengänge, die wir mit der Universität Kassel und der Philipps-Universität Marburg anbieten, eignen sich hervorragend als erste Anknüpfungspunkte. Noch fehlt es allerdings an den erforderlichen politischen Rahmenbedingungen. Im Praxisbetrieb haben schließlich die neuen Prüfungsordnungen Schwachstellen offenbart, allen voran die Problematik, wann die Studierenden angesichts straffer Stundenpläne überhaupt noch Freiräume haben, um beispielsweise ins Ausland zu gehen.


Lassen sich Auslandsaufenthalt und berufspraktische Studien möglicherweise stärker miteinander verzahnen? Und vor allem: Wie praxisnah sind die Studiengänge noch? Darauf Antworten zu geben, ist die Herausforderung, vor der wir jetzt stehen.

Die Qualität der Lehre verbessern Das Bild des Studienjahrs 2007/2008 bliebe unvollständig ohne all jene Aktivitäten, die neben dem Bologna-Prozess die Hochschule geprägt haben. An erster Stelle sind unsere Anstrengungen zu nennen, Strukturen zu schaffen, die die Fachbereiche bei der Einrichtung und Reakkreditierung von Studiengängen unterstützen. In Teams haben wir erarbeitert, wie sich die Abläufe besser gestalten lassen. All diese Erkenntnisse sind in die Abbildung der Prozesse im Qualitätsmanagementsystem eingeflossen. Die zweite zentrale Frage lautete: Wie können wir die Qualitätsentwicklung von Lehre und Studium voranbringen? Denn in diesem Punkt besteht, obwohl wir uns auf einem hohen Qualitätsniveau bewegen, zweifelsohne noch Optimierungsbedarf. Mit den Studienbeiträgen ergab sich die Chance, Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Lehre zu realisieren. Dass wir die Studierenden sehr früh einbezogen und uns eng mit ihnen abgestimmt haben, ist dabei für uns eine Selbstverständlichkeit. Ganz oben auf die Tagesordnung rückte die Förderung von Lehr- und Lernkompetenzen. Wir haben einen Innovationsfonds zur Förderung neuer Lehr- und Lernmethoden eingerichtet. Be-

werben konnten sich alle Hochschullehrer. Die Kommission für Studium und Lehre entschied, welche Projekte gefördert werden sollen – und erhielt damit zugleich eine deutliche Aufwertung ihres Gestaltungsspielraums. Großer Bedarf besteht auch in puncto Weiterbildung für die Lehrenden – vom Tutor bis zum Professor. Ein fundiertes hochschuldidaktisches Angebot für Neuberufene existiert bereits. Für all diejenigen eines bereitzustellen, die schon längere Zeit in der Lehre tätig sind, ist eine Aufgabe, der wir uns zukünftig widmen wollen. Hier bietet sich die Kooperation mit unserem strategischen Partner, der Universität Kassel, an. Und nicht zuletzt sieht die Hochschule in der Umsetzung der Genderperspektive in der Lehre einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu mehr Qualität. Bislang war das eher ein weißer Fleck. Inzwischen sind das Weiterbildungskonzept entwickelt und eine Fortbildungsreihe konzipiert. Jetzt heißt es, das Bewusstsein dafür zu schärfen. Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kolleginnen und Kollegen, die sich dafür eingesetzt haben, diese Ziele zu erreichen oder ihnen zumindest einen großen Schritt näher zu kommen. Ohne ihr Engagement, das vor allem auch eine intensive Gremienarbeit eingeschlossen hat, wären diese Erfolge nicht möglich gewesen. Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller, Vizepräsidentin der Hochschule Fulda Lehre und Studium

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Bologna-Prozess

Lernen aus der Reform Als erste hessische Hochschule hat die Hochschule Fulda Phase eins des Bologna-Prozesses abgeschlossen. Seit Wintersemester 2007/2008 bietet sie Bewerbern ausschließlich akkreditierte Bachelor- und Masterstudiengänge an. Bologna blieb allerdings auch im Jahr 2008 ein zentrales Thema. Mehr und mehr rückten die Folgen des Prozesses in den Fokus. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Studium kam nun in Gang. Am 28. November 2007 zogen Experten aus Hochschulleitungen, Hochschulgremien, Lehre, Politik und Akkreditierungsinstanzen eine erste Bilanz. Wie hat Bologna die Hochschullandschaft verändert, lautete die zentrale Frage auf der Fachtagung, zu der die Hochschule Fulda eingeladen hatte. Haben sich die an den Bologna-Prozess geknüpften Hoffnungen erfüllt? Wo

HeKoB – Erfolge wiederholen Sich gegenseitig bei der Optimierung von Prozessen im Rahmen des Bologna-Prozesses zu helfen – das ist das Ziel des Kooperationsprojekts hessischer Hochschulen zur Unterstützung der fachlichen, organisatorischen und qualitätsbezogenen Aspekte des Bolognaprozesses. Kurz: Hessisches Kooperationsprojekt Bologna oder einfach: HeKoB. Das von sieben hessischen Universitäten und Fachhochschulen getragene Projekt bietet den Beteiligten die Möglichkeit, spezielle Bologna-Prozesse mit Hilfe von Best-Practice-Beispielen zu optimieren. Denn Fehler müssen nicht wiederholt werden – Erfolge schon! Das Projekt ist an die Hochschule Fulda angegliedert. Die Finanzierung erfolgt aus dem Studienstrukturprogramm des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie aus Eigenmitteln der sieben Trägerhochschulen.

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ist Kritik berechtigt? Wo besteht Handlungsbedarf? So vielfältig die Fragen, so verschiedenartig waren auch die Blickwinkel, aus denen heraus die Referentinnen und Referenten das Thema beleuchteten. Es ging um die mangelnde gegenseitigen Anerkennung von Studienabschlüssen im europäischen Raum, darum, ob die Fachhochschulen durch Bologna ihr Alleinstellungsmerkmal verlieren, ob die Gender-Aspekte bei der Akkreditierung neuer Studiengänge hinreichend berücksichtigt sind, die gestiegene Arbeits- und Prüfungsbelastung der Studierenden eine eigenständige Schwerpunktsetzung verhindert, ob Mobilität überhaupt noch möglich ist und inwieweit die Wirtschaft die neuen Abschlüsse akzeptiert. „Die Erkenntnisse aus dieser Auseinandersetzung haben wir direkt in den weiteren Prozess einfließen lassen“, sagt Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller. Und so folgten der kritischen Bestandsaufnahme rasch Taten. Ein Career Service entstand, weil deutlich geworden war, dass der Übergang in den Beruf stärker unterstützt werden muss. Für eine bestmögliche Unterstützung bei gestiegenen Studienanforderungen wurden Serviceleistungen wie die Sprachwerkstatt eingerichtet. Die Bibliothek bot Maßnahmen zur Stärkung der Medienkompetenz. Eine psychosoziale Sprechstunde wurde eingerichtet, die Prüfungsorganisation optimiert. Die Reflexion des Bologna-Prozesses hat überdies zu einer stärkeren Einbeziehung der Studierenden geführt. Sie waren etwa beteiligt an der Verteilung der Studiengebühren. Die Hochschule Fulda nahm zudem den Prozess der Einrichtung von Studiengängen unter die Lupe. Dabei zeigte sich: Viele ihrer Prinzipien, beispielsweise die Flexibilität, müssen erheblich früher berücksichtigt werden. Inzwischen ist der Prozess im Qualitätsmanagement hinterlegt. Klarer und transparenter sind die Absprachen zwischen Fachbereichen, Präsidium und Verwaltungseinheiten damit geworden – auch das eine Lernkurve aus der Beschäftigung mit dem Bologna-Prozess. Parallel nahm sich der Senat in einer eigens dafür eingerichteten Kommission der Folgen des Bologna-Prozesses an. Er widmete sich schwerpunktmäßig dem Thema Promotionen.


Neue Lehr- und Lernmethodenn

Didaktikangebote

Die Kreativphase unterstützen

Die Lehrenden schulen

Das Thema kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Eine praxisnahe Ausbildung, die beste Berufsaussichten garantiert, verlangt nach innovativen Lehr- und Lernkonzepten. Doch wie lassen sich diese fördern? Durch Anreize, sagt Vizepräsidentin Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller. Und zwar durch solche, die bei der Entwicklung von Ideen, also schon in der Kreativphase ansetzen. Die Hochschule Fulda belohnt daher nicht einfach gelungene Konzepte. Sie hat vielmehr ein Budget eingerichtet, um das sich die Lehrenden bewerben können: den Innovationsfonds zur Förderung neuer Lehr- und Lernmethoden. Im Berichtsjahr ist dieser Fonds zum zweiten Mal ausgeschrieben und auf 70 000 Euro aufgestockt worden.

Um die Lehrenden bestmöglich auf ihre Tätigkeit vorzubereiten, hat die Hochschule ihre Kooperation mit der Universität Kassel ausgeweitet. Sie arbeitet mit dem dortigen Servicecenter Lehre zusammen. Besonders dringlich: eine hochschuldidaktische Ausbildung der Tutorinnen und Tutoren. Die gab es bis dato nicht. Mit der Universität Kassel ist daher die Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vereinbart worden, die die Tutorinnen und Tutoren schulen – und so für mehr Qualität in der Lehre sorgen.

Familiengerechte Hochschule

Eine Frage der Betreuung Familie und Beruf sind dann bestmöglich vereinbar, wenn für alle Altersgruppen und Tageszeiten ein entsprechendes Kinderbetreuungsangebot besteht. Im Berichtszeitraum ist die Hochschule Fulda dem einen entscheidenden Schritt näher gekommen: Sie hat ihr Kinderbetreuungsangebot auf Schulkinder ausgeweitet. Seit Oktober 2008 kooperiert die Hochschule mit der Marquardschule und der Stadt Fulda. Fünf Grundschulkinder von Studierenden oder Beschäftigten der Hochschule können seitdem an der pädagogischen Nachmittagsbetreuung teilnehmen. Ihnen steht auch die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften und der Hausaufgabenhilfe der Marquardschule offen. Im Gegenzug bietet die Hochschule Fulda bis zu fünf Ferienbetreuungsplätze für die Grundschulkinder der Betreuungsklasse. In die Kooperation bringt sie außerdem zusätzliche Arbeitsgemeinschaften ein: Der Fachbereich Sozialwesen ist mit einer Studierendengruppe in der Nachmittagbetreuung ebenso engagiert wie der Hochschulsport. Die Räumlichkeiten stellt die Stadt Fulda zur Verfügung. Ausgeweitet hat die Hochschule Fulda auch das Betreuungsangebot für die Kleinsten. Sechs Betreuungsplätze bei den akadeMINIS für Kinder aus dem Landkreis finanziert sie, bis in den Landkreisgemeinden ausreichende Betreuungsplätze angeboten werden. Hintergrund: Die Betriebskosten für 30 Plätze übernimmt die Stadt Fulda. Entsprechend werden sie mit Kindern aus der Stadt belegt. Pro Platz fallen im Jahr 2500 Euro Betriebskosten an. Insgesamt belief sich die Investition auf 15000 Euro. Auch in Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur für Studierende mit Kind hat die Hochschule Fulda im Berichtszeitraum investiert. In den sanierten Gebäuden wurden Wickelkommoden

installiert, um den studierenden Eltern die Versorgung der Kleinsten zu erleichtern. www.hs-fulda.de/familiengerechteHochschule Lehre und Studium

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Frauenbeauftragte der Hochschule Fulda

Vier Fragen an Prof. Dr. Beate Blättner Was war der größte Erfolg im vergangenen Jahr aus Ihrer Sicht als Frauenbeauftragte? Zweifelsohne das Gleichstellungskonzept. Das hätten wir ohne die Referentin für Gleichstellung, Petra Brzank, nicht schreiben können, schon gar nicht in der kurzen Zeit. Mit dem Konzept haben wir im Professorinnenprogramm überzeugt. Ziel dieses von Bund und Ländern aufgelegten Programms ist es, Spitzenforscherinnen den Weg zur Professur zu ebnen und die Anzahl von Wissenschaftlerinnen in Spitzenpositionen nachhaltig zu erhöhen. Was steht hinter dem Gleichstellungskonzept? Rein finanziell betrachtet: über eine Million eingeworbene Euro. Mit diesen Drittmitteln werden drei mit Frauen besetzte Professuren für jeweils fünf Jahre finanziert. Das sind eine vorgezogene Professur im Fachbereich Angewandte Informatik und zwei Regelberufungen in Oecotrophologie und Pflege und Gesundheit. Aus dem für die Regelberufung frei werdenden Geldern werden Promotionsstellen mit Frauen besetzt. Inhaltlich geht es um Nachwuchsförderung entlang allen Phasen beruflicher Entwicklung und in allen Aufgabenbereichen einer Hochschule. Der Schwerpunkt liegt darauf, Nachwuchswissenschaftlerinnen Mittel und Wege speziell für eine Wissenschaftskarriere an einer Fachhochschule aufzuzeigen. Es gibt in Hessen Mentorinnenprogramme, die den Weg zur Professur an der Universität unterstützen sollen. Aber die Anforderungen an Professuren beider Hochschultypen unterscheiden sich. Der Weg zur Universität führt über die Vertiefung eines engen Spezialgebietes in einer wissenschaftlichen Laufbahn. An Fachhochschulen ist es notwendig, auch die Breite des Gebietes fundiert vertreten zu können. Neben Wissenschaft wird meist auch Praxis verlangt. Dazu kommt: Ohne Promotionsrecht können wir als Fachhochschulen den Weg zur Professur nur indirekt beeinflussen. Nachwuchsförderung ist hier mit ganz anderen Herausforderungen verbunden.

