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Präsidiumsbericht 2009–2010


Impressum

Herausgeber Der Präsident der Hochschule Fulda Berichtszeitraum Januar 2009 – Dezember 2010 Konzeption Dr. Antje Mohr Texte Hochschule Fulda Konzeption und Gestaltung Grafik Designerin Andrea Froneck-Kramer

Fotos

Hochschule Fulda, Seite: 7, 12, 19, 20, 30, 37, 58, 61, 63, 64, 65 Archiv FFM (Hochschule Fulda) Seite: 60 (oben) Prof. Dr. Monika Alisch, Seite: 63 (oben) Christoph Seelbach, Seite: Cover/vorne, 14/15, 32/33, 56/57 Jens Hermann, Seite: 8/9, 24/25, 38/39, 62, 67, Cover/hinten Andrea Froneck-Kramer, Seite: 21, 22, 26, 36, 41, 44/45, 50, 53, 54, 59, 60 fotolia.de:, Seite 42, 43, 49 iStockfoto.com, Seite: Seite 23, 31

Hochschule Fulda Marquardstraße 35 36037 Fulda 0661-9640-0 www.hs-fulda.de

Papier: „Reprint Deluxe“


Hochschule Fulda Präsidiumsbericht 2009–2010


Inhalt

2 Impressum

6 Vorwort

1 |  Strategische Ausrichtung

10 Wissen, wohin die Reise geht

12 Interview mit Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar

2 | Lehre und Studium

16 Rekorde über Rekorde · Finalrunde erreicht · Erfolgreich prostestiert

17 Bessere Betreuung · Ein Plus an Service · Neue Studiengänge

18 Zweigleisig lernen · Interview mit Vizepräsidentin für Forschung und Entwicklung Prof. Dr. Dorit Bölsche 20 Die Verbindung von Genuss und Gesundheit · Kompetenzen für Tutorinnen und Tutoren 21 Ausgezeichnet für Gleichstellung von Frauen und Männern · Nachwuchswissenschaftlerinnen fördern

22 Ein Zimmer für Familien · Kinder flexibel betreuen

23 Wenn der Druck zu groß wird · Zertifikat überreicht

3 | Forschung und Entwicklung

26 Die Forschung ausbauen · Spitzenpositionen erreicht

27 Wissenschaftliche Zentren

28 Allein unter Unis · Gute Perspektiven für FH-Master

29 Open House

30 Existenzgründung

4 | Internationales 34 Gleiche Startbedingungen für alle · Gut positioniert, aber Optimierungsbedarf

35 Rekordbeteiligungen zwei Jahre in Folge

36 John-Gumperz-Lectures eingerichtet · Zusammenarbeit mit Theologischer Fakultät 37 Fahrräder für internationale Studierende · Geschäftsbeziehungen geknüpft 5 | Wissenschaftliche Weiterbildung 40 Bildungsangebote für Berufserfahrene · Ein neuer Typus Studierender kommt an die Hochschule 41 Für bessere Beratung in Ernährungsfragen · Fundierte rechtliche Kenntnisse erwerben

4

42 Sozialkompetenz studieren · Regional stark nachgefragt

43 Neue Studienprogramme

Präsidiumsbericht 2009 –2010


Inhalt

6 | Strukturen und Organisation 46 Spatenstich bei Eis und Schnee · Pakt geschlossen – Sicherheit gewonnen

47

Weichen für die Zukunft gestellt

48 Ein neuer Mittelpunkt

49 Auf dem Weg zum Campus · Lang ersehnt, jetzt realisiert · Maßnahmen aus dem Konjunkturprogramm II

50

Interview mit dem Kanzler Carsten Feller

52 Transparenz durch Vollkostenrechnung

53 Der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet

54 Interview mit Vizepräsident für Studium und Lehre Prof. Dr. Christian Schrader 7 | Hochschulleben 58 Neue Handschrift in der Hutten-Sammlung · Erstsemester werden Filmstars · Zu Gast beim Bundespräsidenten

59 Live im Deutschlandradio · Mond oder doch nur Hollywood?

60 Archiv „Flucht und Migration“ übernommen · Crossover – das neue Hochschulmagazin 61 Doktorandenprojekt in aller Munde · HLB zeigt Amnesty-Wander- ausstellung · Innovativste Geschäftsidee gesucht

62 Per Klick in die Bibliothek · Blick in die Zukunft

63 Gesundheitstag · Pressekonferenz · Crosslauf

64 Forschung auf Messen präsentiert · In die Spitzengruppe geklettert

65 Wanderausstellung

8 | Zahlen, Daten, Fakten 68 1. Studierende nach Fachbereichen 2. Studienanfänger nach Studiengängen

71 3.  Personalia

73 4. Ehrungen und Preise

74 5.  Personalveränderungen 2009

76 6.  Personalveränderungen 2010

77 7. Zusammensetzung des Präsidiums

78 8. Organe und Gremien

80 9. Haushalt

82 Administrative Struktur der Hochschule Fulda Inhaltsverzeichnis

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Vorwort Die weitreichenden Veränderungen im deutschen Hochschulsystem, aber auch in Europa und weltweit, haben die vergangenen Jahre stark geprägt und sich auch auf unsere Hochschule nachhaltig ausgewirkt. Die Entwicklungen in diesem Jahrzehnt wurden maßgeblich durch die sogenannte Bologna-Reform bestimmt. Im Berichtszeitraum standen darüber hinaus die Finanzkrise, die Diskussion um die Novellierung des hessischen Hochschulgesetzes, das Ringen der hessischen Hochschulen um ein neues Mittelverteilungsmodell sowie die Vorbereitung auf die stark steigenden Studierendenzahlen im Mittelpunkt. Es ist davon auszugehen, dass sich die Hochschulen auch weiterhin mit einer sehr hohen Dynamik auf immer neue Herausforderungen und Aufgaben einstellen müssen. Das Anfang 2010 in Kraft getretene neue hessische Hochschulgesetz gewährt den Hochschulen mehr Autonomie und überträgt ihnen gleichzeitig erhöhte Verantwortung und neue Aufgaben. Aus Sicht der Fachhochschulen ist die Aufnahme von kooperativen Promotionsverfahren in das Gesetz eine wichtige und zu begrüßende Entwicklung. Auch wenn das Promotionsrecht nach wie vor ausschließlich bei den Universitäten liegt, kann die Betreuung und Begutachtung einer Promotion nun auch durch Professorinnen und Professoren der Fachhochschulen erfolgen. Das Präsidium der Hochschule Fulda hatte sich während der Diskussion um die Novellierung des Hochschulgesetzes stark für diese neuen Möglichkeiten eingesetzt. Mit der Aufnahme der kooperativen Promotionen in das hessische Hochschulgesetz ist nun ein wichtiges Zeichen für den Ausbau der Forschung an Fachhochschule gesetzt worden. Das harte Ringen um ein faires, leistungsorientiertes Mittelverteilungsmodell innerhalb der staatlichen hessischen Hochschulen hat sich ebenfalls gelohnt. Der Verteilungsschlüssel orientiert sich nun sehr viel stärker an den tatsächlichen Studierendenzahlen an den Hochschulen. Hiervon profitiert die Hochschule Fulda in besonderem Maße, da der prozentuale Aufwuchs im Vergleich zu anderen Hochschulen

6

Präsidiumsbericht 2009 –2010

überdurchschnittlich groß ist. Der 2010 unterzeichnete hessische Hochschulpakt für die Jahre 2011 bis 2015 bietet den hessischen Hochschulen eine deutlich verlässlichere Planungsgrundlage. Auch innerhalb der Hochschule ergaben sich Veränderungen. Im Zuge der Wahl des Präsidenten Ende 2008 formierte sich auch das Präsidium neu. 2009 wurde Frau Prof. Dr. Dorit Bölsche zur Vizepräsidentin für Forschung und Entwicklung gewählt, Herr Prof. Dr. Christian Schrader zum Vizepräsidenten für Lehre und Studium. Zum Ende des Sommersemesters 2009 wurde die langjährige Vizepräsidentin für Lehre und Studium, Frau Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller, aus dem Amt verabschiedet. Sie prägte seit 2004 den Bereich Lehre und Studium und hat sich in dieser Zeit um die Hochschule Fulda außerordentlich verdient gemacht. Hierfür gebührt ihr eine hohe Anerkennung und großer Dank. Das neue Präsidium der Hochschule Fulda initiierte im Folgenden eine intensive hochschulinterne Diskussion über die zukünftige Ausrichtung und die gemeinsamen strategischen Ziele und Visionen. Alle verantwortlichen Gremien einigten sich schließlich im Konsens auf die Grundsätze der strategischen Zielsetzung unserer Hochschule, auf deren Grundlage dann die weitere Entwicklungsplanung aufbaut. Die strategischen Zielsetzungen enthalten auch ein klares Bekenntnis zu einem weiteren Wachstum der Hochschule Fulda. Mit Blick auf die stark steigenden Studierendenzahlen, die insbesondere durch die doppelten Abschlussjahrgänge an den Gymnasien, die Aussetzung der Wehrpflicht sowie die geburtenstarken Jahrgänge entstehen, kommt den Hochschulen in Deutschland eine große gesellschaftspolitische Verantwortung zu. Die Hochschule Fulda wird sich dieser Verantwortung stellen und wie bereits in der Vergangenheit große Anstrengungen unternehmen, neue Studienplätze und neue Studienangebote zu schaffen, um möglichst vielen jungen Menschen die Chance auf eine hervorragende Bildung zu geben. Trotz dieses Wachstums wollen wir alles daran setzen, eine persönliche und überschaubare Hochschule zu bleiben, mit intensiver Betreuung und engen Kontakten zwischen den Studierenden und den Lehrenden. Die baulichen Voraussetzungen für hervorragende Studienbedingungen werden derzeit geschaffen. Ein neuer, zusammenhängender Campus entsteht. Im Zentrum der Bauaktivitäten aus dem HEUREKA Programm stehen die Neubauten der Bibliothek, der Mensa und des Student Service Centers. Aber auch die Außenanlagen des Campus werden neu gestaltet und sollen zu einer sehr hohen Aufenthaltsqualität beitragen. Im Rahmen der Konjunkturprogramme des Bundes und der Länder war es außerdem möglich, längst fällige und seit langem geplante Modernisierungsmaßnahmen zu realisieren.


Die Forschung zählt zu den gesetzlichen Kernaufgaben auch der Fachhochschulen und hat in den vergangenen Jahren insbesondere an der Hochschule Fulda stark an Bedeutung gewonnen. Die Aufnahme der Hochschule Fulda in die Europäische Universitätsvereinigung (EUA) als erste deutsche Fachhochschule und als erste europäische Hochschule ohne Promotionsrecht ist eine hohe Auszeichnung und Anerkennung der Forschungsaktivitäten an unserer Hochschule. Angesichts der nach wie vor äußerst schwierigen Rahmenbedingungen für Forschung an deutschen Fachhochschulen war dies nur durch das außergewöhnlich große und erfolgreiche Engagement der vielen Forschenden an unserer Hochschule möglich. Auf diesem Wege wollen wir weitergehen und uns unter den forschungsstarken Fachhochschulen in Deutschland nachhaltig etablieren.

Präsidiumsbericht nun vor. Aufgrund der Fülle der Themen ist es uns nicht möglich, über alle Aktivitäten und Ereignisse gleichermaßen zu berichten, so dass wir uns auf eine exemplarische Auswahl an Themen beschränken müssen.

Zum Schluss noch eine Anmerkung in eigener Sache: Das Präsidium berichtet den Hochschulgremien und der Öffentlichkeit regelmäßig über die Entwicklung der Hochschule Fulda. Um diese Berichterstattung stärker an den Bedürfnissen der unterschiedlichen Zielgruppen auszurichten, haben wir uns 2009 entschlossen zwei getrennte und inhaltlich unterschiedliche Berichte zu verfassen. Im Jahresrhythmus legt das Präsidium dem Senat zeitnah einen Rechenschaftbericht über das abgelaufene Jahr vor. Darüber hinaus werden wir alle zwei Jahre etwas umfassender und aufwändiger eine breite Öffentlichkeit über die Entwicklungen und Veränderungen an der Hochschule informieren. Für die Jahre 2009 und 2010 liegt Ihnen dieser

Prof. Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda

Mein herzlicher Dank gilt den Mitgliedern des Präsidiums sowie insbesondere den Beschäftigten der Hochschule. Ob in den Fachbereichen, den zentralen Einrichtungen oder der Verwaltung: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben durch ihr großes Engagement und die erfolgreiche Arbeit dazu beigetragen, die Hochschule Fulda erfolgreich weiterzuentwickeln. Danken möchte ich auch den Mitgliedern unseres Hochschulrates, die uns hochkompetent und vertrauensvoll beraten und unterstützt haben. Bei der Lektüre unseres Präsidiumsberichts wünsche ich Ihnen viel Freude.

Vorwort

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1 | Strategische Ausrichtung 10

Wissen, wohin die Reise geht

12

Interview mit Hochschulpr채sident Prof. Dr. Karim Khakzar


Strategie

Wissen, wohin die Reise geht Die deutsche Hochschullandschaft befindet sich Strategische Zielsetzung (Vision) seit längerem in einem grundlegenden WanAusgehend von diesen Strategiefeldern entwickelten sich in viedel. Dabei stehen die Hochschulen nicht nur in len Diskussionen und Gesprächen die maßgebenden Grundsätze einem verstärkten Wettbewerb auf nationaler der strategischen Zielsetzung (Vision) der Hochschule Fulda, die und internationaler Ebene. Sie müssen darüber der Senat der Hochschule Fulda am 2. Dezember 2009 verabschiehinaus auch den wissenschaftspolitischen Fordete. Sie lauten: derungen nach Deregulierung und dem damit einhergehenden Ausbau der Autonomie, der „Auf Basis des geltenden Leitbildes ist die Hochschule Fulda eine Profilbildung sowie der Neubestimmung des auf alle Studierenden ausgerichtete, die Vielfalt ihrer Mitglieder Verhältnisses von Forschung und Lehre nach- berücksichtigende, in regionale und internationale Netzwerke kommen und den Anwendungs- und Praxisbe- eingebundene Campus-Hochschule mit einem breiten und attrakzug stärken. An Bedeutung gewinnt daher die tiven Studienangebot.“ strategische Ausrichtung einer Hochschule. Das heißt: Die Hochschule Fulda hat sich in den vergan, Studienanfängerinnen und -anfängern mit unterschiedlichen genen beiden Jahren intensiv mit dieser Frage und individuellen Studienvoraussetzungen bietet die Hochauseinandergesetzt. Begonnen hatte der Stra schule Fulda sehr gute Studienbedingungen und Entwick- tegiebildungsprozess im Jahr 2009. Ausgangs lungsmöglichkeiten, die unter anderem unabhängig von Her- punkt war eine Klausurtagung des Präsidiums, kunft, Hochschulzugangsberechtigung oder Geschlecht sind. in der folgende sechs Strategiefelder festgelegt , Die Hochschule Fulda respektiert und berücksichtigt die unter- wurden: schiedlichen Lebensumstände und Bedürfnisse ihrer Hoch- , Qualität von Studium und Lehre schulmitglieder. , Forschung , Den künftigen Herausforderungen stellt sie sich mit einem strategisch begründeten Wachstum: Mit dauerhaft 6.000 Stu- , Wissenschaftliche Weiterbildung dierenden und einem vielfältigen, aufeinander abgestimmten , Internationalisierung Fächerspektrum steigert sie ihre Sichtbarkeit und Attraktivität in Lehre und Forschung. , Ausbau der Hochschule , Personalentwicklung

C C

Präsidiumsbericht 2009 –2010

Welche Prozesse sind erfolgskritisch und wie müssen diese Prozesse ablaufen, um die erwünschten Ergebnisse zu erziehlen?

C

Kausalkette

C

Prozessperspektive

Struktur- und Entwicklungsperspektive

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Anhand welcher Ergebnisse wird deutlich, dass wir die Strategie erfolgreich umgesetzt haben?

Welche Fähigkeiten und Strukturen und welche Ressourcen sind von wesentlicher Bedeutung, um diese kritischen Prozesse zu beherrschen?

Strategieumsetzung

Ergebnisperspektive


, Die Hochschule Fulda ist eine persönliche, überschaubare Hochschule mit intensiven Kontakten zwischen Lehrenden und Lernenden und einem attraktiven Campus. , Im Sinne eines intensiven Wissens- und Technologietransfers und einer stärkeren Internationalisierung pflegt sie die Kon takte in regionalen, nationalen und internationalen Netzwer- ken, insbesondere zu internationalen Partnerhochschulen. Die Hochschule Fulda setzt exzellente Lehre um und ist eine forschungsstarke Hochschule. Forschung und Lehre sind aufeinander ausgerichtet und zeichnen sich dadurch aus, dass sie interdisziplinär und anwendungsorientiert sind. Ausgezeichneten Absolventinnen und Absolventen bietet die Hochschule Fulda die Möglichkeit zur Promotion.

Basierend auf dieser Vision entstand schließlich in 2010 die deutlich detailliertere Entwicklungsplanung der Hochschule Fulda für den Zeitraum 2011 bis 2015. Diese Entwicklungsplanung sowie die Neuverhandlung der Zielvereinbarung zwischen der Hochschule Fulda und dem Wissenschaftsministerium bieten die Möglichkeit, auch intern den Abschluss von Zielvereinbarungen mit den Fachbereichen erneut aufzugreifen. So wird das Handeln auf allen Ebenen an den Strategien der Hochschule ausgerichtet.

Das heißt: , Die Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Fulda erhalten mit dem Studienabschluss eine solide Bildung und Berufsbefähigung, um in einer zunehmend globalen Arbeits welt zu bestehen und die Entwicklungen von Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur verantwortungsbewusst und kritisch voranzubringen. , Die Hochschule Fulda steht für anwendungsorientierte Lehre und Forschung auf hohem wissenschaftlichen Niveau. , Im Sinne der Einheit von Lehre und Forschung fließen die Erkenntnisse der anwendungsorientierten Forschungsaktivitä- ten in die Lehre ein. , Ausgezeichneten Absolventinnen und Absolventen bietet die Hochschule Fulda vor allem im Rahmen von Forschungspro- jekten die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung, zum Beispiel in Form einer kooperativen Promotion. , Sie fördert insbesondere solche Vorhaben, die interdisziplinär aufgebaut sind und eine Zusammenarbeit von Mitgliedern aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Fachbereichen unter- stützen.

Strategische Ausrichtung

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Interview

Quo vadis, HFD? Herr Khakzar, die Hochschule Fulda hat sich in den vergangenen beiden Jahren intensiv mit der eigenen strategischen Ausrichtung beschäftigt. Wieso war dies so wichtig? Die Hochschullandschaft verändert sich mit großer Geschwindigkeit und es kommen immer neue Aufgaben und Herausforderungen auf uns zu. Da ist es sehr wichtig, dass die Hochschule als Ganzes eine abgestimmte Vorstellung von den zukünftigen Zielen besitzt. Viele interne und externe Entscheidungen können nur getroffen werden, wenn die Richtung, in die wir gehen wollen, klar ist. Mit der strategischen Zielsetzung oder Vision haben wir uns darüber verständigt, was die Hochschule langfristig erreichen will. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren intensiv und sicherlich auch kontrovers über den Kurs der Hochschule diskutiert. Die Interessen an einer Hochschule sind vielfältig und manches Mal auch schwer unter einen Hut zu bekommen. Wichtig war uns, dass wir einen möglichst breiten Konsens finden, der dann auch von vielen getragen wird. Ich bin sehr froh, dass wir uns in allen wichtigen Gremien auf die gemeinsamen Ziele einigen konnten. Im Rahmen der Diskussionen und Verhandlungen mit dem Ministerium über den Hochschulpakt 2011 bis 2015 und die Zielvereinbarungen konnten wir uns dann immer wieder an diesen Richtlinien orientieren. Was sind die entscheidenden Grundzüge des Konzepts an der Hochschule Fulda? Was sind die nächsten Schritte? Herausforderungen wie der demografische Wandel stehen ja auch der Hochschule Fulda bevor. Insbesondere aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge, der Aussetzung der Wehrpflicht sowie der insgesamt geburtenstarken Jahrgänge drängt eine immer größere Zahl von Studieninteressierten an die Hochschulen in Deutschland.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, noch einmal deutlich zu wachsen, weil wir unsere gesellschaftliche Verantwortung den jungen Menschen gegenüber wahrnehmen wollen. In der Lehre, unserem Kerngeschäft, wollen wir inhaltlich attraktiv und einzigartig bleiben. Wir streben nach wie vor eine überdurchschnittlich hohe Qualität der Lehre und hervorragende Studienbedingungen für die Studierenden an. Und die gewährleisten wir unter anderem durch einen hohen Praxis- und Anwendungsbezug der Lehrveranstaltungen, kleine Gruppengrößen und eine Lehre, die auf Studierende mit stark unterschiedlichen Hochschulzugangsvoraussetzungen ausgerichtet ist. Dabei ist uns völlig klar, dass diese beiden Ziele – hohe Qualität und steigende Studierendenzahlen – mitunter einen Spagat bedeuten, der uns alles abverlangt. Neben der Lehre soll in Zukunft die Forschung einen deutlich größeren Raum einnehmen. Wir wollen uns dauerhaft als forschungsstarke Fachhochschule in Deutschland etablieren. Dies erfordert allerdings auch, dass wir uns auf einige wenige Schwerpunkte konzentrieren und diese auch sichtbar machen. Dazu sind fachbereichsübergreifende wissenschaftliche Zentren mit einer stark interdisziplinären Ausrichtung gegründet worden.


