Page 1

16. – 27.11.2011

PREMIÈRE

E BRASIL Filme des Rio de Janeiro International Film Festival

English version included

16. – 27.11.2011

PRE

EMIÈRE BRASIL BRA Filme des


PREMIÈRE BRASIL

Mi 16.11. 19.30 h Eröffnung | Opening In Anwesenheit der Regisseure und der Kuratorin des Festivals

Filme des Rio de Janeiro International Film Festival 16. – 27.11.2011 „Première Brasil“ geht in die dritte Runde! Die Top Ten der besten neuen Filme aus Brasilien sowie ein Special für und mit Héctor Babenco, ausgewählt von der Kuratorin des Festivals, Ilda Santiago. Es ist das feine Gespür für eine Gesellschaft in Bewegung, für Menschen auf Identitätssuche, das die hier präsentierten Filme auszeichnet. Ebenso im Fokus ist die Geschichte von Diktaturen und Widerstand, deren Strukturen sich weltweit gleichen. Und auch das Fernsehen kommt zu Ehren: In einer TV-Lounge sind die Ausflüge bekannter Filmemacher ins Fernsehgenre zu genießen. Round three of “Première Brasil” features the top ten new films from Brazil, selected by curator Ilda Santiago, along with a special for Héctor Babenco, a focus on Brazilian documentary films and excursions by well-known film-makers into the medium of television.

2

VIPS

Spielfilm, R: Toniko Melo, Brasilien 2010, 96 min, OmE Foto: Milena Mendes

Toniko Melo (* 1960 in São Paulo) begann seine Karriere als Regisseur, Kameramann und Cutter von Fernsehproduktionen, Dokumentarfilmen sowie Videoclips für Künstler wie Caetano Veloso u. a. Als Regisseur von Werbefilmen gewann er bedeutende Auszeichnungen, auch auf internationalem Parkett. „VIPs“ ist Melos erster Spielfilm, der mit gleich vier Preisen beim Festival do Rio 2010 ausgezeichnet wurde.

Schon von klein auf ist Marcelo de Rocha fasziniert vom Spiel mit verschiedenen Identitäten, von Imitation und der Möglichkeit, für jemand anderes gehalten zu werden. Inspiriert von der realen Geschichte eines berüchtigten brasilianischen Hochstaplers, erzählt der Regisseur die Geschichte eines Mannes, der sich mit waghalsigem Erfindungsreichtum und Chuzpe ganz nach oben ins Jet-Set-Leben schwindelte. „VIPs“ erhielt auf dem Festival do Rio 2010 die Auszeichnung als bester Film. As one of the biggest bluffers in the history of Brazil, Marcelo de Rocha is constantly adopting new identities. His ability to change roles eventually gains him access to the jet set of Brazil.

Mi 16.11. 19.30 h In Anwesenheit des Regisseurs Sa 26.11. 20 h

3


LUZ NAS TREVAS LIGHT IN DARKNESS

Spielfilm, R: Helena Ignez/Ícaro C. Martins, Brasilien 2010, 83 min, OmE

O ABISMO PRATEADO THE SILVER CLIFF

Spielfilm, R: Karim Ainouz, Brasilien 2011, 84 min, OmE Die 40-jährige Violeta ist Zahnärztin. Mit Mann und Sohn ist sie gerade in eine neue Wohnung an der Copacabana gezogen. Ein Telefonanruf, der sie auf dem Weg zur Arbeit erreicht, lässt ihr geordnetes Leben von einem Moment auf den anderen aus den Fugen geraten. Verzweifelt stürzt sich Violeta in das urbane Chaos des nächtlichen Rio de Janeiro - eine Reise, die bis zum Morgengrauen andauern wird. An unexpected telephone call plunges the otherwise orderly life of Violeta, wife, mother and dentist, into chaos. What follows is a restless journey through the nightlife of Rio de Janeiro, a journey that will take until daybreak.

