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Entwicklungsplan 2011–2015


Impressum Herausgeber: Hochschule Fulda – Der Präsident Marquardstraße 35, 36039 Fulda Telefon: 06 61 / 96 40 -0 Internet: www.hs-fulda.de Gestaltung: Andrea Froneck-Kramer, Grafik Designerin Titelfoto: Jens Hermann Hochschule Fulda, August 2011 Nachdruck – auch auszugsweise – und Nutzung der hier veröffentlichten Angaben für andere Veröffentlichungen und kommerzielle Zwecke nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Hochschule Fulda gestattet.

Papier: gedruckt auf „RePrint“


Inhaltsverzeichnis, Entwicklungsplan 2011–2015 0 Vorbemerkungen der Konferenz Hessischer Fachhochschulpräsidien zur Entwicklungsplanung und zu den Zielvereinbarungen mit dem Land Hessen 1 Entstehung und Ziel des Entwicklungsplans

6 7

2 2.1 2.2 2.3

Entwicklungsziele Profil der Hochschule Fulda Leitbild der Hochschule Fulda Strategische Zielsetzung (Vision)

8 8 9 10

3 3.1 3.2 3.3

Entwicklung der Hochschule innerhalb des abgelaufenen Fünf-Jahreszeitraums Studierende, Studiengänge und Prüfungen Gesamtentwicklung Vergleich mit den anderen hessischen Fachhochschulen

11 11 12 13

4 4.1 4.2 4.3

Lehre und Studium Studienangebot – Studiengänge Qualität von Studium und Lehre Wissenschaftliche Weiterbildung

15 15 19 22

5 5.1 5.2 5.3 5.4 5.5 5.6

Forschung und Transfer Strategische Verankerung und Zielsetzung Entwicklung im abgelaufenen Fünf-Jahreszeitraum Profil: Wissenschaftliche Zentren und weitere Schwerpunkte Qualitätssicherung, Forschungsmanagement und Sichtbarkeit der Forschung Wissenstransfer und Vernetzung Nachwuchsförderung und kooperative Promotionen

23 23 24 25 27 27 29

4

Entwicklungsplan 2011–2015


6 6.1 6.2 6.3 6.4 6.5 6.6 6.7 6.8 6.9 6.10

Weitere zentrale Handlungsfelder Strategische Planung und Steuerung Personalentwicklung Bauliche Entwicklung Hochschul- und Landesbibliothek Internationalisierung Gleichstellung und familiengerechte Hochschule Gesundheitsfördernde Hochschule und Hochschulsport Informationstechnologie Qualitätsmanagement Nachhaltige Entwicklung

31 31 32 34 36 36 37 38 39 39 40

7 7.1 7.2 7.3 7.4 7.5 7.6 7.7 7.8 8

Entwicklungsperspektiven der Fachbereiche Fachbereich Angewandte Informatik Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik Fachbereich Lebensmitteltechnologie Fachbereich Oecotrophologie Fachbereich Pflege und Gesundheit Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften Fachbereich Sozialwesen Fachbereich Wirtschaft

42 42 44 46 48 50 53 58 60

Finanzplanung für die Hochschule

62

9 Anhang – Perspektiven für Studiengänge und Studierendenzahlen bis 2015

64

5


0 Vorbemerkungen der Konferenz Hessischer Fachhochschulpräsidien zur Entwicklungsplanung und zu den Zielvereinbarungen mit dem Land Hessen Die Hessischen Fachhochschulen nehmen heute eine bedeutende Rolle in der hessischen Hochschullandschaft ein. So werden beispielsweise rund ein Drittel aller Absolventinnen und Absolventen der hessischen Hochschulen dort ausgebildet. Die Fachhochschulen richten ihr Studienspektrum langfristig an den Erfordernissen der gegenwärtigen und zukünftigen Berufswelt im Sinne einer praxisnahen Hochschulbildung aus. Die Fachhochschulen nehmen darüber hinaus eine wichtige Rolle im Sinne eines breiten Hochschulzugangs ein. Als weiteren gemeinsamen Auftrag verstehen sie es, ihren Studentinnen und Studenten Kompetenzen zu vermitteln, die sie zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation und Berufstätigkeit mit internationalem Aktionsradius befähigen. Unsere Hochschule ist in Übereinstimmung mit den anderen hessischen Fachhochschulen bereit, diese Aufgaben innerhalb des hessischen Hochschulsystems weiter zu erfüllen, wenn hierfür eine angemessene und langfristige Grundfinanzierung durch das Land gesichert ist. Weitere zentrale Aufgabe der Fachhochschulen ist die angewandte Forschung. Das Engagement der Hessischen Fachhochschulen richtet sich im Schwerpunkt darauf, die anwendungsorientierte Forschung zu stärken, den Wissens- und Technologietransfer zu forcieren sowie auf diesen Gebieten und anderen Aufgabenfeldern die Zusammenarbeit mit den hessischen Universitäten auszubauen. Die Hessischen Fachhochschulen sehen das Potenzial, in einzelnen herausragenden Bereichen auch die Aufgabe der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu übernehmen.

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Entwicklungsplan 2011–2015

Die Hessischen Fachhochschulen können nur mit der finanziellen Unterstützung der Landesregierung die Strukturen entwickeln, die die Wahrnehmung der Forschungsaufgaben langfristig sicherstellen. Hinsichtlich der Entwicklungsplanung der einzelnen Fachhochschulen findet auf der Ebene der Konferenz Hessischer Fachhochschulpräsidien (KHF) ein regelmäßiger Austausch zwischen den Hochschulleitungen statt. Dieser Austausch dient der umfassenden Information in Bezug auf die jeweiligen Angebote in Lehre, Forschung und Weiterbildung und fördert die Bereitschaft zur Kooperation auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.


1 Entstehung und Ziel des Entwicklungsplans Der vorliegende Entwicklungsplan der Hochschule Letztendlich ist es das Bestreben der Hochschule FulFulda (HFD) umfasst den Zeitraum 2011 bis 2015. Aus- da über ihre klare Ausrichtung und ein möglichst scharfes gangspunkt der Entwicklungsplanung ist das Leitbild der Profil die eigene Position im zunehmenden Wettbewerb Hochschule Fulda, welches 2002 verabschiedet und seit- der Hochschulen zu stärken und langfristig zu sichern. her kontinuierlich angepasst und aktualisiert wurde (siehe Die vorliegende Entwicklungsplanung soll für die gesamauch Kap. 2.2). te Hochschule die maßgebliche Orientierung liefern. Mit Der Erstellung des Entwicklungsplans gingen umfang- Hilfe einer regelmäßigen Evaluation der tatsächlich erreiche Diskussionen und Abstimmungsprozesse zur stra- reichten Ziele sollen in einem kontinuierlichen Verbessetegischen Ausrichtung der Hochschule Fulda voraus. Die rungsprozess notwendige Anpassungen auch schon im Ergebnisse sind in einem vom Präsidium verabschiedeten relevanten Zeitraum bis 2015 vorgenommen werden. Dokument über die „Grundsätze der Strategischen Zielsetzung der Hochschule Fulda bis 2015 (Vision)“ zusammengefasst, dem insbesondere auch der Senat zugestimmt hat (siehe auch Kap. 2.3). Im weiteren Verlauf der Entwicklungsplanung wurden sechs wichtige Strategiefelder identifiziert, für die in den jeweils zuständigen Gremien der Hochschule detailliertere strategische Konzepte zu entwickeln waren. Diese zentralen Strategiefelder sind: ▶ Qualität von Studium und Lehre ▶ Forschung ▶ Wissenschaftliche Weiterbildung ▶ Internationalisierung ▶ Ausbau der Hochschule ▶ Personalentwicklung D arüber hinaus existieren weitere wichtige Querschnittsthemen, wie z. B. Gleichstellung, familiengerechte Hochschule, gesundheitsfördernde Hochschule und Nachhaltigkeit. Für einige dieser Themen existieren bereits verabschiedete Grundsatzpapiere oder Konzepte, wie z. B. das Gleichstellungskonzept 2008, das nach wie vor aktuell und gültig ist. Das Konzept der Hochschule Fulda als familiengerechte Hochschule wurde im Rahmen eines Audits erstellt und positiv begutachtet. Weitere Konzepte z. B. zur gesundheitsfördernden Hochschule oder zum Thema Nachhaltigkeit werden erarbeitet. Aus den verschiedenen Grundsatzpapieren und Konzepten leiten sich die Handlungsfelder und die konkreten Maßnahmen für die Hochschule Fulda ab, deren Umsetzung über die Zielvereinbarungen mit dem Land Hessen und den Zielvereinbarungen mit den Fachbereichen und Einrichtungen der Hochschule sicher gestellt werden sollen.

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2 Entwicklungsziele 2.1  Profil der Hochschule Fulda Als einzige staatliche Hochschule in Osthessen und im Umkreis von knapp 100 km hat die Hochschule Fulda eine besondere Bedeutung und Verantwortung für die Region. Sie sieht sich als elementarer Bestandteil der Stadt und der Region und pflegt intensive Kontakte zu Stadt, Landkreis und dem Land Hessen. Mit der Universität Kassel verbindet die Hochschule Fulda eine enge und vertrauensvolle Kooperation. Gemeinsam und in enger Abstimmung versorgen die beiden staatlichen Hochschulen den nord- und osthessischen Raum. Das inhaltliche Profil der Hochschule Fulda hebt sich von den meisten anderen Hochschulen durch die Schwerpunktthemen Gesundheit, Ernährung und Lebensmittel ab. Weitere Studienprogramme, die in Deutschland nur an wenigen Standorten angeboten werden, sind u. a. Sozialrecht, interkulturelle Kommunikation sowie frühkindliche inklusive Bildung. Insbesondere mit diesen Studiengängen werden Studierende aus dem gesamten Bundesgebiet angesprochen. Eine zweite wichtige Säule stellen die Studiengänge aus den Bereichen Elektrotechnik, Informatik, Betriebswirtschaft und Sozialwesen dar. In den entsprechenden Studiengängen, die auch an vielen anderen Hochschulen angeboten werden, ist der Anteil der Studierenden aus der Region in der Regel besonders groß. Gerade diese Studiengänge spielen bei der Versorgung der Region mit akademisch ausgebildeten Fachkräften eine ausgezeichnete Rolle. Die Hochschule Fulda begegnet der veränderten demografischen Entwicklung konsequent mit einem spezialisierten und bundesweit von hoher Nachfrage geprägten Studienangebot bei gleichzeitig regionaler Verankerung diversifizierter Studiengänge. Ziel der Hochschule Fulda ist der dauerhafte Ausbau auf ca. 6. 000 Studierende. Damit gehört die Hochschule Fulda zu den mittelgroßen staatlichen Fachhochschulen in Deutschland. E ine überdurchschnittlich hohe Qualität der Lehre und hervorragende Studienbedingungen für die Studierenden sollen durch folgende Rahmenbedingungen gewährleistet werden: ϐϐ hoher Praxis- und Anwendungsbezug der Lehrveran- staltungen, ϐϐ kleine Gruppengrößen und Ausrichtung der Lehre auf Studierende mit stark unterschiedlichen Hochschul- zugangsvoraussetzungen,

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Entwicklungsplan 2011–2015

ϐϐ zusammenhängende Campus-Hochschule mit hervor- ragend ausgestatteten Räumlichkeiten für die Lehre und Außenanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität, ϐϐ persönliche Betreuung in den Fachbereichen, ergänzt durch umfassende Beratungsangebote, sowie ϐϐ eine Reihe von unterstützenden Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität der Lehre, z. B. Evaluierung, E-Learning, hochschuldidaktische Weiterbildungsangebote, etc. In allen Fachbereichen bietet die Hochschule Fulda ihren Studierenden eine durchgängige Perspektive vom grundständigen, berufsbildenden Bachelorstudiengang über einen wissenschaftlichen Masterstudiengang bis hin zu der Möglichkeit einer kooperativen Promotion an. Als Vollmitglied in der Europäischen Universitätsvereinigung (EUA) zählt die Hochschule Fulda zu den forschungsstarken Fachhochschulen in Deutschland. Sie ist bestrebt, durch die gezielte Stärkung und den Ausbau ihrer Forschungsschwerpunkte ihre Position im Wettbewerb mit anderen forschungsstarken Fachhochschulen und den Universitäten zu behaupten bzw. auszubauen. Insgesamt besitzen Internationalisierung und Interdisziplinarität einen hohen Stellenwert an der Hochschule Fulda. Das sehr breite Studienspektrum und die zum Teil international ausgerichteten Studiengänge spielen hier eine wichtige Rolle. Bereits jetzt ist der Anteil der internationalen Studierenden für eine Fachhochschule dieser Größenordnung überdurchschnittlich hoch und soll mindestens gehalten werden. Die Interdisziplinarität wird gefördert durch Studiengänge die gemeinsam von verschiedenen Fachbereichen angeboten werden. Die Anstrengungen und Herausforderungen der kommenden Jahre bedürfen einer zielorientiert entscheidenden und handelnden Hochschule. Dabei ist es selbstverständlich, dass neben formalen Kompetenzen vor allem ein von Transparenz und der Suche nach konsensualen Lösungen geprägter Diskurs im Vordergrund des Handelns steht. Dieser Diskurs umfasst alle Mitglieder der akademischen Selbstverwaltung sowie die unterschiedlichen Fachkulturen und Institutionen.


2.2  Leitbild der Hochschule Fulda Die Hochschule Fulda hat sich mit Senatsbeschluss vom 10. 07. 2002 und Ergänzungen vom 07.  1 1.  2007 und 27.  01.  2010 folgendes Leitbild gegeben: „Die Hochschule Fulda dient der Verwirklichung des Rechts auf Bildung und der wissenschaftlichen Erkenntnis. Sie gewährleistet und fördert die Freiheit der Wissenschaft in Lehre und Forschung und unterstützt die interdisziplinäre und fachbereichsübergreifende Kooperation. Entsprechend ihrem spezifischen Auftrag vermittelt sie eine auf den Kenntnissen der Forschung beruhende Aus- und Weiterbildung. In Lehre, Forschung und als Einrichtung ist sie der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Aus- und Weiterbildung umfassen insbesondere die fachlich berufsorientierte Qualifikation, aber auch die Befähigung zur fundierten kritischen Reflexion der Zusammenhänge zwischen Individuum, Gesellschaft und Umwelt, zwischen künftiger Berufspraxis und sozialer sowie ökologischer Verantwortung. Ziel des Studiums ist es, in diesem Sinne die Bildung verantwortungsbewusster Persönlichkeiten zu fördern, die fachlich hoch befähigt sind und den Erfordernissen einer humanen Lebensperspektive gerecht werden. Insbesondere fördert die Hochschule Fulda die Befähigung ihrer Studierenden zur demokratischen Mitbestimmung. Zu den ständigen Aufgaben der Hochschule Fulda gehört es, Inhalte und Formen des Studiums im Hinblick auf die Entwicklung der Wissenschaft und die Veränderungen in der Berufswelt zu überprüfen und weiter zu entwickeln. Die Hochschule Fulda fördert die eigenständige Forschung ihrer Mitglieder und Einrichtungen. Sie sieht diese Forschung als unentbehrlich an zur Sicherung der Qualität und kontinuierlichen Verbesserung der Lehre. Ziel ist ein verantwortlicher Umgang mit der technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung im Sinne einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität.

Die Hochschule Fulda fördert die Internationalisierung durch den weltweiten Austausch ihrer Studierenden und Lehrenden sowie die grenzüberschreitende Kooperation in der Forschung. Sie bereitet ihre Studierenden auf die Anforderungen der voranschreitenden europäischen Integration und Globalisierung vor und fördert die interkulturellen Kompetenzen. Sie steigert kontinuierlich ihre Attraktivität für internationale Studierende durch geeignete Studienangebote. Die Hochschule Fulda ist eine familien- und lebensgemeinschaftsfreundliche Einrichtung. Sie strebt eine familienbewusste Gestaltung der Arbeits- und Studienbedingungen an und unterstützt in hohem Maße ihre Angehörigen mit familiären Aufgaben in der Vereinbarkeit von Familie und Studium bzw. Beruf. Alle Mitglieder der Hochschule Fulda haben das Recht und die Pflicht, an der Selbstverwaltung und den gestellten Aufgaben in Studienreform und Hochschulreform mitzuwirken. Die Hochschule Fulda wirkt an der sozialen und kulturellen Förderung ihrer Mitglieder mit, insbesondere fördert sie die Partizipationsmöglichkeiten der Studierenden. Sie berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse Behinderter und fördert den behindertengerechten Ausbau der Hochschule Fulda. Sie wirkt bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben darauf hin, die für Frauen im Hochschulbereich und der Gesellschaft bestehenden Nachteile zu beseitigen.“

9


2.3  Strategische Zielsetzung (Vision) Der Senat der Hochschule Fulda hat darüber hinaus in seiner Sitzung am 2. Dezember 2009 den folgenden Grundsätzen der strategischen Zielsetzung bis 2015 zugestimmt: „Auf Basis des geltenden Leitbildes ist die Hochschule Fulda eine auf alle Studierenden ausgerichtete, die Vielfalt ihrer Mitglieder berücksichtigende, in regionale und internationale Netzwerke eingebundene Campus-Hochschule, mit einem breiten und attraktiven Studienangebot. D as heißt: ϐϐ Studienanfängerinnen und -anfängern mit unterschiedlichen und individuellen Studienvoraus- setzungen bietet die Hochschule Fulda sehr gute Studienbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten, die u. a. unabhängig von Herkunft, Hochschulzugangsberechtigung oder Geschlecht sind. ϐϐ Die Hochschule Fulda respektiert und berücksichtigt die unterschiedlichen Lebensumstände und Bedürfnisse ihrer Hochschulmitglieder. ϐϐ Den künftigen Herausforderungen stellt sie sich mit einem strategisch begründeten Wachstum: Mit dauerhaft 6.000 Studierenden und einem vielfältigen, aufeinander abgestimmten Fächerspektrum steigert sie ihre Sichtbarkeit und Attraktivität in Lehre und Forschung. ϐϐ Die Hochschule Fulda ist eine persönliche, überschau- bare Hochschule mit intensiven Kontakten zwischen Lehrenden und Lernenden und einem attraktiven Campus. ϐϐ Im Sinne eines intensiven Wissens- und Technologie- transfers und einer stärkeren Internationalisierung pflegt sie die Kontakte in regionalen, nationalen und internationalen Netzwerken, insbesondere zu interna- tionalen Partnerhochschulen.

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Entwicklungsplan 2011–2015

Die Hochschule Fulda setzt exzellente Lehre um und ist eine forschungsstarke Hochschule. Forschung und Lehre sind aufeinander ausgerichtet und zeichnen sich dadurch aus, dass sie interdisziplinär und anwendungsorientiert sind. Ausgezeichneten Absolventinnen und Absolventen bietet die Hochschule Fulda die Möglichkeit zur Promotion. D as heißt: ϐϐ Die Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Fulda erhalten mit dem Studienabschluss eine solide Bildung und Berufsbefähigung, um in einer zunehmend globalen Arbeitswelt zu bestehen und die Entwicklungen von Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur verantwortungsbewusst und kritisch voranzubringen. ϐϐ Die Hochschule Fulda steht für anwendungsorientierte Lehre und Forschung auf hohem wissenschaftlichem Niveau. ϐϐ Im Sinne der Einheit von Lehre und Forschung fließen die Erkenntnisse der anwendungsorientierten Forschungsaktivitäten in die Lehre ein. ϐϐ Ausgezeichneten Absolventinnen und Absolventen bietet die Hochschule Fulda vor allem im Rahmen von Forschungsprojekten die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung, z. B. in Form einer kooperativen Promotion. ϐϐ Sie fördert insbesondere solche Vorhaben, die interdisziplinär aufgebaut sind und eine Zusammenarbeit von Mitgliedern aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Fachbereichen unterstützen.“


3 Entwicklung der Hochschule innerhalb des abgelaufenen Fünfjahreszeitraums

3.1  Studierende, Studiengänge und Prüfungen Vom Wintersemester 2005 bis Wintersemester 2009 wuchs die Gesamtstudierendenzahl um knapp 13 % (von 4.445 auf 5.094), aber allein im Wintersemester 2010/11 waren bereits rund 5.600 Studierende immatrikuliert, das wäre zum Bezugsjahr Wintersemester 2005/06 eine Steigerung von rd. 26 %. Die Entwicklung von Gesamtstudierenden, Studienanfängern und Studierenden in der Regelstudienzeit zeigt das folgende Diagramm:

170% 160% 150% 140% 130% 120% 110% 100% 90% WS 2005/06 WS 2006/07

WS 2007/08 WS 2008/09 WS 2009/10

Studierende gesamt

in d. Regelstudienzeit

WS 2010/11 1. Fachsemester

Diagramm 1 – Gesamtstudierende, Studierende in der Regelstudienzeit und im 1. Fachsemester 2005 – 2010

Trotz mangelnder Ressourcen wurden von 2005–2010 fünf weitere grundständige Bachelor-Studiengänge (B) und sieben Master-Studiengänge (M) eingerichtet. Im Einzelnen sind dies: ϐϐ Wirtschaftsinformatik (B) ϐϐ Digitale Medien (B) ϐϐ Prozesstechnik (B) – inzwischen wieder eingestellt ϐϐ Gesundheitsförderung (B) ϐϐ Frühkindliche inklusive Bildung (B) ϐϐ Angewandte Informatik (M) ϐϐ Public Health Nutrition (M) ϐϐ Food Processing (M) ϐϐ Soziale Arbeit – Gemeindepsychiatrie und Sozialraumentwicklung (M) ϐϐ Psychosoziale Beratung und Therapie (M) ϐϐ Supply Chain Management (M) ϐϐ Systems Design and Production Management (M)

Hinzu kommen die Kooperationsstudiengänge mit den Universitäten Kassel und Marburg: ϐϐ Marburg: Physiotherapie (M) ϐϐ Kassel: International Food Business and Consumer Studies (M) ϐϐ Kassel: Pädagogik für Pflege und Gesundheitsberufe(M) ϐϐ Kassel: Sozialrecht und Sozialwirtschaft (M) Seit dem Wintersemester 2010/11 wird zusätzlich der Studiengang „Oecotrophologie: Verpflegungs- und Versorgungsmanagement“ (B) angeboten. Trotz der um 20 % bzw. 26 % gewachsenen Studierendenzahl in der Regelstudienzeit blieb der Stellenplan bis zum Haushaltsjahr 2009 konstant bei 133 Professuren. Erst 2010 wurden fünf weitere Professuren zugewiesen, von denen jedoch drei wieder im Rahmen der Haushaltsmaßnahmen des Landes abgegeben werden mussten. Der Zunahme der Studierendenzahl um rund 20 % steht daher bislang eine Zunahme der Professuren um 1,5 % gegenüber. Es ist offensichtlich, dass sich unter diesen ⟼

11


⟞ Umständen die Betreuungssituation für die Studierenden

nicht verbessern konnte. In den Prüfungsjahren 2006 bis 2009 schlossen 3.425 Studierende ihr Studium erfolgreich ab, davon 3.084 mit grundständigen Studiengängen (Diplom und Bachelor) und 341 mit dem Abschlussgrad Master. Seit dem Prüfungsjahr 2009 übersteigt die Zahl der Bachelor-Absolventen die der Diplom-Absolventen, der Anteil der Diplome an den grundständigen Studienabschlüssen sinkt beständig. Die Umstellung der Studiengänge im Rahmen des Bologna-Prozesses sowie die steigenden Studierendenzahlen haben eine Umwälzung der Prüfungsverwaltung verursacht. An der Hochschule Fulda werden pro Semester mehr als 20.000 Einzelprüfungen durchgeführt.

Von zentraler Bedeutung zur Optimierung der Prozessabläufe und des Personaleinsatzes ist für die kommenden Jahre der Ausbau der Prüfungs- und Zulassungsverwaltung durch Automatisierung von Vorgängen sowie die Nutzung aktueller Technik im gesamten Spektrum der Bewerbungs-, Studien-, Prüfungs- und Dokumentenverwaltung. Insgesamt hat sich die Absolventenquote (Anteil der Absolventinnen und Absolventen an den Studienanfängerinnen und -anfängern drei bis vier Jahre vor Studienabschluss) deutlich erhöht. Aufgrund statistischer Besonderheiten („Doppelabschluss-Jahrgänge“ durch die Umstellung von Diplom auf Bachelor) soll hier jedoch keine genaue Darstellung und Bewertung erfolgen. |

3.2  Gesamtentwicklung In den Jahren WS 2005/06 –WS 2009/10 verzeichnete die Hochschule Fulda in fast allen Bereichen ein kontinuierliches Wachstum. Die Studierendenzahlen und das Studienangebot nahmen zu, die Forschungs- und Weiterbildungsaktivitäten wurden erheblich intensiviert, parallel hierzu wuchsen auch die Ressourcen der Hochschule Fulda finanziell wie flächenmäßig. Allerdings entsprach die Entwicklung der besetzten Professuren weder dem tatsächlichen Bedarf noch dem Zuwachs der Studierendenzahlen mit der entsprechenden Lehrnachfrage. Einem Zuwachs der Lehrnachfrage von 2005 bis 2009 um 19 % stand nur eine Zunahme an besetzten Professuren um 13 % gegenüber. Selbst wenn man unterstellt, dass 25 % des Lehrbedarfs durch Lehraufträge erbracht werden kann, wären im Wintersemester 2009/10 rund 145 Professorinnen und Professoren oder andere hauptamtlich Lehrende erforderlich gewesen. Gemessen an den tatsächlich besetzten ca. 120 Stellen für hauptamtlich Lehrende betrug das Defizit rund 20 %. Selbst wenn diese Stellen im Stellenplan vorhanden wären, müssten über 2 Millionen Euro jährlich für diese zusätzlichen Stellen verausgabt werden. Zur Stärkung des Bereichs Ernährung – Gesundheit – Lebensmittel wurden vier Professorenstellen aus den Fachbereichen Sozial- und Kulturwissenschaften und zwei aus dem Fachbereich Sozialwesen den Fachbereichen Pflege und Gesundheit, Lebensmitteltechnologie und Oecotrophologie zugeordnet. Die Forschungstätigkeit an der Hochschule Fulda hat sich – gemessen an den eingeworbenen Drittmitteln – in 12

Entwicklungsplan 2011–2015

den Jahren 2005–2010 deutlich ausgeweitet: Das eingeworbene Drittmittel-Volumen (einschließlich Dienstleistungen und Auftragsforschung) wuchs von 1,134 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 1,726 Millionen Euro im Jahr 2010. Das Präsidium fördert die Forschung der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer systematisch im Rahmen der Verteilung des Erfolgsbudgets für die Einwerbung von Drittmitteln. Dieser Teil des Erfolgsbudgets wird voll zur Förderung der Forschung verwendet, 60 % davon personenbezogen durch die Einwerber der entsprechenden Drittmittel (Näheres siehe Abschnitt 5.1). Querschnittsfunktionen wie Förderung der Gleichstellung, familienfreundliche Hochschule, Qualitätsmanagement etc. wurden durch Projektfinanzierung des Landes und/oder andere Fördermaßnahmen vorangetrieben. Der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft und die Heinz Nixdorf-Stiftung haben die Einführung des Qualitätsmanagements an der Hochschule Fulda mit einem Förderpreis in Höhe von 300.000 Euro ausgezeichnet und gefördert. Näheres ist den entsprechenden Kapiteln zu entnehmen. Insgesamt ist es der Hochschule Fulda im Zeitraum 2005–2010 gelungen, sich in den Feldern Forschung und Lehre mit deren Schwerpunkt Ernährung, Gesundheit, Lebensmittel zu profilieren. Die Forschungstätigkeit wurde, gemessen an den Drittmitteleinnahmen, deutlich ausgebaut, zugleich beteiligt sich die Hochschule Fulda überdurchschnittlich an der zusätzlichen Aufnahme von Studienanfängern im Rahmen des Hochschulpakts 2020.


3.3  Vergleich mit den anderen hessischen Fachhochschulen Im Vergleich mit den anderen hessischen Fachhochschulen ist die Hochschule Fulda gut aufgestellt, wie drei Kennzahlen aus den Haushaltsplänen zeigen (s. nachfolgende Tabelle). Die Hochschule Fulda wirbt eine überdurchschnittliche Summe an Drittmitteln je Professur ein, gleichzeitig liegt auch die Zahl der Absolventinnen und Absolventen je Professur über dem Durchschnitt. Auch der Anteil der Studierenden in der Regelstudienzeit ist an der Hochschule Fulda deutlich höher als an den anderen hessischen Fachhochschulen. Nicht zuletzt auch durch die Förderung durch das Wissenschaftsministeriums konnten die Weiterbildungsaktivitäten in den vergangenen Jahren erheblich gesteigert werden. Insbesondere durch die Einrichtung des neuen Zentrums für Wissenschaftliche Weiterbildung soll dieser Bereich in den kommenden Jahren noch erheblich ausgebaut werden. ⟼

Studierende in der Regelstudienzeit (SRZ)

Anteil SRZ an allen Studierenden in %

Absolventen je Prof. (Anzahl)

Drittmittel je Prof. in Euro

2009

2008

2007

Veränderung in Prozent

HFD

3.803

3.409

3.608

5,40 %

h_da

7.454

7.203

7.575

- 1,60 %

FHF

6.079

5.811

5.811

4,60 %

FH-GF

7.453

6.765

6.765

10,20 %

HRM

6.771

6.426

6.765

0,10 %

HFD

79

78

84

- 6,00 %

h_da

74

74

75

-1,30 %

FHF

71

68

74

-4,10 %

FH-GF

74

75

80

-7,50 %

HRM

77

77

82

-6,10 %

HFD

7,4

8

8

-3,60 %

h_da

5,76

5,48

5,37

7,30 %

FHF

6,36

6,44

5,3

20,00 %

FH-GF

5,67

5,99

5,14

10,30 %

HRM

7,05

6,38

5,36

31,50 %

14.707

13.472

12.363

19,00 %

HFD h_da

8.488

7.893

6.106

39,00 %

FHF

10.819

11.848

13.751

-21,30 %

FH-GF

12.590

12.629

11.378

10,70%

HRM

5.673

14.726

10.232

-44,60 %

Tabelle 1 – Kennzahlen-Quelle: Landeshaushalt 2011 (Entwurf), Epl 15

13


⟞ Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen

Der Bologna-Prozess hat den Fachhochschulen zahlreiche neue Chancen eröffnet (formal gleiche Hochschulabschlüsse, Einrichtung innovativer und forschungsprofilierter Studiengänge etc.). Zugleich haben die veränderten Rahmenbedingungen neue Wettbewerbsverhältnisse innerhalb der gesamten Hochschullandschaft geschaffen – sowohl mit den Universitäten als auch mit den Berufsakademien. Die Voraussetzungen und Bedingungen für die Fachhochschulen, sich in diesem Wettbewerb zu behaupten, waren bereits in der Vergangenheit und sind vor dem Hintergrund der Bologna-Reform hinderlich bzw. unzureichend. Insbesondere in der Konkurrenz mit den Universitäten ist der Hochschultypus „Fachhochschule“ durch eine Reihe von Rahmenbedingungen strukturell und systematisch benachteiligt. Diese Rahmenbedingungen haben sich seit geraumer Zeit unter anderem durch folgende Entwicklungen sogar zunehmend verschlechtert. Hierzu sind zu zählen: ϐϐ Seit Jahren steigende Mehrbelastungen der Professorinnen und Professoren durch eine deutliche Erweiterung ihres Aufgabenkatalogs (z. B. höhere Studierendenzahl in den Lehrveranstaltungen, erhöhte Betreuungs- und Korrekturanforderungen durch Prüfungsanforderungen, unzureichende Deputatsanrechnungen für die Betreuung von Abschlussarbeiten für Fachhochschulen, etc.; ϐϐ der fehlende „Mittelbau“ mit der Folge des Erschwerens von Drittmitteleinwerbungen und Forschungsaktivitäten sowie die nicht vorhandene personelle und finanzielle Grundausstattung für Forschung; ϐϐ das fehlende Promotionsrecht mit der Folge einer strukturellen Benachteiligung auch und gerade bei der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung zulasten von Master-Absolventinnen und -Absolventen der Fachhochschulen und der in der Nachwuchsförderung tätigen Lehrenden.