Exzellente Lehre bei steigenden Studierendenzahlen und ein Ausbau der Forschung: Ist das nicht etwas viel auf einmal? Sollte die Hochschule sich nicht ganz auf einen Bereich, das heißt Lehre oder Forschung, konzentrieren? Wir haben uns in der Tat viel vorgenommen. Der Wettbewerb innerhalb der Gruppe der Fachhochschulen hat stark zugenommen und wir beobachten eine zunehmende Ausdifferenzierung. Ich glaube fest an das Prinzip der Einheit von Forschung und Lehre. Exzellente Lehre bedingt eben auch, dass wir uns kontinuierlich mit aktuellen wissenschaftlichen Themen und Fragestellungen befassen, den Kontakt zur Praxis über Forschungsprojekte pflegen und die neuen Erkenntnisse in die Lehre einfließen lassen. Wenn wir uns im Wettbewerb der Fachhochschulen erfolgreich positionieren wollen, dürfen wir keinen der beiden Bereiche vernachlässigen. Steigende Studierendenzahlen, hohe Qualitätsansprüche bei der Lehre, zunehmende Forschungsaktivitäten unter schwierigen Rahmenbedingungen werden uns alle außerordentlich fordern. Ich hoffe dennoch, dass wir unter den deutlich besseren Rahmenbedingungen des neuen Hochschulpakts, vor dem Hintergrund der Neubaumaßnahmen und mit den vielen hochmotivierten Hochschulmitgliedern im Vergleich zu vielen anderen Fachhochschulen sehr gute Chancen haben, uns weit vorne zu etablieren. Inwiefern haben sich die Rahmenbedingungen verbessert?

Wo sehen Sie die Schwierigkeiten angesichts der inzwischen doch deutlich besseren Haushaltslage? Hochschulen geben den überwiegenden Teil ihres Budgets für Personal aus. Das ist auch richtig so, da eine gute und intensive Lehre sowie Forschung in erster Linie durch Personen erbracht werden kann. So erfreulich der personelle Zuwachs ist, er erfordert auch einen nicht unerheblichen Aufwand und Veränderungen innerhalb der Hochschule. Die neuen Hochschulmitglieder brauchen angemessene Arbeitsplätze, die Verantwortlichkeiten müssen neu strukturiert werden, die Kommunikation innerhalb der Hochschule bekommt eine immer größere Bedeutung, wir müssen uns neue interne Regeln geben, wo in der Vergangenheit vieles ad hoc, auf dem kleinen Dienstweg oder improvisiert erledigt wurde. Bei all den positiven Entwicklungen an unserer Hochschule und dem grundsätzlich befürworteten Wachstum muss man sich immer wieder kritisch fragen, ob die interne Organisation, die Abläufe und die Strukturen noch zeitgemäß sind und gut funktionieren. Das wird uns in Zukunft sicherlich noch intensiv beschäftigen. Das an der Hochschule Fulda aufgebaute Qualitätsmanagement, um das uns viele andere Hochschulen beneiden, greift dieses Thema auf und versucht die Potenziale der Hochschule bestmöglich zu nutzen. Bis die vielen guten Ideen und Ansätze aus dem Qualitätsmanagement so greifen, wie wir uns das wünschen, muss offensichtlich noch einiges an Aufbau- und Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Wir haben uns bei den Verhandlungen mit dem Wissenschaftsministerium zum Hochschulpakt 2011 bis 2015 immer wieder sehr stark dafür eingesetzt, dass die Verteilung des Gesamtbudgets für die hessischen Hochschulen sehr viel stärker auf Basis der tatsächlichen Studierendenzahlen erfolgt. Das zahlt sich jetzt aus, und mit dem Hochschulpakt, der bis 2015 läuft, haben wir deutlich mehr Planungssicherheit für unsere Vorhaben. Mit den zusätzlichen Mitteln können neue Stellen in den Fachbereichen und in der Verwaltung eingerichtet werden. Eine wachsende Organisation bringt aber auch neue Probleme mit sich.

Strategische Ausrichtung

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2 | Lehre und Studium 16

Rekorde über Rekorde Finalrunde erreicht Erfolgreich prostestiert

17

Bessere Betreuung Ein Plus an Service Neue Studiengänge

18

Zweigleisig lernen Interview mit Vizepräsidentin für Forschung und Entwicklung Prof. Dr. Dorit Bölsche

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Die Verbindung von Genuss und Gesundheit Kompetenzen für Tutorinnen und Tutoren

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Ausgezeichnet für Gleichstellung von Frauen und Männern Nachwuchswissenschaftlerinnen fördern

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Ein Zimmer für Familien Kinder flexibel betreuen

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Wenn der Druck zu groß wird Zertifikat überreicht


Entwicklung der Studierendenzahlen

Bologna-Reform

Rekorde über Rekorde

Erfolgreich protestiert

Über 1.500 junge Frauen und Männer, etwa 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor, begannen im Wintersemester 2009/2010 ihr Studium an der Hochschule Fulda. Noch nie zuvor hatte Hochschulpräsident Professor Dr. Karim Khakzar so viele Studierende begrüßt. Insgesamt waren mehr als 5.400 Studentinnen und Studenten im Herbst 2009 an der Hochschule eingeschrieben. Und auch das war ein Rekord. Allerdings nicht für lange Zeit. Schon im Wintersemester 2010/2011 wurde er überboten. Denn da stieg die Zahl der Studierenden insgesamt auf über 5.600 Studentinnen und Studenten.

Als die Studierenden im Wintersemester 2009/10 zum bundesweiten Streik gegen das Bildungssystem aufriefen, hatte das vor allem einen Grund: die Unzufriedenheit mit dem Bologna-Prozess. Zu wenig Flexibilisierung, zu wenig Mobilität, zu starke Verschulung, zu hohe Prüfungsdichte warfen sie den Reformern vor. Hier und da wurde gar der Ruf laut, zum Status quo ante zurückzukehren und die Diplomstudiengänge wieder einzuführen. Zu spüren war die Unzufriedenheit auch an der Hochschule Fulda. Denn auch hier zeigten sich Defizite, weil bei der Umstellung auf die neuen Studienabschlüsse vor allem die Verkürzung der Studienzeiten im Vordergrund gestanden hatte. Die Hochschule zog aus der Kritik der Studierenden ihre Konsequenzen:

Sie erarbeitete das „Positionspapier: Handlungsnotwendigkeiten an der Hochschule Fulda zur Vermeidung von Fehlentwicklungen im Bologna-Prozess“. Es kommt seither in der Senatskommission „Lehre und Studium“ bei der Diskussion von Prüfungsordnungen zum Einsatz mit dem Ziel, Qualifizierung, Studierbarkeit, FlexibiDie gute Nachricht kam Ende Mai 2009: In dem lität und individuelle Passung für persönliche Entwicklung sowie von Kultusministerium und Stifterverband iniMobilität und Internationalität sicherzustellen. tiierten Wettbewerb „Exzellente Lehre“ erreichte die Hochschule Fulda neben zehn weiteren An den Zielen der Bologna-Reform hielt die Hochschulleitung fest. Fachhochschulen das Finale. 47 Fachhochschu- Sie seien vernünftig und zukunftsorientiert, betonte Hochschullen hatten sich insgesamt an dem Wettbewerb präsident Professor Dr. Karim Khakzar. Bologna führe zu deutlich beteiligt. Aufgabe war es darzulegen, wie die mehr Transparenz und Vergleichbarkeit im europäischen HochHochschulen ihre Attraktivität als Ausbildungs- schulraum. Zwar erforderten kürzere Studienzeiten eine stärkere Strukturierung. Diese müsse aber keineswegs mit einer Verschustätte steigern wollen. lung des Studiums verbunden sein, sondern biete den HochschuDas Strategiekonzept der Hochschule Fulda ziellen auch Freiräume. Nicht zuletzt führe die Bologna-Reform zu te im Kern darauf, auch nicht exzellenten Stueiner besseren Durchlässigkeit: Einerseits zwischen den Hochdienbewerbern optimale Studienbedingungen schulen, andererseits zwischen den Hochschultypen. und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Studienanfängerinnen und Studienanfängern mit sehr unterschiedlichen und individuellen Studienvoraussetzungen sollen im Laufe des Studiums mit den verfügbaren Ressourcen einer Hochschule die bestmögliche Qualifikation, Bildung und Berufsbefähigung erhalten. Zugleich hat die Hochschule sich das Ziel gesetzt, die Zahl der Studienabbrecherinnen und -abbrecher möglichst niedrig zu halten.

Wettbewerb Exzellente Lehre

Finalrunde erreicht

Damit erreichte die Hochschule Fulda die Endrunde: Im Oktober 2009 präsentierte sie in Berlin ihr Konzept. Wenngleich sie aus der Finalrunde nicht als Siegerin hervorging, entschied sie, auch unabhängig vom Wettbewerb einzelne Bestandteile des Konzeptes umzusetzen.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010


Bund-Länder-Programm

Evaluation von Lehre und Studium

Bessere Betreuung

Ein Plus an Service

Als Bund und Länder 2010 das Programm „für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre“ beschlossen und bis 2020 rund zwei Milliarden Euro in Aussicht stellten, war man sich schnell einig, dass die Hochschule Fulda einen Förderantrag stellen würde. Inhaltlich baute dieser Antrag in weiten Teilen auf dem Konzept „Exzellente Lehre“ auf. Im Kern zielt er darauf, alle Studierenden unabhängig von ihren Bildungszielen, ihren Studienvoraussetzungen oder ihrer Herkunft gleichermaßen zu fördern und durch unmittelbare Verstärkung der Lehrangebote sowie auf die Vielfalt der Studierenden zugeschnittene Betreuungsmöglichkeiten die Qualität von Lehre und Lernen weiter voranzutreiben.

Um die Fachbereiche in Fragen der LehrEvaluation zu unterstützen und die Evaluation wissenschaftlich weiterzuentwickeln, hat die Hochschule Fulda zu Jahresbeginn 2009 eine halbe zentrale Stelle eingerichtet. Sie schließt einen Lehrevaluationsservice für Lehrende aller Fachbereiche ein. Dieser Service wurde seit dem Wintersemester zur umfassenden Begleitung quantitativer Lehrevaluationen etabliert.

Im Einzelnen sieht der Antrag vor : , die Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte und Tutorinnen und Tutoren, , die Begleitung Studierender beim selbstständigen Lernen sowie Schreib- und Sprachtrainings insbesondere für nicht muttersprachliche Studierende, , spezifische Orientierungsangebote für Studienanfängerinnen und -anfänger, vor allem Angebote für Studierende, die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation ein Studium aufnehmen. Im März 2011 reichte die Hochschule Fulda ihren Förderantrag ein – und war erfolgreich. Als einzige hessische Fachhochschule erhielt sie den Zuschlag. Rund 3,4 Millionen Euro stehen damit künftig für die Förderung der Lehre zur Verfügung.

Grundlage dafür ist die kurz zuvor angeschaffte Evaluationssoftware EyaSys, die ein effizientes computergestütztes Einlesen und Auswerten quantitativer Fragebogenevaluationen ermöglicht. Sie kam auch zum Einsatz bei der groß angelegten Nutzerbefragung der Hochschulund Landesbibliothek (HLB) im Sommer 2009, einem Kooperationsprojekt der HLB mit dem Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin. Ebenfalls initiiert wurde im Berichtszeitraum die systematische Studienprogramm-Evaluation in der Weiterbildung. Sie wird seitdem stetig weiterentwickelt.

Neue Studiengänge – 2009 ▷ Digitale Medien; AI, BA ▷ Frühkindliche Inklusive Bildung; SW, BA ▷ Psychosoziale Beratung und Therapie; SW, MA ▷ Supply Chain Management; W, MA

Neue Studiengänge – 2010 ▷ Systems Design and Production Management; ET, MA ▷ Oecotrophologie: Verpflegungs- und Versorgungsmanagement; OE, BA ▷ Sozialrecht und Sozialwirtschaft; SK, MA Lehre und Studium

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Interview Duales Studium

Zweigleisig lernen 2010 stellte die Hochschule Fulda die Weichen für ein neues Studienangebot: das duale Studium. Die Arbeitsgruppe „Duales Studium an der HFD“ entwickelte einen Kriterienkatalog für duale (Bachelor-)Studiengänge, den der Senat in der ersten Version verabschiedete. Künftig soll das Dokument sukzessive bei Bedarf angepasst und ergänzt werden. Folgende Fachbereiche haben 2010 die Einrichtung und Akkreditierung vorbereitet: , FB Elektrotechnik und Informationstechnik: Dualer Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik mit Abschluss Bachelor of Engineering, , FB Wirtschaft: Dualer Studiengang Logistikmanagement mit Abschluss Bachelor of Arts, , FB Sozialwesen (federführend), Pflege und Gesundheit, Sozial- und Kulturwissenschaf ten und Wirtschaft: Dualer und berufsbegleitender Studiengang Soziale Sicherung, Inklusion, Verwaltung mit Abschluss Bachelor of Arts. Die Hochschule Fulda will das duale Studienangebot in den kommenden Jahren weiter ausbauen. 2010 begannen bereits die Vorbereitungen für weitere duale Studiengänge: so etwa den Studiengang Hebammenkunde des Fachbereichs Pflege und Gesundheit sowie duale Studiengänge des Fachbereichs Oecotrophologie (Lifecycle Catering und Diätologie).

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

Bestens vorbereitet auf die Praxis Frau Prof. Bölsche, ist das Angebot dualer Studiengänge an Fachhochschulen eigentlich neu? Es handelt sich beim dualen Studium nicht um neue Angebote der Fachhochschulen. Bereits seit vielen Jahren sind die Studierendenzahlen der Hochschulen deutlich höher als die der Berufsakademien. Neu ist das Angebot aber an der Hochschule Fulda, denn hier zählte das duale Studium bislang nicht zum Kernangebot. Aufgrund unserer Erfahrungen und Stärken in den berufsbegleitenden Studiengängen, der Verzahnung mit den Organisationen der Region und der an uns kommunizierten Nachfrage seitens mehrerer Unternehmen, der IHK und politischer Entscheidungsträger, haben wir uns dazu entschieden, diesen Bereich auf- und auszubauen. Die Entwicklungen an unserer Hochschule finden parallel zur Initiative des Landes Hessen „Duales Studium Hessen“ statt, sodass sich beide Entwicklungen gegenseitig stärken. Welche Studiengänge sind an der Hochschule Fulda bereits an dieser Vernetzung von theoretischem Hintergrund und beruflicher Praxis beteiligt? Mit Beginn des Wintersemesters 2011/12 sind an der Hochschule Fulda drei duale Bachelor-Studiengänge gestartet: Elektrotechnik und Informationstechnik, Logistikmanagement sowie Soziale Sicherung, Inklusion, Verwaltung. Diese drei Studiengänge sind über die Entwicklungsarbeit an der Hochschule in enger Kooperation mit Praxispartnern der Region entwickelt worden. Hierzu zählen unter anderem Unternehmen wie EDAG, Ondal, tegut, Zufall und der Landkreis Fulda mit mehreren hessischen Optionskommunen. Ist der Ansatz grundsätzlich für alle Studiengänge geeignet? Ausdrücklich nein. Der Anteil der dual Studierenden, die im Wintersemester ein duales Studium aufgenommen haben, beträgt weniger als fünf Prozent. Auch wenn weitere Studiengänge zukünftig dual angeboten werden, so wird der Anteil der dual Studierenden an der Hochschule Fulda mittelfristig nicht über zehn Prozent steigen. Für international ausgerichtete Studiengänge bietet es sich beispielsweise eher an, Auslandsaufenthalte fest im Studienplan zu verankern – in Kombination mit einem dualen Studiengang ist das nicht immer realisierbar. Zudem ist nicht für alle Studiengänge die erforderliche Anzahl an Praxispartnern in der Region Osthessen angesiedelt, als dass sich ein solches Programm gemeinsam umsetzen ließe.


Die Tendenz hin zu dualen Studienprogrammen ist hessen- und bundesweit steigend. Worin sehen Sie die Vorteile und besonderen Fähigkeiten der Studierenden während des Studiums? Der größte Vorteil besteht sicherlich in der Verzahnung zwischen Wissenschaft und Anwendungsbezug. Denn duales Studium bedeutet ja, dass sich Studien- und Praxisphasen abwechseln, sei es im Quartals-, Wochen- oder einem anderen Rhythmus. Damit können Kompetenzen, die in der Lehre erworben werden, direkt auf praktische Fragestellungen angewendet werden. So werden beispielsweise regelmäßig Projektarbeiten angefertigt, die praktische Fragestellungen im Unternehmen unter Einsatz wissenschaftlicher Methoden beantworten. Darüber hinaus ist nicht zu vernachlässigen, dass die Studierenden während des Studiums ein Gehalt durch das Unternehmen erhalten und dass in kleinen Gruppen auf sehr hohem Niveau Kompetenzen erworben werden. Und worin bestehen die Vorteile der Studierenden nach einem erfolgreichen Abschluss? Zunächst ist als Vorteil zu benennen, dass die Übernahmequote der dual Studierenden durch die Unternehmen sehr hoch ist. Für die Mehrzahl erübrigt sich die Suche nach einem Einstiegsjob. Wenn nun dual Studierende nach ihrem Studienabschluss in das Berufsleben einsteigen, dann verkürzt sich die Einarbeitungszeit deutlich, denn die Studierenden kennen das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt bereits seit mindestens drei Jahren. Sie haben Erfahrung bei der Anwendung der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf das Unternehmen und sind in diesem Bereich sowohl durch das Unternehmen als auch durch die Lehrenden intensiv begleitet worden. Dies hat zur Folge, dass sie nach dem Abschluss direkt Verantwortung im Unternehmen übernehmen können.

Welchen Nutzen können die beteiligten Praxispartner aus diesem System ziehen? Die Praxispartner profitieren gleichermaßen von der Verzahnung zwischen Wissenschaft und Anwendungsbezug. Im Vergleich zu einem traditionellen Studienabschluss entfällt eine langwierige und teure Einarbeitungsphase im Unternehmen, und im Vergleich zu einer traditionellen Ausbildung bringen die Absolventinnen und Absolventen auch die erforderlichen wissenschaftlichen Kompetenzen der jeweiligen Fachdisziplin sowie Schlüsselkompetenzen mit. Des Weiteren ist nicht zu unterschätzen, dass die intensiven Kontakte zur Hochschule vielfältig genutzt werden können, etwa wenn es um anwendungsbezogene Forschung oder wissenschaftliche Weiterbildung geht. Wird die Hochschule Fulda in den kommenden Jahren weitere duale Angebote entwickeln? Ja, für einige Studiengänge ist die Entwicklung bereits weit vorangeschritten. Geplant sind unter anderem neue Studiengänge in den Fachbereichen Pflege und Gesundheit sowie Oecotrophologie. Hierzu zählen zum Beispiel die Studiengänge Hebammenkunde, Diätologie und LifeCycleCatering (Außer-Haus-Verpflegung im gesamten Lebensverlauf). Damit werden sich duale Studiengänge auch in dem Profilbereich „Gesundheit, Ernährung, Lebensmittel“ etablieren und somit dieses Profil der Hochschule Fulda weiter ausbauen. Prof. Dr. Dorit Bölsche, Vizepräsidentin der Hochschule Fulda Lehre und Studium

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Johann Lafer wird Lehrbeauftragter

Die Verbindung von Genuss und Gesundheit Sein Ziel: die kulinarischen Bildung in Deutschland zu fördern und Kompetenzen in puncto Geschmack und Genuss zu vermitteln. Johann Lafer lehrte im Sommersemester 2010 am Fachbereich Oecotrophologie. Im Blick hatte der Sternekoch dabei vor allem eine gesunde Schülerverpflegung. So plädierte er dafür, die Themen Kochen und Essen zu einem Grundanliegen von Schule und Bildung zu machen. Das Wissen um gesunderhaltendes und genussvolles Essen und Trinken gehöre ebenso zur Allgemeinbildung wie Rechnen, Schreiben, Fremdsprachen und

Naturwissenschaften. „Wir müssen dafür sorgen, dass Kinder ein positives Verhältnis zu guten und gesunden Lebensmitteln aufbauen“, forderte Lafer. „Der Geschmack und unsere Sinne geben uns alle Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln.“ Die von ihm ausgebildeten Oecotrophologen sollen künftig unter anderem als Schuloecotrophologen die Lust am Genießen gesunder Lebensmittel vermitteln. Für eine gesunde Schülerverpflegung engagiert sich Lafer bereits seit 2009 als Schirmherr des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes take54you, das eine gesunde Schülerverpflegung mit Ernährungsbildung verzahnt.