Basierend auf der wahren Geschichte eines Gangsters, der in den 1960er Jahren in São Paulo zur Legende wurde, schaffen Ignez und Martins einen existenzialistischen Kunstfilm in poppig-bunten Bildern. Während „Luz Vermelha“ (Rotlicht) in der Zelle eines überfüllten Hochsicherheitsgefängnisses seine Karriere Revue passieren lässt und sich philosophischer Lektüre widmet, tritt sein Sohn „Tudo-ou-Nada“ (Alles oder Nichts) draußen in die exzessiven Fußstapfen seines Vaters. This existential art film is a pop-like, multicolored trip through the underworld of São Paulo. At the center of attention are the gangster “Red Light”, who achieved a kind of “Robin Hood” status in the 1960s, and his son, who wishes to follow in his footsteps. Helena Ignez Helena Ignez (* 1942 in Salvador de Bahia) arbeitete als Schauspielerin mit bedeutenden Regisseuren der 60er Jahre wie Glauber Rocha und Rogério Sganzerla zusammen. Ihr erster Spielfilm als Regisseurin, „Canção de Baal“ (2007), gewann auf dem 32. Festival von Gramado den Kritikerpreis.

Karim Ainouz (* 1966 in Fortaleza) studierte Architektur an der Universität in Brasilia sowie Cinema Studies an der New York University. Mit „Madame Satã“ gelang ihm der internationale Durchbruch. Der Film wurde 2002 in Cannes uraufgeführt, „Suely in the Sky“ 2006 in Venedig. Neben seiner Regie-Tätigkeit schrieb er Drehbücher für andere Regisseure. 2004 kam er mit dem DAAD-Künstlerprogramm nach Berlin, wo er seither einen Wohnsitz hat. Er ist einer der bekanntesten und innovativsten Regisseure Brasiliens.

Do 17.11. 19 h in Anwesenheit des Regisseurs Fr 25.11. 20 h 4

Do 17.11. 21 h in Anwesenheit der Regisseurin Helena Ignez Sa 26.11. 22 h

Ícaro C. Martins (* 1954 in Santos) studierte Film an der Universität von São Paulo und begann seine Karriere als Regisseur des Kurzfilms „Favela“ (1976) bevor er mehrere Spielfilme schrieb und Regie führte. Er arbeitet als Drehbuchautor, Regisseur sowie als Programmdirektor bei TV Brasil. 5


PIXOTE: A LEI DO MAIS FRACO PIXOTE: THE LAW OF THE WEAKEST Spielfilm, R: Héctor Babenco, Brasilien 1980, 128 min, OmE

PREMIÈRE BRASIL - SPECIAL: HÉCTOR BABENCO

Der Film begleitet den Straßenjungen Pixote auf seinem Martyrium. In einer Besserungsanstalt für Jugendliche erlebt der Straßenjunge Pixote körperliche Misshandlung, sexuellen Missbrauch und tödliche Gewalt. Nur das Schnüffeln von Klebstoff spendet Trost. Aus Angst vor den Übergriffen flüchtet er zusammen mit einem Freund zurück in ein Leben als Kleinkrimineller auf der Straße. In der alternden Prostituierten Sueli sucht er eine Ersatzmutter. Doch nachdem Pixote einen ihrer Freier erschießt, wirft sie ihn raus. Wieder ist er auf sich allein gestellt…

„Première Brasil“ lädt den Regisseur zum Filmgespräch und zeigt drei seiner größten Filme. Héctor Babenco (* 1946 in Mar del Plata, Argentinien) arbeitete lange Jahre in Europa, Nordamerika und Afrika in verschiedenen Berufen, u. a. als Statist in Italo-Western. 1970 ging er nach Brasilien, wo ihn seine Faszination für das neue brasilianische Kino veranlasste, selbst Filmemacher zu werden. Mit „Pixote“ (1980) gelang ihm der internationale Durchbruch. In Hollywood drehte Babenco dann „Kiss of the Spider Woman“ (1985) nach dem gleichnamigen Roman von Manuel Puig und erhielt eine Oscarnominierung für die beste Regie. 1987 folgte „Ironweed“. Zurück in Brasilien erntete er 2003 mit „Carandiru“ und 2006 mit „Carandiru, Outras Histórias“, Filmen über das ehemals größte Gefängnis Lateinamerikas, große Aufmerksamkeit.