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Warum ist es so schwierig, Professuren in technischen Fächer mit Frauen zu besetzen? Frauen in technischen Fächern haben relativ gesehen gute Chancen auf eine Professur. Einschränkend sind neben der Zahl von Promovendinnen die Auswahlkriterien. Der Weg zur Fachhochschulprofessur führt gerade in technischen Fächern über Spitzenpositionen in der Praxis. In Deutschland werden solche Stellen aber noch immer lieber mit Männern besetzt. Ein rein wissenschaftlicher Weg zur Professur wird in den meisten technischen Fächern aber nicht goutiert – es sei denn, es winken Zusatzmittel wie beim Professorinnenprogramm. In sozialwissenschaftlichen und einigen naturwissenschaftlichen Fächern wie Gesundheit oder Ernährung studieren überwiegend Frauen. Braucht man hier überhaupt noch Frauenförderung? Auf jeden Fall. Es gibt zwar sehr viele Studentinnen, wir müssen Frauen anders als in den Ingenieurswissenschaften nicht erst für diese Fächer gewinnen. Doch die entscheidende Frage lautet: Wie viele von diesen Studentinnen kommen auf der Karriereleiter oben an? Da fällt die Bilanz ernüchternd aus. Nachwuchsförderung von Frauen muss hier an einer anderen Stelle ansetzen, notwendig ist sie unbedingt.


Studiengebühren

Qualitätsverbesserungsgesetz

Nicht ohne die Studierenden

Mittel zur Verbesserung von Studium und Lehre

Nach dem hessischen Studienbeitragsgesetz (StuBeiG) waren Studierende verpflichtet, ab dem Wintersemester 2007/2008 mindestens 500 Euro pro Semester zu zahlen. Präsidium und Senat hatten sich unmissverständlich gegen Studiengebühren ausgesprochen. Mit Inkrafttreten des Gesetzes am 17. Oktober musste sich die Hochschule Fulda indes der Umsetzung stellen, legte die gesetzlichen Befreiungstatbestände aber so großzügig aus, dass rund ein Drittel aller Studierenden von den Beiträgen befreit werden konnte.

Das Gesetz zur Sicherstellung von Chancengleichheit an hessischen Hochschulen vom 18. Juni 2008 schaffte die Studiengebühren ab und sah ein Qualitätsverbesserungsgesetz vor. Zudem billigte es den Hochschulen Mittel zur Verbesserung von Studium und Lehre zu. 2,8 Millionen Euro jährlich sind es für die Hochschule Fulda. Um die Verwendung dieser Mittel zu regeln, entwickelte das Präsidium in Zusammenarbeit mit den Dekaninnen und Dekanen der Fachbereiche in kürzester Zeit eine Satzung zum Qualitätsverbesserungsgesetz: Bereits am 3. Juli, also drei Tage nach Verkündung des Gesetzes, beschloss es die Satzung zur Verausgabung der Mittel nach dem Qualitätsverbesserungsgesetz und übersandte diese dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zur Genehmigung. Die Satzung sieht die Einrichtung einer fachbereichsübergreifenden Vergabekommission vor, die über 40 Prozent der Mittel verfügt, sowie von Vergabekommissionen in den einzelnen Fachbereichen, die über die Verwendung der übrigen 60 Prozent entscheiden.

Um die Studienbeitragsmittel bestmöglich einzusetzen, definierten in einem von der Vizepräsidentin für Lehre und Studium konzipierten Workshop die Studierenden die Rahmenbedingungen für ein zügiges Studium: Größe und Ausstattung der Räumlichkeiten, mehr Fachliteratur und flexiblere Öffnungszeiten der Bibliothek, kleinere Lehrveranstaltungen, bessere Betreuung und Didaktik, um nur die wichtigsten Punkte zu nennen. In einem weiteren Workshop erarbeiteten Hochschulleitung und Studierende die Budgetierung konkreter Maßnahmen zur Verbesserung von Studium und Lehre an der Hochschule Fulda. „Diese Vorgehensweise hat sich bewährt“, zieht Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller Bilanz. „Die Chance, konkrete Vorschläge zur Verwendung der Gebühren zu machen, ist bei den Studierenden auf ausgesprochen positive Resonanz gestoßen. Proteste gab es keine.“ Die Studienbeiträge konnten so gezielt dort eingesetzt werden, wo nach jahrelangem Investitionsstau dringender Handlungsbedarf bestand (siehe Tabelle auf Seite 60 f.). Um Transparenz über die Verwendung der Mittel zu gewährleisten, hat die Hochschule Fulda eine Broschüre herausgegeben, in der sie detailliert Rechenschaft über die Verwendung der Studienbeiträge ablegt.

Lehre und Studium

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Neue Studiengänge

Prävention – wissenschaftlich basiert

Wie Informatik attraktiver wird

Maßnahmen zur Gesundheitsförderung entwickeln und deren Qualität sicherstellen – das sind im Kern die Inhalte des neuen Studiengangs Gesundheitsförderung. Seit dem Wintersemester 2008/2009 bietet die Hochschule Fulda den sechssemestrigen, interdisziplinären und praxisnahen Bachelor-Studiengang in Zusammenarbeit mit der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e. V. an. Angesichts der demografischen Entwicklung und der Frage, wie sich die Gesundheitsversorgung in Zukunft finanzieren lasse, gewinnt Prävention und Gesundheitsförderung an Bedeutung. Das Ziel ist: kostspielige Behandlungen von Krankheiten möglichst zu vermeiden. „Bloß überzeugt zu sein, dass Angebote zu Bewegung und Ernährung der Gesundheit gut tun, wird künftig nicht mehr ausreichen. Wir werden mit strengen wissenschaftlichen Kriterien nachweisen müssen, gegen welche Krankheit welches Angebot in bestimmten Bevölkerungsgruppen hilft,“ begründet Prof. Dr. Beate Blättner, Studiendekanin am Fachbereich Pflege und Gesundheit, das Programm.

Wie können Informationswissenschaftliche Studiengänge für junge Menschen, insbesondere junge Frauen. attraktiver gemacht werden? Diese Frage war der Ausgangspunkt für die Konzeption des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsinformatik. Obwohl Absolventen informationswissenschaftlicher Studiengänge auf dem Arbeitsmarkt begehrt sind, sinken die Studierendenzahlen in diesem Fach seit Jahren – und das bundesweit. Der Fachbereich Angewandte Informatik hat sich vorgenommen, diesen Trend zumindest in Fulda umzukehren. Das Konzept hierfür ist ebenso einfach wie einleuchtend: „Wir haben aus dem Studienschwerpunkt Wirtschaftsinformatik im Bachelorstudiengang Angewandte Informatik einen eigenen Studiengang konzipiert, den wir mit wirtschaftswissenschaftlichen Komponenten angereichert haben“, sagt der Dekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Werner Winzerling. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Schon im ersten Jahr konnte der Studiengang 66 Studienanfängerinnen und Studienanfänger begeistern.

Neue Studiengänge

Reakkreditierungen

▷ Bachelor Sozialrecht, LL. B, 7 Semester

▷ Bachelor Pflegemanagement, B. Sc.,

▷ Bachelor Internationale Betriebswirtschaftslehre, B. A., 6 Semester ▷ Bachelor Wirtschaftsinformatik, B. Sc., 6 Semester ▷ Bachelor Gesundheitsförderung, B. Sc., 6 Semester ▷ Master Supply Chain Management (weiterbildend), Master of SCM, 4 Semester Start: Wintersemester 09/10

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Präsidiumsbericht 2007–2008

6 Semester ▷ Bachelor Gesundheitsmanagement, B. Sc. , 6 Semester ▷ Master Public Health, M. Sc., 4 Semester


Online-Bewerbungsverfahren

Per Mausklick zum Studium Es war die entscheidende Neuerung im Bewerbungsverfahren: Für das Wintersemester 2008/2009 konnten sich die Studierenden erstmals online um einen Studienplatz an der Hochschule Fulda bewerben. Die Hochschule trägt damit der bevorzugten Nutzung elektronischer Medien in der Zielgruppe der Schüler und Studierenden Rechnung. Was für die Studierenden ein großes Plus an Service war, stellte sich für die Mitarbeiterinnen in den studentischen Angelegenheiten als deutlich höherer Aufwand heraus.

Die Hochschule Fulda überbuchte die Studienplätze statt um die üblichen 100 Prozent um ganze 250 Prozent. Während der Einschreibungswochen zeigte sich dann: Die tatsächlichen Zulassungszahlen blieben in einigen Studiengängen hinter den Zielen zurück. Im Nachrückverfahren konnten dann alle Plätze gefüllt werden. Insgesamt 1200 Erstsemester nahmen schließlich ihr Studium zum Wintersemester 2008/2009 an der Hochschule Fulda auf. Damit stieg die Gesamtzahl der Studierenden auf einen neuen Höchststand von über 4700. Für die kommenden Bewerbungsverfahren gilt es nun, die Online-Bewerbung zu überarbeiten. „Ein entscheidender Stellhebel sind bessere Informationen im Netz und Infoveranstaltungen, vor allem zu neuen Studiengängen“, sagt Claudia Ebert, Leiterin der Studentischen Angelegenheiten.

Im Vergleich zu den Vorjahren gingen 4000 Bewerbungen mehr ein. 10 000 Bewerbungen galt es insgesamt zu bearbeiten. Doch wie viele der Bewerberinnen und Bewerber würden sich tatsächlich für ein Studium an der Hochschule Fulda einschreiben? Viele Studieninteressierte hatten Bewerbungen nicht nur an mehrere Hochschulen verschickt. Die Online-Bewerbung hatte auch dazu eingeladen, sich an der Hochschule Fulda gleich für mehrere Studiengänge zu bewerben. Konkrete Planungen des Annahmeverhaltens waren unter diesen Umständen kaum möglich.

Lehre und Studium

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Career Service

Vorbereitung zahlt sich aus Die Studierenden noch besser auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten, lautete das Ziel. Ausgangspunkt war die Überzeugung, dass neben einer rein fachlichen Qualifizierung die Vermittlung fächerübergreifender Fähigkeiten, wie etwa das Verfassen adäquater Bewerbungen oder erfolgreiches Präsentieren in einem Bewerbungsgespräch, von entscheidender Bedeutung sind. So entstand ein Angebot, das die Aktivitäten der auf Fachbereichsebene operierenden Praxisreferate sowie der Studiengangskoordinatorinnen und -koordinatoren erweitert: der Career Service. Seit März 2008 bietet er den Studierenden Unterstützung, von Fragen der beruflichen Orientierung über sinnvolle Zusatzqualifikationen bis hin zum konkreten Bewerbungsprozess. Studierende können sich bereits während des Studiums mit allen Phasen des Übergangs in den Beruf auseinandersetzen und in individuellen Beratungsgesprächen gezielt Fragen stellen. So erhalten sie Anregungen, wie sie Einfluss auf den Verlauf ihrer beruflichen Laufbahn nehmen können. Der Career Service organisiert Veranstaltungen, die sich überwiegend mit den fünf Phasen der Berufsvorbereitung beschäftigen: berufliche Orientierung, Berufsfelder, Zusatzqualifikationen, Bewerbung sowie Recht und Finanzen beim Berufseinstieg. Auch durch Firmenkontaktmessen wie etwa der meet@hs-fulda, in Seminaren zum Bewerbungsverfahren sowie Workshops werden Studierende umfassend auf die Herausforderung Jobsuche vorbereitet.

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Präsidiumsbericht 2007–2008

Bei fachspezifischen Aspekten kooperiert der Career Service mit den Fachbereichen. Gemeinsam mit ihnen führt er Veranstaltungsreihen durch, in denen unter anderem Absolventinnen und Absolventen Studierende über ihren beruflichen Werdegang, über Arbeitsanforderungen, notwendige Qualifikationen und Perspektiven informieren. www.hs-fulda.de/beruf


Sprachwerkstatt

Hochschul- und Landesbibliothek

Verständlich bitte!

Fit für die Wissensgesellschaft

Wer seine Gedanken logisch gegliedert und in einer verständlichen Sprache zu Papier bringen kann, der hat nicht nur Vorteile im Studium. Auch im Beruf sind diese Fähigkeiten immer stärker gefragt. Sprachliche Ausdrucksfähigkeit gilt inzwischen als eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen. Und genau die will die Hochschule Fulda stärken. Denn vielen Studierenden fällt es alles andere als leicht, Kompliziertes klar und verständlich auszudrücken. Nicht selten geben die Probleme beim Erstellen von schriftlichen Arbeiten oder Referaten sogar den Ausschlag dafür, das Studium abzubrechen.

Informationskompetenz – in der modernen Wissensgesellschaft ist sie eine Schlüsselqualifikation und ein entscheidender Faktor für den Erfolg in Studium, Forschung und Beruf. Sie zu vermitteln und zu fördern, zählt zu den Kerntätigkeiten der öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken. Auch die Hochschul- und Landesbibliothek (HLB) hat sich im Berichtszeitraum für die Vermittlung von Informationskompetenz engagiert: in Führungen durch die Bibliothek, in Einführungen zum Online-Katalog und in speziellen Datenbankschulungen. Am Standort Marquardstraße erreichte die HLB in etwa 140 Veranstaltungen rund 1 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Tendenz steigend. Und weil das für den kleinen Personalstamm kaum mehr nebenher zu schaffen war, beantragte die Leitung der HLB eine volle Stelle für die Vermittlung von Informationskompetenz aus den Mitteln des Studienbeitragsgesetzes. Die Stelle ist bewilligt worden, so dass die HLB verstärkt in diesem Feld tätig werden kann.