Didaktik

Kompetenzen für Tutorinnen und Tutoren Wer als Tutorin oder Tutor arbeiten und damit Lehraufgaben übernehmen will, braucht besondere Kompetenzen: didaktische, organisatorische und kommunikative. Schließlich gilt es nicht nur, Lehrstoff zu vermitteln. Tutorinnen und Tutoren müssen auch wissen, wie man ein Tutorium organisiert, sie müssen Lernprozesse von Einzelnen und Gruppen reflektieren können, mit Konflikten in der Lerngruppe konstruktiv umgehen und Sicherheit in ihrer Rolle in der Lerngruppe entwickeln. Im regulären Lehrplan werden diese Kompetenzen und Qualifikationen nicht oder nur ansatzweise vermittelt. Deshalb haben sich sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule Fulda am Service Center Lehre der Universität

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

Kassel zu Tutorenausbilderinnen und -ausbildern qualifiziert. Sie schulen nun die angehenden Tutorinnen und Tutoren und geben ihnen das erforderliche Rüstzeug, um die Kommilitoninnen und Kommilitonen erfolgreich zu unterstützen. Ausgehend von einer Konzeption des Fachbereichs Pflege und Gesundheit wurden in Zusammenarbeit der Fachbereiche Pflege und Gesundheit und Angewandte Informatik zu Semesterbeginn mehrere zweitägige Veranstaltungen zur Ausbildung von Tutorinnen und Tutoren angeboten und anschließend in zwei mehrstündige Reflexionsveranstaltungen während und am Ende des Semesters evaluiert. Aufgrund der positiven Resonanz auf das Angebot ist eine Verstetigung und Erweiterung dieses Angebots in Planung.


Gender Mainstreaming

Gleichstellungskonzept

Ausgezeichnet für Gleichstellung von Frauen und Männern

Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen fördern

Die Hochschule Fulda erhielt im Juni 2009 als eine von insgesamt Mehr Wissenschaftlerinnen in Spitzenpositionen zwei ausgezeichneten Fachhochschulen und, als erste hessische – das war das Ziel des von Bundesregierung und Hochschule überhaupt, das Total E-Qualität Prädikat für ihre er- Ländern aufgelegten Professorinnenprogramms. folgreichen Bemühungen um die Gleichstellung von Frauen und Aufgelegt wurde das Programm, weil deutsche Männern. Innerhalb von fünf Jahren hat sie die Frauenquote in Hochschulen im Wettbewerb um Exzellenz vor den Professuren fast verdoppelt. Aber nicht nur das. Schülerin- den Augen internationaler Gutachterinnen und nen werden für ein Studium, insbesondere ein ingenieurwissen- Gutachter in puncto Gleichstellung nicht bestehen schaftliches, interessiert, Studentinnen und Absolventinnen auf konnten. Deutschland verschwende ein enormes ihren Beruf vorbereitet und in der Karriereplanung unterstützt. wissenschaftliches Potential, lautete die Kritik. Die Hochschule ist auch ein Arbeitsplatz für Frauen. Von den über 113 Hochschulen bundesweit beteiligten sich an 400 Beschäftigten sind etwa 54 Prozent Frauen, unter den rund der Ausschreibung und legten ein Gleichstellungs120 Professuren immerhin 34 Prozent. Viele Beschäftigte nehmen konzept vor. Die Hochschule Fulda überzeugte und familienfreundliche Regelungen wie Kinderbetreuung, Teilzeiterhielt eine Zusatzförderung für drei Professorinnen in den Fachbereichen Angewandte Informatik, Oecotrophologie und Pflege und Gesundheit.

Stufe für Stufe Chancengleichheit

Aus den dadurch freigewordenen Mitteln finanziert die Hochschule unter anderem Promotionsstellen für Nachwuchswissenschaftlerinnen. Für Fachhochschulen ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses schwieriger und weniger direkt, da Fachhochschulen bisher kein eigenes Promotionsrecht haben und der Weg zur Fachhochschulprofessur gewöhnlich über Spitzenpositionen in der Praxis geht, die seltener mit Frauen besetzt werden. Ziel der Hochschule Fulda ist es daher, hervorragenden Absolventinnen eine Promotion und im Idealfall eine Professur zu ermöglichen.

www.hochschule-fulda.de

arbeit oder Telearbeit in Anspruch. Total E-Quality Deutschland e. V. verfolgt das Ziel, Chancengleichheit in unserer Gesellschaft zu etablieren und nachhaltig zu verankern. Dieses Ziel ist erreicht, wenn Begabungen, Potenziale und Kompetenzen beider Geschlechter gleichermaßen (an-)erkannt, einbezogen und gefördert werden. Lehre und Studium

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www.hochschule-fulda.de

Familiengerechte Hochschule

Familiengerechte Hochschule

Ein Zimmer für Familien

Kinder flexibel betreuen

Ein kuscheliger Sessel, eine Spielecke mit unzähligen Plüschtieren und ein Platz für Mamas und Papas Notebook: Im Juni 2009 weihte die Hochschule das neue Familienzimmer ein. Ein Raum, der Wohlfühl-Atmosphäre bietet. Er soll Treffpunkt zum Stillen, Wickeln und Spielen sein.

Eine Bedarfserhebung bei studierenden Eltern und Beschäftigten förderte es zutage: Viele Eltern wünschen sich keine ganztägige Betreuung für ihre Kinder, sondern eine Betreuung für bestimmte Veranstaltungen oder Arbeitstermine und zu Randzeiten, wenn andere Betreuungseinrichtungen geschlossen haben.

Die Hochschule Fulda will damit die Bedingungen für Studierende mit Kind weiter verbessern. Studium und Familie jeden Tag aufs Neue miteinander in Einklang zu bringen, ist eine große Herausforderung. Die kann eine Hochschule den Eltern zwar nicht abnehmen. Aber sie kann für bestmögliche Rahmenbedingungen sorgen.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

Die Hochschule Fulda organisierte daraufhin eine flexible Kinderbetreuung mit dem Ziel, auf diese Weise zu einer erheblichen Verbesserung bei der Vereinbarkeit von Familie, Studium und Beruf beizutragen. Vor allem ging es ihr darum, gezielt studierende Eltern zu unterstützen, indem sie ihnen die Teilnahme an Blockveranstaltungen oder außergewöhnlichen Terminen erleichtert. Das Betreuungsangebot richtet sich an Kinder von 0 bis 14 Jahren. Die Hochschule unterstützt das Projekt durch Bereitstellung kindgerecht ausgestalteter Räumlichkeiten und die Finanzierung von 20 Betreuungsstunden pro Woche.


Psychotherapeutische Beratungsstelle für Studierende (PBS)

Wenn der Druck zu groß wird Die Zahl jener Studierender, die mit den gestiegenen Anforderungen nicht mehr mithalten können, nimmt immer mehr zu. Sie zu unterstützen ist die Aufgabe der im Juli 2009 eingerichteten Psychotherapeutischen Beratungsstelle (PBS). Einer Anlaufstelle für Studierende mit seelischen Problemen wie Arbeitsstörungen, Prüfungsängsten, Depressionen, Essstörungen, Suizidgedanken oder Suchtproblemen. Die Hochschule Fulda sieht es als ihre Aufgabe, sich um die „seelische Gesundheit“ ihrer Studierenden zu kümmern. Schließlich können starke psychosoziale Belastungen auch aus

der höheren Arbeitsbelastung und dem stärkeren Prüfungsdruck resultieren, die die Straffung der Studiengänge im Zuge des Bologna-Prozesses mit sich gebracht hat. Betreut werden die Studierenden fachbereichsübergreifend von psychotherapeutisch und medizinisch ausgebildeten Dozenten der Hochschule. Eine komplette Therapie können diese zwar nicht durchführen. Aber sie klären eventuell weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen ab und sind auch bei der Einleitung von Therapiemaßnahmen außerhalb der Hochschule behilflich. Manchmal, das wissen sie aus Erfahrung, reichen ein bis zwei Gespräche zur raschen Krisenintervention schon aus.

audit berufundfamilie

Zertifikat überreicht Für ihr Engagement, Studium bzw. Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren, ist die Hochschule Fulda im Juni 2009 in Berlin erneut mit dem Zertifikat zum audit berufundfamilie ausgezeichnet worden. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Dagmar Wöhrl, überreichten das Zertifikat an die Vizepräsidentin Prof. Dr. Kohlenberg-Müller. Erstmals erhielt die Hochschule Fulda das Zertifikat im Jahr 2006. Die Hochschule Fulda betrachtet das audit als Qualitätssiegel. Um die Vereinbarkeit von Studium bzw. Beruf und Familie zu erreichen, müssen Lebensläufe nach neuem Muster gestaltet werden. Gebraucht wird eine dynamische Form der individuellen Lebensgestaltung. Im Kern geht es um Kulturwandel, um Flexibilität und individuelle Lösungen.

Lehre und Studium

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3 | Forschung und Entwicklung 26

Die Forschung ausbauen Spitzenpositionen erreicht

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Wissenschaftliche Zentren

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Allein unter Unis Gute Perspektiven f端r FH-Master

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Open House

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Existenzgr端ndung


Strategie

Die Forschung ausbauen Forschung ist als eines von sechs Strategiefeldern der Hochschule Fulda benannt worden und in der strategischen Zielsetzung sowie im Leitbild der Hochschule Fulda fest verankert. Forschung an der Hochschule Fulda ist anwendungsbezogene, interdisziplinäre, in Netzwerke eingebundene Forschung: , 1. Die anwendungsbezogenen Forschung erstreckt sich von den profilbildenden Fach- richtungen „Gesundheit, Ernährung, Lebens- mittel“ bis hin zu anderen Fachbereichen, die auch an anderen Hochschulen verankert sind, wie Elektrotechnik und Informationstechnik, Angewandte Informatik, Sozialwesen, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie Wirtschaft. , 2. Die interdisziplinäre Ausrichtung der For- schung ist durch die Gründung wissenschaft- licher Zentren strukturell verankert worden. An diesen Zentren wird an fachbereichsüber greifenden Forschungsthemen gearbeitet, zum Beispiel an den Schnittstellen „Mensch und Computer“, „Gesellschaft und Nachhal tigkeit“, „Ernährung und Lebenszyklus“ sowie „Interkulturalität und Europäische Integration“.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

, 3. Die Einbindung in Netzwerke erstreckt sich von regionalen Netzwerken in Osthessen bis hin zu internationalen Netzwerken. Part- ner in diesen Netzwerken sind andere Hoch- schulen, aber auch Unternehmen, gemeinnüt zige Organisationen und politische Akteure. Die zentrale Lage der Hochschule Fulda in Deutschland und Europa sowie das Trans- ferzentrum Fulda Transfer in der Stadtmitte unterstützt die Bildung geeigneter Netz- werkstrukturen.

Es ist erklärtes Ziel der Hochschule Fulda, die Forschungstätigkeiten weiter auszubauen. Zu diesem Zweck ist 2011 der Aufbau der interdisziplinären wissenschaftlichen Zentren durch Anschubmittel aus der Zielvereinbarung mit dem Land (2011–2015) unterstützt worden.


Rankings

Spitzenpositionen erreicht Das Drittmittelvolumen für Forschung ist an der Hochschule Fulda im Jahr 2010 auf 1,375 Millionen Euro gestiegen. Im Jahr 2009 umfasste das Drittmittelvolumen 1,284 Millionen Euro. Im Vergleich zum Jahr 2006, in dem das Drittmittelvolumen noch bei 541.000 Euro lag, hat sich das Volumen somit mehr als verdoppelt. Hinzu kommen Forschungstätigkeiten, die aus Zweitmitteln des Landes (etwa aus den Programmen Forschung für die Praxis und Gleichstellung der Geschlechter) finanziert werden, und die interne Forschungsförderung der Hochschule Fulda mit einem Volumen von jährlich 100.000 Euro, die zur Anschubfinanzierung innovativer Forschungsvorhaben dient.

Die Erfolge in den Förderlinien FHProfUnt und SILQUA-FH sind charakteristisch für die Forschung an der Hochschule Fulda, die zu wesentlichen Anteilen in Programmen mit gutachterlichem „Peer-Review-Verfahren“ angesiedelt ist. Das gilt nicht nur für die beiden benannten Förderlinien, sondern zum Beispiel auch für die Förderlinie „Ingenieur-Nachwuchs“, das ZIM-Programm „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, die EU-Forschungstätigkeiten sowie die Zweitmittelforschung in den ausgeschriebenen Förderungen des Landes Hessen. Im Vergleich zu anderen Hochschulen ist der Anteil der Forschungsprojekte, die ein Peer-ReviewVerfahren durchlaufen, an der Hochschule Fulda Mit den ausgewiesenen Drittmittelzahlen ist die mit über 90 Prozent vergleichsweise hoch. Dies Hochschule Fulda – bezogen auf die eingeworkann als Indiz für die begutachtete Qualität der benen Drittmittel je Professorin / je Professor – Forschungstätigkeiten herausgestellt werden. führend unter den hessischen Fachhochschulen. Diese Spitzenposition geht aus den aktuellsten Drittmittelstatistiken des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst hervor.

Weitere Spitzenpositionen nimmt die Hochschule Fulda bundesweit in den Programmen „Forschung an Fachhochschulen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ein: Bei den Bewilligungsquoten des Programms „Forschung an Fachhochschulen“ landete die Hochschule Fulda über den Zeitraum 2007 bis 2010 unter den besten fünf Hochschulen bundesweit, und in der Förderlinie SILQUA-FH „Soziale Innovationen für Lebensqualität im Alter“ ist die Hochschule Fulda mit vier laufenden Projekten bundesweit die erfolgreichste Hochschule.

Forschung und Entwicklung

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Aufnahme in die EUA

Promotionen

Allein unter Unis

Gute Perspektiven für FH-Master

Die Hochschule Fulda ist am 22. Oktober 2008 als Vollmitglied in die European University Association (EUA) aufgenommen worden. Damit war sie die erste Hochschule ohne Promotionsrecht in Europa, die die Anforderungen für eine Aufnahme in den Verbund der europäischen Universitäten erfüllt hat. Entscheidendes Kriterium für Fachhochschulen ist die aktive und erfolgreiche Teilnahme an europäischen und nationalen Forschungsprogrammen, die unabhängig begutachtet werden. Für die Hochschule Fulda ist dies eine große Auszeichnung. Einerseits honoriert die Aufnahme in die EUA die bisherigen Anstrengungen in der anwendungsorientierten Forschung, andererseits wird deutlich, dass die Grenzen zwischen den Hochschultypen zunehmend aufweichen und die klassischen Fachhochschulen auf einem guten Weg sind, sich im Bereich der anwendungsorientierten Forschung ihren Platz in der Hochschullandschaft zu erobern.

Um Masterstudierenden an Fachhochschulen eine wissenschaftliche Perspektive zu bieten, hat die Hochschule Fulda sich dafür stark gemacht, Regelungen zu kooperativen Promotionen an Fachhochschulen im Hessischen Hochschulgesetz (HHG) zu verankern. Ihr Ziel war es, die Rahmenbedingungen für Promotionen zwischen Fachhochschulen und Universitäten deutlich zu verbessern. Und sie hatte Erfolg: Der Textvorschlag der Hochschule Fulda wurde wörtlich in das neue HHG aufgenommen. Am 1. Januar 2010 ist das Gesetz in Kraft getreten.

Bislang gehörten der EUA als Vollmitglieder ausschließlich Universitäten an. Der Aufnahme vorausgegangen war eine Satzungsänderung der EUA: Hochschulen, die keine Promotion anbieten, sich aber aktiv an europäischen und nationalen Forschungsprogrammen beteiligen, können danach Vollmitglied in der EUA werden. Mit Stand Dezember 2010 sind weitere 15 Fachhochschulen Mitglied der EUA. Die Etablierung einer gemeinsamen Plattform der in der EUA vertretenen deutschen Fachhochschulen wird angestrebt.

Im Juli 2010 beschlossen die Präsidien der Hochschule Fulda und der Universität Kassel, den seit 2005 bestehenden Kooperationsvertrag um den Punkt „Promotionen“ zu ergänzen mit dem Ziel, ein kooperatives Promotionsprogramm mit thematischen Kollegs für Promovierende beider Einrichtungen aufzusetzen. Inzwischen werden Promovierende der Hochschule Fulda und der Universität Kassel gemeinsam betreut. Auch hochschulintern wurden die Rahmenbedingungen für Promovierende optimiert: Seit Anfang 2009 ist eine halbe Stelle zur Promotionsförderung eingerichtet. Zu ihren Aufgaben gehören Beratung und Unterstützung der Promovierenden und der betreuenden Professorinnen und Professoren, Beratung des Präsidiums in Fragen der institutionellen Promotionsförderung an der Hochschule Fulda sowie der fachliche Austausch mit anderen Hochschulen.

Die Gesamtzahl der laufenden Promotionen im WS 2009/2010: 21, davon im Fachbereich Angewandte Informatik: 2 Elektrotechnik und Informationstechnik: 3 Lebensmitteltechnologie: 5 Oecotrophologie: 4 Pflege und Gesundheit: 1 Sozial- und Kulturwissenschaften: 1 Sozialwesen: 5 2010 abgeschlossene Promotionen: 3 Professorinnen / Professoren der Hochschule Fulda, die 2009 und 2010 als Zweitgutachter in Promotionsverfahren anderer Hochschulen fungierten: 7

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Präsidiumsbericht 2009 –2010


Open House Im Rahmen der offiziellen Eröffnung des Gebäudes „wohnenplus am Schlossgarten“ hat das Fulda Transfer Anfang Juli 2009 seine Türen geöffnet und einen Einblick in die Arbeit sowie die neuen Räume gegeben. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher haben dieses Angebot genutzt und sich einen Eindruck vom „neuen“ Fulda Transfer gemacht. Der erste Standort des Hochschulzentrums befand sich am Heinrich-von-Bibra-Platz 3. Ziel war es, die Bereiche Wissenstransfer, Existenzgründung und wissenschaftliche Weiterbildung an einem Ort zu bündeln – und das mitten in der Stadt in der Nähe des Bahnhofs. Im Jahre 2009 fand der Umzug in die neuen Räumlichkeiten statt, mit dem das Fulda Transfer seine Leistungen weiter ausbauen und sich zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs weiterentwickeln konnte. Seitdem finden noch mehr Projekte, wissenschaftliche Zentren, Institute, weitere Einrichtungen sowie Existenzgründerinnen und Existenzgründer der Hochschule unter dem Dach des Fulda Transfers Platz.

Ziele und Aufgaben des Fulda Transfers Das Fulda Transfer … … intensiviert den Austausch mit der Region. Unternehmen, (gemeinnützigen) Organisationen, Vereinen, Privatpersonen und den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Hochschule wird hier Raum gegeben, ihr Wissen auszutauschen, um es für den jeweils anderen nutzbar zu machen. … stärkt Forschungs- und Transferprojekte sowie wissenschaftliche Zentren, indem Büroräume für Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, Besprechungsräume für Meetings mit Kooperationspartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft und weitere Infrastrukturen zur Verfügung gestellt werden. … unterstützt Existenzgründerinnen und -gründer, indem sie Büro- und Besprechungsräumlichkeiten nutzen können. Zudem werden sie von der START-Agentur der Hochschule dabei unterstützt, ihren Businessplan und damit ihre Existenz aufzubauen. … stärkt die wissenschaftliche Weiterbildung, indem es als hervorragend geeigneter Veranstaltungsort genutzt werden kann, und weil hier das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) der Hochschule seinen Sitz hat. … bietet gemeinnützigen und mildtätigen Vereinen und sozialengagierten Organisationen, die mit der Hochschule in Zusammenarbeit stehen, Räume für Veranstaltungen, Vortragsabende etc. – in diesem Kontext können Privatpersonen zu wissenschaftlichen bzw. kulturellen Veranstaltungen eingeladen werden. … ist grundsätzlich ein idealer Ort für Fachtagungen, Kongresse, und Workshops sowie für kulturelle Ausstellungen und Events und stellt damit die Verbindung der Hochschule in die Stadt und die Region dar. Forschung und Entwicklung

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Existenzgründung 57 Personen bzw. 15 Teams aus 6 Fachbereichen der Hochschule ließen sich in den Jahren 2009 und 2010 während des Gründungsprozesses von der START Agentur beraten und kontinuierlich coachen. Alle 15 Teams gründeten ein eigenes Unternehmen. Eines davon: das innovative Dienstleistungsprojekt „Virtuelles Wartezimmer“. Für dieses Projekt gelang es, Exist-Gründerstipendium-Mittel vom BMBF einzuwerben, so dass im Februar 2009 für das VisWa-Team die Produktentwicklung und Businessplanerstellung beginnen konnte. VisWa ist ein Produkt zur Vereinfachung der Terminvergabe in Arztpraxen. Sowohl das Praxispersonal als auch die Patienten buchen auf einer gemeinsamen Plattform freie Termine. Letztere greifen über das Internet zu. Das Besondere und Innovative an dieser Idee ist die Nutzung des Produkts als Qualitätsmanagement- und Steuerungsinstrument. Denn der Schwerpunkt der Geschäftsidee liegt auf der Beratung für Arztpraxen, die auf das Produkt aufbaut. Die Gründer verbinden dabei ihr spezielles Wissen im Gesundheitswesen und im Qualitätsmanagement, das sie an der Hochschule Fulda erworben haben.