14

Entwicklungsplan 2011–2015

ie genannten strukturellen Benachteiligungen werden D sich mittelfristig negativ auf die Qualität von Lehre und Forschung auswirken und drohen die konzeptionellen Vorteile der Fachhochschulen – eine zukunftsweisende Verbindung von Forschung und Lehre wie Forschung und Praxis – auszuhöhlen. Die konzeptionelle Chance zu Lehrforschungsprojekten, Anwendungsorientierung, direkte Anbindung der Lehre an die Forschung in vergleichsweise kleinen Lerngruppen etc. werden durch die Überlast, wie sie für die Lehrenden der Fachhochschulen sich entwickelt hat, unterminiert. Entlastende Faktoren könnten hier u. a. sein: ϐϐ Stärkere Verankerung von Forschungs-, Weiterbildungsund Publikationsaufgaben in der Lehrverpflichtungsordnung des Landes; ϐϐ Erhöhung und Gleichstellung der Deputatsanrechnungen für die Betreuung von Abschlussarbeiten in BA/ MA-Studiengängen; ϐϐ Förderung kooperativer Promotionskollegs, Einbeziehung und Honorierung von Promotionsbegleitung in der Lehrverpflichtungsverordnung wie der leistungsorientierten Mittelzuweisung der Hochschule; ϐϐ Finanzielle Berücksichtigung von administrativer Unterstützung (Mittelbaustellen) im Rahmen der leistungsorientierten Mittelzuweisung der Hochschule. |


4 Lehre und Studium

4.1  Studienangebot – Studiengänge Die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge ist an der Hochschule Fulda nahezu abgeschlossen. Die Hochschule Fulda hat den Bologna-Prozess für starke Änderungen der Studienangebote genutzt, sowohl zahlenmäßig als auch qualitativ und strukturell. Wurde früher nur ein Studiengang je Fachbereich angeboten, so ist das Fächerspektrum der Hochschule in den Jahren 2005–2010 zahlenmäßig stark gestiegen. Die nachfolgende Tabelle zeigt vor allem den zahlenmäßigen Aufwuchs, daneben fanden strukturelle Änderungen statt. Strukturell werden seit 2007 alle neuen Studiengänge mit Bachelor- oder Masterabschluss angeboten, die Diplomstudiengänge laufen aus. Beginnend mit dem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen werden zunehmend Studiengänge von mehreren Fachbereichen gemeinsam

angeboten. Waren früher alle Studienangebote in Präsenzstudiengängen, so ist heute der Präsenzanteil in einigen Studiengängen nur ein kleiner Anteil neben Online- oder Fernlehrbestandteilen. Auch innerhalb von reinen Präsenzstudiengängen hat die Nutzung von E-Learning stark zugenommen. 2010 wurden Einrichtungsbeschlüsse für duale Studiengänge gefasst. Einige kooperative Studiengänge wurden mit verschiedenen hessischen Universitäten eingeführt. Neben Angeboten, die vorwiegend dem regionalen Absolventenbedarf dienen, weist die Hochschule Fulda einige teils bundesweit allein stehende Angebote auf, wodurch der Anteil der Studierenden aus der Region gegenüber anderen hessischen Fachhochschulen vergleichsweise niedrig ist. Neben Studiengängen mit den Abschlüssen Bachelor und Master wurden einige Zertifikatsangebote eingeführt.

Fachbereich

Bachelor

Master

geplant

Angewandte Informatik

3 Studiengänge

2 Studiengänge

Elektrotechnik und Informationstechnik

3 Studiengänge

1 Studiengang

Lebensmitteltechnologie

1 Studiengang

1 Studiengang

Oecotrophologie

2 Studiengänge

2 Studiengänge

2 Duale Studiengänge

Pflege und Gesundheit

5 Studiengänge

3 Studiengänge

1 dualer Studiengang

Sozial- und Kulturwissenschaften

2 Studiengänge

2 Studiengänge

Sozialwesen

3 Studiengänge

2 Studiengänge

1 dualer Studiengang

Wirtschaft

1 Studiengang

2 Studiengänge

1 dualer Studiengang

1 dualer Studiengang 1 berufsbegleitender Fernstudiengang

1 Masterstudiengang

Tabelle 2 – Anzahl der Studiengänge nach Fachbereichen und Abschlussarten

15


Derzeitig werden folgende Studiengänge angeboten: Fachbereich/ Uni

Grad

Regelstudienzeit

Bezeichnung Studiengang

ab/seit wann

AI

M. Sc.

3

Electronic Business

2000

AI

B. Sc.

6

Angewandte Informatik

2005

AI

B. Sc.

6

Wirtschaftsinformatik

2008

AI

B. Sc.

6

Digitale Medien

2009

AI

M. Sc.

4

Angewandte Informatik / Applied Computer Science

2008

ET

B. Eng.

7

Elektrotechnik und Informationstechnik

2006

ET

M. Eng.

3

Systems Design & Production Management

2010

ET/W

B. Eng.

7

Wirtschaftsingenieurwesen

2006

LT

B. Sc.

7

Lebensmitteltechnologie

2005

LT

M. Sc.

3

Food Processing

2006

Oe

B. Sc.

6

Oecotrophologie: Ernährung, Gesundheit, Lebensmittelwirtschaft

2005

Oe

B. Sc.

6

Oecotrophologie: Verpflegungsund Versorgungsmanagement

2010

Oe/KS

M. Sc.

4

International Food Business and Consumer Studies

2006

Oe/PG

M. Sc.

4

Public Health Nutrition

2006

PG

B. Sc.

6

Pflegemanagement

2003

PG

B. Sc.

6

Gesundheitsmanagement

2003

PG

B. Sc.

6

Gesundheitsförderung

2008

PG

B. Sc.

6

Pflege

2004

PG

M. Sc.

4

Public Health

2004

PG/KS

M. A.

4

Pädagogik für Pflege- und Gesundheitsberufe

2005

Anmerkungen

Immatrikulation in UNIK

Immatrikulation in UNIK

PG/MR

B. Sc.

6

Physiotherapie

2001

Kooperation mit Uni MR

PG/MR

M. Sc.

4

Physiotherapie

2005

Immatrikulation in Uni MR

SK

M. A.

4

Intercultural Communication and European Studies

1999

SK

LL. B.

7

Sozialrecht

2007

SK

B. A.

6

Sozialwiss. Schwerp. Interkulturelle Beziehungen (BASIB)

2004

SK/KS

LL. M.

3

Sozialrecht und Sozialwirtschaft

2010

SW

B. A.

8

Frühkindliche inklusive Bildung berufsbegleitend online

2009

16

Entwicklungsplan 2011–2015

Immatrikulation in UNIK


Fachbereich/ Uni

Grad

Regelstudienzeit

Bezeichnung Studiengang

ab/seit wann

SW

B.A.

6

Soziale Arbeit (Präsenzstudiengang)

2004

SW

B.A.

8

Soziale Arbeit (Onlinestudiengang, berufsbegleitend)

2003

SW

M.A.

5

Soziale Arbeit – Gemeindepsychiatrie u. Sozialraumentwicklung (Online)

2006

SW

M.A.

5

Psychosoziale Beratung und Therapie (Online)

2009

W

B.A.

7

Internationale Betriebswirtschaftslehre

2007

W

M.A.

3

Internationales Management

2002

W

M.A.

3

Supply Chain Management

2009

Anmerkungen

Tabelle 3 – Liste der Studiengänge an der Hochschule Fulda im Wintersemester 2010/11

Studierendenzahlen

Durch das verbreiterte Angebot haben sich die Studierendenzahlen jährlich stark erhöht. Zurückblickend auf die Jahre 2005–2010 ist eine Steigerung der Studierendenzahlen um über 25 % zu verzeichnen. Zum Wintersemester 2010/2011 sind 5. 632 Studierende immatrikuliert (5. 595 + 37 Beurlaubte = 5. 632 Immatrikulationen). Ebenfalls erreichte die Anfängerquote im Wintersemester 2010/2011 mit über 1. 600 Studienanfängern einen neuen Rekord.

Studierende der Hochschule Fulda 6000

(Gesamt Studierende o. Beurlaubung, Studierende im Regelstudiensemester und 1. Fachsemester)

5000 4000 3000 2000 1000 0

WS 2005/06 WS 2006/07 WS 2007/08 WS 2008/09 WS 2009/10 Studierende gesamt

Studierende, im Regelstudiensemester

WS 2010/11

Studierende, im 1. Fachsemester

17


Entwicklungsziele 2011 bis 2015

In Folge der Einführung des achtjährigen Gymnasiums und der Abschaffung der Wehrpflicht wird die studentische Nachfrage auch an der Hochschule Fulda drastisch steigen. Auch im Bereich des berufsbegleitenden sowie Weiterbildungs-/Fernstudiengänge ist mit steigendem Studieninteresse zu rechnen. Aufgrund der genannten Einflussfaktoren geht die Hochschule von über 6.000 Studierenden (Zielzahl) für die Jahre ab 2013 aus. Das Angebot der Hochschule Fulda soll weiter durch strukturell aufgefächerte und attraktive Studienmöglichkeiten ausgebaut werden. Die Hochschule Fulda will sowohl weitere Bachelor- als auch Master-Studiengänge entwickeln. Ihre Attraktivität ist nicht zuletzt auf die Initiative der Fachbereiche zurück zu führen, in den letzten Jahren innovative Angebote einzurichten. Diese Initiative der Fachbereiche soll nicht gebremst werden. In jedem Fachbereich soll weiterhin der Anschluss von einem Bachelor- in einen Masterstudiengang möglich sein. Dabei wird zu beachten sein, dass die heutigen Finanzierungsmodalitäten des Landes insbesondere bei HSP 2020 nur Bachelorstudiengänge unterstützen und daher die Relation nicht zugunsten von Masterstudiengängen verändert werden kann. Die Übergangsquote von Bachelorstudierenden in Masterangebote soll sich wie im bundesweiten Durchschnitt von Fachhochschulen entwickeln. Die Studienanfänger werden künftig noch mehr Unterschiede in ihrem vorherigen Bildungsweg aufweisen. Die Hochschule Fulda will sich spezifisch auf diese Situation einstellen. Um den besonderen Bedürfnissen der verschiedenen Gruppen Rechnung zu tragen sind insbesondere weitere Online- und Fernlehrangebote erwünscht. Daneben wird die Hochschule darauf achten, dass die unterschiedlichen Studienvoraussetzungen auch in Präsenzstudiengängen berücksichtigt werden. Digitalisierte Verfahren zur Prüfung der Studieneignung als auch in der Studiengangsdurchführung können dabei hilfreich sein. Zum Wintersemester 2011/12 sollen duale Studiengänge in den Bereichen Logistik Management, Elektrotechnik und Soziale Verwaltung eingerichtet werden. Die Hochschule Fulda plant darüber hinaus, ihr Profil im Rahmen gesundheitswissenschaftlicher Studienangebote durch einen Bachelor-Studiengang Hebammenkunde zu schärfen. Weitere duale Studiengänge sollen entwickelt werden. Dabei wird die Hochschule entsprechend ihren Kriterien für

18

Entwicklungsplan 2011–2015

duale Studiengänge darauf achten, dass diese Angebote in der Qualität sonstigen Angeboten entsprechen, um für die Anstellungsinstitutionen wie für die Studierenden einen Unterschied zu dualen Angeboten anderer Träger zu verdeutlichen. Als weiterer fachbereichsübergreifend angebotener Bachelor-Studiengang ist u. a. Sozialinformatik in Planung. Hierin kommt die Aussage des Leitbilds, dass die Hochschule Interdisziplinarität anstrebt, besonders zum Ausdruck. Diese Entwicklung soll fortgesetzt werden. Daneben ist es wichtig, bei anderen Studiengängen die übergreifenden Wahlmöglichkeiten für die Studierenden zu verbessern, um die in der Bologna-Kritik ausgedrückte Engführung und Verschulung zu vermeiden. Durch definierte Anerkennungsmodalitäten soll es verstärkt ermöglicht werden, dass Studierende aus dem Gesamtangebot der Hochschule die für ihre Neigungen passenden Angebote auswählen können. Ein ausgewogener Mix von Studienangeboten, die vorwiegend auf den regionalen Bedarf oder auf überregionale Attraktivität zielen, wird weiterhin angestrebt. Dabei werden in beiden Bereichen Veränderungsprozesse unterstützt, die infolge der Bologna-Kritik die Mobilität und Wahlmöglichkeiten der Studierenden unterstützen. Der Anteil der Studierenden, die in der Regelstudienzeit abschließen, soll nach Möglichkeit erhöht werden. Im Interesse geordneter Studienbedingungen und um ein weiteres Absinken der Betreuungsrelation von Professuren zu Studierenden zu vermeiden, werden – wo erforderlich – weitere Zulassungsbeschränkungen festgesetzt. Die Perspektiven für Studiengänge und Studierendenzahlen können der Anlage entnommen werden.


4.2  Qualität von Studium und Lehre Die Hochschule Fulda hat nicht nur ein umfangreiches Spektrum an Studiengängen etabliert, sondern stärkt Lehre und Studium auch qualitativ. Bereits 2009 wurde ein Antrag der Hochschule Fulda im Wettbewerb „Exzellente Lehre“ positiv bewertet. Die Hochschule Fulda will ihr Profil durch eine sichtbar gute Qualität von Lehre und Lernen schärfen. Eine gute Qualität von Lehre und Lernen weiterzuentwickeln bedeutet für die Hochschule Fulda, mit ihren Angeboten eine breite und heterogene Studierendenschaft anzusprechen und zu fördern. Dazu gehört im Kern, dass Studierende mit sehr unterschiedlichen Lernbiografien, Hochschulzugängen und Bildungsvoraussetzungen im Laufe des Studiums mit den verfügbaren Ressourcen einer Hochschule die bestmögliche Bildung, Qualifikation und Berufsbefähigung erwerben. Dies wird für die nächsten Jahre den Ansatzpunkt für Entwicklungen in Studium und Lehre darstellen. Insbesondere wird durch eine erhöhte Zahl von Tutorien, durch eine systematische Ausbildung der Tutorinnen und Tutoren und durch ein verbessertes Zusammenwirken der Dozentinnen und Dozenten mit den Tutorinnen und Tutoren das Lernen in kleinen Gruppen gefördert.

Studium und Lehre im Bologna-Prozess

Als Konsequenz der Kritik am Bologna-Prozess, die nicht nur von politischer Seite, sondern auch von den Studierenden deutschlandweit geübt wurde, hat die Hochschule Fulda im Wintersemester 2009/10 das „Positionspapier: Handlungsnotwendigkeiten an der Hochschule Fulda zur Vermeidung von Fehlentwicklungen im Bologna-Prozess“ erarbeitet und im Januar 2010 als Senatsbeschluss verabschiedet. Darauf aufbauend wurden im Sommersemester 2010 Lösungs- und Handhabungsmöglichkeiten v.  a. für Prüfungen in den folgenden Sitzungen der Senatskommission für Lehre und Studium ausführlich thematisiert. Die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge wurde an der Hochschule Fulda bereits zum Wintersemester 2007/08 abgeschlossen; die neuen Studiengänge laufen insgesamt sehr zufriedenstellend. Für die Hochschule Fulda geht es in der Nachsteuerung im BolognaProzess daher nicht um grundsätzliche Bewältigungsprobleme. Vielmehr liegt das Augenmerk auf der Entwicklung von einzelnen Modulen und Studiengängen, der Organisation von Abläufen im Studien- und Prüfungsprozess, der Verbesserung studierendenzentrierter Studien- und Lernmodelle.

Die Hochschule Fulda wird auch weiterhin BachelorStudiengänge in guter Quantität wie Qualität aufstellen. Der Bachelor-Abschluss der Hochschule Fulda ist ein inzwischen am Arbeitsmarkt gut anerkannter Abschluss, der vielen Graduierten sehr erfolgreich den Einstieg ins Berufsleben ermöglicht. Er behält seine Wertschätzung als berufsqualifizierender und auf breiter Ebene bildender Standardabschluss. Daneben stellt der Bachelor die anschlussfähige Vorbereitung auf das Master-Studium dar und ist auch künftig durch qualitativ hochwertige MasterStudienangebote adäquat zu ergänzen und zu erweitern. Träger konkreter Entwicklungen in den einzelnen Studiengängen sind und bleiben die Fachbereiche. Die Abstimmung über Veränderungen und Entwicklungen erfolgt in den Gremien unter Einbindung von Studierenden.

Entwicklungsziele zur Optimierung der Studieneffizienz und -qualität

Bereits seit mehreren Jahren hat sich die Hochschule Fulda explizit einer heterogenen Zielgruppe von Lernenden verschrieben. Sie möchte gerade auch den nicht exzellenten Studienbewerberinnen und Studienbewerbern optimale Studienbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten bieten und Personen ansprechen, denen die Anforderungen eines Studiums zunächst unklar sein können und die sich später im Studium zu häufig uneinheitlichen Studiengruppen zusammensetzen. Die Hochschule Fulda wird in ihrer Entwicklung und Profilbildung vermehrt die sich verändernde Gesellschaft berücksichtigen: Eine älter werdende Gesellschaft und die weiter zunehmende Menge an Studierenden mit diversen Hochschulzugängen, Bildungsbiografien und kulturellen Hintergründen verlangen neue Studienangebote und Lernkonzepte. Das Thema „Öffnung der Hochschulen“ wird für weitere Planungen der Hochschule Fulda von übergeordneter Bedeutung sein. Diversität zu fördern und Ungleichheiten zu kompensieren wird übergeordnetes Entwicklungsziel der Hochschule Fulda. Die Gleichstellung von Frauen und Männern und familienfreundliche Lehrund Lernformen werden gleichermaßen gefördert wie die Entwicklung auf die Lernbiografien der Studierenden zugeschnittener Didaktik- und Beratungsformate. Zur Verringerung der Abbrecherquote und zum Auffangen der heterogenen Lernenden-Zielgruppe werden folgende Bereiche entwickelt werden: ⟼

19


⟞ Bessere Selbsteinschätzung der Studierenden und Studi-

eninteressierten („Online Self Assessment“), ein optimierter Studieneinstieg (Verstärkung von Propädeutika und Unterstützung im ersten Studienjahr) und die Stärkung der Selbstlernkompetenz (Einrichtung eines „Selbstlernzentrums“). Im Zuge der Akkreditierungen der jeweiligen Studiengänge gilt es, die Wahlpflichtanteile sowie fächerübergreifende und interdisziplinäre Angebote zu erhöhen. Dies setzt neben umfangreichen Strukturierungsprozessen innerhalb der Studiengänge auch optimierte technische Verwaltungsmöglichkeiten im Studienbüro voraus. Eine konzeptgeleitete Stärkung von Beratung und Betreuung bildet die Rahmenstruktur für ein passgenaues Studium einer heterogenen Studierendenschaft. Durch die genannten Wege wie Förderung von Mobilität und Internationalität (s. separater Abschnitt) werden die Absolventinnen und Absolventen nicht nur für den Arbeitsmarkt gut qualifiziert sein, sondern sich auch durch überfachliche Qualifikationen und eine verantwortungsbewusste Persönlichkeit auszeichnen. Indem die Hochschule Fulda Studierende breitflächig anspricht und vielfältigen Bildungszielen und -wegen gerecht wird, kann sie zudem ihre Rolle am Standort Osthessen stärken und ihren Bildungsauftrag in der Region nachhaltig gestalten. Vorlesungen in Grundlagenfächern können mehr als 100 Studierende aufweisen. Doch im Regelfall gilt: Das Lernen in kleinen Gruppen im persönlichen Kontakt zu den Professorinnen und Professoren ist ein herausstechendes Merkmal der Hochschule Fulda. Durch den starken Anstieg der Studierendenzahl ist die Betreuungsquote gesunken. Ziel ist es, diese wieder anzuheben. Daneben werden die didaktischen Fähigkeiten der Professorinnen und Professoren gestärkt. Die Hochschule Fulda wird sich dazu weiterhin an der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Weiterbildung (AGWW) beteiligen und sich für mehr Angebote in der Hochschule oder in der Nähe von Fulda einsetzen. Daneben sollen Lehrbeauftragte enger an die Qualitätsziele der Hochschule herangeführt werden und mehr Möglichkeiten zu didaktischer Schulung erhalten.

Studienberatung

Die Studienberatung hat für die Zufriedenheit und die Erfolgsaussichten der Studierenden einen hohen Stellenwert. Studienberatung und Studieninformation umfassen alle Phasen des Studiums, von der Studienvorbereitung bis hin zu der Beratung am Übergang zum Beruf bzw. zum 20 Entwicklungsplan 2011–2015

Master. Neben der Zentralen Studienberatung wird in den Fachbereichen die Studienfachberatung vorgehalten. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren spezielle Beratungsbereiche neu etabliert. Dazu zählen der Aufbau einer Psychotherapeutischen Beratungsstelle, die Verstetigung der Kontaktstelle Schule-Hochschule, die Organisation des Mentorinnen-Netzwerks, das Angebot eines Familienbüros sowie die Behindertenberatung. Die Zusammenlegung von Beratungs- und Serviceeinrichtungen unter dem Dach des Student Service Center und die Einrichtung einer Infothek werden beibehalten. Mit der gewünschten Verschiedenheit der Abschlüsse, der Zugangswege und der Lernvoraussetzungen sowie den verbesserten Kombinations- und Wahlmöglichkeiten wird eine intensivere Studienberatung der Studierenden bei der Gestaltung ihrer Studienverläufe notwendig. Ziel muss es künftig sein, Studierende mit anerkennungsfähigen beruflichen Kompetenzen zum Studium zu motivieren und sie besser ins Studium zu integrieren. Dafür sollen geeignete Formen der Zusammenarbeit mit Akteuren aus den Bereichen Schule, Berufsausbildung und Wirtschaft entwickelt werden. Die Angebote der Online-Beratung und -Information werden künftig deutlich stärkere Beachtung finden, um in der anwachsenden Zielgruppe der „digital natives“ die Angebote der Hochschule Fulda optimal darzustellen.

E-Learning

Das Lernen mit neuen Medien ist an der Hochschule Fulda in allen Fachbereichen Bestandteil einer qualitativ hochwertigen Lehre. Die Arten der Nutzung erstrecken sich dabei von der Bereitstellung elektronischer Lehrmaterialien über die Nutzung von elektronischen Kommunikationskanälen der verschiedenen Lernplattformen bis hin zur Anwendung von synchronen Lehrszenarien. Insbesondere die erfolgreichen Online-Studiengänge, bspw. Soziale Arbeit (berufsbegleitender Fernstudiengang, MAPS), haben sich bewährt und bieten Ansatzpunkte für weitere Studiengänge, die vorrangig mit Mitteln des ELearning arbeiten. Das zentrale E-Learning-Labor unterstützt dabei die Lehrenden und Studierenden bei der Erstellung von multimedialen Lernmaterialien und beim Einsatz in der Lehre und beim Lernen. Insbesondere auf die effiziente didaktische Einbindung in bestehende Lehr-/Lernkonzepte wird geachtet. E-Learning soll ein selbstverständlicher und integraler Bestandteil der Lehre an der Hochschule Fulda sein. Es


unterstützt die Präsenzlehre und ermöglicht Online-Studiengänge. Die Konzepte zur elektronisch unterstützten Lehre sollen so ausgerichtet sein, dass sie sich nahtlos in die verwendeten didaktischen und pädagogischen Konzepte integrieren. Die Hochschule Fulda baut die fachbereichsübergreifende Unterstützung für das Lernen mit neuen Medien und die dazu benötigte technische Infrastruktur weiter aus. Es sollen Konzepte, Instrumente und Methoden angeboten werden, so dass sowohl Lehrende als auch Studierende die Möglichkeiten neuer Medien nutzen und Inhalte einbringen können.

Akkreditierung, Qualitätsmanagement

Zur Unterstützung der Fachbereiche bei der Neu- und Weiterentwicklung von Studienprogrammen wurde im Jahr 2009 die „Servicestelle Akkreditierung“ eingerichtet. Die Servicestelle begleitet umfassend Programmakkreditierungen und -reakkreditierungen und veranstaltet u. a. Workshops zur Studiengangentwicklung. Zusammen mit dem Qualitätsmanagement und den Beteiligten an der Hochschule Fulda wurde ein umfangreiches Prozessdiagramm entwickelt, das ein Zeitraster, Schritte und Akteure bei der Neuentwicklung bzw. Anpassung von Studienprogrammen beschreibt und bei anstehenden Akkreditierungsverfahren als Planungsinstrument genutzt wird. Während der Akkreditierungsverfahren begleitet die Servicestelle die Beteiligten an der Hochschule Fulda durch das gesamte Verfahren, übernimmt die Zeitplanung und leistet aktiv Unterstützung bei der Erstellung der Selbstberichte für die Akkreditierungsagenturen, unterstützt und intensiviert die Kommunikation mit extern und intern Beteiligten. Geplant ist, dass die Servicestelle stärker das Netzwerk nutzt, das durch das Hessische Kooperationsprojekt Bologna Projekt (HeKoB) entstanden ist, um hessenweite Erfahrungen optimiert nutzen zu können. Innerhalb der Hochschule Fulda ist es das Ziel, die Nutzung insb. der ReAkkreditierungen als große Chance für eine umfassendere Weiterentwicklung und somit Qualitätssteigerung der Studienprogramme weiter zu steigern. Durch die verhältnismäßig frühe Konzipierung und Akkreditierung der Bachelor- und Masterstudiengänge an der Hochschule Fulda (die vollständige Umstellung war bereits zum Wintersemester 2007/08 gelungen) besteht hier in den nächsten Jahren ein erhebliches Potenzial. Ziel ist es, die bestehenden Freiheiten in der Studiengangsgestaltung bestmöglich zum Wohle der Studierenden und zukunftsweisend zu

nutzen und den Kritikpunkten am Bologna-Prozess entgegenzuwirken. Für die nächsten Jahre liegt das Augenmerk besonders auf den Bereichen Studierbarkeit, Mobilität und Anerkennung. Eine Systemakkreditierung erscheint für die Hochschule Fulda mittelfristig erreichbar, da sie das notwendige „hochschulweite Qualitätsmanagementsystem in Studium und Lehre“ bereits in weiten Teilen besitzt. Die Hochschule Fulda prüft, ob sie ab 2013 den Weg der Systemakkreditierung beschreitet. Dies wird unter anderem davon abhängen, ob es bei den Voraussetzungen der Systemakkreditierung Erleichterungen gibt.

Evaluation

Die Maßnahmen zur Optimierung der Studieneffizienz und -qualität stehen inhaltlich in engem Zusammenhang mit einer Weiterentwicklung der Qualitätssicherung und Evaluation von Studium und Lehre. Die Hochschule Fulda misst dem einen hohen Stellenwert bei. Seit mehr als zwölf Jahren fasst die Hochschule Fulda ihre Aktivitäten zur Evaluation von Lehre und Studium in einem zweijährig erscheinenden, hochschulweiten Evaluationsbericht zusammen. Seit 2009 besteht eine zentrale Koordination der Evaluation von Studium und Lehre zur wissenschaftlichen Unterstützung der Fachbereiche; auf diese Weise wurden bereits gute Fortschritte bei einer systematisierten, qualitätsvollen und ressourcenschonenden Evaluation von Lehre und Studium erzielt. Entwicklungsziele für die nächsten Jahre sind die Erarbeitung substantiell gestärkter Lehrevaluationskonzepte und der weitere Ausbau des Lehrevaluationsservices, die verstärkte Fokussierung der Studiengangsevaluation sowie die optimierte entwicklungsorientierte Nutzung erhobener Daten, d. h. Ableitung strategischer wie hochschuldidaktischer Entwicklungen aus den Evaluationsergebnissen. |

21


4.3  Wissenschaftliche Weiterbildung Weiterbildung im Sinne eines lebenslangen Lernens ist im Leitbild und in der strategischen Zielsetzung der Hochschule Fulda verankert. Im abgelaufenen Fünf-Jahreszeitraum wurden Weiterbildungsangebote wie Ernährungspsychologie, Palliative Care und Schuldnerberatung eingeführt, die mittlerweile fest im Weiterbildungsprogramm der Hochschule Fulda verankert sind. Zusätzliche Weiterbildungsangebote wie „BWL für Ingenieure und Techniker“ wurden entwickelt und erstmalig im Jahr 2010 angeboten. Die Kompensation einer Deckungslücke von direkten Kosten konnte durch Landesmittel aus dem Studienstrukturprogramm erfolgen. Ohne die Berücksichtigung dieser Mittel wäre eine Vollkostendeckung nicht realisierbar gewesen. Seit dem 01. 01. 2010 hat die Hochschule Fulda eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung „Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung“ (ZWW) eingerichtet, in der die Aktivitäten fachbereichsübergreifend gebündelt werden. Satzungsgemäß verfügt das Zentrum über eine wissenschaftliche Leitung und eine geschäftsführende wissenschaftliche Mitarbeiterin. Unter Heranziehung einer SWOT-Analyse (engl. für Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse) sind für den Zeitraum 2011 bis 2015 übergreifende Ziele für die wissenschaftliche Weiterbildung formuliert worden. Beteiligt wurden die Fachbereiche, die in der Mitgliederversammlung des ZWW vertreten sind, die Zentrumsleitung sowie das zuständige Präsidiumsmitglied. Zu den Zielen zählen: ϐϐ Berufsbezogene wissenschaftliche Weiterbildung ist integraler Bestandteil des Studienangebotes der Fachbereiche; ϐϐ eine hohe wissenschaftliche und berufsorientierte Qualifikation sowie die Befähigung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur kritischen Reflexion; ϐϐ eine hohe Teilnehmer- und Kundenorientierung; ϐϐ mehr Weiterbildungsangebote (auch weiterbildende Master-Angebote) und höhere Teilnehmerzahlen; ϐϐ ein Ausbau der regionalen und überregionalen Wahrnehmung der Weiterbildungsangebote und ϐϐ die Vollkostendeckung der einzelnen Weiterbildungsangebote (gemäß der hessenweiten Standards, die am dem Jahr 2011 für Projekte des wirtschaftlichen Bereichs eingeführt werden).