Das war der entscheidende Grund für die Hochschule Fulda, im April 2008 eine Sprachwerkstatt einzurichten und damit den Studentinnen und Studenten einen Service rund um sämtliche sprachliche Fragen anzubieten. Sabine Kirschenhofer, die Leiterin des Sprachzentrums an der Hochschule Fulda, brachte die Idee aus den Vereinigten Staaten mit, wo solche Einrichtungen bereits Tradition haben. „Mit unserem Angebot wollen wir den Studierenden Misserfolge und Zeitverlust im Studium ersparen und eventuell drohenden Studienabbrüchen entgegenwirken“, erläutert sie die Ziele, die die Sprachwerkstatt sich gesetzt hat. Wissenschaftliches Schreiben ist ein Handwerk, das erlernbar ist, lautet hier das Credo. Die Studierenden lernen aber auch, ihre eigenen Gedanken nicht durch zuviel Respekt vor der Wissenschaft zu blockieren. Drei für die Aufgabe speziell ausgebildete Tutorinnen und eine Deutschlehrerin helfen, Schreibblockaden oder Angst vor Referaten zu überwinden und unterstützen bei der Planung von Bachelor- und Masterarbeiten. Fast 70 Studierende haben seit Eröffnung der Sprachwerkstatt das Serviceangebot genutzt. www.hs-fulda.de/sprachwerkstatt

Ein schönes Gefühl „Wir spiegeln, welche Begriffe unverständlich sind und wo die Argumentation nicht nachvollziehbar ist“, beschreibt Carolin Musiala ihre Tätigkeit als Tutorin in der Sprachwerkstatt. Das sei auch für sie eine wertvolle Erfahrung gewesen. Genauso sieht das Isabell-Jasmin Polny. „Für uns ist es ein schönes Gefühl, eine fachfremde Arbeit verstanden zu haben“, sagt sie. „Viele Studierende sind dankbar für unsere Hilfestellung. Die Sprachwerkstatt ist ein tolles Angebot.“ Lehre und Studium

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2 | Forschung und Entwicklung 22

Auf dem Weg zu einer starken Forschung

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Wissenschaftliche Einrichtungen „KMCI“ und „CINTEUS“

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Forschungsprojekt „Naschgarten“

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Forschungsprojekt „Chance“

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Forschungsprojekt „KATRIN“

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Hessische Internationale Sommeruniversität

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Drei Fragen an Winnie Rosatis, Leiterin International Office

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Wissenschaftliche Weiterbildung, Forschung und Transfer

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Existenzgründung, Kontaktstelle für EU-Praktika, Praktikum in Uganda


Forschung und Entwicklung

Auf dem Weg zu einer starken Forschung Die Hochschule stärker in Stadt und Region zu verankern, ihre Internationalisierung voranzutreiben und vor allem: die Forschung zu fördern – das waren die primären Ziele, die ich mir bei meinem Amtsantritt 2004 gesteckt habe. Und weil sie allesamt längerfristig angelegt sind, stand auch das Studienjahr 2007/2008 ganz in ihrem Zeichen. Viele Professorinnen und Professoren in den Fachbereichen haben in den unterschiedlichen Disziplinen exzellente Forschungsleistungen erbracht und dadurch nicht nur zur Verbesserung des Renommees unserer Hochschule beigetragen. Sie haben vor allem auch die Voraussetzung geschaffen, hochwertige Masterprogramme anbieten zu können. Zudem haben sie Drittmittel in beträchtlicher Höhe akquiriert und bieten so unseren Studentinnen und Studenten, Absolventinnen und Absolventen Entwicklungsmöglichkeiten, die früher an unserer Hochschule nicht existiert haben. Auf rund 1,2 Millionen Euro beliefen sich die im Jahr 2008 auf Forschungsprojekte entfallenden Drittmitteleinnahmen. Das war doppelt so viel wie im Vorjahr. Und dies, obwohl wir starke sozial- gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Fachbereiche haben, Fachbereiche also, die sich mit wissenschaftlichen Fragestellungen befassen, für die deutlich weniger Drittmittel ausgelobt werden.

Anreize setzen und Forschende unterstützen Eine starke Forschung ist für die Hochschule Fulda aus mehreren Gründen von zentraler Bedeutung: Zum einen können wir so die Einheit von Lehre und Forschung garantieren. Zum anderen gewinnt die Hochschule Fulda durch eine stärkere Forschungsorientierung an Attraktivität: für Studierende ebenso wie für Professorinnen und Professoren. Auch stärkt sie so ihre Rolle als Partner von Universitäten.

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Präsidiumsbericht 2007–2008

Das alles sind gute Gründe, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Das Präsidium ist dabei gefordert, bestmögliche Rahmenbedingungen für Forschung zu schaffen, Anreize zu setzen und die Forschenden aktiv zu unterstützen. Aus diesem Grund haben wir bereits in den vergangenen Jahren die Mittel der Forschungsförderung kontinuierlich erhöht. Nicht zuletzt deshalb ist es gelungen, die Summe der eingeworbenen Drittmittel deutlich zu steigern. Um die Professorinnen und Professoren bei zahlreichen Aufgaben rund um die Forschung, wie etwa der Beantragung von Drittmitteln, bestmöglich zu unterstützen, haben wir die Angebote und Leistungen des Referats Forschung und Transfer weiter ausgebaut.

Masterprogramme brauchen Forschung Forschung ist zugleich ein wichtiger Baustein für eine stärkere Internationalisierung der Hochschule. Sie ist Voraussetzung für Masterprogramme, die in vielen Fällen gerade für internationale Studierende attraktiv sind. Mittlerweile sind über 10 Prozent unserer Studierenden Bildungsausländer. Damit liegt die Hochschule Fulda nicht nur deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Das ist auch ein Beleg für unseren guten Ruf in vielen Teilen der Welt. In den vergangenen Jahren haben zudem immer mehr Studentinnen und Studenten der Hochschule Fulda Studienaufenthalte im Ausland abgeleistet. Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Vietnamese-German University (VGU) in HoChi-Minh City (Saigon). Nur knapp zwei Jahre nach den ersten Überlegungen zu ihrer Gründung haben bereits die ersten 35 Studierenden im September 2008 ihr Vorbereitungsjahr für den im Wintersemester 2009/2010 startenden Studiengang „Electrical Engineering“ begonnen. Ich habe die Gründung dieser Universität gerne unterstützt und mich sehr über das besondere hessische Engagement gefreut. Wir wollen auch weiterhin unseren Beitrag zum Aufbau dieser Hochschule leisten.


Positives lässt sich auch von der Hessischen Internationalen Sommeruniversität an der Hochschule Fulda (ISU) berichten: Die ISU 2008 wartete mit einer Rekordteilnehmerzahl auf. Für uns als kleinste und gleichzeitig einzige hessische Fachhochschule, die eine Internationale Sommeruniversität unterhält, ein ambitioniertes Unterfangen. Umso erfreulicher ist dessen zunehmender Erfolg.

Eng verzahnt mit der Region

Bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dazu beigetragen haben, diese Ziele zu erreichen, bedanke ich mich ganz herzlich. Dafür, dass sie mich bei meiner Arbeit unterstützt und mit einem beachtlichen Maß an Eigeninitiative und Engagement die Erfolge der letzten Jahre ermöglicht haben. Prof. Dr. Karim Khakzar, Vizepräsident der Hochschule Fulda

Vom Internationalen zum Regionalen: Die weitere Verankerung in der Region war für die Hochschule Fulda im Berichtsjahr ein wesentlicher Punkt auf der Agenda. Wir haben die Zusammenarbeit ausgebaut und sind Mitglied im Clusternetzwerk Engineering-High-Tech (EHC) der Wirtschaftsregion Fulda geworden. Ein ganz wichtiges Thema für die Region ist zudem die wissenschaftliche Weiterbildung. Im Berichtsjahr haben wir sie als Daueraufgabe an der Hochschule Fulda implementiert. Damit kommen wir nicht nur unserem gesetzlichen Auftrag nach. Wir leisten nicht zuletzt auch einen wichtigen Beitrag für eine fortlaufende Qualifizierung der Menschen in Osthessen. Die spezifischen Bedürfnisse der Region fließen daher in unsere Studienangebote ein.

Forschung und Entwicklung

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Wissenschaftliche Einrichtungen

KMCI – Alles virtuell Der Campus wird virtuell: Das Kompetenzzentrum für Mensch-Computer-Interaktion (KMCI) hat sich zum Ziel gesetzt, die Verständigung zwischen Mensch und Maschine zu optimieren. Unter dieser Prämisse hat es das Projekt eCampus weiter vorangetrieben. Dazu gehörte, die Software zu stabilisieren, Module für die Fachbereiche Angewandte Informatik und Oecotrophologie zu entwickeln und einen entscheidenden Schritt hin zu mehr Nutzerfreundlichkeit zu machen. So wird eCampus künftig als Web-Applikation betrieben werden. Das erspart die Installation von Software auf den einzelnen PCs.

Den interdisziplinären Diskurs am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften und darüber hinaus zu stärken – dies war wohl die wichtigste Motivation, als 2007 das Centrum für interkulturelle und europäische Studien (CINTEUS) gegründet wurde. „Der Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften hat sich seit jeher durch vielfältige Forschungs- und Lehraktivitäten sowie durch zahlreiche öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen ausgezeichnet“, sagt Prof. Dr. Heinrich Bollinger, Dekan des Fachbereichs Sozial- und Kulturwissenschaften. Gleichzeitig seien dort die unterschiedlichsten Disziplinen vertreten: Rechtswissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Soziologie und Politologie. „Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer einfach“, meint Bollinger.

Auch in puncto E-Learning-Strategie hat sich das KMCI engagiert und die aktuellen E-Learning-Aktivitäten der Fachbereiche sowie deren Planungen und Wünsche zentral erfasst. Zudem unterstützte es das E-Learning-Labor der Hochschule Fulda personell. Dadurch konnte die Hochschulweite Elektronische Lernplattform HELP eingerichtet werden. Damit stehen allen Fachbereichen die Möglichkeiten der elektronisch unterstützten Lehre, wie beispielsweise Lehrmaterialbereitstellung, Kommunikation, Lernerfolgskontrolle und Lehrveranstaltungsaufzeichnung, zentral zur Verfügung.

Mit der Gründung des Forschungsinstituts unterstreicht der Fachbereich, dass diese Interdisziplinarität eine Stärke ist. „Durch das CINTEUS wird nicht nur der interdisziplinäre Diskurs organisiert und gestärkt“, stellt Prof. Dr. Hans-Wolfgang Platzer, Sprecher des CINTEUS, klar, „die vielfältigen Forschungsaktivitäten und öffentlichen Veranstaltungen haben jetzt ein gemeinsames Dach“. Gerade im Hinblick auf Forschungsanträge und Publikationen hat die Gründung des Instituts einen regelrechten „Schub“ gebracht. „Drittmittelgeber wissen jetzt: Da ist ein Forschungsumfeld“, sagt Platzer, der Inhaber eines ad personam vergebenen Jean Monnet Chairs der Europäischen Kommission ist. Dies werde auch durch die Schriftenreihe des Instituts, Interkulturelle und Europäische Studien, bekräftigt, in der inzwischen die ersten vier Publikationen erschienen sind.

SiMaKon, das steht für die Simulation von Maßbekleidung und Konfektion online zur Passformkontrolle oder anders ausgedrückt: für die virtuelle Anprobe von Bekleidung im Internet. Um genau das zu ermöglichen, hat das KMCI in diesem Verbundprojekt mit der Hochschule Reutlingen, dem Fraunhofer IGD Darmstadt und den Unternehmen Campe&Ohff und Manufaktur Hoffmann die Ergebnisse des Vorgängerprojekts ins Internet übertragen. Auf der CeBIT 2009 präsentierte das Projekt verschiedene Arten der Produktkatalogdarstellung. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des FHProfUndProgramms gefördert und hat eine Laufzeit von drei Jahren.

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CINTEUS – Interdisziplinarität macht stark

Präsidiumsbericht 2007–2008

„Das durch das CINTEUS geschaffene positive Forschungsumfeld erleichtert aber auch die Reakkreditierung von Studiengängen, insbesondere von Masterstudiengängen, deren Forschungsausrichtung nachgewiesen werden muss“, erläutert Dekan Bollinger. Von besonderer Bedeutung nicht nur für den Fachbereich, sondern die gesamte Hochschule sei auch, dass sich mit der Einrichtung von CINTEUS möglicherweise Perspektiven zur Beteiligung an einem Promotionskolleg eröffnen. „Mittelfristig hoffen wir darauf, dass wir damit endlich institutionalisierte Wege zur Promotion für unsere Absolventinnen und Absolventen schaffen können.“


Forschungsprojekt

Naschgarten – bundesweit einmalig Wie bringt man Kinder dazu, sich mehr zu bewegen und gesünder zu essen? Auf keinen Fall durch Diäten, Esspläne oder von Erwachsenen verordnete Sportaktivitäten, sagt Prof. Dr. Beate Blättner, die das Projekt Naschgarten zusammen mit Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller und Prof. Dr. Henny Annette Grewe leitet. Verbote oder Einschränkungen führen zu nichts, außer: zu stigmatisieren. Der Naschgarten verfolgt daher einen neuartigen Ansatz: Kinder gestalten ihre Umgebung nach ihren Wünschen. Sie lernen, dass es auf ihre Meinung und Leistung ankommt. Und sie dürfen nach Lust und Laune naschen, toben, buddeln und spielen.

Der Holzmindener Duft- und Geschmackstoffhersteller Symrise fördert das Projekt. Vor Ort unterstützen die Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen und die Stadt Holzminden tatkräftig bei der Umsetzung. Der Zuschnitt des Projekts entspricht den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, mit Gesundheitsförderungsprojekten auf kommunaler Ebene anzusetzen. Ein Konzept, das den entscheidenden Vorteile hat, auch die Umstände einbeziehen zu können, in denen die Kinder leben. Und ein Konzept, das sich anders als künstlich geschaffene Diäten natürlich in den Alltag der Kinder einfügt.