Unterstützung für Gründer Die START-Agentur unterstützt Hochschulabsolventen, Studierende und Mitarbeiter bei der eigenen Existenzgründung. Diese erfolgt zum einen durch individuelle Beratung der Gründungsinteressierten und deren Coaching bis über die Existenzgründung hinaus. Zum anderen unterstützt die START-Agentur bei der Beantragung von Exist-Fördermitteln und stellt den Gründern Räumlichkeiten und Infrastruktur zur Verfügung. Das Existenzgründungsseminar Unternehmensgründung I und II für die Studierenden aller Fachbereiche rundet das Angebot ab.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

Das Projektteam nutzte während der Förderphase einen Büroraum im Hochschulzentrum Fulda Transfer. Die übrigen Büros für Existenzgründer im Fulda Transfer nutzten drei weitere Teams zur Gründungsvorbereitung. Ein Existenzgründerbüro wurde zeitweise einem Forschungsprojekt des Fachbereichs Angewandte Informatik zur Verfügung gestellt.


Forschungsprofil

Wissenschaftliche Zentren Mit dem Kompetenzzentrum Mensch-Computer-Interaktion (KMCI) wurde im Jahr 2005 an der Hochschule Fulda ein erstes wissenschaftliches Zentrum gegründet, das den Anspruch einer interdisziplinär ausgerichteten Forschung und Lehre verfolgt. Die Struktur zentraler wissenschaftlicher Einrichtungen ist im Jahr 2010 für mehrere Anwendungsgebiete umgesetzt worden, um das zunehmend interdisziplinäre Profil der Hochschule zu schärfen und sichtbar zu machen. Der Hochschulrat hat in seiner Sitzung im Oktober 2010 die Verankerung des Forschungsprofils in den interdisziplinär ausgerichteten wissenschaftlichen Zentren ausdrücklich begrüßt. Nach intensiven Vorarbeiten im Jahr 2009 sind zum 1. Januar 2010 die folgenden wissenschaftlichen Zentren zusätzlich eingerichtet worden: CINTEUS – Centrum für interkulturelle und europäische Studien. Das Zentrum bündelt und koordiniert Forschungs- und Wissenstransferaktivitäten in den Bereichen interkultureller Beziehungen und europäischer Studien. Nachdem das Zentrum zunächst auf der Ebene des Fachbereichs Sozial- und Kulturwissenschaften eingerichtet wurde, soll ab dem Jahr 2010 zunehmend eine interdisziplinäre, fachbereichs- und hochschulübergreifende Ausrichtung der Forschungsaktivitäten erfolgen. ZCMK  –  Zentrum für Catering, Management und Kulinaristik. Auch die Aktivitäten im Rahmen der Forschung und des Wissenstransfers des ZCMK sind zunächst innerhalb eines Fachbereichs (Oecotrophologie) initiiert worden. Mit der Bündelung und interdisziplinären Ausrichtung im Zentrum ZCMK sollen zunehmend fachbereichsübergreifende Forschungsschwerpunkte erschlossen werden. Über die primär forschungsorientierten Zentren hinaus ist mit dem ZWW – Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung eine weitere zentrale wissenschaftliche Einrichtung entstanden. Die bisherigen Gremienarbeiten zur wissenschaftlichen Weiterbildung sind damit organisatorisch in das ZWW übertragen worden, das sich der Koordination und Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Weiterbildungsangebote an der Hochschule Fulda widmet. Für die Einrichtung eines weiteren Zentrum – „Centre of Research for Society and Sustainability (CeSST)“ auf Initiative des Fachbereichs Sozialwesen wurden im Jahr 2010 Vorarbeiten für eine Gründung im Jahr 2011 geleistet. Die Satzungen aller Zentren beschreiben über den Aufgabenbereich hinausgehend die organisatorische Verankerung der fachbereichsübergreifenden Zusammenarbeit sowie die Vernetzung mit anderen Institutionen bzw. Praxispartnern in Form von Beiräten.

Gegenwärtig besitzen die Zentren zwar eine organisatorische Struktur, nicht aber die Mittel, die für die erfolgreiche Umsetzung der geplanten Maßnahmen erforderlich sind. Der erfolgreiche Auf- und Ausbau der wissenschaftlichen Zentren setzt eine Anschubfinanzierung voraus, die seit dem Jahr 2010 Gegenstand der Verhandlungen über die Zielvereinbarungen mit dem HMWK waren. Die Zielvereinbarungen konnten jedoch im Jahr 2010 noch nicht abgeschlossen werden. In der weiteren Entwicklung des Forschungsprofils der HFD wird die Anzahl der wissenschaftlichen Zentren auf circa fünf begrenzt. Die Satzungen sehen vor, dass im Abstand von drei Jahren eine Evaluierung erfolgt, zu der der Senat Stellung nimmt, bevor das Präsidium über die Fortführung des jeweiligen Zentrums entscheidet. Die Evaluierung erfolgt auf Basis eines Kriterienkatalogs, in dem die strategischen Ziele der Hochschule Fulda die interdisziplinäre Ausrichtung des Zentrums sowie der Beitrag zur Profilbildung besondere Beachtung finden. Dieser Kriterienkatalog wurde im Jahr 2010 entwickelt und den Gremien vorgestellt.

Forschung und Entwicklung

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4 | Internationales 34

Gleiche Startbedingungen für alle Gut positioniert, aber Optimierungsbedarf

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Rekordbeteiligungen zwei Jahre in Folge

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John-Gumperz-Lectures eingerichtet Zusammenarbeit mit Theologischer Fakultät

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Fahrräder für internationale Studierende Geschäftsbeziehungen geknüpft


Propädeutikum

Internationalisierungsstrategie

Gleiche Startbedingungen für alle

Gut positioniert, aber Optimierungsbedarf

Sie kommen aus Saudi-Arabien, Palästina, Pakistan, Thailand, Vietnam, Polen, Russland, Mazedonien, Griechenland, Mexiko oder Kamerun. Und sie wollen an der Hochschule Fulda studieren. Nicht nur sprachlich ist das eine Herausforderung für die internationalen Studierenden. Was meist noch schwerer wiegt: Jeder von ihnen bringt fachlich ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit. Denn die Mathematikkenntnisse des Studenten aus Peking sind nicht vergleichbar mit denen eines Studenten aus Moskau oder Delhi. Und nicht nur das: Auch die Lerngewohnheiten differieren von Land zu Land erheblich. Unterm Strich: schwierige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Studienabschluss.

Legt man ausschließlich die Zahl der internationalen Studierenden bzw. der Bildungsausländer an der Hochschule Fulda zugrunde, schneidet die Hochschule Fulda im bundesweiten Vergleich extrem gut ab. Das gilt insbesondere mit Blick auf die Zahl der Absolventinnen und Absolventen. Allerdings ist das Gros der internationalen Studierenden in den Masterstudiengängen zu finden. Sieht man sich die Zahl der internationalen Studierenden im Erststudium und der Absolventinnen und Absolventen an, liegt die Hochschule Fulda unter dem Bundesdurchschnitt.

Im März 2009 hat die Hochschule Fulda deshalb erstmals ein Propädeutikum angeboten. Ein studienvorbereitendes Vorsemester für internationale Studierende, die alle Zulassungsvoraussetzungen erfüllen und die Zeit bis zum Studienbeginn im Wintersemester nutzen wollen, um ihren Wissensstand anzugleichen und sich optimal auf das Fachstudium vorzubereiten. Das Propädeutikum bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse in den Sprachkursen zu verbessern und in Fachkursen für Elektrotechnik, Wirtschaft oder Informatik Vorkenntnisse für das spätere Fachstudium zu erwerben. Die Studierenden lernen die Methoden wissenschaftlichen Arbeitens an einer deutschen Hochschule kennen und bekommen praktische Tipps zum Leben und Studieren in Deutschland. So vorbereitet können sie ihr Fachstudium schneller und erfolgreicher absolvieren. Auch die Hochschule profitiert von den studienvorbereitenden Kursen: So kann das Fachstudium mit optimal vorbereiteten Studierenden beginnen, die sich besser in die Lerngemeinschaft eines Studiengangs einfügen. In den vergangenen Jahren ist das umso wichtiger geworden, als die Zahl der internationalen Studierenden an der Hochschule Fulda deutlich gestiegen ist, insbesondere in den speziell für internationale Studierende konzipierten Studiengängen.

Optimierungsbedarf zeigte sich zudem , beim Erasmusprogramm, insbesondere bei der Quote der Incomings, , bei den Hochschulkooperationen, wo die Entwicklungs- und Schwellenländer unterrepräsentiert sind und , beim internationalen Studienangebot, da die Hochschule Fulda noch keine Joint / Double Degrees anbietet. Daraus abgeleitet hat die Hochschule Fulda beschlossen, bis 2015 die Zahl und die Studienerfolgsquote der internationalen Studierenden insbesondere in den Bachelor-Studiengängen zu erhöhen. Sie will ihre Studierenden noch mehr als bisher international und weltoffen qualifizieren, ihre interkulturellen Kompetenzen fördern und sie so fit machen für einen globalisierten Arbeitsmarkt: durch Verbesserung der Fremdsprachenkompetenz, Ausweitung des englischsprachigen Lehrangebots sowie Schaffung von Mobilitätsfenstern vor allem in den Bachelorstudiengängen. Die Zahl der Outgoings soll sich deutlich erhöhen. Im Studienjahr 2009/2010 gingen 182 Studierende zum Studium bzw. Praktikum ins Ausland. Als Austauschstudierende an die Hochschule Fulda kamen rund 45 Studentinnen und Studenten. Auch diesen Anteil gilt es signifikant zu erhöhen. Und schließlich hat die Hochschule Fulda beschlossen, ihr Kooperationsnetzwerk strategisch auszubauen. Nach der Intensität der Zusammenarbeit und des Austauschs sollen drei Kategorien gebildet werden: 1. Schlüsselpartnerschaften, 2. Partnerschaften und 3. Austauschvereinbarungen.

Über dem Bundesdurchschnitt Im Wintersemester 2010/2011 verzeichnete die Hochschule Fulda einen Rekord bei den internationalen Studierenden. Fast 900 internationale Studentinnen und Studenten aus 90 Ländern studierten an der Hochschule. Mehr als ein Drittel von ihnen kam aus Afrika. Der Anteil der internationalen Studierenden lag zu diesem Zeitpunkt mit 15,8 Prozent deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 11,8 Prozent.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010


Internationale Sommeruniversität (ISU)

Rekordbeteiligungen zwei Jahre in Folge Mit dem Programm „Work and study“ hat die Internationale Sommeruniversität 2010 ein neues Projekt gestartet. Internationale Studierende kommen in die Region, arbeiten vier Wochen unentgeltlich bei einem hiesigen Arbeitgeber und bekommen dafür im Gegenzug die Hessische Internationale Sommeruniversität Fulda finanziert. Das Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist groß. 10 Studentinnen und Studenten hätte Gesa Pusch, die das Programm koordiniert, vermitteln können. Doch nur ein Arbeitgeber erklärte sich bereit mitzumachen. Das große Ziel der ISU für die Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst fördert die kommenden Jahre: mehr ISU-Teilnehmerinnen und ISU finanziell. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhal-Teilnehmern ein Praktikum zu vermitteln. ten Stipendien. Etwa 30 gibt es insgesamt. Vergeben werden sie von den Fachbereichen Angewandte Informatik, Elektrotechnik und Kommunikationstechnik, Lebensmitteltechnologie, Pflege und Gesundheit, Sozialwesen und Wirtschaft sowie vom Präsidium. Fachbereiche und Präsidium pflegen damit auch die Kontakte zu ihren Partnerhochschulen.

Sie ist ein wichtiger Beitrag zur Internationalisierung der Hochschule: die Internationale Sommeruniversität (ISU), zu der die Hochschule Fulda alljährlich im Juli und August einlädt. 2009 und 2010 verzeichnete sie Teilnahmerekorde. Über 70 Studierende aus rund 20 Ländern kamen nach Fulda, darunter Korea, Taiwan, Russland, Brasilien und Australien. Vier Wochen lang absolvierten sie jeweils ein dicht gedrängtes Programm, besuchten Fachseminare, Deutschkurse, Workshops und machten an den Wochenenden Exkursionen – nach Berlin, Heidelberg und München, aber auch in die Nähere Umgebung zur Gedenkstätte ‚Point Alpha‘ und in das Biosphärenreservat Rhön.

Eine besondere Rolle kommt jedoch den regionalen Förderern zu. Denn sie schlagen die Brücke vor allem zu den Interessenten aus dem europäischen Ausland. 12 bis 15 Stipendien finanzieren die Stadt Fulda, der Landkreis Fulda und die Freundschaftsvereine. Die Stadt fördert Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus einigen Partnerstädten, der Landkreis Fulda finanziert ein Stipendium für einen Teilnehmenden, der aus einer Partnerstadt eines Ortes im Kreisgebiet stammt. Ganz nebenbei fördert diese Zusammenarbeit in puncto Internationalität auch die Wahrnehmung der Hochschule in der Region. Bester Beleg dafür: das große Interesse der Förderer an der Eröffnungsveranstaltung der ISU. Denn die Veranstaltung ermöglicht auch, ein Stück Hochschule mitzuerleben.

Auf den Spuren der Eltern „Ich freue mich sehr auf Point Alpha und darauf, all die Plätze zu besuchen, von denen mir mein Vater schon soviel erzählt hat“, sagte Sarah Amos. Ihr Vater, Robert P. Amos Jr., war in Fulda stationiert und diente im BlackhorseRegiment. In Fulda hat er ihre Mutter kennen gelernt. Sie arbeitete in der Schule der Kaserne. Sarah studiert an der Georgetown-Universität in Washington D.C. und nahm 2009 an der Hessischen Internationalen Sommeruniversität (ISU) teil. „Fulda gefällt mir ausgezeichnet“, sagte sie. „Bei der ISU habe ich Freunde aus aller Welt gefunden.“ Am positiven Eindruck konnte auch eine Blinddarmoperation nichts ändern, die die Ärzte des Klinikums wenige Tage nach ihrer Ankunft in Fulda durchführen mussten. „Alles ist wieder gut“, erzählte sie lachend auf deutsch. Internationales

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Internationaler Wissensaustausch

John-Gumperz-Lectures eingerichtet Zu Ehren des amerikanischen Kommunikations- „Damit intensivieren und verstetigen wir unser Engagement im wissenschaftlers Professor Dr. John J. Gumperz internationalen Wissensaustausch, insbesondere in den Komund aus Anlass seines Besuchs in Fulda im Juli munikations- und Kulturwissenschaften“, betonte Professor Dr. 2009 hat der Fachbereich Sozial- und Kulturwis- Heinrich Bollinger, Dekan des Fachbereichs Sozial- und Kultursenschaften John-Gumperz-Lectures eingerich- wissenschaften. „Wir sind seit Jahren mit Professor Gumperz tet. Sie werden künftig internationalen Sozial- freundschaftlich verbunden. Er hat in unseren Studienprogrammen schon mehrmals gelehrt“, ergänzte Prof. Dr. Werner Nothdurft vom Fachbereich, der mit Professor Gumperz an der Universität in Berkeley zusammengearbeitet hatte.

und Kulturwissenschaftlern verliehen. Für maximal ein Semester können diese am Fachbereich lehren und forschen.

Professor Gumperz hat seit den 60er Jahren an der renommierten Universität in Berkeley in Kalifornien das Forschungsgebiet der Interkulturellen Kommunikation maßgeblich geprägt. Über die Wissenschaft hinaus bekannt wurde er mit Lehrfilmen für die BBC. An konkreten Beispielen aus dem Alltag zeigte er, dass die interkulturelle Verständigung schon an sprachlichen Kleinigkeiten scheitern kann. Beispielsweise an der Länge der Sprechpausen. Finnen etwa machen längere Sprechpausen als Deutsche. Deswegen haben Deutsche den Eindruck, der Redebeitrag eines Finnen wäre bereits am Ende angelangt, ohne dass dieser seine Position klar gemacht hätte, und ergreifen ihrerseits das Wort. Der Finne jedoch fühlt sich dadurch unterbrochen und unhöflich behandelt.

Kooperation

Zusammenarbeit mit Theologischer Fakultät Bei der Betreuung ihrer internationalen Studierenden haben sich die Theologische Fakultät Fulda und die Hochschule Fulda entschieden zu kooperieren. Die Hochschule Fulda hat Teile ihres Integrations- und Betreuungsprogramms auch für internationale Studierende der Theologischen Fakultät Fulda geöffnet. Das Angebot reicht von Starthilfen zu Beginn des Studiums, wie zum Beispiel der Vermittlung von Zimmern oder interkulturellen Trainings, über studienbegleitende Aktivitäten, etwa landeskundliche Exkursionen oder regelmäßige Stammtische, bis zu spezifischen Beratungsangeboten in alltäglichen Rechtsfragen.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

Die internationalen Studierenden beider Bildungseinrichtungen sind schon seit langem vernetzt. An der Spitze des Vereins „Afrikanischer Studierender in Fulda“ steht ein Student der Theologischen Fakultät Fulda, seine Stellvertreter sind Studierende der Hochschule Fulda. Anlass für die Kooperation war der „Nationale Kodex für das Ausländerstudium an deutschen Hochschulen“, der Anfang 2010 von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) allen deutschen Hochschulen vorgestellt wurde. Der Kodex formuliert Mindeststandards zur Qualität des Ausländerstudiums. Sie sind Voraussetzung zum Beitritt. Beiden Fuldaer Hochschulen war dieser Kodex Anlass, die eigenen Standards einer kritischen Prüfung zu unterziehen und wo nötig nachzubessern. Ziel ist es, dem Kodex zum nächstmöglichen Zeitpunkt beizutreten.


Mobilität und Wohnraum

Fahrräder für internationale Studierende Um die internationalen Studierenden vor allem zu Beginn ihres Studiums bestmöglich zu unterstützen, hat die Hochschule Fulda eine Initiative gemeinsam mit Stadt und Landkreis Fulda ins Leben gerufen. Die Stadt leistete einen Beitrag zur Mobilität der Studierenden im Alltag. Sie übergab 18 Fundräder, die zuvor vom Projekt „Lohn und Brot“ des Kreisverbands der AWO aufgearbeitet worden waren.

Auf Vermittlung des Landkreises konnten gebrauchte Möbel den internationalen Neubürgern übergeben werden. Die Hochschule hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit Stadt und Landkreis den internationalen Studierenden bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Open-Eye-Erasmus

Geschäftsbeziehungen geknüpft 17 europäische Geschäftsbeziehungen konnten insgesamt zwischen jungen und erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern unterstützt werden durch das EU Pilotprojekt OPEN-EYE ERASMUS. Das Projekt förderte Geschäftsbeziehungen zwischen Jungunternehmern und erfahrenen Unternehmen in Europa. Es endete im September 2010. Zudem konnte mit OPEN-EYE ein europäisches Transfernetzwerk aufgebaut werden, das die Initiierung und Durchführung zukünftiger Projekte sowohl im Rahmen des Programms Erasmus für Jungunternehmer als auch darüber hinaus in den Bereichen Hochschule-Wirtschaft-Mobilität, Bildung, Forschung und Innovation erleichtern wird. Im Januar 2010 startete das Anschlussprojekt OPENEYE-2. Die Projektleitung liegt in der Abteilung Forschung und Transfer, die Koordination erfolgt durch das Institut inter.research.

Praktikum in der EU Die Regionalstelle für EU-Praktika vermittelte in den Studienjahren 2009/10 und 2010/11 über 300 Studierende zu Praktika ins europäische Ausland. Das Projekt EU-Mobilität LEONARDO da Vinci förderte im Projektzeitraum 2008 bis 2010 auch 24 Graduierte zum Praktikum, im Zeitraum 2009 bis 2011 werden es 38 Graduierte sein.

Internationales

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5 | Wissenschaftliche Weiterbildung 40

Bildungsangebote f체r Berufserfahrene Ein neuer Typus Studierender kommt an die Hochschule

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F체r bessere Beratung in Ern채hrungsfragen Fundierte rechtliche Kenntnisse erwerben

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Sozialkompetenz studieren Regional stark nachgefragt

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Neue Studienprogramme


Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung

Lebenslanges Lernen

Bildungsangebote für Berufserfahrene

Ein neuer Typus Studierender kommt an die Hochschule

Das Hessische Hochschulgesetz sieht vor, dass die Hochschulen „Weiterbildungsangebote zur wissenschaftlichen Vertiefung und Ergänzung berufspraktischer Erfahrungen entwickeln und anbieten“. Zum 1.  Januar 2010 hat die Hochschule Fulda die zentrale Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung aus dem Referat Forschung  &  Transfer herausgelöst und eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung für wissenschaftliche Weiterbildung gegründet: das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung, kurz ZWW.

Ihre Motivation ist unterschiedlich: Die einen reagieren auf die Weiterentwicklung ihrer Berufsfelder und wollen sich in einem speziellen Themengebiet professionalisieren, die anderen streben an, sich beruflich neu auszurichten. Was sie alle eint, ist ihre jahrelange Berufs- und Praxiserfahrung, und die bringen sie mit in den Seminarraum. Denn Voraussetzung für die Teilnahme an den wissenschaftlichen Weiterbildungsangeboten ist eine einschlägige Praxis.