22

Entwicklungsplan 2011–2015

Die Umsetzung dieser Ziele setzt den Ausbau der Weiterbildungsstrukturen an der Hochschule Fulda voraus. Zu wichtigsten strukturellen Voraussetzungen zählen hierbei: ϐϐ Der Ausbau des wissenschaftlichen Zentrums, ϐϐ weitere Anschubfinanzierungen (durch das HMWK als Bestandteil der Zielvereinbarungen sowie eine Anschubfinanzierung der im Aufbau befindlichen Angebote), ϐϐ Geeignete Raum- und IT-Strukturen, ϐϐ Kooperation mit externen Partnern sowie Verzahnung mit der Alumniarbeit und den Fördervereinen der Fachbereiche. Eine Finanzierung durch das HMWK ist für den Zeitraum 2011 bis 2015 ausgehend vom Niveau des laufenden Studienstrukturprogramms mit sinkenden Beträgen erforderlich. Es wird angestrebt, bis zum Jahr 2015 die geforderte Vollkostendeckung ohne eine entsprechende Unterstützung realisieren zu können. Hierzu sind mehrere Maßnahmen vorgesehen. ϐϐ Zum einen befinden sich mehrere Weiterbildungsangebote in der Entwicklung, die ab 2011 realisiert werden sollen, so z. B. die Zertifikatskurse Case Management, Lebensmittelqualität und Sozialgerontologie, ergänzende Vertiefungsmodule zur Schuldnerberatung sowie ein weiterbildender Master der Medienpädagogik. ϐϐ Zum anderen wird sich die Hochschule Fulda an dem Bund-Länder-Programm „Aufstieg durch Bildung: Offene Hochschule“ beteiligen (und ist bestrebt, durch diese Beteiligung Einnahmen für die wissenschaftliche Weiterbildung zu generieren). Der Antrag wird sich thematisch voraussichtlich im Feld „Gesellschaft der Zukunft gestalten“ bewegen und sieht die Entwicklung weiterer berufsbegleitender (auch dualer) Bachelorund Master-Programme sowie auf Zertifikatsebene vor. Das Themenspektrum der wissenschaftlichen Weiterbildung ist inhaltlich eng verzahnt mit den Schwerpunkten im Bereich der Forschung, die im nachfolgenden Kapitel vorgestellt werden, insbesondere mit dem Schwerpunkt „Gesundheit, Ernährung, Lebensmittel“ und den Themenspektren der wissenschaftlichen Zentren.


5 Forschung und Transfer 5.1 Strategische Verankerung und Zielsetzung Forschung und Wissenstransfer sind Aufgabengebiete, die im Profil und der strategischen Zielsetzung der Hochschule Fulda fest verankert sind und einen hohen Stellenwert einnehmen. In den Abschnitten zum Profil und zur strategischen Zielsetzung wird aus diesem Grund von einer forschungsstarken, interdisziplinär ausgerichteten, anwendungsorientierten Forschung auf hohem wissenschaftlichen Niveau gesprochen. Zudem wird die Verzahnung zwischen Forschung und Lehre sowie die Möglichkeit einer Promotion in der strategischen Zielsetzung der Hochschule Fulda benannt. Insgesamt ist es erklärtes Ziel der Hochschule, den Bereich der Forschung auszubauen und zu stärken. Diese übergreifenden Ziele sollen im Zeitraum 2011 bis 2015 erreicht werden, indem im Einzelnen angestrebt wird, ϐϐ den Umfang der eingeworbenen F & E-Drittmittel zu erhöhen und langfristig zu stabilisieren (absolut sowie bezogen auf die Anzahl der Professuren), ϐϐ die Publikationsaufgaben wahrzunehmen, ϐϐ den Umfang der internationalen Projekte auszubauen (Forschungsrahmenprogramm der EU bzw. weitere internationale Forschungskooperationen), ϐϐ die Forschungsergebnisse nach außen sichtbar zu machen und eine hohe Reputation zu erreichen, ϐϐ die Anzahl der kooperativen Promotionen zu erhöhen und ϐϐ langfristig aus den Forschungsaktivitäten Patente anzumelden oder andere Verwertungsformen zu realisieren.

ϐϐ die weitere Einbindung in regionale, nationale und internationale Netzwerke mit Wissenschaft und Praxis sowie ϐϐ die Fortsetzung der (internen) finanziellen Forschungsförderung, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit diesen Mitteln die Möglichkeit zu bieten, Forschungsideen zu testen und ggf. zu einem Vollantrag bei Drittmittelgebern ausreifen zu lassen. ϐϐ Stärkere Verankerung von Forschungs-, Weiterbildungsund Publikationsaufgaben in der LVVO des Landes. ϐϐ Der Forschungsbezug soll bei Einstellungen und bei der Personalentwicklung besondere Beachtung finden. Zudem sollen die Beratungs- und Verwaltungsstrukturen der Hochschule auf die strategischen Forschungsziele ausgerichtet werden, ebenso die Infra- und IT-Strukturen. Die strukturellen Voraussetzungen bezüglich „Zentren/ Schwerpunkte“, „Forschungsmanagement“ sowie „Netzwerke“ werden in den folgenden Abschnitten mit der angestrebten Entwicklung in den Jahren 2011–2015 erläutert. Zuvor wird ein kurzer Überblick über die Entwicklung im abgelaufenen Fünf-Jahreszeitraum gegeben.

Diese Ziele lassen sich nur unter der Voraussetzung realisieren, dass Strukturen an der Hochschule Fulda geschaffen bzw. ausgebaut werden, die die Stärkung der Forschungsaktivitäten ermöglichen. Zu den wichtigsten strukturellen Voraussetzungen zählen hierbei: ϐϐ das Herabsenken der derzeit hohen Lehrverpflichtung von 18 SWS nach Lehrverpflichtungsverordnung (LVVO), ϐϐ der Auf- und Ausbau interdisziplinär ausgerichteter wissenschaftlicher Zentren, ϐϐ der Aufbau eines Forschungsmanagement- und -informationssystems, das nicht nur ein Qualitätsmanagement, sondern auch die Sichtbarkeit der Forschungsergebnisse ermöglicht,

23


5.2 Entwicklung im abgelaufenen Fünf-Jahreszeitraum Eingeworbene F&E-Mittel in 1000 Euro 1500 1375

1373 1200

1284

1240

900

600 541

536

Tausend Euro

300

0

318

Jahr

2004

2005

2006

2007

Diagramm 3 – Entwicklung der Drittmittel für Forschung und Entwicklung

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Drittmitteleinnahmen für den Bereich Forschung und Entwicklung der Hochschule Fulda, die im Zeitraum 2005 bis 2009 vervierfacht werden konnten. Seit dem Jahr 2007 stabilisieren sich die Drittmittel auf einem im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesteigerten Niveau. Die Hochschule Fulda strebt an, dieses Niveau zu halten und weiter auszubauen. Die Entwicklungen im Zeitraum 2005–2010 waren durch eine Entwicklungsplanung aus dem Jahr 2004 geprägt, deren Profilbildung inhaltlich auf die Schwerpunkte „Gesundheit, Ernährung und Lebensmittel“ sowie durch die Querschnittsthemen Europäisierung, Internationalisierung und Interkulturalität ergänzt und weitere individuelle Stärken der acht Fachbereiche ausgerichtet worden ist. Diese Ausrichtung spiegelt sich unter anderem in einem vergleichsweise hohen Niveau der Drittmitteleinnahmen der Fachbereiche Oecotrophologie, Pflege und Gesundheit sowie Lebensmitteltechnologie wieder. 24

Entwicklungsplan 2011–2015

2008

2009

2010

Die Entwicklung in den genannten fünf Jahren wurde auf Initiative der Fachbereiche zunehmend interdisziplinär ausgerichtet; diese Entwicklung mündet in der Einrichtung interdisziplinär ausgerichteter Zentren: ϐ Im Jahr 2005 wurde das Kompetenzzentrum MenschComputer-Interaktion (KMCI) eingerichtet. ϐ Zum 01. 01. 2010 folgten zwei weitere Zentren, das Centrum für interkulturelle und europäische Studien (CiNTEUS) sowie das Zentrum für Catering, Management und Kulinaristik (ZCMK). ϐ Zusätzlich wird die wiss. Weiterbildung der Hochschule Fulda seit dem Jahr 2010 in einer interdisziplinär ausgerichteten Zentrumstruktur verankert. Mit dieser Entwicklung wird die Forschung an der Hochschule Fulda zunehmend fachbereichsübergreifend ausgerichtet. Die Satzungen der Zentren beschreiben hierbei nicht nur den Aufgabenbereich, sondern auch die organi-


satorische Verankerung der fachbereichsübergreifenden Zusammenarbeit sowie die Vernetzung mit anderen Institutionen bzw. Praxispartnern in Form von Beiräten. Besondere Erfolge weist die Hochschule Fulda in Programmen des BMBF auf. So wurde der Orientierungsrahmen im Programm FHprofUnt kontinuierlich auf fünf im Jahr 2010 erhöht und im Programm SILQUA-FH lassen sich seit Einführung des Programms regelmäßig Projekte platzieren, so u. a. das im Juni 2010 als BMBF-Projekt des Monats prämierte Projekt „Ältere MigrantInnen im Quartier“. Ergänzend ist die Forschung mit internationalem Bezug hervorzuheben. Die Hochschule Fulda konnte in erheblichem Umfang Einnahmen aus Mitteln der EU generieren. Auch eine koordinierende Funktion nahm die Hochschule

Fulda in EU-Projekten bereits ein. Zur Vorbereitung weiterer Maßnahmen im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU hat die Hochschule Fulda im Jahr 2010 Mittel des BMBF zur Vorbereitung eines weiteren Antrags eingeworben. Damit sind gute Voraussetzungen gegeben, die internationalen Forschungsaktivitäten weiter auszubauen. In den veröffentlichten Statistiken des HMWK für die Jahre 2005–2007 ist die Hochschule Fulda mit Blick auf die Kennzahl „Drittmittel je Professor/Professorin“ die forschungsstärkste Fachhochschule Hessens. Die vielfältigen und herausragenden Forschungsaktivitäten der Hochschule Fulda fanden unter anderem dadurch Anerkennung, dass sie im Jahr 2008 als erste deutsche Fachhochschule in die European University Association (EUA) aufgenommen worden ist. |

5.3 Profi l: Wissenschaftliche Zentren und weitere Schwerpunkte Das Forschungsprofil der Hochschule Fulda wird bis zum Jahr 2015 eine konsequente Fortsetzung der erfolgreichen Entwicklungen aus dem vergangenen Fünf-Jahreszeitraums darstellen: ϐ Der Schwerpunkt „Gesundheit, Ernährung, Lebensmittel“ wird inhaltlich weiterhin ein zentraler Bestandteil des Forschungsprofils sein. Ein interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt, der unter dem Dach des „Centrums für interkulturelle und europäische Studien“ gebündelt ist, soll weiterentwickelt werden. In diesen Forschungsfeldern „Interkulturalität“ und „Europa – Europäische Integration“ sollen Forschungsvorhaben realisiert werden, die der wachsenden gesellschaftlichen Bedeutung interkultureller, migrations- und integrationspolitscher sowie europäischer Fragen Rechnung tragen. ϐ Des Weiteren wird das Forschungsprofil durch den Aufund Ausbau der wissenschaftlichen Zentren erweitert. Demnach wird das Forschungsprofil stark interdisziplinär ausgerichtet. Aufgrund der hohen Bedeutung dieser Zentren für das Forschungsprofil wird ab dem Jahr 2011 ein aufeinander abgestimmtes Evaluierungssystem eingerichtet. ϐ Abgerundet wird das Forschungsprofil der Hochschule Fulda durch besondere Schwerpunkte einzelner Fachbereiche sowie eine internationale Ausrichtung der Forschungsaktivitäten.

Der inhaltliche Forschungsschwerpunkt „Gesundheit, Ernährung, Lebensmittel“ findet sich in vielfältigen Forschungsaktivitäten wieder: Hierzu zählt unter anderem das im Jahr 2010 eingerichtete interdisziplinär ausgerichtete wissenschaftliche „Zentrum für Catering, Management und Kulinaristik (ZCMK)“ sowie das interdisziplinäre Drittmittelprojekt „Gesundheitsfördernde Hochschule“. Die mit der Schwerpunktsetzung angesprochenen Fachbereiche, insbesondere Pflege/Gesundheit, Oecotrophologie und Lebensmitteltechnologie, unterhalten mehrere Kooperationen mit Universitäten, insbesondere mit den hessischen Universitäten in Kassel, Gießen und Marburg, aber auch mit Universitäten im Ausland. Durch diese Kooperationen lassen sich kooperative Promotionen mit den Forschungsaktivitäten verbinden. Diese Universitätskooperationen sollen fortgesetzt werden. Der Fachbereich Pflege und Gesundheit strebt an, weiterhin eine starke Position in der gesundheitswissenschaftlichen Forschung einzunehmen. Die wissenschaftlichen Zentren tragen in besonderem Maße zur interdisziplinären Profilbildung der Hochschule Fulda bei. Die bereits eingerichteten Zentren KMCI, ZCMK und CiNTEUS (vgl. Erläuterungen des vorangehenden Abschnitts) sollen weiterhin betrieben werden und eine zunehmend fachbereichsübergreifende Struktur aufweisen. Zusätzlich ist die Einrichtung weiterer Zentren geplant. ⟼

25


⟞ ϐϐ Einrichtung eines „Centre of Research for Society and

Sustainability (CeSST)“ bzw. Zentrum für Gesellschaft und Nachhaltigkeit ab 2011. Mit diesem Zentrum wird angestrebt, das Forschungsprofil zum Themengebiet der sozialen Nachhaltigkeit zu stärken und mit weiteren Forschungsthemen zur Nachhaltigkeit in Verbindung zu bringen. Mit diesem wissenschaftlichen Zentrum beteiligen sich die Hochschule Fulda und der Fachbereich Sozialwesen (unter Federführung der Universität Kassel) u. a. an der Ausarbeitung eines Vollantrags für den LOEWE-Schwerpunkt „SHRINK: Schrumpfung als Chance für Innovation? Politische und gesellschaftliche Konzepte und Steuerungsansätze von Raumentwicklung, Umwelt und sozialem Leben in schrumpfenden Städten und Dörfern“. Der Vollantrag wird gemeinsam durch die Universitäten in Kassel und Gießen sowie die Hochschule Fulda gestellt. ϐϐ Ergänzend kann die Ansiedlung der Hochschule Fulda im House of Logistics and Mobility (HoLM) ab dem Jahr 2012 bzw. 2013 mit der Struktur der eingerichteten Zentren verglichen werden. Unter der Federführung des Fachbereichs Wirtschaft haben mehrere Fachbereiche der Hochschule Fulda ein Interesse an einer interdisziplinären und hochschul(arten)übergreifenden Zusammenarbeit zu Themen der Logistik und des Supply Chain Management bekundet. Eine Flächenanmeldung für das HoLM am Standort Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen ist eingereicht worden, und Anfragen des HoLM an die Hochschule Fulda, zukünftig insbesondere an Themen zur „Humanitären Logistik“ mitzuwirken und ggf. im Beirat des HoLM vertreten zu sein, sind bereits erfolgt. Da das HoLM eine eigene Organisationsstruktur aufweist, werden diese Aktivitäten jedoch nicht im engeren Sinne in einem wissenschaftliches Zentrum der Hochschule Fulda verankert. Der Hochschulrat hat in seiner Sitzung im Oktober 2010 die Verankerung des Forschungsprofils in den interdisziplinär ausgerichteten wissenschaftlichen Zentren einstimmig ausdrücklich begrüßt. In der weiteren Entwicklung des Forschungsprofils der Hochschule Fulda wird die Anzahl der wissenschaftlichen Zentren auf fünf begrenzt (ohne das Zentrum für wiss. Weiterbildung und Aktivitäten im HoLM). Falls im Zeitraum bis 2015 weitere Anträge auf Einrichtung von wissenschaftlichen Zentren erfolgen, so werden diese im Wettbewerb zueinander stehen. Die Satzungen der Zentren sehen vor,

26

Entwicklungsplan 2011–2015

dass im Abstand von drei Jahren eine Evaluierung erfolgt. Zur Evaluierung nimmt der Senat Stellung und das Präsidium entscheidet über die Fortführung des jeweiligen Zentrums. Die Evaluierung erfolgt auf Basis eines Kriterienkatalogs, in dem die strategischen Ziele der Hochschule Fulda, die interdisziplinäre Ausrichtung des Zentrums sowie der Beitrag zur Profilbildung besondere Beachtung finden. Für den Zeitraum der Entwicklungsplanung (2011-2015) wird angestrebt, dass die wissenschaftlichen Zentren zunehmend eigenständig Drittmittel einwerben. Der erfolgreiche Auf- und Ausbau der wissenschaftlichen Zentren setzt jedoch eine Anschubfinanzierung voraus. Gegenwärtig besitzen die Zentren zwar eine organisatorische Struktur, nicht aber die erforderlichen Mittel, die für die erfolgreiche Umsetzung der geplanten Maßnahmen erforderlich sind. Aus diesem Grund ist eine Anschubfinanzierung der wissenschaftlichen Zentren ein wichtiger Bestandteil der Zielvereinbarung zwischen Hochschule Fulda und Ministerium. Von den ergänzenden Forschungsschwerpunkten einzelner Fachbereiche, die das Forschungsprofil der Hochschule Fulda abrunden, sind die Aktivitäten des Fachbereichs Elektrotechnik zum Thema „Elektromobilität/ Energiewirtschaft/erneuerbare Energien“ ergänzend zu benennen. Für den Zeitraum der Entwicklungsplanung ist zu prüfen, ob sich die Aktivitäten in das Zentrum CeSST einbinden lassen. Zur Umsetzung des Forschungsschwerpunktes soll u. a. ein weiteres Labor aufgebaut und die Einbindung in Netzwerke wie Nanotech und EHC (Engineering High Tech Cluster) ausgebaut werden. Im EHC Fulda wird gegenwärtig über mögliche Antragstellungen in einer der LOEWE-Förderlinien beraten. Die Hochschule Fulda strebt an, mit dem Themengebiet der Elektromobilität zukünftig entweder im LOEWE-Programm oder einer anderen Förderlinie vertreten zu sein. Abschließend zählen zum Forschungsprofil der Hochschule Fulda auch weiterhin internationale Forschungsund Entwicklungsvorhaben. Die Umsetzung solcher Vorhaben setzt sowohl eine entsprechende Internationalisierungsstrategie der Hochschule Fulda (vgl. hierzu Kapitel 6.5) als auch eine Fortsetzung der Kooperation mit dem Institut inter.research voraus. So wird z. B. eine Antragstellung des Fachbereichs Lebensmitteltechnologie für das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm mit Mitteln des BMBF gefördert und durch das Institut inter.research bei der Ausarbeitung des Vollantrags unterstützt. |


5.4  Qualitätssicherung, Forschungsmanagement und Sichtbarkeit der Forschung Das Qualitätsmanagementsystem für die Lehre und für die Verwaltung befindet sich an der Hochschule Fulda bereits seit mehreren Jahren im Aufbau und hat bis zum Jahr 2010 einen hohen Entwicklungsstand erreicht. Unter der Voraussetzung, dass entsprechende Mittel (über die Zielvereinbarungen zwischen Hochschule Fulda und Ministerium) zur Verfügung stehen, soll ergänzend ab dem Jahr 2011 auch für die Forschungsaktivitäten der Hochschule Fulda ein Qualitätsmanagementsystem eingerichtet werden. Das Qualitätsmanagementsystem soll dazu beitragen, dass die strategischen Forschungsziele umgesetzt und bei Bedarf angepasst werden. Im Jahr 2010 setzt die Hochschule Fulda zur Erfassung und Veröffentlichung der Forschungsaktivitäten und -ergebnisse das System „Forschungsbericht-online (FoBe-online)“ ein und führt ergänzend seit dem Jahr 2009 eine Publikationserfassung durch. FoBe-online ist dazu geeignet, die wichtigsten Forschungsprojekte, -inhalte, Personen und Publikationen zu erfassen und sichtbar zu machen; es ist jedoch nicht in der Lage, Qualitätssicherung zu betreiben und die Projektverwaltung zu unterstützen. Zudem besteht akuter Handlungsbedarf, eine neue Lösung zur Erfassung der Forschungsinhalte und -ergebnisse umzu-

setzen, da es sich beim Forschungsbericht-online um eine Eigenentwicklung der Universität Kassel handelt, die nun aufgrund der Umsetzung eines neuen IT-Systems nicht weiter gepflegt wird. Aufgrund der dargestellten Ausgangssituation wird angestrebt, ein ganzheitliches Forschungsmanagementund -informationssystem einzurichten, das die Qualitätssicherung, die gesamte Projektverwaltung und das Berichtswesen (einschließlich Publikationen) unterstützt sowie Forschungsinformationssysteme und weitere Analysewerkzeuge zur Verfügung stellt. Zu prüfen ist, ob der Lösung der Universität Kassel gefolgt wird und auch an der Hochschule Fulda das System CONVERIS (entwickelt durch AVEDAS) eingerichtet wird oder ein alternatives vergleichbares System zum Einsatz kommt, das ebenfalls ein ganzheitliches Management der Forschungsaktivitäten ermöglicht. Die Auswahl eines geeigneten IT-Systems für das Forschungsmanagement soll im Jahr 2011 erfolgen, die Umsetzung und Einrichtung sind dann ab dem Jahr 2012 geplant (vorausgesetzt, dass die erforderlichen Mittel für das IT-System und die personelle Begleitung des Projekts zur Verfügung stehen).

5.5  Wissenstransfer und Vernetzung Netzwerke, die in den vergangenen Jahren erfolgreich aufgebaut worden sind, sollten auch im Zeitraum 2011 bis 2015 weiterhin gepflegt und ausgebaut werden. Als wichtige Entwicklung im abgelaufenen Fünfjahreszeitraum ist der Bezug der angemieteten Räumlichkeiten im Transferzentrum der Hochschule Fulda „Fulda Transfer“ zu benennen. Mit seinem Transferzentrum ist die Hochschule Fulda auch in der Innenstadt präsent und bietet dort Räumlichkeiten für Veranstaltungen, die wissenschaftlichen Zentren und weitere transfer- und forschungsbezogene Aufgaben. Wichtige Veranstaltungen, so z. B. die Regionalkonferenz für das Duale Studium in Osthessen, eine Kowi-Informationsveranstaltung zur EU-Forschungsförderung und eine SILQUA-Informationsveranstaltung sind nur einige Beispiele aus dem Jahr 2010 für Veranstaltungen, die sich an Wissenschaft, Unternehmen und weitere Organisationen richten. Zahlreiche Tagungen und Konferenzen der Fachbereiche und Forschungseinrichtungen haben im Transferzentrum stattgefunden. Ab dem Jahr 2011 ist darüber hinaus eine zusätzliche Veranstaltungsreihe „Cross-

Over“ geplant, in der die interdisziplinär ausgerichteten Forschungsschwerpunkte der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen und damit der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis weiter ausgebaut wird. Für den Zeitraum 2011 bis 2015 ist als neu angestrebte Entwicklung zudem der Auf- und Ausbau der Netzwerkstrukturen der wissenschaftlichen Zentren zu benennen: In der Satzung jedes wissenschaftlichen Zentrums ist ein auf die Inhalte der Zentren zugeschnittener Beirat vorgesehen, der den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis bzw. die Aktivitäten im Bereich des Wissenstransfers anregt und begleitet. Eine Verzahnung mit den anderen Organen des Zentrums ist in den Strukturen der Zentren verankert. Die Netzwerkstruktur der Hochschule Fulda, die auch in den folgenden Jahren bestehen wird, setzt sich zusammen aus: ϐϐ Wissenschaftlichen Netzwerken, z. B. in Form des Kooperationsvertrags mit der Universität Kassel, weiteren strategischen Kooperationen mit hessischen Universi- ⟼ 27


⟞ ϐϐ täten wie Gießen, Kassel und Marburg sowie in

Form der Kooperation mit den anderen hessischen Fachhochschulen über gemeinsame Projekte der KHF (z. B. Forschung für die Praxis); ϐϐ Anwendungsbezogen ausgerichteten Netzwerken mit der Wirtschaft und weiteren Praxispartnern in der Region/in Hessen, z. B. mit der IHK Fulda, dem Regionalen Standortmarketing Fulda, dem Engineering HighTechCluster Fulda (EHC), dem ITZ Fulda (Informationstechnologie-, Gründer- und Multimedia-Zentrum), Kooperationen mit Unternehmen der Region (z. B. EDAG, JUMO, tegut,  …) und zahlreichen gemeinnützigen Organisationen sowie durch die aktive Beteiligung am TechnologieTransferNetzwerk Hessen (TTN); ϐϐ International ausgerichteten Netzwerken, z. B. über Kooperationen mit Universitäten im Ausland (siehe Gliederungspunkt Internationalisierung), einer strategischen Kooperation mit dem Institut inter.research, das die Hochschule Fulda insbesondere bei Fragen der EUForschung sowie Programmen wie Erasmus Placements und Leonardo berät und begleitet (der Kooperationsvertrag wird ab dem Jahr 2011 fortgesetzt); ϐϐ Netzwerken mit Bezug zu Themen der Gleichstellung und Familienförderung (siehe gesonderter Gliederungspunkt), hierzu zählt auch die aktive Beteiligung am gemeinsamen Frauenforschungszentrum (gFFZ); ϐϐ Netzwerkstrukturen, die Existenzgründungen unterstützen, z. B. durch die Fortführung der Angebote der START-Agentur, Unternehmensgründungsseminare und Ideenwettbewerbe; ϐϐ Ergänzt werden diese übergreifenden Netzwerkstrukturen und Transferaktivitäten durch Beiräte, Fördervereine und Kooperationen der Fachbereiche.

28

Entwicklungsplan 2011–2015

Die Konferenz Hessischer Fachhochschulpräsidien bewertet die mit der landesweit angelegten Forschungskampagne „Forschung für die Praxis – Die Hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften“ bisher gemachten Erfahrungen überaus positiv. Die Kampagne leistet einen wertvollen Beitrag zur Stärkung Hessens und der einzelnen Hochschulstandorte als Forschungs- und Wissenschaftsstandort. Sie fördert die Fachhochschulen in ihrem Ziel, mit ihren anwendungsorientierten Forschungsprofilen und durch Technologietransfer die Innovationsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft in Hessen und ihren jeweiligen Regionen nachhaltig zu stärken. Die Konferenz Hessischer Fachhochschulpräsidien befürwortet daher die Fortsetzung der Forschungskampagne mit einer Neuausrichtung auf erstberufene Professorinnen und Professoren, um die Forschungs- und Entwicklungsaufgaben auf ein breiteres und nachhaltiges Fundament zu setzen. Die KHF geht jedoch davon aus, dass die Mittel für die Forschungskampagne wie bisher vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zusätzlich zu bestehenden Mittelzuweisungen (Kostenneutralität) aus dem Innovations- und Strukturentwicklungsbudget als Zusatzfinanzierung bereit gestellt werden. |


5.6  Nachwuchsförderung und kooperative Promotionen Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses war 2005 noch kein offizielles Thema von Fachhochschulen. Erst die formale Gleichstellung der Master-Abschlüsse von Universitäten und Fachhochschulen und die stark gestiegene Forschungsaktivität der Hochschule Fulda führten dazu, dass die Förderung des Nachwuchses und kooperativer Promotionen in der Hochschule systematisch verfolgt wurden. Sie bezweckt damit, die eigenen Forschungsaktivitäten durch Aufbau und Bindung eines akademischen Mittelbaus zu unterstützen und geeigneten eigenen Absolventinnen und Absolventen Wege zur Promotion zu eröffnen, um im Wettbewerb der Masterprogramme gegenüber Universitätsprogrammen noch attraktiver zu werden. 2008 wurde aus Mitteln des Innovations- und Strukturentwicklungsbudget des HMWKs eine Projektstelle zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingerichtet und 2010 dauerhaft verstetigt. Sie hat die vereinzelt bestehenden individuellen Promotionen in einer Arbeitsgruppe Promotion zusammengeführt und durch Information und Beratung unterstützt. Insbesondere wurde ein 2010 verabschiedetes „Entwicklungskonzept zur institutionellen Förderung von Promotionen an der Hochschule Fulda“ erarbeitet, das in der Laufzeit dieser Entwicklungsplanung umgesetzt werden soll. In den letzten Jahren ist an der Hochschule Fulda die Zahl der kooperativen Promotionen mit Universitäten signifikant angestiegen. In einigen Fachbereichen der Hochschule Fulda haben sich bereits Doktorandinnen und Doktoranden eines ähnlichen Themenspektrums in Richtung kollegartiger Arbeitsgruppen zusammengefunden. Mit steigender Zahl an Promotionen an der Hochschule Fulda sowie durch die Kooperation mit der Universität Kassel sollen in immer mehr Bereichen kritische Massen für fachkollegartige Arbeitsgruppen erreicht werden. Ein fachübergreifendes Young Academic Network kümmert sich um allgemeine Unterstützung der Nachwuchsförderung.

