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www.hk-gebaeudetechnik.ch Fachzeitschrift für Energie, Wärme, Strom, Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, Gebäudeautomation, Facility Management, Gebäudehülle, Spenglerei, Sicherheit, Sanitärtechnik, Wohnen

3 | 2017 | März

Energiestrategie 2050 auf Kurs ? HK-Gebäudetechnik wird empfohlen von

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Rückblick Fernwärme-Forum 2017

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Rückblick Hygienetagung 2017 8, 52, 71

Hygienespülung / Therm. Desinfektion 74

Die Witterung im 4. Quartal 2016

Der aktuelle Stellenmarkt

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Editorial |

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Luft und Wasser ■ Die «Schweizer Hygienetagung» wird im 2-Jahres-Rhythmus in Luzern durchgeführt. Die Initianten aus dem Kreis des SWKI hatten eine gute Nase, als sie 2011 die erste Ausgabe dieser Fachtagung organisierten. Der Themenbereich der Tagung wird immer breiter. Damals lag der Schwerpunkt noch im Bereich «Lufthygiene». Die Kontakte und die Zusammenarbeit Schweiz-Deutschland wurden in jener Zeit intensiver durch die gemeinsamen Themen in den VDI- und SWKI-Richtlinien. Referatsthemen an der Tagung 2011 waren z. B. «Bedeutung des Luftwechsels für Raumluftqualität und Gesundheit», Luftfiltertechnik, Nichtraucherschutz oder Strömungssimulation. Seit der 3. Schweizer Hygienetagung 2015 ist neben Luft auch das Wasser bzw. das Trinkwasser ein ebenso wichtiges Thema. Die besonders heiklen Konstellationen ergeben sich oft bei den Übergängen zwischen Trinkwasser und Luft. Aus einer Vielzahl von problematischen Keimen sind die Legionellen das dominierende Beispiel. Sie sind für alle Beteiligten ein mühsames Ärgernis. Jeder ist froh, wenn er nicht konkret und nachgewiesen mit ihnen zu tun hat. Für die Planung von Neuanlagen, die Sanierung bestehender Anlagen, Installation, Betrieb und Unterhalt ist heute in der Fachwelt klar: Die Bakterien der Gattung «Legionella» kommen natürlicherweise in fast allen nassen und feuchten Umgebungen vor. So auch im Trinkwasser. Sie vermehren sich besonders gut in stehendem Wasser zwischen 25 ºC und 45 ºC. Betroffen sind Wasserleitungen, Armaturen, Duschköpfe, Sprudelbäder, Klimaanlagen und so weiter. Die Gefahr einer Erkrankung besteht durch das Einatmen von kleinsten Wassertropfen (Aerosol). Dadurch gelangen die Bakterien in die Atemwege und können eine Lungenentzündung verursachen. Mit Legionellen belastetes Trinkwasser kann hingegen ohne jegliche Gefahr getrunken werden. Die wichtigsten Infektionsquellen im Trinkwasserbereich sind Zapfstellen von Warmwasserverteilsystemen, besonders mit der Bildung von Aerosolen wie etwa beim Duschen. Generell aber auch Kühltürme, Klimaanlagen mit Befeuchtungseinrichtungen oder Whirlpoolanlagen. Grundsätze für Hausinstallationen sind insbesondere: Warmwassertemperaturen bei der Wassererwärmung von mindestens 60 °C und bei der Entnahmestelle von mindestens 50 °C, kurze Leitungslängen, kein stagnierendes Wasser, optimale Fliessgeschwindigkeiten, gute Durchspülung, Werkstoffe mit glatten Oberflächen sowie Schutz der Kaltwasserleitungen vor Erwärmung. Es gibt vielfältige und immer wieder neue Anwendungen, wo Wasser verdunstet oder fein versprüht

peter.warthmann@azmedien.ch

wird und so Aerosole mit Legionellen auftreten können: z. B. fein versprühtes Wasser in Gewächshäusern oder über Gemüseauslagen. An Sportanlässen, aber auch für Spezialeffekte an Veranstaltungen, für mystische Schwaden bei Zierbrunnen oder als Attraktion auf Kinderspielplätzen haben Anlagen zur Erzeugung von «Wasserdunst» Einzug gehalten. Fachleute müssen diese heiklen Situationen erkennen und darauf aufmerksam machen, sodass die entscheidenden Massnahmen zur Verhinderung von Legionellose-Erkrankungen getroffen werden. Die Zahl der diagnostizierten Fälle von Legionellosen nimmt in der Schweiz seit einigen Jahren kontinuierlich zu (vgl. S. 72). Sind Ärzte und die weitere Fachwelt stärker sensibilisiert als früher? Egal, wie dieser Trend zustande kam, in dieser Statistik will der Bund eine Stabilisierung oder Abnahme der Fallzahlen sehen. Trinkwasser ist ein Lebensmittel und neu auch ein «Gebrauchsgegenstand». Die Behörden auf Bundesebene haben das gesamte Lebensmittelrecht grundlegend erneuert. Es tritt per 1. Mai 2017 in Kraft und beinhaltet auch neue gesetzliche Anforderungen betreffend Legionellen im Trinkwasser (siehe S. 71/72). Generell kann gesagt werden: Durch bewusstes und konsequentes Vorgehen in allen betroffenen Lebensbereichen ist das Erkrankungsrisiko zu minimieren, indem Bedingungen vermieden werden, die eine Vermehrung der Legionellen begünstigen. In dieser Ausgabe von HK-GT haben wir drei Beiträge zur 4. Schweizer Hygienetagung 2017 in den Rubriken Info, LKK und Sanitärtechnik. Weitere Artikel werden in kommenden Ausgaben folgen.

Peter Warthmann, Chefredaktor

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Inhaltsverzeichnis |

4. Schweizer Hygienetagung

Am 27. Januar 2017 trafen sich über 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Hotel Schweizerhof in Luzern, um die aktuellsten Erkenntnisse zur Luftund Wasserhygiene zu erörtern. Am Vormittag wurden Grundzüge der neuen Hygiene-Richtlinie zu raumlufttechnischen Anlagen, aber auch Fragen zur Instandhaltung und zur Ausbildung diskutiert. Anschliessend befassten sich mehrere Referenten mit dem wichtigsten Lebensmittel Trinkwasser.

Diverse Rubriken 1 Editorial 4 Info 86 Agenda 87 Impressum 88 Stellenmarkt US 3 Firmen- und Inserentenverzeichnis

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Investitionsobjekt Fernwärme

Bislang investierten Gemeinden oder Stadtwerke in leitungsgebundene Versorgung von Wärme und Kälte. Durch die veränderten Renditen auf herkömmlichen Investitionen bekunden nun auch private Investorengruppen Interesse an Fernwärme-Infrastrukturen.

Info 4 Energiestrategie 2050 auf Kurs? 8 4. SWKI-Hygienetagung 2017 10 BIM-Unterstützung für Planer und Installateure 12 Just-in-time-Vorfertigung und Lieferung für Bauplatz in luftiger Höhe 14 Trockenes Herbstquartal 20 Walter Meier und Tobler planen gemeinsame Zukunft

46 Eisenbahnarchiv mit moderner Heiztechnik 48 Klix-Deckenstrahlprofile – superleicht, behaglich, energieeffizient 50 Produkte

Lüftung / Klima / Kälte 52 Raumluft – Neues zur Hygiene und zur Instandhaltung 56 Unabhängiger Vergleich von Lüftungsgeräten für Wohngebäude

Energie / Wärme / Strom 26 Wärme und Kälte vom Netz ist nachhaltiger

Gebäudeautomation

31 Langzeitmessungen für automatische Holzfeuerungen

60 Smart Home – von der Hardware zur Software

36 Die grosse Welle der Digitalisierung

62 Produkte

40 Neue Wege fürs Free-Cooling 43 Lohnende Investition in Wärmepumpen


Inhaltsverzeichnis |

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Komfortlüftungen vergleichen

Mit dem Vergleichsportal «www.deklariert.ch» kann man sich zur Energieeffizienz von Komfortlüftungsgeräten informieren. Neu lehnt sich das Portal eng an die EU-Energieetikette für Komfortlüftungen an, darüber hinaus gibt es Informationen zur «Hygiene» und zur «Akustik».

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Recycling von Dämmstoffen

Moderne Neubauten und energetische Gebäudesanierungen sind ohne den Einsatz von Wärmedämmmaterialien nicht machbar. In der Langfrist-Optik darf man die Verwertung dieser Stoffe nicht ausser Acht lassen. Eine neue Bestandesaufnahme bringt neue Erkenntnisse.

Gebäudehülle / Spenglerei

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63 Gebrauchte Dämmstoffe beschäftigen uns in Zukunft

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66 Treschhütte bergtauglich 68 Dach vor beeindruckender Bergkulisse 70 Produkte

Sanitärtechnik / Wohnen Energiestrategie 2050 auf Kurs ? HK-Gebäudetechnik wird empfohlen von

71 Im Fokus: öffentliche Anlagen 74 Für Legionellen-freies Trinkwasser 76 Hygienisch und energetisch optimale Wärmespeicherung und Warmwasserverteilung 80 Gütesiegel der Plattenleger für bodenebenes Duschen 82 Für den persönlichen Stil 84 Produkte

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Rückblick Fernwärme-Forum 2017

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Rückblick Hygienetagung 2017 8, 52, 71

Hygienespülung / Therm. Desinfektion 74

Die Witterung im 4. Quartal 2016

Der aktuelle Stellenmarkt

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Zum Titelbild:

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Der Energiemarkt Schweiz ist im Umbruch – was bringt die Zukunft ?

Energiestrategie 2050 auf Kurs ? Der Energie- und Strommarkt befindet sich im Umbruch. An der Europäischen Strombörse in Leipzig sind die Stromproduktionspreise praktisch über das ganze Jahr hinweg unter 3 Rp./kWh gefallen. Der Bedarf nach Schweizer Spitzenstrom im europäischen Verbund ist eingebrochen. Die Gestehungskosten für alle Stromproduktionsformen (Atom, Wasser, Wind, Sonne) liegen über den internationalen Spotmarktpreisen. Ruedi Meier *

■ Die Gründe für diese dramatische Entwicklung sind vielfältig: • Grundsätzlich stehen zu viele Anbieter, die sich nicht vom Markt verabschieden wollen, einer stagnierenden Nachfrage gegenüber. Bestehende Anbieter haben ihre Preise massiv gesenkt. Neue Anbieter sind in den Markt eingetreten. • Dank der Förderung der erneuerbaren Energien haben diese weltweit den Durchbruch geschafft. Solarenergie und Wind weisen inzwischen die höchsten Zuwachsraten auf. Biomasse, Wasserkraft, Geothermie sind ebenfalls im Geschäft. International sind für Wind und Solarenergie die Stromgestehungskosten auf rund 4 bis 8 Rp./kWh gefallen. Weitere Preissenkungen sind weltweit im Gang. Teilweise liegen die Kosten von erneuerbaren Energien bereits heute unter jenen von Gas- und Kohlestrom. Atomstrom wird weiterhin nur von Staatsbetrieben angeboten und muss inzwischen quersubventioniert werden. Neue Atomkraftwerke weisen deutliche Kostennachteile auf. Würden die externen Kosten der

(Bildquelle: shutterstock)

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Ruedi Meier.

Energieproduktion angemessen einbezogen, so wären die erneuerbaren Energien – auch ohne Subventionen – im Vorteil. • Das Fracking in den USA hat nicht nur zu hoher Energieautonomie geführt. Die Gas- und Kohlepreise, aber auch die Strompreise, sind unter Druck geraten. Inzwischen wird die überschüssige USA-Kohle nach Deutschland exportiert und verstromt. Das Exportvolumen beträgt über 4 Milliarden Euro pro Jahr. • Die europäische CO2-Politik versagt

weitgehend: Der Emissionshandel funktioniert ungenügend. Pro Tonne CO2 müssen nur etwa 7 Euro bezahlt werden. Angemessen wären etwa 50 bis 120 Euro pro Tonne. • Auf der Nachfrageseite ist eine zunehmend effizientere Nutzung der Energieträger zu verzeichnen. Die laufende Digitalisierung dürfte sich auch im Energiesystem auswirken. So kann etwa der Gebäudepark weit energieeffizienter geplant und betrieben werden. Auch in Industrie, Dienstleistungen und Mobilität sind Effizienzsprünge zu erwarten.

Sinkende Grenzkosten Insgesamt wird ein Trend zu sinkenden Grenzkosten für Energie, aber auch für Informationen und Mobilität, festgestellt. Es wird von der Null-Grenzkosten-Gesellschaft gesprochen: Mit dem Durchbruch der erneuerbaren Energien nehmen diese im Energie- und Strommix laufend zu. Sie weisen wohl noch relativ hohe Kapital- bzw. Fixkosten auf. Im Betrieb sind die Kosten sehr gering. Die Grenzkosten tendieren gegen Null. Der Trend ist bereits heute Reali-


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tät und er wird sich noch stärker durchsetzen. Dabei sollten die Subventionen für erneuerbare Energien durch neue Finanzierungsmechanismen abgelöst werden. Wer bezahlt wieviel für die Kapital- bzw. Fixkosten der Energie- und Stromproduktionsanlagen, aber auch für die weiterhin notwendigen Netze? Öffentliche bzw. private Finanzierungen sowie Entschädigungen für die Bereitstellung für Leistung und Arbeit stehen im Widerstreit. Tendenziell gilt es gemeinwirtschaftliche Leistungen, öffentliche und private, also abgrenzbare Leistungen privat zu finanzieren.

Pariser Klimaabkommen mit hohen Ansprüchen an die Klimapolitik Das Pariser Klimaabkommen stellt an die künftige Klimapolitik grundsätzlich hohe Anforderungen ohne aber den einzelnen Ländern klare Massnahmen vorzuschreiben. Im Prinzip ist längerfristig aus der fossilen Wirtschaft auszusteigen, die heute durch rund 80 Prozent mit Öl, Gas und Kohle versorgt wird. Dabei dürfte der Ausstieg nicht leicht fallen, weil weit mehr fossile Ressourcen vorhanden sind wie effektiv in einem klimagerechten Szenario verbraucht werden dürfen. Schätzungen gehen davon aus, dass rund vier Fünftel der fossilen Energieträger im Boden bleiben müssen. Aus heutiger Sicht dürften die bestehenden und zu erwartenden Kostensenkungen für erneuerbare Energien und Energieeffizienz kaum ausreichen um den ge-

forderten Wandel genügend rasch zu realisieren. Hohe Umstellungs- und Transaktionskosten sind weitere Hindernisse für einen Umbau des Energiesystems. Eine erfolgreiche Klimapolitik erfordert, dass die relativen Preise von fossilen Energieträgern zugunsten von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz verschoben werden. In erster Linie sollte dies mit dem Abbau von weltweit jährlich über 500 Milliarden Subventionen für fossile Energieträger und dem Abbau bürokratischer Hindernisse realisiert werden. Weitere Instrumente sind Energieabgaben, Emissionshandel und eventuell Subventionen für eine Übergangsfrist. Jedes Land ist aufgerufen aktiv zu werden und Massnahmen zu treffen. Ein periodisches Con-trolling soll über die Fortschritte Auskunft geben.

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onszyklus auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz umgestellt wird. Etwa beim Strom dürfte auch längerfristig eine völlige Schweizer Autonomie kaum sinnvoll sein. Komparative Kostenvergleiche sind mit einem angemessenen Selbstversorgungsgrad abzuwägen. Die durchschnittlichen Energieund Stromgestehungskosten dürften in der Schweiz wegen höheren Löhnen, geringerem Wettbewerb und beschränktem Marktvolumen tendenziell über dem europäischen Durchschnitt liegen. Lange hat die Schweiz mit ihren Speicherkraftwerken mit der Abdeckung der Spitzenlast über den Mittag profitiert. Es dürfte auch in Zukunft sinnvoll sein, im europäischen Verbund zu verbleiben und Spitzenlasten kostengünstig abzudecken und den Nachbarn bei Bedarf Spitzenstrom anzubieten.

Schweizer Energiemärkte in hoher Auslandabhängigkeit

Energiestrategie 2050 auf Kurs?

Die Schweiz ist energetisch von den ausländischen Entwicklungen in einem hohen Ausmass betroffen und abhängig. Rund 80 Prozent des gesamten Energiebedarfs werden als fossile Energieträger importiert und genutzt. Der Kernbrennstoff wird ebenfalls vom Ausland bezogen. Mit erneuerbaren Energien und Energieeffizienz könnte die Schweiz ihre Eigenversorgung massiv erhöhen. Technisch ist eine Eigenversorgung mit inländischer, erneuerbarer Energie machbar. Ökonomisch dürften vor allem bei einem zu forschen Tempo relativ hohe Kosten anfallen. Die besten Resultate werden erzielt, wenn im Rahmen des natürlichen Investiti-

Mit Fukujima hat die Schweiz entschieden aus der Kernenergie auszusteigen. Bis wann dies vollzogen wird, bleibt offen und wird allenfalls im Rahmen einer anstehenden Volksinitiative geklärt. Wegen den anhaltend gedämpften Energie- und Strompreisen ist in absehbarer Zeit bezüglich der inländischen Stromproduktion mit Wasserkraft und Kernenergie bzw. deren Absatz mit weiteren Turbulenzen zu rechnen. Weitere hohe Abschreibungen sowie neue Eigentumsstrukturen sind zu erwarten. Ausländische Beteiligungen sind wegen einer möglicherweise gefährdeten Versorgungssicherheit eher kritisch zu betrachten. Grundsätzlich sollte die Netz-

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hoheit auf allen Ebenen in der öffentlichen Hand oder öffentlichen Unternehmen verbleiben. Private Netze auf der Mittel- und Niederspannungsebene sind bei allgemeinem Zugang zu diskutieren. Eine moderne Netzökonomie zugunsten von allen sollte nicht infrage gestellt werden. Neue Kommunikations- und IT-Technologien können wesentliche Beiträge zur notwendigen Netzstabilisierung sowie Energie- und Stromspeicherung leisten.

Effizienzstrategie im Gang, aber mit Stolpersteinen Die Schweiz ist mit Minergie früh und erfolgreich in eine wirksame Effizienzstrategie im Gebäudebereich eingestiegen. Beim Anteil effizienter Gebäude dürfte die Schweiz international einen Spitzenplatz einnehmen. Dies gilt auch für einzelne Komponenten wie für Wärmepumpen, effiziente Fenster, Wärmedämmung inklusive Hochleistungswärmedämmung. Minergie sollte sich aber dringend zum Plusenergie-Gebäude weiterentwickeln. In der Planung und im Betrieb sollten alle Energieträger bzw. -nutzungen einbezogen werden. Mit einer Optimierung der Gebäude zu einem Plus über das ganze Jahr werden die richtigen Anreize geschaffen. Hierbei wird die Effizienz über alle Energieträger und Nutzungen so lange minimiert wie es ökologisch und ökonomisch Sinn macht. Gleichzeitg wird der Wärme- und Stromproduktion - mit zum

Beispiel Photovoltaik auf dem Dach und der Fassade - angemessen Rechnung getragen. Ein Optimierungsprozess, der mit dem digitalen Bauen enorm erleichtert wird. Getrost können viele gut gemeinte Detailregelungen ad acta gelegt werden. Die zukünftige Forschung und Entwicklung, vor allem aber auch die Baupraxis sollten sich vermehrt auf innovative, umfassende Optimierungen des Gebäudeparks mit vielfältigen technischen Wegen ausrichten. Zentral ist ein offenes Vorgehen, das die Nutzungen eines riesigen technischen Potenzials sicherstellt.

Schlusslicht bei neuen erneuerbaren Energien – Sorgenkind Mobilität Die Schweiz ist früh und erfolgreich in die Forschung und Entwicklung der neuen erneuerbaren Energien eingestiegen. Im Rahmen der neuen Energiestrategie des Bundes sind die Mittel dafür sogar aufgestockt worden. Etwa bei den Wärmepumpen konnte der Massenmarkt erreicht werden. Gleiches gilt für E-Bikes mit einem phänomenalen Aufschwung in den letzten Jahren, der ab 2000 mit NewRide initiiert wurde. Für die Solarthermie, Photovoltaik und Wechselrichter sind ebenfalls industrielle Erfolge zu verzeichnen. Eine wirksame Breitenwirkung im Bereich Solar wurde wegen weitgehend fehlenden oder wenig wirksamen Massnahmen nicht erreicht. Die Förderung müsste neu auf das ganze Gebäude im Sinne von Plusenergie ausge-

richtet werden. Die zögerliche CO2-Abgabe auf Brennstoffe wäre mit voller Rückerstattung an die Haushalte und die Wirtschaft zu erhöhen. Der ausländische Dreckstrom könnte gemäss renommierten Gutachten mit einer Abgabe belastet werden.

Mobilität hat Nachholbedarf Im Gegensatz zum Gebäudebereich ist die Mobilität kaum umweltverträglicher geworden. Mit der Einführung der LSVA sind beim Güterverkehr gewisse Erfolge zu verzeichnen. Der individuelle motorisierte Verkehr weist hingegen gar steigende CO2-Emissionen auf. Ein gezieltes Roadpricing, die Umstellung auf Elektromobilität und die Nutzung der IT im Verkehr sind Aufgaben für die kommende Generation. Die Schweizer Energiepolitik hat in den letzten Jahren einiges erreicht. Mit den richtigen marktwirtschaftlichen Anreizen, einer intelligenten Netzökonomie und dem Einsatz von IT könnten die Herausforderungen spielend bewältigt werden. Die Schweiz hat für die Energiewende gute Voraussetzungen. Offenheit, Innovation, Wettbewerb und ein optimiertes Zusammenspiel von öffentlicher Hand und privater Initiative sind dabei entscheidende Faktoren. ■ * Zum Autor: Dr. Ruedi Meier ist Ökonom und Raumplaner (ETH Zürich). Er ist Präsident des energie-cluster.ch

Es ist eine Frage der Zeit: der erneuerbare Anteil der global verbrauchten Energie muss sich Richtung 100 Prozent entwickeln. (Bildquelle: shutterstock)


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Betrachtungen und Analysen zur Luft- und Wasserhygiene

4. SWKI-Hygienetagung 2017 Am 27. Januar 2017 trafen sich über 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Hotel Schweizerhof in Luzern, um die aktuellsten Erkenntnisse zur Luft- und Wasserhygiene zu erörtern. Die Hygienetagung hat damit zum vierten Mal den Stand der Technik beleuchtet und zeugt von der erfolgreichen Kooperation des SWKI mit dem VDI. Einer der Höhepunkte war die Vorstellung des gerade erschienenen Gründrucks der VDI 6022 Blatt 1. Stefan Mennel, SWKI, Franz Lenz

■ Bereits in seinen einleitenden Worten hielt OK-Präsident Benno Zurfluh fest: «Das steigende Interesse von Seiten Bauherrschaften und dem Facility-Management bekräftigt uns darin, dass das Thema «Hygiene» immer wichtiger wird.» Tatsächlich sei die Tagung noch nie so früh ausgebucht gewesen. Diesen Faden spann David Burkhardt im direkten Anschluss weiter und analysierte die Frage, welche Qualifikationen das Instandhaltungspersonal aufweisen muss. Burkhardts Fazit: «Es ist nun die Aufgabe der einzelnen Branchenverbände, die Verbindung zwischen den europäischen Standards (EQR) und den nationalen Standards (NQR) zu schaffen.»

Stand der Technik, das ist allgemein anerkannt», so Winkens. Er rief eindringlich zur Einreichung von Stellungnahmen auf, was noch bis zum 30. April 2017 möglich ist. Bereits 2013 wurde anlässlich der 2. Hygienetagung die Wichtigkeit der verwendeten Filterklasse für die Hygiene der RLT-Anlagen festgehalten. Arnold Brunner, Obmann der SWKI VA101-01 und Leiter des Richtlinienausschusses

Betreiben und Instandhalten von RLTAnlagen mit der nüchternen Feststellung ein: «Wenn Sie heute ein Auto kaufen, dann erhalten Sie automatisch ein dickes Serviceheft mitgeliefert.» Dies sei im Kontext von RLT-Anlagen heute leider nicht üblich. Hier schliesst die in Aussicht gestellte Richtlinienreihe SWKI BT104 «Betreiben und Instandhalten von gebäudetechnischen Anlagen» eine wichtige Lücke. Erstmalig

Lufthygiene Das Stichwort «Lufthygiene» löst oftmals als Reaktion aus: Aufpassen bei Luftbefeuchtung! Das beinahe 20-jährige BFE-Merkblatt wurde kürzlich erneuert (vgl. HK-Gebäudetechnik 2/17, S. 30/31). Adrian Grossenbacher erläuterte das Merkblatt und hielt fest: «In den meisten Fällen ist die aktive Befeuchtung nicht notwendig.» Ist hingegen die Notwendigkeit der aktiven Befeuchtung nachgewiesen, so sollte diese korrekt erfolgen. Auf eine besondere Erfolgsgeschichte zum Thema Lufthygiene kann der VDI zurückblicken. Mit seiner Richtlinienreihe VDI 6022 prägt und dokumentiert er seit 1998 den Stand der Technik. Der Vorsitzende von Blatt 1, Andreas Winkens, stellte an der Hygienetagung erstmalig den Gründruck der VDI 6022 Blatt 1 vor. Viele praktische Erfahrungen und Entwicklungen seien mithilfe der Fachkollegen des SWKI im Rahmen dieser dritten Überarbeitung eingeflossen. Er hielt dabei nochmals explizit fest: «Ich erachte eine Erstinspektion für selbstverständlich.» Abklatschproben für die Beurteilung der Zuluft-Qualität zu verwenden, sei eine untaugliche Methode. «Luftmessungen bilden hier den

Auch für die 4. Hygienetagung konnten ausgewiesene Fachpersonen gewonnen werden: Markus Maurer, Andreas Winkens, Pierre Studer, David Burkhardt, Adrian Grossenbacher, Arnold Brunner, Irina Nüesch, Reto Coutalides, Frederik Hammes, Rüdiger Külpmann. Es fehlt auf dem Bild: Cosimo Sandre. (Fotos: Emanuel Niederhauser)

VDI 3803 Blatt 4, schuf mit seiner Einschätzung der neuen Prüfnorm ISO 16890-1 eine Basis des Verständnisses der neuen Begriffe. Die Auswirkungen der Ablösung der alten Prüfnorm EN 779 haben weitreichenden Einfluss auf die bestehenden Regelwerke. «Die Experten-Arbeitsgruppe Luftfiltration hat deshalb einen ‹Übersetzungsschlüssel› vorgeschlagen», so Brunner, der aktiv daran mitgewirkt hat, mit den Kollegen vom VDI diesen Schlüssel zu erarbeiten. Markus Maurer leitete sein Referat zum

werde für Planung, Erstellung, die Eigentümer und das Facility- oder Gebäude-Management ein in sich geschlossenes Dokument erarbeitet, welches ergänzt durch eine Web-Applikation die direkte Erarbeitung von Instandhaltungsplänen ermöglicht, so Maurer.

Wasserhygiene Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel. Mit der Verabschiedung des neuen Lebensmittelgesetzes im Jahr 2014 gilt es nun auch als Gebrauchsgegen-


Info |

stand und es wurden Höchstwerte für mikrobiologische Parameter festgelegt. Denn das Auftreten der diagnostizierten Fälle von Legionellose nimmt in der Schweiz seit Jahren kontinuierlich zu – von jährlich etwa einem Fall in den 1990ern hin zu ungefähr vier Fällen pro 100 000 Einwohnern und Jahr (also ca. 300 Fälle pro Jahr) im laufenden Jahrzehnt. Pierre Studer analysierte in seinem Beitrag die Höchstwerte für Legionellen in öffentlichen Bädern und im Duschwasser öffentlicher Gebäude: «Längerfristig sollten diese Bestimmungen bewirken, dass das Auftreten von Legionellosen zurückgeht.» Der Mikrobiologe Frederik Hammes beleuchtete in seinem Referat die Messtechnik für Trinkwasser und unterzog die Aussagekraft der Resultate einer

OK-Präsident Benno Zurfluh stellte in seinem Schlusswort bereits die fünfte Hygienetagung für 25. Januar 2019 in Aussicht.

kritischen Würdigung. «Gemessen werden lediglich die im Wasser gelösten Organismen – 99 % der Bakterien in Trinkwassersystemen befinden sich jedoch im Biofilm.» Das Ziel müsse deshalb sein, die gesamte Menge Mikroorganismen zu begrenzen und die Ausbreitung von Krankheitserregern zu verhindern. Dafür werden verlässliche Messmethoden benötigt, wobei Hammes hinzufügt, dass die seit dem späten 19. Jahrhundert verwendete Plattierung weniger als 0,1 % der Trinkwasserbakte-

rien detektiert. Hammes in seinem Schlussvotum: «Hygiene muss als system- und nicht als organismusorientiertes Konzept verstanden werden.» Ähnlich kritische Hinweise zur Messtechnik bei der repräsentativen Bestimmung der Luftqualität wurden auch von Reto Coutalides im Einführungsreferat zur Podiumsdiskussion gemacht. Als Spezialist des Gas- und Wasserfaches führte Cosimo Sandre aus, worauf für eine hygienisch einwandfreie Inbetriebnahme von Trinkwassersystemen geachtet werden muss. So sollte bei der Befüllung der Anlage ein geeigneter Filter verwendet werden, der die Erstbesiedelung verringert und es müssen saubere Pumpen und trinkwassertaugliche Schläuche verwendet werden. Aktuell diskutiert die Arbeitsgruppe «Strategie Hygiene in Trinkwasserhausinstallationen» geeignete Verfahren, welche auch auf Herausforderungen der realen Bauabläufe und Stagnationsphasen Antworten liefern sollen. Eine umfassende Analyse der möglichen Quellen von Wasser-Aerosolen bot Irina Nüesch vom Amt für Verbraucherschutz des Kantons Aargau. «Was die Lebensmittelhygiene für das Verdauungssystem, ist die Lufthygiene für die Lunge», führte Nüesch aus. Dabei sind Wassertröpfchen mit einer Grösse unter fünf Mikrometern (5 µm) entscheidend. Heikel sind Situationen, in denen man sich unbewusst exponiert (wie z. B. im Tropenhaus oder einem Hammam). «Es ist deshalb speziell auf eine hygienegerechte Planung zu achten, sodass optimale Voraussetzungen für den sicheren Betrieb geschaffen werden», so Nüesch. Die von ihr diesbezüglich präsentierten Aspekte von Planung und Betrieb weisen faszinierende Parallelen zu den Strategien der VDI 6022 auf und sind im Tagungsband dokumentiert. ■ Alle Vorträge und der Tagungsband zur Hygienetagung 2017 sind unter dem folgendem Link publiziert: www.swki.ch/hygienetagung2017 HK-Gebäudetechnik informiert über einzelne Referate noch ausführlicher in den Fachrubriken Lüftung LKK und Sanitärtechnik. www.swki.ch/hygienetagung2017


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Bausoft Informatik AG in Mettmenstetten baut Kompetenzen aus

BIM-Unterstützung für Planer und Installateure «BIM ist ein Prozess, keine Software.» Eine treffende Definition, die nach dem BIM-Kongress 2016 in HK-Gebäudetechnik 1/17 (S. 24 –26) zu lesen war. Gerade weil interne Abläufe, ja vielleicht ganze Geschäftsprozesse überdacht werden müssen, ist kompetente und objektive Beratung besonders gefragt. Bei der Bausoft übernimmt neu ein BIM-Koordinator diese Aufgabe. Andreas Stettler

■ BIM (Building Information Modeling) ist zwar in aller Munde, aber noch lange nicht in aller Hände. Will heissen, dass BIM besonders in der Schweiz noch nicht zum beruflichen Alltag gehört. Aber es wird intensiv diskutiert, spekuliert und informiert, wobei sich zeigt, dass auch in der HLKKSBranche mehr Fragen als Antworten im Raum stehen. Das ist bei Bausoft anders, nachdem Roman Hegglin als langjähriger Mitarbeiter die Ausbildung zum BIM-Koordinator absolviert hat.

le Zeitpunkt, in die BIM-Welt einzutauchen. Was braucht es dazu? Roman Hegglin: «Wir sprechen zwar von digitalem, sogar virtuellem Bauen. Das heisst, dass ein Gebäude bis ins letzte Detail und als 3D-Modell am Bildschirm konstruiert wird. Es genügt aber eben nicht, eine Software zu installieren oder auf-

Reto Meier, Geschäftsführer Bausoft Informatik AG und BIM-Koordinator Roman Hegglin.

Der Faktor Mensch «Immer häufiger wollen unsere Kunden von uns wissen, wie denn BIM genau funktioniert, wie es sich auf ihren Betrieb auswirkt und ob unsere Planungs-Software das auch kann», erklärt Inhaber und Geschäftsführer Reto Meier. Die Software ist das eine; hier ist Bausoft mit ihrem Haustech-CAD und weit über 5000 installierten Arbeitsplätzen einer der führenden Anbieter in der Schweiz. Ihre Software-Produkte sind «BIM-ready»: Sie können also 3D und verfügen über die erforderlichen Schnittstellen und Datenexport-Formate. «Das ist aber nur die Technik», betont Meier. «Was unsere Kunden jetzt brauchen, ist Beratung und Begleitung in Bezug auf die Herangehensweise, die Schaffung von internen Kompetenzen und die erforderlichen organisatorischen Veränderungen.» Denn BIM hat viel mehr Einfluss auf Arbeitsabläufe und Zusammenarbeitsmodelle als auf Computer.

Schritt für Schritt herantasten Roman Hegglin, selber gelernter Haustechnikplaner und seit über 15 Jahren bei Bausoft, kennt die Herausforderungen, und ja, auch Vorbehalte seiner Berufskollegen im Zusammenhang mit BIM. Obwohl die Schweiz nicht gerade zu den Pionieren auf diesem Gebiet zählt – unsere europäischen Nachbarn sind teilweise wesentlich weiter – ist jetzt der idea-

zurüsten und die entsprechenden technischen Schnittstellen zu schaffen. Weil alle Beteiligten letztlich auf die gleiche Datenplattform zugreifen werden, braucht es neue Formen der Zusammenarbeit.»

Kein Bruch, sondern ein sanfter Übergang Der BIM-Koordinator hält fest: «BIM ist kein Neuanfang, sondern eine Fortsetzung

oder ein Entwicklungsschritt.» Das gleiche Fachwissen, die gleichen Partner, die gleiche Software (evtl. durch ein Modul ergänzt) sind gefragt. Technisch ist das naheliegend, denn die Bausoft-Produkte und ihre Datenbanken sind seit Jahren so aufgebaut, dass für den Export in das sogenannte IFC-Format (Industry Foundation Classes) alle nötigen Informationen bereits vorliegen, wie


Beispiel Heizzentrale: Gibt es irgendwo Platzprobleme oder Leitungskollisionen? Der hohe Detaillierungsgrad der Bausoft CAD-Programme zeigt es bereits im digitalen Modell an.

zu hinterfragen und ebenfalls BIM-fähig zu machen. BIM-fähig bedeutet nämlich nichts anderes als wettbewerbsfähig. «Mit anderen Worten: Es führt kein Weg an BIM vorbei», bringt es Hegglin auf den Punkt. Denn immer häufiger verlangt die Bauherrschaft – vorerst noch bei grösseren Projekten – dass Gebäude nach der neuen Methode geplant und gebaut werden.

Workshops zur Rolle des Haustechnik-Planers Ab April 2017 führt BIM-Koordinator Roman Hegglin hausinterne Workshops durch, in denen die Rolle des Haustechnik-Planers im BIM-Prozess beleuchtet und die notwendigen 3D-Werkzeuge vorgestellt werden (Weiteres auf www.bausoft.ch).

Was macht Bausoft aus?

Beispiel einer Lüftungsplanung für ein Labor.

Hegglin erklärt. «Wir wollen nun unsere Kunden befähigen, diesen Übergang auch mental und organisatorisch möglichst effizient zu vollziehen.»

Bauherren verlangen BIM Geschäftsführer Reto Meier gibt sich selbstkritisch: «Es kann ja nicht sein, dass wir zwar die BIM-Werkzeuge bereitstellen, un-

sere Kunden aber bei der Implementierung alleine lassen. Deshalb haben wir nun als einer der ersten Software-Anbieter ein BIM-Kompetenzzentrum geschaffen.» Für HLKKS-Planungs- und Ausführungsbetriebe stellt sich nicht etwa die Frage, ob in BIM investiert werden soll, sondern wann und wie. Hier unterstützt die Bausoft ihre Kundinnen und Kunden, ihre Geschäftsprozesse

In der HLKKS-Branche mischt die Bausoft ganz vorne mit. Ihre Software wird von Praktikern – die Hälfte der Mitarbeitenden sind Haustechnikplaner – in der Schweiz und auf Basis der Schweizer Normen entwickelt. Sie ist modular aufgebaut: Wenn die Bedürfnisse wachsen und die Aufgabenstellungen komplexer werden, wächst das System mit. Eine wesentliche Stärke der Bausoft-Philosophie im Hinblick auf die BIM-Zukunft ist ausserdem der offene Datenaustausch im erwähnten IFC-Format (Open BIM), die Kompatibilität zu Autodesk Revit und ArchiCAD (Closed BIM) sowie der Produktdatenzugriff zu den Herstellern über VDI 3805. ■ www.bausoft.ch


Palace Hotel Bürgenstock Resort ist im Bau bis Sommer 2017.