Das Zentrum hat eine wissenschaftliche Leitung, die derzeit von einer Professorin des Fachbereichs Sozialwesen wahrgenommen wird. Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin mit 75 Prozent der regulären Arbeitszeit führt die laufenden Geschäfte des Zentrums. Sie wird seit August 2009 unterstützt durch eine Verwaltungskraft mit 50 Prozent der regulären Arbeitszeit. Das Zentrum verfolgt explizit den Auftrag, kontinuierlich und systematisch Bedarf und Nachfrage an wissenschaftlicher Weiterbildung, insbesondere bei den Alumni der HFD und bei Unternehmen, Verbänden, öffentlichen Einrichtungen und Organisationen zu erheben. Auf dieser Grundlage soll die Entwicklung von Angeboten entweder in oder mit den Fachbereichen oder aber als eigenständiges Angebot des Zentrums erfolgen. Insbesondere überfachliche, allgemein berufsorientierte Angebote sollen in der inhaltlichen Verantwortung des Zentrums liegen. Den Fachbereichen bietet das Zentrum Beratungsleistungen bei der Konzeption und Planung von weiterbildenden Masterstudiengängen, Zertifikats-Studienprogrammen und postgradualen Weiterbildungsseminaren. Darüber hinaus steht das Zentrum als Dienstleister für die Übernahme von Marketing, Organisation und Administration der Weiterbildungsangebote den Fachbereichen zur Verfügung.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

So bringt die Wissenschaftliche Weiterbildung verstärkt einen neuen Typus Studierender an die Hochschule, der im Durchschnitt zwischen 30 und 50 Jahren alt ist. Er lernt anders, stellt andere Fragen und weist sogar den Lehrenden eine neue Rolle zu. Nicht mehr als Wissensvermittler stehen diese im Vordergrund, sondern sie nehmen eine moderierende Rolle ein. Der berufliche Erfahrungsschatz der Teilnehmenden ist die Ressource, mit der in den Studienprogrammen gearbeitet wird. Kollegialer Austausch und kollegiale Beratung nehmen einen extrem hohen Stellenwert ein. Auf den Punkt gebracht: Die Wissenschaftliche Weiterbildung funktioniert nach dem Prinzip Geben und Nehmen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, im Gegenzug gewähren sie wichtige Einblicke in ihren beruflichen Alltag. Die Dozentinnen und Dozenten erhalten auf diese Weise ein regelmäßiges Feedback aus der Praxis: etwa nach welchen Standards und Methoden gearbeitet wird und wie sich die Arbeitskulturen verändern.


Ernährungspsychologie

Für bessere Beratung in Ernährungsfragen Um die Wechselwirkungen zwischen Psyche und Essverhalten ging es in dem siebenmonatigen Zertifikats-Studienprogramm Ernährungspsychologie, das im Oktober 2009 erstmals und im September 2010 zum zweiten Mal startete. In Mittelpunkt stand die Frage, wie sich eine effektive Ernährungsberatung und Gesundheitsförderung gestalten lässt. Bemerkenswert: Rund die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kam aus nicht-beratungsbezogenen Berufsfeldern der Oecotrophologie / Ernährungswissenschaften und strebte eine berufliche Neuorientierung an. Und: Sie kam allesamt nicht aus der Region, sondern dem gesamten Bundesgebiet.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten im Selbststudium und in Präsenzphasen, in denen sie ihre berufliche Praxis reflektierten, Fälle bearbeiteten und in Rollenspielen Beratungssituationen simulierten. Nach Bestehen von studienbegleitenden Prüfungsleistungen und eines Abschlusskolloquiums erhielten sie ein Hochschulzertifikat, das vom Institut für Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und Ernährungstherapie QUETHEB e. V. anerkannt wird. Das ist wichtige Voraussetzung, damit selbständige bzw. freiberufliche Ernährungsberaterinnen und -berater Beratungsleistungen mit den Krankenkassen abrechnen können.

Schuldnerberatung

Fundierte rechtliche Kenntnisse erwerben Auf ausgesprochen positive Resonanz stieß auch das ZertifikatsStudienprogramm Schuldnerberatung. 2009 wurden zwei Studiengruppen durchgeführt, 2010 war es eine Studiengruppe. Insgesamt 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die überwiegend nicht aus der Region stammten, erwarben ein Zertifikat an der Hochschule Fulda. Mit dem Angebot reagiert die Hochschule auf die Tatsache, dass jeder zehnte Haushalt in Deutschland inzwischen überschuldet ist. Sozialarbeiterinnen und -arbeiter und Sozialpädagoginnen und -pädagogen sind damit regelmäßig konfrontiert. Fundierte rechtliche Kenntnisse in der qualifizierten Beratung überschuldeter Privatleute gewinnen für sie daher zunehmend an Bedeutung, werden aber im Studium der Sozialen Arbeit in der Regel nur am Rande vermittelt.

In der Hochschule Fulda können Beraterinnen und Berater die rechtlichen Grundlagen und verschiedene Beratungsstrategien erlernen. Die Teilnehmenden sind entweder tätig in anerkannten Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen oder in anderen Berufsfeldern der sozialen Arbeit, in denen sich immer wieder Berührungspunkte mit Fragen von Überschuldung ergeben: zum Beispiel in der Jugendarbeit, der Drogenhilfe, als gesetzliche Betreuer, in der Berufshilfe, in der Erwachsenenbildung oder im Sozialdienst von Kliniken. Vereinzelt nahmen auch Betriebswirte, Bankkaufleute und Psychologen an dem Studienprogramm teil.

Wissenschaftliche Weiterbildung

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Verbundangebot

Sozialkompetenz studieren Seit 10 Jahren bietet die Hochschule Fulda gemeinsam mit der Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH) den weiterbildenden Studiengang Sozialkompetenz an. Er richtet sich an Menschen, die ihre Fähigkeiten im Umgang mit anderen Menschen stärken und weiterentwickeln möchten. Ziel ist, Menschen, die in Betrieben, Behörden und Organisationen eine Tätigkeit mit umfassenden kommunikativen Aufgaben ausüben oder künftig ausüben wollen, beispielsweise auf Leitungsebene oder in Projektarbeit, Qualifikationen sozialer Kompetenz zu vermitteln. Das in dieser Form einzigartige Fernstudienangebot greift umfassend alle Bereiche sozialer Kompetenz auf: Kommunikationstechniken, Konfliktbewältigung, Kreativität, Präsentationstechniken, Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung oder Projektmanagement sind nur einige Themenbeispiele. Die Studieninhalte sind wissenschaftlich fundiert, sie werden in Zusammenarbeit mit Experten aus der Wirtschaft nach aktuellsten Erkenntnissen vermittelt. Mittlerweile haben sich mehr als 500 Menschen im Rahmen des zweisemestrigen Studiums fördern lassen.

Palliative Care

Regional stark nachgefragt Zwei Besonderheiten weist das ZertifikatsStudienprogramm Palliative Care auf: Es wird überwiegend regional aus Mittel- und Osthessen nachgefragt. Und: Obwohl auf Hochschulniveau angeboten und durchgeführt, ist die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung als examinierte/r Krankenpfleger/in bzw. Altenpfleger/in zwingende Zulassungsvoraussetzung. Im Juli 2010 startete das Programm zum zweiten Mal mit 23 Teilnehmenden, darunter drei Männern. Ziel des Palliative Care-Studienprogramms ist die Qualifizierung von professionellen Pflegekräften zur umfassenden palliativen Betreuung von Menschen, die am Lebensende stehen. Palliative Care ist ein ganzheitlich ausgerichtetes Pflegekonzept für schwer kranke und sterbende Menschen und richtet sich an den Wünschen, Bedürfnissen und Möglichkeiten der Patienten aus. Unter Wahrung hoher ethischer Prinzipien und der Würde des Patienten ist das Ziel, die bestmögliche Lebensqualität bis zum Tod zu erhalten. Die Teilnehmenden bringen ihr Erfahrungswissen als beruflich qualifizierte Pflegefachkräfte in Verbindung mit pflegewissenschaftlich fundierten Ansätzen und Methoden. Sie erwerben zum einen Wissen etwa um pflegespezifische Aspekte oder rechtliche Fragen. Zum anderen schulen sie ihre kommunikativen Kompetenzen und reflektieren ihre eigenen Vorstellungen von Leben, Sterben, Tod und Trauer. Das Zertifikat für Palliative Care in ambulanten und stationären Palliativpflege- und Hospizeinrichtungen ist anerkannt von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und dem Deutschen Hospiz- und Palliativverband.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010


Neue Studienprogramme: , Case Management (DGCC)

Lebensmittelqualität ,

Die Hochschule Fulda hat sich 2010 als Weiterbildungseinrichtung für Case Management zer-tifizieren lassen. Damit ist sie berechtigt, das anerkannte Weiterbildungszertifikat „Case Manager bzw. Case Managerin (DGCC)“ vergeben zu dürfen (Zertifikat anerkannt von der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit, dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), dem Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH) und der Bundesagentur für Arbeit.

Neu entwickelt am Fachbereich OE wurde 2010 das „Zertifikat Lebensmittelqualität“ (ZLQ). ZLQ besteht aus den drei Bausteinen „Lebensmittelsicherheit“, „Qualitätsmanagement“ und „Produktentwicklung“. ZLQ qualifiziert für verantwortliche Tätigkeiten in der Beurteilung und Sicherung der Lebensmittelqualität in der betrieblichen Praxis. Es wendet sich besonders an Interessierte, die ihren beruflichen (Wieder-) Einstieg planen. Das Besondere an ZLQ: Beruflich qualifizierte Teilnehmende ohne einschlägigen Hochschulabschluss, aber mit fachgebundener Hochschulreife für Oecotrophologie, Lebensmitteltechnologie oder verwandte Fächer können sich im Falle einer späteren Einschreibung in den Bachelor-Studiengang Oecotrophologie die erfolgreich absolvierten Bausteine vollständig anrechnen lassen.

Was ist Case Management? Case Management ist eine Verfahrensweise in Humandiensten und ihrer Organisation zu dem Zweck, bedarfsentsprechend im Einzelfall eine nötige Unterstützung, Behandlung, Begleitung, Förderung und Versorgung von Menschen angemessen zu bewerkstelligen. Der Handlungsansatz ist zugleich ein Programm, nach dem Leistungsprozesse in einem System der Versorgung und in einzelnen Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens effektiv und effizient gesteuert werden können. Die Weiterbildung Case Management wendet sich an Praktiker im Gesundheits- und Sozialwesen. Zulassungsvoraussetzungen sind ein einschlägiger Hochschulabschluss und eine mindestens einjährige berufliche Praxis oder eine einschlägige abgeschlossene Berufsausbildung sowie mehrjährige Berufserfahrung und nachgewiesene Zusatzqualifikationen in den Bereichen Sozialrecht und Beratungskompetenz.

Wissenschaftliche Weiterbildung

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6 | Strukturen und Organisation 46

Spatenstich bei Eis und Schnee Pakt geschlossen – Sicherheit gewonnen

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Weichen für die Zukunft gestellt

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Ein neuer Mittelpunkt

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Auf dem Weg zum Campus Lang ersehnt, jetzt realisiert Maßnahmen aus dem Konjunkturprogramm II

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Interview mit dem Kanzler Carsten Feller

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Transparenz durch Vollkostenrechnung

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Der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet

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Interview mit Vizepräsident für Studium und Lehre Prof. Dr. Christian Schrader


Hochschul- und Landesbibliothek

Hochschulpakt 2011–2015

Spatenstich bei Eis und Schnee

Pakt geschlossen – Sicherheit gewonnen

Der im Vorfeld der Baumaßnahmen viel diskutierte Anbau an die Hochschul- und Landesbibliothek (HLB) am Standort Heinrich-von-BibraPlatz nimmt Gestalt an. Im März 2010 erfolgte unter Anwesenheit der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst Eva Kühne-Hörmann, dem Oberbürgermeister Gerhard Möller und dem Präsidenten der Hochschule der symbolische Spatenstich. 750 Quadratmeter Nutzfläche wurden angebaut, um die städtische Centralbücherei in die Hochschul- und Landesbibliothek zu integrieren.

Die Zahl der Studienanfänger wird sich bis 2020 deutlich erhöhen. Neben den geburtenstarken und zugleich doppelten Abiturjahrgängen durch die Umstellung auf G8 wirkt sich auch die Aussetzung der Wehrpflicht auf die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger aus. Um die Leistungsfähigkeit der hessischen Hochschulen mittelfristig zu sichern, haben die zwölf staatlichen hessischen Hochschulen mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst den Hochschulpakt 2011–2015 geschlossen. Aufgrund der Auswirkungen der Finanzkrise und der schwierigen Haushaltslage in Hessen gelang es nach intensiven Diskussionen und scharf formulierter Kritik seitens der Hochschulen, sich auf den Hochschulpakt zu verständigen.

In ihren Ansprachen verwiesen alle Beteiligten auf die große Bedeutung des Bauvorhabens. Die Ministerin stellte die Einzigartigkeit dieses Projektes heraus: Künftig werde dieser Standort der HLB „Anlaufpunkt für alle zwischen 0 und 100 Jahren und für lebenslanges Lernen“ sein. Präsident Professor Dr. Khakzar verwies darauf, dass der Anbau die Präsenz der Hochschule in der Stadt weiter stärke und betonte den Modellcharakter des Vorhabens.

Im Mai 2010 wurde der Hochschulpakt zwischen der hessischen Landesregierung und den zwölf hessischen Hochschulen schließlich unterzeichnet. Der Hochschulpakt sichert für die nächsten fünf Jahre die Bereitstellung der staatlichen Mittel und regelt die Verteilung auf die hessischen Hochschulen. Trotz aller begründeter Kritik und jährlichen Einsparungen in Höhe von 30 Millionen Euro sprach letztlich für die Unterzeichnung, dass der Hochschulpakt eine relative Planungssicherheit bietet. In Zeiten der Finanzkrise umso verständlicher. Ansonsten hätten alle hessischen Hochschulen bis 2015 mit unkalkulierbaren Risiken leben müssen.

Oberbürgermeister Möller freute besonders, dass mit dem nun auserwählten Architektenentwurf auch die Kritiker des Bauvorhabens berücksichtigt wurden und am Heinrich-vonBibra-Platz „das gelungene Ensemble gewahrt“ bleibt.

Das Präsidium der Hochschule Fulda bedauerte die Kürzungen des Gesamtbudgets für die Hochschulen in Hessen. Aus Fuldaer Sicht ist der geschlossene Hochschulpakt dennoch ein Erfolg. Einerseits wird das neue Modell zur Verteilung der Mittel auf die einzelnen Hochschulen der spezifischen Situation der Hochschule Fulda gerecht, denn es berücksichtigt im Gegensatz zum auslaufenden Hochschulpakt die tatsächlichen Studierendenzahlen. So hat das HMWK im Hochschulpakt den Aufwuchs der Hochschule Fulda bis zu einer Zahl von 5.000 Studierenden in der Regelstudienzeit genehmigt. Daraus folgt eine Anzahl von etwa 6.000 bis 6.500 Studierenden. Damit ist der Aufwuchs der Hochschule Fulda mittelfristig gesichert und ausfinanziert. Die Vorleistungen, die die Hochschule Fulda in den vergangenen Jahren durch die Aufnahme zusätzlicher Studierender erbracht hat, wurden damit anerkannt. Andererseits hätte die Hochschule Fulda nach proportionalem Abzug der Einsparziele des Landes rund 600.000 Euro Verlust verbucht. Tatsächlich liegen die zusätzlichen Einnahmen der Hochschule Fulda im Jahre 2011 aber bei rund 658.000 Euro. Ohne den Kürzungsansatz des Landes wäre diese Summe letztlich noch höher ausgefallen.

Inzwischen sind die Baumaßnahmen nahezu abgeschlossen.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010


Entwicklungsplanung und Zielvereinbarungen

Weichen für die Zukunft gestellt Die Autonomie der Hochschulen ist mit der Novellierung des Hessischen Hochschulgesetzes deutlich gestiegen. Das Hochschulgesetz sieht unter anderem vor, dass die Hochschulen eine Entwicklungsplanung erstellen und auf dieser Basis Zielvereinbarungen mit dem HMWK abschließen. Erste Gespräche über bilaterale Zielvereinbarungen zwischen der Hochschule Fulda und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) hatten bereits Anfang des Jahres 2010 im Ministerium stattgefunden. Im weiteren Verlauf wurden die Verhandlungen mit den einzelnen Hochschulen auf Veranlassung der Ministerin unterbrochen und ein externes Beratungsunternehmen eingebunden, das den Abschluss der Zielvereinbarungen fachlich begleiten und inhaltlich unterstützen sollte. „Der Blick auch von außen ist wichtig, um die Rollen von Ministerium und Hochschulen zu präzisieren, die sich durch das neue Hochschulgesetz gewandelt haben“, so Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann in einer Pressemitteilung. Darüber hinaus sei bundesweit die Tendenz zu beobachten, dass Zielvereinbarungen kaum über bloße Absichtserklärungen hinauskommen. Dabei werden auf diesem Weg die Weichen für die Entwicklung der hessischen Hochschulen gestellt.

Ziel der Ministerin ist es, mit den fundierten Entwicklungsplanungen strategische Impulse auch bei knappen Mitteln setzen zu können und auf diese Weise Hessen als Wissenschaftsstandort zu stärken. Für die Hochschule Fulda war es von Vorteil, dass in den letzten beiden Jahren umfangreiche Diskussionen und Abstimmungsprozesse zur strategischen Ausrichtung der Hochschule Fulda vorausgegangen waren. So konnte im Jahr 2009 das Präsidium unter breiter Beteiligung der Gremien die „Grundsätze der strategischen Zielsetzung der Hochschule Fulda bis 2015 (Vision)“ beschließen. Auf Grundlage dieser im Vorfeld erfolgten gemeinsamen Verständigung über die Entwicklung der Hochschule Fulda waren die Abstimmungsprozesse kurz und die Erstellung der Entwicklungsplanung unter dem gegebenen Zeitdruck möglich. Aufbauend auf die Entwicklungsplanung wurden die Zielvereinbarungen mit dem Ministerium schließlich im Juni 2011 unterzeichnet.

Grundlage für die Weichenstellung ist eine existierende Entwicklungsplanung der Hochschule. Hessenweit konnte zu diesem Zeitpunkt allerdings nur eine Universität ein solches Dokument mehr oder weniger direkt vorlegen. Alle anderen Hochschulen wurden daher vom HMWK aufgefordert, innerhalb von vier Monaten eine Entwicklungsplanung hausintern abzustimmen und dem Ministerium vorzulegen. Parallel erarbeitete eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Ministeriums und der Hochschulen Standards für ein künftiges und mit den Zielvereinbarungen einhergehendes Berichtswesen. Konzentrierten sich die Berichte bislang noch stark auf die detaillierte Sammlung studiengangbezogener Kennzahlen, so sollen sie künftig die wissenschaftliche Strategie der jeweiligen Hochschule und ihrer Fachbereiche widerspiegeln. Srukturen und Organisation

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Daten und Fakten zum Ideenund Realisierungswettbewerb

Hochschulentwicklung

Ein neuer Mittelpunkt Im April 2009 fiel die Entscheidung im Architektenwettbewerb um den Neubau der Hochschul- und Landesbibliothek, der Mensa sowie zentraler und publikumsnaher Einrichtungen. Insgesamt hatten sich 31 Architekten am Wettbewerb beteiligt. Die an die Architekten gestellten Anforderungen waren hoch, denn die Planungsaufgabe umfasste mehrere Bausteine: , Neubau der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda und , Neubau von zentralen und publikumsnahen Einrichtungen, die Mensa der Hochschule Fulda, ein Großküchenlabor für den Fachbereich Oecotrophologie und ein StudentServiceCenter sowie einen Tagungsraum. Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Carl Fingerhuth (Zürich/Schweiz) wählte mit sieben zu vier Stimmen den Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Atelier 30 Architekten GmbH Fischer-Creutzig / Mann Landschaftsarchitekten, beide Kassel und empfahl mehrheitlich den 1. Preisträger zur Realisierung. Der zentrale Neubau mit einer Nutzfläche von rund 6.600 Quadratmetern entsteht auf dem Gelände des früheren Hochschulparkplatzes und wird 2013 bezugsfertig sein. Dabei fügen sich die Neubauten architektonisch und städtebaulich in die vorhandene und teilweise denkmalgeschützte Bausubstanz ein und verbinden die bestehenden Gebäude miteinander. So entsteht ein nach allen Seiten geschlossener Campus und Mittelpunkt der Hochschule, der Studieren, Lernen, studentisches Leben und Kommunikation miteinander verbindet. Finanziert wird das Bauvorhaben aus dem Entwicklungsprogramm HEUREKA des Landes Hessen. Mit den Neubauten werden die dringend benötigten Flächen für die Mensa sowie die Bibliothek geschaffen. Im Bibliotheksbereich ist damit auch eine erhebliche Verbesserung der Informationsmöglichkeiten verbunden. Seit dem Architektenwettbewerb im Jahr 2009 sind intensive Planungsarbeiten erfolgt. Die Grundsteinlegung fand schließlich im Juni 2011 statt.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

1. Preis

Atelier 30 Architekten GmbH Fischer-Creutzig (Kassel) / Mann Landschaftsarchitekten (Kassel)

Preisgeld 2. Preis

52.000 Euro Netzwerkarchitekten (Darmstadt) Landschaftsarchitektur und Ökologie, Angela Bezzenberger (Darmstadt)

Preisgeld 3. Preis

32.500 Euro h4a Gessert + Randecker Architekten (Stuttgart) Glück Landschaftsarchitektur (Stuttgart

Preisgeld

19.500 Euro

Ankäufe 1.