Mit der Universität Kassel wurden Gespräche aufgenommen zur Ergänzung des bestehenden Kooperationsvertrags um den Punkt „Promotionen“ sowie zur Erstellung eine konkreten Kooperationsvereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Nachwuchsförderung und kooperativen Promotionen. Zur Einführung konkreter Forschungskollegs wird mit der Universität Kassel ein gemeinsamer Antrag im BMBF-Programm „Kooperative Forschungskollegs“ gestellt. Weiterhin wird ein Forschungskolleg geplant, das an den gemeinsamen Master-Studiengang Sozialrecht und Sozialwirtschaft anschließt. Zur Förderung der Rahmenbedingungen hat die Hochschule Fulda in der Konferenz Hessischer Fachhochschulpräsidien eine führende Rolle eingenommen und will diese weiterführen. ⟼

29


⟞ Entwicklungsziele 2011 – 2015

Mit dem 2010 in Kraft getretenen Hessischen Hochschulgesetz (HHG) wurden kooperative Promotionen als Aufgabe auch der Fachhochschulen verankert. Auf Landes- und Bundesseite entsteht die Bereitschaft, Nachwuchsförderung und kooperative Promotionen systematisch zu unterstützen. Die Hochschule Fulda sieht sich auf gutem Wege, diese Chancen zu ergreifen. Daneben beabsichtigt sie, die Promotionsbedingungen an der Hochschule zu fördern, die Zahl der Promotionen von eigenen Absolventinnen und Absolventen zu steigern und auf die Chancengleichheit mit UniversitätsAbsolventinnen und Absolventen bei der Zulassung zur Promotion hinzuwirken. Kernpunkte dieser Zielsetzungen sind:

1. Teilnahme an Programmen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und koopera- tive Promotionsmöglichkeiten ϐϐ Einrichtung eines Promotionskollegs mit der Universität Kassel als Bestandteil der Zielvereinbarung mit dem HMWK, ϐϐ Bewerbung im Rahmen des im Oktober 2010 aufgelegten BMBF-Förderprogramms „Forschungskooperationen zwischen Fachhochschulen und Universitäten stärken – wissenschaftlichen Nachwuchs fördern“.

2. Verbesserung der Promotionsbedingungen an der Hochschule Fulda ϐϐ Verabschiedung einer Vereinbarung zur Durchführung eines kooperatives Promotionsprogramms zwischen der Universität Kassel und der Hochschule Fulda, ϐϐ Stärkung und Nutzung der Kompetenzen der Promovierenden durch deren Beteiligung an der Lehre, in Forschungsprojekten und bei Veröffentlichungen der Hochschule Fulda, ϐϐ Einrichtung eines Mentorenprogramms für Promovierende, ϐϐ Bereitstellung von Ressourcen für Promovierende, die nicht als Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter in einem Forschungsprojekt der Hochschule Fulda angestellt sind, ϐϐ Bereitstellung von Finanzmitteln für Tagungsteilnahmen, Literaturbeschaffung, Veröffentlichungen,

30 Entwicklungsplan 2011–2015

ϐϐ Bereitstellung von Übergang-, Anschub- und Zwischenfinanzierungen von Promotionsvorhaben, ϐϐ Bereitstellung von Promotionsstipendien (wenn mögl.), ϐϐ Erweiterung des Angebots für Promovierende in der Arbeitsgemeinschaft der hessischen Fachhochschulen in der wissenschaftlichen Weiterbildung (AGWW).

3. Steigerung der Zahl der Promotionen von Absol- ventinnen und Absolventen der Hochschule Fulda ϐϐ Verbesserung der Information und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Promovieren an der Hochschule Fulda“ durch Internet, Informationsmaterial, Messestände und persönliche Beratung; Unterstützung des Young Academic Network, ϐϐ Schaffung von Anreizen bei der Auszahlung des im Hochschulpakt Hessen 2011–2015 genannten Erfolgsbudgets für kooperative Promotionen mit hessischen Universitäten.

4. Aufbau von Chancengleichheit für FH-Absolven- tinnen und -Absolventen mit Universitäts-Absol- ventinnen und -Absolventen bei der Zulassung zum Promotionsverfahren an Universitäten ϐϐ Erarbeitung einer gemeinsamen Position in der KHF-AG „Promovieren an hessischen Fachhochschulen“, ϐϐ Vorantreiben des Themas in der HRK, ϐϐ Förderung eines bundesweiten fächerübergreifenden Zusammenschlusses von Fachhochschulen zum Thema Promovieren an Fachhochschulen, z. B. durch Tagungen. |


6 Weitere zentrale Handlungsfelder 6.1 Strategische Planung und Steuerung Der Erstellung des Entwicklungsplans gingen umfangreiche Diskussionen und Abstimmungsprozesse zur strategischen Ausrichtung der Hochschule Fulda voraus. Ausgangspunkt hierzu war eine Klausurtagung des Präsidiums im Juni 2009, in deren Folge unter breiter Beteiligung der Gremien schließlich im Dezember 2009 die „Grundsätze der strategischen Zielsetzung der Hochschule Fulda bis 2015 (Vision)“ vom Senat zustimmend zur Kenntnis genommen und vom Präsidium beschlossen wurden (siehe auch Kap. 2.3). Im weiteren Verlauf der Entwicklungsplanung wurden sechs wichtige Strategiefelder identifiziert für die in den jeweils zuständigen Gremien der Hochschule detailliertere strategische Konzepte zu entwickeln waren. Diese zentralen Strategiefelder sind: ϐϐ Qualität von Studium und Lehre ϐϐ Forschung ϐϐ Wissenschaftliche Weiterbildung ϐϐ Internationalisierung ϐϐ Ausbau der Hochschule ϐϐ Personalentwicklung

Die strategische Steuerung an der Hochschule Fulda erfolgt in zwei Phasen: Erstens die Entwicklung der Strategien ausgehend von Vision und Leitbild unter Einsatz der SWOT-Analyse und zweitens die Umsetzung der Strategien unter Einsatz von Strategy Maps und Quality Scorecards (QSC). Dabei werden drei Perspektiven betrachtet (Ergebnis-, Prozess- sowie Struktur- und Entwicklungsperspektive). Die Strategy Maps stellen die Ursache-Wirkungs-Beziehungen für die einzelnen Strategiebereiche dar. Ausgehend von der externen Positionierung (Ergebnisperspektive) wird über Ursache-Wirkungs-Beziehungen in der Strategy Map festgestellt, welchen internen Bedingungen (Prozess- sowie Struktur- und Entwicklungsperspektive) kritisch sind für eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie. Die Kenntnis über diese Ursache-Wirkungs-Beziehungen ermöglicht es der Organisation der Hochschule, die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Ergebnisse dort zu ergreifen, wo sie ihre größte Wirkung entfalten. Der Strategy Map nachgelagert ist die QSC. In der QSC sind für die jeweilige Perspektive entsprechende Ergebniskriterien hinterlegt, anhand derer die Zielerreichung gemessen wird.

31


6.2  Personalentwicklung Quantitative Personalentwicklung Übersicht über das Personal der Fachbereiche und Zentralen Einrichtungen 2010: Stellen und vollzeitäquivalent Beschäftigte 2010 Fachbereiche

AI

ET

LT

Oe

PG

SK

SW

W

HLB ZV/ZE n.vert.

Summe

Professuren/W-Stellen

22

11

12

13

15

16

24

21

0

3

davon besetzt

19

10

11

11

13,75

12,67

18

20

0

3

118.4

0

0,75

0

0,5

0,5

0,83

1

0

0

0

3,58

wissenschaftl. Mitarbeiter

7,33

5,5

7,15

8,33

5,45

2,85

3,9

3,01

0

6,5

50,02

sonstige Mitarbeiter

3,58

1,5

1,5

2

2,21

1,5

3,9

2,7

24,17

61,98

105

0

0

0

0

0

0

0

0

2

11

13

1,5

1,75

0

0,5

0,75

0,83

0

0

1,46

0

44,22

Personal insgesamt

35,26

22

22,2

26,08

33,86

21,58

29,8

25,71

27,63

96,95

0

341,1

reguläres Personal

29,91

17,75

19,65

21,83

21,91

17,85

26,8

25,71

26,17

82,48

0

290,06

37

23

26

33

44

28

33

28

45

126

Personal 01. 06. 2010 3

140

(incl.QSL)VZÄ

sonstige HS-Lehrer (VZÄ) (VZÄ)

Auszubildende Beamt.-Anwärt.

apl. Personal-VZÄ

(sonst. Landes- u. Drittmittel ohne QSL) (VZÄ)

Personal insgesamt

423

Köpfe

Tabelle 4 – Personal 2010, Stichtag: 01.06.2010

Im Jahr 2010 waren an der Hochschule Fulda rund 118 WStellen besetzt, davon 115 Professuren in den Fachbereichen. Dem stand eine Lehrnachfrage von 6.900 SWS pro Jahr, also 3.450 SWS pro Semester gegenüber. Selbst wenn man unterstellt, dass rund 25 % der Lehrnachfrage durch externe Lehrbeauftragte abgedeckt werden kann, bliebe noch zur Deckung des Restlehrbedarfs aus hauptamtlich Lehrenden ein Stellenbedarf von über 146 Professuren (besetzt!) bestehen. Somit gab es schon im Ausgangsjahr 2010 ein Defizit von 20 % an besetzten Professuren. Bei gleicher Rechenweise wären im Jahr 2015 fast 176 besetzte Professuren erforderlich, um drei Viertel des Lehrbedarfs von 8.507 SWS durch hauptamtlich Lehrende abzudecken. Selbst wenn die Hochschule Fulda relativ schnell die erforderlichen Stellen verfügbar machen und das hierfür erforderliche Finanzvolumen aufbringen könnte, wäre die Besetzung von fast 60 Professorenstellen in den nächsten drei Jahren (zusätzlich zur Wiederbesetzung von freiwerdenden Professuren) eine große Herausforderung.

32

Entwicklungsplan 2011–2015

Falls diese Stellen nicht im beschriebenen Umfang bereitgestellt und besetzt werden könnten, müsste die Hochschule Fulda und alle beteiligten Fachbereiche große Anstrengungen zur Entwicklung neuer Lehr- und Lernformen unternehmen, um das Defizit an hauptamtlich Lehrenden zu kompensieren. Es könnte auch überlegt werden, zumindest vorübergehend einen höheren Anteil an nichtprofessoralen sonstigen Lehrkräften einzusetzen. Der weitere Stellenbedarf im Bereich der technisch administrativen und wissenschaftlichen Mitarbeiter (in Fachbereichen und Zentralverwaltung) wächst selbstverständlich in ähnlicher Relation mit der Lehrnachfrage.


2009/10 Lehrbedarf aus Leistungszahl 2009 SWS/Jahr

AI

ET

LT

Oe

PG

SK

FS-SK

SW

W

Su

837

496

442

534

610

639

283

927

999

5.767

davon 25 % Lehraufträge

209

134

111

134

153

160

255

232

250

1.626

aus Hauptamtl./Prof.-Stellen

18,4

11,3

19,2

12,1

13,7

14,3

0,6

20,3

21,8

122,8

Lehrbedarf

943

705

556

555

781

828

297

1.078

1.166

6.909

davon 25 % Lehraufträge

236

176

139

139

195

207

267

270

292

1.920

aus Hauptamtl./Profs

20,6

15,7

12,6

12,6

17,3

18,3

0,6

23,5

25,3

146,4

992,5

1.099,6

648,2

859,8

1.032

884,3

286,8

1.431,3

1.285,5

8.520

davon 25 % Lehraufträge

248

275

162

215

258

221

258

358

321

2.316

aus Hauptamtl./Profs

21,2

23,4

14,0

18,4

22,0

18,9

0,6

30,3

27,3

176,1

Lehrbedarf aus Prognose 2015

Tabelle 5 – Lehrbedarf 2009–2015

2009/10

AI

ET

LT

Oe

PG

SK

FS-SK

SW

W

Su

besetzte Prof.-Stellen (Juni 2010)

19

10

11

11

14

13

1

18

20

117,6

Delta Stellen 2015-2010 Kosten Lehraufträge T€ (45 %) Kosten Stellendelta T€ Summe zusätzl. Lehrkosten T€

2,2

13,4

3,0

7,4

8,3

6,3

0,0

12,3

7,3

60,1

61,4

68,0

40,1

53,2

63,9

54,7

63,9

88,6

79,5

573,3

174,2

1.072,7

240,3

593,0

660,0

500,2

-0,2

985,5

582,5

4.808,2

2,2

13,4

3,0

7,4

8,3

6,3

0,0

12,3

7,3

60,1

Tabelle 6 – Zuwachs Lehrbedarf und Kosten 2015

Mit einer überschlägigen Rechnung können die direkten Kosten zur Deckung des Lehrangebots für die zusätzliche Lehrnachfrage im Vergleich zu 2010 dargestellt werden. Dabei wird unterstellt, dass 55 % des gesamten Lehrauftragsbedarfs 2015 bereits 2010 schon vorhanden war, die Zusatzkosten also nur die verbleibenden 45 % erfassen müssen. Für ProfessorInnen wird einheitlich eine Jahresvergütung von 80.000 Euro unterstellt. Diese Kalkulation kann nur aufgehen, wenn ein (kleiner) Teil der neuen Stellen nicht mit ProfessorInnen, sondern mit „sonstigen“ (nicht professoralen) Lehrkräften besetzt wird.

33


Qualitative Personalentwicklung

Die Hochschule Fulda dient der Bildung und der wissenschaftlichen Erkenntnis. Sie vermittelt eine auf den Kenntnissen der Forschung beruhende Aus- und Weiterbildung. Zur Umsetzung dieser Ziele sind in allen Bereichen qualifizierte, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erforderlich. Im Bereich von Forschung und Lehre ist die Hochschule eine Expertenorganisation. Ihr Produktionsfaktor ist Wissen. Das wichtigste Potenzial einer Hochschule ist deshalb ihr Personal. Es kommt fast ausschließlich darauf an, die richtigen Köpfe zu rekrutieren und zu entwickeln. Zur Unterstützung dieser Aufgabe wurden im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems die Prozesse für die Berufung von Professoren und die Einstellung von Mitarbeitern dokumentiert und optimiert. Das Hochschul- und Wissenschaftssystem in Deutschland ist seit etwa 10 Jahren einem tief greifenden Wandel ausgesetzt. Die Hochschulgesetze haben überall in Deutschland wie auch in Hessen die Autonomie der Hochschulen deutlich gestärkt und viele Kompetenzen und Steuerungsaufgaben vom Ministerium auf die Hochschulen übertragen. Beispiele hierfür sind die Globalhaushalte, die Übertragung von wesentlichen Kompetenzen im Bereich der Personalverwaltung bis hin zum Berufungsrecht auf die Hochschulen sowie eine weitgehende Autonomie im Satzungsrecht. Parallel dazu findet in Hessen eine Reform des öffentlichen Dienstes statt, die durch den Einsatz betriebswirtschaftlicher Steuerungsinstrumente und durch eine stärkere Kundenorientierung gekennzeichnet ist. Um diese neuen Herausforderungen meistern zu können, brauchen Hochschulen qualifiziertes, mit modernen Instrumenten und Methoden des Wissenschaftsmanagements vertrautes und hochmotiviertes Personal sowohl auf den zentralen und dezentralen Leitungsebenen als auch auf der sachbearbeitenden Ebene. Auch aus diesem Grund gewinnt das Themenfeld Personalentwicklung zunehmend an Bedeutung. Die Hochschule Fulda hat daher ein systematisches Personalentwicklungskonzept sowie ein Fortbildungskonzept erarbeitet, deren primäres Ziel es ist, die Beschäftigten entsprechend ihren persönlichen und fachlichen Fähigkeiten zu fördern und zu motivieren, um optimale Arbeitsergebnisse zu erreichen. Hierzu gehört ein gutes Arbeitsumfeld, das auch die familienbewusste Gestaltung von Arbeitsbedingungen, die Beseitigung von Nachteilen für Frauen und die Berücksichtigung besonderer Bedingungen für behinderte Menschen beinhaltet. 34

Entwicklungsplan 2011–2015

Personalentwicklung umfasst alle systematisch gestalteten Prozesse, die es ermöglichen, das Leistungspotenzial der Beschäftigten zu erkennen, zu erhalten und in Abstimmung mit dem Bedarf verwendungs- und entwicklungsbezogen zu fördern, um sie dort einzusetzen, wo sie nach ihren Fähigkeiten und Wünschen das optimale Ergebnis erzielen können. Personalentwicklung ist ein fortlaufender Prozess, der immer zweiseitig ausgerichtet ist. Die Hochschule Fulda ist an möglichst gut und anforderungsgerecht qualifizierten Beschäftigten interessiert und diese wiederum an bestmöglicher Qualifikation und Arbeitszufriedenheit. Hierzu müssen einmal entwickelte Strategien immer wieder betrachtet und an die sich wandelnden Voraussetzungen angepasst werden. Dabei ist zu gewährleisten, dass eine vorurteilsfreie gleichstellungsorientierte Förderung aller Beschäftigten gewährleistet wird. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein durchgängiges Leitprinzip der Personalentwicklung und wird nachhaltig gefördert. Die Hochschulleitung entscheidet über die Leitlinien und Ziele der Personalentwicklung. Ihr obliegt die Bereitstellung der notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen. Sie stellt die Erfolgskontrolle der Personalentwicklungsmaßnahmen sicher. Aufgabe der nächsten Jahre ist die Umsetzung des anspruchsvollen Personalentwicklungskonzeptes sowie die Etablierung eines strategischen Controllings, das der Hochschulleitung die kontinuierliche Planung und Steuerung ermöglicht.

6.3  Bauliche Entwicklung Die Hochschule Fulda befindet sich seit Jahren in einem dynamischen Ausbauprozess hinsichtlich ihrer Studierendenzahlen, aber auch im Bereich der Forschung. Der bauliche Ausbau der Hochschule konnte trotz guter Fortschritte mit diesem Tempo nicht mithalten. Derzeit verfügt die Hochschule Fulda über 28.585 mC² Hauptnutzfläche (HNF); 2.893 mC HNF sind davon angemietete Flächen. Im Folgenden werden zunächst die im Einzelplan 18 bereits etatisierten Maßnahmen im Rahmen des HEUREKAProgramms dargestellt, sodann die Maßnahmen, die im Rahmen des Konjunkturprogramms umgesetzt werden und schließlich weitere Maßnahmen, die aus Sicht der Hochschule bis 2015 umgesetzt werden müssen.


HEUREKA-Programm

Im Rahmen des HEUREKA-Programms erfolgt derzeit der Umbau einer Lagerhalle zu einem Parkhaus und das Herrichten von Stellplätzen im Außenbereich des ehemaligen ITRA-Geländes in der Moltkestraße 33 und Ludwig-BeckStraße 11–13. Die Maßnahmen wurden im August 2010 begonnen und sollen bis März 2011 abgeschlossen sein. Die Gesamtbaukosten betragen 4,78 Mio. EUR.

Die Fertigstellung der Parkplätze ist Voraussetzung für den Neubau der Hochschul- und Landesbibliothek, der Mensa sowie zentraler und publikumsnaher Einrichtungen sowie die Erschließung der Außenanlagen des zentralen Campusbereiches. Die Maßnahmen sollen im Februar 2011 beginnen und bis August 2013 abgeschlossen sein. Die Hauptnutzfläche beträgt 6.639 mC. Die Baukosten und die Ersteinrichtung summieren sich auf 37,488 Mio. EUR.

Maßnahmen aus dem Konjunkturprogramm II

Im Rahmen des Konjunkturprogramms II werden bis Ende 2011 folgende Maßnahmen umgesetzt: Anbindung der Nahwärmeversorgung zur energetischen Optimierung Erneuerung der Fenster im Gebäude B Sanierung und Umbau der Mehrzweckhalle Umbau 2.OG, Gebäude G, für den Fachbereich Angewandte Informatik Sanierung und Umbau Gebäude F für die Zentralverwaltung Modernisierung der Gerätestruktur

480.000 EUR 175.000 EUR 1.510.000 EUR 430.000 EUR 2.487.000 EUR 600.000 EUR

Gesamt

5.682.000 EUR

Weitere Maßnahmen

Um das andauernde Wachstum der Hochschule Fulda überhaupt bewältigen zu können, sind bis 2015 weitere Baumaßnahmen umzusetzen. Die folgenden Maßnahmen stellen lediglich das Notwendigste an baulicher Entwicklung dar. Ein fortdauernder hoher Bestand an Mietflächen ist zusätzlich nötig, um dem Raumbedarf ein angemessenes Angebot gegenüber zu stellen. Zunächst soll das Gebäude B für das Präsidium sowie dem Präsidium direkt zugeordnete Verwaltungs- und Unterstützungsbereiche umgebaut und saniert werden. Die Maßnahme soll Ende 2011 beginnen und bis Anfang 2013 fertiggestellt sein. Die Hauptnutzfläche beträgt 1.153 mC. Die Gesamtbaukosten werden auf 2,7 Mio. EUR geschätzt. Nach Fertigstellung des Neubaus wird die Bibliothek ihren jetzigen Standort im Gebäude E räumen. Die dann frei werdenden Flächen werden dringend für den Ausbau der Laborinfrastruktur der Fachbereiche Informatik, Lebensmitteltechnologie und Oecotrophologie benötigt. Der Umbau und die Sanierung sollen im Oktober 2013 beginnen und im Oktober 2014 fertiggestellt sein. Die Hauptnutzfläche beträgt 1.200 mC. Die Gesamtkosten werden auf 2,2 Mio. EUR geschätzt.

Mit Fertigstellung des Neubaus verlässt auch die Mensa das derzeit genutzte Gebäude MST. Die freiwerdende Fläche von 711 mC soll im Schwerpunkt für die Nutzung durch Studierende, etwa in kleinen Arbeitsgruppen, umgebaut und saniert werden. Als Baubeginn ist Oktober 2013 vorgesehen; der Umbau soll im Oktober 2014 fertiggestellt sein. Die Gesamtkosten werden auf 1,8 Mio. EUR geschätzt. Mit der Sanierung und dem Umbau des Gebäudes C für den Fachbereich Angewandte Informatik wird dann die Sanierung des Altbaubestandes abgeschlossen sein. Die Maßnahme soll im Januar 2015 beginnen und im Januar 2016 fertiggestellt sein. Die Hauptnutzfläche beträgt 1.093 mC. Die Gesamtkosten werden auf 2,7 Mio. EUR geschätzt. Die Hochschule Fulda beabsichtigt, dauerhaft 6.000 Studierende zu immatrikulieren. Der Ausbau soll insbesondere in den von der Wirtschaft besonders benötigten MINT-Fächern erfolgen. Eine praxisnahe Ausbildung in diesen Fächern ist die Voraussetzung dafür, dass die BachelorAbschlüsse als berufsbefähigend akzeptiert werden. Dies macht eine Ausweitung der Laborkapazitäten dringend notwendig. ⟼ 35


⟞ Bereits im städtebaulichen Entwurf des Neubaus im Rah-

men des HEUREKA-Programms wurde ein weiteres Lehrund Laborgebäude vorgesehen. Dies muss nun dringend geplant und umgesetzt werden. Benötigt werden 1.000  mC Hauptnutzfläche für Labore der Fachbereiche Lebensmitteltechnologie, Oecotrophologie, Angewandte Informatik sowie Elektrotechnik und Informationstechnik. Eine rasche Umsetzung dieses Bauvorhabens ist notwendig, um bereits für die zusätzlichen Studierenden im Rahmen des Hochschulpaktes 2020 angemessene Studienbedingungen schaffen zu können. Andernfalls wären sehr teure Anmietungen von Laborflächen notwendig, die aus Sicht der Hochschule die unwirtschaftlichere Variante wären. |

6.4  Hochschul- und Landesbibliothek Die HLB entwickelt sich unter Einsatz moderner Technologien als leistungsfähiges, multimediales Bibliotheks-, Informations- und Wissensmanagementsystem zum Nutzen für Hochschule und Region konsequent weiter. Mit dem Bezug des Neubaus im Jahre 2013 etabliert sich die HLB als der zentrale Lern- und Arbeitsort auf dem Campus. Neben der Möglichkeit konzentrierter Arbeit an herkömmlichen Arbeitsplätzen, in Carrels oder in speziellen Ruhearbeitszonen werden außerdem die Kommunikation und die soziale Interaktion in Lern- und Arbeitsgruppen unter Nutzung von gedruckten und digitalen Informationsmedien befördert. Eines der Kerngeschäfte der HLB – die Vermittlung von Informationskompetenz – kann in den neuen Räumen nun adäquat ausgebaut werden. Die HLB wird die Weiterentwicklungen im Bibliothekswesen beobachten und jeweils für den Einsatz am Ort kritisch prüfen. In 2011 wird die RFID-Technologie in die HLB Einzug halten und zu Optimierungen in verschiedenen Bereichen führen. Ihre Weiterentwicklung zu einer „Hybridbibliothek“ wird sie 2015 vorläufig abschließen können. Ziel ist es, bis dahin das Angebot an digitalen Inhalten (E-Journals, Datenbanken, E-Books) noch stärker auszubauen. Neben dem schon existierenden und weiter in Ausbau befindlichen Dokumentenserver wird es ab dem Jahre 2011 eine Digitalisierungsplattform der HLB im Internet geben, über die bedeutende Werke v. a. aus dem historischen und äußerst wertvollen Altbestand weltweit bereitgestellt werden. Ebenfalls in 2011 wird die HLB innovative Wege hinsichtlich der von vielen Experten geforderten Aufhebung der 36

Entwicklungsplan 2011–2015

funktionalen Trennung von öffentlicher und wissenschaftlicher Bibliothek beschreiten. In einem einmaligen Modellprojekt wird die Stadtbibliothek in die Hochschul- und Landesbibliothek integriert. Mit Bezug und Betrieb der neuen Räumlichkeiten leistet die HLB einen in Stadt und Region Fulda bedeutenden Beitrag zum lebensbegleitenden Lernen.

6.5  Internationalisierung Ist-Analyse

Die Internationalisierung ist eines der wichtigen Strategiefelder der Hochschule Fulda und daher auch im Leitbild verankert. Ziel ist es, den weltweiten Austausch von Studierenden und Lehrenden sowie die grenzüberschreitende Kooperation in der Forschung zu fördern. Damit bereitet die Hochschule Fulda ihre Studierenden auf die Anforderungen eines globalisierten Arbeitsmarktes vor und fördert die interkulturellen Kompetenzen. Außerdem steigert sie durch geeignete Studienangebote kontinuierlich ihre Attraktivität für internationale Studierende. Der Anteil der Internationalen Studierenden an der Hochschule Fulda ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Im Wintersemester 2010/11 lag der Anteil der internationalen Studierenden bzw. der Bildungsausländer bei 15,9 % bzw. 13,6 %, im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt von 12 % bzw. 9 %.

Strategische Ziele für 2011 –2015

Aus den allgemeinen Zielen der Hochschule Fulda für die Internationalisierung wurden konkretere Zielsetzungen und eine entsprechende Strategie mit praktischen Maßnahmen entwickelt. Die Hochschule Fulda strebt Folgendes an: ϐϐ eine Platzierung hinsichtlich ihrer Internationalität im oberen Drittel der Hochschulen vergleichbarer Größenordnung in Deutschland, ϐϐ der Anteil an Bildungsausländern von aktuell 12,0 % (Bundesdurchschnitt 9,2%) soll mindestens gehalten werden, ϐϐ deutliche Erhöhung des Anteils der Studierenden mit einem Auslandsstudium (Outgoings) durch Schaffung von Mobilitätsfenstern insbesondere in den Bachelorstudiengängen,


6.6  Gleichstellung und familiengerechte Hochschule ϐϐ der Studienerfolg der internationalen Studierenden soll verbessert werden, u.a. durch Einrichtung von Joint/ Double Degrees, Ausbau des studienvorbereitenden und -begleitenden DaF-Angebots und Ausbau des Propädeutikums, ϐϐ Verbesserung der Fremdsprachenkompetenz insbesondere durch Ausweitung des englischsprachigen Lehrangebots, ϐϐ strategischer Ausbau des Kooperationsnetzwerkes mit einer Unterscheidung nach der Intensität der Zusammenarbeit und des Austauschs. Differenziert wird nach sehr wichtigen und intensiven Schlüsselpartnerschaften, nach normalen Partnerschaften und nach einfachen Austauschvereinbarungen. Die Anzahl der Schlüsselpartnerschaften soll bis auf weiteres auf drei bis vier begrenzt bleiben. ϐϐ besonderes Engagement auch bei den regionalen Partnerschaften des Landes Hessen, Etablierung bzw. Ausbau der Partnerschaften zu Hochschulen in bislang unterrepräsentierten Regionen, ϐϐ Förderung internationaler Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, insbes. im Rahmen des EU-Forschungsrahmenprogramm, z. B. durch den Aufbau strategischer Partnerschaften mit Hochschulen, Organisationen und Unternehmen im Ausland. Für die oben genannten Ziele wurde ein konkreter Maßnahmenkatalog erarbeitet. Insbesondere ist die Hochschule Fulda bestrebt dem Nationalen Kodex zum Ausländerstudium an deutschen Hochschulen beizutreten. Ein wichtiger und bisher sehr erfolgreicher Bestandteil der Internationalisierung an der Hochschule Fulda ist die Internationale Sommer Universität (ISU), die auch weiterhin durchgeführt werden soll.