The street urchin Pixote flees the inhumane conditions at a correction facility and returns to life on the streets. He seeks a mother-figure in the aging prostitute Sueli.

Fr 18.11. 19 h in Anwesenheit des Regisseurs 21.15 h Gespräch mit Héctor Babenco 6

7


O BEIJO DA MULHER ARANHA KISS OF THE SPIDER WOMAN Spielfilm, R: Héctor Babenco, USA/Brasilien 1985, 116 min, OmE

O PASSADO THE PAST

Spielfilm, R: Hector Babenco, Argentinien/Brasilien 2007, 114 min, OmE

Nach dem gefeierten Roman des Argentiniers Alan Pauls, auf Deutsch erschienen 2010 bei Klett Cotta: Rimini und Sofia trennen sich nach 12 Jahren Ehe. Die Scheidung verläuft freundschaftlich und Rimini fällt sein neues Leben leicht. Als brillanter Übersetzer und Frauenschwarm liegt ihm die Welt zu Füßen, so scheint es. Doch Sofia lassen Riminis neue Liebesbeziehungen keine Ruhe. Auf perfide Weise beginnt sie zu intervenieren. Rimini and Sofia split up after 12 years of marriage. But when Rimini, who is enjoying his new life, starts to get involved with other women, Sofia cannot control her jealousy. Fr 18.11. 22 h in Anwesenheit des Regisseurs 8

Die erste Verfilmung von Manuel Puigs erfolgreichem Roman: Der politische Häftling Valentin Arregui teilt seine Zelle mit dem homosexuellen Luis Molina. Um den harten Gefängnisalltag vergessen zu machen, vertreibt Molina seinem Zellengenossen die Zeit mit der Nacherzählung alter Filme, während der noch unter den erlittenen Folterungen leidende Arregui von seiner großen Liebe Marta und in seltenen Momenten von seinen Aktivitäten als Revolutionär erzählt. Von der Geheimpolizei hat Molina den Auftrag, den oppositionellen Arregui auszuspionieren. Doch dann verliebt er sich in ihn… The political prisoner Valentin Arregui and the homosexual Luis Molina share a cell in a Brazilian jail. Gradually, a genuine friendship grows between these two quite different prisoners, and ultimately, Molina falls in love …

So 27.11. 14 h


PODIUMSDISKUSSION „POLITISCHER DOKUMENTARFILM IN BRASILIEN: BIOGRAPHIEN, BEWEGUNGEN, DISKURSE“

UTOPIA E BARBÁRIE UTOPIA AND BARBARISM

Dokumentarfilm, R: Silvio Tendler, Brasilien 2009, 120 min, OmE

Dokumentarfilme sind in der Filmlandschaft Brasiliens heute keine Ausnahme, sondern haben ihren festen Platz auch im Programm der kommerziellen Kinos. Die filmische Auseinandersetzung mit Politik und Geschichte, mit der Zeit der Militärdiktatur und aktuellen sozialen Problemen, wirft neue Fragen auf: Die Veranstaltung lädt ein, über die Vielfalt der filmischen Mittel und die Entwicklung unterschiedlicher Filmsprachen zu reflektieren und befragt die Filmemacher nach der Wahl ihrer Filmthemen.

„Utopia e Barbárie“ beleuchtet Widerstands- und Befreiungsbewegungen des 20. Jahrhunderts mit einem Fokus auf Lateinamerika. Mit seiner Fülle an Zeitzeugen-Interviews und Archivmaterial fügt dieser filmische Essay sie mit Entwicklungen anderer Regionen zu einem historischen Memorandum zusammen: vom Genozid des NS-Regimes zum Genozid der Roten Khmer, vom CIA Putsch in Iran 1953 zum algerischen Befreiungskrieg, von den Studentenunruhen der 68er zu den Ereignissen in Lateinamerika. This documentary film examines the left wing liberation movements of 20th century Latin America. There is a special focus on “Operación Condor”, which was carried out by the right-wing dictatorships of Latin America and claimed the lives of thousands of victims in Chile, Argentina and Brazil.