Eller + Eller, Architekten GmbH (Düsseldorf) GTL Landschaftsarchitekten (Düsseldorf)

2. Preisgeld

Gerber Architekten (Düsseldorf) je 13.000 Euro

Mitglieder der Jury Der Jury unter Leitung von Prof. Carl Fingerhuth (Zürich/Schweiz) gehörten an:

als Fachpreisrichter ▷ Prof. Rebecca Chestnutt (Berlin), ▷ Prof. Peter Kulka (Köln), ▷ Inge Laste, Hessisches Ministerium der Finanzen (Wiesbaden), ▷ Prof. Zvonko Turkali (Frankfurt), ▷ Prof. Hinnerk Wehberg (Hamburg)

als Sachpreisrichter ▷ Ministerialdirigentin Irene Bauerfeind-Roßmann (Wiesbaden), ▷ Prof. Dr. Karim Khakzar (Fulda), ▷ Direktor Thomas Platte, Hessisches Baumanagement (Frankfurt), ▷ Dr. Marianne Riethmüller (Fulda), ▷ Stadtbaurätin Cornelia Zuschke (Fulda)


Gebäudesanierungen

Auf dem Weg zum Campus Direkt im Anschluss an die Präsentation des Wettbewerbssiegers weihte der damalige Staatssekretär im HMWK, Gerd Krämer, die von Grund auf sanierten Gebäude N und O ein. Damit ist die Renovierung und Umgestaltung der fünf unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Kasernengebäude entlang der Leipziger Straße abgeschlossen. 7,3 Millionen Euro wurden insgesamt in die vom Land Hessen Ende 1999 erworbenen Gebäude investiert. Die neuen Räumlichkeiten verbessern die Studienbedingungen erheblich und steigern so auch die Attraktivität des Studienstandortes Fulda. Nach dem Abschluss der Umbauarbeiten stehen Lehrenden und Studierenden auf etwa 3. 000 Quadratmetern neben zahlreichen Gruppenarbeitsräumen auch mehrere Hörsäle – alle

barrierefrei und mit neuester Technik ausgestattet – zur Verfügung. Das Gebäude N bietet zudem Veranstaltungsräume, die fachbereichsübergreifend genutzt werden.

Konjunkturprogramme

Lang ersehnt, jetzt realisiert Im Rahmen des vom Land Hessen mitfinanzierten Konjunkturpakets II des Bundes konnte die Hochschule Fulda in ihrer baulichen Entwicklung einen wichtigen Zwischenschritt erfolgreich absolvieren. Viele dringend notwendige Investitionen und Sanierungsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 5,6 Millionen Euro konnten dadurch vorgezogen werden. Zwei Gebäude wurden an die Nahwärmeversorgung angeschlossen, ein Gebäude erhielt neue Fenster und die Halle 8 als zentrale Veranstaltungshalle wurde grundlegend saniert. Für die For-

schung und zur Verbesserung des Lernumfeldes wurden Laborgeräte und Laboreinrichtungen sowie IT-Ausstattung beschafft. Zudem wurde 2011 mit den Mitteln aus dem Konjunkturpaket II auch der Umbau von Seminarräumen zu Laboren für den Fachbereich Angewandte Informatik und die grundlegende Sanierung eines Gebäudes für die Zentralverwaltung finanziert.

Maßnahmen aus dem Konjunkturprogramm II Anbindung der Nahwärmeversorgung zur energetischen Optimierung Erneuerung der Fenster im Gebäude B Sanierung und Umbau der Mehrzweckhalle Umbau 2.OG, Gebäude G, für den Fachbereich Angewandte Informatik Sanierung und Umbau Gebäude F für die Zentralverwaltung Modernisierung der Gerätestruktur

Gesamt

480.000 EUR 175.000 EUR 1.510.000 EUR 430.000 EUR 2.487.000 EUR 600.000 EUR

5.682.000 EUR

Srukturen und Organisation

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Interview

Heute die Beschäftigten von morgen sichern Herr Feller, die Hochschule Fulda hat ein Personalentwicklungskonzept erarbeitet. Was sind die entscheidenden Grundzüge des Konzepts? Das Hochschul- und Wissenschaftssystem in Deutschland ist seit etwa 15 Jahren einem tiefgreifenden Wandel ausgesetzt. Die Hochschulgesetze haben die Autonomie der Hochschulen deutlich gestärkt und viele Kompetenzen und Aufgaben vom Ministerium auf die Hochschulen übertragen. Daneben hat sich auch der Wettbewerb zwischen den Hochschulen verstärkt, sodass auch im Bereich des Forschungsmanagements und der Qualität der Lehre die Anforderungen an die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer gewachsen sind. Um diese neuen Herausforderungen meistern zu können, brauchen Hochschulen qualifiziertes und hochmotiviertes Personal, das mit modernen Instrumenten und Methoden des Wissenschaftsmanagements vertraut ist. Aus diesem Grund gewinnt das Themenfeld Personalentwicklung zunehmend an Bedeutung. Das Ziel der Personalentwicklung der Hochschule Fulda ist es, die Beschäftigten systematisch entsprechend ihren persönlichen und fachlichen Fähigkeiten zu fördern und zu motivieren, um optimale Arbeitsergebnisse zu erreichen. Das Konzept beschreibt die Handlungsfelder der Personalentwicklung von der Personalgewinnung und -auswahl über die Integration von neuen Beschäftigten an der Hochschule, die Integration von Berufsrückkehrern bis hin zur Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen. Die Gesundheitsfürsorge am Arbeitsplatz, die Organisation familienfreundlicher Arbeitsbedingungen sowie das Gender Mainstreaming bilden dabei Schwerpunkte. Bei den Instrumenten der Personalentwicklung ging es darum, bewährte Instrumente des LandesPersonalentwicklungskonzeptes auf die besonderen Bedingungen der Hochschule anzupassen. Dazu gehören beispielsweise in der Führungskräfteentwicklung die Besonderheit, dass Hochschulen akademische Führungskräfte haben, die dieses Amt nur auf Zeit ausüben. Darüber hinaus ist im Unterschied zu anderen Bereichen der Landesverwaltung die Anzahl von befristet Beschäftigten

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

bei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr hoch. Wie stellen Sie sich künftig die Mitarbeiterrekrutierung vor? Um im Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern zu bestehen und auch weiterhin qualifizierte Beschäftigte zu gewinnen, soll die Attraktivität der Hochschule als Arbeitgeber weiter erhöht werden. Hierbei sind mitarbeiterfreundliche Angebote wie flexible Arbeitszeitmodelle, großzügige Beurlaubungs- und Teilzeitmöglichkeiten, abwechslungsreiche Arbeitsinhalte und umfassende Fortbildungsangebote weiter zu entwickeln. Die Personalauswahl soll professionalisiert werden, beispielsweise durch die Einführung von Anforderungsprofilen, die Erwartungen an die Fachkompetenz aber auch an die Sozial- und Methodenkompetenz für den jeweiligen Arbeitsplatz beinhalten. Besondere Aufmerksamkeit soll auch der Integration von neuen Beschäftigten gewidmet werden. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen häufig vor der Herausforderung, sich neben veränderten fachlichen Aufgaben auch aus organisatorischer und menschlicher Sicht in das neue Arbeitsumfeld der Hochschule zu integrieren. Die systematische Einführung und fachliche Einarbeitung ist deshalb nicht nur für die Integration und Motivation der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch für den Arbeitgeber von zentraler Bedeutung. Die Hochschule Fulda hat deshalb die Prozesse der Einstellung und Integration systematisiert und deutlich verbessert.


Beispielsweise sollen neue Kolleginnen und Kollegen künftig eine Mentorin oder einen Mentor bekommen, die/der bei organisatorischen Fragen, aber auch bei der sozialen Integration in die Hochschule unterstützen soll. Welche Maßnahmen sieht das Konzept für die jetzigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor? Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen zunächst Maßnahmen zur Gestaltung der Arbeitsorganisation und des Arbeitsplatzes im Vordergrund. Hier sind beispielsweise Themen wie Familienfreundlichkeit, Zeitflexibilität und Gesundheitsfürsorge am Arbeitsplatz, aber auch Gleichberechtigung und Aufstiegsmöglichkeiten angesprochen. Daneben ist für die gezielte Weiterentwicklung der Beschäftigten der Hochschule Fulda ein eigenes Fortbildungskonzept entwickelt worden, das Teil des Personalentwicklungskonzeptes ist. Das Fortbildungskonzept sieht einen Schwerpunkt bei der Entwicklung von Führungskräften, in der Fort- und Weiterbildung für Lehrende, beispielsweise in der Hochschuldidaktik und im Bereich neue Lehr- und Lernmethoden, aber auch der berufsbezogenen Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen der AGWW. Für Laboringenieurinnen und Laboringenieure und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde der berufsbegleitende Masterstudiengang MEDIAN neu in das Programm aufgenommen. Schließlich soll auf der Ebene der Sachbearbeitung das Querschnittswissen von Nachwuchskräften über die Hochschule verbessert werden. Hierzu sind Vorträge und Workshops geplant. Im Bereich der Personalentwicklung wurde zudem eine Quality Scorecard entwickelt, die die Erreichung der verfolgten Ziele transparent macht. Carsten Feller, Kanzler der Hochschule Fulda

Srukturen und Organisation

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EU-Beihilferahmen

Transparenz durch Vollkostenrechnung Drittmittelprojekte sind eine wichtige Finanzierungsquelle für die Forschungsaktivitäten an Hochschulen. Hochschulen treten zunehmend als Leistungserbringer auf dem Forschungsmarkt auf. So schreiben Professorinnen und Professoren externe Gutachten oder beraten Institutionen und Verbände auf ihrem jeweiligen Fachgebiet. Diese Leistungen werden gegen Entgelt erbracht. Zwar führt dies zu zusätzlichen Einnahmen der Hochschule, gleichzeitig werden aber auch Ressourcen der Hochschule beansprucht. Diese Kosten sind zuvor jedoch nicht in die Kostenkalkulation einbezogen worden, so dass sich eine ungleiche Kostenstruktur gegenüber privaten Anbietern ergibt. Seit dem 1. Januar 2009 unterliegen Drittmittelprojekte daher dem EU-Beihilferecht, das grundsätzlich die Subventionierung von Wettbewerbsunternehmen durch staatliche Einrichtungen verbietet. Die Vollkostenrechnung wird für alle Auftragsforschungsprojekte und Dienstleistungen des wirtschaftlichen Bereichs relevant sein, nicht aber für öffentliche Forschungsprojekte im Rahmen von FHProfUnt, SILQUA, Ingenieurnachwuchs, DFG-Projekte, LOEWE-Vorhaben u. a.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

Dies bedeutet, dass für alle neuen Auftragsforschungs- und Dienstleistungsprojekte an der Hochschule Fulda ab 1. Oktober 2011 zusätzlich zu den bisher ermittelten direkten Projektkosten auch Gemeinkosten („Overheadkosten“) erhoben werden. Der Einführung der Vollkostenrechnung vorausgegangen war im Jahr 2010 ein gemeinsames Projekt der hessischen Hochschulen. Ziel der hochschulübergreifenden Arbeitsgruppe war es, ein Fachkonzept zur Gestaltung der Vollkostenerhebung zu erarbeiten. Daraufhin definierte eine interne Arbeitsgruppe die Umsetzung des Konzeptes an der Hochschule Fulda. Hierzu wurden die tatsächlichen Overhead-Kosten je Fachbereich ermittelt und anschließend entsprechende Zuschlagsätze berechnet. Diese werden künftig jährlich neu berechnet und auf die Drittmittelprojekte angewendet.


wurden kontinuierlich Aspekte der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen intensiv betrachtet, zudem wurden Auswirkungen der Neubauvorhaben auf das Mobilitätsverhalten der Hochschulangehörigen in starkem Maße bedacht.

Nachhaltigkeit

Der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet Für eine nachhaltige Entwicklung nehmen Hochschulen eine Schlüsselrolle ein. Sie bilden viele Berufsgruppen aus, die später eine Führungsrolle in der Gesellschaft wahrnehmen. Sie sind ein wichtiger Ort des Gewinns neuer Erkenntnisse. Diese Erkenntnisse in die Gesellschaft zu transferieren, stellt eine weitere wesentliche Aufgabe dar. Daneben sind sie im Hochschulbetrieb selbst gefordert, die Einrichtung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu betreiben, auch um den Studierenden als Ort informeller Lernprozesse zu zeigen, dass fortschrittliche Betriebsweisen möglich sind. Die Hochschule Fulda praktiziert bereits einiges davon. Bislang geschah dies jedoch eher in Ansätzen und zumeist nicht koordiniert. Anfang des Jahres 2010 hat die Hochschule daher ihr Leitbild ergänzt: „In Lehre, Forschung und als Einrichtung ist sie der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet.“ Um dem Leitbild gerecht zu werden, wurden Fragen der nachhaltigen Entwicklung inhaltlich und organisatorisch aufbereitet. In der Hochschule Fulda tagte mehrfach eine informelle Gruppe Nachhaltigkeit, die sich mit diversen Themenstellungen befasste. Dies reicht von einem ausgearbeiteten und vom Präsidium beschlossenen Konzept zur Einbeziehung der nachhaltigen Entwicklung in die Hochschule Fulda bis zu einem eigenständigen Kapitel in der Zielvereinbarung mit dem HMWK. In den Besprechungen zu den Neubauvorhaben

Das flexible und mühelose Erreichen der Hochschule spielt für Beschäftigte und Studierende gleichermaßen eine wichtige Rolle. Gerade im Rahmen der Baumaßnahmen steht das individuelle Mobilitätsverhalten im Vordergrund. Die Begrüßung zu Beginn des Semesters wurde daher auch genutzt, um die Studierenden über die Alternativen zum PKW für die Fahrt an die Hochschule zu informieren. Hierzu zählten unter anderem die verkehrliche Anbindung der Hochschule. Mehrere Maßnahmen wurden gemeinsam mit der Stadt Fulda initiiert, um insbesondere die Parkplatzsituation rund um die Hochschule zu bewältigen. Gleichzeitig startete mit Beginn des Wintersemesters die Webseite bauen.hs-fulda.de. Dort finden alle Mitglieder der Hochschule aktuelle Informationen zum Baugeschehen sowie zur Parkplatzsituation.

Möglichkeiten zu einem veränderten Mobilitätsverhalten stellten vor: ▷ Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club: Fahrradrouten zur Hochschule ▷ STATTAUTO Fulda: Vorstellung des Systems ▷ ÜWAG: Busverbindungen zur Hochschule und persönlicher Fahrplan ▷ Online-Mitfahrzentrale des Biosphärenreservats Rhön: Vorstellung der Internetplattform Srukturen und Organisation

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Interview

„Die entscheidenden Fragen mit auf den Weg geben“ Herr Prof. Schrader, Sie setzen sich für Nachhaltigkeit an der Hochschule Fulda ein. Allerdings ist der Begriff inzwischen inflationär. Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie? Der Begriff ist ein Modebegriff. Für alles, was dauerhaft, beständig, langfristig angelegt sein soll, wird er inzwischen verwandt. Ursprünglich aber wurde der Begriff vor fast 20 Jahren in die politische Diskussion eingeworfen. Auf der Konferenz von Rio entstand 1992 die Idee, „sustainable development“ zu betreiben: unsere Welt so weiter zu entwickeln, dass das, was wir jetzt betreiben, von den zukünftigen Generationen noch sinnvoll weitergeführt werden kann. Und das heißt: ökologische, soziale und ökonomische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Also eine Entwicklung, die die begrenzten Kapazitäten der Erde berücksichtigt, die sozial gerecht ist und zugleich eine Weiterentwicklungsmöglichkeit zeigt. Die meisten, die den Begriff ernst meinen, nehmen diese drei Säulen in den Blick. In welchem Verhältnis diese zu sehen sind? Wenn wir weiter so exponentiell wachsen in manchen Bereichen, und dann müsste man, meiner Ansicht nach, die ökologische Seite stärker gewichten. Warum meinen Sie, dass Nachhaltigkeit für eine Hochschule so wichtig ist? Wir bilden heute die Führungsgeneration aus, die 2030 wichtige Entscheidungen treffen wird. Dafür müssen wir die Studierenden qualifizieren. Ich möchte ihnen eine Denkrichtung nahelegen, die diese komplexen Zusammenhänge von Nord/Süd, von global, von regional, von Sozialem, Ökologie, Ökonomie miteinander in Beziehung setzt, damit sie besser auf die Herausforderungen reagieren können, als wir das vor 30 Jahren taten. Es geht um die Kompetenz, komplexe Vorgänge zu erfassen, zu strukturieren und zu denken und dann Entscheidungen weiterzutreiben.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

Wie kann genau eine Hochschule nachhaltig sein? In der Lehre müssen wir mehr in praxisnahen Projekten arbeiten statt in Vorlesungen, um zu vermitteln, dass es tatsächlich viele verschiedene Einflussfaktoren für eine Entscheidung gibt und viele Wirkungsbereiche. Im Bereich der Forschung haben wir ein wissenschaftliches Zentrum für Gesellschaft und Nachhaltigkeit aufgebaut. Hier geht es zunächst um Nachhaltigkeit aus einem sozialwissenschaftlichen Gesichtspunkt. Aber genauso sind die technischen Disziplinen und die Ökonomen aufgerufen, ihre Projekte in das Zentrum einzubringen. Und der dritte Bereich für nachhaltiges Wirken ist die Hochschule als Betrieb. Sind wir da so aufgestellt, dass es verantwortbar ist? Beim Neubau beispielsweise erfüllen wir die hohen Standards für die Wärmedämmung. Um den CO2-Ausstoß insgesamt sehr stark abzusenken, muss der Energieverbrauch runter, also muss man Gebäude bauen, die nicht mehr die Wärme einfach so abstrahlen. Wie bewegt man denn Menschen dazu, sich umzuorientieren, alte Muster und Gewohnheiten aufzugeben? Gewohnheiten aufzubrechen ist schwer. Mein Ansatz ist ein anderer. Aus der Mobilitätsforschung wissen wir: Wir müssen die Menschen in einer Umbruchsituation abholen. Beispielsweise wenn jemand einen neuen Job beginnt oder ein Studium aufnimmt. Dann orientieren sich die Menschen neu. Sie entscheiden, wie nah sie an ihrer Hoch-


schule oder ihrem Arbeitsplatz wohnen wollen, ob es möglich ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Bei den Studierenden kommt hinzu: Sie müssen ihren Weg als Erwachsene finden, sich orientieren, einen eigenen Lebensstil entwickeln. Welche Anregungen man da bekommt, ist entscheidend. Deshalb ist es wichtig, ihnen Angebote zu machen und die entscheidenden Fragen zur Nachhaltigkeit mit auf den Weg zu geben. Eine Hochschule ist genau der richtige Ort dafür. Ich bin ganz zuversichtlich, dass sich in den drei Jahren, die Studierende an unserer Hochschule verbringen, eine ganz andere Herangehensweise herausbilden kann als bei der jetzigen Studierendengeneration, die mit dem Auto direkt vors Gebäude fahren konnte. Wie wollen Sie diesen Prozess konkret gestalten? Ich will Nachhaltigkeit nicht verordnen. Ich will die Studierenden und Beschäftigten mitnehmen. Mir ist die Auseinandersetzung wichtig, nicht ein bestimmtes Ergebnis. Die Leute sollen ihre Meinung dazu sagen. Wir leben davon, dass wir uns dann verständigen über die richtigen Wege, dass wir diesen Prozess offensiv führen und uns dann auf den besten Weg miteinander verständigen können. Prof. Dr. Christian Schrader, Vizepräsident der Hochschule Fulda

Srukturen und Organisation

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7 | Hochschulleben und Öffentlichkeit 58

Neue Handschrift in der Hutten-Sammlung Erstsemester werden Filmstars Zu Gast beim Bundespräsidenten

59

Live im Deutschlandradio Mond oder doch nur Hollywood?