Bürgenstock Resort bietet installationstechnisch-logistische Herausforderungen für Sanitärfirma

Just-in-time-Vorfertigung und Lieferung für Bauplatz in luftiger Höhe Das Bürgenstock Resort – gigantischer Bauplatz auf einem Bergkamm ohne Platz für Materiallager – bietet logistische Herausforderungen für die Baufirmen und Handwerksbetriebe. Die Sanitärinstallationsfirma Meyer Sanitäre Anlagen bezieht vormontierte Aufhängungen und Spezialrahmen just-in-time vom Befestigungsspezialisten Urfer-Müpro. Quelle: Urfer-Müpro Befestigungstechnik AG

■ Im Herzen der Schweiz entsteht ein Resort der Superlative – das Bürgenstock Resort, 500 Meter über dem Vierwaldstättersee. Es wird über drei Luxus Hotels, ein Healthy Living Center, Residence-Suiten mit Hotelservice, Business Infrastruktur, das beispiellose 10 000 m2 Bürgenstock Alpine-Spa sowie zahlreiche Restaurants und Bars, inmitten einer atemberaubenden Berglandschaft verfügen. Das über 100-jährige, historisch bedeutsame Hotel Palace wird nach den Auflagen des Denkmalschutzes renoviert. In dem ehrwürdigen Gebäude entsteht ein modernes 4-Sterne-Superior-Haus mit 108 Zimmern. Bereits seit 2010 arbeitet die Meyer Sanitäre Anlagen AG auf der Grossbaustelle des Bürgenstock Resorts und bis zur Eröffnung im Som-

mer 2017 muss noch einiges getan werden. Angefangen hat es mit den Einlegearbeiten in den verschiedenen Betondecken. Nun ist die Wasserversorgung und Verteilung in Arbeit. Für ein Hotel ist dies eine komplexe Sache, da gilt es jedes Zimmer mit den entsprechenden Anschlüssen zu versorgen, dazu kommen sämtliche Nebenräume wie Küchen, Restaurants, Toilettenanlagen, Kühl- und Versorgungszonen und vieles mehr.

Perfekter Lieferservice «Speziell auf dieser Grossbaustelle ist, dass wir keine Materiallager einrichten konnten; deswegen sind wir auf einen sehr leistungsfähigen und flexiblen Partner angewiesen, der das benötigte Material auch kurzfristig liefern kann.

Bei Urfer-Müpro haben wir diesen Service zur vollen Zufriedenheit und mit Kurt Grunder einen verständnisvollen und engagierten Fachberater. Nebst den regulären Lieferungen, zum Teil 2 x pro Woche, haben wir oft noch am Abend kurzfristig Lieferungen in unser Geschäft in Stansstaad erhalten, sodass die Monteure die benötigten Teile am Morgen gleich mitnehmen konnten», erklärt uns Luca Barmettler, der Projektverantwortliche auf dem Berg. Und sein Chef Rolf Meyer doppelt nach: «Auch die vormontierten Aufhängungen machen in einem so grossen Projekt ein beachtliches Sparpotenzial aus. Er denkt dabei an die langen Hotelkorridore, in deren Decke, natürlich später nicht mehr sichtbar, enorme Mengen an Leitungen und Rohren aufzuhängen


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sind. Bei kleinen Objekten kümmern sich die Sanitärinstallateure üblicherweise selber um den Zusammenbau, eine Vorfertigung würde sich nicht rechnen. «Aber bei so umfangreichen Installationen spart das meinen Mitarbeitern viel Zeit und das Aufhängen der Rohre ist dann entsprechend schneller gemacht», so Rolf Meyer.

Grosszügig dimensionierter Spezialrahmen Die enge Kooperation mit Urfer-Müpro zahlt sich auch sonst aus: Die Zuleitun-

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gen für die zentrale Wasserverteilung erfolgen mitten im Versorgungsraum, damit diese von allen Seiten zugänglich sind und die grosse Anzahl von Rohren, Ventilen und Anschlüssen übersichtlich angebracht werden kann. Deshalb benötigte man einen grosszügig dimensionierten Spezialrahmen für die Wasserverteilung: «Wir haben das mit Kurt Grunder vor Ort besprochen und kurze Zeit später erhielten wir von Urfer-Müpro den entsprechenden Lösungsvorschlag, selbstverständlich unter Berück-

sichtigung aller Vorgaben und technischen Berechnungen.» Auch die Lieferung liess nicht lange auf sich warten. Fachberater Kurt Grunder bei Urfer-Müpro hat dazu eine plausible Erklärung: «Durch die hausinterne Spezialfertigung und Schlosserei können wir solche Sonderteile auch kurzfristig bewerkstelligen und direkt termingerecht auf die Baustelle liefern.» Unternehmensleiter Rolf Meyer lobt die gelebte Partnerschaft als hervorragend, nicht nur hinsichtlich der technischen Unterstützung, sondern auch bezüglich der zeitgenauen Produktion und Lieferung der benötigten Spezialteile. Die langjährige Zusammenarbeit soll auch für die Zukunft gelten: «Wir haben noch einiges vor und selbst hier im Bürgenstock Resort sind noch weitere Projekte offen.» ■ www.urfer-muepro.ch

Luca Barmettler, Kurt Grunder und Rolf Meyer im Fachgespräch. Hintergrundbild: Wasserverteilung – Rohrschellen von Urfer-Müpro.

Blick in Hotelgang mit vielfältigen Installationen.

Detail der zentralen Wasserversorgung mit Spezialrahmen.

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Die Witterung im 4. Quartal 2016 (Oktober, November, Dezember)

Trockenes Herbstquartal Andreas Walker

■ Kalter Oktober beendet schlagartig den Spätsommer

Der Oktober war etwa ein Grad zu kalt. Mit Schneefällen bis in mittlere Lagen und einigen Bodenfrösten trat er schon als Vorbote des Winters auf. Der Monat begann bereits mit einer kalten Dusche. Eine Kaltfront zog am 1. und 2. Oktober durch unser Land und brachte etwas Niederschlag. Vom 3. bis am 8. Oktober brachte ein Hochdruckgebiet über Skandinavien mit einer kräftigen Bisenströmung zunehmend kältere Luft aus Nordosten zum Alpenraum. Damit sank in den Tieflagen die Tagesmitteltemperatur 2 bis 4 Grad, in den Alpen 3 bis 5 Grad unter die Norm 1981–2010. Zusätzlich wurde durch hochnebelartige Bewölkung die Sonnenscheindauer oft vermindert. Erste Schneefälle bis in mittlere Lagen: Vom 8. bis am 12. Oktober floss Kaltluft aus Norden und Nordosten in unser Land und am Alpennordhang fiel Neuschnee bis hinunter auf 1000 Meter. Am 9. Oktober zogen regional kräftige Graupelschauer über das nördliche

Flachland, die durch vorüberziehende Höhenkaltluft ausgelöst wurden. Am 13. und 14. Oktober stellte sich eine kräftige Föhnlage ein. Danach steuerte ein von Schottland nach Deutschland ziehendes Tiefdruckgebiet aus Westen mehrere Niederschlagszonen über die Schweiz. Mit der einströmenden Kaltluft aus Norden fiel am 20. und 21. Oktober in den nördlichen Alpen erneut Schnee bis auf 1000 Meter hinunter.

Schweiz gemittelt etwa ein Grad zu kalt. Die Sonnenscheindauer lag im Norden in den meisten Gebieten unter dem langjährigen Mittel, dementsprechend konnte man die schönen Tage des Altweibersommers an einer Hand abzählen. In den meisten Gebieten wurden unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen verzeichnet.

Föhn und Gewitter: Mit einer Winddrehung auf Südwest floss ab dem 23. Oktober zunehmend feuchtere Luft in den Alpenraum, was auf der Alpennordseite zu einer Föhnlage führte. Am 24. Oktober bewegten sich die Tageshöchstwerte in den Föhngebieten zwischen 20 und 25 Grad. Der 25. und 26. Oktober zeigte sich in der ganzen Schweiz trüb und regnerisch. Die letzten Tage des Oktobers klangen aus mit herbstlich kühlen Temperaturen in den Niederungen.

Der November war geteilt in einen markanten Wechsel von winterlicher Kälte in der ersten Monatshälfte und einer spätsommerlichen Wärme im letzten Monatsdrittel. Der November begann mit viel Sonnenschein. In der Nacht vom 2. auf den 3. November fiel beim Durchzug einer schwachen Kaltfront aus Westen vor allem im Jura sowie in der Zentral- und Ostschweiz etwas Niederschlag. Die Schneefallgrenze lag bei 1400 Metern. Nachdem das Hochdruckgebiet sich langsam abgebaut hatte, setzte am 4. November eine milde Südwestströmung ein, die eine Föhnlage verursach-

Monatsbilanz Oktober: kühl und trocken. Nach Angaben von MeteoSchweiz war der Oktober über die ganze

Während der Oktober auf der Alpennordseite mehrheitlich trüb war (im Bild Hallwil AG am 22.10.2016) …

Föhn bringt milden November

… schien auf der Alpensüdseite dank Nordföhn öfters die Sonne: Locarno TI am 21.10.2016. (Fotos: Andreas Walker)


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te. Dabei stieg die Tagesmaximum-Temperatur in den Föhntälern der Ostalpen auf knapp 20 Grad. Schneefall in den Bergen: Ein von der Nordsee über Norddeutschland hinwegziehendes Tiefdruckgebiet steuerte am 6.

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November eine Kaltfront über unser Land und brachte feuchte Polarluft. Dabei sank die Schneefallgrenze auf 800 bis 900 Meter hinunter. In den Alpen fielen oberhalb von 1200 Meter teilweise 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee. In der hochreichenden Kaltluft bewegte sich die

Tagesmitteltemperatur vom 7. bis am 9. November nördlich der Alpen 3 bis 6 Grad und in den Alpen 6 bis 10 Grad unter der Norm. Eine weitere Kaltfront aus Nordwesten brachte am 11. November erneut Schneefall bis gegen 600 Meter hinunter.

Klimadaten im vierten Quartal 2016 Lufttemperatur °C m ü.M.

Mittel

abs. Min.

Heizgradtage

Sonne

Heiztage 20 °C/12 °C Summe HT HGT h

Globalstrahlung

Norm %

Mittel W/m²

Windstärke Mittel km /h

Max. km/h

Niederschlag Summe mm

Oktober Adelboden Basel/Binningen Bern/Zollikofen Buchs/Aarau Chur Engelberg Genève-Cointrin Lugano Luzern Neuchâtel Pully Samedan Sion St. Gallen Zürich/Fluntern (SMA)

1320 316 553 387 556 1036 420 273 454 485 456 1709 482 776 556

5.8 9.6 7.9 8.5 10.0 6.3 9.9 12.3 8.9 9.7 10.4 2.5 10.1 7.5 8.5

–3.1 0.7 –2.2 –0.9 0.1 –2.2 0.1 4.2 2.0 2.8 3.3 –9.7 0.6 0.8 2.4

31 24 28 28 25 30 25 13 28 25 23 31 26 30 28

440 274 353 337 278 417 273 125 324 279 246 543 275 382 336

118 100 116 70 103 103 122 144 60 124 137 132 164 75 87

97 89 102 82 76 90 104 103 62 126 107 94 104 75 85

108 85 101 81 105 93 97 103 71 93 102 113 115 78 82

5 5 6 3 9 6 8 5 4 9 6 8 7 5 6

48 48 48 35 62 92 67 56 68 46 57 62 76 49

71 58 87 49 28 85 90 127 89 85 126 38 32 78 65

1320 316 553 387 556 1036 420 273 454 485 456 1709 482 776 556

3.3 5.9 4.2 4.8 6.6 3.6 6.2 8.6 5.2 5.6 6.8 –1.7 5.9 4.7 4.9

–8.6 –4.7 –5.8 –6.0 –3.0 –7.3 –3.6 0.2 –2.3 –2.7 0.3 –19.9 –3.2 –5.7 –4.3

29 30 30 30 25 27 30 29 30 30 30 30 29 27 30

493 423 475 457 369 474 415 336 445 431 396 651 416 441 452

61 60 52 50 65 42 72 75 39 69 65 90 76 42 51

73 84 76 115 70 68 109 68 75 122 82 85 77 71 87

62 47 49 48 63 50 54 54 40 48 52 71 61 42 45

8 7 6 5 10 9 9 5 5 10 6 6 5 8 8

102 74 62 59 72 104 53 58 73 81 55 52 52 84 78

80 55 93 81 53 72 89 175 74 104 133 47 75 78 102

1320 316 553 387 556 1036 420 273 454 485 456 1709 482 776 556

2.6 1.0 –0.8 0.2 1.2 0.9 1.4 5.6 0.9 1.4 2.8 –5.5 –0.7 1.2 0.7

–4.9 –5.7 –6.3 –5.5 –7.8 –6.3 –5.8 –0.3 –4.0 –2.8 –1.5 –16.9 –7.6 –6.8 –4.2

31 31 31 31 31 31 31 30 31 31 31 31 31 31 31

539 588 645 613 582 593 578 443 593 578 534 789 643 584 599

150 126 96 48 151 64 44 149 55 42 78 171 111 91 93

191 235 197 162 187 205 89 138 152 108 135 166 163 213 223

65 49 49 34 67 37 34 61 34 31 50 71 54 50 44

4 6 5 4 6 5 5 5 4 6 4 5 4 3 4

44 36 38 32 61 80 47 69 29 53 34 68 35 45 46

1 3 1 0 4 2 0 1 1 0 0 0 0 7 1

November Adelboden Basel/Binningen Bern/Zollikofen Buchs/Aarau Chur Engelberg Genève-Cointrin Lugano Luzern Neuchâtel Pully Samedan Sion St. Gallen Zürich/Fluntern (SMA) Dezember Adelboden Basel/Binningen Bern/Zollikofen Buchs/Aarau Chur Engelberg Genève-Cointrin Lugano Luzern Neuchâtel Pully Samedan Sion St. Gallen Zürich/Fluntern (SMA)

Aufgrund der veränderten Messbedingungen (z. B. im Zusammenhang mit dem Übergang vom bisherigen automatischen Messnetz ANETZ zum neuen SwissMetNet SMN) kann es sein, dass an einzelnen Stationen Normwerte und aktuelle Messwerte nicht mehr vergleichbar sind. Sonnenscheindauer Mittel: Monatssumme in Prozent des langjährigen Mittels (1981 –2010). (Quelle: MeteoSchweiz)

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Westwind bringt viel Bewölkung: Vom 15. November an geriet der Alpenraum zunehmend in den Einfluss einer kräftigen West- bis Südwestströmung. Dabei wurden den Voralpen entlang am 17. November Böenspitzen von 90 km/h verzeichnet. Am 18. November traten in leicht erhöhten Lagen des Mittellandes und im Jura sogar Windspitzen von 90 bis 115 km/h auf. Anhaltender Föhn bringt spätsommerliche Wärme: Ab dem 20. November baute sich in der milden Südwestströmung über den Alpen eine kräftige Föhnlage auf. Am 21. November erreichte der stürmische Föhn in den Föhntälern verbreitet 100 bis 120 km/h, in exponierten Lagen auch 140 km/h (Isleten) bis 172 km/h (Brülisau). Die Böenspitzen am östlichen Alpennordrand lagen zwischen 90 und 115 km/h, in den Bergen sogar zwischen 130 und 160 km/h. Die Tagesmaximum-Temperatur stieg am Alpennordrand während der intensivsten Föhnphase am 21. und 22. auf 19

Standorte der in der Tabelle aufgeführten Klimastationen.

bis über 20 Grad. Ab dem 26. November dehnte sich wieder ein Hochdruckgebiet von England nach Mitteleuropa aus. Die aufkommende Bise sorgte über der Alpennordseite für Hochnebel mit einer Obergrenze zwischen 900 und 1300 Meter. Monatsbilanz November: Föhn brachte viel Sonne. Nach Angaben von Meteo Schweiz war der November 0,5 bis 0,7 Grad wärmer als das langjährige Mittel.

An den Föhnstandorten Altdorf und Meiringen war es mit einem Überschuss von rund 2,5 Grad einer der wärmsten November seit Messbeginn im 19. Jahrhundert. Der Föhn sorgte für eine sehr ungleiche Verteilung der Niederschläge. Diese erreichten auf der Alpensüdseite, im Wallis sowie nördlich der Alpen verbreitet 100 bis 150 % der Norm. In den Alpen waren es meist 60 bis knapp 100 %. Die Sonnenscheindauer blieb in den meisten Gebieten mit nur 60 bis 70 % deutlich unter dem NovemberDurchschnitt.

Dezember bringt Rekord-Trockenheit Der Dezember brachte viel Sonne und war extrem trocken. Überall fehlte der Schnee. Da die klaren Nächte kalt waren, lag die Durchschnittstemperatur im normalen Bereich. Vom 1. bis zum 18. Dezember dominierten vorwiegend Hochdrucklagen das Wettergeschehen und brachten dementsprechend viel Sonnenschein. Am 18. und 19. Dezember wurde die Schweiz aus Nordosten von Höhenkaltluft über-

Am 21. und 22. November geriet die Schweiz unter starken Föhneinfluss. Im Bild das Föhnfenster über den Alpen am 21. November vom Flugzeug aus gesehen. Im Vordergrund ist der Zürichsee zu sehen, in der klaren Fernsicht dahinter: Zugersee, Vierwaldstättersee, Sarnersee und Lungernsee.


quert. Dabei fielen in der Nordostschweiz geringe Mengen Schnee bis in die Niederungen. Anschliessend stellte sich über den Alpen eine Südostströmung mit Föhn ein. Auf der Alpensüdseite gab es in höheren Lagen bis 20 Zentimeter Neuschnee. In den Tälern der Alpennordseite erreichte der Föhn Böenspitzen zwischen 90 und 100 km/h, in Gipfellagen sogar 110 bis 130 km/h. Grüne und milde Weihnachten: Vom 21. bis am 23. Dezember war die Witterung in der Schweiz wieder hochdruckbestimmt. Über die Weihnachtstage brachte eine milde West- bis Nordwestwindströmung regional etwas Niederschlag und in den Ostalpen ein wenig Neuschnee. Dabei stieg die Schneefallgrenze von zunächst 1000 Meter auf über 2000 Meter an. Auf der Alpensüdseite trieb der Nordföhn die Temperaturen am 25. Dezember in Rekordbereiche. Ab dem 26. Dezember dehnte sich ein kräftiges Hochdruckgebiet aus Westen über Mitteleuropa aus und brachte viel Sonnenschein. Am 27. Dezember wurde an einigen Messstationen auf der Alpennordseite der höchste Luftdruck seit Messbeginn verzeichnet. So registrierte die Messstation Zürich-Fluntern, seit 1949 am heutigen Standort den Rekordwert von 1043,5 hPa, in Schaffhausen gab es sogar einen Wert von 1044,5 hPa. Monatsbilanz Dezember: Extrem trocken. Nach Angaben von MeteoSchweiz wurden im Dezember markante Temperaturgegensätze verzeichnet. Da die klaren Nächte jeweils relativ kalt waren, lag der Monatsdurchschnitt in vielen Gebieten im normalen Bereich. Das andauernde Hochdruckwetter brachte an vielen Orten neue Rekorde der Sonnenscheindauer. Das Mit-

Der Dezember war extrem trocken. Deshalb sah man vielerorts Langlaufloipen aus Kunstschnee wie hier zwischen Samedan und Pontresina GR am 29.12.2016.

Die fehlenden Niederschläge sorgten dafür, dass auf dem Lago Bianco (Berninapass GR) bis Ende Jahr Schwarzeis vorhanden war.

telland erlebte den trockensten Dezember seit Messbeginn 1864. Vom Genfersee bis zum Bodensee fielen im Durchschnitt nur gerade 2 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. In der westlichen Hälfte des Mittellandes gab es gebietsweise überhaupt keinen Dezemberniederschlag. Im langjährigen Durchschnitt (Norm 1981–2010) erhält das Mittelland eine Dezem-

bermenge von knapp 90 Liter pro Quadratmeter. Die Dezembermonate mit weniger als 10 Prozent der Norm sind extrem selten. Während der 153-jährigen Messperiode waren neben dem aktuellen Dezember nur die beiden Dezember 1963 mit 4,8 und 1864 mit 6 Liter pro Quadratmeter derart trocken. ■ Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletins 2016


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Regionale Baumessen auch 2017 mit attraktivem Begleitprogramm

«Forum Architektur» zu aktuellen Bau- und Energiethemen Eigenheimbesitzer und Liegenschaftsverwalter wollen mehr erfahren über so topaktuelle Themen wie Verdichtung von Siedlungen, Nutzung und Umnutzung bestehender Bausubstanz sowie innovativer Energieversorgungssysteme. Gelegenheit dazu gibt es an den Foren Architektur, die zeitgleich mit den regionalen ZT-Fachmessen stattfinden. ■ Die Veranstaltungsreihe «Forum Architektur» wurde vor zwei Jahren zusammen mit dem Bundesamt für Energie BFE und EnergieSchweiz lanciert und zeigt wichtige Entwicklungen der Baubranche auf. Architektinnen und Architekten, Planer und Energiefachleute können kostenlos daran teilnehmen und aktuellste Informationen zu den Themen Verdichtung, Arealentwicklung, innovativer Holzbau und Energie sammeln. Zentraler Punkt bleiben die Referate zu realisierten Objekten. Gleichzeitig wird auch Visionäres zum Wohnen von morgen vermittelt. Experten aus der Region Die Veranstaltungsreihe beginnt mit der Messe «Bauen + Wohnen» in Wettingen im Sport- und Kulturzentrum Tägerhard. Referenten aus der Region äussern sich zu den Themen Verdichtung, Umnutzung, Innovation und Energie. So nimmt

Bau- und Energiefachexperten stehen in der Podiumsdiskussion für kritische Voten aus dem Publikum zur Verfügung.

Gemeinderat Daniel Huser, Vorsteher der Baukommission Wettingen und Zentralpräsident suissetec, zur wohnlichen Agglomeration bei erhöhten Ansprüchen Stellung und zeigt Synergien und Nutzungskonflikte von Verkehr, Wohnen, Arbeiten, Erholen und Freizeit auf. Dominique Salathé, Professor und Leiter des Instituts für Architektur an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Muttenz, beleuchtet in seinem Referat die Chancen und Herausforderungen, die ein Haus, eine Siedlung und die Landschaft für die Gesellschaft als auch für jeden Einzelnen bedeuten. Ein hochaktueller Ansatz ist zudem die Revitalisierung von Brachen und unternutzten Arealen. Dies macht die Geografin Sabina Erny in ihrem Referat deutlich. Sie ist Projektleiterin der Arealentwicklung im Rahmen von Hightech-Aargau und verantwortet deren Umsetzung. Der Vortrag von David Zogg, Profes-

sor und Dozent für Regeltechnik am Institut für Automation an der Fachhochschule Windisch (FHNW), widmet sich der wirtschaftlichen Eigenversorgung dank umweltfreundlich erzeugtem Solarstrom in Mehrfamilienhäusern – Stichwort «Eigenverbrauchsoptimierung». Das Forum Architektur wird 2017 an allen vier Baumessen der ZT-Fachmessen AG und somit an den vier Standorten Wettingen, Zürich, Bern und Luzern durchgeführt. Die Anlässe ziehen rund 300 Interessenten an und bieten topaktuelle Informationen und spannende Austauschmöglichkeiten für die Baufachwelt. ■

Weitere Termine: Forum Architektur in Zürich; Freitag, 8. September 2017 www.bauen-modernisieren.ch Forum Architektur in Bern; Freitag, 22. September 2017 www.bau-energie.ch Forum Architektur in Luzern; Freitag, 8. Oktober 2017 www.messe-luzern.ch www.fachmessen.ch

Forum Architektur in Wettingen Datum: Freitag, 7. April 2017 Zeit: 10.30 –12.30 Uhr, anschl. Apéro und Networking. Ort: Messe Bauen+Wohnen, Tägerhard Wettingen. Anmeldeschluss: bis 3. April 2017, Teilnahme kostenlos, Messeeintritt wird gratis zugestellt. Weitere Details, Anmeldung: www.messe-aargau.ch


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Walter Meier und Tobler planen gemeinsame Zukunft Die zwei Schweizer Gebäudetechnik-Unternehmen Tobler Haustechnik und Walter Meier verschmelzen ihr Leistungsangebot und schliessen sich zu einem der grössten Gebäudetechnik-Anbieter der Schweiz zusammen. Ab Anfang 2018 wird das neue Unternehmen unter neuem Namen eine wichtige Stellung im Grosshandel von Produkten, Komponenten und Zubehör, im Systemgeschäft bezüglich Wärme- und Kälteerzeugung sowie im Servicegeschäft einnehmen. ■ Während die Tobler Haustechnik AG bis anhin eine bedeutende Position im Grosshandel und in der Logistik innehatte, liegen die Stärken der Walter Meier AG im Bereich Wärme- und Kältesysteme und bei den damit verbundenen Serviceleistungen. Die aktuelle Ertragskraft von Tobler entspricht in etwa derjenigen von Walter Meier. Deshalb soll die Zusammenführung der beiden Unternehmen im Verhältnis 1:1 erfolgen. Dabei soll die Anzahl Aktien der Walter Meier AG von heute 7,3 Mio. aber nicht verdoppelt, sondern nur um 4,7 Mio. Stück erhöht werden. Zur Abgeltung der Differenz und als Ausgleich für un-

terschiedliche Bilanzpositionen der beiden Unternehmen ist eine Zahlung im Umfang von Fr. 117,8 Mio. an Wolseley, den heutigen Besitzer von Tobler, vorgesehen. Der in England domizilierte Heizungs- und Sanitärgrosshändler Wolseley wird nach Abschluss dieser Transaktion rund 39,2 Prozent der Aktien halten. Der bisherige Hauptaktionär Silvan G.-R. Meier, der seine Beteiligung via die Greentec AG hält, wird die Transaktion unterstützen. Er wird seine Mehrheitsbeteiligung an der Walter Meier AG verlieren und neu rund 33,5 Prozent der Aktien halten. Das neue Unternehmen ist optimal aufgestellt, um im bestehenden

Konzernleitung des neuen Unternehmens: Andreas Ronchetti (CFO), Martin Kaufmann (CEO) und Arnold Marty (stv. CEO).

Tobler Haustechnik AG und Walter Meier AG planen ihren Zusammenschluss.

Markt zu wachsen. Durch die Kombination der Handels- und Systemkompetenz lassen sich Wachstumsmärkte wie erneuerbare Energien und Digitalisierung besser erschliessen. Dadurch können längerfristig neue und hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Der Zusammenschluss zielt so auf den langfristigen Erhalt der rund 1400 Arbeitsplätze ab. Es ist allerdings mit einem Abbau von 100 bis 120 Stellen aufgrund von Überschneidungen zu rechnen. Diese Stellenreduktion wird in den nächsten 2 bis 3 Jahren grösstenteils durch natürliche Fluktuation erfolgen. Es ist momentan nicht geplant, deswegen Kündigungen auszusprechen. Zusammenschluss 2017, neuer Auftritt ab 2018 Der rechtliche Zusammenschluss ist für 2017 geplant, der Auftritt unter neuem Namen (noch nicht bekannt) ab 2018. Die Integration erfolgt schrittweise in den nächsten zwei Jahren. Eine entsprechende

Transaktionsvereinbarung wurde unterzeichnet. Voraussetzung für den Zusammenschluss ist die Zustimmung der Generalversammlung der Walter Meier AG am 24. März zur erforderlichen Kapitalerhöhung sowie die Zustimmung der Wettbewerbskommission. Künftige Unternehmensleitung Im Zuge der Transaktion wird die Konzernleitung neu besetzt. Der bisherige CEO der Walter Meier AG, Martin Kaufmann, wird auch die künftige Unternehmensleitung verantworten. Der bisherige CEO der Tobler Gruppe, Arnold Marty, wird als stellvertretender CEO die Führung der Bereiche Verkauf, Produktmanagement und Marketing übernehmen. Der bisherige CFO der Tobler Gruppe, Andreas Ronchetti, wird CFO und drittes Mitglied der Konzernleitung des neuen Unternehmens. ■

www.haustechnik.ch www.waltermeier.com


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Rund um die Uhr, flächendeckend, flexibel ■ Der in der Schweiz langjährig präsente Anbieter für Brennwerttechnik, Wärmepumpen und Solartechnik, Weishaupt AG, macht auf sein qualitativ hochwertiges Serviceniveau aufmerksam. Dazu gehören wichtige Komponenten: So wird auf die persönliche Betreuung ab Anruf in der Einsatzzentrale des WeishauptKundendienstes in Geroldswil bis zur Lösung des individuellen Problems hingewiesen. «Voraussetzung für den effizienten Einsatz der Servicetechniker ist zudem das etablierte CRM-System. Damit haben der Einsatzleiter und der Servicetechniker online alle Anlagedaten mit früheren Kundendienst-Einsätzen zur Verfügung. Zum anderen ermöglicht das Ortungssystem, den Servicetechniker einzusetzen, der sich in nächster Nähe befindet.» Für eine umfassende Diagnose ist an Ort und Stelle gesorgt. «Denn Weishaupt-Produkte sind mit einer Datenschnittstelle ausgerüs-

tet. Dadurch erkennt der Servicetechniker die Störungsursache mit dem Laptop und kann sofort die richtigen Massnahmen treffen. Diese umfassenden Informationen optimieren die Störungserkennung und deren Behebung.» Als grosses Plus streicht das Unternehmen die allzeitige Verfügbarkeit seines Kundendienstes heraus: Dieser stehe 24 Stunden und 7 Tage die Woche zur Verfügung, womit der Notfalldienst gewährleistet sei. Weishaupt hebt insbesondere die hohe Qualität des «Alles-an-BordService»-Pakets empor. «Die Servicefahrzeuge von Weishaupt sind mit eigens entwickelten Fahrzeugeinrichtungen und den notwendigen Ersatzteilen ausgerüstet. Dies ermöglicht jederzeit eine rasche, effiziente Störungsbehebung.» Das dichte Vertriebsnetz garantiere die rasche Lieferung und Ersatzteilversorgung. Installateure würden das Angebot «Flexpress» sehr schätzen; die

Persönliche Betreuung wird beim Weishaupt-Kundendienst grossgeschrieben.

Lieferung der Ersatzteile auf Wunsch über Nacht auf die Baustelle. Schliesslich vervollständigen umfangreiche Schulungsangebote die breite Palette der WeishauptDienstleistungen. Damit engagiere man sich in die weitere Qualifikation der Kunden – zu gegenseitigem Nutzen. «Sachwissen

wird weitergegeben sowie aktuelles Wissen über Produkte und Technik vermittelt.» ■ www.weishaupt-ag.ch › Service

Weishaupt AG Tel. 044 749 29 79 www.weishaupt-ag.ch

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Vadea ging an den Start

Das verstärkte Team der Filiale Niedergösgen: Alban Maliqi, Walter Viau und Boris Huber.

Brunner Pumpen übernimmt Filiale Niedergösgen von Vogel Pompes SA ■ Um ihre Präsenz im Mittelland zu verstärken, hat die Firma Brunner Pumpen AG per 1.1.2017 die Geschäftstätigkeiten der Filiale Niedergösgen von der Firma Vogel Pumpen übernommen. Für die bisherigen Kunden der Vogel Pumpen AG ändert sich nichts. Die Produkte und Dienstleistungen sind praktisch identisch. Das heutige Personal, Walter Viau und Boris Huber, wurde übernommen und steht den Kunden weiterhin mit grossem Fachwissen zur Verfügung. Das Team wird ergänzt durch Alban Maliqi. Als ausgebildeter Sanitärtechniker TS ist er seit 2014 bei Brunner Pumpen tätig und ist bereits seit zwei Jahren im Aussendienst in der Region Mittelland für die Brunner Pumpen aktiv. Die Filiale Niedergösgen wird zu einem Lager- und Servicepunkt ausgebaut, um den Kundenservice noch stärker auszubauen. Das Sortiment ist das Gleiche wie bisher. Es werden alle Belange im Bereich Entwässerung, Schächte, Kreiselpumpen, Druckerhöhung und Wasserspiele abgedeckt. Von der neuen Filiale aus werden die Kantone AG, SO, LU, BS, BL und Teile von BE betreut. Die Westschweiz inkl. Jura, grosse Teile von Bern sowie Freiburg und das Wallis werden weiterhin von der Firma Vogel Pompes SA betreut. Gebietsaufteilung Laufende Offerten sowie Serviceverträge werden weiterhin durch die Firma Vogel Pompes SA ausgeführt. Ausserdem wird die Westschweiz inklusive Jura sowie grosse Teile der Kantone Bern sowie Freiburg sowie das Wallis weiterhin von der Firma Vogel Pompes SA betreut. ■ Brunner-Anliker AG Tel. 044 804 21 10 brunnerpumpen.ch

■ Vadea AG ist das neue Tochterunternehmen der Hälg Building Services Group. Das Ingenieurbüro entsteht aus dem Zusammenschluss der Brunner Haustechnik AG und der Engineering-Einheit der Hälg & Co. AG. An ihren beiden Standorten Wallisellen und St. Gallen bietet Vadea sämtliche Dienstleistungen aus der klassischen Planung von Heizung, Lüftung, Klima, Kälte und Sanitär sowie einigen Spezialdisziplinen an. Gemäss Marcel Baumer, Delegierter des Verwaltungsrats, soll mit der Gründung der Vadea AG der Geschäftsbereich Engineering innerhalb der Hälg-Group gestärkt werden: «Mit ihrem neuen Markenauftritt positioniert sich die Vadea AG als eigenständiger Dienstleister.» Die Brunner Haustechnik AG wurde 1988 von Arnold Brunner gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem führenden Ingenieurbüro für Gebäude mit anspruchsvoller Anlagetechnik und beschäftigte zuletzt rund 25 Mitarbeitende. In den Bereichen Reinraum, Pharma, Spitäler, Hochschulen oder Laborbetriebe hat die Brunner Haustechnik besonderes Spezialwissen aufgebaut. 2010 wurde die Brunner Haustechnik im Zuge einer Nachfolgeregelung an die Hälg Group übergeben. Die Hälg & Co. AG Engineering für die Planung komplexerer Gebäudetechnikanlagen ist ein seit den 1980ern natürlich gewachsener Geschäftsbereich. In den letzten Jahren war der Bereich stetig gewachsen und beschäftigte Ende 2016 ebenfalls rund 25 Mitarbeitende. Im Zuge des Zusammenschlusses bleiben alle Arbeitsplätze erhalten; eine Ergänzung der bestehenden Fachteams wird nicht ausgeschlossen. ■

Gebäudetechnik-Kongress 2017 – Building Life Cycle Excellence ■ Die Trägerschaft des neuen Gebäudetechnik-Kongresses, bestehend aus den Verbänden SIA, SWKI und Electrosuisse, verfolgt das Ziel, den Gebäudepark Schweiz auf ein nachhaltiges Fundament zu stellen. Die gebäudetechnischen Systeme sind dabei von zentraler Bedeutung. Diese müssen gleichzeitig dem Anspruch eines adäquaten Komforts und eines bedarfsgerechten Betriebs genügen. Konzeption und Einsatz der Systeme dürfen nicht Selbstzweck sein, sondern haben dem Grundsatz «so wenig Technik wie möglich, so viel wie nötig» zu folgen. Die dabei neu entstehenden Konvergenzen zwischen physischer und digitaler Welt müssen optimal zusammenwirken. Mit dem jährlich stattfindenden Gebäudetechnik-Kongress soll eine nationale Plattform geschaffen werden, die einen interdisziplinären Austausch zwischen allen am Bau Beteiligten ermöglicht. Zudem möchte der Kongress Antworten auf Fragen zur Gebäudetechnik in allen Lebenszyklusphasen geben – und dies in einem qualitativ hochwertigen und innovativen Umfeld. Unter der Federführung des SIA wurde die Trägerschaft, zusammen mit dem Bundesamt für Energie und der Hochschule Luzern – Technik & Architektur, im Frühjahr 2016 formiert. Zusätzliche Unterstützung erhält die Trägerschaft von einem Beirat, bestehend aus Vertretern der Forschung, Lehre und Wirtschaft. Zum Leitmotiv «Building Life Cycle Excellence» werden Planer, Unternehmer sowie Betreiber von Gebäuden eingeladen, sich im KKL Luzern auszutauschen. ■

Datum / Ort: Donnerstag, 5. Oktober 2017 im KKL Luzern Anmeldung möglich ab Juni 2017. Weitere Informationen: www.gebäudetechnik-kongress.ch


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Blue Expert Apéro 2017 für Planer und Ingenieure ■ Am diesjährigen «Blue Expert Apéro» von Walter Meier informieren ausgewiesene Experten und erfahrene Kenner über brisante Fachthemen und aktuelle Trends in der Gebäudetechnik-Branche. Die vier Themen: Wärmepumpen-Anwendungen im Wandel Referent Heinrich Huber (Leiter Prüfstelle Gebäudetechnik, HSLU): Bei Neubauten sinken der Leistungsbedarf und die Vorlauftemperaturen. Bestehende Gebäude sollen nicht mehr fossil beheizt werden und Elektroboiler werden eliminiert. Umgekehrt geht beim Warmwasser der Trend hin zu höheren Temperaturen respektive zur dezentralen Wassererwärmung. Die klassische Erdwärmesonde gerät in dicht besiedelten Gebieten unter Druck. Dafür stehen Energienetze hoch im Kurs. Welchen Einfluss haben diese Entwicklungen auf das Potenzial von Wärmepumpen? Neue Förderprogramme für Wärmeverbünde und Gebäudetechnik Referent Ernst A. Müller (Geschäftsleiter InfraWatt): Mit Wärmeverbünden können ganze Quartiere mit Abwärme, Wärmepumpen oder Holz nachhaltig und CO2-neutral mit Wärme und Kälte versorgt werden. In den Gebäuden selbst lässt sich zudem mit intelligenter Gebäudetechnik viel Strom einsparen.