Silvio Tendler (* 1950 in Rio de Janeiro) Sa 19.11. 16 h in Anwesenheit des Regisseurs lernte sein Handwerk als Regisseur bei Jean Rouch und Chris Marker in Paris. Er Do 24.11. 19 h

10

ist einer der erfolgreichsten Vertreter des brasilianischen Dokumentarfilms und erhielt 2005 beim Festival del Cinema Latino Americano di Trieste, Italien, den Salvador Allende-Preis für sein Lebenswerk.

Documentary films are no longer an exception in Brazil’s cinematic landscape. They have also become a regular feature of commercial cinema programs. This event invites you to reflect on cinematic approaches and the language of film, while asking prominent filmmakers about their choice of subject matter.

Still aus „5x UPP“

Sa 19.11. 18 h mit Flávia Castro, Eryk Rocha und Silvio Tendler, Moderation: Ilda Santiago


TRANSEUNTE PASSERBY

Film-Essay, R: Eryk Rocha, Brasilien 2010, 100 min, OmE

DIÁRIO DE UMA BUSCA DIARY, LETTERS, REVOLUTIONS

Dokumentarfilm, R: Flávia Castro, Frankreich/Brasilien 2010, 108 min, OmE Der politische Kampf des brasilianischen Aktivisten Celso Afonso Gay de Castro zwang ihn und seine Familie ab den 1960er Jahren ins Exil. Seine Tochter begibt sich auf den Spuren ihres Vaters auf eine sehr persönliche Reise nach Brasilien, Chile, Argentinien, Venezuela und Frankreich. Der kartografische Entwurf ihrer eigenen Familiengeschichte zeichnet das Leben einer traumatisierten linken Generation der 60er und 70er in Lateinamerika nach. Auf dem Festival do Rio 2010 wurde „Diário de uma Busca“ als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. The film director Flávia Castro traces the footsteps of her father, a Brazilian activist in the 1960s, following the various stations of his life in exile. In doing so, she encounters the stories of many politically persecuted individuals from the era, as well as tales from her own childhood.

Eryk Rocha (* 1978 in Brasília) lebte in verschiedenen Ländern Lateinamerikas. In Kuba studierte er Film und dort entstand auch 2002 seine international erfolgreiche Dokumentation „Rocha que Voa“. 2008 realisierte er „Pachamama“. „Transeunte“ ist Rochas erster Spielfilm, der auf dem Filmfestival von Brasilia bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

Zwischen Fiktion und Dokumentation folgt dieser poetische Essay dem 65-jährigen Expedito auf seinen täglichen Streifzügen durch die anonymen Menschenmassen in der Innenstadt Rio de Janeiros. Im Panoptikum fremder Gesichter, besonders der Frauen, begegnet er Sehnsüchten, Träumen, Ängsten und Sorgen anderer. Er absorbiert und vermengt diese Dramen mit seinem eigenen Leben, denn er selbst hat weder Familie noch Freunde. Die urbane Landschaft der brasilianischen Großstadt bildet die ideale Kulisse für Regisseur Eryk Rochas sinnliche Bilder und intensive Klangwelten. This cinematic poem blurs fiction and documentary (using exquisitely textured blackand-white photography) while following Expedito, a silent 65-year-old man. He wanders, gazing obsessively at beautiful women, as the alienating chaos of Rio de Janeiro registers on his nervous system.

Flávia Castro (* 1965 in Porto Alegre) arbeitete als Regieassistentin mit Richard Dindo und Philippe Grandrieux sowie als Drehbuchautorin in Frankreich und Brasilien. 2006 erschien ihr erster Kurzfilm „Cada um com Seu Cada Qual“. „Diário de uma Busca” ist ihr Langfilmdebüt.

Sa 19.11. 20 h in Anwesenheit der Regisseurin Fr 25.11. 22 h 12

Sa 19.11. 22 h in Anwesenheit des Regisseurs So 27.11. 18 h


PREMIÈRE BRASIL – Das Programm Lounge

Brasilianische Fernsehserien und -filme von Karim Ainouz, Tata Amaral, Beto Brant und Sandra Kogut im großen Foyer, täglich ab 10 h Mi 16.11. 19.30 h 20 h Do 17.11. 19 h 21 h Fr 18.11. 19 h