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Archiv „Flucht und Migration“ übernommen Crossover – das neue Hochschulmagazin

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Doktorandenprojekt in aller Munde HLB zeigt Amnesty-Wanderausstellung Innovativste Geschäftsidee gesucht

62

Per Klick in die Bibliothek Blick in die Zukunft

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Gesundheitstag Pressekonferenz Crosslauf

64

Forschung auf Messen präsentiert In die Spitzengruppe geklettert

65

Wanderausstellung zum Kambodscha-Desaster


Neue Handschrift in der Hutten-Sammlung Rund 500 Jahre ist sie alt und das teuerste Stück in der Hutten-Sammlung. Die einzige zeitgenössische Abschrift von „Ein gegenredt oder ausschreiben Ulrichs von Hutten widder Pfaltzgraf Ludwigen Churfürsten“ liegt seit 2009 in der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda. Ein Jahr intensiver Verhandlungen hatte es bedurft, um das Schriftstück zu erwerben. Die SparkassenKulturstiftung Hessen-Thüringen und die Sparkasse Fulda haben die Handschrift für 20. 000 Euro gekauft und der Hochschul- und Landesbibliothek als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. „Die Handschrift bedeutet einen großen Gewinn für die Hutten-Forschung, für die Erforschung der Humanismus- und der Reformationsgeschichte, aber vor allem auch für die Erforschung des niederen Adels im hessischen Kontext“, betonte Dr. Marianne Riethmüller, Leiterin der Hochschul- und Landesbibliothek. Bei der Hutten-Sammlung handelt es sich um den wohl umfangreichsten Bibliotheksbestand in Deutschland an Werken von und über den berühmten Reichsritter und Humanisten Ulrich von Hutten (1488 – 1523), der auf der Burg Steckelberg bei Schlüchtern geboren und später im Kloster Fulda erzogen wurde.

Erstsemester werden Filmstars Vivien, Maria, Christian und Manuel entschieden sich im ersten Semester für ein ungewöhnliches Projekt: Die vier angehenden Ingenieurswissenschaftler ließen sich mit der Kamera begleiten. Sie waren die Protagonisten eines bis dahin in Deutschland einmaligen Podcast-Projekts des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, dessen Ziel es war, Studieninteressierte, vor allem auch Frauen, für die Ingenieurswissenschaften zu begeistern. Mindestens einmal wöchentlich erzählten sie von ihren Vorlesungen, ihren Erfolgen und Herausforderungen, von Partys und von der Wohnungssuche. Die Resonanz darauf war so gut, dass der Arbeitgeberverband Gesamtmetall entschied, das ursprünglich auf ein Semester festgelegte Projekt fortzusetzen.

58

Präsidiumsbericht 2009 –2010

Zu Gast beim Bundespräsidenten Das Forschungsprojekt „take54you“ der Hochschule Fulda und der Justus-Liebig-Universität Gießen mit der „Initiative für gesunde Kinder und Schülerverpflegung“ gehörte zu den auserwählten Vorbildprojekten, die sich auf dem 2009 Sommerfest des Bundespräsidenten im Garten von Schloss Bellevue präsentieren durften. „Bildung – Zukunft – Engagement“ lautete das Motto des Festes. Das Projekt stellte dem Präsidentenpaar das zukunftsweisende Schulverpflegungskonzept vor, das Schülerverpflegung und Ernährungsbildung miteinander verzahnen soll. Die Hochschule Fulda arbeitet daran, in enger Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Menschen, die einen Beitrag für die Gesundheit der Kinder leisten wollen, einen Schwerpunkt für praxisorientierten Wissenstransfer aufbauen.


Live im Deutschlandradio Kultur Wie man Äpfeln unter die Haut schaut, das war am 20. März 2010 im Deutschlandradio Kultur zu hören. Denn da war das Projekt Impedanzspektroskopie zu Gast in der Sendung „Deutschlandrundfahrt“. Gesendet wurde live am Nachmittag aus der Kinder-Akademie. Die Hochschule Fulda gab einen Einblick in ihre angewandte Forschung. Die Zuhörer vor Ort und am Radio erfuhren, dass sich mit einer neuen Messtechnik faule Äpfel maschinell aussortieren lassen und wie das genau funktioniert. Dass der elektrische Widerstand des Obsts gemessen wird und dieser umso geringer ausfällt, je zerstörter die Zellen durch den Fäulnisprozess sind. Und sie erhielten einen Einblick, warum das alles wichtig ist: Denn fault ein Apfel, entsteht das Zellgift Patulin. In zu großen Mengen kann es Übelkeit und Magenschmerzen hervorrufen. Keltereien sind verpflichtet, gesetzlich festgeschriebene Grenzwerte einzuhalten. Und das ist umso leichter, wenn auch jene Äpfel aussortiert werden können, die die eine schöne Schale haben, aber einen faulen Kern.

Mond oder doch nur Hollywood? Hat der amerikanische Astronaut Neil Armstrong 1969 seinen Fuß tatsächlich auf den Erdtrabanten gesetzt oder bloß in ein Filmstudio, wie Kritiker behaupten? Helmut F. Dette, ehemaliger Fluglotse, Fluglehrer und begeisterter Segelflieger, beschäftigt sich seit Jahren mit dieser Frage. Im Juni 2009 präsentierte er in einem Vortrag an der Hochschule Fulda seine Forschungsergebnisse. „Ich will nicht beweisen, dass die Mondlandung stattgefunden hat, ich will beweisen, dass die Skeptiker falsch liegen“, sagte Dette. Sie stellten Behauptungen auf, blieben jedoch einen Gegenbeweis schuldig. Höhepunkt der Veranstaltung war das Live-Telefonat des Hochschulpräsidenten Prof. Dr. Karim Khakzar mit Neil Armstrong. Den hatte Dette bereits 1970 auf der Wasserkuppe bei einer Jubiläumsveranstaltung der Segelflieger kennen gelernt. Armstrong – ebenfalls passionierter Segelflieger – war damals als Ehrengast geladen. Hochschulleben

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Archiv „Flucht und Migration“ übernommen Die Hochschul- und Landesbibliothek (HLB) und der Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften haben eines der bundesweit umfassendsten Archive zum Thema „Flucht und Migration“ übernommen. Es handelt sich um das Archiv der „Forschungsgesellschaft Flucht und Migration“ (FFM), das bislang in den Räumlichkeiten der Freien Universität Berlin untergebracht war. Das Archiv umfasst vor allem sogenannte „Graue Literatur“, die in den etablierten Bibliotheken und Instituten nicht zu finden ist, und Schlüssel- und Hintergrundtexte zur internationalen Migrations- und Flüchtlingspolitik von den 80er Jahren bis zur Gegenwart. Als „Graue Literatur“ werden Publikationen bezeichnet, die nicht über den Buchhandel veröffentlicht werden, also vor allem Berichte, Protokolle, Flugblätter etc. Die FFM-Bestände haben einen Umfang von rund 20 laufenden Regelmetern Ordnern und circa acht laufenden Metern Büchern und Broschüren. Am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften wird das Archiv von dem Forschungszentrum CINTEUS (Centre for Intercultural and European Studies) wissenschaftlich betreut.

Crossover – das neue Hochschulmagazin Der Name ist Programm: Crossover heißt das neue Magazin der Hochschule Fulda, das im Oktober 2010 erstmals erschienen ist. Dahinter steht die Idee, Brücken zu schlagen zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen, der Hochschule und ihren Partnern, Studierenden und Lehrenden. Crossover will verbinden, vernetzen und im besten Fall miteinander ins Gespräch bringen, und zwar disziplinen- und institutionsübergreifend. Nach diesem Prinzip hat die Redaktion das Heft auch entwickelt: Studierende und Lehrende haben Themen und Texte beigetragen und die Entwürfe immer wieder kritisch beurteilt. Crossover erscheint einmal im Semester und bietet Studierenden die Möglichkeit, in die Arbeit einer Redaktion hinein zu schnuppern.

60

Präsidiumsbericht 2009 –2010


Doktoranden-Projekt in aller Munde

HLB zeigte AmnestyWanderausstellung Auf welchen Wegen und warum streben Flüchtlinge aus und über Afrika der afrikanischen Nordküste zu, um von dort aus in wenig seetauglichen und überfüllten Booten nach Europa überzusetzen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Amnesty-Wanderausstellung ‚Bootsflüchtlinge‘, die die Hochschul- und Landesbibliothek (HLB) im Dezember 2010 zeigte. Die Ausstellung doku-mentierte die Leiden der Flüchtlinge auf dem Weg in die EU und die auf Abschottung und Zurückweisung zielende europäische Flüchtlingspolitik. Sie thematisierte die Gefahren und Hindernisse der Reise, die Abwehrhaltung der „Festung Europa“ und deren Maßnahmen, zum Beispiel den Einsatz der „Frontex“-Schiffe. Insbesondere nahm sie die Menschenrechtsverletzungen in den Blick, die die europäische Asylpolitik nach sich ziehen kann oder nicht verhindert.

Die Meldung war im August 2010 bundesweit zu lesen: Espresso bleibt länger frisch in der wiederverschließbaren Alutüte mit Ventil. Herausgefunden hatten das drei Doktoranden der Lebensmitteltechnologie. Die jungen Wissenschaftler hatten den Kaffee acht Wochen in unterschiedlichen Verpackungen und Behältnissen bei unterschiedlichen Temperaturen gelagert und immer wieder die Qualität des Kaffees bestimmt. Untersucht wurden physikalische Parameter wie die Extraktionszeit, die Crema-Farbe und -Stabilität sowie der pH-Wert. Messlatte für die Bewertung der einzelnen Proben waren die allgemein geltenden Qualitätskriterien für Espresso. So konnten sie eine Menge Mythen widerlegen, die sich um die richtige Aufbewahrungsmethode ranken: etwa jenen Mythos, dass Kaffee im Kühloder Gefrierschrank länger frisch bleibe. Die Forscher stellten hier keine qualitativen Vorteile fest. Im Gegenteil: In der Papiertüte verlor der Espresso unter diesen Bedingungen sein Qualitätsoptimum sogar deutlich schneller.

Innovativste Geschäftsidee gesucht Ende 2010 rief die START-Agentur Studierende und Absolventen erstmals zu einem Ideenwettbewerb auf. Gesucht war die innovativste und erfolgversprechendste Geschäftsidee. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren aufgefordert die Gründungsidee inklusive Kundennutzen zu skizzieren, die Kompetenzen der Gründerinnen und Gründer darzulegen und erste Überlegungen zur Umsetzung zu präsentieren. Die Teilnahme war als Einzelperson oder als Team möglich. 86 Studierende aus allen acht Fachbereichen beteiligten sich mit insgesamt 21 Ideen. Die Gewinner erhielten Geldpreise – zur Verfügung gestellt von der Sparkasse Fulda und dem Engineering Hightech Cluster – sowie ein professionelles Feedback und Coachingleistungen zu allen Ideenskizzen. Der Ideenwettbewerb soll künftig jährlich stattfinden. Hochschulleben

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Per Klick in die Bibliothek Seit Dezember 2009 hat Fulda eine Online-Bibliothek. Als erste wissenschaftliche Bibliothek bundesweit, hat die Hochschul- und Landesbibliothek (HLB) eine ‚Onleihe‘ eröffnet. Über 9.000 elektronische Medien bietet sie ihren Nutzern zum Ausleihen übers Internet an. Hörbücher, EBooks, Zeitschriften, Musik und Filme, vor allem Dokumentationen, stehen damit überall und jederzeit zum kostenlosen Download zur Verfügung. Einzige Voraussetzung für die Nutzung: ein gültiger Leseausweis und ein Passwort. Das Angebot umfasst unter anderem Zeitschriften, Musik aus den Genres Klassik, Blues und Jazz, Ratgeber, Sprachlernbücher, Unterrichtsmaterialien für Schüler und Lehrer sowie Reisevideos. Zurückgeben muss man die online ausgeliehenen Medien nicht. Die Leihfrist endet automatisch: bei Büchern nach vier Wochen, bei Filmen und Musikalben nach einer Woche. Die ‚Onleihe‘ ist eine Möglichkeit, auch Nutzer zu erreichen, die bisher noch nicht den Weg in die Bibliothek gefunden haben. Nutzer, die mobil und mit MP3Playern großgeworden sind. Aber auch für ältere Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ist das Angebot attraktiv.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010

Blick in die Zukunft Es ging um die großen Zukunftsfragen, um gesellschaftliche Veränderung und neue Denkansätze: Insgesamt viermal luden der Fachbereich Sozialwesen und die Stadt Fulda 2009 und 2010 zum Fuldaer Zukunftssalon ein. Professor Dr. Margrit Kennedy, die im Auftrag der UNESCO und der OECD in 15 Ländern Europas und Nord- und Südamerikas forschte, zeigte, wie Geld ohne Zinsen und Inflation als Tauschmittel allen dienen kann. Um eine bessere Nutzung unseres neurobiologischen Potenzials ging es in dem Vortrag des Neurobiologen Professor Dr. Gerald Hüther unter dem Titel „Baustelle Gehirn“. Der Politikwissenschaftler Professor Dr. Claus Leggewie beschäftigte sich mit dem Klimawandel als Gesellschaftswandel und fragte, welcher kultureller Voraussetzungen die Anpassung moderner Gesellschaften an die Auswirkungen des Klimawandels bedürfe. Und der Soziologe Peter Spiegel zeigte, wie sich die Wirtschaft zum Dienst an der Menschheit verändern könne.


Gesundheitstag Er war der Auftakt für vier Aktionsmonate. Alle Bewohner in Fulda-Südend und Kohlhaus waren zum Gesundheitstag eingeladen, Angebote zu Ernährung, Bewegung und Entspannung auszuprobieren und dabei zu erfahren, was jeder Einzelne für seine Gesundheit tun kann. Dazu gehörte auch, miteinander ins Gespräch zu kommen. Deshalb bot die Veranstaltung genügend Gelegenheit, Fragen zu stellen, sich mit Fachleuten zu unterhalten, aber auch Kontakte im Stadtteil zu knüpfen und Gemeinschaft zu erleben. Veranstaltet wurde der Gesundheitstag im Rahmen des EU-Projekts Chance, an dem sechs europäische Städte unter der Koordination der Hochschule Fulda teilnahmen.

Pressekonferenz Den Dokumentationsbogen zur Erfassung interpersoneller, insbesondere häuslicher Gewalt stellte der Fachbereich Pflege und Gesundheit im Juli 2010 in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Hessischen Sozialminister in Wiesbaden vor. Er soll es Zahnärzten erleichtern, Verletzungen im Gesichts-, Hals- und Mundbereich

als Folge von Gewalt zu erkennen und möglichst gerichtsfest zu dokumentieren. Hintergrund: Im Rahmen des von der Hessischen Landesregierung finanzierten Projektes „ZuGang“ wurden bis Ende 2009 federführend durch die Hochschule Fulda Instrumente und Materialien entwickelt, die zur Handlungssicherheit bei Zahnärztinnen und Zahnärzten beigetragen sollen.

Crosslauf Das Wetter war schlecht, die Stimmung dafür umso besser. 93 Studentinnen und Studenten aus ganz Deutschland gingen im Dezember 2009 bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Crosslauf an den Start und kämpften sich auf einer anspruchsvollen Cross-Strecke durch Wind und Regen. Trotz Nässe und Schlamm kamen fast alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Ziel, lediglich eine Studentin musste verletzungsbedingt aufgeben. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Hochschulsport der Hochschule Fulda in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Hilders.

Hochschulleben

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Forschung auf Messen präsentiert Der Fachbereich Oecotrophologie präsentierte im März 2010 auf der didacta ein BMBF-Forschungsprojekt zur Schul-Oecotrophologie und Schulverpflegung. Er zeigte, wie ein übertragbares Konzept der Schulverpflegung und Ernährungsbildung aussehen kann. Die Messe gilt als die europäische Leitmesse im Bildungsbereich. Ein Forschungsprojekt zu Planung und Bau einer computergesteuerten druck- und temperaturregelbaren Extraktionsanlage sowie der Entwicklung physikalischer Qualitätsmessmethoden zur Ermittlung optimaler Parameter für die Zubereitung von Espresso zeigte der Fachbereich Lebensmitteltechnologie auf der COTECA 2010. Es war die erste Fachmesse in Europa für Kaffee, Tee und Kakao, die die komplette Prozesskette vom Rohprodukt bis zum fertigen Heißgetränk zeigte. In Probiergläschen mit Hochschullogo reichten die Projektmitglieder den Messebesuchern erste Kostproben.

In die Spitzengruppe geklettert Beim Bildungsranking 2010 des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands (adh) belegte der Hochschulsport der Hochschule Fulda Platz 2. Im Jahr zuvor hatte er nur Platz 40 erreicht. Das adh-Bildungsranking bezieht alle Mitgliedshochschulen ein. Es unterscheidet zwischen Hochschulen mit mehr und weniger als 15. 000 Studierenden und bewertet das Hochschulsportangebot quantitativ wie qualitativ.

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Präsidiumsbericht 2009 –2010


Wanderausstellung zum Kambodscha-Desaster Im Mai 2010 zeigte das Projekt frauen@hs-fulda.de die Wanderausstellung „Das Kambodscha-Desaster – Auf den Spuren der Verbrechen in der Zeit der Roten Khmer“. Alexander Goeb, Journalist und Initiator der Ausstellung, war als Korrespondent in Kamboscha während der Verurteilung von Pol Pot und seinen Anhängern. Die grausamen Verbrechen der Roten Khmer in der Zeit von 1975 bis 1979 und deren Auswirkungen auf das Leben der Opfer und Täter bis zum heutigen Tag ließen ihn nicht mehr los. Er reiste mehrfach nach Kambodscha und suchte den Kontakt zu Überlebenden des Regimes. Seine Eindrücke über das traumatisierte Land hielt er in der Ausstellung fest mit dem Ziel, Denkanstöße zu geben und sich mit einem Thema zu beschäftigen, das in Deutschland kaum bekannt ist. Eingeladen waren 120 Schülerinnen und Schüler, für die Goeb zudem eine Lesung aus seinem Buch „Kambodscha – ein traumatisiertes Land“ organisierte.

Hochschulleben

65


8 | Zahlen, Daten, Fakten


1. Studierende nach Fachbereichen WS 2005/06

Fachbereich

davon

ges. Angewandte Informatik Elektrotechnik und Informationstechnik Lebensmitteltechnologie Oecotrophologie Pflege und Gesundheit Sozial- und Kulturwissenschaften Sozialwesen Wirtschaft Gesamt

WS 2006/07

wbl.

ges.

davon

wbl.

WS 2007/08 ges.

WS 2010/011

WS 2009/10

davon

wbl.

davon

WS 2011/012

davon

ges.

wbl.

ges.

wbl.

ges.

davon

wbl

809

109

825

97

762

86

753

81

810

97

878

122

410

33

433

41

447

50

535

77

625

94

677

111

338

200

340

206

356

220

384

244

369

232

242

389

405

342

420

357

423

367

438

379

389

340

529

439

435

324

474

348

449

335

514

394

584

448

648

507

270

203

337

251

364

274

428

327

502

374

546

410

806 972

615 443

808 939

595 428

757 838

536 355

751 940

543 407

770 1002

569 439

819 1109

598 492

4.445

2.269

4.576

2.323

4.398

2.223

4.743

2.452

5.094

2.593

5.595

2.921

2. Studienanfänger nach Studiengängen 2.1. Studienanfänger nach Studiengängen – Studienbeginn im Wintersemester (1. Fachsemester) Studiengang

WS 2006/07 ges.

Angewandte Informatik, B. Sc. Wirtschaftsinformatik, B. Sc Angewandte Informatik, M. Sc. Electronic Business, M. Sc.

davon

wbl.

ges.

WS 2008/09

davon

wbl.

ges.

WS 2009/10

davon

wbl.

ges.

WS 2010/11

davon

wbl.

davon

ges.

wbl.

146

7

116

11

94

9

107

16

81

14

70

14

70

14

96

21

27

3

28

3

16

1

33

8

31

7

27

6

36

5

33

5

34

15

50

17

Digitale Medien, B. Sc.

68

WS 2007/08

Präsidiumsbericht 2009 –2010


2.1. Studienanfänger nach Studiengängen – Studienbeginn im Wintersemester (1. Fachsemester), Fortsetzung Studiengang

WS 2006/07 ges.

Elektrotechnik und Informationstechnik, B. Eng. Wirtschaftsingenieurwesen, B. Eng.

WS 2007/08

davon

wbl.

ges.

WS 2008/09

davon

wbl.

ges.

50

3

44

1

61

77

13

80

28

101

3

1

5

1

10

75

50

85

54

Food Processing, M. Sc.

5

3

8

Oecotrophologie, B. Sc.

79

67

20

Public Health Nutrition, M. Sc. Gesundheitsförderung, B. Sc. Gesundheitsmanagement, B. Sc. Pflege, B. Sc. Pflegemanagement, B. Sc. Public Health, M. Sc. Physiotherapie, B. Sc. ICEUS, M. A. Sozialrecht,LL. B. BASIB, B. A. Inklusive frühkindliche Bildung, B. A. Inklusive frühkindliche Bildung, B. A. Soziale Arbeit B. A. Internationale Betriebswirtschaftslehre, B. A. International Management, M. A. Supply Chain management, M. A. Gesamt

davon

wbl.

ges.

davon

wbl.

davon

ges.

wbl.