Beide Bereiche können dank neuer Förderprogramme finanziell unterstützt werden. Gesuche nimmt der Verein InfraWatt ab ??? entgegen: www.infrawatt.ch/de/node/471. Neue Warmwasser-Normen SIA 385/1 und 385/2, Legionellenprävention Referent Jürg Nipkow (Präsident Kommission SIA 385): Mit den neuen SIA-Normen wird der Warmwasserbereich präzise und gemäss dem Stand der Technik behandelt. Aufgrund neuer Erkenntnisse zur Legionellenprävention ist Teil 1 (2011) zurzeit in Revision. Im Zwie-

spalt zwischen der Vermeidung der Legionellenvermehrung (hohe Temperaturen) und der Energieeffizienz (tiefe Temperaturen) gilt es, optimale Lösungen zu finden. Frischwasserstationen sind ein interessanter Ansatz, müssen aber sorgfältig geplant werden. Blick in die Praxis Rferent Jörg Benz (Verkaufsleiter Projektgeschäft Walter Meier): Die beste Antwort auf die heutigen Anforderungen und Herausforderungen des Markts sind innovative Technologien und umfassende Er-

fahrungen in Umsetzung, Anwendung und Betrieb. Kürzlich realisierte Lösungsbeispiele und aktuelle Produkt-Highlights werden vorgestellt. Daten und Orte 31. März 2017, Zürich 6. April 2017, Bad Ragaz 7. April 2017, St. Gallen 26. April 2017, Basel 27. April 2017, Bern-Ittigen 28. April 2017, Luzern 4. Mai 2017, Fribourg 5. Mai 2017, Saillon 11. Mai 2017, Tessin 18. Mai 2017, Lausanne 19. Mai 2017, Genf Jeweils 10 –14 Uhr. Zusätzlich gibts eine Demo und Fachinfos zum Thema 3D-Druck. Dabei ist ein 3D-Drucker zu gewinnen! ■

Anmeldung auf der Event-Seite www.waltermeier.com/blueexpert Walter Meier (Klima Schweiz) AG Tel. 044 806 41 41 www.waltermeier.com


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Energie- und Kosteneffizienz bei Druckluftanlagen: SWKI-Kurzseminar zeigt, wie es geht ■ Wie gelangen Unternehmen mit wenig Aufwand zu einer sicheren und sparsamen Druckluftversorgung? Wo liegen die grössten Hebel, um die Betriebskosten der Druckluftsysteme zu senken? Kompetente Informationen in kompakter Form gibt das SWKI-Kurzseminar «Energie- und Kosteneffizienz bei Druckluftanlagen». Es informiert über den aktuellen Stand der Technik und gibt wertvolle Impulse für gut geplante und optimal betriebene Druckluftanlagen. Kursorte und Daten: • Horw, 21. März 2017 • Zürich, 23. März 2017 • Bern, 28. März 2017 Jeweils von 17.30 bis 19.00 Uhr, mit anschliessendem Networking-Apéro. ■ Informationen und Anmeldung: www.swki.ch/kurzseminare SWKI-Sekretariat, Tel. 031 852 13 00 www.swki.ch

Das Effizienz-Potenzial gut geplanter und optimal betriebener Druckluftanlagen soll genutzt werden.

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Rückblick 16. Fernwärme-Forum in Biel: Investoren und Investitionen

Wärme und Kälte vom Netz ist nachhaltiger Bewährte Technologien, erfahrene Akteure und ein vermehrtes Interesse von Investoren versprechen für die leitungsgebundene Versorgung mit Wärme und Kälte künftig mehr Bedeutung. Das 16. Fernwärme-Forum zeigte Wege auf zur Realisierung und Umsetzung eines nachhaltigeren Energiesystems. Jürg Wellstein

■ Die Präsentation erfolgreicher Projekte macht zuversichtlich. Denn die Fernwärme wird in der künftigen Energieversorgung einen Integrationsschlüssel darstellen. Am 16. Fernwärme-Forum konnten sich Ende Januar 2017 in Biel rund 400 Teilnehmende über die aktuelle Situation der vernetzten Wärme- und Kälteversorgung informieren und einen Blick in die Zukunft wagen. Realisierte Vorhaben von Porrentruy bis Bern, von Liestal bis Monthey und bis in den Kanton Schwyz wurden vorgestellt. Aber auch die Entwicklungsaktivitäten im Grossraum München überzeugten. An allen diesen Orten werden langfristig ausgelegte Energieprojekte umgesetzt.

Der Wandel beginnt beim Denken «Investoren und Investitionen» lautete das Thema des Fernwärme-Forums. Deshalb standen Fragen zu heutigen und kommenden Akteuren, zur möglichen Rendite solcher Netze sowie zu den politischen und gesetzlichen Rahmenbe-

dingungen im Mittelpunkt. Nicht erst heute lässt sich bestätigen, dass die netzgebundene Versorgung von Agglomerationen mit Wärme und zunehmend auch mit Kälte technisch machbar ist. Zahlreiche Technologien stehen dafür zur Verfügung. Kombinationen sind geprüft und versehen im langfristigen Einsatz bereits erfolgreich ihren Dienst. Die Herausforderung stellt eher der nötige «Gesinnungswandel» dar, wenn nach vielen Jahrzehnten fossiler Vernetzung mit Stadt- und Erdgas sowie einem feingliedrigen Transportnetz für Heizöl plötzlich erneuerbare Wärme gefordert wird. Hier braucht es wohl mehr als ein paar überzeugende Worte zu funktionierenden Technologien und zu der anzustrebenden Bremswirkung für die Klimaerwärmung. Investoren solcher Netze waren bisher vor allem Gemeinden, Stadtwerke und einzelne innovative Unternehmen. Durch die veränderten Renditen auf herkömmlichen Investitionen scheint sich nun auch bei anderen Investoren-

Das 16. Fernwärme-Forum thematisierte Investoren und Investitionen, als Ausgangspunkt für die Fernwärme.

gruppen ein wachsendes Interesse an Infrastrukturen zu bilden, so auch an Fernwärmenetzen. Parallel dazu wird im Bundeshaus in Bern – das ebenfalls mit Fernwärme versorgt wird – darüber beraten, das CO2-Gesetz so griffig zu gestalten, dass der Wechsel auf erneuerbare Quellen vermehrt umgesetzt wird.

Agglomerationen erkennen den Nutzen Gleichzeitig erarbeiten die Berner Stadtwerke ewb energetische Ziele, wie den Ausbau zu 70 % erneuerbarer Wärme bis 2035 bei zusätzlicher Bedarfsreduktion um 20 % (gegenüber 2008). Bestehende Netze sollen miteinander gekoppelt und die lokale Zusammenarbeit intensiviert werden. Bei der Finanzierung müssen jedoch längere Überbrückungszeiten berücksichtigt werden, bis die nötige Anschlussdichte vorhanden ist. Der Wille zur Weiterführung der bisherigen Anstrengungen für eine intelligente Vernetzung ist da. Die Nutzung erneuerbarer leitungsgebundener Technologien wird angestrebt. Einen schrittweisen Ausbau der Fernwärmeversorgung erlebt auch die jurassische Stadt Porrentruy. Bereits 1989 wurde hier die Thermobois SA gegründet. Diese hatte zum Ziel, Holzenergie zu produzieren und zu fördern. Mit einer Holzheizzentrale und einer stadtquerenden Trasse begann die Fernwärmeversorgung. Inzwischen ist ein zusätzliches Holzheizkraftwerk gebaut worden und ein erheblicher Netzausbau hat stattgefunden. Schon 60 % der in Porrentruy benötigten Wärme wird mit Holzenergie erzeugt. Wärme und Strom werden heute mit lokaler Herkunft des Brennstoffs durch diese WärmeKraft-Kopplungsanlage erzeugt. Eine andere Ausgangslage verzeichnete die Kehrichtverwertungsanlage in Monthey. Zunächst war keine Wärmeabnahme vorgesehen. Erst 2007 wurden grundlegende Studien für ein mögliches Wärmenetz erstellt. Im Blickfeld stan-


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Lohnen sich Investitionen in die Fernwärme? Gibt es einen Markt? Mit solchen Fragen befassten sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion: Martin Jutzeler, Walter Böhlen, Frank Rutschmann, Moderator Thierry Burkart, Nicolas Wyss, Claude Minder und Manuel Godinat.

den damals eine Raffinerie in Collombey sowie die lokalen Chemie-Unternehmen. Damit war die Motivation für ein Fernwärmenetz gegeben. Zwar wurde die Raffinerie inzwischen stillgelegt, aber die Wärmeversorgung von Wohngebäuden in Monthey und Collombey konnte in einem zunächst unerwarteten Ausmass realisiert werden. Zurzeit sind über 600 000 m2 beheizte Wohnflächen in mehr als 5500 Haushalten angeschlossen. Im Jahr 2016 stand eine Wärmeleistung von 38 MW zur Verfügung. Die Fernwärme-Betreiberin Satom SA weist darauf hin, dass einerseits das Fernwärmenetz unabhängig von der Kehrichtverwertung finanziert werden muss und dies anderseits ohne Mittel aus den CO2-Einsparungen nicht möglich gewesen wäre.

gieschiene Ergolztal» sieht die EBL eine kostengünstige Wärmeproduktion an mehreren Standorten vor, die zu ca. 70 % auf Holzenergie beruhen wird. Grundsätzlich findet das Prinzip der Fernwärme leichter in Agglomerationen seine Anwendung. Die Agro Energie Schwyz AG beweist das Gegenteil und bestätigt durch ihren kontinuierlichen Ausbau den Nutzen der Fernwärme auch im ländlichen Raum. Hier haben sich die relevanten Akteure zusammengetan und 2009 das Energieunternehmen gegründet. Heute erschliesst eine Trasse von über 80 km Länge ein paar Orte und versorgt mehr als 900 Anschlüsse mit einer Gesamtleistung von 30 MW. Neben konventionellen Holzfeuerungen steht seit 2015 auch eine

Altholzfeuerung mit fast 10 MW Leistung in Betrieb. Hier kann mit einer ORC-Anlage, die eine Leistung von rund 1.5 MW aufweist, Strom erzeugt werden. Inzwischen arbeitet man auch an einem Speicherturm-Projekt, das zu einer erhöhten Versorgungssicherheit führen soll.

Unterschiedliche Motivationen fürs gleiche Konzept Vergleichbare Technologien und Optionen findet man im Ausland. Am 16. Fernwärme-Forum konnten die Stadtwerke München über ihre Vision 2040 und über das jüngste Projekt eines Niedertemperatur-Netzes in MünchenFreiham berichten. Dieses dient mit Nutzung der Tiefengeothermie zur Ver-

Verbinden und ausbauen In Liestal wird ein Verbund bestehender Netze angestrebt. Die Genossenschaft Elektra Baselland EBL erkennt die Herausforderungen, die sich durch hohe Kapitalbindung und lange Abschreibungszeiten ergeben, die aber auch durch die erforderlichen hohen Anschlussgrade geprägt sind. Grössere Netze bieten jedoch bessere Chancen, zusätzlich Abwärme aus Gewerbe, Industrie und Abwasseranlagen nutzen zu können und verschiedene Erzeugungstechniken sowie Speicher zu integrieren. Die Quellenflexibilität spielt eine bedeutende Rolle im Entwicklungsprozess solcher Netze. So darf man beispielsweise auch an See- und Flusswasser sowie Erdwärme denken. Als Contractor der «Erneuerbaren Ener-

Die Berner Stadtwerke ewb erarbeiten Methoden zur Zielnetzuntersuchung als Basis für die künftigen Entwicklungen. (Bild: ewb / Martin Jutzeler)

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sorgung eines neu geplanten Stadtteils. Gleichzeitig streben die Stadtwerke bis 2040 eine zu 100 Prozent erneuerbare Fernwärme an. Und in der Münchner Innenstadt wird – dem Kundenbedürfnis entsprechend – ein Fernkältenetz aufgebaut. Die Auslöser für solche Entwicklungen sind offenbar unterschiedlich: Politik, Stadtwerke, Kunden usw. Entsprechend sind auch die Auswirkungen auf die drei Bereiche der Nachhaltigkeit verschieden. Beim Niedertemperatur-Netz geht es um langfristige Kundenbindungen, um moderate Heizkosten und hohe Versorgungssicherheit sowie um posi-tive Auswirkungen auf die Umwelt. Durch die Fernwärme-Vision 2040 will man eine hohe Primärenergieeinsparung erreichen, lokale Wertschöpfung generieren und die Abhängigkeit von Brennstoffkosten vermindern. Schliesslich stehen bei der Fernkälteversorgung die städtischen Kunden im Mittelpunkt. Je näher Fernwärme-Projekte am Markt sind, umso besser lässt sich ein wirtschaftlicher Betrieb verwirklichen.

Der von Gruner Gruneko AG entwickelte Netzausbau von Porrentruy zeigt die schrittweise Vergrösserung der Fernwärmeversorgung auf. (Bild: Thermobois SA / Manuel Godinat)

Für Investoren zunehmend von Interesse

Seit der Finanzkrise rücken für institutionelle Anleger in der Schweiz Infrastrukturen als Investitionen in den Fokus. Gleich-

Neuer Geschäftsführer des Verbands Fernwärme Schweiz (VFS) Zum Jahresbeginn nahm Andreas Hurni, Fachbereichsleiter Energie bei der Ryser Ingenieure AG in Bern, seine Tätigkeit als neuer Geschäftsführer des Verbands Fernwärme Schweiz auf. Er beantwortet hier einige Fragen: Forum, Planungshilfen und Kurse sind Aktivitäten des Verbands Fernwärme Schweiz. Wo setzen Sie als neuer Geschäftsführer den Schwerpunkt und wo sehen Sie bereits Ausbaupotenziale? Andreas Hurni: Der Ausbildung der Fachleute und Entscheidungsträger auf dem Gebiet Fernwärme und Fernkälte kommt eine sehr wichtige Rolle zu. Gemeinsam mit Partnern wollen wir deshalb das Weiterbildungsangebot vergrössern und damit einen wichtigen Beitrag für die Förderung des Ausbaus der Fernwärme/Fernkälte und zur Qualitätssicherung leisten. Weiterbildungsveranstaltungen und Anlässe sollen vermehrt auch in der Romandie angeboten werden. Der VFS soll zukünftig noch verstärkt als Kompetenzzentrum und Anlaufstelle für alle Fragen im Zusammenhang mit dem Thema Fernwärme und Fernkälte für alle interessierten Kreise (z. B. Gemeinden, Contractoren, Energieplaner) wahrgenommen werden. Fernwärme braucht verbesserte Rahmenbedingungen. Wird sich der Verband noch stärker politisch einbringen? Der Verband Fernwärme Schweiz hat sich bereits im Rahmen der parlamentarischen Beratung der Energiestrategie 2050 eingebracht und konnte dort die Nutzung von Abwärme gesetzlich verankern. Im Zusammenhang mit den entsprechenden Verordnungen werden wir uns sicher wieder einbringen, damit das Thema Fernwärme eine prominentere Position einnimmt. Über unsere Vorstandsmitglieder haben wir einen direkten Draht zum Nationalrat und über Partnerorganisationen auch in den Ständerat. Der Fernwärme/Fernkälte und der damit verbundenen Nutzung von erneuerbaren Wärme- und Kältequellen kommt eine grosse Bedeutung zu im Zusammenhang mit der Klimapolitik bzw. der angestrebten Reduktion der CO2-Emissionen. Zukünftig soll auch vermehrt CO2-freie Fernwärme und Fernkälte am Markt bereitgestellt werden, um entsprechende Kundenbedürfnisse (z. B. der öffentlichen Hand) abdecken zu können. Andreas Hurni, VFS-Geschäftsführer.

Wärme und Kälte sind wichtige Themen in Agglomerationen. Wie können Sie die Akteure vor Ort gezielter unterstützen? Ich sehe die Hauptrolle des Verbands Fernwärme Schweiz darin, via nationale, kantonale und kommunale Politik (Gesetzgebung, Energieplanung, Fördermittel), die aktive Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und Forschung im In- und Ausland, die Organisation von Weiterbildungsveranstaltungen (u. a. auch für Entscheidungsträger) sowie Beratung und Unterstützung vor Ort möglichst gute Voraussetzungen für die Realisierung von Wärme- und Kältenetzen schaffen zu können. Der VFS kann insbesondere durch Unterstützung bei der kommunalen und regionalen Energieplanung und vertiefte Zusammenarbeit mit EnergieSchweiz für Gemeinden (Energiestadt) einen Beitrag für den Ausbau von Wärme- und Kältenetzen erbringen. www.fernwaerme-schweiz.ch

zeitig ist man sich in der Branche bewusst, dass die zukünftigen Kapitalbedürfnisse kaum nur durch die Energieversorgungsunternehmen und Betreiber alleine gedeckt werden können. Somit sind alternative Finanzierungsmodelle gefragt. Es werden Chancen und Risiken abgewogen und mögliche Renditen berechnet. Die erfahrenen Betreiber und Contractoren warnen jedoch, dass man nur mit langfristiger Optik und viel Know-how ans Ziel kommen kann. Schneidet man die Filetstücke der Wärmeversorgung zu früh ab, droht Schiffbruch. Bei der Fernwärme sind die langfristigen Risiken eher bescheiden, aber auch die Rendite bleibt überschaubar. Auch die Frage der Anschlusspflicht wurde am Fernwärme-Forum kontrovers diskutiert. Während die Verpflichtung bei der Konzeption eines Neubauquartiers vertretbar erscheint, ist eine mit Übergangszeiten versehene Anschlusspflicht für bestehende Ortsteile kritisch. Dennoch braucht es strukturierte Planungsarbeiten, welche den Weg zur leitungsgebundenen Versorgung mit Erneuerbaren vorgibt. Die Transformation vom Erdgas zur erneuerbaren Wärme sollte in transparenten Prozessen vorbereitet werden. Sind einerseits die aktuellen Energiepreise noch hinderlich für die Fernwärme, stellt anderseits auch die nötige Koordination aller Akteure eine grosse, oft kaum zu bewältigende Aufgabe dar.

Partner statt Konkurrenten Glücklicherweise spielt bei der Fernwärme die Sinnfrage keine so grosse


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Auch in ländlicher Umgebung kann die Fernwärme zum Highlight werden. Mit einem kontinuierlichen Wachstum im Kanton Schwyz kommt der Holz- und Biomasseverwertung mehr Bedeutung zu. (Bild: Agro Energie Schwyz AG / Urs Rhyner)

Rolle mehr wie früher: Werden die modernen Gebäudestandards den Heizwärmebedarf so vermindern, dass Fernwärme unnötig wird? Die nach wie vor geringen Sanierungsraten, die starke Bautätigkeit und der noch immer zunehmende Flächenbedarf machen Fernwärme mehr denn je sinnvoll. Eine höhere Sensibilisierung für Abwärmequellen erleichtert die Vermaschung von Netzen. Hinzu sind Fernkälte, Niedertemperaturnetze und unterschiedli-

che Speicherkonzepte gekommen, sodass der Fernwärme tatsächlich eine Schlüsselrolle für die Energiezukunft übertragen werden kann. ■ Nächstes Fernwärme-Forum: Donnerstag, 25. Januar 2018 www.fernwaerme-schweiz.ch www.hk-gt.ch › Bildergalerien

Die Agro Energie Schwyz AG nutzt in ihrem neuesten Holzheizkraftwerk auch Altholz für die Wärme- und Stromproduktion. (Bild: Agro Energie Schwyz AG / Urs Rhyner)


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Betriebs-Beurteilung für automatische Holzfeuerungen: Verfahren zur Durchführung und Auswertung von Langzeitmessungen

Langzeitmessungen für automatische Holzfeuerungen Zum Vollzug der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) bei automatischen Holzfeuerungen werden Abnahme- und Kontrollmessungen durchgeführt [1]. Damit wird geprüft, ob die Emissionsgrenzwerte bei stationärem Betrieb eingehalten werden [2]. Um auch im Praxisbetrieb niedrige Schadstoffemissionen zu gewährleisten, setzen einzelne Kantone zudem Messungen über drei Tage ein, die als Langzeitmessungen bezeichnet werden. Im Auftrag des Bundesamts für Energie sowie der Kantone Graubünden, Luzern, St. Gallen und Zürich wurde ein Verfahren zur Durchführung und Auswertung solcher Messungen entwickelt [3]. Thomas Nussbaumer, Adrian Lauber *

■ Die hier vorgestellte Methode ermöglicht eine rasche Beurteilung des Betriebs einer automatischen Holzfeuerung und dient als Grundlage für eine einheitliche Anwendung. Sie basiert auf der Messung des Gehalts an Kohlenmonoxid (CO) und Sauerstoff (O2) im Abgas und deren Bewertung anhand von definierten Kriterien sowie optional einer Messung der gasförmigen organischen Verbindungen (VOC). Erfasst werden der Heizbetrieb und das Verhalten beim An- und Abfahren. Für Anlagen mit Feinstaubabscheider wird zusätzlich deren Verfügbarkeit bestimmt.

Anhand einer Tabelle oder eines Sets von Grafiken wird das Betriebsverhalten einer Anlage anschaulich beschrieben. Bei Anlagen, welche die Anforderungen nicht erfüllen, unterstützt die Auswertung die Suche nach den Ursachen für den ungünstigen Betrieb.

1 Ausgangslage

Bei sachgemässem Betrieb und im stationären Zustand erzielen automatische Holzfeuerungen eine nahezu vollständige Verbrennung mit niedrigen Emissionen an CO und VOC sowie an Russ und organischem Staub. Das Abgas enthält

dann noch anorganischen Staub, der in Feinstaubabscheidern abgeschieden wird. Im Praxisbetrieb können jedoch Situationen mit tiefen Temperaturen oder Luftmangel auftreten, welche erhöhte Emissionen verursachen oder die Feinstaubabscheidung beeinträchtigen. Häufige Ursachen dafür sind das Anund Abfahren, ein Betrieb bei Schwachlast oder ungeeignete Einstellungen der Feuerung. Wenn viele Anlagen unsachgemäss betrieben werden, beeinträchtigt dies die Massnahmen zur Luftreinhaltung. Daneben kann aber auch eine einzelne Anlage als Folge von erhöhten Emissionen lokale Geruchsprobleme und Nachbarschaftsklagen verursachen. Da solche Zustände in der Regel mit erhöhten CO-Emissionen verbunden sind, dient der CO-Gehalt im Abgas als einfach messbarer Indikator für den Verbrennungszustand. è

▲ Autor Thomas Nussbaumer blickt in den Feuerraum

einer automatischen Holzfeuerung.

Heizraum: rechts Holzfeuerung, links Elektroabscheider.


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2 Methode

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Zur Beurteilung des Anlagenbetriebs werden unterschiedliche Betriebszustände für die Feuerung und den Feinstaubabscheider definiert, die anhand der aufgezeichneten Messdaten je einzeln beurteilt werden. Die für eine automatisierte Auswertung notwendigen Definitionen der Betriebszustände sind in [3] beschrieben und basieren auf der folgenden, in Bild 1 dargestellten Unterteilung: • Für den Feuerungsbetrieb wird anhand des Sauerstoffgehalts im Abgas und des Abgasvolumenstroms zwischen den Zuständen «Ein» und «Aus» unterschieden. Beim Anfahren gilt die Feuerung bei Unterschreitung eines Sauerstoffgehalts von 18 Vol.-%

als eingeschaltet, sofern ein relevanter Abgasvolumenstrom vorliegt, was zum Beispiel anhand des Zustands des Abgasventilators beurteilt werden kann. Beim Abfahren gilt die Anlage ab einer Überschreitung des Sauerstoffgehalts von 19 Vol.-% oder ab der Abschaltung des Abgasventilators als ausgeschaltet. • Anhand des momentanen CO-Gehalts und des zeitlichen Verlaufs des Anlagenbetriebs wird identifiziert, wenn sich die Feuerung in einer Anfahroder Abfahrphase befindet. Zur Beurteilung der An- und Abfahrvorgänge wird die Dauer der Grenzwertüberschreitung mit dem mittleren CO-Gehalt während dieser Phase bestimmt. Der Zeitraum des Anfahrens wird da-

bei auf eine Stunde und derjenige des Abfahrens auf vier Stunden begrenzt. Ob der Grenzwert überschritten ist oder nicht, wird anhand des auf den Sauerstoff-Bezugswert normierten CO-Gehalts bestimmt. Für das Produkt aus Dauer und CO dient dagegen der nicht normierte CO-Gehalt, da die Normierung bei hohem Sauerstoffgehalt zu einer Überschätzung der Schadstofffrachten führt. • Zur Bewertung der Verfügbarkeit der Feinstaubabscheidung dient für Elektroabscheider ein Signal der elektrischen Leistung und für Gewebefilter der Druckverlust. Um den Anlagenbetrieb zu beurteilen, werden insgesamt fünf Kriterien definiert, wie in Tabelle 1 für ein Beispiel beschrieben ist. Für die Beurteilung wird dabei zwischen Anlagen ohne und mit Feinstaubabscheider unterschieden: Für Anlagen ohne Abscheider kommt Kriterium 1 zur Anwendung, das den zeitlichen Anteil der Überschreitung des CO-Grenzwerts bewertet. Für Anlagen mit Abscheider wird dieses Kriterium so ergänzt, dass es als Kriterium 2 zur Anwendung kommt und mit dem Kriterium 3 zur Verfügbarkeit des Feinstaubabscheiders ergänzt wird. Das Kriterium 4 bewertet das Anfahren und das Kriterium 5 das Abfahren, weshalb diese zwei Kriterien für alle Anlagen zur Anwendung kommen. Die Auswertung erfolgt in der Regel mit Nachweis des Betriebs an drei aufeinanderfolgenden Messperioden von je 24 Stunden, die im Beispiel in Tabelle 1 vereinfachend als Tag 1, 2 und 3 bezeichnet sind. Um die Resultate zu visualisieren und verschiedene Betriebszustände zu vergleichen, werden die Resultate zusätzlich grafisch dargestellt. Bild 2 zeigt dazu die Auswertung des in Tabelle 1 eingeführten Beispiels in einem Set von fünf Diagrammen, in dem jedes Diagramm einem Kriterium entspricht.

3 Messtechnik

Tabelle 1: Beispiel zur Beurteilung des Anlagenbetriebs anhand der Kriterien 1 bis 5. Für Anlagen ohne Feinstaubabscheider kommen die Kriterien 1, 4 und 5 zur Anwendung, für Anlagen mit Feinstaubabscheider die Kriterien 2 bis 5. EGW = Emissionsgrenzwert, k.A. = keine Anforderung, ++ hohe Qualität, + erfüllt, – nicht erfüllt.

Zur Anwendung der Methode werden die Konzentrationen an CO und Sauerstoff im Abgas gemessen und im Bedarfsfall durch eine VOC-Messung ergänzt. Zudem werden ein Zustandssignal oder die Drehzahl des Primärluft- und des Abgasventilators erfasst. Dazu können Stromzangen verwendet werden, die eine berührungslose Überwachung ohne Eingriff in die Steuerung ermöglichen. Mit diesen Informationen werden die mo-


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mentane Feuerungswärmeleistung abgeschätzt und der Betriebszustand der Feuerung beurteilt. Die Überwachung der Feinstaubabscheidung erfolgt für Elektroabscheider

über den Stromverbrauch des Hochspannungs-Netzgeräts, der mittels Stromzange erfasst wird [4]. Bei Gewebefiltern kommt dagegen eine Differenzdruckmessung über das Filter zum

Bild 1: Zeitlicher Verlauf der CO-Emissionen für zwei Beispiele eines Anfahrvorgangs. Links eine Anlage, die einen Scheitelwert aufweist, bevor die CO-Konzentration dauerhaft unter den Grenzwert sinkt. Rechts eine Anlage, die bereits vor dem Anfahren hohe CO-Konzentrationen aufweist und bei welcher der CO-Gehalt nicht dauerhaft unter den Grenzwert sinkt.

Bild 2: Grafische Beurteilung der CO-Emissionen und der Verfügbarkeit des Feinstaubabscheiders (FA) am Beispiel nach Tabelle 1 mit Messungen an drei Tagen.

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Einsatz. Mit diesen Daten werden die Verfügbarkeit des Abscheiders während der Messung erfasst und die Dauer der Einschaltverzögerung des Abscheiders beim Anfahren der Feuerung bestimmt. Als Basisvariante für Langzeitmessungen kommen Emissionsmessgeräte zum Einsatz, wie sie für Abnahmemessungen an Anlagen über 70 kW verwendet werden [2]. Für eine kostengünstige Beurteilung werden für kurzfristige Messungen ausgelegte, tragbare Abgasmesskoffer eingesetzt, die für Emissionsmessungen an Holzfeuerungen bis 70 kW zugelassen sind [5].

4 Beispiele

Der Einsatz von Langzeitmessungen wurde während zwei Heizperioden an 26 Praxisanlagen getestet und dabei die vorgestellte Methode entwickelt [3]. Die Resultate zu den fünf Kriterien sind in Bild 3 zusammengefasst und zeigen, dass alle Kriterien von mindestens der Hälfte der Anlagen erfüllt wurden. Den niedrigsten Erfüllungsgrad von 50 % weist das Kriterium 4 zum Anfahren aus, den höchsten das Abfahren nach Kriterium 5 mit 75 %. Für zwei Anlagen kann beispielhaft gezeigt werden, wie die Auswertung zur Identifikation von Verbesserungsmöglichkeiten genutzt werden kann. Das erste Beispiel in Bild 4 zeigt die Auswertung von zwei Messtagen an einer Altholzfeuerung. Im Diagramm zum Kriterium 5 «Abfahren» rechts unten ist erkennbar, dass das Abfahren an beiden Tagen nicht erfüllt wird. Der blau umrandete Punkt mit erhöhtem CO-Gehalt ist auch im zeitlichen Verlauf im Diagramm links unten erkennbar. Der zeitliche Verlauf von Sauerstoffgehalt, Frequenz des Abgasventilators und Betriebsspannung des Elektroabscheiders lässt erkennen, dass der Abgasventilator und der Elektroabscheider beim Abschalten keine Nachlaufzeit gegenüber der Feuerung aufweisen. Dies ist ein möglicher Grund für das Nichterfüllen des Abfahrkriteriums. Da dieser Mangel durch die Überwachung sofort erkannt wird, können der Anlagenbetrieb durch eine Anpassung der Regelung optimiert und störende Betriebszustände vermieden werden. Das zweite Beispiel in Bild 5 beschreibt die Auswertung einer automatischen Holzfeuerung, welche zwei Kriterien nicht erfüllt. Einerseits ist wie im ersten Beispiel der CO-Gehalt im Abfahren

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überschritten, was auch bei dieser Anlage durch eine Optimierung des Abfahrvorgangs verbessert werden kann. Andererseits ist anhand von Kriterium 3 erkennbar, dass der Elektroabscheider eine unzureichende Verfügbarkeit aufweist. Die Ursache dafür geht aus dem zeitlichen Verlauf des Betriebs von Ab-

gasventilator und Elektroabscheider hervor. Der Elektroabscheider schaltet beim Anfahren der Feuerung jeweils rund 10 bis 12 Minuten nach Start der Feuerung ein, was bei Betriebsphasen der Feuerung von rund einer Stunde zu lediglich rund 80 % Verfügbarkeit führt. Um diese zu erhöhen, kann die Ein-

Bild 3: Erfüllungsgrad der Kriterien 1 bis 5 aus Langzeitmessungen an 26 Anlagen [3]. Für die Auswertung wurden nur Messungen berücksichtigt, bei denen eine minimale Tagesheizlast gemäss QM Holzheizwerke [6] erreicht wurde. Die Beurteilung basiert damit je nach Kriterium auf 16 bis 23 Anlagen.

Bild 4 / Beispiel 1: Messungen an einer 360-kW-Altholzfeuerung mit Elektroabscheider. Links: Zeitlicher Verlauf der Frequenz des Abgasventilators und der Leistungsaufnahme des Elektroabscheiders (oben) sowie Sauerstoffgehalt und CO-Gehalt im Abgas (unten) während zwei Messtagen. Rechts: Auswertung der zwei Messtage nach Kriterien 2 bis 5.

Bild 5 / Beispiel 2: Messungen an einer 550-kW-Feuerung mit Elektroabscheider, die mit Waldhackschnitzeln betrieben wird.

schaltverzögerung verkürzt werden, sofern dies vom Temperaturverhalten der Anlage zulässig ist. Wenn dies nicht zulässig ist, muss die Temperaturhaltung des Elektroabscheiders verbessert werden oder es müssen die Betriebsphasen der Feuerung verlängert werden.

5 Fazit

Die vorgestellte Methode basiert auf einer Messung von CO und Sauerstoff im Abgas zusammen mit der Erfassung des Betriebszustands der Feuerung und – sofern vorhanden – des Feinstaubabscheiders. Die Methode kann mit hochwertiger oder vereinfachter Messtechnik angewendet werden. Das Betriebsverhalten einer Anlage kann mit einer Auswertung in einem Tabellenkalkulationsprogramm beurteilt und auf einer Seite als Tabelle oder Grafik dargestellt werden. Für die Bewertung werden fünf Kriterien eingeführt. Drei davon beschreiben die Emissionen im Heizbetrieb sowie während des Anund Abfahrens der Feuerung und kommen für Anlagen ohne Feinstaubabscheider zum Einsatz. Für Feuerungen mit Feinstaubabscheider wird das Kriterium im stationären Betrieb durch ein modifiziertes ersetzt und die Beurteilung durch die Verfügbarkeit des Feinstaubabscheiders ergänzt. Mit der vorgestellten Methode können der Praxisbetrieb automatischer Holzheizungen beurteilt und Situationen mit erhöhten Emissionen identifiziert werden. Die Methode eignet sich zum Monitoring von Anlagen oder zur Erstbeurteilung in Klagefällen. Für Betreiber und Lieferanten der Anlagen dient sie zudem als Basis für eine Betriebsoptimierung. Beim Praxiseinsatz an rund 20 Anlagen wurde ein Erfüllungsgrad der Kriterien zwischen 50 % und 75 % ermittelt. Dies zeigt einerseits, dass die Kriterien von gut betriebenen Anlagen erreicht werden können. Gleichzeitig zeigt die Nichterfüllung in einigen Fällen auf, dass einzelne Anlagen ein Optimierungspotenzial aufweisen und dass die grafische Auswertung des Betriebsverhaltens die Identifikation der Schwachstellen unterstützen kann. Die Methode wird deshalb seit 2017 von mehreren Kantonen eingesetzt. ■ Verdankung Die Arbeit entstand mit Unterstützung des Bundesamts für Energie und der Kantone Graubünden, Luzern, St. Gallen und Zürich.


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* Zu den Autoren:

Prof. Dr. Thomas Nussbaumer ist Inhaber der Firma Verenum in Zürich (www.verenum.ch) und Professor an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur (www.hslu.ch). Adrian Lauber, Dipl. Ing. FH, ist Projektleiter zu Elektroabscheidung und Anlagenüberwachung bei Verenum.

Literatur [1] Luftreinhalte-Verordnung (LRV) vom 16. Dezember 1985, Artikel 814.318.142.1 [2] Emissionsmessung bei stationären Anlagen. Bundesamt für Umwelt, Bern 2013. Umwelt-Vollzug Nr. 1320 [3] Lauber, A.; Good, J.; Nussbaumer, T.: Beurteilung von automatischen Holzfeuerungen mittels Langzeitmessungen im Praxisbetrieb, Bundesamt für Energie, Bern 2016 [4] Lauber, A.; Nussbaumer, T.: Praxiseinsatz und Überwachung von automatischen Holzfeuerungen mit Elektroabscheider, Verenum, Zürich und Bundesamt für Energie, Bern, 18.11.2014, 79 Seiten, ISBN 3-908705-29-0 [5] Verordnung des EJPD über Abgasmessmittel für Feuerungsanlagen (VAMF). Beschluss vom 22. April 2011, Stand am 1. Januar 2013, SR 941.210 [6] QM Holzheizwerke: FAQ 38 vom 10.2.16, Stand am 28.6.16, www.qmholzheizwerke.ch, 16.9.16

Aufbau der vereinfachten Abgasmessung.