Die langfristigen Ziele der Hochschule Fulda zum Thema Gleichstellung werden im Gleichstellungskonzept aus dem Jahr 2008 beschrieben (und an dieser Stelle nicht im Einzelnen wiederholt). Das Gleichstellungskonzept berücksichtigt die bestehenden gesetzlichen und strukturellen Rahmenbedingungen und formuliert auf dieser Grundlage Ziele mit Bezug zu den Themen Gleichstellung, Gender-Kompetenz, Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung, Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, Personalentwicklung, Work-LifeBalance sowie Frauen- und Geschlechterforschung. Die Hochschule Fulda hat im abgelaufenen Fünf-Jahreszeitraum in Bezug auf Gleichstellung und familienfreundliche Hochschule große Erfolge aufzuweisen. Hierzu zählen unter anderem ϐϐ erfolgreiche Auditierungen und Zertifizierungen, z. B. als „familiengerechte Hochschule“ (durch berufundfamilie seit 2006, Re-Auditierung im Jahr 2009 für weitere drei Jahre) und die Verleihung des Zertifikats „TOTAL E-QUALITY“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Jahr 2009, ϐϐ Erfolge im Bund-Länder-geförderten Professorinnenprogramm sowie ϐϐ Erfolge bei der Beteiligung an Forschungsprogrammen, z. B. „Genderforschung und Gleichstellung der Geschlechter“ des HMWK. Während die Hochschule Fulda zum Zeitpunkt der Erstellung des Gleichstellungskonzeptes in der zweiten Fortschreibung des CEWS-Rankings (Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten des Center of Excellence Women and Science) noch einen mittleren Platz eingenommen hat, zählt sie in der 3. Fortschreibung aus dem Jahr 2009 mit 8 von 10 Punkten zu den Spitzenreitern des Rankings. Diese Entwicklung zeigt, dass die mit dem Gleichstellungskonzept entwickelten Ziele und Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden. Die Zielsetzungen des Gleichstellungskonzeptes, die sich auch auf die familiengerechte Hochschule richten, sollen auch im Zeitraum 2011 bis 2015 weiter verfolgt werden. Unter anderem zählen hierzu Maßnahmen, bei Frauen ein Interesse für ein technisches Studium zu wecken (z. B. Girls’ Day), die Absolventinnenquote in technischen Studiengängen zu erhöhen (z. B. durch das Mentorinnennetzwerk für technische Studiengänge) und Frauen die Möglichkeit zur ⟼ 37


6.7  Gesundheitsfördernde Hochschule und Hochschulsport

⟞ Promotion zu eröffnen (z. B. durch Kooperationen mit der Gesundheitsfördernde Hochschule Fulda Universität Kassel beim Aufbau eines Graduiertenkollegs). Ebenfalls soll die übergreifende Netzwerkbildung durch die aktive Beteiligung an Netzwerken wie dem gemeinsamen Frauenfoschungszentrum gFFZ und der Landeskonferenz der Frauenbeauftragten LaKoF sowie der hochschulinternen Netzwerke in Form der Gleichstellungskommission, der AG familiengerechte Hochschule und der Aktivitäten frauen@hs-fulda fortgesetzt werden. Re-Auditierungen werden bis zum Jahr 2015 sowohl als familiengerechte Hochschule als auch für das Zertifikat TOTAL E-QUALITY angestrebt. Zwei Themenstellungen unter der Überschrift „Gleichstellung und familienfreundliche Hochschule“ sind für die Entwicklungsplanung 2011 bis 2015 neu aufzunehmen zu verankern: ϐϐ Ein „Gender Coaching“ für die Lehre befindet sich im Wintersemester 2010/11 in einer Pilotphase. Durch dieses Projekt wird angestrebt, Gender-Kompetenz als eine Schlüsselqualifikation sowohl bei Lehrenden als auch in der Folge bei Lernenden zu vermitteln mit dem Ziel, auf die inhaltliche Ebene, die Verhaltensebene und die Bewusstseinsebene einzuwirken. Aufgrund der Bedeutung von Genderaspekten in der Lehre wird das Coaching fachbereichsübergreifend angeboten. Damit löst sich das Thema Gleichstellung auch zukünftig von der Datenerfassung zu Frauen- und Männeranteilen und nimmt zusätzlich eine qualitative Dimension in der Lehre an. Gender Mainstreaming wird damit zunehmend Bestandteil der Forschung und Lehre. Bei erfolgreicher Durchführung des Pilotsemesters soll ein Gender Coaching ab dem Jahr 2011 langfristig etabliert werden. ϐϐ Eine flexible Kinderbetreuung, die – über das kooperative Angebot der „Akademinis“ als Ganztagesbetreuung hinausgehend – auch eine flexible Betreuung während einzelner Veranstaltungen, an Abenden sowie während der Klausurwochen ermöglicht, soll fortgesetzt werden. Ein Pilotprojekt im Jahr 2010 hat eine hohe Nachfrage studierender Eltern (und ergänzend durch Beschäftigte der Hochschule) sowie den hohen Nutzen eines flexiblen Betreuungsangebotes aufgezeigt. Ab dem Jahr 2011 soll das Angebot im Eltern-Kind-Zimmer der Hochschule fester Bestandteil der familiengerechten Hochschule werden. | 38

Entwicklungsplan 2011–2015

Die Hochschule Fulda strebt hervorragende Leistungen in Forschung und Lehre an. Gesundheitserhaltende und motivierende Arbeits- und Studienbedingungen an der Hochschule können das Erreichen dieses Ziels unterstützen. Darüber hinaus trägt die Verankerung des Themas Gesundheitsförderung in die hochschulische Alltagswelt zur weiteren Profilstärkung des bereits bestehenden Entwicklungsschwerpunktes im Bereich Ernährung, Lebensmittel und Gesundheit bei. Die Hochschule Fulda nimmt auf Grund des derzeit vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) geförderten Drittmittelprojekts „Gesundheitsfördernde Hochschule Fulda“ bereits eine Vorreiterrolle bei dieser Thematik in Deutschland ein. Darauf aufbauend soll sich unsere Hochschule in einer über das Entwicklungsprojekt hinausreichenden mittelfristigen Perspektive nicht nur im theoretisch-wissenschaftlichen Bereich weiterhin „einen Namen machen“, sondern auch den praktischen Nutzen für unsere Hochschule im oben genannten Sinne einer leistungsfähigen und gesunden Hochschule verstetigen sowie die sächlichen und personellen Voraussetzungen dafür schaffen. Ein ambitioniertes Ziel wäre hier, zu einer ersten, wenn nicht gar zu der ersten als gesundheitsfördernd zertifizierten Hochschule zu werden.

Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderung als Aufgabe des Hochschulsports

Der Hochschulsport (HSP) nimmt im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) und der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) eine besondere Stellung zwischen Wissenschaft und Praxis ein. Bereits seit vielen Jahren entwickeln sich die aus dem Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport erwachsenen Angebote (aktuell ca. 1. 200 Nutzer/Woche) in den Bereichen Gesundheitsförderung und Gesundheitsprävention stetig. Nicht erst seit Beginn des in den Fachbereichen OE und PG angesiedelten Drittmittelprojektes „Gesundheitsfördernde Hochschule Fulda“ entwickelt und verbreitet der HSP, neben seinen „klassischen“ Kursangeboten (wie z. B. Ballsportarten, Fitness- und Entspannungsangebote, SportLernkurse usw.), in enger wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit den Fachbereichen, der Verwaltung, einzelnen Abteilungen bzw. Personen zielgruppenspezifische bzw. individuelle Gesundheitsförderungs- bzw. Präventionsprogramme und arbeitet beratend in unterschiedlichen


Arbeitszirkeln und -kreisen (hochschulintern und bundesweit) mit. Auf Grund der Personal- und Aufgabenstruktur des HSP liegen die Schwerpunkte der HSP-Aufgaben in den Bereichen BGM und BGF in der Akquise und Aus- bzw. Fortbildung entsprechender Kurs- und Übungsleiter sowie der methodisch-didaktischen Prüfung und Aufbereitung von Angeboten. Steigende Studierendenzahlen sowie die durch das o. g. Drittmittelprojekt erhöhte Nachfrage nach alle Hochschulgruppierungen erfassenden Angeboten generieren deutlich gestiegene Anforderungen im personellen, monetären, räumlichen und organisatorischen Bereich. Zur Ansteuerung eines qualitativ und quantitativ hochwertigen, kontinuierlich nutzbaren und preislich erschwinglichen sowie alle Zielgruppen erfassenden Angebotes sind kurzund mittelfristig entsprechende strukturelle Veränderungen des HSP vorzunehmen.

6.8  Informationstechnologie Der kontinuierliche Ausbau der Informationstechnologie (IT) an der Hochschule Fulda hat eine hohe strategische Bedeutung. Die IT-Systeme der Hochschule sollen die Lehre und die Forschung der Hochschule durch den Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien bestmöglich unterstützen sowie alle Fachbereiche, Einrichtungen und die Zentralverwaltung der Hochschule Fulda mit Rechnerkapazität, Netzdiensten, Weiterbildung und IT-technischem Know-how versorgen. Die Konzeption, der Auf- und der Ausbau der entsprechenden Infrastruktur stellen daher eine wichtige strategische Aufgabe dar. Die Hochschule Fulda wird in ihrem IT-Konzept unter Beteiligung der Nutzer die Strukturen und die Verantwortlichkeiten definieren bzw. ggf. neu regeln. Insbesondere sollen die Bereitstellung der hierzu benötigten Infrastruktur, deren Betrieb und die entsprechenden Verantwortlichkeiten für Verfügbarkeit, Güte und Zuverlässigkeit der Dienste klar geregelt sein. Wo dies sinnvoll ist, sollen die IT-Dienste zentral bereitgestellt werden. In begründeten Fällen können die Dienste auch von den Fachbereichen oder Einrichtungen der Hochschule bereitgestellt werden oder extern bezogen werden. Insbesondere soll die Hochschule Fulda wo sinnvoll und notwendig auch Kooperationen mit anderen hessischen (und auch nicht-hessischen) Hochschulen in IT-Diensten, z. B. bei PKI (digitale Zertifikate), Datenbackup

und -archivierung, Identitätsmanagement, eingehen. Die Hochschule Fulda ist bestrebt, energie- und ressourcenschonende Geräte und Verfahren im Sinne der Nachhaltigkeit einzusetzen. Die Hochschule Fulda wird ihre Netzinfrastruktur weiter ausbauen und optimieren, insbesondere im Kernbereich die Bandbreite auf 10 GBit/s erhöhen, im Arbeitsplatz zunehmend auf 1 GBit/s und im WLAN auf 600 Mbit/s ausbauen. Bei der für Forschung und Lehre erforderlichen Offenheit von Netz und Daten sind die Belange des Datenschutzes sowie die Sicherheit des Netzes und der Daten in besonderem Maße zu beachten. Die Hochschule Fulda wird moderne und innovative Kommunikationsformen insbesondere auch im Bereich des Web 2.0 stärker nutzen. Im Zeitraum bis 2015 wird der Einsatz eines neuen Campus-Management Systems vorbereitet und ggf. realisiert, abhängig vom Entwicklungsstand der entsprechenden Systeme. Dies ist bei den gestiegenen Studierendenzahlen und den höheren Anforderungen absolut notwendig, um den geforderten Bedürfnissen gerecht zu werden.

6.9  Qualitätsmanagement Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und die Heinz Nixdorf-Stiftung haben die Hochschule Fulda in einem bundesweiten Wettbewerb mit einem Förderpreis in Höhe von 300.000 EUR ausgezeichnet und gefördert. Damit konnte auf der Grundlage von umfangreichen Vorarbeiten zwischen 2008 und 2010 ein bundesweit führendes IT-gestütztes und prozessorientiertes Qualitätsmanagementsystem aufgebaut werden. Im Laufe der Projektphase wurden folgende Maßnahmen durchgeführt: Zunächst wurde eine QM-Infrastruktur mit QM-Beauftragter (QMB), QM-Lenkungsteam, QM-Kernteam, Prozessverantwortlichen und Prozessteam etabliert. Im Zentrum der Aktivitäten stand dann der Aufbau eines IT-gestützten prozessorientierten Qualitätsmanagementsystems. Dazu gehört eine hohe Transparenz der Prozesse sowie die Implementierung klarer strategischer und operativer Regelkreise. Ziel ist es, das organisatorische Wissen der Hochschule im Qualitätsmanagementsystem zu verankern und damit eine lernende Organisation zu etablieren. ⟼

39


6.10  Nachhaltige Entwicklung

⟞ Dabei wurden etwa 120 Prozesse und Aufgaben unter Ein-

bindung der Stakeholder bedarfsorientiert ausgerichtet und weiterentwickelt. Ein partizipativer Ansatz sollte dabei die Mitarbeiter stärker in die Entwicklung der Organisation einbinden. Ein Kernelement des Qualitätsmanagementsystems sind die PDCA-Zyklen. Viele Jahre stand an den Hochschulen die Qualitätssicherung, also die Evaluation der Leistungen in Forschung und Lehre, im Vordergrund der Bemühungen zur Verbesserung der Qualität. Mit der Implementierung eines QMS entsteht dagegen auf systematischer Grundlage ein Regelkreis zur kontinuierlichen Verbesserung der Leistungen in Forschung und Lehre. Qualitätssicherung (Evaluation) ist ein Bestandteil des Regelkreises. Das Qualitätsmanagementsystem ermöglicht neuen Professoren und Mitarbeitern eine leichtere Einarbeitung und verbessert die schnittstellenübergreifenden Abläufe. Es ermöglicht eine schnelle Verfügbarkeit von Verfahrensweisen, Dokumenten und Informationen. Schließlich zielt das QMS auf eine höhere Effektivität und Effizienz der Arbeit durch die Fokussierung der Arbeitskraft auf Forschung und Lehre durch Senkung von Blind- und Fehlleistungen. Die Einführung eines systematischen Verbesserungsmanagements rundet die Aktivitäten im Bereich des Qualitätsmanagements ab. Aufbauend auf dem prozessorientierten Qualitätsmanagementsystem plant die Hochschule derzeit, die Prozesse daraufhin zu prüfen, welche Prozessschritte auch in einem Online-Workflow abgebildet werden können, um dann ein entsprechendes System zu implementieren. Ziel ist die Beschleunigung und effiziente Abwicklung insbesondere von Volumenprozessen, aber auch die Vermeidung von unnötigem Papier- und Tonerverbrauch. Darüber hinaus sollen in den nächsten Jahren alle bestehenden Prozesse regelmäßig bewertet und optimiert werden. Schließlich sollen die studierendenbezogenen Prozesse in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Abteilungen für die Studieninteressierten und die Studierenden noch transparenter werden. |

40 Entwicklungsplan 2011–2015

Die Hochschule Fulda nahm im Januar 2010 in ihr Leitbild auf: „In Lehre, Forschung und als Einrichtung ist sie der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet.“ Sie bekennt sich zu dem 1992 in Rio geprägten Konzept des sustainable development, das von EU, Bund und Ländern in vielfältige Nachhaltigkeitsstrategien umgesetzt worden ist. Der Weg zur nachhaltigen Entwicklung führt über starke Zielkonflikte zu vielfältigen Veränderungen. Hochschulabsolventen müssen künftig in der Lage sein, adäquate Lösungen auf diese komplexen Führungsaufgaben zu entwickeln. Sie sollten die Hochschule nicht verlassen, ohne sich mit Grundlagen und Aspekten der nachhaltigen Entwicklung befasst zu haben. In der Forschung kann die Hochschule zukunftweisende Lösungen entwickeln und als Einrichtung ihr Arbeitsumfeld entsprechend gestalten. Dafür ist die Hochschule Fulda gut aufgestellt, da sie mit Wirtschaft, Sozialwissenschaften und Technik eine große Breite zentraler Disziplinen vereinigt. Es ist sinnvoll, in einzelnen Fachbereichen Schwerpunkte der Befassung mit nachhaltiger Entwicklung einzurichten. Notwendig ist es, zwischen den Disziplinen und Fachbereichen Verbindungen zu stärken, um die Komplexität nachhaltiger Entwicklung abbilden zu können. Die Bezüge zu nachhaltiger Entwicklung müssen allen Hochschulangehörigen bewusst sein. Über die Wege der Hochschulkommunikation, über Veranstaltungen und über Leuchtturmprojekte wie die energetische Optimierung der zentralen Neubauten und anstehender Sanierungsmaßnahmen, Solarnutzung auf den Hochschuldächern, Ladestationen für Elektrobikes oder die Herausstellung des autofreien Campus wird augenfällig, dass sich die Hochschule auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung befindet. Auf diesem Wege werden Diskussionsprozesse initiiert, die in Lehre, Forschung und als Einrichtung aufgegriffen werden. Dabei werden zunehmend Außenkontakte genutzt. Die Hochschule Fulda versteht sich in der Hessischen Nachhaltigkeitsstrategie als Pilothochschule und als Ankerpunkt der Vermittlung von deren Projekten in die Region. In der Lehre ist das Thema nachhaltige Entwicklung bereits in einer erstaunlichen Anzahl und Breite vorhanden, ohne dass es bislang transparent wird. Daher ist es sinnvoll, zuerst auf eine Bewusstwerdung und Vernetzung zu setzen. Dabei wird diskutiert, wie eine didaktisch und konzeptionell nachhaltige Entwicklung in die Hochschulbildung eingehen kann. Mit dem Ziel der Sensibilisierung für Folgenabschätzungen sollen auf wissenschaftlichem Weg


Interessen, Verantwortlichkeiten und Lösungsalternativen erkannt und konstruktiv debattiert werden. Dazu bieten sich insbesondere projektorientierte Veranstaltungsformen und stärkere Wahlmöglichkeiten der Studierenden an. In zweiter Linie können Strukturen, z. B. curriculare Verankerungen, angegangen werden. Bei deren Ausbau muss geklärt werden, wie Angebote anerkannt und mittelfristig miteinander verbunden werden. In der Forschung existieren einige Projekte, etwa zum Biosphärenreservat Rhön, zu den Folgen des Klimawandels oder zu gesundheitsbezogener Ernährung, bei denen bislang nicht präsent ist, dass mit der nachhaltigen Entwicklung eine gemeinsame Klammer besteht. Mit dem bereits erwähnten wissenschaftlichen Zentrum „Centre of Research for Society and Sustainability (CeSST)“ entsteht derzeit eine Forschungseinrichtung, die ausdrücklich die nachhaltige Entwicklung im Fokus hat. Das Zentrum könnte für einige Aktivitäten als organisatorische Klammer aufgebaut werden. Hier könnten auch Forschungsprojekte angesiedelt werden, die aus der derzeitigen Schwerpunktbildung der Landes- und Bundesförderung für Elektromobilität entstehen. Die Hochschule Fulda nimmt als Einrichtung seit jeher Einfluss auf nachhaltige Entwicklung. Die Planungsziele zur neuen Mensa sind ebenso wie die energetische Optimierung der Neubauten und der Bezug von Ökostrom bislang vielen nicht bewusst. Die Hochschule Fulda wird nicht darauf setzen, in kurzer Zeit umfassend alle Aspekte nachhaltiger Entwicklung anzugehen. Vielmehr werden, ausgehend von den genannten Aktivitäten, gezielt zusätzliche Elemente hinzugenommen. Die im Herbst 2010 im Zusammenhang mit den zentralen Baumaßnahmen begonnenen Aktivitäten zu Mobilität werden zu einem betrieblichen Mobilitätsmanagement verstetigt. Hinzu treten Green IT sowie das Thema Beschaffung (Green Public Procurement).

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7 Entwicklungsperspektiven der Fachbereiche 7.1  Fachbereich Angewandte Informatik Lehre und Studium

Unter Beachtung aktueller Entwicklungen hat der Fachbereich Angewandte Informatik in der zurückliegenden Zeit zusätzlich zu den bisherigen Vertiefungen des Bachelor Angewandte Informatik mehrere neue, eigenständige Bachelor-Studiengänge entwickelt. Die Weiterentwicklung der Studienprogramme hatte und hat dabei zum Ziel: ϐϐ die Attraktivität der Informatik-Studienangebote weiter zu erhöhen, ϐϐ zusätzliche Studierende in den „Bindestrich-Informatikstudiengängen“ zu gewinnen, ϐϐ eine bessere Differenzierung zwischen den berufsbefähigenden Bachelor- und den wissenschaftlichen Masterprogrammen zu erreichen, ϐϐ eine Erhöhung des Anteils weiblicher Studierender. Insgesamt bietet der Fachbereich jetzt drei Bachelor- und zwei Masterstudiengänge an: ϐϐ B.Sc. Angewandte Informatik (AI) ϐϐ B.Sc. Wirtschaftsinformatik (WIN) ϐϐ B.Sc. Digitale Medien (DIM) ϐϐ M.Sc. Angewandte Informatik (AI) ϐϐ M.Sc. Electronic Business (eB) Damit leistet der Fachbereich einen wichtigen Beitrag beim Ausbau der Hochschule Fulda – insbesondere in den technischen Studienrichtungen. Die Studierendenzahlen konnten so nicht nur konsolidiert, sondern auch deutlich ausgebaut werden. Für den kommenden Zeitraum 2011–2015 sieht der Fachbereich im Bereich Lehre und Studium folgende Aufgaben: ϐϐ Umsetzung der Ergebnisse der Reakkreditierung der Studiengänge B. Sc. Angewandte Informatik und M. Sc. Angewandte Informatik; ϐϐ Semesterweiser Ausbau der neu eingeführten Studiengänge bis zum Vollausbau (ab Wintersemester 2011/12); ϐϐ Mit der anstehenden Reakkreditierung des internationalen Masterstudiengangs Electronic Business dessen Weiterentwicklung sowie eine bessere Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen, die aus dem hohen Anteil ausländischer Studierender resultieren.

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Entwicklungsplan 2011–2015

Darüber hinaus sind keine weiteren Studiengänge geplant. Der Fachbereich ist aber bereit, unter Beachtung der vorhandenen Lehrkapazität durch den Export von Informatik-Modulen neue Vorhaben der Hochschule aktiv zu unterstützen. Insbesondere mit dem Fachbereich Elektro- und Informationstechnik ist eine enge Zusammenarbeit geplant. Hier sollen künftig verstärkt Module im Bereich der Technischen Informatik importiert und im Bereich der Allgemeinen Informatik exportiert werden.

Einführung eines NC

Mit der Einführung neuer Bachelorstudiengänge ist im Fachbereich Angewandte Informatik die Zahl der neu immatrikulierten Studierenden deutlich gestiegen. Dadurch zeichnen sich bei der Lehr-, Labor- und Raumkapazität schon jetzt zunehmend Engpässe ab. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen werden sich diese Probleme im Wintersemester 2011/12 nochmals verschärfen. Zum einen wird der semesterweise Aufbau der neuen Studiengänge erst dann abgeschlossen sein und zum anderen ist zumindest im nächsten Wintersemester noch eine anhaltend hohe Nachfrage nach Informatikstudienplätzen zu erwarten. Tabelle 7 stellt die Immatrikulationszahlen der letzten Jahre der tatsächlich vorhandenen Kapazität (nach Schwund) im Fachbereich gegenüber: Studiengang B.Sc. AI

Kapazität WS 2009/10IST 74

107

WS 2010/11 IST 79

B.Sc. WIN

47

70

96

B.Sc.DIM

23

34

50

M.Sc. AI

29

48

40

M.Sc.eB

26

36

33

Tabelle 7 – Gegenüberstellung der Immatrikulationszahlen und der Kapazität im Fachbereich Angewandte Informatik


Um den deutlich erhöhten Lehrbedarf im aktuellen Wintersemester 2010/11 decken zu können, werden derzeit 27 Lehrbeauftragte eingesetzt. Eine solch große Zahl an Lehraufträgen ist unter dem Gesichtspunkt der Qualitätssicherung kritisch zu sehen. Ein Ausbau der Lehrkapazität durch die Einrichtung weiterer Professuren zur Lösung der Kapazitätsengpässe soll im Fachbereich geprüft werden. Zu beachten ist, dass zum einen die dafür vorgesehenen finanziellen Mittel im HSP2020-Programm im Umfang begrenzt sind. Sie stehen nur befristet und letztlich aufgrund der hochschulinternen Konkurrenzsituation auch nicht verlässlich über mehrere Jahre zur Verfügung. Zum anderen zeigt die Erfahrung, dass das Interesse an einem Informatik-Studium großen Schwankungen unterliegt. Aus diesem Grund beabsichtigt der Fachbereich für alle Bachelor-Studiengänge künftig einen NC festzulegen.

Forschung

Im Bereich der Forschung plant der Fachbereich die guten Bedingungen – soweit er diese beeinflussen kann – auch weiterhin zu erhalten. Als Engpass erweisen sich dabei allerdings fehlende Räume für projektbezogene wissenschaftliche Mitarbeiter. Da der hohe Drittmittelanteil des Fachbereiches in der Vergangenheit vor allem aus dem Projekt KavaCo und dessen Vorgänger resultiert, ist die Beibehaltung bzw. Steigerung dieses Anteils zum einen davon abhängig, wie erfolgreich dieses Projekt auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden kann und andererseits, wie es weiteren Professoren des Fachbereiches gelingt, neue Drittmittelprojekte einzuwerben.

Wissenschaftliche Weiterbildung

Der Fachbereich Angewandte Informatik beteiligt sich an der Konzeptentwicklung für einen von allen InformatikFachbereichen der hessischen Fachhochschulen gemeinsam getragenen Weiterbildungsstudiengang.

Internationalisierung

Der Fachbereich Angewandte Informatik pflegt seit vielen Jahren internationale Beziehungen und fördert Studierende, die ein Auslandssemester an einer Partneruniversität oder in einem Unternehmen absolvieren. Mehrere Professorinnen und Professoren des Fachbereichs verbringen regelmäßig einige Wochen im Jahr (im Rahmen des ErasmusProgramms) oder auch das gesamte Forschungssemester

im Ausland, um internationale Kontakte zu pflegen, den gegenseitigen Studierendenaustausch zu intensivieren und gemeinsame Forschungsprojekte durchzuführen. Der Fachbereich Angewandte Informatik wird auch zukünftig den weltweiten Austausch seiner Studierenden und Lehrenden fördern und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Forschung ausbauen. Dazu sollen bestehende Auslandskontakte verstärkt, aber auch neue Kontakte geknüpft werden. Studierende wie Lehrende sollen aus einem möglichst vielseitigen Angebot den für sie passenden Auslandsaufenthalt wählen können. Weiterhin wird angestrebt, den Anteil an Austauschstudierenden von Partneruniversitäten schrittweise zu erhöhen. Um einen weiteren Rückgang der internationalen Mobilität seiner Studierenden zu verhindern, hat der Fachbereich ein sehr breites „Mobilitätsfensters“ im 5. und 6. Semester seiner Bachelor-Programme eingerichtet. In regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen werden die Studierenden darüber informiert und ermutigt, einen Studienaufenthalt an einer Partneruniversität vorzusehen und frühzeitig zu planen. Der Fachbereich Angewandte Informatik bemüht sich, den Studienerfolg der internationalen Studierenden in allen Studiengängen zu verbessern. Insbesondere im Masterstudiengang Electronic Business plant der Fachbereich, Struktur und Inhalte des Studienprogramms daraufhin zu überprüfen und zu verbessern. Hierzu gehören eine intensivere Betreuung in einem Mentoringprogramm, die Nutzung des Propädeutikums der Hochschule Fulda für internationale Studienbewerber. Zur Festigung seiner internationalen Kontakte in Lehre und Forschung strebt der Fachbereich die Erhöhung des Anteils an englischsprachigen Modulen sowie die Gewinnung von Gastdozentinnen und Gastdozenten aus den Partneruniversitäten an.

Personalentwicklung

Frei werdende Professuren sollen im Falle der Aufrechterhaltung der bisherigen Zielzahlen wieder besetzt werden. Ein signifikanter Ausbau des Fachbereiches ist, wie oben bereits erläutert, nicht vorgesehen. Qualifizierungswünsche der wissenschaftlichen und technisch-administrativen Kräfte werden entsprechend des Bedarfes im Fachbereich unterstützt.

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7.2  Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik Lehre und Studium

Der Fachbereich Elektrotechnik bietet zurzeit die Bachelorstudiengänge Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Wirtschaftsingenieurwesen an. Diese Studiengänge sind sehr stark ausgelastet. Der Studiengang Bachelor Prozesstechnik wird wegen mangelnder Nachfrage nicht weiter angeboten. Die immatrikulierten Studierenden können ihr Studium beenden. Im Masterstudiengang System Design and Production Management wurde vor einem Jahr der Studienbetrieb aufgenommen. Die Aufnahmezahlen entsprechen den Erwartungen. Eine Ausweitung des Angebots soll durch duale und berufsbegleitende Studiengänge erfolgen und das Angebot des Fachbereichs breiter und attraktiver machen. Es soll ein dualer Studiengang mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik eingerichtet werden. Eine Aufnahmequote von 15 Studierenden mit Studienbeginn Wintersemester 2011/12 ist geplant. Das Studienprogramm wird eng an den Bachelorstudiengang Elektrotechnik und Informationstechnik angelehnt, so dass sich Module in beiden Studiengängen verwenden lassen. Sollte sich dieser Studiengang erfolgversprechend entwickeln, könnte auch der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen basierend auf diesem Konzept in Zukunft als duales Studium angeboten werden. Ein Studiengang, der auch überregional Studierende ansprechen wird, ist der Studiengang „Sozialinformatik“. Es ist ein berufsbegleitender Fernstudiengang, der in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen SW, AI und SK durchgeführt wird. Der Beitrag des Fachbereichs ET umfasst etwa 10 Module. Die Studiendauer beträgt 8 Semester. Es ist an eine Aufnahmequote von 30 Studierenden gedacht. Durch dieses Angebot soll auch der Anteil weiblicher Studierender am Fachbereich erhöht werden. Die bestehenden Bachelor-Studiengänge Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Wirtschaftswissenschaften und der Masterstudiengang System Design and Production Management müssen reakkreditiert werden. Der geplante Zeitpunkt für die Reakkreditierung ist das Wintersemester 2011/12. Es sollen Verbesserungen durchgeführt werden, die sich aus den Evaluierungen und der Absolventenbefragung ergeben. Die bestehende bewährte Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Wirtschaft bezüglich des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen soll beibehalten werden. Zur Verbesserung der Studiensituation ist ein Antrag im Rahmen des Bund-Länderprogramms zur Verbesserung der Lehre geplant. Ziel des Antrages ist es, das projektba44 Entwicklungsplan 2011–2015

sierte Lernen stärker in die Lehre einzubinden. Damit soll die Fähigkeit der Studierenden zu kreativer Ingenieursarbeit verbessert werden. Eine besondere Problematik für den Fachbereich sind die stark unterschiedlichen Voraussetzungen, die Studierende zu Beginn des Studiums mitbringen. Um diese unterschiedlichen Voraussetzungen abzumildern, wurden spezielle Vorkurse entwickelt, die vor dem Beginn des ersten Semesters stattfinden. Der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik bietet einen 2-wöchigen Brückenkurs Mathematik an, der den Stoff der Mittelstufe noch einmal aufbereitet. Dieser Vorkurs soll auch weiterhin angeboten werden. Auch der zweite Vorkurs für die Erstsemester des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen mit kaufmännischem Hintergrund soll beibehalten werden. Es wurde auch ein webbasierter Elektrotechnik-Vorkurs angeboten. Ein Bestandteil der Lehre in den ersten beiden Semestern ist das Tutorensystem, welches mithilft, die unterschiedlichen Vorrausetzungen der Studierenden vor dem Studium auszugleichen. Dieses Tutorensystem soll weiter ausgebaut werden. Beibehalten werden soll auch das einsemestrige Propädeutikum für die ausländischen Studierenden. In allen Studiengängen ist der Anteil an Projektarbeit gestiegen. Daher werden dringend Projekt-Räume für Studierende gesucht, in denen sie zwanglos zusammenarbeiten können. Diese Räume benötigen keine besondere Ausstattung außer WLAN. Die Einrichtung des Labors Wirtschaftsingenieurwesen muss baldmöglichst erfolgen.