ERÖFFNUNG in Anwesenheit der Kuratorin Ilda Santiago und der Regisseure des Festivals Spielfilm VIPS in Anwesenheit des Regisseurs Spielfilm O ABISMO PRATEADO (The Silver Cliff) in Anwesenheit des Regisseurs Spielfilm LUZ NAS TREVAS (Light in Darkness) in Anwesenheit der Regisseurin Helena Ignez

22 h

Spielfilm O PASSADO (The Past)

20 h 22 h 14

18 h

Do 24.11. 19 h 21 h

21.15 h

18 h

16 h

20 h

Spielfilm PIXOTE: A LEI DO MAIS FRACO (Pixote: The Law of the Weakest) Gespräch mit HÉCTOR BABENCO

Sa 19.11. 16 h

So 20.11. 14 h

Dokumentarfilm UTOPIA E BARBÁRIE (Utopia and Barbarism) in Anwesenheit des Regisseurs Panel „Politischer Dokumentarfilm in Brasilien. Biographien, Bewegungen, Diskurse“ mit den Regisseuren Flávia Castro, Eryk Rocha, Silvio Tendler Moderation: Ilda Santiago Dokumentarfilm DIÁRIO DE UMA BUSCA (Diary, Letters, Revolutions) in Anwesenheit der Regisseurin Film-Essay TRANSEUNTE (Passerby) in Anwesenheit des Regisseurs

Fr 25.11. 20 h 22 h Sa 26.11. 18 h 20 h 22 h So 27.11. 14 h 16 h 18 h 20 h

Dokumentarfilm FILHOS DE JOÃO. O ADMIRÁVEL MUNDO NOVO BAIANO (Sons of João. The Admirable New Baiano World) in Anwesenheit des Regisseurs Dokufiktion AMOR? (Love?) in Anwesenheit des Regisseurs Spielfilm RISCADO (Craft) in Anwesenheit des Regisseurs Dokumentarfilm 5X UPP in Anwesenheit der Regisseure

Dokumentarfilm UTOPIA E BARBÁRIE (Utopia and Barbarism) Dokumentarfilm 5X UPP Spielfilm O ABISMO PRATEADO (The Silver Cliff) Dokumentarfilm DIÁRIO DE UMA BUSCA (Diary, Letters, Revolutions)

Spielfilm RISCADO (Craft) Spielfilm VIPS Spielfilm LUZ NAS TREVAS (Light in Darkness) Spielfilm O BEIJO DA MULHER ARANHA (Kiss of the Spider Woman) Dokufiktion AMOR? (Love?) Film-Essay TRANSEUNTE (Passerby) Dokumentarfilm FILHOS DE JOÃO. O ADMIRÁVEL MUNDO NOVO BAIANO (Sons of João. The Admirable New Baiano World) 15


FILHOS DE JOÃO. O ADMIRÁVEL MUNDO NOVO BAIANO - SONS OF JOÃO. THE ADMIRABLE NEW BAIANO WORLD Dokumentarfilm, R: Henrique Dantas, Brasilien 2009, 75 min, OmE

AMOR? LOVE?

Dokufiktion, R: João Jardim, Brasilien 2010, 100 min, OmE

Der Dokumentarfilm folgt der revolutionären Band „Os Novos Baianos“, die in den 1970ern, stark beeinflusst von João Gilberto, die brasilianische Popmusik neu definierte. Von den Anfängen in Bahia bis zum Höhepunkt ihres Erfolges erzählt Regisseur Dantas in zum Teil bislang unveröffentlichtem Archivmaterial die Geschichte der Gruppe und zeichnet dabei en passant ein leidenschaftliches Portrait der brasilianischen Musikszene jener Zeit.

„Amor?“ ist eine poetische Mischung aus dokumentarischen und fiktionalen Elementen, ein Film über Liebesbeziehungen, in denen grenzenlose Leidenschaft ausartet und sogar Formen von Gewalt annimmt. Inspiriert durch wahre Geschichten interpretieren die Darsteller in acht Episoden das emotionale Spektrum zwischen Eifersucht, Schuld und Macht.

In the 1970s, “Os Novos Baianos”, strongly influenced by João Gilberto, redefined pop music. Using previously unreleased film footage, this documentary film paints a passionate portrait of the Brazilian music scene at the time.