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Rückblick HLK-Portal vom 26. Januar 2017, Zürich

Die grosse Welle der Digitalisierung Die nächste industrielle Revolution rollt an. Mit voller Wucht. Und mit vielen Unsicherheiten. Aber auch mit grossen Chancen: Das HLK-Portal 2017 hat die Farben und Schattierungen der Digitalisierung ausgeleuchtet. Sie betrifft Anbieter genauso wie Planer und Installateure. Ursula Trunz, Peter Warthmann

■ Die HLK-Branche, mechanisch und physikalisch ausgereift, sieht sich gerade am Anfang: Die Digitalisierungswelle wälzt sich direkt auf sie zu. Neues Know-how ist gefragt, und gleichzeitig sollten «Anlagen so einfach wie möglich zu bedienen sein», so Marcel Ginter, Mitinhaber und Geschäftsführer der Mobil in Time AG. «Unsere Branche steht im Wind», sagt Hans-Peter Vögtli, Geschäftsführer Finanzen & Dienste der Hoval AG. Er denkt vor allem auch an das Marktvolumen, das seit drei Jahren schrumpft. Gleichzeitig hat Hoval eigens für die Digitalisierung eine Stelle geschaffen. Die NeoVac-Gruppe ihrerseits steht in Poleposition: Der Wärmeund Wasserverbrauch jeder zehnten Wohnung in der Schweiz wird bereits digital mit ihren Geräten gemessen und abgerechnet. «Im Bereich Smart Metering liegt aber noch viel Potenzial drin», weiss Patrik Lanter, CEO und Mitinhaber der NeoVac-Gruppe. Mobil in Time, Weishaupt, Hoval und NeoVac haben gemeinsam zum HLKPortal 2017 geladen: «Trotz Digitalisierung muss alles ein Gesicht haben», findet Weishaupt-Geschäftsführer Richard Osterwalder. Energie360° und Wilo haben das HLK-Portal 2017 als Hauptsponsoren unterstützt. Als Co-Sponsoren dabei waren der VSG, Arbonia, die Gima Kamin- und Abgastechnik AG, die Aerial GmbH, Nau Solar Systemtechnik und das Start-up iCondit.

ser und 40 bis 50 % der Einfamilienhäuser die Planwerte nicht einhalten. «Der Mensch mit seinem Nutzungsverhalten wird zum Effizienzkiller», warnt Patrik Lanter. Doch wird der Verbrauch mehrmals statt einmal pro Jahr abgelesen, er-

öffnet sich gemäss Rheinisch-Westfälischer Technischer Hochschule Aachen ein Sparpotenzial von immerhin 7 bis 12 %. Patrik Lanter: «Man kann sich nur verbessern, wenn man weiss, wo man steht.» Die App «myNeoVac» macht ge-

Podium am HLK-Portal 2017: Moderatorin Regula Späni, Marcel Ginter (Mobil in Time AG), HansPeter Vögtli (Hoval AG), Klaus Lenkner (Neuberger Gebäudeautomation GmbH), Patrik Lanter (NeoVac Gruppe). (Fotos: Frank Müller)

Der Mensch als Effizienzkiller 200 000 Wärmepumpen sind in der Schweiz in Betrieb, und jedes Jahr kommen weitere 20 000 dazu. Doch funktionieren sie auch effizient? Wenn nicht, steigt unweigerlich der Stromverbrauch. Patrik Lanter verweist in seinem Referat auf eine Studie des Schweizerischen Verbands für Wärme- und Wasserkostenabrechnung, wonach die Effizienz-Sollwerte durchschnittlich um 34 % überschritten werden. Das Bundesamt für Energie seinerseits hat ermittelt, dass 60 bis 80 % der Mehrfamilienhäu-

Veranstalter und Referenten: Michel Lambelet (Hoval AG, Geschäftsführer Verkauf & Service), Regula Späni (Moderatorin), Fabio Doriguzzi (Mobil in Time AG, Mitinhaber und Geschäftsführer), Patrik Lanter (NeoVac Gruppe, Mitinhaber und CEO), Peter Wick (MeteoNews AG, CEO/Inhaber), Stefan Fässler (Hoval AG, Regionalleiter Zürich/Zentralschweiz), Klaus Lenkner (Neuberger Gebäudeautomation GmbH, Geschäftsführer), Marcel Ginter (Mobil in Time AG, Mitinhaber und Geschäftsführer).


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nau das möglich: Sie lässt Ist-/Soll-Vergleiche zu, liefert Benchmarks zur Einordnung des eigenen Verbrauchs und hilft, die eigene Nutzung zu überdenken und die Einstellungen der Wärmepumpe zu optimieren. Patrik Lanter sagt: «Mit solchen Möglichkeiten können sich die Installateure bei den Kunden profilieren.»

Der Wärmepumpenzähler NeoVac Superstatic 479 SPF liefert wichtige Informationen zur Effizienz der Wärmepumpe.

Der NeoVac-Wärmepumpenzähler sorgt für Transparenz Man stelle sich vor: Man fährt mit einem Motorrad ohne Tachometer in einer 50-km/h-Zone an einem Blitzkasten vorbei. Schlechtes Gefühl? Selbstverständlich! Auch bei einer Wärmepumpe kann es massiv ins Geld gehen, wenn man im Blindflug navigiert. Läuft das System nicht effizient, steigt der Stromverbrauch massiv – gut und gerne auf das Doppelte. Die Mehrkosten können Hunderte von Franken pro Jahr betragen. Der NeoVac-Wärmepumpenzähler schafft nun Klarheit, indem er die Effizienz von Wärmepumpen überwacht und die Arbeitszahl direkt ausweist. Das Verhältnis zwischen der Energie, welche investiert wird (Strom) und der Energie, die vom Heizsystem abgegeben wird, bezeichnet man als Arbeitszahl. Diese Arbeitszahl sollte sich — je nach Gebäudequalität und Wärmepumpensystem — zwischen Faktor 3 und 6 bewegen. Beispiel: eine Arbeitszahl von 4 bedeutet, dass die Wärmepumpe viermal mehr Wärmeenergie abgibt, als sie an elektrischer Energie aufnimmt. Die Arbeitszahl wird für einen bestimmten Zeitraum ermittelt. Als bedeutendste Vergleichsgrösse wird die Jahresarbeitszahl (JAZ) verwendet. Diese zeigt die mittlere Arbeitszahl über alle Jahreszeiten auf. Im Englischen wird die Jahresarbeitszahl als Seasonal Performance Factor (SPF) bezeichnet. Die Leistungszahl COP (Coefficient of Performance) bezeichnet ebenfalls dieses Verhältnis. Allerdings ist der COPWert ein «Laborwert», der die Effizienz einer Wärmepumpe im Testverfahren ermittelt. Dazu arbeitet die Wärmepumpe in einem klar definierten Betriebszustand. Der COP ist somit ein Vergleichswert für die Inverkehrbringung von Wärmepumpen und nicht repräsentativ für den Einsatz über das ganze Jahr. Die für die Umwelt und den Betreiber wichtigste Grösse ist die Arbeitszahl, da sie die Effizienz in der Praxis ausdrückt. Je höher die Arbeitszahl, desto tiefer die Stromkosten und desto geringer die Belastungen für die Umwelt.

Erfahrungswerte: erwartete Bereiche Minimum-Maximum für die Jahresarbeitszahl (JAZ) von Wärmepumpen.

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der Wärmepumpe im Griff haben kann. Nur – wer hat schon Lust, die Daten periodisch in der Heizung abzulesen und manuell auszuwerten? Das geht viel einfacher mit dem Onlineservice NeoData. An den Rechner des Wärmepumpenzählers wird dabei ein SMS-Modul angeschlossen. Dieses übermittelt die Daten wochenaktuell an das NeoVacRechenzentrum. Dort werden die Daten gesichert, grafisch aufbereitet und einfach und verständlich auf dem NeoVac-Kundenportal zur Verfügung gestellt. Noch einfacher geht es via Smart Phone oder Tablet und der App «myNeoVac. Der Datenzugang ist passwortgeschützt.

Vier Megatrends integrieren

Die Komponenten des Wärmepumpenzählers von NeoVac für Durchfluss- und Temperaturmessung. Links die Splitversion Superstatic 470 SPF (bis 15 m3/h), rechts die Kompaktversion Superstatic 479 SPF (bis 2,5 m3/h).

Mit dem Wärmepumpenzähler von NeoVac lässt sich die Arbeitszahl dauerhaft überwachen. Damit wird verhindert, dass unter Umständen über Jahre hinweg ein System unbemerkt ineffizient funktioniert. Ist die Arbeitszahl ungenügend oder baut sich die Arbeitszahl laufend ab, können die Ursachen geprüft werden. Diese Ursachen liegen in der Regel in einer nicht optimal einregulierten oder einer überdimensionierten Anlage. Allenfalls sind auch mangelhafte oder defekte Komponenten (Temperaturfühler, Ventile usw.) verantwortlich. Falsch aufeinander abgestimmte Systemkomponenten sind ebenfalls mögliche Ursachen für eine nicht effiziente Funktion einer Wärmepumpe. Erst eine laufende Kontrolle der Arbeitszahl macht den Anlagenbesitzer auf einen mangelhaften Betrieb aufmerksam. Denn auch eine ineffiziente Wärmepumpe sorgt zumeist für wohlige Wärme – dann halt mit mehr Strom statt mit Umweltenergie. Der NeoVac-Wärmepumpenzähler bildet die Basis, damit man die Effizienz

Stefan Fässler, Regionalleiter Zürich/Zentralschweiz von Hoval, macht vier digitale Megatrends aus: Das Internet der Dinge, Big Data, Cloud Computing und Social Media. «Wir integrieren diese Trends in unsere strategischen Betrachtungen. Sie isoliert zu behandeln wäre ineffizient.» Die Digitalisierung führt aus seiner Sicht dazu, dass nicht mehr nur Produkte, sondern das Gesamtpaket von Produkten, Dienstleistungen und Beratungen das Rennen machen wird. Es sind nicht mehr nur Produktmerkmale, sondern Ergebnisse als Verkaufsargumente, die ziehen werden und somit verändert sich das Augenmerk von der Hardware zur Software. Stefan Fässler verweist dabei auf die neue Systemregelung Hoval TopTronic ® E: Sie bezieht die Wetterprognose aus dem Internet mit ein. Scheint am Nachmittag die Sonne in die Wohnung, drosselt die TopTronic E die Heizung rechtzeitig. Kommen die Bewohner früher oder später als gewohnt nach Hause, bedienen sie die TopTronic E per App. Das spart Energie und Geld und schont die Umwelt. Stichwort Dienstleistung: Stefan Müller, der das Marketing und das Produktmanagement der Hoval-Gruppe verantwortet, nennt das Beratungs-Tool «System Calculator». Dieses nimmt die relevanten Daten etwa für ein geplantes Heizsystem auf. Hoval-Fachleute analysieren sie und leiten daraus die ökonomisch und ökologisch bestmögliche Systemlösung ab. Damit die Abnehmer von Fernwärme die Energie noch besser nutzen können, gibt es die Software «TopTronic supervisor». Stefan Müller: «Software- und internetbasierte Lösungen wie diese schaffen Mehrwerte für den Endkunden.» è

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Wicks Vision

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Gut, dass die Heizung heute bereits ans Internet angebunden werden kann. Der visionäre Peter Wick, CEO von MeteoNews und am HLK-Portal gern gesehen und gern gehört, geht noch einen Schritt weiter: «Ich will jedes Haus auseinander nehmen und parametrisieren.» Die Wettermodelle sind heute derart hoch aufgelöst, dass sich das Wetter punktgenau vorhersagen lässt. Diese Punkte könnten in noch höherer Auflösung die einzelnen, mit Sensoren ausgerüsteten Zimmer eines Hauses sein. Südlich ausgerichtete oder windgeschützte Zimmer

brauchen weniger Heizwärme. Die Steuerung würde automatisch auf die Prognose aus dem Internet für dieses eine Zimmer reagieren. «Wenn wir nicht grün denken», warnt Peter Wick, «schlittern wir in eine Katastrophe.»

Mobil mit Holzpellets heizen Was Peter Wick fordert, kann Mobil in Time bereits bieten: eine «grüne» Lösung. Die mobile Holzpellets-Heizung Pellfix®, die Mobil in Time seit 2015 anbietet, ist 2016 von Grund auf überarbeitet worden. Marcel Ginter präsentiert ein Bild vom World Economic Forum

Die Systemregelung «TopTronic® E» von Hoval berücksichtigt die Wetterprognose. Sie vereint alle Komponenten wie Heizkessel, Übergabestationen, Wärmepumpen, Speicher, Solarsysteme und Lüftungsgeräte zu einem perfekten System.

Mit der Hoval-Software «TopTronic ® supervisor» für Fernwärme-Leittechnik hat man den Überblick: detaillierte Darstellung einer Kundenanlage.

WEF 2017 in Davos, wo Pellfix das Registrationszelt beheizt hat. 1550 Meter über Meer, bis zu — 20 °C in der Nacht, tagsüber teilweise Frühlingstemperaturen. Es gab bestimmt einfachere Umweltbedingungen für eine Zeltbeheizung. Trotzdem hat Mobil in Time das WEF auch 2017 wieder mit angenehmen 22 °C Wärme versorgt. Zum zweiten Mal nach 2016 war die Teilnehmer-Registrierung in einem 55 mal 25 Meter grossen Event-Zelt auf einer Wiese beim Bündaparkplatz untergebracht. Zum Einsatz kamen eine Pellets-betriebene, umweltfreundliche Pellfix-Warmluftheizung mit 150 kW und drei Heizmobile HM mit total 1,45 MW Wärmeleistung, drei Lüftungsgeräte AC 150 FU H, sowie diverses Zubehör. Die mit der Pellfix erzeugte Warmluft wurde als Deckenheizung eingesetzt und mit zwei Luftschläuchen am Zelthimmel verteilt. Eine Pellbox® PB 3000, ein sofort einsatzbereites und einfach befüllbares Pellets-Silo mit 3 m3 Volumen, sorgte für eine konstante und wartungsarme Brennstoffnachfuhr. Die einfach zu betreibende Pellfix ist die erste Warmluftheizung auf Rädern, die sicher und zuverlässig Holzpellets als Energieträger einsetzt. Mit ihr wird nachhaltige, wirtschaftliche und CO2-neutrale Warmluft erzeugt, wodurch sich die umweltbelastenden Ölheizgebläse ersetzen lassen. Pellfix eignet sich zuverlässig zum Beheizen von Veranstaltungszelten, als Bau- und Fassadenheizung, in Produktions- und Lagerhallen und für viele weitere Einsatzfälle. Im Gegensatz zu ölbetriebenen Warmluftheizungen darf Pellfix überall mit gutem Gewissen betrieben werden, ohne dass Spezialbewilligungen eingeholt werden müssen. Sogar in Natur- und Wasserschutzzonen bedarf es keinerlei Abklärungen. Zu verdanken hat Pellfix dies seinem natürlich nachwachsenden, klimaneutralen Brennstoff. Mit seiner CO2-neutralen und schadstoffarmen Verbrennung trägt das Heizgerät zudem wesentlich zu einer verbesserten Ökobilanz bei. Dies wird auch von der KliK-Stiftung unterstützt. Diese vom Bund getragene Stiftung fördert Projekte, bei denen CO2-neutrale Energieträger zum Einsatz kommen und so den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren. Neu ist auch die mobile Elektroheizung MCU von Mobil in Time (vgl. S. 51), die sich geradewegs für das Austrocknen von Neubauten anbietet: «Die Temperaturen lassen sich für einzelne Tage ganz


Warmluftheizung Pellfix® mit 150 kW Wärmeleistung von Mobil in Time für die Beheizung des 55 x 25 m grossen WEF-Zelts für die Teilnehmer-Registrierung. Links die Pellbox® PB 3000, ein sofort einsatzbereites und einfach befüllbares Pellets-Silo mit 3 m3 Volumen.

einfach im Voraus programmieren und auch fernabfragen», erklärt Marcel Ginter. «Ist der Unterlagsboden dann trocken, kann man die Daten via USB-Port auslesen. Mobil in Time hat seinen Anlagenpark 2016 auf mehr als 720 Mietgeräte ausgebaut.

Digitales im Luxushotel

Die Digitalisierung ruft reihum nach Kompetenzen – welche die 100-prozentige Weishaupt-Tochter Neuberger schon hat. Das Unternehmen mit seinen rund 500 Mitarbeitenden führt sämtliche Steuerungen und Regelungen in der digitalen Gebäudeautomation zusammen – sei es etwa über Modbus, KNX oder eine direkte Verbindung. Die Integration reicht weit über die HLK-Anlagen hinaus. Klaus Lenkner – er leitet die Geschäfte von Neuberger – nennt neben Beschattung und Beleuchtung zum Beispiel den Brandschutz, die Medientechnik mit Audio und Video und, für Pharma-Unternehmen und Spitäler besonders wichtig, das Reinraum-Moni-

toring. «Dazu braucht es Know-how auf der ganzen Linie: von der Entwicklung über die Projektierung und Produktion bis zur Inbetriebnahme und zum Service.» Bedienung via Internet und Einbezug der Wetterprognose für ein optimales Energiemanagement: bei Neuberger selbstverständlich. Das 5-Sterne-Deluxe-Hotel Chedi in Andermatt ist eine von Klaus Lenkners Lieblingsreferenzen: Wer eincheckt, bekommt ein intuitiv bedienbares Tablet, über das sich Beleuchtung, Klima, Musik, Fernsehen und Sonnenstoren steuern lassen. «Aber», beschwichtigt Klaus Lenkner, «es gibt in den Zimmern und Suiten auch Lichtschalter». Über Gebäudeautomations-Lösungen von Neuberger wird in HK-Gebäudetechnik 4/17 noch detaillierter berichtet.

Bediengerät für Gebäudeleittechnik von Neuberger.

Das nächste HLK-Portal wird voraussichtlich Ende Januar 2019 stattfinden. ■

www.hlk-portal.ch www.mobilintime.com www.neovac.ch www.hoval.ch, expert.hoval.com www.weishaupt-ag.ch www.neuberger.ch

Intuitiv bedienbares Tablet für die Gäste des Hotel Chedi in Andermatt. Damit lassen sich Beleuchtung, Klima, Musik, Fernsehen und Sonnenstoren steuern.

Moderatorin Regula Späni mit Motorradrennfahrer und NeoVac-Botschafter Tom Lüthi. Dieser zieht zum Schluss die Gewinner des Wettbewerbs, der traditionsgemäss zum HLK-Portal gehört.


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AKTIVA: Heizen und Kühlen über thermisch aktivierte Aussenflächen

Neue Wege fürs Free-Cooling Das Kühlen von Bürogebäuden wird immer wichtiger. Mit aktivierten Aussenflächen lassen sich die Anforderungen an die Behaglichkeit im Innern auch weitgehend im Free-Cooling-Betrieb erreichen. Mit dem Projekt «AKTIVA» konnten die bereits erfassten Potenziale durch reale Messungen bestätigt werden. Jürg Wellstein

■ Gegenläufige Trends im Gebäudebereich führen zu neuen Herausforderungen und erfordern Lösungen. Mit der schrittweise verstärkten Wärmedämmung der Gebäudehülle einerseits sowie einem grösseren Glasanteil moderner Bürogebäude und einer Steigerung der internen Lasten andrerseits kommen die Behaglichkeitsanforderungen ins Schwanken. Der Kühlbedarf steigt – was durchaus keine neue Er-

kenntnis darstellt. Bereits um das Jahr 2010 haben diese beobachteten Entwicklungen zu einer Potenzialstudie geführt, in deren Rahmen der Kühlbetrieb über aussen liegende aktivierte Gebäudekomponenten für die klimatischen Bedingungen in der Schweiz untersucht wurde. Inzwischen konnte man auch ein Nachfolgeprojekt abschliessen. «Aktiva» untersuchte in Tests unabgedeckte Solarabsorber, die als Aussen-Wärme-

Durch unterschiedliche Massnahmen haben sich Heiz- und Kühlbedarf aufeinander zu bewegt. Inzwischen richtet sich in Bürogebäuden der Fokus auf die Kühlung. (Grafik: Gasser und Kegel)

Im Energieforschungslabor der FHNW in Muttenz wurden die Messungen mit den Solarabsorbern durchgeführt. (Bild: Aktiva)

übertrager funktionieren und im Heizbetrieb von der Umgebung und durch Absorption von Solarstrahlung Wärme aufnehmen können, während sie im Kühlbetrieb in der Nacht aktiv Wärme an die Umgebung abgeben.

Fortschritte durch geeignete Systeme bewahren Carsten Wemhöner, Professor am Institut für Energietechnik (IET) der HSR Hochschule für Technik Rapperswil, war bei der Potenzialstudie und bei «Aktiva» in leitender Funktion dabei: «Während die Studie nur den rechnerischen Nachweis erbrachte, konnten wir beim Projekt nun – zusammen mit dem Institut Energie am Bau (IEBau) der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Muttenz – mit realistischen Prüfstandsmessungen das damals ermittelte Kühlleistungspotenzial der Solarabsorber von 70–150 W/m2 bestätigen. Dabei liessen sich auch die Einflüsse der Wetterbedingungen und einer selektiven Beschichtung auf die Heiz- und Kühlleistung aufzeigen.» Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass die Fortschritte bei der Reduktion des Heizwärmebedarfs durch immer mehr Energieaufwand für die Kühlung untergraben werden. Neben baulichen Massnahmen und Verschattungslösungen hat sich daher auch das Free-Cooling, also die Gebäudekühlung ohne Kältemaschinen, etabliert. Dessen Leistung wird aber bei Nachtlüftung durch die nächtliche Aussentemperatur limitiert oder durch die erforderliche Energiebilanz bei erdgekoppelten Konzepten eingeschränkt. Deshalb hat man sich im Projekt auf aktivierte Aussenflächen an der Gebäudehülle konzentriert, die als Wärmetauscher durch Konvektion und Abstrahlung wirken können. Zwei bisher kaum in Kombination gebrachte Energieversorgungselemente stehen hier im Mittelpunkt: Die seit Jahren bekannten und in der Regel auch bewährten Thermoaktiven Bauteilsysteme (TABS), mit denen der Baukörper


Testaufbau der Kissenabsorber mit drei unterschiedlichen Oberflächenbeschichtungen. (Bild: Aktiva)

erwärmt oder gekühlt wird, sowie Solarabsorber, die sich für einen Free-Cooling-Betrieb eignen. Die Ergebnisse bestätigen, dass für normale Jahre im Schweizer Mittelland für die Nutzung «Einzelbüro» nach SIA-Merkblatt 2024 sowie bei guten Flächeneigenschaften und Betriebsbedingungen ein hoher Deckungsanteil von über 90 Prozent erreicht werden kann. Selbst unter extremen Sommerbedingungen im Tessin sind noch Deckungsanteile von knapp 60 Prozent möglich, wenn der Bereich für die operativen Temperaturen nach

SIA 180 zugrunde gelegt wird. Im Schweizer Mittelland werden in über 75 Prozent der Nachtstunden Kühlleistungen von über 50 W/m2 überschritten. Die aktivierten Aussenflächen eignen sich damit als Alternative zu eingeführten passiven Kühlverfahren, wobei sie spezifische Vorteile und Einschränkungen aufweisen.

Nutzung von Synergien beim Kühlen und Heizen Von besonderem Interesse ist der Einsatz eines solchen Systems, wenn auch ein Wärmebedarf besteht und damit Sy-

nergien einer Wärmenutzung während des Tages und einer Wärmeabfuhr während der Nacht vorhanden sind. Für eine Wärmenutzung ergeben sich aber teils gegenläufige Anforderungen an die Flächeneigenschaften der Wärmetauscher, was die Erträge einschränken kann. Es ist dabei zu beachten: Um gute Erträge sowohl beim Heizen als auch beim Kühlen zu erzielen, sind auf dem Markt verfügbare Komponenten ideal, die mit ihren physikalischen Eigenschaften einen guten Kompromiss bieten. Im Projekt wurden Absorber mit unterschiedlicher Selektivität betrachtet. Obwohl diese selektive Beschichtung die Abstrahlung für den Kühlbetrieb vermindert, stellt sie bei moderaten Kühllasten und Wetterbedingungen im Mittelland (untersuchter Standort Zürich) keine grosse Einschränkung dar, da noch hohe Kühlanteile über Konvektion an die Nachtluft erzielt werden. An wärmeren Standorten, an denen der Konvektionsanteil begrenzt ist, macht sich die Einschränkung einer hohen Selektivität durch die ver-

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minderte Abstrahlung im Kühlbetrieb aber deutlich bemerkbar. Carsten Wemhöner: «Wie bereits in der Potenzialstudie gezeigt wurde, begrenzt die zur Verfügung stehende Dachfläche den Anteil an nächtlicher Kühlung über die Absorber am gesamten Kühlbedarf des Gebäudes. Bei mehr als fünf Stockwerken muss man deshalb grössere Anteile über zusätzliche aktive Kühlung bereitstellen, oder es werden zusätzliche Aussenflächen für die Montage von Absorbern erschlossen wie Fassadenflächen, die nicht für Fenster oder Glasflächen genutzt werden.» Werden die Absorber in eine Fassade integriert, sind sie allerdings vertikal aufgestellt und erreichen gemäss den durchgeführten Berechnungen weniger hohe Kühlleistungen als bei horizontaler Ausrichtung. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Absorberfläche nicht mehr in die offene Halbkugel des Himmels abstrahlen kann.

Auf den Oberflächen fällt die Entscheidung Beim Heizbetrieb gilt es, Verluste durch Wärmeabstrahlung zu vermindern. Deshalb sind hocheffiziente Absorber mit einer selektiven Beschichtung versehen. Sie ermöglicht die Aufnahme eines hohen Anteils der Sonnenstrahlung und deren Umwandlung in Wärme. Gleichzeitig vermindert sie die Emission von Wärmestrahlung, was eine Einschränkung für den Kühlbetrieb darstellt. Die im Rahmen von «Aktiva» durchgeführten

Free-CoolingBetrieb mit dem aktivierten Absorber und einem Kältespeicher. (Grafik: Aktiva)

Tests haben gezeigt, dass die Energieerträge bei Heiz- und Kühlbetrieb mit dem hochselektiven Absorber hinsichtlich der Nutzwärme am Tag die höchsten Werte erzielt. Bildet man die Summen von Wärme- und Kälteertrag, so lieferte der Absorber mit einem Emissionsgrad von 95 Prozent den grössten Gesamtertrag – unter den zugrunde gelegten Testbedingungen. Anhand der Messungen konnten Simulationsmodelle der gemessenen Absorber validiert werden. Carsten Wemhöner fasst zusammen: «Mit diesen Absorbermodellen konnten in gekoppelten thermischen Gebäude- und Anlagensimulationen die berechneten Deckungsgrade bestätigt werden, und darüber hinaus liessen sich auch die Potenziale im Heizbetrieb auswerten. Mit der gleichen Fläche können Synergien in beiden Betriebsarten erzielt werden, allerdings wurde ebenfalls die Vermutung bestätigt, dass eine Anpassbarkeit der Flächeneigenschaften an die vorherrschende Lastsituation ein Optimierungspotenzial darstellt und damit eine weitere Effizienzsteigerung ermöglicht.»

Beitrag für Netto-Nullenergiegebäude «nZEB»

Das Projekt «Aktiva» ist ein Schweizer Beitrag zum inzwischen abgeschlossenen Forschungsprojekt der Internationalen Energie-Agentur (IEA) zu Wärmepumpenkonzepten für Netto-Nullenergiegebäude (nZEB: nearly Zero Energy Building) im Wärmepumpentechnologieprogramm (IEA HPT Annex 40, Infos: www.annex40.net). ■ Siehe auch HK-Gebäudetechnik Extra 7/16, S. 26–30: Netto-Nullenergie im Feldtest.

Kontakt AKTIVA Heizen und Kühlen über thermisch aktivierte Aussenflächen, Labortest und Entwicklung von integrierten Systemlösungen Prof. Carsten Wemhöner HSR Hochschule für Technik Rapperswil Institut für Energietechnik (IET) carsten.wemhoener@hsr.ch, www.iet.hsr.ch


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Blick in den Technikraum mit Warmwasser-Wärmepumpe Aerotop DHW (rechts) und technischem Heizspeicher Vistron B 1000 Liter.

Eine bezahlbare und nachhaltige Heizungslösung mit Vorbildcharakter

Lohnende Investition in Wärmepumpen Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des Baunebengewerbes bzw. der Gebäudetechnik erwarten von der Energiewende belebende Impulse für ihre Geschäftstätigkeit. Dass Gewerbebetriebe auch Vorbilder im Bereich Nachhaltigkeit sein können, zeigt das Beispiel der Heizungserneuerung bei der Baur Metallbau AG in Mettmenstetten ZH. Jean Haag

■ «Das Planen und Ausführen von massgeschneiderten, hochwertigen Metall-Glaskonstruktionen ist unsere Kernkompetenz», umreisst Chantal Baur, Inhaberin und Geschäftsführerin der Baur Metallbau AG, die Tätigkeit ihres Familienunternehmens, das im Jahre 1843 gegründet wurde und von ihr in der sechsten Generation geführt wird. Nach dem unerwarteten Tod ihres Bruders Tristan übernahm sie 2012 die Leitung der Firma, in der derzeit 16 Mitarbeiter, darunter vier Lernende, beschäftigt sind. «In jener Zeit stand ich vor der Wahl, entweder zu verkaufen, einen Geschäftsführer einzustellen oder selbst in den Betrieb einzusteigen», fasst Chantal Baur ihre damalige Situation zusammen. Egal, welcher Möglichkeit sie den Vorzug gegeben hätte, wären spezifische Kenntnis-

se des Markts und des Umfelds, in dem der Betrieb agiert, ein massgeblicher Erfolgsfaktor gewesen. Unter dieser Prämisse war die Übernahme der Firma die folgerichtige Konsequenz. «Dass es uns heute noch gibt und wir dazu ganz ordentlich unterwegs sind, spricht dafür, dass die damalige Entscheidung richtig war», meint die kommunikative Unternehmerin.

Wärmepumpen auf dem Dach Das Firmengebäude mit Baujahr 1987 besteht aus einer Werkstatt von 600 m2 mit Bodenheizung und einem Büroteil von 300 m2, der von Radiatoren erwärmt wird. Da die Ölheizung sanierungsbedürftig war, sah sich Chantal Baur nach einer neuen Lösung um, wobei sie klare Prioritäten setzte: «Die

neue Heizung sollte eine bezahlbare und nachhaltige Investition sein, auch in Bezug auf Qualität und Lebensdauer.» In einem ersten Schritt wandte sie sich an Elco, welche die Ölheizung während Jahrzehnten umsichtig betreute und worüber sich schon ihr Vater sehr zufrieden geäussert hatte. Dabei wurden verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten in Betracht gezogen, für deren Konkretisierung in der Person von René Schenk, Mitinhaber der Schenk Haustechnik AG, Affoltern am Albis, ein erfahrener Heizungsfachmann beigezogen wurde. «Während der Evaluation ist eine kompetente Beratung, wie sie uns von Elco und der Firma Schenk geboten wurde, von besonderer Bedeutung, fallen doch in dieser Phase die wichtigen Entscheidungen», betont

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Chantal Baur ist seit 2012 Inhaberin und Geschäftsführerin der Baur Metallbau AG in Mettmenstetten ZH.

Chantal Baur. Nachdem drei Lösungsmöglichkeiten samt Kostenrahmen näher analysiert worden waren, fiel der Entscheid auf eine Wärmepumpenheizung, deren Planung und Ausführung der Firma Schenk übertragen wurde. «Ein starkes Argument für den Einbau von Wärmepumpen war, dass der Mehraufwand im Vergleich zum reinen Heizungsersatz dank niedrigen Betriebskosten binnen nützlicher Frist kompensiert werden kann», erläutert René Schenk. Die Wärmepumpen wurden auf dem Dach direkt über dem Technikraum montiert, die Unterkonstruktion dafür erstellte die Firma Baur selbst. Kamin und Zuluftkanal der alten Ölheizung nutzte man für die Verle-

Kamin und Zuluftkanal der alten Ölheizung wurden für die Verlegung der Elektrokabel bzw. des Vor- und Rücklaufs der Wärmepumpe genutzt.

gung der Elektrokabel bzw. des Vorund Rücklaufs der Wärmepumpen, womit die baulichen Massnahmen auf ein Minimum begrenzt werden konnten und die Dachhaut nicht durchstossen werden musste.

Sparsam und effizient Installiert wurden zwei Luft-WasserWärmepumpen Aerotop T26 mit einer Gesamtleistung von 48,8 kW. Sie sind in Kaskade geschaltet, wobei alternierend eine Anlage als Mastergerät funktioniert. Dadurch werden ausgeglichene Laufzeiten erreicht. Hohe Leistungszahlen (COP) und ein leiser Betrieb sind charakteristische Merkmale des Schweizer Qualitätsprodukts. Im Technikraum,

Funktionsschema der Heizungsanlage, Bereich Raumwärme mit zwei Heizkreisen.

Das Firmengebäude der Baur Metallbau AG mit den beiden freistehenden Wärmepumpen, die auf dem Dach installiert wurden.

wo ehemals die Ölheizung stand, sind der technische Heizspeicher Vistron B 1000 Liter sowie die Warmwasser-Wärmepumpe Aerotop DHW mit einem Speicher-Nennvolumen von 250 Litern untergebracht. Die Wärmeverteilung geschieht über zwei separate Heizkreise. Bei Aussentemperaturen von –7 °C beträgt der Vorlauf für die Radiatoren 52 °C, für die Bodenheizung 37 °C. In der überwiegenden Mehrzahl der Heiztage werden somit Wärmequellen- und Systemtemperatur relativ nahe beieinander liegen, sodass mit hohen Jahresarbeitszahlen für die Raumheizung gerechnet werden kann, die ein Massstab für Effizienz und Sparsamkeit und damit niedrige Betriebskosten sind. Analo-


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Hohe Leistungszahlen (COP) und ein leiser Betrieb zeichnen die Luft-WasserWärmepumpen Aerotop T aus.

ges trifft auf die Warmwasserbereitung zu. Bis zu 75 Prozent der nutzbaren Wärme entzieht die Aerotop DHW der Luft. Die Heizleistung des Wärmepumpenteils ist aussergewöhnlich gross. Entsprechend kurz ist die Aufheizdauer. Sie beträgt lediglich 4 Stunden 55 Minuten, dies bei einer dann nutzbaren Wassermenge von 348 Litern. Alle Komponenten der Wärmeerzeugung inklusive Steuerung und Regelung stammen von Elco. Sie sind von hoher Qualität und perfekt aufeinander abgestimmt, womit auch das Gesamtsystem sehr hohe Wirkungsgrade erreicht.

Alles in bester Ordnung Die Heizungssanierung wurde im Juli/August 2016 ausgeführt. Mit dem Ergebnis zeigt man sich rundum zufrieden. Die Anlage ist sauber geplant und sorgfältig ausgeführt worden. «Neben einwandfreien Produkten und Systemen wird in unserer Firma grosser Wert auf umfassende Dienstleistungen und perfekten Service gelegt», kommentiert René Schenk. «In diesen Bereichen decken sich unsere Vorstellungen mit denjenigen von Elco, was eine Erklärung für die intensive und langjährige Zusam-

menarbeit zwischen beiden Firmen ist», fügt er bei. Vor allem handle sich bei Elco um einen absoluten Wärmeerzeuger-Spezialisten. Chantal Baur hebt hervor, dass alle Beteiligten sich mit grossem Engagement für das Projekt eingesetzt hätten, sodass eine vorzügliche Heizungslösung entstanden sei. Auch ihre Mitarbeiter teilten diese Meinung. Die anfängliche Befürchtung des Büropersonals, dass die Wärmepumpen allenfalls störende Geräusche entwickeln könnten, habe sich als gegenstandslos erwiesen. «Man hört von ihnen schlicht und einfach nichts», beteuert die Firmeninhaberin und resümiert: «Wenn die Heizung so weiterläuft wie bisher, dann ist alles in bester Ordnung.» Für sie sei auch wichtig gewesen, dass mit der Firma Schenk ein Unternehmen aus der Region die Heizung installiert habe, denn damit seien die Informationswege kurz und Hilfe nah, wenn diese gebraucht werde. Schliesslich kann sie sich vorstellen, dass andere KMU ihrem Beispiel folgen werden, denn «wer bei Heizungssanierungen auf Ressourcenschonung achtet, hat neben umweltmässigen auf längere Sicht auch wirtschaftliche Vorteile». ■ www.elco.ch www.baurmetallbau.ch www.schenkhaustechnik.ch

Daten zur Heizungsanlage Alte Heizungslösung – Ölheizung – Elektroboiler für Warmwasser Neue Heizungslösung – Luft-Wasser-Wärmepumpen Aerotop T26, 2 Stück je mit Heizleistung 24,4 kW (A2/W35), Leistungszahl COP 3.3, Energieeffizienz A++ – Pufferspeicher (technischer Heizspeicher) Vistron B 1000 Liter – Warmwasser-Wärmepumpe Aerotop DHW 250 Liter, Leistungszahl COP 3.4

René Schenk, Mitinhaber der Schenk Haustechnik AG.