Forschung

Die bestehenden Forschungsschwerpunkte sollen beibehalten werden. Auf diesen Gebieten sollen zusätzliche Drittmittel eingeworben werden. Ein neuer Forschungsschwerpunkt in den Bereichen Elektromobilität, Energiewirtschaft und erneuerbare Energien soll aufgebaut werden. Durch ein neues Labor soll dieser Forschungsschwerpunkt auch Bestandteil der Lehre werden. Das Labor soll in der Werkhalle aufgebaut werden. Beibehalten werden sollen die Forschungsschwerpunkte: KATRIN, Bestbeamer und das Projekt Digitale Synchrotronsteuerung. Diese Forschungsschwerpunkte werden durch Drittmittel gefördert. Verlängerungsanträge sind geplant. Auch die Mitarbeit in den Netzwerken Nanotech und HTCFulda soll beibehalten werden.


Wissenschaftliche Weiterbildung

Es sollen Module für den Masterstudiengang MEDIAN zur Verfügung gestellt werden. Auch sollen kooperative Promotionen gefördert werden.

Internationalisierung

Die bestehenden Kooperationen mit Sergiev Posad und mit der deutsch-jordanischen Universität in Amman sollen beibehalten und ausgebaut werden. Neben der Kooperation mit der Avans University of Applied Science in den Niederlanden sollen auch neue Kooperationen aufgebaut werden. Es laufen Gespräche mit Hochschulen in der Türkei und in Frankreich. Außerdem sollen Maßnahmen zur Erhöhung der Outgoings getroffen werden. Im Rahmen der Reakkreditierung soll der Anteil der englischsprachigen Lehrveranstaltungen erhöht werden, damit die Studiengänge für Incomings attraktiver werden. Die Studierenden sollen durch diese Maßnahme ermutigt werden, ins Ausland zu gehen. Im Bachelorstudiengang Elektrotechnik und Informationstechnik studieren im Wintersemester 2010/11 30,8 % ausländische Studierende. Viele der Internationalen Studierenden kommen aus französischsprachigen Gebieten in Afrika und aus dem osteuropäischen Ausland. Sie haben in der

Regel nur geringe Englisch-Kenntnisse. Um diese Studierenden nicht abzuschrecken, sollen die englischsprachigen Veranstaltungen im Wahlpflichtbereich angesiedelt sein. Die internationalen Studierenden werden weiterhin durch das spezielle Propädeutikum auf das Studium am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik vorbereitet. Außerdem sind studienbegleitende Informationsveranstaltungen und Tutorien für internationale Studierende geplant.

Personalentwicklung

Durch den stetigen Zuwachs an Studierenden hat der Fachbereich inzwischen eine erhebliche Überlast zu tragen. Diese Überlast soll durch Neueinstellungen abgefangen oder zumindest teilweise kompensiert werden. Die Teilnahme von wissenschaftlichen Mitarbeitern des Fachbereichs am Masterstudiengang MEDIAN soll weiterhin unterstützt werden.

45


7.3  Fachbereich Lebensmitteltechnologie Lehre und Studium

Der Fachbereich Lebensmitteltechnologie hat seit 2006 das Studienangebot dem Bologna-Prozess entsprechend auf Bachelor- und Master-Studiengänge umgestellt. Auf Bachelor-Level wird zurzeit der Studiengang „Lebensmitteltechnologie“ angeboten. Der Studiengang ist sehr gut eingeführt und hat deutschlandweit eine sehr hohe Attraktivität. Dies ist aus der Studentenstatistik und der hohen Zahl der Bewerber ableitbar. Die Überregionalität belegt auch die Tatsache, dass im Studienumfeld „Lebensmitteltechnologie“ in Hessen kein vergleichbares Studienangebot existiert. Wegen der hohen Auslastung (die Zahl der Bewerber übersteigt die vorhandenen Studienplätze um ein Mehrfaches) erfolgt die Zulassung über ein Numerus-Clausus-Verfahren. Der in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik entwickelte Bachelorstudiengang „Prozesstechnik“ wurde mangels Interesse eingestellt. Konsekutiv auf dem Bachelorstudiengang aufbauend, hat der Fachbereich erfolgreich den Masterstudiengang „Food Processing“ konzipiert und eingeführt. Auch dieser Studiengang wird überregional sehr positiv aufgenommen, was sich auch an der Anzahl der externen Bewerber ablesen lässt. Basierend auf diesem Studiengang entwickelt der Fachbereich in Kooperation mit der Hochschule Bremerhaven einen „Berufsbegleitenden Masterstudiengang“, der ab Wintersemester 2012 eingeführt werden soll. Das Konzept ist darauf ausgerichtet, Absolventen, die fest im Berufsleben positioniert sind, eine Höherqualifizierung zu ermöglichen. Aufbauend auf dem Bachelorstudiengang im Rahmen der DAAD-Initiative BachelorPlus soll den Studierenden die Möglichkeit eröffnet werden, einen international geprägten Abschluss zu erlangen („Bachelor Plus Lebensmitteltechnologie“ mit integriertem Auslandsaufenthalt). Über die ausgezeichneten internationalen Kontakte des Fachbereiches finden zurzeit Kooperationsverhandlungen mit vier Partnerhochschulen mit dem Ziel statt, den Studierenden einen 12-monatigen Auslandaufenthalt mit dem entsprechenden Abschluss zu ermöglichen.

Verbesserung der Studiensituation

Der Fachbereich hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den Studienerfolg der Studierenden zu verbessern und die Anzahl der Absolventen 46 Entwicklungsplan 2011–2015

zu erhöhen. Diese Bemühungen sollen weiter geführt werden bzw. ausgebaut werden: ϐϐ Weiterführung der Vorkurse in Mathematik und Chemie zur Nivellierung der Vorkenntnisse der Studienanfänger ϐϐ Weiterführung der Tutorien in den Modulen der Semester 1–3 ϐϐ Weiterführung des Mentorensystems ϐϐ Einsatz ausgewählter E-Learning Einheiten zur Selbstkontrolle des Lernfortschrittes ϐϐ Einführung eines Selfassessment-Moduls in der Bewerbungsphase für den Bachelor-Studiengang ϐϐ Stärkere Einbindung ausländischer Studierender in Mentoren- und Tutorenprogramme ϐϐ Teilnahme am Netzwerk hessischer Hochschulen zur Verbesserung von Teilzeitstudienangeboten

Interdisziplinarität: Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen

Der Bachelorstudiengang bietet eine theoretisch fundierte und gleichzeitig praxisbezogene Ausbildung. Der ausgeprägte Praxisbezug führt zu einer hohen Auslastung der Labore und Technika. Um Synergien zu realisieren, werden zunehmend Labore mit dem Fachbereich Oe zusammen genutzt (Sensorik-Labor). Zurzeit wird das Konzept für ein gemeinsames Labor „Molekularbiologie“ mit dem Fachbereich Oe erarbeitet.

Forschung Bisherige Forschungsschwerpunkte und künftige Ausgestaltung

Der Fachbereich ist mit seinen Forschungsschwerpunkten sehr breit aufgestellt. Der Umfang der eingeworbenen Drittmittel belegt eine hohe Forschungsorientierung der Professoren. Forschungsprojekte werden großenteils in enger Kooperation mit der forschenden Industrie oder anderen Hochschulen durchgeführt. Als wesentliche Schwerpunkte sind zu nennen: ϐϐ die Funktionalisierung von Lebensmitteln bzw. Lebensmittelinhaltsstoffen und ϐϐ die Entwicklung von Messmethoden in der Lebensmittelindustrie sowie ϐϐ das Abfallmanagement.


Daneben spielen singuläre Forschungsprojekte mit den kooperierenden ausländischen Universitäten eine nicht unerhebliche Rolle. Künftig sollen die Forschungsaktivitäten auf dem hohen Niveau stabilisiert und gezielt in einzelnen Disziplinen weiter ausgebaut werden.

Wissenschaftliche Weiterbildung

Im Rahmen der APV (Arbeitskreis für Pharmazeutische Verfahrenstechnik e. V.) und des Behr’s-Verlages werden seit 2003 regelmäßig Seminare zu speziellen Kapiteln der Trocknungstechnik angeboten. Einzelne Module aus dem „Berufsbegleitenden MasterStudiengang“ sollen so konzipiert werden, dass sie als Weiterbildung angeboten und zertifiziert werden können.

Internationalisierung

Die Kooperationen mit ausländischen Hochschulen, sowohl innerhalb des Erasmus-Programms (Universidad de Lleida/Spanien, Corvinus Universität Budapest/Ungarn, École Superieure de Nantes/Frankreich, Universidad de La Laguna/Spanien, University College Cork /Irland) als auch außerhalb von Europa (University of Kyoto/Japan, University of Nagasaki/Japan, Sunshine Coast/Australien) sollen in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. Während der Dozentenaustausch bereits auf einem hohen Niveau etabliert ist, soll die Anzahl der Incomings und der Outgoings durch Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern erhöht werden. Wesentliches Element zur Erhöhung der Outgoings ist die Etablierung des Bachelor-Plus-Programmes des DAAD durch Kooperationsabkommen mit ausgewählten Universitäten. Die bisher schon hohe Akzeptanz des Studienangebotes bei internationalen Studierenden soll zukünftig durch das Angebot eines speziellen Propädeutikum noch verbessert werden, wobei die internationalen Bewerber auf das Studium der Lebensmitteltechnologie vorbereitet und durch auf die Bedürfnisse ausländischer Studierender zugeschnittene Mentoren- und Tutorensysteme gefördert werden. Mittelfristig ist keine Erweiterung des Anteils englischsprachiger Vorlesungen geplant, da ausländische Studierende des Fachbereiches in der Regel nicht aus dem englischsprachigen Bereich kommen.

Personalentwicklung

Der Anteil der Lehraufträge im Fachbereich ist in den vergangenen Jahren parallel zu den steigenden Studentenzahlen stetig angestiegen. Um den hohen Qualitätsstandard in der Lehre und bei der Betreuung einer weiterhin zunehmenden Zahl von Studierenden sicherzustellen, soll die Anzahl der Professoren erhöht werden. In 2011 soll die Berufung der Professur „Bioverfahrenstechnik“ abgeschlossen werden. Mit der Berufung der 12. Professur des Fachbereiches in 2012 (Denomination noch offen) beabsichtigt der Fachbereich die Personalplanung entsprechend der Lehrnachfrage abzurunden. Die Zahl der Laboringenieure muss in diesem Zusammenhang entsprechend angepasst werden, um die adäquate Betreuung der Studierenden in den Praktika sicherzustellen.

Maßnahmen zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Zur Zeit befinden sich im Fachbereich 5 Doktoranden. Die Anzahl der Doktorandenstellen soll durch kooperative Promotionen (z. B. mit den ausländischen Kooperationspartnern) und über Drittmittelfinanzierung erhöht werden.

47


7.4  Fachbereich Oecotrophologie Der Fachbereich Oecotrophologie will bei stark steigenden Studierendenzahlen Lehre und Betreuung seiner Studierenden auf hohem Niveau halten und weiter verbessern, dabei den projekt-, problem- und praxisorientierten Ansatz ausbauen und dadurch sowie durch entsprechende Profilierung auch überregional für Studienbewerberinnen und -bewerbern attraktiv bleiben. Zum Verständnis der Entwicklungsplanung des Fachbereichs Oecotrophologie (FB Oe) erscheint es notwendig, zunächst die in den letzten Jahren bereits erfolgten Entwicklungen aufzuzeigen. Ausgehend von dieser Darstellung werden die zukünftigen Entwicklungspläne aufgeführt und die zu deren Realisation notwendigen Ressourcen benannt. Die Entwicklung der FB Oe während der letzten Jahre war durch tiefgreifende Veränderungen gekennzeichnet: ϐϐ Entwicklung und Umsetzung neuer Studiengänge (Studienangebot s.u.) ϐϐ Entwicklung und Implementation berufsbegleitender Studiengänge; ϐϐ Verdoppelung der Studierendenzahl seit 2006; ϐϐ Weiterbildungsangebote im Sinne des Life Long Learning; ϐϐ verstärkte Forschungsaktivitäten inklusive Einrichtung von zwei Promotionsstellen. Die Attraktivität der Angebote des FB Oe spiegeln sich in den Bewerberzahlen wider; für die Bachelorstudiengänge liegen diese seit Jahren um ein Vielfaches über der Zahl der Studienplätze. Externe Evaluationen und die erfolgreiche Reakkreditierung in 2010 zeigen, dass eine hohe Qualität von Lehre und Lernen erreicht wurde, unterstützt durch das bereits seit 10 Jahren implementierte QM-System, bei dem die kontinuierliche Verbesserung der Lehre im Vordergrund steht.

Der FB bietet derzeitig folgendes Studienangebot an: ϐϐ BSc. „Oecotrophologie: Ernährung, Gesundheit, Lebensmittelwirtschaft“ mit zusätzlichen Vertiefungsfächern (Lebensmittelbewertung, International Nutrition, Ernährungskommunikation). ϐϐ B.Sc. „Oecotrophologie: Verpflegungs- und Versorgungsmanagement“ ϐϐ M.Sc. „International Food Business and Consumer Stu48 Entwicklungsplan 2011–2015

dies“ (in Kooperation mit der Universität Kassel) ϐϐ M.Sc. „Public Health Nutrition“ (in Kooperation mit dem Fachbereich „Pflege und Gesundheit“ der HS Fulda) ϐϐ Weiterbildungsstudienangebot „Zertifikat Ernährungspsychologie“ ϐϐ Weiterbildungsstudienangebot „Zertifikat Lebensmittelqualität

Lehre und Studium

Da Ernährung, Lebensmittel und Gesundheit zentrale Zukunftshemen darstellen, verfügen die angebotenen Studiengänge über eine sehr hohe Attraktivität. Der Fachbereich Oe ist bestrebt, die hohe Attraktivität der Studiengänge zu halten bzw. durch eine Ausdifferenzierung der Studienangebote und Diversifizierung der Zugangsmöglichkeiten noch weiter zu steigern. Um auch auf gesellschaftliche Veränderungen und Weiterentwicklungen in für den FB Oe relevanten Berufsfeldern angemessen reagieren zu können, sind weitere neue Studiengänge geplant beziehungsweise in Erwägung gezogen: ϐϐ Dualer Studiengang „Lifecycle Catering“ (zu dessen Entwicklung wurde von den Industriepartnern des Fachbereichs ein Antrag auf Fördermittel beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung gestellt) ϐϐ Dualer Studiengang „Diätologie“ (Anm.: Europaweite Entwicklungen machen die Akademisierung der Ausbildung zur Diätassistentin notwendig, Antrag im Studienstrukturprogramm 2011) ϐϐ Dualer Studiengang im Bereich „Ernährungs- und Dienstleistungswirtschaft“ (ebenfalls mit dem Ziel der Akademisierung geeigneter Ausbildungsgänge im Einklang mit europaweiten Entwicklungen) ϐϐ Masterstudiengang im Bereich Lehrerausbildung zu den Themen Oecotrophologie: Ernährungs- und Verbraucherbildung (Kooperation mit Universität Paderborn, Prof. Heseker, Antrag bereits im Studienstrukturprogramm 2011) ϐϐ Masterstudiengang „Ernährungspsychologie“ in Kooperation mit der Universität Göttingen Kernelement aller hier beschriebenen Studiengänge wird die den Fachbereich kennzeichnende enge Verzahnung von Theorie und Praxis sowie die intensive, individuelle Betreuung und Förderung der Studierenden sein. Dazu gehö-


ren das bereits seit Jahren erfolgreich implementierte Projektstudium, der angestrebte weitere Ausbau innovativer didaktischer Methoden sowie der Ausbau von E-Learning und problem based learning. Die erworbenen Kompetenzen unserer Absolventeninnen und Absolventen sorgen nachweislich für eine gute Berufsorientierung und Platzierung auf dem Arbeitsmarkt, was auch weiterhin Ziel der Fachbereichsaktivitäten bleiben soll. Darüber hinaus bleibt es erklärtes Ziel, die Studierenden zum lebenslangen Lernen zu befähigen. Des Weiteren fördert der FB Oe in besonderem Maße die Vereinbarkeit von Studium und Familie, was angesichts des sehr hohen Frauenanteils unter den Studierenden unbedingt beibehalten werden soll. Dazu sollen berufsbegleitende Angebote sowie die stark nachgefragte fachbereichsübergreifende Frauenförderreihe entsprechend der Zielsetzungen des in 2009 erworbenen TOTAL E-QUALITYPrädikats weiter ausgebaut werden. Angestrebt ist es, die konstant überdurchschnittlich hohen Raten an Absolventinnen und Absolventen in der Regelstudienzeit zu halten. Der FB Oe möchte die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausbauen. Dazu sollen u.a. weitere Promotionsstellen geschaffen werden. Außerdem soll die AlumniBindung z. B. durch Fortbildungsveranstaltungen erhöht werden.

Realisierung der Entwicklungsplanung

Dreh- und Angelpunkt für die Realisierung der Entwicklungsplanung ist der Ausbau der personellen Ressourcen.

Forschung

Der Fachbereich Oecotrophologie versteht sich als forschender Fachbereich. Die in den letzten Jahren eingeworbenen Drittmittel (EU, BMVEL, WCRF 2, Patentveredlungsfond der WI-Bank Hess) unterstreichen diesen Anspruch. Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Mikrobiologie, Lebensmittelqualität, Schulverpflegung, Ernährungsepidemiologie und (gemeindenahe) Gesundheitsförderung. Viele Forschungsprojekte werden in Kooperation mit anderen Hochschulen, Universitäten, Forschungsinstituten, sowie Wirtschafts- und Industriepartnern im In- und Ausland durchgeführt. Die Entwicklungsplanung sieht vor, diese Aktivitäten weiter auszubauen. Die bereits begonnene Betreuung von Promovierenden soll beibehalten und wenn möglich ausgebaut werden. Aus dem Fachbereich ist das Wissenschaftliche Zentrum

„Catering, Management, Kulinaristik“ der Hochschule Fulda hervorgegangen. Entwicklungsziel des FB Oe ist es, die Verzahnung von Forschung und Lehre weiter voran zu treiben. So wird angestrebt, auch im Rahmen der Projektarbeit mit wissenschaftlichen Standards der Forschung zu arbeiten, um auch hier Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Der FB Oe plant die Veranstaltung/Ausrichtung von nationalen und internationalen Tagungen auszubauen.

Realisierung der Entwicklungsplanung

Für den Ausbau der Forschungsaktivitäten müssen personelle Ressourcen verlässlich zur Verfügung gestellt werden können, d. h. entsprechende Lehrdeputatsreduktionen müssen trotz des Ausbaus der Studienangebote gewährleistet sein. Zusätzlich sind die Einstellung von wissenschaftlichen Mitarbeitern und studentischen Hilfskräften im Kontext der Forschungsaktivitäten wünschenswert. Im Sinne der Förderung von Absolventeninnen und Absolventen sollten Ressourcen für die Einrichtung von Promotionsund Projektstellen bereitgestellt bzw. durch Drittmittelakquise generiert werden. Letzteres wiederum erfordert, dass die Professorinnen und Professoren über zeitliche Ressourcen zur Antragstellung verfügen. Ein Ausbau der Forschungsaktivitäten ist somit nur auf Basis einer soliden Grundfinanzierung des Fachbereichs möglich.

Wissenschaftliche Weiterbildung

Zusätzlich zu den bereits eingeführten wissenschaftlichen Weiterbildungsangeboten (s. o.) sind bedarfsorientiert weitere Angebote geplant, wie das Weiterbildungszertifikat „Sport und Ernährung“. Darüber hinaus ist der FB Oe bestrebt, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Professorinnen und Professoren weiterhin qualifizierende Maßnahmen zu ermöglichen.

Realisierung der Entwicklungsplanung

Für die Weiterbildung der Mitarbeiter bzw. dessen Ausbau strebt der Fachbereich eine Erhöhung der diesbezüglichen Aufwendungen an. Dies gelingt nur, wenn dem Fachbereich entsprechende, frei verfügbare Finanzmittel zur Verfügung stehen. ⟼

49


7.5  Fachbereich Pflege und Gesundheit

⟞ Internationalisierung

Hinsichtlich der Internationalisierung strebt der FB Oe an, alle Statusgruppen einzubeziehen: die Mobilität der Studierenden, aber auch die der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Professorinnen und Professoren soll erhöht werden, indem die bereits bestehenden zahlreichen Partnerschaften mit Fachbereichen im Ausland intensiviert bzw. durch Gewinnung neuer Partner ausgebaut werden. Der derzeit etwas geminderten studentischen Auslandsmobilität soll mit zusätzlichen Informationsveranstaltungen mit deutlichem Hinweis auf die „Mobilitätsfenster“, die die Prüfungsordnungen ermöglichen, begegnet werden. Außerdem soll das Angebot an englischsprachigen Lehrveranstaltungen erweitert werden. Bei Ausschreibungen von Professuren sollen (unter Nutzung der Auslandskontakte) mögliche Bewerberinnen und Bewerbern aus dem Ausland erreicht werden.

Realisierung der Entwicklungsplanung

Zusätzliche Mittel für Sprachkurse werden benötigt, um die internationale Mobilität weiter zu fördern und auch den Studierenden, die kaum mit fremdsprachlicher Ausbildung an die Hochschule kommen, einen Zugang zum internationalen Austausch zu ermöglichen. Für die internationale Mobilität von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Professorinnen und Professoren sollten unterstützende Reisegelder für Reisen ins außereuropäische Ausland zur Verfügung gestellt werden können, sofern nicht andere Fördermöglichkeiten genutzt werden können. |

50 Entwicklungsplan 2011–2015

Lehre und Studium

Der Fachbereich Pflege und Gesundheit hat mit seinem Studienangebot für nahezu alle Gesundheitsberufe und seiner Schwerpunktsetzung in den Gesundheitswissenschaften in der hessischen Hochschullandschaft ein Alleinstellungsmerkmal, das er teilweise in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg und dem Institut für Berufsbildung der Universität Kassel wahrnimmt. An den wenigen anderen hessischen Hochschulen mit gesundheitsbezogenen Angeboten stehen – neben der Medizinerausbildung – ausschließlich pflegewissenschaftliche Studiengänge im Vordergrund. Der Fachbereich beabsichtigt, die bestehenden formellen Kooperationsbeziehungen zu vertiefen und ergänzende informelle Kooperationsbeziehungen zur Medizinischen Fakultät der Goethe-Universität Frankfurt auszubauen und zu stabilisieren. Der Fachbereich bietet mit insgesamt fünf Bachelor-Studiengängen (davon einer kooperativ) und vier Master-Studiengängen (davon drei kooperativ, die Einschreibung erfolgt zurzeit jeweils bei der kooperierenden Einrichtung), ein hoch diversifiziertes, der Berufsrealität der Gesundheitsversorgung adäquates Studienangebot, das mit hohen Synergieeffekten ausgestaltet ist. Alle Studiengänge sind entsprechend den Anforderungen des Bologna-Prozesses erfolgreich akkreditiert bzw. reakkreditiert. Alle Lehrveranstaltungen im Fachbereich werden über die Lernplattform System2Teach evaluiert. Um sein Profil weiter zu entwickeln, das Studienangebot weiter zu diversifizieren und möglichst allen Gesundheitsfachberufen adäquate Studienmöglichkeiten anzubieten, plant der Fachbereich den Ausbau der Studienangebote im Bereich der primärqualifizierenden (dualen) geregelten Ausbildungen und der berufsaufbauenden geregelten Weiterbildungen im Gesundheitswesen. Damit trägt er zur Verbesserung der Verzahnungen beruflicher und hochschulischer Qualifikation im Sinne des lebenslangen Lernens bei. Die Abbildung (S. 49) zeigt die geplante Studienstruktur und die mit ihr verbundenen Ausbauoptionen. Ab Wintersemester 2012/13 plant der Fachbereich deshalb einen dualen, primärqualifzierenden Bachelor-Studiengang „Hebammenkunde“ mit der Aufnahme von 30 Studierenden im Rahmen der Modellklausel für Gesundheitsberufe. Eine Machbarkeitsstudie hierzu wurde erfolgreich abgeschlossen, die Praxiseinrichtungen haben ihre Kooperationsbereitschaft signalisiert und das Präsidium der Hochschule unterstützt das Einrichtungskonzept. Die Umsetzung des Studienangebots ist abhängig von der


Studienstruktur des Fachbereichs Pflege und Gesundheit mit Ausbauoptionen Master-Studiengänge Public Health (u. Public Health Nutrition mit FB OE)

Fachliche Weiterqualifizierung z.B. Physiotherapie mit Uni Marburg

(Berufs-) Pädagogik mit Uni Kassel

W

W

W

W

Primärqualifizierende Studiengänge in nicht geregelten Berufen des Gesundheitswesens: Gesundheitsförderung

Primärqualifizierende (duale) Studiengänge in geregelten Berufen des Gesundheitswesens: z.B: Pflege, Physiotherapie, Hebammen

Berufsaufbauende (duale) fachlich weiter qualifizierende Studiengänge z. B: psychiatrische Pflege, Mental Health

Berufsaufbauende Studiengänge für Management im Gesundheitsbereich: Pflegemanagement, Gesundheitsmanagement

Bachelor-Studiengänge

W Diagramm 4 – Studienstruktur PG

W Ausbauoptionen

notwendigen Zustimmung des Sozialministeriums bzw. des die Rechtsaufsicht führenden Regierungspräsidiums Darmstadt. Im Rahmen dieser Modellklausel ist spätestens ab Wintersemester 2012/13 auch ein dualer Bachelor-Studiengang Physiotherapie geplant, der das bisherige berufsaufbauende Angebot ersetzen soll. Die Umsetzungsvoraussetzungen sind hier ähnlich wie im geplanten Bachelor-Studiengang Hebammenkunde. In der Planung befinden sich außerdem berufsaufbauende Studienangebote, in denen Fachweiterbildungen im Rahmen klinischer Spezialisierungen mit einem ersten Hochschulstudium verbunden werden können, z.B. im Bereich Psychiatrische Pflege/Mental Health Nursing. Folge des innerhessischen Alleinstellungsmerkmales in den Gesundheitswissenschaften ist, dass die Absolventinnen und Absolventen des Master-Studienganges Public Health bisher keine fachadäquate Promotionsmöglichkeit in Hessen haben. Ziel wäre deshalb, die Möglichkeit der Übertragung des Promotionsrechts für dieses Fach an den Fachbereich zu überprüfen oder alternativ geregelte kooperative Promotionsmöglichkeiten zu schaffen. In diesem Zusammenhang unterstützt der Fachbereich die Kooperation des Präsidiums mit der Hochschulleitung der Universität Kassel im Bereich Promotionsmöglichkeiten durch die Beantragung eines Forschungskollegs beim BMBF.

Ein wesentliches Entwicklungsziel betrifft die Raumausstattung des Fachbereichs. Das sukzessive Wachstum des Fachbereichs und die erforderliche Ausstattung mit Fachräumen sind in der Raumausstattung für Studium und Lehre nicht hinreichend berücksichtigt. Engpässe gibt es darüber hinaus bei Büros für Professorinnen und Professoren sowie für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die auch aufgrund der großen Zahl an Drittmittelbeschäftigen (aktuell ca. 25) ohnehin bereits deutlich angespannte Raumsituation wird sich noch deutlich verschärfen, wenn das Studienangebot in den nächsten Jahren wie geplant ausgebaut wird. Das System der Ausbildung studentischer Tutorinnen und Tutoren zur Verbesserung der Qualität der Lehre war für die Hochschule beispielgebend. Zwei feste Mitarbeiterinnen sind als Tutorenausbilderinnen qualifiziert und haben ein Ausbildungskonzept entwickelt, durchgeführt und evaluiert. Dieses System soll weitergeführt sowie in einen fachbereichsübergreifenden und einen fachbereichsinternen Teil differenziert werden. In Kombination von Tutorenausbildung, Tutorentätigkeit und erfolgreichen Abschluss eines pädagogischen Moduls können Studierende künftig ein zusätzliches Zertifikat erwerben, dass sie zur Durchführung von Lehrtätigkeiten an einigen Schulen des Gesundheitswesens befähigt und auf einen pädagogisch ausgerichteten Master-Studiengang vorbereitet. ⟼ 51


⟞ Forschung

Der Fachbereich Pflege und Gesundheit ist außergewöhnlich forschungsstark. Besondere Expertise konnte insbesondere in denen Bereichen „Klimawandel und Gesundheit“, „Gesundheitsschutz bei interpersoneller Gewalt“, „Demografischer Wandel und neue Methoden“ sowie Fragen der Gesundheitssystemgestaltung entwickelt werden. In diesem Zusammenhang plant der Fachbereich, einen Antrag für einen LOEWE-Schwerpunkt im Arbeitsgebiet „Gesundheitsschutz bei interpersoneller Gewalt“ zu stellen und dazu die innerhessischen Forschungskooperationen auszubauen. Das hohe Drittmittelvolumen führt allerdings zu einer Überbeanspruchung der beteiligten Professorinnen und Professoren, so dass das bestehende Drittmittelvolumen nur bei Vorliegen günstiger Voraussetzungen gehalten werden kann. Hierzu muss insbesondere eine unterstützende Infrastruktur im Rahmen des neu geschaffenen Public Health Instituts geschaffen werden. Es ist daher geplant, dass der Fachbereich seine besonderen Kompetenzen in den oben genannten Bereichen insgesamt weiter konzentriert und über das neu eingerichtete Public Health Institute Fulda (PHI) prononciert. Wegen der hohen Synergien wird vor allem die Förderung von Forschungsprojekten in nationalen und internationalen Verbünden (hier insbesondere Förderung durch die europäische Union) angestrebt. In solchen Verbünden (KLIMZUG mit der Universität Kassel, QUALICOPC mit Universitäten in den Niederlanden, Italien, Belgien und Slowenien, Kooperation innerhalb der Violence Prevention Alliance der Weltgesundheitsorganisation) war der Fachbereich schon in der Vergangenheit sehr erfolgreich vertreten. In diesem Zusammenhang soll zur Verbesserung der Promotionsmöglichkeiten der beteiligten Drittmittelmitarbeiterinnen und -mitarbeiter vor allem die Kooperation mit in- und ausländischen Universitäten forciert werden.