In eight episodes, “Amor?” poetically interprets real life love stories covering the entire emotional spectrum, from jealousy to guilt and power. © Heloisa Passos

So 20.11. 14 h in Anwesenheit des Regisseurs So 27.11. 20 h

Henrique Dantas (* 1972 in Salvador da Bahia) studierte Visual Arts an der Universidade Federal da Bahia. Er arbeitet auf der gesamten Bandbreite audiovisueller Medien. Neben erfolgreichen Kurz- und Langfilmen realisierte er auch zahlreiche Videoclips und Videokunstfilme.

16

So 20.11. 16 h in Anwesenheit des Regisseurs So 27.11. 16 h

João Jardim (* 1964 in Rio de Janeiro) studierte Film an der New York University. Er ist erfolgreicher Dokumentarfilmemacher und Gewinner von Jury- und Publikumspreisen des São Paulo International Film Festivals.

17


RISCADO CRAFT

Spielfilm, R: Gustavo Pizzi, Brasilien 2010, 85 min, OmE

Bianca ist Theaterschauspielerin – und sie hat Talent. Ihren kargen Lebensunterhalt aber bestreitet sie mit diversen Nebenjobs als bizarr verkleidete Promoterin. Ein Vorsprechen für eine internationale Filmproduktion kann ihrer Karriere endlich die glückliche Wendung verschaffen. „Riscado“ behandelt den täglichen Kampf um Anerkennung in einer Ellenbogengesellschaft, fragt aber auch nach der Rolle, die glückliche Zufälle im Leben spielen. Karine Teles wurde auf dem Festival do Rio 2010 als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. What's the importance of luck in life? The talented theater actress Bianca gets an unexpected opportunity to play in a major production. Is it her chance for the big breakthrough?

Gustavo Pizzi (* 1977 in Rio de Janeiro) arbeitet seit zehn Jahren als Regisseur, Produzent, Cutter und Autor. Er studier te Film an der Universidade Federal do Rio de Janeiro (UFF). Nach einer Reihe von prämierten Kurzfilmen erschien 2006 sein erster Langfilm „Pretérito Perfeito“. „Riscado“ ist sein zweiter Spielfilm.

18

So 20.11. 18 h in Anwesenheit des Regisseurs Sa 26.11. 18 h

5X UPP

Dokumentarfilm, R: Cadu Barcellos, Rodrigo Felha, Wagner Novais, Luciano Vidigal, Brasilien 2010, 96 min, OmE Die „Unidade de Polícia Pacificadora“ (etwa: Polizei-Einsatztruppe mit Befriedungsauftrag), kurz UPP, sind der erste Schritt zur Konsolidierung einer neuen Sicherheitspolitik im Bundesstaat Rio de Janeiro. Sie hat zum Ziel, Territorien der von der Drogenmafia kontrollierten Favelas zu besetzen und auf diese Weise ihre Bewohner zu befreien. Der sofortige Erfolg dieser Maßnahme hat die Diskussion im ganzen Land angeregt. „5x UPP“ vereint fünf Kurzdokumentationen vier junger Regisseure über die Arbeit der Polizeieinheit, in denen beide Seiten zu Wort kommen: Polizisten und Militärs der UPP und andere Befürworter des harten Durchgreifens in den Favelas, aber auch Drogendealer und Bewohner der Armenviertel. The police unit UPP was set up to fight the drug trade in the favelas of Rio de Janeiro. Four young directors have shot five short documentaries contrasting the viewpoints of those who approve of their violent methods with those of the people who live there. Die vier jungen Regisseure sind Bewohner verschiedener Favelas von Rio de Janeiro und haben bereits an dem Spielfilm „5x Favela – Agora por Nós Mesmos“ mitgewirkt. Wagner Novais studierte Film an der Universidade Estácio de Sá. Rodrigo Felha koordiniert die Kurse im Bereich Audiovisuelle Kommunikation an der NRO Central Única das Favelas. Luciano Vindigal hat als Schauspieler in verschiedenen Filmen mitgewirkt wie etwa „Cidade dos Homens“ und „É Proibido Fumar“ und ist auch schriftstellerisch tätig. Cadu Barcellos hat neben seinem Beitrag zu diesem Film bereits zwei Kurzfilme gedreht.