Die Lebensbedingungen von Kindern zu verändern und so für ein gesünderes Leben zu sorgen, ist das Ziel des zunächst auf zwei Jahre angelegten Projekts. Langfristig soll auf diese Weise Adipositas vorgebeugt werden. Denn die Zahl übergewichtiger Kinder steigt immer rasanter. Etwa 170 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren zählen zur Zielgruppe. Gerade für die sozial Benachteiligten unter ihnen bietet das Projekt große Chancen. Denn die, so haben Studien inzwischen nachgewiesen, zeigen eine fast doppelt so hohe Anfälligkeit für Essverhaltensstörungen als Angehörige von oberen sozialen Schichten. 2008 wurde das bislang einmalige Projekt für die Initiative „Deutschland  – Land der Ideen“ ausgewählt. Am 5. Oktober war der Naschgarten Ort im Land der Ideen.

Forschung und Entwicklung

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Forschungsprojekt

CHANCE – Gesundes Leben im Stadtteil CHANCE – das steht für Community Health Management to Enhance Behaviour: Stadttteilmanagement für ein gesundes Leben. Im Rahmen ihres Programms Lebenslanges Lernen fördert die EU das interdisziplinäre Projekt seit Dezember 2007. Sechs europäische Forschungsteams in Liverpool, Uppsala, Timisoara, Jelgava, Fulda und Wien arbeiten hier unter der Federführung des Fachbereichs Oecotrophologie der Hochschule Fulda zusammen. Ziel des Projektes ist die Entwicklung, die Erprobung und der Aufbau lokaler Netze für eine gezieltere Gesundheitsinformation und -bildung, ein Interessennetzwerk unter den lokalen Akteuren anzuregen, in das vorhandene Ressourcen und Kompetenzen der Gesundheitsinformation und -bildung einfließen. Dafür wurden bewusst Stadtteile ausgewählt, die bislang nicht von auffälligen Problemkonstellationen gekennzeichnet waren. Ausgangsbasis ist die Erkenntnis, dass Informationen über gesundes Essverhalten und Bewegung im Alltag in Hülle und Fülle vorliegen, aber kaum zu einer gesünderen Lebensweise führen. In den meisten regionalen Gesundheitsberichten fällt zudem auf, dass die sozio-ökonomische Polarisierung der Gesellschaft mit der Polarisierung der Gesundheitsverhältnisse einhergeht. Daher knüpft das Projekt an die Erfahrungen mit quartiersbezogenen Strategien an, die im Rahmen der ‚Sozialen Stadtentwicklung‘ seit Mitte der 1990er Jahre gesammelt werden konnten. Es basiert auf der Annahme, dass die Strukturen eines Sozialraums bzw. eines Gemeinwesens die Möglichkeiten für einen gesunden Alltag wesentlich mitbestimmen.

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Präsidiumsbericht 2007–2008

Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern förderten nicht nur zutage, welche Informationen fehlen und dass Gesundheit meist nur im Krankheitsfall zum Thema wird. Sie machten auch deutlich: Der Alltag bietet Ressourcen für ein gesünderes Leben. Welche Bedeutung hat Gesundheit in der individuellen Lebenswelt? Welche Informationen und Kompetenzen sind vorhanden? Und welche sozialräumlichen Anschlussstellen werden akzeptiert? Das hat das Projekt in einer zweiten Befragung ermittelt. Die Auswertung brachte erste Anhaltspunkte für gesundheitsfördernde Maßnahmen im Stadtteil. Vor allem ältere Bewohner und solche mit Migrationshintergrund regten eine Beratung statt beim Arzt direkt in den Haushalten an oder die Möglichkeit, sich unverbindlich mit einem Nachbarn über Fragen der Gesundheit auszutauschen.


Forschungsprojekt

KATRIN – Kleinsten Teilchen auf der Spur KATRIN ist ein internationales Projekt, in dem die Hochschule Fulda als einzige Fachhochschule neben zahlreichen renommierten Universitäten vertreten ist, wie etwa Karlsruhe und Seattle. Die Hochschule Fulda trägt im Rahmen von Diplom-, Bachelor- und Projektarbeiten bei ▷ zum elektromagnetischen Design der Anlage sowie der Simulation der Elektronenbahnen ▷ zum Design und zur Konstruktion einer Magnetfeldabschirmung im Bereich des Hauptspektrometers ▷ zur automatisierten optischen Qualitätskontrolle von großen Drahtelektroden, für die in Fulda ein 3D-Messtisch entwickelt und aufgebaut wurde.

Sie sind die kleinsten und häufigsten Teilchen. Neutrinos gibt es etwa eine Milliarde mal häufiger als alle anderen Teilchen im Universum – als Elektron-, Myon- oder Tauneutrino. Noch bis in die 90er Jahre ging man davon aus, Neutrinos hätten keine Masse. In Experimenten stellte sich dann heraus, dass die Neutrinosorten eine Massendifferenz haben und demnach nicht masselos sein können. Bislang gibt es allerdings nur theoretische Vorhersagen für den Wert der Masse, die – je nach zugrunde gelegtem theoretischen Modell – unterschiedlich ausfallen. Ziel des KATRIN-Projekts ist nunmehr, die Ruhemasse von Neutrinos im Rahmen eines astrophysikalischen und ingenieurwissenschaftlichen Präzisionsexperiments zu bestimmen. Wie das gelingen kann? Indem man Elektronen aus einer gasförmigen Tritiumquelle zu einem hochauflösenden Spektrometer transportiert und nach der Energieanalyse mit einem Detektor zählt. Die Masse der Neutrinos ergibt sich aus dem Energieverlust, den die Elektronen im Detektor aufweisen.

Und was bringt das Wissen um die genaue Masse der Neutrinos? „Es ermöglicht uns zum Beispiel ein besseres Verständnis der Prozesse bei der Entstehung des Universums, der Galaxien und Sonnen “, sagt Prof. Dr. Alexander Osipowicz, der für die Hochschule Fulda im Projekt KATRIN verantwortlich zeichnet. Inzwischen denke man sogar über Neutrinotomografie nach. „Weil Neutrinos nicht durch Felder abgelenkt werden und die Erde nahezu verlustfrei durchdringen, wäre auch Neutrinotomografie möglich, etwa um ein Dichteprofil der Erde zu erstellen. Bislang war das völlig undenkbar.“ Im nächsten Schritt entwickelt die Hochschule Fulda ein drahtloses Magnetfeld-Sensornetz. Es soll die Magnetfeldwerte auf der Oberfläche des Spektrometers erfassen. Damit lässt sich dann das Magnetfeld im Innenraum des Spektrometers bestimmen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Hochschule Fulda seit 2001 mit etwa 300000 Euro zur Teilnahme am KATRIN-Projekt gefördert. Forschung und Entwicklung

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Hessische Internationale Sommeruniversität

Die Welt zu Gast in Fulda 68 junge Menschen aus 15 Ländern kamen 2008 zur Hessischen Internationalen Sommeruniversität (ISU) nach Fulda – aus ganz unterschiedlichen Motiven: Die einen konnten sich den Besuch der Seminare in ihrer Heimathochschule anrechnen lassen, die anderen wollten ihre Deutschkenntnisse verbessern. Für viele aber war vor allem eines entscheidend: „Die ISU ermöglicht mir Einblicke in die deutsche Geschichte und Kultur, die ich anders kaum bekommen würde“, bringt es die 27-jährige Emma Barton, Studentin an der University of the Sunshine, Brisbane, Australien stellvertretend für all jene auf den Punkt. Das kostenpflichtige vierwöchige Programm aus Fachseminaren, Deutschkursen, Workshops und Exkursionen stand 2008 unter dem Titel „Soziale Entwicklung in Europa und Deutschland“. Angeboten wurden Seminare in öffentlicher Gesundheitsvorsorge, interkultureller Kommunikation, Marketing oder Musiktherapie. Tangokurse, Theaterworkshops und Wanderungen, zum Beispiel zur Milseburg, boten einen willkommenen Gegenpol zu den wissenschaftlichen Veranstaltungen. Auf besonderes Interesse stießen die Exkursionen nach Berlin, München und zum Point Alpha. „Ich finde es toll, dass wir jede Woche eine Exkursion machen“, freute sich Michelle Giddins, 21, Studentin an der University of Redlands, USA. Das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert Gemeinschaftsprojekt der hessischen Hochschulen sei ein „wichtiger Baustein der Internationalisierungsstrategie der Hochschule Fulda“, ist Prof. Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda, überzeugt. „In einer sich immer enger vernetzenden Welt ist es wichtig, sich gegenseitig besser kennen zu lernen“, meint auch Prof. Dr. Peter Haller, akademischer Leiter der ISU, und wird dabei von vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bestärkt, etwa der Australierin Emma Barton: „Mich hat sehr überrascht, dass die Unterschiede gar nicht so groß sind. Im Grunde genommen sind wir uns doch ziemlich ähnlich.“

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Präsidiumsbericht 2007–2008


Leiterin International Office

Drei Fragen an Winnie Rosatis Welche Strategie verfolgt die Hochschule Fulda in puncto Internationalisierung? Internationale Erfahrung spielt heute eine entscheidende Rolle in Beruf und Forschung. Deshalb wollen wir unsere Studierenden noch mehr als bisher international und weltoffen qualifizieren und sie fit machen für einen globalisierten Arbeitsmarkt - etwa durch eine bessere Fremdsprachenkompetenz. Aus diesem Grund weiten wir beispielsweise unser englischsprachiges Lehrangebot aus. Ebenso wichtig ist es, die Studierenden für interkulturelle Differenzen zu sensibilisieren. Am besten geht das durch einen Auslandsaufenthalt. Unser Ziel lautet daher, die Zahl der Outgoings wesentlich zu erhöhen. Parallel streben wir an, die Qualität der internationalen Studierenden an unserer Hochschule zu verbessern. Dazu haben wir spezielle Services für sie entwickelt.

Welche Services bieten Sie denn internationalen Studierenden? Internationale Studierende werden nur dann erfolgreich sein, wenn wir sie intensiv betreuen. Deshalb haben wir als eine der ersten Hochschulen ein Propädeutikum entwickelt, das auf das Studium in Deutschland vorbereitet. Wenn die internationalen Studierenden hier ankommen, ist für sie erst einmal alles neu, anders, fremd: die Sprache, die Menschen, das Essen, das Klima, der deutsche Studienbetrieb. Selbst der Zug fährt hier pünktlich. Im Propädeutikum bessern wir die Deutschkenntnisse auf, schließen eventuelle fachliche Lücken, führen ins selbstständige wissenschaftliche Arbeiten ein und informieren über die Besonderheiten des deutschen Studiensystems. Zum Vorsemester gehört zudem ein interkulturelles Training. Es soll helfen, mit typischen Situationen an einer Hochschule zurecht zu kommen – ob mit Hierarchien oder Kritik, der Verbindlichkeit von Absprachen, Zeitmanagement, Teamarbeit, Kommunikation im Seminar und in der Sprechstunde. Ganz nebenbei lässt sich so auch die Zeit bis zum Studienbeginn sinnvoll überbrücken.

Wenn das Propädeutikum erfolgreich ist, dann wird es auch die Studienzeit internationaler Studierender verkürzen. Und das kommt uns als Hochschule nicht zuletzt bei der Reakkreditierung unserer Studiengänge zugute.

Sie bauen auch die Kooperationen mit internationalen Hochschulen aus. Wo liegen künftig die Schwerpunkte? Die Hauptklientel unserer internationalen Studierenden kommt aus den Entwicklungsländern – und das, obwohl wir hier noch keine Kooperationen zu Hochschulen aufgebaut haben. Weil sich das jetzt ändern soll, planen wir Kooperationen in Asien, Nahost und Lateinamerika. Die ersten Schritte sind getan. Im vergangenen Jahr hat die Hochschule Fulda sich beim Aufbau der Vietnamese-German University engagiert. Ein Projekt, das vom Präsidium intensiv begleitet wurde. Wir sind Gründungsmitglied dieser Hochschule, die auf Initiative des Landes Hessen als Universität nach deutschem Modell entstanden ist. Und wir planen, mit zwei Studiengängen dort vertreten zu sein: Pflege und Elektrotechnik. Ein anderes Beispiel ist die German-Jordanian University, die seit 2005 besteht. Zum Wintersemester 2008/2009 hat der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik die ersten fünf Studierenden aufgenommen.

Forschung und Entwicklung

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Wissenschaftliche Weiterbildung

Maßgeschneidert für Berufstätige Lebenslanges Lernen – die Zeiten, in denen es ausreichte, einmal eine Ausbildung zu absolvieren und mit diesem Wissen das ganze Berufsleben zu bestreiten, sind längst vorbei. Wer heute mit dem rasanten technischen und wissenschaftlichen Fortschritt mithalten und den steigenden Anforderungen an fachliche und persönliche Kompetenzen gewachsen bleiben will, der muss vor allem eines tun: sich weiterbilden. Für die Hochschule Fulda ist wissenschaftliche Weiterbildung eine Kernaufgabe. Wissenschaftlich, das heißt in diesem Fall: anwendungsorientiert auf Basis des aktuellsten Stands von Wissenschaft und Forschung. Vor dem Hintergrund wissenschaftlich fundierter Theorieansätze bearbeiten die Teilnehmer der Weiterbildungsangebote reale Problemstellungen und Fallbeispiele. Gleichzeitig bringen sie ihre beruflichen Erfahrungen als wichtige fachliche Ressource in die Programme ein. Voraussetzung für die Zulassung ist dementsprechend eine mindestens einjährige einschlägige Berufstätigkeit. Um zu gewährleisten, dass die Weiterbildungsangebote neben dem Beruf absolvierbar sind, werden sie explizit auf die Anforderungen von Berufstätigen zugeschnitten. Und das bedeutet: Ein möglichst großer Teil des Studiums lässt sich von Zuhause online absolvieren, also zeitlich und räumlich flexibel.