Wissenschaftliche Weiterbildung

Der Fachbereich plant die Weiterführung des erfolgreich etablierten Weiterbildungsangebots Palliative Care. Es ist allerdings nicht abzusehen, welche Folgen die ab Juli 2011 zu implementierende Vollkostenrechnung auf die Konkurrenzfähigkeit dieses Angebots haben wird.

52

Entwicklungsplan 2011–2015

Internationalisierung

Der Fachbereich zeichnet sich durch ein hohes Maß an Internationalisierung im Rahmen der oben angesprochenen Forschungskooperationen aus. Die bisherige strategische Ausrichtung nach Nord- und Osteuropa wird durch neue Kontakte nach Südamerika (Brasilien) und Kanada (Toronto und Vancouver) ergänzt. In nahezu allen Studiengängen sind zur Verbesserung studentischer Mobilität sog. Mobilitätsfenster eingebaut, ein Konzept, das in einem Projekt des DAAD (MOC-CA) gemeinsam mit dem Fachbereich entwickelt wurde. Zur besseren Betreuung internationaler Studierender erprobt der Fachbereich derzeit ein spezielles Tutorensystem.

Personalentwicklung

Der Fachbereich plant aus Gründen der Qualitätssicherung, den Anteil von Lehraufträgen sukzessive durch das Lehrangebot dauerhaft beschäftigten Lehrpersonals zu ersetzen. Je nach Weiterentwicklung des Studienangebotes würde außerdem die Einrichtung von Fachprofessuren in Physiotherapie und Hebammenwissenschaft notwendig. Die Einrichtung von Stellen zur Studiengangskoordination hat sich bewährt; im Zuge der Weiterentwicklung des Studienangebotes sind diese entsprechend aufzustocken und in den geplanten dualen Studiengangsangeboten um praxiskoordinierende bzw. -betreuende Stellen zu ergänzen. Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch in Drittmittelprojekten, werden durch den Fachbereich im Rahmen der Nachwuchsförderung intensiv in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützt. Bisherige Maßnahmen (u. a. Promotionsstelle, Forschungswerkstatt, Methodenworkshops, Sprachkurs, Beteiligung an internationalen Tagungen) sollen ergänzt und systematisiert werden.|


7.6  Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften a. Fachbereich Einrichtung und Aufhebung von Studiengängen

Der FB Sozial- und Kulturwissenschaften (SK) verfügt mit den Studiengängen „Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Interkulturelle Beziehungen“ (B.A) und „Intercultural Communication and European Studies“ (M.A) über konsekutive Programme im sozialwissenschaftlichen Bereich und mit „Sozialrecht“ (LL.B.) und „Sozialrecht und Sozialwirtschaft“ LL.M. (zusammen mit der Universität Kassel) im sozialrechtlichen Bereich. Nach Möglichkeit soll im Zeitraum der Entwicklungsplanung – ebenfalls in Kooperation mit der Universität Kassel – ein Graduiertenkolleg realisiert werden, das Promotionsmöglichkeiten für beide Masterprogramme schafft. Zusammen mit der Universität Kassel soll auch die Möglichkeit der Einrichtung eines berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengangs „Sozialrecht und Sozialwirtschaft“ geprüft werden. Der Fachbereich hat sich dazu bereit erklärt, sich an der Lehre im dualen Studiengang BASS (BA Soziale Verwaltung und Sozialwirtschaft) zu beteiligen, falls dieser eingerichtet wird. Außerdem wird voraussichtlich zum Wintersemester 2011/2012 ein Aufbaumodul „Professionelles Coaching und Supervision“ in dem seit 10 Jahren erfolgreich betriebenen Weiterbildungsstudiengang „Sozialkompetenz“ (in Kooperation mit der ZFH) in Betrieb gehen. Der Fachbereich wird sich auch an dem Weiterbildungsangebot „Sport und Ernährung“ des Fachbereichs Oe beteiligen, falls dieses realisiert wird.

Attraktivität des Studienangebots (Entwicklung überregional sichtbarer Bachelor- und Masterstudiengänge)

Alle Studienprogramme des FB SK sind überregional sichtbar und haben in ihrer spezifischen Form Alleinstellungscharakter. Die Nachfrage nach den beiden zulassungsbeschränkten Bachelorprogrammen übersteigt das Angebot an Studienplätzen um ein Vielfaches. Es deutet sich an, dass die Nachfrage nach dem LL.M-Programm ebenfalls so hoch ist, dass die Universität Kassel möglicherweise eine Zulassungsbeschränkung beantragt. Das Masterprogramm ICEUS, das 1999 mit jeweils mehr als 30 Studierenden (davon mehr als C⁄d internationale Studierende) erfolgreich betrieben wird, sieht sich seit längerem starkem Wettbewerb ausgesetzt. Der Fachbereich ist dennoch sehr zuversichtlich, die Studierendenzahl konstant halten zu können.

Verbesserung der Studiensituation

Der FB SK unterzieht alle eigenen Studienprogramme einer kritischen Überprüfung mit Blick auf die allgemeine Kritik der Studierendenschaft im Rahmen des Bildungsstreiks 2009. Im Studiengang BASIB wurde bereits ein funktionsfähiges Mobilitätsfenster integriert, in dem ein empfohlenes, jedoch nicht verpflichtendes Auslandssemester durchgeführt werden kann. Geprüft wird, ob in BASIB ein dritter Wahlschwerpunkt eingerichtet und fakultativ englischsprachige Lehrveranstaltungen angeboten werden können. Im Studiengang Sozialrecht sollen ebenfalls die Wahlmöglichkeiten erhöht und die Anzahl der Tutorien gesteigert werden – auch diese Bemühungen resultieren aus der Überprüfung der Studienprogramme zusammen mit Studierenden. Außerdem ist der Fachbereich bestrebt, die Beschäftigungsfähigkeit der Bachelorabsolventinnen und -absolventen und die Wissenschaftskompetenz in allen Studienprogrammen weiter zu fördern. Die Beschäftigungsfähigkeit soll vor allem dadurch erhöht werden, dass den Studierenden durch eine Differenzierung der Studienprogramme und der Arbeit in Kleingruppen „Professionalisierungspfade“ eröffnet werden und sie Gelegenheit erhalten, in supervidierten Projekten ihre Praxiskompetenzen (Beispiele: Medienkompetenz, Journalistisches Schreiben, politische, soziale, rechtliche Beratungskompetenz) zu erhöhen. Einen Beitrag zur Entwicklung der Beschäftigungskompetenz soll auch durch die weitere Intensivierung der praxisintegrierenden (praxisorientierte Gastvorträge u.ä.) und der praxisaufsuchenden Lehre (z.B. Exkursionen, Gespräche in beschäftigungsrelevanten Einrichtungen) gewährleistet werden. Die Wissenschaftskompetenz soll dadurch verstärkt werden, dass die Zahl der Lehrforschungsprojekte erhöht wird, in denen der gesamte Zyklus wissenschaftlicher Forschungsvorhaben beispielhaft „durchlebt“ wird und die nach Möglichkeit zu kleineren Publikationen führen. Wie bisher soll die Publikation herausragender Abschlussarbeiten von Studierenden unterstützt werden. Weiter entwickelt werden soll auch die Nutzung von Multimediakomponenten in und für die Lehre. ⟼

53


⟞ Optimierung des Studienverlaufs (Maß-

nahmen zur Steigerung des Studienerfolgs, Erhöhung der AbsolventInnenquote, etc.)

Auf die Einrichtung eines Mobilitätskorridors im Studiengang BASIB zur Optimierung des Studienverlaufs wurde bereits hingewiesen. Angesichts einer geringen Schwundquote in den Programmen und einer hohen Zahl von Studienabschlüssen in der Regelstudienzeit sieht der Fachbereich keinen weiteren Handlungsbedarf.

Interdisziplinarität: Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen

Der Fachbereich SK ist – in Bezug auf die Studienprogramme wie auch die Zusammensetzung der Professorenschaft – in hohem Maße multidisziplinär: Die Fachdisziplinen Kommunikationswissenschaft (einschließlich Interkultureller Kommunikation), Politologie, Rechtswissenschaft, Soziologie sind in allen eigenen Studiengängen vertreten, Sportpädagogik nur in BASIB. Entsprechend der Entstehungsgeschichte der Fachbereiche Sozial- und Kulturwissenschaften an Hessischen Fachhochschulen bietet der Fachbereich (konkret: alle Professorinnen und Professoren des Fachbereichs) traditionell in anderen Fachbereichen der Hochschule Lehrveranstaltungen an, übernimmt in einigen Fällen sogar Modulverantwortung in den Studiengängen anderer Fachbereiche. Der Fachbereich SK ist jedoch – im Sinne der Förderung der Lehrverflechtung – seinerseits daran interessiert, auf die spezifischen Kompetenzen in anderen Fachbereichen zurückgreifen zu können.

Bisherige Forschungsschwerpunkte und künftige Ausgestaltung

Mit der Einrichtung des „Centre for Intercultural and European Studies“ (CINTEUS) hat der Fachbereich SK bereits seit langem ein gemeinsames Dach für seine multi- und interdisziplinären Forschungs- und Transferarbeiten in den Bereichen Interkulturalität, Migration & Integration sowie European Studies entwickelt. CINTEUS wurde 2010 in ein wissenschaftliches Zentrum der Hochschule überführt. Im Rahmen von CINTEUS werden auch in Zukunft alle thematisch einschlägigen Forschungsarbeiten gebündelt, wissenschaftliche Tagungen durchgeführt, eine Publikationsreihe herausgegeben, drei wissenschaftliche Sammlungen bzw. Archive (Wissenschaftliche Sammlung UNESCO-Biosphärenreservat, Peter-Kühne-Archiv „FluchtMigration-Asyl“, Archiv der „Forschungsgesellschaft Flucht und Migration“) betreut und öffentliche Veranstaltungen 54

Entwicklungsplan 2011–2015

organisiert. Darüber hinaus laufen Forschungsaktivitäten einzelner Professorinnen und Professoren insbesondere in den Bereichen Kommunikationswissenschaft, Arbeit & Gesundheit sowie Psychomotorik/ADHS sowie betriebliche Gesundheitsförderung für geistig behinderte Menschen. Der Fachbereich SK ist auf Einladung der Universität Kassel mit mehreren Kolleginnen und Kollegen an der Einrichtung eines Kompetenzzentrums (Arbeitstitel: Sozialrecht und Sozialwirtschaft) der Universität Kassel beteiligt. Es besteht die erklärte Absicht, aus dem Kompetenzzentrum heraus ein Promotions- oder Graduiertenkolleg zu entwickeln.

Wissenschaftliche Weiterbildung

Der Fachbereich SK betreibt seit 10 Jahren sehr erfolgreich den Zertifikats-Weiterbildungsstudiengang Sozialkompetenz (in Kooperation mit der ZFH). Geplant ist die Erweiterung dieses Studiengangs um ein Aufbaumodul „Professionelles Coaching & Supervision“. Das Modul soll im Wintersemester 2011/2012 erstmals angeboten werden.

Internationalisierung

Internationalität und Interkulturalität bilden eines der Kernelemente des Profils des FB SK. Dies drückt sich im Zuschnitt der beiden Studienprogramme BASIB und ICEUS aus, in denen Kernkompetenzen zur wissenschaftlichen Analyse und zum praktischen Umgang mit Interkulturalität und Europäisierung vermittelt werden. In beiden Fällen fand dieses internationale bzw. interkulturelle Profil auch öffentliche Anerkennung: Hessischer Integrationspreis 2007 für BASIB (Ehrenpreis), Förderung von ICEUS durch den DAAD und das Jean Monnet-Programm der Europäischen Kommission. Internationalität und Interkulturalität zeigen sich auch an der Zusammensetzung der Fachschaft. Insbesondere im bilingualen Studiengang ICEUS sind etwa zwei Drittel der Studierenden Bildungsausländer. Bislang haben Studierende aus etwa 70 Nationen den Studiengang erfolgreich abgeschlossen. ICEUS ist unserem Kenntnisstand nach das einzige von einer Fachhochschule getragene Masterprogramm, das im Rahmen der hoch kompetetiven Vergabe von DAAD-OSI-Stipendien anerkannt wird. Eine Reihe von Absolventinnen und Absolventen finden in Institutionen der Europäischen Union oder in Regierungsorganisationen ihrer Heimatländer Beschäftigung. Angesichts wachsender Konkurrenz vor allem im Bereich European Studies


wird es darauf ankommen, das seit 11 Jahren mit jeweils mehr als 30 Studierenden erfolgreich durchgeführte Programm so attraktiv zu gestalten, dass die Aufnahmezahl und die hohe Zahl internationaler Studierender erhalten werden kann. Im Studiengang BASIB führt mehr als die Hälfte der Studierenden ein empfohlenes, aber nicht verpflichtendes Auslandsemester durch. Diese Zahl soll mindestens gehalten und nach Möglichkeit ausgebaut werden, ohne den fakultativen Charakter zu verändern. Bei den Studierenden des Studiengangs Sozialrecht ist ein Auslandssemester derzeit eher die Ausnahme. Der Fachbereich wird den Versuch unternehmen, die Mobilität auch in diesem Studiengang zu erhöhen. Im Zeitraum der Entwicklungsplanung soll das englischsprachige Lehrangebot für eigene Studierende und insbesondere auch für Incoming-Studierende ausgebaut und intensiviert werden, nach Möglichkeit in Kooperation mit anderen Fachbereichen. Der Fachbereich ist darum bemüht, kontinuierlich internationale Gastdozentinnen und Gastdozenten in die Curricula zu integrieren oder zu Gastvorträgen einzuladen. Der Nestor der Soziolinguistik, Prof. Dr. John Gumperz, hat seinen Namen für die jährlich vom Fachbereich vergebenen „John-Gumperz-Lectures“ zur Verfügung gestellt. Internationalität und Interkulturalität drücken sich auch in der Denomination und Besetzung von Professuren aus: Der Fachbereich verfügt über eine Professur „Interkulturelle Kommunikation“ und über eine Professur „Politikwissenschaft/Europäische Integration/Europäische Wirtschafts- und Sozialpolitik“; Prof. Platzer ist Inhaber eines ad personam verliehenen „Jean Monnet Chair of European Integration“ der Europäischen Kommission. Mit der Denominierung „Soziologie mit Schwerpunkt Globalisierung“ hat der Fachbereich seinen Profilschwerpunkt im Bereich Internationalität und Interkulturalität weiter ausbauen können.

Geplante Berufungen und Wiederbesetzungen von Professuren

In den Planungszeitraum fallen voraussichtlich zwei Pensionierungen. Die Stellen sollen – ggf. mit leicht veränderter Denomination – wiederbesetzt werden. Das Verfahren zur derzeit nicht besetzten Professur „Sozialrecht mit Schwerpunkt Recht der sozialen Dienste“ ist eröffnet. Außerdem soll im Rahmen der Beteiligung am Hochschulpakt 2020 eine weitere Professur im Bereich Sozialwissenschaften besetzt werden.

Maßnahmen zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Der Fachbereich bemüht sich im Rahmen seiner Möglichkeiten um eine Förderung von Promovendinnen und Promovenden. Er ist bestrebt, den in Mitarbeitergesprächen erhobenen Bedarf an Personalentwicklungsmaßnahmen zu erfüllen. |

55


b. Fremdsprachenzentrum Der Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften ist zuständig für die fremdsprachliche Ausbildung aller Studierenden, wobei deren Quantität und qualitative Differenzierung seit dem Jahre 2000 dramatisch anwuchs. Derzeit bestehen Lehrangebote in elf Sprachen auf unterschiedlichen Kompetenzniveaus mit zurzeit etwa 380 SWS pro Studienjahr.

SWS

Die Grafi k veranschaulicht das quantitative Wachstum des Sprachlehrangebots in den letzten zehn Jahren.

250

200

150

100

50

Diagramm 5

56

Entwicklungsplan 2011–2015

WS 10/11

SS 10

WS 09/10

SS 09

WS 08/09

SS 08

SW 07/08

SS 07

WS 06/07

SS 06

WS 05/06

SS 05

WS 04/05

SS 04

WS 03/04

SS 03

WS 02/03

SS 02

WS 01/02

SS 01

WS 00/01

SWS

SS 00

WS 99/00

0


Das Angebot an Fremdsprachen soll im Entwicklungszeitraum am studentischen Bedarf orientiert weiter erhöht und nach Kompetenzniveaus und Fachsprachen differenziert werden. Ein spezielles Fremdsprachenzertifikat auf fortgeschrittenem Niveau (B2/C1) wird in den Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch angeboten. Das Angebot Fremdsprachenzertifikat soll im bestehenden Umfang fortgeführt werden. In den Semesterferien werden für interessierte Studierende spezielle Intensivsprachkurse in Englisch und Spanisch sowie in Deutsch für internationale Studierende angeboten. Diese Kurse sollen nach Bedarf weiter ausgebaut werden. Der Sprachenbereich bemüht sich darum, insbesondere Angebote zur Kompetenzerweiterung von Studierenden mit Migrationshintergrund zu intensivieren. Diese verfügen vielfach über muttersprachliche Kompetenzen, die jedoch für eine Nutzung in den Bereichen Wissenschaft und Beruf nicht ausreichen. Angebote bestehen bereits in Russisch und Türkisch, die systematisch evaluiert, optimiert und erweitert werden sollen. Der Fremdsprachebereich ist in diesem Zusammenhang auch darum bemüht, an ausländischen Partnerhochschulen Intensivsprachkurse zu organisieren. Das Programm wird seit einigen Jahren sehr erfolgreich für Studierende auf fortgeschrittenem Kompetenzniveau in russischer Sprache mit der Partnerhochschule in Sergiev Posad durchgeführt. Seit 2001 wird auch die „Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang“ (DSH) mit jährlich etwa 400 mündlichen und schriftlichen Prüfungen durchgeführt; 2006 wurden die früher vom International Office organisierten Vorbereitungskurse für die DSH in das Lehrangebot des Fachbereichs SK integriert. Das DSH-Programm soll in der bestehenden Form fortgeführt werden. Der Fremdsprachenbereich fungiert auch als Träger der allen Hochschulangehörigen über das Internet kostenfrei zugänglichen Lernsoftware CLT („Campus Language Training“) in fünf Fremdsprachen. CLT ersetzte das früher betriebene Fremdsprachenlabor und wird aus QSL-Mitteln finanziert. In Zusammenhang mit dem Einsatz von CLT soll das Blended Learning-Angebot deutlich intensiviert werden. Voraussetzung dafür ist die intensive Schulung von Lehrbeauftragten im Fremdsprachenbereich.

Ebenfalls vom Fremdsprachenbereich angeboten wird die unter Anleitung einer Lehrbeauftragten betriebene Sprach- und Schreibwerkstatt, in der Studierende aus allen Fachbereichen der Hochschule ihre sprachlichen Kompetenzen zur Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten in Einzelberatungen durch studentische Tutorinnen und Tutoren oder in Seminaren verbessern können. Das Angebot der Sprachwerkstatt wird gleichermaßen von deutschen wie von internationalen Studierenden genutzt, wobei es insbesondere für letztere die Gelegenheit bietet, ihre schriftsprachlichen Kompetenzen in Deutsch zu verbessern. Die ersten studentischen Tutorinnen der Sprachwerkstatt kamen bei der Verleihung des Hessischen Preises „Exzellenz in der Lehre“ in die Vorausscheidungsrunde und wurden für ihre Arbeit vom Preisgericht offiziell belobigt. Das Angebot der Sprach- und Schreibwerkstatt soll nach Möglichkeit verstetigt und professionalisiert werden. Das Sprachenzentrum ist integriert in das Zentrum für interkulturelle Sprachpraxis des Fachbereichs Sozial- und Kulturwissenschaften. Geplant ist die Intensivierung der Integration des Erwerbs von Fremdsprachenkompetenz und Interkultureller Kompetenz in Form von Pilotprojekten. Im Zeitraum der Entwicklungsplanung sollte auch die Frage diskutiert werden, ob und inwieweit die Hochschule einen im Zuge des Bolognaprozesses erkennbaren Rückzug einzelner Fachbereiche aus dem curricular gebundenen Fremdsprachenangebot für sinnvoll hält.

57


7.7  Fachbereich Sozialwesen Entwicklung und Konsolidierung

Der Fachbereich Sozialwesen hat in der Periode der Zielvereinbarungen 2006 bis 2010 einen erheblichen Strukturwandel vollzogen. In diesem Zeitraum konnten die beiden BA-Studiengänge Sozialer Arbeit BASA-P (Präsenzstudiengang) und BASA-O (blended learning Studiengang, berufsbegleitend) erfolgreich und ohne Auflagen im Jahr 2009 reakkreditiert werden, ein weiterer berufsbegleitender BA-Studiengang „Frühkindliche, inklusive Bildung“ wurde in 2009 akkreditiert. Alle Bachelorstudiengänge werden intensiv nachgefragt. In dieser Zielvereinbarungsperiode konnte der berufsbegleitende Masterstudiengang maps-online in seinen zwei arbeitsfeldbezogenen Studienrichtungen Gemeindepsychiatrie und Sozialraumentwicklung und -organisation erfolgreich in bisher fünf Jahrgängen umgesetzt werden, ein weiterer Masterstudiengang Psychosoziale Beratung und Therapie wurde 2009 akkreditiert und ermöglicht insbesondere den am Fachbereich ausgebildeten BA-Absolventeninnen und -Absolventen eine weitere, hochwertige Qualifizierung an der eigenen Hochschule. Alle grundständigen Bachelorstudiengänge sowie die Masterprogrammen sind inhaltlich und strukturell durch eine starke Verknüpfung der Ausbildungsziele mit den Erfordernissen der beruflichen Praxis gekennzeichnet. Dies wird ϐϐ im grundständigen BA-Studium der sozialen Arbeit durch ein breites Angebot an fachlichen Vertiefungen und Praxiseinheiten in Kooperation mit regionalen Einrichtungen sowie dem mit der Reakkreditierung (2009) bestätigten Modularisierungskonzept erreicht. ϐϐ in den blended learning BA-Studiengängen der Sozialen Arbeit (2009 reakkreditiert) sowie der frühkindlichen inklusiven Bildung (2009 akkreditiert) durch die berufsbegleitende Struktur sowie die integrierten arbeitsfeldbezogenen Vertiefungen gewährleistet. ϐϐ in den ebenfalls berufsbegleitenden Masterprogrammen zur Gemeindepsychiatrie und zur Sozialraumentwicklung und -organisation durch individuelle Lernvereinbarungen, die auf die jeweiligen Erfordernisse der Berufsbiographien und Bildungsziele der berufstätigen Masterstudierenden angepasst sind (2006 akkreditiert), sichergestellt.

58

Entwicklungsplan 2011–2015

ϐϐ auch im Masterprogramm zur Psychosozialen Beratung und Therapie (2009 akkreditiert) durch Einbeziehung von Reflexionstechniken gewährleistet. Zudem wird durch diesen Studiengang eine Lücke in der professionellen Ausbildung von Kinder- und Jugendpsychotherapeuten geschlossen. In allen Studiengängen (bis auf die in 2009 neu aufgelegten) sind die AbsolventInnenzahlen (in der Regelstudienzeit) in allen Studiengängen sehr hoch. Kleine Gruppen in allen Studiengängen gewährleisten eine sehr gute Studiensituation und eine engmaschige Betreuung der Studierenden. Zudem wird im Präsenz-Bachelor BASA-P eine besondere Studiengruppe für Studierende mit Betreuungsverpflichtungen in der Familie geführt, die deren zeitlicher Einbindung Rechnung trägt.

Verbesserung der Studiensituation

Der Fachbereich plant sein Profil klarer zu schärfen und sein Innovationspotenzial weiter auszunutzen. Daher sind zwei interdisziplinäre Studiengänge im Prozess der Entwicklung. Zum einen soll ein dualer Studiengang in Kooperation mit den hessischen Optionskommunen eingerichtet werden, der die besonderen Anforderungen der neuen Regelungen und Arbeitsprozesse im Bereich Langzeitarbeitslosigkeit bzw. der kommunalen (Sozial)Verwaltung als Kerngebiet hat. Dieser Bachelor „Soziale Verwaltung: Arbeit, Inclusion, soziale Sicherung“ (BASS) wird unter der Federführung des Fachbereichs Sozialwesen in Kooperation mit den Fachbereichen Pflege und Gesundheit, Sozial- und Kulturwissenschaften und Wirtschaft durchgeführt. Er soll zum Wintersemester 2011/12 starten. Inhalte und Planungen werden in enger Kooperation mit den beteiligten Kommunen bzw. Landkreisen erarbeitet. Zum anderen wird in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Elektrotechnik ein interdisziplinärer blended learning Bachelor Studiengang für Sozialinformatik (SI) entwickelt. Er soll, angesiedelt am FB Elektrotechnik und Informationstechnik in enger Kooperation mit SW, zum Wintersemester 2011/12 beginnen. Zuletzt soll ein berufsbegleitender Weiterbildungsstudiengang Master für Medienpädagogik aufgebaut werden, der in Kooperation mit der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien und dem Offenen Kanal Fulda durchgeführt wird. Damit will der Fachbereich dem Bedarf an einer themenbezogenen Weiterbildung


im Bereich der Sozialen Arbeit Rechnung tragen und in einem der zukunftsweisenden Felder, der Medienpädagogik, eine Spezialisierungsoption anbieten.

Forschung

Der Fachbereich Sozialwesen versteht sich als Institution der angewandten Forschung in Fragen der Sozialarbeitsforschung und den Bezugswissenschaften der Sozialen Arbeit. Der Fachbereich hat seine Fach- und Forschungskompetenzen in sechs Forschungsschwerpunkten gebündelt: ϐϐ Sozialer Raum/Sozialstrukturanalyse ϐϐ Rehabilitation/Teilhabeplanung ϐϐ Erziehung und Bildung ϐϐ Beratung und Therapie ϐϐ Gesundheit ϐϐ Soziales Management/Organisation Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligen sich intensiv und erfolgreich an den Forschungsausschreibungen der Hochschule, der Ministerien der Länder und des Bundes sowie der EU-Kommissionen. So wird beispielsweise eine Studie zur Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen durchgeführt. Das Forschungsprojekt ist am Institut für Personenzentrierte Hilfen gGmbH, das erste An-Institut der Hochschule, aus dem Fachbereich Sozialwesen heraus gegründet, angesiedelt. Der Fachbereich Sozialwesen sieht sich dabei einer Praxisforschung verpflichtet, die auch und gerade forschend bei der Problemlösung regionaler Einrichtungen und Organisationen unterstützt. Auf allen Ebenen der Forschungsorganisation ist der Fachbereich darum bemüht, Verknüpfungen zu den Ausbildungskonzepten seiner Studiengänge herzustellen und ermöglicht systematisch Studierenden der Masterstudiengänge, aber auch der BAStudiengänge Mitwirkungsmöglichkeiten an Forschungsvorhaben des Fachbereichs. Hiermit sichern die forschenden Professorinnen und Professoren auch die Qualität ihrer Lehre an der Hochschule, die kapazitär nur begrenzt Raum für Forschungstätigkeit lässt.

CeSST – fachbereichsübergreifendes Forschungszentrum

Zur Bündelung, Intensivierung und Profilierung hat der Fachbereich ein Konzept für ein fachbereichsübergreifendes Forschungszentrum entwickelt, dass im Januar 2011 gegründet wird. Das Center of Research for Society and

Sustainability (CeSST) soll Forschungsprojekte zum breiten Themenspektrum „Gesellschaft und Nachhaltigkeit“ in sozial- und kulturwissenschaftlichen, aber auch in natur- und technikwissenschaftlichen Felder unterstützen, koordinieren und langfristig generieren.

Qualitätsmanagement und Evaluation

Neben der quantitativen Evaluation durch Fragebögen zu jedem Seminar wurde am Fachbereich ein Konzept der „Systemreflexiven und lernorientierten Evaluation“ entwickelt (9/2007–2008). Dazu sind neue quantitative und qualitative Erhebungsinstrumente entwickelt worden, die von der gesamten HS Fulda übernommen worden sind. Das Evaluationskonzept fokussiert bildungstheoretisch auf dem Konzept des „Gelingenden Lernens“. Die Kriterien des Gelingens werden wertschätzend und partizipativ im Austausch zwischen Lehrenden, Studierenden, ggf. auch den Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern gemeinsam identifiziert und bearbeitet. Lernkulturentwicklung erfolgt als fortdauernder, formativer, sich verstärkender Lernprozess aller Beteiligten. Der Fachbereich setzt für seine Präsenzstudiengänge auch weiterhin auf dieses Evaluationskonzept in Kombination mit quantitativen und qualitativen Lehrevaluationen. Die Umsetzung des Konzepts soll weiter entwickelt und differenziert werden. In den berufsbegleitenden Studiengängen werden die online-basierten Evaluationsinstrumente weiter entwickelt und möglichst aussagefähig bei möglichst ressourcensparendem personellen Einsatz weiter entwickelt werden.