So 20.11. 20 h in Anwesenheit der Regisseure Do 24.11. 21 h

19


TV- LOUNGE

täglich ab 10 h im Foyer Eintritt frei

O AMOR SEGUNDO B. SCHIANBERG LOVE ACCORDING TO B. SCHIANBERG

TV-Film, R: Beto Brant, Brasilien 2010, 80 min, OmE Wie in einer Reality TV-Show dringen acht in einer Wohnung installierte Kameras in die Privatsphäre einer Liebesbeziehung ein. Der fiktive Philosoph und Psychoanalytiker Benjamin Schianberg - Figur eines Romans von Marçal Aquino kommentiert und analysiert das Beobachtete aus dem Off.

ALICE

TV-Serie, R: Karim Ainouz, Brasilien 2008, 2 Folgen à 54 min, OmE

Eight cameras installed in an apartment follow the everyday life of a couple. The fictitious philosopher Benjamin Schianberg – a character from a novel by Marçal Aquino – analyzes their behavior with off-screen commentary.

Als ihr Vater stirbt, muss Alice in Erbschaftsangelegenheiten aus dem Norden des Landes nach São Paulo reisen. Die scheinbar naive junge Frau lässt Freunde, Familie und Verlobten zurück und begibt sich in die unbekannte und befremdliche Großstadt. Sie verfällt dem Charme der Metropole und beginnt sich ein neues Leben aufzubauen, das nach Freiheit schmeckt, aber auch Gefahren birgt. Young Alice moves to the big city, to São Paulo. At first, she struggles to come to terms with the strange and somehow menacing environment. She gradually succumbs to the charms of the metropolis but also gets to know its dark sides. Mehr zu Karim Ainouz siehe Seite 4.

20

Beto Brant (* 1964 in Jundiaí) begann seine Karriere als Regisseur erfolgreicher Videoclips und Kurzfi lme. Mit seinem Spielfi lm „O Invasor“ (2001) gewann Brant den Preis für den besten latein amerikanischen Film auf dem Sundance Film Festival 2002.

21


DIÁRIO DE UMA CRISE DIARY OF A CRISIS

TV-Film, R: Sandra Kogut, Brasilien 2010, 48 min, OmE Kaum war Sandra Kogut im August 2008 nach New York gezogen, brach die große Finanzkrise aus. Von einem Moment auf den anderen sahen sich abertausende Menschen gezwungen, ihr Leben, ihre Ziele und ihre Werte zu überdenken. Der Dokumentarfilm begleitet fünf Personen verschiedenen Alters und Umfeldes in ihrem Alltag. Gemein ist ihnen, dass sie sich in einer Umbruchsphase befinden. Sie haben verloren, was sie bis dato hatten und versuchen nun, jeder und jede auf seine und ihre Weise einen neuen Weg zu finden. This documentary film accompanies five New Yorkers of different ages and from different social backgrounds, as they try their own different ways to get back on their feet after the global financial crisis.

TRAGO COMIGO CARRYING WITH ME…

TV-Miniserie, R: Tata Amaral, Brasilien 2009, 3 Folgen à 60 min, OmE Der Theaterinspizient Telmo Marinicov führt ein einfaches Leben an der Seite seiner jungen Geliebten, der Schauspielerin Monica. Zu Zeiten der Militärdiktatur hatte er einer oppositionellen Gruppierung angehört, die sich dem bewaffneten Kampf verschrieben hatte. Er flüchtete ins politische Exil. Nach seiner Rückkehr in den 1980er Jahren begann er eine erfolgreiche Karriere als Theaterregisseur. The stage manager Telmo Marinicov leads a simple life alongside his young lover. After his return from political exile in the 1980s, he started a successful career as a theater director.