Die Weiterbildungsangebote sind entweder als Masterstudiengang konzipiert, der den Anforderungen an ein konsekutives Masterprogramm entspricht und zu derselben Qualifikation führt. Oder sie schließen mit einem Zertifikat ab. Solche Angebote stehen auch qualifizierten Fachkräften ohne Hochschulabschluss offen. Im Berichtszeitraum entstanden zwei berufsbegleitende Masterstudiengänge: Public Health Nutrition und Supply Chain Management. Das auf Logistiker zugeschnittene Angebot stieß allerdings nicht auf die erhoffte Resonanz. Für die Zukunft heißt das: noch genauer die Bedürfnisse der Zielgruppen zu analysieren. Als Zertifikatsprogramm entstand die Weiterbildung Palliative Care, die den Blick auf die besonderen Bedürfnisse und Wünsche des schwerkranken und sterbenden Menschen und seiner Angehörigen richtet. Ebenfalls als Zertifikatsprogramm angelegt war die Schuldnerberatung. Sie lief besonders erfolgreich, denn sie griff eine immer größer werdende Herausforderung in der Sozialarbeit auf: die Beratung verschuldeter Haushalte. Entsprechend groß war die Nachfrage – auch weit über die Region Fulda hinaus. Neu konzipiert im Berichtszeitraum wurde zudem das Zertifikatsprogramm Intercultural and European Management for Non-Profit-Organisations.

Forschung und Transfer

Ins Netz gegangen Die Hochschule Fulda engagiert sich im Clusternetzwerk Engineering-High-Tech (EHC) der Wirtschaftsregion Fulda. Die Initiative, die von den Unternehmen der Region angestoßen wurde, ist als eine von 15 hessischen Clusterinitiativen im Juni 2008 vom hessischen Wirtschaftsministerium ausgezeichnet worden. Sie erhielt Fördergelder in Höhe von 25 000 Euro. Und so sieht der spezifische Beitrag der Hochschule Fulda im Clusternetzwerk aus:

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Präsidiumsbericht 2007–2008

Prof. Dr. Bolli Björnsson und Prof. Dr. Bernd Cuno, beide Fachbereich Elektrotechnologie und Informationstechnologie, bringen ihr Know-how in die Arbeitsgruppe Technologie und Forschung und Entwicklung ein. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, neue Technologien auf den Markt zu bringen. Sie will auf diese Weise dazu beitragen, das Profil der Region Fulda als High-Tech-Region zu stärken. Sabine Schäfer, Referentin für Weiterbildung, arbeitet in der Gruppe Personalrecruiting und Weiterbildung mit, die für die am Cluster beteiligten Unternehmen Weiterbildungsangebote konzipiert.


Existenzgründung

Kontaktstelle für EU-Praktika

Tricksen überflüssig

Praxiserfahrung im Ausland sammeln

Am Anfang war es bloß eine Diplomarbeit. Matthias Schwinn entwickelte zusammen mit einem Kommilitonen ein Verfahren zur 3D-Landschaftsvisualisierung in Echtzeit. Es ermöglicht, auf herkömmlichen Computersystemen Landschaften in bislang einmaliger Komplexität und Performanz zu visualisieren. Erstmals werden Flüge vom Orbit bis auf die Oberfläche und zurück möglich. Und in Animationsfilmen muss nicht mehr getrickst werden. Dann kam die Gründungsidee: Schwinn und zwei seiner Kommilitonen wollten dieses Verfahren als Soft- und Chip-Hardware zur Verfügung stellen. BiteTheBytes nannten sie sich jetzt. Der Name ihres Produktes: Cloddy. Die drei Diplominformatiker ließen sich von der START-Agentur, der Anlaufstelle für Gründungsinteressierte an der Hochschule Fulda, beraten und stellten dann gemeinsam mit der Hochschule einen Exist-Seed-Antrag beim Projektträger Jülich. Der stufte Cloddy als hochinnovativ ein und erkannte zudem den Gründungswillen und notwendigen „Unternehmerbiss“ des Teams. 70 000 Euro für Sach- und Personalmittel erhielten die drei Gründer als Förderung. Damit konnten sie sich ein Jahr voll und ganz der Entwicklung ihres Produkts widmen. Die START-Agentur stellte ihnen einen Büroraum im Fulda Transfer zur Verfügung und begleitete das Team mit Beratung, Coaching und dem ACS-Existenzgründungsseminar. Den Lohn für die intensive Arbeit gab es auf der CeBIT 2009. Das Interesse an Cloddy war groß und die drei Gründer konnten wichtige Kontakte zu Firmen knüpfen.

Erasmus Placements nennt sich das Programm, das Studierende während ihres Praktikums im Ausland mit monatlich 350 Euro unterstützt und sie auf den Praxiseinsatz im Ausland vorbereitet. Bis 2010 werden etwa 100 Stipendien pro Jahr vergeben. Die Hochschule Fulda hat die Koordination des hessischen Hochschulnetzwerkes für EU-Praktika übernommen. Die Regionale Kontaktstelle für EU-Praktika betreiben die Hochschule und das Institut inter.research e. V. gemeinsam.

Praktikum in Uganda

Mit anderen Augen „Im Sommer 2007 absolvierte ich mein Praktikum bei Africa Renewal Ministries in Uganda, einer christlichen NGO, die sich vor allem um die Förderung von Kindern und Jugendlichen kümmert. Ich habe internationale Teams betreut, in Kinderdörfern gearbeitet und Portfolios von Waisen sowie gesponserten Kindern erstellt. Positiv war, dass ich sehr selbstständig arbeiten konnte. Sich in der fremden Kultur zurechtzufinden und zu organisieren, war allerdings eine große Herausforderung. Einen Kulturschock hatte ich zwar nicht. Doch das stundenlange Warten – für Ugander völlig normal – war für mich gewöhnungsbedürftig. Heute weiß ich: Ich habe viel gelernt, vor allem habe ich interkulturelle Kompetenzen erworben. Bevor man ein solches Praktikum antritt, sollte man sich bewusst sein, dass es in einem Dritte-Welt-Land normal ist, ständig angesprochen und mit Dingen konfrontiert zu werden, die man aus Deutschland nicht kennt.“ Annabell Böhm Forschung und Entwicklung

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3 | Verwaltung 34

Reformieren und Profilieren

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Qualit채tsmanagement

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Geb채udesanierungen

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Pressearbeit, Moduldatenbank, Elektronisches Vorlesungsverzeichnis


Verwaltung

Reformieren und Profilieren Behutsame Reform der Organisationsstruktur Eine Organisation dient der Erreichung bestimmter Ziele und der Erfüllung bestimmter Aufgaben. Deshalb ist sie so zu wählen, dass Ziele und Aufgaben effizient und effektiv erfüllt werden. Die Bewertung auch neuer Ziele und Aufgaben sowie die Hinterfragung der bestehenden Organisation daraufhin, ob sie die Ziele und Aufgaben gut erfüllen kann, ist also eine Daueraufgabe – auch der Hochschulverwaltung. In den letzten Jahren ist die Bedeutung der internen und externen Kommunikation enorm gestiegen. Personelle Ausstattung und organisatorische Verankerung der Hochschulkommunikation erwiesen sich als unzureichend, um den Anforderungen gerecht zu werden. Stark dezentrale Strukturen waren einer Erreichung der gesteckten Ziele nicht förderlich. Deshalb wurden die Zuständigkeiten für die Kommunikation der Hochschule in einer eigenen Abteilung gebündelt und durch eine Stelle verstärkt. Um eine enge Anbindung an die Arbeit des Präsidiums zu gewährleisten, wurde die Abteilung Hochschulkommunikation als Stabsstelle des Präsidiums unter der Leitung des Kanzlers gegründet. Schon kurze Zeit nach Besetzung der Leitungsstelle war die Hochschule Fulda in den regionalen, aber auch überregionalen Medien deutlich präsenter. Hinzu kommt eine qualitative Verbesserung der Kommunikation in nahezu allen Bereichen und Formaten der Hochschulkommunikation. Ähnlich gestaltete sich die Situation im Bereich des Qualitätsmanagements, einem der großen Reformthemen der vergangenen Jahre an deutschen Hochschulen. Die Hochschule Fulda arbeitet seit Jahren an einem IT-gestützten prozessorientierten Qualitätsmanagementsystem. Das war eine hervorragende Grundlage für die Beteiligung am Wettbewerb „Qualitätsmanagement an Hochschulen“ des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft und der Heinz-Nixdorf-Stiftung. Das erfolgreiche Abschneiden ermöglichte, zwei zusätzliche Stellen im Bereich des Qualitätsmanagements zu finanzieren.

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Präsidiumsbericht 2007–2008

Daneben galt es, das bestehende Forschungsprojekt aus dem Fachbereich Oecotrophologie in eine dauerhafte Organisationsform zu überführen. Hierzu wurde eine Stabsstelle für strategisches Management und Qualitätsmanagement gegründet, die mit den beiden neuen Stellen und der bestehenden Mitarbeiterin aus dem Forschungsprojekt besetzt wurde. Da das Fuldaer Modell eine enge Verknüpfung von Qualitätsmanagement und strategischem Management vorsieht, war eine enge Anbindung an die Arbeit des Präsidiums notwendig. Dies kommt in der Organisation als Stabsstelle zum Ausdruck. Im Bereich des Controllings konnten durch den Weggang einer Stelleninhaberin die bislang verteilten Zuständigkeiten für das Finanzcontrolling zusammengefasst und damit das Finanzcontrolling in der Abteilung Planung und Controlling verstärkt werden: Das operative Controlling (Finanzcontrolling) war zunächst in der Haushaltsabteilung angesiedelt, das strategische Controlling formal in der Abteilung Planung und Controlling, dort aber wesentlich zur Unterstützung des operativen Controllings eingesetzt sowie zur Erstellung des Kostenträgerberichtes. Das strategische Controlling ist in diesem Zuge in der Abteilung strategisches und Qualitätsmanagement angesiedelt worden.

Verbesserung der räumlichen Ausstattung Nach Bezug der Gebäude L, M und P hat die Hochschule Fulda mit der Sanierung der Gebäude N und O begonnen mit dem Ziel, ein Gebäude dem Fachbereich Sozialwesen zur Verfügung zu stellen und eines mit Seminar- und Veranstaltungsräumen zu schaffen, die von allen Fachbereichen genutzt werden können. Daneben liefen die Vorbereitungen für die Entscheidung über den Neubau der Hochschule Fulda. Hier ist es gelungen, durch die Festlegung des Raumprogramms in Verhandlung mit dem hessischen Wissenschaftsministerium und dem hessischen Finanzministerium die Grundlage für die weiteren Planungen zu legen. So entstand eine Ausbauperspektive für die Hoch-


schule Fulda, die wesentlich über den restriktiven Vorgaben der HIS liegt. Zudem wurden mit dem Ankauf des Itrageländes und den Planungen für ein Parkhaus auf dem Itragelände die Weichen für einen weitgehend verkehrsfreien Campusraum gestellt, der Voraussetzung ist für eine hohe Aufenthaltsqualität auf den Freiflächen des Campus.

Umsetzung Hochschulpakt 2020 Bis zum Jahr 2020 wird die Zahl der Studienberechtigten aufgrund der demographischen Entwicklung und doppelter Abiturjahrgänge erheblich steigen. Gleichzeitig steigt aufgrund des Strukturwandels der deutschen Volkswirtschaft die Nachfrage nach Hochschulabsolventen auf dem Arbeitsmarkt. Daneben verlangt der internationale Wettbewerb eine weitere Profilierung der deutschen Hochschulen in der Forschung. Die mit diesen Entwicklungen verbundenen Chancen sollen genutzt werden, um den notwendigen wissenschaftlichen Nachwuchs zu sichern und die Innovationskraft in Deutschland zu stärken. In der Säule eins des Hochschulpaktes 2020 haben Bund und Länder die Bereitstellung von 90 000 zusätzlichen Studienplätzen in den alten Bundesländern im Vergleich zum Jahr 2005 vereinbart. Für deren Finanzierung wird eine Pauschale von viermal 4250 Euro in Hessen bezahlt. Die Hochschule Fulda hat den Hochschulpakt 2020 schon früh als Chance begriffen, um einerseits einen gesellschaftlich notwendigen Bei-

trag zur Sicherstellung von Ausbildungschancen der nachwachsenden Schülergeneration zu leisten und andererseits eine Verknüpfung mit ihrem langfristigen Ausbauziel herzustellen. Deshalb hat sie in den Verhandlungen mit dem Hessischen Wissenschaftsministerium eine zusätzliche Aufnahme von Studienanfängern vorgeschlagen. In den Verhandlungen zwischen dem Ministerium und den Hochschulen wurde dann ein Aufwuchs um zunächst 110 zusätzliche Studienanfänger im Vergleich zu 2005 vereinbart. Diese Zahl soll bis zum Jahr 2010 auf 121 Studienanfänger steigen. Für die interne Umsetzung des Hochschulpaktes 2020 war es dann notwendig, ein Mittelverteilungsmodell zu entwickeln, das trotz der Unterfinanzierung der Studienplätze aus dem Hochschulpakt 2020 eine Anreizwirkung auf Fachbereiche entfaltet. Dazu wurde ein Modell entwickelt, das unter Verzicht auf Verrechnung mit bestehenden Stu-dierendenzahlen einen Großteil der zur Verfügung stehenden Mittel den Fachbereichen unmittelbar und direkt pro Kopf zuweisen soll. Mit der Immatrikulation zum Wintersemester 2008 wurde deutlich, dass die Hochschule Fulda neben der TU Darmstadt die einzige hessische Hochschule war, die ihre Verpflichtung im Rahmen des Hochschulpaktes 2020 erfüllt hat. Dies bildet die Basis für Gespräche mit dem Hessischen Wissenschaftsministerium über das weitere Wachstum der Hochschule Fulda. Carsten Feller, Kanzler der Hochschule Fulda Verwaltung