Wissenschaftliche Weiterbildung

Der Fachbereich Sozialwesen nimmt hochschulweit überproportional die gesetzlich verankerte Aufgabe des Angebots von Weiterbildungen wahr. Etabliert ist das Weiterbildungsstudienprogramm „Schuldnerberatung“. Dieses Zertifikatsstudienprogramm wird in verschiedenen Modulen gleichermaßen von Praktikerinnen und Praktikern im Bereich der Schuldnerberatung bzw. des Insolvenzrechts wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus diesen Bereichen eng verzahnt angeboten. Aufgrund der großen Nachfrage – das Angebot wird im Frühjahr 2010 zum vierten Mal mit mindestens 15 Teilnehmern beginnen – ist der Fachbereich bestrebt, diesen Bereich nicht nur zu erhalten, sondern auch auszubauen. Der Fachbereich hat derzeit folgende weitere Weiterbildungsprogramme in der Vorbereitung: ⟼ 59


⟞ Derzeit entscheidungsreif ist die Weiterbildung Case Ma-

nagement in der Behindertenhilfe und Psychiatrie, die eine breite Praxisnachfrage abdeckt. Die Weiterbildung soll im Frühjahr Jahr 2011 anlaufen. Im Umsetzungsprozess ist eine Weiterbildung „Sozialgerontologie“ für Berufe der Sozialen Arbeit. Eine Weiterbildung für Sozialarbeiterinnen und -arbeiter im Bereich interkulturelle Kompetenz ist in Planung. Auch die beiden letztgenannten sollen im Jahr 2011 beginnen.

Internationalisierung

Neben den bisherigen Kooperationen des Fachbereichs im Rahmen der Erasmus-Kooperationen mit Finnland, Holland, Norwegen, Schweden, Tschechien, Griechenland, Rumänien, Frankreich, Spanien, USA (Hessenkooperationen), Australien (Hessenkooperationen) wurden im Jahr 2010 neue Kooperationen mit einer amerikanischen Universität (San Francisco State University, Dep. Social Work) und zwei russischen Universitäten aufgebaut. Es handelt sich um die University „The Interregional Institute of Economics and Law“, St. Petersburg, Russia und die Sankt Petersburg State University of Service and Economy, Sankt Petersburg, Russia. Zur Erhöhung der Outgoings bietet der Fachbereich den Vertiefungsschwerpunkt „Soziale Arbeit im internationalen Kontext“, zusammen mit dem Auslandssemester „Schlüsselqualifikation Internationale Praxis“ an. Dadurch wird den Studierenden eine internationale Studienroute im regulären Studienprogramm BASA-P und in der Regelstudienzeit ermöglicht. Für die internationalen Studierenden wird ein einsemestriges Studienprogramm angeboten (30 Ects), das hinsichtlich Beginn und Ende an die internationalen Studienzeiten (August-Dezember) angepasst ist. Hier werden alle Veranstaltungen in Englisch angeboten, dieser International Course in Social Work wird mit dem o.g. Vertiefungsschwerpunkt kombiniert, d.h. die Studierenden der internationalen Studienroute von BASA-P studieren gemeinsam mit den Internationals. Die Vertiefungsschwerpunkte „Internationale Studienroute“ und der IC werden in Englisch angeboten. In anderen Veranstaltungen ist der FB bestrebt, zunehmend englischsprachige Literatur einzusetzen.

Personalentwicklung

Der Fachbereich plant 20,5 Professuren zu besetzen. Mit dieser Anzahl von Professuren ist die zurzeit vorliegende 60 Entwicklungsplan 2011–2015

bzw. geplante Auslastung der Studiengänge noch durchführbar.

Maßnahmen zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Es wurde in 2010 die Einrichtung des interdisziplinären, bundesweiten Promotionskollegs „Sozialpsychiatrie“ in Kooperation mit der Humboldt Universität zu Berlin umgesetzt. Zudem beteiligt sich der Fachbereich an einer Kooperation zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Promotionen) der Hochschule Rhein-Main, FB Sozialwesen und der Goethe Universität, FB Erziehungswissenschaften (im Rahmen des Master-Studiengangs maps). Im Prozess der Konzeptionalisierung befindet sich die Beteiligung am Promotionskolleg Sozialrecht-Sozialwirtschaft an der Universität Kassel, das vom FB Sozialund Kulturwissenschaften und Universität Kassel wesentlich aufgebaut wird. Der Aufbau einer Kooperation mit der Philipps-Universität Marburg, Research Center FUEGOS (Future Education, Groups and Organization Studies) ist in Planung. |

7.8  Fachbereich Wirtschaft Lehre und Studium

Der Fachbereich Wirtschaft ist mit seinem „Studiengangsportfolio“ in der Hochschullandschaft der Bundesrepublik gut platziert. Die jährlich beeindruckende große Zahl an Bewerbungen aus dem In- und Ausland belegt dies in überzeugender Weise. Diese Feststellung gilt für alle Studiengänge. Die Bologna-Umstellung wird mit Ablauf des Wintersemesters 2010/11 abgeschlossen sein. Der traditionelle Diplomstudiengang „Betriebswirtschaftslehre“ läuft dann aus; Lehrveranstaltungen für diesen Studiengang werden zukünftig nicht mehr angeboten und Prüfungen nicht mehr abgenommen. Das Studienprogramm des Fachbereichs besteht ab Sommersemester 2011 aus dem BA-Studiengang „Internationale Betriebswirtschaftslehre“, dem MA-Studiengang „Internationales Management“ und dem MA-Studiengang „Supply Chain Management“. Darüber hinaus ist der Fachbereich maßgeblich beteiligt an der Ausbildung im BA-Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen“, der organisatorisch im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik angesiedelt ist.


In dem BA-Studiengang „Internationale Betriebswirtschaftslehre“ und dem MA-Studiengang „Internationales Management“ werden jeweils zum Sommersemester und zum Wintersemester Studienanfänger immatrikuliert. Der MA-Studiengang „Supply Chain Management“ nimmt Studierende lediglich zum Wintersemester auf. Zu Beginn des Wintersemesters 2011/12 startet der Fachbereich zudem mit dem neuen dualen BA-Studiengang „Logistikmanagement“, der sechs Studiensemester umfasst und in enger Kooperation mit regional ansässigen Unternehmen entwickelt wurde. Es steht zu erwarten, dass auch dieses Angebot auf eine große Nachfrage trifft. Perspektivisch beabsichtigt der Fachbereich, sein „Studiengangsportfolio“ auszuweiten. Es ist geplant, einen neuen MA-Studiengang „Controlling“ einzuführen. Als Starttermin ist das Wintersemester 2014/15 ins Auge gefasst. Die Lehrveranstaltungen aller Studiengänge werden jedes Semester durch die Studierenden evaluiert. Die Ergebnisse liefern die Grundlage für eine kritische Überprüfung der Lehrinhalte und -methoden und für ein kontinuierliches Verbesserungsmanagement.

Forschung

Der Fachbereich Wirtschaft sieht seine Forschungsschwerpunkte in den Bereichen „Logistik“ und „Controlling“. Die Frage, ob und inwieweit die Forschungsaktivitäten in einem eigenständigen wissenschaftlichen Zentrum gebündelt oder in bereits bestehende wissenschaftliche Zentren der Hochschule integriert werden sollen, wird noch diskutiert. Dessen ungeachtet besteht die Absicht, den Umfang der eingeworbenen Drittmittel signifikant zu erhöhen. Die Forschungsaktivitäten der Professorinnen und Professoren des Fachbereichs Wirtschaft erfolgen im Übrigen auch in enger Abstimmung mit den kooperierenden ausländischen Partnerhochschulen. Die Ergebnisse werden zukünftig in regelmäßig organisierten Konferenzen sowohl im Ausland wie auch am Fachbereich ihren Ausdruck finden.

Perspektivisch kann auch eine „umfassende“ Konzeption in Form etwa eines berufsbegleitenden MBA-Studiums zur Anwendung kommen.

Internationalisierung

Der Fachbereich Wirtschaft sieht in einer konsequenten Internationalisierung seines Studienprogramms das entscheidende profilbildende Merkmal. Die Internationalisierung deckt in diesem Zusammenhang mehrere Aspekte ab. Inhaltlich bedeutet sie, dass in dem Lehrangebot des Fachbereichs internationalen Vergleichsstudien ein hoher Stellenwert zukommt. Für die Studierenden im BA-Studiengang „Internationale Betriebswirtschaftslehre“ ist zudem ein Auslandssemester obligatorisch. Darüber hinaus pflegt der Fachbereich einen intensiven Dozentenaustausch innerhalb des hochschulischen Netzwerks, das mit vielen ausländischen Hochschulen während der letzten Jahre geknüpft wurde. Wo immer möglich, werden Lehrveranstaltungen in Form von gemeinsam organisierten Videokonferenzen durchgeführt. Es ist beabsichtigt, den Anteil der englischsprachigen Lehrveranstaltungen im Laufe der nächsten Jahre auf mindestens 50 % zu erhöhen. In die gleiche Richtung zielt das Bemühen, das Studienprogramm des Fachbereichs verstärkt für ausländische Studierende attraktiv zu gestalten. Bereits heute sind überdurchschnittlich viele Incomings immatrikuliert.

Personalentwicklung

Die Personalentwicklung des Fachbereichs orientiert sich an den zuvor beschriebenen Strukturlinien. Sie qualifiziert die vorhandene Personalausstattung im Hinblick auf die Profil bildende Internationalisierung. Auch bei Neuberufungen kommt diesem Gesichtspunkt eine entscheidende Bedeutung zu.

Wissenschaftliche Weiterbildung

Mit einem Weiterbildungsprogramm „Betriebswirtschaftslehre für Ingenieure und Techniker“ hat der Fachbereich Wirtschaft vor einiger Zeit auf die konkrete Anfrage eines renommierten ortsansässigen Unternehmens reagiert. Es ist beabsichtigt, das Programm weiterzuentwickeln und als ständiges Angebot zu institutionalisieren. Zunächst wird es als Zertifikatslösung praktiziert werden. 61


8 Finanzplanung für die Hochschule Die Ergebnisrechnung der Jahre 2005 bis 2010 (2010 selbstverständlich noch nicht abgeschlossen) stellt sich wie in der folgenden Tabelle abgebildet dar. Die Daten sind den zertifizierten Jahresabschlüssen entnommen. Wegen Änderungen in der Buchungspraxis (Neutralisierung von Rückstellungen, Buchung aller Investitionsmittel ertrags- und aufwandswirksam, unterschiedliche Zuordnung von Studienbeiträgen und Mitteln zur Verbesserung von Studium und Lehre) sind die einzelnen Kalenderjahre nicht bzw. nur eingeschränkt vergleichbar. Jahre/Positionen Erträge aus Produktabgeltung Umsatzerlöse

2005

2006

2007

2008

2009

2010

18.474.485,76

18.574.100,42

20.795.320,68

23.235.140,89

25.195.700,00

26.283.506,00

1.310.799,13

1.415.512,30

1.501.661,83

1.931.946,19

2.544.354,00

2.200.000,00

531.597,21

513.971,73

1.232.747,54

2.430.993,24

784.293,96

800.000,00

20.316.882,10

20.503.584,45

23.529.730,05

27.598.080,32

28.524.347,96

29.283.506,00

Gebühren und Leistungsentgelte aus Verwaltungstätigkeit sonst. betriebl. Ertrag Betriebsertrag Bezogene Waren und Leistungen

3.749.769,06

4.876.010,24

8.571.427,03

3.133.080,90

3.421.183,40

3.500.000,00

24.066.651,16

25.379.594,69

32.101.157,08

30.731.161,22

31.945.531,36

32.783.506,00

2.212.030,77

2.224.891,47

2.452.974,95

3.104.811,76

3.041.313,19

3.100.000,00

Personalaufwand

16.888.292,33

19.362.540,96

21.897.130,26

21.621.755,69

22.595.778,13

23.230.000,00

Abschreibungen

2.539.766,95

2.283.147,79

2.772.545,54

2.637.669,13

3.043.844,22

3.000.000,00

sonst. betriebl. Aufwendungen

2.740.660,15

2.553.125,47

4.779.128,52

3.514.579,40

4.103.669,91

3.400.000,00

24.380.750,20

26.423.705,69

31.901.779,27

30.878.815,98

32.784.605,45

32.730.000,00

Betriebsaufwand Eigenergebnis

-314.099,04

-1.044.111,00

199.377,81

-147.654,76

-839.074,09

53.506,00

Betriebl. Erträge aus Transferleistungen inkl. Kostenersätze und Erstattungen

254.657,49

348.370,41

560.651,80

1.510.338,43

8.966.237,54

4.450.000,00

Steuer- und Leistungsergebnis

254.657,49

348.370,41

560.651,80

1.510.338,43

8.966.237,54

4.450.000,00

Verwaltungsergebnis

-59.441,55

-695.740,59

760.029,61

1.362.683,67

8.127.163,45

4.503.506,00

26.618,70

22.912,59

44.236,55

113.837,18

16.099,07

5.000,00

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

-32.822,85

-672.828,00

804.266,16

1.476.520,85

8.143.262,52

4.508.506,00

Außerordentliches Ergebnis

-838.434,52

-246.309,80

-487.333,08

-784.078,95

-6.227.270,53

-4.300.000,00

Jahresergebnis

-871.257,37

-919.137,80

316.933,08

692.441,90

1.915.991,99

208.506,00

Finanzergebnis

2008: Ausbuchung und Neutralisierung der Pensions- und Beihilferückstellungen 2009: Buchung aller Investitionsmittel ertrags- und aufwandswirksam inkl. Konjunkturpaket II 2007 / 2008 / 2009 unterschiedliche Zuordnung von StuBeiG- und QSL-Mitteln Tabelle 8 – Ergebnisrechnung für den Zeitraum 2005 - 2010

62 Entwicklungsplan 2011–2015


Die Erstellung einer Prognose für die nächsten fünf Jahre erscheint aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll. Zum einen muss auch in Zukunft mit Änderungsvorgaben im Buchungsverhalten gerechnet werden, und zumindest ein Teil der Erlöse (Drittmittel), aber auch der Produktabgeltung lässt sich nicht über mehrere Jahre abschätzen. Da sich letztlich die jährlichen Aufwendungen an den jeweiligen jährlichen Beträgen für Erlöse und Produktabgeltung orientieren, lassen sich auch keine seriösen Prognosen der Aufwendungen in dem Zeitraum bis 2015 erstellen. Wegen der großen Unsicherheiten wird zur Einschätzung der künftigen Finanzsituation ein anderes, methodisch eher ungenaues, aber einfacheres Verfahren gewählt. Es werden nur die direkt gebuchten Kosten für Lehre und Forschung ohne Drittmittelforschung und andere Dienstleistungen des Jahres 2009 betrachtet: Kosten 2009 F+L (FBe)

Kosten 2009

Steigerungsrate LENA

Kosten 2015

14.945.009

1,319

19.712.280

Betriebliche Kosten HV

4.205.303

1,319

5.546.743

Betriebliche Kosten ZE

3.122.031

1,319

4.117.920

Betriebliche Kosten Geb.

2.190.257

1,319

2.888.922

9.517.592

1,319

12.553.585

24.462.600

1,319

32.265.865

Summe ZE/ZV/Geb. Gesamtkosten

Tabelle 9 – Kostenentwicklung 2009 - 2015 ( Quelle: SAP Transaktion S_ARL_87013611 Kostenstellen Ist/Plan/Abweichung 2009

Den Kosten 2009 stand eine Lehrnachfrage von 3.871 Studierenden in der Regelstudienzeit (WS 08/09) in allen Fachbereichen in Höhe von 6.460 SWS gegenüber. Es sei hier nur angemerkt, dass die Kosten wegen des unzureichenden Budgets nicht den Bedarf widerspiegeln, der bei einer angemessenen Hochschulfinanzierung ausfinanziert werden könnte. 2015 wird mit über 5.000 Studierenden in der Regelstudienzeit kalkuliert, die bei ähnlichen Studienstrukturen wie 2010 rund 8.500 SWS nachfragen. Das wäre eine Erhöhung um 31,9 % bzw. absolut um 7.803.265 Euro. Um mindestens diesen Betrag müssten auch die Regelzuweisungen des Landes im Rahmen des Hochschulpaktes 20112015 und des HSP 2020 zunehmen, da diese zur Deckung genau dieser Ausbildungsleistung bestimmt sind. Die zu erwartenden Kostensteigerungen nach Fertigstellung der Baumaßnahmen im Jahr 2013/2014 sind hier nicht berücksichtigt.

Eine sichere Prognose über die Entwicklung des Budgets der Hochschule Fulda ist trotz des abgeschlossenen Hochschulpakts nicht möglich, da das Mittelverteilungsmodell des Landes nicht mit festen Beträgen z. B. je Studierenden arbeitet, sondern als „Verteilungsmodell“ die verfügbaren Mittel nach bestimmten Schlüsseln anteilig auf die Hochschulen verteilt. Die auf die Hochschule Fulda entfallende Summe ist daher nicht nur von der eigenen, sondern ebenso von der Entwicklung der anderen hessischen Hochschulen abhängig. Trotzdem wird mit einem Anstieg der Mittel um 1,4 Mio. Euro gerechnet, von denen im Jahr 2011 schon ein Anteil des Zuwachses in Höhe von 1,28 Mio. Euro erwartet wird. Zusammen mit einer kalkulierbaren Zuweisung aus Mitteln des HSP 2020 (Zuwachs ca. 4,5 Mio. Euro) kann also eine Budgeterhöhung für das Jahr 2015 um ca. 5,9 Mio. Euro unterstellt werden. Es bleibt also eine Deckungslücke von ca. 1,92 Mio. Euro, über die mit dem Ministerium im Rahmen der Zielvereinbarungen verhandelt werden sollte.

63


9 Anhang – Perspektiven für Studiengänge und Studierendenzahlen bis 2015 Tabellen Studienanfänger (1. Fachsemester) und Studierende in der Regelstudienzeit 2008–2015: In den folgenden Tabellen werden die bis WS 2010/11 erfolgten und ab Sommer 2011 prognostizierten Studienanfängerzahlen (1. Fachsemester) aller bestehenden und derzeit vorbereiteten Studiengänge abgebildet. Aus diesen Daten werden für die jeweiligen Studiengänge die Studierenden in der Regelstudienzeit hochgerechnet und im zweiten Teil der Tabelle wiedergegeben. Selbstverständlich können im Zeitraum bis 2015 weitere, bislang nicht erwähnte Studiengänge eingerichtet werden und/oder sich in der tatsächlichen Entwicklung der Studierendenzahlen Änderungen ergeben. 1. Fachsemester FB

Ab- Stg schl

S 08

W 08

S 09

W 09

S 10

W 10

Ist-Zahlen

S 11

W 11

S 12

W 12

S 13

W 13

S 14

W 14

S 15

W 15

Plan-/Prognosedaten

AI

B

AI

0

95

2

107

3

81

0

65

65

65

65

65

AI

B

WIN

0

69

0

70

3

96

0

65

65

65

65

65

AI

B

DIM

0

0

0

34

0

50

0

45

AI

M

AIM

0

27

18

28

20

16

25

25

AI

M

EB

0

27

2

36

8

33

0

25

AI

D

AI D ausl.

0

0

0

1

2

3

0

218

22

276

36

279

25

225

0

62

2

86

7

74

74 15

15

15

15

15

101

1

124

2

128

126

126

126

126

126

Summe AI ET

B

ET

ET

B

d_ET

ET

B

WI

0

ET

B

PRO

0

7

0

6

0

0

0

ET

B

SIN

ET

M

SDP

0

0

0

0

17

6

10

ET

D

ET-D ausl.

0

0

0

0

0

0

0

ET

D

WI-D ausl.

0

0

0

0

0

0

0

0

170

3

216

26

208

Summe ET B

LT

1

94

5

94

3

94

LT

M

FP

3

5

10

11

11

3

LT

M

BFP

LT

D

LT-D ausl.

10

10

255

25

5

45 25

225

0

25

0

1

0

0

0

5

99

16

105

14

97

20

90

0

45 25

225

25

45 25

25

25

74

225

25 25

25

74

225 74

0 30

30

30

30

10

10

10

10

10

10

10

10

10

255

10

255

10

255

10

255

95 20

5

120 20

15 1

25 25

74

85 20

25 25

30

LT

Summe LT

0

45 25

20

115

5

120 20

15

20

140

5

120 20

15

20

140

5 15

20

140

Oe

B

Oe

0

98

0

96

0

95

100

100

100

100

100

Oe

M

PHN

0

23

0

18

0

30

30

30

30

30

30

Oe

M

IFB

1

16

0

29

0

24

30

Oe

B

d_Oe

Oe

B

VVN bisher: HE ausl.)

Summe Oe

0

0

0

1

2

3

1

137

0

144

2

152

30

0

190

0

30

30

30

30

20

20

20

20

30

30

30

30

210

0

210

0

210

0

210

PG

B

P

1

48

0

50

2

57

55

55

55

55

55

PG

B

GM

0

46

0

56

0

58

56

50

50

50

50

PG

B

PM

0

26

0

30

0

31

30

25

25

25

25

64 Entwicklungsplan 2011–2015


1. Fachsemester FB

Ab- Stg schl

S 08

W 08

S 09

W 09

S 10

W 10

S 11

W 11

S 12

W 12

S 13

W 13

S 14

W 14

S 15

W 15

Ist-Zahlen Plan-/Prognosedaten PG

B

GF

0

33

0

38

0

57

56

55

55

55

55

PG

M

PH

0

34

0

34

0

31

34

30

30

30

30

PG

B

PT

25

0

0

11

1

16

25

PG

B

Heb

PG

M

PT-M

PG

M

PPG

Summe PG

9

0

0

9

2

5

0

16

0

12

0

22

35

203

0

240

5

277

15 283

30

30

30

25

25

25

15

15

15

300

12 0

30 25 10

10

10

295

15

10

10

10

295

15

10

10

10

295

15

15

SK

B

SIB

0

94

0

96

0

93

90

90

90

90

90

SK

M

ICE

0

32

4

34

4

35

30

30

30

30

30

SK

B

SR LL.B

0

47

0

47

0

49

SK

M

SSW (LL.M)

SK

D

SR D ausl.

Summe SK

0

173

4

177

4

177

45

45

45

45

45

20

20

20

20

20

20

20

20

20

20

20

185

20

185

20

185

20

185

20

185

SW

B

PSA

1

151

0

128

0

157

SW

B

OSA

29

0

32

0

32

0

SW

B

BIB

0

0

0

22

0

30

30

30

30

30

30

SW

M

PBT

0

0

0

30

0

28

25

25

25

25

25

SW

M

MPS

25

0

21

0

26

0

SW

B

SV

Summe SW

160 30

30

160 30

30

160 30

30 30

30 30

160 30

30 30

0

0 30

55

151

53

180

58

215

60

245

60

245

60

245

60

245

60

245

83

122

95

121

140

115

80

110

110

110

110

110

110

110

110

110

W

B

IBW

W

B

d_LM

W

M

IM M

0

47

1

45

3

66

W

M

SCM

0

0

0

18

0

22

W

M

CO

W

D

BW ausl.

0

1

0

0

1

0

0

Summe W

160 30

25 35

35

25 35

20 0

35

25 35

20 0

35

25 35

20

35

25 35

35

20

20

20

20

0

0

83

170

96

184

144

203

115

190

145

190

145

190

145

210

145

210

Summe insgesamt

179

1.321

194

1.522

289

1.608

250

1.663

295

1.725

290

1.745

290

1.765

290

1.765

ohne KoopMaster

169

1.289

194

1.472

287

1.557

230

1.586

260

1.645

260

1.670

260

1.690

260

1.690

nur Bachelor

140

1.093

137

1.217

195

1.284

110

1.347

140

1.395

140

1.420

140

1.420

140

1.420

38

227

56

304

91

321

140

316

155

330

150

325

150

345

150

345

nur Master

Tabelle 10 – Studienanfänger Ist 2008 – 2010, Prognose 2011 – 2015

65


Studierende in der Regelstudienzeit FB

Abschl.

Studiengang

W 08

S 09

W 09 S 10

W 10

Ist-Zahlen AI

B

AI

AI

B

WIN

AI

B

DIM

AI

M

AIM

AI

M

EB

AI

D

AI D ausl.

Summe AI ET

B

ET

ET

B

d_ET

ET

B

WI

ET

B

PRO

ET

B

SIN

ET

M

SDP

ET

D

ET

D

S 11

W 11

S 12

W 12

S 13

W 13

S 14

W 14

S 15

W 15

Plan-/Prognosedaten

347

325

293

263

223

205

199

186

184

170

171

159

171

159

171

69

64

121

123

201

187

196

180

195

181

171

159

171

159

171

0

0

34

36

85

79

119

111

122

114

118

110

118

110

118

27

40

57

71

64

70

68

71

76

76

76

76

76

76

76

45

28

62

43

65

28

49

20

43

20

43

20

43

20

43

2

0

0

0

0

0

490

457

567

536

638

569

631

568

620

561

579

524

579

524

579

146

143

216

173

215

182

240

192

250

189

248

189

248

189

248

15

14

28

27

40

38

50

48

50

220

191

304

230

341

267

357

275

364

271

361

269

360

269

360

9

9

15

13

8

5

4

2

1

0

0

0

0

0

0

30

27

52

47

71

64

86

64

86

0

0

0

17

21

29

24

27

27

27

27

27

27

27

27

ET-D ausl.

34

32

1

0

0

0

0

WI-D ausl.

39

30

0

1

0

0

0

Summe ET

448

405

536

434

585

483

670

537

722

561

747

587

771

597

771

LT

B

LT

278

245

305

239

298

224

288

219

293

220

321

243

341

269

366

LT

M

FP

12

14

23

31

22

31

21

36

22

36

22

36

22

36

22

LT

M

BFP

0

0

15

11

25

11

25

11

25

LT

D

LT-D ausl.

Summe LT

18

3

0

0

1

0

0

0

308

262

328

270

321

255

309

255

330

267

368

290

388

316

413

259

254

276

271

284

278

282

277

284

279

288

284

292

288

292

Oe

B

Oe

Oe

M

PHN

32

26

34

32

48

41

53

46

52

46

52

46

52

46

52

Oe

M

IFB

33

30

45

41

53

49

52

49

57

54

57

54

57

54

57

Oe

B

d_Oe

20

20

40

39

59

58

77

Oe

B

VVN bisher:HE ausl.)

24

0

0

0

27

26

56

55

85

84

88

86

88

86

88

348

310

355

344

412

394

443

427

498

483

525

509

548

532

566

Summe Oe PG

B

P

133

122

131

120

131

121

133

125

141

131

139

130

139

130

139

PG

B

GM

116

108

130

120

137

128

149

140

145

134

136

128

131

123

131

PG

B

PM

66

61

74

68

78

73

80

74

73

69

68

64

64

61

64

PG

B

GF

33

29

65

59

112

104

132

122

141

132

140

131

139

130

139

PG

M

PH

45

35

64

62

62

54

59

52

58

51

54

48

54

48

54

PG

B

PT

68

40

51

30

41

20

44

41

64

60

75

72

79

76

79

PG

B

Heb

0

25

23

45

42

63

59

80

PG

M

PT-M

24

9

10

11

17

15

20

32

41

47

42

38

34

34

34

PG

M

PPG

26

24

25

25

35

29

30

27

25

22

27

24

27

24

27

511

428

550

495

613

544

647

613

713

669

726

677

730

685

747

Summe PG SK

B

SIB

167

156

217

209

258

232

241

219

236

214

234

212

234

212

234

SK

M

ICE

60

63

62

66

68

62

61

55

56

51

56

51

56

51

56

66 Entwicklungsplan 2011–2015


Studierende in der Regelstudienzeit FB

Abschl.

Studiengang

W 08

S 09

W 09 S 10

W 10

S 11

W 11

S 12

W 12

S 13

W 13

S 14

W 14

S 15

W 15

Ist-Zahlen Plan-/Prognosedaten SK

B

SR LL.B

SK

M

SSW (LL.M)

SK

D

SR D ausl.

Summe SK

88

81

124

115

158

116

155

113

153

111

151

108

148

108

148

22

51

69

66

57

57

57

57

57

57

57

57

69

63

33

32

1

1

1

1

1

0

0

0

0

0

0

384

363

436

444

536

480

524

445

503

433

498

428

495

428

495

SW

B

PSA

453

442

432

417

415

392

425

406

449

429

452

432

452

432

452

SW

B

OSA

114

120

114

120

119

120

113

116

110

115

108

112

105

112

105

SW

B

BIB

0

0

22

22

52

49

77

73

100

95

104

98

104

98

104

SW

M

PBT

0

0

30

25

52

48

69

44

65

42

63

42

63

42

63

SW

M

MPS

52

61

38

65

41

68

48

73

50

76

50

76

50

76

50

SW

B

SV

0

30

28

55

51

77

71

95

Summe SW

619

623

636

649

679

677

762

740

829

808

854

831

869

831

869

516

620

670

768

754

682

665

649

583

582

577

602

602

602

602

25

24

48

45

68

65

86

65

86

W

B

IBW

W

B

d_LM

W

M

IM M

76

45

83

44

107

99

122

96

96

96

96

96

96

96

96

W

M

SCM

0

0

18

17

40

20

39

18

37

18

37

18

37

18

37

W

M

CO

20

18

37

W

D

BW ausl.

171

111

33

2

1

2

2

0

Summe W

763

776

804

831

902

803

853

787

764

741

778

781

841

799

858

Summe insgesamt

3.871

3.624

4.212

4.003

4.686

4.205

4.839

4.372

4.979

4.523

5.075

4.627

5.221

4.712

5.298

ohne KoopMaster

3.788

3.561

4.132

3.904

4.530

4.043

4.671

4.207

4.799

4.343

4.892

4.454

5.046

4.543

5.123

nur Bachelor

3.106

3.010

3.594

3.396

3.937

3.490

4.055

3.668

4.201

3.793

4.291

3.907

4.425

3.978

4.485

572

746

712

781

703

777

730

784

720

796

734

813

nur Master Ges-Std HFD

432

375

551

4.747

4.427

5.094

Tabelle 11 – Studierende in der Regelstudienzeit Ist 2008 – 2010, Prognose 2011 – 2015

67



Entwicklungsplanung