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Energie | Wärme | Strom |

Kaskadengesteuerte Brennwerttechnik von Weishaupt für SBB-Historic-Räume

Eisenbahnarchiv mit moderner Heiztechnik Seit 2015 ist Windisch ein Reiseziel für passionierte Eisenbahnfans. Die Stiftung SBB Historic sammelt an ihrem neuen Hauptsitz Dokumente, Fotos, Filmmaterial und Objekte aus 160 Jahren Bahngeschichte. Neu ist das Gebäude mit einer Gas-Brennwertkessel-Heizanlage ausgerüstet. Fabienne Zimmermann, Weishaupt AG

■ 2001 gründete die SBB die Stiftung Historisches Erbe der SBB (SBB Historic). Diese führt von der Vergangenheit in die Gegenwart, durch über 160 Jahre Schweizer Bahngeschichte. Zweck der Stiftung ist das Sammeln, Erhalten, Konservieren, Dokumentieren und Archivieren von Zeitzeugen der Schweizer Bahngeschichte. Dafür gründete die SBB im Jahr 2001 die Stiftung Historisches Erbe der SBB (SBB Historic). Die Stiftung mietet von der SBB AG seit Anfang 2015 ei-

Mehr als 1000 Gegenstände aus dem Bahnalltag dokumentieren die Geschichte der Eisenbahn. (Bilder: M. Fischer)

nen neuen Standort in Windisch. Das Gebäude umfasst 780 m2 Bürofläche, Museum und Seminarräume für rund 30 Mitarbeiter und 7500 m2 Lagerfläche, welche teilweise beheizt wird.

SBB-Umweltstrategie berücksichtigt Nach dem Einsatz einer 28-jährigen ÖlBrenneranlage (nicht kondensierend) mit 700 kW Leistung, musste sich im 2016 die Vermieterin SBB AG Gedanken zu einem neuen Heizsystem machen. Bei der Evaluierung der Energiequellen sollte die Umweltstrategie der SBB AG berücksichtigt werden, weshalb ein günstiger 1:1 Ersatz mit Öl kein Thema war.

Das SBB-Historic-Gebäude in Windisch enthält reichhaltige Bestände aus der schweizerischen Bahngeschichte; rund 3000 Laufmeter historischer Dokumente der SBB und ihrer Vorgängerbahnen, 450 000 Fotografien und Dias, rund 6500 historische Film- und Videodokumente usw.


Energie | Wärme | Strom |

Verteilbalken und Abgasleitung. (Bilder: Weishaupt)

Die Erstinvestition bei Pellets und Wärmepumpen (insbesondere bezüglich den baulichen Anpassungen) wären für das aus SBB-Sicht nicht betriebsrelevante Gebäude zu kostenintensiv und unter Anbetracht der Positionierung im Lebenszyklus des Gebäudes, nicht angemessen gewesen. Der Entscheid fiel daher auf eine Gasbrennwert-Anlage. Ausschlaggebend hierfür waren der Preis für die Erstbeschaffung und für Unterhalt und Service sowie die nur kleinen, baulichen Anpassungen und der zu erwartende geringe CO2-Ausstoss. Bei Bezug von Biogas kann die CO2-Bilanz bei Bedarf weiter optimiert werden. Das Ausschreibungsverfahren wurde somit mit dem vorgegebenen Heizsystem im Einladungsverfahren durchgeführt. Die Ausschreibung umfasste das gesamte Heizsystem von Rückbau, Kaminsanierung, neuer Wärmeerzeugung bis und mit Anpassungen an der Feinverteilung in den Räumen und Serviceleistungen im Betrieb. Die Vergabe erfolgte schlussendlich an die Firma Kocher Heizungen AG, Brugg, welche als Systemanbieter die attraktivste Offerte eingereicht hatte.

Werkstoff Aluminium-Silicium als Wärmeleiter Für den Wärmeverbrauch des Gebäudes von rund 1 Mio. kWh pro Jahr wurde eine Gasbrennwertanlage in 2er-Kaskade von Weishaupt mit je 290 kW pro Gasbrennwertkessel gewählt. Weishaupt Gas-Brennwertsysteme nutzen nahezu den vollen Energiegehalt des Brennstoffs und wandeln ihn effizient in Wärme um. Durch die Nutzung des Energiegehalts in den Abgasen steigert das Brennwertgerät den Nutzungsgrad im Vergleich zu Niedertemperatursystemen (von unter 100 auf rund 110 %).

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Gasbrennwert-Kessel in Kaskade mit total 580 kW Leistung von Weishaupt mit hoher Effizienz, Funktionalität und kompakter Bauweise.

Kernstück des Gas-Brennwertkessels ist der Aluminium Wärmetauscher. Der Werkstoff Al/Si weist eine anerkannt hohe Alterungsbeständigkeit auf; er hat sich als hervorragender Wärmeleiter bewährt und ist somit bestens geeignet, in Brennwertsystemen eingesetzt zu werden. Dank einem speziellen Giessverfahren erhielt der Wärmetauscher überdies hoch effiziente Konturen zur Wärmeübertragung. Ein Diagnosesystem ermöglicht das rasche Ermitteln von Fehleinstellungen oder von Ursachen eventueller Beeinträchtigungen des Heizbetriebes. Durch grosse Revisionsöffnungen im Wärmetauscher und im Abgassammler sind die Heizgaskanäle sehr gut zugänglich und können, sofern einmal erforderlich, leicht und schnell gereinigt werden.

Systematisch geregelte Mehrkesselanlage Die Entscheidung für eine Mehrkesselanlage ist auch eine Entscheidung für ein Höchstmass an Betriebssicherheit, da bei dem Ausfall eines Gas-Brennwertkessels die anderen Kaskadenkessel die Wärmeversorgung weiterhin sicherstellen. Zur Regelung der Mehrkesselanlage wurde ein Kaskadenmanager eingesetzt. Er steuert die systematische Arbeitsweise und sorgt für nahezu identische Laufzeiten aller Kessel. Somit sind ideale Voraussetzungen für eine lange Nutzungsdauer gegeben. Der Kaskadenmanager stellt auch sicher, dass alle in Betrieb befindlichen Kessel stets mit gleichem Modulationsgrad arbeiten. Die interne Kommunikation mit sämtlichen Kesselsteuerungen, Fernbedienstationen und Erweiterungsmodulen erfolgt mittels eBus-Anbindung. Die Bedienstrukturen von Kaskadenmanager, Fernbedienstation und Kesselsteuerung sind identisch, sodass für eine einfache und sichere

Handhabung gesorgt ist. Die sechs Gruppen der Wärmeverteilung sorgen je mit einem Erweiterungsmodul anhand der eingestellten Heizkurve und gemessenen Aussentemperatur für ein optimal eingestelltes Raumklima.

Bedienung über Mobile-App möglich Die Erweiterungsmodule sind mit einem Kommunikationsmodul für eine sichere Verbindung zur Heizung kombinierbar. Dieses dient als Schnittstelle der Heizungsanlage zum Internet-Router. Dadurch kann sowohl innerhalb des Heimnetzwerkes als auch von unterwegs mit der Heizung kommuniziert werden. Mit der App «Weishaupt Heizungssteuerung» bietet sich die Möglichkeit, die Heizungsanlage auch über ein Smartphone und Tablet-PC komfortabel zu bedienen. Wichtige Funktionen der Heizungsregelung wie das Ändern von Solltemperaturen für Heizung und Warmwasser oder Änderung der Zeitprogramme sind somit mobil möglich. Beim Verteiler wurde eine Teilsanierung mit neuen Armaturen und Anschlussmöglichkeiten für eine Notheizung vorgenommen, um bei den verschiedenen Umschalt-, Absperroder Regelaufgaben einen dichten Abschluss sowie eine gute Regelbarkeit zu garantieren. Mit dem neuen Heizsystem erhofft sich die Mieterin SBB Historic eine Energieeinsparung von rund 15% gegenüber der vorgängigen Heizung, welche weniger effizient und aufgrund der geänderten Nutzung des Gebäudes überdimensioniert war. Für alle Beteiligten lief die Umsetzung und Installation einwandfrei. Das neue Heizsystem wurde im Oktober 2016 mit dem Gasnetz verbunden und erfolgreich in Betrieb genommen. ■ www.weishaupt-ag.ch

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Energie | Wärme | Strom |

Direkte Strahlungswärme wird als behaglich empfunden und senkt Energiebedarf

Klix-Deckenstrahlprofile – superleicht, behaglich, energieeffizient Mit den Klix-Deckenstrahlprofilen präsentiert Arbonia Solutions AG eine neue Innovation auf dem Markt. Heizen und Kühlen mit Alu-Profilen, welche durch ihre natürliche Funktionsweise mit Strahlungswärme/-kälte optimale Behaglichkeit sicherstellen. Klix-Deckenstrahlprofile können bis zu einer Raumhöhe von 20 Metern eingesetzt werden und lassen sich durch das geringe Gewicht einfach, schnell und auch kostengünstig installieren. Quelle: Arbonia Solutions AG

■ Das System für die Montage ist bei den Klix-Deckenstrahlprofilen von Arbonia sehr einfach. Nicht nur für den Installateur, sondern auch für die Nutzer bringt dies besondere Vorzüge. Herkömmliche Deckenstrahlplatten können oft nicht oder nur mit grossem Aufwand nachträglich in Produktionshallen eingebaut werden. Die Lösung von Arbonia lässt sich selbst im laufenden Betrieb installieren, ist flexibel im Aufbau, hat eine Modullänge von bis zu 12 Metern und bringt damit dem Eigentümer wesentliche Zeit- wie auch Kostenvorteile. Für den Einbau dieser Arbonia-Produkte werden dieselben Montagezeiten veranschlagt wie beispielsweise für Rohrzuleitungen oder rationelle 1-Punkt-Aufhängen. Die Deckenlast bei älteren Räumlichkeiten lässt oft die Installation von schweren Deckenstrahlplatten aus statischen Gründen nicht zu. Hier können die leichten Aluminium-Profile von Arbonia auch bei Gebäuden mit geringer Deckenlast problemlos eingesetzt werden, da das Gewicht ca. 1/3 von herkömmlichen Deckenstrahlplatten beträgt. Zusätzliche Komponenten wie Licht können einfach nachträglich an den Modulen befestigt werden.

Optimale Behaglichkeit

Klix-Deckenstrahlprofile können bis zu einer Raumhöhe von 20 Metern eingesetzt werden.

Klix-Deckenstrahlprofile heizen und kühlen mit dem natürlichen Prinzip der thermischen Strahlung. Beim Auftreffen der radialen Strahlung auf Wände, Maschinen, Lagergut und Fussböden wird diese Energie aufgenommen und über Sekundärstrahlung wieder abgeben. Der Mensch erfährt eine direkte Erwärmung/Kühlung, welche unmittelbar spürbar ist. Menschen, die sich in Räumen mit Klix-Deckenstrahlprofilen aufhalten, empfinden den Effekt der Strahlungsübertragung als besonders angenehm und behaglich. Durch das thermische Aktivieren der umliegenden Flächen in passiver Weise entsteht keine Zugluft. Dank Strahlungswärme liegt die empfundene Temperatur im Heizbetrieb um ca. zwei bis drei


Energie | Wärme | Strom |

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Ein weiterer Vorteil der Deckenstrahlprofile: Dank Strahlungswärme liegt die empfundene Temperatur im Heizbetrieb um ca. zwei bis drei Kelvin höher als die tatsächliche Raumtemperatur.

Kelvin höher als die tatsächliche Raumtemperatur (im Kühlbetrieb ca. zwei bis drei Kelvin niedriger). Dieser Effekt führt zu einer Reduzierung des Energiebedarfs. Der Betrieb der Deckenstrahlprofile erfolgt lautlos und ohne Staubaufwirbelungen, was das Wohlbefinden im Raum noch zusätzlich erhöht.

Ästhetische Integration in den Raum Zwei verschiedene Modelle mit je drei Grössenausführungen der Klix-Deckenstrahlprofile sind bei Arbonia erhältlich: • Modell DESA ist die kostengünstige Variante, welche im Bereich Heizen besonders viel Leistung bringt. • Ein Deckensystem muss in Verkaufslokalitäten oder Büroräumen auch ästhetische Kriterien erfüllen. Hier punktet das Modell DESB, das sich durch ein besonders ästhetisches Design, eine hochentwickelte Form und eine inte-

grierten Aufhängemöglichkeit auszeichnet. Das Modell DESB wurde mit dem renommierten Red Dot Design Award 2013 ausgezeichnet. Die Strangpressprofile aus Aluminium sind mit eloxierter oder auch lackierter Oberfläche in allen Arbonia-Farben erhältlich. Farblich passend zur Einrichtung des Raums können somit auch die Klix-Deckenstrahlprofile bestellt werden. Arbonia unterstützt Kunden bei der Wahl des optimalen Produkts für ihre individuellen Ansprüche und bietet eine Gesamtlösung mit Beratung, Planung, Fertigung, Auslieferung, Montageunterstützung und Service an. ■ www.arbonia.ch Zwei verschiedene Modelle (DESA und DESB) mit je drei Grössenausführungen der Klix Deckenstrahlprofile sind bei Arbonia erhältlich.

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Energie | Wärme | Strom | Produkte

«smart-guard» – die clevere Fernüberwachung für Wärmepumpen ■ Ab März 2017 bietet Walter Meier mit «smart-guard» eine neue Dienstleistung für Wärmepumpen-Besitzer an. Damit lassen sich Wärmepumpen laufend überwachen und optimieren, was zu mehr Betriebssicherheit und höherer Effizienz führt. Und dieser Service ist bei neuen Wärmepumpen in der Garantiezeit komplett kostenlos. Mit dem neuen Dienstleistungsangebot «smart-guard» von Walter Meier werden Wärmepumpen nicht mehr aus den Augen gelassen. Über eine sichere Internetverbindung sind diese mit der Zentrale in Schwerzenbach verbunden, wo die Betriebsdaten laufend überwacht und analysiert werden. Bei Bedarf können die Walter Meier-Ferndiagnostiker schnell über die Datenverbindung intervenieren oder einen Servicetechniker aufbieten. Dank der cleveren Fernüberwachung las-

Für neue Wärmepumpen einsetzbar Beim Erwerb einer neuen OertliWärmepumpe sind die Installation und der Betrieb von «smart-guard» während der zweijährigen Garantiezeit kostenlos. Wird danach bei Walter Meier ein Servicepaket abgeschlossen, steht «smart-guard» weiterhin zur Verfügung. Zurzeit ist «smart-guard» für Oertli-Wärmepumpen der Typenreihen LAN, LIN, LINH, LINK, SIN, SINH, SINK und SI-GEO verfügbar. ■ Der Ferndiagnostiker kann über die Internetverbindung jederzeit auf Wärmepumpen zugreifen. (Bild: Walter Meier)

sen sich aber nicht nur Störungen feststellen und korrigieren, sondern auch Einstellungen verbessern. Damit wird die Wärmepumpe laufend optimiert und die Effizienz gesteigert. Das sind die besten Vor-

aussetzungen für einen zuverlässigen Betrieb und eine lange Lebensdauer der Anlage. Künftig verspricht «smart-guard» zudem mit einer eigenen App noch mehr Komfort.

Effizient Heizen, aktiv Kühlen mit hohem COP ■ Die neuste Generation Wärmepumpen von alpha innotec ist die fortschrittlichste ihrer Klasse und an Vielseitigkeit kaum noch zu übertreffen. Ob effizient Heizen, aktiv Kühlen oder das Bereiten von Trinkwarmwasser; die aussen aufgestellten Modelle sind ideal für die Sanierung, wie auch für Neubauten. Der kontinuierliche Fortschritt ist bei Wärmepumpen nicht aufzuhalten. Das beweisen die neuen aussen aufgestellten Luft/Wasser-Wärmepumpen alira NP-AW 20: Die Heizleistungen sind bis 14 kW bei -7 °C Aussentemperatur, der SCOP beträgt über 5.0 (nach EN 14 825) und die Vorlauftemperaturen können bei –10 °C Aussentemperatur bis zu +65 °C erreichen. Diese beeindruckenden Leistungsdaten werden durch die invertergesteuerte EVI-Technologie der neus-

ten Generation erreicht. Kompressor und Ventilator sind drehzahlreguliert und gewährleisten einen effizienten Heizbetrieb bei gleichzeitig tiefstmöglichem Geräuschniveau. Ein weiteres Ausstattungsmerkmal der neuen alira NP-AW 20 ist die serienmässige aktive Kühlfunktion. Mit Vorlauftemperaturen bis 7 °C können Räume via Bodenheizung oder Konvektoren angenehm klimatisiert werden. Fortschrittlich ist auch das Bedienkonzept. Dank der möglichen Internet-Anbindung ist die Fernüberwachung und -steuerung von jedem beliebigen Ort aus möglich. ■ alpha innotec c/o ait Schweiz AG Tel. 058 252 20 00 www.alpha-innotec.ch

Die Fortschrittlichste – alira NP-AW 20

Weitere Informationen gibts beim Walter Meier-Verkaufsberater oder unter www.waltermeier.com/smart-guard

Walter Meier (Klima Schweiz) AG Tel. 044 806 41 41 www.waltermeier.com


Energie | Wärme | Strom | Produkte

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Mobile Elektroheizungen mit Regeleinheit für automatisiertes Funktionsheizen ■ Elektroheizungen mit integrierter Regeleinheit von Mobil in Time ermöglichen ein automatisiertes und effizientes Funktionsheizen nach DIN 1264-4 und DIN 4725 Teil 4. Dank des Vier-Zeilen-Displays der Regeleinheit MCU (Mobile Control Unit) ist die individuelle Programmierung ein Kinderspiel. Selbst nach einem Stromausfall wird das Heizprogramm sofort wie-

der ausgeführt, was ein grosser Vorteil gegenüber herkömmlichen Elektroheizungen ist. Mittels USBPort lässt sich das Heizprotokoll am Computer auslesen. Preiswerte Nachrüstung für Elektroheizungen Ab sofort bietet Mobil in Time eine preiswerte Nachrüstung mit einer MCU an. Das Unternehmen ist

ausserdem der grösste ServiceAnbieter für mobile Elektroheizungen der Schweiz. Da bietet es sich an, die Nachrüstung gleich mit einem Service zu kombinieren. Der Spezialist für mobile Energielösungen rüstet auch Elektroheizungen anderer Hersteller nach. Interessierte können sich direkt bei Mobil in Time informieren, ob auch ihr Gerät umgerüstet werden kann. Zuverlässiges Austrocknen und Funktionsheizen Elektroheizungen von Mobil in Time bewähren sich im praktischen Einsatz ausgezeichnet zur UBTrocknung, Notbeheizung oder Überbrückung während Wartungsarbeiten. Auf einem Sackkarren montiert, sind die leistungsfähigen Elektroheizungen mit 9 bis 36 kW äusserst robust und beweglich. Dadurch kann eine einzige Person sie aufstellen und in Betrieb nehmen. Alle Elektroheizungen von Mobil in Time sind wahlweise auch mit integrierter MCU erhältlich. Heizmobile und Heizcontainer können ebenfalls nachgerüstet werden. ■

Mobile Elektroheizung EH 22 MCU: Die integrierte Regeleinheit MCU von Mobil in Time ermöglicht individuelle Programmierbarkeit und damit höchste Effizienz.

Mobil in Time AG Tel. 044 806 13 00 www.mobilintime.com

Die Regeleinheit MCU ermöglicht ein automatisiertes und effizientes Funktionsheizen nach DIN.

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Luft-Klima-Kälte |

4. Schweizerische Hygiene-Fachtagung in Luzern

Raumluft – Neues zur Hygiene und zur Instandhaltung Hygiene und Zuverlässigkeit raumlufttechnischer Anlagen haben sich in den letzten Jahrzehnten verbessert. Dennoch gibt es Bedarf zu Hilfestellungen bei Bauherren und Gebäudebetreibern. An der 4. Schweizerischen Hygienetagung wurden zudem Fragen zur Instandhaltung und zur Ausbildung erörtert. Manuel Fischer

■ Im dichten Regelwerk zu Lüftungsanlagen ist Hygiene ein Dauerbrenner. Ein Hygienekonzept für eine RLT-Anlage ist mehr als «nice-to-have»-Forderung, wie erfahrene Lüftungsexperten aus Erfahrung wissen. Im Gegensatz zu Heizungsanlagen sind raumlufttechnische Anlagen offene Systeme. Denn die Nutzer von Büroräumen, Kinosälen, Wohnungen usw. sind Teil des Systems. Zu raumlufttechnischen Anlagen äussert sich Richtlinie SWKI 104-01. Inhaltlich orientiert sich die vom schweizerischen Verein von GebäudetechnikIngenieuren (SWKI) publizierte Richtlinie weitgehend an ihrem deutschen Vorbild, der Richtlinie VDI 6022. Schweizer Experten arbeiten auch im internationalen Fachkreis mit, welcher diese Richtlinie weiterentwickelt. Mit Spannung erwartete das Plenum der Lüftungsfachleute an der 4. Schweizer Hygienetagung, welche Neuerungen mit dem sogenannten «Gründruck» (einem Entwurf zur Vernehmlassung) zu erwarten sind. Andreas Winkens, Di-plomingenieur und Vorsitzender des Richtlinienausschusses VDI 6022 Blatt 1, rief in Erinnerung, dass «Hygiene» als «vorbeugende Medizin zur Verhütung von Krankheiten und Gesundheitsschäden bei einzelnen Personen und bei der Allgemeinheit» definiert ist.

plätze in Büro- oder Industriegebäuden, Pausen-, Wohn-, Verkaufs- und Versammlungsräume, nicht aber Treppenhäuser, Flure oder Technikzentralen. • Neu soll eine «fachkundig durchgeführte Gefährdungsbeurteilung» das Risikopotenzial einer RLT-Anlage ermitteln. Eine mögliche Konsequenz: Wird die Gefährdung als gravierend eingeschätzt, wird das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung angemahnt. • Neu soll die Messung der (mikrobiologischen) Qualität der Zuluft obliga-

aussieht wie nach einer Reinigung mit einem weichen Besen, der keine Kehrspuren hinterlässt und die sicht- und spürbar sauber und trocken erscheint.» Schliesslich erläuterte Winkens dem Fachpublikum, wie die Staubflächendichte auf einer Oberfläche bestimmt wird. Eine eingeschlossene Fläche (von 100 cm2) wird mit einem zuvor gewogenen lösemittelhaltigen Lappen aufgewischt. Die Staubmenge auf dem Lappen wird gravimetrisch bestimmt (In

Die Inspektion von RLT-Anlagen ist in der Hierarchie der Tätigkeiten der Instandhaltung zuzuordnen. (Referat: Markus Meier)

Neues in der VDI 6022 (Gründruck) Die neue VDI 6022 bleibt in ihrer Grundstruktur dieselbe. Bislang erschienene Merkblätter (Checkliste, Hinweis für erdverlegte Komponenten, Sauberkeit luftführender Oberflächen) werden nun in die VDI 6022 (Blatt 1) integriert. Wichtige inhaltliche Ergänzungen: • Neu ist eine präzisere Definition des Aufenthaltsraums; eine Person hat sich dort mehr als 30 Tage pro Jahr oder regelmässig länger als zwei Stunden je Tag aufzuhalten. Aufenthaltsräume sind demnach Arbeits-

torisch werden; diese darf keineswegs schlechter sein als die Aussenluft. Damit ist ein sicheres Indiz geschaffen, dass keine Verschlechterung innerhalb des Lüftungssystems stattfindet. «Etliche Anbieter von Hygieneinspektionen arbeiten nur mit Abklatschproben von Oberflächen, ein gleichermassen billiges, wie nutzloses Verfahren», kommentierte Winkens. • Besenreinheit wird definiert als «Sauberkeitsgrad einer Oberfläche, die

Anlehnung an die Japanische Vereinigung der Lüftungsanlagen-Reiniger spricht man vom JADCA-Verfahren). Der Grenzwert liegt bei 2 g/m2.

Wartungsanleitungen – ein Muss Markus Maurer, Leiter Marketing-Service beim Lüftungsanlagenhersteller Seven-Air Gebr. Meyer AG, legte den Fokus auf das Betreiben und Instandhalten von RLT-Anlagen. Der Überarbeitungsbedarf in diesem Bereich war gross, da


Lüftung | Klima | Kälte |

eine ältere Version der SWKI-Richtlinie zur Instandhaltung letztmals 1996 überarbeitet worden war. Neue Erkenntnisse und der technische Fortschritt mussten berücksichtigt werden. Die neue SWKI-Richtlinienreihe BT 104 richtet sich nicht nur an Planer und Anlagenersteller, sondern auch an Eigentümer und Unternehmen des Facility-Managements. Ziel sei es, die Betreiber bezüglich ihrer Verantwortung zu sensibilisieren und konkrete Handlungshilfen für ein korrektes Betreiben aufzuzeigen. Damit bleibt die Verfügbarkeit einer Anlage hoch und die Kosten der Instandhaltung bewegen sich in einem massvollen Rahmen. In Vernehmlassung gehen nun Teil 1 «Grundlagen» (104-01) sowie Teil 2 «Lüftungs- und Klimaanlagen» (104-02). Bis Ende 2017 rechnet Maurer mit einer Inkraftsetzung. Maurer gab zu bedenken, dass die Komplexität der technischen Einrichtung eines Gebäudes stetig zunimmt. Entsprechend wachsen auch die Anforderungen an die Betreiber von Gebäuden. «Noch vor nicht allzu langer Zeit wurden häufig Lüftungsanlagen installiert, ohne dass eine Wartungsanleitung bereitgestellt worden war», so Maurer. Das sei weder im Sinne der Hersteller, Betreiber noch der Nutzer solcher Anlagen.

Webapplikation schafft Abhilfe Betreiber von Gebäuden dürfen in Zukunft auf einen projektspezifischen und übersichtlichen Instandhaltungsplan pochen. Die Erfahrung zeigt: Das Erstellen einer produktspezifischen Dokumentation kann allerdings für Installationsfirmen enorm aufwändig sein. Als Lösung wird nun eine webbasierte

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Andreas Winkens, Vorsitzender des Expertenausschusses VDI stellte dem Fachpublikum den «Gründruck» der Richtlinie VDI 6022 vor.

Software angeboten, die kurz vor der Fertigstellung ist. Eine vordefinierte Dokumentenstruktur ermöglicht einen systematischen Aufbau. Aus der Webapplikation sind die Wartungsblätter, wie, wo und wann (in welcher Frequenz) spezifische Komponenten gewartet werden müssen, einfach zusammenstellbar. Daraus ist jeweils der individuelle Wartungsplan erstellbar, der genau zur installierten Anlage passt. In der begleitenden Richtlinie sind Querverweise zu finden, die auf geltende Richtlinien, Normen und Gesetze verlinken.

Wer was machen darf

Die Instandhaltung ist für die korrekte Funktionsweise eines Gewerks über den Lebenszyklus ebenso wichtig wie die fachgerechte Installation. Häufig besteht eine Diskrepanz zwischen ausführlichen sachbezogenen Vorgaben zur Instandhaltung von Gebäudetechnik-Anlagen (z. B. sehr umfangreiche Handbücher zu Aufzugsanlagen) und einer frappanten Einsilbigkeit zur Qualifikation des Personals, das solche Arbeiten ausführen darf.

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Lüftung | Klima | Kälte |

Die zunehmende Komplexität der technischen Einrichtungen eines Gebäudes führen zu mehr Ausbildungsbedarf auch bei den Betreibern. (Bilder: Seven-Air Gebr. Meyer AG)

Die Lüftungsbranche fährt in der Frage der Qualifikation einen pragmatischen Weg. Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) verlangt eine zusätzliche Hygieneschulung (Stufe A und B) als Voraussetzung, damit Fachleute Lüftungsanlagen inspizieren dürfen. Der VDI zertifiziert Schulungspartner; deren zwei gibt es in der Schweiz. Mit der grundlegenden Überarbeitung der Instandhaltungs-Richtlinien will man auch die Betreiber stärker in die

Der pragmatische Ansatz der Lüftungsbranche: Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) verlangt eine zusätzliche Hygieneschulung (Stufe A und B) als Voraussetzung, damit Fachleute Lüftungsanlagen inspizieren dürfen.

Pflicht nehmen. Unter dem Titel «Grundlagen» (SWKI BT 104-01) sind die «Betreiber» eines Gebäudes aufgefordert, delegierte Service-Firmen zu verpflichten, ihr Personal hinsichtlich Instandhaltung zu schulen und vor Arbeitsrisiken zu schützen.

Zusätzlicher Ausbildungsbedarf David Burkhardt, HLK-Ingenieur HTL beim bekannten Gebäudetechnikplaner

Aicher, De Martin, Zweng AG (ADZ) nannte in seinem Referat einen wunden Punkt: «Während bei den meisten Gewerken (Sanitär, Heizung, Lüftung usw.) für die Installation von Anlagen klare Qualifikationen gefordert sind, sind Instandhaltungsarbeiten in der Regel an keine spezifischen Befähigungsnachweise gebunden.» Was die Qualifikationen für die Instandhaltung (Richtlinie SWKI BT104-


Lüftung | Klima | Kälte |

Markus Maurer, Leiter Marketing bei Seven-Air Gebr. Meyer AG: «Früher wurden häufig Lüftungsanlagen installiert, ohne eine Wartungsanleitung bereit zu stellen.»

David Burkhardt, HLK-Ingenieur beim Planungsbüro ADZ in Luzern: «Instandhaltungsarbeiten sind häufig nicht an einen spezifischen Befähigungsnachweis gebunden.»

01) anbetrifft, orientieren sich die Schweizer Fachverbände an Begriffen, die in Deutschland gang und gäbe sind. Instandhaltung wird in vier Grundmassnahmen gegliedert, nämlich nach a) Inspektion, b) Wartung, c) Instandsetzung und d) Verbesserung. Dabei wird für a) ein etwas höheres Qualifikationsniveau als bei den anderen Massnahmen formuliert. Die Praxis entspricht allerdings kaum dem Anforderungskatalog in der Theorie. Die Inspektion von Gebäudetechnik-Anlagen wird oft durch berufserfahrene «Facharbeiter» oder «Meister», aber nicht durch «Ingenieure» und «Techniker» vollzogen. Die Wartung (beispielsweise der Austausch von Filtern) geschieht nicht selten durch unzureichend qualifiziertes Personal von Reinigungsfirmen. Begründet wird dieser Umstand oft mit dem anhaltenden Fachkräftemangel und der Überbelastung von Ingenieuren und Technikern. Burkhardt forderte die Branche auf, sich über einige Fragen Gedanken zu machen: • So gibt es Schwierigkeiten, Qualifikationsprofile ins schweizerische Bildungssystem zu übertragen. «Wie müssen wir in der Schweiz die Begriffe Ingenieur, Techniker, Meister und Facharbeiter verstehen?» • Werden für die Instandhaltung von Gebäudetechnik-Anlagen erforderliche Handlungskompetenzen in der Aus- und Weiterbildung überhaupt vermittelt? • Braucht es diesbezüglich ergänzende Angebote?

ISO-Norm 16 890 her. Die Abscheideleistung der Filter wird aufgrund von Trenngradkurven ermittelt. Adrian Grossenbacher vom Bundesamt für Energie stellte das neue BFE-Merkblatt «Luftbefeuchtung» vor. Da-rin wird dargelegt, dass in den meisten Fällen in Komfortlüftungen die Befeuchtung nicht notwendig ist. Das Thema Luftbefeuchtung wird jüngst auch breit in den Publikumsmedien diskutiert. ■

Befeuchtung, Filter Das Regelwerk zur Lüftungshygiene wird ständig erweitert oder an neue Erkenntnisse angepasst. Arnold Brunner, Professor im Bereich Gebäudetechnik an der Hochschule Luzern (HSLU), leitete die Effizienzklassierung von Feinstaubfiltern nach der neuen

Zu den beiden letzten Themen vgl. HK-Gebäudetechnik 02/2017, S. 30-31 sowie 32-33. Zum Stand der Messtechnik in der Lufthygiene wird ein Fachbeitrag in einer Folgenummer von HK-Gebäudetechnik erscheinen. www.swki.ch

Nationaler Qualifikationsrahmen Wie vergleicht man berufliche Qualifikationen innerhalb Europas? Als Übersetzungstafel behilft man sich dem nationalen Qualifikationsrahmen (NQR); dieser ist über das 8-stufige Raster des europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) zu legen. Die minimale Qualifikation einer Fachperson wird im Rahmen der beruflichen Grundbildung mit einer abgeschlossenen Berufslehre mit EFZ (eidg. Fähigkeitszeugnis) erreicht. Diese entspricht dem im Haupttext erwähnten «Facharbeiter», Niveau 3–5 gemäss EQR. Die Schweiz kennt zudem die Höhere Berufsbildung. Berufsangehörige mit EFZ erreichen so höhere Befähigungen wie den Fachausweis (aufgrund der eidgenössischen Berufsprüfung) oder das eidgenössische Diplom (aufgrund der höheren Fachprüfung, ehemals «Meisterprüfung»). Diese Befähigungen sind vergleichbar mit dem obengenannten «Meister», Niveau 5–6 gemäss EQR. Absolventen höherer Fachschulen (HF) mit eidg. anerkanntem Diplom sind dem Techniker gleichzusetzen, Niveau 5–7 gemäss EQR. Schliesslich entsprechen Fachhochschul-Absolventen mit Bachelor oder Masterdiplom dem genannten «Ingenieur».


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Lüftung | Klima | Kälte |

Fachartikel zur neuen «Deklaration Komfortlüftung», die seit Januar 2017 in überarbeiteter Form zur Verfügung steht

Unabhängiger Vergleich von Lüftungsgeräten für Wohngebäude Wer in der Schweiz eine moderne Lüftungsanlage anschaffen will, kann sich seit 2012 auf www.deklariert.ch über Energieeffizienz und weitere Leistungsmerkmale der auf dem Markt angebotenen Komfortlüftungsgeräte informieren. Dieses Internet-Vergleichsportal wurde nun auf Anfang 2017 umfassend überarbeitet. Neu lehnt sich das Portal eng an die EU-Energieetikette für Komfortlüftungen an, bietet darüber hinaus aber wertvolle Zusatzinformationen zu den Qualitätsmerkmalen «Hygiene» und «Akustik». Benedikt Vogel, im Auftrag des BFE

■ Seit fünf Jahren finden Bauherren, Architekten und Gebäudetechnik-Planer auf der Webplattform www.deklariert.ch wichtige Leistungsmerkmale zu einem Grossteil der in der Schweiz vertriebenen Komfortlüftungen. «Dieses Vergleichstool – bekannt als Deklaration Komfortlüftung – hat sich in den vergangenen Jahren in der Branche gut etabliert. Ende 2016 waren 17 Lüftungsgeräte von acht Anbietern für Einfamilien- und kleinere Mehrfamilienhäuser (< 600 m3/h) auf dem Portal verzeichnet. Die Geräte werden dort – abhängig von der Effizienz der Wärmerückgewinnung und dem Strombedarf des Ventilators – in sieben Effizienzklassen (A bis G) eingeteilt. Darüber hinaus wird analog jede Anlage auch bezüglich Hygi-

Jeder dritte Neubau nutzt heute eine Komfortlüftung Durch «Lüften» verpufft aus geheizten Gebäuden viel Energie in die Umwelt. Um dies zu vermeiden, müssen heute Neubauten und sanierte Gebäude nach Stand der Baukunst und nach Energiegesetz luft- resp. winddicht gebaut werden. Dadurch sinkt der «natürliche Luftaustausch» – die Planer müssen mit einem Lüftungskonzept für ausreichend Frischluft sorgen. Als Königsweg für Lüftungskonzepte bei Wohngebäuden hat sich in den letzten zehn Jahren die sogenannte Komfortlüftung etabliert. Im Gegensatz zu oft günstigeren Lösungen mit Einzelraumlüftern oder reinen Abluftanlagen wird hier die Zu- und Fortluft über ein «gemeinsames» Gerät geführt. Dies bietet Komfortvorteile und ermöglicht dank der Wärmerückgewinnung einen energieeffizienten Betrieb. Neben der Energie kann bei einigen Geräten auch die Raumluftfeuchte zurückgewonnen werden, was vor allem bei tiefen Aussentemperaturen zu einem hohen Wohnkomfort führt. Heute verfügt rund ein Drittel der Neubauten in der Schweiz über automatische Lüftungssysteme.

ene (Qualität des eingebauten Filters) und Akustik (Schall/Lärmemissionen) einer von sieben Klassen zugeordnet. Initiiert hatte die «Deklaration Komfortlüftung» seinerzeit eine breit abgestützte Innovationsgruppe unter dem Dach von energie-cluster.ch, einem Verbund von rund 50 Unternehmen und Hochschulen, der den Technologie- und Wissenstransfer rund um Energieeffizienz fördert. Die «Deklaration» war unter enger Mitwirkung der Systemanbieter und -produzenten, der Hochschule Luzern und dem Bundesamt für Energie entwickelt worden. Die Form eines Vergleichsportals im Internet wurde damals bewusst einer Etikettierug der einzelnen Geräte vorgezogen. Der direkte Vergleich im Internet ermöglicht nämlich eine transparente Gegenüberstellung der Geräte und entspricht dem Projektablauf über Planer und Bauherren.

sind alle Komfortlüftungsgeräte auch in der Schweiz mit der EU-Energieetikette zu kennzeichnen. «Die EU-Energieetikette ist ein guter Ansatz, aber wir sind in der Schweiz mit der aktuellen Version der EU-Energieetikette für Lüftungsgeräte doch nicht so ganz glücklich», sagt Beat Nussbaumer, Leiter der oben erwähnten Innovationsgruppe von energiecluster.ch und Geschäftsleitungsmit-

Schweiz übernimmt Effizienzkategorien der EU Unterdessen hat sich auch die Europäische Union um mehr Transparenz bei der Energieeffizienz von Komfortlüftungen bemüht: Anfang 2016 hat der Staatenbund eine Energieetikette für Komfortlüftungen eingeführt, so wie sie von anderen Elektrogeräten wie Waschmaschinen, Geschirrspülern oder Kaffeemaschinen bekannt ist. Die EU-Energieetikette für Komfortlüftungsgeräte wurde per 1. August 2016 von der Schweiz übernommen. Damit sind Hersteller, Importeure und Händler aufgerufen, diese Energieetikette auf ihren Komfortlüftungsgeräten anzubringen, sie aber auch in Prospekten und anderen Vermarktungswegen zu verwenden. Bis anhin ist die Verwendung der Etikette in der Schweiz freiwillig. Mit einer Übergangsfrist bis zum 31.7.2017

Die Energieetikette für Komfortlüftungen wurde in der EU Anfang 2016 eingeführt. Sie gilt in der Schweiz seit 1. August 2016 auf zunächst freiwilliger Basis und wird ab 1. August 2017 obligatorisch. (Quelle: EU)


Lüftung | Klima | Kälte |

Erscheinungsbild der überarbeiteten «Deklaration Komfortlüftung», wie sie seit Anfang 2017 über die Website von energie-cluster.ch oder direkt unter www.deklariert.ch abrufbar ist. Damit können einzelne Geräte verglichen werden, oder es kann eine vergleichende Tabelle «Planungsübersicht» mit allen Geräten abgerufen werden. (Quelle: energie-cluster.ch)

glied bei der Energie- und Gebäudetechnik-Firma Dr. Eicher+Pauli AG. Die Effizienzklassen werden bei der EU-Energieetikette nämlich larger definiert, als dies bisher in der «Deklaration Komfortlüftungen» der Fall war. «Die neue Definition führt zu einem Zusammenrücken der bisher in die Klassen C bis A verteilten Effizienzkategorien in die Gruppe A und sogar A+. Mit der EU-Energieetikette ist weniger gut erkennbar, welche Lüftungsgeräte wirklich über eine sehr gute Energieeffizienz verfügen, da wichtige Faktoren ausgeblendet werden», sagt Beat Nussbaumer. Der Schweizer Gebäudetechnik-Experte baut nun darauf, dass die Klassen der EU-Etikette künftig – wie bereits in Aussicht gestellt – präzisiert werden, um die Aussagekraft der Etikette weiter zu verbessern.

www.deklariert.ch bietet wesentlichen Mehrwert

Nun wäre es möglich gewesen, die «Deklaration Komfortlüftungen» mit ihrer

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griffigeren Definition der Energieeffizienz einfach fortzuführen. Das hätte dazu geführt, dass «Deklaration» und EUEnergieetikette parallel unterschiedlich definierte Effizienzklassen verwendet hätten. Um diese Verwirrung zu vermeiden, haben sich die Vertreter der Schweizer Lüftungsbranche und das BFE entschlossen, die Effizienzkategorien der Energieetikette in die «Deklaration Komfortlüftungen» zu übernehmen. www.deklariert.ch bleibt die zentrale und relevante Informationsplattform für Planer von Komfort-Lüftungsanlagen. Denn im Vergleich zur EU-Energieetikette bietet sie per Anfang 2017 drei wichtige Zusatzinformationen: • Information zum gesamten Energieverbrauch: Anders als die EU-Energieetikette berücksichtigt die «Deklaration» bei der Zuweisung einer Komfortlüftung zu einer Effizienzkategorie auch den Energieaufwand für den Vereisungsschutz. Das bedeutet, dass ein Lüftungsgerät insgesamt energieeffizienter arbeiten muss, um zum Beispiel die Kategorie A der «Deklaration» zu erreichen als die Kategorie A der Energieetikette. Da der Vereisungsschutz technisch auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlich grossem Energieaufwand erreicht werden kann, werden die verschiedenen Modelle eines bestimmten Lüftungsgeräts künftig in der «Deklaration» mitunter verschiedenen Effizienzkategorien zugewiesen, abhängig davon, über welchen Vereisungsschutz das jeweilige Modell verfügt. • Information zur Hygiene: Anders als die EU-Energieetikette ordnet die «Deklaration» die verzeichneten Komfortlüftungen wie bis anhin zusätzlich verschiedenen Hygiene-Klas-

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Lüftung | Klima | Kälte |

Deklaration Komfortlüftungen unter: www.deklariert.ch Weitere Informationen unter: www.deklariert.ch und www.energie-cluster.ch › Wissenstransfer › Innovationsgruppen › Komfortlüftung Eine ähnliche Deklaration steht auch für Wärmedämmstoffe kostenlos zur Verfügung: www.energie-cluster.ch › Deklaration Wärmedämmung Auskünfte zum Thema erteilt Josef Känzig (josef.kaenzig@bfe.admin.ch), Leiter des BFE-Programms Wissens- und Technologietransfer.