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Qualitätsmanagement

Transparente Prozesse

„Die Hochschule Fulda spielt in der ersten Liga“. Mit dieser Meldung feierte die Hochschule Fulda im Januar 2008 die erfolgreiche Teilnahme an der Ausschreibung „Qualitätsmanagement an Hochschulen“ des Stifterverbands und der HeinzNixdorf-Stiftung. 68 Hochschulen, darunter viele renommierte Universitäten, hatten einen Antrag eingereicht. Doch nur vier Hochschulen erhielten den Zuschlag für eine Förderung in Höhe von jeweils 300 000 Euro bis zum Jahr 2010. „Ein Geheimnis des Erfolgs ist wohl, dass die Hochschule Fulda seit Jahren mit und an einem IT-gestützten Qualitätsmanagementsystem arbeitet“, meint Prof. Dr. Johann Janssen aus dem Fachbereich Oecotrophologie, der das Projekt von Anfang an federführend begleitet hat. Diese Vorarbeiten sollen nun zu einem vorbildhaften, strategischen Qualitätsmanagement ausgebaut werden, das als integrierter Bestandteil des Hochschulmanagements eine nachhaltige Umsetzung der Hochschulstrategien unterstützen soll. Gerade im Zusammenhang mit dem Reformprozess eines europäischen Bildungsraumes kommt dem Qualitätsmanagement an den deutschen Hochschulen eine wachsende Bedeutung zu. Zudem ist ein funktionierendes Qualitätsmanagement im Bereich von Studium und Lehre Voraussetzung für die Systemakkreditierung. Die Hochschule geht mit ihrem Ansatz des Qualitätsmanagementsystems darüber hinaus.„Mit Hilfe der kontinuierlichen Verbesserungsprozesse werden wir unsere Position innerhalb der deutschen Hochschullandschaft in den Bereichen von Lehre, Forschung und Dienstleistungen schon bald deutlich verbessern“, ist

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Präsidiumsbericht 2007–2008


Carsten Feller, Kanzler der Hochschule und im Präsidium für das Qualitätsmanagement zuständig, überzeugt. Vieles kann, einiges muss verbessert werden: Die Zahl der Studienabbrecher soll vermindert, die der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen erhöht werden, die Forschung intensiviert, Lehre und Studiensituation verbessert und die Dienstleistungsabläufe von Bibliothek, Rechenzentrum und Verwaltung sollen optimiert werden. Zu den großen Stärken des Qualitätsmanagementsystems der Hochschule Fulda gehört die übersichtliche Darstellung der Geschäftsprozesse im Intranet. Hierzu wird der Ablauf von Entscheidungen und von Arbeitsvorgängen in Zusammenarbeit mit den betroffenen Mitarbeitern festgelegt und veranschaulicht. Schon bei der Festlegung der Prozesse werden vielfach Verbesserungsmöglichkeiten sichtbar. Die einfache Darstellung der Geschäftsprozesse, also des „Wer-tut-wann-was“, schafft zudem nicht nur eine höhere Transparenz für alle Beteiligten, sie ermöglicht auch eine bessere Überprüfung der Effektivität und Effizienz. Das Qualitätsmanagement soll nun mit dem strategischen Management der Hochschule verknüpft und zu einer Quality Scorecard ausgebaut werden. Allerdings hat diese Strategieentwicklung auch zu einer intensiven Diskussion über die Beteiligung von Hochschulgremien, etwa des Senats, geführt. Um eine breitere Partizipation und letztlich eine bessere Akzeptanz des Qualitätsmanagementsystems zu erreichen, wurde die Senatskommission „QM und dessen Verknüpfung zum strategischen Management“ geschaffen. Diese Kommission wird künftig bei allen erfolgskritischen Prozessen im Qualitätsmanagementsystem beteiligt und stellt die Einbindung aller Hochschulmitglieder sicher.

Auch wenn es noch nicht völlig implementiert ist, beweist das Qualitätsmanagementsystem bereits jetzt seine Wirksamkeit. Beispielhaft sind einige besonders relevante Bereiche: ▷ Berufungsverfahren: Das Berufungsverfahren an der Hochschule Fulda enthält klare Vorgaben bezüglich der Struktur- und Entwicklungsplanung, der Stellenausstattung usw. Dadurch wird bei der Berufung ein Bezug zu den strategischen Zielen des Fachbereichs und der Hochschule hergestellt und gleichzeitig eine Beschleunigung der Verfahren erreicht. Die Berufungsverfahren werden nun in nur rund sechs Monaten erfolgreich abgeschlossen. ▷ Prüfungsorganisation: Die Hochschule Fulda verfügt über ein einheitliches Prüfungsverfahren statt vormals acht. Jeder Fachbereich wickelte zuvor individuell seine Prüfungsorganisation mit dem Prüfungsamt ab, was zu einer hohen Komplexität führte. ▷ Einrichtung eines Studienganges/Akkreditierung/Reakkreditierung: Dieser Prozess befindet sich in der ersten Bewertungsphase. Der erste Durchlauf zeigte, dass Verbesserungspotenziale in dem Verfahren liegen.

Verwaltung

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Gebäudesanierungen

Zwischen Tradition und Zukunft Der Umbau der drei Gebäude an der Leipziger Straße L, M und P war gerade fertiggestellt, da begannen schon die nächsten Baumaßnahmen in den bislang nur provisorisch genutzten Gebäuden N und O. Und die brachten gleich mehrere Herausforderungen mit sich: Gebäude N galt es von einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude in ein modernes Seminargebäude zu überführen und dabei die Anforderungen des Denkmalschutzes zu beachten. „Deshalb ließen sich auch nicht alle Wünsche der künftigen Nutzer berücksichtigen“, sagt Edith Wiegand, Leiterin der Abteilung Liegenschaften, die mit ihrem Team und dem Hessischen Baumanagement die Maßnahmen plante und in die Tat umsetzte. „Für uns lautete die Prämisse: die Anforderungen des Denkmalschutzes und die der Nutzer möglichst substanzschonend umzusetzen.“ Gebäude O, in das der Fachbereich Sozialwesen einziehen sollte, war weniger bautechnisch eine Herausforderung. Erfahrungen aus den vorangegangenen Umbaumaßnahmen konnten hier in die Planungen und Ausführungen einfließen. Vielmehr waren es die logistischen Anforderungen, die Planer und Organisatoren forderten. Um den Studienbetrieb so wenig wie möglich zu stören, musste der Baustellenbetrieb – eingerahmt von Gebäuden, in denen der Lehrbetrieb weiterlief, und im Verkehrszentrum der Hochschule gelegen – gut organisiert werden. Es galt einen verbindlichen Zeitplan einzuhalten, um den schon früh fixierten Umzugstermin (Februar 2009) einhalten zu können. Die künftigen Nutzer wurden aktiv eingebunden, so beispielweise bei der Festlegung der Geräte und Möbel für die Ersteinrichtung des Gebäudes.

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Präsidiumsbericht 2007–2008

„Optimal läuft nie alles auf einer Baustelle“ resümiert Edith Wiegand. „Wir haben eine Menge positiver wie negativer Erfahrungen gemacht. Aber genau das ist gut. Denn so haben wir ein gutes Polster für die weitere bauliche Entwicklung der Hochschule Fulda aufgebaut.“


Pressearbeit

Moduldatenbank

Präsenter in der Region

Projekt erfolgreich abgeschlossen

Kompakt auf einer Seite die neuesten Infos aus der Hochschule: Seit Sommer 2008 gibt es die Campus-Seite im Marktkorb am Sonntag, der Wochenzeitung für die Region. Mit Veranstaltungstipps, Interviews, Projekteinblicken und Studierenden, die berichten, warum sie in Fulda studieren, was ihnen an der Hochschule gefällt und was weniger. Nach einer ersten Phase des Ausprobierens mit noch unregelmäßigen Erscheinungsterminen hat sich ein festes Datum etabliert: Infos vom Campus gibt es immer am ersten Sonntag im Monat.

In der im Studienjahr 2007/2008 eingerichteten und veröffentlichten hochschulweiten Moduldatenbank der Hochschule Fulda sind die akkreditierten Bachelor- und Masterstudiengänge in über 550 Modulen detailliert beschrieben. Aktuelle Modulhandbücher, Studienverlaufspläne oder einzelne Modulbeschreibungen erhalten per Mausklick nicht nur Studierende, Mitarbeiter und Lehrende, sondern auch Studieninteressierte, die sich über das Studienangebot der HFD informieren möchten. „Diese nun hergestellte Transparenz soll den Studierenden einerseits mehr Flexibilität bei der Wahl der Module ermöglichen und andererseites die Mobilität der Studierenden unterstützen“, betont die Vizepräsidentin für Lehre und Studium, Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller. Die Moduldatenbank basiert auf der Software QISPOS/LSF (Lehre, Studium, Forschung) der HIS GmbH. Das Projekt „Aufbau einer Moduldatenbank an der Hochschule Fulda“ konnte im Januar 2008 erfolgreich abgeschlossen werden.

Elektronisches Vorlesungsverzeichnis

Immer auf dem Laufenden Das elektronische Vorlesungsverzeichnis in QISPOS/LSF baut auf der Moduldatenbank auf. Die tabellarischen Studiengangpläne ermöglichen den Studierenden eine auf den Kalendertag bezogene, stets aktuelle Einsicht in die Termine für Vorlesungen, Übungen und Praktika. In den persönlichen Stundenplan nehmen die Studierenden nur jene Veranstaltungen auf, die sie tatsächlich belegen. Terminänderungen erfahren sie direkt bei einem Blick in den persönlichen Stundenplan. In Zusammenarbeit mit dem Pilotfachbereich Lebensmitteltechnologie wurde das elektronische Vorlesungsverzeichnis für die Studiengänge Bachelor „Lebensmitteltechnologie“ und Master „Food Processing“ angeboten.

Verwaltung

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4 | Hochschulleben 42

Hereinspaziert, Ausprobiert, Erforscht

43

Getüftelt, Gejazzt, Gefeiert

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Präsentiert

45

Thematisiert, Vorausgedacht, Erinnert

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Referiert, Eingeworben, Reflektiert

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Platziert, Mitgelaufen, Nachgefragt


Hereinspaziert Der Tag der offenen Tür lockte im Mai 2008 rund 1000 Schülerinnen und Schüler auf den Campus. Sie informierten sich in speziellen Veranstaltungen der Fachbereiche, besuchten Seminare und Vorlesungen und ließen sich von der Zentralen Studienberatung zum Übergang von der Schule in die Hochschule beraten. Die am häufigsten gestellten Fragen: Gibt es einen NC? Wie steht es um internationale Kooperationen? Und wie persönlich ist die Atmosphäre an der Hochschule Fulda?

Ausprobiert Gar nicht so einfach, der Aufbau der Leonardobrücke. Aber diese Jungen und Mädchen meisterten die Aufgabe schließlich mit Bravour. Vor allem Schulklassen kamen im Juni 2008 zur Ausstellung in der Sparkasse am Buttermarkt, in der die Hochschule Fulda im Rahmen der Tage der Forschung Exponate des Mathematikums Gießen präsentierte. Und die Schülerinnen und Schüler erlebten: So spannend, so greifbar kann Mathematik sein. Parallel stellten sich dreizehn Forschungsprojekte der Hochschule Fulda der Öffentlichkeit vor.

Erforscht Früh übt sich in der Kinderuniversität, einem Projekt der Kinder-Akademie und der Hochschule Fulda. Da ging es 2008 um den Unterschied zwischen Krankenversicherung und Gameboy sowie um die Fragen, wie Gummibärchen in den Supermarkt kommen und warum Süßigkeiten im Supermarkt auf Kinderaugenhöhe stehen. Interaktive Übungen inklusive. Das Programm hat die Wünsche der kleinen Forscher im Alter von acht bis zwölf Jahren offensichtlich erfüllt: 39 024 Besuche zählte die Kinderuniversität in der Zeit von Oktober 2007 bis September 2008.

42

Präsidiumsbericht 2007–2008


Getüftelt „Ich bleibe, bis die Glühbirne brennt“, sagte eine der Teilnehmerinnen und tüftelte tatsächlich so lange, bis das Licht leuchtete. Am Girls’ Day Ende April 2008 besuchten 76 Mädchen aus den Klassen 5 und 6 die Veranstaltungen der Hochschule Fulda. Weitere Themen: die chemische Zusammensetzung einer Kartoffel, der Blick einer Programmiererin auf die Welt, das Programmieren von Handys und der Weg zur Professorin in Wirtschaftsrecht.

Gejazzt Dass es eine entscheidende Lücke im kulturellen Leben an der Hochschule Fulda gibt, fanden einige Studierende und gründeten im Sommer 2008 die Hochschul-Big-Band. Seitdem gibt es auch Swing und Jazz auf dem Campus.