5

74

13

124

30

128

29

5

6

3

0

0

94

58

94

55

94

47

4

5

4

11

9

3

3

87

75

98

86

96

85

95

83

17

8

7

23

22

18

17

30

27

33

28

38

32

57

50

41

34

40

36

46

43

56

48

58

51

54

40

48

37

48

35

50

39

57

43

26

18

25

15

26

19

30

18

31

22

16 *30 30 **47 38

11 *24 25 **31 31

9 *28 32 52 43

8 *21 24 36 33

34 *25 31 47 94

26 *14 28 34 74

34 11 34 47 96

23 8 31 34 68

31 16 35 – 93

26 12 33 – 72

22

21

30

28

30

24

28

27

168

125

171

124

151

116

128

104

157

118

113

63

120

57

123

64

120

72

115

61

38

17

30

18

46

22

45

21

66

36

21

8

564

1.034

574

1.059

1.289

1

WS 2010/11

86

Prozesstechnik, B. Eng. Lebensmitteltechnologie, B. Sc.

WS 2009/10

725

* Bis 2008 Aufnahme im Sommersemester; **Diplom Zahlen, Daten, Fakten

69


2.2. Studienanfänger nach Studiengängen - Studienbeginn im Sommersemester Studiengang

SS 2005 ges.

SS 2006

davon

wbl.

ges.

SS 2007

davon

wbl.

ges.

SS 2008

davon

wbl.

ges.

SS 2009

davon

wbl.

davon

ges.

wbl.

Angewandte Informatik, M.Sc.

18

2

Food Processing, M.Sc.

7

4

3

3

10

8

30

27

30

20

28

19

29

24

32

22

22

13

28

21

25

17

21

14

Internationale Betriebswirtschaftslehre, B. A.

38

23

24

83

36

95

45

Gesamt

96

69

89

165

94

176

99

Soziale Arbeit (Fernstudiengang), B.A. Soziale Arbeit – Gemeindepsychiat. u. Sozialraumentw., M. A.

41

teilw. Dipl.

123

51

19

teilw. Dipl.

76

142

2.3. Studienanfänger nach Studiengängen – Kooperative Studiengängen mit Immatrikulation an einer anderen Hochschule: Studiengang

70

WS 2005/06

WS 2006/07

WS 2007/08

WS 2008/09

WS 2009/10

ges.

ges.

ges.

ges.

ges.

Pädagogik für Pflege- und Gesundheitsberufe, M. A. (Uni Kassel)

7

17

11

28

12

International Food Business and Consumer Studies M. Sc. (Uni Kassel)

14

14

40

29

Physiotherapie, M. Sc. (Uni Marburg); Aufnahme im Sommersemester

35

22

18

27

7

Gesamt

42

53

43

95

48

Präsidiumsbericht 2009 –2010


3. Personalia 3.1. Stellenplan 2009 (Köpfe)* Struktureinheit

Hochschullehrer/innen

Mitarbeiter/innen

Gesamt

FB Angewandte Informatik FB Elektrotechnik und Informationstechnik

19

17

36

11

13

24

FB Lebensmitteltechnologie

11

16

27

FB Oecotrophologie FB Pflege und Gesundheit FB Sozial- und Kulturwissenschaften FB Sozialwesen FB Wirtschaft Hochschul- und Landesbibliothek Weitere zentrale Einrichtungen Zentralverwaltung

12 15

23 26

35 41

16

15

31

21 17

18 8

39 25

44

44

29

29

94

94

126

276

402

Gesamt *Stichtag 30. 9. 2009

3.2. Entwicklung der Beschäftigtenzahl 2002–2009 Statusgruppe Professorinnen/ Professoren Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen Administrativ-technische Mitarbeiter/innen Gesamt

2002

2004

2006

2009

102

113

113

122

54

63

70

112

119

124

131

191

275

300

314

425

Zahlen, Daten, Fakten

71


3.3. Stellenplan 2010 (Köpfe)* Struktureinheit

Hochschullehrer/innen

Mitarbeiter/innen

Gesamt

FB Angewandte Informatik FB Elektrotechnik und Informationstechnik

19

17

36

11

13

24

FB Lebensmitteltechnologie

11

16

27

FB Oecotrophologie FB Pflege und Gesundheit FB Sozial- und Kulturwissenschaften FB Sozialwesen FB Wirtschaft Hochschul- und Landesbibliothek Weitere zentrale Einrichtungen Zentralverwaltung

12 14

20 33

32 37

14

15

29

17 20

15 8

32 28

45

45

34

34

90

90

118

306

424

Gesamt *Stichtag 30. 9. 2009

3.4. Entwicklung der Beschäftigtenzahl 2002–2010 Statusgruppe Professorinnen/ Professoren Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen Administrativ-technische Mitarbeiter/innen Gesamt

72

Präsidiumsbericht 2009 –2010

2002

2004

2006

2010

102

113

113

118

54

63

70

118

119

124

131

188

275

300

314

424


4. Ehrungen und Preise

▷ Ewald-Vollmer-Preis, verliehen von der Ewald-Vollmer-Stiftung Daniela Maul, Fachbereich Angewandte Informatik, Februar 2009 Stefan Omert, Fachbereich Angewandte Informatik, Februar 2009 Daniel Türpitz, Fachbereich Angewandte Informatik, Februar 2009 Nicole Ignaciuk, Fachbereich Angewandte Informatik, Juli 2009 Jens Werthmüller, Fachbereich Angewandte Informatik, Juli 2009 ▷ Hessischer Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre, verliehen vom Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Gemeinnützigen Hertie Stiftung Carolin Musiala, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Februar 2009 Anna Leidreiter, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Februar 2009 Isabell-Jasmin Polny, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Februar 2009 ▷ Zertifikat zum audit berufundfamilie, verliehen von der berufundfamilie gGmbH, Hochschule Fulda, Juni 2009 ▷ Total E-Qualität Prädikat, verliehen von Total E-Quality Deutschland e.V., Hochschule Fulda, Juni 2009 ▷ DAAD-Preis für hervorragende ausländische Studierende, verliehen vom Deutschen Akademischen Austauschdienst Emmanuel Hervé Limi, Fachbereich Pflege und Gesundheit, Oktober 2009 ▷ Wettbewerb Exzellente Lehre, Gemeinsame Initiative der Kultusministerkonferenz der Länder und des Stifter verbands für die Deutsche Wissenschaft, Hochschule Fulda, Oktober 2009 ▷ Henriette-Fürth-Preis, verliehen vom Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen gFFZ Kerstin Krüger, Fachbereich Pflege und Gesundheit, Oktober 2009 ▷ Ewald-Vollmer-Preis, verliehen von der Ewald-Vollmer-Stiftung Christian Klotz, Fachbereich Angewandte Informatik, Februar 2010 Monika Hoghova-Sawyer, Fachbereich Angewandte Informatik, Februar 2010 Katja Scheuermann, Fachbereich Angewandte Informatik, Februar 2010 Andreas Bös aus Steinau, Fachbereich Angewandte Informatik, Juli 2010 Cuauhtemoc Delgado Maya, Fachbereich Angewandte Informatik, Juli 2010 ▷ DAAD-Preis für hervorragende ausländische Studierende, verliehen vom Deutschen Akademischen Austauschdienst Justyna Staszcak, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Oktober 2010

Zahlen, Daten, Fakten

73


5. Personalveränderungen (Professorinnen und Professoren) in 2009 Berufungen ▷ Prof. Dr. Birgit Bomsdorf, Fachbereich: Angewandte Informatik Lehrgebiet: „Medieninformatik“ ▷ Prof. Dr. Stephanie Hagspihl, Fachbereich: Oecotrophologie Lehrgebiet: „Catering and Food Supply“ ▷ Prof. Dr. Irina Kohler, Fachbereich: Wirtschaft Lehrgebiet: „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere controllingorientierte Unternehmensführung“ ▷ Prof. Dr. Claire Purvis, Fachbereich Wirtschaft Lehrgebiet: „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Finance and Accounting“ ▷ Prof. Dr. Thomas Wüst, Fachbereich: Sozialwesen Lehrgebiet: „Soziale Arbeit und soziale Politik: Theorie und Geschichte“

Professor im Angestelltenverhältnis ▷ Prof. Thomas Köbberling, Fachbereich: Oecotrophologie

Vertretungsprofessuren ▷ Prof. Dr. Rudolf Pape, Fachbereich: Pflege und Gesundheit ▷ Prof. Dr. Norbert Schroer, Fachbereich: Sozial- und Kulturwissenschaften ▷ Prof. Dr. Maja Suderland Fachbereich: Pflege und Gesundheit ▷ Prof. Dr. Thea Vinnicombe Fachbereich: Wirtschaft ▷ Prof. Dr. Ursula Hornung Fachbereich: Sozial- und Kulturwissenschaften

Ausgeschieden ▷ Prof. Dr. James Beckmann, Fachbereich: Wirtschaft ▷ Prof. Dr. Angela Busse, Fachbereich: Sozial- und Kulturwissenschaften ▷ Prof. Dr. Susanne Weber, Fachbereich: Sozialwesen ▷ Prof. Dr. Ursula Hornung, Fachbereich: Sozial- und Kulturwissenschaften ▷ Prof. Dr. Schürmann, Joachim, Fachbereich: Wirtschaft

74

Präsidiumsbericht 2009 –2010


Pensionierungen ▷ Prof. Dr. Friedhelm Diel, Fachbereich: Oecotrophologie ▷ Prof. Dr. Gerhard Fuchs, Fachbereich: Angewandte Informatik ▷ Prof. Dr .Volkert Kjer, Fachbereich: Wirtschaft ▷ Prof. Dr. Achim Opel, Fachbereich: Wirtschaft ▷ Prof. Dr. Armin Poggendorf, Fachbereich: Oecotrophologie ▷ Prof. Dr. Roland Schopf, Fachbereich: Sozialwesen

Altersteilzeit ▷ Prof. Dr. Klaus-Dieter Feldmann, Fachbereich: Wirtschaft

Verstorben ▷ Prof. Dr. Hartmut Weber, Fachbereich: Sozialwesen

Zahlen, Daten, Fakten

75


6. Personalveränderungen (Professorinnen und Professoren) in 2010 Berufungen ▷ Knauf, Prof. Dr. Helen, Fachbereich: Sozialwesen, Lehrgebiet: „Frühkindliche Bildung“ ▷ Witt, Prof. Dr. Andreas, Fachbereich: Wirtschaft, Lehrgebiet: „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Logistik und Wirtschaftsinformatik“ ▷ Müller, Prof. Dr, Carsten, Fachbereich: Wirtschaft, Lehrgebiet: „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre für Wirtschaftsingenieure“ ▷ Schmitt, Prof. Dr. Joachim, Fachbereich: Lebensmitteltechnologie ▷ Lambeck, Prof. Dr. Steven, Fachbereich: Elektrotechnik und Informationstechnik, Lehrgebiet: „Regelungstechnik“ ▷ Werner, Prof. Dr. Uwe, Fachbereich: Elektrotechnik und Informationstechnik, Lehrgebiet: „Praktische Informatik“ ▷ LPoferl, Prof. Dr. Angelika, Fachbereich: Fachbereich: Sozial- und Kulturwissenschaften, Lehrgebiet: „Soziologie mit Schwerpunkt Globalisierung“

Vertretungsprofessuren ▷ Niederer, Prof. Dr. Elisabeth, Fachbereich: Pflege und Gesundheit

Ausgeschieden ▷ Beier, Prof. Dr. Christel, Fachbereich: Sozialwesen ▷ Honer, Prof. Dr. Anneliese, Fachbereich: Sozial- und Kulturwissenschaften ▷ Pape, Prof. Dr. Rudolf, Fachbereich: Pflege und Gesundheit ▷ Platte, Prof. Dr. Andrea, Fachbereich: Sozialwesen ▷ Suderland, Prof. Dr. Maja, Fachbereich: Pflege und Gesundheit

Pensionierungen ▷ Stahlmann, Prof. Dr. Günther, Fachbereich: Sozialwesen ▷ Grams, Prof. Dr. Timm, Fachbereich: Elektrotechnik und Informationstechnik ▷ Ott, Prof. Dr. Erich, Fachbereich: Sozial- und Kulturwissenschaften

Altersteilzeit ▷ Ahlert, Prof. Dr. Burkhard, Fachbereich: Lebensmitteltechnologie

76

Präsidiumsbericht 2009 –2010


7. Zusammensetzung des Präsidiums 2009/2010

Prof. Dr. Karim Khakzar Präsident

Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller Vizepräsidentin für Lehre und Studium bis 31. August 2009

Prof. Dr. Christian Schrader Vizepräsid für Lehre und Studium ab 1. September 2009

Prof. Dr. Dorit Bölsche Vizepräsidentin für Forschung und Entwicklung

Carsten Feller Kanzler

Zahlen, Daten, Fakten

77


8. Organe und Gremien Senat Im Berichtszeitraum hatte der Senat folgende stimmberechtigte Mitglieder:

78

2009

2010

Professorinnen/Professoren

Professorinnen/Professoren

▷ Herr Prof. Dr. Björnsson

▷ Herr Prof. Dr. Björnsson

▷ Frau Prof. Dr. Bußmann

▷ Frau Prof. Dr. Bußmann

▷ Herr Prof. Dr. Finzer

▷ Herr Prof. Dr. Finzer

▷ Frau Prof. Dr. Gromann

▷ Frau Prof. Dr. Gromann

▷ Herr Prof. Dr. Klotter

▷ Herr Prof. Dr. Klotter

▷ Herr Prof. Dr. Milde

▷ Herr Prof. Dr. Milde

▷ Herr Prof. Dr. Platzer

▷ Herr Prof. Dr. Platzer

▷ Herr Prof. Dr. Stegmüller

▷ Herr Prof. Dr. Stegmüller

▷ Herr Prof. Dr. Thurl

▷ Herr Prof. Dr. Thurl

Studierende

Studierende

▷ Herr Betschel

▷ Herr Betschel

▷ Herr Blanquett

▷ Herr Blanquett

▷ Herr Cieszynski

▷ Herr Jacobsen

▷ Herr Menkens

▷ Herr Menkens

▷ Herr Stöbe

▷ Herr Stöbe

adm.-techn. Mitarbeiter/Innen

adm.-techn. Mitarbeiter/Innen

▷ Frau Babel

▷ Frau Babel

▷ Herr Orschel

▷ Herr Orschel

wissenschaftliche Mitarbeiter/Innen

wissenschaftliche Mitarbeiter/Innen

▷ Frau A. Schäfer

▷ Frau A. Schäfer

Präsidiumsbericht 2009 –2010


Hochschulrat Der Hochschulrat hat nach dem Hessischen Hochschulgesetz (§ 42) die Aufgabe, die Hochschule bei ihrer Entwicklung zu begleiten, die in der Berufswelt an die Hochschule bestehenden Erwartungen zu artikulieren und die Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse und künstlerischer Leistungen zu fördern. Er hat ein Initiativrecht zu grundsätzlichen Angelegenheiten und wirkt nach Maßgabe der Abs. 2 bis 4 bei der Verteilung der der Hochschule zur Verfügung stehenden Ressourcen und bei Berufungsverfahren mit. Die Entwicklungsplanung der Hochschule bedarf seiner Zustimmung. Im Berichtszeitraum hatte der Hochschulrat der Hochschule Fulda sieben Mitglieder, die sich wie folgt zusammensetzten: ▷ Prof. Dr. Hartmut Vogtmann Präsident des Bundesamtes für Naturschutz a.D. und Geschäftsführer des Fachverbands Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN) Mitglied und Vorsitz bis 28. 01. 2010 ▷ Dr. Michael Imhof Staatliches Schulamt Fulda Mitglied seit Dezember 2001 ▷ Alois Früchtl Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Fulda Mitglied seit 01. 03. 2006, seit 04.10.2010 stellv. Vorsitz ▷ Helmut Sorg Präsident der IHK Fulda Mitglied seit Dezember 2001 ▷ Dr. Andreas Keller Leiter des Vorstandsbereiches Hochschule und Forschung bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mitglied seit 01. 04. 2008 ▷ Prof. Dr. Michael Stawicki Präsident der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg Mitglied seit 01. 04. 2008 ▷ Prof. Dr. med. Babette Simon Präsidentin der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, zuvor Vizepräsidentin der Philipps-Universität Marburg Mitglied seit 27. 07. 2009

Zahlen, Daten, Fakten

79


9. Haushaltsübersicht 9.1. Haushaltsübersicht 2007–2010 Ausgaben/Einnahmen

2007

2008

2009

2010

18.612.067

21.852.418

22.595.778

22.741.322

Sachausgaben

4.748.736

6.077.889

10.188.827

11.470.064

Investitionen

2.465.212

2.046.987

2.258.693

3.747.740

Gesamtausgaben

25.826.015

29.977.294

35.043.298

37.959.126

Landeszuschuss

19.709.200

21.639.200

22.161.806

23.161.711

Sondermittel

1.299.366

1.801.245

8.434.596

6.882.414

Drittmittel

1.686.432

1.826.968

2.554.275

2.504.496

Verwaltungseinnahmen

2.614.625

1.128.366

784.372

958.921

634.737

1.740.687

-

-

-

738.648

3.033.894

3.073.776

25.944.360

30.615.801

36.968.943

36.581.318

Personalausgaben

Studienbeiträge Mittel aus dem Qualitätsverbesserungsgesetz Gesamtausgaben

80

Präsidiumsbericht 2009 –2010


9.2. Verwendung der Studienbeiträge (StuBeiG) und der Mittel zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen und der Lehre (QSL) Kosten

EUR

Personalausgaben davon Professoren Lehrbeauftragte Wissenschaftliches Personal Lehrbeauftragte/Lektoren Wissenschaftliche Hilfskräfte Studentische Hilfskräfte Administratives Personal Technisches Personal Sonstige Personalkosten

27.741.322

Sachausgaben davon Literatur Aus-, Fort- und Weiterbildung Exkursionen Gastvorträge Materialaufwand Büro- und EDV-Material Dienstleistungen Reisekosten Öffentlichkeitsarbeit Instandhaltung Lizenzen und Konzessionen Gerätemiete und Wartungsverträge Aufwendungen für Stipendien sonstige Sachausgaben

11.470.064

Investitionen davon Software/Lizenzen EDV-Anlagen sonstige technische Anlagen Betriebs- und Geschäftsausstattung Medienbestand Bibliothek Anlagen im Bau

3.747.740

Gesamtausgaben Einnahmen QSL-Mittel

7.390.855 1.059.289 4.623.966 250.304 169.216 627.385 4.714.557 1.300.150 7.605.600

297.471 108.516 137.011 35.640 1.053.375 289.776 1.184.878 299.155 16.101 1.814.988 179.097 176.306 567.468 5.310.282

132.102 365.034 521.006 369.587 69.671 4.115 37.959.126 3.073.776

Zahlen, Daten, Fakten

81


Administrative Struktur der Hochschule Fulda Präsidium Strategisches Mangement/ Referent des Präsidenten (R)

Präsident (P)

Dr. Olaf Dahlmann

Prof. Dr. Karim Khakzar

Vizepräsident Lehre und Studium (VPLS)

Vizepräsidentin Forschung und Entwicklung (VPFE)

Prof. Dr. Christoph Klotter

Prof. Dr. Dorit Bölsche

Hochschulkommunikation (HK)

Zentrale Studienberatung (ZSB)

Forschung und Transfer (FT)

Dr. Antje Mohr

Konrad Fleckenstein

Christina Langsdorf

Hochschul- und Landesbibliothek (HLB)

Studienbüro (STB)

Dr. Marianne Riethmüller

International Office (IO) Winnie Rosatis

Hochschulsport (HSP) Dr. Jan Ries

DV-Zentrum (DVZ) Peter Klingebiel

Intern. Sommeruniversität (ISU) Prof. Dr. Schittny

Claudia Ebert

Zentrum WIssenschaftliche Weiterbildung (ZWW) Prof. Dr. Sabine Pfeffer

Dienstleistungen Lehre/Studium (DLS)

Kompetenzzentrum für MenschComputer-Interaktion (KMCI)

Andrea Welger

Prof. Dr. Jan-Thorsten Milde

Centre for Intercultural and European Studies (CINTEUS) Prof. Dr. Hans-Wofgang Platzer

Zentrum für CateringManagement-Kulinaristik (ZCMK) Prof. Dr. Georg Koscielny

Gesellschaft und Nachhaltigkeit (CeSST) Prof. Dr. Monika Alisch

Gleichstellungsbüro Birgit Hohmann

Familienbüro und familiengerechte Hochschule Sonja Redweik 82

Präsidiumsbericht 2009 –2010


Qualitätsmanagement (QM) Kanzler (K)

Elke Sass

Ralf Alberding

Innenrvision (IR) Marion Bleuel

Planung und Controlling (PLC) Jörg Ries

Personalmanagement (PM)

Personalrat (PR)

Brigitte Jestädt-Fiedler

Erich Dörr

Finanzmanagement (FM)

Beauftragte

Klaus Dormeier

(Frauenbeauftragte, Datenschutzbeauftragte/r, Schwerbehindertenbeauftragte/r, Arbeitsschutbeauftragte/r, usw.)

Gebäudemanagement (GM) Edith Wiegand

Justitiariat (J) Sonja Redweik/Gabriele Stroh

Verwaltungs-DV (VDV) Erich Dörr

Abteilung Zentrale techn. Einrichtung Zentrale wissenschaftl. Einrichtung Stabstelle Sonstige Zahlen, Daten, Fakten

83



Präsidiumsbericht 2009 - 2010