In den letzten gut zehn Jahren hat der jährliche Absatz insbesondere von kleinen Komfortlüftungen (< 350 m3/h) in der Schweiz stark zugenommen. (Grafik: energie-cluster.ch)

sen zu. Die Klassifizierungskriterien für die Hygiene-Klassen wurde dabei so weit wie möglich den europäischen Normen angepasst. Dafür wurde das technische Reglement der «Deklaration» mit der neuen EU-Filternorm abgestimmt. • Information zu den Lärmemissionen: Dasselbe gilt für die Zuordnung zu Akustik-Klassen, die in der «Deklaration» ebenfalls weitergeführt werden und damit gegenüber der EU-Energieetikette eine weitere Zusatzinformation liefern.

Innovationsschub bei Lüftungsgeräten Die Deklaration zeigt den Kunden und Planern auf, welches die geeignetsten Lüftungsgeräte sind, und sie zeigt den verschiedenen Herstellern, in welchen Bereichen ihre Geräte zu den Besten gehören. Seit ihrer Einführung hat die «Deklaration Komfortlüftung» in der Schweiz zu einem Innovationsschub bei Lüftungsgeräten geführt. Geräte mit geringem Wärmerückgewinnungsgrad sind praktisch vom Markt verschwunden. «Die ‹Deklaration Komfortlüftung› (www.deklariert.ch) bleibt nach ihrer Überarbeitung ein zentrales Instrument, um das geeignete Lüftungsgerät auszuwählen», sagt Josef Känzig, Leiter des BFE-Programms Wissensund Technologietransfers. ■ Komfortlüftungen sorgen für gute Luftqualität in luft- und winddicht gebauten Gebäuden. (Bilder: Hoval)

Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Wissens- und Technologietransfer findet man unter www.bfe.admin.ch/CT/divers www.deklariert.ch www.energie-cluster.ch

Innenleben einer Komfortlüftung: Dank Rückgewinnung von Wärme aus der «verbrauchten» Fortluft von Wohnräumen leisten Komfortlüftungen einen wichtigen Beitrag zu einem haushälterischen Umgang mit Energie.


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Gebäudeautomation |

Intelligentes Wohnen (IW), Internet of Things (IoT)

Smart Home – von der Hardware zur Software Smart Homes sind Stand der Technik, jedoch erst der Anfang eines digitalen Wandels, dem sich kaum jemand entziehen kann. Skeptiker dürften noch unter Architekten oder Datenschützern zu finden sein, aufhalten können sie den Trend aber nicht. René Senn *

■ Die immer zahlreicheren Projekte in der Schweiz zeigen es deutlich und unmissverständlich: Das Smart Home ist im Aufwind! Ein Zurück zur alten Technik, wie wir sie in den letzten 100

Mehr als nur ein Trend, die Bedienung des Smart Home via Smartphone und Tablet. (Bild: ABB Schweiz AG)

Jahren kannten, wird es definitiv nicht geben. Die Studie «Smart Home 2030» des Gottlieb Duttweiler Instituts bestätigt diesen Trend und bescheinigt dem Smart Home sehr gute Aussichten (siehe Kasten). Die Autoren schreiben: «Keine der befragten Branchen verneint, dass das Thema in Zukunft wichtiger wird.» Der digitale Wandel umfasst allerdings weit mehr als «nur» das Smart Home. Häuser oder auch Wohnungen werden Teil eines Systems, das zunehmend von Software statt wie bisher von Hardware dominiert wird. In naher Zukunft werden auch Gebäude oder sogar ganze Städte untereinander vernetzt sein. Auf ein solches Szenario sollte, oder besser gesagt muss sich die Branche so rasch wie möglich einstellen. Zudem wird sich mit dem Einstieg von grossen Firmen wie Apple und Google in diesen Markt nochmals einiges ändern. Apples Home-Kit und Co. werden die neuen Wegbereiter des Intelligenten Wohnens sein. Den einen wird dies gefallen, andere stehen dem Trend skeptisch gegenüber, nicht ganz zu Unrecht, denn Vernetzung macht auch angreifbar, insbesondere was die Privatsphäre und unsere persönlichen Daten betrifft.

Die Art der Vernetzung ist im Wandel Im Jahr 2000 bezog die Familie Steiner unter grossem medialem Interesse das erste sogenannte Internet-Haus der Schweiz, das Futurelife. Medien aus der ganzen Welt besuchten die Steiners in ihrem Smart Home und waren fasziniert von den Möglichkeiten, welche die Vernetzung bot. Das Haus liess sich bereits damals über einen Touchbildschirm in der Küche bedienen, mit dem Tablet und via WLAN auch vom Gartensitzplatz aus. Ein Jahr nach der Inbetriebnahme wurde eine Sprachsteue-


Gebäudeautomation |

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Visualisierung für Gebäudeautomation mit theServa S110 von Theben. (Bild: Theben HTS AG)

Die Darstellungsmöglichkeiten auf dem Touch-Panel sind dank moderner Software sehr vielfältig. (Bild: Hager AG)

rung nachgerüstet. Von der Vernetzung und der Systemarchitektur her war das Smart Home von Steiners dezentralisiert und eher geschlossen aufgebaut. Zukünftige Systeme werden hingegen zunehmend dezentralisiert und offen organisiert sein. Übertrieben gesagt wird sich alles mit allem direkt vernetzen, sodass ein sogenanntes Maschennetzwerk entsteht. Eine Zentrale wird nicht zwingend nötig sein. Solche «dynamische» Netzwerke machen die Integration einzelner Systeme viel einfacher, denn deren intelligente Geräte sind bereits mit der nötigen Software dafür ausgerüstet. Dass diese Plugand-play-Vernetzung durchaus auch Gefahren birgt, zeigt zum Beispiel das System Hue von Philips. Nach einem Firmware-Update liessen sich Geräte von Drittherstellern nicht mehr ins System einbinden. Installierte Lösungen der Kunden quittierten von heute auf morgen ihren Betrieb. Philips ist inzwischen aufgrund von Beschwerden vieler Nutzer wieder zurückgerudert.

Professionelle Systeme versus Plug-and-play Das Beispiel von Philips zeigt eindrücklich, wie abhängig wir künftig von vernetzten intelligenten Systemen sind. Nicht zuletzt deshalb lohnt es sich, den Markt für Smart Home-Lösungen in die zwei Bereiche «Professional» und «Plug-and-play/Do it yourself» zu gliedern. Während die professionellen Systeme eher im höheren Preissegment angesiedelt sind und sich vor allem für Neubauten eignen, sind es Plug-andplay-Geräte, die für die Nachrüstung

oder kleinere Lösungen eine kostengünstigere Möglichkeit bieten. Die Lebenserwartung professioneller Systeme beträgt durchaus 10 bis 20 Jahre, bei den Plug-and-play-Geräten dürfte sie jedoch lediglich bei wenigen Jahren liegen. Dies hat wie bereits erwähnt damit zu tun, dass Soft- und nicht mehr Hardware die dominante Komponente eines Systems ist, und die Lebenszyklen von Software sind nun einmal kürzer. Diesen Aspekt gilt es bei einer Neuanschaffung und bei einem Vergleich von professionellen und Plug-and-play-Systemen stets zu berücksichtigen. Eine Kombination beider Welten ist heute bereits möglich, das zeigen aktuelle Beispiele aus der Praxis. So ist die Steuerung des Smart Home via Smartphone schon lange üblich, unabhängig vom bereits seit Jahren verfügbaren Bussystem. Denn die gemeinsame Basis ist das Netz. Und spätestens dort treffen beide Welten im «Internet of Things» (IoT), dem Netz der Dinge, aufeinander. Es steht für die Vernetzung von allem, beziehungsweise von fast allen Dingen und Geräten. Und das dürfte unsere Zukunft sein. ■ * René Senn, Fachgruppe Intelligentes Wohnen, Gebäude Netzwerk Initiative (GNI) www.g-n-i.ch www.intelligenteswohnen.com

Studie «Smart Home 2030» Die Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts GDI (im Auftrag von Raiffeisen Schweiz) geht der Frage nach, wie die Digitalisierung das Bauen und Wohnen verändert. Die Autorinnen Karin Frick und Daniela Tenger untersuchten einleitend, inwiefern das Smart Home bereits im Schweizer Bau- und Immobilienmarkt angekommen ist. Dazu wurden repräsentativ 400 Architekten und Bauingenieure, Elektroplaner und -installateure sowie Gebäudetechniker befragt. Die Befragung zeigte, dass der heutige Smart Home-Markt einer weiterreichenden Digitalisierung ratlos gegenübersteht. Die Elektrobranche und die Gebäudetechniker sind gegenüber Smart Home-Applikationen aufgeschlossener als Architekten, Bauingenieure und Immobilienhändler. Trotzdem dürfte der Wandel kommen und lokalen Anbietern neue Möglichkeiten bieten. Dafür braucht es Grundwissen über die relevantesten Entwicklungen und deren Folgen für Anbieter und Nutzer. Die Studie kann heruntergeladen werden unter www.hk-gt.ch › Dossiers › Gebäudeautomation. www.gdi.ch

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Gebäudeautomation | Produkte

Multifunktionale KNX-Wetterstation ■ Mit der neuen KNX-Wetterstation KNX-GPS-24VDC von Schenker Storen AG wurde das bisherige Modell optisch und funktional aufgewertet. Auf den ersten Blick fällt sofort die diskrete Gehäuseform der Wetterstation auf. Denn gerade bei der Montage an der Aussenfassade zählen nicht mehr nur die Funktion und Zuverlässigkeit. Die Gebäudehüllen werden zunehmend zu Designobjekten. Die schlanke Wetterstation KNX-GPS-24VDC fügt sich unauffällig in die Fassade ein und unterstützt die Gestaltung geradezu. Aber auch funktional hat die Wetterstation vieles zu bieten: Gemessen werden Helligkeit, Windgeschwindigkeit, Temperatur, Nieder-

schlag und neu der Luftdruck. Dieser kann z. B. als Indikator für bevorstehende Wetteränderungen und Unwetter ausgewertet und visualisiert werden. Das integrierte GPSModul empfängt Zeit und Datum und zusammen mit der genauen Gebäudeposition können die Storen über Lamellennachführung und Schattenkante exakt sonnenstandsabhängig angesteuert werden. Neu ist auch die Frostschutzfunktion integriert, womit die Storen bei Schnee und Eis sicher vor dem Festfrieren geschützt werden können. Die umfangreichen Funktionen und Möglichkeiten können direkt für die integrierte Fassadensteuerung verwendet werden. Mit den acht zur Verfügung stehenden Sektoren

können die Anforderungen von vielen kleineren und mittleren Objekte ohne eine zusätzliche Zentrale abgedeckt werden. Ebenfalls im gleichen Design erhältlich ist die Wetterstation KNXLW-24VDC. In reduzierter Funktionalität misst dieses Gerät die Windgeschwindigkeit und Helligkeit. Der Einsatz hierfür ist die Ergänzung in einem grösseren Objekt (z. B. zusätzliche Messung in einem Innenhof) oder auch für eine kleinere Anlage mit geringem Funktionsumfang. ■

KNX-Wetterstation KNX-GPS-24VDC. (Bild: Schenker Storen AG)

Schenker Storen AG Tel. 062 858 55 11 www.storen.ch

Thermokon spricht digitalStrom ■ Als Hersteller für die Heizungund Klimasteuerung bietet Thermokon digitalStrom-fähige Sensoren und Raumbediengeräte in verschiedenen Varianten. Raumbediengerät «Thanos dS» Mit dem Design-Raumbediengerät «Thanos» setzt Thermokon neue Massstäbe in Sachen Funktion und Design in digitalStrom-Installationen. Über dieses Raumbediengerät können auf Basis der digitalStrom-Architektur bis zu acht unterschiedliche Funktionsgruppen abgebildet werden. Das Raumbediengerät Thanos unterstützt alle Funktionsgruppen des digitalStrom-Systems. Je nach Konfiguration arbeitet das Gerät beispielsweise als Bediengerät für Beleuch-

tung, Beschattung, Heizung, Audio, Video, Anwesenheit oder AppTaster. Neben den drei Hauptansichten besitzt das Gerät jeweils eine eigene Anzeige zur Bedienung für die jeweilige Funktionsgruppe. Darüber hinaus kann das Gerät auch für die Funktion Kommen/Gehen verwendet werden. Die Visualisierung von Appartement-Ereignissen (Alarm, Panik, Feuer) sowie Zuständen (Wind, Hagel, Regen) ist ebenfalls möglich. Raumbediengerät «FTW06 LCD dS» Das Raumbediengerät FTW06 LCD dS dient zur Steuerung von Ventilationsgruppen und Erfassung und Anzeige der aktuellen Raumtemperatur sowie Luftfeuchte. Das Raumbediengerät stellt die Messwerte

Raumbediengerät FTW06 LCD dS im Design Feller Edizio due. Anzeige- und Bedienelemente: Aktuelle Sollwerttemperatur, aktuelle relative Feuchte im Raum, aktuelle Ist-Temperatur im Raum, allenfalls Gerätemeldung, Statusanzeige Ventilation, Statusanzeige Temperatur, zwei Taster zur Ventilationssteuerung, zwei Taster zur SollTemperaturverstellung.

automatisch der digitalStrom-Temperaturregelung zur Verfügung, ist somit Teil des digitalStrom-Systems. In Kombination mit den jeweiligen System- und Smartphone-Apps findet eine komfortable Raumtemperaturregelung statt, die bequem zu Hause oder von unterwegs bedient werden kann. Zur Unterstützung des vollen Funktionsumfangs muss das Gerät an einem digitalStrom-Meter dSM12 betrieben werden. ■

Design-Raumbediengerät Thanos dS mit Touch-Glasoberfläche. Anzeigeund Bedienelemente: Favoritenmenü, Aussentemperatur, Anwesenheit/Abwesenheit, aktuelle Sollwerttemperatur und Regelzustand (Rot = Heizen, Blau = Kühlen), aktuelle Ist-Temperatur im Raum, aktuelle Luftfeuchte im Raum, Statusanzeige (Hagel, Feuer, Panik, Alarm) etc. (Auch in Schwarz erhältlich).

Asera AG Tel. 044 755 50 60 www.asera.ch


Gebäudehülle | Spenglerei |

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Dämmmaterialien im Gebäudepark der Schweiz – eine Bestandesaufnahme

Gebrauchte Dämmstoffe beschäftigen uns in Zukunft Wärmedämmmaterialien müssen die Energieverluste im Gebäude vermindern. Deshalb gehören sie zu den Standards moderner Neubauten und energetischer Sanierungen. In der langfristigen Optik darf man jedoch die Verwertung dieser Stoffe nicht ausser Acht lassen. Mit einer Bestandesaufnahme konnte man inzwischen das Ausmass identifizieren. Jürg Wellstein

■ Die Mindestanforderungen an die Wärmedämmung der Gebäudehülle sind in den kantonalen Baugesetzen geregelt. Mit der Umsetzung der aktuellen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) gilt: Gebäude und Anlagen sind so zu erstellen und zu unterhalten, dass möglichst geringe Energieverluste eintreten und ein effizienter Betrieb möglich ist. Zudem nehmen die MuKEn 2014 eine Verschärfung der Wärmedämmwerte vor. Die neuen Grenzwerte entsprechen etwa dem Niveau der heutigen Minergie-Anforderungen an die Gebäudehülle. Die Wärmedämmmaterialien sollen es schaffen. Diesen energie- und klimapolitisch sinnvollen Vorgaben muss allerdings schon heute eine langfristig bedeutsame Tatsache gegenübergestellt werden. Die bereits seit einiger Zeit und in vermehrtem Masse in Zukunft verbauten Materialien haben einen ökologischen Impakt bei ihrer Herstellung, aber vor allem auch bei deren Rückbau. Deshalb lohnt es sich schon heute, an diese stofflichen Kreisläufe zu denken.

pazitäten aufzeigen. Daraus lassen sich auch potenzielle Engpässe und Risiken ableiten», sagt Martin Jakob. Bei der Handhabung dieser Materialen im Fall eines Gebäuderückbaus müssen aus heutiger Sicht und im Hinblick auf eine nachhaltige Energie- und Ressour-

cenpolitik einige Fragen gestellt werden. Beispielsweise interessiert es, welche Mengen an Dämmmaterialen zurzeit und in Zukunft anfallen werden. Zudem darf man sich aufgrund der verschiedenen Applikationsmöglichkeiten erkundigen, mit welchen Formen und

Die Wärmedämmung stellt einen festen Bestandteil der Gebäudehülle dar. Die eingesetzten Materialien ergeben neue Herausforderungen für die langfristige Verwertung.

Bestandesaufnahme mit Blick in die Zukunft Im Auftrag des Amts für Hochbauten der Stadt Zürich haben Martin Jakob (TEP Energy GmbH) und Stefan Rubli (Energie- und Ressourcen-Management GmbH) eine Untersuchung zum Potenzial des «Urban Mining», also von der Verwertung der Dämmmaterialien sowohl im nationalen als auch im regionalen Gebäudepark der Stadt Zürich durchgeführt. «Wir haben zum einen die im Gebäudebestand verbauten und die bei den laufenden Erneuerungen und Neubauten verwendeten Dämmmaterialien nach deren Eigenschaften differenziert und quantifiziert. Zum anderen wollten wir vorhandene Verwertungsund Entsorgungswege sowie deren Ka-

Annahmen zu den Flächenanteilen der verschiedenen Dämmmaterial-Arten für Neubau und Renovation zum Zeitpunkt 1980 sowie 2015. (Grafik: TEP)

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Gebäudehülle | Spenglerei |

Dämmmaterialflüsse (in Mio. Tonnen pro Jahr) und Lager (in Mio. Tonnen) für das Jahr 2015. Heute wird der grösste Teil der rückgebauten Dämmmaterialien in den KVA entsorgt. Langfristig müssen andere Lösungen gefunden werden. (Grafik: TEP)

Verbundkombinationen zu rechnen ist, sodass man geeignete Materialkreisläufe etablieren könnte. Mithilfe des Gebäudeparkmodells von TEP und der Modellierung von Gebäudeund Konstruktionstypen liessen sich Mengenangaben schätzen. Im 2015 sind im Neubau- und Sanierungsbereich rund 4,2 Mio. m3 Dämmstoffe eingeflossen; mineralische Dämmmaterialien: Glasfaser (0,8 Mio. m3), Steinwolle (0,9 Mio. m3) sowie mineralölbasierte Dämmstoffe: EPS (1,4 Mio. m3), PUR (0,5 Mio. m3) und XPS (0,3 Mio. m3). Die bereits gesamt-

haft verbaute Menge erreichte den zehnfachen Wert. Beim Rückbau wurden insgesamt erst 0,16 Mio. m3 registriert (vgl. Grafik Dämmmaterialflüsse: in Mio. Tonnen pro Jahr).

Steigende Mengen beim Rückbau Bis heute sind die Materialmengen aus Rückbau und Sanierung aufgrund der langen Verweilzeiten im Gebäudebestand also bescheiden. «In Zukunft muss man jedoch mit stark ansteigenden Mengenwerten rechnen», betont Martin Jakob. Es ist davon auszugehen, dass dann

für die Entsorgung dieser Abfälle neue Strategien erforderlich sein werden. Im Vordergrund steht dabei die vermehrte Rückführung in die Produktion. Dies trifft heute bereits für Verschnittteile zu. «Rückbau oder Ausbau der Dämmmaterialien sind massgeblich davon abhängig, wie das Material ursprünglich eingebaut wurde», erläutert Stefan Rubli. Besteht ein Verbund des Dämmmaterials mit anderen Materialien, so erweist sich ein getrennter Ausbau nach Schichten oft als schwierig. Insbesondere bei Dämmungen in Fassaden oder Flachdächern wurden die Dämmstoffe häufig verklebt oder mittels Klebemörtel auf die Fassade geklebt, was einen getrennten Ausbau der Dämmstoffe nahezu verunmöglicht.

Unterschiedliche Prozesse für die Verwertung Bei der Rückführung der organischen Materialien sind heute zwei unter-

Abtrennung der gesamten Kompaktfassade vom Mauerwerk auf einer Baustelle in der Stadt Zürich. (Foto: Stefan Rubli, Energie- und Ressourcen-Management GmbH)


Gebäudehülle | Spenglerei |

Kontakte / Informationen Dr. Martin Jakob TEP Energy GmbH martin.jakob@tep-energy.ch Dr. Stefan Rubli Energie- und Ressourcen-Management GmbH info@energie-ressourcen.ch Philipp Noger Stadt Zürich / Amt für Hochbauten Fachstelle Nachhaltiges Bauen philipp.noger@zuerich.ch Titel der Originalpublikation: «Dämmmaterialien im Gebäudepark der Schweiz», Mai 2016 www.stadt-zuerich.ch/ nachhaltiges-bauen › Suche: Urban Mining Potenzial

nert und der Rezyklatproduktion zugeführt. Das Einsatzgebiet solcher Rezyklatplatten beschränkt sich jedoch auf wenige Anwendungen wie Dämmung von Industriedächern, die in Holzbauweise erstellt wurden, oder als Sickerplatten. Der Einsatz als Wanddämmung ist aufgrund der Qualitätseinbussen nicht möglich.» EPS lässt sich aber auch mit geeigneten Lösungsmitteln auflösen. Die selektive Extraktion von EPS und anderen Kunststoffen (auch XPS) mit einem neuen Verfahren wurde zwar erst im Labor durchgeführt. Das Polystyrol kann nach der Verarbeitung als Rohstoff für die Herstellung von entsprechenden Produkten eingesetzt werden. Neben der Rückgewinnung des Polymers kann auch das HBCD ausgeschleust werden. Sollte sich ein solches Verfahren etablieren, könnten neue Wege in der EPS-Produktion beschritten werden. Da das Basismaterial (PS-Granulat) der EPSPlattenproduktion rund 60 – 80 Prozent der Produktionskosten ausmacht, wären auch ökonomische Anreize für eine Rücknahme gegeben.

Stoffkreisläufe für die Zukunft gestalten

schiedliche Wege anwendbar. Die thermische Verwertung von EPS, XPS und PUR in Kehrichtverbrennungsanlagen ist gängige Praxis und weist Vorteile auf. Einerseits sind die Anforderungen an die Sauberkeit und den Fremdstoffanteil gering, anderseits wird eine Rückgewinnung von Energie ermöglicht und die Eliminierung des Flammschutzmittels Hexabromcyclododecan (HBCD) aus dem Materialkreislauf gewährleistet. Allerdings konnte in Deutschland aufgezeigt werden, dass die Obergrenze für eine Mitverbrennung von EPS- und XPS-Abfällen bei maximal zwei Gewichtsprozenten liegen sollte. Was heute in der Praxis der Schweiz noch kein Problem darstellt, könnte in Zukunft zur Falle werden. Hingegen kann die stoffliche Verwertung von EPS und XPS auf verschiedene Arten erfolgen. Stefan Rubli sagt: «Aus Neubau und Sanierungen zurückgenommene Verschnitte werden zerklei-

Die Situation im Jahr 2050 wird definitiv eine andere sein. Mit der Umsetzung der MuKEn 2014 und den damit verschärften Bauvorschriften werden Dämmmaterialien überall Bestandteil der Gebäudehülle werden, z.B. auch in Form von Aufdoppelungen mit EPSund XPS-Schaumstoffplatten bei bereits gedämmten Gebäuden zur Verstärkung der Dämmwirkung. Bei der Erneuerung der Wärmedämmungen, Fassaden und Dächer oder beim Rückbau der Gebäude stellt sich dann die Frage der weiteren Verwendung. Stefan Rubli ergänzt: «Auch die werkstoffliche Verwertung, das heisst die Beimischung der aus dem Rückbau anfallenden Mineralfasern im Produktionsprozess nach der Zerfaserung, ist aus material- und verfahrenstechnischen Gründen bis jetzt noch kaum möglich. Wir sollten uns also bereits heute mit möglichen, ökologisch vertretbaren und wirtschaftlich sinnvollen Materialkreisläufen befassen.» ■


Die Linien der alten Mauern werden in der Titanzinkbekleidung des Neubaus weitergeführt.

Tresch spenglert Treschhütte ansprechend und bergtauglich Der Helikopter hebt ab, und wir tauchen ein in die Urner Bergwelt, hinauf durch das Fellital auf 1475 m zur Treschhütte. Die Hütte wurde im Sommer 2012 renoviert – durch Spenglermeister Christian Tresch aus Amsteg. Bernard Trächsel

■ Die Treschhütte bekam ein neues Doppelfalzdach und einen An- bzw. Ausbau mit neuer, dünner Rautenfassade aus Rheinzink prePATINA blaugrau, im ähnlichen Raster verlegt wie die bestehende Steinmauer. Eine ansprechende Gebäudehülle, bereit zur Aufnahme aller künftigen Wetterkapriolen.

Objektbeschrieb und Kommentar Jury

Die renovierte Hütte gehört der SACSektion am Albis und wurde für 850 000 Franken erneuert. Für Architekt Daniel Schweizer von der Eglin Schweizer Architekten AG Baden war es wichtig, dass die Ästhetik trotz Sanierung erhalten bleibt. So musste sich Spenglermeis-

ter Christian Tresch bezüglich Material, Fassadenform (Anbau), Achsmass Dach, Schneefang und Dachentwässerung an genaue Vorgaben halten. Die Beanspruchung der Materialien ist in dieser schneereichen Region gross und mit extremen Temperaturschwankungen belastet. Die Spenglerarbeiten sowie Dach- und Fassadenbekleidungen müssen die temperaturbedingten Ausdehnungen aufnehmen, müssen langlebig und unterhaltsfrei sein. Der Werkstoff Titanzink bot sich für diese Renovation an. Seine Farbe passt sich der felsigen Umgebung und der Steinmauer am Altbau vorzüglich an. Die Gebäudehülle dient als natürliche

Fangfläche der Blitzschutzanlage. Titanzink kann 100-prozentig wiederverwertet werden. Das waren wesentliche Kriterien zur Materialwahl. Ein weiteres: Die Metallhaut ist mit ihrer natürlichen Oberfläche sehr robust und dennoch leicht. «Wenn das Baumaterial per Heli zur Hütte transportiert wird, zählt jedes Kilo», so Christian Tresch. «Die Chance, bei einer SAC-Hütte Hand anzulegen, die den gleichen Namen trägt wie ich, bietet sich nur einmal im Leben», fügt Christian Tresch hinzu. Er bekam den Auftrag und freut sich heute über ein «schönes Referenzobjekt». Das Zeitfenster für die Montage der ganzen Gebäudehülle betrug drei Wochen, von Ende Juli bis Anfang August 2012. Drei


Gebäudehülle | Spenglerei |

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schiedlicher Disziplinen gleichzeitig ihre Leistungen erbringen. «Da sind alle aufeinander angewiesen und müssen sich gegenseitig helfen. Das hat hervorragend geklappt», lobt Tresch den Teamgeist, der auf der Treschhütte herrschte. Christian Tresch, Spenglermeister, Amsteg

Spengler, einer davon in der Grundausbildung, waren im Einsatz. Unter der Woche schliefen sie in der bewirteten Hütte. Trotz harten und langen Arbeitstagen schätzten die Mitarbeiter den Bergeinsatz als schöne Abwechslung zum Tagesgeschäft. Die exponierte Lage der Baustelle, die nur zu Fuss oder aus der Luft zu erreichen ist, und die hohen Heli-Transportkosten von 40 Franken pro Minute verlangten eine genaue Einschätzung der Aufgaben und eine akribische Planung. Das begann mit dem Ausmessen vor Ort, ging weiter mit der Vorfabrikation der Bauteile im Betrieb und endete beim sorgfältigen Verpacken des Materials für den Lufttransport. Fünf Helikopterflüge mit rund je 850 Kilogramm Nutzlast brauchte es schliesslich, um das gesamte Spenglermaterial zur Hütte zu fliegen. Während der Ausführung auf der abgelegenen und engen Baustelle mussten bis zu 15 Handwerker unter-

Atmen Sie bessere Luft mit Abluft!

Die Jury empfindet die Wahl des Werkstoffs als richtig und objektbezogen. Die Oberfläche von Rheinzink prePatina blaugrau passt optisch und durch das gewählte Rastermass zu den vorhandenen Steinmauern. Die Gebäudehülle und die An- und Abschlüsse, sowohl auf dem Doppelfalzdach wie in der feinen Rautenfassade, sind handwerklich sauber ausgeführt. Die Jury betrachtet das Objekt als sehr gelungen. ■

LÜFTER Bautafel

Info Ohnsorg Söhne AG Knonauerstrasse 5 Postfach 332 6312 Steinhausen

Objekt: Treschhütte Fellital, Gurtnellen Konstruktion Dach: Belüftetes Doppelfalzdach in Rheinzink prePatina blaugrau, 0,7 mm und Schneefangvorrichtungen

Tel. 041 747 00 22 Fax 041 747 00 29

Konstruktion Fassade: Belüftete Rautenfassade in Rheinzink prePatina blaugrau, 0,7 mm

www.ohnsorg-soehne-ag.ch info@ohnsorg-soehne-ag.ch Schweizer Qualitätsprodukt

Baubeteiligte Bauherr: SAC Sektion am Albis, 8910 Affoltern/Albis Spengler: Spenglerei Mario Tresch GmbH, 6474 Amsteg Spenglermeister Christian Tresch Architekt: Eglin Schweizer Architekten AG, Dipl. Arch. ETH FH SIA 5400 Baden

Klarer Fenstereinbau mit Blick in die Natur.

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Beeindruckende Bergkulisse vom Walensee auf die Churfirsten. Haus am Hang mit feiner Dachdeckung aus Rheinzink prePatina schiefergrau.

Natürliche Werkstoffe Mauer, Holz, Glas und Titanzink harmonieren

Dach vor beeindruckender Bergkulisse Für ein exponiertes Einfamilienhaus hat das regional tätige Unternehmen Landolt Gebäudetechnik AG ein optisch leicht wirkendes, aber robustes und nachhaltiges Dach aus Titanzink erstellt. Text und Bilder: René Landolt und Bernard Trächsel

sind optisch elegant und kaum wahrnehmbar ausgeführt. Das Abführen des Regenwassers an den Fassaden erfolgt über seitlich geführte Ablaufrohre. Die Qualität der Spenglerarbeiten ist an den schwierigen An- und Abschlüssen ablesbar, die subtil, fein, und optisch schön realisiert wurden. Als Werkstoff wurde für die Dachdeckung Titanzink gewählt. Bei Rheinzink prePatina schiefergrau ist die sich sonst an der Luft und mit der Feuchte bildende Patina bereits werksmässig erstellt; so hat die Oberfläche von Anfang an eine schöne, einheitliche, leicht mit Fasern

■ Beeindruckend die unheimliche Bergkette am Walensee, fein die Bedachung und der optische Anblick eines neuen Einfamilienhauses am Berghang in der Ortschaft Obstalden (Kanton Glarus) oberhalb des Walensees. Das Haus wurde durch das Architekturbüro Jung Architektur GmbH aus Näfels entworfen, geplant, gebaut und durch den Bauherrn und seiner Familie bezogen. Es schmiegt sich wunderbar ins steile, bergige Gelände hinein und thront über der wunderbaren See- und Berglandschaft. Durch die geschickte Einteilung der Wohnfläche kommen quasi alle Lokalitäten des Hauses in den Genuss des einmaligen Ausblickes.

Natürliche Werkstoffe, Patina Die optisch sichtbaren Werkstoffe Mauer, Holz, Glas und Titanzink harmonieren perfekt und passen wunderbar zur natürlichen Umgebung. Die Terrasse ist luftig angebaut, mal offen, mal bedeckt, immer mit offenem Blick zur Bergkulisse. Die Übergänge sind fein gelöst, und viele technische Anforderungen, wie die Dachentwässerung oder –lüftung,

Bautafel Bauherr: Familie Stähli, 8758 Obstalden Architekt: Jung Architektur GmbH, 8752 Näfels Ausführung Spenglerarbeiten: casa-technica.ch, Landolt Gebäudetechnik AG, 8752 Näfels. Projektleiter René Landolt. Werkstoff Dach und Umrandung: Rheinzink prePatina schiefergrau, Dicke 0,7 mm, Wandbekleidungen mit Dicke 0,8 mm

gezeichnete Oberfläche, mit dem warmen, schiefergrauen Ton. Da es sich bei der Vorbewitterung nicht um eine Beschichtung handelt, werden die elementaren Eigenschaften des Zinks in keiner Weise beeinflusst. Im Laufe der Zeit setzt die «echte» Patina ein, die Oberfläche altert natürlich; Zink ist auch selbstreinigend, das heisst die Aussenhaut benötigt bezüglich Werkstoffoberfläche keinerlei Wartung und Unterhalt. Der Werkstoff kann später einmal, nach jahrzehntelangem Einsatz, praktisch zu 100 % recycelt werden. Dies ist gelebte Nachhaltigkeit, weshalb Zink auch von der IBU in Deutschland als nachhaltiger Werkstoff deklariert ist.