Gefeiert 25 Jahre alt wurde der Fachbereich Oecotrophologie. Verglichen mit theologischen, juristischen oder medizinischen Fakultäten an altehrwürdigen Universitäten, mag das noch kein Alter sein. Für eine relativ junge Disziplin an einer ebenso jungen Hochschule fühlt sich das anders an. Da sind 25 Jahre eine beachtliche Zeit. Denn in diesen 25 Jahren haben fast 1300 Absolventen ihr Studium erfolgreich abgeschlossen und Verantwortung in Beruf und Gesellschaft übernommen. Und der Fachbereich hat intensive Kooperationen aufgebaut: mit anderen Fachbereichen der Hochschule Fulda, mit anderen Hochschulen und mit Unternehmen in der Region. Grund genug, das Jubiläum gebührend zu feiern. Rund 280 Gäste, Alumni, Ehemalige, Freunde und Partner kamen zur Festveranstaltung und fanden hier hinreichend Gelegenheit zum fachlichen und persönlichen Austausch. Hochschulleben

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Präsentiert CeBIT – Ein Instrument zu entwickeln für Klimasteuerung in historischen Gebäuden, das hilft, beispielsweise Kunstgegenstände oder Bücher zu erhalten, das ist das Ziel des Projekts PRÄVENT. Was dazu benötigt wird sind Klimadaten wie Temperatur, Licht und Feuchte. Und um diese zu gewinnen, bedarf es zahlreicher Sensoren, die ihre Daten an einen Rechner melden, allerdings ganz ohne Kabel. Daher entstand ein Bluetooth-Sensornetzwerk mit batteriegetrieben Funkmodulen, die möglichst wenig Energie verbrauchen. Auf dem Hochschulgemeinschaftsstand des Technologie Transfernetzwerk Hessen in Hannover stellte der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Hochschule Fulda diese Technologie vor. Brau Beviale – Auf der international bedeutenden Messe der Getränkewirtschaft demonstrierte der Fachbereich Lebensmitteltechnologie gemeinsam mit einem Kooperationspartner die hygienegerechte Gestaltung einer StickstoffKleinmengen-Dosieranlage. Hintergrund: Spritzer in Abfüllanlagen bilden ein potenzielles Nährmedium für Mikroorganismen. Die Technologie kann in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, bei der Abfüllung biotechnischer Produkte und in der Pharmaindustrie zum Einsatz kommen und erlaubt die exakte Dosierung von Kleinmengen flüssigen Stickstoffs. Bildungsmesse – Um Studieninteressierte in der Region zu beraten, war die Hochschule Fulda im Februar 2008 auf der Bildungsmesse Fulda vertreten. Unter anderem stellte der Fachbereich Angewandte Informatik dort seine neuen Studiengänge Bachelor Wirtschaftsinformatik und Master Angewandte Informatik vor. Veranstalter der Messe: das Amt für Arbeit und Soziales, die Industrie- und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft und die Agentur für Arbeit Fulda.

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Präsidiumsbericht 2007–2008


Thematisiert Wie entwickelt sich die Sozialpolitik in Europa weiter? Ist die europäische Stadt ein Auslaufmodell? Wie sieht die Rechts- und Justizreform im Südkaukasus aus? Antworten darauf gaben die Fuldaer Abende. Sie schlagen eine Brücke zwischen der Forschung und Anwendungsfragen des Sozialrechts, der Migration und der Sozialpolitik.

Vorausgedacht Zukunft denken – das ist der Anspruch des Fuldaer Salons. Zweimal im Jahr wird der Fuldaer Fürstensaal zum gesellschaftlichen Treffpunkt, zur Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft. Studierende und Bürgerschaft kommen mit renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, mit Vor-Denkern ins Gespräch. Auf dem Programm standen 2007/2008 der Generationenkonflikt und die Frage, ob wir eine neue Kultur des Helfens brauchen sowie die Vision einer sozial und ökologisch verantwortlichen Wirtschaftsweise, für die wir die Ökonomie neu erfinden müssen. Es geht um Verantwortung, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Ermutigung als Zielkategorien für das vor uns liegende Jahrhundert.

Erinnert Nekrologien dienten im Mittelalter der Erinnerung. In ihnen waren die Namen all jener notiert, derer man im Gebet zu gedenken hatte. Aus dem Kloster Fulda sind solche Handschriften und Inkunabeln erhalten, etwa die Totenannalen des Klosters Fulda (9. bis 11. Jh.) mit dem Eintrag für König Konrad I. und das Kapiteloffizium vom Frauenberg (15. Jh.). Beide zählen zum Schatz der Hochschul- und Landesbibliothek (HLB). Aus Anlass der gesponserten Sanierung der beiden Werke hielt Weihbischhof Prof. Dr. Karlheinz Diez einen Vortrag in der HLB. Thema: Memoria – Aspekte kirchlicher und liturgischer Erinnerung. Hochschulleben

45


Referiert Die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger war im Oktober 2007 zu Gast in der Reihe Praxisreport. „Familie ja – eigene Kinder vielleicht?“, lautete der Titel ihres Vortrags. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, Studentinnen und Studenten der Sozialpädagogik grundsätzliche, weitreichende und praxisnahe Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche der sozialen Arbeit und deren Nachbargebiete zu ermöglichen.

Eingeworben

Reflektiert „Resilienz fördern, Ressourcen stärken – frühe Hilfen für Kinder und ihre Familien“ lautete der Titel der Fachtagung der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e. V. im April 2008. Kooperationspartner waren das Hessische Sozialministerium, der Landkreis MarburgBiedenkopf und der Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda. Und dort fand die Tagung auch statt. Landesweit waren Multiplikatorinnen und Multiplikatoren des Gesundheits-, Sozial-, Bildungs- und Jugendhilfebereichs sowie Akteure aus Wissenschaft und Politik eingeladen, um Konzepte aus Wissenschaft und Praxis kennenzulernen und zu reflektieren.

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Präsidiumsbericht 2007–2008

Orangen-Dattel-Salat aus Marokko, Miso-Suppe aus Japan und Brigadeiros, eine Köstlichkeit aus Brasilien. Dazu russischer Hip Hop, der fast schon Akrobatik war, lateinamerikanische Rhythmen und orientalischer, balinesischer und afrikanischer Tanz. Die Mischung war bunt auf dem Internationalen Abend im Sommer 2008, einer Benefizveranstaltung zugunsten des Fördervereins für internationale Studierende, mit der der Förderverein zugleich sein zehnjähriges Jubiläum feierte. 350 Gäste kamen an die Hochschule, darunter auch Vertreter der Stadt Fulda. Rund 1000 Euro brachte der Abend in die Kasse des Vereins. Die Gelder kommen Studierenden in der Schlussphase des Studiums zugute, damit sie sich auf ihre Abschlussarbeiten konzentrieren können. Acht bis zehn Stipendien vergibt der Verein jährlich.


Platziert Der Hochschulsport feierte einen großen Erfolg: Timo Honstein belegte bei den StudierendenWeltmeisterschaften im Radsport mit einer Zeit von 47:05:19 Minuten den siebten Platz im Zeitfahren. Der 25-jährige Spitzensportler war damit der bestplatzierte deutsche Teilnehmer bei den Meisterschaften im niederländischen Nijmegenn.

Mitgelaufen 153 Sportlerinnen und Sportler stark war das Team der Hochschule Fulda beim GWV-Challenge-Lauf im Mai 2008. Das waren nicht nur 40 Prozent mehr Teilnehmer als im Jahr zuvor. Die Hochschule Fulda hatte auch das zweitgrößte Team auf die Beine gestellt. Besonders erfreulich: Alle Starter und Starterinnen kamen nach der rund sechs Kilometer langen Stecke unversehrt und vor allem gut gelaunt im Ziel an. Schnellster Mann der Hochschule war Phillip Reher, der in der Gesamtplatzierung den 17. Platz belegte. Bei den Frauen lief Ellen Westphal als erste des Hochschulteams und als zweite insgesamt ins Ziel.

Nachgefragt Initiativen, mehr Frauen für Männerberufe zu begeistern, gibt es zuhauf. Doch wie sieht der Berufsalltag von Frauen in Männerberufen aus? Das fragte Dr. Franziska Schreyer vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in ihrem Vortrag „Allein unter Männern“ in der Reihe frauen@hs-fulda. Die Antwort war ernüchternd: Frauen mit einem Abschluss in Maschinenbau, Elektrotechnik oder Informatik sind gegenüber ihren männlichen Ex-Kommilitonen meist benachteiligt und doppelt so häufig arbeitslos. Ihr Fazit: Die Arbeitswelt muss sich wandeln, um dauerhaft mehr Frauen in Männerdomänen zu integrieren. Hochschulleben

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5 | Zahlen, Daten, Fakten


1. Studierende nach Fachbereichen

Fachbereich

WS 2004/05

WS 2005/06

davon

Angewandte Informatik Elektrotechnik und Informationstechnik Lebensmitteltechnologie Oecotrophologie Pflege und Gesundheit Sozial- und Kulturwissenschaften Sozialwesen Wirtschaft Ausländische Studierende davon Bildungsausländer Gesamt

WS 2006/07

davon

WS 2007/08

davon

WS 2008/09

davon

davon

ges. wbl.

ges. wbl.

ges. wbl.

ges. wbl.

ges.

wbl.

846

114

809

109

825

97

764

86

753

81

381

31

410

33

433

41

447

50

535

77

331

198

338

200

340

206

356

220

384

244

389

323

405

342

420

357

423

367

438

379

386

285

435

324

474

348

449

335

514

394

211

157

270

203

337

251

364

274

428

327

840 977

625 460

806 972

615 443

808 939

595 428

757 838

536 355

751 940

543 407

426

247

398

224

394

217

430

207

564

271

307

194

289

180

305

179

352

177

479

235

4367 2221 4445 2269 4576 2323 4398 2223 4743 2452

2. Studienanfänger nach Studiengängen 2.1. Studienanfänger nach Studiengängen – Studienbeginn im Wintersemester (1. Fachsemester) Studiengang

WS 2004/05

WS 2005/06

davon

Angewandte Informatik, B. Sc. Wirtschaftsinformatik, B. Sc Angewandte Informatik, M. Sc. Electronic Business, M. Sc.

50

WS 2006/07

davon

WS 2007/08

davon

WS 2008/09

davon

davon

ges. wbl.

ges. wbl.

ges. wbl.

ges. wbl.

147

21

134

18

146

7

116

11

94

9

70

14

27

3

26

6

23

4

33

8

31

7

27

6

ges. wbl.


2.1. Studienanfänger nach Studiengängen – Studienbeginn im Wintersemester (1. Fachsemester), Fortsetzung Studiengang

WS 2004/05

WS 2005/06

davon

ges. wbl. Elektrotechnik und Informationstechnik, B. Eng. Wirtschaftsingenieurwesen, B. Eng. Prozesstechnik, B. Eng. Lebensmitteltechnologie, B. Sc. Food Processing, M. Sc. Oecotrophologie, B. Sc. Public Health Nutrition, M. Sc. Gesundheitsförderung, B. Sc. Gesundheitsmanagement, B. Sc. Pflege, B. Sc. Pflegemanagement, B. Sc. Public Health, M. Sc. ICEUS, M. A. Sozialrecht,LL. B. BASIB, B. A. Soziale Arbeit B. A. Internationale Betriebswirtschaftslehre, B. A. Betriebswirtschaftslehre, Dipl. International Management, M. A. Bachelorstudiengänge Masterstudiengänge Diplomstudiengänge (auslaufend) Gesamt

WS 2006/07

davon

ges. wbl.

WS 2007/08

davon

ges. wbl.

WS 2008/09

davon

ges. wbl.

davon

ges. wbl.

51

1

50

1

50

3

44

1

61

1

75

13

66

9

77

13

80

28

101

0

3

1

5

1

10

5

120

72

80

45

75

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85

54

94

58

5

3

8

4

5

4

76

63

80

71

79

67

87

75

98

86

20

17

8

7

23

22

33

28

33

28

32

25

41

34

40

36

46

43

63

46

55

43

54

40

48

37

48

35

21

14

28

19

26

18

25

15

26

19

22 38 50 39 158

17 32 32 26 119

14 31 46 36 153

9 25 36 32 108

16 30 47 38 168

11 25 31 31 125

9 32 52 43 171

8 24 36 33 124

34 31 47 94 151

26 28 34 74 116

41

29

35

20

113

63

120

57

123

64

75

37

72

29

42

23

39

16

38

17

30

18

46

22

356

262

633

381

870

452

916

508 1096

614

128

78

107

54

142

81

118

68

193

111

594

239

234

74

47

31

1078

579

974

574 1298

725

509 1059

564 1034

51


2.2. Studienanfänger nach Studiengängen - Studienbeginn im Sommersemester Studiengang

SS 2004

SS 2005

davon

ges. wbl. Food Processing, M.Sc.

SS 2006

davon

ges. wbl.

SS 2007

davon

ges. wbl.

SS 2008

davon

ges. wbl.

davon

ges. wbl.

7

4

3

3

Physiotherapie, B.Sc.

24

16

28

19

30

24

28

21

25

14

Angewandte Informatik, M.Sc.

51

1

50

1

50

3

44

1

61

1

Soziale Arbeit (Onlinestudiengang), B.A.

28

23

30

27

30

20

28

19

29

24

48

21

38

23

41

19

51

24

83

36

3

1

5

1

10

5

123

76

142

89

165

94

Soziale Arbeit – Gemeindepsychiat. u. Sozialraumentw., M. A. Internationale Betriebswirtschaftslehre, B. A. Gesamt

100

60

96

96

teilw. Dipl.

teilw. Dipl.

2.3. Studienanfänger nach Studiengängen – Kooperative Studiengängen mit Immatrikulation an einer anderen Hochschule: WS 2004/05

WS 2005/06

WS 2006/07

WS 2007/08

WS 2008/09

ges.

ges.

ges.

ges.

ges.