Sandra Kogut (* 1965 in Rio de Janeiro) ist eine der profiliertesten Filmemacherinnen Lateinamerikas. Ihre Arbeiten verbinden Dokumentarisches mit fik tionalen Elementen. Ihr Spielfilmdebüt „Mutum“ (2007) gewann 25 Preise, unter anderem „Best Film“ bei den Festivals von Rio de Janeiro, Cancún und Kapstadt. Zurzeit befindet sie sich im Rahmen des DAAD-Künstlerprogramms für ein Jahr in Berlin. 22

Tata Amaral (* 1960 in São Paulo) studierte Journalismus und Geschichte. Nach einer Zeit politischen Engagements widmete sie sich dem Film. Neben Kurzfilmen und Fernseharbeiten fanden insbesondere die Spielfilme „Um Céu de Estrelas“ (1997), „Através da Janela“ (2000) und „Antônia“ (2006) Beachtung. 23


REGISSEURE DIRECTORS

Karim Ainouz

Helena Ignez

Ícaro C. Martins

Toniko Melo

24

Silvio Tendler © Gabi Nehring

Gustavo Pizzi

Eryk Rocha

Flávia Castro

João Jardim

Henrique Dantas

v. l. n. r. : C. Barcellos, R. Felha, L. Vindigal, W. Novais

Ilda Santiago, Festivalkuratorin

Sandra Kogut

Beto Brant

Tata Amaral

25


PREMIÈRE BRASIL ist eine Kooperation des Hauses der Kulturen der Welt mit dem Rio de Janeiro International Film Festival.

Mit freundlicher Unterstützung von Brasilianische Botschaft in Berlin Mit besonderem Dank an Paula Alves de Souza - Außenministerium Brasilien George Firmeza - Außenministerium Brasilien Everton Vieira Vargas - Botschafter von Brasilien Rodrigo Libonati - Kulturattaché der brasilianischen Botschaft Ingrid Starke - Kulturabteilung der brasilianischen Botschaft Ricardo Cotta – Landesregierung von Rio de Janeiro Wir danken Caliban Produções Cinematográficas O2 Filmes Figa Films Cavídeo Produções Copacabana Filmes Flávia Castro RT Features Video Filmes Luz Mágica Mercúrio Produções Henrique Dantas HB Filmes Cinemateca brasileira CTAV Gullane Filmes HBO Brasil Drama Filmes TV Cultura Sandra Kogut

Kuratorin: Ilda Santiago, Leiterin des Rio de Janeiro International Film Festival Koordination in Brasilien: Arndt Röskens Event Koordinatorin: Cristina Ruiz-Kellermann Das Haus der Kulturen der Welt ist ein Geschäftsbereich der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH. Intendant: Bernd M. Scherer Kaufmännische Geschäftsführerin: Charlotte Sieben Bildende Kunst, Film, Medien: Valerie Smith (Leitung), Doris Hegner (Festivalleitung), Leyla Discacciati und Helga Dressel (Projektkoordination) Redaktion: Franziska Wegener (V.i.S.d.P.), Frances Marabito Gestaltung: Double Standards

In Kooperation mit dem Rio de Janeiro International Film Festival

Unterstützt vom Brasilianischen Außenministerium/ Brasilianische Botschaft in Berlin

Festival do Rio 2011 Rio de Janeiro Int'l Film Festival

Präsentiert von Ministerium für auswärtige Angelegenheiten

Das Haus der Kulturen der Welt wird gefördert von 27


Tickets Eintritt | Admission 5 € / 3 € TV-Lounge Eintritt frei | admission free Bonuskarte (9 Filme – 1 Film gratis)

Haus der Kulturen der Welt John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin-Tiergarten +49 (0)30 39 78 71 75 www.hkw.de

Mehr Informationen: www.hkw.de

Anreisemöglichkeiten S-/ U-Bahn Hauptbahnhof S-/ U-Bahn Brandenburger Tor U-Bahn Bundestag Bus 100 + M 85

Hauptbahnhof, S-Bahn Bus Bus M 85 TXL

Bus M 85 Bus M 85 Bundeskanzleramt

U 55

Bus M 85 Bus 100

Bus 100

Paul-LöbeHaus

Reichstag

Brandenburger Tor, S- /U-Bahn

Programmheft Première Brasil 2011  

Bereits zum dritten Mal lädt das Haus der Kulturen der Welt zum Filmfestival Première Brasil. Hier finden Sie eine Übersicht über alle Filme...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you