Sturmfest und regendicht Ein Dach hat, wie übrigens die ganze Gebäudehülle, hohe Anforderungen zu erfüllen. Bei starker Exposition am Berghang oder auf Bergkanten sind die Ansprüche noch höher. Die Kräfte der Natur lassen nicht mit sich spassen. Das leicht wirkende Dach wurde, nach Klärung der Bedürfnisse vom Inneren und von aussen, wie folgt gebaut:


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Details: Integration Rinne und Entwässerung, Lüftung an Traufen und First, Ortgänge, Schneefang.

Schöne Terrassen, teils offen, teils geschlossen. Man beachte die harmonierende Kombination von Holz, Glas und Titanzink.

• Raumdecke • Installationsebene für die Elektroinstallationen • Dampfbremse, luftdicht verlegt • Sparren und Zwischenraum-Wärmedämmung • Überdämmung mit Holzfaserplatten von 60 mm, diese dient zugleich als Verlegehilfe zur Aufnahme des Unterdachs • Dicht verlegtes Unterdach für ausserordentliche Beanspruchung • Konterlattung, 80 mm dick, mit Nageldichtungen verlegt • Holzschalung, 27 mm dick • Strukturierte Trennlage Vapozinc/ Rheinzink

• Doppelfalzdach Rheinzink prePatina schiefergrau, Dicke 0,7 mm (120 m2 Fläche) • RAL-Farbe-äquivalent lackiertes Schneefangsystem mit Rohren und Stoppern • Entwässerung mittels vorgehängten Rinnen und Ablaufrohren • Lufteintritte bei den Traufen über der Rinne, Luftaustritt am fein gestalteten First, filigraner Abschluss und Übergang zum Ortgang • Wind- und Böen-sichere Ortbekleidung • Dekorative Spengler-Bekleidungen bei den Dachöffnungen

Filigraner Anschluss des belüfteten Firstes an den Ortgang.

Haltung und Kompetenz

Casa-technica.ch / Landolt Gebäudetechnik verbindet Glarner Herkunft und Seriosität mit moderner, zeitgemässer Planung, Fabrikation und Verlegung, sowohl bei der Gebäudehülle als auch bei Haustechnikanlagen. Das Team mit Spengler-, Dachdeckerund Sanitärmeistern hat bereits viele schöne Referenzarbeiten realisiert und freut sich immer auf neue Herausforderungen und architektonische Visionen. ■ www.casa-technica.ch

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Eco – der Hut für alle Fälle

Formschöner und langlebiger Kaminhut Formschön, wartungsfrei, langlebig – auch das jüngste Mitglied in der Familie der Ohnsorg-Kaminhüte, der ECO-Lamellhut®, sorgt zuverlässig für konstante Druckverhältnisse im und über dem Kamin – und damit für Energieersparnis im Holz- und Heizölverbrauch. ■ Neu wird dieser bewährte Original-Kaminhut auch in den Nennweiten Ø 80 und Ø 500 mm hergestellt. Vom kleinsten Hot-Tub bis zur grossen Kaminanlage können ab sofort sämtliche Befeuerungssysteme bedient werden. Kein anderes Produkt deckt in der Schweiz die Bandbreite von Ø 80 bis Ø 500 mm ab. Aber nicht nur das – der Eco ist einzigartig in vielerlei Hinsicht. So wird er mittels modernster Druckumformungstechnik produziert. Das hat den Vorteil, dass die Lamellen aus ganzen Teilen bestehen. Somit gibt es keine Schweissnähte oder Klebstoffe am Produkt, die sich mit der Zeit lösen und Wartungsarbeiten verursachen könnten.

gleichliche Sogwirkung und schützt die Kaminmündung vor Regen, Schnee und Eis. Überzeugend auch die kompakte und sichere Einbauweise: Der Fachhandwerker benötigt bei der Montage keinerlei Zubehör – der Eco braucht nur aufgesetzt zu werden, und die Kaminanlage ist perfekt. Der Eco-Kaminhut wird am Firmenhauptsitz in Steinhausen (Kanton Zug) mit viel Knowhow aus den hochwertigen Materialien Kupfer und Chromnickelstahl angefertigt. ■

Schutz vor Witterung Weitere Vorzüge dieses einfachen wie genialen Systems: Der Eco erzielt dank perfekter Abstimmung der einzelnen Lamellen eine unver-

Ohnsorg Söhne AG Tel. 041 747 00 22 www.ohnsorg-soehne-ag.ch

Der ECO-Lamellhut in Kupfer-Ausführung.

Typ EZ aus Kupfer.

Der ECO-Lamellhut, ein einzigartiges, optisch ansprechendes Schweizer Qualitätsprodukt.


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Schweizer Hygienetagung 2017: Neue Anforderungen für Trinkwasser

Im Fokus: öffentliche Anlagen Gleich fünf Referate befassten sich an der 5. Schweizer Hygienetagung in Luzern direkt oder indirekt mit dem wichtigsten Lebensmittel Trinkwasser. HK-Gebäudetechnik wird in verschiedenen Ausgaben über die diversen Themen informieren. Aktuell stellen wir eine Zusammenfassung des Referats von Pierre Studer (BLV) vor zum Thema «Neue gesetzliche Anforderungen für das Trink-, Bade- und Duschwasser in öffentlichen Gebäuden» . Franz Lenz

■ Die Zahl der diagnostizierten Fälle von Legionellosen nimmt in der Schweiz seit einigen Jahren kontinuierlich zu, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV) feststellt. 1990 war es noch ein Fall, 2015 bereits rund fünf pro 100 000 Einwohner, also gut 300 Fälle pro Jahr. Unbekannt ist die Zahl der Dunkelziffer. Dabei wird eine schwere Infektion der Lungen hervorgerufen. Die Bakterien der Gattung Legionella kommen natürlicherweise in fast allen nassen und feuchten Umgebungen vor und vermehren sich besonders gut in stehendem Wasser zwischen 25 ºC und 45 ºC. Betroffen sind Wasserleitungen, Armaturen, Duschköpfe, Sprudelbäder, Klimaanlagen usw. Angesichts dieser gesundheitlichen Problematik haben die Behörden auf Bundesebene neue gesetzliche Anforderungen betreffend Legionellen im Trinkwasser festgelegt.

Die neue Verordnung im Detail

Pierre Studer erläuterte die neuen gesetzlichen Anforderungen an Trinkwasser als Gebrauchsgegenstand und setzte einen Schwerpunkt bei der Vermeidung von Legionellosen. Hier zeigt er gerade die Übersicht über das neue Lebensmittelgesetz und die zugehörigen etwa 30 Verordnungen. (Foto: Emanuel Niederhauser)

Trinkwasser untersteht dem Lebensmittelgesetz Trinkwasser gilt als wichtigstes Lebensmittel und untersteht deshalb dem Lebensmittelgesetz (LMG). Deshalb erlässt die Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV) Anforderungen, die sowohl bei der Aufbereitung als auch bei der Verteilung von Trinkwasser zu beachten sind. Ausserdem sieht die Verordnung vor, dass die Wasserversorgungen ein System zur Selbstkontrolle einrichten müssen, das die Risiken einer Verunreinigung des Wassers berücksichtigt. Zusätzlich wurden in der Trink-, Badeund Duschwasserverordnung (TBDV) mikrobiologische, physikalische und chemische Anforderungen festgelegt. Es handelt sich dabei um spezifische Werte für die relevantesten Parameter. Falls einer der Höchstwerte überschritten wird, muss der Versorger Massnahmen ergreifen und die Rückkehr zu den Normalwerten garantieren. Wenn durch die Überschreitung eines Höchstwerts ein

akutes Gesundheitsproblem entstehen würde, muss die kantonale Aufsichtsbehörde benachrichtigt und die betroffene Bevölkerung gewarnt werden.

Im Juni 2014 verabschiedete das Bundesparlament ein neues Lebensmittelgesetz, in dem das Trinkwasser nicht nur als Lebensmittel, sondern auch als Gebrauchsgegenstand eingeordnet wurde. Durch Berücksichtigung des Wassers im Kontakt mit dem menschlichen Körper, bestand nun die Möglichkeit, Anforderungen für Bade- und Duschwasser zu definieren. Die jetzt vorliegende Revision will die schweizerische Trinkwassergesetzgebung vollumfänglich in Einklang mit derjenigen der Europäischen Union (Richtlinie 98/83/EG) bringen. Die Anhänge zur früheren Verordnung wurden dazu mit Höchstwerten für die mikrobiologischen, chemischen und physikalischen Parameter ergänzt. Mit dem Inkrafttreten des revidierten Gesetzes ist es nun unabdingbar, dass gesamtschweizerisch einheitliche Anforderungen für das Wasser der verschiedenen Arten von Schwimmbädern und Sprudelbädern gelten. Ein weiterer Abschnitt der Verordnung betrifft das Dusch- und Badewasser in Anlagen, die für die Allgemeinheit oder

Das neue Lebensmittelrecht tritt als Gesamtpaket in Kraft per 1. Mai 2017. Dazu gehören neben dem Lebensmittelgesetz (LMG) etwa 30 Verordnungen, u. a. die Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV), die Hygiene-Verordnung (HyV) und die Trink-, Bade- und Duschwasserverordnung (TBDV).

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einen berechtigten Personenkreis zugänglich sind. Dazu zählen auch Heime, Spitäler und Hotels. Im Gegensatz zu den Desinfektionsverfahren sind die Desinfektionsmittel durch die Chemikaliengesetzgebung geregelt, insbesondere durch die Biozidprodukteverordnung vom 18. Mai 2005. In diesem Zusammenhang wurde es als notwen-

dig befunden, Höchstkonzentrationen für Rückstände festzulegen, die durch Desinfektionsprozesse bei Badeanlagen entstehen.

Verantwortung bei öffentlichen Gebäuden Öffentliche Gebäude sind häufig grosse Bauten mit komplexen Sanitärinstallationen, die unterschiedlich stark und unre-

gelmässig genutzt werden. Dies macht die Wasserkreisläufe besonders anfällig für eine Kolonisierung durch das Bakterium Legionella. Gerade Hotels bieten Klimaanlagen und Erholungsanlagen (Spa) an. Sprudelbäder sowie Luftaufbereitungsanlagen weisen hinsichtlich der Verbreitung von Legionellen ebenfalls besondere Risiken auf. Und schliesslich waren auch schon Springbrunnen in Hotels die Ursache für Legionellose-Ausbrüche. Hotel-Leiter sind verantwortlich für die Sicherheit der Anlagen, welche von den Gästen benutzt werden können. Diese Instandhaltung verursacht natürlich Kosten. Das Auftreten von Legionellosefällen im Zusammenhang mit einem Hotel kann jedoch diesem und sogar der gesamten Tourismusbranche erheblich schaden.

Es gibt nicht nur eine Art Legionellen

Diagnostizierte Fälle von Legionellosen in der Schweiz: 1990 war es noch ein Fall, 2015 bereits rund fünf pro 100 000 Einwohner, also gut 300 Fälle pro Jahr.

Das Lebensmittel Wasser ist neu auch ein «Gebrauchsgegenstand».

Die Bakterien der Gattung Legionella sind gefährlich wenn sie eingeatmet werden. Aber selbst wenn die grosse Mehrheit der Legionellose-Fälle der Art Legionella pneumophila zuzuschreiben ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass andere Arten der Gattung Legionella ebenfalls ein Infektionsrisiko bergen. Deshalb wurde neu ein Höchstwert für alle Arten von Legionellen in öffentlichen Dusch- und Badeanlagen festgelegt. Die Höchstwerte liegen bei 100 Legionellen/Liter für öffentliche Bäder und in der Grössenordnung von 1000 Legionellen/Liter für Duschwasser. Diese neue Gesetzgebung soll betroffene Marktakteure wie Hotelführungen usw. sensibilisieren, mangelhafte Anlagen zu sanieren. Wenn die vorgesehenen Höchstwerte für Legionellen eingehalten werden, sollte es gelingen, massiv kontaminierte Aerosole, die in öffentlichen Duschanlagen oder Bädern entstehen, zu vermeiden. Längerfristig werden diese Bestimmungen auch bewirken, dass die Zahl der in der Schweiz auftretenden Legionellen nicht weiter zunimmt, oder sogar zurück geht. ■ Das vollständige Referat ist nachzulesen unter: www.swki.ch/hygienetagung2017 (Tagungsband, Referatsfolien) www.blv.admin.ch › Lebensmittelrecht 2017

Art. 7 im Abschnitt «Dusch- und Badewasser» der Verordnung über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV) enthält Begriffsdefinitionen, z. B. für Bad, Badanlage etc.


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Hygienespülung oder Thermische Desinfektion

Für Legionellen-freies Trinkwasser Mikroorganismen wie Bakterien sind wichtig für das Leben in der Natur, denn ohne Bakterien würden Lebewesen wie auch wir Menschen nicht existieren. Unkontrolliert können Bakterien, speziell die Legionellen im Trinkwasser, aber auch sehr gefährlich werden. Quelle: Similor, Bearbeitung Franz Lenz

■ Mikroorganismen bilden eine wichtige Grundlage für die stetig ablaufenden Stoffwechselkreisläufe in der Natur. Im Trinkwasser sind die Mikroorganismen für die Aufbereitung essenziell. Mit jedem Glas guten Trinkwassers nehmen wir Millionen von Bakterien zu uns, denn je nach Herkunft und Aufbereitung des Wassers leben in sauberem Trinkwasser zwischen 1000 und 100 000 Bakterien pro Milliliter (Eawag-Studie, Stefan Kötzsch). Mit neuen Sequenzierungsmethoden wurden in einwandfreiem Trinkwasser, mit rund 100 000 Bakterien pro Milliliter mehr als 2000 verschiedene Bakterienarten ermittelt. In wasserführenden Leitungen leben 90 bis 99 Prozent der Mikroorganismen an den Oberflächen der Rohre und Dichtungen in sogenannten Biofilmen. Solche Biofilme bestehen hauptsächlich aus Mikroorganismen und extrapolymeren Substanzen, die von Bakterien gebildet werden. Aber auch Krankheitserreger und auch Legionellen sind meistens feste Bestandteile einer natürlichen Trinkwassermikrobiologie. Unter normalen Bedingungen ist deren Anzahl allerdings so gering, dass sie den Menschen nicht gefährlich werden können. Ist die «biologische Stabilität» des Trinkwassers im Gleichgewicht und wird nicht gestört, haben Krankheitserreger keine Möglichkeit sich zu vermehren, das heisst, die biologische Stabilität bildet einen natürlichen Verkeimungsschutz. Besteht ein Legionellenverdacht, ermöglicht seit einigen Jahren die Methode der Durchflusszytrometrie (DZ) die tatsächliche Bakterienzahl einer Wasserprobe innert rund zwei Minuten zu ermitteln.

Das Problem des letzten Meters / der letzten Zentimeter

die längere Zeit nicht oder nur zum Teil benutzt werden wie Hotels mit Saisonbetrieb, Alters- und Pflegeheime, Schulen usw. zu. Spätestens bei der Wiederbenutzung müssen die Leitungen komplett gespült werden, indem genügend Kalt- und Warmwasser über rund 20 Minuten aus allen Hähnen laufen gelassen wird. Das genutzte Warmwasser sollte täglich während mindestens einer Stunde auf 60 ºC aufgeheizt werden. Am Zuverlässigsten verhindern garantierte Temperaturen von mindestens 60 ºC bei Austritt und 55 ºC im Verteilsystem die Vermehrung von Legionellen. Zudem sollte die Temperatur des Kaltwassers 20 ºC nicht übersteigen, eine gute Dämmung zwischen den Warm-und Kaltwasserleitungen ist deshalb unerlässlich.

Die Bakterien kommen natürlicherweise in feuchter Umgebung wie Trinkwasserleitungen vor. Wo das Wasser nicht laufend erneuert wird und eine Temperatur zwischen 25 und 45 Grad herrscht, erneuern sich Legionellen in kürzester Zeit sehr stark und sammeln sich gerne in den letzten Metern der Leitungen. Das trifft vor allem bei Liegenschaften,

Eine automatische Hygienespülung kann bereits im Neubau berücksichtigt und bei elektronischen Armaturen für Waschtische und Duschen hinterlegt werden. Dabei wird zu definierten Zeitabständen der Wasserfluss aktiviert und die Armatur durchgespült. So wird Sta-

verschont. Überall dort, wo Dusch- und Bademöglichkeiten in verschiedenen Räumen vorhanden sind, besteht die Gefahr von stagnierendem Wasser. Eine Kontaminierung mit Legionellen löst meistens eine schwere Lungenentzündung aus, die zum Tode führen kann. Trotz Behandlung mit Antibiotika sterben gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) 5 bis 10 Prozent der Patienten. Legionellenbakterien werden durch Aerosole (feinste kontaminierte Wassertröpfchen) eingeatmet, geraten so in die Lunge und erzeugen diese gefährliche Entzündung. Legionellenhaltiges Wasser kann jedoch bedenkenlos getrunken werden.

Technische Lösung Hygienespülung

Hauptsächliche Gefahrenorte Gefährliche Anhäufungen von Legionellen in Trinkwassersystemen werden leider immer wieder in Alters- und Pflegeheimen festgestellt. Aber auch Hallenbäder, Schulen in Ferienzeiten, Ferienhäuser und Hotels bleiben nicht

Sanimatic Pulse Desinfektionsmodus (links) und Sanimatic Pulse Duschmodus. Mittels Schlüsselschalter wird die thermische Desinfektion manuell gestartet. Sowohl die Leitung, als auch die Duschensteuerung Pulse müssen für mindestens drei Minuten und mit mindestens 70 °C heissem Wasser gespült werden.


Verbunden mit einer Steuerungsbox lassen sich Armaturen in bis zu acht Zonen zentral ansteuern und spülen. (Bilder: Similor)

gnationswasser möglichst verhindert und einer Legionellenbildung bei Waschtischund Duschenarmaturen vorgebeugt. Dafür eignen sich intelligente, berührungsfreie elektronische Armaturen. Bei Urinalsteuerungen werden durch aktivierten Wasserfluss in erster Linie Gerüche reduziert. In allen elektronischen Steuerungen von Sanimatic ist eine solche Hygienesteuerung integriert und wird wahlweise je nach notwendigen Zeitabständen aktiviert. Wahlweise kann eine Hygienespülung alle drei Stunden bis 72 Stunden nach letzter Benutzung ausgelöst werden. Die Vorteile einer Hygienespülung sind die einfache Aktivierung und die eher geringen Kosten, da sie bei den meisten elektronischen Armaturen bereits eingebaut ist. Für die Reinigung nach einer bakteriellen Kontamination ist sie aber nicht geeignet. Ein Legionellenbefall verlangt unbedingt mindestens eine thermische Desinfektion.

Technische Lösung thermische Desinfektion Die sogenannte Legionellenschaltung ist eine thermische Desinfektion. Diese ist auch den präventiven Lösungen zuzurechnen. Dabei wird der Trinkwassererwärmer (Boiler) und das gesamte Warmwasserleitungsnetz einschliesslich der Entnahmearmaturen für mindestens drei Minuten auf > 70 °C erwärmt. Hier ist an den Verbrühungsschutz zu denken, ggf. sind betriebsfreie Zeiten zu nutzen. Somit werden Leitungen und Armatur gleichzeitig gespült, thermisch desinfiziert und Legionellen inaktiviert. Es empfiehlt sich daher, die thermische Desinfektion manuell durchzuführen und zu protokollieren. Bei starkem Legionellenbefall ist dies täglich erforderlich! Zur Vorbeugung können diese Massnahmen wöchentlich, monatlich oder nur vierteljährlich erforderlich sein. Die Temperaturen an den Auslaufstellen sollten hierbei gemessen und

dokumentiert werden. Technische Lösungen mittels dritten Ventils wie sie mit der Duschensteuerung Sanimatic Pulse möglich sind, empfehlen sich hier besonders. Bei starkem Legionellenbefall wird eine thermische Desinfektion allein nicht ausreichen. Hier sind zuerst weitere Massnahmen wie z. B. eine chemische Desinfektion erforderlich. Zudem ist das Wasser nach der Massnahme zu beproben, um die Wirksamkeit nachzuweisen. Ein auf Rohroberflächen aufgewachsener Biofilm kann durch eine thermische Desinfektion jedoch nicht abgebaut und entfernt werden.

Wichtig: Austrittstemperatur am Boiler Wichtig ist es auch, dass die haustechnische Anlage für solch eine thermische Desinfektion ausgelegt ist. Diese muss imstande sein, die nötige Wassermenge (mind. für die geforderten drei Minuten) in der nötigen Wassertemperatur › 70 °C bereitzustellen. Nicht jede Heizungsanlage ist jedoch darauf ausgelegt, an der Zapfstelle sicher die 70 °C zu erreichen. Deshalb muss die Austrittstemperatur am Boiler je nach Installation und Leitungslänge etwa 80 °C betragen. Einige Brennwertgeräte lassen sich jedoch auf so hohe Temperaturen gar nicht einstellen. Dies sollte bei der Planung vorab unbedingt berücksichtig werden.

Fazit Für eine sichere und kostengünstige Trinkwasserversorgung ist es vorteilhaft, bereits beim Bau Armaturen mit der Möglichkeit der automatischen Hygienespülung einzubauen. Wichtig ist es auch, den Leitungsquerschnitt richtig zu definieren, damit möglichst geringe Oberflächen/Volumenverhältnisse entstehen und der notwendige Wasserdurchfluss garantiert ist. ■

www.similor.ch


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HSLU-Bachelor-Diplomarbeit in Gebäudetechnik 2016: Hygiene in der Trinkwasserverteilung, Zirkulationsrückführung in Speicher

Hygienisch und energetisch optimale Wärmespeicherung und Warmwasserverteilung Im Rahmen der Bachelordiplomarbeit an der Hochschule Luzern wurde in einem ersten Teil die Hygiene im Trinkwasserbereich im Zusammenhang mit einigen ausgewählten Hygienespülungen untersucht. In einem zweiten Teil untersuchte man die Zirkulationsrückführung in einen transparenten Speicher. Flavio Süess, Marcel Wagner *

■ Hygienisch kritische Situationen können entstehen, wenn das Wasser in der Installation stagniert. Simulationen haben aufgezeigt, dass in Wohnungsbauten mit korrekter Erschliessung der Apparate im Reihenleitungssystem grundsätzlich keine Hygienespülung nötig ist.

Um die Temperaturschichtung in einem Speicher nicht zu zerstören, braucht es eine impulsarme Zirkulationsrückführung. Anhand von Laboruntersuchungen konnte aufgezeigt werden, dass bei kleinen Eintrittsgeschwindigkeiten in den Speicher die Temperaturschichten bestehen bleiben.

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Abb. 2: Eintritt des Zirkulationsmassenstroms mit 0,1 m/s (links) und Eintritt des Zirkulationsmassenstroms mit 0,24 m/s (rechts) in den Speicher, nach gleichen Einströmzeiten. Links, gelb: saubere Einschichtung des einströmenden Zirkulationswassers. Rechts, schwarz: Zerstörung der Temperaturschichtung durch das einströmende Zirkulationswasser.

Abb. 1: Aufnahme Biofilmwachstum in einem mehrere Jahre alten Duschschlauch mittels Elektronenmikroskopie. (Bild: Stefan Kötzsch, 3. Schweizer Hygienetagung 2015, www.swki.ch/hygienetagung2015, Tagungsband S. 61)

Hygiene in der Trinkwasserverteilung Wasser muss fliessen: Wasser, welches über längere Zeit stagniert, ist in der Trinkwasserversorgung zwingend zu vermeiden. In stehendem Wasser finden Mikroorganismen optimale Fortpflanzungsbedingungen vor. Ebenfalls können in diesen Leitungsteilen die geforderten Wassertemperaturen nicht gewährleistet werden. Dies fördert die Vermehrung der Mikroorganismen, welche einen unkontrollierbaren Biofilm bilden können. Es ist darauf zu achten, dass die Kaltwassertemperatur in den Leitungen immer 25 °C beträgt. Um die Legionellenvermehrung im Warmwasserbereich einzuschränken, sind am Speicheraustritt 60 °C zu gewährleisten. Die Zirkulationsrückführung in den Speicher muss 55 °C und an den Armaturen mit Warmwasseranschluss muss eine Temperatur 50 °C erreichbar sein.

Einsatz von Hygienespülsystemen Sofern ein Wohngebäude bewohnt ist und es zu keiner Langzeitstagnation


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Fazit zur Hygiene im Trinkwasser – Stagnierendes Wasser ist zu verhindern. – Soll-Temperaturen: Kaltwasser 25 °C, Warmwasser bei Speicheraustritt 60 °C. Zirkulationsrückführung 55 °C und 50 °C bei Auslaufarmaturen mit Warmwasseranschluss müssen erreicht werden können. – Dichtigkeits- und Festigkeitsprüfungen mit inerten Gasen, Erstbefüllung des Versorgungsnetzes mit sauberem Trinkwasser innerhalb von 72 Stunden vor der Übergabe an die Bauherrschaft. – Einzelleitungssysteme können stagnierendes Wasser verursachen, Reihenleitungssysteme können dies minimieren. Abb. 3: Exergieänderung in einem Speicher (mit ursprünglich optimaler Temperaturschichtung) durch Betrieb der Zirkulation nach 60 Minuten. Der zylinderförmige Speicher wurde für die Temperaturmessungen von unten nach oben in 30 Schichten eingeteilt, X-Achse = Position 1-30 dieser Schichten.

kommen kann, könnte mit einer durchdachten Anordnung der Sanitärapparate und der Wahl einer geeigneten Verlegeart der Leitungen auf den Einsatz einer Hygienespülung verzichtet werden. Die Simulationen (mit IDA ICE) der Warmwasserverteilung eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohnungen hat aufgezeigt, dass bei einer Erschliessung der Apparate im Reihenleitungssystem die Stagnationszeiten weniger als 72 Stunden betragen. In Installationen mit Verbrauchsunterbrüchen länger als 72 Stunden, wie in Ferienwohnungen, Sportanlagen oder öffentlichen Gebäuden ist der Einsatz von Hygienespülsystemen durchaus sinnvoll. Dabei ist es aus der energetischen wie wirtschaftlichen Sichtweise wichtig, die Einstellung der Hygienespülung objektspezifisch vorzunehmen. Bei der Wahl des Hygienespülsystems muss sich der Fachplaner im Klaren sein, ob die Leitung bis zur Ausflussarmatur gespült werden muss oder der «letzte Meter» (zum Beispiel bei einer Dusche von der Armatur bis zum Brausenkopf) vernachlässigt werden kann. Im «letzten Meter» kann es zu grossem Biofilmwachstum kommen (siehe Abb. 1). Dadurch können sich Bakterien im Biofilm einnisten; welche die Wasserqualität auf dem letzten Meter wesentlich verschlechtern

können und somit Massnahmen für eine gute Trinkwasserqualität zunichtemachen.

Dichtigkeits-, Festigkeitsprüfung und Erstbefüllung In der Praxis werden der Dichtigkeitsund Festigkeitsprüfung sowie der Erstbefüllung von Wasserinstallationen oft zu wenig Beachtung geschenkt. Häufig werden die Versorgungsleitungen in der Rohbauphase für die Druck- und Dichtigkeitsprüfung über einen Gartenschlauch befüllt. Dadurch können unerwünschte Mikroorganismen in das Leitungssystem eindringen. Mit der anschliessend langen Stagnationszeit kann dies zu einer Kontamination des Leitungsnetzes führen. Wird hingegen die Dichtheits- und Festigkeitsprüfung mit inerten Gasen durchgeführt, kann dies weitgehend verhindert werden. Weiter sollte die Inbetriebnahme des Versorgungsnetzes mit sauberem Trinkwasser und innerhalb von 72 Stunden vor der Übergabe an die Bauherrschaft erfolgen.

Zirkulationsrückführung in einen Speicher Um die Zirkulationsrückführungen in einen Speicher untersuchen zu können, wurde im ZIG-Labor ein Versuchsstand

– Bei Hygienespülsystemen sollten die Spülparametereinstellungen (Spülzeit, Spülintervall und Spülvolumenstrom) objektspezifisch eingestellt werden, um Energie und Wasser zu sparen – Die Auswirkung des «letzten Meters» auf die Trinkwasserqualität ist weiter zu untersuchen. – Bei Reihenleitungs-Systemen muss die Ausstosszeit nach der SIA 385/1 noch weiter untersucht werden.

aufgebaut. In einem transparenten Speicher berücksichtigte man drei Anschlussstutzen, welche im unteren, mittleren und oberen Bereich des Speichers angeordnet wurden. Vor dem Eintritt in den Speicher wurde eine Beruhigungsstrecke von drei- bis sechsmal dem hydraulischen Durchmesser berücksichtigt. An jedem Anschlussstutzen wurde das Einströmverhalten bei unterschiedlichen Eintrittsgeschwindigkeiten untersucht. Die Eintrittsgeschwindigkeiten betrugen zwischen 0,1 und 0,24 m/s. Während den Messungen betrugen die Speichertemperatur max. 60 °C und die Eintrittstemperatur der Zirkulation mindestens 55 °C.

Strömungsversuche zwischen 0,1 – 0,24 m/s Mit dem eingefärbten Zirkulationswasser konnte gut visualisiert werden, dass das einströmende Wasser die Temperaturschichten im transparenten Speicher beeinträchtigt. In der Abbildung 2 wird die Zirkulation im oberen Bereich des Speichers eingeführt. Im linken Bild beträgt die Eintrittsgeschwindigkeit 0,1 m/s. Im rechten Bild ist die Eintritts-

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Abb. 4: Einzelleitungssystem. Bei den Einzelzuleitungen wird jede Entnahmestelle separat angeschlossen.

Abb. 5: Reihenleitungssystem. In der Reihenleitung (mit Doppeldosen) müssen die Entnahmestellen mit einem Doppelanschluss versehen werden. Der am häufigsten benutzte Verbraucher (z.B. WCSpülkasten) sollte am Reihenende liegen. Herausforderung: Einhaltung der Ausstosszeiten gemäss der Norm SIA 385/1.

geschwindigkeit 0,24 m/s. Bei einer Eintrittsgeschwindigkeit von 0,1 m/s besitzt der Eintrittsstrahl einen geringen Impuls. Dabei schichtet sich das eintretende Wasser auf der entsprechenden Höhe gleicher Temperatur ein. Dadurch werden die umliegenden Temperaturschichten kaum beeinflusst. Somit kann der Exergieverlust auf ein Minimum reduziert werden. Bei einer Eintrittsgeschwindigkeit von 0,1 m/s ist mit einer Eindringtiefe von 30 - 40 cm zu rechnen. Hingegen findet bei einer Geschwindigkeit von 0,24 m/s eine Rückzirkulation innerhalb des Speichers statt. Durch die höhere Eintrittsgeschwindigkeit wurden die Temperaturschichten zum Teil

zerstört. Berücksichtigt man die Zirkulationsrückführung im unteren Teil des Speichers, strömt das warme Wasser in den kalten Bereich. Dabei wird der ganze untere Teil des Speichers erwärmt. Folglich steigt während des Ladevorgangs die Rücklauftemperatur zum Wärmeerzeuger an und die Kondensationswärme kann bei einem Brennwertkessel nicht mehr optimal genutzt werden.

Exergetische Betrachtung der Zirkulationsrückführung Bei einer Betrachtung der Zirkulationsrückführung über eine Stunde konnte festgestellt werden, dass beim Zirkulati-

onseintritt «Oben» nach rund drei bis vier Stunden eine Zwangsladung erfolgen würde, auch wenn kein Warmwasserbezug erfolgte. Wird die Zirkulation im mittleren Teil des Speichers eingeführt, dauert es deutlich länger bis eine Zwangsladung eintritt. Für die Betrachtung der Exergieänderung wurde der Speicher in dreissig Schichten unterteilt. In der Abbildung 3 ist die Änderung der Exergie in den einzelnen Schichten des Speichers ersichtlich. Die Exergieänderung beträgt in einer Stunde beim Zirkulationseintritt «Oben» 876 kJ und beim Zirkulationseintritt «Unten» 2300 kJ. Aus reiner exergetischer Betrachtung sollte die Zirkulation somit in diesem Beispiel ins 60 °C warme Wasser zurückgeführt werden. Um die Temperaturschichtung im Wassererwärmer durch die Zirkulationsrückführung nicht zu beeinflussen, ist eine externe Erwärmung der Zirkulationsverluste anzustreben. Dies könnte beispielsweise mit einer kleinen LuftWasser-Wärmepumpe erfolgen. ■

* Autoren: Flavio Süess BSc und Marcel Wagner BSc. Bachelor-Diplomarbeit in Gebäudetechnik 2016 an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur (HSLU T&A, www.hslu.ch). Auftraggeber: Geberit Vertriebs AG, Jona. Betreuende Dozenten: Prof. Reto von Euw, Prof. Gerhard Zweifel, Andreas Odermatt. Experte: Roger Neukom.

Fazit zur Zirkulationsrückführung – Die Eintrittsgeschwindigkeit sollte 0,1 m/s betragen (vor allem bei kleinen Speicherdurchmessern). – Eine Beruhigungsstrecke vor dem Speichereintritt von drei- bis sechsmal dem hydraulischen Durchmesser sollte eingehalten werden. – Der Eintritt der Zirkulation sollte in die warme Zone des Speichers erfolgen. Falls dieser in die kalte Zone des Speichers erfolgt, steigt der Exergieverlust um Faktor 2. – Speichereinführungen im mittleren Bereich des Speichers lösen geringere Zwangsladungen aus, als wenn die Rückführung in den oberen Bereich erfolgt. – Die Auswirkung der Zirkulationsrückführung in die Kaltwasseranschlussleitung ist noch zu untersuchen. – Das Potenzial einer externen Erwärmung der Zirkulationsrückführung mittels einer kleinen Wärmepumpe ist zu bestimmen.


Der Aquapur-Hochleistungsboiler zeichnet sich durch Wasserhygiene, hohe Warmwasserbereitschaft und einfache Montage aus.

Hochleistungsboiler für Hygiene und Energieeffizienz ■ Seit 1. Januar 2015 ist die SIA-Norm 385/2 (Anlagen für Trinkwarmwasser in Gebäuden) in Kraft. Die Aquapur-Systeme von Soltop bewähren sich für die Wassererwärmung in Mehrfamilienhäusern, Sporthallen, Spitälern und mehr. Sie erfüllen sämtliche Anforderungen der SIA 385/2, bieten hohen Warmwasserkomfort, Legionellenschutz und Wirtschaftlichkeit. Die drei Aquapur-Modelle, Mini, Midi und Maxi, sind nach demselben Prinzip in kompakter Bauweise hergestellt und zeichnen sich besonders durch Wasserhygiene, hohe Warmwasserbereitschaft, und einfache Montage aus. Ein kleiner Edelstahlboiler wird in einem Zug über den parallel integrierten Hocheffizienz-Plattentauscher von z. B. 10 auf 60 °C geladen. Die Zirkulationsverluste werden über den integrierten Glattrohrwärmetauscher gedeckt, der auch für den periodischen Legionellenschutz sorgt. Dadurch, dass der Warmwasserverbrauch aus dem Boiler und nicht durch den Plattentauscher erfolgt, gibt es im Warmwassernetz keine Druckund Temperaturschwankungen, ein wichtiger Teil des Warmwasserkomforts. Aquapur-Systeme von Soltop sind die perfekte Lösung für Warmwasser in Mehrfamilienhäusern und Anwendungen mit erhöhtem Hygienebedarf. Das System ist montagefreundlich, der integrierte Regler ermöglicht Datenauslese sowie Fernzugriff und es besteht zusätzlich eine BUS-Schnittstelle. ■

SOLTOP Schuppisser AG Tel. 052 397 77 77 www.soltop.ch


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Qualitätszertifikat des Branchenverbands der Plattenleger für Geberit-Lösungen

Gütesiegel der Plattenleger für bodenebenes Duschen Der Schweizerische Plattenverband hat die Geberit-Lösungen für bodenebenes Duschen im praktischen Einsatz geprüft und mit dem SPV-Gütesiegel ausgezeichnet. Das Qualitätszertifikat wurde am 14. Februar anlässlich der Planer- und Architektenworkshops bei der Geberit-On-Tour 2017 offiziell übergeben. Quelle: Geberit Vertriebs AG

■ Die Geberit-Duschrinne «CleanLine», der Geberit-Wandablauf sowie der Geberit-Duschbodenablauf, zeichnen sich insbesondere durch ihre praktische und sichere Handhabung aus. Überzeugt haben die einfache Abdichtung ohne zusätzliche Arbeitsschritte, die grosse Abdichtungs-Flanschbreite von 10 cm aber auch der Wegfall der Materialübergabe zwischen Sanitär und Plattenleger im Rahmen der Abdichtungsarbeiten. Zudem erfüllen sie die Schallschutznorm SIA 181. «Der Einsatz von zertifizierten Produkten ist eine Garantie für fachgerechtes und praxistaugliches Abdichten. So sind alle Beteiligten auf der sicheren Seite», erklärte der Zentralpräsident des Schweizerischen Plattenverbands (SPV), Silvio Boschian, bei der Übergabe des Zertifikats. Das durch den SPV erstmals vergebene Qualitätszertifikat hebt denn auch hervor, dass die Lösungen von Geberit für bodenebenes Duschen grösstmögliche Sicherheit bei der Schnittstelle zwischen Plattenleger und Sanitärinstallateur bieten. Bekannte Probleme wie Unsicherheiten bei der Abdichtung sowie aufwendige und komplizierte Montagen gehören der Vergangenheit an. Dank

«Beim Einsatz von zertifizierten Produkten sind alle Beteiligten auf der sicheren Seite», erklärte Silvio Boschian (l.), Zentralpräsident SPV, bei der Zertifikatsübergabe an Walter Brändle (Mitglied der Geschäftsleitung Geberit Vertriebs AG) und Patrick Schnyder (Produktmanager Geberit Vertriebs AG).

höchster Planungs- und Montagesicherheit bieten die nun vom SPV zertifizierten Duschlösungen von Geberit klare Vorteile für den Architekten, Planer und Installateur. Und den Anwender freut es, dass die innovativen Duschlösungen zuverlässig dicht sind, sich schnell und einfach reinigen lassen, da

es keine versteckten Schmutzablagerungen mehr gibt.