Pädagogik für Pflege- und Gesundheitsberufe, M. A. (Uni Kassel)

7

17

11

28

International Food Business and Consumer Studies M. Sc. (Uni Kassel)

14

14

40

Physiotherapie, M. Sc. (Uni Marburg); Aufnahme im Sommersemester

35

22

18

27

Gesamt

42

53

43

Studiengang

52

95

58


3. Studierendenmobilität

Ins Ausland

04/05

05/06

06/07

07/08

24

36

35

29

1

9

5

2 51 78 36

4 49 89 39

7 64 115 35

7 70 111 31

Outgoings Gesamt

114

128

150

142

Aus dem Ausland Sokrates/Erasmus Sonstige

19 7

22 6

15 –

15 1

Incomings Gesamt

26

28

15

16

Sokrates/Erasmus Sonstige geförderte Auslandsaufenthalte Regionalpartnerschaften Hochschulpartnerschaften Studium Gesamt Praktika

53


4. Internationale Hochschulpartnerschaften 4.1. Erasmus-Partnerhochschulen Land

Hochschule

Bulgarien Estland Finnland

Nov Bulgarski Univesitet, Sofia Tartu School of Health Care EVTEK Institute of Technology, Espoo of Salford University of Kuopio Helsinki Metropolia University of Applied Sciences, Espoo Central Ostrobothnia Polytechnik, Kokkola Diakonia-Ammattikorkeakoulu, Pieksämäki Université d’ Avignon et des Pays Vaucluse Université de Paris XII – Val de Marne E.N.I.T.I.A.A., Nantes Université Michel de Montaigne, Bordeaux ESCI Fontainebleau T.E.I. Athen University of Salford Cork Institute of Technology University College Cork University of Latvia Università di Padova Università degli Studi di Verona Latvijas Lauksaimniecïbas Universitãte, Jelgava Kaunas University of Medicine Hogeschool van Utrecht Avans Hogeschool Oslo University College Fachhochschulstudiengänge Burgenland Warsaw Agricultural University Uniwersytet Adama Mickiewicza, Poznan Szkola Glowna Gospodarstwa Wiejskiego (SGGW), Warszawa Szczecin University, Szczecin Universitatea „Transilvania“ din Brasov Scoala Nationala de Studii Politice si Administrative, Bucuresti University Babes-Bolyai, Cluj-Napoca West University of Timisoara Växjö University Universitet Umeå Uppsala Universitet Hochschule Wädenswil The Slovac University of Agriculture, Nitra Universidad de La Laguna, Tenerife Universidad Pontificia de Salamanca Universidad de Murcia Universitat de Lleida Universidad de Huelva Universitat Autónoma de Barcelona, Cerdanyola del Vallès

Frankreich

Griechenland Großbritannien Irland Italien Lettland Litauen Niederlande Norwegen Österreich Polen

Rumänien

Schweden Schweiz Slowakei Spanien

54


4.1. Erasmus-Partnerhochschulen, Fortsetzung Land

Hochschule

Tschechien

Univerzita Palackého v Olomouci Masaryk University, Brno University of Pardubiceersity of Pardubiceof Salford Marmara Üniversitesi, Instanbul Izmir University of Economics Szent István University, Gödöllö Corvinus University of Budapest

Türkei Ungarn

4.2. Hochschulweite Partnerschaften mit Hochschulen im außereuropäischen Ausland Land

Hochschule

Australien Jordanien Korea Peru Russland

University of the Sunshine Coast, Maroochidor German-Jordanian University, GJU, Amman Sungkyunkwan University, Seoulrsity of Pardubiceof Salford Universidad Privada Antenor Orrigo, Trujillo Moskauer Staatliche Industrie Universität, Sergiev Posad Interregional Institute of Economics and Law, Saint Petersburg Saint Petersburg State Univertity of Service and Economics, Saint Petersburg

55


5. Forschung 5.1. Geförderte Drittmittelprojekte, eingeworbene Drittmittel und Zahl der drittmittelfinanzierten Personen nach Drittmittelgebern

Drittmittelgeber Drittmittelgeber

Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AIF)

Drittmittel Drittmittel in € 2007 2008

Personen Personen 2007 2008

5

6

399.661,00

333.831,00

8

9

4

3

122.969,00

48.305,00

5

2

2

1

4.200,00

17.800,00

0

1

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

1

1

83.125,00

38.950,00

3

2

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

3

3

74.508,00

181.487,00

4

9

2

2

153.160,00

109.458,00

2

2

2 1 4

2 2 2

120.865,00 5.000,00 65.810,00

121.199,00 18.000,00 153.615,00

0 0 2

0 0 5

10

11

281.217,00

533.010,00

2

0

Andere Bundesministerien Andere Ministerien

56

Projekte Projekte 2007 2008

Europäischer Sozialfonds (ESF) Europäische Union Körperschaften Stiftungen Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) Industrie Sonstiges

2

1

86.400,00

37.000,00

2

2

12 6

16 9

193.264,00 96.253,00

324.870,00 117.489,00

1 1

4 1

Gesamt

54

59

1.686.432,00

2.035.014,00

30

37


5.2. GefĂśrderte Drittmittelprojekte, eingeworbenen Drittmittel und Zahl der drittmittelfinanzierten Personen nach Fachbereichen Zentralverwaltung/ Projekte zentrale Einrichtungen 2007 2008 Angewandte Informatik 4 4 Elektrotechnik und 6 4 Informationstechnik Oecotrophologie 6 6 Lebensmitteltechnologie 7 14 Pflege und Gesundheit 8 8 Sozial- und Kultur1 3 wissenschaften Sozialwesen 6 4 Wirtschaft 1 1 Zentralverwaltung/ 15 15 zentrale Einrichtungen Gesamt

54

59

Drittmittel in â‚Ź 2007 2008 196.594,00 103.465,00

Personen 2007 2008 5 5

219.234,00

161.589,00

4

4

328.825,00 154.603,00 254.019,00

304.557,00 256.699,00 280.330,00

2 3 5

3 5 9

60.810,00

54.209,00

3

2

88.279,00 2.500,00

111.840,00 5.405,00

6 0

4 0

381.568,00

756.920,00

2

5

1.686.432,00

2.035.014,00

30

37

57


6. Personalia 6.1. Stellenplan 2008 (Köpfe)* Struktureinheit

Hochschullehrer/innen 20

Mittelbau

Gesamt

16

36

11

13

24

FB Lebensmitteltechnologie

12

16

28

FB Oecotrophologie FB Pflege und Gesundheit FB Sozial- und Kulturwissenschaften FB Sozialwesen FB Wirtschaft Hochschul- und Landesbibliothek Weitere zentrale Einrichtungen Zentralverwaltung

11 14

15 19

2 33

17

13

30

21 20

16 7

37 27

42

42

29

29

90

90

126

276

402

FB Angewandte Informatik FB Elektrotechnik und Informationstechnik

Gesamt *Stichtag 31. 12. 2008

6.2. Entwicklung der Beschäftigtenzahl 2002–2008* Statusgruppe Professorinnen/ Professoren Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen Administrativ-technische Mitarbeiter/innen Gesamt *Stichtag 31. 10. 2008

58

2002

2004

2006

2008

102

113

113

121

54

63

70

100

119

124

131

164

275

300

314

385


7. Personalveränderungen (Lehrende) Berufungen ▷ Prof. Dr. Christopher Beermann Fachbereich: Lebensmitteltechnologie Lehrgebiet: „Mikrobiologie/Biologie“ ▷ Prof. Dr. Uli Sann Fachbereich: Sozialwesen Lehrgebiet: „Methoden und Theorien von Beratung und Psychotherapie“ ▷ Prof. Dr. Kathrin Becker-Schwarze Fachbereich: Sozialwesen Lehrgebiet: „Recht der Sozialen Arbeit mit dem Schwerpunkt Familienrecht“ ▷ Prof. Dr. Daphne Hahn Fachbereich: Pflege und Gesundheit Lehrgebiet: „Gesundheitswissenschaften und Empirische Sozialforschung“ ▷ Prof. Dr. Thilo Schlott Fachbereich: Pflege und Gesundheit Lehrgebiet: „Humanbiologie und Statistik“

Vertretungsprofessuren ▷ Prof. Dr. Christel Beier, Fachbereich Sozialwesen ▷ Prof. Dr. Thomas Wüst, Fachbereich Sozialwesen ▷ Prof. Dr. Rudolf Pape, Fachbereich Pflege und Gesundheit ▷ Prof. Dr. Dr. Ilse Hedwig Heberlein, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften

Ausgeschieden ▷ Prof. Dr. Gisela Baumgratz-Gangl, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften

Pensionierungen ▷ Prof. Dr. Reinhard Gillner, Fachbereich Angewandte Informatik ▷ Prof. Dr. Kurt-Jürgen Feldmann, Fachbereich Sozialwesen ▷ Prof. Dr. Peter Krahulec, Fachbereich Sozialwesen ▷ Prof. Dr. Silvia Verspermann, Fachbereich Sozialwesen

59


8. Ehrungen und Preise

▷ Hessischer Integrationspreis, verliehen durch die Hessische Landesregierung an den Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Oktober 2007 ▷ DAAD-Preis für hervorragende ausländische Studierende, verliehen vom Deutschen Akademischen Austauschdienst Liya Izmaylova, Studentin des Fachbereichs Wirtschaft, Oktober 2007 ▷ Ehren-Professur (Professor honorario), verliehen durch die Universidad Privada Antenor Orrego (UPAO), Peru Prof. Dr.-Ing. Peter Peinl, Fachbereich Angewandte Informatik, Dezember 2007 ▷ Qualitätsmanagement an deutschen Hochschulen, verliehen durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die Heinz Nixdorf Stiftung, Hochschule Fulda, Januar 2008 ▷ 365 Orte im Land der Ideen, verliehen durch die Initiative 365 Orte im Land der Ideen, Projekt Naschgarten unter Leitung von Prof. Dr. Beate Blättner, Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller und Prof. Dr. Henny Annette Grewe, Fachbereiche Pflege und Gesundheit sowie Oecothrophologie, Januar 2008 ▷ Ewald-Vollmar-Preis, verliehen von der Ewald-Vollmer-Stiftung Marco Trabert, Fachbereich Angewandte Informatik, Februar 2008 Jochen Gärtner, Fachbereich Angewandte Informatik, Juli 2008 Andreas Winterholler, Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, Februar 2008 Stefan Gaab, Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, Juli 2008

60


9. Organe und Gremien

Senat Stimmberechtigte Mitglieder im Berichtszeitraum: ▷ Prof. Dr. Jan-Torsten Milde

▷ Antje Springer

▷ Prof. Dr. Bettina Bussmann

▷ David Betschel

▷ Prof. Dr. Peter Haller

▷ Anne-Kathrin Bolender

▷ Prof. Dr. Henny Annette Grewe

▷ Martin Hudasch

▷ Prof. Dr. Heinrich Bollinger

▷ Timo Menkens

▷ Prof. Dr. Klaus Stegmüller

▷ Gosbert Orschel

▷ Prof. Dr. Petra Gromann

▷ Heinz Kohn

▷ Prof. Dr. Hans-Wolfgang Platzer

▷ Dr. Dieter Wittmann

▷ Prof. Dr. Peter Finzer

Hochschulrat Im Berichtszeitraum hatte der Hochschulrat folgende Zusammensetzung: ▷ Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Bundesamtes für Naturschutz a. D. und Geschäftsführer des Fachverbands Kartonverpackungen für flüssige Nahrungs- mittel e. V. (FKN) ▷ Helmut Sorg, Präsident der IHK Fulda ▷ Alois Früchtl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Fulda ▷ Dr. Michael Imhof, Staatliches Schulamt Fulda ▷ Prof. Dr. med. Reiner Dölp, ehem. Klinikdirektor und Leitender Ärztlicher Direktor des Klinikums Fulda (bis zum 31. 07. 2008) ▷ Prof. Dr. Marianne Meinhold, Dipl. Psychologin – Lehrstuhl für psychologische und pädagogische Grundlagen in der Sozialarbeit, Ev. FH Berlin (bis zum 28.02.2008) ▷ Dr. Andreas Keller, Leiter des Vorstandsbereichs Hochschule und Forschung bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (seit dem 01. 04. 2008) ▷ Prof. Dr. Michael Stawicki, Präsident der Hochschule für Angewandte Wissen schaften Hamburg (seit dem 01. 04. 2008)

61


10. Haushalt

Haushalt Ausgaben/Einnahmen

2007

2008

Personalausgaben Sachausgaben Investitionen Gesamtausgaben Landeszuschuss Sondermittel Drittmittel Verwaltungseinnahmen Studienbeiträge Mittel aus dem Qualitätsverbesserungsgesetz

18.612.067 4.748.736 2.465.212 25.826.015 19.709.200 1.299.366 1.686.432 2.614.625 634.737 –

21.852.418 6.077.889 2.046.987 29.977.294

Gesamteinnahmen

25.944.360

30.615.801

Studienbeiträge Wintersemester 07/08 und Sommersemester 2008 Erlöse Kosten und Investitionen Noch zu verauslagende Mittel Stand: 01. 12. 2008

62

21.639.200 1.801.245 1.826.968 2.869.053 1.740.687 738.648

EUR 2.389.219,22 2.234.849,50 154.369,72


Kosten

EUR

Personal davon Professoren Lehrbeauftragte Wissenschaftliches Personal Lehrbeauftragte für besondere Aufgaben/Lektoren Wissenschaftliche Hilfskräfte Studentische Hilfskräfte Administratives Personal Technisches Personal Sonstige Personalgruppen Sonstige Personalkosten Sachkosten davon Literatur Aus-, Fort- und Weiterbildung Exkursionen Gastvorträge Materialaufwand Büro- und EDV-Material Dienstleistungen Reisekosten Öffentlichkeitsarbeit Instandhaltung Abschreibungen Raumkosten übrige Mieten Overhead

1.254.839,04

Gesamt

1.770.378,80

190.234,02 82.205,02 343.825,80 47.640,49 18.717,10 183.550,43 126.521,13 78.453,87 61.565,56 122.125,22 515.539,76 159.960,27 423,29 81.474,35 16.585,72 19.035,04 19.035,04 49.382,91 13.781,17 6.318, 14 99.195,08 12.986,49 812,75 235,70 51.265,42

Lizenzen Erworbene Software Wissenschaftliche Anlagen und Geräte EDV und Medien Geringwertige Anlagen und Maschinen Sonstige Anlagen und Maschinen Sonstige Betriebsausstattung Büromaterial und Organisationsmittel Medienbestand Bibliothek Geringwertige Vermögensgegenstände, Betriebs- und Geschäftsausstattung

87.135,98 3.808,00 39.263,75 200.525,29 52.440,95 14.047,75 49.652,75 11.800,81 2.591,82

Gesamt

464.470,70

3.203,60

63



Präsidiumsbericht 2007-2008