Bildungspartnerschaft Am 22. Juni 2016 sind Geberit und der SPV eine Bildungspartnerschaft eingegangen. Diese neu gegründete Bildungspartnerschaft garantiert, dass ein

Sicher dicht dank einzigartiger, patentierter, flexibler und direkt eingespritzter 10 cm breiter Abdichtfolie bei allen drei Duschlösungen von Geberit (Wandablauf, CleanLine und Duschbodenablauf).


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Know-how-Transfer auf allen Stufen der Aus- und Weiterbildung stattfinden kann. Im November und Dezember 2016 fanden erste Schulungen durch Geberit-Fachleute im SPV-Bildungszentrum Dagmersellen statt. An insgesamt vier Tagen wurden fast 90 PlattenlegerLernende des 3. Lehrjahrs zu den Problemen bei bodenebenen Duschen geschult. Themen wie Schallschutz, fachgerechte Montage und Abdichtung sowie Hygiene wurden theoretisch erläutert, aber auch an praktischen Beispielen mit den Geberit-Lösungen für bodenebenes Duschen demonstriert. ■ www.geberit.ch/cleanline

Ilija Ristov, technischer Berater bei Geberit, führt vor, wie einfach und schnell die Duschrinne Geberit CleanLine montiert ist. Dank der werkseitig eingespritzten Abdichtfolie ist die Trennung der Gewerke noch klarer definiert.

Seit über 100 Jahren der Keramik verpflichtet Der Schweizerische Plattenverband SPV ist der Branchen- und Arbeitgeberverband der Schweizerischen Plattenlegerund Plattenhandelsbranche und vertritt derzeit die Interessen von rund 400 Plattenleger- und Plattenhandelsfirmen in der deutschen und italienischen Schweiz. In der Westschweiz werden die Interessen der rund 120 organisierten Plattenleger und Plattenhändler über die Fédération Romande du Carrelage FeRC wahrgenommen. Der SPV bezweckt die umfassende Wahrung und Förderung aller Berufsinteressen des Plattenleger- und Plattenhandelsgewerbes, zunehmend auch in Fragen der Schnittstellen zu anderen Gewerkschaften. www.plattenverband.ch

Wurden früher Duschrinnen in der Ausbildung nur simuliert dargestellt, können die PlattenlegerLernenden heute dank der Bildungspartnerschaft mit Geberit echte Duschrinnen einsetzen.

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Richner zeigt fünf verschiedene Badezimmer zur Auswahl

Für den persönlichen Stil Der persönliche Einrichtungsstil ist nicht immer leicht zu definieren. Kommt hinzu, dass im Badbereich eine immens grosse Produktauswahl zur Verfügung steht, die es gekonnt zu kombinieren gilt. Um die Kunden bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen, hat Richner fünf verschiedene Stilwelten für das Badezimmer kreiert. Quelle: Richner, Bearbeitung Franz Lenz

■ Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Um sich wohlzufühlen, schätzt jede Person nämlich ihre ganz persönliche, individuell eingerichtete Umgebung. Der eine mag es puristisch, heisst wenige Möbel, klare und ausdrucksstarke Formen und viel Raum. Ein anderer bevorzugt eine sinnliche Ausgestaltung mit weichen, runden Formen und zarten Farben. Einem Dritten ist eine kreative, unkonventionelle Umgebung mit starken Farben wichtig. Aufgrund der langjährigen Erfahrung im Bereich Sanitär, Platten und Parkett, hat Richner fünf unterschiedliche Stilwelten für das Badezimmer geschaffen, die alle auf ihre Art besonders sind. Sie unterstützen den Bauherrn, rasch und zielsicher die Produkte zusammenzustellen, die seinem persönlichen Stil entsprechen und zeigen ihm zugleich konkrete Gestaltungsmöglichkeiten auf.

Kreativ: Überraschende, verspielte Elemente – inszeniert mit ungewöhnlichen Formen, raffinierten Lichtquellen und kräftigen Farben.

Puristisch Prägnant und schick präsentiert sich das puristische Badezimmer. Der Fokus liegt auf dem Wesentlichen, sodass Raum für eine offene und dynamische Atmosphäre entsteht. Ausgewählte Designprodukte setzen geschmackvolle Akzente. Der puristische Einrichtungsstil passt zu Menschen, die eine Vorliebe für eine pragmatische Einrichtung

haben. Angestrebt wird möglichst viel Freiraum. Accessoires werden sparsam eingesetzt, Pflegeprodukte in Schränken verstaut und Spülkästen direkt in die Wand eingebaut. Die Farbpalette beschränkt sich vorwiegend auf Schwarz, Grau- und Weisstöne. Edle, kupferfarbene Designelemente kommen in dieser Umgebung besonders gut zur Geltung. Ecken und Kanten sind erwünscht, gleichzeitig finden auch Rundungen ihren Platz.

Kreativ

Puristisch: Der Fokus liegt auf dem Wesentlichen. (Fotos: Richner)

Überraschende, verspielte Elemente – inszeniert mit ungewöhnlichen Formen, raffinierten Lichtquellen und kräftigen Farben – schaffen ein kreatives Badambiente. Kreativ zu sein, heisst, seinen Gefühlen und Ideen Ausdruck zu verleihen und durch mutige Kombinationen ein einzigartiges Badambiente zu schaffen. Wobei originelle Details die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Bei diesem Stil spielen auch Farben eine

Harmonisch: Erdige Töne und fliessende Formen zeigen eine Wellness-Oase der ursprünglichen Art.

wichtige Rolle: Rot, Orange und Gelb vermitteln Lebensfreude und Dynamik sowie Geborgenheit und Wärme, während Grün- und Blautöne beruhigend und entspannend wirken.


Sinnlich: Schlichte, geschwungene Elemente werden mit sanften Farbtönen kombiniert. Nicht die Ausstattung an sich, sondern die damit verbundenen Sinneserfahrungen haben hier Priorität.

Harmonisch

Im harmonischen Badezimmer steht Natürlichkeit im Vordergrund. Erdige Töne und fliessende Formen werden von sanftem Licht untermalt. So entsteht eine Wellness-Oase der ursprünglichen Art. Unsere Erde dient als Inspiration für das harmonische Badezimmer: Braun und Oliv strahlen Behaglichkeit aus, ein sattes Grün wirkt frisch. Elemente aus Holz und Stein unterstreichen die Erdverbun-

denheit. Viele Sanitärprodukte sind Formen nachempfunden, die in der Natur vorkommen: Waschbecken und Badewannen erinnern an natürliche Wasserquellen, Armaturen interpretieren knorrige Äste oder gewölbte Blütenblätter.

Sinnlich Dieser Stil bietet, wie der Name andeutet, die Kulisse für reizvolle Sinneserfahrungen. Schlichte, geschwungene

Elemente werden mit sanften Farbtönen kombiniert. Nicht die Ausstattung an sich, sondern die damit verbundenen Sinneserfahrungen haben hier Priorität. Sanfte, ausgewogene Formen ermöglichen dem Benutzer eine Auszeit von den Reizen des Alltags. Weiss und Pastellfarben werden grossflächig eingesetzt, stehen sie doch für das Leichte, Luftige im Leben. Ergänzt wird die Farbpalette mit anregenden Bordeauxund Beerentönen. Accessoires, wie Kerzen, Lampenschirme und Blumen, sorgen für genussvolle Momente.

Klassisch Tradition und Benutzerfreundlichkeit prägen das klassische Badezimmer. Durch den Einsatz von hellen Farbtönen wirkt es einladend und frisch. Helle Farbtöne, wie Weiss und sanftes Grau, verleihen dem Raum eine freundliche Note und lassen ihn grösser erscheinen. Ergänzt wird das Gesamtbild durch diverse Blautöne, welche die Ruhe und Ausgeglichenheit fördern. Die diskrete Optik der praktischen und eleganten Produkte ermöglicht einen grossen Gestaltungsspielraum für Accessoires, wie etwa farbige Seifenspender oder Pflanzen. ■ Klassisch: Tradition und Benutzerfreundlichkeit prägen das klassische Badezimmer.

www.richner.ch


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Kaldewei im Smart-Home Apartimentum Hamburg

Hier ein Badezimmer mit bodenebener Duschfläche. (Foto: Kaldewei)

Die Zukunft des Wohnens beginnt im Hamburger Apartimentum: Hier steht das laut seinen Bauherren technologisch fortschrittlichste Mehrfamilienhaus Deutschlands. Das Apartimentum Hamburg, ein Jugendstilbau im noblen Stadtteil Rotherbaum, präsentiert sich nach dem Komplettumbau als erste Adresse für High-End-Wohnen in exklusivem Ambiente. Die Mieter kommen in den Genuss modernster elektronischer Raffinesse und profitieren vom Eingang bis zur Penthouse-Etage von komfortabler Steuerung per App, WLAN und Bluetooth. Neben Smart-HomeTechnik setzt das Haus auch bei der weiteren Einrichtung auf hochwertige Produktlösungen und hat sich bei den Bädern für das Design der Marke Kaldewei entschieden. Eingebaut sind hochwertige Bade-

wannen aus kostbarem Stahl-Email sowie bodenebene Duschflächen. Mit den Wannenmodellen Conoduo und Puro Duo aus kostbarem Kaldewei Stahl-Email wird Baden im Apartimentum zum einzigartigen Erlebnis. Im Fokus des Designs der Badewannen steht die Reduktion der Formensprache auf das Wesentliche – verknüpft mit höchstem Komfort. Ergänzt wird das hochwertige Baddesign des Apartimentums durch bodenebene emaillierte Duschflächen von Kaldewei: Das Modell Conoflat fügt sich perfekt in den Badezimmerboden ein und sorgt für komfortable Bewegungsfreiheit beim Duschen. ■

Franz Kaldewei GmbH Tel. 062 205 21 00 www.kaldewei.ch

Designbadprodukte jetzt auf BIMobject® verfügbar

Digitales Bauen mit Duravit Ein Gebäude komplett programmieren und modularisieren? In Zukunft eine durchaus gängige Praxis, denn das digitale Bauen zählt zu den wichtigsten Entwicklungen in der Branche. Deshalb erweitert Duravit jetzt sein BIM-Daten-Portfolio (sogenannte Revit-Dateien) und ist dem globalen Netzwerk BIMobject® beigetreten. ■ Mit «Building Information Modeling» (BIM) steht eine Methode zur Verfügung, die grosses Potenzial bietet: Durchgängige Datenstämme ermöglichen das Planen, Bauen und Betreiben eines Gebäudes digital als auch real. Das betrifft auch Unternehmen der Sanitär-Branche. Deshalb hat Duravit jetzt sein BIM-Daten-Portfolio erweitert und ist dem globalen Netzwerk BIMobject® beigetreten. Auf der Website von BIMobject sowie auf dem unternehmenseigenen Profi-Portal pro.duravit.com bietet Duravit für Architekten, Planer und Installateure alle notwendigen BIMDateien zum Download an. Der Beitritt zu BIMobject macht es dem Designbadhersteller möglich, dieses Angebot ausserordentlich zu vergrössern.

und später zu Einsparungen der Betriebs- und Unterhaltskosten. Die sogenannte «integrale Planung» mit BIM als Arbeitsmethode ist bei öffentlichen Projekten in den USA, UK, Frankreich oder Spanien bereits vorgeschrieben. Da die bestmögliche Unterstützung für Badplanungen aller Art zum Leistungsanspruch von Duravit zählt, stellt der Designbadhersteller ab sofort über 150 BIM-Datensätze auf dem unternehmenseigenen Profi-Portal pro.duravit.com und auf dem Netzwerk BIMobject zur Verfügung. Schon seit Jahren stellt Duravit als einer der ersten Hersteller der Sanitärbranche ein enormes Portfolio von Planungsdaten (dxf, dwg) und jetzt auch BIM-Dateien zum Download auf pro.duravit.com zur Verfügung.

Qualitätssicherung und Transparenz Eine digitale Planung, die sich auch auf die Montage und den Betrieb des Bauprojekts erstreckt, ermöglicht eine exakte, umfassendere Qualitätssicherung. Das führt zu mehr Transparenz in der Bauphase

Dreidimensionale Visualisierung der Produkte Die Duravit-Produkte können bei Verwendung der BIM-Methode in unterschiedlichen Detailstufen dargestellt werden. Neben den grafischen und planerischen Möglich-

Als Beispiel: Die BIM-Daten für die Stark 3 Toilette.

keiten beinhaltet die Datei auch Produktinformationen wie Name, Artikelnummer und Abmessungen. Durch zwei- und dreidimensionale Visualisierung der Produkte machen die Dateien eine genaue Konzeption und Modellierung von Bädern in Bauobjekten möglich. Die Bereitstellung dieser grossen Anzahl von BIM-Dateien auf pro.duravit.com und BIMobject® erweitert das Serviceangebot von Duravit und verbessert die optimale Gestaltung und Umsetzung von Bädern – auch in komplexen Badprojekten. Zugleich festigt das Unternehmen seine Position als verlässlicher Ansprechpartner für Architekten und Bauträger, die sich

in zahlreichen, internationalen Projekten wiederspiegelt. Hierzu zählen Hotels wie das Alpina Gstaad, Grossprojekte wie der Burj Khalifa, The Opus by Zaha Hadid oder öffentliche Gebäude wie die neue Elbphilharmonie in Hamburg. Das internationale Projektmanagement von Duravit umfasst mehr als 130 Länder und bietet professionelle Unterstützung in der Projektplanung und Umsetzung. ■ Duravit Schweiz AG Tel. 062 887 25 50 www.duravit.ch, pro.duravit.com


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Erlesene Badmöbel und hochwertige Armaturen ■ Mit KWC NOBLA style lanciert KWC ihre erste Badmöbellinie und verbindet damit stilsicher erlesene Badmöbel mit hochwertigen Armaturen. Der Name lässt bereits auf Besonderes schliessen: Meisterliches Handwerk, feine Ästhetik und durchdachte Funktionalität fügen sich zu einem harmonischen Ganzen. Die handgefertigten Möbel begeistern mit sinnlichen Oberflächen, die zum Anfassen verführen und bestechen mit präzisen Formen, die ins Auge fallen. Benutzerfreundliche Details wie das clevere Schubladenauszug-System überzeugen ebenso wie das auf Nachhaltigkeit basierende Gesamtkonzept. Intérieur mit Noblesse KWC NOBLA style ermöglicht elegante Einrichtungslösungen, die über konventionelle Badmöblierungen hinausgehen. Das Programm umfasst ästhetisch aufeinander abgestimmte WaschtischMöbel inklusive Lavabo, Spiegel, Hochschränke, Tablare und Handtuchhalter. Die formschönen Möbel und Gestaltungselemente bieten sich zum Bespielen des Raumes an und setzen individuelle

Akzente. Dimmbare OLED (Organic LED) Technologie im Spiegel und LED-Backlights garantieren stets die richtigen Lichtverhältnisse. Nur ein leichtes Antippen genügt, um die Lichtstimmungen dezent zu verändern. Facts • Die handgefertigten Badmöbel zeichnen sich durch ausgewählte Materialien und hochstehende Detaillösungen aus. Das zeitlose Design verleiht dem Bad Ruhe und Eleganz. • Die Schubladen öffnen und schliessen sich dank push-openund soft-close-System wie von Zauberhand. Dabei entpuppt sich ihr Innenleben als wahres Raumwunder, da der Siphon platzsparend und das Auszug-System intelligent gelöst sind. • Flecken, Kratzer oder Kosmetikspuren können dem Waschtisch aus CRISTALPLANT® bio-based nichts anhaben. Das Material ist äusserst strapazierfähig, reinigungsfreundlich und von angenehmer Haptik. CRISTALPLANT® bio-based ist vollständig rezyklierbar. ■

KWC NOBLA style ermöglicht elegante Einrichtungslösungen, die über konventionelle Badmöblierungen hinausgehen. Das Innenleben glänzt mit nutzerorientierten Innenschubladen, die sich komfortabel organisieren lassen. (Foto: KWC)

Franke Water Systems AG, KWC Tel. 062 768 68 68 www.kwc.ch

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Agenda |

Permanente Agenda

(Bitte informieren Sie sich auch unter www.hk-gebaeudetechnik.ch/agenda. Änderungen vorbehalten.)

Anmeldung

Thema/Ort

Datum

Tagungen suissetec, Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband www.suissetec.ch, Tel. 043 244 73 32 rene.stuessi@suissetec.ch

Dienstag-Abend, 14. suissetec-Spenglertag 2017 Fachtagung für Spengler, Planer, Architekten 21. März und mit Fachreferaten und Ausstellung. Neu: Vorabendprogramm, Dienstag-Abend (ab 17.30 Uhr), 21. März und Mittwoch, 22. März 2017, 9 – 16 Uhr, Mittwoch 22. März 2017 Kursaal Bern (alle 2 Jahre)

www.swki.ch/kurzseminare

SWKI-Kurzseminar: Energie- und kosteneffiziente Druckluftversorgung jeweils 17.30 bis 19 Uhr

21. März 2017, Horw 23. März 2017, Zürich 28. März 2017, Bern

Hochschule Luzern – Technik & Architektur, ZIG, Horw, Tel. 041 349 35 15 www.hslu.ch/planerseminar

13. ZIG-Planerseminar: Für ein breites Fachpublikum aus den Bereichen Architektur, Energie und Gebäudetechnik sowie aus verwandten Disziplinen. Mittwoch, 22. März 2017 / 13:30 bis 17:30 Uhr in Horw

22. März 2017

energie-cluster.ch

Bauen/Sanieren/Energie/Wirtschaftlichkeit, Tageskurs für Immobilien- und Finanzfachleute, 23. März 2017 Zürich oder 10. Mai 2017 Bern

23. März 2017

Swissolar, www.swissolar.ch

15. Nationale Photovoltaik-Tagung. Gipfeltreffen der PV-Branche: neueste Erkenntnisse aus Forschung und Technologie. Do/Fr, 23./24.3.2017, Lausanne

23. – 24. März 2017

Uni St. Gallen, Tel. 071 224 21 04 energymanagement@unisg.ch www.erdgastagung.ch

Erdgastagung 2017 der Universität St.Gallen: Infrastruktur Herausforderungen der Gaswirtschaft. Freitag, 9 – 17 Uhr, Kantonsratssaal St.Gallen

24. März 2017

Walter Meier www.waltermeier.com/dlc

Walter Meier: Tag der offenen Türe Dienstleistungs-Center in Nebikon LU am Samstag, 25. März 2017

25. März 2017

Bauen digital Schweiz www.bauen-digital.ch

Gebäudetechnik digital und modular – Mehrwert und Nutzen Dienstag, 28. März 2017, 14.30 Uhr Start Rundgang, 16-19 Event, Ort: NEST-Gebäude, Empa Dübendorf

28. März 2017

VSE, VSG, Städte, OKI, Swisspower AG 1. Schweizerischer Stadtwerkekongress www.stadtwerkekongress.ch Freitag, 8 – 17 Uhr, Kongresshaus Biel

31. März 2017

Walter Meier www.waltermeier.com/blueexpert

31. März 2017, Zürich 6. April 2017, Bad Ragaz 7. April 2017, St. Gallen 26.4. Basel-Münchenstein 27. April 2017, Bern-Ittigen

Blue Expert Apéro 2017 für Planer und Ingenieure, Themen: WärmepumpenAnwendungen im Wandel / Neue Förderprogramme für Wärmeverbünde und Gebäudetechnik / Neue Warmwasser-Normen SIA 385/1 und 385/2, Legionellenprävention / Blick in die Praxis. Jeweils 11-14 Uhr, weitere Daten: 28. April 2017, Luzern / 4.5. Fribourg / 5.5. Saillon / 11.5. Tessin / 18.5. Lausanne / 19.5. Genf

TWK – Test- und Weiterbildungszentrum Moderne Gebäude-Energiekonzepte: Festkolloquium zu Ehren von Dipl.-Ing. Wärmepumpen und Kältetechnik GmbH Fritz Nüssle in Karlsruhe. Do, 6. April 2017, 9-17 Uhr, Ort: AkademieHotel, www.twk-karlsruhe.de D-Karlsruhe.

6. April 2017

Forum Architektur, ZT Fachmessen, Birmenstorf

Forum Architektur «Verdichtung, Umnutzung, Innov., Energie» von 10.30 bis 12.30 Uhr, mit Apéro und Networking Messe Bauen + Wohnen, Wettingen-Tägerhard

7. April 2017

Schw. Stahl- und Haustechnikhandelsverband SSHV, www.sshv.ch

5. Fachtagung «Wasser – unser Leben» Donnerstag, 27. April 2017 im Gonzenbergwerk in Sargans

27. April 2017

www.tagedersonne.ch

Tage der Sonne 2017

5. – 14. Mai 2017

Geschäftsstelle Allianz 2SOL Tel. 044 275 25 10, info@2SOL.ch www.2sol.ch/event/2sol-seminar

2SOL-Seminar: CO2-freien Gebäudebetrieb erreichen und dabei von externen Energielieferanten weitgehend unabhängig werden. Zielgruppe: Planer, Installateure, Bauherrschaften, Architekten. 15 – 17 Uhr in 8952 Schlieren

10. Mai 2017

energie-cluster.ch

Bauen/Sanieren/Energie/Wirtschaftlichkeit, Tageskurs für Immobilien- und Finanzfachleute, 10. Mai 2017 Bern

10. Mai 2017

energie-cluster.ch

energie-cluster: Jahrestagung 2017, Bern

15. Mai 2017

GNI, Gebäude Netzwerk Initiative www.g-n-i.ch

GNI-Seminar und Generalversammlung. Projekt «The Circle», neuer architektonisch 18. Mai 2017 prägmenter Gebäudekomplex. 14 – 18 Uhr, Flughafen Zürich, Raum Mittelholzer

www.proklima.ch

ProKlima: Generalversammlung, Greifensee ZH

18. Mai 2017

GNI, Gebäude Netzwerk Initiative www.g-n-i.ch

GNI-Seminar: Effizienzklassen der Gebäudeautomation in der Praxis getestet. Vergleich von Räumen mit unterschiedlichen Klassen nach SIA 386.110. 17.00 – 18.30 Uhr, HKG Engineering, Mühlemattstr. 16, 5000 Aarau

22. Juni 2017

www.deppingag.ch

33. Lüftigercup / Fussballturnier der Gebäudetechnik 2017 Über 40 Mannschaften werden erwartet. Neues Datum: Samstag, 24. Juni 2017, Fussballplatz Luterbach SO

24. Juni 2017

HSLU + SWKI Tel. 031 852 13 00, www.swki.ch

17. SWKI-Forum Gebäudetechnik Fachtagung, Freitag 7. Juli 2017, Hochschule Luzern in Horw, HSLU

7. Juli 2017

Kurse Holzenergie Schweiz, 8005 Zürich Tel. 044 250 88 13, jost@holzenergie.ch www.holzenergie.ch, www.pelletsexperte.ch

Weiterbildung PelletsExperte, 1-Tag-Kurs, Zielgruppe: Fachkräfte aus der Planungs- und Installationsbranche, Kursinhalt:Theoretisches und praktisches Fachwissen zur Holzenergie, Installation und Wartung von Pelletsheizungen

23. März 2017 Burgdorf BE 31. März 2017 Bänikon/ Schmidshof TG 5. April 2017 Buttisholz LU

QM Fernwärme, c/o Verenum, 8006 Zürich Basiskurs zur Planung von Fernwärmenetzen

6. April 2017 in Bern (Kurs 1)


www.deppingag.ch

33. Lüftigercup / Fussballturnier der Gebäudetechnik 2017 Über 40 Mannschaften werden erwartet. Neues Datum: Samstag, 24. Juni 2017, Fussballplatz Luterbach SO

Agenda | Impressum

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24. Juni 2017

| HK-Gebäudetechnik 3/17 | 87 | HK-Gebäudetechnik 3/17 | 87

HSLU + SWKI Tel. 031 852 13 00, www.swki.ch

17. SWKI-Forum Gebäudetechnik Fachtagung, Freitag 7. Juli 2017, Hochschule Luzern in Horw, HSLU

7. Juli 2017

Kurse Holzenergie Schweiz, 8005 Zürich Tel. 044 250 88 13, jost@holzenergie.ch www.holzenergie.ch, www.pelletsexperte.ch

Weiterbildung PelletsExperte, 1-Tag-Kurs, Zielgruppe: Fachkräfte aus der Planungs- und Installationsbranche, Kursinhalt:Theoretisches und praktisches Fachwissen zur Holzenergie, Installation und Wartung von Pelletsheizungen

23. März 2017 Burgdorf BE 31. März 2017 Bänikon/ Schmidshof TG 5. April 2017 Buttisholz LU

QM Fernwärme, c/o Verenum, 8006 Zürich Kontakt: Stefan Thalmann Tel. 044 377 70 73, info@qmfernwaerme.ch www.qmfernwaerme.ch › Weiterbildung

Basiskurs zur Planung von Fernwärmenetzen Zielgruppe: Heizungsingenieure und Heizungsplaner sowie Unternehmer und Betreiber, die mit der Planung von Fernwärmenetzen konfrontiert sind. Basis: 200-seitiges «Planungshandbuch Fernwärme» 1-tägiger Kurs, Patronat: BFE

6. April 2017 in Bern (Kurs 1) 4. Mai 2017 in Aarau (Kurs 2) 6. Juni 2017 in Olten (Kurs 3)

Messen www.messefrankfurt.com www.ish.messefrankfurt.com

ISH 2017: Weltleitmesse Erlebniswelt Bad, Gebäude-, Energie-, Klimatechnik, Erneuerbare Energien, Frankfurt am Main (alle 2 Jahre)

14. – 18. März 2017

www.bauen-wohnen.ch

12. Bauen+Wohnen, Tägi Wettingen

6. – 9. April 2017

Team Intersolar Europe Solar Promotion GmbH D-75101 Pforzheim Tel. 0049 72 31 58598-0 www.intersolar.de

Intersolar Europe 2017 Weltweit grösste Fachmesse der Solarwirtschaft: Photovoltaik, Solarwärme. Neue Messe München

31. Mai – 2. Juni 2017

ZT Fachmessen AG www.fachmessen.ch

Bauen & Modernisieren 2017 Messe Zürich

7. – 10. September 2017

MCH Messe Schweiz (Basel) AG Tel. 058 206 32 04, www.ineltec.ch

Ineltec 2017: Schw. Messe für intelligente Gebäudetechnologie. Basel, Halle 1

12. – 15. September 2017

MCH Messe Schweiz (Basel) AG 4005 Basel, Tel. 058 206 32 04 www.ineltec.ch

Ineltec 2017 Schweizer Messe für intelligente Gebäudetechnologie. Messe Basel, Halle 1

12. – 15. September 2017

ZT Fachmessen AG www.fachmessen.ch www.bau-energie.ch

16. Bau + Energie Messe, BernExpo

21. – 24. September 2017

www.svk.ch, www.swisscoolingexpo.ch Swiss Cooling Expo, Fribourg

8. November 2017

MCH Messe Schweiz (Basel) AG Swissbau, www.swissbau.ch

16. – 20. Januar 2018

Swissbau 2018: Leitmesse der Bauwirtschaft in der Schweiz Messe Basel, Dienstag bis Samstag.

Reed Exhibitions Italia S.r.l. Mostra Convegno Expocomfort 2018 www.reedexpo.it, www.mcexpocomfort.it MCE 2018, Fiera Milano

März 2018

Team Intersolar Europe Intersolar Europe 2018: Weltweit grösste Fachmesse der Solarwirtschaft: 20. – 22. Juni 2018 IMPRESSUM Solar Promotion GmbH Photovoltaik, Solarwärme. Neue Messe München D-75101 Pforzheim HK-Gebäudetechnik Druck: Vogt-Schild Druck AG, Stephan Muntwyler, Geschäftsführer Gabs AG, Tägerwilen. 0049 72 31März 58598-0 4552 Derendingen Richard Osterwalder, Geschäftsleiter Weishaupt AG, 15.Tel. Jahrgang, Nr. 3, 2017 www.intersolar.de Geroldswil, Mitglied GebäudeKlima Schweiz. (43. Jahrgang HeizungKlima), erscheint monatlich. Beat Scherrer, Geschäftsführer Scherrer Metec AG, Zürich. www.hk-gebaeudetechnik.ch, ISSN 1016-5878 Kooperation mit folgenden Verbänden: Waeber, Mitglied Zentralvorstand suissetec. NürnbergMesse GmbH ChillventaBeat 2018 16. – 18. Oktober 2018 Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband 2016 Auflage + Verbreitung D-90471 Nürnberg WEMF/SW-Beglaubigung Internationale Fachmesse für Kälte, Raumluft, Wärmepumpen. (suissetec), 8021 Zürich, Tel. 043 244 73 00, www.suissetec.ch Copyright Druckauflage 8500 Ex.* www.chillventa.de Messezentrum Nürnberg (alle 2 Jahre) GebäudeKlima Schweiz, Verband für Heizungs-, Mit der Annahme von Manuskripten durch die Redaktion Total verbreitete Auflage: 7201 Ex. Lüftungs- und Klimatechnik, 4603 Olten, und der Autor-Honorierung durch den Verlag erwirbt der Davon verkauft: 2481 Ex. Tel. 062 205 10 66, www.gebaeudeklima-schweiz.ch Verlag das Copyright und insbesondere alle Rechte zur * inkl. Probe- und Werbeexemplare, energiecluster.ch, www.energiecluster.ch Übersetzung und Veröffentlichung der entsprechenden BeiVeranstaltungen und Messen FWS, Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz, Bern, träge in anderen verlagseigenen Zeitschriften sowie zur Herwww.fws.ch Herausgeberin ausgabe von Sonderdrucken. Für unverlangt eingesandte Schweizerischer Verband für Wärmekraftkopplung Text- und Bildunterlagen übernimmt die Redaktion keine GeAZ Fachverlage AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau (WKK-Fachverband), www.waermekraftkopplung.ch währ. Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet. Tel. 058 200 56 50, Fax 058 200 56 61 Schweizerischer Stahl- und Haustechnikhandelsverband SSHV, 4010 Basel, www.sshv.ch Geschäftsführer: Roland Kühne Redaktionelle Beiträge Swissolar, www.swissolar.ch Produkte-Hinweise werden kostenlos abgedruckt, Auswahl GNI Gebäude Netzwerk Initiative, Zürich, www.g-n-i.ch Leiterin Zeitschriften: Maike Juchler erfolgt durch die Redaktion. Bezahlte Beiträge werden mit MeGA, Fachverband der Gebäudeautomationsplaner «Publireportage» oder «Anzeige» gekennzeichnet. der Schweiz, c/o ADZ, Luzern, www.mega-planer.ch KGTV, Konferenz der Gebäudetechnik-Verbände, Redaktion Leitung Werbemarkt: www.kgtv.ch Jean-Orphée Reuter, Tel. 058 200 54 46 AZ Fachverlage AG, HK-Gebäudetechnik KNX Swiss, www.knx.ch Neumattstrasse 1, Postfach, CH-5001 Aarau. VDSS, Verein dipl. Spenglermeister Schweiz, www.vdss.ch Anzeigenleitung /Kundenberatung Peter Warthmann, Chefredaktor, Tel. 058 200 56 15, peter.warthmann@azmedien.ch Rolf Niederberger, Tel. 058 200 56 18, Ein Produkt der Manuel Fischer, Redaktor, Tel. 058 200 56 11, rolf.niederberger@azmedien.ch manuel.fischer@azmedien.ch Nicole Lüscher, Tel. 058 200 56 42, Fax 058 200 56 61, nicole.luescher@azmedien.ch Ständige externe Fachredaktoren: Christian Bärtschi, Anzeigentarif unter www.hk-gebaeudetechnik.ch Verleger: Peter Wanner, CEO: Axel Wüstmann Bernd Genath, Alan Hawkins, Franz Lenz, Anita Niederhäuwww.azmedien.ch Leitung Online und Marketing: Christine Ziegler sern, Wolfgang Schmid, René Senn, Martin Stadelmann, Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs. 2 StGB (Stand Martin Stöckli, Andreas Walker, Jürg Wellstein, Andreas 31.12.2014): AZ Anzeiger AG, AZ Verlagsservice AG, Aboverwaltung, Abonnemente Widmer, Daniela Hochradl-Wohlgemuth AZ Fachverlage AG, Atmosphären Verlag GmbH, Tel. 058 200 56 50, AZ Management Services AG, AZ Regionalfernsehen AG, Redaktioneller Beirat abo@hk-gebaeudetechnik.ch AZ TV Productions AG, AZ Zeitungen AG, FixxPunkt AG, Marco Andreoli, Vorsitzender der Geschäftsleitung, CTA AG, Preis Jahres-Abonnement: Fr. 138.– (inkl. MwSt.) Belcom AG, Media Factory AG, Mittelland Zeitungsdruck AG, Münsingen. Abo-Bestellung: www.fachtitel.ch Vogt-Schild Druck AG, VS Vertriebs GmbH, Weiss Medien AG, Domenico Autuori, Manager of Trainingcentre & Laufen Dietschi AG, TrisCom-Media AG, Radio 32 AG, Layout/Produktion: Pia Zimmermann Forum, Keramik Laufen AG und Similor AG, Laufen. Korrektorat: Ruedi Tschumi AZ Vertriebs AG, Zofinger Tagblatt AG Daniel Bader, Leiter Kommunikation, R. Nussbaum AG, Olten.


88

| HK-Gebäudetechnik 3/17 |

Stellenmarkt |


Stellenmarkt | Verzeichnisse

Im redaktionellen Text erwähnte Firmen ait Schweiz AG

50

Ingenieurbüro Verenum

31

Amt für Hochbauten

63

Kaldewei Schweiz GmbH

84

Arbonia Solutions AG

48

MeteoSchweiz

14

Asera AG

62

Mobil in Time AG

Baur Metallbau AG

43

NeoVac ATA AG

36

Bausoft Informatik AG

10

Neuberger Gebäudeautom.

36

Brunner-Anliker AG

22

Ohnsorg Söhne AG

70

Casa-technica.ch

68

Richner Küchen+Bäder

82

Duravit Schweiz AG

84

Ryser Ingenieure AG

26

Schenk Haustechnik AG

43

EBL (Genossenschaft Elektra Baselland)

26

Eidgenössisches Departement des Innern EDI 71 Elcotherm AG

43

Energie- und RessourcenManagement GmbH

63

Energie Wasser Bern

26

energie-cluster.ch

4, 56

Franke Water Systems AG

85

Geberit Vertriebs AG

80

GNI

60

Gruneko Schweiz AG

26

Hälg & Co. AG

22

Hochschule Luzern 24, 31, 40, 76 Hoval AG

36, 56

HSR Hochschule für Technik

40

InfraWatt

24

36, 51

Schenker Storen AG

62

SIA

24

Similor AG

74

Soltop Schuppisser AG

79

SWKI

8, 25, 52, 71

TEP Energy GmbH

63

Theben HTS AG

60

Thermobois S.A.

26

Tobler Haustechnik AG

20

Urfer Müpro

12

Verband Fernwärme Schweiz

26

Walter Meier (Klima Schweiz) AG 20, 24, 50 Weishaupt AG

21, 36, 46

ZT Fachmessen AG

18

Inserentenverzeichnis AEH Oekotherm AG

42

Schenker Storen AG

17

Alsoft Informatik AG

9

SM Handels AG

57

Arbonia Solutions AG

7

SOLTOP Schuppisser AG

29

Breitenmoser + Keller AG

41

Systec Therm AG

45

Coolworld Rentals AG

55

Telma AG

62

Thalmann Maschinenbau AG

69

Duravit Schweiz AG

3

Fahrer AG

35

Ticom GmbH

79

FCA Switzerland SA

21

Tobler Haustechnik AG

19

Georg Fischer AG

23

Triflex GmbH

65

HASTRAG AG

53

Unifil AG

59

HEFTI. HESS. MARTIGNONI. Hol-

Vaillant GmbH

ding AG20

US 2

Wärmebau Vertriebs AG

25

Heitzmann AG

50

Wasserhahn GmbH

75

Hochschule Luzern

24

WT Wärmeaustausc AG

49

Hürner AG

53

Lanz Oensingen AG

22, 25

M. Scherrer AG

78

Stellenmarkt:

Pixel Systems AG

59

Titelseite:

Prolux Solutions AG R. Nussbaum AG Restclean AG

US 4 73, 85 81

S + G Mobile Heizzentrale AG 35

88 – US 3 Geberit Vertriebs AG

| HK-Gebäudetechnik 3/17 |


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